Dreizehnter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt zur Aygsburger PostMnng. 6. November M ^tS. Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abouncmentsvrei« 4V kr., wofür e« durch alle königl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kunn Hirtenbrief des Fürstbischofs von BreSlau. (Fortsetzung.) Aber wie heilsam eS ist, unser Auge vor den Gefahren nicht zu schließen, die uns umgeben und unsere Blicke nicht abzuwenden von den Heimsuchungen und Kämpfe», durch die wir nun einmal hindurch müsse», so geziemt es sich, auf die Hilfe Dessen zu hoffen, „welcher," wie der große BasiliuS sagt, „durch uns um so mehr wirk«, je fester wir auf Ihn bauen." Darum rufe ich mit dem heiligen Paulus nicht nur: Mir ist bange, sondern auch: ich verzage nicht. Ist eS denn mein Werk, das ich treibe; nicht Gottes Werk? Ist es denn meine Ehre, die ich suche; nicht Gottes Ehre? War eö denn mein Verlangen und Gelüsten, das mich nach der heißen brennenden Höhe hinan getrieben, von der ich heute zu Euch rede; nicht GotteS Ruf und Wille? Wohl ist meine Kraft schwach und hinfällig; aber wann hat der Herr ans Menschenkraft seine heilige Sache gebaut? Wohl ist mein Wissen arm und nichtig; aber wann hat der Herr seine ewige Wahrheit auf die künstlichen Gerüste menschlicher Weisheit gestützt? Wohl kann ich von mir nichts anderes bekennen, als daß ich ein unnützer Knecht bin und alles Ruhmes vor Gott ermangle; aber wann hat der Herr den Fortgang seines göttlichen Werkes an das Verdienst und die Vorzüge seiner Werkzeuge auf Erden gebunden? „Sehet nur auf euren Beruf," schreibt der heilige Paulus, „nicht viele Mächtige, nicht viele Angesehene sind berufen: sondern was vor der Welt thöricht ist, hat Gott erwählt, niu die Weisen zu beschämen, und das Schwache vor der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zu beschäme», und das Geringe vor der Welt, und das Verachtete, und das, was nichts ist, hat Gott erwählt, um das, was stark ist, zu Nichte zu machen: damit kein Mensch sich vor Ihm rühme." Um nach diesen inhaltsreichen Worten des Apostels in dem Geiste unv der Weise eines andern apostolischen Mannes, des heiligen «ugustiu, weiter zu reden, so denkt Euch, daß Christus iu dem Augenblicke, da Er seine Lehre über die Welr auszubreiten gedachte, die Weisen des Heidenthums zn Rathe gezogen nnd ihnen gesagt hätte: Ihr wisset, wie die Welt Mich haßt, wie sie mein Evangelium verfolgt, wie sie gegen meine Gebote sich auflehnt. Dennoch will Ich meine Lehre herrschend machen unter den Menschen; bisher habe Ich sie nur im Iudenlanve verkündet, bald sollen sie alle Völker vernehmen; der ganze Ervboden soll sich beugen vordem Aergernisse des Kreuzes; das abgöttische Nein soll der Mittelpunct meiner Kirche werde»; seine Götzen sollen fallen, seine falschen Altäre in Trümmer sinken, wo jetzt die Cä- saren thronen, will ich den Sitz meines Stellvertreters ausrichten. Und dieß Alles will ich thun durch zwölf arme Fischer, welche die Welt nicht kennt und welche die Welt nicht kcttnen. Würden die heidnischen Weisen, fragt der heilige Augnstiu, einer solchen Sprache Glauben geschenkt, würden sie dieselbe nicht für thöricht und irrig gehalten haben? Und doch ist das eben das Wunder aller Wunder, das Wunder der 354 Verbreitung des Christenthums. Gotr hat die Wissenschaft der Welt dnrch die Einfalt deö Glaubens, die Macht der Welt durch die Schwachheit der Sanftmut!) und Geduld, die Hoheit der Welt durch die dunkle, verachtete Demuth überwunden; damit, „wer sich rühmt, sich in dem Herrn rühme," und Alle erkennen, „daß Christus uns worden ist zur Weisheit, Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung." Wird meine Schwachheit mich ängsten, wenn Christus meine Stärke ist? Wird meine Einfalt mich zaghaft machen, wenn Christus mejne Weisheit ist? Werde ich trostlos znrückbeben vor Leiden und Drangsalen, wenn hoch über allem Leid und aller Drangsal das Ziel winkt, dahin der Weg führt, den ich Euch vorangehen soll. Nein, meine Lieben, es tönt vielmehr belebend und ermmhigend das Wort in mein Herz, das der Herr einst durch den Mund des Jsaias gesprochen: „Fürchte dich nicht, denn Ich bin bei dir; weiche nicht, denn Ich bin dein Gott: Ich stärke dich nnd helfe dir, und die Rechte meines Gerechten hält dich." Darum rufeich mit dem Apostel: Ich verzage nicht. Oder hat der Herr sich nur an seinen Aposteln groß und herrlich bezeugt und haben mit ihnen die Wunder seiner Gnade in der Kirche ausgehört? Blicket, ich bitte Euch, in den weiteren Verlauf ihrer Geschichte und hört was Tertullian sagt, der sich am Ende des zweiten Jahrhunderts zum Christenthum bekehrte: Wir „sind von gestern" schreibt er in seiner Apologie, „nnd schon erfüllen wir AlleS: Eure Städte, Inseln, Burgen, eure Frciorte, Versammlungen, Feldlager, eure Tnbus und Dekurien, den kaiserlichen Palast, den Senat, das Forum; nur eure Tempel besuchen wir nicht. Das Blut der Märtyrer" — sagt er weiter — „ist der Samen der Christen. Je öfter man unö, gleich einer Ernte, abschneidet, desto mehr nehmen wir zu?" Betrachtet sodann den Weg der Kirche in spätern Jahrhunderlen. Immer leiden, immer kämpfen und immer siegen — ist ihr LooS. „So lange sie hier in der Fremde wandelt," spricht der heilige Augustin, „geht ihre Laufbahn stets zwischen den Verfolgungen der Welt auf der einen und deu Tröstungen Gottes auf der andern Seile dnrch alle Zeilfolgen bis an das Ende der Welt." Ruhen äußere Verfolgungen, so drohen ihr größere Gefahren durch innere Erschütterungen. Hat sie nicht an Aergernisse» zu leiden, so dringen die Pfeile des Unglaubens auf sie ein. Erhebt der Hochmuth falscher Wissen, schafr sich nicht wiver sie, so muß sie um ihre äußersten Lebensrechte streiten. Sie ist im Kampfe alt worden, aber das Alter hat sie nicht schwach gemacht. Ihr Angesicht ist mit Narben bedeckt, aber die Narben haben ihre Würde erhöht. Sie ist ihrer Reichthümer beranbt worden und die Armen weinen darum, sie selbst aber fühlt sich noch eben so reich als in den Tagen ihres Besitzes. Ihr Glanz ist verdunkelt, ihr Einfluß geschmälert, ihre Wirksamkeit durch künstliche Schranken beengt worden, und das hat die Folgen gehabt, an denen wir jetzt leiden; sie selbst aber segnet fort, wie sie kann und schaffet Heil überall, wo' sie Herzen dafür findet. Ihr sichtbares Oberhaupt ist mehr als einmal ans seinem rechtmäßigen Erbe vertrieben, aber seine Vaterstimme aus der Verbannung mit derselben Ehrfurcht gehört worden, als von den Hohen des Vatikans. Nicht Foltern, nicht Scheiterhaufen, nicht wilde Thiere allein, auch Philosophen, Redner, Dichter, Politiker haben sie zu überwinden gesucht, aber sie sind abgetreten von ihrem Schauplatze und die Kirche ist geblieben. Ihr Ende ist verkündet, ihr Grabgeläutc angestimmt, ihre letzte Slunde mit Zuversicht erwartet worden, aber sie überleb! alle ihre Feinde. Viele kräftige Staaiskörper, viele mächtige Regentenhäuser, viele blühende Völker und Nationen sind an ihr vorübergegangen; sie aber steht noch eben so kräftig und fruchtbar da, als in den Zeiten ihrer Jugend und nach achtzehn Jahrhuuderlen zeigt sie uns noch dasselbe ruhige erhabene Antlitz, in dessen Augen wir wohl Thränen sehen können über die Verblendung der Menschen, aber keine Furcht vor den Gewalten der Welt. In dieser Kirche Dienste stehe ich, für dieser Kirche Sache arbeite ich, dieser Kirche Bischof zu seyn in Eurer Mitte bln ich berufen: werde ich bangen, wenn die Wolken trübe und drohend um mein Haupt sich sammeln? Und gälte es in solcher Aufgabe daS Leben einzusetzen: „Wer sein Leben also verliert, der wird gewinnen" — spricht der Herr, darum wiederhole ich des Apostels Wort: Ich verzage nicht. 365 Und fehlen etwa in der Gegenwart die Zeichen und Wunder, durch welche sich der Herr verherrlichet an seiner heiligen Sache? Geliebte Mitpriester und Diöcesanen! denkt an den Zustand der Kirche vor wenigen Jahrzehnten und Ihr müsset gestehen: die Ketzerei unserer Zeit, der Irrthum unseres Jahrhunderts, die heillose Vermischung der Wahrheit und der Lüge, mit einem Worte, der Jndisferentismns, welcher hinter dem schönen Namen christlicher Duldsamkeil die allerkläglichste Gleichgiltigkeit gegen die Religion verbirgt und zu dem sichern Tode alles Glaubens und alles Cultes führt, hatte sein Sumpfwasser auch über unsere Provinz ausgegossen und frisches kirchliches Leben gelähmt. Alles, Erziehung und Unterricht, Beispiel und Presse, Katheder uud Kanzeln arbeiteten dafür. Bereits galt die Kirche für ganze Schichten und Stande der Gesellschaft nur noch als eine Anstalt, die man eben duldete, gewisse Bräuche eines ehrwürdigen christlichen Herkommens durch sie abthun zu lassen; als eine Administration für pomphafte Leichenbegängnisse uud Feierlichkeiten; als eine erkäusliche Dieiurin, die gegen baare Erkenntlichkeit Allen zu Dienst sey, während sie jede Aeußerung der Selbstständigkett und des eigenen Lebens als ein Verbrechen gegen die allgemeine Ordnung' büßen mußte. Schon sollte die letzte Hand an das Werk gelegt werde«, da sprach der Allmächtige sein: bis Hieher und nicht weiter! Und siehe, in der Zeit allgemeiner Verwirrung und Auflösung erhob die Braut Christi ruhig ihr Haupt, sammelte ihre Kinder um ihre Fahne, das Kreuz; wieß Blicke und Herzeu ihrer Gläubigen aus dem Meere der Vereitlung und sinnlichen Betäubung zum Himmel hinauf; rief ihre Bischöse zur Berathung dessen, was Noth thut, nach Würzburg und Wien; erkrästigte ihre Priester in dem geistigen Bade heiliger Uebungen uud gemeinsamer Andachten; entsendete ihre Missionäre durch die Länder und stiftete zahlreiche Congreganonen, die, wie durch ein Wunder erzeugt, den Heldenmull) deS Glaubens in die erschlafften Herzen zurückriefen. Man haßt sie, aber nur darum, weil man sie nicht gering achten kann. Man verfolgt sie, aber nur darum, weil man sie fürchten muß. Mau verleumdet sie, aber nur darum, weil man sie nicht zu besiegen vermag. Man bekämpft sie in dem alten Geiste, der bequeme Vorurthcile nie verlernt und unbequeme Wahrheiten nie erlernt und dem alle, auch die abgebrauchtesten Waffen, recht sind. Man tadelt ihre Einrichtungen, Uebungen und Gesetze und ahmt sie doch nach. Und siehe, mitten in diesen Erscheinungen erhebt eine geläuterte Wissenschaft ihre Stimme für die verkannte Krcuzträgerin; ersteht eine christliche Kunst, würdig der Zeiten ihrer reinsten Blüthe; offenbart sich eine Frömmigkeit, die nie aufrichtiger war, weil sie nie mehr versucht wurde, zeigt sich von vielen Seiten ein Opfersinn, der, weil er über der Welt seinen Quell hat, von den Täuschungen der Welt nicht erreicht und'irre geführt wird; trennen sich endlich die Gegensätze in der Gesellschaft, uud während der eine Theil in der Verbleudung des HochmulheS und der Sinnlichkeit alle irdischen Mittel in Anspruch nimmt, alle irdischen Besitzthümer an sich reißt, alle irdische Macht zu Hilfe ruft, zieht sich der andere demüthig zurück in daS geistige Gebier des Glaubens und sammelt sich um die verlassenen Altäre seiner Väter. Die Zeit naht schnellen Schrittes, da Alle sich entscheiden müssen, für oder wider Christum, für oder wider seine Kirche und der lang bereitete, lang geahnte, kaum mehr abzuwendende Kampf beginnt, aus welchem eine neue Periode in der Weltgeschichte sich entwickeln wird. Ich weiß eS, dieser Kampf wird schwer, wird gewaltig seyn — eine Bußtaufe vielleicht für die Sünden unserer Väter und für die eigenen Sünden; aber ich weiß auch, daß das letzte Ziel der göttlichen Weltregierung bei.Allem, was ge-- schieht, die Verherrlichung der Kirche ist, und daß der Herr jetzt, wie einst sich „seine siebenlausend Mann übrig läßt, die ihre Kniee vor dem Baal nicht gebeugt haben uud beugen werden.« Darum ergreife ich mit christlichem Muthe meinen Hirtenstab und setze ihn ans den Fels, der da ist Christus, und bin deß getrost und sicher, daß dieser Grund nicht weicht und wankt und rufe mit dem Apostel: Ich verzage nicht! Ja, geliebte Priester und Diöcesancn! die Zeit ist drohend und schwere Wetter« Wolken lagern ringsumher, so daß mit ernstem und besonnenem Sinn Niemand ohne Bangen in die kommenden Tage blicken kann. Aber die Zeit ist auch reich an Zeichen, 356 die recht augenfällig verkünden, daß „Der, dem alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden," und Der da „herrschen mnß, bis Er'alle seine Feinde unter seine Füße lege," über seiner Kirche wacht und über ihren Getreuen; und daß es ein wahres und wahrhaftiges Wort ist, das der heilige Augnstin gesprochen: „die Welt ist einmal Christo nnterworfen, aber nicht durch vaS Eisen, sondern durch das Wort und das Kreuz." Wollt ihr nun bestehen in dieser Zeit und dem Kampfe, durch den sie Euch fuhrt, so weiß ich Euch eine bessere Mahnung'nicht zu geben als, welche die Kirche Euch täglich von ihren Altären zuruft: Sursum vor6»! Auswärts die Herzen! Immer ist sie das LoosungSwort der Christen gewesen auf dem Wege durch die Wüste in das gelobte Land; wann sollte sie es mehr seyn als in einer Zeit, in welcher Alles daran arbeitet, die Blicke und Herzen der Sterblichen niederzuziehen in den Ltaub der Erde. Auswärts die Herzen! r.ufe ich Euch darum zu, Ihr Priester, die Ihr nicht nur selbst den Weg wandeln sollt, der auS der Tiefe in die Höhe geht, die Ihr berufen seyd, ihn auch Andere zn fuhren. Denn Ihr liabr eS auf Euch genommen: das Werk eines Gottes auf Erden fortzusetzen; das Kreuz Christi eben so durch Euer Leben als dnrch Euer Wort leuchten zn machen und unter dem doppelten Einfluß einer göttlichen Gnade und einer heiligen Wissenschaft den Tcmpelbau deS Allerhöchsten in der Menschheit herzurichten. Ihr habr eS auf Euch genommen: selbst schwach,- allcn Schwächen zu entsagen; im Fleische geboren, ein geistiges Leben zu fuhren; dem schwersten Gerichte unterworfen, Andere im Namen GotteS zu richten und zu binden und zn lösen. Ihr habt es auf Euch genommen: von Leidenschaften ringS umgeben, keine Leidenschaft zu theilen und vom Unglaube» verspottet, vom Hochmuth verachtet, von der Unduldsamkeit verfolgt, der Welt daö Vorbild eines Gerechten zu zeigen, d?r das Gute thur, daö Böse hindert, die Beleidigungen verzeiht, die Bedrückten erleichtert, die Bekümmerten lröst/t, die Schwachen stützt, die Sünder bekehrt. Welch eine Aufgabe! Dreimal Heil Allen, die sie vollbringen. Dreimal Wehe Allen, die Andern, statt znr Erhebung, zum Falle werden. Darum hinweg auS dem Heiligthume mit allem Aergernisse, mit aller Selbstsucht, mit allem eitlen und halben Wesen. Gott allein und seiner heiligen Sache gehöre Eure Liebe, Eure Kraft, Euer Leben. Aufwärts die Herzen! rnse ich Dir zu, Adel von Schlesien: denn Dein Beruf ist eö, Dich zu schaaren — wie um den Thron, so um den Altar; zu stehen eine feste Mauer um Beide, und zn leuchten ein undurchdringlicher Schild der Gerechtigkeit nnd Treue. Nuu sehe ich wohl, wie Du Dich sammelst und drängest um Deinen Kaiser und Herrn, und ich preise Gott dafür; aber stehest Du eben so treu und eifiig zu dem Oberhaupte Deiner Kirche? Ich finde Deine Sohne wohl in den Reihen des HecrcS, und mein Herz freut sich daran; aber darf ich sie auch suchen unter den Dienerndes AllarS? Du schaffst und sorgst viel und emsig um das Wachsthum eines irdischen Reiches, aber bist Du mich eben so lhätig für die Zunahme des Reiches Jesu Christi? Blicke zurück in die Geschichte unserer Diöcese: wie viele edle Kirchcn- sürsten, wie viele fromme Priester sind anS Deinen alten Stämmen hervorgegangen. Schaue hinaus auf die vaterländischen Fluren und siehe die Thürme der Gotteshäuser auS den Flecken und Dörfern sich erheben, Deine Urväter haben sie gebaut zur Ehre des Herrn. Noch ist daö Land auf den Höhen und in den Tiefen bedeckt mit den Denkmalen ihrer Frömmigkeit. Welteiferst Dn mit Deinen Ahnen? Ach, wir dürfen und können eS uns nicht verbergen, wie, als die Apostel deö Unglaubens den sieben-- armigcn Leuchter im Heiliglhume zerbrochen und an seine Stelle die Grubenlampe ihrer eigenen befangenen Vernunft gestellt, ihr falscher Schimmer zuerst in die Höben der Gesellschaft drang und bort Augen und Herzen verblendete, daß sie nicht mehr schauten daS helle Licht des Evangeliums Jesu Christi. Erst von dort senkte sich der verlockende Glanz in die Tiefen und dörrte die einst so fruchtbaren Thäler aus zu den öven Steppen und wafserloscn Wüsteneien. Jetzt, mit Dank zn Gott sey eS bekannt, jetzt wird eS' wieder, rein und klar auf den Berggipfeln und die Sterne des Himmels werden von Neuem sichtbar. Gibt cö nun wohl eintheiligere Pflicht für die Bewohner t 357 ver Höhen, als, so viel an ihnen liegt, die Leuchte des Glaubens in die Tiefen tragen und ihr HeiiSlicht ausbreiten zu helfen durch Beispiel und alle auch noch so schweren Opfer? Aufwärts die Herzen! Ihr Träger der Wissenschaft, ihr Lehrer des Volkes! eine falsche Wissenschaft ist eS gewesen, eine Wissenschaft ohne Gott und ohne Kirche, welche in Millionen Gemüthern daS Christenthum zerstört, die Tugend des Herzens vernichtet und Alles den Vergnügungen der Sinne, deS Gedächtnisses und deö Geistes geopfert hat. Eine rechte, eine vom Geiste Gottes geweihele Wissenschaft muß den Tempel deS Glaubens, der Tugend, der Ordnung wiever herstellen helfen. Man hat unser Jahrhundert das lichtvolle genannt, und wahr ist: es hat den Kreis menschlicher Kenntnisse erweitert; es hat die Natur in ihren geheimnißvollen Werkstätten belauscht; eö hat auf Alles, was sichtbar ist, seine Forschungen ausgedehnt. Aber cS hat über ven Forschungen in dem Sichtbaren den Blick für die Gestalten deS Himmels verloren; eS hat über den Erfindungen, mit denen eö das Erdenleben verschönert, die Tugenden vcS HerzenS verlernt; eS hat über den Eroberungen in der Zeit und für die Zeit die Güter der Ewigkeit eingebüßt. Und doch eilt das Leben i ren ernsten Entscheidungen entgegen mit jedem Augenblicke, und kein Strahl all Eures gerühmten Wissens vermag die Nacht deS Grabes zu erhellen und in einer Welt der Unsterblichkeit — der Tugend ihren Lohn, der Sünde ihre Strafe, der heißen Sehnsucht deS menschlichen HerzenS das würdige Ziel nachzuweisen, ohne welches unser Leben zum schauerlichen Räthsel wird. Darum suchet unv forschet, aber an der Hand der Kirche und ihres göttlich verbürgten Glaubens: nur wo Glauben und Wissen sich durchdringen, erwächst die wahre Weisheit; denn die Religion ist, wie der ehrwürdige Bako sagt, „das Aroma, ohne welches die Wissenschaft faul ist." Aufwärts die Herzen! Ihr Beamteten, Ihr Wohlhabenden, Ihr Satten! Vergesset nicht, daß Euer irdisches Tagwerk Euch eine Schule für den Himmel, daß Euer vergänglicher Besitz Euch Mittel seyn soll zur Erreichung bleibender Güter, daß Eure Ehre vor den Menschen keinen Werth hat ohne Tugend, daß Ihr zu GotteS Hauöhällern auf Erden berufen seyd. Hinweg mit dem alten Liede, das lange genug gesungen worden ist: „Die Religion ist gut für die Weiber, für die Kinder, für die Armen an Geist und Gut, die in ihrer Verlassenheit nach einer Stütze verlangen. Die Uebungen der Andacht, der Empfang der Sakramente, die Heilighaltung deS Sonntags, die Gebete der Kirche sind Gängelbänder für die Massen." Ihr zerstört vamit Euer eigenes Heil und daö Heil deS Volkes. Ihr untergrabt damit den Grund der Gesetze und öffnet jeder Zügcllosigleii die Thore. Ihr werdet dadurch Empörer der allcrschlechtesten Art. Denn Euer Beispiel baut den Glauben auf oder zerstört ihn. Euer Vorbild lehrt Gehorsam oder Auflehnung. Euer Weg wird die Richtschnur für Viele. Eure Liebe und Demulh r ersöhnt die Unterschiede in der Gesellschaft, unv Euer Stolz und Eure Härte höhlt die Tiefen auö, welche die Herzen trennen und verbittern. Glaubt eS und zweifelt nicht, der CommuuiSmuö ist nicht todt, der eigentliche Grund seiner Bewegungen ist unberührt geblieben, weil keine äußere Gewalt «siruudsätze tödlel und lövten kann/ Davon, wie Ihr die Kirche ehrt, wie Ihr mit der Kirche wirkt, wie Ihr die Kirche ihre Segnungen entfalten lasset, wird eS abhängen, ob wir auf dem unterwühlten Boden, aus dem wir stehen, noch etwas zu hoffen oder Alles zu fürchten haben. Aufwärts die Herzen! Ihr Handwerker und Landbebauer! Die Zeit ist noch nicht so lang her, da Einfalt des Glaubens und kindliche Frömmigkeit das kostbare krblheil Eures Standes waren, da auch unter der Last der Mühen Euer Blick nach Oben ging, und das schweißbcdcckte Angesicht den Stempel Eurer Gottberusen- heit trug. l^aS war die Zeü: da Ihr sechs Tage der Arbeit und den siebenten Gott gabt, da Eure Werkstätten wiederhallten von frommen Liedern; da Eure Aecker Zeugen deS Gebetes waren, mit welchem Ihr den Samen ausstreutet und die Gaben sammeltet; da Meister und Gesell eine Familie bildeten, und Arbeit, Gottesdienst und Erholung theilten; da der Bauer seinen Knecht nicht nur fragte- hast du einen starken 388 Arm? sondern auch: hast du ein gotteöfürchtigeS Herz? Damal hatte das Handwerk einen goldenen Boden, und der Acker war die Brodkammcr, ans welcher die Väter sich gesättigt hatten und welche auf Kind und KindeSkinder sich vererbte. Ist eS besser mit Euch worden und seyd Ihr glücklicher, seit die Einfalt dcS Glaubens und der Sitten aus Eurer Mitte entschwunden und oaö neue Losungswort: Licht, Freiheit und Gleichheit in Eure Hütten und Herzen gedrungen ist? seil der Spott wider das Heilige und der Fluch in Euren Werkstätten widertönen? feit Ihr ohne Aufblick zu Gott Eure Saat bestellt und Eure Ernten heimfuhrt? seit der Meister seine Gehilfen wohl fragt: wie arbeitest, aber nicht: wie lebst dn? seit der Landmauu seinen Knecht wohl auf den Acker, aber nicht in die Kirche schickt? Sehet, die Treue ist geschwunden auS dem Verkehre, und mit ihr Vertrauen und Verlaß, und der Friede ist geschwunden aus den Herzen und mit ihm Harmlosigkeit und Freude; und die Nüchternheit ist geschwunden. auS dem Leben, uud mit ihr Kraft und Wohlthätigkeit. Darum kehret um auf die verlassenen Pfaoe der Frömmigkeit, und achtet auf Diejenigen auS Eurer Mitte, deren Beispiel Euch au die Väter erinnert, welche der Kirche Stolz und des Landes Mark waren. (Schluß folgt,) Nordamerika. Die Nuudreife des apostolischen Nuntius, Erzbischofs Mous. Bedini, während der Monate August und September in den »vrdamerikanischcn Btsitzungen Großbritanniens hat der Bevölkerung Kanadas zu den freudigsten, vom wärmsten GlaubcnSciscr erfüllte» Demonstrationen Anlaß gegeben. Aller Orten wurde der Rcpräsculant des heuigen VatcrS mit ehrfurchtsvoller und doch enthusiastischer Zuvorkommenheit empfangen unv die Blätter „Montreals", „Q-mbecö" ?c., füllen ihre Spalten mit Schilderungen dieser EmpfaugSfeicrlichkeilcn So waren in Quebec, bei dem ersten Lever deö Kirchensürstcn, der bei diesem Anlasse nebst dem reich in Diamanten gefaßten Kreuze - eine österreichische Ordensdekoration trug, die vornehmsten Prälaten Kanadas, zu denen sich der hochwürdigste Erzbischof von New-York, Monsignor Huzhö, gesellt halte und die Notabilitäten der Stavt anwesend. Monsignor Bedini sagte bei diesem Anlasse, daß er sich durch den Empfang, der ihm in Quebec zu Theil geworden, ungemein geschmeichelt fühle, daß er innigst gerührt sey, in einer so großen Entfernung jenseits der Meere ein so wahrhast katholisches Volk und so wahrhaft katholische Gesittung zu fittdeu; es gereiche ihm zu großer Freudigkeit und wahrhaftem Troste, die angesehensten Bürger der Stadt versammelt zu sehen und ihnen ausdrücken zu können, wie dankbar er für die ihm erwiesene Aufmerksamkeit sey; eS mache ihn gewissermaßen stolz, der erste Repräsentant deö heilige» Stuhles zu seyn, der je Kanada besucht habe und nie werde er das daselbst Beobachtete vergessen können; eS sey ihm ein sicheres Unterpfand, daß die Kanadier sich stets der Justiintionen würdig erweisen würden, aus denen ihr Glück beruhe. Nachdem der hochwürdigste Erzbischos von Quebec in entsprechender Weise geantwortet halte, knieete die Versammlung nieder, um den apostolischen Segen zu empfangen. In der Entgegnung auf die Ansprache des Herrn Eauchon, eines Journalisten, der im Namen der Katholiken Quebecs daö Wort ergriff, um den freudigen, durch die Anwesenheit eines Repräsentanten deS heiligen Vaters hcivorgerufcnen Empfindungen den gebührenden Ausdruck zu verleihe» und einiger Spaltungen zu erwähnen, die sich in jüngster Zeit im Schooße der verschiedenen Eonfessionen angehörenden Bevölkerung ergeben halten, bemerkte der Kirchenfürst, daß Katholiken in socialen Beziehungen eS ihren Brüdern an Duldung unv christlicher Liebe stets zuvor thun müßten, um sie so möglicherweise wieder leichter in den Schooß der heiligen Kirche zurückzuführen. Im Dogma aber sey die Kirche intolerant und werde es stets seyn. Ihre 359 Lehre habe sich in allen Zeitaltern bewährt. Die Anhänglichkeit eines Repräsentanten der Presse an den heiligen Stuhl sey anerkennenswert!). Die Presse sey ein mächtiger Hebel und könne unter gehöriger Leitung des Guten Vieles stiften. In gleicher Weise wurde die Anwesenheit deS hochwürdigsten Prälaten in Montreal gefeiert; die katholische Bevölkerung daselbst überreichte ihm unter anderm eine Adresse, in der sie ihre Anhänglichkeit an die Kirche im Allgemeinen und ihre warme Anerkennung der großen Verdienste des päpstlichen Nuntius insbesondere auSsprach. Ju dem Dorfe Lougueuil, wo die Anwesenheit deS Monsignor Bedini einem jungen Mädchen Anlaß zur Rückkehr in den Schooß der katholischen Kirche gab, hatte Dr. Davignon, Maire des Ortes, nachstehende Ansprache an den Repräsentanten deS heiligen Vaters gerichtet: „An Se. Erc. Monsignor Gaetano Bedini, Erzbischof von Theben, apostolischen Nuntius in Brasiliien, außerordentlichen Gesandten an die Regierung der Vereinigten Staaten :c. ?c. :c. Monsignor! Die Kunde JhreS Besuches hat uns mit der Empfindung wahrhaft en Glückes erfüllt. Wir sind stolz darauf, den ersten Gesandten Seiner Heiligkeit, der je Kanada besucht hat, einige Augenblicke lang in unserer Mitte zu besitzen. Wir bringen Ihnen dafür unsern aufrichtigsten Dank dar uad betrachten den heutigen Tag als einen der glücklichsten, den nnS die göttliche Vorsehung jemals gewährt hat. Ihr Besuch ist uns eine verjüngende Quelle, in welcher unsere unverletzliche Anhänglichkeit an den Glauben, den wir als das kostbarste Erbtheil unserer Väter bewahren, nenervingS erstarken wird. Indem wir Ihnen unsere Ehrfurcht bezeugen, glauben wir fast, sie Sr. Heiligkeit selbst kund zu geben. Wenn Sie nach Erfüllung der hohen Mission, der wir die Ehre Ihres Besuches verdanken, zu Sr, Heiligkeit zurückkehren,-so sagen Sie dem heiligen Vater gütigst, Sie hätten in Kanada eine kleine, in Mitte der Wälder fast Verlorne, aber ihm sehr ergebene Schaar seiner zahlreichen Kinoer gesehen. Diese Kinder hatten Theilnahme für die Schmerzen, mit denen die jüngsten Jahre ihn überhäuften, sie haben heiße Gebete für ihn zum Allmächtigen emporgescndet, und obwohl daS Unwetter noch zu drohen scheint, so haben sie doch die feste Zuversicht, ihu glorreich aus dem Kampfe hervorgehen zu sehen. Oft schon ist das Schifflein Petri vom Slurme hin und her geworfen worden und stets ist es neu gestärkt und gewissermaßen verjüngt aus dem Sturme hervorgegangen; das Ungewilter ist sein Element; der, welcher es steuert, vermag den Winden zu befehlen, daß sie ruhen, sobald es Zeit ist; demnach haben wir nichts zu fürchten, denn wir wissen, daß der Fels unerschütterlich ist, auf welchem die ewige Stadt ruht und daß alle Hindernisse jederzeit an ihm zerschellen werden. Bei der Trennung von Ihnen wünschen wir, daß der Himmel Ihnen eine glückliche Rückkehr verleihe, daß er Ihre edle Mission znr Verherrlichung der Religion und zum Wohle der Völker seguen möge." In der Entgegnung auf diese Adresse bemerkte der päpstliche Nuntius, wie tief er es empfinde, in so feierlicher Weise empfangen worden zu seyn, wie sehr er wünsche, den heiligen Vater baldigst von den so entsprechen» ausgedrückten Gefühlen der Bevölkerung LvngueuilS in Kenntniß setzen zu können; es seyen diese Gefühle ein Beweis mehr für den ausgezeichnet katholischen Charakter der Kanadischen Bevölkerung. So wie in den genannten Orten, so hatten auch in Saint Vincent dc Paul, iu Sault au Röcolet, Sault Saint Louis und Bytown die Municipalitäten sowohl, als die von ihnen repräseniirten Bevölkerungen das Aeußerste gethan, um den Nuntius mit ehrenden Demonstrationen aller Art aufS Feierlichste zu empfangen. Eben so war zu gleichem Zwecke in Saint-Hyacinthe Alles aufgeboten worden. Aus dem Wege, den Monsignor Bedini von der Eisenbahn, wo ihn die geistlichen und weltlichen Würdenträger des OrteS empfangen hatten, bis zur Kirche zurücklegen mußte, kniete eine unabsehbare Menge Landvolkes, um den apostolischen Segen zu empfangen. 360 Das neue Kollegium deS OrteS sollte an diesem Tage (8. September) inaugun'rt und drei Geistlichen die priesterliche Weihe ertheilt werden. Alle D'öcesen Kanadas waren bei der Ertheilnng, die Se. Erc. der Herr NnntinS selbst vornahm, repräsentirt, und nie zuvor hatte man je Gelegenbeir gehabt, in Kanada eine so große Anzahl von Priestern vereinigt zu sehen. Nachdem der hochwiirdigstc Bischof von Samt Hyacinthe die hohe Bedeutung des TageS in würdevoller Weise beleuchtet und den NnntinS um den apostolischen Segen für die Diöcese und das gesammte Kanada gebeten hatte, entgegnete dieser unter anderm Folgendes: „Ich kann Euch sagen, geliebte Brüder, daß Euer Land, nach dem. was ich in Kanada gesehen, kein anderes Land aus Erden zu beneiden nöthig hat, und ich finde keine Worte, um die Freude auszudrücken, die mir ein so wohlwollender Empfang in solcher Ferne von meinem Vaterlande verursacht. Deutlich ist hieraus ersichtlich, daß Ihr den eigentlichen Geist des Katholicismus begriffen habt, veralte seine Angehörigen in Banden vereint, welche die Entfernung weder zu zerreißen, noch zu schwächen vermag. Trennt uuS die Entfernung, so sind wir doch durch Gemü h und Gesinnung vereinigt. Eure Ehrfurcht vor den Autoritäten der Kirche ist serner ein Beweis, daß Ihr Eure Gedanken und Eure Anhänglichkeit aus das eigentliche Centrum deS Glaubens nnd wahren Glückes zu übertrage» versteht. Ich weiß Euch Dank für den vorzugsweise katholischen Geist, der euch hier vereint. Wie glücklich wird der heil. Vater seyn, wenn er Eure Anhänglichkeil für ihn und die katholische Einheit erfährt! Nie werde ich meiue Reise durch Kanada vergessen. So unwürdig ich auch bin, Seine Heiligkeit hier zn repräsentiren, so hat man doch in allen Gegenden des Landes ge- weitcifert, mich mit Eifer und Ehrfurcht zn empfangen. Ueberall habe ich Eure Bevölkerung, Euern Klerus, Eure Kinder, Eure anerkennenswerthen zahlreichen Institute für Erziehung und Wohlthätigkeit gesegnet." Eine Rede deS hochwürdigen Vorstandes deö neue» Collegiums, des Herrn Raymond, wurde von Monsignor Bedini mit wahrhast apostolischer Bereotsamkeit dahin erwiedert, daß jede sociale Ordnung ihren Ursprung einzig und allein in religiösen Ideen habe, daß daS Glück der einzelnen Individuen wie das der Völker von Goti komme, daß jeder Versuch, diese ewigen Gesetze der menschlichen Gesellschaften.umzustürzen, nnr zur Anarchie, zum Elend, zur Entwürdigung führen müsse; aller Fortschritt sey in Gott nnd ohne ihn kehre man zur Barbarei zurück. Der Maire des Ortes überreichte Sr. Erc. eine Adresse, die in gleich erhebender Weise erwiedert wurde. Se. Erc. brachten einige Tage in Sainr Hyacinthe zu, um sich sodann über Porlland und Boston nach New-Aork zu begeben. T r i e n t. Trient, 2V. Okt. Gegen Ende vorigen Monats kam der edle Priester, Don Nicolo Olivieri, von Genua nach Trient, und ließ bei den hiesigen Nonnen zwei Neger-Mädchen zur Erziehung zurück. Er hatte sie auf den, Sclavenmarkte zu Cairo gekauft nnd ihnen die Freiheit geschenkt; und da er dann, für ihre Unterbringung und Erziehung besorgt, bei der Nächstenliebe anklopfte, nm einen passenden Ort für sie zu finden, wurde ihm in Tri»nt willig aufgethan. Von der Herkunst dieser Mädchen wußte der edle Mann weiter nichts, alö daß Beide in einem Alter von beiläufig acht Jahren stehen, und aus den» Innern Afrikas auf deu Sclavenmarkt zu Cairo gebracht worden seyen. Das eine derselben heißt Ahua, das andere Assa; beide sind schwarz und ächte Kinder des noch nncivilisitten Afrikas, wie manche Züge in ihrem Benehmen sattsam darthun. (Kath. Bl, a. Tirol.) Verantwortlicher Redacteur: L Schönchen. Verlags-Inhaber: F. E. Kremer.