Dreizehnter Jahrgang. Sonntags-Beiblatt zur Augsburger Pojizeitung. 4. December M- ^S. , 1853 Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Tonntage» Der halbjährige Abonnemcntsvreis Äuvenir äes rscits eontemporaing. (Fortsetzung.) Herr Asnorez wiederholte uns die Worte Hermanns zwar nur so, wie sie ihm noch erinnerlich waren, bemerkte uns aber, daß seine Erzählung wohl vielleicht hin und wieder einige Unrichtigkeiten enthalten möge; daß''aber, im Ganzen genommen, Alles seine Richtigkeit habe, und mit der Mittheilung, die ihm gemacht wurde, übereinstimme. Uebrigens versicherte er uns, und noch mehrere andere Personen bestätigten es, daß bald nach dieser Unterredung Herrmann seine Schuld bei seinem Professor abtrug, so wie er auch seine übrigen Gläubiger befriedigte. Es stellt sich klar heraus, daß gerade in dem Augenblicke, wo die Welt alle möglichen Begünstigungen und Lockungen ihm bot, Gott ihm die Kraft ertheilte, dieselben mit Verachtung zurückzuweisen. Trotz der Revolution von 1843, die so viele Künstler brodlos machte, konnte in demselben Jahre Hermann 25—30,000 Frs. Schulden abtragen. „Freilich", schrieb er uuS eines TageS, „ist eS also. Am ersten Jänner ersuchte ich den heiligen Joseph, meine Schulden zu bezahlen." Wir wollen aber der Geschichte nicht vorgreifen, und den Faden bei dem Zeitpuncte wieder aufnehmen, wo wir ihn ließen. Wir theilen nachstehend einen Auszug aus einem Briefe mit, den er zu jener Zeit an den Pater Maria Alphonso RatiSbonne schrieb, auf die Gefahr hin, uns einiger Wiederholungen schuldig zu machen. „An einem Freitage im Mai 1347", schrieb er ihm, „ließ mich der Fürst von der Moskowa ersuchen, an seiner Stelle die Leitung eines Musikchors von Dilettanten in der Kirche von St. Valere zu übernehmen. . . . Während des Segens empfand ich zum ersten Male eine sehr lebhafte Anregung, die ich nicht zu beschreiben vermag. Den folgenden Freitag bemächtigte sich diese Anregung meiner noch weit stärker; ich hatte die Empfindung, als zöge ein schwell Gewicht meinen Körper nach abwärts, meine Kniee beugten sich, ja, es zog mich ganz zur Erde hin wider meinen Willen." Einige Zeit nachher äußerte er sich gegen denselben folgendermaßen: „Ich hatte Gelegenheit, die Frau Herzogin von Nanzau zu sprechen; ich äußerte ihr den Wunsch, mich mit einem Priester zu besprechen über die Unruhe, die meinen Geist unaufhörlich quälet seit jenem außerordentlichen Ereignisse. — Bis dahin waren die Geistlichen in meinem Sinne eine Art Ungethüme, denen man ausweichen müsse; ich begreife nicht, welche unwiderstehliche Macht mich antrieb, nun einen Geistlichen aufzusuchen. Der Böse war demnach noch nicht überwunden. Die Concerte, die Lustpartieen, die Festgelage nahmen mich immer noch stark in Anspruch; ich vermochte nicht zu wider- 390 stehen, — Ich hatte endlich eine Unterredung mit dem Herrn Abb6 Legrand, dem jetzigen Pfarrer zu St, Germain l'Aurerrois, Ich erzählte ihm, was mir begegnet war; eS schien ihn zu interessircn; er gab mir Lhomands