Nro. I. Dienſtag, den 1. Jan. Anno 1822. AugsburgiſcheOrdnariPoſtzeitung Von Staats, gelehrten, hiſtoriſch⸗ u oͤkonomiſchen Neuigkeiten. Mit allerhoͤchſten Privilegien. Redakteur: E. Frhr. v. Seida. Gedruckt u. verlegt von Joſeph Anton Moy, wohnhaft auf dem obern Graben in dem ſogenannten Schneidhaus. Zum neuen Jahre. Man wünſcht ein gluͤcklich neues Jahr, Doch tobt und preiſt man immerdar Die alte Zeit, Da Redlichkeit Noch gång und gåbe war, So ehrt und uͤbet Redlichkeit, Und ſchaffet aus der alten Zeit Ein gluͤcklich neues Jahr. BonorVM ConCorDlâ AVgVstae saLVs fLorebIt. Conrector Hoͤlzl. Wien den 27 Dez. Direkte und zuverlaͤßige Nachrichten aus Teheran vom 19 Okt haben die Versſicherung gebracht, daß der Krieg mit Persien entweder bereits beendigt iſt, oder in Kurzem aufhoͤren wird Man war am Hofe zu Teheran bloß von dem Einfalle des Prinzen Mohammed Ali Mirſa in das Paſchalik von Bagdad unterrichtet wozu man jedoch keinen Befehl gegeben zu haben bebauptete, und der morgens ohne Erfolg geblieben iſt. Dagegen wollte man nichts von Kriegsoperationen am obern Euphrat wiſſen, und verſicherte, daß, wenn in Armenien Feindſeligkeiren Statt gehabt haben follten, ſolche bloß die Sache der immer zu Krieg und Raub bereiten Kurden ſeyn koͤnnten. Gewiß iſt es, daß der Schah von Perſien aufs Beſtimmteſte erflårt hat, es ſey keineswegs ſeine Abſicht, einen Krieg mit der Pforte anzufangen, und daß dem Prinzen gemeſſenſt unterſagt worden ſey, ſich Feindſeligkeiten gegen die tuͤrkiſchen Provinzen zu erlauben Es iſt nun zu erwarten ob auf dieſe Nachrichten die Pforte ihre gegen Perſien erlaſſene Kriegserklaͤrung zuruͤck nehmen wird. Von der Kuͤſte des Mittelmeers den 16 Dez. Handelsberichte aus der Inſel Scio werden die daſelbſt erfolgte Ankunft von Getreideſchiffen aus dem ſchwarzen Meere gleichfalls waren andere Schiffe des Archipelagus von dort aus verproviantirt worden Auch zu uns gelangen noch ruſfiſche Schiffe aus Odeſſa oder weſteuropaͤiſche Schiffe die aus dem ſchwarzen Meere kommen Durch dieſe hat man Berichte über die Vermehrung der ruſſiſchen Truppen bey Tiflis wo ſich eine ſtarke Armee verſammeln ſoll, um, wie man vermuthet, nach Kleinafien vorzubringen ſobald der Krieg zwiſchen Rußland und der Pforte erklaͤrt ſeyn wird als woran Niemand zweifelt. Auf den griechiſchen Inſeln ruͤſtet man ſich zur kraftvollen Fortſetzung des begonnenen Kampfs; die Griechen ſind wieder vollkommen Meiſter im Archipelagus. Sie beſchaͤfftigen ſich jetzt ganz beſonders mit Verſtärkung ihrer Marine. Trieſt, den 24. Dez. Heute lief hier ein Schiff ein, das Smyrna erſt vor 14 Tagen verlaſſen hat. Nach Verſicherung des Kapitaͤns war daſelbſt die Ruhe vollkommen hergeſtellt, ſo daß der Markt und alle Buden wieder offen standen. Die europaͤischen Konsuln hatten dem Paſcha zugeredet; und diſer haͤlt nun mit ſeinen Soldaten ſtrenge Ordnung. Es war Feuer im Quartiewer Franken ausgebrochen; man fuͤrchtete ſich waͤhrend deſſelben ſehr vor dem tuͤrkſchen Poͤbel. Aber der Paſcha hielt denſelben im Zaum, und die franzoͤſiſche Faͤhre durfte Leute an's Land bringen um das Feuer zu loͤſchen. Aus Konſtantinopel haben wir Nachrichten, die nur 11 Tage alt ſind. Es iſt daſelbſt alles ruhig. Von der Donau, den 24. Dez. Zuverſichtliche Nachrichten aus Widdin bis zum 9. dieß erwaͤhnen nur wenig des viel besprochenen ſerbischen Aufſtandes, dagegen hat der Kapidſchi Baſchi von Salonichi dem Pascha von Widdin die Nachricht von der Vernichtung der griechischen Inſurgentenmacht auf Kaſſandra nach einer hartnaͤckigen Schlacht die 14 Stunden dauerte, und worinn die Griechen uͤber 6000 Mann verloren, amtlich berichtet. Zahlreiche Abtheilungen von Griechen legten, nach diesem tuͤrkischen Berichte, die Waffen nieder, andere fluͤchteten sich auf hydriotische Schiffe, die fortwaͤhrd die Meere der Umgegend unſicher machen. Die Letztern hatten mehrere Landungen an den Kuͤſten unternomnen, kleine Staͤdte und Doͤrfer zerſtoͤrt und Aufrufe ausgestreut. Der Pascha hat bereits Maaßregeln getroffen, diesem Unfug ein Ende zu machen; 22,000 Asiaten ſind von ihm zur Verstaͤrkung Churſid Paſcha's detaſchirt worden. Die Tuͤrken schmeicheln sich, die Belagerung des Kastells von Janina werde durch einen allgemeinen Sturm, dessen Erfolg kaum zweifelhaft iſt, enden. Bozen, den 24 Dez. Heute Fruͤh zwiſchen 6 und 7 Uhr ereignete sich auf einem Bauernhofe zu Guntſchn bey Gries, naͤchſt Botzen, ein in dieſer Gegend noch unerhoͤrter Ungluͤcksfall. Eine über beſagtem Bauernhofe gelegene betraͤchtliche Wieſe durch das kuͤrzlich eingetretene Schnee= und Regenwetter los gemacht, stuͤrzte ſich ploͤtzlich, die groͤßten Felſenſtuͤcke mitreißend unaufhaltſam auf das Haus deſſelben herab, und zertruͤmmerte deſſen ganzen hintern Theil bis auf den Grund. Der Familienvater nebſt ſeinen kleinen Kindern retteten sich mit großer Anstrengung und Geistesgegenwart von der augenſcheinlichen Todesgefahr Sein braves wirthſchaftliches Weib wurde waͤhrend des Beheizens der Stube durch obige fuͤrchterliche Lavine dergestalt bedeckt, daß, trotz aller zu ihrer Rettung getroffenen Anſtalten die Arbeiter noch nicht die geringſte Spur von der Verungluͤckten ausfindig machen konnten. Es drohen dem Anſcheine nach noch mehrere Felſen herabzustuͤrzen. Madrid, den 11 Dez. Wir ſind hier fortwaͤhrend in großen Beſorgniſſen. Der Bericht der Kommiſſion der Cortes hat keine Partey befriedigt Die eine iſt wuͤthend daß man die Ausſchweifungen des Hypor-Liberalismus zu tadeln gewagt hat, und die andere hofft wenig von der einfachen Erklaͤrung einer Verſammlung, die das Anſehen nicht genießt das ſie haben ſollte, und in wenigen Tagen auseinander gehen wird, um, wie die neueſten Wahlen vermuthen laſſen, gerade den exaltirteſten Koͤpfen Platz zu machen. Die Beſorgniß des rechtlichen Bürgers ſieht ſchon in der Ruͤckkehr des Koͤnigs vom Eskurial den Zug Ludwigs XVI von Verſailles nach Paris und fluͤchtete bereits zu dem leidigen Troſtgrunde gezwungen daß das Palais welches der Koͤnig jetzt zu seiner Wohnung gewaͤhlt hat feſt genug iſt den Anfaͤllen eines irregeleiteten Poͤbels zu widerstehen Es liegt beynahe am Ende der Stadt auf einer ſteilen Höhe zu der man nur von der Stadtſeite her gelangen kann Die Mauern haben 14 Fuß Dicke und die Thore ſind von Erz Unterirdiſche Gewoͤlbe und Gaͤnge reichen bis an den Manzanares hinab und haben mehrere Ausgaͤnge in das freye Feld von denen einer nach Caſa del Campo fuͤhrt dem Landſitze des Koͤnigs jenſeits des Fluſſes deſſen Park mit dem koͤnigl Walde von Pardo zusammen haͤngt der ſich bis an den Fuß der Guadarama-Gebirge erstreckt. die zur Zeit der franzoͤſiſchen Invaſion den wackern Guerillas ſichere nie eutdeckte Freyſtaͤtten boten. Paris, den 22. Dez. Die Beſtandtheile des neuen Miniſteriums befriedigen beynahe alle Erwartungen des ſtrengſten Ultra⸗Royalismus, aber nicht der Mehrheit der Franzoſen. Man urtheilt insgemein uͤber die politiſchen Faͤhigkeiten der neuen Miniſter nicht beſonders guͤnſtig. Die Ernennung einiger von ihnen hat ſogar das große Publikum auffallend gefunden. So fragt man ſich beſfonders, welche Anſpruͤche Herr Peyronnet auf eine Miniſterſtelle gehabt habe. Manche behaupten, daß Herr de Serre, der ſich in ſeiner Stelle gern vermißt ſehen moͤchte, dieſen Kandidaten zum Juſtizminiſter vorgeſchlagen habe. Man iſt der Meynung, daß die Liſte des neuen Miniſteriums bey Hof gefertigt worden ſey. Man ſchreibt ſie beſonders den Herrn von Duras, Damas⸗Crux und Alexis de Noailles zu. Der Koͤnig ſoll dem Andrang dieſer Partey nur mit Widerwillen und zoͤgernd nachgegeben haben. Man erzaͤhlt ſich, daß neulich Se. Majeſtaͤt, auf dieſe Ihre perſoͤnliche Geſinnung anſpielend, ſcherzweiſe ſagte: „Es freut mich, nun doch zu ſehen, wie man nach meinem Tode regieren wird.“ Nach der Natur der repraͤſentativen Regierungsform fuͤhrt ein Miniſterwechſel immer den Wechſel des Regierungsſyſtems mit ſich. Eine Folge davon iſt die Abſetzung vieler alter Beamten, die dem neuen Syſtem nicht zuſagen. Ueber das politiſche Syſtem des neuen Miniſteriums laͤßt ſich noch nicht viel ſagen. Darinn, daß es den Entwurf des neuen Zenſurgeſetzes zuruͤck nahm, hat es konſequent gehandelt. Es verſpricht dem Buchſtaben und Geiſt der Charte gemaͤß volle Preßfreyheit. Dagegen will es die Zeitungen mehreren Formalitaͤten unterwerfen. Man hat die Sitzungen der Kammer auf einige Tage eingeſtellt, damit das Miniſterium ſich zuvor orientiren, und einen Ueberblick uͤber ſeine politiſche Stellung erhalten kann. — Hier einige Notizen uͤber die neuen Miniſter. Die Herren von Villele und Corbieres werden zwar fuͤr geſcheute und biedere Maͤnner, aber fuͤr keine umfaſſende Koͤpfe gehalten. Dem Heern v. Villele ſchreibt man eine ins Kleine hinaus laufende Zirkonſpektion zu, die eben keine wahre Umſicht ſey, ſondern der Zaghaftigkeit verwandt ſcheine; den Herrn v. Corbieres wirft man einen etwas einfeitigen Eifer vor. So viel iſt gewiß, daß Villele praktiſchen Verſtand in nicht gemeinem Grade beſitzt, daß er vielleicht einen noch tuͤchtigern Miniſter des Innern als der Finanzen abgeben wuͤrde. Corbieres hat rhetoriſche Schaͤrfe, Ironie und Klugheit auf der Tribune; doch beſitzt keiner von Beyden eigentliche Rednergaben. Herr Peyronnet iſt ein Mann des rechten Zentrums, mit ſtarker Annaͤherung an die royaliſtiſche Rechte gewoͤhnlichen Schlages. Graf Clermont Tonnere, der Marineminiſter, gehoͤrt zur Partey der Kardinaliſten in der Pairskammer, die alle im rechten Zentrum ſitzen. Er iſt in der politechniſchen Schule gebildet, ein kluger, gemaͤßigter und biederer Mann, ob er politiſchen Takt beſitzt, iſt gaͤnzlich unbekannt. Marſchall Viktor erſetzt vollkommen Herrn v. Latour-Maubourg, und Herr von Latour⸗Maubourg wuͤrde vollkommen den Marſchall Viktor erſetzen. Beyde ſind uͤbrigens redliche Royaliſten. Der Vicomte Montmorency iſt ein Zoͤgling des Abbe Syes, und wurde von ſeinem Lehrer in die erſten Orgien der Revolution hinabgeriſſen; er beſann ſich aber ſpaͤter, beurkundete auf alle Weiſe feine Reue, beobachtete waͤhrend ſeiner Emigration, und unter Bonapartes Regierung — unter die er ſich niemals gebogen, — ein edles Betragen, und war außerdem noch bekannt als genauer Freund der Frau v. Stael, und ihrer Freundin Frau v. Recamier. Seit 1814 war Herr v. Montmorency in allen royaliſtiſchen Bewegungen der Kammern innig verflochten. Er iſt ein ſehr religioͤſer und wohlthaͤtiger Mann, und hat in mehreren Reden und Berichten gezeigt, daß es ihm an Verſtand nicht mangelt, und daß er auch einige eigene Ideen beſitzt, London, den 19. Dez. Der Koͤnig will das Parlament in Perſon eroͤffnen, und es werden bereits Vorbereitungen zu dieſer Situng getroſſen, welche beſonders feyerlich und glaͤn zend werden ſoll, weil ſie die erſte iſt, in welcher der Koͤnig ſeit ſeiner Kroͤnung erſcheint. Man verſichert wiederholt, daß die Partey Greenville naͤchſtens in das Miniſterium kommen waͤrde. Here Goulbourn iſt am 14. dieß in Dublin augekommen. Die Yeomanry (die freywillige Buͤrger⸗Kaballerie) iſt bereits in einigen Diſtrikten Irlands in voller Thaͤtigkeit, und hat auf ihren naͤchtlichen Streifereyen einige Waffenvorraͤthe der Aufruͤhrer entdeckt und weggenommen. Bruͤſſel, den 24. Dez. Man ſchreibt von der franzoͤſifchen Graͤnze, daß ſich allda das Geruͤcht beſtimmter als je verbreitet, daß ein ziemlich zahlreiches Truppenkorps, aus allen Feſtungen der Nordgraͤnze gezogen, unverzuͤglich marſchfertig gemacht wird, um ſich an die Pyrnaͤen zu begeben — Die Frau Graͤfin von Gothland(Koͤnigin von Schweden) iſt hier eingetroffen. Leipzig, den 24. Dez. Ein neues Geruͤcht ſagt, die Ruſſen haͤtten die Tuͤrken geſchlagen, ob es wahr iſt, wird die Zeit lehren; doch ſind mehrere der Meynung, daß zu Ende des vorigen Monats wichtige Ereigniſſe in Konſtantinopel Statt gefunden haben.— Den 21. dieß giengen bald hinter einander, von Paris kommend, ein ruſſiſcher und ein preußiſcher Kurier hier durch. — Es hat ſich ſchon eine anſehnliche Anzahl Verkaͤufer hier zur naͤchſten Meſſe eingefunden. Gebe nur der Himmel, daß beſſeres Wetter werde! Die Wege werden an manchen Stellen faſt unfahbar. Kurzgefaßte Nachricht. Demoiiſelle Karoline Schleicher, Virtuoſin auf dem Klarinett und der Violin, wird morgen, den 2. Januar, ein großes Vokal⸗ und Inſtrumentalkonzert geben. Die Bewunderung, welche ihr ſchoͤnes Kunſttalent erſt neuerlich in Speyer, Maynz, Darmſtadt, Mannheim und Wuͤrzburg erregte, und die lieblichen, netten und feinen Toͤne, die ihrem Hauptinſtrumente entquellen, verbuͤrgen dem Kreiſe ihrer Zuhoͤrer und Zuhoͤrerinnen einen entzuͤckenden muſikaliſchen Abend. Bey der heute den 29. Dez. zu Nuͤrnberg vorgenommenen 120ten Ziehung ſind folgende Numern heraus gekommen, als: 58. 81.. 63. 8. 14. Die naͤchſte 121te Ziehung geſchieht den 29. Jan., und inzwiſchen die 1161te Muͤnchener Ziehung den 8. Jan. und die 782te Regensburger Ziehung den 17. Jan. wovon der Schluß jeder Ziehung bey ſaͤmmtlichen koͤn. baier. Lottoeinnehmern allhier zu Augsburg den Tag zuvor iſt. (Bekanntmachung.) Da nach erfolgter hoͤchſter Genehmigung ſtatt der bisherigen 4 Viehmaͤrkte fuͤr die Folge 12 abgehalten werden daͤrfen, ſo wird hiemit bekannt gemacht, daß von nun an jedesmal am erſten Donnerstag im jeden Monate in Wemding Viehmarkt gehalten, und Donnerstag den 3. Januar 1822 damit der Anfang gemacht werden wird. (Nur im Falle, wenn am Donnerstag Feyertag ſeyn ſollte, ſo wird der Viehmarkt jedesmal am Mittwoch zuvor abgehalten.) Wemding, den 28. Dez. 1821. Der Magiſtrat der koͤn. Stadt Wemding. Muͤller, Stadtſchreiber. Unterzeichne er hat eine Parthie von 11 oder 12 Zentner flamming'ſche LammWolle worunter ſich auch viele Baſtart⸗Lammwolle befindet, gegen baare Bezahlung zu billigem Preiſe zu verkaufen. Joſeph Matthias Oßwald, Lodweber, Lit. H. Nro. 334. (Aufkuͤndigung.)) Unterzeichneter verkauft aus freyer Hand ſeine eigenthuͤmliche Behauſung ſammt Garten, dann einer realen Tuch⸗, Eiſen⸗, Leder⸗, Spezerey⸗ nnd Material⸗langen und kurzen Schnitt⸗Waaren⸗Handlung, ferners einer großen und kleinen Fraguerey. Aloys Hofer, buͤrgerl. Handelsmann in Neumarkt an der Rott Landgerichts Muͤhldorf. Es iſt eine ſhoͤne Wohnung zu vermiethen, und in Lit. E. Nro 48 zu erfragen; ſie kann ſogleich oder bis Georgi bezogen werden. Nro. 2. Mittwoch, den 2. Jan. Anno 1822. AugsburgiſcheOrdinarPoſtzeitung Von Staats, gelehrten, hiſtoriſch⸗ u oͤkonomiſchen Neuigkeiten. Mit allerhoͤchſten Privilegien. Redakteur: E. Frhr. v. Seida. Gedruckt u. verlegt von Joſeph Anton Moy, wohnhaft auf dem obern Graben in dem ſogenannten Schneidhaus. Wien, den 27. Dez. Der heutige oͤſterr. Beobachter enthaͤlt Folgendes Berichte aus Konſtantinopel vom 8. Dez., in welchen weder von Janitſcharen⸗​Aufſtaͤnden, noch von ſonſtigen Stoͤrungen der oͤffentlichen Ruhe die Rede iſt, enthalten unter Andern folgende Neuigkeiten: Die von der kaiſerl, oͤſterreichiſchen und der koͤnigl. großbrittanniſchen Geſandtſchaft, in Betreff verſchiedener, von fanatiſchen Individuen veruͤbten Exzeſſe, an die Pforte gerichteten nachdruͤcklichen Vorſtellungen, haben ihren Endzweck nicht verfehlt. Ein Regierungsbefehl, der die groͤßte Strenge gegen alle Vergehungen dieſer Art vorſchreibt, iſt am 30. Novb. oͤffentlich bekannt gemacht worden. Im Eingange dieſes Befehls heißt es: Die Treuloſigkeit der von der griechiſchen Nation angezettelten verraͤtheriſchen Empoͤrung hat alle Muſelmaͤnner, groß und klein, vereint, um einmuͤthig zu den Waffen zu greifen, und eine kriegeriſche Stellung anzunehmen. Es liegt aber der Regierung nur allein ob, jene der aufruͤhreriſchen Raajas zu beſtrafen, welche wirklich des Hochverraths ſchuldig ſind; dieß geſchieht auch mit Eifer und Sorgfalt, wenn ihr die des Verbrechens Ueberwieſenen in die Haͤnde fallen.— Die Abſetzung des vorigen Reis⸗Effendi hatte einige Stockung in die diplomatiſchen Verhandlungen gebracht; in den letzten Wochen haben aber verſchiedene Konferenzen mit den auswaͤrtigen Geſandten Statt gehabt, welchen der jetzige Reis⸗Effendi, der Kadiascar von Rumelien, und Ganib Effendi, einer der erfahrenſten tuͤrkiſchen Geſchaͤfftsmaͤnner, der das Amt des ReisEffendi bis zum Ausbruch der griechiſchen Rebellion verwaltet hatte, beywohnten. Trieſt, den 24. Dez. Ueber die vorgefallenen Graͤuelſcenen in Smyrna ſind ſchauderhafte Berichte in Umlauf. Die fanatiſchen Tuͤrken mordeten ohne Unterſchied alle Chriſten, die ihnen im erſten Anlauf vor den Saͤbel kamen. Die Metzeleyen dauerten vom 20. bis 28. Nov. ununterbrochen fort. Vielen Unwillen erregte das Benehmen der Englaͤnder. Als die ungluͤcklichen Chriſten ſich in Boͤten auf die Schiffe im Haven zu retten anfiengen, zog ſich das engliſche Geſchwader auf die hohe See zuruͤck; wie man behauptete, um es mit ſeinen guten Freunden, den Tuͤrken, nicht zu verderben. Deſto menſchlicher und edler handelten die Franzoſen und Oeſterreicher. Unſere Fregatte Leipzig war ganz mit unglüuͤcklichen Griechen angefuͤllt, die dem Schwerte der Tuͤrken hatten entrinnen koͤnnen. Ein ſehr unverbuͤrgtes Geruͤcht aus Corfu laͤßt den, zum Befehlshaber von Tripoliza ernannten Sir Thomas Gotdon am Gifte ſterben, das ihm von feindlicher Hand zubereitet worden ſey. ​​Marſeille, den 20. Dez. Handelsberichte von verſchiedenen Punkten melden gleichzeitig, daß die Stadt Patras von den Griechen mit ſtuͤrmender Hand genommen worden ſey, wobey die aus 3000 Mann beſtehende Beſatzung uͤber die Klinge ſpringen mußte. Aus Livorno meldet man, daß dort bereits 800 (iſt wohl uͤbertrieben) Griechenfreunde nach Morea eingeſchifft worden ſeyen. Die dortigen griechiſchen Haͤufer thun viel fuͤr die Sache. Gaiß im Kanton Appenzell, den 25. Dez. Anſtatt einen ſtillen Feſttag feyern zu koͤnnen, arbeitet faſt jedermann mit voller Thaͤtigkeit, um zerſtoͤrte Haͤuſer und Scheunen nur einigermaſſen einſtweilen auszubeſſern. Schon einige Tage hatten wir heftigen Suͤdwind, der aber geſtern, am heil. Abend, ſich zu einem Sturmwind erhob; und vergangene Nacht wuͤthete derſelbe bis Morgens um 4 Uhr mit einer ſolchen beyſpielloſen, außerordentlichen Heftigkeit, daß die aͤlteſten Leute ſich keines aͤhnlichenzu erinnern wiſſen, es war eine Nacht des Schreckens und des Jammers. Wenige Haͤuſer dieſer großen Gemeinde ſind noch ganz unbeſchaͤdigt; die Plaͤtze vor den Haͤuſern ſind mit Ziegeln uͤberdeckt; ſehr viele ganze und halbe Daͤcher, beſonders in den Bezirken Rietle, Schachen, Rothenwies und Zwislen wurden weggeriſſen; zur Rettung ihres eigenen Lebens waren viele bedacht; Scheunen und Staͤdel ſind die Menge zerſtoͤrt, und leider traf dieſes Ungluͤck auch viele Arme; Daͤcher und Blitzableiter im Dorf ſelbſt muͤſſen alle ausgebeſſert werden; und ganze Strecken von Waldungen ſind durch des Orkans Gewalt zerſtoͤrt. So wie wir vernehmen, ſoll auch in den benachbaͤrten Gemeinden Buͤhler und Appenzell großer Schaden entſtanden ſeyn, ſo wie der Schaden in unſerer Gemeinde ſelbſt ſehr groß iſt. Zu bemerken iſt auch noch, daß der Barometer noch nie ſo tief ſtand und bis der Sturm ſich zur aͤußerſten Heftigkeit erhob, immer tiefer fiel. Das Medium deſſelben iſt ſonſt in der hieſigen Gegend gewoͤhnlich 24 Zoll und 9 Linien, da wir 2000 Fuß uͤber dem Bodenſee liegen; nun ſank aber derſelbe bis auf 23 Zoll und 10 Linien; und das Thermometer nach Reaumur zeigte 4 Grad ob dem Gefrierpunkt, heute Morgen fiel es aber unter Schneegeſtoͤber bis 2 Grad ob Glace. Wenn die eingeſtoßenen Kirchenfenſter einigermaſſen ausgebeſſert ſind, ſo halten wir, will's Gott! morgen Gottesdienſt, und ſtatt heute kuͤnftigen Sonntag Kommuniontag. Altſtaͤdten im Rheinthal, den 25. Dez. Schon Abends 6 Uhr (am 24.), als ich mich Altſtaͤdten naͤherte, hoͤrte ich die Trommel ruͤhren, als Ermahnung zu Wachſamkeit vor Feuersgefahr. Der Wind war bereits heftig, und immer heftiger ward er bis gegen 11 Uhr. Da ward er zum Orkan, vielleicht weniger fuͤrchterlich als in den weſtindiſchen Inſeln; aber, ſtaͤrker als ſeit Menſchengedenken; darum nicht minder uͤberraſchend fuͤr die Bewohner dieſer Gegend. Bis gegen 4 Uhr Morgens erfolgten Stoͤße auf Stoͤße. Die Fenſter klirrten. Auf den Gaſſen klipperte es. Ziegel wurden die Menge herunter geworfen. Die Haͤuſer wackelten. Wer im Bette war, der befand ſich darinn wie in einer Wiege. Die feſteſten Haͤuſer allein moͤgen hierinn eine Ausnahme gemacht haben. Das Getoͤſe auf den Gaſſen glich einem ſtuͤrmiſchen Anmarſch ſchwerer Reiterey. Heruntergeriſſene Bretter, Balken, geſchleuderte Steine und Ziegel quaͤlten in ihrem ſteten Fallen das matte Ohr. Schlaf zu fuchen war vergebens. Auch der Ermuͤdetſte konnte ſich deſſen nicht freuen. In allen Haͤuſern war Licht bis des Morgens. Bang erwartete Jedermann das Ende dieſer Naturgraͤuel. Der Tag, aber ein finſterer, brach an. Um 8 3ſ4 Uhr brannte man beym katholiſchen Gottesdienſte noch Lichter auf dem Chor. Ein heftiger Regen war dem Sturme gefolgt. Das Barometer ſtand ungewoͤhnlich niedrig. Jetzt kroch jeder auf ſein Dach, und flickte die Loͤcher aus, und gluͤcklich, wer auszuflicken hat. Manchem armen Bauern ward die Decke ſeines Hauſes uͤber dem Kopfe hinweg geſchleudert. Es fehlt, wenigſtens augenblicklich, an Ziegeln. Die einzelnen Fuhren, die ich hin und wieder durch die Gaſſen wandernd erblickte, moͤgen nicht hingereicht haben. Doch dieß Alles wird weniger weh thun, als die Zerſtoͤrung in Wald und Feld. — Am ſchlimmſten traf es die Gegend von der Forſtkapelle bis hinter Eichberg. Ein Theil des feſten Daches der Kapelle ſelbſt ward abgeworfen. Starke Baͤume wurden mit den Wurzeln losgeriſſen und umgeſtuͤrtzt; aͤltere und ſchwache drehte der Sturm aus einander, wie Ruthen, in gekruͤmmte Splitter. Ein Wald, die ſchwarze Weide genannt, der Rhode Hinterforſt gehoͤrig, ſtrotzend von ſchoͤnem Bauholz, liegt groͤßtentheils zerſchinettert da. Der Windzug war von Oberried und Unter⸗Kamor her. In der Ecke vom Hinterforſt hatte der Wind freyen Tummelplatz. Weiter hinunter im Rheinthal ſoll er ſchwaͤcher geweſen ſeyn. Au mehreren Orten, ſelbſt in der Naͤhe von Altſtaͤdten wurden Scheunen ganz abgedeckt, auch umgeſtuͤrzt, und heute Abends 5 Uhr war man noch beſchaͤfftigt, die Fuͤtterung hervorzuziehen, waͤhrend anderwaͤrts arme Leute ihre Habe flüchten, um ſie in ihrem dachloſen Hauſe nicht den Regenguͤſſen auszuſetzen. Die Straße auf den Stoß konnte heute noch nicht befahren werden, denn die Baͤume lagen noch Abends quer uͤber die Straße hin. Von Oberried und den obern Gegenden des Rheinthals vernimmt man eben den Jammer. — Auf dem Zuͤrcherſee wuͤthete ſchon am 21. ein gewaltiger Sturm. Ein mit 32 Faͤßchen Brandtwein und audern fuͤr Glarus beſtimmten Waaren beladenes, von Horgen nach Staͤfa gehendes Schiff ward umgeworfen; 2 Schiſffer von Staͤfa, Schwiegervater und Tochtermann und ein Glarner von Retſtal ertranken. Die Ladung wuͤrde groͤßtentheils bey Uetikon und Maͤnidorf an's Ufer getrieben. — Vom 24. ſind aus den Gegenden von Sargans und Werdenberg und aus Graubuͤndten noch traurige Berichte zu beſorgen.— Der Orkan vom 24. hat auch in Appenzell ungeheuren Schrecken und großen Schaden berurſacht. Seit 1750 weiß man nichts Aehnliches — Noch andere Briefe vom 25. Abends aus Altſtaͤdten zeichnen das gleiche Bild der Verwuͤſtung aus der Umgegend bis Oberried, Eichberg ​​ ​ꝛc. dieſe geben den Barometerſtand auf 12 unter Null an. Gegen Mitternacht, meynen viele, Erdbeben verſpuͤrt zu haben; vielleicht haben die gewaltigen Windſtoͤße ſie getaͤuſcht. Glaubwuͤrdige verſichern, naͤchſt der Stadt (auch bey St. Gallen) feurige Meteoren geſehen zu haben. In St Gallen ſtuͤrmte es/ doch nicht außerordentlich. Augsburg, den 31. Dez. Den 28. Abends um 6 Uhr 35. Min. 32 Sek. erſchien am oͤſtlichen Himmel ꝓloͤtzlich ein heller, roͤthlicher und etwas feuriger Streif, welcher der ſcheinbaren Form dem Schweife des großen Kometen vom Jahre 1811 ſehr aͤhnlich war Die Richtung dieſes Streifes war ganz vertikal, gegen den Horizont etwas ſchmaͤler, oben aber breiter und mehr feuriger und ſtralichter. Die ſcheinbare Laͤnge betrug uͤber 15 Grad; es konnte aber die ganze Laͤnge nicht beſtimmt werden, weil der obere Theil von einer dichten Wolke bedeckt wurde, uͤber welcher noch eine duͤnnere Wolke einen hellen von dieſem Streife reflektirten Schein erhielt. Unter dieſem Streife bemerkte man am oͤſtlichen Horizont einen hellen ausgebreiteten Schein. Die ganze Erſcheinung dauerte nur gegen z 1ſ2 Minuten. Nebſt den meteoriſchen Erſcheinungen zeichnet ſich dieſer Monat auch in meteorologifſcher Hinſicht ſehr aus. Nach den Beobachtungen des Herrn Domkapitularen Stark war am 12. Dez. Mittags um 2 Uhr 26 Min. der hoͤchſte Stand des Barometers 26 Zoll 11 4ſ10 Lin. und am 25. Fruͤh 3 Uhr 42 Min. der tiefſte Stand 25 Zoll 6 1ſ10 Lin., auf welche Tiefe der Barometer ſchnell herab ſank, indem er Tags zuvor Fruͤh um 7 Uhr noch auf 26 Zoll 2 3ſ10 Lin. geſtanden. Waͤhrend dieſer ſchnellen Veraͤnderung der Elaſtizitaͤt der Luft am Barometer, nahm auch die Lockerheit der Luft am Manometer um 3 8ſ10 franzoͤſiſche Gran zu. Die ſchnelle Veraͤnderung des Barometers in dieſem Monate betrug 8 2ſ10 Linien, und die groͤßte ſehr auffallende Veraͤnderung deſſelben Zoll 5 3ſ10 Lin. Außer einigen heftigen Windſtoͤßen von Weſten bemerkte man am 25. in der hieſigen Gegend keine andere Folgen. Dagegen folgte auf den ſchnellen Barometerfall von 7 2ſ10 Line am 16. April 1817 Mittags von 31ſ4 bis 4 1ſ2 ein Gewitter mit ſehr heftigem Sturm, welcher Baͤume ausriß, Daͤcher abdeckte, und viele Verwuͤſtungen anrichtete, wie in dem meteorologifchen Jahrbuche von 1817 von dieſem Beobachter von Seite 13 bis 16 zu ſehen iſt. Die groͤßte Veraͤnderung des Barometers betrug damals 1 Zoll 3 7ſ10 Lin., und der tiefſte Barometerſtand war 25 Zoll 9 1ſ10 Lin.; folglich ſtand am verfloſſenen 25. Dez. der Barometer noch um 3 Lin. tiefer, welcher tiefe Stand in unſerer Gegend ganz ohne Beyſpiel iſt. Die groͤßte Kaͤlte in dieſem Monat war am 18. Fruͤh um Uhr 7 Min. von 5 4ſ10 Grad unter dem Gefrierpunkt am noͤrdlichen Thermometer nach Reaumur, und die groͤßte Waͤrme am 7. Mittags um 2 3ſ4 Uhr von 18 1ſ10 Grad am ſuͤdlichen Thermometer; mithin betrug die groͤßte Veraͤnderung der Temperatur 23 5f10 Grad. Obwohl der 7. der waͤrmſte Tag in dieſem Monat war, ſo betrug damals die Trockenheit der Luft am Sauſſur⸗ Hygrometer nur 26 3f10 Grad,, da hingegen am 28. Dez. Mittags um 3 Uhr die Trockenheit um 14 3ſ10 Grad mehr zunahm, wo das ſuͤdliche Thermometer 15 1ſ10 Grad Waͤrme anzeigte. Die uͤbrigen merkwuͤrdigen Natur⸗Erſcheinungen vom Inn⸗ und Auslande ſowohl von dieſem als dem verfloſſenen Jahre, werden mit allen meteoriſch⸗, meteorologiſch⸗ und aſtronomiſchen Beobachtungen in den Jahrbuͤchern 1820 und ​1821 von dieſem Beobachter ſobald moͤglich dem Drucke uͤbergeben werden, wofuͤr, des vermehrten Innhalts ungeachtet, der bisherige Subſcriptionspreis von 3 fl. zokr39 kr. bleibt. Auf dem ausgebrannten Aſchenhuͤgel des nun eingeſunkenen Jahres, nahe der Stunde, wo das neue Jahr ſeinen kommenden Tagen und Schickſalen, die es den Voͤlkern, wie den einzelnen Sterblichen zutheilt, ſeine Pforten oͤffnet, verſammelten ſich, wie in den uͤbrigen Tempeln Augsburgs, ſo auch in der Kirche zu St. Anna mehrere 100 Andaͤchtige, in welcher der geiſtberedte Pfarrer, Herr Geuder, ein ſchoͤnes, erhebendes Dankgebeth, ſo eingekleidet, als wenn es aus dem Herzen jedes einzelnen Anweſenden draͤnge, abwechſelnd mit Gefaͤngen ſprach. Sehr zu wuͤnſchen iſt, daß dieſe Stunde der Andacht gerade am letzten Abend des Jahres in allen chriſtlichen Kirchen der deutſchen Lande gefeyert werden moͤchte Der Unterzeichnete giebt ſich die Ehre, allen ſeinen hieſigen und auswaͤrtigen resp. Goͤnnern und Freunden hiemit oͤffentlich den aufrichtigſten Gluͤckwunſch zu gegenwaͤrtigem Jahreswechſel zu erſtatten, und ſich ſammt Familie in fortdauernde Gewogenheit und Freundſchaft zu empfehlen. Augsburg, den I. Jan. 1822. ​​Apotheker von Stahl ꝛc. Heute Fruͤh um 8 Uhr ſtarb am Schlagfluſſe unſer geliebter Vater Joſeph Maria Freyherr von Zech ab Harth, Pfleger von Weſtendorf und Killnthal und Major des k. b. Landwehrbataillons 3ter Klaſſe in Dilingen, im 64ſten Jahre ſeines Alters. Wir erfuͤllen hiedurch die traurige Pflicht, unfern ſchaͤtzbaren Anberwandten und Freunden von dieſem fuͤr uns ſo ſchmerzlichen Verluſte die ergebene Anzeige zu machen; indem wir uns zugleich zur Fortſetzung Ihres geneigten freundſchaftlichen Andenkens ferner empfehlen. Dilingen, den 27. Dez. 1821. Franz Joſeph Maria Freyherr v. Zech. Juliana Eleonore Marie Frey⸗ fraͤulein v. Zech: Rudolph Mar. Maria Freyberr Zech. Unterzeichnete iſt geſonnen, ihr Haus ſammt Handlungsgerechtigkeit, mit einem geraͤumigen Hof und Hausgarten, 4 Tagwerk Aenger, nebſt einem Krautſtuͤck, zu verkaufen. Kaufsluſtige koͤnnen ſich bey mir wegen des Naͤhern erkundigen. Freyſing, den 17. Dez. 1821. Walburga Viralin, Materialiſtin. Georg Michael Schneider Buͤrſtenbindersgeſell, von Augsburg gebuͤrtig wird von ſeinem Vater hiermit aufgefodert, ſich entwedet nach Haufe zu begeben, oder ſeinen gegenwaͤrtigen Aufenthaltsort anzuzeigen. Joh. Schneider Webermeiſter. (Haus⸗Verkauf⸗Ausbot unter ſehr biligen Bedingniſſen) Ein in der Vorſtadt gelegenes ganz frey ſtehendes, gut gebautes Haus mit 4 Wohnungen, alle mit ei ſernen Oefen verſehen, wobey ein Hof (worinn Obſtbaͤume) und Waſſer iſt, iſt taͤglich zu verkaufen, wovon auf Verlangen uur ein Paar 100 Gulden duͤrften ab bezah lt werd en und der Kaufſchilling der Art geſtellt wird, daß der Hausbeſitzer frey iſt. Das Naͤhere Lit F. Nro. 221. Ein Anger vor dem rothen Thor beym evangel. Gottesacker von 3 3/4 Tagwerk iſt unter biillgen Bedingungen auf 6 Jahre zu verpachten. Das Naͤhere iſt in Lit. D. Nro. 213. zu erfragen. Nro 3. Donnerſtag den 3. Jan. Anno 1822 AugsburgiſcheOrdinariPoſtzeitung Von Staats, gelehrten, hiſtoriſch⸗ u. oͤbonomiſchen Neuigkeiten. Mit allerhöchſten Privilegien Redakteur: E. Frhr. v. Seida. Gedruckt u. verlegt von Joſeph Anton Moy, wohnhaft auf dem obern Graben in dem ſogenannten Schneidhaus. Wien, den 28. Dez. Man glaubt nun hier wieder an eine Ausgleichung der tuͤrkiſchen Angelegenheiten, und in Folge deren ſowohl an die Raͤumung der Moldau und Wallachey, als an die Erfuͤllung der uͤbrigen Bedingniſſe Rußlands von Seite der Tuͤrken. Von der Donau, den 27. Dez. Man hat neuere Berichte aus Alexandrien in Egypten erhalten, nach welchen ſich perſiſche Agenten bey den Wechabiten beſinden, und dieſelben zu Feindſeligkeiten gegen die Pforte und zum Vorrücken bewogen haben. Einer dieſer Berichte behauptet, daß ſich bereits ein ſtarkes wechabitiſches Korps mit derjenigen perſiſchen Arnee vereinigt haͤtte, die an den Tigris vorgedrungen iſt, was aber nicht ſehr wahrſcheinlich zu ſeyn ſcheint. Nach eben dieſen Berichten herrſcht ein weit umfaſſender Plan, um dem ottomanniſchen Reiche ein Ende zu machen, und zu der Vollziehung dieſes Plans werden alle und jede Feinde der Pforte mitwirken. Daher ſchrieben ſich denn auch die verſchiedenen, in Syrien und den angraͤnzenden Provinzen ausgebrochenen Empoͤrungen, welche zum Nachtheil der verſchiedenen Paſcha's, die gegen die Perſer marſchiren ſollen nicht unbedeutende Diverſionen machen. Jedoch hatte man in Alexandrien beſtimmte Nachricht, daß Bagdad ſich nicht allein noch in der Gewalt der Tuͤrken befindet, ſondern daß die Perſer auch nicht bis in die Naͤhe dieſer Stadt vorgedrungen ſind, indem der Paſcha von Bagdad einige Stunden vorwaͤrts, in der Richtung von Baſſora, eine verſchanzte Stellung genommen hat, in welcher er die Verſtaͤrkungen, die ihm zukommen, an ſich ziehen will, bevor er die Perſer angreift. Dieſe ſeyen ihm an Streitkraͤften um das Dreyfache uͤberlegen, ſo daß man glaubte, ſie wuͤrden ihn angreifen, ehe jene Verſtärkungen eintreffen. Man verſichert auch, daß die Perſer bisher in allen Gefechten, die ſie den Tuͤrken lieferten geſiegt haͤben und daß ihre Truppen die tuͤrkiſchen in Kriegsuͤbungen weit uͤbertrefſen. — Wir haben Nachrichten aus Epirus bis gegen den 20. Nov. Dieſen zufolge hat Churfid⸗Paſcha, von allen Seiten durch die Sulioten, Epiroten und Albaneſer bedraͤngt, ſich auf ſeinen Hauptfeind Ali⸗Paſcha geworfen, um durch deſſen Vernichtung ſich Luft zu machen. Taͤglich ſtuͤrmen die Tuͤrken ſeit dem 8. Nov. das Kaſtell die betraͤchtlichſten Forts ſind dereits gefallen oder zerſtoͤrt. Ali, ſo meynen die Tuͤrken, koͤnne ſich nicht mehr lange halten. Am 20. Nov. ſollte ein allgemeiner Sturm Statt finden. Die Sulioten benutzen, dem Anſchein nach, ſchlecht dieſen guͤnſtigen Augenblick, die Tuͤrken aus ihren feſten Stellungen zu vertreiben und die Belagerer und Belagerten zugleich einzuſchließen. Die Urfache dieſer Nachlaͤßigkeit ſoll herrſchende Uneinigukeit ſehn, die kein kraͤftiges Zuſammenwirken erlaubt. Sollte Churſid ſich wirklich des Kaſtells von Janina bemaͤchtigen, ſo glauben die Tuͤrken, er werde durch die erbeuteten Schaͤtze leicht die mohamedaniſchen Albaneſerhaͤuptlinge, deren Verhaͤltniß zu den Epiroten und Sulioten ohnehin hoͤchſt zweydeutig iſt, fuͤr ſeine Sache gewinnen, wodurch die Sache der Griechen wieder ploͤtzlich eine andere Wendung nehmen wuͤrde. Odeſſa, den 16. Dez. Wir haben Nachrichten aus Konſtantlnopel bis zum 9. dieß. Ganz unerwartet haben die tuͤrkiſchen Miniſter, nach Annahme der bereits erwaͤhnten Denkſchrif des Lords Strangford, welcher zugleich ſeitdem wieder mehrere Konfeferenze mit dem Reis⸗Effendi hatte, ihre Sprache geaͤndert, und Geſinnungen geaͤußert, die mehr verſoͤhnlicher Art ſind, als die in den letzten Tagen des Novembers ausgeſprochenen. Was demnach hier von einer in Pera angeblich erfolgte Erklaͤrung der Pforte an alle fremden Miniſter, das Ultimatum unſers Hofes nicht annehmen zu wollen, mehrere Tage verlautete, iſt hiernach zu berichtigen. Neuyork, den 23. Nov. Die Caraccaszeitung vom 25. Okt. zeigt an, daß ſich Cumana dem PatriotenGeneral Bermudez ergeben hat.— Zufolge eines Briefes aus Chili vom 18. Jul. hatte Lord Cochrane eine Art Zollhaus an Bord ſeiner Fregatte errichtet, und erho von allen nach der Kuͤſte beſtimmten Schiffen 18 Prozent von der Ladung, doch gab er ihnen dieſe Abgabe von dem Theil der Waaren zuruͤck, die ſie nicht verkauft hatten. Perpignan, den 15. Dez. Zu Barcellona beſchaͤfftigt man ſich nicht mehr mit dem gelben Fieber. Die Gemuͤther gehoͤren ganz der Politik, und ſind noch immer in demſelben Zuſtand von Gaͤhrung. Der Herr Feldmarſchall Munariz iſt zum Zweytenmal berufen, um interimiſtiſch die Stelle des oberſten Xefe politico von Catalonten zu uͤbernehmen. Der Herr Feldmarſchall del Valle, dem er nachfolgt, hat ſeine Dimiſſion gegeben, und wird im Augenblick nach Madrid abgereist ſeyn. Man aͤußert den Wunſch, daß die hohen Funktionen eines General⸗Kapitaͤns der Provinz dem Genera Riego anvertraut wuͤrden. Der Gouverneur von Barcellona iſt noch immer in der Zitadelle. Was man voraus ſah, iſt eingetroffen. Man kann annehmen, daß der Kordon dadurch ſo gut wie aufgegeben iſt. Die Regimenter Aragonien und Almanza wurden davon abberufen, um ſich in die Zitadelle zu begeben. Ein Theil der Milizen vom Kordon iſt daher in die Stadt zuruͤckgekehrt. Bayonne, den 14. Dez. Der Truppenkordon an den Weſtpyrenaͤen iſt ſeit dem Eintreffen mehrerer Regimenter aus dem Innern nun vollſtaͤndig. In allen benachbarten Departementen werden die mobillen Nationalgarden organiſirt; auch erwartet man von Paris einen Generallieutenant und mehrere Stabsoffiziere. Die Beſatzung von St. Jean wurde verſtaͤrkt. Das ganze rechte Ufer der Bidaſſoa iſt mit Truppen bedeckt, die ihre Feldartillerie mit ſich fuͤhren. Paris, den 26. Dez. Durch eine heutige Verordnung des Koͤnigs wird der Herzog von Doudeauville, Pair von Frankreich, zum Generaldirektor der Poſtverwaltung ernannt. — In der vorgeſtrigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten wurde das von der Kammer der Pairs bereits angenommenen Geſetz uͤber die Geſundheitspolizey der zweyten Kammer vorgelegt, der Geſetzantrag zu einer proviſoriſchen Steuerbewilligung mit 281 Stimmen gegen 13 genehmigt, und Herr de la Bourdonnaye mit 149 Stimmen zum Vicepraͤſidenten erwaͤhlt.* Marſeille, den 14. Dez. So eben erhalten die hieſigen griechiſchen Haͤuſer die zuverlaͤßige Nachricht, daß das im Okt. von hier abgegangene Schiff, auf dem ſich 40 bis 50 deutſche Offiziere befanden, gluͤcklich in Morea gelandet hat. Die Fremdlinge wurden von den Einwohnern mit Liebe und Zutrauen aufgenommen, und ihnen alle Beduͤrfniſſe, obwohl ſie dieſelben bezahlen wollten, unentgeldlich uͤberreicht. Dagegen aber befleißigen ſich auch dieſe wackern Maͤnner, dem deutſchen Namen Ehre zu machen, und beweiſen durch ihr muſterhaftes Betragen, daß ſie des Wohlwoͤllens der Hellenen wuͤrdig ſind. — Hier befinden ſich etwa 60 Griechenfreunde, die in der ​ naͤchſten Tagen abgehen werden. Das Schiff iſt bereits gemiethet. Das zur Reiſe erforderliche Geld, das beynahe 4500 Fr. betraͤgt, iſt ſchon ſeit 14 Tagen beyſammen. Den groͤßten Theil deſſelben haben die hier befindlichen griechiſchen, deutſchen und helvetiſchen Haͤuſer beygetragen. Die franzoͤſiſchen Kaufleute in Marſeille ſind der griechiſchen Sache durchaus nicht foͤrderlich. ​Von der Rhone, den 21. Dez. Alle aus der Levante eintreffenden Nachrichten ſind jetzt kriegeriſchen Innhalts/ und thun kund, daß der Krieg unvermeidlich iſt, wenn Rußlaund auf ſeinen Forderungen in Anſehung der Griechen beharrt, wie es jetzt ganz den Anſchein dazu hat. Die Tuͤrken wollen gar nicht begreifen, wie Rußland einen Rechtszuſtand für die Griechen fordern kann Ueberdieß duͤrften wohl die meiſten Tuͤrken gar nicht faſſen, was ein Rechtszuſtand iſt. So wie das Volk, denken die Miniſter, der Divan, und der Großherr ſelbſt.— Mehreren jungen Deutſchen iſt es gelungen, ſich in Toulon nach Morea einzuſchiffen, und beſſere Bedingungen zu erhalden, als diejenigen, die von Marſeille abgeſegelt ſind. Zu Lyon hat ſich jetzt ein Ausſchuß zur Unterſtuͤtzung der Griechenfreunde gebildet. Vormarſch (im Amte Huſum), den 6. Dez. Der erſte Dezember war gewiß fuͤr viele Bewohner der Weſtkuͤſte der Herzogthuͤmer ein gefahrvoller und fuͤr Manche Lebensgefahr bringender Tag. Ein fliegender Sturm aus Weſtſuͤdweſt entſtand, und hielt mit ſolcher Heftigkeit an, daß die Fluth innerhalb der erſten paar Stunden alles Land uͤberſchwemmte, und in den uͤbrigen Stunden zu einer Hoͤhe ſtieg, daß ſie die Warffen behnahe ganz bedeckte, in die mehtrſten Haͤuſer eindrang, Mauern unterſpuͤlte und einſchlug, Ja einzelne Haͤufer ruͤnirte. Ertrunken ſind indeß ſo viel noch bekannt, keine Menſchen, mehrere aber haben auf dem Boden und auf den Truͤmmern ihrer zerfallenen Huͤtten in wirklicher Todesangſt und Gefahr ihr Leben nur geborgen. Der Schade, welcher dadurch an den Warffen und ſonſt entſtanden iſt fuͤr alle Einwohner groß und fuͤr Viele nicht wieder herzuſtellen. Auch hat das Halligland, welches durch jede hohe Fluth ſchon leidet, durch dieſe außerordentliche Fluth unglaublich gelitten. Zudem ſind alle Waſſerbehaͤlter fuͤrs Vieh und auch viele Brunnen mit ſalzem Waſfer angefuͤut und nur einzelne Brunnen gerettete. Berlin, den 22. Dez. In Folge der bereits am 24. Sept. v. J. erfolgten Verlobung der Prinzeſſin Alexaandrine, zweyten Tochter Sr. Majeſtaͤt des Koͤnigs, mit Sr. koͤnigl. Hoheit, dem Erbgroßherzog Paul Friedrich von Mecklenburg⸗Schwerin, wird, dem Vernehmen nach, bereits im May des naͤchſten Jahrs die Vermaͤhlung des hohen Braͤutpaars hier Statt finden, auch zur Feyer dieſes fuͤr das ganze koͤnigl. Haus erfreulichen Ereigniſſes die angemeſſenen Feſtlichkeiten veranſtaltet werden.— Mit dem Anfange naͤchſten Jahrs wird im Umfange der ganzen Monarchie die Einfuͤhrung der neuen Ausgleichungsmuͤnze der Silbergroſchen, von denen 30 auf einen preußiſchen Thaler gehen, Statt ſinden, ſo daß kuͤnftig in den Kaſſen nur nach Thalern, Silbergroſchen und Pfenningen, von denen 12 auf einen Silbergroſchen gehen, gerechnet werden wird. Maynz, den 27. Dez. Man will hier, beſonders im ſuͤdlichen Theile der Stadt, am letzten Dienſtag Abends halb 8 Uhr ein leichtes Erdbeben geſpuͤrt haben; auch auf den auf dieſer Seite liegenden Doͤrfern Hechtsheim und Laubenheim ſoll es bemerkt worden ſeyn. In voriger Nacht war ein ſtarker Sturm, und der Barometer am Tage unter den Sturmpunkt gefunken.(Ein gleich tiefer Stand des Barometers hatte zu Stuttgard in der Nacht vom 24. auf den 25. Dez. Statt. Bisher hat man wahrgenommen, daß in der naͤmlichen Zeit, wo bey uns ein außerordentlich tiefer Barometerſtand war, in fernen Gegenden unſerer Erde anßerordentliche Stuͤrme auf dem Mee re, Erdbeben ꝛc. borgefallen waren. Sollte nun etwa auch die Kunde von einem in obbefagter Nacht irgendwo vorgefallenen ſchweren Naturereigniß zu erwarten ſeyn? oder war jener Barometerſtand nur mit dem Sturmwinde, der in unſerer Gegend in jener Nacht herrſchte, in Verbindung? Frankfurt, den 28. Dez. Seit einer Woche haben hier wieder mehrere Iſraeliten die Taufe erhalten; vorigen Sonntag und am 2. Weihnachtsfeyertage haben dergleichen heilige Handlungen in den hieſigen Kirchen Statt gehabt. Unter den in den Schoos des Chriſtenthums Aufgenommenen befindet ſich auch der Dr. Med. Roſenberg. Kurzgefaßte Nachrichten. Die Graͤuel der Tuͤrken haben ein Paar Toͤchter Hellas ſogar bis nach Botzen verſcheucht, wo ſie auch den Winter zuzubringen gedenken. Sie vertreiben ſich die Zeit mit Schauſpiel und Singen, fuͤr welche Kunſt es ihnen jedoch gaͤnzlich an Sinn gebricht. Beſſere Fortſchritte machen ſie in Erlernung den deutſchen Sprache, und Eine ſagt ſchon recht nett:„Pfui Teufel!“— Die in Madrid erſchienene Ankuͤndigung eines noch nie geſehenen Stiergefechtes, mit einer allegoriſchen Zeichnung begleitet, erregt dort allgemeines Intereſſe, und giebt ein ziemlich deutliches Bild don Scaud der Dinge in Spanien. Unter Anderm ſieht man den General Mina aus ſeiner auf 30,000 Stiere angegebenen Heerde, 50 wuͤthende in den Kampfplatz loslaſſen; der Kriegsminiſter und der Landeshauptmann laufen in MatadorKleidern gegen ſie an; General Toledo vertritt die Stelle des Hundes; das Geſetz ſoll bey dieſem Schauſpiele den Vorſitz haben, und in deſſen Abweſenheit der Rath der Gruͤnen; das gruͤne Band iſt naͤmlich daß Zeichen der Riegoſchen Partey. — Der Hamburger Maler Eiffe, der nach St. Domingo berufen, aber vom Koͤnige Henry ſehr harte Behandlung erfahren hatte (an deren Folge auch Eiffes Bruder ſtarb), hat nach ſeiner Vaterſtadt ein Gemaͤlde geſchickt, welches den Despoten karakteriſtiſch an Geſtalt und Aufputz darſtellt. Es wird davon ein Steinabdruck beſorgt. Am 15. Jan dieß Jahr wird zu Bobingen die Schafwende⸗Verpachtung auf 250 Stuͤcke vorgenommen, und dem Meiſtbietenden uͤberlaſſen werden. Pachtliebhaber werden eingeladen, ſich bey dem Wirth Krautheimer einzufinden. Bobingen, den 2. Jan. 1822.​ Die Anzeige des Herrn Joh. Fried. Eckhard senior in Frankfurt, daß ich ſeine Geſchaͤffte nicht ferner zu beſorgen habe veranlaßt mich zu der Eroͤffnung an meine Freunde und zahlreichen Bekannten, daß mir die Geſchaͤffte der Herren Muͤller und Treftz in Leipzig, jene des Herrn A. Auberlen in Frankfurt, und einiger anderer geachteten Haͤufer zur Beſorgung uͤbertragen ſind, und mich Gluͤckwuͤnſchbriefe uͤber mein aus frehen Stuͤcken geaͤndertes Verhaͤltniß im Waldhorn zu Ludwigsburg bis zum neuen Jahre treffen. U. Vogel. Ankuͤndigung Unterzeichneter verkauft aus freyer Hand ſeune eigenthuͤmliche Behauſung ſammt Garten, dann einer realen Tuch⸗, Eiſen⸗, Leder⸗, Spezerey⸗ und Matenlal⸗langen und kurzen Schnitt⸗Waaren⸗Handlung, ferners einer großen und kleinen Fragnerey. Aloys Hofer buͤrgerl. Handelsmann in Neuͤmarkt an der Rott Landgerichts Muͤhldorf. Am 31. Dez. Abends iſt vom hintern Perlachberg bis zum Goͤggingerthor ein perlengeſtrickter Tabaksbeutel verloren gegangen. Der redliche Finder wird erſucht, ſolchen gegen ein gutes Douceur in Lit. C. Nro. 256. abzugeben. An Lit. D. Nro . 253. ſteht ein ſechsjaͤhriges, 16 Faͤuſte hohes, geſundes Pferd, vorzůglich auf Reiſen tauglich, zu verkaufen. Es iſt eine ſchoͤne Wohnung zu vermiethen, und in Lit. G Nro 48.. zu erfragen; ſie kann ſogleich oder bis Georgi bezogen werden. Kuͤnftigen Sonntag den 6. Jan. vird bey Unterzechneter Tanzmuſik gehalten, wozu ſich beſtens empfiehlt Krafts ſel. Wittwe, im untern Pfaffenkeller. Beylage. Beylage zu der Augsburgiſchen Ordinari Poſtzeitung. Den 3. Jan. 1822. Nro. 3. E 29 —X (Bekanntmachung.) Mittwoch den 16. kuͤnftigen Monats und Jahres wird die der Hoſpitalſtiftung eigenthuͤmliche halbe Behanfung im Muͤhlviertel dahier Haus⸗ numero 66., mit dabey befindlichem Gemeindetbeil ad 1/2 Jauchert und 1/16 Tag⸗ wert Krautbeet, nebſt uͤbriger Gemeindenutzung als freyes Eigenthum an den Meiſto⸗ bietenden verkaufet. Kaufsluſtige moͤgen ſich daher am gedachten Tage Fruͤh xo Uhr in der Magiſtrats-Kanzley einfinden, und ihre Kaufsanbote zu Protokoll geben, wobeh bemerkt wird, daß Unbekannte fich ͤber Vermoͤgen und Leumuth legal auszus weiſen haben. Den 21. Dez. 1821. Magilſtrat der dnigl. Stadt Mindelheim. 7 Pernot, Baͤrgermeiſter. Da das /atel Saulohhofgut bey Kirchdorf dieß Gerichts, welches am 17. Olt. laufenden Jahrs bereits durch die RMoyfche Augsburger Zeltung Beylage Nro. 264. zum oͤffentlichen Verkaufe aus geſchrleben wurde, bisher nicht verkauft werden konnte, ſo wird auf Montag den 4. Zebruar lommenden Jahrs wiederholt Kommiſſion zur Verſteigerung angeſetzt, wozu die Kaufsluſtigen, mit den nothigen Zeugniſſen, vors geladen werden. Den 19. Dez · 1821 Kl Landgericht Moosburg. Graf, Landr· (Vorladung.) Theres Kerſchbaumer, verwittibte Handelsfrau zu Berchtes⸗ gaden, gieng am 26. Roo l. J. mit Tod ab. Nach bereus hergeſtelltem Inventar, — wird nunmeihr auf Anſuchen der Kirſchbaumeriſchen Relikten zur Richtigſtellung der Verlaſſenſchaft auf Dienſtag den z. Marz 82Zagefahrt angeſetzt. Wer immer auf den Ruͤcklaß irgend eine Forderung zu begruͤnden vermag, hat dieſelbe am Kommiſ⸗ ſionstag eutweder perſonlich oder durch zefetzlich Bevollmaͤcht igte hierorts zu liquis diren, und die weitere Antraͤge zum Verſuche einer ſchiedlichen Ausgleichung zu Pro⸗ kokoll zu geben, wornach gemaß Sod. jud. cap. 18..213 waiters verfahren werden 18. wird. Berchtesgaden, den 19. Dez. 1821. dugl. Landgericht Berchtesgaden. Nagler, Landrichter⸗ Seffentliche Vorladung.) Nachdem der buͤrgerliche Seifenſieder⸗ Sohn von Koͤſtlarn, Lampert Modier, unterm 15. dieß Monats die Bitte ſtellte, ſeinen Bruder, Franz Paul Modler, offentlich vorgeladen, damit fonach ihre Differenz wegen Thel⸗ jung des Elterngutes beendiget werden koͤnnte, ſo wird Franz Paul Modler hiemit offentlich aufgefodert, in Zeit von 6 Wochen ⸗ Daio ſch bey unterfertigtem Ge⸗ richte zu ſtellen, widrigenfalls das in ſeinem Rechtsſtreite gegen ſeinen Bruder Lam⸗ pert Modler unterm 29 May dieß Jahrs erlaſſene, unterm a5. Juni aber erdffnete, Ind rechtskraͤftig gewordene Erkenntniß des koͤnigl. Appellations⸗ Gerichts fuͤr den Unterdonaukreis ohne Weiters ad Reruuonem gebracht werden wuͤrde. Den 20. 5 Igꝛr. Koͤnigl baler. Landgericht Griesbach. Kapfinger·* Pfaͤffinger, Protok. (Ediktalladung.) Franz Jofeph Wurm von Berg kdnigl. baier. Soldat, iſt ſeit dem ruſſiſchen Feldzuge vermißt. Derſelbe oder deſſen a enfallſige Deszendenz wird nun aufgefodert, zu Empfangnahme ſeines unter Kuͤratel ſtehenden Vermoͤgens um ſo gewiſſer binnen Monaten ſich zu melden, als man ſon daſſelbe ſeinen naͤch⸗ ſien Verwandten gegen Kaution extradiren wuͤrde. Weiler, den 17. Dez. 1821. Koͤn. daler. baier. Landgericht. eeeirxl, Landrichter. TEdttalladung ·) Anton Suter von Staufen, An gl baler. Soldat, iſt ſeit dem ruſſiſchen Feldzuge vernuüßt Es wird demnach verſelbe aufgefordert, ſein dahier anier Berwaltung ſtehendes Vermoͤgen binnen 3 Monaten in Empfang zu uehmen, oder ſich hiezu anzumelden, ais man ſonſt daſſelbe ſeinen naͤchſten Verwandten gegen Fauton verabfolgen wuͤrde. Weiler, den 17. Dez 8a1 Kdnigl. haier. Landge⸗ richt.————— Feixl, Landrichter. (Ediktalladung.) Xaver Zwlsler von Berg, königl. Haier. Soldat, ist seit de« russischen Feldzuge vermißt. Derselbe oder dessen allenfallsige Deszendenz wird nuu aufgefordert, zurEmpfangnahme seines unter Kuratel stehendenVermögens um so gewisser binnen z Monaten sich zu melden, als man sonst dasselbe seinen nächsten Ver« wandten gegen Kaution ertradiren würde. Weiler, den 17. Dez. 1821. Königl. bai-r» Landgericht. _____ Leirl, Landrichter. ( Ediktalladung.) Joseph Anton Hug von Mothen hat sich vor vielen Jahres von seiner Heimath entfernt, ohne bisher von seinem Leben oder Aufenthalt Nachricht ertheilt zu haben. Derselbe oder seine gesetzmäßige Erben werden demnach anfgefordert, sich binnen z Monaten dahier zu stellen, oder von sich auf legale Art Nachricht zu ertheilen, damit ihnen sein unter Vogtey stehendes Vermögen ertradirt werden kann. Im Nichcerscheinungsfalle oder Nichtmeldimgsfalle desselben binnen diesem Termin wird sein Vermögen an seine nächste Verwandte» gegen Kaution verabfolgt werden. Weiler, den 17 . Dez. 1821. K. b. Landgericht. Leirl, Landr. (Ediktalladung.) Anton Lau von Berg, kdnigi. baier. Soldat, ist seit des russischen Feldzuge vermißt. Derselbe oder dessen allenfallsige Deszendenz wird nun aufgefordert, zur Empfangnahme seines unter Kuratel stehenden Vermögens um so gewisser binnen z Monaten sich zu melden, als man sonst dasselbe seinen nächste» Verwandtengegen Kaution ertradiren würde. Weiler, den 17. Dez. 1821. König!» baier . Landgericht. ______ Leixl, Landrichter. " (Ediktalladung.) Marr Fäßler von Oberhauser, königl baier. Soldat, ist seit dem russischen Feldzug vermißt. Derselbe oder dessen allenfallsige Deszendenz wird nun aufgefordert, zur Empfangnahme seine unter Kuratel stehenden Vermögens um so gewisser binnen z Monaten sich zu melden, als man sonst dasselbe seinen nächsten Verwandten gegen Kaution ertradiren würde. Weiler, den 17. Dez. 1821. Kdnigi. baier. Lan dgericht. _____ Leirl, Landrichter. (Ediktalladung.) Johann Wipper von Embsgritt, königl. baier. Soldat, ist seit dem russischen Feldzuge vermißt. ES wird demnach derselbe aufgefordert, sein dahier unter Verwaltung stehendes Vermögen binnen z Monaten in Empfang zu neh, men, oder sich hiezu anzumelden, als man sonst dasselbe seineu nässten Verwandte» gegen Kaution verabfolgen würde. Weiler, den r?. Dez. 1821. König!, baier. Landgerichts_____ Leirl, Landrichter. ( Ediktalladung.) Benedikt Lingenhdle von Engenberg, königl. baier« Soldat, ist seit dem russischen Feldzuge vermißt. Derselbe oder dessen allenfallsige Deszendenz wird nun aufgefordert, zurEmpfangnahme seines unter Kuratel stehenden Vermögens um so gewisser binnen z Monacen sich zu melden, als man sonst dasselbe seinen nächsten Verwandten gegen Kaution ertradiren würde. Weiler, den 17. Dez. 1821. König!, baie r. Landgerich t.___Leixl, Landricht er. (Oeffentliche Vorladung.) Simon Blum, Sohn eines Söldners zu Emershofen, und Soldat bey dem kdn. baier. irten Linieninfanterie - Regiments (v. Kinkel), ist seit dem russischen Feldzuge 1812 vermißt, und es konnte von ihm bisher nicht das Geringsie in Erfahrung gebracht werden. Da nun dessen Geschwisterte um AuSfvlg» lassung seines elterlichen Vermögens per 174 fl. zz kr. das Ansuchen gestellt haben, so wird Simon Blum, oder seine etwaige Deszendenz hiemit aufgefordert, binnen 6 Monaten a O^o sich hierorts zu melden, widrigenfalls das Vermögen der Geschwisterte gegen Kaution verabfolgt werden wird. Jllertissen, den 10. Dez. 182«. Königl. baier. Landgerich t.___ Merklin, kdn. Landrichter. (Bekanntmachung.) Am Montag den 14. Febr. 1822 wird von Früh 8 bis Mittags 12 Uhr, und Nachmittags 2 bis zum Glockenschlag 4 Uhr in der Kanzle» des untengenannren Gerichts das ludeigene Anwesen des Joseph Lutz Isnior, welches er zu Altenstadt nächst Cham besitzet, und einen z/4tel Hof bildet, nebst Vieh - und Baumannsgeräthschafteu öffentlich versteigert. Daher Kaufslustize, welche hiemit eingeladen sind, sich über ihr zum Kaufe hinreichendes Vermögen, und zugleich über Aufführung und allenfallsige Entlassung aus der Militärpflicht legal auszuweise» Haben. Dieses Anwesen besteht aus ». dem bis unter die Dräme gemauerte« Haust Mit Stallung und Schupfe, d. dem halbgemauerten Stadel und Streuschupfe, c. dem Backofen, ä. dem Hausgarten mit Obstdäumen, Point und Wiesen zu 8 1/2 Tagw., « an Aeckern zu 35 1/2 Tagw., k. den 14 Tagwerken Schwarzholz. Hinsichtlich des Viehstandes und der Baugeräthe wird bey der Versteigerung Aufschluß gegeben, -und hier bemerkt, daß dieses Anwesen entweder im Ganzen, oder in »Hälften ge. theilt, losgeschlagen werde. Die jährliche Grundsteuer beträgt 12 fl. 9 z/ntel kr., die Stadtsteuer 1 fl. sr kr. Auch ist von den der Gemeinde Altenstadt überlasseneu Gemeindegründen zur Stadtkammer dahier die Rekognition mit 5 fl. 15 kr. zu be» zahlen. Cham, den 12. Dez. 1821. Königl. Landgericht Cham. _ In leg. Verhinderung des V orstandes. Sa ur, Ase ssor.— Gsellhofer. ( Verpachtung.) Von kommenden Georgi an, nämlich vom 24. April 1822 an« fangend , werden nachstehende Oekonomie-Güter auf mehrere Jahre mit «inander »erpachtet, als: ^. Das Hofgebände Gumppenberg, i/4tel Stunde von PdttmeS entfernt, mit^s. einer bedeutenden Schäferey. dd. 24 i/4tel Morgen Garten, cv. Z8 Morgen zwey- und einmähdtgen Wiesen, und ä6.142?/8telMorgen Aecker, dann L. Das Hofgebäude Sedelbrun, 1/2 Stunde von PdttmeS entlegen, mit es. einer ebenfalls bedeutenden Schaferey, kk. z i/4tel Morgen Gärten, AZ. 135 Morgen zwey- «nd imähdige Wiesen, dti. m Morgen Aecker. Zusammen 474 z/8tel Morgen. Pacht» liebhaber können demnach von nun an über das Weiters hier bey der freyherrlich vo» Gumppenbergischen hohen Vormundschaft sich Aufklärung stündlich, undsohin bey Zei, ten erholen. PdttmeS, den 15. Dez. 1821. Das freyherrltch v. Gumppenbergische Patrimonialgericht I.Klasse Pottmes.__Scherte!, Patrimonialrichter. (Staas-ReaUtäten-Versteigerung.) Da nach erfolgtem gnädigsten Regie- ^uvgsbefehl vom 15. dieß MvnatS ^6 I^um. 5706 die unterm 6. sjusäc-m gepflogene Verkaufs - Verhandlung des Forsterhauses nebst Garten zu Friedberg die höchste Ge, nehmigung nicht erhielte; so wird gedachtes Forsterhaus und Garten, wie solches in der Ausschreibung vom zi. Okt. (Oberdonaukreis Blatt zi. Stück vom io. Nov. 1821, und Augsburgischen Ordin. Postzeitung sud I^ro. 268. 272. st 278.) näher beschrie, ten ist , künftigen Donnerstag den 17. Aan. 18-2 i« der diesseitige» Renramskanzley Vormittags 9 bis 12 Uhr einer neuen Versteigerung unterworfen. Welches hiemit öffentlich bekannt gemacht wird. Den 19. Dez. 1821. Königl. baier. Rentamt Fried, berg.__ Direnberge», Ren tbeamter. ( Edikt.') Von dem k.k. vereinten Stadt, und Landrechte des Herzogthum» Salzburg wird hiemit bekannt gemacht: Es seye schon den 2z. Sept. 1796 der hoch« fürstlich salzburgische penfionirte Hofkellner dahier, Johann Georg Schmied, mit Hinterlassung eines Kodizills, in welchem er aus seinen nächsten Anverwandten seine» Bruder, Jakob Schmied, Hofkaplan im St. Josephsspitale zu München, seine Schwester Maria Ursula, oder Sidonia Schmied, verehelichte Lautner daselbst, und seine Schwester Maria Dominika, Dominikaner - Nonne zu Dillingen, ohne Erbsetnsetzung bloß mit Legaten bedachte, verstorberr. Da nun dieselben sowohl, als überhaupt seine nächsten Jntestmerben noch größtentheils unbekannt sind, so werden sie, oder ihre allfälligen Deszendenten hiemit aufgefordert, ihre Ansprüche auf den Johann Georg Schmiedischen Verlaß binnen einem Jahre von untengesetztem Tage an, so gewiß entweder selbst, oder durch Bevollmächtigte vor diesem k. r. Stadt- und Landrechte in gesetzlicher Weise anzubringen, widrigens das Abhandlungsgeschäfft zwischen den. Erscheinenden gepflogen, und der Verlaß jenen aus den sich meldende« Erben etnge«. antwortet werden wurde, denen selber nach den Gesetzen gebühret. Salzburg, den 30. Juni 18-1. Grafv. Platz, Präsident. Joseph Edler v. Verhovitz, k.!. Land. _ roth. Joseph Eberhard Leilhner, k. k. Landrath . Nachbenannte, welche über 25 Jahr lang von hier abwesend, unbekannt, wo, sind, oder ihre etwaige Leibeserben werden auf Antrag der Anverwandten vorgeladen, in z Monaten sich Hieher zu stellen und ihr unter Kuratel befindliches Vermögen nach dem beygefügten Betrag in Empfang zu nehmen, oder doch glaubhafte Nachricht über ihren dermgligen Auftnthalt zu geben; widrigenMö sie für todt gehalten und ihr Per« mögen dennZchstenAnverwandten ohne Sicherheitsleistung verabfolgetwird. i)Bur- ?ard Bdhm. Tischler von Ldhrieth, yz fl. Z2kr., 2) Kaspar Schmier von Rddelmaier, 50 fl., z) MichelKeidel, von Neustadt, 319 fl.. 4) Johann Aquilin Stumpf zu Wu- stensachsen geboren, dessen Mutter zuletzt nach Hallstadt zog, 780 fl- 59 kr., 5) Georg Graser (Groser) Leinenweber aus Neustadt, 25 fl., 6) Kaspar Scheiner, genannt Katzenberger von Salz, -or fl. z kr. Neustadt an der Saale, im Untermainkreis, den Zi. Okt. i»2i. K. b, La nd gericht. __ Mayer, Landrichter. — Lubert . ( Bekanntmachung.) Auf Verlangen der Erben der in Lechhausen verstorbenen «Halchbrenners - Wittwe, Walburga Thüring, wird deren hinterlassenes Anwesen daselbst, bestehend meinem ganz gemauerten, fast neuen Wohnhause, ganz gemauerten besondern Stadel sammt Stallungen, und einem dem Wohnhause gegenüberstehenden Kalkofen, dann z Tagn», 52 Dezim. Gärten, y Tsgw. 25 Dezim. Acker, 7 Tagw. 26 Dezim. Wiesen und z Tagw. 5» Dezim. Holzgründe nebst Gemeindetheilen, sammt dem hiezu nöthigen Vieh, und Baumannsfshrnissen, den 22. künftigen Monats Jan. Vormittags y Uhr in der diesseitigen Landgerichts- Kanzley an den Meistbiet«, den Islva rstikicsnons der Interessenten öffentlich versteigert werden. Kaufslustige werden hiezu mit dem vorgeladen, daß sie sich durch legale Vermögens- und Leu, mundszeugnisse auszuweisen haben, und daß ihnen die nähern Kaufsbedingnisse bey der VersteigernngS-Kommission selbst werden bekannt gemacht werden. Wer von Beschaffenheit dieses Gutes sich persönlich überzeugen will, kann sich an den Vorstand der Gemeinde Lechhausen wenden, der zur Vorweisung desselben angewiesen ist. Fried- Ze rg, den 20. Dez. 1821. Kdnigl. baier. Landgericht. v. Gimmi. Landrichter. (Ediktalladnug.) Den Erben deS Johannes Rist, WeinhändlerS und Gast- -nirths zum Hasen allhier, ist eine Schuldurkunve abhanden gekommen, welche unterm 2. May 1802 von Georg Leonhard Müller zu Heimerringen über ein Darlehen »ä 500 fl. zu 5 Prozent verzinslich mit hypothekarifcherVerschreibung seines Anwesens, -soviel hiezu vonnöthen, bey der fürstlich fuggerschen Amtsbehörde zu Babenhaufen an ihren Erblasser ausgestellt worden ist. Der unbekannte Jnnhaber dieser Urk-mde wird hiemit aufgefordert, solche binnen 6 Monaten s Osw bey unterfertigter Behörde vor» zuweisen, und seine Ansprüche hieraus Varzuthun, widrigenfalls dieselbe für kraftlos erklart werden würde. Memmingen, den iz. Dez. 1821. Kdnigl. daier. Kreis - und »Stadtgerich t. ^ Ammerbacher, Direktor. Bey I. M. Daifenberger in Regensburg sind in Verlag oder in Kommission erschienen und in allen soliden Buchhandlungen zu haben: Auswahl von Grädschriften, -für jede Gelegenheit. Gesammelt auf den Grabern zu Linz, Regensdurg, Scadt, «mhvf ic. 8-45 kr. — Auswahl von Leichenreden (für Katholiken und Protestanten) «Bände. 8» 2fl. zokr. — Daisenbergers baierischer Sekretär, oder vollständigster Briefsteller. Nach der izten Aufl. des allbekannten Wiener Sekretärs bearbeitet. 2 Thle. gr. 8. ü fl. 24 kr. — Mittel, die sichersten, wider die Lungensucht und Auszehrung , nebst Trostgründen. Von einem sich selbst glücklich kurirten Menschenfreund. 4te Ausgab. 8. - fl- 12 kr. — Neumair, Dr. G. A. F., die sichersten Mittel ein sehr hohes Alter zu erreichen. Mit mehr als 7000 Beyspielen von Personen, die yo bis ,Z<5o Jahre alt geworden sind. 8- ist. Zokr. — Dessen sicherste Mittel wider die Hä- '-morrhoiden. zte verb. Aufl. 8.1 fl. Siegel, M. K., das überall bekannte Regens« churger Kochbuch. 2 Thle. 8- ifl. 45kr. — Strassers, Schullehrerklugheit, oder die vorzüglichsten Regeln der Pädagogik und Methodik. Ein unentbehrliches Handbuch für Stadt, und Landsch n llehrer. 8- 48 kr._______ ^ In allen soliden Buchhandlungen sind zu haben: Neumaier, Dr., die sichersten HMtel wider alle Kopf- und Zahnschmerzen der Menschen. 8. ifl. iskr. — Dessen AHerste Mittel wider Magenkrampf und Magenschwache, welche oft von den schlimm« Folgen find. Dritte verb. Aufl. 8- ifl. 12kr. — Unterhaltungsbuch für die lan, ^en Winterabende. 8- 1 fl. 45 kr. — Wasserreise von Augsburg nach Wien. Mit ? Kästchen. 8. ifl. iz kr. — Zwinger, Dr. Z. F., die sichersten Mittel gegen Onanie und Pollutionen, und für hie Wiederherstellung des Verlornen männlichen Ver- mygenö. K. r fl»is kr. Nro. 4. Freytag/ den 4. Jan. Anno Von Staats, gelehrten/ historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten. Mit allerhöchsten n / r ?/. Redakteur: E. Frhr. v. Seida. Gedruckt u. verlegt von Joseph Anton Moy, wohnhaft auf dem obern Graben in dem sogenannten Schneidhaus. München, den 1. Jan. Das neueste Negierungs- und Jntelligenzblatt enthalt folgende allerhöchste Bekanntmachungen: Die Einberufung der Stände-Versammlung betreffend. Maximilian Joseph, von Gottes Gnaden König von Baiern. Nach der in Vcrfassungs-Urkunde des Reichs Tit. VII. §. 22. gegebenen Bestimmung haben Wir beschlossen, die Stande Unseres Reiches auf den 15. dieses Monats einzuberufen, und befehlen Unsern sämmtlichen Kreis-Regierungen, alle, m die zweyte Kammer aus ihrem Kreise erwählten Abgeordneten sogleich durch abschriftliche Mittheilung dieser öffentlichen Ausschreibung anzuweisen, daß sie sich an dem festgesetzten Tage unfehlbar in Unserer Haupt - und Residenzstadt einfinoen und nach ihrer Ankunft sich in dem Standehause nach Vorschrift dcs§. 61. I. Titels, III. Abschnittes des Ediktes über die Stände-Versammlung bey den Präsidenten und Sekretärs der letzten Versammlung persönlich melden; im Falle aber, daß ein Mitglied durch unabwendbare Hindernisse von der Erscheinung abgehalten seyn sollte, hat dasselbe nach Vorschrift der §§. 44. und 47., I- Titels, II- Abschnittes das Erforderliche zu beobachten. Den Tag, an welchem Wir die Sitzung der Srände eröffnen, werden Wir durch besondere Entschließung bekannt machen. Maximilian Joseph. (I.. 8) — Graf v. Neigersberg. Fürst v.Wrede. Grafv. Triva. Graf v. Rechberg. Grafv. Thürheim. Freyherr von L!erchenfeld. Graf v. Törring. Freyherr v. Zentner. — Nach dem Befehle Sr. Majestät des Königs: Egid v. Kobell. Se. Majestät der König haben in Bezug auf die X. Beylage der Verfassungs, Urkunde des Reichs, Titel I. §. 53. unterm 27. Dez. vorigen Jahrs Allerhöchsiihren Feldmarschall und erblichen Neichsrath, Herrn Fürsten Karl von Wrede, auch für die Dauer der zweyten Stände-Versammlung als ersten Präsidenten der Kammer der Reichsräthe zu ernennen und zu bestätigen allergnädigst geruht. - Wien, den 29. Dez. Die heutige Hofzeitung zeigt an, daß am 2z. Jun. d. I. ein in zz Artikeln bestehendes Uebereinkommen zur Reguiirung der Elbeschifffahrt nach den Beschlüssen des Wiener Kongresses von Seite der Bevollmächtigten der betheiligten Negierungen unterzeichnet worden, dessen Ratifikationen von Seite sämmtlicher Uferstaaten erfolgt, und am 12. dieß ebenfalls zu Dreßden feyerlich ausgewechselt worden seyen. Nach dem Jnnhalte dieser Schifffahrts-Akte, die ihren vollständigen Wortlaute nach ehestens öffentlich bekannt gemacht werden wird, ist der Elbcstrom frey erklärt; der Schiffer eines^ieden Ufersiaates wird von jedemjPunkte der Elbe frey bis in das Meer fahren, wo es ihm frommet, Fracht und Rückfracht nehmen; kein Zwangs-Umschlagrecht, kein Stappel wird auf der ganzen langen Strecke der Elbe seine Fahrt hemmen; keine Privilegien irgend einer Fischerinnung, kein Vorrecht irgend einer Stadt oder Korporation wird gegen den freyen Schiffer ausgeübt, das eigene Fahrzeug mit der eigenen Bemannung fahrt ungestört von einem Handelsorte zu dem andern. Die 35 Zolistättcu, welche früher die Ufer der Elbe.Ke- setzten, M auf dem ganzen, durch 10 Uferstaaten fließenden Strome auf 14 vermindert. Die Zölle, welche auf den Handel und die Schissfahrt so schädlich ein-- wirkten, sind nicht allein ermäßigt, sondern auch auf feste Bestimmungen zurück geführt, und dürfen ohne gemeinsame Uebereinkunftj Aller niemal erhöhet werden. Gegenstände der innern Industrie, und die ersten Lebensbedürfnisse sind nur unbedeutend belegt. Die früheren zahllosen Visitationen der Ladungen von Schiffen, welche selbst die ganze Strecke der Elbe befahren, sind vertrauensvoll auf die Revision eines Staates beschränkt. Alle Beamtenwillkühr bey Erhebung der Gebühren, und bey Untersuchung der Ladungen ist durch wohl erwogene Vorschriften von der Elbe verbannt, manche zweckmäßige polizeyliche Maaßregel getroffen, die den redlichen Schisser vor Ungebühr schützt, den Unredlichen dagegen sorgsam bewacht. Keine die Schifffahrt gefährdenden Strom - und Uferbauren sind gestattet, und wo noch im Fahrwasser des Elbestroms ein Hinderniß befunden wird, soll, so bald der Vertrag in das Leben tritt, solches ohne Verzug hinweg geräumet seyn. Die Fürsorge dieses Vertrages beschränkt sich nicht bloß auf die Verbesserung des gegenwärtigen Zustandes der Elbeschifffahrt. Wenn die neue Schifffahrcs.- Ordnung auf der Elbe wirksam seyn, wird, dürste noch mancher Wunsch laut werden, und manche neuere Erfahrung die Nothwendigkeit neuer Bestimmungen nach sich ziehen; das Bedürfniß des Handels wird sich erst dann unverholen aussprechen, wenn sich derselbe auf dem freyen Strome frey bewegen kann. Darum soll sich von Zeit zu Zeit eine periodische Zusammenkunft der Bevollmächtigten aller Uferstaaten, und zwar die erste schon nach Jahresfrist in Hamburg bilden, um nach Anhandgebung der mittlerweile bewirkten Wahrnehmungen dem zu Stande gebrachten Elbesysteme neue zweckmäßige Bestimmungen hinzufügen, und dieses System immer thätiger in das Leben einzuführen. So reifen allmählich die Früchte friedlicher Eintracht deutscher Vundesstaaten, und gewiß wird wenigstens die Nachwelt in einer Nationalangelegenheit, bey welcher so viele sich durchkreuzende Privat-Interessen zu beschwichtigen, und so viele althergebrachte Gewohnheiten und Vorurtheile zu beseitigen waren, und auch wirklich von den Uferstaaten standhaft beseitigt worden sind, die mühsamen Anstrengungen ihrer Regierungen, und die thätigen Bestrebungen jener leitenden Vorsicht, und jenes vermittelden Ausgleichungsgeistes dankbar anerkennen, dem Deutschland eine seiner Grundlagen des künftigen Wohlstandes verdanket, der freylich nach langjährigen drangvollen Verhältnissen sich nur langsam wieder zu erholen vermag, und dem mehr als jede menschliche Gewalt, mehr als jedes ungeduldige Drängen und Treiben, ein übereinstimmender Geist des Wohlwollens im Laufe der gestaltenden Zeit fröhliches Wiedergedeihen verspricht. — Am 25. Dez. Mittags erreichte hier das Barometer einen ganz ungewöhnlich niedrigen Stand von 27 Zollen 2 Linien und 3 Punkten Wiener Maaß. Nicht minder auffallend ist die hohe Temperatur der Atmosphäre, die an demselben Tage um 3 Uhr Nachmit« tags 11 Grad Neanmur über Null betrug, und die selbst durch den sehr heftigen Sturm, der in der Nacht vom 24 zum 25. Dez. bis den letzten Tag Mittags wüthete, nicht gewildert werden konnte. Wahrscheinlich werden wir durch Nachrichten aus andern Gegenden bald Aufklärung über eine so sonderbare Erscheinung erhalten. Am 29. Dez. war hier der Mittelpreis der Staatsschuldvcrschreibungen vom Jahre 1816 zu 5 Prozent in Silbermünze 73 7ss; der iprozentigen Obligationen 14 31 s4v; der Hoftammer-Obligationen vom Jahre 1S15 zu 2 is2 Prozent --; der Wiener Stadt-Banko- Obligationen zu 2 is2 Prozent 35 is8; der Curs auf Augsburg 99 i s4Uso ; Konventions. M. 249 7s3; Bankaktien 629; Rothschildische 100 fl. Loose 107; Partialobl. 94 3s4; Zertifikate 95. Italienische Gränze, den 26. Dez. Im nördlichen Albanien, das so lange ruhig geblieben ist, während in deu übrigen Theilen dieses Landes so blutig gekämpft wurde, reißt sich gegenwärtig eiu Distrikt nach dem andern bon der Pforte los, und erklärt sich unabhängig. Die I». surreltion begann hier zwischen Alesio und Dcscagino, und dehnte sich von da g«^ gen Süden aus.. Zu Petrella ist nun der Hauptsitz derselben , und die verschiede- nen albanesischen Stamme haben zur ^gemeinsamen Vertheidigung, undzurVer abredung der zu treffenden Maaßregeln, Abgeordnete dorthin gesendet. Mit dem Pascha von Skutari, der im Interesse der Pforte diese Bewegungen hatte verhindern sollen, scheinen jene albanesischen Stämme in gutem Vernehmen zu stehen. Wenigstens sind keine Feindseligkeiten zwischen ihnen vorgefallen. Der Pascha benimmt sich mit vieler Klugheit. Er hat alle seine Strcitkräfte zusammen gezogen, um sich zu sichern, und um auf jeden Fall gefaßt zu seim. Seine Widersetzlichkeit gegen die Pforte, die ihn in die Gegend von Janina beordert hatte, um den Oberbefehlshaber Chursid - Pascha zu verstärken, läßt sich aus den neuesten Vorfällen leicht erklären, und beweist, daß er die Lage der Dinge besser würdigte, als der Divan, der ihm nach einander verschiedene Befehle zu diesem Marsch ertheilte. In welches Vechältniß er sich nnnmehr mit der Pforte setzen wird, dürfte wohl von den Umständen abhängen. Seine Anwesenheit in Skutari mit den dort zusammen gezogenen Truppen kann den Albanesern, wenn sie anders nicht vollkommen mit ihm einverstanden sind, wohl nicht mit Gleichgültigkeit betrachtet werden. — Die Montenegriner, mit denen der Pascha von Skutari sonst in so langem Kampf begriffen war, verhalten sich bis jetzt noch ganz ruhig, und haben keine Bewegungen gemacht. — In dem an Nordalbanien angränzenden Theil von Mazedonien, besonders in der Gegend von Skupi, ist die Insurrektion gegen die Pforte gleichfalls ausgebrochen. Man versichert, die dortigen Insnrgentcn haben durch die benachbarten Serbicr das Versprechen einer wirksamen Unterstützung erhalten, im Fall sie angegriffen werden sollten. Jamaika, den z. Nov. Die Stadt Carthagena wurde am 5. Okt. den Jndependenten überliefert, und General Navarez zum Gouverneur erwählt. Zu einer von dem Präsidenten Boli- var wahrscheinlich gegen Panama bestimmten Expedition wurden in verschiedenen Gegenden der Republik Truppen gesammelt, und es hieß, das Geschwader des Lords Cochrane würde den von Bolivar auf Panama zu machenden Angriff unterstützen. Der berühmte Commodore Aury, der eine so ansehnliche Anzahl spanischer Schiffe gekapert hatte, ist Ende Augusts in Old»Providence gestorben. Madrid, den 14. Dez. Es ist ein Kurier aus Andalusien angekommen. Seitdem geht das Gerücht Vaiasco habe Cordova besetzt, und marschiere mit der Armee von Cadix auf Madrid zu, woselbst er mit Mina zusammen treffen will. Niego hält sich ruhig i» Catalonien und scheint zum Frieden zu rathen. Sobald das Volk von dem Beschlusse der Cortes Nachricht hatte, brachen Geschrey, Zischen, Schwüre, Verwünschungen gegen den König, die Cortes, die Minister:c. aus. Die Unordnung stieg aufs Höchste. Man verhaftete mehrere Lärmer; unterdessen dauerte das Ge, löse bis zur Schließung der Thüren fort. Der König gieng nicht nach dem Prado. Unterdessen waren die Besorgnisse nicht ungegründet; als das Vorhaben des Königs zur Abreise bekannt wurde, hörte man schreyen, daß man die Fenster seines Wagens einwerfen, die Stränge seiner Maulthiere abschneiden, und ihm zum Dableiben nöthigen würde. (Hiedurch wird die Sage von einer Nevolutiou entstanden seyn.) — Saragossa war der Schauplatz neuer Unordnungen; der Streit hat in der Vorstadt St. Michael angefangen; von Steinen ist man zu Waffen gekommen ; die Milizen und die Bürger haben sich miteinander geschlagen; hingeschickte Truppen, um den Kampf zu beseitigen, wurden angegriffen; sie haben also Feuer gegeben, es gab Todte und Verwundete; die Gährung war aufs Höchste gestiegen. Der General Alava that sein Möglichstes, um die Fortschritte des Uebels zu hemmen. Mas versichert, daß es ihm gelungen sey, daß man aber den andern Tag geglaubt habe, man befände sich auf einem Schlachtfeld. Spanische Gränze, den 17. De;. Reisende bringen von Bayonne das Gerücht mit, daß bey dieser Stadt unverzüglich ein bcdeutendesTruppenkorps unterAnführung einesMarschalls sich zusammenziehen solle. Einige nannten als solchen den Herzog von Reggio, Andere den Herzog von Nagusa. Briefe ausParis, von Umgebungen des Generals Gudin, der früher in Bayonne kommaudirte, sollen dessen baldige Ankunft daselbst ankündigen. Es muß sich bald zeigen, welche Bewandtniß es mit diesen Sagen hat. Kurzgefaßte Nachrichten. Jüngst erschien ein Zirkulare, welches die schlechten Zwecke der Carbonari auseinander setzt, damit sich künftig Niemand mehr mir Unwissenheit entschuldigen könne. Es ward in allen Hausern vertheilt, und mußte von allen Wohnparteyen jedes Hauses unterschrieben werden. In einem Hause übernahm der Thürsieher das Zirkular, und unterschrieb es gleich mit dem Bemerken: „In unserm Hause haben wir nur 2 Carbonari, einen roth - und einen weißgefütterten." Carbonari heißen nämlich die neumodischen Mäntel mit verschiedenem farbigen Futter. — Herr Professor Leander van Eß hat Rechnung über die milden Gaben zur Bibelverbrei- rung abgelegt. Vom Jun. 1818 bis Dez. 1320 i.si der Teilbetrag 118,101 Flr. und mit den frühern Beyträgen 212,446 Flr. Damit sind 399,461 Exemplare des neuen Testaments, und 8749 der ganzen Bibel erkauft nnd vertheilt worden. — Rossini ist von dem Unternehmer der königl. Oper in London (dem sogenannten liin^s i'!ie»n'v), dem Buchhändler Ebers in Vondstreit für die nächsten Saison mit zc>oc> Pfd. engagirt. Durch die Bemühungen von Ebers, der erst sert einem Jahre dieser Unternehmung sich unterzogen, hat sich die große englische Oper zudem ersten Institute dieser Art in Europa empor geschwungen. Dienstag den 15. dieses Monats witd der Stadt - oder sogenannte Hirschgraben vom Gdgginger Thor bis zur Baumschule beym Rothen Thor vom 1. Marz 1822 an auf 9 Jähre unter derBedingniß verpachtet, daß sclbervon dem Pachter immerrein- lich erhalten werde, dagegen ist demselben gestattet, die Ebne deS Grabens, so weit es den Fes!ungswerken"unschadlich ist, zum Gemüßbau umzugraben. Pachtliedhaber belieben sich am bemeldten Tag Vormittags 11 Uhr in dem Militär - Administra- tions - Kommissariats - Zimmer in derJesuiten - Gasse dahier einzufinden. Augsburg, > den 2. Jan. 1822. Konigl. Kommandantschaft. v. Epplen, General. Unterzeichneter hat die Ehre, diesen Karneval! 5 Redouten zu geben; die bestimmte Tage sind folgende: Montag den 7. Jan., Montag den 14. Jan., Montag den21. Jan., Montag den 4. Febr., Montag den 11. Febr. Das Entre für jede Person ist 1 fl. 12 kr., Gallerie 24.tr. Der Anfang jeder Nedout ist AbeudS um y Uhr, Wozu sich einem hohen Adel und hochzuvcrehrenden Publikum bestens empfiehlt ___^ I. G. Schmid, Traiteur. ^ Herrn Neuper's gegenwärtigen Anfenthalcsorte wünscht zu erfahren Pfaffenbofen an der Jlm, den Zi. Dez. 1821. ' Leopold Fnrtmair. Joh. Wilhelin Hothum gcschworucn Kansters sel. Wittwe empfiehlt sich bev eintretender Karneva'szeit einem verehrungswürdigen Publikum mit ihrer schon bekannten, auch dieses Jahr vermehrten Masquen-Garderobe, und wird durch billige und schnelle Bedienung die Zufriedenheit des verehrten Publikums zu erhalten, sich möglichst bestreben. Wohnhaft Lit. C. Nro. 27z. nächst dem Srernkloster. _ Gestern gegen 4 Uhr Nachmittag wurde vom Komtoir der Abendzeitung bis zum Herrn .^ranzftlder, Buchhändler, ein im weißen Papier eingewickelter franzosischer Buchdrucker - Korrekturbogen, mit einigen verschnittenen Blattchen, verloren. Da an diesem Verlornen sehr viel gelegen ist, und doch Niemand etwas nützen kann, so ersucht man den Finder freundlichst, solches znm Herrn Geiger, Buchdrucker im Ar- men-Hausgaßchen, gegen Erkenntlichkeit zu übergebe». - Nro. 5. Samstag, den 5- Jan. Anno l8 22. ÄugsburgischeOrdlnanPostzeitung Von Staats, gelehrten, historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten. Mir allerhöchsten F>»-?'v^ c ?/. Redakteur: E. Frhr.v.Seida. Gedruckt ».verlegt von Joseph Anton Moy, wohnhast auf dem obern Graben in dem sogenannten Schneidhaus. Triesi, den 24. Dez. Von der Eroberung Artas am ambrakiotischcn Meerbusen ist nun die nähere Bestätigung eingetroffen. Sie ist aus einem Schreiben vom Kriegsschauplatz, nämlich aus Dragomeste in Akarnanien entnommen. Als diejenigen, welche sich dabei) durch kluge Anstalten und persönliche Tapferkeit am meisten ausgezeichnet haben, werden genannt der Kapitän Gianeky Nhangkos, der Kapitän Hiskos und der Kapitän Gogos. Der Kapitän Gianeky Nhangkos war der erste, welcher mit etwa 700 seiner Leute die steile Anhöhe des heiligen Thcodorus mit Sturm wegnahm, Hiskos nahm die Anhöhe mit der Windmühle, und Gogos die Brücke. Dieß alles geschah nach gemeinsamen Plan an einem und demselben Tage. Nachdem die beyden genannten Anhöhen, welche durch ein enges Thal von der Festung getrennt sind und sie beherrschend in den Händen der Griechen waren, richteten die Griechen von beyden Seiten das schwere Geschütz auf Einen Theil der Mauern, den sie besonders durch die Hilfe der Bomben zertrümmerten. Hierauf ward der Sturm beschlossen, und einmüthig, mit entblößten Schwertern drangen die Schlachthaufen durch die Bresche, und bemächtigten sich der ganzen Festung. Jsmael Pascha, welcher darinn eingeschlossen war, wurde zum Gefangenen gemacht, und wird in Fesseln von den Kapitanyes in Verwahrung gehalten. Hierauf theilten sich die Sieger, die eine Hälfte gieng, um die Belagerung von Prevesa, die andere, um die Belagerung von Voniza zu verstarken. Italienische Gränze, den 27. Dez. Man spricht von Aufständen in der Gegend von Usziterna und Novibazar. Es scheint aber nicht, daß sie bereits weit gediehen sind, indem mehrere Oberhäupter der Serbier bis jetzt allen ihren Einfluß angewendet haben, «m eine Insurrektion zu verhindern, wenigstens für so lange, als die Türken nicht anderswo hinreichend beschäftigt sind. Die türkischen Festungs -- und Fort-skommandanten sind übrigens auf ihrer Hut, und lassen die Fortifikationen der Plätze, in denen sie befehligen, gehörig ausbessern, so wie sie die Festungen verproviantiren lassen, um im Nothfall eine Belagerung aushallen zu können. — Ali Pascha hat seine Festung noch nicht verlassen^ allein das ganze Land zwischen Ianina und Arta ist jetzt iu, Besitz der Sulioren. Die Türken haben in mehreren Gefechten namhaften Verlust erlitten ; vorzüglich bey Zara Kobiza. Man erwartete täglich die Nachricht vom Fall von Arta. Zu Prevesa haben die Türken einen glücklichen Ausfall gemacht. Voi- Nizza war genöthigt, sich zu ergeben. Corfu, den 21. Nov. Die Zwistigkeiten derSulioten mit Ali Pascha sind ausgeglichen. Die Erster« haben, auf Anrathcn anderer Häupter der Griechen, sich gegen die Treulosigkeit des Paschas vorzusehen, im Verein mit den akarnischen Anführern ihre Anträge gemacht. Er, ihre Gewissenhaftigkeit bey Schwüren gut kennend, schlug dieselben aus. Die griechischen Häupter hatten in der That beschlossen, daß sie vor Allem den, für das Bündmß geleisteten Eid halten müßten, daß aber zugleich darauf bestanden werden ,m'ße, den Zweck zu erreichen, welche die Vefteyung des Landes von dem türkischen Joche ist. Ali Pascha wurde durch die Standhaftigkeit jener Anführer bewogen, in ihre gerechten Forderungen zu willigen. Ungeachtet des Verbotes haben die Jonier den Griechen mehr als 20,000 Gewehre mit Bajoneten geschickt. Havannah, den 12. Nov. Wir haben hier Nachrichten aus Mexiko vom iz. und aus Vera - Crux vom 29. Okt. erhalten. Ihr Innhait ist sehr wichtig, indem sie keinen Zweifel' mehr übrig lassen, daß die Jndependen; von Mexiko in der durch den Traktat von Cor- dova vorgeschriebenen Form begründet ist. Die Befreyungs-Armee, von Don Augustin de Jturbide angeführt, hielt am 27. Sept. ihren Einzug in die Hauptstadt von Neuspanien, von deren Bewohnern sie mit unbeschreiblichem Jubel empfangen wurde. General Jturbide verfügte sich sogleich nach dem Pallaste der Vizekönige, wo er Don Juan O'Donojhu antraf, und sich mit demselben, auf dem Balkon zeigte, vor welchem die ungefähr 15,000 Mann starke Armee vorbey defi- lirte. Sodann begab er sich in Prozession nach der Kathedralkirche, welche erleuchtet und ausgeschmückt war, und wo unter dem Donner der Kanonen und dem Laute« der Glocken ein Te Deum gesungen wurde. Nach beendigtem Gottesdienste bewirtheten die Behörden der Stadt beyde Excellenzen, welche Letztere sich sodann nach dem Theater begaben, und mit einem Enthusiasmus empfangen wurden, der nicht durch Worte ausgedrückt werden kann. Vater, Befreyer und ahnliche Namen ertönten von allen Seiten, als sich Jturbide der versammelten Menge zeigte. Am folgenden Tage wurde unter dem Vorsitze von Jturbide, der den Titel eines Generalissimus des Kaiserthums Mexiko zur 'See und zu Lande angenommen hatte, eine aus 5 Mitgliedern bestehende Negierung und eine Junta ernannt, von welcher letztern der Bischof von Puebla Präsident ist. Auch wurden die Minister und die die hohen Behörden bildenden Personen erwählt, welche sodann den Eid leisteten. Der einzige Flecken, der dem Mutterlande noch treu geblieben, ist das Kasiel St. Juan de Ullav, dwch welches Vera-Crux beschützt wird, das indessen, da es nur eintz Garnison von Z00 Mann besitzt, sich wahrscheinlich bald ergeben wird. Madrid, den 13. Dez. Ueber den zweyten Theil des Berichtes der Kommission der Cortes äußert sich eines unserer wüthenden Parteyblätter so: „Der zweyte Theil des Kommissions- gutachtcns hat die Hoffnungen der Patrioten getäuscht; der Jnnhalt desselben ist den Rechten des Volts wenig günstig, indem er der Macht Mittel der Unterdrückung an die Hand giebt, als: Beschränkung der Preßfreyheit :c. Der Schleyer ist zerrissen; nicht länger kann das Ministeriuni seine Absichten bergen, sie liegen offen da. Die Mehrheit des Kongresses wird einem Gutachten nicht beystimmen, das uns zu schrecklichen Uebeln führen kann; es handelt sich nicht mehr um leere Theorien, um dunkle Phrasen ; das Ministerium hat die Spaltung der Spanier beschleunigt, und die Brände der Zwietracht und des Bürgerkriegs geschleudert; es hat die richterliche Macht an sich gerissen, und sich über das Gesetz gestellt; es ist auf zu schönem Wege, um umzukehren, und es wird es dahin bringen, uns Alle an seinen Leichenwagen zu fesseln! Gesetzgeber! Euch liegt die Pflicht ob, diese Uebel zu untersuchen und zu heilen; das ganze Ministerium muß fallen, oder die Freyheit ist hoch gefährdet! Die Menschen, die letztere lieben, haben ihre Blicke auf Euch gerichtet; Spanien erwartet mit Bangigkeit Eure Entscheidung; Europa ist da, um Euch zu richten!" Quiroga hat in der gestrigen Sitzung gesagt: „Gewisse Journale suchten dem Volke Besorgnisse einzuflößen, indem sie von Republik, von Freymaurern, von Communeros, von Exhattndos sprächen; das seyen aber lauter leere Worte!" Wer indessen die Gährung der Gemüther hier beobachtet, wird Mühe haben, ihm Glauben beyzumessen. — Navarra ist in offenem Ausstände ; Alles erklärt sich gegen die neue Ordnung der Dinge; schon stehen 1200 Mann bey Pampeluna, gut bewaffnet und gekleidet versammelt; eine Junta, die sich apostolisch nennt, leircc ihre Schritte; sie selbst hat ihren Sitz zu Nuncal au der französischen Gränze. Zwar zieht Lopez-VannoS mit etwa 5 bis 600 Mann vonSt.Se- bastian undVittoria, und General Alava mit eben so vielen ausArragonicn gegen die Insurgenten; wie man aber sieht, siud beyde Erstere zusammen nicht starker «ils Letztere. Bisher ist nichts vorgefallen als ein Scharmützel zwischen den Insurgenten und einer gegen sie von Pampeluna ausgerückten Abtheilung des Regiments Toledo; Letztere zog den Kürzern, und mußte sich nach Pampcluna zurück ziehen. Zu Escombery soll auch ein Gefecht zwischen einer Guerilla Insurgenten und den Truppen vorgefallen, und einige ic>u Menschen geblieben seyn. Eine andere Guerilla erschien zwischen Leso nnd Oyarsumaufder große« Heerstraße. Man glaubt, daß auch die baskischen Provinzen, Guipuscoa, Alava und Biscaya, allgemein aufstehen werden; in ersterer soll sich schon zuVergara eine Bande Jnkonstitutionel- ler gebildet haben:c> — So eben erfährt man, daß im Lazaret von Behobie einige 40 bemittelte Personen ankamen, die sich aus Madrid nach Frankreich flüchte» wollen. Frankfurt, den zi. Dez. Seit gestern geht hier, nach. Ankunft einer Estafette von Wien, die nncrwar- tete Nachricht von Mund zu Mund, daß die Pforte in die Bedingungen des russischen Ultimatums gewilligt habe, und mithin der Ausbruch eiues Krieges nicht mehr zu besorgen sey. Das Schreiben, das die Estafette überbrachte, lautete angeblich so: „Wien, den 25. Dez., Nachts 12 Uhr. Ein heute hier angekommener Kurier bringt die wichtige Nachricht, daß das türtische Ministerium das russische Ultimatum angenommen habe. Diese Nachricht verbreitete sich mit unglaublicher Schnelligkeit, und ungeachtet des heil. Christfeyertages stiegen die Staatspapiere bedeutend. Abends ward diese wichtige Neuigkeit mit dem Zusätze bestätigt, daß der Großherr das rutsche Ultimatum am 19. Dez. angenommen habe. Nähere Nachrichten werden wahrscheinlich morgen gegeben werden können." Man kann sich vorstellen, welche Bewegung diese Neuigkeit bey der hiesigen Handel^welt, besonders bey den Papierhandlern und Macklern veranlaßte. Ungeachtet es Sonntag war, wurden doch viele Geschäffte in Staatspapieren gemacht, nnd man ist sehr neugierig auf die heutige Börse. Indessen findet die ganze Sache noch viele Zweifler. Unwahrscheinlich erscheint es unter Andern,, daß man zu Wien den 25. Dez. habe wissen können, was den 19. in Konsiantinopel vorgegangen, indem ein Kurier, wenn er auch noch so schnell den Weg von Bosporus bis zur Kaiserstadt der Donau zurück legt, gemeiniglich 12 Tage beda.f. Es muß sich bald zeigen, was an der Sache ist; sollte bis morgen keine Bestätigung von Wien kommen, so hätte man einen neuen Beweis, welche Mittel in unsern Tagen angewandt werden, ein ganzes Publikum zu hintergehen, um selbstsüchtige Zwecke zu erreichen. Vom Lech, den 1. Jan. Im 8pectsteur oriomal von Smyrna vom 7- Nov. liest man Folgendes: Am 2. Okt. steckte die türkische Flotte Galaxidi in Brand; alle im Haven befindlichen Schiffe wurden genommen oder verbrannt. Zwey tausend Albaneser, welche durch die Kapitulation vor Tripoliza die Erlaubniß erhalten hatten, sich mit Waffen und Gepäcke nach Gasiuni zurück zu ziehen, wurden von 3000 Griechen, welche sie eskortirten, inFolgc eines zwischen beyden Korps sich erhobenenStrcites ermordet. Am 3. hörte man in der Gegend von Patras eine starke Kanonade; Missolunghi wurde am nämlichen Tage bombardirt; auch die Stadt Voliza litt sehr. Am nämlichen Tage wurde die Festung Tripoliza mit Sturm erobert. Alle darinn befindlichen Türken mußten, mit Ausnahme der Anführer, über die Klinge springen. Letztere verdankten ihr Leben nur der Hoffnung der Hellenen, durch sie die Üebergabe der andern Plätze, welche die Türken noch in Morea inne haben, zu erwirken. Obgleich die türkische Flotte viele Besorgnisse einflößt, so ist man in Morea in dieser Hinsicht doch weniger beunruhigt, als man glaubt, weil man beynahe die Gewißheit hat, daß die Türken keine Landung daselbst wagen werden, so stark sie auch seyn mögen. Die Landenge von Korinth ist wohl befestigt; die Griechen befürchten nichts von dieser Seite. Modon, Koron, Napoli de Nomania, Koriitth und Patras find blocttrt. Alle Anstrengungen der Griechen werden gegen Korinth gerichtet seyn, wo, wie man versichert, die türkischen Schätze von Morea aufbewahrt sind. Der Plan des Fürsien Demetrius Ppsilanu geht dahin, nach dem Rückzug der türkischen Flotte 8000 Mann, von einein gewissen Ballistre befehligt, nach der Insel Kreta aufbrechen zu lassen, wo sie ihre Landung zu Askafia bewerkstelligen sollen; 20 der stärksten Fahrzeuge der vereinigten Flotte sollen alle Haven der Insel zu Wasser blo- ckiren. VonZeit zu Zeit werden sie dieBelagerten durch kleine Kanonaden beunruhigen, um die Türken in Athem zu erhalten, und sie zu verhindern, allster ihrenFestungen thätig zu seyn. In der Zwischenzeit werden sich dieSfachioten so viel möglich nahern. Um die Blockade zu Lande vollständig zu machen, und griechische Truppen werden zu Thodorus unter Voutier's Befehlen landen. (Thodorus ist nicht weit von Kanea entfernt.) Dieses Korps wird mit Haubizen und Kanonen versehen werden, den Platz zu beschießen; überhaupt werden alle Anstrengungen nach dieser Seite gerichtet seyn. Zur nämlichen Zeit sollen 5 von der Admiralität von Hydra ausersehene Schiffe die Inseln umsegeln, um die Primaten zu nöthigen, wenigstens die Hälfte des Tributs zu bezahlen, den der Großhcrr sonst erhob; die andere Hälfte soll zu gelegnem Zeiten bezahlt werden. _ ^_ (Bekanntmachung.) Am 14. dieß Monats wird in dem Gebäude der kon. Porzellan-Niederlage eine Parthie Perlen aus den Perlenbachen des Unterdouau - und Regenkreises an die Meistbietenden gegen baare Bezahlung versteigert. Die Lizita- tion beginnt Morgens um y Uhr, und wird um 2 Uhr Nachmittags fortgesetzt. München, den 2. Jan. 1822. Kbnigl. General-Bergwerks-Sali-ien-und Münz-Ad- . rninistrarion. __ v. Eberl. — Braun, Sekretär. Nachdem ich die allerhöchste Bewilligung zu Errichtung einer Weinhandlung erhalten habe, so gebe ich mir die Ehre, einen hohen Adel und verehrungswürdiges Publikum in Kenntniß zu setzen, daß meine Handlung von heute an ihren Anfang/ nimmt. Ich empfehle mich daher zu einem geneigten Ansprüche, denen ich mich durch reele und billige Bedienung würdig machen werde. Augsburg , den 1. Jan. 1822. Anton Eheverry, Lit. F. Nro.zyc). in der Jesuitengasse. Ein Mann von allgemein bekannter Rechtschaffenheit von etwa Zo Jahren, voll Thätigkeit, des Feldbauens, der Behandlung der Pferde, wie auch des Viehes vollkommen kundig, ohne Kinder, und dessen Frau alle wirthschaftlichen Kenntnisse besitzt, wünscht irgendwo als Hausmeister oder Verwalter, um so mehr, da er eine sehr schone Handschrift schreibt, und im Rechnen vollkommen erfahren ist, unter annehmbaren Bedingnisscn angestellt zu werden; ist auch bereit, aufVerlangeu Kaution, samt den Herrschaft!. Zengnissen zu leisten. Das Weitere ist zu er fahren Lit.C. Nro.240. Bey PH. Bronner in Eichstärr ist erschienen: Wirtmann, Jos., Kanzelrede bey der den zo. Sept. angeordneten Konkordatsfeyer in der Stadtpfarrkirche zu Hilpolt- stein. F. 6 kr. I» Kommission bey P. P. Bolling da bier. _ Es ist in einer Landstadt Baierns eine fast vollkommene Apotheken - Einrichtung zu verkaufen, und im Laden Lit.C. Nro.z. dahier kann davon ein Verzeichniß nebst dem Anbot eingesehen werden. _^_^__ Sonntag als am heil, z Konigsrage wird bey Unterzeichnetem Tanzmusik gehalten , wozu sich höflichst empfiehlt ' I . B. W-ntrich, Gastgeber zu z Rosen. Sonntag als am z Kbnigsfeste wird bey Unterzeichnetem Tanzmusik gehalten, «0M ein verehrungS.vürdiges Publikmn ergebenst einladet G-.'vrg Krbner, Gastgebe r zu den z Kö nigen. Unterzeichneter ha; die Ehre, Sonnrag den 6. dieß Tanzmusik zu geben, wozn iggebenst einladet F'. Bergdolt / Gastgeber zum goldenen Posthorn. Nro. 6. Monwg, den 7. Jan. Anno 1822. IlugsburgischeOrdinariPostzcitung Von Staats, gelehrten/ historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten. Mir allerhöchsten ^ ?- ?' ^ / e Redakteur: E. Frhr. v. Seida. Gedruckt u. verlegt von Joseph Anton Moy, wohnhaft auf dem obern Graben in dem sogenannten Schneidhaus. München, den 3. Jan. Die Flora schreibt: „Bereits bey der letzten Stände-Versammlung wurden Entwürfe vorgelegt, aufweiche A"t die Einführung der im Nheinkreise bestehenden Institution des Landrathes im ganzen Königreiche in einem verhältnismäßigen Wirkungskreise zu Stande gebracht werden könnte. Se. königl. Majesiar wollten Ihren geliebten Unterthanen dadurch einen wiederholten Beweis Ihres väterlichen Wohlwollens geben, indem Sie am 1. Jan. d. I. die Verwirklichung dieses Landrathcs zu beschließen, den Ständen des Reichs damit entgegen zu kommen, und gleichsam als einen Nenjahrswunsch für die ganze Nation durch das Regierungsblatt bekannt machen zu lassen geruhten. Jeder Kreis wird dadurch in den Stand gesetzt, alles, was das rege Leben, nämlich die Landwirthschaft, die Gewerbe und den Handel betrifft, aus dem Munde derjenigen, die es zunächst angeht, wahrhaft ins Auge zu fassen, und die Wünsche und Anträge seiner Bezirke auf dem verfassungsmäßigen Wege zur höchsten Kenntniß zu bringen. Alle gutgesinnten Baiern werden mit dem innigsten Dankgefühl dieses neue Band der.Liebe ergreifen, wodurch sie immer näher und enger mit dem Herzen ihres hochgelicbren Souveräns vereint werden." Konstantinopel, den 11. Dez. Seit mehreren Tagen ist die Ruhe in dieser'Hauptstadt so ziemlich hergestellt, obgleich alle Straßen von bewaffneten Muselmännern wimmeln. Die Unterhandlungen der Minister von Oesterreich und England zu Erhaltung des Friedens dau- ren fort, allein es verlautet nichts Entscheidendes darüber. Obgleich die Pforte bekannt machen ließ, daß der Schah von Persien die Kriegserklärung und den Einfall seines Sohnes in Kurdistan mißbillige, so glaubt man hier noch nicht recht daran, weil den neuesten Nachrichten vom 26. Nov. zufolge die Perser noch bey Kars und Erzeruin gelagert waren. Semlin, den 24. Dez. Cassandra ist wirklich in Händen der Türken, wie ganz zuverlaßige Berichte melden. Die ganze christliche Bevölkerung hatte sich jedoch vor dem Einrücken der Türken nach allen Seiten geflüchtet, so daß diese Alles leer fanden. Corfu, den «. Okt. Auf Zante undJthaka ist die Ruhe noch nicht hergestellt; auf Cephalonien und Cerigo aber der Aufstand gedämpft. Ueberhanpt wird das Neutralitäcssystcm der jonischen Inseln strenger als je, auch gegen die Türken, befolgt. Hinrichtungen und Verbannungen sind leider noch an der Tagesordnung. Man erzählt hier, unser hoher Protektor König Georg IV- habe das strenge Benehmen unseres jetzigen Lordkommissärs gemißbilligt, und man hofft, dieser werde bald durch einen andern ersetzt werden. Madrid, den 17. Dez. Wir haben hier Briefe aus Cadix bis zum 11. Dez. Die Stadt war äußerlich ruhig. Von Zeit zu Zeit liefen Glückwünschungsschreibcn zur Addresse vom 29. Okt. und von den patriotischen Gesellschaften der „Virtuosos Descamisados" von Carthagena, Valencia, Murcia :c. Zuschriften an den Xefe politicv ein, worinn 5e erklärten, sich mit Cadir zur angeblichen Aufrechthaltung der Konstitution föde- riren zu wollen. Während dieser Zeit aber zeigt sich in Navarra und Arragonien ein Schwindelgeist anderer Art; zu Caspe^, Callatayud, Huesca und Alcanniz hat man Konstitutionssteine umgeworfen, und dabey: „Es lebe die Konstitution! Aber Tod den Republikanern!" gerufen. Man hat hie und da die freywillige Miliz entwaffnet, und die eifrigsten Konstitutionellen eingekerkert. Es ist kein Zweifel, daß hier geheime Triebfeder» spielen, und die der Regierung zugekommenen Berichte bezeichnen mehrere Geistliche, wovon einige von Bayonne heimlich nach Spanien zürück gekehrt, als die Häupter der Unruhen. Aus ihrem Benehmen sollte man schließen, daß sie ihre eigentlichen Plane noch nicht ganz an den Tag legen, sondern bloß die Gemüther, auf die sie Einfluß üben, vorbereiten und zur Folgeleistung gewöhnen wollen. — Aus Corunna sind unterm 12. Dez. Nachrichten angenehmern Znuhalts eingelanftn. General Miua hat, im Einverständnisse mit seinen untergeordneten Offizieren, den Militärbcfthl über Gallizien dem Marschall del Camps und Genieinspcktor Dou Namon-Lopez abgegeben, und den von der Negierung ihm zum Nachfolger gesetzten General de Larre^ (der bekanntlich sich an die Spitze der gallizischen Städte setzte, die es nicht mit Mina und Corunna halten wollten) feyerlich anerkennen lassen. Paris, den 29. Dez. Die Pairskammer nahm gestern den vou der Deputirtenkammer ihr zugestellten Gesetzcscntwurf wegen Bewilligung der provisorischen 3 Srenerzwölftel einmüthig an, und ernannte durchs Lvos eine große Deputation, um den König zum neuen Jahre zu beglückwünschen. — Das allmächtige russische Neich, sagt dieQuoti- dienne, wagt eine ausgedehnte, alle seine Hilfsmittel ansprechende Unternehmung. Urtheilt man nach den vorigen Kriegen, und vorzüglich nach dem von 1770, so hat man einen langen hartnäckigen Kampf zu gewarten. Unwegsame Gegenden, kahle Felder, HungerundÄrankheit werden den Türken machtige Hilfe leisten. Die mvscovitischcn Heere haben bisweilen über die Donau gesetzt, nie aber sind sie in die nördlichen Provinzen der Türken weit vorgerückt. Zahllose Hindernisse zwangen sie bald zum Rückzug, Romanzow hat der Gefahr solcher Unternehmungen am kühnsten getrotzt; der Titel Transdanubianer wurde ihm daher beygelegt, und dieser prachtige Bcynamen beurkundet die Gefahren eines Kriegs, der zum Zweck hat, das Herz des byzantinischen Reichs zu verwunden. Die Politik des Petersburger Kabinets ist nicht mehr zweifelhaft; sie will über die weibischen Nachfolger Maho- meds II. das Loos der Commenen verhängen. Werden die Russen Herren der Gestade des Vosphorus, so werden sie wahrscheinlich diesem Triebe nach dem Orient, ihrer Stammgegend hin, bald folgen. Ihre Sitten, ihre politischen und Handelsverhältnisse werden das Gepräge einer solchen Veränderung tragen. Die Nothwendigkeit ihre neuen Besitzungen zu behaupten, und das besiegte Volk daraus zu verdrängen, wird ihre ganze Sorgfalt und Macht erfordern. Auf diefe Weise hätte künftig ihre Negierung im westlichen Europa nicht mehr das Uebergewicht, daß sie seit derTheilung Polens, und besonders fettig^ erlangt hatte."— Seit einiger Zeit haben Uebelwollende eine neue Verschwörung gegen die Regierung unternommen. Sie hatten sich vorgesetzt, durch einen schnellen Streich das Schloß in Saumur wegzunehmen. Der General Iamin vereitelte jedoch dieses Unterneh.- men, von dem er zurrechten Zeit in Kenntniß gesetzt wurde, indem er am 2z. von Angers aufbrach, und mit 2 Kompagnien des 44sien Linienregimentsnach Saumur marschirte, wo am 2z. 8 Unteroffiziere der Militärschuie, dann ein Adjutant, so wie ein Scrgeantmajor desselben Regiments verhaftet wurden. Im Augenblicke der Ankunft der Truppen rettete sich ein gewisser Delon, der als ein Hauptansiif- ter des Komplotts bezeichnet wurde, du- ch die Flucht. Die Untersuchung der Verschwörung ist den Militärgerichten übergeben worden. Petersburgs den n. Dez. Die Kriegszeitung giebt ausdeutschen Blättern einen belehrenden Bericht für diejenigen, welche es in dieser entscheidenden Periode sich sehr angelegen seyn lassen, die inneren Kräfte des türkischen Reichs möglichst herabzusetzen, nicht beachtend, daß sie dadurch der Sache, welcher sie zu dienen vcrmcynen, eher schaden als nützen. „Stolze Verachtimg seines Gegners ist gemeiniglich der Vorbote einer sichern Niederlage." — Das sehnlichst crwarcere Manifest ist bis jetzr noch nicht erschienen; der Krieg bleibt indeß unbezweifelt. Die allgemeine Meynung, wie der allgemeine Wunsch sprechen sich in ganz Nußland laut dahin aus. Die Russen werden diesen Krieg wegen Zerstörung der Kirche ihrer Glaubensgenossen für eine hei» ligen Krieg halten, und wie Löwen fechten. — Am Z. dieß ist der Befehl ertheilt worden, 12 Regimenter Kosacken zu Uhlanen zu organrsiren. ' Von der Weichsel, den iü. Dez. Ein merkwürdiges Naturereignis; hatte zu Krakau am Zo. Nov. Statt. Gegen 4 Uhr ficng es zeitweise zu regnen an, bis zwischen 4 und 5 Uhr von Nordost Blitze, Anfangs von leichtem Donner, bald aber von heftigen Donnerschlägen, Sturme und leichtem Hagel begleitet, bemerkt wurden. Als die schwarzen Wolken seitwärts der Stadt vorüber zogen, gieng die Sonne in solcher Helle und mit einem so eigenen Lichte unter, daß Häuser und Thürme von weißem Feuer erleuchtet schienen. Eine Viertelstnnde später erhob sich ein heftiger Sturm, und Blitze und Donner leuchteten und brüllten ringsum. Leute, die eben auf dem Wege nach Krakau waren, können das Schaudervolle und Gefährliche dieses Naturereignisses nicht genug beschreiben. Das Feuer schien vom Himmel nieder - uud wieder aufzusteigen, und zeigte sich in den Farben des bengalischen Feuers; auch bemerkte man von der Ost - und Nordseite viele in Flammen stehende Gebäude. Vom Mayn, den z. Jan. Unter der Aufschrift: Frankfurt, den 27. Dez. schreibt der niederrheinische Kurier: „Ich habe Ihnen eine große Neuigkeit zu melden. „„Der Krieg gegen die Türken ist, in vollkommenem Einverständnisse der 5 großen Mächte, beschlossen worden."" So lauten nämlich durch außcrordencliche Gelegenheit hier angelangte Briefe aus Wien, deren Glaubwürdigkeit nicht zu bezweifeln sind. Indessen scheint es, daß diese Nachricht vielmehr einen veränderten Entschluß des öster- reichischen Kabinets anzeigen, als daß ein förmlicher, vom russischen Kaiser rati- fizirter Vertrag der 5 großen Mächte abgeschlossen sey. Auch kann das Einversiänd- niß sich wohl nicht weiter als auf den „Zweck" erstrecken. Sollte dieser erreicht seyn, dann dürften, bey einer etwaigen „Theilung", sich die größten Schwierigkeiten ergeben. Auch ist nicht abzusehen, welche Entschädigungen Frankreich und Preußen, bey den gemeinschaftlichen Anstrengungen, erhalten sollten. Dem sey nun, wie ihm wolle, so ist wenigstens so viel gewiß, daß Fürst Metternich sich schmeichelt, die bisherige Einigkeit der 5 großen Mächte werde durch den Krieg gegen die Türken nicht gestört werden ; vielmehr soll diese Einigkeit im anderweitigen Kampf gegen unruhige Völker neu befestigt werden. Trient, den 2 z. Dez. Nach zwey Monaten eines beständigen, von keinemWolkchen getrübten zweyten Frühlings, wo Blumen im Freyen, und allenthalben frisches Gras sich zeigte, auch noch immer Schmetterlinge herum flatterten, finden wir uns seit zwey Tagen auf einmal im tiefen Winter. Dieser begann also Heuer ganz richtig mit der in Kalendern ausgesprochenen Angabe des Winter - Anfangs. . Bregenz, den 25. Dez. In der verflossenen Nacht wüthete in der hiesigen Gegend ein fürchterlicher Sturm, der Dächer abtrug. Bäume entwurzelte, und auch auf dem Bodensee bedeutenden Schaden angerichtet haben dürfte. Kitzbichl, den 27. Dez. Die heurige Cbristnacht war in unserer Umgegend wirklich sehr merkwürdig, es erhob sich mitten in der sonst so rauhen Winterszeit, wo jetzt ringsum die Flureu von Schnee fast gänzlich entblößt sind, und worauf die Vieh-Hecrden ununterbrochen weydeten, von Süden herauf ein fürchterlicher Sturm, gerade in der heiligen Stunde der Mitternacht. Donnerähnliches Gebrülle mischte sich in das Klirren der Fenster und in das Krachen der in ihrer Grundfeste erschütterten Gebäude. Am schrecklichsten hauste dieser Sturm auf den Dächern , deren Schindeln und Steine, mit welchen erstere beschwert werden, mit größter Gefahr der Herumgehenden auf die Platze und Gassen geschleudert wurden, daß sie dicht den Boden bedeckten. — Vorzüglich aber tobte dieses Ungewitter in der Gegend vom Jochberge, wo es weder eines Hauses noch eines andern Gebäudes schonte. Ja viele, sehr viele wurden ihrer schützenden Hülle, der Dächer, gänzlich beraubt. Auch ganze Parthien von Wäldern wurden hingestreckt und zersplittert. Die stärksten und mas- ^vsten Eichen, die Jahrhunderte dem Sturme trvtzten, wurden entwurzelt und zerschmettert. Die ältesten Manner erinnern sich nicht, je ein so fürchterliches Schanspiel gesehen zu haben. Der dadurch verursachte Schaden ist sehr groß; «och weiß man bis jetzt noch nichts, daß dabey ein Mensch verunglückt wäre. Dank der Vorsehung! Augsburg, den 5. Jan. In unserer Stadt, die sich von jeher durch regen Sinn für Werke der Wohlthätigkeit rühmlichst auszeichnete, ist die Errichtung einer Ersparnißkasse, zu deren Begründung die berühmten Wechselhauser, Joh. Lorenz Schäzler, Carli undComp., G. G. Süßkind und Wohnlich und Fröhlich, sich vereinten, und vorläufig eine Summe von 50,000fl. in fünfprozentigen baierischen Staatspapieren zusammen schoßen, von der kon. Kreisregierung genehmigt und die Statuten derselben bestätigt worden. Der Zweck dieser am 2. Febr. 0.1. zu eröffnenden Wohlthätigkeitsanstalt ist, den weniger bemittelten Einwohnern, und vorzüglich der dienenden und arbeitenden Klasse, Gelegenheit darzubieten, ihre Ersparnis in sichere und Zinsen tragende Verwahrung zu bringen, und sich so einen Nothpfenning zu schaffen. Die Anstalt, die sich vor allen ihrer Art, außer vollkommenster Sicherstcllung, durch einen hoher» Zinsfuß auszeich- vet, hat die gerechteste Ansprüche auf die achtungsvolle Anertenung aller Menschenfreunde, so wie auf den wärmsten Dank derjenigen, denen sie zunächst gewidmet ist, (Bekanntmachung.) Von der unterfertigten Behörde werden am Mittwoch den 16. dieß Monats auf dem Salzstadel bey heil. Kreuz iu Augsburg von dem dortselbst aufliegenden Roggenvorrath von iHiy Zoo Schaffe! im Wege öffentlicher Versteigerung, unter Vorbehalt höchster Ratifikation, verkauft. Kaufsliebhaber haben sich am bemeldten Tage Vormittags 10 Uhr auf genanntem Fruchtkasten einzufinde». 'Zusmarshausen, den z. Jan. 1822. K. b. Rentamt. S chellhorn , Rentbeamter. Die auf den 14. dieß angezeigte Perlenversteigerung in München kann nicht vor sich gehen. ' K. G. B. S. u nd M. Administrati on. Unterzeichnerer hat die Ehre, diesen Karneval 5 Redouten zu geben; die bestimmte Tage sind folgende: Montag den 7. Jan., Montag den 54. Jan., Montag den 21. Jan., Montag den 4. Febr., Montag den n. Febr. Das Entre für jede Person ist 1 fl. 12 kr., Gallerte 24 kr. Der Anfang jeder Redout ist Abends um 9 Uhr, wozu sich einem hohen Adel und hochzuverehrenden Publikum bestens empfiehlt ^_ > __ I. G. Schmid, Traiteur. (Auffoderung.) Ich fodere hiemit Herrn ^. W., auf, seine bewußte Verbindlichkeit gegen mich in-kürzester Zeit z» vollziehen, widrigenfalls ich gezwungen wäre, Obgedachten öffentlich prostituiren zu müssen. Bogen, den 22. Dez. 1821. Joh. Bapt. Fleischm.i nn, Landgerichts - Apothe ker. ' In Lir. D. Nie. 158. auf dem Kesselmarkt ist ei» guter und geräumiger Sommerkeller ju vermiethen. - Nro. 7. Dienstag, den 3. Jan. Anno 1822. MgslnirgischeOrdlnariPostvcttllng Von Staats/ gelehrten, historisch- u. ökc Ä'.-üschcn Neuigkeiten. i r aller höchsten ? ^ ? ^ ? / ^ Z ? e ?/. Redakteur: E. Frhr. v. Seida. Gedruckt u. verlegt von Joseph Anton Moy, wohnhaft auf dem obern Graben in dem sogenannten Schneidhaus. München, den 6. Jan. Eine königl. Verordnung vom 22. Dez. im Jntelligenzblatte für das Königreich Baiern betrifft die Forstbezirkscinthcilung und äußere Forsidicnst-Einrichtung in den Sraatswaldungen. — Eben dieses Intelligenzblatt meldet die Verleihung der Neichsrathswürde an den Herrn Bischof zu Augsburg, Joseph Maria Freyherrn von Fiaunberg, nachdem der Bischof zu Negensburg, Herr von Wolf, diese Würde wegen seines Gesundheitszustandes und vorgerückten Alters rcsignirt hat. — Ferner zeigt dasselbe an^ daß Se. Majestät der König den Finanzrath und Bankier zu Augsburg, Johann Lorenj Schäzler, nebst seiner Descendenz beyderley Geschlechts, auf erfolgte legale Nachwcisung seiner direkten Abstammung aus dem uralt ritterbürtigenGeschlcchte der Freyherren Schäzl zuHermannsperg, Wazmanns» dvrf und Türnau, und in Anerkennung seiner mehrjährigen, mit uncrmüdeter Thätigkeit und Patriotismus, besonders um seine Mitbürger sich erworbenen viel' fettigen Verdienste, in den Freyherrnstand seiner Vorfahren zu reassumiren geruht haben. Wien, den 1. Jan. Die Nachrichten des Specrsteur viiemsi aus Smyrna (bekanntlich erscheint »ieses Blatt in Smyrna unter den Augen der dortigen türkischen Behörden) v»m Ende Nov. lauten höchst traurig, „«seit 6 Monaten, sagt er, stehen wir auf einem Vulkan; aber die Graucl vom 20. und 21. Nov. haben selbst die vom 16. Jun. übertrossen. Dießmal haben die Mörder, müde immer dieselben Opfer zu treffen, sich auch an die Franken gemacht, und nur die Furcht vor den auf der Nhede liegenden europäischen Kriegsschiffen hat sie Anfangs noch etwas im Zaume gehal. ten. Schon am 17. Abends wurde mitten im frankischen Quartier ein Slavonier, ein österreichischer Unterthan, von einem Türken ermordet, und der Mörder nahm sich nicht einmal die Mühe, sich zu verbergen, so sicher war er, nicht bestraft z« werden! Der österreichische Konfnl forderte Genugthuung; vergebens! Die folgenden Tage wurden noch mehrere Franken mißhandelt und bedroht. Da faßten Letztere den Entschluß, nicht anders als bewaffnet auszugehen, und die Konsuln konnten dagegen nichts einwenden, da die Umstände es erheischten. Die Türken wurden wüthend, als sie diesen Entschluß erfuhren, und verschworen sich in ihren Quartieren zum Untergange der Franken und zum Verderben der Stadt. Man erhielt davon am 19. Kunde, und eine düstere Unruhe bemächtigte sich aller Gemüther. Die europäischen Schiffe, benachrichtigt von den Anschlägen der Türken, näherten sich der Nhede, und die Franken hielten sich zur Vertheidigung bereit. Der Tag vergieng indessen ruhig ; allein beym Einbrüche der Nacht kam es auf dem Kai des Fischmarktes z» einem Handgemenge zwischen betrunkenen Türken und einigen Europäern von gemeinem Stande. Jene feuerten, diese auch; von diesen blieb ein Italiener; ein Neger, der es mit den Türken hielt, wurde tödtlich verwundet; Andere leicht. Die Wache wollte Frieden stiften, wurde aber zurück geworfen. Die Bestätigung, daß die Franken verborgene Waffen trugen, gieng wie ein Lauffeuer durch die Stadt, und erbitterte hie Türken. Mit Mühe konnte die Obrigkeit ei- «em nachtlichen AngrissvorbeugM; für den folgenden Tag aber schien eine blutige Krisis unvermeidlich. Wirklich graute kaum der Morgen des 20. Nov. als Banden von Mördern durch das Quartier der Frank«, stürmten. Einig: 40 linechen, die aus verschiedenen Vorwanden in der Zitadelle gefangen saßen, wurden ihnen ausgeliefert und ermordet. Die Mordthaten waren um so zahlreicher, als es gerade Festtig war, und die Glichen zutrauensvoll sich in die Kirchen begaben. Im Quartier der Franken begn'gten die Türken chsi mit warmen und Drohen; das feste Betragen der Franken und die an den Kais liegenden bewaffneten Schaluppen der europäischen Kriegsschisse hielten die feigen Mörder in Schranken. Im Innern der Stadt dagegen fiel man über die Griechen her; die griechischen Gä.:.:er empfanden vorzüglich die Mordsucht der Türken, und in den einsamem Gegenden fielen auch einzelne Franken. Gegen ic> Uhr Vormittags sendete der Vassa, der für sich selbst zu fürchten begann, einen Offizier mit einer freundschaftlichen Note an die europäischen Konsuln ab, und genehmigte die Antwort, die sie ihm znfertigten. Am 2. Jan. war hier der Mittelpreis der Staatsschuldverschreibungen vom Jahre 1816 zu 5 Prozent in Silbermünze 7z zs4; der iprozentigen Obligationen 14 3s4; der Hoffammer-Obligationen vom Jahre 1815 zu 2 is> Prozent 36 7s8; der Wiener Stadt - Banko- Obligationen zu 2 is2 Prozent 35; der Curs auf Augsburg 99 is4 Ufo; Konventions. M. 249 /s8 '.Bankaktien 630 4sz. Von der Donau, den zc>. Dez. So lange der Jsolirungskricg der Hellenen dauert, bis die europäische Politik sich zur Theilnahme entschlossen har, kann man sich auf die widersprechendsten Nachrichten gefaßt machen, erstens haben die Türken nöthig, zur Erhaltung des Muths ihrer Truppen, aus jeder Mücke die ihnen in das Netz fliegt, einen Elephanten zu machen, wie es mit den verdächtigen Vortheilen ihrer fliehenden Flotte der Fall war, und nun wahrscheinlich mit der Einnahme von Cassandra, die der Capidchi- Baschi von Salonich, dem Pascha von Widdin ohne Angabe des Tags gemeldet haben soll, der Fall seyn wird. Zweytens erfordert es das Interesse der Spekulanten auf Staatspapiere, daß der Krieg entfernt scheine, und wo möglich die Fortschritte der Griechen unbedeutend. Daher so viele Versicherungen, daß der Di- van das russische Ultimatum angenommen habe, welche am nächsten Tage sich als falsch bewähren, und 2 Tage hernach von neuem aufgewärmt zu werden. Wir bleiben bey unserem Satze: es giebt Krieg, auch wenn die Türken das Ultimatum annehmen, weil seine Exekution nicht so ruhig ablaufen kann, als die Deliberation des Divan; es giebt Krieg, nicht um die Hellenen frey zu machen, so großmüthig ist die heutige Diplomatik nicht, sondern weil es Nußlands Interesse erheischt, weil eS Niemand ernstlich hindern kann, und wahrscheinlich Niemand als England, ernstlich hindern will. Wir wollen nicht behaupten, daß die Griechen nicht wirklich frey werden, denn auch ihre Einverleibung in das russische Reich würde Freyheit für sie seyn, im Gegensatze mit dem Joche der türkischen Despotie. Wir wissen nicht einmal, ob für das Wohl der Griechen eine Uebergangsepoche von ihrem Nevolutions- zusiande zu ihrer Unabhängigkeit nicht vortheilhaft wäre, denn im Grunde wäre bey ihrer Schwäche diese Unabhängigkeit doch nur ein Wort ohne Wirklichkeit, und wäre es mehr, so liegt in ihrer Verbildung, in der erblichen Eifersucht ihrer Stamme und Familien d.'r Keim von künftigen Uebeln, die ihnen wenig Ruhe gönnen werden. Wir trauen ihnen den Muth zu, ihre Freyheit zu erringen, aber wir haben noch keine historische Ursache zu glauben, daß sie werden sie zu genießen wissen. Die Uneinigkeiten, die sogar mitten in der drohendsten Gefahr unter ihnen herrschten, können eher das Gegentheil befürchten lassen. Das größte Unheil, das ihnen aber als Resultat des Kriegs widerfahren könnte, wäre ihre Theilung unter verschiedene Mächte. Außer diesen 4 Möglichkeiten: Unabhängigkeit, russische Herrschaft, Vormundschaft oder Theilung giebt es keine mehr, und jede hat ihre fatale Seite. Eine blosi? Vormundschaft, wie die englischen auf den jonischcn Inseln, ist ober am wenigsten lockend für sie, >>d«n sie Weder die Vortheile der Unabhängigkeit gewährt, noch die Vortheile, die es als Theil eines mächtigen Reichs erwarten kann. Die Aolge wird lehren, welcher von diesen 4 Fällen eintritt, und wir wünschen bloß, daß es der vorteilhafteste für sie sey, und daß Wohlwollen, nicht egoistisches Interesse, ihr Schicksal bestimmt. Zante, den 30. Nov. Der Zustand unserer Insel ist gegenwartig nichts weniger als beruhigend. Er war dieses nicht einmal vor dem n. Oktober^ an welchem die Griechen die Türken schlugen, und wir die Flotte der Letztern, aus der ganzen Seemacht der Musel- mannen besiehend, schimpflich vor dem Voranzug der griechischen Flotte von den flrophadischen Inseln an bis in «nsern Havcn fliehen sahen. Seit dieser Zeit wurde bekanntlich das Martialgcsetz auf unserer Insel verkündigt, die gewöhnlichen Gerichtshöfe wurden suspendirt, die angesehensten unserer Landsleute wurden verhaftet, ohne daß man wußte, was man thuen zur Last lege, oder was ihnen drohe. Bereits haben die Militär- Kommissionen eine große Anzahl von Lanoieuten zum Tode verurtheilt. Nach der Hinrichtung wurden die Leichname in eiserne Käsige aufgeknüpft, und in denselben auf den nächsten Anhöhen zum Schrecken des übrigen Volks aufgehängt. Die Negierung ordnete jetzt die allgemeine Entwaffnung der ganzen Insel an. Die Einwohner der Hauptstadt, wiewohl mit Murren, ge- -horchteu, die Einwohner des flachen Landes, welche diese Entwaffnung für die größte Beschimpfung halten, widersetzten sich beharrlich. Die Negierung hat nun« mehr, um sie dazu zu zwingen, die bey dem Volke beliebtesten Bürger in die Kirche NotreDame des Petrides beschieden, dort sich ihrer versichern, und sie als Geiseln in die Zitadelle bringen lassen. Ungeachtet dieser Maaßregel bestehen die Landbewohner daranf, ihre Waffen nicht auszuliefern. Die Negierung hat Verstärkung ' an Truppen auf die Insel kommen lassen, ein englisches Geschwader ist so aufgestellt, daß seine Batterien die Stadt bestreichcn können. Viele Einwohner sind freywillig ausgewandert. Der Aufruhr ist noch keineswegs gedampft. Spanische Gränze, den 22. Dez. Das Noyalisienkorps, das sich in Navarra zusammen zog, hat sich seit den letzten Ereignissen auf i zoc, Mann vermehrt. Es gehorcht den Befehlen einer apostolischen Junta, deren Sitz gegenwartig zu Noncal ist. Die Noyalisten halten daS ganze Thal von Noncevaur bis an die französische Gränze besetzt. Einer ihrer Anführer heißt Gruchar, der eine der ersten Stützen Mina's während des Befreiungskriegs war. Die Truppen von Guipuscoa, Alava und Biskaya erhielten Befehl, nach Navarra zu ziehen, und dieß Royalistenkorps zu zerstreuen. — Nachschrift. Wie man so eben erfahrt, hat sich dieß zusammengcrottete Korps bereit» aufgelöst, als die Nachricht eingieng, daß ernstliche Vorkehrungen gegen dasselbe getroffen würden. Paris, den 31. Dez. Gestern und heute war beym Könige zahlreiche Cour. — Der Moniteur publi- zirt jetzt erst eine Verordnung vom 19. Dez., durchweiche der Generallientenant die Coetlosquet zum Generaldirektor des Personellen, und der Militärintendant de Parceval zum Generaldirektor des Materiellen im Kriegsministerium ernannt werden. — Kaum sind einige Wochen verflossen, seit wir ein neues Ministerium be- sitzen, und schon bedeckt sich unser politischer Horizont mit Wolken. Wir wollen nicht entscheiden, in wie weit das öffentliche Mißtrauen, das die Minister kontre- revolntionärer Plane beschuldigt, gegründet ist; soviel aber kann nicht gelauguer werden, daß die Staatspapiere in einem überraschenden Maaßstab fallen, und meh- rere Bankerotte ausgebrochcn sind. Seit der Ministerialveranderung sind die FondS von yo auf 32 gesunken, und man fürchtet ein noch größeres Fallen derselben. London / den 26. Dez. Die Nachrichten, welche von allen Seiten über'die Verheerungen des Orkans eintreffen, der am 17. getobt hat, sind schrecklich. Die Zahl der dadurch verunglückten Schiffe ist außerordentlich groß. — Der Kapitän Rock, Anführer der Aufrührer in Irland, hat in der Grafschaft Traley am 12. Dez. öffentlich anschlagen lassen, daß, wer den Zehnten entrichte, sterben müsse, wer sich seinen (Rocks) Befehlen zu widersetzen wage, sich auf einen baldigen nachtlichen Besuch gefaßt machen soll, wer diesen Anschlag abzureißen wage, sich den Tod zuziehe. — An mehreren Orten fand man auch Anschlage, worinn gedroht wird, daß für jeden Nockiten, der hingerichtet werde, zwey Aristokraten aufgeknüpft werden sollen. Berlin, den 1. Jan. Beynahe hatte das abgelaufene Jahr für Preußen mit einer höchst wichtigen Begebenheit geschlossen, indem wir hier vorgestern die Nachricht erhielten, daß unser Fürst Staatskanzler in Glinecke vom Schlage getroffen worden sey. Allein, dem Himmel sey Dank! gestern schon erhielten wir die tröstende Nachricht, daß die Vorsehung von diesem mit Recht so hochgeschätzten Staatsmanne jede Gefahr gnädig abgewendet habe, uud die sichere Hoffnung vorhanden sey. Ihn noch läng« das Staatsruder mit so weiser ale fester Hand führen zu sehen. Königsberg, den 21. Dez. Seit z Tagen ist der königl. Bankdirektor Leo verschwunden, ohne die geringste Spur zu hinterlassen. Als man den ganzen Tag vergeblich auf ihn gewartet hatte, schickte die beunruhigte Gattin des Entwichenen sogleich zu dem Kassenkurator Hieselbst, welcher auf der Stelle sich einer Revision der königl. Bank unterzog , und leider einen beträchtlichen Defekt entdeckte. Es sollen, dem Vernehmen nach, 95,000 Nthlr. fehlen, worunter ein Posten von 21,000 Rthlr. eben eingegangener Albcrts-Thaler sich befand. Der Direktor Leo war bisher als ein rechtlicher und thätiger Mann anerkannt, und da in seinem Charakter viel Ehrliebe vorherrschte, so fürchtet man, daß er seinen traurigen Schritt nicht überlebt hat. Mit der offiziellen Anzeige dieses Ereignisses sind sogleich Stafetten nach Berlin, Danzig :c. abgegangen. (Nach spätern Nachrichten soll sich der entwichene Bankdirektor Leo auf einem nach Amerika bestimmten englischen Kauffahrer eingeschifft haben.) (Getreidverkauf.) Das unterfertigte königl. Rentamt verkauft nach den allgemeinen Normen im Wege der öffentlichen Versteigerung am 15. dieß Monats Morgens 10 Uhr auf dem Kornprvbstevkasten zu Augsburg von den dort aufgespeicherten Fruchten 27 Schaff Feesen aus der Aernte 1820, 25SchaffKern, Zo Schaff Gersien, Zo Schaff Roggen aus der Aernte 1821; am 16. dieß Monats Morgens io Uhr in der Rentamrskanzle« von den dahier aufgespeicherten Früchten, sämmtlich aus der Aernte 1821, zSchaffKern, zSchaffGerste, 50 SchaffRoggen, 50 ^schaff Haber. Wertingen, den z. Jan. 1822. K. b. Rentamt. Pettenkofer, Rentbeamter. Es ist nun auch das dritte Bändchen des schönsten Gebethbuches (Nro.284. dieser Blatter v. I.) um 18 kr. aufoerDvmsakristey iu Augsburg zu haben. Ein junger Mann, welche sowohl praktische, als theoretische Kenntnisse von der Oekonomie besitzt, wünscht, als Verwalter oder dessen angemessenste Stelle unterzu-, kommen, nnd ist bereit, hinlängliche Kaution zu leisten. Das Nähere ist bey Käufler Spang Lit. D. Nro.5. iu der Marimiliansstraße zu erfragen. In Dorfe», kbnigl. Landgerichts Erding, ist eine Hafnersgerechtsame, mit einem nengebauten Hanse, einem Garrche» und Brennhaus, wie auch mit oder ohne Verlag, aus freyer Hand zu verkaufen. Das Nähere ist bey dem Eigenthümer im Orte Dorftn selbst zu erfragen. ^_, In dem Hause Lir. D. Nro.yü. zum Schönenfelder Hofe ist eine Wohnung mit 2 heizbaren und einem unheizbaren Zimmer, nebst Küche, Stallnng und Holzlager, täglich zu vermuthen; das Nähere ist bey dem Eigenthümer dieses Hauses zu erfragen. Beylage. Beylage zu der Augsburgischen Ordmari Postzeituug. Den 8. Jan. 1822. Nro. 7. _________ « (Schafweydeverpachtuug ) Montags den 4. Febr. kommenden Jahrs wird die Schafweyde in der Flurmarkung von Neubnrg, worauf,50 Stücke Nahrung finden für das Jahr 18-2 an den Meistbietenden verpachtet. Pachllustigc werden eingeladen, an diesem Tage Früh ciUhrin hiesiger Kanzle» sich einzufinden, und die Bedingungen zu vernehmen. Neubnrg an der Kammel, den 27. Dez. 1821. Freyherrlich von Aretinische s Herrschaftsgericht. Kolb, Herrschaftsrichter. (Bekanntmachung.) Montag den 21. künftigen Monats Jan., Mittags 52 Uhr, wird die Schafweyde zu Unterrieden in der Wohnung des Gcmeindcvv-.stehers daselbst für 175 Schafe versteigert, wozu Packtlustige eingeladen werden. Den 29. Dez. 1821. Gemeindeverwaltung Unterrieden, Landgerichts Mindelheim. Bernhard Sirch, Gemeindevorsteher. (Bekanntmachung.) Nachdem das Meistgcvvt, welches bey der öffentlichen Versteigerung unterm -y. März laufenden Jahrs auf die Realitäten des in die Gant, gerathenen hiesigen Kläremachers, Michael Gleich, geschlagen wurde, die krediror- schaftliche Genehmigung nicht erhielt, so wird dieses Besitzttmm, wie selbes unterm Z. März laufenden JalM in gegenwärtigem Henrigen Blatte Beylage zu Nro. 68. genau beschrieben ist, nach dortigen Bestimmungen gegen sogleich bsare Bezahlung oder annehmbare Zieler wiederholt Donnerstag den 17. Jan. nächsten Jahrö Vormittags 9 Uhr in diesseitiger Gerichtskanzley versteigert. Babenhausen, den 20. Dez. 1821. Fürstlich Fuggerscheö Herrscha ftsgericht . Behringer, Herrs ch aftsrichter. (Ediktal-Zitation.) In dem Schuldenwcsen des Paul Haas, Maurer zu Wei» lach, wurde durch Entschließung vom ^o. Ecpt. c. der Univcrsal-Krnfuis eikannt. Es werden daher die gesetzlichen Edikrsräge, nämlich I. Zur Anmeldung der Fode- rungen, und deren gehörige Nachweisuug auf den 7. Fcbr. konimeude» Jahrs, II. zur Vorbringung der Einreden gegen die angemeldeten Fodrungen auf den 7. März. III. zu den Schlußverhandlungen auf den ri. April, jedesmal Morgens y Uhr festgesetzt, und hiezu sämmtlich unbekannte Gläubiger des Gemeindeschuldnerö hiemit unter dem Rechtsnachtheil vorgeladen, daß das Nichterscheinen am ersten Edikrstage die Ausschließung der Federungen von der gegenwärtigen Konkursmasse, das Nichterscheinen an den übrigen Ediktstägeu aber die Ausschließung mit den an denselben vorzuneh» rnenden Handlungen zur Folge hat. Den 22. Dez. 1821. Kbnigl. baier. Landgericht Schrobenhausen. Ramsaner, Landri chter. — Knitl. (Bekanntmachung.) Joseph Renner, Soldat bey dem vormalig 6ten baier. leichten Infanterie-Bataillon, wird seitdem 1. Juli :8c>8 vermißt, ohne daß man über dessen Leben oder Tod ungeachtet der angestellten Nachforschungen etwas erfahren konnte. Derselbe oder dessen etwaige rechtmäßige Leibeserben werden daher vorgeladen, innerhalb 6 Monaten sich dahier zu melden, widrigenfalls dessen Vermögen zu «rcÄ yo fl. gegen Kaution den nächsten Verwandten ausgeantwortet werden wird. Schwabmünchen, den 26. Dez. 1821. Kbnigl. baier. Landgericht daselbst. _^_ _ v. Braunm ühl, L andrichter. Joseph Bergmann von Rieden, welcher als Gemeiner beym kbnigl. baier. 6ten National-Feldbataillvn in Frankreich im Jahre isUZ gefangen, und den 15. May 1815 abgeschrieben wurde, oder seine allenfallsiqe rechtmäßige Deszendenten werden andurch aufgefordert, binnen z Monaten sich dahier zu melden, außerdem sein Vermögen von 6-fl. ans das angebrachte Gesuch an seine nächste Verwandte gegen Kau« tivn ertradirt werden wird. Füßen, den 24. Dez. 1821. Kbnigl. baier. Landgericht. ___ , _v . Bäk, Landrichter. (Wirthschafts-Versteigerung.) Das nachbeschricbene Anwesen des Georg Pldschl, Wirthes zu Horetshausen, wir!? nach hem Antrage seiner Gläubiger Frey» tags den 25?. Jan. k. I. Vormittags von y bis n Uhr in hiesiger Landgerichtö?anzsey im Ganzen oder theilweise öffentlich versteigert werden. Dieses Anwesen besteht I. in dem zum Patrimonialgerichre Weichs erbrechtigen Acbtelgute, aufwelchem auch bisher die Wirthstaferngerechtigkeit ausgeübt worden, und zwar ^. an Gebäuden i) in dem ganz gemauerten Wohn- oder Wirthshause, welches mit Taschen gedeckt, und im guten Zustande ist; 2) in dem gut konditivnirten, vorne gemauerten, und hinten gezimmerten, mit einem Strvhoache versehenen Stadel, worunter sich auch die Vieh- siallung befindet; z) in dem ganz neu gebauten und gemauerten, mit Taschen eingedeckten Pferdstalle; 2) an Gründen: s. in 5z Dezim. Hofraum und Garten; d. in 7 Tagw. 8 Dezim. Aecker; c. in 86 Dezim. Wiesen. II. In dem halben sogenannten Brandlhof, welcher zum kdnigl. Rentamt Aichach frevstiftsweis grundbar ist, und wozu nachfolgende Gründe gehören: a. 92 Tagw. 80 Dezim. Aecker; b. 16 Tagw, 80 Dezim. Wiesen; c. z? Tagw. 4 Dezim. Holz. Sämmtliche vorstehende Realitäten sind auf 6272 fl. g richtlich-sngeschätzt, Kaufslustige werden hierzu mit dem Beysatze eingeladen, daß die hierorts unbekannten Gläubiger über Vermögen und Leumund sich auszuweisen haben. Aichach, den 15. Dez. 1821. Kdnigl. baier. Land- gericht Aicha ch._____Forster, Landri chter. (Bekanntmachung.) Joseph Schleich von Dorschhausen, Soldat des kbnigl. rite» Linien - Infanterie - Regiments, seit dem französischen Feldzuge vermißt, wird auf Ansuchen seiner Erben vorgeladen, binnen 6 Monaten um sein zurückgelassenes Emstands - Kapital von 400 fl. und verfallene Zinse sich dahier z» melden, widrigenfalls dasselbe an seine Erben gegen Kaution hinausgegcben wird. Den 29. Dez. iF^r. Kdnigl. Landgericht Mindelheim.___v. Mader, L andrichter . (Bekanntmachung.) Der Unterzeichnete gedenkt, sein eigenthümliches Anwesen in nachfolgenden Bestandtheilen als: a. AuS einem 1785 neu erbauten halbgemauer, ten, 2 Stockwerke hohen, zu ebner Erde mit einem großen Gastzimmer und 2 Nebenzimmern, Küche, Keller und Speise, dann im obern Stockwerke mit einem bequemen Tanzplatze und 6 Nebenzimmern, dann doppelten Getreidboden versehen, und in einem guten Platze entlegenen Gasthause; d. einem an das Gastbaus daran gebauten, ganz gemauerten Bräuhause, mit dem laufenden Wasser und einer guten im Bräuhause befindlichen Malzmühle; c. aus einem ganz gemauerten gewölbten Pferd - und Kühstall; ü. einer Fuhrstallung; s. einem neu erbauten Lagerbier-Keller zu looo Ey- wer Lagerbier; k. einem auf diesem Keller angebrachten Kellerhauö, und darauf angebrachter 2 Kegelstätten und Faßbodcn, Z. einem untermauerten ganz neu 1814 er, bauten Getreidstadel; K. aus einem 1/2 Stunde vom Markte entlegenen Zubaugute mit einem ganz hölzernen Hause und Stadel, bey welchem sich 26 Tagwerk Feld- und «Tagw. Wies - und 4 Tagw. Holzgrund befinden, nebst 5 Tagw. Felddodl; i. bey dem Brauhaus« selbst befinden sich 24 Tagw. Feld, 10 Tagw. zmädige Äiesgründe, aus freyer Hand sammt allen Vieh und BaumannSfahrnissen zu verkaufen. Kaufslieb, Haber wollen sich demnach an selben wenden. Thann, den 29. Dez. 1821. Andreas Dum, Bierbräuer. ( Subhastations - Patent.) Künftigen Montag den 28. Jan. 1822 wird das Anwesen des Anton Serbold Blasi zu Hausmaring an den Meistbietenden gegen baare Bezahlung öffentlich versteigert. Dieses Anwesen zu 1 Hof besteht zu Dorf: a. In einem hölzernen Wohnhaus mit untergebrachten Pferd» und Kühstallungen; K. in einem hölzernen Stadel, c. einem hölzernen Backhaus, und ä. in einem derley Schweinstall; zu Felde begreift selbes in sich 1 Tagw. 79 Dez. Garten, 1 Tagw. zi Dez. Hopfenbau, 54 Tagw. 12 Dez. Aecker, z Tagw. 72 Dez. Wiesen., 12 Tagw. »2 Dez. Holzgrund; zo Dez. Oedung; und ist zum heil. Geist,Spital Landshut mit Erbrecht grundbar. Kaufsliebhaber haben sich an obigem Tage früher Gerichtszeit im hiesigen Amrslokale einzufinden, und ihre Angebote zu Protokoll zu geben. Den 12. Dez. 1821. Königl. Landgericht Moosburg im Jsarkrei se._Gr af, Landr. (Bekanntmachung.) Mittwoch den 16. Jan. kommenden Jahrs wird von? bis 12 Uhr Vormittags das Anwesen des EraSmus Gschoßmann zu GundertShausen - z. i«2r. Konig!, baier. Landgerich t Aichach.__ Forster, Landrichter. — Fehwer, Pra kt. (Bekanntmachung.) Aus freyerHand, jedoch durch das unterfertigte Amt, wir» das Anwesen der Küfners- Wittwe, Elisabeths Kraupp dabier, worauf das vierte Küfncr-Gcwerbsrecht unschwer wieder erhalten werden kann, öffentlich versteigert, und gegen baare Bezahlung nach crfolgter Genehmigung dem Meistbietenden zuerkannt. Dieses Anwesen bestehet in der Stadt ans einen, großen gemauerten Eckhause mit Lickrung von den Seiten, zu ebener Erde ist eine geräumige Werkstätte, derley FIvtz, ein Gewölbe, Abtritt und Eingang zum Keller, über eine Stiege sind 4 Zimmer ein lichtes Flötz und Küche. Außer der Stadt ist ein Tag«. 500 Qt. Sch. Schwarzholz imMbnchebachundein schlechterer derley Hvlztheilzu 1Z2Tagw.2465Qt.Sch. imArn, schwangerholz, dazugehörig. Hieven wird zur Stadttammer jährlich 2 fl. 29 kr. ihl., und zum königl. Rentamte, außer der Gewerbs- und Familien-Steuer, 2fl> 56kr. 1 hl. bezahlt. Die Versteigerung wird in der Landgerichts-Kanzlcy am Mittwoch den 6. Febr. 1822 von Früh 8 bis Mittags 12 Uhr, und von Nachmittags 2 bis zum Glockenschlag 4 Uhr vorgenommen. Der Kaufslustige muß sich über sein hinreichendes Vermögen über Aufführung, erstandene Gewerbslehre und Wanderung, dann Erle» dignng von Militärpflicht legal ausweise». Kanfslustige werden mit dem Bemerke«» eingeladen, daß hier 2 Kommunbräuhäuser, worinn 25 Bräuer im Winter und Sommer Bier brauen, dann 4 Privat-Bräuhäuser, und z Branntweinbrenner sich befinden. Cham, den 11. Dez. 1821. Kdnigl. Landgericht Cham. Bronold, Landrichter. — Gsellhvfer. » < > > —>---. (Ocffentliche Vorladung.) Nachdem der bürgerliche Seifensieder-Sohn vor» Kdstlarn, Lampert Modler, unterm 15. dieß Monats die Bitte stellte, seinen Bruder^ Franz Paul Modler, öffentlich vorgeladen, damit sonach ihre Differenz wegen Theilung des Elterngutes beendiget werden könnte, so wird Franz Paul Modler hiemit öffentlich aufgefodert, in Zeit von 6 Wochen s vsto sich bey unterfertigtem Gerichte zu stellen, widrigenfalls das in seinem Rechtsstreite gegen seinen Bruder Lam» pert Modler unterm 29. May dieß Jahrs erlassene, unterm 25. Juni aber eröffnete, und rechtskräftig gewordene Erkenntniß des königl. Appellations-Gerichts für den UnterdonaukreiS ohne Weiters sä sxscutionsm gebracht werden wurde. Den 20. Dez. i82r. König l. baier. Landgericht Griesbach. K' pfinger. — Pfäff i nger, Protok. (Verpachtung.) Von kommendenGeorgi an, nämlichvom 24.April 1822an, fangend, werden nachstehende Oekonomie-Güter auf mehrere Jahre mit einander verpachtet, als: ^. Das Hofgebäude Gumppenberg, i/ttel Stunde v^n PdttmeS entfernt, mit ss. einer bedeutenden Schäferey, dl,. 24 i/4tel Morgen Gärten, co. Z8 Morgen zwey - und einmahdigen Wiese», und ää. 142 ?/8tel Morgen Aecker, dann L. Das Hofgcbäude Sedelbrun, 1/2 Stunde von Pöttmes entlegen, mit ss. einer ebenfalls bedeutenden Schäferey, kk. z i/4tel Morgen Garten, 135 Morgen zwey, und imähdige Wiesen, I>K. m Morgen Aecker. Zusammen 474 ?Mel Morgen. Pacht, liebhaber können demnach von nun an über das Weitere hier bey der freyherrlich von Gumppenbergischen hohen Vormundschaft sich Aufklärung stündlich, und sohln bey Zeiten erholen. Pöttmes, den 15. Dez. 1821. Das freyherrlich v. Gumppenbergische Patrimonialgericht I. Klasse Pöttm es.__ Scherlel, Parrimonialrichter. ( Staas - Realitäten - Versteigerung.) Da nach erfolgtem gnädigsten Regierungsbefehl vom 15. dieß Monats aä Xum. 5706 die unterm 6. eju5äein gepflogene Verkaufs - Verhandlung des Försterhauseö nebst Garten zu Friedberg die höchste Ge- «ehmigung nicht erhielte; so wird gedachtes Försterhausund Garten, wie solches in der Ausschreibung vom zr. Okt. (Oberdonaukreis Blartzi. Stück vom io. Nov. 1821, und Augsburgischen Ordin. Postzeitung 8ub ?^ro. 268. 272. st 278.) näher beschrie, den ist, künftigen Donnerstag den 17. Jan. 1822 in der diesseitigen Rentamskanzley Vormittags 9 bis 12 Uhr einer neuen Versteigerung unterworfen. Welches hicmir öffentlich bekannt gemacht wird. Den 19. Dez. 1821. Kdnigl. baier. Rentamt Fried» verg. Direnberqer, Rentbeamt er. ( Vorladnng.) Von dem kdnigl. baier. Landgerichte Pieinftld sind die Brüder, 1) Anton David Hausmann, und 2) Franz Seraph Hausmann, beyde in Spalt geboren, welche sich in ihrer Jugend als Schuhmacher in die österreichischen Staaten begeben haben, und von denen Ersterer seit 45, Letzterer aber seit ungefähr 40 Iah, ren nichts mehr von sich hat hören lassen, auf Ansuchen ihrer nächsten Verwandten sammt ihren Erben und Erbnehmern dergestalt öffentlich vorgeladen worden, daß sie sich binnen y Monaren, und spätestens in dem auf den zo. Julius 1822 Morgens y Uhr dahicr. vor dem Deputirten kdnigl. Landerichts - Assessor Endres, angesetzten Termine persönlich oder schriftlich melden, und daselbst weitere Anweisung, im Falle des Ausbleibens aber gewärtige» sollen, daß sie werden für todt erklärt, und daß ihr sämmtliches zurückgelassenes Vermögen ihren nächsten Erben, die sich als solche gesetzmäßig legirimiren können, werden zugeeignet werden. Pleinfeld, den 29. Sept» ?82i. Kbniql. baier. Landgericht. Wunderer, kdn. Landrichter. — Schriefcr. Von dem fürstlich Oettingen. Wallersteinischen Herrschafts - Gericht Harbnrg wird der ausKlein- Sorheim gebürtige WeberSgesell, Gottfried Kant, welcher schon vor 50 Jahren sich auf die Wanderschaft begeben hat, und in dieser langen Zeit nichts von sich hören lassen, auf Antrag seiner nächsten Verwandten nebst seinen allenfall- sigen Leibeserben dergestalten öffentlich hiemit vorgeladen, daß er binnen 9 Monaten und zwar längstens den 2 z. Sept. 1822 dahier erscheinen, und sein bisher pflegschaftlich verwaltetes Vermögen in Empfang nehmen, im Ausbleibungsfall aber zu gewärtigen habe, daß er werde für todt erklärt, und sein Vermögen seinen nächsten Verwandten als Eigenthum verabfolgt werden. Harbnrg, den 12. Dez. i82i.Fürstl. Oettingen- Wallersteinisches Herrschafts - Gericht. Schmid, Herrscha ftsrichter. (Waldparzellenverkauf.) Nach einer höchsten Entschließung der kön. Regierung des Oberdonaukreises, Kammer der Finanzen äs Oslo 12. Dez. 1821 Nro. 4825. sind nachstehende Walvparzellen wiederholt zum öffentlichen Verkaufe zu bringen, als: ». Die ite Abtheilung des Kappelyolzes per 10 Jauch. Z86 Ruthen, h. die 2te Abtheilung der Walduug Karg per 10 Jauch.Z86 Ruthen, der Schloßberg xsr 24 Jauch. Zv2 Ruthen in 2 Abtheilungen, 6. die alte Saamschule am Mühlholz per 250 Ruthen. Es werden demnach vorbenannte Waldparzellen am 6. des kommenden Monars Febr. Morgens 10 Uhr gemeinschaftlich mit dem kdnigl. Forstamte Weißingen in der hiesigen Rentamtskanzlev an die Meistbietenden unter Vorbehalt gnädigster Ratifikation öffentlich versteigert. Indem mcM Kaufsliebhaber hiezu einladet, wirv zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß 1) während der letzten z Wochen vor dem Verkaufstage der kdnigl. Revierförster Vogler zu Wertingen oder der kdnigl. Forstwart Kolb zu Ho- henreichen die zu verkaufenden Waldparzellen auf Verlangen vorzeigen wird; 2) daß Fremde, dem Rentamte nicht bekannte Käufer sich durch ein gerichtliches Vermögens, Zeugniß ausweisen müssen. Wertingen, den 1. Jan. 1822. Kdnigl. baier. Rentamt Wertingen. Pettenkofer, Ren tbeam ter. Unterzeichnete ist gesonnen, ihr Haus sammt Handlnngsgerechtigkeit, mit eiuem geräumigen Hof und Hausgarten, 4 Tagwerk Aenger, nebst einem Kraurstück, zu verkaufen. Kaufölustige können sich bey mir wegen des Nähern erkundigen. Freysing, den 27. Dez. 1821. Walburga Vita lin, Material ist!». (Ankündigung.) Unterzeichnerer verkauft aus freyer Hand seine eigenthümliche Behausung sammt Garten, dann einer realen Tuch-, Eisen-, Lcder-, Spezerey- und Material - langen und kurzen Schnitt - Waaren-Handlung, ferners einer großen «nd kleinen Fragnerey. Aloys Hofer, bürgerl. Handelsmann in Reumgrkt an der Rott Land gcrichtsMuhldorf. Nro. 8. Mittwoch, den 9. Jan. Anno 182.2» AugsburglscheOrdinmPoftzeitung Von Staats, gelehrten, historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten. Mir allerhöchsten ^»- ? v ? / ? x / e ». Redakteur: E. Frhr. v. Seida. Gedruckt u. verlegt von Joseph Anton Moy, wohnhaft auf dem obern Graben in dem sogenannten Schneidhaus. München, de-n 7. Jan. Ihre königl. Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin sind am 5., bon Würzburg kommend/ in hiesiger Residenz eingetroffen. Wien^ den 3. Jan. Der heutige österreichische Beobachter schreibt: Durch den am 10. Dez. (nur einen Tag spater als die letzten'auf außerordentlichem Wege eingelaufenen Nachrichten) von Konstantinopel abgegangenen Posikurier hat man erfahren, daß die brittannien habe 15 Mill. Pf. Stcrl. geboten. Die Abgeordneten von Neuspauien hatten förmlich gegen diese Vorschlage protestirt. Wahrscheinlich wurde dieß Gerücht von Jturbide und seinen AnHangern aus Kriegslist verbreitet, um die Kreolen enger gegen die Spanier während der Feindseligkeiten zu vereinigen. Daubitz bey Nothenburg in Oberlausitz, den 26. Dez. In der gestrigen üten Abendstunde ward hier ein Meteor beobachtet, welches von Südost kam und nach Nordwesi verschwand. Der Barometerstand war bey der Lokalhöhe von 447 Pariser Fuß über der Meeresfläche 26 Zoll 10 Linien, demnach eine Linie über den Punkt erhaben, den gewöhnliche Barometer mit Sturm bezeichnen, und der auf Erdbeben in entfernteren Gegenden schließen läßt. Das Thermometer stand vor derErscheinung des Meteors, auf6 GradNcaum.; nach selbiger, ungefähr 2 Stunden darauf, zeigte es 2 Grad über den Gefrierpunkt. Die gestrige Nacht vom 24. bis zum 25. war sternhell, der heutige Morgen sehr stürmisch und daS Barometer hat bis jetzt einen so niedrigen Stand, daß es sich einige Linien unter Sturm und Erdbeben befindet. Uebrigens herrscht Windstille. Das Thermometer zeigte heute Früh 10 Grad Warme im Schatten, und ist gegenwärtig auf 6 Grad gesunken. Hamburg, den 28. Dez. Nach amtlichen Berichten aus Mallaga vom 5. Dez. hat dort die ansteckend/ Krankheit (die denn doch sehr bösartiger Natur gewesen) gänzlich aufgehört. Die Gesundheitsbehörden haben es bekannt gemacht. Es werden wieder reine Gesundheitspässe gegeben. Die mehrsien der Ausgewanderten find schon in ihre Häufte jurückgekehrt; auch hat der Konsul von Hamburg sein Landhaus wieder verlassen. Aachen, den 24. Dez. ' Gestern ist die von Sr. Majestät dem Könige bestätigte Bulle Sr. Heiligkeit Pius VII. vom 16. Iul. lg2i, die neue Einrichtung der Erzbisthümer und Bis- thümer im preußischen Staate betreffend, in der Domkirche feyerlich verkündigt worden. Frankfurt, den 1. Jan. Die dermal hier versammelte kirchliche Kommission zur Negulirung der Organisation des römisch - katholischen Kultus im protestantischen Deutschland hat nun bereits sieben Plenarsitzungen gehalten, seitdem sie nach Ausfertigung der Bulle des römischen Hofes von Neuem in Thätigkeit getreten ist. Da die letzte Sitzung der frühern Session die 49ste an der Zahl war, so haben im Ganzen nun 56 Sitzungen Statt gehabt, woraus man abnehmen kann, welch eine große Menge von Dingen zu beseitigen war, um diesen wichtigen Gegenstand zum erwünschten Ziels zuführen. Gegenwärtig sind indessen die Verhandlungen so weit gediehen, daA bloL noch einige neue Sitzungen erforderlich seyn dürften, um dieselben zu Eud? ju bringen. Es fehlt nur noch einigen Bevollmächtigten an hinreichenden Instruktionen. Die Kommission hat sich unter Anderm auch mit der Redaktion einer offiziellen deutschen Uebelietzung der originaliter in lateinischer Sprache abgefaßten päpstl. Bulle beschäfftigt, so wie zugleich mit der Redaktion der Begleitungsschriften , mit denen die Bulle von Seiten der betheiligten Regierungen demnächst ihrem vollständigen Jnnhalte nach bekannt gemacht werden wird. Nachher wird dnrch den von dem heiligen Stuhle eu,n kaeultstL sui,stituon Deputirte bey der Wahl gegenwärtig. Das erste Scrucinium gab 77 Stimmen für den Freyherrn von Schrenk, königl. Mi- nisterialrathe, 6z für den von Seuffert, Appellationsgerichtspräsidenten, also eine sehr große Stimmenmehrheit für beyde Individuen, welche bereits die beyden Präsidentenstellen bey der ersten Ständeversammlung bekleideten — sodann 47 Stimmen für den Freyherrn von Weinbach, Appellationsgerichtsvizepräsidenten. Bey dem scenScrutinium 55Stimmen für den Appellationsgerichtsrath vonHofsietten und 50 Stimmen für den Staatsrath Grafen von Preising. Bey dem zten und 4ten Scrutinium fand sich keine absolute Stimmenmehrheit. Bey dem 5ten Scrucinium zeigten sich 52 Stimmen für den Landrichter Häcker. Diesem zunächst stand der Pfarrer Socher mit 24 Stimmen. Diese Wahl liefert einen neuen Bewies von der Eintracht, welche unter den Abgeordneten in der 2ten Kammer herrscht. Die Negierung zeigte bekanntermassen ihre Zufriedenheit mit der ersten Wahl der bey» den Präsidenten. Die zweyte Kammer hat durch die neue Wahl neue Beweise gegeben, wie sehr sie bereit ist, die schöne Harmonie noch mehr zu befestigen, welche zwischen dem Throne und der Nation bereits besteht, wie sie dem Sinne der Negierung frey entgegen tritt, der erste Schritt der zweyten Kammer ist ein Entgenkommen der Wünschen der Regierung, denn alle Individuen erfreuen sich wohl ohne Unterschied eines allgemeinen ausgezeichneten Vertrauens. — Künftigen Montag den 21. wird die Wahl der beyden Sekretäre vor sich gehen. Wien, den 15. Jan. Der österreichische Beobachter giebt folgende, (durch außerordentliche Gelegenheit eingelaufene) Nachrichten aus Konstantinopel vom 29. Dez.: Am 26. dieß Nachmittags ist der königl. französische Herr Botschafter, Marquis de Latour- Maubourg, am Bord einer königl. Gabarre hier angekommen. Am folgenden Tage erhielt er die Besuche des diplomatischen Korps. Gestern ließ er der Pforte seine Ankunft durch den ersten Dollmetsch, Herrn Jouannin, und durch den ersten Botschaftssekretär Herrn Adanson notifiziren. Heute erhielt er den feyerlichen Besuch des Pfortendollmetschs und die bey diesem Anlasse üblichen Geschenke von Seite der hohen Pforte. — Die Pforte hat folgende Nachrichten aus Bagdad erhalten. Die Perser haben alle Feindseligkeiten eingestellt, und der Friede zwischen beyden Nachbarstaaten kann als geschlossen angesehen werden. Diese Anzeige kam durch einen Tatar Hieher, welcher Bagdad nach dem 20. Nov. verlassen hatte. Die persischen Truppen hatten die dieser Stadt zunächst gelegenen Ortschaften wiederholt angegriffen, wurden aber stets von den Truppen des Pascha's mit Verlust zurück geschlagen. Beyde Theile, müde dieses zwecklosen, seit längerer Zeit dauernden Kriegszustandes, nahmen mit Vergnügen die Vermittelung eines Scheichs an, wel» cher von den Türken jener Provinz sehr geachtet wird, und bey Schahsade Moham- med Ali Mirza, Gouverneur von Kermanschah, in hohem Ansehen steht. Eine freundschaftliche, alle Mißhelligkeiten beseitigende Uebereinkunft ward sonach zu Stande gebracht, in Folge welcher die beyden Pascha's der Kurden vorerst nicht von ihren Posten entfernt werden sollen. Abdullah Pascha wird in Sulimanije, und Mahmud Pascha in Koi- Sattschank verbleiben. Keiner derselben kann ohne die gemeinschaftliche Dazwischenkunst des Pascha von Bagdad und des Statthalters von Kermanschah von seinem Posten entfernt, noch abgesetzt werden. Die Perser machten sich verbindlich, das ottomannische Gebiet alsbald zu verlassen, und den auf demselben zugefügten Schaden unverzüglich zu ersetzen. — Spatern Nachrichten zufolge war Mohamed Ali Mirsa erkrankt, und außer Stand gewesen, die Uebereinkunft mit dem Pascha von Bagdad zu unterfertigen; es mußte dieß durch seinen ersten Ministe?bewerkstelligt werden. Dieser Umstand und die ungewöhnliche Eile, mit welcher die persischen Truppen ihren Rückzug ausführten, gewährten dem Gerüchte einigen Glauben, daß der Prinz, welcher als der Urheber und die eigentliche Triebfeder der mit der Pforte ausgebrochenen Feindseligkeiten angesehen wird, wirklich selbst mit Tode abgegangen sey. — Denselben Anzeigen gemäß hat die Seuche, Cnolera.inorKus genannt, in jenen Gegenden sehr um sich gegriffen, und vorzüglich in Schiras heftig gewüthet. Mehr als 7000 Personen, worunter die Mutter und mehrere Kinder nebst vielen andern Angehörigen, Dienern und Sklaven des Schahsade Mohammed Ali Mirsa, wurden in wenig Tagen die Beute dieser pestartigen Krankheit. Auch soll dem Vernehmen nach Herr Nich, der achtbare brittische Resident, welcher früher in Bagdad seinen Wohnsitz hatte, ein Opfer derselben geworden seyn." Am 16. Jan. war hier der Mittelpreis der Staatsschuldverschreibuvgen vom Jahre 1816 zu 5 Prozent in Silbermünze 74 Zs-n der iprvzentigen Obligationen --; der Hoftammer-Obligationen vom Jahre 181s zu 2 is2 Prozent --; der Wiener Stadt - Bank» - Obligationen zu 2 is2 Prozent 35 is2; der Curs auf Augsburg 99 iss Uso; Konventions. M. 250; Bankakcien 646 is2; Nothschildische 100 fl. Loose 112; Partialobl. 94; Zertifikate94. Triest, den s. Jan. Man hatte seit längerer Zeit nichts Neues aus Livadien und Attika erfahren. Die dortigen Gefechte zwischen einzelnen Horden von Barbaren würden wenig Aufmerksamkeit verdienen, wenn sie nicht zur Vollendung des Gemäldes, eines Kampfes, dienten, dessenZwcck immer schön und edel scheint, wenn man auch die Grausamkeit der Kämpfenden mißbilligen muß. Athen und Livadien, die Hauptfestungen des Landes, sind in der Gewalt derTürken, die mit ungefähr 2000 Mann das Land verheeren. Von Theben ist kaum eine Spur mehr vorhanden. Das Kastell von Lcpanto gehört den Türken. Zu Castri allein halten sich dieTrümmer desgrie- chisch-livadischen Heeres noch. Die Insel Kalouri ist der Sammelplatz einiger andern Insurgenten. Die Versuche des Pascha von Negropont, diese Insel einzunehmen, mißglückten bisher, weil sie von einigrn Korsaren beschützt wird, und die Türken durchaus keine Marine haben. — Trotz der Siege des Odysseus besitzen die Griechen in Thessalien keine Plätze von einiger Bedeutung. Ihre Unternehmungen gegen Larissa, welches Kastell von 5000 Türken besetzt ist, hatte keinen Erfolg. Ueberhaupt ist der Krieg hier bloß parzicl, keine Partey hat ein ordentliches Heer, und mehrere griechische und türkische Bezirke haben sich zur Erhaltuug ihrer Neutralität, gegenseitig Geißeln gegeben. Die Neutralen haben indessen viel von den griechischen Guerillas zu leiden, die zuweilen ihre Gebirgsschlupfwinkel verlassen, alle ruhige Ortschaften zerstören, und die Einwohner ermorden. Es ist unmöglich, sich eine Vorstellung des gränzenlosen Elends dieses Landes zu machen. DerHan- del hat gänzlich aufgehört, da keine Sicherheit mehr für die Kaufleute da ist, der Feldbau wird vernachlaßigt, weil es keine Bebaun mehr giebt, und weil Niemantz für Andere arbeiten will. Die ehemals so blühende Gegend des meistens vonGrie- chen bewohnten Stadtchens Pharsa oder Farsa, ist eine ganz unbewohnteWüste geworden. — So lauten die Berichte der Kaufleute, die das Glück hatten, mit Verlust ihres Vermögens, ihr Leben zu retten, und in den Seestädten Italiens Un- ttrstützung bey ihren ehemaligen Handelsfreunden suchen. Von der moldauischen Gränze, den 7. Jan. Das Hauptquartier des Grafen Wittgenstein, welches von Tnlcz'in nach Ki- schenoff verlegt werden sollte, war bis zum 4- dieß noch nicht daselbst eingerückt. Die russische Artillerie svil durch die grundlosen Wege gezwungen worden seyn. Halt zu machen. In Jassy legen die Türken große Magazine an, und verschanzen sich längs dem Pruth. Madrid, den 3. Jan. Am 27. v. M. führte der König im Scaatsrath den Vorsitz. Die Sitznng war sehr lang, die Herren Earvajal und Ballesteros sprachen mit vielem Nachdrucke über die gegenwärtigen Umstände; dem ersteren vorzüglich war es beynahe gelungen, den König zu einem Wechsel der Minister zu bestimmen; allein als Se. Majestät den Staatsrath darum befragten, setzte sich die Mehrheit dagegen, und es ist vor der Hand noch nichts entschieden. — Man vernimmt, daß Se. Majestät mehrere Afrancesados zu Mitgliedern der Akademie der schönen Wissenschaften ernannt haben, was Aufsehen erregt. Man will sogar daraus schließen, daß die Absicht Sr. Majestät dahin gehe, mchrel'en Ministern, die zur Zeit des bekannten Vertrags von Bayonne angestellt waren, das Staatsruder wieder anzuvertrauen. Die Regierung hat am 31. v. M. einen außerordentlichen Kurier erhalten , welcher die Nachrichttzvon einem am 28. zu Murcia ausgebrochenen Volksaufstande überbrachte. Die obersten Behörden der Provinz wurden abgesetzt, und das Volk ernannte den Brigadier D. Gregor Piquaro, Oberst des Infanterie-Regiments Malaga, zum Xefe politico. — Während die Parteyen Spanien in Zwiespalt setzen, und der Bürgerkrieg in allen Provinzen ausbricht, dringt Zwietracht bis in den Schooß der Cortes. Es bildet sich, wenn man den französischen Blättern glauben darf, in demselben eine mächtige und zahlreiche Partey, welche eine Reform der Konstitutionsakte beabsichtigen, und, nach der französischen Verfassungsurkunde, die Errichtung zweyer Kammern verlangen, dem Könige das unbedingte Veto bewilligen, ihm die Initiative der Gesetze zurück geben, und die permanente Deputation aufheben will. — Die Anzahl und Macht der Insurgenten in Navarra vermehrt sich, und ob sie gleich von den Linientruppen oft geschlagen werden, so gelingt es ihnen doch, sich zu organisiren und das ganze Land in Aufruhr zu bringen. Man glaubt, sie durch die Strenge, womit man sie behandelt, zur Ordnung zurück zu führen. Eine einzige Abtheilung hat 36 Priester, welche mit den Waffen in der Hand ergriffen wurden, erschießen lassen. Der Bischof von Pamplona hatte den Generat Laridabal gebeten, diese Diener Gottes, die ein unzeitiger Eifer irre geleitet hätte, mit Menschlichkeit zu behandeln. Der General antwortete, seine Absicht sey, keinem dieser Apostel der Unordnung und Anarchie Pardon zu geben; und wenn er ihnen auch Gnade angedeihen lassen wollte, so würde es ihm unmöglich sey», die Wuth seiner Soldaten im Zaum zu halten. Jrun, den 4. Jan. Briefe aus Bilbao vom gestrigen Datum sagen: Durch zwey Mönche und einen Pfarrer an der Spitze von etwa 100 schlecht bewaffneten Bauern wären wir am 27.V.M. beynahe überfallen worden; unsere Nationalmiliz hielt aber tapfer ^tand, «nd schlug die Empörer zurück, die nach einem Verlust von einem Todten und zwey Verwundeten sich nach Villaro zurück gezogen, wo sich die Insurrektion gebildet hat- tt. Zwey Kompagnien des Regimens Sevilla eilten aus dem Fort St. Sebastian herbey. Sie durchstreifen Biscaya, wo die Insurgenten von allen Seiten fliehen. Der größte Theil soll, wie es heißt, nachHause zurück gekehrt seyn. Die nämlichen Briefe wollen wissen, der Pfarrer Merino sey wieder in der Rioxa an der Spitze einer starken Bande erschienen, welche nicht so leicht auszurotten seyn dürfte/ «ls jene von Navarra und Biscaya. London, den 9.Jan. Nach Briefen, die man hier aus Zante vom 21. Nov. erhalten hat, befindet sich der bekannte Gordoll auf dieser Insel in Quarantäne, und will nach deren Beendigung über Neapel nach England zurück kehren. — Wir haben Briefe aus Thes- falonich vom 24. Nov., welche die Einnahme von Kassandra durch die Türken nach langem und blutigem Gefechte bestätigen. Die Griechen hatten so sehr auf ihre Ueberzahl gerechnet, daß sie eine große Zahl ihrer Frauen und alles ihr Kostbarstes in der Stadt verwahrt hatten. Die Türken haben sich nach Einnahme derselben der graulichsten Ausschweifungen schuldig gemacht. — Das Morning Chronicle sagt, England werde eine Observationseskadre in das mittelländische Meer schicken. Der Kurier hat diese Nachricht nicht widersprochen. Petersburg, den 23. Dez. Der Winter hat sich bey uns noch nickt eingestellt; wir sind am 28. Dez. noch im Herbsie, ein in unserm Klima beynahe unbekanntes Phenomen. Die Verbindungen sind durch diese Unregelmäßigkeit der Jahreszeit sehr gehemmt. — Inder Petersburger Hofzeitung liest man: „Es giebt Personen, die mit Bestimmtheit den baldigen Untergang des türkischen Reichs voraus sagen. Sie betrachten den Einfall der Perser in Armenien als eine Folge größerer Kombinationen. Sie weissagen eine nahe bevorstehende große Bewegung in Egypten, dessen Pascha, wie sie sagen, sich die Königskrone aufsetzen, Palastina und Phönicien wegnehmen , und ein neues R eich der Ptolomäer gründen wird." _ _ Es ist am 19. Dez. 1821 ein mit der Post aus Leipzig an die Herren I. Louis und Comp. in Berlin mit 40 Stück Wiener 100 fl. Loose von der Anleihe von 1820 gerichteter rekommandirter Brief durch einen Unbefugten von dem kdnigl. Postamre zu Berlin avgefodert worden. Die Numern erwähnter Loose sind : Stück 1. Serie 261. Nro.67,689., Stück 29. Serie654. Nro. 169,897. bis mit 169,925., Stück 1. Serie 685. Nro. 178,066., Stück6. Serie 702. Nro. 182,507. bis mit 182,512., Stück z. Serie 750. Nro. 194,745. bis mit 194,747. Es wird Jedermann vor dem Ankauf dieser Loose gewarnt, und demjenigen, der an Herrn Joh. Lorenz Schazler in Augs- burg Auskunf t giebt, eine Belohnung zugesichert. Augsburg, den 18. Jan. 1822. Es werden in einer Messingfabrik 2 Messingdratzieher gesucht. Hiezu taugliche Subjekte können sich melden bey _ Joh. Ferd. Schmid. Da ich vermöge hohen Magi'stratsbeschluß den Dienst als Tauf-, Hochzeir- und Leichensagerin erhalten habe, so gebe ich mir die Ehre, dieses dem hohen Adel und verehrungswürdigen Publikum hiemit bekannt zu machen, und mich zugleich unter Versicherung pünktlicher Bedienung zu geneigtem Zuspruch zu empfehlen. Barbara Albornin Wittwe Lit. A. Nro.6iz. an der Schlossermauer _nächst dem mittlern neuen Gang. Donnerstag den zi. Januar Mittags 11 bis 12 Uhr wird der Laden nebst Woh- «ung Lit. B. Nro. 2. an den Meistbietenden versteigert werden. Sollte aber früher ein Liebhaber den Kauf aus freyer Hand abschließen wollen, so darf man nur deßwegen mit dem Eigenthümer in Unterhandlung treten. _ Vergangenen Freytag als den 18. dieß Monats ist von der Kapuzinergasse, die Hauptstraße herunter bis zum Gogginger Thor ein Brabanter Spitz verloren worden. Der redliche Finder wird ersucht, ihn gegen ein angemessenes Douceur in das Haus «n der St. Anna - Mauer Lit. D. Nro. 242 . zu bringen. ____ Sowohl im Wirthshause zum goldenen Adler in der untern Stadt, als auch auf dem Obsimarkc sind sehr gute, gedörrte, schwarze Würtemberger Kirschen das Pfund zu 16kr. zu verkaufen. Beylage. Beylage zu der Augsburgischen Ordinari Postzeitung. Den 22. Jan. 1822. Nro. 19. (Bekanntmachung.) Bon unterzeichnetem Amte werden om 4. Febr. d. I. 54 Schäffel Roggen, y« Schäffel 5 Mätzen Feesen,i5Z Schüssel 1 Mätz. 2 V. Haber an den Meistbietenden verkauft. Die Früchte, welche zum Theil auf dem Boden zu Pfaffenhausen, zum Theil auf dem Schloßboden zu Mindelheim liegen, sind aus den Vorjahren und sehr gut kvnservirt. Mindelheim, den 12. Jan. 1822. Kon. Rentamt. ___ Bauer, Rentbeamter. Von dem unterzeichneten Amte werden am Mittwoch den 6. Februar l. I. Vor« mittags von 9 bis 12 Uhr 10 Pfundgehechelter und y Zentner 74 Pfund ungehechelter Flachs von der Aernre 1821 in einzelnen Parthien, oder im Ganzen, lal vs r-nikca- «ions an die Meistbietenden versteigert, wozu man Liebhaber einladet. Oberdorf, den «.Ja n. 182 2. Kdnigl. Rentamt. __Weinrich, Rentbeamter. ( Bekanntmachung.) Da durch den Tod des Herrn Franz Schmid die Stelle eines Musikdirektors und ersten Violinisten auf dem Chor der hiesigen Pfarrkirche in Erledigung gekommen ist, so werden inFolge hohen kais. kdn. kreisamtlichen Dekret vom 25. vorigen Monats Nro. 9550/1206 Geistl. alle jene, welche um diese Stelle zu kom, vetireu gedenken, aufgefordert, ihre Gesuche postfrey bis längstens 12. Hornung d. I. bey den hiesigen pr. Stadtmagistrate einzustellen, und zugleich erinnert, daß die Bitt« gesuche mit den gehörigen Zeugnissen über ihre theoretische, und vorzüglich praktische Kunstkeunrnisse als Direktor, und erster Violinist, wie auch allfällige Fähigkeit im Singen Unterricht geben zu können, dann über ihre deutsche Sprachkenntniß, ihre Moralität, Alter und Stande belegt seyn müssen. Mit dieser Stelle ist nebst den bey« läusig 40 fl. betragenden Kirchen - Accidentien die jährliche fire Besoldung von 400 fl» R. W. verbunden. Vom pr. Stadtmagistrar Botzen, den ro. Jan. 1822. __Peter v. May rl, p r. Bürgermeister. (Verkaufs - Bekanntmachung.) Von kdnigl. Landgerichts wegen. Nach dem Antrage der Dietrichischen Kreditoren muß das zur Sr. Antons -Pfründte in Augsburg gründ» und bestandbare Hofgut des verstorbenen Bauern, Peter Dietrich von Roß» Häupten, bestehend in einem gemauerter! Wohnhause Nro. v. mit Stallnng unter einem Dache; einem abgesondert stehenden Staocl, einem beym Hause sich befindlichen Garten von 1 i/4tel Tagwerk, da», n 26 Jauct). hieM gehöriger Accker, 2 5/8tcl Tagw. Mäder, nebst,)8relTagw. eigenen Wiesfleckel, einer wiederholten Versteigerung ir» loco Roßhaupten ausgesetzt werden. Hiezu bestimmt man nun Termin auf Montag den 4. Febr. heurigen Jahrs, an dem sich die allenfallsigen Kaufslustigen vor der am gedachten Tage im Wirthshause zu Roßhaupten eintreffenden Landgerichtskvm- misswn eivfinden, und vorbehaltlich kreditorschafrlicher Genehmigung ihre Kaufsanträge zu Protokoll erklären wollen. Burgau, den 7. Jan. 1822. Kdnigl. baier. Landgenchr. Gebharo, Landrichter. — Ketterl. (Verkaufs - Bekanntmachung.) Die Solde des Alops Mairle von Wartlstetten, bestellend in Haus und Stadel an einander, dann Gcmeindenntzen, kommt im Ere» kutiv^ege zum Verkauf. Es werden daher Kaüfsliebhaber eingeladen, Donnerstag den 7. Febr. laufenden Jahrs sich in dissseitiger Kanzley bis Frühe 9 Uhr einzufinden. Auswärtige aber haben auch Vermdgeus, und Leumunds Zeugnisse beyzubringen. Wertingen, den 7. Jan. 1x22. Kon. baier. Landgericht, v. Rheinl, Landrichter. < Ediktal-Vorladung ) Simpert Ämann, lediger Bauerssohn von Bellcnberg dieß Gerichts , befindet sich schon seit 2 1/2 Jahre unbekarnr wo auf Fuhrwerk abw»» send. Da nun gegen denselben von Karl Warmann zu Mürenberg am Main hierorts eine Schuldige von 2^6fl. izkr. angebracht worden, so wird derselbe hiemit aufge» fordert, sich hinnen einem Termin von 6 Monaten vom Tage her Einrückung dieß z» Beantwortung der Klage hierorts um so gewisser zu stellen, als nach Umfluß dieses Termins gegen ibn rechtlicher Ordnung nach in Lontumaciain verfahren werden würde. Jllerrissen,. den 29. Dez. 1821. Kon. baier. Landgerickr. Merklin, La ndrichter. ( Vorladung ^) Friedrich HaaS, 1765 zu Gleußen geboren, hat sich schon über 40 Jahre von seinem Geburtsorte entfernt, ohne seit dieser Zeit über seinen Aufenthalt Nachricht zu geben. Derselbe oder dessen allenfallsige Leibeserbcn werden hie« durch öffentlich vorgeladen, binnen einem halben Jahr und zwar längstens bis zum 8. Juli dieß Jahrs um so gewisser sich zu melden, uud das in 1204 fl. 2 kr. bestehende Vermögen in Empfang zu nehmen, alsaußsrdessen dasselbe den nächsten Verwandten gegen Kaution überlassen werden würde. Seßlach, im Obermainkreise des Königreichs Baieru, den 8. Jan. r8-». Kdnigl. Landgericht. Pauer, Landrichter. — Braun. (Bekanntmachung.) Andreas und Johann Llmmer, 1755 und 1758 zu Rar- telsdorf geboren, sind schon über 42 Jahre abwesend, ohne seither von ihrem Aufenthalte Nachricht zu geben. Auf Antrag der Verwandten werden dieselbe oder ihre allenfallsige Leibeserben hiemit öffentlich vorgeladen, um so gewisser sich binnen einem Halden Jahr, und zwar längstens bis zum 8- Juli dieß Jahrs bey unterzeichnetem Gerichte zu melden, und ihr in 1547 fl. 46 1/2 kr. bestehendes und unter Kuratel befindliches Vermögen in Empfang zu nehmen, als nach Verfluß solches an die nächste Verwandte gegen Kaution ausgefolgt werden würde. Seßlach, den 8. Jan. 1822. Kdnigl. baier. Landgeri cht. ___ Pauer, Landrichter. ' (Bekanntmachung.) Xaver Fischer von Schwabmünchen, gewesener Rentamtsschreiber dahier, ist ohne eine testamentarische Disposition über sein Vermögen gestorben. Da keine gesetzliche Erben bekannt sind, werden hiedurch alle, welche sich als solche ausweisen können, hiemit aufgefodert, binnen 6 Monate a Dato sich hier, orrs um die Erbschaft zu melden, da widrtgens selbe gesetzlicher Ordnung nach dem Staate heimfäilig würde. Zugleich aber fodert man auch alle hiedurch auf, welche an diesen Fischer eine Foderung machen können, selbe bis Dienstag den 5. Febr. dieß Jahrs vor hiesigem Landgerichte zu liquidiren, da sie widrigens von dieser Mass» ausgeschlossen würden. Schwabmünchen, den 12. Jan. 1822. Kdnigl. Landgericht. __v. Braunmühl, Landrichter. (Verschollenheitö- Erklärung.) Da sich ans die Vorladung vom z. Febr. 18ü, welches in die Beylagen zur Augsburgischen Ordinär! - Postzeitung vom 27. Febr., 8. März und 5. April, Nro. 50., 58. und 82., eingerückt worden ist, wedereiner von c>en Brüdern Lorenz und Georg Neirmaier von hier, noch Abkömmlinge verselben im ihr Vermögen gemeldet haben, so werden diese Brüder andurch als verschollen erklärt, und ihrVermdgen wird an ihre nächste Verwandte gegen Kaution hinaus gegeben werden. Niederraunau, den 7. Jan. 1822. Freyherr!, von Freybergisches Patrimonial. Gericht.___Gu mbing er, Parrimo nialrich ter. (Bekanntmachung.) Auf wiederholten Antrag der Kreditoren wird das Katharina Heisische Gantanwesen zu Goggers dieß Gerichts vorbehaltlich der Genehmigung der Glaubiger nochmals zum Verkaufe ausgeschrieben. Hinsichtlich seiner Bestand, theile wird sich auf die frühere Ausschreibung vom z. April v. I. (Beylage zur AugS, burger Moyschen Zeitung Nro. 88- cls Dato 12. April 1821) bezogen, und zur Versteigerung selbst der y. Febr. l. I. vvnVormittags y bis 12 Uhr bestimmt, wo Kaufs, tiebhaber ihre Anbote in diesseitiger Gerichtskauzley zn Protokoll geben können. Unbekannte Käufer haben sich über Leumuth und Vermögen auszuweisen. Friedberg, den 8- Jan. 1822. Kdni gl baier. L and gericht. __v. G tmmi, Landrichter. (Bekanntmachung.) Balthasar Nußbaum, Bürger in Gundelfingen, hat gemäß der lud dato Koäivrno ausgestellten Obligation sä 1000 fl. auf seine Wechfel- fähtgkeit Verzicht geleistet, welches hiemit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird. Lauingen, d en 14. Jan. 1822. K. b. Landgericht Lauingen. _ v. Ott, Landr. (Bekanntmachung. Waldverkauft) Zufolge höchsten Regierungs - Befehl No.54.5z. wird den 12. Febr. laufenden Jahrs die in dem Reviers, Bezirk Eurasburg unweit Bmgger und Freienried gelegene Kamera!» Waldparzelle, Waidel genannt, nach den bey den Staats, Realitäten-Verkäufen bestehenden Normen öffentlich entweder im Ganzen von 24 Tag^. 150 Qr. Rüchen, oder theilweise verkauft. Kaufslustige werden daher eiügeladen, an dem festgesctzlenTag Früh 9 Uhr im Wirthshaus? zu Har, gertswies-n, als ocm zum Verkaufe gewählten Lokale, sich elnznfinden, und ihre An» gebore zu Prorvkcll zu geben. Zugleich wird bemerkt, daß der ton. Forsiwart Scherr zu Bruggec angewiesen ist, den Kaufslustigen genannte Kameral» Waldparzelle ge, nau anzuzeigen. Friedberg, den 15. Jan. 1822. Königliches Nent- und Forstamr zu Friedbe^g. Direnberger, Rentbeamt er. We yma r, Oberfö rster. (Auffvderung.) Alle diejenigen, welche während der Amttrung des verstorbenen kdnigl. Landrichters Pisot in Jngolstadt zu den Kuratel- oder Judizial, Massen des königj. Landgerichts Jngolstadt Gelder erlegt haben, und auf die in der Depositen- kaffa des erwähnten Landgerichts vorhandenen Gelder noch rechtliche Ansprüche machen zu können glauben, werden hiemit aufgefoderr, ihre Federungen bey der von Seite des unterzeichneten Gerichtshofes zur Reinstellnng des Devosiroriums des kdn. Landgerichts Jngolstadt abgeordnet werdenden Kommission, welche das Geschäfte Montags den n. Febr. 1822 in Jngolstadt beginnen, und dann ohne Unrerbrnch fort,' setzen wird, binnen längstens 6 Wochen geltend zu machen, und zugleich die Depvsi, tionsscheine, oder andere Behelfe mitzubringen, worauf sie ihre Foderungen gründen. Amberg, den 4. Jan. 1822. Kdnigl. Appellationsgericht deS Regenkreises. v. Weber, kdn. Präsid ent. — Sedlmay r, Sekretär. ( Verpachtung.) Von kommenden Georgi an, nämlich vom 24. April 1822 anfangend, werden nachstehende Oetonomie-Güter auf mehrere Jahre mit einander verpachtet, als: ^. Das Hofgebäude Gumppeuberg, i/4tel Stunde von PöttmeS entfernt, mit ss. einer bedeutenden Schäferey, KK. 24 i/4tel Morgen Gärten, cc. 58 Morgen zwey - und einmahdigen Wiesen, und ää. 142 ?/8tel Morgen Aecker, dann v. Das Hofgebäude Sedelbrun, 1/2 «stunde vonPöttmes entlegen, mit es. einer ebenfalls bedeutenden Schäferey, 55. z r/4tel Morgen Gärten, ^Z. 135 Morgen zwey- und imähdige Wiesen, dir. m Morgen Aecker. Zusammen 474 z/8tel Morgen. Pachtliebhaber können demnach von nun an über das Weitere hier bey der freyherrlich von Gumppenbergischen hohen Vormundschaft sich Aufklärung stündlich, und sohln bey Zei, ten erholen. Pdttmes, den 15. Dez. 1821. Das freyherrlich v. Gumppenbergische Parrimvnial gericht I.Klasse Pottm es.__ Scherte!, Patrimvnialrichter. (Bekanntmachung.) Heinrich Engelbert Counet, Sekretär Ihrer königlichen Hoheit der verwittweten Frau Herzogin» Amalia vonPfalzzweybrücken, und in solcher Eigenschaft alsSekretär schon seit mehr als 18 Jahr dahier angestellt gewesen, ist un« herm 27. Aug. vor. Jahres in einem Alter von 71 Jahren, ledigen Standes, und ohne Hinterlassung einer letztwilligen Disposition verstorben, während auch unter desselben nachgelassenen Schriften sich über seine verwandtschaftliche Verhältnisse nicht der mindeste Aufschluß vorfand, und man dießfalls nur so viel in Erfahrung brachte, daß er aus Trier gebürtig sey; von daher aber die amtliche Nachricht einlief, daß noch Enkeln einer Schwester desselben in Saarburg sich befinden sollen, und auf seine Erbschaft Anspruch zu machen im Begriffe stehen, ohne sich jedoch bisher selbst dabier angemeldet, oder des Näheren ausgewiesen zu haben. Es werden daher alle diejenigen, welche auf den in Baarschaft, Pratiosen, und andern Effekten an Geld - und Schä. tzungswerth die Summe von 3344 fl. 10 kr. betragenden Nachlaß desselben, ErbschaftS- vder sonstige Ansprüche zu machen gedenken, hiemit unter der Bemerkung, daß außer den bereits bestrittenen Knr- und Letchenkdstendießorts keine Passivschulden des Ver, storbenen angemeldet, oder bekannt sind, aufgefoderr, sich innerhalb z Monaten, von gegenwärtiger Bekanntmachung an, um so mehr bey Nnrerzeichnerem Am» te zu melden, und die nöthigen Nachweise beyzubringen, als nach Verlauf jenes Termines, um das vom Sekretär Counet in der hiesigen Residenz bewohnt gewesene Lokale zu räumen, und einen großen Theil der Effekten vor alleufallsiger durch zu langes Verspertseyn zu befürchtender Verderbensgefahr zusichern, man ohne weitere mit der öffentlichen Versteigerung fürschrelten, und hinsichtlich des Nachlasses überhaupt Saö Weitere rechtlich verfügen würde, inzwischen aber gleich bey der Reseration und Auventur den Kiesigen königlichen Advokaten Dr. Carl als Anwalt für die unbekannten Jntestat - Erben ex oKiciv aufgestellt habe. Signatur» Neuburg an der Dona», den 10. Jan. 1822. Kdnigl. Landgericht Neuburg. __ Karl TbeodorBeck, Landrichter. (Bekanntmachung, Verkauf oder Verpachtung derZiegelbrennerey am Prugger betreffend.) Da sich bey der auf den 17. vorige« Monats und Jahrs zum Verkaufe »der Verpachtung der dem katholischen Studienfond dahier gehörigen, in der Moy- schen Zeitung Nro. 285., dann in dem Lokalintelligenzblatte Nro. yz., beschriebenen Ziegelbrennerey am Prugger bey EuraSburg angesetzten Tagöfahrt weder ein annehmbarer Kaufer noch Pächter eingefunden hat, so wird zum nämlichen Behufe Montag der 28. des gegenwärtigen Monats festgesetzt. Kaufs - und Pachtliebhaber werden daher eingeladen, am besagten Tage in dem Geschäfftslokale des Stifrungspflegers Philipp Schmid im Hintergebäude des Rathhauses dahier Früh y Uhr zu erscheinen und ihre Anbote zum Protokoll zu geben. Angsburg, den 12. Januar 1822. Magistrat der kdn. Stadt Augsburg. Der I. Bürgermeister v. Caspar — Lanius, Sekr. (Bekanntmachung.) Unterzeichneter gedenkt seine in der kaiserl. kdnigl. landesfürstlichen Gränzstadt Scheerding arn Jun besitzende, mitten am Hauprplatz entlegene, mit Nro, ly. bezeichnete, sgädig gut erbaute, und mir einer großen Stallung versehene Behausung sammt der hierauf radizirren reelen Weingaftgebs- und eben solcher Wierschanksgerechrtgkeit, dann einem rückwärts des Hauses befindlichen Obstgarten, worinn sich ein Sommerhaus und einem Budelkegelstatt befindet, aus freyer Hand zu verkaufen. Dieses Haus sammt Gerechtigkeiten kann mit oder ohne Zimmer, und Hauseinrichtungen, mir oder ohne Weiniager, und dann in 200 Eymern bestehenden leereu Weinfässer» mir eisernen Banden, und aufsjo Eymer eiserne Reis erkauft werden. Herren Kanföliebhaber belieben sich an Unterzeichneten zu wenden, und mir selben bis auf gerichtliche Ratifikation den Kauf abzuschließen. Uebngens wird noch erinnert, daß, da auj diesem gesammt Vermögen keine Schulden basten, eine dem Kauf angemessene Summe gegen erster Hypothek und gewohnlicher Verzinsung liegen gelassen «vird. Scheerding , den 8 Jan. 1822 Fr. Michael.Kirchbäck, Wein gastaeb allda. ( Lirerarische Anzeige.) In Unterzeichneter Buchhandlung erscheint nächstens: 1^. dascil. I^actsutius von dem Ende der Christcnvcrfolger, eine deutsche, mehr Bearbeitung, alsUebersetzung, mit kritischen und erklärendenAnmerkungen. Ein Buch, das von den Gelehrten einstimmig an Werth dem Gold gleich geschätzt wird, «nd von allgemeinem, besonders aber jetzt höchstem Interesse ist. Es giebt nicht nur allein die Triebfedern jener großen Christenverfolgimg, die unter I^ctsiniug Augen auebrachen, und anderer großer politischer Ereignisse und Veränderungen jener Zeit äu, die ohne dasselbe stets unbekannt geblieben wären, sondern zeigt auch die wundcrba, ren Wege der gdrttlichen Vorsehung und Gerechtigkeit auf eine das Gemüth tief ergreifende Art, und ist überhaupt ein Spiegel für Jedermann. Landshnt, im Jan. 1822. _. _ Webersche Buchhandlung. Die mit immer wachsenden Beyfall« in München erscheinende Unterhaltmigs- schrifr, Flora betitelt, wird auch im laufenden Jahre wieder fortgesetzt; Original- Aufsätze zur Unterhaltung und Belehrung; die Früchte einer ausgebreiteten Lektüre, Feste, Feyerlichkeiren, Korrespondenz-Nachrichten, Theater-, Musik- und Mode, berichte :c., welche letztere von nun an regelmäßig alle 14 Tage geliefert werden, machen, wie bisher, den Jnnhalt dieser Zeitschrift aus. Auch ist für die Zeit der bevorstehenden Srandeversammiung Sorge gcrragen, daß den Lesern der Flora das Wichtigste dieser Verhandlungen in möglichster Schnelle geliefert wird. — Das halbjährige Abonnement beträgt in t»co München nur z Gulden. Der Preis erhöht sich im Verhältniß der Entfernung. Die Bestellungen geschehen bey allen löbliche» Postämtern; die Hauptspedition hat die ton Ober Postamts-Ieitungs- Expedition in München übernommen. Man darf die Flora zu den wohlfeilsten Schriften dieser Art zählen, indem in der Woche 4 Nummern und 1 Anzeigeblatt erscheinen. Monatliche Bestellungen übernimmt die Lenlnersche Buchhandlung in München, so wie zede andere solide Buchhandlung. Die Redaktion der Zeitschrift Flora in München. Nro. 2o> Mittwoch, den 2?. Jan. Anno 1812» IlugsburgischeOrdinariPostzeitung Von Staats, gelehrten, historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten. Mir allerhöchsten ?'v/ e ^ e». Redaktenr : E. Frhr.-v. Setda. Gedruckt N.verlegt von Joseph AntouMyy, wohnhaft auf dem obern Graben in dem sogenannten Schneidhaus. München, den 21. Jan. Se. Majestät der König hat unter den zu Präsidenten der Kammer derAbgs-- »rdneten vorgeschlagenen 6 Mitgliedern den Ministerialrath, Freyherrn von Schrenk jum ersten, und den Staatsrath und Avpellativnsgsrichts. Präsidenten vvn Senffert zum zweyten Präsidenten ernannt. Die Kammer hat heute Früh zu ihrem ersten Sekretär für die Dauer.dieser Sitzung den Abgeordneten Hacker mit 78 Stimmen, und zum zweyten den Abgeordneten Schulz mit 53 Stimme« gewählt. Uebermorgen werde» die Wahlen zu des Ausschüssen beginnen. — In der Kammer der Reichsräthe sind die meisten Stimmen unter den drey zur Stelle des zweyten Präsidenten vorgeschlagenen Mitgliedern derselben, anfdeu Fürsten von Oettingen- Wallsrstein gefallen, »nd zu Sekretäre» die Grafen von Leyden und von Giech gewählt worden. Augsburg, den 22. Jan. Nachdem durch eine königl. allerhöchste Entschließung vom 10. dieß das Ergebniß' der wiederholten Ersatzwahl für die hiesigen Magisiratsstellen genehmigt worden, so hatte heute Vormittags um 10 Uhr in dem großen Saale des Rathauses die feyerlcchs Einweisung und Verpflichtung des als erster» Bürgermeisters bestätigten, bisherigen königl-Regicrungsassessors, Herrn Barth, und der übrigen neuerwählten Magistratspersoncn, so wie die Eidesleistung der neuerwählten Ge- mei!Ä?eb«vollmächtigtcn Statt. Der königl. Her-r Wahlkommissär sowohl, als der angehende erste Herr Bürgermeister hielten bey dieser Handlung, deren Festlichkeit Augsburgs Bewohner durch eine sehr zahlreiche Gegenwart erhöheten, angemessene Reden. So möge denn unserer Stadt Wohlfahrt durch den stets wachen Blick der magistratischen Sorgfalt, und durch eine umsichtige und einträchtige Verwaltung je mehr und mehr empor blühen! Der abgehende erste Bürgermeister von Caspar, welcher die Stelle eines solchen nur für die ersten 3 Jahre übernahm, so wie die mit ihm zugleich ausrretenden Magistratsräthe, Dr. Geist, Deuringer, Frommel, Hederer und Wagner nehmen den Dank und die Achtung aller derjenigen mit sich, welche unbefangen das Schwierige ihrer Stellung beurtheilten, und den regen Sinn für das allgemeine und der Stadt Beste, die Einsicht, Rechtlichkeit und nnermüdete Thätigkeit dieser Männer zu kennen Gelegenheit hatten. Wien, den 15. Jan. Gestern wurde hier die Generalversammlung der Staatsbank gehalten, wobey auch der Bankier Moriz v. Bethmann aus Frankfurt' a. M. zugegen war. Der Dividend des zweyten Semesters 1821 warf sich für jede Aktie auf 11 fl. kurrent, oder 13 st. 12 kr. rhl. aus, so da? jede Aktie, mit Inbegriff des Dividenden des «.rsten Semesters zu 3 fl. kurrent und des Interesse zu 30 st. kurrent, im verflossenen Jahre 4yfl. kurrent ertrug. JmganzenJahreHerdiente diese Bank 3,061,000 fl. kurrent, woran nach Abzug der Unkosten und der Zurückläge in den Neservefoud 2,055,000 fl. kmrent zur Vertheilung kamen. Voriges Jahr stand eine solche Aktie in 530 fl. kurrent, und n»N sieht pe über 63vfl. Ein Beweis, wie vortheilhaft eine solche Staatsbank sowohl für den Staat als für das handelnde Publikum isi, daS dadurch Gelegenheit hat, seine Gelder leicht umzusetzen. Odessa, den 2. Jan. Die von Konstantinvpel gekommene Nachricht von Einstellung der Feindseligkeiten zwischen den Persern und Türken macht hier außerordentliche Sensation, und dürfte auch in Petersburg Aufmerksamkeit erregen. Ohne Zweifel haben die englischen Agenten in Pcrsicn alles Mögliche gethan, um dieses Ziel zu erreichen. Am meisten bedauert man das in Folge dieser Umstände, vielleicht selbst von seinem Vater, beschlossene, und wie einige Briefe wissen wollen, bereits erfolgte tragische Ende des persischen Prinzen Muhamed Ali Mirs., Kerman-schah, eigentlichen Thronfolgers von Persien, den aber sein Vater durch einen Machtspruch von der Succession ausgeschlossen hatte. Dieser hoffnungsvolle Prinz soll plötzlich in seinem Lager tod gefunden worden seyn, und hierauf die Perser, nach Abschluß eines Vertrags, eilig ihren Rückzug angetreten haben. -Da der Schah von Psrsien das Benehmen seines Sohnes langst mißbilligt hatte, so waren diese Zwisiigkeiten natürlich beygelegt, und zugleich für die Zukunft ein machtiger Prätendent an die Krone Pcrsiens auf ewig zum Schweigen gebracht. Es heißt, seine Mutter und seine männliche Nachkommenschaft seyen ebenfalls auf unbegreifliche Art in seinem bey Schiras gelegenem Harem rimgekommen. So vereinigen sich zu Gnnsten der Türken alle nur erdenklichen Ereignisse, und es ist daher kein Wunder, daß der Muselmann die Christen nur immer mehr verachtet, und sich für ein auserwähltes Volk hält! Er glaubt in seinem Nedermuthe, alle Christen seyen nur zu seinem Dienste auf der Welt. Die hier befindlichen griechischen-Ausgewanderte» sind durch, diese Ereignisse sehr gebeugt, wozu die Ankunft des französischen Botschafters, Latour-Mau- bourg, in Konstantinvpel, den sie als einen neuen Associe der Pforte ansehe.«, auch etwas beyträgt. Von der Donau, den 14. Jan. Nachrichten aus Widdin zufolge hat die Bewaffnung der Türken in Bosnien einige Unordnungen hervor gebracht; übrigens isi diese Provinz ruhig. Bey der letzten Einnahme von Kassandra durch die Türken (das sie aber bald darauf wieder verloren) eroberten dieselben nur 2 Kanonen und machten 200 Gefangene, die sogleich geköpft wurden. In Salomchi herrscht anscheinend Ruhe. Die Ruhestörer werden streng bestraft. Turin, den Z.Jan. Das Syndikat von Genua macht bekannt, daß zufolge eines Reglements des Divisions-Kommandanten alle in Genua wohnenden Offiziere und Adelichcn sich Sinnen 5 Tagen zu einem deßhalb eröffneten Protokolle erklären müssen, ob sie gesinnt seyen, sich gemäß des ßönigl. Edikts vom n.Dez. znr Eidesleistung nach Turin zu begeben. Im Entstehungsfalle haben sie ihre Entschuldigungsgründe schriftlich vorzulegen, welche alsdann der Generalkommandant der höchsten Entscheidung vorlegen wird. — Der nämliche Sturm, der bey uns so große Schäden nnd Verwüstungen anrichtete, hat auch an den Küsten der Normandie seine verheerenden Wirkungen geäußert. Das schlimme Wetter nahm dort am 21. Abends seinen Anfang, und am 25. war die ganze dortige Küsiengegend mit Schiffstrümmern, Waare» und Leichnamen bedeckt. Ans denHäven vonHavre, Fekamp, St.Ma- lo, Calais, Brest :c. laufen mit jedem Augenblicke Trauernachrichten ein. Rom, den 5. Jan. Mit Billeten des Staatssekretariats wurden die Kardinäle Galetti, Castig- tiolli, de Gregorio und Nivarola zu Mitgliedern der Kongregation der Ablässe und der Reliquien, u»d Monsig. Peter Marini zum Mitgliede der Kongregation der Peterskirche ernannt. — Am 27. Dez. brachen aus dem Kerker zu Vetralla acht theils zur lebenslänglichen, theils zur zeitlichen Galeerensirafe verurtheilte Ver- b?echer aus, eS wurden aber durch die Thätigkeit der PoUzeybehvrden und der Ka rabiniere schon am 31. in einem landlichen Wohnhause sechs derselben verhaftet , und wieder in ihr Gefängniß zurück geliefert. Havannah, den 28. Nov. Verschiedene Personen von Stand find von Mexiko hier angekommen, un» haben eine betrachtliche Menge Gold und Juwelen mit sich gebracht. Sie flohen darum ans Mexiko, weil sie glaubten, die Unabhängigen würden sie mißhandeln, und sie ihrer Habe berauben. Die Nachricht, die sie mitgebracht haben, ist von einiger Wichtigkeit, nämlich, daß das ganze Negierungssystem von den Patrioten ohne alles Blutvergießen eingeführt sey, und daß die Präsidenten der verschiedenen Departements ihre Stellen angetreten hätten. Unter diesen befanden sich auch einige, die unter der altspanischen Negierung in einer gleichen Anstellung geoient, sich aber jetzt mit den Freyheitsfreunden bereinigt hätten, indem sie wohl einsahen, daß Widerstand ganz zwecklos sey. — kaut Nachrichten aus Peru hatte» sich die Forts von Callao der chilischen Armee am 15. August noch nicht ergeben, und da General San Martin kein unnützes Blut zu vergießen wünschte, so hatte «r zwar der Stadt das Wasser abschneiden, aber sie noch nicht angreifen lassen. Barcellona, den 2. Jan. Barcelona hat am 30. Dez. seine Unabhängigkeit proklamirt. General Villa-- Campa versuchte vergebens sich dieser Veränderung zu widersetzen; er wendete sich an jedes Regiment besonders, um sie zum Gehorsam zurück zu führen; allein alle antworteten ihm mit dem Ausruf: Es lebe die Konstitution! Nieder mit den Ministern. Dieser General hat hierauf Barcellona verlassen. Der Aufstand wurde von dem Oberst Costa, Kommandant der Nationalgarde geleitet, der während der ganzen Zeit, wo Barcellona von der epidemischen Krankheit verwüstet wurde, die Ordnung und Ruhe aufrecht erhielt. Für Catalonien ist eine Aushebung vo« 30,000 Mann beschlossen worden. Spanische Gränze, den 9. Jan. Die schnelle Aufhebung des Gesundheitskordons und die übereilte Rückkehr der Einwohner nach Barcellona scheint diese Stadt mit einem wiederholten Angriff des gelben Fiebers zu bedrohen. Wenn die seit einigen Tagen eingetretene Kälte de» Fortschritten der Irankheit nicht Einhalt thut, so müssen wahrscheinlich die Einwohner Barcellona wieder verlassen. — Seit einiger Zeit waren zwischen Spanien und den unabhängigen südamerikanischen Staaten friedliche Unterhandlungen eingeleitet, und, dem Vernehmen nach, soll man im Begriff seyn, einen Vertrag abzuschließen. Brüssel, den 14. Jan. Die Grafin Survillers (vormalige Königin von Spanien und Gattin Joseph Bonaparte's) ist mit ihrer ältern Tochter hier eingetroffen, wo fich auch jetzt ihre Schwester, die Königin von Schweden und Norwegen, befindet. Es wird in hiesiger Stadt die Vermählungsfeyer zwischen der ältern Tochter Joseph Bonaparte's und einem von Rom hier ebenfalls angekommenen Sohne Lucian Bonaparte's Statt finden. Die jüngere Tochter der Gräfin Survillers ist nach den vereinigten Staaten von Amerika abgereist, wo sie sich in Zukunft bey ihrem Vater aufhalten wird. Joseph Bonaparte hat keine andern Kinder, als diese beyden Töchter, mithin ist die in öffentlichen Blättern, und namentlich in einem Korrespondenzartikel aus Rom in der allgemeinen Zeitung mitgetheilte Nachricht, als sey die Vermählung eineS Sohnes Joseph Bonaparte's mit einer Tochter Lucian Bonaparte's im Werke, unrichtig und auf diese Art zu berichtigen. Wie es heißt, wird sich der ältere Sohn Lucian Bonapartes, nach seiner Vermählung mit der altern Tochter Joseph Bonaparte's, mit dieser ebenfalls nach Amerika begeben, und dort bey seinem Oheim seinen künftigen Wohnsitz nehmen. Schweizer Gränze, den 15-Jan. Mit den kirchlichen Angelegenheiten unserer östlichen Kantone ist es noch immer beym Alten; die deßhalb schon so langer Zeit angeknüpften Unterhandlungen mit dem päpstlichen Hof haben bis jetzt keinen Fortgang gehabt, und es scheint auch nicht, daß sie so bald zu Ende kommen werden. Einstweilen dauert der provisorische Zustand in diesen Dingen fort. Kurzgefaßte Nachrichten. Bey der zweyten Kammer der baierischcn Stande betragt die Anzahl der Deputaten 116. Jeder derselben hat des Tages 5 fl. Diäten; hiemit bettagen die .Diäten von der zweyten Kammer für jeden Tag 53o fl. und für einen Monat von zo Tagen 17,400 fl. Bey der ersten Ständeversammlung in Baiern haben diese Diäten sich auf eine Summe von izi bis 132,000 fl. belaufen. — AufHerrn Marchand, dem ehemaligen Redakteur des kurz nach seinem Erscheinen wieder verschwundenen „Elsaßer Patrioten" scheint ein Verdacht der Theilnahme an der Verschwörung in Belfort gelastet zu haben. Am 12. Jan. wurde eine Haussuchung bey ihm vorgenommen, bey welcher sich jedoch nichts Verdachtiges fand. (Bekanntmachung.) Das Kupferschmied Konrad Grubersche Gamanwesen in Füßen, bestehend in Haus, Stadel, Stallung, Werkstatte Nro. 12z. auf dem Brodmarkt, Gemeindenutzungen und Antheil an den noch unvertheilten Gemeindegründen, wird zum Dritten - und Letztenmal Freytag den i.Febr. d. 1.8al va rstikc-njone crv- üitoruiN öffentlich versteigert, wobey sich fremde Kaufslicbhaber mit Vermbgens- «nd Leumuthszeugnissen auszuweisen haben. Fußen, den 12. Jan. 1822. K. d. Landgericht.__v. Vok , Lan drichter. An die verehrliche Mitglieder der Harmoniegeselischaft. Zur Feyer des Namensfesteö Ihrer Majestät derKdnigin ist Montag den 28. dieß lich vertheilt worden. Das zu näherer Belehrung der Einlagen besonders abgedruckte Regulativ über den G?schafftsgang, so wie über die Jinsenberechnung, wird jedem Qnittungsbüchlein vorgebunden, und den Einlegern ebenfalls unentgeldlich behändiget »erden. Denjenigen, welche noch außerdem ein oder mehrere Eremplare der Bekanntmachung sowohl, als des Regulativs zu erhalten wünschen, belieben Beydes zusammen geheftet gegen Vergütung von z kr. zum Besten der Armen bey den Armenpflegrärhen, Herren Baumer Lit.D. Nro.277., Ottmann Lir. E. Nro. 18-, Wilhelm Lit. G. Äro.yo. und bey dem endesgenannten Kassier abholen zu lassen. Der Verein der «ugsburgischen Ersparnißkasse. Nebinger, Armenpflegrath und Kassier des Vereins. Es sind bey mir Endesunterzeichnetem frischer, rother, süßer nnd rezenter Tyroler Wein, wie auch gnte, reine, alte Würzburger, Neckar, Markgrafer, rothe und weiße Elsaßer, nebst noch einigen aiidern Gattungen französischer Weine erst vor wenigen Wochen angekommen, wozu ich mich bestens empfehle. Andreas Bourgoend, vormals Joseph Sebastiany, wohnhaft _ in der Sr. Annagasse Lir. D. Nro. 26z. Im Gasthof zu z Rosen ist ein großes, massives, ganz eisernes Gitter zu einen Springbrunnen oder anderer Einfassung, eine große eiserne Kufe mit eisernen Reifen, und eine Trnche auf einen Wagen, zu gar viel Gegenständen brauchbar, auch stark mit Eisen bes chlagen, z» verkaufen. _ , In dem Hause Lit.C. Nro. 102. im Spenglergaßchen ist eine Wohnung von 2 heizbaren nnd eben so viel .unheizbaren Zimmern, nebst eignem geräumigen Boden und übrigen Bequemlichkeiten auf nächstes Georgiziel zu vermiethen, mid bey dem Hauseigeuthümer daselbst das Nähere zu erfragen. __ H Ein geschickter Setzer kann sogleich bey uns in Kondition treten. München, den -S. Ja«. -»8s». Wolfische Zeitungsdruckere 9. Nro. 21. Donnerstag, den 24. Jan. Anno 1822. AugsburgifcheOrdinariPostzeitung Von Staats/ gelehrten, historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten^ Mit allerhöchsten ^7 ^ ?/ e Z ?'e?/. Redakteur: E. Frhr. v. Seida. Gedruckt ». verlegt von Joseph Anton Moy^ wohnhaft auf dem obern-Gmben in dem sogenannten Schneidhaus. München', den 22. Jan.- Se. Majestät der König haben geruht, den, auf sein ausdrückliches Verlangen nach 40jährigen Dicnsiesjahren in den Ruhestand versetzten, rönigl. Appelia- ticnsgerichtspräsidenten, Freyherr» vonEgker, zum wirklichen geheimen Rath in den schmeichelhaftesten Ausdrücken zu ernennen, und ihm das Dekret tax - und sie- gclfren ausstellen zu lassen. — Man hat in den letzten Tagen 3 Nächte nach einander Feuer in den Umgebungen und in der Ferne der Stadt entdeckt. Am y. dieß brannte zu Neithof im Landgerichte Erding ein Haus mit Stallung und Scheuer ab. Das Feuer brach um Mitternacht mit solcher Heftigkeit aus, daß an keine Rettung zu denken war^ Nur ein Pferd, eine Kuh und ein halbes Bette konnte der Besitzer retten, alles übrige verzehrten die Flammen.- Man weiß nicht, wie dasselbe konnte veranlaßt- worden seyn.. Wien, öen is. Jan. Der österreichische Beobachter schreibt: In den neuesten Berichten aus Kon» siantixopel vom 25. und 29. Dez. finden sich noch folgende Data: Die persischen Truppen haben sich, in Folge der Befehle von Teheran, ans allen Punkten zurück gezogen; und durch die Dazwischcnkunft ci.^S bereits abg>.gansenenKommiiiärs der Pforte dürften die Zwistigkeiten, die sich nicht sowohl zwischen den Negierungen als zwischen den Granzbehörden erhi^^n, und zu militärischen Gewaltschritten Anlaß gegeben hatten, nun in Kurzem beygelegt werden. Die Pforte hat übrigens das bey dieser Gelegenheit den Pascha's versch-eoener Gränzsiatthalterschaften zur Last fallende fehlerhafte Benehmen ernsthaft gemißbilligt — In dem Arsenal der Marine und der Artillerie wird mit der angestrengteren Thätigkeit gearbeitet, um eine gewisse Anzahl von Schiffen auszurüsten, welche den türkischen Besatzungen in den Plätzen der Morea Mund- und Kricgesvorratbe, tvoran sie großenMangel leiden, zuführen sollen. Der Hauptplatz Napoli di Ronnmia ist bisher von dex Türken mit vieler Tapferkeit vertheidigt worden; die Griechen sollen aber neuerlich beträchtliche Verstärkungen an sich gezogen haben. Sie halten auch das Schloß von Lepan- ro enge blockirt. — Die Griechen sind nun wieder im Besitz von Athen, nachdem sie ungefähr sechs Wochen lang diesen Punkt hatten aufgeben müssen. Sie machen dießmal sehr ernsthafte Ansialten, sich der Zitadelle (der alten AkropoliF), ohne welche Athen eine unhaltbare Position ist, zu bemächtigen, und haben bereits einige der äußern Befesiigungs-Linien gesprengt. — Es ist dem Pascha von Salo- nick gelungen, nach Einnahme der Halbinsel Cassandra, mit den Bewohnern des Monte Santo (Berg Athos) eine gütliche Uebereinkunft abzuschließen. Die Griechen legen die Waffen nieder; dagegen ist stipulirt, daß kein bewaffneter Türke jenew Landstrich betreten wird. Die Pforte legt ans diese friedliche Unterwerfnng einen besondern Werth, weil der Monte Santo bekanntlich die größten Heiligthümer der griechischen Kirche einschließt, und als die Pflanzschnle der griechischen Geistlichkeit- betrachtet wird- Modena, den 2. Jan. Nachdem am 13. Dez. v. I. zwischen diesem Hofe und jenem von Parma ein Granztraktat zur dauerhaften Bestimmung i>es beyderseicigen Gebietes abgeschlvs- sen worden war, so wurden die Traktats-Ratifikationen am Lc>. Dez in Reggi» zwischen den respektive» Bevollmächtigten ausgewechselt» Madrid, den 3. Jan. Die Kaoets und den 6.Aug. 1789 einstimmig zumPralaten erwählt-. Durch reinenChristuseiferauff der Kanzel und im Beichtstuhle hat er sich allgemeines Zutrauen , durch sanftes unh> liebevolles Betragen die innigste Verehrung Aller, die ihn kannten, in einem selte-- nen Grade erworben. Die katholische Religion, Wissenschaften^, Arme und vor- züglich die ganze Nachbarschaft leidet/durch sein zu frühes Hinscheiden unersetzlichem Verlurst. Seine Asche ruhe sanft, und sein Andenken bleibe ewig! (Gasthofs - Empfehlung.) Der Unterzeichnete hat die Ehre,, hiemit anzuzeigen, daß er mit dem Eintritts des neuen Jahres den hiesigen Gasthof zum Neuhause an sich gebracht habe. Er schmeichelt sich, durch prompte und billige Bedienung den gerechten Erwartungen, der ihn mir ihrer gütigen Zuspräche beehrenden Herren Gaste,, vollkommen zueutsprechen,. und empfiehlt sich auf das Angelegenste. Berchresgadrn, den 15. Jan. 1822. Anton Eisenmann , Gastgeb zum Neuhaus. Die in der Ludwigsstraße mir Lit.D. Nro. 186. 187. und 198. bezeichnete, gut gebaute Hauser, welche mit großen gewölbten Kellern,. Hof, Sralluug für 6 Pferden,. Remissen, 7 Getreidbdden und Wasserwerk versehen, sind täglich aus freyer Hand M verkaufen, worüber das Nähere im Hause Lit. F.-Nro. 266. 2 Stiegen hoch erholt- werden kaum ^____ Montag den 4. Febr. Vormittag von 9 bis 12 Uhr wird die wohlbekannte Wirthschaft zum wilden Mann Lit. A. Nro. 342. in der Bäckengasse, nebst Hofle und Sta-- del Lit. A. Nro. 351. und der am Afrawald gelegene Stadel mir z Wohnungen und einer Werkstatt mit Feuergerechtigkeit, nebst den vorzüglich guten Sommerkellern,- Gantner und Faßbbden, an den Meistbietenden versteigert werden. Sollte sich je-- doch früher ein Liebhaber zeigen, der den Kauf aus freyer Hand abschließen wollte,, so kann man sich deßwegen um die näheren Verhältnisse in dem Hause Lit. A. N0.126- oder bey dem geschrvornen Kaufler WelrLit.A. Nro.204. am Milchbergle des Nähern erkundigen, und sowohl das Jnventarinm der Wirthschaftsrequisiten, als die Hauser und Keller in beliebigen Augenschein nehmen. Jak. Welt, geschw. Käufler. Unterzeichneter giebt sich die Ehre, den Herren Stabs - und Oberoffizieren sowohl der hiesigen, als der auswärtigen Garnisonen bekannt zu machen, daß er alle Gattungen Pferdgeschirre und Sättel, und zwar Lbffelsärtel mir Bügelriemen um 21 fl., engUsche Peitschen um 19 fl. zo kr. per Stück, so wie auch Zaume verfertige. Er verbricht beste Qualitär von niederländischem Leder, prompte Ablieferung, und arbeitet »nter dem Fabrikpreise. Zugleich empfiehlt sich selber auch mit Säbelkuppeln von doppelten Borten und plattirrem Beschlag für die Herren Offiziers der Kavallerie um den Preis von i/r fl. zo kr. und ohne Garnitur um 9 fl. zy kr. Wer Sättel ins Quantum abnimmt, erhält selbe noch unter dem oben festgesetzten Preise. Augsburg, den 12. Jan.?822. Xaver Schweinhnber, Sattler im k. b. 4-ten C hev. leg.Regiments bnig . In der Maximilians - und Karolinenstraße, vom Weberhaus bis zum Obstmarkt- linker Hand, wird ein Laden zu vermietheu gesucht. Näheres zu erfragen Lir.C.No. 8 . Ein dieser Tagen gefundenes neues seidenes Regendach kann der rechtmäßige Eigenthümer desselben gegen Ersatz der Einrückungsgebühren bey mir abholen. _I. Bruglocher , Silbe rarbeiter auf dem alte n Heumarkt Lit. D. Nro. 216. Es werben in einer Messingfabrik 2 Messjngdratzieher gesucht. Hiezu taugliche. Subjekte können sich melden bey Ioh. Ferd.Schmid.- Beylage». Beylage zu der Augsburgischen Ordinari Postzeitung. Den 24. Jan. 1822. Nro. 21. " (Wald - Parzellen - Verkauf.) Zu der nach allgemeinen Staatsgüter - Verkauf«« Normen anbefohlenen Versteigerung s. des aus 17 Tagwerk 100 Qt. Ruthen beste, henden sogenannten Lechlingszellerholzes, und d.io Tagwerkzo Qt. Ruthen haltenden Harthölzels, beyde im Steuerdistrikr Wiesenbach, ist Donnerstag den 7. künftigen MonatsFebruar festgesetzt worden. Dieses wird nun allen Kaufslicbhabern mit dem Bemerken eröffnet, daß die Versteigerung sowohl der Gründe, als des darauf stehenden Holzes im Pvsthaus zu Gundelsdorf Morgens um 10 Uhr entweder im Ganzen »der in Abtheilungen vorgenommen werden wird, und die Liebhaber sich inzwischen die Verkaufs 5 Objekte durch das königl. Forsipersonal der Revier Thierhaupten und namentlich des königl. Forstwarts Mannhart zu Pdttmcs vorzeigen lassen kennen. Den 12. Jan. 1822. Königl. Rentamt Rain und Forstamt in Friedberg. kön. Rentbe amter. — Waymar, kdn. Obe rförster. (Bekanntmachung.) Die Bibliothek des zu Rvrh verstorbenen Hofkammerrathö Hauk wird nach dem Jnnbalr seiner letztwilligen Disposition nunmehr im Versteige- rungs - Wege verkauft. Sie enthält über 1000 Bände, hauptsächlich theologisch?, juridisch- und medizinischen Jnnhalts, der Katalog über solche kann bis zum Verstei, gerungstermin bey dem Bürgermeister Le Pair in Roth jeden Tag eingesehen werden. Montag den 11. Febr. 1822 geschieht die Versteigerung der Bibliothek, die sich im Hause des Bürgers und Schneidermeisters Hagenbauer zu Roth befindet, und an die, sem Tage eingesehen werden kann, auf dem Rathhause daselbst, durch die anwesende Landgerichts, Kommission. Da der Erlös aus dieser Bibliothek als ein Legat zur obern Pfarr in Thalmessingen bestimmt ist; so wird über die Genehmigung des Meistgebots höhere Entschließung erwartet. Kaufsliebhaber werden also eingeladen, sich an obenbenanntem Tage in Roth einzufindcn, ihre Angebote zu Protokoll zu geben, und erforderlichen Falles ihr Zahlungsvermögen auszuweisen. Den ,6. Jan. 1822. Königl. baier. Landgericht Pleinfeld. Wunderer, Landrichter. — Niedel. ( Vorladung.) Jakob Merz von Burgau ist schon seit zoJahren von Hause entfernt, ohne von seinem Leben und Aufenthalte seinen Verwandten bis zur Stunde Nachricht gegeben zu haben. Es wird daher derselbe oder dessen allenfallsige Deszendenz hiemit vorgeladen, binnen 6 Monaten sich bey unterzeichnetem Landgerichte zu melden, widrigenfalls mit dem hinterlassenen Vermögen nach gesetzlicher Ordnung fürgeschritten werden wird. Burgau, den 14. Jan. 1822. Königl baier. Landgericht.___ Gebhard, Landrichter. (Bekanntmachung.) Da eine der Marktskammer zu Vohburg gehörige landschaftliche Zinszahlamts - Assekuration cZevsto München den 9. Nov. 1750 per 200 fl. Kapital zu 4 Proz. zu Verlust gegangen ist, »nd von Seite des Magistrats zu Voh, bürg auf deren Amortisirung angetragen wurde, so wird der allenfallsige Besitzer derselben hiemit öffentlich aufgefordert, sich binnen 6 Monaten a Dato dahier zn melden, und über den Besitztitel auszuweisen, außerdem nach Verfluß dieser Frist die Urkunde als ungiltig und kraftlos erklärt werden solle. Jngolstadt, den 12. Jan. 182?. Kön. Landgericht Jngvlstadt. ____Ger stner, La ndrichter. (Gantcdikt.) Auf Insolvenz-Erklärung der verwittweten Schreinen«, Josephs Hdrrmann von hier, wird über derer Vermögen der Konkurs erkannt, und es werden deßfallö nachfolgende Ediktstage ausgeschrieben, r) Zur Anmeldung und Nachweisung der Forderungen, dann zum Versuche eines gütlichen Nachlasses der ,5. Hornung dieses Jahrs; bey dessen Nichterfolg 2) zur Vorbringung der Einreden gegen die angemeldetenForderungen der iz. März d.J.; z) zum Schlußverfahren der »9. März d. I., wovor, die erste Hälfte znr Abgabe der Schlußerinnerung dienet. Alle diejenige, welche am ersten Ediktstage nicht erscheinen, werden mit Ihrer Förde« rung vor, der Gantmasia ausgeschlossen, das Nichterscheinen an !den übrigen EdiktL- tagen aber.zieht den Verlurst der betreffenden Handlung nach sich. Zugleich werden alle diejenige, welche an den verstorbenen Karl Hörrmann, nunmehr dessen Wittwe Josephs Hdrrmcmn etwas zu zahlen Haben, aufgefordert^ diese Zahlung bey Vermeidung des nochmaligen Ersatzes bey dem unterfertigten Herrschaftsgerichte zu leisten» Edelstetren, den 15. Jan. 1822. Fürstlich? Esterhazisches Herrschaftsgericht. ___Stelnle, Herrschaftsrichter. (Bekanntmachung.) Der Bürger, Johann Kleinheinz zu Minbelheim, ge» weseuer Hutmacher, hat sich dem Ganrverfahren unterworfen ; es werden daher dessen sämmtliche Gläubiger zur Anmeldung und Begrnndnng ihrer Foderungen, dann zum Vergleichsversuche auf Msntag den n. künftigen Monats, für den Mißlingungsfall aber zur Einrede auf Donnerstag den 7. März, zur Schlußverhanblung und zur .Re- plik aufLienstag den 2. April und endlich zur DupPlik auf Dienstag den 16. nämlichen Monats , jedesmal Frühe 9 Uhr in hiesiger Landgerichts-Kanzley vorgeladen, und zwar am ersten Tage bey Strafe des Ausschlusses von der Masse, im Falle eines zu Stande kommenden Vergleiches aber werden die Ausbleibenden der Mehrheit beystimmend angesehen, an denen übrigen Tagen trifft sie der Verlurst der jedesmaligen Handlung. Den 14. Jan. 1822. Königl. Landgericht Mindelheim. ___v. Ma der, Landrichter. (Vorladung. ) Franz Schmelcher, Müliersschn von Untermühlhausen, stand a-ls Soldat beym königl. 6ten Linien-Infanterie - Regiment, und wird seit dem russi, schen Feldzuge vermißt. Auf Instanz der Verwandten wird nun derselbe, oder seine eheliche Deszendenz hiedurch aufgefordert, sich binnen 6 Monaten um so sicherer zu melden, als widrigenfalls er für verschollen erklärt , und sein Vermögen den nächsten Jntestaterben gegen Kaution verabfolgt werden würde. Landsberg, den 4. Jan. 1822. Kbnigl. ba ier. L andgericht Landsberg. Luzzenberger, Landrichter. (Vorladung.) Michael Kopp, bürgert. Hausbesitzer, dann Buchhalter der Franz Storno'schen Buchhandlung dahler, welche derselbe unter dieserFirma nach der Protvkollar- Erklärung des Franz Storno zugleich auch auf eigene Rechnung geführt hat, ist am y. dieß Monats im ledigen Stande und ohne Hinterlassung einer letztwil-, ligen Disposition mit Tode abgegangen. Es werden daher nicht nur alle diejenigen, welche an die Verlassenschaft des eben erwähnten Michael Kvpp, sondern auf Bitten des Franz Storno auch alle diejenigen, welche an die Franz Storno'sche Buchhand« lung ex c^uocunczus titulo rechtliche Ansprüche machen zu können glauben, hiemir aufgefordert, solche um so mehr binnen 60 Tagen in gesetzlicher Form hierorts anzu, bringen, als anßerdcssen in der Sache weiters rechtlicher Ordnung nach fürgeschritten werden würde. Den 15. Jan. 1822. Königl. Kreis, und Stadtgericht Landshnt. _ _ ^ Veqnel. — Stark. (Vorladung.) Friedrich Haas, 1765 zu Gleußen geboren, hat sich schon über 40 Jahre von seinem Geburtsorte entfernt, ohne seit dieser Zeit über seinen Aufenthalt Nachricht zu geben. Derselbe oder dessen allenfallsige Leibeserben werden hie» durch öffentlich vorgeladen, binnen einem halben Jahr und zwar längstens bis zum 8. Juli dieß Jahrs um so gewisser sich zu melden, und das in 1204 fl. 2 kr. bestehende Vermögen in Empfang zu nehmen, als außerdessen dasselbe den nächsten Verwandten gegen Kaution überlassen werden würde. Seßlach, im Obermainkreise des Königreichs Baiern, den 8. Jan. 1822. Königl. Landgericht. _ Pauer, L andrichter. — Braun. (Bekanntmachung.) Andreas und Johann Limmer, 1755 und 1758 zu Rattelsdorf geboren, sind schon über 42 Jahre abwesend, ohne seither von ihrem Aufent, halte Nachricht zu geben. Auf Antrag der Verwandten werden dieselbe oder ihre allenfallsige Leibeserben hiemir öffentlich vorgeladen, um so gewisser sich binnen ei, nem halben Jahr, und zwar längstens bis zum 8- Juli dieß Jahrs bey unterzeichnetem Gerichte zu melden, und ihr in 1547 fl. 46 1/2 kr. bestehendes und unter Kuratel be» fmdlicheö Vermögen in Empfang zu nehmen, als nach Verfluß solches, an die nächste Verwandte geges Kantion ausgefolgt werden würde. Seßlach, den Jan. igzz. Königl. baier. Landgericht . __ Pauer, La ndrichter. (Vorladung.) Andreas Paul, Sohn des verstorbenen Bürgers, Valentin -Paul ans Seßlach, 1784 geboren, gieng in seiner frühesten Jugend als Backergesell ^anf die Wanderschaft, ohne von sich wehr etwas hören zu lassen. Derselbe, oder Kessen allenfallsigen Leibeserben werden hiedurch öffentlich vorgeladen, sich binnen meinem halben Jahre, und zwar längstens bis zum 20. Juntus 1822 um so gewisser zu Melden, als anßerdesseu sein in yzü fl. 19 2/ztelkr. bestehendes Vermögen an dessen 'Nächste Verwandte gegenKaution zur Nutznießung verabfolgt werden würde. Seßlach, den 17. Dez. 1827. Königl. baier. Landgerich t.__ Pauer, Landrichter. (Bekanntmachung. Waldverkauf.) Zufolge höchsten Regierungs - Befehl No.54.5z. !w!rd den 12. Febr. laufenden Jahrs die in dem Reviers-Bezirk Eurasburg unweit Brugger und Freienried gelegene Kamera!, Waloparzelle, Waldel genannt, nach den Key den Staats-Realitäten-Verkäufen bestehenden Normen öffentlich entweder im ^Ganzen von 24 Tagw. 150 Qt. Ruthen, oder theilweise verkauft. Kaufslustige :werden daher eingeladen, an dem festgesetztenTag Früh 9 Uhr im Wirthshause zu Har« .gertswiesen, als'dem zum Verkaufe gewählten Lokale, sich einzusinken, und ihre Angebote zu Protokoll zu geben. Zugleich wird bemerkt, daß der kö». Forstwart Scherr !zu Brugger angewiesen ist, den Kaufslustigen genannte Kameral. Waldparzelle ge, -nau anzuzeigen. Friedberg, den 15. Jan. 1822. Königliches Reut- und Forstamt -zu Friedberg. Direnderger, Rentbeamter. Wevmar, O berförster. (Verpachtung.) Von kommendenGeorgi an, nämlich vom 24.April 1822an- fangend, werden nachstehende Oekonomie-Güter auf mehrere Jahre mit einander verpachtet, als: Das Hofgebäude Gumppenberg, i/4tel Stunde von Pöttmes entfernt, mit as. einer bedeutenden Schäferey, vd. 24 i/4tel Morgen Garten, 58 Morgen zwey - und einmähdigen Wiesen, und ää. 142 7/8telMorgen Aecker, dann L. Das Hofgebäude Sedelbrun, 1/2 Stunde von Pöttmes entlegen, mit c-e. einer ebenfalls bedeutenden Schäferey, Fk. z i/4te!MorgenGärten, ZA.iz? Morgen zwey- und imahdige Wiesen, KK. m Morgen Aecker. Zusammen 474 z/ztel Morgen. Pacht» liebhaber können demnach von nun an über das Weitere hier bey der freyherrlich von Gumppenbergischen hohen Vormundschaft sich Aufklärung stündlich, nndsohin bey Zei, ten erholen. Pöttmes, den 15. Dez. 1821. Das freyherrltch v. Gumppenbergische Patrimvnialgericht I.Klasse Pöttmes. __ Scherte!, Patrimonialrichter. (Edikt.) Von dem kais. königl. ob der ennsischen Stadt- und Landrechte wird biemir öffentlich bekannt gemacht , es sey auf Ansuchen eines Gläubigers der Joseph ChlistianHaydtischenKonkursmassewdieerekutiveVersteigerungdesauf85oofl.C.M. gerichtlich geschätzten bürgerlichen Hauses zu Linz Nro. 260., sammt der darauf radi, zirtenLederersgerechtigkeit gewilliget und hiezu die erste Tagsatzung auf den27. März, die zweyte auf den 24. April und die dritte auf den 22. May 1822 mit dem Anhange bestimmet worden, daß diese Realität, wenn.sie weder bey der ersten, noch bey der zweyten Tagsatzung um den Schatzungswerth verkauft werden könnte, bey der dritten auch unter demselben Hindangegeben werden würde. Kaufölustige haben daher an obgenannten Tagen selbst, oder durch gehörig bevollmächtigte vor diesem kaiserl. königl. Stadt- und Landrechte zu erscheinen. Die Lizitarionsbedingnisse bestehen kurz in folgenden: 1) Daß von dem Meistbote ic-Prozent gleich nach der Lizitation und von dem Ueberreste ein Drittheil binnen 4 Wochen, das zweyte Drittheil aber binnen 1 Vierteljahr sammt 5 Prozent Interessen erleget, das letzte Drirtheil aber, welches gegen 1 vierteljahrige Aufkündung liegen gelassen wird, so wie das zweyte durch In« tabulirung sicher gestellet werden. 2) Daß der Meistbietende vom Lizitationstage alle Lasten und Gefahren des Hauses übernehmen und die Stempel und Gebühren der Besitzausschreibung :c. allein bestreiten muß. Dagegen kann sich derselbe z) nach Erlag der 7.0 Prozent und des ersten Drittheils an die Gewähr schreiben lassen, und vom Lizitationstage an in alle Rechte und Nutzungen eintreten. Umständlicher kdn» nen diese Bedingungen bey der dießamtlichen Erpedits. Direktion eingesehen werden, .Linz, den zi. Dezember i8»l» (Bekanntmachung.) Jc sevh Zurzenthaller, vormaliger Buchhalter in der Gassen- mayrischenHandlung zu B-ughausen, brachte das Pecer Mullerische Fragner - Anwesen allhier Gantkäuflich an sich, cntftrnre sich aber vor einiger Zeit heimlich von hie? weg, ohne den Gantkaufschilling bisher gänzlich berichtiget zu haben, mir Hinterlassung eines bedeutenden Schuldsnstandes, welcher dessen aktives Vermögen übersteigt. Da noch mehrere unbekannte Gläubiger des ermeldten Zurzertthallcrs vorhanden seyn könnten; so werden dieselben hiemit öffentlich vorgeladen, bey der auf den 27. Februar dieß Jahrs anberaumten Kommission, zur Anmeldung und Liquidi- rung ihrer Forderungen, dann zum Versuche eiuer gütlichen Bsvlegung dieses Schul» denwesens persönlich, oder durch gchörig hiezu Bevollmächtigte, früher Gerichrszeit in hiesiger Landgerichts - Kanzley unter dem Präjudiz zn erscheinen. daß die Ausbleibenden die allenfalls nachtheiligen Folgen ihrer Verspätung sich selbst zuschreiben müssen, wenn dieses Schuldenwesen verhandelt, und zum Schluß geführt würde. Schließlich wird noch bemerkt, daß sich die entfernten Gläubiger zur Besorgung ihrer Rechts- nvthdnrfren an die hiesigen 2 Advokaten Dr. Lallinger und Dr. Würtb wenden mögen. Den 16. Jan. 1822. Kdnigl. baier. Landgericht Burghausen im Unterdonankreis. ____v. Ockel, La ndrichter. ( Bekanntmachung.) Von dem unterfertigten köm'gl. Rentamte wird am Donnerstag den 74. künftigen Monats Februar von dem auf dem Salzstadel in Augsburg vorräthig liegenden Roggen aus dem Jahre iFry ein Quantum von zoo Schaffe! im Wege öffentlicher Versteigerung, unter Borbehalt höchster Genehmigung, verkauft. Die Versteigerung wird auf dem Salzstadel in Augsburg vor sich gehen, woselbst die KaufölustigenVormittags roUhr sicheinzufinden haben. Zusmarshausen, den »8- Jan. 1822. Kdni gl. baier. Rentamt. Schöllhorn, Rentbeamter. ( Bekanntmachung.) Die Bergwirrhschaft zu den z Rosen balner, bestehend in einem gut gebanten Wirthschaft-Gebäude, Bräuhaus, Stall. Stadel, Kellern, Wurzgarte» und Bräu-Requisiten, worunter 16 Lagerfässer sich befinden, dann 1 Jauch. Acker, dessen Steue» kapital285 fl. beträgt, z/M Jauch, mit dem Stenerka- pitalsizfl. und 2/4telJauch, mit dem Steuerkapital 145fl., sämmtlich zehendfrey, wird vorbehaltlich der Genehmigung der Paul Bulachschen Kreditorschaft, Dienstag den 12. Febr. d. I. Vormittags 9 Uhr zum Verkauf, oder zur Verpachtung öffentlich versteigert, und Kaufs- oder Pachtlustige hiezu in die Gerichtskanzley eingeladen. Günzburg, den 15. Jan. 1822. Königl. baier. L andgericht. _ Ött, Landrichter. (Vorladung.) Franz Zi-aver Viermeyer, lediger Wagnerssohn aus Strsham dieß Gerichts, seiner Profession ein Wagner, dessen dermaliger Aufenthalt unbekannt ist, wird hiemir öffentlich aufgefodert, sich binnen 2 Monaren s Dato hierorts zn stellen, und auf die von Maria Jodlbauer, lediger Schullehrerstochter aus Baierbach, Knigl. Landgerichts Griesbach, wegen Vaterschaft und Kindesalimentation gegen ihn gestellten Klage zu verantworten, widrigenfalls auf weiters Andringen der Klä, gerin der Prozeß gegen den für ihn sx vMcio aufgestellt werdenden Anwalt fortgeführt, und weirers rechtlicher Ordnung nach verfahren werden wird. Den !?. Jan. 1822. Kdnig l. baier. Landgericht Simdach am Jnn. v. Schatte, Landrichter. (Bekanntmachung.) In der Konkurssache des Sebastian Angelmayer, Söldner In Echenbrun», wird man dessen Sdlde, Stadel, Garten und Gemeindenutzungen, 6 1/2 Morgen Ackers und 1/2Tagwerk eigenes Mahd lslvs istiüestione creclitoiurri in loco Echenbrunn den 12. Febr d. I. öffentlich versteigern, welches man hiemit bekannt macht, und die Kaufelusiige, welche sich durch Vermögens - Atteste auszuweisen haben, hiezu vorladet. Laninge», den 19. Jan. 1822. Königl. baier. Landge- richt Lauingen. v. Ott, Landrichter. (Bekanntmachung.) Auf dem hiesigen z Konigmarkr sind wir von Statt gehab- tem schandlichen Mißbrauch unserer Firma überzeugt worden, weßwegen wir hiemit Jedermann für allenfalls uns noch nicht bekannt gewordenen ahnlichen Betrügerenen warnen, und uns dießfatts als nicht haftend erklären. München, den 14. Jan. 1822. Volz und Cvmp. von Aibling. Nro. 22. Frcytag, den 25. Jan. Anno 1822. AugsburgischeOrdinariPoftzeitung Von Staats, gelehrten/ historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten. Mir allerhöchsten 5 ?- - ^ / / e ^ ?' e Redakteur: E. Frhr. v. Seida. Gedruckt u. verlegt von Joseph Anton Moy,, wohnhaft auf dem obern Graben in dem sogenannten Schneidhaus. , Wien, den is. Jan. Der österreichische Beobachter schreibt: In Konstantinopcl und den Umgebungen ist die Ruhe neuerlich durch nichts gesiörc worden, und es geht Jedermann, Muselmann und Christ, seinen Berufsgeschäfften nach. Doch fand am 20. Dez. ein in seiner Art merkwürdiger Auftritt hier Statt, wobey die türkischen Studenten die handelnden Personen waren. Bekanntlich wird in Konsiancinopel eine große Anzahl junger Leute (manschatzt sie aufmehrcre Tausend) in den bey den Moscheen gestifteten Unterrichtsaustalten (Medresse's) erzogen, und zu künftigen Legisten gebildet. Die, welche zur Moschee Sultan Mahomcd II. gehören, genoßen stets die meisten Vorzüge, und sind alö besonders eifrige Anhänger des Jsmalism bekannt. Einer ihrer Lehrer, ein durch seine Gelehrsamkeit ausgezeichneter Mann, wurde jüngst, wegen unbescheidenen Aeußerungen über gewisse Maaßregeln der Negierung, verbannt. Als die Studenten es erfuhren, rotteten sich einige Hundert, die bald nachher bis auf 2000 anwuchsen, zusammen, zogen vor den Pallasi des Mufti, und verlangten mit Ungestüm die Zurückbernfung des Lehrers. Um zu zeigen, daß sie keine Gewaltthätigkeit verüben wollten, hatte» sie ihre Waffen abgelegt, und dagegen den Koran und andere Lehrbücher in den Gürtel gesteckt. Nichts desto weniger veranlaßte ein so großer Auflaufeinige Unruhe, und eine beym Mufti angekündigte Rathsvcrsammlung unterblieb. Der Großwesir aber, der mit seinen Wachen herbeyeilre, stellte schnell die Ordnung wieder her, und die Studenten gien- gen, mit der Hoffnung, daß der abgesetzte Muderri ihnen nächstens wieder gegeben werden sollte, friedlich aus einander. Am 19. Jan. war hier der Mirrelprcis der Staatsschuldverschreibungen vom Jahre 1816 zu 5 Prozent in Silbeimünze 74 ?s8; der iprozenrigcn Obligationen --; der Hoflammer-Obligationen vom Jahre 1815 zu 2 is2 Prozent --; der Wiener Stadt - Banko - Obligationen zu 2 iss Prozent 35 is2; dcrCursauf Augsburg 99 is3 Uso; Konvemions. M. 249 ?s3; Bankaktien 648; Nothschildische 100 fl. Loose 114; Partialobl. 94 Zf4; Zertifikate 94?ss. Von der Donau, den 16. Jan. Ueber die Verhandlungen der auswärtigen Gesandten mit dem Divan läßt sich wenig Zuversichtliches sagen; so viel ist gewiß, daß die Pforte dem Befehlshaber in der Moldau und Wallachey befohlen hat, sich zum Rückzug zu bereiten, und sich einstweilen an der Donau zu konzentriren. Der Neis-Effendi handelt mit der größten Schonung, und zeigt einige Nachgiebigkeit; dennoch ist die gänzliche Annahme des russischen Ultimatums noch nicht zu erwarten, da die Stimme des Volks und besonders derJanitscharen, die es für eine der größten Beschimpfung halten, die hohe Pforte in einer gehorchenden Stellung zu erblicken) sich zu sehr und zu laut dawider ausspricht. Man erzählt auch, die türkische Negierung hätte die Klage geführt, daß man in ganz Europa ohne Schwierigkeiten vielen Individuen erlaube, sich bewaffnet nach Griechenland, inder Absicht, dortden Halbmond zu bekämpfen, einzuschiffen, einBetragen, welches keine friedliche Gesinnungen zeige. Man er- wiederte hierauf, diese Klage sey nur in Ansehung einiger Staaten gegründet, und in diesen erlaube die politische Freyheit, auch zu Gunsten der Türken zu bewaffnen. In den letzten Zusammenkünften sprach der türkische Bevollmächtigte wieder von der Nothwendigkeit der Auslieferung der Nebellen, die sich auf russischen und österreichischen Boden geflüchtet haben. Die endlich erfolgte Anknnft des lang erwarteten französischen Gesandten, Latour-Maubourg, dürfte vielleicht zur Beendigung der Unterhandlungen wesentlich beytragen. Einige Personen meynen, er würde vereine mit dem spanischen Abgeordneten zu Gunsten der Griechen sprechen, aber die besser Unterrichteten behaupten, dieser Botschafter werdesich bloß damit begnügen, die Annahme der russischen Forderungen durchzusetzen , und erträgliche Bedingnisse zu einer allgemeinen Pazifitation der empörten Griechen zu erwirken. Man spricht viel von den prachtvollen, aus Frankreich für den Großherrn und seine Diener mitgebrachten Geschenken, deren Werth nur in den Umstand in Etwas vermindert werden möchte, daß sie von dem allerchrisilichsien König dem größten Verfolger des christlichen Glaubens gesendet wurden. Italienische Gränze, den 16. Jan. Ans Morea hat man keine neuern Nachrichten. Aus Kandien aber erfährt man, die türkische Macht sey als vernichtet anzusehen, nur die Hauptstadt, die mau freylich für unbezwingbar hält, leistet noch Widerstand. Aus Epyrus überbrachte neulich einTartar nach Koustantinopel Nachrichten, welche derDivan nicht bekannt machen ließ, daher man allgemein der Meynung ist, ihr Jnnhalt müsse für die Türken nicht erfreulich seyn. Livorno, den ic». Jan. Aus Egypten erfahrt man wenig; nach den letzten Berichten waren die Türken tief in Abyssinien eingedrungen, und hatten viele 1000 Sklaven oder Gefangene nach Egpyten abgeschickt. Die Wechabiten hielten sich ruhig. Die Ergebenheit des Pascha für die erhabene Pforte läßt sich nicht bezweifeln; indessen fährt er fort, die flüchtigen Griechen gut aufzunehmen. Die vorzüglichste Sorge dieses klugen Fürsten scheint zu seyn, die geringe Bevölkerung seiner Länder zu vermehren. — Der plötzliche Tod des Oberbefehlshabers der Perser, Prinzen Mahomed Ali Mirsa, wird noch sehr bezweifelt. Madrid, den z. Jan. In einem, gestern Abend gehaltenen Staatsrathe ist mit 19 gegen 9 Stimmen entschieden worden, daß der König gebethen werden soll, das Ministerium abzuändern. Der Staätsrath war in einer frühern Sitzung der entgegengesetzten Meynung, es scheint jedoch, daß entweder die genauere Erwägung der Gründe der Unzufriedenheit mit dem gegenwartigen Ministerium, oder die Ueberzeugung, daß die Armee großentheils die Gesinnungen der Bewohner von Cadix und Sevilla theile, den Staatsrath umgestimmt hat. Bis zum z. Jan. Nachts 10 Uhr war übrigens das, sehnlich erwartete, kön. Dekret wegen Entlassung des gegenwärtigen Ministeriums noch nicht erschienen. Nach andern Nachrichten soll die Entlassung von wenigstens 4 der gegenwartigen Minister entschieden seyn, nämlich von Felice, Minister des Innern; Cano Manuel, Justizminister; Balamal, Minister des Seewesens; Salvador, Kriegsminister. Dagegen sollen bleiben der bisherigeMinister der auswärtigen Angelegenheiten, Bardari; Pellegrin, Mini- sier der überseeischen Provinzen, und Vallejo, Finanzminisier. Paris, den 16. Jan. Briefe aus Toulon enthalten folgende Nachrichten: „Die Goelette Papillon hat Kvnstantinopel am 13. Dez. verlassen, ist am 14. in den Dardanellen vor Anker gegangen, am 15. von da abgesegelt, hat am 29. den Meerbusen von Spe- zia berührt, und ist am 4. dieses Monats zu Toulon eingelaufen. Bey ihrem Abgänge war Konstantinopel nach seiner Art ruhig, indem nur hje und dg einzeln Griechen ermordet wurden. Die Franken wurden respektirt, weder die Botschafter noch ihre Leute im Geringsten belästigt. Der neue Kapudan-Pascha kamzwen- mal an Bord desPapillon, und ertheilte die Versicherung, daß die Franzosen kommen, und ihren Handel ungestört treiben könnten. Zwey andere unserer Schiffe befanden sich wirklich in Ladung. Der Kapitän Teissere, Kommandant des Papillon, durchstreifte taglich die Straßen von Konstantinopel, und wurde nie beleidigt. Die türkische Flotte lag zum Theil vor Konstantinopel, zum Theil in den Dardanellen, um sich auszuruhen, sie hatte etwa 30 bis 40 griechische Fahrzeuge als Trophäe» mitgebracht. Der französische Botschafter wurde sehnlichst erwartet. Der Sultan befand sich in vollkommenem Wohlseyn; es war weder von seincm noch von seines Sohnes Tode die Rede." — Die Frau Herzogin von Orleans ist Abends nach 9 Uhr von einem Prinzen glücklich entbunden worden, der sogleich durch den Pfarrer von St. Roch die Nothtaufe und die Namen: Heinrich Eugen Philipp Louis von Orleans, Herzog von Aumäle, erhielt. Königsberg, den 16. Jan. Von den im Dezember eingekommenen Schiffen waren mehrere nicht auf unsere Haven bestimmt, sondern mußten nur aus Noth einlaufen. In Vergleich der vielen Unglücksfälle, welche die Stürme in andern Häven verursacht haben, sind hier nur wenige vorgefallen. Es strandeten nur 2 Schiffe, und zwar bey Memel das von Kopenhagen mit Ballast eingekommene Schiff Zeno,Kap. Hinderson; die Mannschaft ward gerettet; und dann das, inNordcrney zu Hause gehörige, unter hannöverscher Flagge, von Pillau mit Leinsaat ausgegangene, nach London bestimmte Schiff, de Jounge Jakob, Kap. I. H. Bethmann. Dieß Schiff zerschellte sogleich in Trümmern, seine Bemannung ward weder tod noch lebendig vorgefunden. London, den ii. Jan. Die heutigen Times sagen: Wir haben durch Kurier einen Brief erhalten, in dem angezeigt wird, daß der Kaiser Alexander seinen Schwager, den König von Würtemberg, aufgefordert habe, das Kommando der polnischen Armee zu übernehmen, im Fall der Krieg zwischen Rußland und der Türkei) ausbrechcn sollte. — Der König wird am 1. Febr. hier erwartet, um das Parlament persönlich zu eröffnen. — Der Kurier sagt: „Wir haben Nachrichten aus Petersburg bis zum 30. Dez., und sie sind wichtig, indem sie keinen Zweifel lassen, daß die Pforte daS russische Ultimatum nicht angenommen habe; wenigstens hatte man zu selbiger Zeit keine Nachricht davon zu Petersburg; die Schreiben sind entschieden für Krieg, und kündigen an, daß seit einiger Zeit kein Verkehr zwischen Rußland und Konstantinopel war. Briefe aus Odessa vom iS. Dez. sind voll Auseinandersetzungen von den letzten Unruhen zu Konsiantinopel, welche viel größer zu seyn scheinen, als man glaubte. Alle Briefe von Wien und Frankfurt sind auch für Krieg." — UnsereVerhaltnisse zu der Türkey betreffend, istzu bedenken, daß, was auch immsr der Karakter der Türkey und ihrer Negierung seyn mag, sie doch äe taew eine unabhängige Macht in Europa ist, und eine eigenthümliche Stelle auszufüllen hat. Sie kann nicht fallen, ohne daß dadurch die allgemeine Ordnung gestört werde. Besonders fordert es Englands Wohl, daß die Türkey die nöthige Macht behalte. Unter den gegenwärtigen Umständen ist es sogar zu diesem Zwecke eher nöthig, diese Macht zu verstärken, als zu schwächen; denn die Wirksamkeit der Türkei) ist durch 2 gewichtige Umstände gelähmt; durch ihre innere Zwietracht und durch den eigenen Karakter ihrer Militärmacht. — Nach diesen Betrachtungen werden wahrscheinlich die Instruktionen des brittischen Ministers in Konstantinvpel abgefaßt seyn. Er wird wahrscheinlich beauftragt seyn, die Aufhebung des barbarischen und fanatischen Korps der Janitscharen, die nach den eigenen Versicherungen der Pforte die bcste Bürgschaft gegen künftige Ausschweifungen seyn würde, zu unterstützen. BeÄuntlich bilden die Janitscharen ein stehendes, von der Negierung un? abhängiges, selbst berathendes und beschließendes Korps, eine militärische Korporation , mit eigenen Vorrechren. Einem Souverän in solcher Lage (in der Mahmud- ll. ist) kann man unmöglich sein Mitleid versagen, und vielleicht ist eine solche Vorstellnng dem Kaiser Alexander nicht vergeblich gemacht worden. (Man muß wohl nach den Vorgängen der neuen türkischen Geschichte an der Möglichkeit der Ausfübrung einer so entscheidenden Maaßregel, als die Aufhebung der Janitscha- ren wäre, zweifeln. Kostete doch der bloße Versuch zu einer Reform derselben dem weit kraftvollern Selim III., unterstützt von dem entschlossenen und klugen Groß-- «esir Mustapha Baimctar, Thron und Leben.) Kurzgefaßte Nachrichten. Man versichert in der Altstadt London,die Negierung habe einen Vertrag überdie Lieferung von 20,000 Fässer Pulver, welche für dieStation im Mittelmeer bestimmt seyen, abgeschlossen. — Vier schöne Strauß- von 5 Fuß Höhe sind in diesen Tagen zu London aus Indien angekommen ; sie sollen zu einem Geschenke für den König von England nach Brighton gebracht werden. — Zwischen dem niederländischen Hofe und dem Prinzen Nohan sind, wegen des Besitzes des Herzogthums Bouillon, schon seit einiger Zeit Unterhandlungen angeknüpft. Gegen eine beständige Rente von 5000 fl. an das fürstliche Haus Nohan soll jetzt Bouillon bleibend an die Niederlande kommen. ^___ (Bekanntmachung.) Sonntags den 10. Febr. d. I. Nachmittags 2 Uhr ivird die Schafweyde der Gemeinde LandenSberg im Wirthshause daselbst, auf 25oSrückScha- fe berechnet, auf ein Jahr an den Meistbietenden salv» rstilicalions versteigert werden, wozu Pachtliebhaber eingeladen werden. Burgau, den 21. Jan. 1822. Kön. baier. Landg ericht. ___ Gebhard, Landrichter. (Bekanntmachung.) Die Sommer - Schafweyde von Eppishofen im Landgericht Zusmarshausen wird am Donnerstag den 14. Febr. an die Meistbietenden öffentlich »ersteigert werden. Die Bedingnissen werden vor der Versteigerung den Pachtliebhabern bekannt gemacht. Auf dieser Schafweyde können 200 Stück unterhalten werden. Indem man hievon die Pachtliebhaber in Kenntniß setzt, bemerkt man, daß sich Unbekannte oder Ausländer mir gerichtlichen Vermbgenszeugnissen auszuweisen haben. Eppis hofen, den 24. Jan. 1822. _ Sebastian Buhl, Ortsvorsteher. Einige begüterte, in der Nachbarschaft wohnende Bürger sind entschlossen, 82Jau- chert stehendes ärarisches Holz kauflich an sich zu bringen. Zu diesem Zwecke wünschen dieselbe ein zprozentiges Kapital auf die erste Hypothek von z bis 4000 fl. mit der Bemerkung zu erhalten, daß die Empfanger die Hälfte hievon in kbnigl. 4prozen- tigen Staatspapieren annehmen, einer für alle hasten, und sich dabey gerichtlich verbindlich machen, bis Lichtmeß 182z an dem Kapital 2000 fl. und bis Lichtmeß 1824 den Ueberrest des Kapitals rückzubezahlen. Näheres ist im Hause des Huckers, Herrn Weinmaier, Lit. D. Nro. 266. im dritten Stock zu erfragen. Bey Gombart und Comp. dahier hat so eben die Presse verlassen: M. Maurer, 6 Augsburger Redout-Deutsche für das Jahr 1822, arr. für daSPianoforte, I.Par- tyie. 48kr. — B.Albert, 6Tanze für daSPianoforte. 45fr. — F. Küchler, 6neue Ansbacher Walzer und 2Dreher für d->s Pianoforte, II. Parryie. z6kr. — C. Kum- »er , z kleine Duetten für 2 Flöten, 0p. z. ifl. i2kr. In der Buchhandlung des K. N. Bürglen ist zu haben: Supplementenband der Zusätze, Berichtigungen und Ergänzungen der vollständigen Geographie des baieri- sche « Kdnigsst aats, von Jacobi. ifl. Es ist ein Waarenlager von Band-, Leinen-, Wollen - und sonstigen zum Aus- fchnirryandel gehörigen Waarm täglich ans freyer Hand zu verkaufen, und des Nähern wegen sich bey dem Kaufmann, Herrn Johami Ludwig Schürer, Lit.D. N0.86. in Augsburg zn erfragen. Friedrich Hadler, Schlossersgesell von Augsburg, geboren im Jahre 1801, wird von ftinem Barer cmfgefoderr, unverzüglich von seinem Aufenthalte Nachricht nach Haus zu ertheile»-. A,,aLbiirg, den -4. Jan. 182s. Georg Hadler, Lodweber. Nro. ^6. Mittwoch, den 50. Jan. Anno 1822. AugsburgischeOrdinariPostzettuilg Von Staats/ gelehrten/ historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten. Mit a l l e r h ö ch st e n F> l' ^ ? / e A? e ». Redakteur: E. Frhr.v.Seida. Gedruckt ».verlegt von Joseph Auton Moy, wohnhaft auf dem obern Graben in dem sogenannten Schneidhaus. München, den 26. Jan. (Beschluß.) Was Ich Ihnen in Meiner ersten Rede von Herstellung der kirchlichen Ordnung angekündigt habe, ist in Erfüllung gegangen. — Bey der Vollziehung des, mit dem papfil. Stuhle abgeschlossenen Konkordats in Beziehung aufdie katholische Kirche und ihre Angehörigen — und der Handhabung desselben als Staatsgesetzes — bleiben jedoch die in der Verfassungsurkunde und in den derselben beygefügten Edikten, allen Meinen Unterthanen der verschiedenen, in Meinem Reiche gesetzlich bestehenden Glaubensbekenntnisse in Beziehung auf Religion, Kirchenei- genthum und kirchliche Einrichtungen — zugesicherten allgemeinen und besondern Rechte unverletzt erhalten, und ich werde keine verfassungswidrigen Eingriffe in die, jedem Religionstheile garantirtcn Rechte zulassen. — Mein Staatsminister der Finanz«« wird Ihnen die in der Verfassung vorgeschriebenen Nachweisungen vorlegen-, — es ist Mein ernster Wille, daß jede Rechenschaft, welche Ihnen gebührt, mit Offenheit und Klarheit abgelegt werde. Wenn Ihnen in der Verbesserung des Zustandes des Reiches mitMir Manches zu wünschen übrig bleibt, so werden Sie in den zurückgebliebenen Wirkungen der verflossenen, und in den ungünstigen Verhältnissen der gegenwartigen Zeiten die Ursachen finden; — dabey werden Sie aber auch die Wohlthaten dankbar anerkennen, welche Unser Staat durch seine verfassungsmäßige Regierung, besonders in Beziehung auf den öffentlichen Kredit, wirklich genießt. — Mit den Ihnen geäußerten Gesinnungen und Zuslcherungen übergebe Ich mich dem festen Vertrauen, daß Sie als Manner, — gleich erfüllt von Empfindungen der Ehrfurcht für den Thron, um welchen Sie stehen, wie der Liebe für das Vaterland, für welches Sie hier versammelt sind, — auf dem verfassungsmäßigen Wege Mir entgegen kommen, und so den erhabenen Beruf der Standschaft ehren werden." — Hierauf las der Finanzminisier Freyherr v. Lerchenfeld, da der Iustizminisier noch krank ist, den für die Mitglieder der Ständeversammlung in der Verfassungsurkunde Tit. VII. K. 25. vorgeschriebenen Eid ab, welchen auf den Aufruf des Staatsministers des Innern, Grafen v. Thürheim, die neueintretendenMitglicder der Kammer der Ncichsräthe, nämlich der Freyherr v. Frauenberg, Bischof von Augsburg, und der Freyherr v. Würzburg, dann die neueintretenden Mitglieder der Kammer der Abgeordneten: Thomasius, Frohn, Jacobi, Klein und Niedel, leisteten. Nachdem sodann der Minister des Innern, im Namen Sr. Majestät die Kammern für eröffnet erklärt, und sie zum Anfange ihrer Anetten eingeladen hatte, entfernte sich der König unter demselben lauten Jubelrufe, der ihn bey dem Eintritt in den Saal empfangen hatte. — Die erste öffentliche Sitzung der Kammer der Abgeordneten wird künftigen Dienstag, und einer der ersten Gegenstände der Verhandlung der Entwurf zur Hypothekenordnung, verbunden mit der Prioritätsordnung, seyn. Wien, den 24. Jan. Der Ausschuß der privilegirten österreichischen Nationalbank hielt am 14. dieß feine jährliche statutenmäßige Versammlung, welche der Herr Gouverneur dieser Anstalt, Joseph Grafvo-nDietrichsteitt, mit einer Rede eröffnet, ans welcher am deutlichsten entnommen werden kann, wie groß und segenreich die Wirkungen die-- ses gemeinnützigen Institutes auch in dem verflossenen Jahre waren, und wie sehr sich seine Selbstsiändigkeit und Kraft immer mehr und mehr entwickelt. — Nach den Anordnungen des höchsten Patents vom 21. März 1318, ist von den Schuld- verschreibungen der ältern verzinslichen Staatsschuld, welche im Jahre 1821 durch den allgemeinen Tilgungsfond eingelöst worden sind, ein Kapitalsbetrag von 6,506,94z fl. 40 zss kr. gestern, in Gegenwart der dazu «»fgeftelltenKomLttssion, an dem gewöhnlichen Verbvcnmmgsorte vertilgt worden, um durch die Interessen- .ers-parniß, weiche dadurch jährlich in dem Betrage von 125,000 fl. 47 kr. bewirkt wird, die aus den vorgenommenen Verioosungen entsprungene Erhöhung des jähr-- liehen Zinsenaufwandes auszugleichen. Mit Einschluß dieser Vertilgung erreichen die seit dem Jahre igiK aus dem Schuldensimrde des Staats ausgeschiedenen und öffentlich tM'NichtettnObli^ ls4kr., wofür die jährliche Zinsenzahlnug 500,004 si. 70 kr. betrug. Corfu, den 22. Dez. Die Verordnung der Negierung, daß die Landbewohner der Stadt Corfu wegen ihres Bedürfnisses eine bedeutende Quantität Getreide stellen sollten-, wurde von diesen irrig als eine Parteylichkeit der Regierung gegen eine Klasse der Unterthanen angesehen, und veranlaßte mehrere grundlose Petitionen an die Negierung. Eine Proklamation vom 20. Dez. des Generalmajors Friedrich Adam, der in Abwesenheit des Sir Thomas Maittand die Stelle eines Oberkommissars der joniscken Inseln vertritt, suchc den Irregeführten diesen grundlosen Wahn zu benehmen, und warnet sie, solchen Einstreuungen kein Gehör zu geben. Neapel, den 10. Jan. Der Prozeß der Offiziere von Monteforte ist der Entscheidung nahe. Die Verhafteten sind 66 an der Zahl, und der Abwesenden sind 44. Unter den letzcern befinden sich Carascosa, Wilhelm Pepe de ConeiliiS, Nusso und Menichmi.— Gegen Ablauf dieses Monats werden abermal 100,000 Unzien nach Sizilien abgesendet werden. — In den Umgebungen von Neapel sind dermal 10,000 Mann von der aufgelösten Armee versammelt, um daraus neue Regimenter zu bilden. Man hat bereits angefangen, 4 derselben zu organisiren, n.nulich die Regimenter König, Königin, Prinz und Bourbon. Modena, den 16. Jan. Hier ist in der alten Jcsuitenkirche zum heil. Barrholoma das Kollegium der Gesellschaft Jesu wieder eröffnet worden. Lissabon, den 29. Dez. Das visrio clo ^ovoi-nc» enthalt taglich Nachrichten von den Civilbehörden, denen zufolge die Geistlichkeit mit Erfolg daskonsiitutionelleSystem in ihren Kirchspielen predigt. — Der „Jndependente" will aus Privatnachrichten wissen, daß der Kaiser von Nußland die schnelle Abreise seines Ministers gemißbilligt habe. Der Minister der auswärtigen Angelegenheiten in Brüssel habe dem portugiesischen Minister daselbst gesagt, daß, wenn zn jener Zeit ein holländischer Geschäfftsträ- ger in Lissabon gewesen wäre, derselbe gewiß nicht den beyden andern n.chgeahmr hätte. Von Paris aus will er ferner wissen, daß Herr Pasquier versichert habe, Frankreich werde nie in die innern Angelegenheiten Portugals sich mischen, sobald mau nicht die Würde des Thrones oder die Nnhe der Nationen in Gefahr setze. , Ncuyork, den 14. Dez. Nachrichten ans Neu-Orleans vom 12. Nov. bringen mit, daß die spanischen Behörden die ganze Küste von Columbia, mit Ausnahme von Porto-Cabelto, in Blockadezustand erklart haben. Ihre Schiffsmacht besieht in einer Fregatte, zwep Briggs, vier Schooner und sechs oder acht Kaperschissen. Sie haben berets sechs amerikanische Fahrzeuge, welche in verschiedene Haben der Republik bestimmt waren, mit Lebensmitteln, so wie auch einen englischen Kutter von St. Thomas, in- gleichcn ein brittischesKauffahrteyschiff vonBarbadocs genommen, nach Porto-Ca- bello geführt und dort kondemnirt. Brüssel, den 21. Ja«. Nachrichten aus Paris melden, der Malteserorden habe den Plan, aufcincr Insel des Archipels seinen Sitz aufzuschlagen; seine Bemühungen aber, die er sich deßhalb bey den Mächten gäbe, fänden von Seite Englands Verhinderungen. — Von Wien sollen Kurier? nach Petersburg und Konstaminopel mit Depeschen abgegangen seyn, welche neue Vorschlage von Seite Oesterreichs und Englands enthalten , um eine Beylegung zu beschleunigen. Nach diesen Vorschlagen sollen Rußland und die Pforte ersucht werden, in eine Art schiedsrichterlichen Ausspruch zu willigen, und die endliche Bestimmung der Bevollmächtigten einzugehen, die ernannt werden würden, über alle strittigen Gegenstände zwischen diesen beyden Mächten endlich zu entscheiden. Warschau, den 16. Jan. Zu Ende vorigen Jahres fanden sich in mehreren Gegenden der Woiwodschaft Krakau große Schwärme ganz unbekannter Vögel ein, von der Größe der Dohlen, mitpommeranzengelber Brust, und einem in allevZarben des Regenbogens spielenden Rücken, so daß ihr Gefieder in der Sonne, mit der Pracht der Saphire, Smaragden und anderer Edelsteine wetteiferte. Sie kamen von Süden, und schienen gar nicht scheu zu seyn; auch sind mehrere erlegt worden. Ihr Vaterland soll Egypten oder die Inseln des Archipelagus seyn. Entweder hat sie der in unsern Gegenden so außerordentlich milde Winter Hieher gelockt, so daß ihr Besuch nur als eine Irrfahrt anzusehen ist; oder eine in ihrer Heimath ungewöhnlich strenge Witterung hat sie von dort verscheucht. Aus dem Brandenburgischen, den 14. Jan. Vorgestern, Sonnabends, ereigneten sich zu Berlin beynahe gleichzeitig zwey Grauelthaten: Ein junger Studierender entleibte sich selbst mit mehreren Stichen. Der andere Fall ereignete sich in der Möhrenstraße, wo ein Bursche, der sich mit Sticfelputzen ernährte, nach einem kurzen Wortwechsel seine Mutter mit mehreren Hammerschlägen erschlug. Nach vollbrachter That legte er sich ruhig neben den Leichnam, und begieng Handlungen, die vou Wahnsinn zeugen, welches nur durch die gerichtliche Untersuchung ausgemittelt werden wird. — Da sich kürzlich sowohl hier als in der Umgegend mehrere Selbstmorde:c. ereigneten, so glaubt man, daß die theils stürmische und von elektrischen Erscheinungen begleitete, theils drückend warme und trübe abwechselnde Witterung vielleicht nicht ohne Einfluß auf dergleichen krankhafte Gemüthsäußerungen ist. — Nach amtlichen Nachrichten aus Warschau ist zu Brzesc in Litthauen eine sehr bösartige ansteckende Krankheit ausgebrochen, woran viele Menschen sterben. Prag, den 8. Jan. Gestern wurde das zwischen Sr. Durchlaucht dem regierenden Fürsten Neuß von Greiz :c. und ihre Durchlamht der Prinzessin Gasparine von Nohan-Noche- forc :c. vor einiger Zeit geschlossene Eheverlvbniß durch priesterliche Trauung allhier vollzogen. Kurzgefaßte Nachrichten. In Brighton lebt ein 92jähriger Greis, der in seinem Leben, nach einer bewiesenen Ausrechnung, 114 Orhoft Portwein getrunken, welches zu dem jetzigen Preise die Summe von 8902 Pf. St. ausmacht. — Zu Vermont im Staate Vir- ginien ward neulich von 40 Leuten eine große Elchhörnchenjagd angestellt; in 48 Stunden wurden 4961 Eichhörnchen getödtet; nach altem amerikanischen Brauch ward das Fleisch derselben zu einer großen Pastete verwandelt; 275 Personen wa- ren zu diesem Schmause eingeladen. — Herrn Christian Müllers Reise durch Griechenland ist in Leipzig mit verdienter Verachtung aufgenommen worden. Ueber die Triebfedern, welche diese unwürdige leidenschaftliche Parteyfchrift gegen jenes unglückliche Volk zu Tage förderte«/ sind nur sehr wenige Leute im Dunkeln. — Görres Schrift in Sachen der Nheinprovinzen, welche in den preußischen Staaten verboten wurden macht Aufsehen; doch glauben Viele, HerrGörres hatte besser daran gethan, die Grundsätze etwas mehr in den Vordergrund, und seine eigene Person weiter zurück zu stellen. — Der berühmte Componist und Violinist, Herr Spohr, welcher sich gegenwärtig in Dreßden befindet, ist zum kurfürstlichen Hofkapellmeister und Direktor der Oper zu Kassel ernannt worden. — Zu Hannover hat die allgemeine Standeversammlung am i«. Jan. ihre dießjährigen Sitzungen wieder eröffnet. — Zu Berlin wurde, auf Befehl des Königs, am 20. Jan. das Krönungs - und Ordensfest gefeyert. — Im Dezember v. I. ist die neue, 2 Meilen lange Kunststraße zwischen Halle und Merseburg eröffnet, und dadurch für den Verkehr eine der wichtigsten Verbindungen b-werkstelligt und vollendet worden. (Bekanntmachung.) Am Montag den 18. kommenden Monats Februar Nachmittags 2 Uhr werden auf den 7 Tischen zyy Klafter theils Fvrreu-, theils Fichten- Brennholz aus hiesiger Stadtaue, in größeren oder kleineren Parthien, je nach dem Wunsch der Kaufsliebhaber, au die Meistbietende versteigert werden. DieKaufs- Bedingungen werden vor der Versteigerung bekannt gemacht. Augsburg, den 29. Jan. 1822 . Stadtkckmmerey. _ O tt, Stadtkämmerer. Nachdem ich die allerhöchste Genehmigung erhalten, die mir zugefallene Kleini- sche Tabakfabrique durch eine hie;u eingerichtete Lotterie auszuspielen; so mache ich hiemit die Anzeige, daß am 1. Februar Plan und Loose zu 2fl. im 24 Guldenfuß hie- von bey mir Unterzeichnetem und bey Herrn Veit Kaula, Banquier allhier, zu haben seyn, welcher Kundmachung ich die Versicherung beyfüge, daß die Ausspielung besagter Fabrique unabänderlich am 1. Februar 1823 hier vor sich gehen werde. Augsburg, den 29. Jan. 1922. I. A . v. Pmir, kbn. H allbeamter allhier. Da die alljährige heil. Fastenzeit der Christen auch heuer wieder sich nähert, wird denselben in Erinnerung gebracht das vor Kurzem in der Nikolaus Doll'schen Buchhandlung in Augsburg erschienene alljahrige Fastenerempelbuch: Der heil. Büßer David, als alljährige Weckung, Belebung, Unterhaltung des Bußgeistes, allen Sündern vor Augen gestellt von Johann Sebastian Wittmann, einem Weltpriester und Kaplan in Aug sburg .___ Bey P. P. Bolling ist zu haben: Wittmann, I. S., das heilige Kirchenjahr in Lytaneien zu feyer n. 8- 30 kr. __ In der von Jenisch und Stageschen Buchhandlung hat die Presse verlassen, und welche in allen soliden Buchhandlungen zu haben sind: Zippers theoretisch- praktische Anweisungen zu Schlosserarbeiten, nebst den dazu gehörigen Zeichnungen und Rissen, 2 Bände, mit 48 Kupfern, gr. Fol. s 8 fl. 30 kr. — Anweisung zu Schlosserarbeiten mit Zeichnungen, z Bände, mit 36 Kupfern, als Fortsetzung vomObigem. gr. 4. 6fl. — Auf Schreibpapier 8 fl. 15 kr.— Diese 2 interessante Werke sollen mit Recht in keiner Werkstatt fehlen, weil solche nicht nur jedem Gesellen und Lehrlinge, sondern auch jedem kunsterfahrnen Meister über das ganze Geschaffte hinlängliche Auskunft ertheilen, und deßhalb mit vorzüglichem Nutzen gebraucht werden können. ^-trsAvIu, KasiiLuz, Lc-kL Wicke, schon seit iZ Jahren selbst gebaut, 100 schöne und reife Körner kosten z kr. — Mohn, von bewunderungswürdiger Größe und Schönheit in allen Farben und Spielarten, die Prise 6kr. — Ästern sehr stark gefüllt, mit den seltensten Farbenmischungen, die Prise 6 kr. — Diese Sämereyen sind zu bekommen in Mantl im Landgericht Neustadt an der Waldnaab bey dem k. b. pensionir- ten Lieutenant von Hann. Die Versteigerung des Ladens nebst Wohnung Lit. B. Nro.s. kann Hindernisse wegen erst Donnerstags den 7. Febr. vor sich gehen,