AGbilM SmkllgMM. Hir. A. 15. Januar 1860. Das Augsburger Sonntagsblatt (SonntagS-Beiblatt zur Augsburger Post» Zeitung XX. Jahrgang) erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der vierteljährige Abonnementsprcis ist 2V kr., wofür es durch aste k. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kann. Lebens-Regel. Ruf an dein Gott, Halt sein Gebot, Leid Geduld in Noth, Gib den Armen Brod, Schweig, trag und leid. Die Unzucht meid, Frag nicht nach Neid, Hab Acht der Zeit, Auf Freund nicht bau, Nicht Allen trau, Auf dich selbst schau, Sei nicht zu genau, Pfleg dein Gesund, Negier dein Mund, Treib nicht bös Find, Hüt dich vor Sünd, Die Alten verehr, Dein Haus ernähr. Die Jugend lehr, Des Zorns dich erwehr, Halt dich fein rein, Mach dich nicht gemein, Bleib gern daheim, Getreu ich's mein. Der Einfluß der katholischen Religion auf die verschiedenen Gewerbe in materieller Beziehung. Welchen wohlthätigen Einfluß die katholische Religion auf die schonen Künste und Wissenschaften ausgeübt habe und noch stets ausübe, ist schon oft von den gelehrtesten Männern jedes Jahrhunderts hervorgehoben worden; ja dafür sprechen die Werke der Kunst selbst, die mir dem Gefühle religiöser Begeisterung aufgefaßt und dem betrachtenden Auge vorgestellt, nuwillkürlich tiefe Rührung im Herzen des Beobachters hervorrufen, in welcher der schaffende Geist drö Künstlers mit seinen Fittigen der Glaubenskraft und innigen Frömmigkeit nnS umweht. Wir dürfen nur denken an jene bisher unerreichten Gebilde der christlichen Baukunst, der schöpferischen Malerund Bildhauerkunst, um »»getheilten Herzens mit einzustimmen in den Ruf begeisterter Kunstfreunde: Wahrlich, so was vermag nur der von, heiligsten Glauben durchdrungene Geist hervorzubringen. Und wirklich, wahre, ächte, gediegene Kunst findet Kch nur im Bereiche der katholischen Kirche. Die herrlichen Tempel, welche der katholische Glaube erbaut, bald in ungeheuern Wölbungen im edelsten Geschmacke zu erhabener Höhe mächtig sich erhebend, bald in tausendfältigen Spitzbögen in verschiedenartigster Nerzweignng vereint, als eben so viele Zeiger zum Himmel weisend; die Schöpfung der bildenden Kunst, die bald mit ihrem Zanberpinsel nnS sichtbar die Bewohner des Himmels in ihrer Seligkeit zeigt, bald mit ihrem Meißel selbst dem todten Steine Leben gibt, reißen nicht nur den für Kunst Empfänglichen, sondern jeden Menschen insgemein zu», Staunen, zur Bewunderung hin, er fühlt es, er befinde sich vor einem Werke, das von Geistern höherer Art Leben und Dasein erhalten hat. IrM'i iMKi W W 18 Doch den staunnngswürdigen Einfluß des katholischen Glaubens auf die Kunst wollen wir hier nicht vortragen; das überlassen wir den Männern von Fach, die nicht ermangeln werden, uns in die geheiligten Hallen kirchlicher Kunst einzuführen, und unserm Geiste die herrlichen Schöpfungen glaubensbegeisterter Künstler vorschweben zn lassen. Wir wollen nur Herabsteigen in das Getriebe des gewöhnlichen Lebens, und möchten eine Rundschau halten unter den verschiedenen ErwcrbSzweigen des bürgerlichen Lebens, um zn sehen, ob nicht gerade die katholische Religion auch hierin den wohlihätigsten Einfluß ausübt, und zwar nicht bloß durch Veredelung des Geistes, durch Beförderung der Sittlichkeit, des wechselseitigen Friedens, der Eintracht und Gottesfurcht, was sie ja stets thut, wo sie in's Leben tritt; sondern wir wollen davon sprechen, wie die katholische Kirche mit dem geistigen Brode des Lebens auch das leibliche Brod ihren Kindern reicht, indem sie ihnen Arbeit, Verdienst und Erwerb sichert und sich als die wahre Brodmntter zeigt. Glauben wir ja nicht, dieser Gegenstand sei nicht ehrend genug für unser heil. Religion, oder wir setzten uns der Gefahr aus, auf unwürdige Weise von unserer heiligen scligmachenden Kirche zu sprechen. Nein, so lange der Mensch lebt, bedarf er für Seele und Leib seine Nahrung, und wer BeideS uns reicht, der ist unserer Achtung, Ehrfurcht und treuesten Anhänglichkeit auch doppelt würdig. Darum ist keine Furcht, durch diese Worte die Liebe nud Ehrfurcht gegen die heil. Kirche zu schwächen, wenn von den verschiedenen Gewerben, die entweder ganz oder theilweise ihr Fortbestehen, ihr Blühen und Gedeihen, ihren klingenden Nutzen, mit einem Worte, ihren Broderwerb, dem katholischen Leben verdanken, die Rede ist. Vielmehr hoffen wir, daß am Schlüsse dieses Aufsatzes auch die freundlichen Leser mit uns einverstanden sein werden, nnd uns vielleicht noch danken, daß sie auch noch diese tief ins Leben greifende Seite unseres heiligen Glaubens kennen gelernt haben, eine wichtige Seite, die aber, soviel wissentlich, noch von Niemanden berührt worden ist. Die katholische Religion nimmt den ganzen Menschen in Anspruch, sie will seine Seele heiligen, und sie mit den Kenntnissen des ewigen Heils er- füllen; sie nimmt aber auch seine leiblichen Sinne in Anspruch, und wirkt durch dieselben auf seinen Geist ein; darum stehet unsere heil. Kirche nicht blos im reinsten, gottgefälligsten, unsichtbaren Brautschmucke der Heiligkeit vor uns, sondern auch im äußeren, sichtbaren Schmucke der jungfräulichen Heileanstalt für uns Menschen da. Vermöge dieses innigen Zusammenhanges des Unsichtbaren mit dem Sicht- Laren, des Geistigen mit dem Körperlichen führt sie die menschliche Seele ihrer ewigen Bestimmung zu, gebraucht aber auch die Kräfte des Leibes, eben ihr sichtbares Dasein zu begründen, und reicht dadurch ganz oder theilweise auch das nothwendige Brod zum Leben. An jedem Orte, wo sie ihre beseeligcnde Macht entwickelt, da ist sie vor Allein besorgt, ein Gotteshaus und eine Schule zn bauen, nm einen Ort zn haben, ihre großen und kleinen Kinder um sich zu vcisammeln, nnd ihnen das Brod des Lebens zn brechen. Bei diesem Baue aber hat nicht nur der Künstler, der den Plan entwirft, seine Rechnung, sondern tausend geschäftige Hände werden in Bewegung gesetzt; der gemeine Maurer, der Zimmermann, der Taglöhnec findet dabei für lange Zeit seinen Erwerb, siin tägliches Brod; in den Steinbrüchen arbeitet der Steinmetze, der Fuhrmann liefert sie zu dem bestimmten Orte, und so sind Viele bctheilt, die ihren Erwerb dem Kirchenbaue verdanken. Bedenken wir nun, wie viele Tausend Gulden sind nicht in den dreißiger und vierziger Jahren sogar aus dem öffentlichen Staatsschätze in unserm Vaterlande unter die arbeitende Klasse gekommen, und haben ihr Brod verschafft, die sonst ausgeblieben wären, wenn nicht die Liebe znm heil. Glauben diese Bauten nothwendig gemacht hätte! Ist aber das Gotteshaus fertig, so ist der Erweib für den Stein- nnd Holzarbeiter noch nicht gesperrt; die jährlich wiederkehrenden Reparaturen oder Ausbesserungen sichern stets fort mehr oder weniger den Erwerb. 19 Wollten wir noch fragen: In welchem Lande sind die meisten Glockengießer? so dürfte Tirol wohl vor allen am besten bedacht sein, nnd wovon leben diese? Wohl größtentheils von dem Gnsse der Kirchenglocken, von welchen Jahr aus Jahr ein gar viele anS der Werkstälte in den hohen Thurm wandern, um dort zur Andacht die Gläubigen za rufen. Wäre Tirol nicht katholisch, so würde das Gewerbe der Glockengießerei wohl ein sehr schwaches und seinen Mann kaum nährendes sein. Mit dem Glockengießer findet aber auch der Zimmcrmann und Schmied seinen Theil des Erwerbes, der Eine mit der Bereitung des so nothwendigen GlockcustuhleS, der Andere mit dem nothwendigen Glockenschwengel, Pfannen und Klammern, um dem Werke Festigkeit zu geben. Die Gold- nnd Silberarbeiter finden wohl nur in der katholischen Kirche den geeigneten Platz, ihre Kunst und Talente zu zeigen, und zugleich ihren Erwerb zu sichern; denn wer bedarf sonst der im schönsten Juwelen- und Goldschmncke glänzenden Monstranzen, der mit Schmelzarbeit verschiedenster Art geschmückten Kelche? Die heil. Kelche und die kostbaren Jnsignicn der bischöflichen und Prälaten-Würde sind eine stets sich erneuernde Quelle des Verdienstes für das Gewerbe der Gold- und Silberarbeiter; dazu kommen die mannigfaltigen kostbaren Verzierungen, deren die Kirche sich bedient, den Schmuck der Altäre zu erhöhen, die schönen Kronen, die silbernen Lnichter, Opferkannen nnd Rauchfässer, die Beschläge der heil. Bücher, die Rahmen der Cauontafcln, wo Alles nie kostaar genug sein kann. Hier ist eS auch, wo der Kupferarbciter seine Kunst an den Tag legen kann, da die hohen, mächtigen Leuchter, die Verschalungen des Tabernakels, die Umhüllungen des Altartisches von Kupfer verfertigt, in Feuer vergoldet, mit Silberzicrratheu geschmückt, auch einen imposanten, des heiligen Ortes würdigen Anblick gewähren. Nehmen Sie den katholischen Glauben hinweg, und alle diese Gewcrbslente in Gold, Silber und Kupfer büßen einen bedeutenden, ja wohl den größten Theil ihres Erwerbes ein. Davon gibt wohl Zeugniß, daß in protestantischen Orten durchaus kein Silberarbeiter gefunden wird, der so was Großartiges in seinem Fache zu leisten im Stande wäre, wie der katholische zu thun vermag. Wo die Armuth der Kirche diese kostbaren Gerüche anzuschaffen nicht vermag, da finden andere Gewerbe ihren Verdienst, als da sind der Gürtler, der Zinngießcr, die aus minder edlen Metallen dieselben für die Kirche nothwendigen Geräthschaften liefern, und mancher Artikel dieser Gewerbe würde gänzlich aus ihrem Waarenlager verschwinden, wäre nicht die katholische Kirche, die desselben bedarf. Was soll man erst von dem Wachszieher sagen? Wenn einmal die Kerzen aus unseren Altären ausgelöscht würden, so könnten sämmtliche Wachszieher ihre Arbeit einfüllen, nnd sich lediglich anf Willi-, Stearin- nnd andere Kerzen verlegen, da Wohl der größte Theil ihres Verdienstes rein von der Kirche ihnen zufließt. Nicht viel besser erginge eS dem Bortenwirker nnd Posamentirer, deren Gold- und Seiden-Gcwcbe zum Schmucke der priesterlichen Gewände verwendet wird. Nehmen wir die große Anzahl der Meßkleitcr, Levitenröcke, Rauchmäntel, der Antipen- dien und großen Baldachine, der tragbaren Himmel nnd geschmückten Ferknln, die mehr oder weniger bereits jährlich ne» gemacht werden; berechnen wir die Massen ' von Gold-, Silber- und Seidenborten, die großen Quasten jeder Gattung, die Menge der Fransen, die darauf find, nnd wir werden finden, daß jährlich eine große Summe des Verdienstes dieser Gewerbe rein von der Kirche ihnen zukommt. Auch der Weber hat hiebe! seine Rechnung, da ja die feinste, beste Leinwand, wie überhaupt Linnenzcug. zu den nothwendigsten Erfordernissen der Kirchenwäsche gehören, nnd wohl viele Tausend Ellen deßwegen mehr verfertigt werden müssen, als der Verbrauch im bürgerlichen Leben eS erheischt, wobei auch der Spitzenfabcikant nicht zu kurz kommt, da die Alben, Chorröcke, Corporalien, Pakten, Ueberleger oder sonstige Altartücher schöner, bald kleinerer, bald größerer Spitzen nicht entbehren können. Und weil wir nnS schon am Altare befinden, halten wir Umschau, und da 7EÄ -ÄS-> -- W 20 liW N W W '.ÄS sehen wir die Arbeit des Tapezierers an den Altarpolstern, des Dachbinders an dem Meßbuche, der sonst auch an den Brevieren der Geistlichkeit viele Arbeit findet, des Blccharbciters an den Beschlägen der Altarrahmen nnd Einfassungen je nach Art nnd Gebrauch, des Teppichwirkers an den ausgebreiteten Teppichen; des Tuchmachers an den überhängenden rothen oder schwarzen Tüchern. Der Seiden- und Sammtwirker findet seinen Absatz bei den priesterlichen Kleidern, den damastenen oder sammtncn Tapeten, den großen, den ganzen Altar umschattenden Baldachinen und andern Gegenständen, während der Schriftgießer seine ganze Kunst aufbieten kann, nm die Meß- und Ponlificalbücher würdig auszustatten. Weil wir aber gerade von Seide und Sammt sprechen, so ist es am geeigneten Orte, auch von einem Gewerbe zu sprechen, das in unserem Vaterlande viele Hundert Hände beschäftigt nnd Nahrung verschafft, lediglich, weil eS eine katholische Kirche gibt; wir meinen hier die Stickerei. Die Zunft der Gold- und Silbersticker war noch zu Anfang des vorigen Jahrhunderts in höchster Blüthe, und ernährte viele Familienväter auf die honnetteste Weise; ihre reich gestickte Zunfifahne überstrahlte bei öffentlichen Umzügen weit alle übrigen Znnflfahuen. Wohl trugen damals Herren und Frauen reich gestickte Kleider, die jetzt wegen der allgemein gewordenen Armuth nnd wegen der Vorliebe für den Flitter der wechselnden Mode außer Gebrauch gekommen sind; doch war ihr Hanptcrwerb die Verfertigung der kostbaren Kirchenklcidung, deren entwickelten Reichthum und kunstfertige Arbeit wir Alle noch anstaunen. Und jetzt, da diese ehrenvolle Arbeit rein in die Hände deS frommen Geschlechtes übergegangen ist, wie viele Frauenzimmer leben nicht blos in unserer Hauptstadt lediglich von der Kirchenstickerci! Lassen sie aufhören den katholischen Glauben in unserem Vaterlande, nnd alle diese unermüdlich stickenden Personen sind an den Bettelstab gebracht, denn ihre Kirnst findet bei der Welt keinen Anklang, wie man auch an Orten, wo man die Kirche nicht liebt, auch keine fertige Goldstickerin findet; daher auch viele Bestellungen weit nm in's Ausland von hier aus gehen, ja filbst über das Weltmeer nach Amerika hinüber. Ist hier die Kirche nicht eine wahre Brodmutter für diese ihre Kinder? Hier sei eS uns erlaubt, auch noch von den Wäscherinnen Meldung zu machen, die eben, weil die Kirchdnwäsche eine besondere Bearbeitung bedarf, gerade auch bei der Kirche den gesichertsten Erwerb finden, so wie die sogenannten Krauzclbindcrin- nen, deren Arbeit ja größtenlheilS znm Schmucke der Altäre dient. Sehen wir uns aber noch mehr in der Kirche um, so finden wir darin beschäftiget den Tischler, der nicht nur die Bänke und Stühle liefert, sondern auch je nach Umständen die Altäre baut, die dann der Vergolder mit Kunst und Geschmack zu herrlichen Gebilden nmschafft, sowie Beide gemeinschaftlich an den üblichen Fer- knln und sonstigen Ho'zgcrächschaften sich betheilcn, während der Lackircr nach seinem Gewerbe diesen oder jcnen Anstrich den Arbeiten des Tischlers gibt. Der Schlosser liefert daS mächtige Kreuz, das vom Thurme herabglänzt, nnd auf den Knopf gesetzt ist, den der Kupferschmied geliefert, nachdem er die Thurmkuppel mit seinem festen Metalle zugedeckt. Die künstlichen Eisengitter in der Kirche, sowie die kunstvollen Schlösser an den Kirchenihüren sprechen laut, daß der Schlosser hier viele und lohnende Arbeit gefunden. Der Glaser gehet dabei auch nicht leer aus, vielmehr kann er an den hohen Kirchenfenster» seine ganze Kunstfertigkeit an den Tag legen. WaS wi brlt und schmct.eri aber droben in der Empo.kirche? ES sind die Musikanten. Nrhmen sie dirsen den karhvlischen Gottesdienst, wie viel Einbuße würben sie erleiden? Sie dienen durch ihre Kunst der Kirche, leben ober auch von der Kirche, während Andere ihnen wiederum die erforderlichen Instrumente liefern, und so mittelbar ebenfalls bei der Kirche ihr Brod finde». (Schluß folgt.) Der Orden des heil. Benedictus in Nordamerika. Es ist längst bekannt, wie groß und drückend in Amerika, zumal in den Vereinigten Staaten, der Mangel au Priestern ist; wie viele Seelen deßhalb schon verloren gegangen sind, wie viele andere bloß aus diesem Grunde nicht der Kirche gewonnen werden konnten. Doch der Herr, scheint es, will sich auch hier erbarmen, und besonders durch den Orden des heil. Benedictus Großes vollbringen. Mit einigen Studenten und einer Schaar anderer junger Männer landete im Herbste 1846 — also vor 13 Jahren — 1*. BonifaciuS Wimmer ans dem Siifte Metten an der Küste von Amerika, und schon blüht heute dieser älteste und ehrwürdigste unter allen Orden des Abendlandes in zehn verschiedenen Diöcescn Amerika's! V. BonifaciuS ist iufulirter Abt deS StammklosterS St. Vincent im BiSthum Pilts- burg*), und hat außerdem bereiiS Filialen (meistens Priorate) zu Butler und Car- rollton in derselben Diöcese; zu Marienstadt, MorraiS (St. Sevcrin) und Eric im Bisihum Erie, zn Bellefonte im BiSthnm Philadelphia, zu Newaek und Covington in den Diiiccsen gleichen Namens, zn St. Clond (eigentlich 3 Stationen: St. Cloud und St. Joseph, St. Paul von Shacopie mit 8 Priestern) im Bislhum St. Paul (Minnesota), zu Doniphan im apost. Vicariate KansaS (Douiphan und Leavenworth), zu Omaha-Ci>y im apost. Vicariate Nebraska und endlich zn 8:>n loso im Bisthum Galveston (Teras) gegründet. Neberdieß hat das Kloster Einsiedeln in der Schweiz seit etlichen Jahren eine Filiale (Priorat) zu St. Meinrad im Bisthum VinccuneS (Jndiana). In der Abtei St. Vincent ist außer dem Noviziat und der theologischen Lehranstalt für Candidaten des Ordens- wie des WclipriesterstandcS noch ein vollständiges Kollegium oder Knabenseminär mit wenigstens 100 Zöglingen, die theils für den geistlichen Stand bestimmt, theils aus Barmherz'gkeit aufgenommen sind. Selbst der hochwüldigstc Bischof Neumann von Philadelphia läßt dort mehrere junge Leute zum Priesterstande vorbereiten. In Marienstadt ist das Mutterhaus der Benedictinerinncn -für Nordamerika (gleichfalls von 0. BonifaciuS gegründet), welches bereits Filialen hat zu Erie, Ne- wark und St. Cloud. Zu Newark wurden bereits vor einem Jahre die nöthigen Räume hergerichtet für ein Knabenseminar; zn Covington wurde unter dem Tiiel: ,,8t. ilcmeplm klassierst Meristem)'" eine ähnliche Anstalt eröffnet, in St. Clond soll ebenfalls ein Seminar für weiße, in St. Joseph ein solches für Judianerknaben errichtet werden. Gleiches wird hrff.ntlich in Marienstadt oder Erie, in Doniphan und 8mi 4osa geschehen, falls eö nicht bereits geschehen ist. An allen Orten ohne Ausnahme und meist noch in weiter Umgebung versehen die Beuedictiner die Scelsorge, hauptsächlich bei den Deutschen, häufig aber auch bei den englisch und französisch Redenden, wo diese keine eigenen Gemeinden bileen. Gewöhnlich haben sie gepade solche Gemeinden übernommen, die keinen eigenen Seelsorger erhalten können, weil sie zu arm sind, wie in den Bergen der Alleghany's, in Minnesota, KansaS und Nebraska. WaS anderen Orden und Kongregationen unmöglich ist, könne» die Söhne des heil. Benedicius leisten, weil sie von einer beträchtlichen Anzahl Laienbrüder (im Ganzen mögen ihrer dermal beiläufig 100, der Priester aber gegen 50 sein) unterstützt werden, die durch ihrer Hände Arbeit daS reichlich ersetzen, was arme Gemeinden bei ihrem besten Willen nicht leisten können. Wie hochgeschätzt die Brnediciiner sind, mag man daraus abnehmen, daß die Bischöfe von Convington und Leavenworth, beide aus dcr Gesellschaft Jesu, nicht Amand Krammer aus der Linzcr-Dtvccse ist Prior, k. Karl Gcverstanger auS Salzburg Subprivr in Sl. Vincent. 22 IKÄ 22 ruhten, bis sie solche erhielten, und daß der hochverdiente Bischof Odin von Gal- veston die weite Reise nach St. Vincent nicht scheute, um den Abt zur Uebernahme von 8an lose zu bewegen. Mancher mag vielleicht geneigt sein, dem unermüdlichen p. Bonifacins vorzuwerfen, daß er zu viel unternehme; aber wer sich die Mühe nehmen will, die kirchlichen Verhältnisse in Amerika näher kennen zu lernen, der wird auf ganz andere Gedanken kommen. So waren gegen Ende des Hörigen Jahres in Minnesota unter 270,000 Einwohnern 50,000 Katholiken, und Priester — 27! darunter 8 Benediktiner; — ohne diese also wären es gar nur 19 gewesen! Ja in Neu Mcrico waren für 78,000 Weiße und 5000 bekehrte Indianer, also für 83,000 Katholiken nur 26 Priester da. Aehnlich ist'S anderwärts. Der im Ucbrigcn ausgezeichnete Ur. I'. Petrus Lechner von Schepern läßt in einem Berichte, der in den Heften der Leopoldincnstiftung abgedruckt ist, erkennen, daß ihm das Leben der Trappisten in Kentuckp ungleich besser gefallen hätte. Die Erfahrung hat aber bereits gelehrt, daß letztere, die zndem weder Scelsorge noch Seminarien haben, abnehmen, während die Benedictiner sich so rasch vermehren und verbreiten — ein Beweis, daß 0. Bonifaz den geeignetsten Weg eingeschlagen hat, um möglichst viel Gutes zu wirken. Möchten Alle, die am Gedeihen unserer heil. Kirche in Amerika, mithin auch an dem Anfblüh.-n des Benedi'ctiner-OrdcnS daselbst — Antheil nehmen, ihn wenigstens mit ihrem Gebete fleißig unterstützen. (Schluß folgt.) I- W Die Pest der schlechten Wucher. Von r. K. Clemens. ' , (Fortsetzung.) Schon Mancher hat sich verleiten lassen, verderbliche Bücher zu lesen; er glaubte nur eine unschuldige Neugier zu befriedigen und spiegelte sich vor, er wollte doch auch auf der Höhe der Zeitbildung stehen — und was ist daraus geworden? Er verlor noch das Fistikchen Glauben, welches er hatte und mit dem GlanbenSsünkleiu erstürben auch die schwachen Keime seiner Tugend. Daß dies nicht aus der Last gegriffen ist, kann mau bald gewahr werden, wenn man die ungeheure Menge der Halbgebildeten betrachtet, welche in Privaikreiseu wie im öffentlichen Leben, in bürgerlichen Versammlungen wie in den Verhandlungen der Kammern mit vollen Backen die falsche Weisheit der neuen Zeitbildung aussprudeln. Woher kommt diese rohe Unkenntuiß der einfachsten Rechtsgrundsätze? Woher kommt dieses hochmüthige und falsche Aburtheilen über Zeitsragen und Zeitereignisse? Woher kommt eS, daß in ganzen Gegenden und Ländern die öffentliche Meinung völlig irregeleitet und verkehrt ist? Woher kommt selbst bei den sogenannten Gutgesinnten dieses feige Liebäugeln mit Grundsätzen, die man einfach mit Füßen treten sollte? — Ich weiß wohl, daß unsere Zeit auf den faulen Fundamenten des sieben; Huten und achtzehnten Jahrhunderts steht; ich verkenne auch nicht den ungeheuren Einfluß, den eine verkehrte Erziehung äußert — aber das wird man doch zugeben müsssn, daß die schlechte Literatur einen großen Theil der Schuld trägt. Ebenso ist eS eine Wahrheit, welche von der täglichen Erfahrung tausend Mal bestätigt wird, daß viele unserer Zeitgenossen, die in religiöser und sittlicher Beziehung j tzt verwildert sind, anfangs Herz- gute Leute waren. Aber sie halten nun ei, mal das Unglück, der schlechten Presse znr Beule zu werden. Sie lasen täglich die nichtSwürdigstcn Zeitungen, sie schöpften ihre Fortbildung aus Gcschichlswcrke», Zeitschriften und ConversaiionSleriken der schlechtesten Art und hatten doch vorher noch keinen festen Grund im Guten gelegt. Sie lasen jene socialistischen und communistischen Teudcuzromaue und Broschüren uud st--! t?- 23 jene Bücher mit der Alles verflachenden Humanitätstendenz — kurzum: sie bestelln- deten sich auf das Innigste mit dem Zerrbild und Fratzenbilv der Menschheit, ehe sie noch das schöne Ideal derselben geschaut hatten. Und daS geschah anfangs bloß aus Neugier und bloß aus dem schöuklingenden Beweggründe, mit der Zeitbildung gleichen Schritt zu halten. Ja, da soll es auch noch heißen: „Ich lese dafür nnd auch dawider." Mau weiß wohl, wie es geht. Wer sich einmal seine LebenSanschauungen aus schlechten Zeitungen und Büchern zurecht gelegt hat, der sieht nicht mehr nach, was gute Zeitschriften, z. B.: die historisch-politischen Blätter sagen; er gibt sich auch schwerlich die Mühe, ein gutes Werk zu lesen, wie z. B.: die Symbolik von Möhler, daS Handbuch von Deharbe und Andere. Also auch diese Redensart: „Ich lese auS Neugier, oder der Zeitbildung wegen" kann kein Freibrief znm Lesen schlechter Bücher sein. Jetzt kommt Einer und sagt: „Ich lese allerhand Romane, Novellen und Ge- dichte, das ist wahr: aber ich thue das nur, um mir Menschenkenntniß zu sammeln. DaS ist auch der Grund, warum ich fleißig in's Theater gehe. In den Romanen und Schauspielen werden die verschiedenartigsten Charaktere und Lebensvcrhältnisse geschildert, die ich sonst kaum in meinem Leben in der Wirklichkeit zu schauen hoffen darf. Da werden die reich bewegten Lebenswege des Menschen als Bild in einen engen Rahmen zusammengedrängt. Da erblickt man den Menschen im Kampfe mit sich selbst, im Kampfe mit der Natur, im Kampfe mit dem Schicksale; da treten die sonst im Verborgenen wirkenden Beweggründe und Ursachen offen zu Tage und daraus schöpfe ich Menscheukenntniß." Bis hierher hat die Sache einen guten Klang. Aber halt, guter Freund, du hast zwei wichtige Puncte übersehen. Du sagest, es werden da Charaktere und Verhältnisse geschildert; gut, — werden denn aber auch die Gegenstände immer wahr- heitgemäß und getreu geschildert, oder ist es nicht vielmehr so, daß die Phantasie des Schriftstellers Alles im Zauberlichte der Poesie und der Uebertreibung zeigt? Wer dergleichen gelesen hat, wird wissen, daß bei solchen Darstellungen Wahrheit und Dichtung sehr sein ineinandergewoben sind nnd daß in einem solchen Buche gewöhnlich mehr Dichtung als Wahrheit herrscht. DaS ist das Eine. — Zweitens mußt dir auch erwägen, welche GeisteSrichtnng denn in einem solchen Buche herrscht. Wehet ein unklarer oder indifferentistischcr oder geradezu gottloser Geist durch das Buch — wie kannst du dann Werth darauf legen? Wenn ein Buch getreue Schilderungen enthält nnd in gutem Geiste geschrieben ist, dann kann man wohl zugeben, daß es dir Beiträge zur Menschenkenntniß liefert, aber nicht gerade wegen der darin enthaltenen Schilderungen, sondern mehr darum, weil diese Schilderungen deine Aufmerksamkeit auf die Erscheinungen deS wirklichen Lebens lenken nnd so einen gewissen Beobachtnugsgeist in dir wecken. In die Tiefe der Menscheukenntniß steigen auch die besten Romane nur selten, nur in einzelnen Lichtblicken und Sentenzen; der überwiegende Inhalt beschäftigt sich nur mit dem äußeren Menschen. Meine größte Befürchtung ist jedoch diese: du liesest viel solcher Bücher und suchest DaS, was dn darin als Wahrheit anerkennst, aus das wirkliche Leben anzuwenden. Du stellst Begleichungen an zwischen Dem, was dir der Schriftsteller vorgelegt hat und Dem, was dir das wirkliche Leben zeigt. Du prüfest, ob der Schriftsteller Recht oder Unrecht hat und auf diese Weise wirst du, ohne eö zu merken, dahin gebracht, Alles auf die Außenwelt zu beziehen und nicht in deine innere Welt hinabzusteigen. Wo bleibt aber da der wichtigste Theil der Menschen- kenntniß — nämlich die Selbstkennlniß? Es ist wahr, du verstehst die Charaktere und die Lcbensverhältniffe der Menschen ziemlich gut zu beurtheilen — aber wann hast du je eine Anwendung auf dich selbst gemacht? Siehst du denn nicht ein, daß ein ausschließliches Lese» solcher Bücher dich nur noch mehr darin bestärken wird: - U^''^ M IMi IM W D IA-.. IW >* : >7 24 nach Außen hin zu leben, aber ein Fremdling in deinem eigenen Herzen zu bleiben? Der Mensch ist ohnehin schon zu sehr geneigt für diese Richtung und du wolltest nur noch dies mehr befördern? —> Du gleichest einem Menschen, der eine reiche Erbschaft angetreten hat und nun sich gleich ohne Weiteres auf die Reise macht, um fremde Länder zu sehen. WaS hilft es ihm, wenn er auch noch so viele fremde Lander nnd Völker kennen lernt, aber von seinen eigenen Besitzungen keine nähere Kenntniß hat? ES kann ihm begegnen, daß, während er sich auf seinen Reisen gut unterhält, seine eigenen Landgüter von schlechten Verwaltern nnd von Räubern verwüstet und verschleudert werden, so daß er plötzlich ein armer Mann ist. Dieses Jahr ist vielleicht daS letzte Jahr deines Lebens. Du trägst vielleicht jetzt dein letztes Kleid und man wird dir kein neues mehr anmessen. Blicke nun in dein bisheriges Leben und erforsche dich, ob du auch nur eine Spur von Selbstkcnntniß entdeckst. Du warst bisher ein Welleuspiel der Zerstreuungen, deine ganze Frömmigkeit war von zufälligen Stimmungen abhängig. Du suchtest dich zu überreden, es sei dir um eine wahre Besserung zu thun und doch hast dn nie über die Ursachen deiner Fthler nachgedacht, du kennst noch nicht einmal deinen Hauptfehler und deine vorherrschenden Leidenschaften, kurz: in deinem bisherigen Leben herrschte keine Ordnung, kein Plan, und so lebst du Jahr aus Jahr ein dem furchtbaren Tage der Ewigkeit entgegen. Damit will ich keinen Wermnth in dein Lcbeu mischen, sondern nur sagen: man überschätzt sehr leicht solche Bücher und man vergißt darüber die Selbstkcuntuiß, welche doch von aller Menschenkenntniß die nothwendigste ist. — (Schluß folgt.) Christliche Wohlthätigkeit. (Neue Wohlthätigkeits-Anstalt in Paris.) Einen überaus wohlthätigen Eindruck muß auf die für das Wohl der leidenden Menschheit ernstlich besorgten Katholiken die Ueberzeugung machen, daß in Mitte der sie allseitig umgebenden Genußsucht wahrhaft edle für das Wohl und Wehe der leidenden Mit- brüdcr egnpsängliche Seelen sich finden. Den Beweis hiesür liefert eine erst neulich durch Sammlung milder Gaben inS Leben gerufene WohlthätigkeitSanstalt in Paris. Durch amtliche Nachforschungen hat sich nämlich herausgestellt, daß in Paris bei der Ueberfüllung der Spitäler viele der Unterstützung bedürftige Greise zurückgewiesen werden mußten. Ihre Zahl soll sich in Paris allein auf 6000 belaufen. Die armen hilflosen Menschen fallen nun ihren Kindern, die oft selbst kaum Brod für die Sprößlinge ihrer Ehe haben, zur Last. Krankheit und körperliche Gebrechen verhindern die Mehrzahl derselben den Gottesdienst zu besuchen, und so entbehren sie in ihrem ohnehin erbarmenswerthrn Zustande auch noch des religiösen Trostes. Diesem Uebelstande abzuhelfen, hat sich eine Gesellschaft gebildet, welche in kurzer Zeit durch Sammlung milder Gaben das Geld zum Ankauf nnd zur Ausstattung eines Hauses, dem auch eine Kapelle angebaut ist, zusammenbrachte, in welchem bereits mehrere dieser Unglücklichen unter Leitung der barmheizigeu Schwestern Obdach und Verpflegung finden. Vier Stücke, die großen Frieden bringen. 1. Befleiße dich, lieber eines Andern W llcn zu thun, als deinen eigenen. 2. Ziehe es stets vor, weniger als mehr zu haben. 3. Suche immer den untersten Platz nnd unterwirf dich gerne Anderen. 4. Wünsche allezeit und bete, daß der Wille GottcS vollkommen geschehe! Redaciid» und Verlag: Oo. Mar Hultler. — Druck «ru 2. M. Kleinlc.