k<>'. 20 10. ApM 1897. M F Streifzüge dnrch die socialpolitische Literatur der Renaissance. Von Frz. Jos. Stroh meuer, Bencfiziat in Obcrstdorf. Unsere vorjährigen „Streifzüge durch die socialpolitische Literatur des Mittelaltcrs" ') haben zu dem Resultate geführt, daß die mittelalterliche Staats- und Gesellschaftswissenschaft ihren Höhepunkt und vollendetsten Ausdruck in dem hl. Thomas von Aquin erlangt hat. Diesem Gelehrten ist es gelungen, den lang ersehnten Ausgleich zwischen dem antiken und dem christlichen Element auf dem Gebiete der Politik zu Stande zu bringen. Wie er überhaupt den inneren Zusammenhang zwischen der Theologie, der Königin der Wissenschaft, und allen wissenschaftlichen Disziplinen und Systemen herzustellen wußte, so ist auch die specnlative Feinfühligkeit anzustaunen, mit der der hl. vootor an^oliaus Recht und Politik auf das Fundament der christlichen Ethik basirte, d. i. den höchsten Zwecken, der schließlichen Bestimmung des Menschen unterordnete. Es ist selbstverständlich, daß diese Herrschaft der christlichen Idee auf allen Gebieten des Lebens und der Wissenschaft sich auch in der Gestaltung der socialen Verhältnisse verkörpern mußte. Den hieraus nothwendig hervorgehenden Zustand hat eine spätere Zeit „Theokratie des MittelaltcrS" genannt?) Man darf aber diesen Ausdruck nicht mißverstehen. Es wäre tendenziöse Uebertreibung, darunter eine Theokratie im wahren und eigentlichen Sinne zu verstehen; denn eine solche hat historisch nur beim jüdischen Volke bestanden. Man will damit nur sagen, es sei die mittelalterliche Politik vielfach von der kirchlichen Machtsphäre umschlungen gewesen, es habe der katholisch-conservative Faktor das damalige europäische Gesellschaftslcbcn beherrscht. Zum letzten Male kam dieser theokratische Gedanke der mittelalterlichen Politik zum Ausdruck in der berühmten Bulle „(Iiuuu oanataiu« von Bonifacins VIII.^) Die Katastrophe von Konstantinopel (1453) hatte eine neue Aera eingeleitet. Mit dem neueren heidnischen Humanismus wurde ein fortwuchcrnder Gährungs- und Zcrsetzungsstoff in alle Gebiete des Lebens getragen. Die unermeßlichen Reichthümer und Kunst- und literarischen Schätze, die in Italien aus Asien und Afrika zusammenströmten, die neu entdeckte Straße nach den fabelhaften Gegenden Ostindiens, noch mehr die Entdeckung einer neuen Welt im Westen, endlich die Erfindung der Presse, die schon an sich eine ganze Umwälzung in sich schließt, gaben der neuen Bewegung einen mächtigen Aufschwung. Statt daß nun die neuen Ideen für einen konsequenten Fortbau der vom christlichen Geiste getragenen Cultur verwendet worden wären, stellte sich bald mit entsetzlicher Klarheit heraus, daß sie zu einer folgenschweren Reaktion gegen den bisherigen Jdcengang führten. Die neue Strömung kehrte bald eine sehr negative Tendenz, den Protest gegen die theokratische Ordnung des Mittelalters, hervor. Man bezeichnet diese stürmische Uebergangsperiode mit dem Namen „Renais- ') Beilage zur Augsb. Postztg. Nr. 15—17. 1896. °) Namentlich ist dies ein Lieblingsausdruck des Geh. Justizraths und Professors Stahl in seiner höchst interessanten „Geschichte der Rechtsphilosophie", aber auch in anderen Werken, z. B. „Protestantismus als politisches Princip" n. a. °) ok. Albertus, Socialpolitik der Kirche. S. 564. sance". In dieser Zeit hat sich nicht bloß das geistige Leben der abendländischen Völker von Grund aus umgestaltet, sondern auch die äußeren socialen Daseinsformen haben sich geändert, und ein neues Staats- und Gesellschaftsideal wurde aufgestellt. Diese Periode ist die Zeit der Wiedergeburt des antik-heidnischen Absolutismus. Es ist das die erste Frucht der humanistischen Studien einer- und des Ausscheidens des religiös-moralischen Gedankens aus dem Gesellschaftsleben, aus der Politik anderseits. Nothwendig lag aber hierin der Keim der Revolution. Denn aus diesem absolutistischen Princip mußte mit unerbittlicher Logik das entgegengesetzte Princip der Anarchie und Revolution folgen. Der Gedankenproceß war hier um so länger, als die revolutionäre und reaktionäre Idee nothwendig die ganze Gesellschaft von den leitenden Volksspitzen bis in die untersten Volksschichten durchsäuern mußte. Auch diese letztere Idee der Reaktion gegen das absolutistische Princip, die Idee des demokratischen Liberalismus, hat schon in der socialpolitischen Literatur der Renaissance Ausdruck gefunden. Wir können somit deutlich zwei Strömungen unterscheiden. Die eine wird vertreten durch jene Schriftsteller, die den dynastischen Absolutismus vertheidigen, die andere durch die Verfechter des demokratischen Gedankens. An die erstere Richtung knüpft sich der Name des Florentiner Diplomaten Nicolo Macchiavellt (1469 bis 1527). Dieser hatte, trotz seiner Schwärmerei für republikanische Freiheit in seinen Abhandlungen über die ersten 10 Bücher des Livius (äiooorsi sopra i primi äisai liliri cki Ickvio) und in seinen florentinischen Geschichten (äsl? iotoris tiorontine) H, in seinem berüchtigten Buche „II krinoixo" zuerst die absolute Souvcränetät der Politik theoretisch proclamirt und das unsittliche, verderbliche Princip des Interesses auf die Politik als die ausschließliche Norm und Richtschnur derselben übertragen. Mit Recht sagt Stahls von ihm: „Macchiavellt ist der Spinoza der Politik. Es ist dieselbe Emancipation von dem lebendigen Gott, die in der Philosophie zum Spiuozismus, in der Politik zum Macchiavcllismus mit Nothwendigkeit führt." Uebrigens ist sein Buch nur die traurige Signatur des sittlichen Zustandes seiner ZeitH und er somit nur der treue Kopist seiner Zeit. Was an vielen Höfen traurige Wirklichkeit gewesen, hat er theoretisch in ein System gebracht. Namentlich war der italienische Boden längst für dieses neue, durch die Renaissance entstandene Staatsund Gcsellschaftsideal vorbereitet. Schon Kaiser Friedrich II., „der erste moderne Mensch auf dem Thron", wie man ihn genannt hat, hat in seinem nntcritalienischen Reiche den andern Staaten der Halbinsel das Vorbild einer absoluten Herrschaft gegeben. Die Visconti in Mailand haben sodann im 14. und 15. Jahrhundert die neue Form am schärfsten ausgebildet. Und in der Folgezeit haben die französischen Könige seit Philipp IV. auf -) ok. Mattes im Kirchenlexikon, eilt. Anst. Band 6, S. 713. °) Zuerst veröffentlicht zu Rom 1531 —1532. Jn'S Deutsche übersetzt von Zieglcr, Karlsruhe 1832—1641. °) Gesch. der Rechtsphilosophie I. S. 339. ') Stöckl, Gesch. d. Philos. II. S. 54. °) vk. Burckhardt, Cultur der Reuaiffcw 3 fs. 138 dieses Erbe Anspruch erhoben. Ludwig XII. vertreibt die Sforza aus Mailand; Franz I. mns; aber die Stadt von neuem erobern durch den glänzenden Sieg bei Marignano (1515). Diese Berührung mit Italien lenkt den Strom der neuen klassischen Bildung nach Frankreich hinein, und die Zeit Franz' I. wird die Blüthczcit der französischen Renaissance. Aber auch hier tritt uns, wie in Italien, gleichzeitig mit der Aufnahme der neuen Bildung die neue, absolute Form des Staates entgegen. Der Absolutismus fand hier den günstigsten Boden: noch wirkte der Jammer der englischen Kriege nach und erzeugte den allgemeinen Wunsch nach einer starken, sicheren Centralgcwalt, und schon hatte ja auch Ludwig XI. die Vasallen niedergeworfen, der neuen Staatsform den Boden bereitend. Der Absolutismus fand hier ein großes, für seine Aufnahme anf's beste vorbereitetes Reich. Deßhalb hat er in Frankreich auch alle ihm entgegenlaufenden Strömungen siegreich überwunden und sich immer wieder durchgesetzt, und auch nirgends sonst so glänzende theoretische Vertheidiger gefunden, wie wir sehen werden. War also das absolutistische Regiernngssystem namentlich in Italien und Frankreich praktisch verwerthet worden, so hat ihm Macchiavclli theoretisch Ausdruck verliehen. Sein Buch hatte natürlich eine ganze Flnth von Gegenschriften zur Folge. Den Reihen eröffnet Ambra sins Catharinus mit einer Verdammnngsschrift: ^elo übrig a. estri8tia.no cletvLbanllig et ex estristia- nisino penitu3 reinovenäig," Rom 1532. Ihm folgen Gentillet 1576, k. Possevin 1502, Nibandcira 1603, k. Lncchestni 1607, Friedrich II. 1740 n. a?) Wir können diese ausschließlich polemischen Schriften füglich übergehen, da sie für den Gang der focialpolitischen Bewegung und für die Bildung bestimmter Rechts- und Staatstheoricu ohne positiven Werth waren. Eine größere Bedeutung in der focialpolitischen Literatur dieser Periode hat dagegen der berühmte englische Lordkanzlcr unter Heinrich VIII., Thomas Moore (1480 — 1535), erhalten. In ihm hat die demokratische Richtung die erste, wenn auch noch unklare und unbestimmte, Vertretung gefunden. Thomas Morus nahm sich das platonische Staats- idcal zum Muster, indem er gleichwie Plato einen Ideal- staat construirte in seinem Buche: „8 stastsr, viAorenr", der König ist durch nichts beschränkt: prinaep« logistuo solukno. Nur soll er seine Gewalt nicht mißbrauchen, ivagt Bndo zu mahnen. Ein Du Monlin vertheidigt mit Nachdruck die Unabhängigkeit des französischen Königs vom Papstthum") und überbietet alle absolutistischen Politiker in dem Satze: Im loi äs 8uccw88iou ckoit otro rcr^motoo yuauä mems ollo clomro lo trono ü un tou, aaut'la, ckooioiou oontrairs äo8 otats Aonörornix.") (Fortsetzung folgt.) Kircheulexikon, X. S. 031 f. Dieses Buch erschien in Paris 1517. '") Ranke, frauzös. Gesch. I. 370. - '°) Weilt, 1-S8 tbövrioL r-ur 1e ponvoir roz'al er» Vraiies. S. 26. 139 Hans Eschelbach's „Wildwnchs". Von I. B. F. (Fortsetzung.) Als ein echtes Genie, das keine Ruhe hat, sondern rastlos strebt, ist Eichelbach ein überaus fruchtbares und vielseitiges Talent. Er braucht nicht erst eine süße Rast abzuwarten, um die Muse sich hold zu machen. Die Worte eines Rnckert, des Krösus der Poesie, lassen auf ihn sich anwenden: „Was mir nicht gesungen ist. ist mir nicht gelebt; Und mehr als Blumen im Felde sprießen Lieder unter meiner Feder." Nicht rosten, nicht rasten mag Eschelbach's Feder; dafür hat er aber auch mit seinen dichterischen Werken und literarischen Erzeugnissen so viel Glück und Erfolg. Die Perle Eschelbach'scher Muse aber ist „Wild- wuchs",") Gedichte, seiner lieben Frau gewidmet im Maien 1893. Dieser Wunderblume deutscher Poesie die geziemenden „epitsiatn ornuntin" zu geben, dazu ermangeln die Worte — Thatsachen sollen darum reden. Das vornehm ausgestattete Buch, das auf feiner Decken- pressnng finnig die Allegorie des Titels „Wildwuchs" gibt, fand bei seinem ersten Erscheinen reißenden Absatz. Zweihundertnndfüiifundzwanzig Exemplare wurden schon in der ersten Woche abgesetzt, und kaum noch war ein Jahr vorüber, als der Dichter zur zweiten Auflage schreiten mußte. In den Lehrervereinen zu Elberfeld, Köln, Krefeld und an vielen andern Orten, in Bürger- gesellschaften und Unterrichtsanstalten wurden besondere Vortrage über „Wildwuchs" gehalten. Die Stimmen der Presse ohne Unterschied der Farbe sind im Lobe und in der Anerkennung für den Dichter einig, ja sie wetteifern mit einander. Einzelne Gedichte wurden oft, sehr oft componirt, viele auch illnstrirt. Kann einem Dichter noch ein glänzenderes Zeugnis; ausgestellt werden? Wir müssen diese allgemeine Begeisterung für den rheinländischen Sänger nur so höher anschlagen, als wir in einer überspannten, überfeinerten und gefühlsseligen Zeit leben, in einer Zeit, wo die Goldschnittsänger, die ihr kleines „Ach und Weht" zu zierlichen Reimen gepaart auf den Büchermarkt tragen, nach Hunderten zählen, in einer Zeit, wo man in den gebildeten literarischen Kreisen in bodenloser Verkehrtheit, sei es nun aus mangelhafter Kenntniß oder ästhetischer Befangenheit oder aber aus widerlicher Abgeschmacktheit, wo möglich alles, was katholische Färbung bekennt, als das verächtliche Aschenbrödel in die Ecke zu drücken bemüht ist, in einer Zeit endlich, wo die Ungerechtigkeit bei einer gewissen Presse im Schwange geht. Hans Eschelbach aber hat die wirren Stimmen übertönt und verstummen gemacht; sein Sang hat alle bczanbert. Prinz Emil zu Schönaich-Carolath, der berühmte Georg Ebers, protestantische Pfarrer gaben in herzlichen Briefen ihrer Begeisterung und Bewunderung für den Dichter unbefangenen Ausdruck. Aus allen Theilen Deutschlands und der Schweiz, aus Holland, Italien, Dänemark, Oesterreich, ja bis herüber vom Ocean gehen unserem Dichter aufrichtige Anerkennungsschreiben zu. Dieser glänzende Stern an Deutschlands Poeteuhimmel ist einer der Uusrigcu; Haus Eschelbach ist überzengungstrener Katholik. Wir nennen seinen Namen mit Stolz. Die Poesie ist unter dem rasselnden Räderkasten der Maschinen im Jahrhunderte der Erfindung ") Verlag v. Paul Neubner. Köln. Zweite Auflage, mit Portrait des Dichters. M. 3. und des Fortschrittes keineswegs angehört verhallt, ihr Glanz ist im erstickenden Qualm rauchender Fabrikschlöte ungetrübt geblieben. Wir haben nicht allein Dichter, die wir nur anlesen, nein, wir haben viele, die wir auch aus lesen. Eschelbach's „Wildwuchs" aber liest man nicht nur ein-, zwei- und dreimal, nein, so oft eine glückliche Stunde behagliche Muße bietet. Nur flüchtig können wir an dieser Stelle „Wildwuchs" durchblättern, nur vor- übereilend dürfen wir hier den Liedern „Am Weg- rande" und von den „FriedHofsrosen", den Balladen und Romanzen in den „Bildern" und den „Namenlosen Liedern" lauschen. ,Aür die Klänge meiner Seele Wabe Worte ich gefunden; Kleine Lieder sind's geworden. Die zusammen ich gebunden, Einen Kranz daraus zu flechten. Einen Gruß Euch froh zu senden, Echter Wilowuchs! Nehmt die Blumen Freundlich aus des Sängers Händen." In solch herzgewinnenden und wunderbar aumuthen- den, einfachen und natürlichen, aber immer poetischen Versen empfiehlt sich der Dichter durch seinen dichterischen Gruß „An den Leser" gleich von vornherein auf's beste. Frühlingsduftig, sangcsfroh und minuehold hebt er „Im Maien" an zu singen vom flatternden Schmetterling, von knospenden Bäumen, vom blühenden Flieder, und das „heimliche Kosen im Blätterschwall" und „was die Nachtigall sang", verräth ihm mit freudigem Klang, der Maien, der frohe Maien sei wieder gekommen. „Die Welt ist ein Herz und mein Herz ist die Welt!" so klingt es jugendheiter aus seiner Säugcrkchle; wenn die Rosen blühen, trägt er im Herzen „der Welten Welt: die erste allmächtige Liebe!" „An Kaiser Wilhelm II." ist eine feurige Hymne, getragen von glühender Liebe zum deutschen Vaterland und zur deutschen Kaiserkrone, dabei im volksthümlicheu Tone gehalten. Hcldenkühn bläst der Dichter die Fricdens- schalmei. Ihr Klang trägt die Seele des Deutschen im Schwünge der Begeisterung durch alle Wolken empor: „Den Frieden will ich!" Jubelnd klingt es wieder: Bringt Friedenspalmen ihm und Lorveerrciser! Und eine Mutter kniet am Kreuze nieder Und betet fromm: „Beschirme. Gott, den Kaiser!" In dem herrlichen Gedichte „An die Erzieher des Volkes" läßt der Dichter, der „kein Höfling und kein fader Schmeichler" ist, piano ein Register- der socialen Frage unserer Tage mitklingen. „Ostermorgen auf dem Fried Hofe" ist wehmüthig, aber erhebend und tönt zuletzt in einem jubilirenden „Halleluja!" aus. „Durch die Büsche, durch die Baume zog ein wundersames Klingen, Und der blaue Himmel lachte, und die Amsel hört' ich singen. Halleluja! Halleluja! klaug's und sang's aus tausend Kehlen) Eine Thräne wollte heimlich aus dem Auge sich mir stehlen. Halleluja! Halleluja! — Und die ernsten Kreuze winken. Osterjubel! Osterhoffen! Betend muß ich niedersinken." Ein Prachtjuwel herzeusfrischer, aber auch herziuniger Poesie ist „Mein Lied". Des Dichters rastlose Gedanken hatten goldene Zinnen in die rosigen Wolken der Zukunft hineiugcbaut, aber er muß sie zusammenbrechen sehen wie das tollkühne Bauwerk eines unklugen Meisters. Durch das Gemüth des Dichters zieht eS wie ein leiser Frühliugstraum. Wie kaun mau Lenz und Liebe mit 140 süßerem Wohllaut besingen! „Mein Lied" ist unter den Blumen, die der Dichter „Am Wegrande" gepflückt, die Lilie. Die Lilie ist keine heitere Blume. Ernst, melancholisch schaut sie darein. Wehmnthvoll sind des Liedes Weisen. „Mein Lied" ist kein erotisches Lied, das ist ein zartes Minnelied. Der wunderbar weiche Tonfall der Sprache macht das Lied leicht sangbar. Der Klangzauber der Musik hat „Mein Lied" umwobeu. Binnen dreier Jahre wurde dieses Eschclbach'sche Lied zwei- unddreißig Mal in verschiedene Musik gesetzt, zweiunddreißig Mal, der Verfasser weiß es aus erster und sicherster Quelle. Und heute schon könnte er den dreiunddreißigsten Componisten nennen, der dem Liede neue Töne weihen wird. Wenn der Maien wieder blüht, wird auch Eschelbach's seelenvolles Lied neu erschallen. Auch wurde das Gedicht mehrfach illustrirt. Treten wir nun aber im Geiste des Dichters an das Gedicht heran! Der Frühling ist im Thal und auf allen Höhen der Nheinlande erwacht. Der Mond ist stille aufgegangen. Die Tannenwipfel wiegen sich leicht im sauften Abendwind. Der Nachtigall klagend Lied ist verhallt, und in den Silberfluthen des alten Stromes rauscht es melodisch: In silbernem Mondlicht wallte der Rhein, Ein Posthorn klang in der Ferne, Wir sahen uns tief in die Augen hinein, Und leuchtend standen die Sterne. Da hast Du mir schluchzend Dein Lieben bekannt, — Wie hat es so süß mir geklungen! — Dann bin ich gefahren durch's blühende Land Und habe begeistert gesungen: „Tu strahlender Himmel, wie bist Du so tief. Du blühende Erde, wie wurdest Du weit, Dieweilen ich träumte, dieweilen ich schlief! — Gegrüßt, seio gegrüßt! Es ist Frühlingszeit!" Zwei Strophen folgen mit den letzten vier Versen als Refrain. Uebcr's Jahr kommt der Dichter wieder zur Frühlingszeit an den Rhein. „Da hingst Du am Arm eines Ändern." Wandernde Burschen ziehen vorbei, „Die haben-mein Lied gesungen," und er muß entsagen — entsagen. So singt nur ein frisches Mnseukind wie Hans Eschelbach es ist. Wie Ahnung eines Herzeusglückcs iiber- schleicht es uns, wenn wir an die beiden Liebenden am Nhcine denken: in einiger Entfernung sehen wir sie, halb im goldenen Abendroth, halb im webenden Dämmerlichte. Köstlich wie lauterer Rheinwein ist das Gedicht „Natürlich". Das ist der Sprnvggncll heiterer Dichtersreude, wie wir sie nur noch bei einem Wallher von der Vogelwcide gewohnt sind. Ein junges Dichter- leben, das wohl bisweilen zerfahren ist, für das aber die materiell gesinnte Mitwelt kein Verständniß hat, wird in Leid und Freud wortgetreu geschildert. Am Ende des Schuljahres erhalten des Dichters Mitschüler sämmtlich gute Zeugnisse: Mir machte man saure Gesichter . Und gab mir den schlechtesten Wisch von der Welt. Natürlich! Ich war ja ein Dichter! Die Studiengcnossen kommen in „Würden und Amt": Ich ward zu der ärmlichsten Stelle verdammt, Wo die Welt ist mit Brettern vernagelt. „Ein schlechtes Zeugniß, dazu ein Rebell!" So schrieben die klugen Bcrichter. Wahrhaftig, sie machten recht heiß mir die Höll'; Natürlich! Ich war ja ein Dichter! Es nahet die Zeit „mit dem eh'lichen Glück". Die andern haben eine reiche Braut heimgeführt: Arm waren wir Beide, ich und die Maid: Natürlich! ic>) war ja ein Dichter! So kommt der Dichter immer nur schlecht weg. Aber wenn der Todeseugcl mit seinen Fittichen rauscht und die Mitwelt ein unheimlich Grauen überkommt, da ist es unserm Dichter noch ganz wohl ums Herz, der Engel nimmt ihn mit hinüber inS himmlische Reich, und da fragt er mit froinmkindlichem Tone; „Bin werth ich, Herr Petrus, zu gehen durch's Thor! Wo sie glühen, die himmlischen Lichter?" „Natürlich!" jubeln die Engel im Chor, „Natürlich! Dn bist ja ein Dichter!" (Schluß folgt.) Die Waldenser und der Sektenstifter Petrus Waldns. (1- 16. April 1197.) 6. Geradezu fabelhaft groß ist die Literatur über die Waldenser, klein über Petrus Waldns. Besonders in der Mitte unseres Jahrhunderts entstanden Bücher über Bücher, hauptsächlich von «katholischer Seite, welche sich mit dieser Sekte und bcr alten und neuern Literatur über sie in tatum ot longum beschäftigten. Es muß aber sofort betont werden, daß auch, wie wir sehen werden, protestantische Theologen und Geschichts- fchreiber der Wahrheit Zeugniß gaben und Vorurtheile, Fälschungen :c. aufdeckten als das, was sie waren, als blauen Dunst und Nebel. Warum aber solch gewaltiges Wesen mit den Waldenscrn? Warum Aufstöberung aller nur irgendwie und irgendwo zu findenden alten Scharteken? hauptsächlich auf «katholischer Seite? Holzwarth beantwortet diese Frage in einer Abhandlung im Jahre 1854 in der Tübinger theologischen Quartalschrift kurz und bündig: „es hat sich klar und deutlich die Tendenz der ncu-waldcnsischen Ueberlieferung herausgestellt, um deretwillen man die katholischen Berichte des Mittelalters zu beseitigen sich bemühte. Mau wollte nicht nur Reformatoren vor der Reformation gewinnen, sondern man wollte auch den Einfluß der Reformation des XVI. Jahrhunderts auf die Waldenscrsckte verwischen, diese selbst als die Mutter der Reformation erscheinen lassen und so durch Aufstellung des apostolischen Alters der Sekte für die Lehre des Neformationszeitaltcrs den Beweis der Apostolizität gewinnen. Es hat sich auch hier die historische Wahrheit Bahn gebrochen (und tvir betonen, protestantische Geschichtsschreiber haben selbst, zu ihrer Ehre sei es gesagt, mitgewirkt), und bei den einen ist die gemüthliche Illusion zerstört und bei den andern der Betrug für alle Zeiten enthüllt worden. Aber es kann auch geschehen, wie Herzog meint, „daß die jetzigen Waldenser sich dadurch werden eines Besseren belehren lassen, das ist freilich kaum zu erwarten. Sie sind seit einiger Zeit mehr als je für ihre Behauptung vom hohen Alter ihrer Sekte und der reinen Lehre derselben eingenommen, seitdem sie die Erfahrung gemacht haben, daß jene Italiener, die sich vom Katholizismus abgestoßen fühlen, am liebsten sich an eine Religionsgesellschaft anschließen, die italienischen Ursprungs ist und denselben nicht von der Reformation des XVI. Jahrhunderts ableitet, sondern auf die ersten Jahrhunderte des Christenthums zurückführt." (Von einem derartigen Anschluß ist seitdem nichts Besonderes bekannt geworden.) Wir haben keine Zeit und es ist sicher auch kein Raum in nnscrcr Beilage, uns mit kritischen Betrachtungen und Ausführungen abzugeben über die brcikgc- schlagene Literatur betreffend das Alter ec. der Waldenser, 141 wir nehmen mit katholischen und akatholischcn Quellen an — Petrus Waldns ist der Stifter der Sekte der Waldenser nnd führen ihn selbst und die von ihm gegründete Sekte unsern Lesern kurz nnd bündig vor Äugen. Petrus Waldns — auch de Vaux, Waldo, Valdez genannt — war einer reichen Kaufmannsfamilie in Lyon entsprossen. Denselben wandelte die Lust an, die Evangelien, die er gern hörte, selbst und öfter zn lesen, und deßhalb ließ er sie für sich abschreiben und in die Landessprache übersetzen. Das Gleiche that er auch mit den Schriften der Vater und der Heiligen. Diese Bücher las er mit größtem Eifer und sehr oft uud durch sie veranlaßt, faßte er den Vorsatz, die Wege der Vollkommenheit zu beschielten. Er verkaufte alles, was er besaß, und gab es den Armen, denn er wollte arm den armen Aposteln nachfolgen. Auch soll der Tod eines Verwandten so großen Eindruck auf ihn gemacht haben, daß er dies that — ungefähr um das Jahr 1170 —. Diese reichen Almosenspenden gefielen selbstverständlich den Leuten ungemein, sie sammelten sich um ihn und er gewann einen ziemlichen Änhang, was seiner Eitelkeit schmeichelte, zumal er etwas beschränkten Geistes gewesen sein soll. Er wollte die apostolische Armuth in der Kirche einführen und zog mit seinen Anhängern durch Frankreich, um dieselbe zn predigen nnd von ihrer Nothwendigkeit zu überzeugen. Hierin liegen nun schon zwei große Irrthümer verborgen. Für's erste vergaß Waldns, daß die freiwillige Armuth kein Gebot Gottes, sondern nur ein evangelischer Rath ist, der nie und nimmer als Gebot für alle Christen aufgefaßt werden darf. Schon aus diesem Grunde war die Lehre des Waldus und seiner Anhänger verkehrt und der Gesellschaft schädlich. Wie ein hl. Franziskns, ein hl. Do- minikns segensreiche Orden stifteten, Hütten Petrus nnd seine Anhänger allem irdischen Besitz entsagen nnd zur freiwilligen Armuth sich verpflichten können; die Meinung aber, alle Christen müßten sich zn derselben verpflichten, war ein unausführbarer, wir möchten fagen ein einfältiger Gedanke. Es entsteht die zweite Frage: wer gab Waldns und feinen Anhängern das Recht, öffentlich als Prediger aufzutreten? Einfach: sie vindizirten sich hiezu das Recht selbst. Freilich wird hier von manchen eingewandt: die Prediger der katholischen Kirche haben zn jener Zeit ihre Pflicht als Prediger vielfach nicht erfüllt; so daß einige Synoden Klage führen darüber, allein, dies auch zugegeben, hatte der Waldenser Sektenstifter mit seinem Anhang absolut kein Recht, sich als Prediger der katholischen Kirche zu gcriren, denn die Predigt gehörte und gehört stets zn der mior-ia camoincm — sie sind also nur als freie Prädikanten anzusehen, und in diesem freien Prädi- kantcuwesen haben wir die eigentliche Stiftung des Petrus Waldus und zugleich das Eigenthümlich-Neue zn erkennen, was sich an das Auftreten desselben anschloß. Das Dekret des Papstes Lucius III. spricht deßwegen mit allem Recht von einer virxlicmtio pruoclieaiuli, das vierte Lateranconcil spricht dasselbe aus. und das Edikt des Königs Alphcms vom Jahre 1194 nennt diese iirae- riicatio tuEta. Bernhard und Alauns wenden sich desgleichen gegen die Waldenser, die es gewagt, ohne Auftrag der Prälaten nnd gegen ihren Befehl zn predigen. Waldns kehrte sich an nichts, nnd so kam er immer mehr auf die schiefe Ebene, wie später kurz gezeigt werden wird. Der alte Satz, den er für sich in Anspruch nahm: „man muß Gott mehr gehorchen, als den Menschen," klingt recht schön nnd angenehm, aber er vergaß dabei das zweite Wort: „wer die Kirche nicht hört, der sei dir lvie ein Heide und öffentlicher Sünder." Die Anhänger des Waldus, die sich allen Eigenthums bar gemacht hatten, wurden die „?anp>eres cla Im.gcirmo" genannt, „die Armen von Lyon", auch Sa- vonistcn, Hniniliaten, Saboticrs — nach den von ihnen gebrauchten groben Holzschuhen. Sie kamen auch nacl/ Oberitalien und nach Deutschland, wo sie 1212 am Rhein als „Winkeler" auftraten, deßgleichen wollten sie sich in Spanien niederlassen, was ihnen aber nicht gelang, sie wurden vielmehr als Feinde des Kreuzes Christi und als Feinde des Staates zugleich in Bälde vertrieben. Der Stifter der Sekte, Petrus Waldus selbst, durchzog Italien und starb in Böhmen im Jahre 1197. Er selbst war kell: eigentlicher Häretiker, erst seine Anhänger geriethen während des XVI. Jahrhunderts in dogmatische Irrthümer. Früher traten die Waldenser der Kirche mehr voni Standpunkt des praktischen Lebens entgegen. Ihr Lebenswandel wird selbst von ihren Gegnern gerühmt; sie waren prnnklos in Kleidung, mäßig, züchtig, fleißig in der Arbeit, ernst und aufrichtig in den Aussagen, allein der Hochmuth führte sie immer mehr abwärts, weg von der kirchlichen Lehre und zwar auch von der Dogmatik. Herzog, ein unverdächtiger Zeuge, hat in seinem vorzüglichen Quellenwerk (auch Dickhoff ist rühmlich zn erwähnen) nachgewiesen, daß die Waldenser des Mittel- alters sich in ihren Schriften sogar katholischer aussprachcn, als man nach den meisten Berichten der katholischen . Schriftsteller des Mittelalters erwarten sollte. Der gleiche Autor weist auch unwiderleglich nach, daß die Waldenser nicht älter sind, als Petrus Waldus. Er enthüllt hauptsächlich die vielen Fälschungen, welche man zur Zeit der Reformation an den Schriften der Waldenser vorgenommen hatte. Man wollte eben der eigentlichen lutherischen Lehre ein viel größeres Alter zuschreiben und beweisen, daß die Lehre der Reformatoren keine neue Lehre gewesen. Mit Rücksicht auf diese Fälschungen schreibt Herzog in seiner Vorrede zn seinem Werke „Die romanischen Waldenser": „Wohl mag es manchen Freund der Waldenser schmerzen, den Prozeß dieser Umwandlung zu verfolgen und besonders die Äktcn desselben vor das große Publikum gebracht zu sehen. Denn daß nicht bloß eine Art von optischer Täuschung, sondern auch frommer Betrug mitgewirkt, ist außer allem Zweifel. „Doch wir können nicht wider die Wahrheit, sondern für die Wahrheit." 2 Cor. 13, 8. Uebrigcns ist auf das kürzeste nnd bündigste nachzuweisen, daß die Grnndlchre des Petrus Waldus grundverschieden von der Lcbre Luthers nnd der Reformatoren war. Luther verwarf ja bekanntlich jeden nnd allen Werth der guten Werke und baute seine Nechtfcrtignngslchre auf den Glauben allein auf, Petrus Waldns aber nnd seine Anhänger stützten ihre NcchtfcrtignngSIehre besonders auf die guten Werke, sonst hätten sie doch nicht die freiwillige Armuth wählen können. Wir sagten oben, daß der Sektenstifter nnd die Seinen immer mehr auf die schiefe Ebene geriethen, immer weiter von der reinen Lehre der katholischen Kirche sich entfernten, was wir an einigen Beispielen noch nachweisen wollen. Während sich die Waldenser im Ansang nur gegen 142 das äußere Kirchcnihum mid den weltlichen Besitz gerichtet, sogar die Abgaben des Zehnten verpönt, vor allein innerhalb der katholischen Kirche eine sittlich-religiöse Reform zunächst bei der Geistlichkeit angestrebt, ging es später auch gewaltig dogmatisch abwärts. Sie anerkannten längere Zeit die ordentliche Vollmacht znr Absolution von den Sünden, sowie znr Consecration der hl. Encharistic. Nachdem ihnen aber von Seite der katholischen Geistlichkeit die Absolution und die Darreichung der hl. Commnnion verweigert wurde, bildeten sie die Theorie der Laienbcicht und die Consecration durch Laien vorerst für den Nothfall aus. Ueber die katholische Lehre vom Fegfeuer haben sie sich meistens schwankend geäußert und bezüglich der Heiligenverehrung nur die Anrufung ihrer Fürbitte zurückgewiesen. (Alzog.) Henrion sagt: „Ihr Hauptangriff ging gegen die sichtbare Kirche; sie sei angesteckt vom Bösen, der Papst das Haupt aller Irrthümer (Papst Sylvester — heißt es in den bekannten „Geschichtslügen" — sei auf Anstiften des Teufels der erste Erbauer der Kirche gewesen), die Prälaten Pharisäer, Schriftgelehrte, Mörder; kein Geistlicher solle Einkünfte haben. Alle Sakramente tadelten sie; das Abendmahl sei bloß gcbackenes Brod (ob dies nicht zu viel be- chauptet ist?), die Taufe nütze nichts, kein schlechter Priester könne lossprechen, die Ehe sei kein Sakrament; alle kirchlichen Gebräuche seien verwerflich. Es gibt kein 'Fegfeuer, man wird entweder selig oder verdammt; Opfer, Gebete, Almosen für die Verstorbenen nützen nichts. Wir sehen: viel hatten sie über Bord geworfen von den wichtigsten und trostreichsten Dogmen unserer hl. Kirche. In ihrer vollständigen oppositionellen Constitution bestanden die Waldenser, sagt Alzog, aus Vollkommenen und Unvollkommenen. Die gottesdienstlichcn Versammlungen hielten die aus Seniores, Presbytern und Diaconi bestehenden Vorsteher, welche noch bis zum XVI. Jahrhundert Cölibatäre waren, die hl. Schrift galt als die alleinige Glanbeusgnelle, ihre Erklärung verlangten sie buchstäblich. Die Waldenser verwarfen den Eid rundweg, desgleichen jede Tödtung durch die Obrigkeit, jeden Kriegsdienst, jede Lüge erklärten sie für eine Todsünde. In den Bergen der Dauphin» und in drei picmon- tesischcn Alpcnthälern erhielt sich die Sekte bis auf die Gegenwart, nachdem viele Gemeinden in Böhmen sich der hussitischen, in Frankreich sich der calvinischen Lehre angeschlossen hatten. Heute bewohnen noch ungefähr 20,000 Waldenser die drei Alpenthäler Val Martina, Val Angrona und Val Lneerua. Sie sind, wie der protestantische Kirchcnhistoriker Guericke schreibt, „ein reiner Lehrbegriff, sowie in patriarchalischein Sinne lang sichtlich vertäuet und ermattet". In neuester Zeit fanden sie besonders bei den Engländern viel Gunst, die ihnen 1848 in Turin eine herrliche Kirche erstellen ließen, welche 1853 auf pompöse Weise geweiht wurde, um ein Hort des Protestantismus in Italien zu werden. Das Bibelwerk der deutschen Jesuiten.*) . In einer früheren Nummer der „Germania" wurde eme Uebersetzung des Breves mitgetheilt, mit welchem Papst Leo XIII. das neue Bibelwcrk der deutschen Jesuiten ausgezeichnet hat. Es wird sicher dem Wunsche mancher Leser entsprechen, über dieses Werk einige genauere Angaben zu erhalten. Wie der Titel des Werkes „Oarsus 8cripturao 8aeras" *) Aus der „Germania". andeutet, soll dasselbe das ganze Gebiet der hl. Schrift umfassen und nach allen Seiten hin erläutern. Diesem allgemeinen Plane entsprechend, gehören die einzelnen Theile des Cursus drei verschiedenen Gruppen an. In der ersten Gruppe soll durch eine gute Handpolyglotte eine sorgfältige Ausgabe der heiligen Texte, zunächst des hebräischen, griechischen und lateinischen, geboten werden; zugleich sollen in den Anmerkungen diejenigen abweichenden Lesarten aller alten Uebersetzüngen, sowie einiger der wichtigsten Handschriften verzeichnet werden, welche den Sinn des Textes beeinflussen und deshalb für den Theologen und Exegcten von Bedeutung sind. Die zweite Abtheilung umfaßt das Gebiet, der Ein- leitungswissenschafteu. Zu ihr gehören zunächst die eigentlichen, historisch-kritischen Einleitungen in das alte und neue Testament: ferner die biblische Alterthumskunde, die in ihren verschiedenen Theilen in einzelnen Abhandlungen und in einem biblischen Nealwörterbuch zur Darstellung kommt; endlich die ktiiloloA-ia saera, die biblische Sprachwissenschaft, welche durch Grammatik und Wörterbuch des Hebräischen, des neutestamentlichen Griechisch u. a. im Cursus vertreten wird. Die dritte und größte Gruppe bringt dann in den Commentaren die Erklärung der ganzen hl. Schrift zum Abschluß. Jedes der geschichtlichen. Lehr- und prophetischen Bücher des alten und neuen Testamentes erhält seinen eigenen Commentar und ivird ausführlich im Zusammenhang erläutert. Der Plan dieses Bibelwerkes umfaßt demnach alles, was für das Studium der heiligen Bücher in Betracht kommen karrn. Zur Ausführung eines solchen Unternehmens konnte natürlich die Kraft eines Einzelnen und die Arbeit weniger Jahre nicht ausreichen. Es vereinigten sich dazu eine'Anzahl deutscher Jesuiten, zunächst V. Rudolf Cornetr), der nach einem dreijährigen Aufenthalte im Orient viele Jahre hindurch als Professor der Exegese im Kollegium zu Maria-Laach und später an der päpstlichen GregorianischenUniversität zu Rom gewirkt hatte, k. Joseph Knäbenbauer, ebenfalls langjähriger Professor der Exegese in Maria-Laach. Dittou-Hall (in England) und jetzt in Valkenburg (in Holland), und?. Franz von Hummelauer; eine Reihe anderer Mitglieder der deutschen Ordensproviuz widmeten ebenfalls dem Cursus ihre ganze Arbeitskraft. Die langjährige Lehrthätigkeit auf dem Gebiete der heiligen Schrift ermöglichte es den Herausgebern, in ver- hältuißmäßig kurzer Zeit schon einen großen Theil des Werkes zu vollenden. Nach kaum zwölf Jahren seit dein Erscheinen des ersten Bandes konnte der Heilige Vater in seinem Breve vom 14. Oktober v. I. schon dreiundzwanzig fertigen Bänden sein Lob und seine Anerkennung aus- sprechen. Außer der allgemeinen und besonderen Einleitung zum alten und neuen Testamente, die ?. Cornely in vier Bänden veröffentlichte und jetzt in zweiter Auflage herausgibt, ist bis jetzt ungefähr die Hälfte der Commentare erschienen. Es sind die Erklärungen der Genesis, des Buches der Richter und Ruth und der zwei ersten Bücher der Könige von V. v. Hummelauer; des Ecclesiastes und des Hohen Liedes von L. Gietmann, des Buches Job, der vier großen und zwölf kleinen Propheten und der drei ersten Evangelien von k. Knabenbauer; des Briefes an die Römer, des ersten und zweiten Briefes an die Ko- rinther und des Galatcrbriefes von ?. Cornely. Die noch fehlenden Theile sind in Vorbereitung, theilweise schon druckfertig, und werden nacheinander erscheinen. Ein schönes Bild von der Gediegenheit und dem außerordentlich reichen Inhalt dieser Bände gewinnt man bei der Durchsicht des letzterschienenen, der Erklärung des Römerbriefes von V. Cornely. Wenn irgend ein Buch der heiligen Schrift, so bietet sicher dieses Sendschreiben des Dölkerapostcls eine Menge von Schwierigkeiten, aber auch eine Fülle der herrlichsten Gedanken und Wahrheiten. So stellt, es dem Erklärer eine schwere Aufgabe. Cornely zeigt sich aber derselben vollkommen gewachsen und hat sie mit dem besten Erfolge gelöst. Sein Commeutar bietet nach einer kurzen, gediegenen Einleitung zunächst für jeden Abschnitt, der zur Besprechung kommt, den lateinischen und griechischen Text nach den besten Ausgaben: die sorgfältigen textkritischen Bemerkungen bringen die Varianten der verschiedenen Textzeugcn, soiveit dieselben für die Erklärung von Bedeutung sind. Dabei wird über den Werth der einander 143 gegenüberstehenden Lesarten ein kurzes Urtheil nebst seiner Begründung abgegeben. Der eigentlichen Erklärung liegt der Text der Lnlgata zu Grunde, den Bestinnuuugen der Kirche und insbesondere der letzten Encyklica Leo's XIII. über das Bibelstudium entsprechend. Doch kommt der griechische Urtext keineswegs zu kurz; vielmehr wird derselbe ganz den Worten des Heiligen Vaters gemäss überall zu Rathe gezogen, um den wahren Gedanken des Apostels stets richtig zu erfassen. Wo es nothwendig erscheint, wird dabei auf die Mangel und Unvollkommcnheiten des entsprechenden Ausdruckes in der Vnlgata hingewiesen. Dein richtigen Verständnis; des Sinnes dient aber nicht, bloß der Vergleich des Urtextes und der verschiedenen Lesarten: überall ist der Verfasser bestrebt, unter Benutzung aller exegetischen Hilfsmittel au der Hand der heiligen Vätcr und der größten Schrifterklärer aller Jahrhunderte den Gedantengaug des Apostels im Großen wie im Kleinen richtig zu erfassen. Nach der Darlegung des Zusammenhanges eines Abschnittes untereinander wird jedes Wort des Apostels erwogen und nach allen Seiten hin beleuchtet. Jedes Wort wird gewissermaßen im Lichte der Erklärungen der hl. Väter, namentlich der hl. Johannes Chrysostomns, Augustinus, Hicronymus und Thomas von Äquin, betrachtet und unter Vcrglcichung auch der neuesten katholischen wie nichtkatholischen Auslegungen. erörtert. Die von der Erklärung, des Verfassers abweichenden Deutungen werden dann, wo es nöthig erscheint, mit den Worten ihrer Urheber vorgeführt und widerlegt. Schließlich werden auch alle sonstigen an den Text sich knüpfenden Bemerkungen und Folgerungen noch hervorgehoben. Trotzdem leidet die Klarheit und Uebersichtlichkeit nicht unter dieser außerordentlich großen Reichhaltigkeit. Bei der einheitlichen und conscguent durchgeführten Methode des Verfassers findet man sich leicht zurecht; außerdem ist durch die verschiedenen Arten des Druckes für die leichte und klare Unterscheidung der Worte des Apostels, der eigentlichen Erklärung, der minder wichtige;; Zusätze und der Bemerkungen gesorgt. Die übrigen Theile des Cnrsus sind durch ähnliche Anordnung, Gediegenheit und Reichhaltigkeit ausgezeichnet. Stets wird, ganz in; Geiste der Encyklica des Heiligen Vaters, das Hauptgewicht darauf gelegt, au der Hand der Väter nnd Lehrer der Vorzeit zum richtigen Verständniß zu gelangen, ohne dabei die Gegenwart und die Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Forschungen zu übersehen. So bietet der Cursus ein nützliches Hilfsmittel, die reichen Schätze kennen zu lernen, welche in den heiligen Büchern und in den Erklärungen der Väter verborgen sind. Er erschließt diese Schätze nicht bloß für den Ere- geten und Dogmatiker. sondern für jeden Freund der hl. Schrift; allen zeigt er bei; Weg, die unerschöpfliche;; Reichthümer des Buches der Bücher für sich und andere nutzbar zu machen. Möge die hohe Anerkennung, die ihn; der Heilige Vater gespendet hat, den; großen Bibclwcrke auch in Deutschland neue Freunde erwerben! Recensionen und Notizen. Vernünftiges Denken und katholischer Glaube. Erwägungen für die gebildete Welt von Christian Hold, Dekan und Pfarrer. Kcmpten, in; Verlag der Jos. Kösel'schen Buchhandlung, 1897. Vlll u. 294 Seiten. Der Verfasser vorstehender, soeben erschienener Schrift ist ein in weiten Kreisen allgemein beliebter, in theologischen und naturwissenschaftlichen Dingen bewaudter und gelehrter Blaun. Was vorstehende Schrift will, ist in; Titel enthalten, nämlich zeigen, daß der kathol. Glaube und vernünftiges Denken sich nicht gegenseitig ausschließen, wie gewisse Vorurthcile annehmen, sie will im Gegentheil zeigen, daß der kathol. Glan.be ein vernünftiges Denken zur Vorausictznng habe. Zu diesen; Zwecke werden in 16 Abhandlungen oder Vortrügen, welche fast alle nach Form nnd Inhalt von vollendeter Schönheit sind, die hauptsächlichsten Glanbenswahrheiten dargestellt. Es sind Erwägungen für die gebildete Welt, also nicht für die Gelehrten. Da haben wir keinen Mangel an vorzüglichen apologetischen Werken, wie von Hettingcr, Schanz, Voscn, Weiß :c. Auch für das einfache gläubige Volk ist gesorgt an schöne», erbaulichen Schriften dieser Art. Aber für die sogenannte gebildete Welt, d. h. diejenigen, welche nach Erziehung und Unterricht für geübteres Denken befähigt sind, aber doch gelehrte dickleibige Bücher über religiöse Fragen nicht zur Hand nehmen, anderseits aber dock durch die gewöhnliche einfache Darstellung nicht befriedigt werden, haben wir wohl großen Mangel- Hier liegt nun ein solches Buch vor, welches diese Lücke in vorzüglichen; Grade ausfüllt. Auch den geistlichen Herren dürfte diese Schrift willkommen nnd manchem ein Fingerzeig sein, wie man den sogen. Gebildeten und auch den weniger Aufgeklärten in seinen Vortrügen mit Erfolg entgegen zu kommen hat. Der Verfasser sagt ganz richtig in der Vorrede: „Mehr als je tritt heutzutage an den Katholiken die Pflicht heran, sich nnd anderen über sein Höchstes auf Erden, seinen Glauben, Rechenschaft zu geben. Diese Vortrüge wollen nichts anderes, als den; einen oder andern diese Rechenschaft erleichtern helfen." Für die hübsche Ausstattung dieser Schrift verdient die Verlagshandlung alles Lob. Domkapitnlar Winter. Gedenkblätter zu Ehren des hochwürdigen geistlichen Rathes Dr. Joseph Grimm, weiland Professor der neutestamentlichen Exegese an der Universität Würzburg. Zum ersten Jahrestag seines Todes gewidmet von vr. Herman Schell, derz. Rector der Universität Würzbnrg, und vr. Albert Ehr- hard, Professor an der Universität Würzbnrg. Zum Besten des Würzburger Bonifatinsvereines. Würzbnrg 1897. Göbel. Gr. 8°. S. 136. Preis M. 1,20. chf Weit treffender, als das wohlgelungcne Bildnis auf der ersten Seite, zeichnet Pros. Ehrhard das Lebensbild des Verewigten. Er steht da vor uns, wie er leibte und lebte, lehrte, dachte und empfand. Wir lernen ihn kennen in seiner Jugend und theologischen Ausbildung, als Professor der Theologie (Exegese), als Forscher nnd Schriftsteller; wir begleiten ihn im Geiste auf seinen Natur- und Kunststudicn gewidmeten Reisen; sein Charakter als Priester und Mensch lehrt uns ihn achten und schätzen. Ganz objektiv ist die Darstellung nnd doch voll Liebe und Wärme; zugleich ist uns ein zwar bescheidener, aber doch recht anerkennenswcrther Beitrag geboten znr theologischen Literaturgeschichte unseres Jahrhunderts. Den würdigen Schluß der Gedenkblätter bilden die Grundgedanken des messianischen Lebensplanes Jesu auf Grund der exegetischen Werke Grimms, als Trauer- gcdächtnißrede in der Universitätskirche zu Würzbnrg gehalten von Professor Schell. Allen Schülern und Freunden Grimms werden unsere Blätter ein schönes Andenken, allen gebildeten Lesern aber eine Geist nnd Herz erhebende Lektüre sein. Der Reingewinn ist zum Besten des Würzburger Bonifatiusvereins. Dr. Johann Anton Englmann's Handbuch des Bayerischen Volksschnlrechtes von vr. Ed. Stingl. Vierte verbesserte nnd vermehrte Auflagck 8. Im Schulanzeiger für Niedcrbayern ist folgende Ministcrial-Verordnung zu lesen: „Da das bezeichnete Buch eine höchst brauchbare systematische Darstellung sowohl der allgemein gütigen, wie auch der für die einzelnen Regierungsbezirke erlassenen Bestimmungen über das Volksschnlwesen Bayerns enthält, ist dessen Anschaffung für Schnlbehörden u. s. w. zu empfehlen. Zur Anschaffung aus Regiemitteln wird Ermächtigung ertheilt. vr. v- Landmann." Wahrlich ein schönes Zeugniß! Auch vr. v. Hanck hat in der „Bayerischen Gemeinde- zeitung" das Buch sehr lobend besprochen, wobei besonders „die klare Uebersicht" hervorgehoben wird. „Nach allen Richtungen findet man Aufschluß über sich ergebende Fragen, und ist die Antwort durch Genauigkeit des Sachregisters leichr zu finden." Tarn»; wird das Buch auch „ans's beste" empfohlen. Domkapitnlar vr. Schmitt, ebenfalls Fachmann anf dem Gebiete des Kirchenrechts, weiß als einen Hanptvorzng an diesen; Buche zu loben, „daß sich die 4. Auflage hinsichtlich der Darstellung jener Details, welche gerade in unserer Zeit brennend geworden sind, als eine Leistung darstellt, welche bisher von keiner Veröffentlichung erreicht ist. So sind die Gehalts- und Pcnsions- verhältnissc deS Lehrerpersonals und der Lehrerreliktcn nicht bloß in den einzelnen Kreisen, sondern auch in den 144 größeren Städten mit einer «machenden Sorgfalt dargestellt. wie sonst nirgends. Die Rechte nnd Pflichten, die sich durch die beständige Verbindung von niedern Kirchen- oiensten mit Schuldiensten nach verschiedenen Seiten hin ergeben, sind ganz dem bestehenden Rechte entsprechend zusammengestellt, so daß diese Darstellung als Grundlage aller weiteren Verhandlungen über diesen viel umstrittenen Punkt dienen kann. Ueber diesen Details geht aber der Herausgeber Rechtsfragen durchaus nicht aus dem Wege, wie der Hinweis auf 8 37 S. 100 über die Qualifikation der Katecheten darthut; nur sind solche Rechtsfragen ganz objektiv behandelt. Hervorzuheben ist ferner, daß alle Entscheidungen und Entschließungen der kompetenten Behörden seit dem Erscheinen der dritten Auflage eingefügt sind - dadurch erhält das Buch seine werthvollste Eigenschaft: die Verlässigkeit. Hat man das Buch in einer Frage zu Rathe gezogen, so weiß man, daß einem nichts von Bedeutung entgangen ist." Einen Gedanken können wir uns nicht versagen, hier wiederzugeben, den Dr. Schmitt seiner Recension hinzugefügt hat: Wir begrüßen es mit Befriedigung, daß gerade Geistliche, Dr. Englmann und Dr. Stingl, dieses nicht unschwicrige Gebiet mit solchem Glücke bearbeitet haben, daß mich erprobte Fachmänner ihnen die Anerkennung nicht versagen können. Tibesar B. L., Fr. W. Weber's „Dreizehnlinden". Eine literarische Studie. 8" pp. II 4- 152. Padcr- born. F. Schöningh. 1896. (II.) 1 M. 20 Pf. k Weber's herrliche Dichtung „Dreizehnlinden", die bis seht 71 Auflagen erlebt hat und trotz allen Widerstrebens auch ins Englische und Französische übertragen worden ist (ein Versuch ins Lateinische verlief im Sande), wird in vorliegendem anspruchslosen, aber mit großer Begeisterung geschriebenen Büchlein einer Besprechung unterzogen in der Art, wie dergleichen Meisterwerke der Literatur an unseren Mittelschulen behandelt werden. Zuerst kommt die Inhaltsangabe und Entwickelung der Handlung in übersichtlicher Analyse mit wörtlicher Anführung der bezeichnendsten Stellen: darauf folgen dann allgemeine Erörterungen zum Ganzen mit der Charakteristik der auftretenden Personen. Den Schluß bildet eine ästhetische Betrachtung über die Natur-poesie in „Dreizehnlinden" und über Cultur und Volksleben, ivie es dieses Gedicht widerspiegelt, sowie über Form und Darstellung. Für- Schüler, welche die Dichtung gelesen haben, ist das Buch eine willkommene Gabe zum besseren Verständniß und zur richtigeil Würdigung. ist mit diesem bei uns sehr beliebten Büchlein der „Kinderlegende" von Hattler wieder um ein Stück vermehrt worden. Zum Zwecke der Uebung werden auch Erwachsene sehr gern die leicht und gefällig geschriebenen Geschichtchen lesen, ehe sie der Sprache so weit mächtig sind, um größere und ernstere Bücher mit Nutzen vornehmen zu können. Eine andere Verwendung dürfte die spanische Ausgabe bei uns in Deutschland wohl auch kaum haben. Lru-in "Will., Os rslations iutsr auotoritatsw st lsZ-i- timam sooistatsin potiora inomsnta, ut all oaussm tavti ponäsris acouratius tractsnäaru excitentur optimales. LloAuntias, Rr. Lirobbsim, 1896. 8°, pp. 24. Ll. 0,40. 7 Uölivsata proviäsntiao äivinas circa bominss äis- positicmo autor äicsnäi raticms brsvi ao äiluoiäa äs rs- lations iuter autoritatsm st 1s§itimam socistatem »Asus eruäitoruin aoumiui clitüciilima guasgus nscnon iutrioata xroponit arA-umonta, e. Zr. guanäo potsstas civiiis pro IsAitima babsncka sit, mrm Principes rsZsnäi potsstatsm privat! suris titulo sibi vinäioars xossint, guibus ex oausis xrinoipatus tollatur, guantopsrs multituäo st numsrus contsmni guvat aliagus i<1 §snus. Librorum amatoribus xaKsUas Ouilislmi (rects pro: ^Villiaml) blruüni absgus äubio Z^ratas sinnt. Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums' Nürnberg, 1896. sZ Aus dem reichen Inhalte der vom Direktorium Herallsgegebenen und mit Abbildungen versehenen „Mittheilungen" heben wir hervor: A. Bauch: Ein vergessener Schüler Albrecht Dürers. (Gemeint ist G. Schlenck.) — F. Fuhse: Aus der Plakettensammlung des Germ. Nationalmuseums. — G. v. Besold: Der Meister der Nürnberger Madonna. (Constatirt Moniente zu Gunsten einer Autorschaft Peter Wischers.) — Th. H.: Das Ge- denkbuch des Georg Friedrich Besold, Pfarrers zu Wildenthierbach im Rothenburgischen. (Aus der Zeit des siebenjährigen Krieges.) — K. Schaefer: Albrecht Dürer und der Rahmen des Allerheiligenbildes. — Th. Hampe: Deutsche Pilgerfahrten nach Santiago de Compostella und das Reisetagebuch des Sebald Oertel (1521—22). — Außerdem ist zu erwähnen der von Th. Hampe veröffentlichte Katalog der Gcwebesammlung, illnstrirt, und die Chronik des Museums, der Zuwachs der Sammlungen u. s. w. Kabstti ^1. (s. (I.), Ooinpenäium tbsoIo§ias moralis a äo. k. Our^ (s. ck.) xrimo eonscriptum st äsinäs ab Antonio Balls rini (s. (I.) aänotaticmibus auctum, uuno vsro all broviorsm lormam sx- aratum. 6°, xp. XIV -s- 896. Ratisbonas, I'r. Bustst, 1897. (XIII.) N. 9,60 1i§. -7 Die Moraltheologie des Jesuiteupaters Gury hat trotz aller Mängel sozusagen die Bedeutung eines „Ztanäarä Look" in den Schulen erlangt. Besser als die Bearbeitung von Ballerini oder Dumas ist die vorliegende, vorzüglich ausgestattete Ausgabe von L. Sabetti, Professor in Woodstock; dieselbe bat es in wenigen Jahren zu 13 Auslagen gebracht, ein Beweis ihrer Brauchbarkeit, die besonders durch einen musterhaft gefertigten Index wesentlich erhöht wird. Daß der Verfasser auf amerikanische Verhältnisse besonders Rücksicht nimmt, thut der allgemeinen Verwendbarkeit des Buches keinen Eintrag. Die Anordnung des Stosses ist klar nnd übersichtlich, dre Sprache genau und knapp; überflüssige Auseinandersetzungen, dre nur theoretischen Werth haben könnten, sind vermieden und so der sonst nicht recht genießbare Gury m praktische nnd angenehm lesbare Form gebracht, so daß wir das Buch ohne Bedenken zu den besten Lehrbüchern der Moraltheologie rechnen dürfen. Ilattlor Rrano. (s. I.), Los ninos santos ü Is^enäas infantiles. Odra traänoiäa äsl alsmän por sl k. äsrönimo Rosas (s. I.). 12°, pp. VI -j- 278. Rribui'Ao äs Lris§. (Rsräsr) 1896. (II.) bl. 2,80 Asb. 7 Der treffliche Vorrath von vorzüglich ausgestatteten, correct gedrirckten Büchern in spa'.iischer Sprache, wie wir ihn im Verlag der Herder'schen Buchhandlung begrüßen. Nütter Arn., Altarblumen im Topf und ihre Spezialcultur. Regensburg, Fr. Pustet, 1696- (III.) 8°, XII-j-180 SS. M. 1,40. -> Gar mancher Pfarrer auf dem Lande ist ein eifriger Freund der „scisntia amabilis", und es überkömmt ihn das wohlige Gefühl behaglicher Selbstzufriedenheit, wenn die vorübergehenden Städter den Anbau seines kleinen Gärtchens bewundern. Rütter unterweist den Blumenfreund, wie er seine Liebhaberei in den Dienst der Kirche stellen kann. Und wer sich dies Büchlein, das auch mit 103 Abbildungen ausgestattet ist, fleißig zu Nutzen macht, kann leicht in den Ruf kommen, den Altar des Herrn mit den zarteil Kindern Floras in sinniger und reichlicher Weise zu schmücken. Rütters Handbücher erfreuen sich mit Recht einer großen Beliebtheit bei allen Geistlichen, die Blumen lieben — und wer gehörte nicht dazu? — und die auch die Möglichkeit haben, ihrer Cultur die nöthige Aufmerksamkeit zu widmen. * Zur österlichen Zeit empfiehlt sich für jeden Christen die Lektüre der 32 Seiten starken Broschüre „Das legte Mittel", welche in anschaulicher, ergreifender Form über die Reue, speciell über die „vollkommene Reue", andelt. Diese Abhandlung stammt aus der Feder des ekannten Missionärs L. W. Lerch und erschien bereits in 8. Auflage. Sie ist erhältlich von der Verlags-Buch- druckerei Ambras Opitz in Warnsdors und kostet franco 7 kr., 50 Stück franco sl. 2,50. Mit deren Zusendung wird man namentlich auch kranken und greisen Personen einen großen geistigen Dienst erweisen. Sie bildet zugleich eine , treffliche Vorbereitung auch für Katholiken für den pflicht- > mäßigen österlichen Sakramentsempfang. Verantw. Redacteur: Ad. Haas in Augsburg. — Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg