Der internationale wissenschaftliche Katholiken- Congreß. 8. L. Würzburg. 20. April. Der internationale wissenschaftliche Katholikencongreß, welcher sich alle drei Jahre versammelt, wird vom 16. bis 20. August d. Js. in Freiburg i. d. Schweiz tagen. Die zwei ersten fanden zn Paris (1888 und 1891), der dritte zu Brüssel (1894) statt. Für Paris waren 1600 und 2500 Mitglieder subscribirt, für Brüssel die stattliche Zahl von 2700 angemeldet, welche großentheils zur Versammlung selbst erschienen waren. Die in Druck gelegten wissenschaftlichen Arbeiten der zwei ersten Congresse umfassen zwei starke Octavbände, die des dritten Congresses 160 Mhandlungen in 9 Heften. Für den in Vorbereitung befindlichen vierten Congreß dieses Jahres hat sich eine Mehrung der wissenschaftlichen Arbeiten ergeben, indem deren bereits 200 angemeldet sind. Hingegen ist die Zahl der bis jetzt beigetretenen Mitglieder, welche 1100 beträgt, hinter den früheren Congressen zurückgeblieben. Voraussichtlich werden die Franzosen und Belgier, deren Zahl für Brüssel 1100 bezw. 600 betrug, in dieser großen Zahl nicht beitreten, einmal wegen der relativ weiten Entfernung, sodann wegen des Uebergangs auf deutsches Sprachgebiet, weil für die Verhandlungen und wissenschaftlichen Arbeiten nicht mehr ausschließlich die französische, sondern auch die deutsche und lateinische Sprache zu Grunde gelegt werden. Um so wünschens- werther ist eine stärkere Betheiligung der deutschen Katholiken, deren Gesammtsubscription bet den vorausgehenden zwei Congressen nur 19 und 150 betrug, da eine geringe Mitgliederzahl leicht die kostspielige Drucklegung der zahlreichen eingereichten Arbeiten gefährden könnte. Hoffentlich wird die bloße Anregung genügen, für den Congreß in Freiburg eine größere Mitgltederzahl auch aus unserer Diöecse zu gewinnen, da der Zweck erhaben ist und die Versammlung in Freiburg, am Grabe des vor 300 Jahren verstorbenen scl. Petrus Canisius, des siegreichen Verfechters des katholischen Glaubens in stnrm- bewegter Zeit, stattfindet. Der Beitrag ist ohnedies sehr gering und beträgt für die einzelnen Mitglieder, mögen sie persönlich erscheinen oder nicht, nur 10 Frcs. oder 8 Mk., wofür die gedruckten wissenschaftlichen Abhandlungen aus den verschiedensten Fächern unentgeltlich und portofrei übermittelt werden. Der Hochwürdigste Herr Bischof von Würzburg, welchem die Förderung der Wissenschaft Herzenssache ist, gehörte von Anfang an (seit 1888) zu den Gönnern der Versammlungen. In München war Freiherr v. Hcrtling jederzeit für die Betheiligung am Congresse thätig. Für Freiburg haben sich Diöcesaucomitos gebildet. Wüuschens- werth ist, daß sich nicht bloß aus dem Klerus der einzelnen Diöcesen, sondern auch aus der Laienwclt neue Mitglieder anmelden. Der Adel') und alle wissenschaftlich gebildeten Männer, denen die Bewahrung des von den Voreltern ererbten Glaubens und die Sache der Kirche am Herzen liegt, sollten unter der Zahl der Thcilnehmer nicht fehlen. ') Aus der Diärese Breslan waren für Brüssel (1894) als Mitglieder und Donatoren angemeldet: Fürst Blücher von Wahlstadt und die Grafen von Frankenberg, von Oppersdorf, voll Praschma, von Stillfried-Alcantara, von Strachwitz. Da der Ursprung und Zweck des Vereins noch zu wenig bekannt ist, soll hierüber ein kurzer Bericht folgen, indem wir für eine weitere Orientirnng über die wissenschaftlichen Katholikencongresse zu Paris und Brüssel auf die betreffenden Ausführungen von Professor Dr. Kihn im Mainzer „Katholik", Jahrgang 1891 und 1894, verweisen. Unser Jahrhundert hat das stolze Gebäude der modernen Wissenschaft aufgebaut, theils in der Meinung, theils in der zielbewußten Absicht, den christlichen Glaubenslehren die Grundlage zu entziehen. Aber zahlreiche Katholiken, namentlich hervorragende Apologeten, sind den Gegnern auf dieses Gebiet gefolgt, um die Lebensfähigkeit derselben durch wissenschaftliche Darlegung in Wort und Schrift zu zeigen. Solche Gelehrte, Theologen und Laien, wollten nicht mehr stumme Zeugen der Bestrebungen der Ungläubigen sein, welche das Monopol oder doch die Hegemonie der Wissenschaft beanspruchten. Allein die Anstrengungen einzelner Männer und ihre Schriften konnten die Concurreuz nicht ganz und voll bestehen. Eine viel größere Kraft liegt in den Vereinen und Associationen. Von diesem Gedanken ausgehend, hat eine Gruppe von eifrigen Vertheidigen: des Christenthums im Frühjahr 1885 zu Ronen die Organisation der wissenschaftlich gebildeten Katholiken in allen Ländern der Welt ins Auge gefaßt. Die Frage, in welcher Form sich diese Vereinigung vollziehen sollte, war ungemein schwer und drohte gleich im Anfang zur Uneinigkeit zu führen. Daher entschied man sich für einen Congreß, der nicht etwa nur Gelehrte (äss savantg) umfassen sollte, weil sich in diesem Falle viele wissenschaftlich gebildete Männer aus Bescheidenheit zurückgezogen hätten, sondern er sollte, wie Msgr. d'Hulst, Rektor der katholischen Universität zu Paris, ausführte, ein wissenschaftlicher sein und sich als solcher auf alle Zweige der menschlichen Erkenntniß erstrecken; er sollte katholisch sein, nicht als ob es eine specifisch katholische Wissenschaft gäbe, sondern weil nur Katholiken Mitglieder werden und wissenschaftliche Arbeiten einreichen sollten; endlich auch international, eben weil er katholisch wäre, und weil die Vertheidigung des Glaubens nicht die Aufgabe einer christlichen Nation mit Ausschluß der andern ist. Denn in der ganzen Welt gibt es bei aller politischen und socialen Zerklüftung doch nur zwei große Parteien, nämlich das Christenthum als Träger der geistigen und lebenspendenden Ideen auf der einen und den Atheismus mit seinen zerstörenden Folgen im Privat- und öffentlichen Leben auf der anderen Seite. Auf Grund solcher Erwägungen constituirte sich der OonZrös soioutiki^uo international äas Oatlwliguss. Der Congreß hat sich demgemäß zur Aufgabe gesetzt, die Gelehrten der ganzen katholischen West zu gemeinschaftlicher wissenschaftlichen Arbeit zu vereinigen, um die für das positive Christenthum thätigen Kräfte zu sammeln, durch das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit zu er- mnthigen, die neuen antichristlichen Hypothesen auf ihren Grund zu prüfen und den Vertheidigern der christlichen Religion geeignete Waffen in die Hand zu geben. Das Unternehmen, welches gleich bei seinem Entstehen in der Presse bekämpft wurde, fand die Gutheiße des Heiligen Vaters durch Breve vom 20. Mat 1887. Hier heißt es unter anderem: „Res suseext» vvbis est lionssta ^sr ss et aä uomsu vestruva ätz- eors,; vaclemgu« esse xvtcsb acl gormauam seienti- arnm äi§vitat6M non minus guam aä catliolicas siäci xracsiäium krugikcra.Vcstri okücii doo utiguc xutctis esse, aäiuinenta ciisoiplinarum vestrarum velnt arm» guaeclam ad es tuendam tkrcologiLs mruistrars." Der Papst billigte das ganze Programm, namentlich auch den Satz, daß Glaubenslehren und streng theologische Gegenstände ausgeschlossen sein sollten; denn die göttlichen Dinge seien zu hoch und zn heilig, als daß man sie mit Würde auf einem Kongreß behandeln könne. Auch fehle es manchen Mitgliedern an der nöthigen Autorität, und sollten dieselben sich auf ihrem eigenthümlichen Gebiete bewegen, in der Geschichte und Physik in der Philologie, Mathematik, Kritik :c. Zum ersten Male wurde demzufolge der Congreß vom 8. bis 13. April 1888 in Paris unter der Präsidentschaft des Msgr. Perraud, Bischofs von Antun, Mitglieds der französischen Akademie, abgehalten; der zweite fand ebenda vom 1. bis 6. April 1891 unter dem Vorsitz des gelehrten Bischofs Freppel von Angers, ehemaligen Professors an der Sorbonne, statt. Der dritte versammelte sich in Brüssel vom 9. bis 8. September 1894 unter dem Vorsitze des Cardinais Goossens von Mechcln. Theologen und Laien, Bischöfe und Priester» Männer der verschiedensten Berufszweige, Juristen, Aerzte, Advokaten, besonders Lehrer an Hochschulen, Gymnasien, Seminarien und wissenschaftlichen Instituten nahmen persönlich Theil; andere hatten als Mitglieder ihre Beiträge oder Abhandlungen eingesandt. Hatten die Deutschen auf dem ersten Congreß in Paris (1888) ganz gefehlt, so waren auf dem zweiten Congresse von den 19 subscribirten Mitgliedern aus dem deutschen Reiche (abgesehen von Elsaß- Lothringen) erschienen: die Universitätsprofessoren Dr. Freiherr von Hertling, Dr. Graucrt, Dr. Bach von München, Dr. Hüffer von Breslau, Dr. Kihn von Würz- burg, Dr. Koschwitz von Greifswald. In Brüssel aber waren von den 150 Mitgliedern anwesend: Dompropst Dr. Scheuffgen-Trier, Dompropst und päpstl. Hausprälat Dr. W. Schneider-Paderborn, Neichstagsabgeordneter Dr. Porsch-Breslau, die Professoren Dr. Grauert- München, Dr. von Funk-Tübingen, Dr. Kihn-Würzbnrg, Dr. Clemens Bäumker-Breslau, Pfarrer Dr. Wilhelm Bäumker-Rurich. Außer den Generalversammlungen^) fanden Sectionssitzungen statt, in denen ein großer Theil der Abhandlungen vorgetragen und im Ideenaustausch der Besprechung unterzogen wurde. Im Jahre 1891 gab es sieben, im Jahre 1894 acht Sectionen. In Freiburg hat das Organisationscomitc zehn Sectionen gebildet: 1. Religionswissenschaft; 2. Philosophie; 3. Rechtswissenschaft, Nationalökonomie und Socialwissenschaft; 4. Geschichtswissenschaft; 5. Philologie; 6. Mathematik, Physik und Naturwissenschaft; 7. Biologie; 8. Medizin; 9. Anthropologie; 10. Christliche Kunst. Zur Entgegennahme von Anmeldungen sind die Vorsitzenden der Diöcesancomitcs bereit, die wir hiemit in alphabetischer Reihenfolge angeben: Pros. Dr. Schlccht- Dillingen (für Augsburg), Pros. Dr. H. Weber-Bamberg, Pros. Dr. Bäumker-Breslau, Gcncralvikar Dr. Lüdtke- Pelplin (für Culm), Prälat Dompropst Dr. Pruncr-Eich- stätt, Pros. Dr. Dittrich - Braunsberg (für Ermeland), Se. Gnaden Dr. Knecht, Weihbischof - Freiburg i. Br. . I 2" VrMel hatten sämmtliche belgische Staats- Mllnster ihren Beitritt erklärt und erschienen auch bei den vstentuchen Versammlungen. (Stellvertreter Pros. Dr. Keppler), Domdcchant Pros. Dr. Braun-Fulda, Pros. Dr. I. Ernst-HildesHeim, Sc. Gnaden Dr. H. I. Schwitz, Weihbischof-Köln (Stellvertreter Kanonikus Dr. Hespers), Domcapitular Hilpisch- Limburg, Domcapitular Dr. Raich-Mainz, Chorherr und Regens O. Jeunhomme-Metz, Reichsrath Pros. Freiherr Dr. von Hertling-München, Pros. Dr. I. Pohle-Münster» Pros. Dr. Middendorf-Osnabrück, Prälat Dompropst Dr. Schneider-Paderborn, Pros. Dr. Pell-Passau, Pros. Dr. A. Weber-Regensburg, Pros. Dr. Schütz-Trier, Pros. Dr. von Funk-Tübingen (für Rottenburg a./N.), Dompropst Pfeiffer-Speyer, Regens Dr. Ott-Straßburg, Pros. Dr. Kihn-Würzburg. Da wohl sämmtliche Bischöfe Deutschlands ihren Beitritt zum Congreß in Freiburg erklärt und einige selbst das Ehrenpräsidium ihrer Diöcesancomitcs übernommen haben, läßt sich immerhin noch auf eine recht zahlreiche Betheiligung deutscher Katholiken am IV. Cou- gretz rechnen, b) Streifzüge durch die socialpolitifche Literatur der Renaissance. Von Frz. Jos. Strohmeyer, Benefiziat in Oberstdorf. (Fortsetzung.) Aus derselben Veranlassung und in demselben Geist wie die Dranoo-Oallia geschrieben, entstanden wahrscheinlich zwischen 1574 und 1576 die „Vindiciac contra t^ramuos des angeblichen Ltexdanus drmius Lrutns". Nachdem bis in die neueste Zeit Hubert Laugnet als Verfasser dieser Schrift angesehen worden ist, hat Losten sehr wahrscheinlich gemacht, daß ein Philipp du Plessis- Mornay Verfasser ist. Die Abhandlung setzt die Machtsphäre des Fürsten gegenüber der des Volkes durch Beantwortung von vier Fragen fest: 1. Frage: Sind die Unterthanen zum Gehorsam verpflichtet, wenn der Fürst Befehle gibt, die gegen das Gesetz Gottes verstoßen?^) Die Frage wird auf Grund der hl. Schrift verneint und die Verneinung aber auch allgemein-staatsrechtlich begründet. Von Anfang an besteht ein Vertrag zwischen Gott einer- und König und Volk anderseits. Letztere haben Gott Treue versprochen, das Volk ist an diesen Eid gebunden, auch wenn ihn der König vergißt. 2. Frage: Soll man dem Fürsten Widerstand leisten, wenn er das göttliche Gesetz verletzt und die Kirche Gottes „verheert" (aeclcsiam Dai vastanti, S. 43 st.)? Der Verfasser besaht die Frage, und begründet es biblisch und juristisch. — König und Volk haben Gott ihre Treue gemeinsam gelobt, sie sind also beide, eines sür das andere, verbindlich als „corrci pramirtandi". Beide können sich daher auch gegenseitig verklagen.^) Wer aber soll Widerstand leisten? Nicht die gesummte Volksmenge, zahllos an Häuptern und schwerfällig, sondern die map Stratos d. h. die vom Volke oder auf andere Weise eingesetzten öffentlichen Beamten, und die comitia d. h. die Ständeversammluiigen (S. 63). °) Die katholischen Zeitungen werden um Aufnahme des vorstehenden Artikels gebelen. °') Max Losten in den Sitzungsberichten der königl. baner. Akademie der Wissenschaften zu München 1867. I. Bd. S. 215 st. *") Ausgabe von 1660 S. 1 ff. ") ok. Treitzschke, Hubert Languet's Vinäioiao contra Izn'Liinos, Leipzig 1846, S. 62. 155 Erst wenn diese Führer dem Volke das Zeichen zum Aufstand geben, müssen die Einzelnen folgen. Ohne dieses Zeichen ist ihnen nur passiver Widerstand erlaubt. 3. Frage: Darf man und wie weit darf man dem Fürsten Widerstand leisten, wenn er den Staat bedrückt oder zu Grunde richtet? (S. 102 ff.) Die Erörterung dieser Frage bildet den umfangreichsten und bedeutendsten Theil des Werkes. Und am Schlüsse faßt er die Resultate seiner Ausführungen zusammen: „In summa, ut üuue tauäsm trastatum eousluäamus, priusipss oliZuutur a Oso, coustituuu- tur s, poxulo. 11t sinZuIi priusips iuksriorss suut, ita uuivsrsi, st pudliea lidri sex erschien 1578, in's Lateinische übersetzt 1586. Bluntschli, Geschichte d. neueren Staatswissensch. 1881, S. 32. 156 Wir müssen betonen, daß bei Bodin sich nichts findet von jenem Staatsvertrag, der bei den hugenotüschen Politikern die Grundlage der Beweisführung von der Souveränität des Volkes war. Wenn einmal von ihm gesprochen wird, so geschieht es in einem ganz anderen Sinne: das Volk hat dann durch Uebcrtragung aller Gewalt auf Einen für immer auf die Mitwirkung an der Lenkung des Staats verzichtet. Bodin's Ideal ist aber nicht diese ursprüngliche Art der Monarchie, sondern die Monarchie, an deren Spitze ein unumschränkter König steht. Diese Unumschränktheit versteht er indeß nicht im Sinne von Tyranncnhcrrschaft. Der König steht zwar über dem sogenannten positiven Gesetz, aber nicht über den natürlichen und göttlichen Gesetzen (II, 2, S. 305, II, 3, S. 312 und III, 2). Außerdem ist seine Gewalt beschränkt durch die Staatsgrundgesetze, z. B. das Salische Gesetz (I, 8, S. 139), ebenso durch die Staatsverträgc, die er mit anderen Souveränen und mit seinem Volke abschließt (I, 8, S. 135 f.). Die Verträge seiner Vorgänger bedürfen der Ratifikation der Stände, wenn er an sie gebunden sein soll. Auch über das Eigenthum der Einzelnen hat der legitime Monarch keine Gewalt (I, 8, S. 163), und ebensowenig ist er berechtigt, ohne Einwilligung der Unterthanen das Eigenthum zu besteuern.^) In diesen letzten Erörterungen liegen übrigens so starke Widersprüche zu dem, was vorher von den Befugnissen der Stände gesagt ist, daß Bodin's ganzes System der Einheitlichkeit entbehrt. Nachdem er I, 8, S. 140 ") den Ständen jede Macht abspricht, vindicirt er ihnen wenige Seiten später das Recht der Steuerbewilligung. Man hat versucht, diese und andere Widersprüche aus des Verfassers früherem politischen Leben und den Zeitverhältnissen zu erklären.") Noch auf der Ständeversammlung von Blois (1576) stellt er sich auf die Seite des dritten Standes, und später im Tumult des Bürgerkriegs wird er Vertheidiger der absoluten Gewalt und schreibt fein Werk im direkten Gegensatz zu den Publizisten« die die Volkserhebung zu rechtfertigen suchten. Trotz mehrerer Inkonsequenzen erscheint das besprochene Buch als das bedeutendste staatsrechtliche Werk des 16. Jahrhunderts. Rankes nennt es das „fleißigste, durchdachteste und am meisten anerkannte Werk, welches das Jahrhundert über diesen Gegenstand überhaupt hervorgebracht hat". (Schluß folgt.) Die Tagebücher Platerrs. Die hundertjährige Wiederkehr des Geburtstages von Platen erweckte eine Menge von Festartikeln in Zeitungen und Zeitschriften: die meisten derselben gaben sich den Anschein, als ob Platen im deutschen Volke unvergessen sei — eine fromme Lüge. Der Lyriker Platen ist verschollen; einige Balladen fristen in Schulbüchern und Anthologien ein kümmerliches Dasein, und von den dramatischen Arbeiten des gräflichen Dichters erhielten sich nur die litcrarischen Komödien in der Würdigung der zünftigen Literaturhistoriker. . . Das Säcularfest ist ") Man beachte bier die Anklänge an die Lbartig. Ickbertstls in England von 1215. ") -,nsgn6 vuim nllit ratio probabilis ackckuei potest, car su'ockiti prlnoixibus iinxereut aut pc>xnlar1bn8 comitiis ulla potesta« tribui ckobentN' ") Weill, cl'ds. S. 168 ff. Rarste, ebds. I. Bd. S. 380. verrauscht; Platen verschwindet wieder in der Versenkung. — Von all den Festschriften wird indeß ein Buch sicherlich dauernden Werth behalten: „Die Tagebücher des Grafen A. v. Platen, aus der Handschrift des Dichters herausgegeben von G. von Laub mann und L. von Schefflcr. 1. Band. Cotta 1896." Schon als 16jähriger Page begann Platen em Tagebuch zu führen, das er bis Zu seinem Ende fortsetzte. Als er 1834 nach Italien auf Nimnierwiederkehr abreiste, übergab er die 17 starken Manuskriptbände seiner Lebensanfzeichnungen dem befreundeten Arzte Pfenfer. Nach Platens Tode händigte Pfenfer im Einverständuiß mit der Gräfin Platen die Schatulle mit den Tagebüchern dem Jugendfreund des Dichters, Graf Fugger, zu der beabsichtigten Biographie Platens ein. Aber mitten in der Arbeit starb Fugger. Die Manuskripte kehrten in Pfeufers Hände zurück: erst nach 20 Jahren (1860) gab Pfenfer „Platens Tagebuch 1796 — 1825" heraus, eine Arbeit, die Scheffler mit Recht „die grausamste Verstümmelung des Originaltextes" nennt. Mit diesen beschnittenen Lebensaufzeichnungen war der Oeffentlichkeit nichts gedient: Platens Beurtheilung ward eine noch schiefere als zuvor. „Nur durch . . .den letzten Grad von Aufrichtigkeit kann eine Selbstbiographie interessant werden", erklärt Platen selbst: durch die unverkürzte Herausgabe der Tagebücher haben Lanbmann und Scheffler dem Dichter und der Literatnrgeschichte den größten Dienst erwiesen. „Wenn je etwas Ersprießliches aus meiner Feder floß, oder fließen wird, so sind's diese Diarien," gesteht Platen zu, „die immer einen gewissen Werth behalten, wenn sie auch von dem unbedeutendsten Menschen handeln, da sie aufrichtig sind und seine allmähliche Entwickelung deutlich entfalten. Vielleicht ist keines Menschen Leben ganz uninteressant. . . Ein Leben voll Thorheiten» wie das meine, ist überdies lehrreicher als jedes andere." — Daß Platen selbst hohen Werth auf diese Diarien legt, ersieht man schon daraus, daß er sie von Grund aus im August 1816 einer Revision unterzog. „Mit allen früheren Heften habe ich eine Reform beschlossen. Ich werde sie ganz umbilden, ihnen mehr die Form einer fortlaufenden Erzählung, als eines Diariums geben» und sonach besonders viel von dem wegschneiden, was späterhin ohne Folgen geblieben ist. Das Ganze wird in ungefähr 9—10 Bücher abgetheilt, und ich füge im 1. und 2. Buch noch etwas von meinen Kiuderjahren und denen, die ich im Kadettencorps und als Page verlebte, hinzu, so daß das Ganze zu einer vollständigen Biographie wird." Durch den häßlichen Angriff Heine's in den „Bädern von Lucca" hatte die scandalfrohc Welt ein männliches Gegenstück zur musoula Lrrpxsto erhalten: Platen war schon während seiner Universitätszeit in Würzburg 1819 ein derartiger Vorwurf cntgcgenge- schleudert worden: der Beleidigte legte zu seiner Rechtfertigung nur sein Tagebuch vor — auch heute zerstreut dasselbe alle Anschuldigungen. Zwar sind uns die häufigen Frcnndschastscrgnsse nicht selten widerlich, komisch: vergessen wir aber nicht jene Zeiten und die schwärmerische Anlage des jungen Platen zu berücksichtigen. Wer niemals vor der Wcibcsliebc cxaltirte Freundschaften gepflogen, der werfe den ersten Stein auf ihn. Der Dichter sucht selbst nach einer Erklärung seiner verkehrten Neigung. „Mein Herz fing au, das Bedürfniß inniger Mitgefühle zu empfinden. Ich wollte Liebe . . . Weiber sah ich 157 keine, als jene affektirte Klasse, die nach Hof kam. Sie konnten mich nicht anziehen. So mag es gekommen sein, daß meine erste wärmere Neigung einem Manne galt." Bei der Besprechung des Brandes'scheu Buches „Ueber die Weiber" sagt er offen: „Ich kann es mir nicht zum Vorwurf rechnen, das Ideal eines Menschen immer in meinem eigenen Geschlechte gesucht zu haben; und ich halte diese Neigung um so reiner, je mehr ich einsehe, wie wenig es die der Männer zu den Frauen ist, und wie sie am Ende doch nur auf Befriedigung der Sinne hinausläuft..„Niemals und auf keine Weise hat mir Federigo gemeinsinnliche Triebe erweckt. Aber wenn es bei anderen soweit mit mir kommen sollte! O dann verschlinge mich eher der Abgrund!" . . Im Gegentheil, Platen fühlt sich im Kreise der zügellosen Kameraden angeekelt. „Was die Zufriedenheit, die ich in mir fühle, zuweilen vergällt, ist die zügellose Unsittlichkeit, die ich um mich her sehe. Ich war, mit dem Dichter zu reden, in strenger Pflicht aufgewachsen, unbekannt mit der Welt, und glaube nun ein zweites Gomorrha zu finden. Alle Laster der Unzucht werden bei unserm Stande rühmend zur Schau getragen." Mit Perglas, seinem Jugendfreunde, bricht er den Verkehr ab, weil derselbe sinnlichen Genüssen fröhnt. Platen hatte sich mitten im Kriege ein gottes- fürchtiges Gemüth bewahrt: „Ich ... schwöre Gott Bestrebung nach Heiligung und Tugend, .eifriges Bestreben der Annäherung an ihn, Fleiß und Bernfstreue, Wahrheitsliebe und strenge Sitten, möge er, der himmlische Vater, mir reinen Glauben verleihen und seine Gnade!" — Einen zweiten Fehler, maßlose Dichter-Eitelkeit, verband man bisher schon mit dem bloßen Namen Platen. Die Tagebücher lehren uns das Gegentheil. „Wenn ich gewiß wüßte, daß ich keineswegs zum Dichter geboren ward, würde ich sogleich alle meine Versuche ins Feuer werfen, und weiß ich das nicht fast gewiß? Meine Gedichte gefallen mir selbst nicht, und das ist alles gesagt.„Vielleicht könnte noch etwas aus mir werden, wenn ich mir nicht vorgesetzt hätte, ein Dichter zu werden. Aber dazu werbe ich es nie bringen." . . . „Pont eo gno f'öcrio, vs sollt (zna äss rimos, äos imitations, äos tatnitös amouronsoo sa.v8 vnlour ni esxrlt. Präs raremerit z'z? rainai-tzuo nno xonsas xoetiyuo, cowmo nno ötoilo cle taiblo Ineur, gni xores los nnas." „Ich fürchte, daß ich weder Verstand, noch Geist, noch Talent, noch überhaupt irgend etwas besitze, das über die gemeinsten Menschen erhebt." „Der Entschluß, nichts mehr zu schreiben, und besonders keine Verse mehr, wird immer fester in mir. Ich gewinne dadurch Zeit und Zufriedenheit. Ein großer Dichter- würde ich ja doch nicht geworden sein, und ein mittelmäßiger zu werden, wer wollte diesen Ruhm haben?" Ist das noch der Dichter jener stolzen Grabschrift?? Platen ist überhaupt nicht gegen seine Fehler und Schwächen blind: treue Selbsterkenntnis; schützt ihn davor. „Ich bin stolz, empfindlich, launisch, ich, der ich mich in aller Menschen Stolz, Launen, Empfindungen schmiegen sollte, um nur gelitten zn werden." „Es widerstrebt meiner Natur, ich bin nicht für die Gesellschaft geschaffen. Wo andere sich unterhalten, verzehrt mich eine Langeweile. .. . Was soll aus mir werden, da ich alle Leute vor den Kopf stoße?".. . . „Vielleicht hält mancher meine Verschlossenheit, meine Neigung znr Einsamkeit für Egoismus. . . Sehnsucht nach Liebe erfüllt mein Innerstes. . ." PlatenS unglückliches Naturell ließ ihn auch nicht Freunde erwerben. In der Regel hielt ihn schon vor der ersten Annäherung der Gedanke zurück, dem Freunde „nichts sein zn können" „und endlich ein gewisser Eigensinn, der mir seit meiner Jugend . . . unzertrennlich anhängt und der allem entgegsnstrebt, was meinem Herzen angenehm ist, um sich gleichsam das Recht zu erkaufen, mißmnthig zu sein und zu klagen". Oft auch befriedigte der eine oder andere nicht seine hochgespanntem- Ansprüche. „Ich begegnete ihm . . . sehr kalt und launisch, weil er einige seichte Dinge sagte und mir manches nicht au ihm gefiel". . . Eigenthümlich zeigte er sich auch im Umgang mit Frauen. „Mit Frauen bin ich nur dann gesprächig, wenn ich der einzige Mann unter ihnen bin, vorausgesetzt, daß sie mir nicht ganz fremd sind." Die gelehrten Weiber waren ihm ein Greuel. „Ich für meinen Theil kann nun einmal den gelehrten Weibern nichts abgewinnen, obgleich sie gewöhnlich ihre Gelehrsamkeit in ein angenehmeres Gewand als die Männer zu hüllen wissen, und manche Anlagen sich bei ihnen besser ausbilden als bei uns. Es gibt viele Frauen von ausgebreiteten Kenntnissen, aber gewiß äußerst wenige von tiefen. Die schöne Weiblichkeit geht bei ihnen verloren, sie sind alle gewissermaßen Halb- männer." Im übrigen war er kein Ehefcind: „Ich schätze die Weiber, ich würde mich je eher, je lieber verhciratheu, wenn es mir nur vergönnt wäre.". . . Indeß der Hauptgrund seiner trüben Stimmung lag in dem verfehlten Berufe. Keineswegs wirkliche Neigung zum Soldatcnstaud, sondern rein äußerliche Gründe bestimmten ihn znr militärischen Laufbahn. „Die viele Muße, die Hoffnung, die Welt zu sehen, der Aufenthalt in der Hauptstadt, die mir außer vielen Vortheilen auch noch den einer großen Bibliothek darbietet, alles dies sind Dinge, die meine Neigung bestimmen, Offizier zu werden. Hierzu kommen noch die schlechten Aussichten beim Civil- stande, das mir verhaßte Leben auf Universitäten .... die Furcht vor Provinzstädten und manches andere." Aber schon die militärische Erziehung im Kadcttcuhaus war ihm verhaßt. „Es war uns, wie den Soldaten, Erlaubniß ertheilt, uns über ein Unrecht zu beklagen, aber erst, wenn wir dafür gebüßt hatten. Man wollte uns zeigen, daß die Gewalt herrsche, nicht die Vernunft." Mit der Zeit wurden ihm „die Paraden, die Wachen, der steife Dienst, die steifen Worte, die steife Kleidung zu einer unerträglichen Last: „Die Eigenheit und Individualität wird ohnehin beim Soldatenstande erstickt, und daher kömmt es, daß man auf sovicle gewöhnliche und gcistesnrme Menschen stößt. Sehr oft findet man auch in unserm Stande Leute, die mit imponirenden äußerlichen Eigenschaften ein gemüthloscs Wesen und Mangel an tieferer Bildung vereinigen." Uebcrdics fehlte ihm jeder militärische Geist, wie ihm sein Oberst öfters ins Gesicht schlenderte. So war ihm das Duell „ein rohes Spiel", „als wenn angegriffene Ehre durch Pistolen wieder hergestellt werden könnte". Der demokratische Zug damaliger Zeit hatte auch Platen stark ergriffen. „Wohl uns, daß wenigstens nnser Jahrhnndert mit dem Haß tyrannischer Willkür mehr als eines bezeichnet ist. . . . Die Besseren, die Aufgeklärten im Volke, diese sollten sich zn Schutz und Trutz verbinden. . . . Verschwörung ist das Wort, das uns helfen kann." Er haßt Bonaparte als „einen Verräther, einen Verbrecher, einen Eidbrüchigen, einen Henker der Völker", „den Tyrannen Europas, den Unterdrücker der deutschen Nation". Andcrntheils liebt er die Fürsten überhaupt nicht. Die Ernennung des Kronprinzen Ludwig (I.) zum 158 Oberst ist ihm „eine lächerliche Ceremonie". „Ein Kind, das man zum Obersten macht! Als wenn ein Kind jemals ein Oberst sein könnte! DaS ist einer jener unsinnigen Streiche, deren sich die Fürsten sovicle zu Schulden kommen lassen! Man könnte ja diesen Kindern andere Titel geben, die dem Staat nicht angehörten!.." Als einziges Mittel, der Gährnug, die nach Napoleons Sturz die Völker beherrscht, „eine wohlthätige und vor- theilhafte Richtung zu geben", dünkt ihm „eine repräsentative Verfassung". Mit beredten Worten tritt er für diese Zügelung der monarchischen Willkür ein. Ungern nimmt er Abschied vom Lande seines Ideals, der Schweiz, mit folgenden (bisher angedruckten) Versen: „Noch bin ich hier im Schoß des freien Volks; Doch schon erblickt' ich an den fernen Ufern Die Länder, wo das Königsscepter herrscht. Wo alle sich des Einen Willen fügen Und alles Glück liegt in dem Worte Gunst. Hier ist kein Vornehm, kein Gering, hier sieht Dem Bürger sich der Bürger gegenüber; Und keiner steht so hoch, daß er auf andre Mit stolzem Blick hinunterschanen rann. Und wem die Kraft gegeben ward von Gott, Dem ist kein Weg verschlossen, sie zu zeigen. Und jeder sucht die Stelle, die ihm ziemt. Freimüthig darf die Zunge sich bewegen. Nicht bei der Klugheit fragt sie sorglich an. Wenn sie die'Schätze der Gesinnung öffnet. Hier spendet niemand Gnaden aus als Gott, Und ewig dauert nur die Herrschaft Gottes... Bewegt ruft er beim Anblick der Tellskapelle ' i Vürglen aus: „Wo sind deine Tellskirchen, o Deutschland, wo sind deine Denkmale? ... Wo ist der Mann, denn du den Urheber des freien Standes nennen könntest?" . . . Es leuchtet ein, daß dieser Zwiespalt zwischen freisinniger Ueberzeugung und Drang nach Selbstständigkeit mit all der Rauheit, Eintönigkeit und Unterordnung eines Militär in Plateus Seele heftige Stürme erregen mußte. „Es koste, was es wolle; ich muß mein Schicksal ändern." . . . „Ewig kaun ich nicht in dieser Carriere bleiben. Soviel ist beschlossen," ruft er verzweifelt aus. Die abenteuerlichsten Pläne tauchten in ihm auf. „Ein Gedanke, der mich seit mehreren Tagen stark beschäftigt, ist die Sehnsucht nach — Amerika. . . . Ich habe nichts mehr in meinem Vaterlande zu erwarten, und mein Stand, den ich nicht abschütteln kann, widersteht mir. . . . Ich möchte so gerne mein Glück mir selbst bauen.... Ich muß meine jetzigen Verhältnisse bis auf den Namen abschwören, wenn ich frei sein soll" . . . Damit im Zusammenhang steht ein weiterer Plan. „Oft schon kam mir der Gedanke, ... an einen fremden Ort zu gehen, eines von den edleren Handwerken zu erlernen und so mein Leben stille hinzubringen und in Stille zu beschließen. . . . Sollte ich nicht Geschicklichkeit genug haben, ein Handwerk vollkommen zu erlernen? Und hab' ich das, dann bin ich einig mit mir selbst." ... In einer recht trüben Stunde überfielen ihn sogar Selbstmordgedanken. „Nur ein Mittel ist noch übrig, mich aus diesem Drang zu führen, . . — der Tod. Der Tod, sag' ich, sollte heißen, der Selbstmord. Noch schaudert mir vor dieseni Gedanken, der sich heute zuerst in nur gebildet. . . . Mag der Selbstmord die feigste Handlung auf Erden sein, ich gebe meinen guten Ruf verloren unter den Menschen; was liegt mir daran, wenn ich nicht mehr bin?" . . . Aus all dem Drang befreite ihn endlich der einzig richtige Entschluß, zu dem ihn seine fortgesetzten Studien in Sprachen und Literatur, seine ausgedehnten Entwürfe, sein augeborner Hang zum Lernen führen mußte, nämlich die Universität zu besuchen. — Mit diesem bedeutungsvollen Abschnitt in des Dichters Leben endet der 1. Band der Tagebücher, in denen der Historiker, Pädagog, Psychologe noch genug des Interessanten finden kann. München. vr. Ed. Stempltnger. Esters, Einige Kapitel aus dem Lebe» Philipp Melanchthons.*) H. 8. Auf katholischer Seite sind zu der vierten Säkularfeicr des Geburtstages von Philipp Melanchthon nur einzelne Schriften erschienen, welche naturgemäß mehr eine defensive Stellung einnehmen. Auch Georg Evers, der bekannte Lutherbiograph, hat einen kleinen Beitrag geliefert, der sich mit der Aufgabe befaßt, Melanchthon als Schulmann und Theologen zu zeichnen. Evers verkennt die schwachen Seiten des wetterwendischen Humanisten nicht, aber er bemüht sich, die Ehrlichkeit und Redlichkeit des offiziellen Verfechters des Protestantismus, mehr als historisch zulässig erscheint, zu vertheidigen. (Vergl. S. 60.) Doch weniger dieser Umstand als einzelne Raisonnements des Verfassers gegen das Papstthum drückten uns die Feder in die Hand. So sagt Evers S. 52: „Wenn Melanchthon in Clemens VII. „einen Antichrist" erblickt, so läßt sich das entschuldigen (!?); damit ist nicht gesagt, daß er mit Luther die Institution des Papstthums als die des Antichrists angesehen hätte." Diese Entschuldigung wird jedoch hinfällig durch den richtigen Satz S. 77: „Mochten die derzeitigen Päpste so schlecht und verweltlicht sein, wie sie wollten, das Papstthum war die geordnete kirchliche Obrigkeit." Hinsichtlich des Papstes Clemens VII. (1523 bis 1534)**) äußert sich Evers S. 52 weiterhin: „Was aber Clemens VII. betrifft, so wollte derselbe so wenig als Leo X. eine Reformation der Kirche; sein einziges Bestreben war seine irdische Machtstellung und das Interesse des Hauses Medici. Ich muß bei dem bleiben, was ich hierüber in meinem Luther (6, 106) geäußert habe. Will man gerecht und der Wahrheit gemäß urtheilen, so vergesse man nicht, daß in Rom alles käuflich war." Aber wenn Leo X. eine Reform der Kirche nicht gewollt hat, warum hat er denn sofort nach seiner Thronbesteigung das V. Lateranconcil seines Vorgängers im April 1513 fortgesetzt? Oder war ihm die Reformbulle Lupörnns äisxositionm aräitrio nur eitles Blendwerk für einige fromme Seelen? Hefele sagt über die Wirkungen des V. Lateranconcils: „Ueberhaupt konnte das Concil eben nur Gesetze geben, und es gab deren viele, sehr heilsame; auf seinen Bestimmungen über das Predigtamt und über das Verhältniß der Regulären zu den Bischöfen hat nachher das Concil von Trient weitergebaut; es fehlte aber überhaupt nicht an guten Kirchengesctzen, es fehlte an ihrer Beobachtung und am Vollzug. Die Dekrete unserer Synode stärkten die päpstliche Gewalt und hatten in vielen, zumal in den südlichen Ländern ihre heilsame Wirkung. Freilich vermochten sie die vorhandene revolutionäre Strömung nicht zu beseitigen, die ihre Früchte noch zeitigen sollte. Eine gewaltige Erschütterung mußte die Gemüther erst für eine sittliche Reform reifen machen." (Conciliengesch. 8, 733.) *) Regensburg, Nationale Verlagsanstalt 1697. 86 S *' ) Ueber die Politik dieses Papstes s. Ehses im Hist. Jahrb. der Görresgesellschaft 1W5 u. 1886. 159 Seite 65 findet sich folgende Ausführung: „Luther hat allerdings bezeugt, daß er den „Vorbehalt des Evau- gelii" zur Täuschung der Katholiken gebrauche. Er wollte Gleiches mit Gleichem vergelten, denn er sah auf katholischer Seite nichts als Täuscherei. Der Politik eines Clemens VII. und Paul III. wird auch wohl mir jene Art von Geschichtsdarsiellnug Ehrlichkeit und Treue zusprechen, die um jeden Preis alles, was von den Päpsten geschehen ist, vertheidigen zu müssen glaubt oder zu vertuschen, wegen der bekannten Empfindlichkeit gewisser Kreise. Wenn also die Protestircnden den Päpstlichen Unehrlichkeit vorwarfen, so hatten sie, was die Politik der Mediceer und Farnese betrifft, theilweise recht." Welch ein Widerspruch! Zuerst wird die Politik eines Clemens VII. und Paul III. der Unehrlichkeit sammt und sonders bezichtiget, im Nachsätze sodann wird nur eine theilweise Unehrlichkeit behauptet! Das ganze Echanffement über die beschönigende Darstellung der Papstgeschichte im Hinblick auf die Empfindlichkeit gewisser Kreise erscheint uns dunkel und gewaltsam herbeigezogen. Denn gerade Janssen, der einflußreichste Historiker der Jetztzeit, hat die verhängnihvolle Politik Clemens' VII. gebührend gezeichnet (Gesch. des deutschen Volkes III, 7, 12. Aufl.; An meine Kritiker S. 19; Ein zweites Wort S. 8); auch Hergenröther kam es nicht in den Sinn, den Nepotismus des Papstes Paul III. und überhaupt alle seine Schritte zu rechtfertigen (Kath. Kirche u. christl. Staat, abgekürzte Ausgabe S. 294); aber wenn selbst Leo X., Clemens VII. und Paul III. auf der Höhe eines Alexander III. oder eines Jnnocenz III. gestanden wären, hätte die kirchlich-sociale Empörung des 16. Jahrhunderts unterdrückt oder wenigstens in friedliche Babnen eingelenkt werden können? Wir glauben nicht. Oder war vielleicht Papst Pius IX. schuld an der Unbot- mäßigkeit der sogen. Altkatholikcn nach dem 18. Juli 1870? Auch ohne das Concil wäre der Krankheitsstoff des liberalen Katholicismus vom Leibe der Kirche ausgeschieden worden. Solche Hcilungsprozesse sind jedoch immer mit tiefgehenden Krisen verbunden. Welche Freiheit des Urtheils und der Darstellung, wenn die geschichtliche Wahrheit es erheischt, gerade katholischen Historikern ermöglichet ist, dafür liefert Pastors monumentales Werk über die Geschichte der Päpste seit Ausgang des Mittclaltcrs den schlagendsten Beweis. Welcher protestantische Forscher hat je so vornrtheilssrei über Luther sich ausgesprochen, wie der Katholik Pastor über Alexander VI.? Leo XI il., unter dessen Augen der große Schüler JausscnS gearbeitet hat, war weit entfernt, seinen Quellenstudien in den vatikanischen Archiven Einhalt zu gebieten. Wenn manchesmal kleinliche Geister glauben, der Kirche einen Dienst zu erweisen durch Verschleierung geschichtlicher Vorkommnisse im Leben der Päpste, der Bischöfe, der Priester, so zeigt ein solches Vorgehen wenig dogmatisches Verständnis; für das Wesen der Kirme. Denn gerade der Fortbestand derselben bei allen menschlichen Fehlern und Gebrechen in Haupt und Gliedern seit 18 Jahrhunderten ist für den denkenden Historiker der offenkundigste Erweis, daß die kmhol. Kirche nicht das Werk der Politik oder psäsfischer Verschmitztheit sei, sondern Gottes Werk. Wenn sich jedoch EverS S. 67 aus Janssen beruft, um die feindselige Stellung des Papstes'Paul III. gegen den Kaiser Karl V. und die Hinneigung des päpstlichen Stuhles zu den Protestanten zu erweisen, so hat er einen entscheidenden Zwischensatz des Frankfurter Historikers über- sehen. Wenigstens nach der mir vorliegenden 12. Aufl. Bd. III, S. 613 (bei Evers ist citirt III, 600, 601) lautet die fragliche Stelle folgendermaßen: „Der Papst war viel zu sehr auf die Erhöhung seiner Familie bedacht; seine Unzufriedenheit über die Dinge in Italien und die Führung des Krieges in Deutschland (1547) wurde so groß, daß er, wenn man den Berichten des französischen Gesandten Du Morticr trauen darf, über den Widerstand sich freute, den der Kaiser von Seite der Protestircnden fand, selbst sogar für eine Unterstützung der letzteren sich anssprach." Aber hätte Paul III. gar kein Verständniß für die Nothwendigkeit der kirchlichen Reform besessen, so hätte er wohl leichthin Gründe finden können, die Eröffnung des Concils zu Trient im Dezember 1545 zu vertagen. — Dogmatisch unzulässig erscheint S. 68 die Auslassung, daß die Lehre von der Wandlung im Abendmahle ver- hältnißmäßig jungen Datums sei, während bei den Alexandrinern sich der zwinglischen Lehre ähnliche Auffassungen finden. Denn das Concil von Trient spricht in klaren und unzweideutigen Worten die Ueberzeugung aller Jahrhunderte aus, daß Christus selbst dieses erhabene Geheimniß seiner wirklichen Gegenwart in den Gestalten von Brod und Wein beim letzten Abendmahle eingesetzt habe, als er seinen Aposteln seinen eigenen Leib und sein kostbares Blut darreichte. Mag auch der Name Transsubstantiation sich in den inspirirten Büchern nicht vorfinden, die Sache selbst ist in den Einsetznngs- worten klar gegeben (Loss. XIII, oax. 1, 4 orm. 1, 4). Recensionen und Notizen. Ausgewählte pädagogischeSchriften desDefi- der ins Erasmus. Herausgegeben von Dr. D. Neichling. Johannes Ludovikus Vives. pädagogische Schriften. Herausgegeben von Dr. Fr. Kapser. Freiburg. Herder 1896. XXXVI. 436. (Bibliothek der katholischen Pädagogik. VIII.) 5 M.; gebd. 6 M. 80 Pfg. Dieser inhaltreiche VIII. Band der Bibliothek für katholische Pädagogik bringt das Lebensbild und die bedeutsamsten pädagogischen Schriften der zwei hervorragendsten Geister und Bahnbrecher im Zeitalter des Humanismus: Erasmus und Vives. Gleich von vornherein sei es gesagt: Das ganze Werk ist eine nicht mehr zu übersehende Arbeit für die Werthschätzung der beiden Männer und in Bezug auf Vives geradezu die Abtragung einer Ehrenschuld. Es ist Thatsache, daß der Zauber der Person wie das Parteileben der Zeit gar oft das kritische Auge für die Bedeutung großer Männer trübt. Auch Erasmus und Vives weisen diese Erscheinung auf, allerdinas in sehr entgegengesetzter Richtung. Während vor Erasmus als dem „unsterblichen Genie", als dem „Licht der Welt" die Mit- und Rammelt lauge Zeit förmlich in Änderung niedersank, blieb Vives, obwohl er au wissenschaftlicher Erudition einem Erasmus nur wenig nachstand, an ! grundlegender Bedeutung aber für einen methodischen i Betrieb der Wissenschaften und für die Jndicnst- ! stellung des Unterrichtes zu den Aufgaben der ! Erziehung ihn zweifellos übertrifft, „bis in die letzten i Jahre hinein — speciell im katholischen Deutschland — j fast gänzlich unbekannt". Wir dürfen darum das Werk > einen Act der ausgleichenden Gerechtigkeit nennen. — s Was nun speciell die Schrift über Erasmus betrifft, so geht der Verfasser Schritt für Schritt dem unsteten Wanderleben des großen Gelehrten nach, wobei er Zug um Zug aus seinen Schriften fein Charakterbild aushebt. Er kommt dabei, vielfach gestützt auf Janssen 2. Band, zu einem Ergebniß, das der durch die Jahrhunderte traditionellen Anschauung freilich nur zum Theil entspricht: Erasmus ist „nichts weniger als ein großartig angelegter Charakter", „auf keinem Gebiet ein bahnbrechendes 160 Genie"; aber als ganz „ungewöhnliches Talent" vereinigt er in sich wie in einem Brennpunkt fast das ganze Wissen der damaligen Zeit. „was ihm für immer die erste Stelle in der Geschichte der Wiederbelebung der antiken Wissenschaften sichert". In pädagogischer Hinsicht beschränkt sich nach Neichling des Erasmus Ruhm ans das Sammeln aller diesbezüglichen „Leistungen der vorausgegangenen Zeiten", sowie aus die Keimbilbung zu den „wichtigsten Reformen der neueren Zeit in überraschender Vollständigkeit, während das „religiöse Moment sehr in den Hintergrund tritt oder doch vielfach in Aeußerlich- keiten verläuft". Mag dieses Urtheil auch, zumal im Hinblick auf die Jahrhunderte lange, übertriebene Ver- himmelung des Erasmus, etwas bitter klingen, es ist die reife Frucht gewissenhaften Studiums seiner Werke. Zur Erhärtung der ausgehobenen pädagogischen und didaktischen Anschauungen folgen dann in Uebersetzung die beiden Schriften: „Ueber die Nothwendigkeit einer frühzeitigen Unterweisung der Knaben" (Seite 45—101) und „Ueber die Methode oes Studiums" (S. 102—119). Die beiden Abhandlungen, besonders aber die letztere, verdienten wegen der zahlreichen allgemeinen und speciellen Bemerkungen eine Veröffentlichung und verdienen Beachtung auch noch in unseren Tagen. — Die einleitende Biographie und Charakteristik des Vives war zweifellos eine Arbeit angenehmerer Art als die über Erasmus. vr. Kayser fand in Vives einen durchaus edlen und ganzen Charakter, der seinem Leben und Handeln in all- weg seine innere Ueberzeugung aufprägte, so daß bei freiem Blick eine derartige Verkennung desselben nicht möglich gewesen wäre. Dementsprechend ist auch die Charakterzeichnung mit aller Liebe ausgeführt. Vives besaß einen universellen Geist, der ihn zu einer „der glänzendsten Erscheinungen in der Geschichte des menschlichen Geistes macht". Aber bei alle dem blieb Vives „ein treuer und demüthiger Sohn seiner Kirche", ein sprechender Beweis gegen die Behauptung, daß der Humanismus mit innerer Nothwendigkeit seine Anhänger in einen Gegensatz zur Kirche bringen mußte. Seine literarische Thätigkeit erstreckt sich auf fast alle Gebiete, und in seinem Hauptwerk „vs äisoixlinis" gibt er — also am Anfang des 16. Jahrhunderts! — eine förmliche Encyklopädie der Wissenschaften. Sein Hauptverdienst aber in diesem ivie in der Mehrzahl seiner übrigen Werke und die Hauptbedeutung seines Lebens übcrhaiipt liegt in einem bis dabin unbekannten, streng systematischen Aufbau der Didaktik und Pädagogik. Fast sämmtliche Principien der neuern Pädagogik, die man bisher immer späteren Jahrhunderten zugeschrieben hat, finden sich bei Vives und sind mit Verschweigung seines Namens von ihm entlehnt worden, vr. Kayser nennt ihn darum mit Recht „den Begründer der neueren Pädagogik". Dabei ist sein System nicht erii Erzeugniß bloßen Spekulrrens, sondern es ruht aus der festen Grundlage eigener Erfahrung und Beobachtung. — Von seinen pädagogischen Schriften hat Dr. Kayser übersetzt: 1) „Ueber den Unterricht in den Wissenschaften" (des oben genannten Hauptwerkes 2. Theil in 5 Büchern, S. 180—339); 2) „Ueber den Lebenswandel und die sittlichen Grundsätze des Gelehrten" (S. 340 bis 260), ein in seiner Art vielleicht einziges Schriftchen; 3) „Die Erziehung der christlichen Frau" (S. 361—414); 4) „Lehrpläne für das Studium der Knaben" (S. 415—426). Die Lectüre dieses Schriftstellers läßt sich mit keinen besseren Worten empfehlen, als sie Wychgram gebrauchte: er „sei des Studiums werth wie wenige". — Dem ganzen Werk ist eine kurze, aber treffliche, allgemeine Einleitung vorausgeschickt, die sich über den Unterrichtsbetrieb im Mittclalter, über das mittelalterliche Latein und über die Bestrebungen und Verdienste des älteren Humanismus verbreitet. Ein umfassendes Personen- und Sachregister (9 S.) vervollständigt die Verwendbarkeit des prächtigen Werkes. Durner. Der heilige Fidelis von Sia marin gen. Erstlingsmartyrer des Kapnzinerorbens und der vonsrsAatio äs propaA'anäs tiäs. Ein Lebens- und Zeitbild aus dem 16. und 17. Jahrh. Nach Quellen bearbeitet von 1?. Ferdinand della Scala. Mainz, Kirchheim. 8', 307 S.. 20 Bilder. M. 3. * Am 24. April, schreiben die Bollandisten, feiert man das Fest des hl. Fidelis von Sigmaringen aus dem Kapuzinerorden, der 1622 zu Seewis in Graubünden von den Häretikern, welche er zum wahren Glauben zurückzuführen suchte, ermordet ward. Nach Lucian von Mon- tavon, Angelus Maria von Rossi und manchen Andern hat es U. ?. Ferdinand della Scala unternommen, das Leben des glorreichen Märtyrers zn schreiben. Gleich in der Vorrede zeigt er sich als gut unterrichteten und gewissenhaften Biographen. „Der hl. Fidelis", sagt er, „gehört seinem Leben und Wirken nach der Geschichte an. Beobachten wir demgemäß in Allem, was ihn betrifft, das Verfahren der wahren Geschichtsschreiber und nehmen wir nicht, um den frommen Sinn der Gläubigen zu erbauen, Thatsachen an, welche zuverlässige Dokumente niemals berichtet haben." Es zeigt sich eine große Umsicht und Klugheit im Gebrauche, den der Verfasser von den fast unmittelbar nach dem Tode des Heiligen eingeleiteten Processen macht. Um den Leser von der Wirklichkeit eines Vorganges zu überzeugen, genügt nicht der Nachweis, daß er in den Proceßakten berichtet wird; es muß auch der Zeuge, welcher die Thatsache behauptet, sich durch sein Wissen und seine Wahrheitsliebe empfehlen. Das entgeht dem della Scala nicht, er weiß je nach dem Stoffe seirre Zeugen auszuwählen. Sollte es hier nicht am Platze sein, jenen Autoren, welche sich derartiger Dokumente bedienen, den Rath zn ertheilen, im Vorworte die Zeugen aufzuführen, welche sie im Verlauf der Arbeit zu citiren gedenken, indem sie für jeden von ihnen die Eigenschaft angeben, welche seinen Behauptungen mehr oder weniger Werth verleiht? So würde man den Leser an den Werth des Zeugnisses erinnern und ihm die Controlle erleichtern. So oft ihm dann im Texte oder in den Fußnoten der Name eines Zeugen begegnen würde, könnte er die Vorrede zu Rathe ziehen und unmittelbar ersehen, ob im vorliegenden Falle der Zeuge Glauben verdiene. Der neue Biograph des hl. Fidelis ist übrigens ebenso gilt unterrichtet, als er in der Verwerthung der Quellen behutsam ist. Die in seiner Vorrede befindliche Aufzählung der Aktenstücke, die er zu Rath gezogen, der Archive, die er erforscht, der Personen, bei denen er sich erkundiget hat, zeigt deutlich, daß er keilte Mühe gespart und alle Schritte gethan, um zu genauer Kenntniß der Thatsachen zu gelangen. (Im Anhang veröffentlicht ?. della Scala verschiedene. noch unedirte Aktenstücke, die wichtigsten sind einige Briefe und Predigten des Heiligen.) Auch die der storia postbuma gewidmeten Kapitel sind reich an Einzelheiten, oie Illustrationen, welche den Text zieren, sind gut gewählt und dem Stoffe selbst entnommen. Mit einem Wort. wir haben hier eine gute und solide hagiographische Arbeit, ^.ualscta Lollanäiana, tom. XV, p. 111 — 112, Brüssel 1696. Linzer theol.-praktische Quartalschrift. Jahrgang 1897. Expedition: Linz, Stifterstraße Nr. 7. Preis pr. Jahr 7 M. Inhalt des 2. Heftes: Ein neues Beispiel von mißglückten! Eifer. Von k. A. M. Weiß O. kr., Uni- versitäts-Profeffor in Freiburg (Schweiz). — Praktische Bemerkungen über Generalbeichten und deren Abnahme. Von vr. Jakob Schmitt, Domeapitular zu Freiburg (Brcisgau). Zweiter Artikel. — Die Muttergottes - Feste und ihre Verherrlichung durch die christliche Kunst. Von vr. Heinrich Samson, Vicar in Darfeld (Westfalen). — Die heiligen Gräber in der Charwoche. Von k. Georg Schober V. 8». R-, Consultor der heiligen Ritencongre- gation in Rom. — Die Berufung der allgemeinen Concilien deS Alterthums. Von Domeapitular vr. Mathias Höhler in Limburg a. d. Lahn. — Nachklänge zur Miß Vaughan-Frage. Von v. Hilarin Felder O. Lector s. tüsol., Freiburg (Schweiz). Zweiter Artikel. — „Christenthum und Nationalismus." Eine zeitgemäße Studie von k. Robert Äreitschopf 0. 8. L. -- Pastoral - Fragen und -Fälle: Feuerversicherung und Brandstiftung. Von v. Augnstin Lehm kühl 8. ck. in Exaeten (Holland). — Unbefugtes Geschenk einer Klosterfrau. Von k. Johann Sch wienbacher O. 88. U., Provincial in Wien. — Versprechen. Von Jakob Linden 3. in Blyenbeek (Holland) ,l. s. w. I - Verautiv. Redacteur: Ad. Haas in Augsburg. — Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg