n,-. 35 W Allgsmirger FüjizmUg. 26. Juni 1897. » Zur jüngst erschienenen Schrift Nector Or. Schells. Wenn irgendwo strengste Gerechtigkeit, edelste Wahrheitsliebe, leidenschaftsloseste Nnhe und sorgfältigste Vorsicht und Umsicht nothwendig sind, so sind sie es im Kreise der Vertreter der Kirche, wenn es gilt, wichtige Fragen des kirchlichen Lebens und Wirkens zu besprechen, vorhandene Uebelstände zu beurtheilen und ihre Ursachen zu erforschen, die Mittel zur Abhilfe anzugeben und überhaupt Grundsätze und Wegweiser aufzustellen, nach denen sich die Thätigkeit der Kirche und die Arbeit der Katholiken richten muß, um unter den gegebenen Zeitverhältnissen die Aufgaben des Reiches Gottes auf Erden am vollkommensten zu verwirklichen. Und es ist kaum unnütz, zu den bezeichneten Forderungen noch diese hinzuzufügen, daß die Erörterungen und daraus entstehenden Kämpfe der Meinungen immer von den zwei großen Gedanken beherrscht sein müssen: dem der gegenseitigen Liebe und Achtung, 'und dem des gemeinsamen Zieles, welches besteht in dem Blühen der Kirche Christi, der wir alle als untrennbare Glieder Eines Leibes angehören. In diesem Geiste müssen die Fragen behandelt werden, welche Gegenstand der Schrift des derzeitigen Rectors der Universität Würzbnrg, vr. Herm. Schell, über den „Katholicismus als Princip des Fortschritts" sind, und welche ohne Zweifel sehr tief in das kirchliche Leben eingreifen. Was müssen wir thun, damit der Katholicismus in Deutschland gegenüber dem Protestantismus jene geistige Macht, zu der er innerlich fähig ist, immer auch äußerlich entfalte; damit er, wie es seine göttliche Aufgabe erfordert, sich die gebildeten Kreise des Volkes bewahre; damit die katholische Wissenschaft und Bildung jenen siegreichen Fortschritt vollziehe, zu dem sie in ihren ewig fruchtbaren Principien die volle Kraft besitzt; damit das kirchliche Leben innerlich und äußerlich fortgebildet werde und dadurch der fortschreitenden Zeit gewachsen bleibe; damit der wirkliche, concrete Zustand des Katholicismus dem von Gott gegebenen Ideale des einen wahren Christenthums menschenmöglich nahekomme? — das sind offenbar sehr wichtige, vielleicht Lebensfragen für die katholische Kirche in Deutschland. So dankbar man nun aus diesen Gründen demjenigen hätte sein müssen, der zur rechten Zeit auf die Wichtigkeit dieser Gedanken hinwies und sie nach Form und Inhalt glücklich besprach, so sehr ist es zu bedauern, daß die Schrift des hochgeachteten Mannes wegen Jn- opportunität ihres Erscheinens und ihrer Form und nicht geringer Mängel ihres Inhaltes bei den Katholiken Deutschlands jene Aufnahme nicht finden konnte, welche »ie Sache, der sie gewidmet ist, verdient hätte. Inopportun ist das Erscheinen der Schrift gewesen, weil sie nach den Worten der Einleitung moti- virt erschien durch die Enthüllung des Taxil'schen Betruges, und weil sie zu einer Zeit allgemeine Desidcrien öffentlich geltend macht, wo dergleichen, mit Ausnahme des numerischen Zurückbleibens der Katholiken in dem Besitze der Hoch- und Mittelschulbildung, gar nicht fühlbar sind, und die fühlbaren Ucbelstände nur partikulären Charakter haben. Inopportun oder unglücklich gewählt ist die Form der Schrift dadurch, daß in ihr sehr verschiedenartige Wünsche in gleicher Form behandelt und Dinge, die vor ganz verschiedene, getrennte Fora gehören, gleichmäßig dem großen, gemischten Publikum vorgelegt werden. Ein Theil des Inhalts ist derart, daß die gegebenen Anregungen nur bei dem deutschen Episkopate ihren Ori finden könnten, da nur diesem die Entscheidung der betreffenden Fragen, z. B. über die geeignetste Weise der Heranbildung des Klerus, und die Ausführung der angedeuteten Vorschläge zusteht. Ein anderer Theil der Anregungen betrifft die Pflege der Wissenschaft in kathol. Kreisen und hätte in der Vereinigung der kathol. Gelehrten Deutschlands vorgebracht werden müssen. Ein dritter Theil ist pastoreller Natur und oft so heikler Art, daß er nur in einer solchen Form ohne Anstoß hingenommen werden könnte, in welcher er in erster Linie oder fast ausschließlich dem Klerus dargeboten würde. Ein anderer Theil ist Polemik gegen protestantische Gegner und deßhalb schwer vereinbar mit den zuvor bezeichneten Elementen der Schrift. Erst ein fünfter Theil enthält Anregungen für das katholische Publikum und die Presse, und nur dieser paßte in eine dem ganzen Publikum vorgelegte Broschüre. Aus diesen Gründen fand sich vielleicht der größte Theil der katholischen Leser, so sehr er die Schrift unter anderen Umständen freudig begrüßt hätte, peinlich davon berührt. Der Inhalt besteht aus zwei verschiedenartigen Elementen: er umfaßt einerseits den Hinweis auf vorhandene Uebelstände, welche das Gedeihen des Katholicismus hemmen, andererseits Grundsätze und Winke, welche der Beseitigung dieser Hindernisse und dem Fortschritt des Katholicismus dienen sollen. Mit Absicht halten wir diese beiden Elemente der Schrift Dr. Schells nachdrücklich auseinander, denn nicht leicht wird man eine Schrift finden, wo sich so sehr die Mahnung aufdrängt: Hui bena äistiuZuit, bong äoost — bans zuckiaat. So dankbar jeder besonnene Katholik die Winke und Mahnungen begrüßen wird, die hier für verschiedene Gebiete des katholischen Wirkens gegeben werden, so bedauerlich ist andererseits die Entstellung des Bildes, welches vom Katholicismus Deutschlands entworfen wird. 1. Schell geht aus von der wissenschaftlichen „Jn- feriorität" der Katholiken Deutschlands. Für die Thatsache, welche er damit bezeichnen will, ist nun aber das Wort „Jnferiorität" ganz und gar unglücklich gewählt. Es läßt Jeden, der es liest, an ein qualitatives Zurückstehen in der Wissenschaft, bezw. in der höheren Bildung denken (statt „geistiger Jnferiorität" in der 1. Auflage sagt Schell in der 3. Auflage „wissenschaftliche"). Derart liegt aber die Thatsache nicht: sie besteht in einem numerischen Zurückstehen der Katholiken gegenüber den Nichtkatholiken in dem Antheil au der Wissenschaft und an dem Besuche der Hoch- und Mittelschulen. Die Bezeichnung Schells ist also irreführend, den Andersgläubigen gegenüber compromittircnd, für die Katholiken beleidigend. Doch jene Thatsache besteht. Was aber die Erklärung derselben, die Gründe, worauf sie zurückgeführt werden muß, betrifft, so hat Freiherr v. Hertling dieselben in seiner Rede zu Konstanz auf der Versammlung der Görresgesellschaft auf Grund reiflicher Ueberlegung und feiner Beobachtung in sehr befriedigender, wahrheitsgemäßer Weise dargestellt. Demgegenüber erscheint das, was Rector Dr. Schell beibringt» nicht so glücklich. 246 Als einen Grund für jene Thatsache gibt er an, daß „auf katholischer Seite" — nicht in Folge der Principien des Katholicismus, sondern in Folge fehlerhaften Verfahrens seiner Vertreter — „die religiöse Inanspruchnahme der eigenen Vernunft und Persönlichkeit allzusehr zurückgedrängt, auf einfach bereitwillige Hinnahme und gehorsame Ausführung herabgesetzt werde," daß sich in Folge dessen gerade die Gebildeten, die größeres Bedürfniß nach Selbstständigkeit und Sclbstbethätlgung auch in Sachen der Religion haben, im Katholicismus minder befriedigt fühlen sollen. Aber könnte dies — zugegeben, daß es wahr wäre — die Thatsache des numerischen Zurückbleibens der Katholiken im Antheil an der höheren Bildung auch nur zu einem Theile erklären? Nein. Läßt denn der katholische Beamte, der katholische Gelehrte, der katholische Offizier etwa deßhalb, weil er sich in der katholischen Religion nicht ganz befriedigt fühlt» seine Söhne nicht studiren? Es ließe sich gewiß nachweisen, daß diese Kreise dort, wo sie die Gelegenheit haben, ihre Söhne in ebenso großer Zahl an die Mittel- und Hochschulen senden, wie ihre nichtkatholischen Standesgenosfen. Oder gelingt etwa den Söhnen gebildeter Katholiken deßhalb das Studium weniger, und finden sie nach der Vollendung desselben deßhalb keine so gute Carriere, weil ihre Persönlichkeit in dem religiösen Leben weniger in Anspruch genommen wird? Jedermann sieht, wie absurd solche Aufstellungen wären. Das einzige Wahre im Satze Schells ist dies, daß unter der gemachten Voraussetzung viele gebildete Katholiken ihrer Religion nicht mit Liebe anhangen, wenig oder nichts für sie wirken und ihre Interessen in den höheren Kreisen nicht vertreten, ja ihr leicht untren werden würden. Das Letztere ist nun allerdings auch Thatsache, und zwar eine viel schmerzlichere als das numerische Zurückstehen im Antheil an der höheren Bildung. Aber dies sind zwei sehr verschiedenartige Thatsachen, die auch aus verschiedenen Gründen zu erklären sind. Wenn die Gebildeten nicht jene Befriedigung in der katholischen Religion fänden, welche ihrem Streben nach geistiger Selbstbethätigung entsprechen würde, so würde das allerdings ein Erkläruugsgrund für die Thatsache sein, daß so viele gebildete Katholiken dem katholischen Glauben und Leben entfremdet oder doch lau und gleich- giltig in der Vertheidigung ihrer Religion werden. Aber vor Allem stellen wir die Frage: Reichen denn die übrigen thatsächlichen Faktoren der Vergangenheit und Gegenwart nicht aus, um die bedauerliche Thatsache des Lau- und Untreuwerdens vieler gebildeten Katholiken bis auf einen verschwindend kleinen Rest zu erklären? Die niederziehende Schwerkraft der menschlichen Neigungen, der Stolz und die Liebe zur Ungebundenheit im Innern der Herzen; der Umsturz des Jahres 1848, der den ganzen Zeitgeist in ein Bett lenkte, das von Frömmigkeit und Ehrfurcht stetig hinwegführt; die äußeren Erfolge des Protestantismus, der Staatsgewalt und der profanen Wissenschaften seit vier Dezennien; der Kampf der deutschen und österreichischen Neichsregierung und der deutschen Landesregierungen gegen die katholische Lehre und die katholischen Sitten; die principielle Berufung von Nichtkatholiken oder nicht entschiedenen Katholiken an die Hochschulen, die Begünstigung dieser Kategorien in den Beamten- und Professorenstellen; der Principal der anti- katholischen Zeitungen und die Ueberfülle der antikathol- ischen Literatur überhaupt — und wir haben hier nicht Alles aufgezählt — mußte das nicht Alles die gebildeten Katholiken hinüber locken, treiben, ziehen, drängen? Doch wir gestehen zu, daß auch Fehler der Katholiken zu dieser Erscheinung beigetragen haben; Fehler, die sie zum Theile selbst längst bemerkt haben, die zum Theil auch minder beachtet worden sind, die wir aber alle nach Kräften bekämpfen müssen. Da wären gewiß alle Katholiken Herrn Rector lir. Schell dankbar für Aufdeckung aller Hemmnisse und für weise Rathschläge zu ihrer Beseitigung. Aber gerade hier ist's, wo wir das Bild, welches Schell von dem gegenwärtigen Zustand und Wirken des Katholicismus in Deutschland entwirft, nicht zutreffend finden können. 2. Als einen Hauptfehler bezeichnet Schell die unter der geistigen Führung des Jesuitenordens vor sich gegangene antiprotestantische Entwicklung der Theologie und des privaten Cultus; doch unterscheidet Schell selbst die geistige Führung des Jesuitenordens als ein besonderes Hinderniß für das Gedeihen des Katholicismus von der „antiprotestantischen Entwicklung"; so daß es passend ist, beide Klagen getrennt zu besprechen. Antiprotestantische Entwicklung! Volles Recht hak Schell, wenn er betont, daß dieselbe vermieden werden muß, und Winke gibt, die vor derartigen Fehlgriffen warnen. Indem man gegen einen Irrthum kämpft, kann es einem begegnen, daß man unvermerkt ins andere Extrem verfällt und so die Mitte, in der die Wahrheit liegt, verläßt. So ist es im Kampf gegen den Nestorianis- mus jenen ergangen, welche die Union der Naturen vertheidigten, und darob in das Extrem des Monophysitismus fielen; so sind unbesonnene Bestreiter des Pelagianismus in den Irrthum der Prädestinatianer verfallen. So könnte es auch einem katholischen Theologen ergehen, daß er im unbesonnenen Kampfe gegen die Lola-Loriptura-Lehre der Protestanten in das Extrem der Loln-Draäitio-Lehre fiele; daß er in der Vertheidigung der positiven und objectiven Glaubensnorm gegen den Subjektivismus der protestantischen Lehre die subjektive Betheiligung der Vernunft am Zustandekommen und an der Bewahrung des Offenbarungsglanbens übersähe; daß er, die Stellung der Heiligen Gottes in der Gnadenordnung vertheidigend, ihre Bedeutung im Erlösungsplane übertriebe; so könnte es auch in der Praxis geschehen, daß mancher Bischof, Orden, Priester, Gläubige, um die falsche protestantische Handlungsweise, in der Vernachlässigung der Heiligen Gottes, in der Trennung von Rom, im übertriebenen Nationalismus und Nationalismus, sicher zu vermeiden, in der entgegengesetzten Richtung mehr thun würde, als gut und heilsam ist. Und Jedermann wird den loben, der znr rechten Zeit vor solchen Fehlgriffen warnt und daran erinnert» daß die Wahrheit, wie auch die rechte Praxis, nur in der Mitte liegen kann, daß jedes Extrem in Sachen der Lehre Irrthum, in Sachen des Lebens gefährlich ist, letzteres mit jenen Beschränkungen verstanden, die sich aus der Natur der Sache sowie aus den Umständen ergeben. Aber wie und wo sind denn jene und ähnliche Fehlgriffe begangen worden? Schell spricht von einer antiprotestantischen Entwicklung der Theologie und des Privat- cultus als wie von einer Thatsache. Was soll das sein? wo ist das zu finden? Welcher Theologe hat denn jemals „wenigstens verhüllt die praktische Folgerung gezogen, daß es für den Katholiken gar keiner persönlichen Gewissens- prüfnng der Dinge bedürfe, auf die er sein ewiges Heil stellen soll, daß ihm der unfehlbare Papst diese Sorge 247 von vornherein abnehme" ? Wo hat denn Schell die Neigung unter Katholiken gefunden, im Protestantismus „überall gleich Satauismus zu wittern" und Alles tm jenseitigen Lager zu verschlechtern? Wir geben zu, daß es, wie überall, so auch unter uns Katholiken Männer gibt von minder tiefer Auffassung, minder starker Urtheilskraft, minder weitem Gesichtskreis, minder feinem Gefühl, minder scharfer Unterscheidungsgabe, nicht genügendem Sinn für strenge Wahrheit und peinliche Gerechtigkeit ; — daß daher öfters in der Publizistik, oder mich privatim, in dem Urtheil über protestantische Gesinnungen und Handlungen, sowie in der Polemik Fehler begangen werden, die unterbleiben sollten. Möchten sie vermieden werden! Aber sind denn das allgemeine Calamitäten, herrschende Richtungen, als welche sie dadurch hingestellt werden, daß eine öffentliche Broschüre ihre Stimme gegen sie erhebt? Muß denn nicht vielmehr überall, wo die Confessionen gemischt sind, die Milde, ja oft die Nachgiebigkeit der Katholiken anerkannt und bewundert werden? Wie oft finden sich denn in katholischen Büchern, Reden und Predigten Entstellungen des protestantischen Glaubens, Herabsetzungen des Lebens der Andersgläubigen? Wo „sinken wir denn von der Höhe des Christenthums im Geiste und in der Wahrheit zur Jnferiorltät französirender Andachts- und Auffassungsweisen herab"? Solche allgemeine Anklagen haben immer den Charakter von Entstellung, wenn sie nicht speciell begründet werden. Soll etwa die Wallfahrt nach Lourdes, oder die Herz-Jesu-Andacht, oder die Herz-Maria- Bruderschaft gemeint sein? Dann begründe Herr Schell den Vorwurf, daß in diesen Uebungen das wahre und geistige Christenthum nicht vorhanden sei, daß dieselben keinen allgemeinen christlichen Inhalt haben, sondern ein Produkt französischer Schwäche und Ueber- schwenglichkeit seien. Und wenn sich an ihnen, obwohl sie wahres Christenthum sind, Zuthaten französischer Manier zeigen, die entweder überhaupt nicht lobenswerth, oder zwar an sich gut, aber für uns Deutsche unpassend sind, so zeige er, wie wir dieselben von dem guten Kern zu trennen haben! Ueberhaupt — so berechtigt Schells Forderung ist, daß jedes Volk seine (und zwar guten) Eigenthümlichkeiten in der christlichen Religion entfalten soll —, so wird doch auch, wie der Einzelne von seinem Ncbenmenschen, jedes christliche Volk vom andern etwas Gutes lernen und annehmen können, ohne dadurch seine Eigenart zu verderben. Leisten daher die Franzosen hier oder dort etwas Gutes im Christenthum, so thun wir doch nur gut, es zu gebrauchen. 3. Wir sind hiemit zu der Klage Schells über die allzu große Pflege des „Romanismus" unter den Katholiken germanischer Nationalität gekommen. „Nomanis- mus" im Sinne Schells hat — wir bemerken dies ausdrücklich — mit Rom nichts zu thun; es bezeichnet die Denk-, Fühl- und Handlungsweise der Völker romanischer Nationalität. Schell wirft uns deutschen Katholiken „unselbstständige Nachahmung fremden Wesens" vor. Und worin findet er diese, abgesehen von den schon besprochenen Andachtsformen? Das Hauptsymptom des „gewaltigen Einflusses, den der romanische Geist auf die religiöse Vorstellungswelt der Katholiken und des Klerus zu üben vermag", findet Schell in der „ungeheueren Verbreitung und Verehrung der Leo Taxil-, Margiotta- und Vaughan'schen Enthüllungen". Der Romanismus also, dessen blinde Nachahmung den deutschen Katholiken vorgeworfen wird, besteht in der Leichtgläubigkeit, in der Neigung zum Seltsamen, Llbenteuerltchen, in dem „Verzicht auf den Gebrauch innerer Kriterien", in der Empfänglichkeit für „derb sinnliche" Erscheinungen des Ueber- natürlichen! Man erlasse es uns, hier auf Worte zu erwidern, die nie hätten fallen sollen. Nur die eine Ueber- legung empfehlen wir anzustellen: Wieviele Katholiken Deutschlands, selbst Kleriker, haben die Bücher Taxils und Vaughans gelesen? Etwa 1 von 1000 im Ganzen, und 1 von 10 im Klerus? Nein. Wieviele von denen, die sie lasen, haben sie geglaubt? Taxils erste Schriften vielleicht die meisten — aber von welchen Nichtkatholiken wurden sie nicht geglaubt? Und die Schreibereien der Vaughan hat von den deutschen katholischen Lesern kaum 1 Proc. ohne Mißtrauen betrachtet. Schreiber dieses urtheilt hier nach seiner eigenen Umgebung, nach den Aeußerungen in den Zeitschriften und nach den Resultaten des Trienter Congresses. Was hat die 6ivIItL oattolios, und die römische Commission in der Vaughanfrage mit den deutschen Katholiken zu thun? Die erstere liest und kennt man bet uns sehr wenig, und den Entscheid der letzteren konnte man bei uns allgemein sehr kräftig beurtheilen hören. Aber an Herrn Rector Schell haben wir noch einige Fragen. Er hatte jedenfalls schon längst aus „inneren Kriterien* die Falschheit jener Machwerke Taxils erkannt, er sah ihre Verbreitung in Deutschland, er mußte die ärgerlichen Folgen voraussehen. Warum hat er denn nicht, zuerst im engeren Kreise, dann in den theologischen und literarischen Zeitschriften, seine Stimme dagegen erhoben ? Dort wäre sein Ruf, seine Warnung am Platze gewesen, jetzt ist sein nachfolgender Tadel wenig dankens- werth. Und welches ist denn jene Schule, welche „den inneren Kriterien nicht den gebührenden Werth beimißt, sondern alle Wahrheit nur auf Autorität stellt", unter deren Einfluß das katholische Deutschland schon zu lange steht, und deren Wirkung „Jnferiorltät im selbstständigen Vernunftgebrauche" ist? Ist diese Schule vorhanden und ist sie gefährlich, wohlan, so muß sie bekämpft werden, aber wir können nur einen Gegner bekämpfen, den wir sehen! 4. Wir kommen zu der au sich berechtigten Mahnung, daß sich die deutschen Katholiken der natürlichen Mittel des Gedeihens, als da sind politischer Einfluß, „weltliche Wissenschaft, Culturfortschritt, Entwicklung der volks- wirthschastlichen und industriellen Kräfte", nachdrücklich und eifrig bedienen und sich ihrer in keiner Weise einschlagen sollen. Man kann hierin Herrn Rector Schell nur beistimmen, mit dem Zugeständuiß, daß wir es hierin vielfach bald aus Aengstlichkeit, bald aus Sorglosigkeit an dem fehlen lassen, was nothwendig wäre. Schell hätte freilich anführen können, daß dies Verhalten der Katholiken seine historischen Gründe hat, welche diesen Rückstand in milderem Lichte erscheinen lassen. Umsomehr ist es zu beklagen, wenn Dr. Schell auch in dieser Beziehung das Verhalten der Katholiken falsch darstellt. Was soll das heißen, wenn Schell Andeutungen gibt, als ob „die Anschauung immer mehr Einfluß gewinne» daß das Gebet seinen Hauptwerth von den damit verknüpften Ablässen habe". Im Namen der Wahrheit frage ich Herrn Rector Schell, wo er denn eine Spur von einer Anschauung, welche den moralischen Werth des Gebetes nach den Ablässen mißt, gefunden hat, und wie er es wagen kann, hierin eine allgemeine Verdächtigung ans- zusprechen? Und wenn er dabei die Thatsache meint, 248 daß Christen, die von der Wahrheit der jenseitigen zeitlichen Strafen durchdrungen sind, Gebete mit Ablässen gerne gebrauchen, welchen Tadel hat er gegen sie? Was er sonst von der religiösen Wcrthschätzung der systematischen Forderung der Mitmenschen sagt, ist als Mahnung sehr beherzigenswerth; sofern es aber Tadel verkehrter Auffassung und Handlungsweise sein soll, erregt es den Schein, als habe Schell die katholische Bewegung der letzten Jahre nicht genügend berücksichtigt. Dr. Otto Sickenbcrger, Docent im erzbisch. Klerikalseminar in Freifing. (Schluß folgt.) Hans Holbein der Jüngere. Ein Gedenkblatt zu dessen 400jahrigem Geburtstagsjubiläum von A. Zottmann. (Fortsetzung.) In einem Werke aber» dem berühmtesten von allen, die aus seiner Hand existiren, weiß er sich höher zu erheben und uns doch auch eine gewisse ideale Befriedigung abzugewinnen, nämlich in der weltbekannten Madonna des Bürgermeisters Meyer. Freilich ist dasselbe kein Kölner Dombild an jungfräulich erhabener Hoheit und überirdischer Würde, in welchem die Madonna die Huldigung der Großen entgegennimmt, auch keine Six- tina, welche aus himmlischen Regionen herschwebend uns ihr höchstes Gut, das göttliche Kind, entgegenbringt, sondern es ist eine mitten unter ihren Schützlingen stehende liebreiche Mutter von mehr irdischer Anmuth und Hoheit, aber ein Bild, das nicht abstößt und kalt läßt, sondern geeignet ist, zu tiefer Andacht zu stimmen. Die gekrönte Gottesmutter steht aufrecht in einer muschelförmig überdeckten Nische und hält das nackte, die linke Hand wie zum Segnen ausstreckende Jesukind. Ihr mattgrüner Mantel breitet sich hinter der zu beiden Seiten knieendcn Stiftergruppe aus und fällt links vom Beschauer ein wenig auf die Schulter des mit innigem Vertrauen zu Maria aufblickenden, in kniender Stellung befindlichen Bürgermeisters herab; vor ihm kniet ein halberwachsener Sohn, welcher sich um den jüngsten Sprößling annimmt; rechts vom Beschauer knien des Stifters beide Frauen und seine Tochter. Auf dem Fußboden ist ein prächtiger Teppich. Mit großer Wärme schildert Woltmann die Madonna und die Stiftergruppe: „Kein Gefühl aber lebt stärker in ihr, als das völlige Sichselbstvergessen, das Ganz- ufgehen in dem Kinde, das sie trägt. Nur um den Segen des fleischgewordenen Gottessohnes zu bringen, ist sie da, sie ist nur da, indem sie und damit sie das Kind trägt. Mit beiden Händen hält sie es, sie, die bescheidene Magd des Herrn, die sich kaum werth hält des köstlichen Gutes, das in ihren Armen ruht. Mutter und Kind sind wie eine Gestalt, erfüllen eine Funktion. Dies segnet, und sie trägt; nicht die Geberin, nur die Bringerin der Gnade kann sie sein und will sie sein. Völlig ergriffen aber vom Bewußtsein dieser Gnade kniet der treue Bürgermeister mit den Seinen. Mutter (?), Weib und Kindern, Lebenden und Heimgegangenen, unter ihr . . . Ernste Stimmung der Andacht breitet sich über sie Alle, und Jedes nimmt nach seiner Art Theil am Gebet. . . . Demüthig wagt von ihnen Keines aufzuschauen und der Hi'mmelserschcinnng Aug'in Auge zu begegnen; aber die volle, innerste Gewißheit der Gemeinschaft mit dem Heiligen durchdrängt sie alle und hält sie verbunden, und von der Hand des göttlichen Kindes, die mild über sie ausgebreitet ist, strömt auf sie nieder sein Segenswunsch: Friede sei mit euch!" Das Bild hat eine ganze Literatur ins Leben gerufen, einmal behufs der näheren Erklärung und sodann wegen des Streites, welches von den zwei existirenden, ob das in der Dresdener Gallerie oder das in Darmstadt das eigentliche Original sei. Am einfachsten erklärt sich das Gemälde als Votivbild des Bürgermeisters Meyer» welcher im Gegensatz zu einer starken Partei der Stadt Basel am alten, katholischen Glauben unentwegt festhielt, und mit diesem herrlichen Bilde auch diesem unerschütterlichen Glauben Ausdruck verliehen wissen wollte. Bezüglich des berührten, viel Staub aufwirbelnden Streites betreffs der Originalität sei nur Folgendes hervorgehoben: Bis in die zwanziger Jahre unseres Jahrhunderts war eigentlich nur das Dresdener Bild bekannt, aber auch weltberühmt. Anno 1822 nun wurde das jetzige Darmstädter für den Prinzen Wilhelm von Preußen erworben, blieb aber unbeachtet, bis 1830 der Kunsthistoriker Hirth es als Original dem Dresdener gleichstellte. Franz Kugler (1845) nahm schon dessen Priorität an und glaubte, daß es ganz von Holbein sei, während er vermuthete, daß beim Dresdener zwar von Holbein die Hauptsache, aber doch Einiges von Gehilfen gearbeitet sei. Aehnlich Waagen und Woltmann. Erst 1867 erklärte der Engländer Wornum das Dresdener Bild für eine Copie eines späteren Meisters, und die Holbein-Ausstellung 1871 in Dresden, wo beide Bilder nebeneinander verglichen werden konnten, bestätigte voll und ganz dieses Resultat. Seit der Zeit hat Darmstadt den Ruhm, Holbeins Original, eines der größten Meisterwerke der Welt zu besitzen, während Dresden damit sich begnügen muß, eine allerdings vortreffliche, durch die Hand eines Niederländer Meisters im 17. Jahrhundert hergestellte Copie dieser Perle deutscher Kunst sein Eigen zu nennen. Was Holbein in dieser Zeit noch Beachtenswerthes geleistet, das sind sein eigenes Porträt, verschiedene Porträts des Erasmns, des berühmten Buchdruckers Febronins, des Melanchthon, der Offenburgcrin, und dann verschiedene Holzschnittzeichnnngen zu Nandverzicrungen und Illustrationen von Büchern. Aber die eindringende Reformation war für Künstler wenig günstig, die Nachfrage nach Bildern und Aufträge für Künstler wurden immer weniger, ja es war ganz verpönt, überhaupt Bilder malen zu lassen. Kein Wunder, daß der inzwischen mit einer gewissen, nach dem Porträt häßlich wie die Nacht erscheinenden Gerberswittwe verheirathete Meister sich nach einem günstigeren Arbeitsfeld umsah. Sein Gönner, der gelehrte Humanist Erasmns, welcher sich damals in Basel aufhielt und überallhin Verbindungen hatte, half ihn, ein solches finden. Derselbe wendete sich an seinen Freund, den berühmten und edlen Kanzler Thomas Morus in England, schickte ihm sein von Holbein gefertigtes Porträt und empfahl den Künstler. Vom 18. Dezember 1525 ist folgende Antwort des Kanzlers: „Dein Maler, liebster Erasmus» ist ein wunderbarer , Künstler; dennoch fürchte ich, daß ihm England nicht so fruchtbar und gewinnbringend vorkommen wird, als er gehofft. Daß er es indeß nicht ganz unfruchtbar finde, dafür will ich mein Möglichstes thun." Im Herbst 1526 verläßt daraufhin Holbein Weib und Kind und findet in England bei Thomas 249 Morus die gastlichste Aufnahme und auch sogleich Beschäftigung, indem dem Künstler die Herstellung vieler Porträts der angesehensten Persönlichkeiten, des Morus selbst, dann dessen ganzer Familie, des Erzbischofs War- ham von Canterbury, des kgl. Stallmeisters Sir Henry Guildford, des k. Astronomen Nikolaus Kratzer n. A., übertragen wird. Auf diese Weise verdient sich Holbcin ein gut Stück Geld und kehrt im Sommer 1529 nach Basel zurück, wo er die Rathhausbilder, vollendet und einige andere Arbeiten, vielleicht auch seinen berühmten Todtcn- tanz, gefertigt. Der letztere ist der auf verschiedenen Holzschnittblättcrn zum Ausdruck gebrachte Gedanke, daß Alles der Macht des Todes unterliegen müsse, das; kein Stand, keine Weisheit, keine Lage sich sicher wähnen dürfe. „Holbcin hat diesen Gedanken, der schon früher in einzelnen Figuren in Kreuzgängcn und Kirchhofkapellen Ausdruck gefunden, mit neuem Geiste und mit sprudelndem Humor darzustellen gewußt. Er liebte dieses Thema so sehr, daß er es nicht bloß in einer Folge von Blättern (ursprünglich 41), sondern auch als Alphabet und für eine Dolchscheide zür Ausführung brachte." (Schluß folgt.) Wo in Niederösteneich ist das Hauptkloster bsati Lövei'iniund dierömische Flottenstationk'avikliig. zu suchen? Von I. N. Seefried. -(Schluß.) II. Nähere Bestimmung der Lage von Pavian» und Pavu Poliois unterhalb Lorch an der Donau. Für die Streitfrage, wo an der Donau Paviauis (Locativ) oder Pavian» gelegen, muß der Donaustrom uud die Entfcrnungsangabe des Eugippius mit 100 Mil- 'ien und darüber von Jnnstadt-Passau als entscheidend festgehalten werden. Da nun, sagt Mommsen,") nach dem Jtinerare Antonins von Jnnstadt-Passau bis I-aou Poliois 101 N. P. gezählt werden, so folgt mit Nothwendigkeit, daß beiläufig hier (in Imon Poliers) Paüana müsse gelegen gewesen sein, und nicht zufällig scheint es uns, daß wir bisher mit Sicherheit bloß aus der Ortschaft Mauer (bei Ocling) Ziegel der ersten »arischen Legion besitzen, deren Prüftet die Rcichsnotiz in Paüanis (Paüana) ansetzt. Ziehen wir mit Mommsen das Itinorariura Lo- lovini Hugusti aus den Tagen Konstantins d. Großen zu Rathe, so sind die Entfernungen der einzelnen Stationen auf der via rnilitaris voll Caou (Pooo) Poliois bis Loioäurum und umgekehrt angegeben, wie folgt: Oaeu (Paso) Psliois > XX . Pauriaoo ! XVI Ovilavis j XXVII ckoviaoo ! xvm Ltanaso ! XX (Ausgabe vonG. Parthey und M. Pinder, Berlin, 1848, MK. 115; Wesseling 248 u. 249.) 01 (101) w. x. m. Boiockurum. Loioäuro I XX Ltauaoo I XVIII lloviaoo > XXVII Ovilavis I XVI Iiauriaoo I XX 01 ( 101 ) Imoum Psliois. '°) 0. I. 0. (Oorp. Inserixt. lat.) III, 2 pa§. 687 Berlin 1673. Hiernach war Loioclnrnm von I^aon Poliois und umgekehrt dieses von jenem fast ebensoweit entlegen wie lloiotro nach Eugippius von Paviauis, weil contuin milia passuum und darüber (st ultra) sich mit 101 inillo passus entweder vollständig decken oder nur um ein paar inillo passus diffcriren, wenn das ot ultra bei Paviauis 1 — 4 inillo passus, mithin die ganze Entfernung von Iloiotro bis Paviauis zwischen 102 — 105 m. p. bctrageil hat. Im ersteren Falle würden die Städte und festen Plätze I-aou (Pooo) Poliois und Paviauis (Paviaua) auf der Donanstraße des Jtinerars in gleicher Entfernung von Jnnstadt-Passau in Eins zusammengehen, und wir müßten annehmen dieselben seien identisch gewesen und hätten etwa nur im Laufe der Zeiten ihre Namen gewechselt; allein dieser Annahme widerspricht positiv und ganz entschieden das Staatshandbuch des römischen Reiches, die Xotitia eli- ßuitakulu utriusyus luiperii, eine officielle Quelle, welche beide Städte zu gleicher Zeit namentlich und genau von einander unterschieden aufgeführt hat, wenn sie in P.aou Psliois Pyuitos Lagitarii (berittene Bogenschützen), ZU Pa6a.ua> aber den oben angegebenen Commandanten der Libnrnarierabthcilung der I. »arischen Legion garni- soniren läßt.") Beide Städte waren demnach nicht identisch, und muß deßhalb Paliaua (Pauiauis) einige Millien unterhalb Imou Poliois aufgesucht werden. Die Lage von I-aou Poliois ist für die nähere Be stimmung von Paviaua sozusagen präjudiciell. Wenn wir nun wissen, daß nach Antonins Jtinerar") Paon Poliois XX ruillo Passus unterhalb der damaligen Bischofsstadt I-auriaouw (jetzt noch Lorch an; Ausfluß der Lorach in die Donau) situirt war, so weist uns diese Entfernungsangabe auf einen Punkt der Donanstraße, welcher sich zwischen den Märkten Wallsee und Ar- dagger auffinden nnd als Imon Poliois nachweisen lassen muß. Bekannt ist ja längst, daß die bezeichneten Märkte, insbesondere Wallsce, Fuudgcgenstände aus der römischen und vorrömischcn Zeit besitzen, weßhalb die meisten Gelehrten und Alterthumsforscher mit Simlcr, Cluver, Muchar, Neichardt, Kenner, Hormayr und Sam wer dafür eingetreten sind, daß man lstaou Poliois in Wallsee (Wahlcnsce — Nömersee) zu suchen habe, während Mannert und Lapie wegen des Meilenmaßcs nach Ardaggcr (aräuus aggor) herabgerückt sind. Wer, wie ich selbst, Gelegenheit gehabt hat, die fruchtbare nnd gesegnete Mulde zwischen Wallsee und Ardaggcr nach einem Hoch Wasser durchfahren und vom Kranze des hohen Schloßthurms zu Wallsee überschauen zu können, der wird keinen Augenblick daran Zweifeln, daß wir den P-aons und Iroons^) Poliois zwischen Wallsee und Ardaggcr zu suchen haben. Ich verweise in dieser Beziehung auf eine interessante Stelle bei Dr. Kenner,^) welche lantct: „Wahrscheinlich hat S. Anm. 3 oben. °°) Itivsrai'ium Untouini XuZusti nach G. Parthey und M. Pinder, Berlin 1848, pa§. 110 u. 115, Wess. 234 u. 248. "') Geschichte von Wallsee von Dr. Karl Samwer. Wien (Jasper) 1889. — -Ob man bei Poliers an den römischen Feldherrn Lsxtili us Pslix (Tacitus 70 nach Chr. III. H. 5) oder an einen andern römischen Glücksritter denken darf. mögen unsere Philologen entscheiden. -°) Ooeli heißt im Keltisch eil See, wahrscheinlich ist Imons aus Imens jedoch nur verschrieben worden. ^) Die Römcrorte Mischen der Traun und dem Jnn. Sitzungsbcr. der k. k. Akademie der Wisf. 91. Bd. (1878) S. 579. 250 »uch in der Mitte zwischen Wallsee und Ar- »acker ein Castell bestanden; noch heute existirt wrt (zu Albetsberg) der Name Solfeter und Salfeter ). t. sg.lva.6 törrs-s, die Bezeichnung von Ca sielen, c^uoä ineolos salvos ab üostiuln inouroiombus ^rassturout." Ich selbst habe in Gesellschaft des hochw. Herrn Abtes Adalbert Dungl von Göttlveih, Propstes vr. Kersch- «aumer von Krems und eines Wiener Advokaten unter Führung des Herrn. Pfarrers von Sindelburg-Wallsee, Ltefan Heimberger, am 19. August 1896 eine römische Niederlassung mit Wall und Graben bei Sommerau, 2 Kilometer unterhalb Wallsees, begangen und Anzeichen »er ursprünglich römischen Herkunft der Anlage gefunden. Auch Herr Lehrer Hans Perndl von Wallsee schließt aus neueren Funden an Ort und Stelle, daß in Sommerau ganz zweifellos ein Römerbau bestanden habe. (Brief vom 7. Januar 189? mit Planskizze.) Erwägt man nun, daß die Römer stratze von .Lorch über die Höhen der Silva ämssi (Ennswald) an Ärdagger vorüber und von dort an die Url herab und sodann nach Jps geführt haben soll, so wird man mit uns gerne darin übereinstimmen, daß der hl. Severin, als er von Lorch weg auf der nämlichen Straße dem Nngenkönige Feletheus während der ganzen Nacht entgegeneilte und denselben am 20. Meilensteine frühmorgens angetroffen hat,^) sich mit dem Könige vor den Thoren von Laou kvliois d. h. in der Nähe von Salfeter oder Ärdagger befand. Damit dürfte übereinstimmen, wenn in einem früheren Briefe Vts Herrn Lehrers Perndl gesagt ist: „Von der einstigen Römerwarte zu Ärdagger führte eine Straße nach Amstetten zum Limss, eine aä poutsw Isss und eine zur Warte nach Wallsee." Mommsen hat vergleichsweise die Donaustraße Antonins auch noch von der Erlas (Urlaps) herauf über Laou (Iwco) I'eliois nach Lorch in den Bereich seiner Untersuchungen gezogen und die Donaustraße des Jtinerars neben der alteren Binnen lands- straße der Peutingertafel in nachstehender Weise aufgeführt:^) Antonin Peutingertafel ^rlavs kreist« »8 I XXV v. 248. XXVI p. 234 , VIII Z I-rum (looo) k'elivis ack voutv Isss j XX p. 248, XX p. 234 ! XXIII, S XXXXV m. p. XXXXVI m. p. 1« I,LUi-1seuw. I XIH XXXXIIIIw.p. Vlaborieiavum. Daraus ergibt sich, daß Laou I'eliois von der Erlaf (Großpöchlarn) 10 oder 10^ Stunden (V willo Passus ---- 2 Stunden) entfernt war, mithin nach der Karte zu schließen, ebenfalls nach Ärdagger oder Stephans- hart zu stehen käme, daß dagegen kavis.NL gar nicht an der Straße Antonins lag, weil diese bedeutende Garni- fonsstadt sonst hätte genannt werden müssen. Ferner ) LuKixpius CLP. 31. Oui (rs§i) tota noots ksstinsus in viossimo ab urbs miliario matntinus ooourrit. Auch Welsers Emmeramer Ausgabe hat matutiuus I. o. x. 686. I/aeu hat demnach ebenso zu den oppickis I'elotbeo trrbutariis atous vioinis gehört wie 1'g.viana. . s- A. 18 oben. Die Peutingertafel hat ursprünglich wohl ^rslats statt Lrelals geschrieben, wie AAsm (Etsch) statt Lkssia, weil die Buchstaben t und k sich sehr gleichen und deßhalb vielfach verwechselt worden sind.^ ergibt sich hieraus, daß die Staatsstraße Antonins k'a- vig.ua> im Wink! von Neustadl umging und von I-L6U l?oliois dkrect an die Station xoutoiu Isss (Jpsbrücke) herabführte. So ist es gekommen, daß kavianL, welches an der Donau unterhalb Stephanshart-Ardagger liegen muß, auf den Militärstraßenverzeichnissen der Peutingertafel und Antonins nicht erscheint. In der labulg, keutioZsrang. konnten die Donaustädte 1-a.ou k'oliois und I'aviLns. keine Aufnahme finden, weil uns in derselben zwischen der Kolonie Wels (Ovilis.) und der Station Jpsbrücke (uä xonto lass) nur die Jnnerlaudsstationen LIg.horioig.oo und Ltegio hinterlegt und überliefert sind. Lladorioisco ist, wie wir später zeigen werden, nicht identisch mit Lunrinoo, welches als Straßenknotenpnnkt erst unter Konstantin größere Bedeutung gewonnen hat, und Llsgio dürfte in Oeling bei Mauern wiedergefunden sein, in deren Nähe Mommsen I-aou k'oliois und kaviana nur vermuthete?^ Man kann diePeutingerkarte oder, wie sie Dr. Miller genannt, die Weltkarte des Ca stör ins allerdings zum Vergleiche ebenfalls heranziehen und etwa schließen, wie folgt: Kommt man in XXXI ruills PL88US (ki.r6lg.ts oder Lrslaks VIII, g.ä ponts lass XXIII — 31) von der Erlaf an die Jps und Url bis nach LIsAo, so gelangt man von demselben Urlaxs (ilroluts) in XXV oder XXVI m. p. über Jpsbrücke^) (hier theilte sich wahrscheinlich die Heerstraße) auf dem Wege Antonins an die Donau herauf bis zu den Höhen von Ärdagger und Stephanshart, wo I-uou ksliois, wie wir gesehen haben, gesucht werden muß. Man ist demnach, um zu richtigen Resultaten zu gelangen, gezwungen, drei Wege und Wegsricht- ungen zu unterscheiden. 1. Den Wasserweg, welchen Severin 474/75 von Loiotro nach k's.viLnis und s. Rupert 60 Jahre später (534/5) von Negens- burg (katisboug.) nach Lorch (IiLuroaouw) eingeschlagen hat. 2. Die Militärstraße Antonins, welche von Loiioäuro bis Laloatuln an der Donau Kaiser Antonin (Caracalla) 213 x». 0. zu bauen angefangen^) und Dtoclettan erst vollendet hat. 3. Die ältere Milttärstr^ße der Peu- tingertafel, welcher die Donaustraße von Loiioäurum bis zur Jpsbrücke vollständig mangelt. Der Umstand, daß man sich über die Wege und Wegsrichtungen*s) der Hilfsquellen nicht ganz klar geworden, und die Thatsache, daß I?avig.na ") Nur diese Vermuthung liegt in Mommsens Argumentation, was Saupve und Knüll hätten beachten sollen. Vergl. die letzte Uebersichtskarte bei Mommsen (0.1.1«. m. 2), woselbst links der Donau bis gegen Jps hinab eingezeichnet ist. Die Straße der Tafel und des Antoninischen Jtinerars hatten wahrscheinlich nur die Strecke Urtapas (Xrolats) aä pouts Isss — VIII m. p. gemeinsam. In Jpsbrücke trennten sich die Wege und gelangte dre labul» in XXIII m. p. — 9'/z Std. nach LlbZio (Oeling). Antonin aber in XVII oder XVIII m. p. (6 -s- 17 - 25 und 8 -ch 18 — 26) d. h. in 6'/z oder in 6'/s Stunden nach I^seu I'slieis bei Ärdagger. *°) Vergl. meine Abhandlung über den Meilenstein von Loiioäaro Saloatmn (Passmr-Engelhartszell). Mskpt. °°) Die Straße der T'abnla ksutin^. führt von Jpsbrücke über Me§io (Oeling) und Llaborioiaeo dircct nach Wels (OvUia) und in einer Abzweigung etwa von der oberen Lorach die Enns herab nach blarinianio (an der untern Enns). 251 und Laeu Lsliois schon 509 oder 511 unserer Zeitrechnung von Grund aus zerstört waren,°°) hat die Auffindung derselben bisher unmöglich gemacht, wir dürfen jedoch hoffen, daß es den Bemühungen unserer lieben Freunde in Oesterreich nunmehr gelingen wird, volles Licht hierüber zu verbreiten. Sind Eugipps und unsere Berechnungen über die einstige Lage von Lavianis und Laviaua richtig, dann muß sich auch burgum, welches bald l, bald V vulls passus davon entfernt gewesen sein soll?*) etwa in der Burg, welche im Jahre 370 Lorcherhilfstruppen in Jps errichtet haben, oder in Kolmizberg bei Ardagger, welches die Römer ohne Zweifel wegen seiner dominirenden Höhe mit einer Hochwarte (Burg) versehen hatten, oder in den Burgruinen am Schwall, Wirbel und Strudel wieder auffinden lassen, Lä vineas mag in Weinzierl bei Wieselburg und der Bach Oiountia (Ugantia) entweder im Tiefenbach oder in den Diffenbächen wieder erkannt werden; die Residenz der Rugenkönige wird man im Schloße zu Grein (Greinburg) vis-a-vis von Laviaua zn suchen haben. (Nonasterii parteilos oüstante Vavudto von xotnit Lriäorious traus- kerrs 61m. 12104 pa§. 89 oap. 45; in 61m. 18512/2 von Tegernsee ist in oap. 45 pag. 78 r. abstaute dem Worte vanubio überschrieben.) Dem Gesagten zufolge wird es wohl einem Jeden klar geworden sein, daß sich von den Hypothesen, welche die Gelehrten bisher für Laviana auf die Bahn gebracht haben, keine einzige halten läßt, weil jede derselben den bestimmten Angaben des Eugippius/*) der Neichsnotiz und den Militärstraßenverzeichnissen der Römer widerspricht. Laviava kann nur an einer gefährlichen Stelle des Donaustromes angesetzt werden, weil die Liburnarierabtheilungen des römischen Heeres an solchen Verwendung gefunden haben. Eine sehr gefährliche, ja die gefährlichste Stelle an der Donau hat sich aber vor den Felsensprengungen des Jahres 1791 in der Nähe von Grein befunden, und hier waren deßhalb die Barken der Liburnarier von Nöthen und die Flotillenanstalten in der civitas Laviava von den Römern getroffen, wofür eine gediegene Lokalforschung bald die erforderlichen Nachweise liefern wird. Ich gebe übrigens gerne zu, daß erprobte Forscher auf dem Gebiete der Alterthumskunde in Oesterreich be- achtenswerthe Gründe dafür beigebracht haben, daß Laviauis in Mautern» Krems gegenüber, schon aufgefunden sei,**) allein überzeugend sind 2 °) Vita b. 8ov. o. 40 in Kue. ") Kerschbaumer, Saupve und Knüll lesen uvo a kabiauis üistsos milliario. Weiser hat: guin- ue a I'avianiL äistans inilliarits. Derselbe liest ier abweichend von den neuen Hyperkritikern Sauppe und Knüll: „gnoä kurzum onxiäum appsltatur ab aevolis". JstbeiburAuiumitMommsen an Jps selbst zu denken 6. I. I-. III, 687 u. 688) und die dortige Burg, dann wird Weiser m jeder Beziehung Recht behalten. La§ipxin8 Vita b. Lev. cax. 4; Weiser 1. o. p. 640. ") Vielleicht ist sogar die von Eugippius in eax. 4 gebrauchte Stelle aus der hl. Schrift (Matth. V. 14, 15) ,,ueo in monte xosita civitas xossit abseovcli" eine Anspielung auf die Höhenlage von b'aviauis (oastra b'aviana) oder wenigstens des dortigen Klosters. b°) So auch Dr. Kenner folgend die schöne Jubiläums- Ausgabe „Aus Alt-Krems", herausgegeben vom städtischen Museum Krems 1895 S. 4 u. 5. Vergl. hiezu I'avianis von Dr. Friedrich Kenner (Bericht des Alterthumsvereius zu Wien Bd. 19 S. 49 sf.). diese Gründe nicht, und die Angaben Eugipps und seiner Gewährsmänner, eines Luoillus aus Latavis und Uaroianus aus 6ueuI1is (Kuchel bei Salzburg), welche beide Aebte und Nachfolger Se- verins und mit Eugippius norische Eingeborene gewesen sind, vermögen sie nicht zu erschüttern. Die vita beati Lavermi hat für die Geschichte überhaupt und für diejenige Bayerns und Oesterreichs insbesondere unschätzbaren Werth, das Verständniß derselben läßt aber trotz der vielen Bearbeitungen aus alter und neuerer Zeit, ja gerade wegen der neuesten Verarbeitungen noch sehr Vieles zu wünschen übrig. Man hat Severin den Apostel der Noriker genannt. Er war dieses jedoch nicht, und weder er selbst noch sein Biograph haben Anspruch hierauf erhoben?*' Severin war der Vorläufer des hl. Nupert, des wirklichen Apostels der heidnischen Ba karrn aus Laras (al. bo^as beim Kosmographen von Ravenna nach Pinder und Parthey, Berlin 1860 pa§. 213, 7), welche zur nämlichen Zeit, da Eugippius das Oommomoratorium seines Lehrers schrieb, nach Norikum und dem zweiten Nätien unter dem Thüriugerfürsten Hermanfried zurückgewandert waren (509/11 p. 6.). Sehr erwünscht wäre es allerdings gewesen, wenn das Uamoratorium oder 6ommemoratorium nicht bloß von dem Ordensmanne Eugippius, sondern auch von einem Laien^) bearbeitet und abgefaßt worden wäre; wir dürfen übrigens dankbar dafür sein, daß uns wenigstens der Severin des Eugippius (wenn auch vielfach inter- polirt und gefälscht) ^) erhalten blieb. Hiernach war der theuere Gottesmann ein höchst einflußreicher, gelehrter Missionär, ein Prediger der socialen Gerechtigkeit und der christlichen Nächstenliebe, insbesondere aber ein asketischer scharfer Vertheidiger und treuer Bekenner der katholischen Weltanschauung gegenüber dem alten Heiden- thume und dem Arianismus der gothischen Völkerfamilie, ja derselbe ist gerade in unseren Tagen wieder der größten Beachtung deßwegen werth, weil sich das moderne Hcidenthum, der Arianismus in verhüllter Gestalt, ein theilweise verkehrter Socialismus und die Genußsucht unter den Gebildeten immer breiter zn machen strebt und die Gesellschaft Zuständen entgegenzutreiben scheint, wie in den Tagen Severins und der Völkerwanderung. Ich habe eine neue Ansicht über des allgemein verehrten Gottcsmannes Hauptkloster zu Laviana deßhalb vorgetragen, weil die Gelehrten dasselbe wie einen Spielball an der Donau hin und her geworfen haben und weil ich über die zahlreichen Fälschungen, welche in allen Jahrhunderten an der vita bsati Lovorini vorgenommen und verübt worden sind, neue Enthüllungen in Aussicht stellen kann. Berichtigung. In Beilage Nr. 34 S. 241 drittletzte Zeile von untcv ist statt Krenner Kenner zn lesen. ^) Norikum war lange vor Severins Ankunft ein vollständig bekehrtes Glied der kath. Kirche. ^) Wie es ursprünglich beabsichtigt war. Vergl. Vpistola DuZixxü aä kaskasiuin Oiaconum. °°) Wir werden oft Gelegenheit haben» auf das gelammt e H a n d s ch r i s t c n m a t e r i a l zurückzukommen. 252 Recensionen und Notizen. Geschichte des deutschen Volkes. Von I. Janssen. v. Band. Herder. Freiburg. Preis 6 M. * Der Erfolg dieses Werkes spiegelt sich in der Thätliche wider, daß von dem II. Band längst durch die Verlagsfirma die 17. und 18. Auflage edirt wurde. Dieselbe wurde von Professor Dr. Luow. Pastor besorgt. Die 16. Auflage des Ü. Bandes war ein unveränderter Abdruck der 15. Auflage gewesen, welche 1889 erschien. Seitdem hat die historische Forschung gerade für die Periode, welche im II. Bande zur Darstellung gelangt, sehr viele und tüchtige Arbeiten zu Tage gefördert, welche ,u Betracht zu ziehen waren und eine große Anzahl von Zusätzen und Aenderungen, zum Theile sogar einschneidende Aenderungen, für die neue Auflage nöthig machten. Der l. Band. der bekanntlich die deutsche Geschichte vom Beginn der politisch-kirchlichen Revolution bis zum Ausgang oer socialen Revolution von 1525 behandelt, ist hiemit, wie Pastor mit Recht annehmen darf, auf die Höhe des dermaligcn Standes der historischen Wissenschaft gebracht. Von den bekannten grünen Heften der Flugschriften- sammlung zur „Wehr und Lehr", Preis ä 10 Pfg., Verlag der Germania. Berlin, liegen folgende neuen Nummern vor: Nr. 109. Wer hat Recht? Aphorismen in Briefform über die größten Fragen unserer Zeit, von dem bekannten dänischen Couvertiten, früheren evangelischen Pfarrer M. C.Jensen. Nr. 110/111. Adolf Kolpiug's sociale Thätigkeit, von Domvicar Wenzel. Mitglied des deutschen Reichstages. Nr. 112/113. Die Kirchen der Evangelien und die evangelischen Kirchen. Nr. 114. Zum 25jährigen Jubiläum des Culturkampfes, von L. von Hammer stein 8. 9. Die letztere Nummer, welche eine übersichtliche Darstellung des unseligen Culturkampfes bietet, verdient besondere Beachtung und Verbreitung in allen katholischen Kreisen. Guöranger, Dom Prosper, Abt von Solesmes, Die heilige Vorfastenzeit (8sptuaKesimg,). Autorisirte Uebersetzung. Zweite durchgesehene Auflage. (Das Kirchenjahr Band IV.) Mitbischöfl. Approbation. Mainz, Franz Kirchheim. 8° (VUl u. 420 S.) Preis M. 4.20. Das vorliegende Werk, dessen in 2. Anfl. erschienener Band die hl. Vorfastenzeit behandelt, verfolgt die segensreiche Idee, die Liturgie der katholischen Kirche nicht nur den Priestern, sondern allen Christen zum Zwecke des tieferen Eindringens und eingehenderen Verständnisses derselben darzulegen und dieselben anzuleiten, sie betend und betrachtend mitzufeiern. Dieser seiner erhabenen Aufgabe wird das Werk durch genaueste Darstellung der einschlägigen Materien und gründlichste Vollständigkeit in deren Behandlung in jeder Beziehung gerecht. ÜVilmsrs buil. (8. I.), Da rsli§ious rsvslata librl gniugus. 8" pp. IV -f- 667. Ratisboims, Vr. kustst 1897. LI. 6,00. S Hov Opus »rAUMsulornni ubsrtats prasesllsns uutori äobsmus zum änäum uoto eiäsm, gui prius §sr- luuiüoo ssrivons prasolaras „RcliAioius odristiauas iu- stitntiones" Dlonastsrii iu bnsstpbalia zum pluriss sclitus seripssrut. Vs-tino nnns iäiomats eonsvrixtnm volumsu sruäitos sppsllat Isetorss, gui äiesnäi Asusris lsporsm av äilueiäaw äisssrsnäi taeilitatsm absgus äudio luu- äabunt. ilutorsm von minus rsoentiorss quam vstustiores äivinas revslationis opxng'iwtorss in äisputanäi arouum provoosrs psouliars oxoris sst msritum. I,ib. I. »Kit: äs roliAions st rsvslatious §ensratim spsotata; 11b. II. äs roliKionis skristiauas per rsli§ionsm rsvslatam pras- vium prasparations; üb. III. äs reliZionis ebristianas veritutv äsmonstruta sx sz'usäsm per ipsum Obristnm Osi ülium institutions; lib. IV. äs rsIIZIoms obristianas veritsts äsmonstrutu sx szusäsm in orbsm proZrsssu; üb. V. äs rsIiKionis obristiauas, guatsuus in oatbolloa oovlösiu sxsrostur, intsArituts motivis orsäibilitutis äs- wonstrutu. LivAuIi volumiuis libri, gui in summa 140 propositiouss sxbibsnt, eupitulis sudäiviäuntur; iaäsx alpbabstious aeeursts eouksetus soneluäit oxus perutilg aptissimis s. soripturus loois nseuon s. szmoäorum s listig ubsrtim uäoruutuM, vsl in tuutu operum axoloKstievrum oopiu minims supsrttuum. kuststianum t^xo§rupbium boe opus omni gua pur vst äigmituts eonäseorasss vix äioi opus sst. _ Linzer theol.-praktische Quartalschrift. Jahrgang 1897. Expedition: Linz, Stifterstraße Nr. 7. Preis pr. Jahr 7 M. Das 3. Heft des Jahrgangs 1897 enthält u. And.: Der selige Petrus Canisius und die deutsche Welt- und Ordensgeistlichkeit seiner Zeit. (Zu seinem Centenarium sj- 21. Dezember 1597s.) Von vr. Otto Brauusberger 8. I. in Exaeten (Holland). — Die kommende Universal- Religionsdemokratie. Von v. Albert M. Weiß 0. vr., Universitäts-Professor in Freiburg (Schweiz). — Behandlung der Gewohnheits- und Gelegenheits-Sünder. Von Augustin Lehm kühl 8. I., Professor in Exaeten (Holland). (I. Artikel.) — Die Muttergottcs - Feste und ihre Verherrlichung durch die christliche Kunst. Von vr. Heinr. Samson, Vicar in Darfeld (Westfalen). — Die heiligen Gräber in der Charwoche. Von v. Georg Schober o. 88 . K., Consultor der heiligen Ritencongregatron in Rom. (Schlußartikel.) — Paftoral-Fragen und -Fälle: 1) Hypnotisiren als Heil-Verfahren. Von Pros. Augustin Lehm kühl 8. I. in Exaeten (Holland). 2) Verleitung zu materieller Abgötterei und Consecration einer nicht auf den: Altarsteiu befindlichen Hostie. Von Pros. Josef Aertnys 0. ss. L. in Mitten (Holland). 3) Restitutionsfall bezüglich eines Differenzial-Svieles. Von Wilhelm Stentrup 8. I. in Valkenburg (Holland). 4) Verkauf um den höchsten Preis. Von Johann Sch wienbach er O. ss. R. in Wien. 5) Das Radfahren der Frauen vom Standpunkt der Moral. Von Pros. Josef Weiß in St. Florian. — Literatur. _ Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik. Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von Pros. Dr. Fr. Um lauft. XIX. Jahrgang 1897. (A. Hartlcben's Verlag in Wien, jährlich 12 Hefte, 85 Pf.) Das 9. Heft des XIX. Jahrganges enthält u. a.: Der zwölfte deutsche Geographentag in Jena. Von A. Oppel in Bremen. — Aus Umbrien. Von Octavie v. Kodolitfch. (Mit 3 Illustrationen.) — Was ist ein Ge- birg? Von August Neu der. (Schluß.) — Astronomische und physikalische Geographie. Hat Sirius seine Farbe gewechselt? Das Wandern der Dünen. — Politische Geographie und Statistik. Die Staaten der Balkanhalbinsel. Die Bewegung der Volkszahl in China. — Berühmte Geographen, Naturforscher und Reisende. Mit 1 Porträt: Camille Flammarion. — Geographische Nekrologie. Todesfälle. Mit 1 Porträt: Heinrich von Stephan.— Kleine Mittheilungen aus allen Erdtheilen. — Geographische uird verwandte Vereine. — Vom Büchertisch. (Mit 2 Illustrationen.) — Kartenbeilage: Karte der Balkanhalbinsel und der angrenzen Gebiete. Maßstab 1:1,600,000. Heft 13 des Deutschen Hausschatzes bringt den zahlreichen Verehrern von Karl May eine große und willkommene Ueberraschung, nämlich eine Komposition seines Liedes: Ave Maria, durch den Dichter selbst und zwar für Männerchor. Die Reifeerzählung von Karl May's: Im Reiche des silbernen Löwen wird fortgesetzt, während der Seeroman Schiffbruch, dxr das Interesse der Leser durch viele Hefte fesselte, zu Ende geführt wird. Sodann beginnt das Heft einen neuen Roman: Durchgegangen von Flodatto. der uns in einer sehr spannenden Handlung m die graue Vorzeit zurückführt. Von vr. F. Kampers, dem bekannten katholischen Historiker, bringt das Heft eine sehr interessante Skizze: Das Leben betitelt. Von den belehrenden Artikeln erwähnen wir: I. Odenthal, Reise zur Großen Chartreuse. vr.O.Warnatsch. Neues aus unserem Sonnensystem. I. Dackweiler. Nutzen und Schaden des Igels. vr. Wilhelm Roßmann beschreibt die Centralanlagen in unseren Bahnhöfen, von denen die meisten so wenig wissen. Die Illustrationen. 26 an der Zahl. sind sehr geschmackvoll ausgewählt. Verantw. Redacteur: Ad. Haas in Augsburg — Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas St Grabherr in Augsburg,