Nr. 19 Kilkge zm Aiigslimger Weitung.» Aprll 1897. Christliche Kmistinteressen. Kirchenrestaurirungen in Bayern. (Schluß.) IV In der Architektur bewährte Essenwein hier wie immer sein hohes, besonders auf malerische Wirkung ausgehendes Talent. In dieser Kunst war er der konsequente Meister von extremem Purismus und zugleich von reicher schöpferischer Phantasie, wie auch sein letztes Werk, der stilvolle Aus- und Anbau des alten Rathhauses, bezeugt. So ist auch die äußere wie innere Architektur „Unserer lieben Frauen Saales", wie Kaiser Karl IV. die Kirche benannte, von Essenwein sehr sauber und correct ausgebessert und ergänzt worden. Verweilen wir zunächst noch im Innern. Die in der kirchlichen Kunstwerkstätte von Stärk und Lengeufelder in Nürnberg nach Esscnweins Entwürfe sehr exakt ausgeführten Altäre sind von origineller Mannigfaltigkeit. Der Hochaltar zeigt die einfachste und glücklichste Lösung eines gothischen Sakraments- und Flügel- altars. In ihm erscheint die Versöhnung der unumgänglichen liturgischen Rücksichten mit den zu wahrenden architektonisch-künstlerischen Ansprüchen auf die möglichst befriedigende Weise praktisch erreicht. Das vordem sach- widrig auf die Seite verlegte Sakramentshaus ist hier wieder als dominirender Mittel- und Hauptbau auf den Altarstipes übertragen. Es hat die Gestalt eines schlanken, aber verhältnißmäßig mächtigen Thurmes. Das untere Geschoß bildet der Ciborienschrein mit frühgothischem Crucifix im Hochrelief auf der Thüre, und darüber die Exposition das zweite mit einem zweiflügeligen, email- gezicrtcn Portal. Ueber diesem Tabernakel steigt, auf das. feinste proportionirt, eine originelle Pyramide empor, die aus einem Viereck mit doppelten Wimbcrgen als Unterbau in ein Achteck mit einer zu einem Vierund- zwanzigeck sich ausbildenden Bekrönung übergeht. Letztere trägt schließlich den achtscitigeu Helm, der ungemein belebt wird durch zwei übcreinandergestcllte Vierecke, welche, durch Streben mit einander verbunden, oben mit zwei Kreuzblumen abschließen. Indem gegen diesen verhältniß- mäßig mächtig hervorragenden Mittelbau des „Sakramentshäuschens" die andern architektonischen und bildnerischen Details als geringere und nur dienende Glieder zurücktreten, tritt die Bedeutung des Sakrainents- altares dem Blicke sofort klar und deutlich entgegen. Die Seitentheile bildet je ein zurücktretender, an das Tabernakel sich anlehnender, von zwei Wimbergen geschützter Schrein mit den geschnitzten Hochrelief-Darstellungen der Geburt Jesu und der hl. 3 Könige. An die Schreine schließt dann noch je ein Flügel als Verschlußthüre derselben, dessen Doppclgiebelfeld mit Bildern aus dem Leben Mariens von der Hand des genannten Kölner Meisters versehen sind. Die beiden Hochreliefs in den Nebenschrcinen — der sonst übliche mittlere Hauptschrein ist hier, auf dem Sakramentsaltarare, mit Recht durch den Ciborienschrein, das Tabernakel, vollständig verdrängt — zeugen von der Anstrengung der genannten Bildhauer, den Intentionen des Architekten durch möglichst getreue Anlehnung an die Nürnberger frühgothische Plastik L In Portalfiguren der St. Loreuzkirche nachzukommen. Diese ihre Hingabe ließ Essenwcin den Versuch, den er auf unser Drängen mit akademisch gebildeten Künstlern gemacht hatte, nicht gereuen, sondern befriedigte ihn so sehr, daß er sich von nun an der Genannten bei allen Nestau- rationsarbeiten im Germanischen Museum bediente. (Wie Neichensperger wollte auch Essenwein bis dahin von akademisch gebildeten Künstlern nichts wissen l l) Den Aufsatz des nördlichen Nebenaltares bildet ein mittleres breites Bild mit zwei schmälern Flügelbildcrn, auf dessen breitem Nahmen sich zwischen einem doppelten reichornamentirten Kranze drei leicht durchbrochene Pyramiden mit drei alten Figuren und einem neuen schönen Crucifix in den Nischen erheben. Von den votn kgl. Couservator Pros. Häuser in München restaurirten Bildern sind besonders die Figuren der mittleren Kreuzignngs- gruppe und jene der Verkündigung voll Zartheit der Bewegung und Innigkeit des Gefühls sowie von Feinheit der Drapirung. Diese Bilder, die ursprünglich als Stiftung der v., Tucher'schen Familie den Hochaltar der Karthäuserkirche, später den der Frauenkirche zierten, waren wohl schon im 16. Jahrhundert von einem Maler, der den alten Stil zu treffen suchte, übermalt. Unter der Ucbermalung fanden sich bei der Restaurirung diese nun sichtbaren, von Häuser erneuerten Gestalten, die ganz andere sind als die vorigen, aufgemalten. Auf dem südlichen Nebenaltare steht unmittelbar über der Mensa eine lebensgroße Madonna aus der Zeit von 1480 von der Art des Veit Stoß. Sie ist noch von streng gothischem, aber großartigem Stil, zeigt eine natürlich freiere, wenn auch immerhin etwas manirierte Behandlung der Draperie, sowie Anmuth und Würde der Bewegung. Ueber ihr erhebt sich ein origineller säulengetragener Baldachin, auf dessen Zinnenkränze eine hohe, auf das feinste entwickelte Thurmpyramide energisch emporstrebt. Ohne Nebenglieder, schlank und leicht, bildet dieser Altaraufsatz einen originellen Gegensatz zu dem andern mehr in die Breite wirkenden Altare. Die Mensä erhielten Mosaikbekleidungeu von farbigem Marmor mit Medaillonbildern. Noch muß die Kreuzigungsgruppe am Triumphbogen, vom Bildhauer Ziegler in Nürnberg vortrefflich geschnitzt, erwähnt werden. Der Christus ist nach einem altgothischen Motiv im Germanischen Museum gebildet und wirkt schön in dem mehr ideal gehaltenen Körper, dagegen drastisch in dem vom goldenen Bart- und Lockcnkranze eingerahmten Haupte mit dem realistischer Weise weit geöffneten Munde. Die Madonna ist eine Copie nach der bekannten „allerschönsten Madounensigur des Mittclaltcrs" im Germanischen Museum, die Figur des hl. Johannes eigene Erfindung. Die meiste Arbeit und das meiste Geld kostete die Erneuerung der äußern Architektur. Das Schiff ist ein im Grundriß fast quadratischer, mehr breiter als langer, höchst einfacher Giebelbau. Das Innere stellt sich als eine durch vier schlanke Mundfäulen dreigetheilte Hallenkirche mit gleich hohen Kreuzgewölben dar. „Die ganze Anlage des Baues, sagt Esseuwein in seiner Festschrift zur Vollendung der Restauration, zeigt, daß der Kirche eine besondere Aufgabe zugetheilt war — (das Schiff ist ein Nachklang der alten Ccntralbauteu, und es sollte sicher ein kleiner Ban im Centrum derselben erbaut werden) — und es erscheint deßhalb wahrscheinlich, daß sie direkt als Aufbewahrungsort der Neichsheilig- thümer erbaut wurde, die in der Mitte ihre umfriedete Stelle finden und zu gewissen Zeiten vom Balköne dem Volke gezeigt werden sollten, was.auch mit der,Inschrift übereinstimmt, die bei der Restauration unter der Tünche gefunden wurde." Diese Inschrift befindet sich an der Wand zwischen Chor und Männerschiff unter dem großen rcstanrirten Bilde der Engelgrnppen, die Kreuze und Re- liqniengefäße tragen, in deren Mitte zwei, welche die hl. Lanze halten, die zu den Reliquien des Reiches gehörte. Sie sagt: in dieser Kirche ist daz wirdig heilitnm daz Kaiser Karl d. virt und der erbar rat dieser Kirchen geben hat Dasselbige all jar mit steige hie wizen zelon. (Am 11. April des Jahres 1361, als der Bau beendet war, wurden dem Versprechen des Kaisers gemäß die erst kürzlich aus Ungarn herbeigeholten Reichshciligthümcr vorn Balköne der Vorhalle dem Volke zum erstenmale gezeigt.) Die Nord- und Südseite haben nach außen ganz schmucklose, nur von je drei hohen Fenstern zwischen vier kräftigen Strebepfeilern durchbrochene Wände. Aus der flachen Ostwand tritt, der Chor als Fortsetzung des Mittelschiffes von fast gleicher Länge — ohne Nebcnschiffe — hervor, während diesem im Osten als Eingang eine Vor-, halle von quadratischer Grundlage vorgelagert ist.- Von ihren drei äußern Spitzbogenportalen ist das größere westliche durch einen in seinem Kerne etwas zurücktretenden Pfeiler wieder in zwei Spitzbogcnportale getheilt. Alle drei sind wie das innere Portal mit reichem Stein- bildcrschmnck geziert. Er stellt in Verbindung mit demjenigen des Innern der Halle sowie den übrigen Bildern und Bildnissen im Innern und am Acußern der Kirche gleichsam eine ganze, logisch zusammenhängende, ikono- graphische Summa dar, hier die in der Sprache der bildenden Kunst hingestellte Lehre der Kirche über die Verehrung der seligsten Jungfrau Maria. Diese Steinbilder sind von verschiedenem Werthe, zum Theil dekorativ, vorwiegend jedoch von gewandter Künstlerhand mit natürlicher Anmuth und Schönheit in Verbindung mit einer gewissen feierlichen Erhabenheit der Haltung und idealen Bildung der länglich ovalen Köpfe gemeißelt. Diese sammt- den übrigen Stcinsiguren der westlichen Schaufelte wurden vom Bildhauer Rottermund in Nürnberg zum Theil ausgebessert und die Lücken durch Neues ergänzt. Die Thüren mit den sie bedeckenden stili- sirtcn Beschlägen, die Rosetten über den Spitzbögen, das sckwne Tranbenguirlandengesims wurden erneuert und der Balkoii mit einer neuen Stcinbrüstnng aus durchbrochenen Wappen- und Maßwerkfüllniigen umgebe». Auch an dem mit terrassenförmig aufsteigendem Zinncnwerk und Fialen gekrönten Schiffgiebel erhielten die durch fünf Stockwerke wagerecht abgetheilten leeren Fcnsterbleudcn durchweg neue Statuetten. Ueber der Vorhalle, hinter der Balkongallerie zurücktretend, wurde noch im Jahre 1411 die St. Michaelskapelle mit dem „goldenen Thürmchen", dessen Name sich von der ehemaligen zinnvcrgoldcten zierlichen Spitze hinschreibt, erbaut. Letztere wurde vom Blitze zerstört. 1506 — 1509 wurde die Schlaguhr weggenommen und für eine neue mit beweglichen kupfernen Figuren (Männ- lcinlanfen) auf der Michaelskapelle ein Giebel errichtet. Diese' Uhr, von - Georg Heus; hergestellt, kostete nicht weniger als 532 Goldgnlden, für die damalige Zeit keine geringe Summe. In der Gicbclnische, oberhalb des mittlern der dreiseitig zu einander stehenden Fenster, thront heute noch unter einem prächtigen Stcinbaldachine die .mächtige Gestalt Kaiser Karls,1V., zur Seife stand ihm -früher der Herold. Jetzt umgeben ihn noch zwei Po- sannenbläser,, über denen noch Trommler und Pfeifer vertheilt sind. Aus dem.Hintergründe der Nische schreiten nun wieder, wie ehemals, auf bestimmte. Glockcnschläge der Uhr die sieben Churfürsten des hl. römischen Reiches deutscher Nation von der linken zur rechten Seite vordem Kaiser paradircnd vorüber. Der König von Böhmen hält den Reichsapfel, der Churfürst von der Pfalz einen . Schlüssel, der von Sachsen das Schwert, der von Branden- ^ bürg das Scepter. Sie gehören zu dem neu aufgestellten Uhrwerk. Alle jene Figuren waren von dem Kupferschmiede Sebastian Lindenast (f- 1522) in, Kupfer getrieben. Daß derselbe kein bloßer Handwerker heutigen Schlages, sondern in seinem Material ein vollendeter Künstler war, ersieht man aus den drei größern, noch erhaltenen,, von Bildhauer Tobias, Weis in Nürnberg , rcstaurirten Figuren des Kaisers und der Posauncnbläser, die von charakteristischer Zeichnung und Auffassung sind. In ihrer vorigen alten Glanzvergoldnng wirkten sie freilich noch kräftiger als jetzt nach ihrer Nenvergoldnng. Sie sind bereits ganz schwarz geworden und hätte nicht noch durch Bewerfung mit Asche ihre Patinirung beschleunigt zu werden brauchen! — Den Boden der Nische bildet ein gothisches Piedestal, an dessen Bogeirrande mit goldenen Buchstaben die Worte stehen: „OIL 1IK ist iin 1509 1^11 voldiaeüt." lieber dem Baldachine ist die große Scheibe. des , Zifferblattes mit einer goldenen Strahlensonne versehen, und über ihr zeigt eine schwarz- goldene Kugel den Wechsel des Mondlichtes an. Ueber dem Gicbelrande des Kapeklchens erheben sich noch Säulen, auf denen mnsicirende Engel stehen, und den Abschluß des schönen Vorbaues bildet ein eisernes, neu vergoldetes und bemaltes Thürmchen, in dem die, Armenscelenglocke hängt. Ein Theil des Manerwerkes, der Dachstnh! und seine Knpferbedecknng, der reiche Firstkamm und die Erker sind neu. Als Bekrönung des Ganzen strebt endlich auf der Höhe des Kirchengicbels, gleichsam aus. dessen Nischen- walde herauswachsend, der zierliche, in vier Stockwerke gegliederte Glockenthurm empor, der leider immer noch mit seiner alten Blechhanbe bedeckt ist. Wenn aber überhaupt in der Architektur, so ist jedenfalls in der Gothik ^ der Bckrönnngsabschlnß kein unwesentliches Moment. Ohne seine charakteristische Lösung gelangt der architektonische Gedanke nicht zum vollen Ausdruck. Dr. Essenwcin hätte . auch die erklärte Absicht, die dem architektonisch-künstlerischen Charakter des Ganzen Eintrag thuende Blechmntze durch eine leichte, schmuckvolle Pyramide zu ersetzen, wurde aber durch den noch immer herrschenden Einfluß kindlicher Alterthümelei daran verhindert. Bemerkt sei noch, daß die jetzige Sakristei an der Südseite zwischen Chor und Schiff, nachdem die alte im Jahre 1465 abgebrannt, mit der darüber befindlichen ehemaligen Schatzkammer errichtet wurde. Als Pendant zur südlichen baute Essenwcin noch eine nördliche Sakristei zwischen Chor und Franenschiff ein nnd ließ über ihr eine neue Orgel durch Orgelbauer Büttner in , Nürnberg aufstellen. Diese ergießt nun aus unsichtbaren Räumen durch die offen gelassenen Fenster an der nördlichen Chor- seite ihre Harmonien über die Häupter der andächtigen Gemeinde. Die Orgel stand bis. dahin im Michaels- chörlein. 1385, dann 1443 nnd wiederum 1498 waren solche errichtet worden. Die nun frei gewordene Michaels- kapelle läßt jetzt wieder das durch die farbensatten alten nnd neuen Glasbilder gebrochene Sonnenlicht ins Schiff der Kirche dringen. Der Brüstung der Empore (der 131 Kapelle) ist ein neues, ALtar-Erkerchen mit der allen Figur eines in einen St. Michael verwandelten St. Gabriel aufgesetzt. Bei verschiedenen. Restaurationen im XVI. und XVII. Jahrhundert war die Kirche nichts weniger als verschönt und mit Emporen versehen, worden, deren letzte durch Essenwcin glücklich entfernt wurde. Die. von diesem angelegte unterirdische Vorrichtung zum Heizen der Kirche dürfte sich wohl als unpraktisch erwiesen haben. Die hier gewürdigte so gründliche und im Ganzen gewiß wühlgelnngene und würdige Restauration wurde auf. Anregung und thatkräftiges Betreiben des damaligen Nürnberger Stadtpfarrers, jetzigen H. H., Domdekans Franz Kreppel in Bamberg, mit uneigennützigster Hingabe vom 1. Direktor Dr. A. Essenwein, der keinerlei Honorar für sein mühevolles Werk beanspruchte,, hauptsächlich mit den Mitteln aus dem Gewinne zweier staatlich bewilligter Landcslotterien (— etwa 500,000 M. —) bewerkstelligt. Die Stadt Nürnberg selbst leistete keinen Beitrag, obwohl es doch auch galt, der alten, archäologisch noch .immer merkwürdigsten, ehemals so reichen wie berühmten Kaufherrn- und freien Reichsstadt eines ihrer, schmnckvollsten Baumonnmentc zu erneuern, ja zu erhalten. Selbst , für die Benutzung. der alten und unbenutzten St. Kathartnenkirche mußte die kathol. Kirchen- verwaltung während. dcr Zeit der Erneuerung der Frauenkirche einen Pacht zahlen. Zur Geschichte des Kreuzweges. (Schlich.) 1. K. 8. Um 1180 wurde ein Plan von Jerusalem gefertigct, der zu Brüssel sich befindet und von Dr. Röhricht veröffentlicht worden ist. An der Gasse Josaphat, die nördlich vom Tempelplatze in das Thal gleichen Namens führt, ist ein Hans mit der Legende fiio iiagollatus ost äosus. Ernoul lieferte in seiner Oito?. äs lorusalom (1231) eine gär wcrthvolle Schilderung. X main äostro äo ruo äo .losalkäs avoit.s. inoustior, c'on apoloit lo Kapos. . . Iln poi avant, a maino sonostro äo oallo rua, ostoit 1i maisons Kilato. Oovant calla maison avoit un porto, par u on aloit al Romplo. Au der Straße gegen den Tempel zu, erwähnt er die Konto äolorouso, auf dem Sion u. A. auch 8. Kioro eu Oallioanto. Philipp Mousguet (1211) verfaßte auf Grund verschiedener Vorlagen eine weitläufige gereimte Beschreibung der hl. Stätten. la ports äs Hapls 8i ost li Krotores pilato. t8t 1a tu Hissn (Iris sugios vs ckuis priestres rouoijes. .. Ferner: Xprles cel liu, gni mout ost das, 8i ost lo Dlaissous Ln.vkas, 11 In coulnmbs sst st I'sstaos 11 Illesn Orls a simple kaeo. ... (V. 107S0—60.) Der Fortsetzer des Wilhelm von Tyrus (1261): X main äostro cio aolo Kuo clo losapfias avoit moustior, gus l'on apoloit lo Kapos . . .s. poli äo- vant eu aelo rua avoit esto la Liaison Kzäato. X main sanestro clovant cel maison avoit uuo porto . . au Komplo XXII. I,o Ofiomins ot lo Kolorinagos (1265): Illuo guo ost uuo clrapelo out Xostro 8siro kt'u zutZios ot Intus ot sso lku lo Krotoiro äs 6aipfias ot sss maisson (II, 12). ? Burkard von Sachsen (1238): Kunäc» in montom 8iou ropoiios äomum Oaipfiao, in gua luäaoi Ofiristo illusorunt ot looum, in guo ipsum roolusorunt us- c^uo mano. . . . Kxtra fia.no (portam zuüioiariam) kuit Oominus crucitixus, nain litfiostrotus, loous seilicot zuclieii, ost intra muros civitatis zuxta eam. Ricold clo filonto oruois, Orä. Kraoäio. (1300): Kroxo profiatioain piscinam invonimus cloinum lloroäis ot propo äomum Kilati, nfil viäimus litfiostrotuin ot looum, nfii kuit zuäicatus Oominus. Xsoonäontos por viam, por guam asoonäit Ofiristus fiasulaus sifii, iuvouimus looum, nfii äixit I'äliao äorusalom. Ifii ostonäuut looui» tramortioionis Oominas nostrao, onin seguorotur tllium portautom cruoom. Inäo ostonäit looum, nfii sufistitit 6kristus onin cruco ot kessus guiovit panlulnrn. Inäo por transvorsuin ost via, Akt; der Dichter wurde stürmisch herausgerufen, und nicht eher räumte nach Schluss der Vorstellung das Publikum die Theaterplätze, als bis der Kölner Dichter mehrmals vor die Rampe getreten war. In Bonn errang das bürgerliche Trauerspiel „Modern" auf den Brettern einen geradezu sensationellen Erfolg. Das Publikum beruhigte sich nach dein dritten und fünften Akte erst, als es den Dichter erscheinen sah und ihm den Lorbeer um die Stirne flechten durfte. Der Universitätsrektor Ganfinez in Bonn hat die Dichtung in's Französische übertragen.*) Um aber die Befähigung Eschclbach's zum voll- rvcrthigen Dramatiker, um sein starkes Talent zum kühnen Aufschwünge der dramatischen Kunst gebührend würdigen zu können, muß man sein kurz vor Weihnachten erschienenes Drama „Antiochus" lesen?) Der Historiker mag zwar den Kopf schütteln, - der Kunstfreund indeß hat seine helle Freude an Eschclbach's neuester Dichtung. Freilich, die Vertheilung der Rollen an sechzehn Männer und nur eine Frau wird uns etwas stutzig machen. „Hanna" findet sich gar so vereinsamt unter der zahlreichen Männerwelt. Bei dem reichen Stoffe nimmt sich die einzige Franenrolle eigenthümlich und seltsam aus. Durch dies stiefväterliche Verfahren möchte uns der Dichter fast als ein finsterer Misogyn vorkommen, als welchen wir ihn nun ganz und gar nicht kennen lernen werden, wenn. wir seinem süßen Liedcrmnnde. lauschen. Wenn für die tragenden Rollen gntbeanlagte Darsteller ins Feld rücken, wird das Schauspiel eine nachhaltige Wirkung erzielen. Die Entwicklung ist spannend, die Durchführung einheitlich, die dramatische Kraft durchschlagend. „Antiochus" ist entschieden bühnenreif, ist brettcrgerecht, und zwar nicht allein für Vereinsthcater, nein, „Antiochus" wäre. auf Ibsen, Hanptmann, Snder- maun, wie auf all' unsere „Modernen", ein kräftiger Tusch. Zudem hat „Autiochns" vielfach modernen Anfing, wenn er auch nicht im strengen Sinne der „Jüngsten" auf dein Parnasse gehalten ist.. Des Kölners neuestes Drama dem Publikum vorzuenthalten, wäre eine literarische Sünde, und nicht einmal eine leichte. Manch ergrauter Scheitel wird vor dieser Eschelbach'schen Dichtung huldigend sich neigen. . Andere Werke unseres Dichters sind „Lebende Bilder zu religiösen Festen",H „Leichte Vortrüge in Poesie und Prosa"?) Ein natnrsinniges Werk hat der dankbare Sohn dem Andenken des lieben Vaters zum Denkmal gesetzt: „Der Wald und seine Bewohner," von mehr als neunzig Zeitschriften des Ju- ') Universitäts-Prosessor Or. Litzmann aus Bonn, der bekannte Verfasser des Werkes „Das deutsche Drama in den literarischen Bewegungen der Gegenwart", schreibt über „Modern", an den Dichter: „Ich bin der Meinung, das; Sie ein entschiedenes dramatisches Talent haben. Die Hauptcharaktcre und die meisten Scenen sind mit erstaunlicher Leichtigkeit und Geschicklichkeit entworfen und durchgeführt. Die Führung des Dialogs bekundet auch Kenntniß von dem, was anf der Bühne wirkt. Ich habe den Eindruck, daß Sie im volksthümlich gehaltenen Schauspiel und Trauerspiel auf der Bühne gute Erfolge erringen werden." °) Verlag von Jos. Kösel, Kempten. Mit Portrait des Dichters. M- 1,60. Verlag v. Beruh. Kleine, Paderborn. M. 2 ') 2 Bde. Verlag ebenda, ü M. 1,20. und Auslandes, äußerst günstig, beurtheilt?) Ein andens* natnrdnftiges Buch ist „Naturbilder aus allen Zonen" 0) mit musterhaften Naturschilderuugen. Beide Werke sind illnstrirt und. darum der lieben deutschen Jugend doppelt zu empfehlen. Eine literarhistorische Studie sind „Die poetischen Bearbeitungen der Sage vorn ewigen Juden". Sie zeugt von vielseitigem tiefem Wissen anf den verschiedensten Gebieten der poetischen Literatur. Die Studie erschien 1896 in den letzten vier Nnmmern der „Dichterstimmen der Gegenwart", hernach auch im vermehrten Sonder- abdruck?") Die „Dichterstimmen" sind das poetische Organ für das katholische Deutschland, eine nach Form wie Inhalt zeitgemäße und kunstgerechte Zeitschrift, die Freude und Zier aller Freunde und Verehrer wahre Poesie. Diese höchst cmpfchlenswerthe Zeitschrift versieht Eschelbach reichlich mit Recensionen, im Lessing'schc» Farbcuton geschrieben, worin klipp und klar, scharf und wahr über die neuesten schönliterarischen Erscheinungen Kritik geübt wird. Soeben erscheint in der „Jllnstrirten Zeit" der erste Roman Eschel- bach's unter dem Titel „Künstler und Hcrrenkind". In Vorbereitung hat der Dichter „Kunterbunt", Erzählungen und Gedichte für Jung und Alt. Auch veranstaltet er zur Zeit eine voraussichtlich sehr reiche Sammlung von Gelegcnheitsdichtnngen aller Art, wozu schon wiederholt in den. „Dichierstimmen" an das poetische Deutschland die Einladung zur Mitarbeiterschaft erging. . (Fortsetzung folgt.) Die Thätigkeit der Leo-Gesellschaft im Jahre 1896. Wir haben wiederholt anf die segensvolle Thätigkeit der österreichischen Leo-Gesellschaft zür Pflege christlicher Wissenschaft hingewiesen, welche nunmehr das erste Quin- guennium ihres Bestandes zurückgelegt hat, und wollen heute einen speciellen Rückblick auf die Leistungen der Gesellschaft im Jahre 1896 werfen, aus dem nur die hervorragendsten Momente hervorgehoben sein sollen. Die Section für Literatur und Kunst hielt jeden Montag Abend im „Kaiscrhof" Besprechungen ab. Hiebei gelangten Referate über religiöse Malerei und die Mittel zur Hebung derselben, über ein Vruckner-Denkmal. über den Stand der Kirchenmusik, über die Ausgrabungeü in Carnuntum u. a. m. zur gründlichen Berathung. Die von dieser Section angeregte und von der Leo-Gesellschaft herauszugebende „allgemeine Bücherei", welche im Formate der Reclam'schen Universalbib.liothek schon in kürzester Zeit erscheinen soll, kann von weittragender Bedeutung sein/ da dieselbe ausgewählte classische Werke aller Völker und Zeiten enthalten ivird. Für die ersten 6 Hefte sind Abhandlungen von Calderon, Brentano, Stifter, Shakespeare und Sophokles in Aussicht genommen. — In der philosophisch-theologischen Section hat die Hauptarbeit die Aufstellung leitender Grundsätze für die Mitarbeiter am alttcstamentlichen Bibelcommentar anf Grund des Elaborates von Professor Dr. Beruh. Schäfer gebildet. — Die Section für Geschichtswissenschaften faßte den Beschluß, aus Original-Quellen Lebensbilder von Persönlichkeiten zu bearbeiten, die in der Geschichte unseres Vaterlandes hervorragende Bedeutung besitzen, woran sich hauptsächlich Professor Laurenz Pröll und Dr. Albert Starzer be- theiligten. —. In der Section. für Social- und Rechtswissenschaften. die für 1897 einen öffentlichen socialwissen- schastlichen Vortragseurs vorbereitet, hielt Dr. Wilhelm Freiherr v. Berger einen bedeutsamen Vortrag über die „Gewinnbetheilignng der Arbeiter". — Auch die christliche Knust fand die gebührende Würdigung und Pflege in der zu Ehren des unsterblichen Dichters Torguato Tasso veranstalteten Festseier, ivobei Hofschanspieler Jac. Schreiner ") Verlag von Adolf Rüssel, Münster i. W. M. 2. °) Ebenda. ' - ") Verlag v. Pek. Weber in Baden-Baden. M. 1. Tasso'sche Poesien zum Vertrag brachte. Die mehrmalige Aufführung des herrlichen Wcihnachtssestspieles. von vr. R. v. Krälik wird vielen Lesern noch in lebendiger Erinnerung fein, während die am 18. Dezember 1896 veranstaltete erste Aufführung des Oratoriums „Christus", von Franz Lffzt einen ehrenvollen Markstein in der Musikgeschichte Wiens verzeichnet. . — Die Leo-Gesellschaft hat 1896 folgende.Werke publicirt: 1) Das sociale Wirken der katholischen Kirche in der Diärese Gnrk (Körnten) von Dr. Alois Cigoi. 2) Fünf Hefte „Vortrüge und Abhandlungen", und zwar: a) Die Agrarfrage und das internationale Großkapital, von Dr. G. Rußland: b) Der Reichthum der katholischen Kirche, von Dr. Aug. Rösler; o) Das Cartellwesen vom Standpunkte der christlichen Wirthschaftsauffassnng: 6) Die neuesten Richtungen in der Malerei, von G. Neinhart; e) Die Armenpflege einer Großstadt vom Standpunkte der christlichen Armenpflege, von Dr. Richard Weißkirchner. 3) Paulinus H., Patriarch von Aqnileja. Ein Beitrag zur Kirchengeschichte Oesterreichs, von Dr. Carl Gianom. Die von Dr. v. Kralik redigirten .Mittheilungen" sollen einen permanenten Contact zwischen der Leo- Gesellschaft und ihren Mitgliedern herstellen und die letzteren über alle Arbeiten und Bestrebungen im Laufenden erhalten. Jnr Jahrgang 1896 des von Dr. Franz Schnürer geleitetetcn „Literaturblattes" befinden sich cor- recte Kritiken hervorragender Werke - aus allen Gebieten des/ menschlichen Wissens von bleibendem Werthe. — Das vom Generalsekretär der Gesellschaft, Dr. Franz Schindler, herausgegebene „Jahrbuch" pro 1897 enthält unter anderem interessante Abhandlungen von Professor Dr. Ferdinand Stentrup, Professor Dr. Lambert Fikula, Dr. Alfred Nagl, Dr. Frhrn. v. Wcichs-Glon und Dr. Thomas Wehoser. — Nicht unerwähnt sei die unter der Redaction des Pros. vr. Heinrich Swoboda stehende „Vierteljahrsschrift für christliche Kunst", deren erstes Heft nächstens erscheinen wird. Der Stand der Mitglieder hat 1896 einen erfreulichen Aufschwung genommen und ist gegenüber dem Vorjahre von 1444 auf 1650 gestiegen. Möchten doch alle glaubenstreuen Katholiken Oesterreichs nicht zögern. der. schon , so oft empfohlenen und von , Sr. Heiligkeit dem. Papste gesegneten Leo-Gesellschaft bei- zutreten, und das kleine Opfer von 5'Gulden pro Jahr, wofür ia die Mitglieder mehrere literärische Gaben empfangen, nicht scheuen — zumal mit einem Massenbeitritte der Leo-Gesellschaft auch Gelegenheit geboten wäre. den . an sie gestellten hohen Anforderungen voll und ganz zu entsprechen! Kai). Rath vr. Truxa. Recensionen und Notizen. T Göpfert's Moraltheologic — noch einmal. Der bekannte A-Recensent thomistischer Literatur in der Beilage der „Augsb. Postztg." befaßt sich in Nr. 15 mit der Moralthcologie des Würzburger Univcrsitäts- Prosefsors vr. Fr. A. Göpsert — nicht um das Werk „gründlich und zugleich wissenschaftlich" zu würdigen, auch nicht um es lediglich empfehlend anzuzeigen, sondern um zu verkünden, daß es nicht in allen Stücken echt nnd recht thomistisch sei. Daß Verfasser Göpfert's Buch nicht wissenschaftlich würdigt, nehmen wir ihm nicht übel. Uebel nehmen wir ihm aber die Ergüsse seines thomistischen Uebereifcrs, und das soll nun einmal offen und entschieden ausgesprochen werden, nicht aus Interesse für Göpfcrt, den wir leider persönlich noch gar nicht kennen, nicht als ob wir Gegner der thomistischen Sache wären und im hl. Thomas nicht auch die große Leuchte moralthcologifcher Wissenschaft verehrten, sondern lediglich um der guten thomistischen Sache willen, der nach unserer Ueberzeugung und Erfahrung der Herr A-Ncccnsent,'mag er's noch so gut meinen, keineswegs gcnützt hat. Offensichtlich hat der Recensent zur Waffnung für den Angriff einen Artikel im Commer'scheu Jahrbuch (4. u. 6. Bd.) über „die Principien der Moraltheologie nach St. Thomas" nachgelesen, und das getreue Echo all der Klagen über die gegenwärtige moraltheologische Wissenschaft, die dort um so lauter erhoben werden, je schlechter sie begründet find, läßt er heute uns hören. 1) Seines Erächtens hätte llr. Göpfcrt „durchaus gründlicher nnd zugleich wissenschaftlicher" der allgemeinen Moral seine größere Aufmerksamkeit zugewendet „durch engen Anschluß an die b> IDo der 8uwma tbsol. des hl. Thomas von Aguin". Wie er sich das vorstelle, sagt der Herr Recensent nicht — I-> 1V« hat 114 guasstioues auf 887 Seiten 8° (römischer Ausgabe), der allgemeine Theil in Göpfert's Lehrbuch umfaßt 276 Seiten; der Vorwurf thcilweise mangelnder Gründlichkeit und Wissenschaftlichkeit bedarf für den Herrn Recensenten keines weiteren Beweises, wenn sich der Autor nicht enge an den hl. Thomas angeschlossen hat. Als ob es schon ausgemachte Sache wäre, daß thomistischer Gehalt der einzige Werthmesser eines Buches sei, und daß selbst dann gründliches Studium des hl. Thomas und wissenschaftliches systematisches Verarbeiten seiner Resultate dem. Werke eines Autors noch. nicht die Prädikate „gründlich und wissenschaftlich" verdiene, sondern erst. vieles Exccrpiren und Combiniren von Thomas-Stellen mit einigem Commentircn und kräftigem Räsonnircn über jeden, der es- auch im Kleinsten, wagt, den hl. Thomas anders zu verstehen. Muster für die Touart wären natürlich die endlosen „Reu-Thomisten" - Artikel im Connncr- schen Jahrbuch, deren Echo auch schon, mehr als. einmal im Tone des Herrn A-Recensenten uns entgegenklang. 2) Einen zweiten großen Fehler in den Augen unseres Recensenten hat Göpfcrt begangen, weil er, ivic mit dankenswerter Offenheit und Entschiedenheit die Vorrede erklärt, in seinem Buche den wahren Probabilismus festgehalten mit allen seinen Folgerungen. Neuesten? steht es ja in gewissen Kreisen fest, der hl. Thomas müsse in der Moral als Gegner der Probabilistcn bezeichnet werden, wie . er Gegner der Molinisten ist in der Dogmatik. Darum „dürfte wohl schwerlich, die probabilistischc Auffassung der Beziehung des Gesetzes zur Freiheit der Lehre des hl. Thomas . . . . entsprechen. Sie entspricht vielmehr in der Dogmatik (Äo!) der molinistischen Ansicht vom Verhältnisse der Gnade zur Freiheit." Was die angeführte Stelle einer Eucyklica Lco's XIII. gegen den Probabilismus sagen soll, ist uns unfaßbar, und das gleiche müssen wir von dem angeführten ex. 113 s. o. Asm. m sagen. Um nicht zu lange zn werden, wollen wir nur noch eine Bemerkung des Recensenten hier namhaft machen, die nämlich, daß „St. Thomas unter !sx bunmna nicht die kirchlichen Gesetze begreife" und vom Kirchengesetz' handle unter „lex uova" I. II. gu. 106 sgg. Die betreffende guaosllo trägt nun die Ueberschrift: „äs IsKS svauZ'sliea, guas äioitux nova." Sollte es außer den evangelischen Grundgesetzen der Kirche keine anderer: Kirchengesetze geben, die wirklich lsZes bumanas sind? Der hl. Thomas folgert selbst deren Nothwendigkeit aus der geringen Zahl äußerer Verhältnisse und Acte, die der göttliche Stifter und Gesetzgeber der Kirche selbst schon durch das Gesetz des N. B. „lox nova" geregelt hat: ek. xu. 108, I n. 2. Nebenbei bemerkt, handelt Göpfcrt an der angeführter: Stelle nicht vom Kirchengesetz an sich. und der Ausdruck „lex bumsira" findet sich hier gar nicht, ebensowenig wie die „heiligen Väter und Kirchenlehrer an der citirten.Stelle S. 5 ff. der Ein!, erwähnt werden. Macht denn Göpsert reicht ebenda außer von den Gründe r: auch von der persönlichen Autorität und dem „kirchlichen Ansehen" der Lehrer das Gewicht ihrer Ansicht abhängig?^ Oder liegt vielleicht darin schor: ein Verbrechen, daß Göpsert meint, es. dürfe der Theologe die wissenschaftliche Prüfung fremder, wenn auch hoher, Auctorität sich nicht ersparen? Ob Herr Professor Göpsert durch die „rein sachlichen Bemerkungen" des Recensenten sich wird bestimmen lassen, sein Buch in der gewünschten Weise zn „vervollkommnen", wird die Zukunft lehren. Die österreichisch-ungarische Monarchie :n Wort und Bild. Wien. Alfred Hüldcr, k. k. Hos- und Univcrsitäts-Bnchhäudler. Heft 259—271. D Von den vorliegenden Heften behandeln zehn Mähren und.Schlesien, speciell die Architektur und Plastik, die Kunstindustrie, das volkswirthschaftliche Leben, und ist hier besonders Bergbau und Hüttenwesen in Mähren, sowie die Woll-Jndustrie, welche durch ihren großen Export in Tuch. und Shäwls, vorzüglich von Brünn aus betrieben, besonders hervorzuheben. - Hieran reiht sich die landschaftliche Schildernng, sowie die Geschichte nnd Volkskunde dieser beiden hochentwickelten Kronländer in populären und lebensvollen Abhandlungen. Wie bei den vorausgegangenen Banden, so sind auch diesem Bande zahlreiche, den Text illustrircnde Abbildungen beigegebcn, nnd find diese im xylographischen Institute der k. k. Hof- und Staatsdruckerei hergestellten Illustrationen sämmtlich als vorzüglich gelungen zu bezeichnen. Ueber Ungarn, 5. Band, liegen 3 Hefte vor, welche zwei größere Aufsätze über die urgeschichtlichen Denkmäler Ober-Ungarns von Nikolaus Kubingi und die Baudenkmäler Ober-Ungarns von I. Pasteiner enthalten. Abbildungen von Waffen und Schmu ckgegenstäuden aus Bronze, sowie von Fundgegenständen der Völkcrwanderungszeit vervollständigen den Text der ersten Abhandlung, wie zahlreiche Abbildungen von Kirchen und Profanbauten der zweiten Abhandlung beigcgcben sind. Paul Pfaff.Ges ehest und e. Zusammenstellung kirchlicher und staatsrechtlicher Verordnungen für die Geistlichkeit des Bisthums Rotteuburg. 8°, X Z- 489 S. Rottenburg a. N. Wilh. Bader. 1897. Gebd. 5 M.: ungebd. 3 M. 80 Pf. 8. Der Verfasser stellt seinem Bliche jenes Wort voran, das der HI. Bernhard, an Eugen III. schrieb: tzuotiäis xsrstrexuut Isxss, täglich erheben die Gesetze ihren Lärm (äs eous. I, 4). Das traf auch bei uns im Schwabenlande in den letzten 20 Jahren zu. Seit der Sammlung von A. Vogt (1876) ist aber kerne derartige Zusammenstellung von Gesetzen rc. mehr erfolgt. Während nun Vogt sein Brich nach Schlagworten einrichtete, ver> suchte Pfaff eine systematische Darstellung des in Württemberg geltenden Kirchenrechts, ähnlich der Sammlung von Georg Schmidt. Jedoch sind die Verordnungen nicht wörtlich wiedergegeben, wie bei Schmidt, sondern unter. Eitation in den Text verwoben. Pfaff handelt in acht Abschnitten von der Diöcesanverwaltnng, vom CleruZ, vom Pfründwesen, vom Schulwesen (104 S.), vom Armenwesen, hl. Zeiten und Vereine, von außerordentlicher Pastoration (Konversionen) und Begräbnißwesen, endlich vom Eherecht (110 S.). Das Stiftungswesen ist zur Zeit gesetzlich noch nicht völlig festgelegt, wird daher später in einem NachtragSbändchen behandelt werden. Ein vorzügliches, 30 Seiten starkes, alphabetisches Sachregister bildet den Schluß. Der Druck — von der Actien-Gesellschaft „Deutsches Volksblatt", Stuttgart — ist groß und scharf; durch bessere Gruppirung der Citate hätte Platz erspart werden können (z. B. Seite 63, 85, 132, 236). Das Werk repräsentirt sich als ein Produkt großen Fleißes und praktischer Veranlaguirg. Das beweisen die zahlreichen vergleichenden Citate und die Literaturangaben. Es ist daher für das Studium ganz geeignet. Nicht überall findet man auch so interessante Schlaglichter auf die württembergische Kirchengeschichte dieses Jahrhunderts, man möge z. Ä. nur auf manche Erlasse des katholischen Kirchenraths vor 1848 sein Augenmerk richten, oder auf die Rechte des Bischofs, oder auf das Capitel des Schulwesens. Von vielen dieser Erlasse muß man das Wort ebendesselben St. Bernhard gebrauchen: vss autsm von tam ls^ss güsiv litss saut, von vielen können wir sagen tusruvt. Da wir schon oft die Beobachtung machten, daß unsere bayerischen Amtsbrüder sich um unsere kirchen- politischen Einrichtungen in Württemberg interefsiren, so möge ihnen and allen furis sxxsrtss dieses — verhältniß- mäßig auch sehr billige — Werk aufs beste empfohlen sein. Die Thätigkeit und Stellung der Cardinäle bis Papst Bonifaz VM., histor.-canonist. untersucht und dargestellt von Dr. I. B. Sägmüller, Professor a. d. Universität Tübingen. Freiburg, Herder. 1896. 8°. M. 6. Eine auf genauer Kenntniß der historischen und juristischen Literarnr der Vergangenheit und Gegenwart fußende, dankenswerthe Geschichte des Cardinalates bis zum Jahre 1303, welche von keinem Historiker oder Kanonisten, der mit dem Mittelalter sich beschäftigt. Übergängen werden darf. Die handliche Benützung ist durch ein gutes Nainen- und Sachregister erleichtert. r. BaierleinJ., Oberpfälzische Geschichten Stuttgart, Deutsche Verlagsanstalt. 1896. 8". M. 4. — — DerChevalier deChamilly. Roman. Ebenda. 1696. 8». M. 4. Das erste Bündchen enthält 3 Erzählungen (Aus einer kleinen Stadt, Der Concipicnt, Der Vorsteher von Katzeureuth), in welchen mit liebevoller Hingabe das Ländlich-Sittliche des bayerisch-böhmischen Grenzstrichs in anmuthiger Gesprächigkeit und allem Häßlichen abholder Beobachtung dargestellt wird, nicht ohne einen gewissen stillen Humor. Das zweite behandelt in Form eines kulturhistorischen Romanes in gleicher Technik eine romantische Episode aus dem Leben der Lavallisre bezw. Ludwigs XIV. (Ein photographischer Himmelsatlas.) In Kurze wird in A. Hartleben's Verlag in Wien unter dem Titel „Atlas derHimmelskunde" ein astronomisches Prachtwerk erscheinen, wie ein ähnlich vornehm ausgestattetes und inhaltlich interessatens bisher nicht existirte. Das bemerkenswerthe Charakteristicum dieser Publication, welche A. v. Schweiger-Lerchenfeld zum Herausgeber (beziehungsweise Verfasser des mit 600 Abbildungen rllustrirten Textes) hat, beruht darauf, daß die Himmelskörper sich hier sozusagen in Selbstphotographien darbieten. Eine große Zahl von Sternwarten allen Länder hat das kostbare Material zu diesem Werke geliefert. Dasselbe ist auch deßhalb einzig in seiner Art, weil über 200 astronomische Instrumente und die meisten Sternwarten in vorzüglichen Abbildungen (nach Photographien) vorgeführt werden. Der photographische Himmelsatlas wird 135 kartographische -Objecte in meisterhafter Ausführung enthalten und ab April 1897 in 30 Lieferungen (L 60 kr. — 1 Mark) erscheinen. Die berühmtesten Astronomen, wie Flammarion, Holden, Weinet. Schiaparelli u. And. haben in schmeichelhaften Zuschriften ihre Freude über das gelungene Unternehmen dem Herausgeber und Verfasser übermittelt. Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik. Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von Pros. vr. Fr. Umlauft. XIX. Jahrgang 1897. (A. Hartleben's Verlag in Wien, jährlich 12 Hefte, 85 Pf.) Das 6. Heft des XIX. Jahrganges enthält u. a.: Die Jungsraubahn. Von I. Wottitz, Ingenieur. Mit 1 Karte und 4 Illustrationen. — Der neue amerikanische Süden und die Entwickelung des amerikanischen Negers. Don vr. E. Witte. — Die Expedition des Marquis de Morös. Von vr. G. Tnilenius in Straßburg i. E. — Armenische Sprichwörter. Von Joh. M. Lankau in Dresden. — Die Kometen des Jahres 1896. Zum Capitel des Alpenföhns. — Steinkohlen in Niederländisch-Ost- Indien. Von H. Zander van. — Kartenbeilage: Die Situation der Jungfraubahn 1:150.000. Der Katholik Redigirtv.Joh.Mich.Naich. 12Hefte. M. 12 . Mainz, Kirchheim. Inhalt von 1897, Heft II. Februar: vr. Jos. Mausbach, Historisches und Apologetisches zur scholastischen Reuelehre. — Carl Maria Kaufmann, Die Inseln der Seligen. -- vr. Jos. Kolberg, Die Einführung der Reformation im Ordenslande Preußen. — vr. Jos. Rieber. Ueber Fluthsagen und deren Beziehung zu den semitischen Fluthberichtcn. — Friedrich Schneider, Jkonographisches. — Literatur: vr. Max Heimbncher, Die Orden und Congregationen der katholischen Kirche. — Anton de Maal, Der Campo Santo der Deutschen zu Rom. — vr. Anton Kirstein, Entwurf einer Aesthetik der Natur und Knust. — vr. C. Eberle, Grundeigenthum und Bauerschaft. — A. Rodriguez, Uebung der christlichen Vollkommenheit. — vr. Otto Zardetti, Westlich! oder durch den fernen Westen Nord-Amcrika's. — Miscellen: Johann Host von Romberg und Dionysius Nyckel. — Ueber die Schulfrage in Nordamerika. — Oeffeutliche Kirchenbuße in den re- formirten Ländern. * Zu der Anzeige in Nr. 17 über die Edition „Das neue Universitätsgebäude zu Würzburg rc. wird uns mitgetheilt, daß die Redaction dieser Festschrift das Werk des derzeitigen Herrn Rector Magnificus ist: von Herrn Professor vr. Henner stammt die Darstellung der Einweihungsfeier. Bergntw. Redacteur: Ad. Haas in Augsburg. — Druck n. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg.