M. IS M°> ISS7. das Jahr 52 Wochen und I Tag hat, fo muß Immer SoimtagsSllchstabe und Confusionsjahr. Von Al. Stangl, Beneficiat in Tuntenhausen. (Schluß,) Der Sonntagsbuchstabe ist gewiß sehr wichtig und schätzcnswerth für den Historiker; für den Mathematiker aber, der bei cyklischer Jahrrechnung nur zu fragen hat, mit welchem Wochentage das Jahr beginnt, ist er unbrauchbar. Dazu kommt noch die Frage: Der wievielte Wochentag ist der Sonntag? Sonderbare Frage! Das weiß doch alle Welt. Es ist der erste Wochentag — Wenn mir das ein Aegypter sagt: Oonooäo; sagt es mir aber Einer, der dem Gregorianischen Kalender folgt: Ne§o. Bei den Römern war der zweite Wochentag Dies Lolis genannt. Dieser fiel bei Anfang der attischen Aera, da die Aegypter unter römische Oberhoheit kamen, mit dem ersten Wochentage derselben zusammen, und sie benannten ihre Wochentage mit römischen Namen: b — L — ä. 8oli8 v — d — ä. I-ullas ä — o — ä. Nartls s — ä — <1. Llervurii k — 8 — ck. ckovis 8 — k — ä. Vensris s — 8 — ck. 8aturni d — o — ck. Lolis. Da die Aegypter keine 8 Wochentage hatten, mußte sich an das römische Z statt sofort a anreihen. Von den Alexandrinern stammt also die noch jetzt bekannte Benennung der Wochentage, nicht von den Römern unmittelbar. Im ersten Jahre der Lara. Dioelotiam standen die Wochentage in folgender Weise: Römisch 8 7 alttestamentl. ägyptisch 29. Aug. k k 8 1. chotb k 30. „ 8 S 1 2. . 8 31. „da § 3. „ Da machte man nun die Entdeckung, daß die Apostel nicht mehr den Sabbath, sondern den ersten Wochentag als Dies Dominion gefeiert hatten. In Wirklichkeit war aber dieser Tag ein Sabbath. Die erste Woche im September dieses Jahres stellt sich also wie folgt: Römisch 8 7 alttest. ägyptisch 1. Sept. ab — s, — 4. ll°otd d — Montag 2. „ d o — b — 5. „ v — Dienstag 3. „ ock —v— 6. „ ä — Mittwoch 4. „ ck « — ä -- 7. „ 8 —Donnerstag 5. „ 8 k — e — 8. k — Freitag 6. „ k A - k — 9. „ 8 —Samstag 7. „ 8 a —8—10. „ a — Sonntag So lief die Woche während der ganzen Dauer der Märtyrerära. Es ist leicht begreiflich, daß in drei verschiedenen Kalendern die Wochentage b, a und g auf Einen Tag zusammentreffen können, in Einem Kalender kann es natürlich nur Ein Tag sein, außer im altrömischen bei einer acht- und siebentägigen Woche. Wir wollen aber gerne zugeben, daß man auch in der christlichen Aera, nachdem dieselbe längst vom alexandrinischen Kalender losgeschält war, noch immer den Sonntag für den ersten Wochentag nehmen konnte, so lange man nämlich das Jahr mit 25. Dezember anfing, und das war bis 1701. Man hatte da immer die letzte Dczemberwoche als erste Jahreswoche. Weil am 31. Dezember derselbe Wochentag sein, wie am 1. Januar. Nehmen wir nun an, ein Jahr habe am 1. Januar Sonntag, dann ist auch der 31. Dezember ein Sonntag, und der Sonntagsbuchstabe dieses Jahres ist H.. Nun sehen wir: l. dsbä. 6^ol. I. ksbck. o^ol. 6. meus.!. ckom. ourr. Lxaot. 6. msns. i. ckom. vurr. Lpaot. 28 Dec. d s 26 29 Vlrojav 8 d « 26 o d 28 30 s o 29 27 a 0 24 I l^'bi b ä 28 28 s S 23 2 o 8 27 29 k s 22 3 cl k 26 30 s k 21 4 e 8 28 81 » b 20 8 f L 24 1 lkan. L * 6 s d 23 2 b d 29 7 s v 22 3 v v 28 8 b S 21 4 a ä 27 9 o 8 20 6 8 8 26 10 Ä k 19 6 k k 28 11 S 8 18 7 s s 24 12 k 17 Weil das Jahr bereits mit 25. Dezember gewechselt hat, gilt der Sonntagsbuchstabe der ersten gezählten Jahreswoche noch für das vorausgegangene Jahr, und erst von der zweiten Jahreswoche an gilt er für das laufende und ist g. In Verbindung mit dem ägyptischen Kalender kann man den Sonntag für H nehmen. Im lateinischen Kalender allein und mit Beginn des Jahres am 1. Januar kann dieser Tag nur 6 — Sabbathsonntag — Dominion, sein. Auch hieraus läßt sich wieder leicht erkennen, wie brauchbar der Sonntagsbuchstabe zu einer gemeinschaftlichen Osterfeier nach beiden Kalendern ist, wie ungeeignet und irreführend aber für eine astronomisch-cyklische Jahresrechnung. Zu einer richtigen Cyklusrcchnung ist ferners nothwendig, daß der geführte Cykus auch zum Mindesten mit jenem Jahre anfängt, mit welchem der Kalender beginnt. Den Cyklus, welchen man gegenwärtig führt, läßt man beginnen mit 9 v. Chr.; also den nächst früheren 37 und den Kalender selbst 45 v. Chr.; beide daher in einer gar nicht historischen, sondern erdichteten Aera. 45 v. Chr. ist gleich dem Jahre 709 II. 0., und wir haben den Anfang des Kalenders und des Cyklus 709 11. 0. — 45 v. Chr. 21 ob 710 — 44 22 s, 711 — 43 23 8 712 --- 42 24 k 713 — 41 25 eck 714 - 40 26 v 715 - 39 27 b 716 - 38 28 s 717 — 37 1 etc. 8 k Demnach hat Sosigenes, der Mathematiker des Julius Cäsar, den Kalender mit einem Schaltjahre begonnen und noch dazu mit der Cykluszahl 21. Aber das erste Jahr dieses Kalenders war ja überhaupt noch ein abnormes, ein Jahr von 445 Tagen, das „Confusionsjahr". Ja, mit diesem Jahre ist die größte Verwirrung in die ganze Zeitrechnung gekommen, denn man hat sich damit, man möge mir den Ausdruck verzeihen, einen wissenschaftlichen Popanz zurecht gemacht. Machen wir diesem schrecklichen Wauwau ein- für allemal ein Ende. Das Jahr 710 ist das erste eigent- 194 lich julianische Jahr mit den noch jetzt bestehenden Monaten. Diesem Jahre ging 709 mit 365 Tagen voraus, welches freilich mit 1. März begann und theilwcise noch Monate von ganz anderer Dauer hatte. Allein, weil ts ein Jahr von 365 Tagen ist, so hindert uns nichts, daß wir diesem Jahre die gleichen Monate zu Grunde legen» wie sie 710 hatte, und also auch 709 mit 1. jnli- anischen Januar beginnen lassen. Ebenso machen wir es im Jahre 708, indem wir mit den 80 Tagen vorn 81. Dezember ab zurückgehen, und damit kommen wir zum 13. Oktober und sagen: Julius Cäsar begann seinen Kalender mit dem 13. julianischen Oktober 708 II. 6. Dieser 13. Oktober als Beginn des julianischen Kalenders ist der wichtigste Tag in der ganzen Zeitrechnung. Denn mit diesem Tage ist der Anfang des Kalenders fest eingereiht in das Gefiigc der julianischen Monatstage, und es läßt sich jetzt auf die leichteste Weise cyklisch sowohl vorwärts als rückwärts rechnen. Nun kommt aber erst noch die Hauptsache. Wir haben in unserer Schrift „Die Wcltära" die vorhin beanstandeten Fehler vermieden, indem wir nur mit Jahresbuchstaben rechneten und sowohl Sonnen- als Mondcyklus mit 709 und der Cyklnszahl 1 begannen. Es >var uns eben hauptsächlich darum zu thun, Gebnrts- nnd Todesjahr des Erlösers herauszubringen und das ist uns auch vollständig gelungen, denn die betreffenden Jahre 750 und 785 II. 6. stehen unbestreitbar fest. Gleichwohl haben auch wir noch einen gewaltigen Fehler begangen, weßhalb neben sehr vielem Richtigen sich noch manches Unklare und theilwcise auch Unrichtige in unserer Schrift findet. Unser Verfahren wäre recht gewesen, wenn mit dem julianischen Kalender auch eine ^ors, luliana eingeführt worden wäre, wie später eine ^ora Dioolotiani. Wir habe» zwar diese Aera cyklisch durchgeführt, aber sie ist eben keine historische, wenn auch nicht eine erdichtete, wie die vorchristliche Aera. Ganz anders wird die Sache, wenn man den Cyklus in der römischen Aera selbst sucht, was ja vom 13. Oktober 708 ab ganz leicht ist. Für die Woche von acht Tagen erhält man nach Division mit 32 die Cykluszahl 5 zum Jahre 709, für die siebentägige Woche aber 9. Auch der Mondcyklus darf nicht bei 709 mit a. n. 1 beginnen, sondern mit Epacte * vom 1. julianischen Januar des Jahres 1 II. 6. ab erhält man nach rein eyklischer Rechnung für das achte Jahrhundert der römischen Aera die Epacte 26 zur goldenen Zahl 1, und da eine Division mit 19 für 709 die Zahl 6 zum Neste hat, so bekommt man nachstehenden Cyklus: ». u. Dpaet» 704 1 26 705 2 7 706 3 18 707 4 29 708 5 10 709 6 2L 710 7 2 u. s. f. Somit ist klar ersichtlich, wie man nach richtiger Cyklusrechnung für 709 ganz genau jene Epakte erhält, wie sie sich vom Neumonde des 13. julianischen Oktober 708 ab für das Jahr 709 ergibt. Zn unserem größten Bedauern können wir hier in diesen Blättern nicht auf eine nähere Darlegung der Nichtigkeit dieser Rechnung eingehen, da wir zn viele Tabellen zur Anwendung bringen müßten. Das aber sagen wir: Man wird mit dieser Cyklusrechnnng so überraschend Vieles finden, was man aus Mangel an den nöthigen Aufzeichnungen auf rein historischem Wege niemals würde herausbringen können, daß sich die ganze folgende Zeit auf's Klarste erkennen läßt. Wir haben uns zwar von Anfang an auf den Standpunkt gestellt, daß der Schöpfer des Universums, der als solcher ja die Zeit mitgeschaffen, auch die oberste Führung und Leitung der Zeitrechnung niemals, wie man zu sagen pflegt, aus der Hand gegeben hat. Aber das haben wir nicht geahnt, daß sich bei richtiger Cyklusrechnung in getreuer Anwendung der Bewegungsgesetze jener Gestirne, die er den Menschen zum Zeitmaße gegeben, diese seine Oberleitung der Zeitrechnung so klar und deutlich erkennen lasse. Und wenn einmal die historische Zeit, beginnend mit der römischen und nabonassarischen Aera, welche gleichzeitig sind und sich gegenseitig unterstützen und einander anshelfen, klar gelegt sein wird, dann wird sich auch Niemand mehr wundern, tvenn auf solche Weise auch zurück bis znm ersten Tage des Beginnes der Schöpfung die Zeit genau berechnet werden kann. Benta Stilln, Gräfin von Abenberg. Von I. N. Secfried. (Schluß.) Nur ein paar Worte noch über die Resultate der Hirschmann'schcn Kritik. III. Das negative und positive Resultat der Kritik Hirschmanns. Den Cistcrziensermönchen von Heilsbronn kann die falsche Anschauung nicht aufgehalst und überbürdet werden, als seien der Laicngraf Rapoto (1130—1172) und Konrad junior jemals Bruder und der erstere insbesondere Stilla's Bruder gewesen, wie solches der jünger- Spalatin und seine Nachempfinder Vitns Priefer und Vitns Koch später behauptet und fälschlich in die Stilla- Legende hineingetragen haben. Beide Grafen gehören nicht einmal derselben Linie an, da Rapoto sicher der Linie Abenberg-Frensdorf, ckominus 6onrat junior dagegen wahrscheinlich der älteren Linie Abenberg - Zollern zugezählt werden darf. Nur der letztere und der erste» dritte und sechste Abt Rapoto von Heilsbronn können» wie wir wiederholt ausgeführt, als Brüder Stilla's in Betracht kommen. Hirschmann hätte allerdings die Zugehörigkeit Stilla's zur gräflichen Familie Abenberg beanstanden können, allein in diesem Falle hätte er beweisen müssen, daß sie einer anderen adeligen Familie angehört hat. Diesen Beweis hat er nicht erbracht, ja er hat es sogar unterlassen, auf jene merkwürdige Nachricht aufmerksam zu machen, welche sich aus der Geschichte von Marienburg schon bei Falkenstein (1733) findet und im Auszuge lautet, wie folgt:") „Zur Zeit des markgräflichen Krieges war Kloster Marienburg (bei Abenberg) wieder ganz abgegangen und über 30 Jahre öd gestanden bis endlich Bischof Martin (von Schanmberg) dasselbe 1588 wiederum mit Klosterfrauen aus Mariastcin besetzte und das Kloster Marien- bnrg wieder herstellte. . . . Unter anderen haben auch Nordgauische Alterthümer, aufgesucht im Bisthnm Eichstätt. Frankfurt und Leipzig. 1733. II. Thl. S. 377 Ü u. i95 vier Schwestern, geborne von Hirnheim (Hürn- heim), die letzten von dieser Familie, so zwar verheiratet, aber damals Wittwen gewesen, bcnamentlich Agnes Lahingerin, Maria von Wellwarth, Barbara von Bcrnhausen, Maria von Wildau, als an- geborne Blutsfreundinne 8t. Ltillaa,") zu besserer Unterhaltung des Klosters, ihr mildes Almosen und Beysteuer dazu gegeben." Falkenstein, der zuerst in Diensten der Fürstbischöfe von Eichstätt, dann der Markgrafen von Ansbach und Bayrenth gestanden, hat diese Nachricht wohl nicht erfunden oder wie man zu sagen pflegt aus dem kleinen Finger gesogen, es bedarf dieselbe deßhalb schon um ihres Autors willen, insbesondere aber deßwegen einer neuen gründlichen Untersuchung, weil vor einigen Jahren Redacteur Plaß in Donanwörth der edlen Familie von Hürnheim auf dem Al buche (bei Schmähingen, kgl. bayer. Bezirksamts Nördlingen) die Ehre zu Theil werden ließ, Otto den Heiligen, Bischof von Bamberg, den Klosterstifter nnd Apostel der Pommern, zu den Ihrigen zählen zu dürfen.") Wären hiernach die Hürnheim mit den Edclherren von Mistelbach, dem hl. Otto und der seligen Stilla von Abenbcrg wirklich blutsverwandt oder auch nur verschwel g e r t gewesen, wie denn nach der Legende Sttlla' s Mutter eine Truhendiugen und nach Falkenstein") eine Gotthild von Truhendiugen circa 1140 die Gemahlin Rudolfs von Hirnheim gewesen sein soll, so würde sich nicht bloß die Einweihung der Peterskirche bei Abenberg, sondern auch die Verschleierung Stilla's durch den blutsverwandten Bischof von selbst erklären. Hiernach hätte der vielbeschäftigte (8. 63) Pommernapostel allerdings Ursache und Veranlassung genug gehabt, etwa 1136 zu Gunsten Stilla's nach Abenberg zu eilen, die Peterskirche einzuweihen und das Gelübde ewiger Jungfräulichkeit von Seite Stilla's entgegen zu nehmen. Weder unter besonnenen noch unbesonnenen Forschern (8, 62) könnte in diesem Falle ein Zweifel darüber bestehen, daß Bischof Otto I. von Bamberg, selbstverständlich mit Genehmigung des Ordinarius zu Eichstätt, die Peterskirche zu Marienburg wirklich eingeweiht hat, obwohl Hirschmann im k. Kreisarchive zu Nürnberg und im k. allgemeinen Reichsarchive zu München hievon keine Spur mehr zu entdecken vermochte. Sollte ein Beweis nachträglich darüber noch beigebracht werden können, daß Stilla eine geborne Hürnheim oder Mistelbach oder etwa die Tochter eines der abenbergischen Burgmänner gewesen, Z. B. Swigcrs äs ubirndsicd, welcher circa 1136 und 1155 als Zeuge erscheint, oder eines der fünf Konrade cke Lbankarcch, in welchen ich fchon 1869 Bnrgmänner ") Das Lexikon von Franken (9. Band. Ulm 1801) nennt sie nach der Kloster-Chronik: Agnes von Lochinger, Anna von Wöllwarth. Maria von Melden und Barbara von Bernhausen. Vergl. Stadtpfarrer Asam von Abenberg im Sulzbacher Kalender für kath. Christen. 1857, S. 192 ") Beilage zur Augsb. Postztg. von: 18. März 1890 Nr. 16. ") I. o. A. S. 91. Englert kennt freilich Gotrhilde von Truhendingcn nicht, allein in varba magistri darf man nach Hnintus Horatins Illaoons niemals schwören. Ueber die Hürnheim vergleiche Dekan Bauer von Künzclsau. Hist. Vcr. von Schwaben 29. u. 30. Jahresbericht. auf Schloß Abenberg vermuthete/') so würde ich keinen Augenblick anstehen, Stilla aus der Stammreihe der Grafen von Abenberg zu entfernen, wie ich den hl. Otto und seinen Bruder Friedrich sammt deren Eltern Otto und Adelheid längst daraus entfernt habe; solange ein solcher Beweis nicht geliefert werden kann, lasse ich Stilla aus der wohlbeglaubigten und gutgcgliederten Reihenfolge der Grafen von Abenberg durch bloße Negation nicht herausnehmen. Der Versuch, den Hirschmann machte, seinem Gegen stände nicht bloß ein negatives, sondern auch ein positives Resultat abzugewinnen, muß ebenfalls als mißlungen bezeichnet werden. Etwas positiv Neues hat er ja im Allgemeinen nicht beizubringen vermocht, denn nach altherkömmlicher Annahme und Ueberlieferung lebte Stilla im Schlosse zu Abenberg als Wohlthäterin ihrer nächsten Umgebung, ließ sich in der von ihr gestifteten Peterskirche zu Marienburg bei Abenberg, nicht in Hcilsbronn, begraben") und wurde daselbst von dem Volke als selige Dienerin Gottes und Gutthäteriu der Menschen in allen leiblichen Werken der Barmherzigkeit hoch verehrt. Auch die Kirche von Eichstätt ehrte die jungfräuliche Stilla schon frühzeitig dadurch, daß sie entweder schon unter Bischof Hartwig (1195 —1223)") oder Reimbotto von Mailenhart°°) (1279—1297) ihre Reliquien erheben ließ (H. 10, 74) und damit ihre Verehrung zugestanden und gutgeheißen hat. Bischof Wilhelm von Reichenau (1464—1496) errichtete sodann 1488 bei der Peterskapelle zu Abenberg das Augustinerinnen - Kloster Marienburg.. welches nach dessen zeitweiligem Abgang Bischof Martin von Schaumberg 1588 wiederhergestellt hat/') Marienburg ist zwar den Stürmen der Säcularisation am Anfange unseres Jahrhunderts ebenfalls erlegen, Scilla's Angedenken und Verehrung ist aber auch damit nicht unterbrochen und weggenommen worden, vielmehr hat am 23. Februar laufenden Jahres Franz Leopold Freiherr von Leonrod, welcher seit 1867 den Stuhl des hl. Willibald einnimmt, officiell ausgesprochen: „daß die Dienerin Gottes Stilla von Abenberg seit unvordenklichen Zeiten und ununterbrochen bis auf den heutigen Tag öffentlich verehrt worden ist." Wenn Hirschmann am Schlüsse seiner positiven Ausführungen die Hypothese ausstellt, Stilla möge die Gemahlin Burkardslll. Grafen von Zollern gewesen sein (12, 89 A. 38), so will ich dagegen nur bemerken, daß ich der Ansicht, Stilla fei als Stammmutter der Zolleru-Hohenberg aufzufassen, bricff ") Grafen von Abenberg 1869 S. 19 A. 57d. —- Von der Gräfin Stilla von Abenberg wissen wir durch die Tradition mehr als von den Gemahlinnen der Grafen, einer Gerhilde, Sophia, Hedwig und Mechtilde und den gebornen Gräfinnen von Abenberg, den 2 Hedwig und der Gräfin Bcrtha durch Urkunden. Stilla ist der Rose vergleichbar unter den holden, frommen, fürstlichen Frauen der Abenberg. ") Nicht vor 1149/50 ist Stilla gestorben. Nach Falkenstein soll sie 1158. nach Andern 1160 das Zeitliche gesegnet haben. ") Dessen Schwester Sophia wahrscheinlich mit Burggraf Konrad II. von Nürnberg circa 1200 — 1230 vermählt war. °°) Welchem Burggraf Konrad IV. der Fromme Schloß Abenberg mehr verschenkt als verkauft hat. Urkunde vorn 7. März 1296. «) Falkei,stein I. o. (A. 43) S. 377 N. 196 lkch^) entschiedenen Widerspruch entgegengestellt habe. Hirschmanns .Hypothese ist schon deßwegen unmöglich, weil die Tradition nur eine Jungfrau, keine Wittwe Stilla von Abenberg kennt, die Legende sohtn wesentlich umgedeutet werden müßte, wenn Stilla Bnrkards III. Gemahlin geworden wäre. Stilla ist eben nicht Stahla; das letztere läßt sich etwa noch mit „Stahleck" oder „Schaln-Burghansen" erklären, mit Stilla niemals. Ebenso unhaltbar wie die neue Hypothese Hirschmanns muß die längst widerlegte Behauptung der Hohen- zolleruforscher erklärt werden, als sei Friedrich II. Burggraf von Nürnberg durch Vermählung einer abenberg- ischen Erbtochtcr in den Besitz von Schloß Abenberg gekommen und sei dieses mütterlicherseits als das Stammschloß des berühmten Hohenzollern-Hauses zu betrachten. Gerade umgekehrt hat sich die Sache in Wirklichkeit verhalten. Der springende Punkt in der uralten heiklen Streitfrage „Abenberg-Zollcrn oder Zollern-Abenberg" ist der ckominno 6unrnt junior, welcher in dem Weihe- gemälde zu Kloster Heilsbronn den Schild der Grafen von Abenberg mit der rechten Hand hochträgt, während die linke Hand ruhig das Schwert umfaßt hält. Dieser Konrad junior, Graf von Abenberg, und das Geschichtsbild, welches einen Zeitraum von 80 bezw. 100 Jahren umfaßt, keineswegs den Moment der Klosterstiftung 1132 zur Darstellung gebracht hat,^) widerlegen alle Theorien, welche die Hohen- zollernforscher seit fast 400 Jahren auf die Bahn gebracht haben, auf einmal und mit einem Schlage. Dieser Konrad junior oder Konrad, Rapoto's Sohn, ist durch Verehelichung mit der Gräfin Sophie in II u Z/. e> circa 1177/8 Burggraf von Nürnberg geworden. Er hatte zwei Söhne: Burggraf Friedrich I. und Burggraf Konrad II. Von Friedrich I., wahrscheinlich vermählt mit einer Gräfin Zollern, stammen in der älteren Linie, re- präsentirt durch Burggraf Konrad III. (comos in 2olro) die Markgrafen und Churfürsten von Brandenburg ab und die Könige von Preußen, welche seit 18. Januar 1871 die deutsche Kaiserkrone tragen. Die jüngere Linie der Burggrafen von Nürnberg abenbergischer Abkunft hatte von der Mutter Hohe »zollern überkommen und in Friedrich II. mit dem Löwen den Neu begrün der des noch blühenden Hanfes Abenberg-Zolleru erhalten. — Die Ascendenten der Grafen von Abenberg anlangend,^) verweise ich auf die Grafen von Vergilb ei m im 54. Berichte des Historischen Vereins von Bambcrg (1892) Beilage II, 3. Brief vom 10. Februar 1696. Hirschmann möchte Sthala in der Handschrift des Erasmus Sayn von Freising mit Stilla in Verbindung bringen. Ll. 6. 88. XXIV, 78. Es wird dieses Falkenstein und andern Hohcnzoller- forschern noch immer nachgeschrieben. , ") Das Wandgemälde in der Kirche zu Heilsbronn bringt den Stifter und die Donatoren des Klosters und der Kirche zur Anschauung. Stillfried, Alterthümer und Kunstdenkmale des erlauchten Hauses Hohenzollern. Stutt- gart und Tübingen, 1838, ko>., und Snlzhacher Kalender für kathol. Christen 1871 S. 79. Die Grafen von Abenberg sind zwar fürstl. bayer.- wclstscher Abkunft, können und dürfen aber mit dem regierenden Königshause der Luitpoldinger in Bayern nicht so verbunden werden, wie es Äventin und nach ihm Andere versucht haben. r- n sr or» s" DZ, 8 LI '2 D L « G .2 K 'L N S S i-iD L 'S " ar» ^ »L L ZZO 8^2 K- 8" «^2 »» r-rr-. ^ . » 6c- »2Z ö ^ ^ -i- 6 « 8^ ^ a!, Z > 01 8? . Z « LsA ^ Z s ÄkÄ 6^ SS dZ - 8Z.Z L § ^ 6/2 o o V ^ § N ^ s « s rr» a «"Zs« . V a R «-1-2 6 « 2 o . o ^ 6-2 ^ Ä § ^ ^ ^ ^ 2 ^ ^68 »- G ZU« -i"Z München an Maria Verkündigung (25. März) 1897. IW. In der Berichtigung Nr. 27 S. 189 lies vor statt von. Recensionen und Notizen. Heft 11 des „Deutschen Hausschahes" bringr zunächst die Fortsetzung von Karl Mays Reiseerzählung Im Reiche des silbernen Löwen, die die Gewandtheit und Geistesgegenwart des berühmten Reisenden im hellsten Lichte zeigt. L. v. Neideggs Roman: Nicht vergebens, wird zu Ende geführt; der Hausschatz hat damit seinen Lesern einen Roman geboten, der an Gedankentiefe und spannender Handlung sich den besten Werken der katholischen Unterhaltungsliteratur gleichstellt. Von den belehrenden Aufsätzen heben wir die folgenden hervor. Karl Hafter behandelt in: Woher kommen die Steine, die „vom Himmel" fallen? die Frage nach der Herkunft der Meteoriten. Fl. Werr schildert in Das älteste Tagblatt, wie im alten Rom das Zeitungswesen beschaffen war. Dr. A. Heine entwirft ein ungemein fesselndes Bild von dem einzig dastehenden Leben und Treiben In der City in London. Dr. Dreibach beschäftigt sich mit den drei Frühlingsboten unter den Vögeln. Postdirektor Bruns würdigt die großen Verdienste des verstorbenen Generalpostmeisters von Stephan. Daran reihen sich. wie in jedem Hefte, eine Menge kleinerer Mittheilungen, die jedem Leser etwas Interessantes bringen. Der Bilderschmuck ist wieder sorgsam ausgewählt und sehr geschmackvoll. Verantw. Redacteur: Ad. Haas in Augsburg. — Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg.