MX M 55 6 . Ireitag, den 19. Januar 1894 . Für die Redaction verantwortlich: Philipp Frick in Augsburg. Druck und Verlag des Literarischen Instituts von HaaS L Grabherr in Augsburg (Borbesiher vr. Max Huttler). Auf verwegener Mhn, Kriminalnovelle von Gustav Höcker. (Fortsetzung.) Inzwischen war die Stunde, auf welche ihre Vorladung lautete, bereits überschritten, und als eben ein vornehm gekleideter Herr mit feinem schwarzen Schnurr- bart und goldener Brille, eine Aktenmappe unter dem Arme, aus einer der Thüren trat, faßte sie endlich Muth und wendete sich an ihn mit der Frage, ob er ihr nicht sagen könne, wo . . . Plötzlich erstarb ihr die Rede auf ven Lippen, als sie ihn näher ins Auge faßte. Hier an diesem Orte sollte sie dem Antlitz wieder begegnen, das sie sich so oft höher schlagenden Herzens in ihrer Erinnerung vergegenwärtigt hatte. An diesen Mann, gerade an diesen, sollte sie mit der Frage herantreten, welche sie selbst Menschen gegenüber, die ihr gänzlich gleichgültig waren, kaum über die schüchterne Lippe gebracht hatte? Schon der Gedanke, an diesem Orte, wo Alles sich mit Armcnsündermienen anblickte, von ihm gesehen und erkannt zu werden, jagte ihr die heiße Scham- röthe in die Wangen. Sie war ein paar Schritte zurückgeprallt, dann wandte sie sich um und entfloh wie ein aufgejagtes Neh. Wie an den Boden gewurzelt, blickte er der rasch Verschwindenden nach. War sie es oder war sie es nicht? Nur eine Einzige kannte er mit solch' gold- schimmerndem Haar und von so unvergleichlicher Gestalt, — aber um den schwarzen Schleier zu durch- dringen, der ihr Antlitz verhüllte, dazu hatte der kurze Augenblick nicht hingereicht. Er schüttelte den Kopf: „Nein, nein," murmelte er, „es war eine Täuschung. Welchen Grund hätte sie gehabt, vor mir zu fliehen?" Dann verließ er langsamen Schrittes und in sich gekehrt wie ein Träumender das Gerichtsgebäude. Sig- linde hatte ihre Flucht durch mehrere sich kreuzende Korridore fortgesetzt. Als sie einen Blick auf die Inschrift der Thüre warf, vor welcher sie endlich Halt gemacht hatte, um Athem zu schöpfen, zeigte es sich, daß der Zufall sie gerade vor das so lange vergebens gesuchte Zimmer des Untersuchungsrichters geführt hatte, dessen Namen ihre Vorladung trug. Jetzt, wo sie ihrer ganzen Fassung bedurfte, fand sie dieselbe auch wieder. So trat sie denn ein. Nach girier Stunde kam sie tief gebeugt wieder heraus. Es stand schlimm um den Vater! Sie durste nicht thatlos die Dinge herankommen lassen, es mußte etwas geschehen, es galt einen Kampf gegen die zermalmende Gewalt der unglücklichen Umstände, die sich gegen ihn verschworen hatten, um ihn schuldig erscheinen zu lassen. Was aber konnte sie, das schwache Mädchen, thun? Wer gab ihr einen guten Rath in ihrer Verlassenheit? Sie eilte zu einer befreundeten Familie; es sei Niemand zu Hause, hieß es da. Als ihr bei einer zweiten Familie dieselbe Abfertigung zu Theil wurde, da wußte sie, woran sie war, nnd erkannte ihre neue Stellung in der bürgerlichen Gesellschaft, in welcher für die Tochter eines Mörders und bankerotten Kaufmanns kein Platz mehr war. Aber den einzigen Rath, den Andere ihr hätten geben können, fand sie selbst; sie konnte sich nur an einen tüchtigen Advokaten wenden. Und da kam ihr unwillkürlich der Name Doktor Volkmar ins Gedächtniß, ein viel genannter noch junger Nechtsgelehrter, dessen außerordentlicher Ruf als Vertheidiger auch schon zu ihren Ohren gedrungen war. Er hatte, selbst in den verzweifeltsten Fällen, der Staatsanwaltschaft schon oft die Palme des Sieges wieder aus der Hand gerungen. Mit dem Scharfsinn des Juristen vereinigte er eine hinreißende Beredsamkeit. Vor der Gewalt seiner Rede stürzten die festgefügtesten Anklagen wie Kartenhäuser über den Haufen; wo der Gegner eine schwache Seite zeigte, da brach er eine Bresche und drang mit einem Alles niederwerfenden Ungestüm vorwärts; er wußte aber auch — und darin wurzelte das eigentliche Geheimniß seiner Kraft — die Herzen bis in ihre innersten Fasern zu ergreifen und zu erschüttern und auf Schöffen und Geschworene zu wirken, daß ihnen der Schweiß der Gewissensangst auf die Stirne trat. Mehr als eine dieser gewaltigen Reden, die von den Zeitungen stets in ihrem ganzen Umfange wiedergegeben wurden, hatte Siglinde mit Bewunderung gelesen, und vor Kurzem erst hatte dieser geniale Vertheidiger die Unschuld einer achtzigjährigen Dame, welche wegen Unterschlagung bereits zu Gefängniß verurtheilt worden war, an den Tag gebracht und der Greisin Freiheit und Ehre zurückgegeben. Zu diesem Herrn Doktor Volkmar lenkte denn auch Siglinde mit neuer Hoffnung im Herzen ihre Schritte. Es war am Morgen des zweiten Tages nach der Verhaftung ihres Vaters, als sie in das Bureau des Nechts- anwalts trat. Sie mußte im Vorzimmer, wo ein halbes Dutzend 30 Schreiber an ihren Pulten arbeiteten, warten, da Doctor Volkuiar in seinem anstoßenden Kabinet gerade mit einem Clienten beschäftigt war. Inzwischen bot man der jungen Dame einen Stuhl an, auf welchem sie mit klopfendem Herzen Platz nahm. Während die Schreiber ihre Federn über das Papier rascheln ließen, fiel unter ihnen in längeren Zwischenpausen zuweilen ein halblautes, abgebrochenes Wort, das sich noch auf eine vorhergegangene, durch Siglinden's Eintritt gestörte Unterhaltung zu beziehen schien. „Also genau auf dieselbe Welses" sagte Einer. „Ganz genau so," nickte ein Anderer, der sehr lang und hager war. „Erwürgt von hintenher?" frug ein Zweiter. Der Hagere, an den die Fragen gerichtet wurden, antwortete durch ein stummes Nicken. Siglinde wußte nicht, wohin sie vor Verwirrung blicken sollte. Offenbar schien von dem Morde an ihrer Tante die Rede zu sein. Das Gespräch der jungen Leute, die nicht ahnten, wen sie vor sich hatten, konnte höchst peinlich für sie werden. „In einem Gebüsches" erkundigte sich ein Dritter. „Im Kastanieuwäldchen," gab der Hagere zur Auskunft. Das junge Mädchen athmete auf. Die zuletzt vernommenen Reden schienen sich doch wohl auf irgend einen anderen Fall zu beziehen. Soeben öffnete sich die Thür des Kabinets; ein Herr trat heraus und verabschiedete sich mit einer Verbeugung von dem Rechts- gclehrten, welcher, ohne selbst sichtbar zu werden, ihn bis an die Thür begleitet hatte und dieselbe eben wieder zuziehen wollte. „Bitte!" lud einer der Schreiber Siglinde mit einer Handbewegung nach der Thür ein. Sie erhob sich, trat ein und stand plötzlich wie festgebannt, denn sie blickte wieder in dasselbe Gesicht mit dem feinen schwarzen Schnurrbart und der goldenen Brille, vor welchem sie gestern im Gerichtsgebäude die Flucht ergriffen hatte. Sie zögerte, sie kämpfte mit sich selbst, während ihr Antlitz unter dem Schutze des Schleiers purpurn erglühte. „Sei es denn!" ermannte sie sich endlich und schlug entschlossen die dunkle Hülle zurück. „Siglinde!" entfuhr es den Lippen des Anwalts. Sein etwas bleiches Gesicht nahm unter dem Eindrucke der Ucberraschung eine lebhaftere Färbung an, aus seinen klaren, schönen grauen Augen schössen Blitze der Freude. „Verzeihen Sie diese unehrerbietige Vertraulichkeit, mein Fräulein," fügte er hinzu, ihr die Hand entgegenstreckend. „Daß sie mir in der ersten angenehmen Ucberraschung entschlüpfte, dürfte kaum als Entschuldigung gelten, daß aber jener schöne Name der einzige ist, unter welchem ich Sie kenne, wird mir hoffentlich als mildernder Umstand angerechnet werden." „Ich weiß es erst seit wenigen Augenblicken," antwortete Siglinde, „daß mein fremder Retter und der berühmte Nechtsgelehrte, dem mein jetziger Besuch gilt, eine und dieselbe Person sind. Unter verhängnißvollen Umstünden prägten Sie sich meinen Vornamen ein, wie hätte ich damals ahnen können, daß eine noch viel traurigere Veranlassung Ihnen zu meinem Zunamen verhelfen werde s Wenn ich Ihnen denselben nenne, werden Sie auch alles Uebrige wissen. Ich bin die Tochter des unglücklichen Schönaich, der im Verdachte des . . Sie kam nicht weiter, ein Würgen in ihrer Kehle erstickte jedes weitere Wort. Sie war einem Wetn- krampfe nahe, aber sie gebot den Thränen und biß die Lippen fest aufeinander. Doktor Volkmar wußte genug. Sein Antlitz blieb unbeweglich. Er ergriff sie sanft bei der Hand, führte sie nach einem Sessel, nahm ihr gegenüber selbst Platz und sagte dann, ihr Anliegen ahnend: „Darf ich hoffen, daß Sie gekommen sind, um meinen juristischen Rath zu hören, vielleicht mir die Vertheidigung Ihres Vaters anzuvertrauen s" Siglinde nickte ihm mit einem schmerzlichen Lächeln zu, worin sich zugleich Dankbarkeit ausdrückte, daß er ihr die Nothwendigkeit, ihre Bitte erst aussprechen zu müssen, in zart zuvorkomuiender Weise erspart hatte. „Herr Doktor!" begann sie dann in feierlichem Tone, „ich glaube an die Unschuld meines Vaters, wie an Gott. Er ist einer solchen That unfähig; selbst wenn noch viel mehr als sein materielles Wohl und Wehe auf dem Spiele gestanden, selbst wenn es sich um Leben oder Tod gehandelt hätte, würde er zurückgeschreckt sein, seine Zuflucht zu einem verbrecherischen Mittel zu nehmen." „Sie stehen mit dieser Ansicht nicht allein," erwiederte der Nechtsanwalt, „ich habe angesehene Leute, die Ihren Vater schon lange kennen, Aehnliches behaupten hören." „Durch mich erfuhr er die Kunde von dem Morde zuerst," fuhr Siglinde fort, „ich las sie ihm aus der Zeitung vor. Man muß, wie ich, seinen Schreck, sein Entsetzen gesehen haben, um zu wissen, daß die Nachricht ihn mit der ganzen Gewalt einer furchtbaren, unerwarteten Neuigkeit ergriff. Und daß er nie Talent zu einem Schauspieler hatte, weiß Niemand so gut, wie ich, die ich von meiner Kindheit an ihn kenne. Und so etwas, wie die Verstellungskunst, lernt sich auch nicht plötzlich. „Ist Ihnen das gegen Ihren Vater vorliegende Strafmaterial bekannt?" frug der Nechtsgelehrte. „Nur zum Theil." „ES ist nöthig, daß wir uns über Alles aussprechen, selbst über das Peinlichste. Darf ich Ihnen sagen, wie sich nach den mir zugänglichen Quellen in den Gerichtsstuben der Fall darstellt?" „Sprechen Sie, ohne mich zu schonen, Herr Doktor. Es wäre Feigheit von mir, wollte tch mein Auge vor der Gefahr verschließen." Der Anwalt gab nun Siglinde einen klaren, umfassenden Ueberblick über alle jene gegen ihren Vater zeugenden Indizien, wie wir sie zu Anfang dieses Kapitels zusammengefaßt haben. Mit einer Ruhe und Fassung, die Volkmar nur bewundern konnte, hatte das junge Mädchen zugehört und dabei leise mit dem Kopfe genickt. Dann sagte sie: „Das ist noch nicht Alles. Aus gewissen Fragen, die gestern der Untersuchungsrichter an mich richtete, geht hervor, daß noch ein neues Moment hinzugekommen ist. Man hat im Nachlaß meiner Tante deren Testament gefunden. Ich bin darin als Universalerbtn ernannt, wenn ich . . ." Sie stockte endlich nicht ohne Selbstüberwindung: „Wenn tch eine gewisse Bedingung erfülle." „Und diese Bedingung ist?" „Daß ich die Gattin eines Mannes werde, den tch 31 noch nie gesehen habe," fügte Siglinde hinzu. Sie hatte die Augen zu Boden gesenkt und fühlte den heißen 'Hauch, der ihr dabei verrätherisch über daS Antlitz lief. „Diese Verbindung konnte aber meinem Vater nur dann ein RettungsMittel werden, wenn durch den Tod meiner Tante die Erbschaft flüssig wurde, und so schiebt man jetzt meinem Vater auch noch das Motiv unter, daß er —" „Diesen Tod gewaltsam herbeigeführt habe," ergänzte der Rechtsgelehrte, „um sich durch die Heirath seiner Tochter zu helfen?" „So ist es. Nur möchte ich wissen, wozu dann mein Vater noch den Versuch gemacht haben sollte, die Tante nach an ihr vollbrachtem Morde zu berauben. Was er der Todten hätte nehmen können, hätte er ja nur seiner eigenen Tochter entwendet, die deren Erbin war!" „Dieser Widerspruch wird keinen Staatsanwalt und keinen Richter in Verlegenheit bringen," bemerkte Doktor Volkmar mit einem leisen Lächeln, „sie würden Ihnen 'antworten: Ihr Vater habe sich, da eine Heirath sich nicht von heute auf morgen vollziehen läßt, zunächst aus der allerschlimmsten Noth helfen, habe seinem Falliment vorbeugen wollen oder auch sich für den immerhin möglichen Fall, daß die Tante inzwischen das Testament geändert haben könnte, durch einen Griff in ihre Schätze sicher stellen wollen." „Ja ja," seufzte das Mädchen, „das läßt sich allerdings geltend machen. Es kommt zu dem Allem noch hinzu, daß meine Tante vor Kurzem lebensgefährlich erkrankt und somit Hoffnung auf meinen baldigen Antritt ihres Erbes vorhanden war. Ihre unerwartete Wiedergenesung könnte, nach richterlicher Auffassung, für meinen Vater nur ein Grund mehr gewesen sein, das Ereigniß, vor welchem ihre kräftige Natur Halt machte, auf gewaltsamem Wege herbeizuführen." Auf Volkmar's Ersuchen, ihn vertrauensvoll in die Familienverhältnisse einzuweihen, die er zur Beurtheilung der Situation kennen müsse, erzählte ihm Siglinde Alles ausführlich, was sie vor wenigen Tagen durch ihren Vater erfahren hatte, von dem Zerwürfniß zwischen ihm und der Tante angefangen, bis zu dem Briefe, womit der Sohn des Majors von London aus seine Ankunft ankündigte. Der Anwalt war Siglindens Mittheilung mit großer Aufmerksamkeit gefolgt. „Hat Ihr Vater diesen Brief zustimmend beantwortet," frug er nach einer Pause, „so daß Herr v. Harnisch sich auf Ihre Hand Hoffnung machen durfte?" „Nein, Herr v. Harnisch hatte keine Adresse angegeben, weil er fast unmittelbar seinem Briefe folgte. Auf der Ueberfahrt von Dover nach Calais ist das Schiff, auf welchem er sich befand, in Folge Zusammenstoßes mit einem andern zu Grunde gegangen, doch las ich seinen Namen in der Liste der Geretteten." „Ich kann mir denken, daß Sie, um Ihren Vater vor dem Ruin zu bewahren, in die Verbindung mit dem Sohne seines ehemaligen Gegners eingewilligt hätten," bemerkte Volkmar, wobei Siglinden ein leises Beben seiner Stimme nicht entging. „Ich erklärte mich allerdings zu diesem Opfer bereit," antwortete sie kaum hörbar, wieder, wie vorhin, erröthend zu Boden blickend. „Inzwischen hat sich Herr v. Harnisch Ihnen noch nicht vorgestellt?" fragte der Anwalt. „Meine Dienerin theilte mir mit, es fei vorgestern Nachmittag, nachdem ich mit meinem Vater nach Gut Nottenbach abgereist war, ein Herr dagewesen. Ich vermuthe, daß es Herr v. Harnisch war." „Und seitdem hat er nichts wieder von sich hören lassen?" „Nein. Er dürfte inzwischen von dem schrecklichen Ereignisse, an welchem man meinem Vater eine so blutige Schuld vorwirft, gehört haben und wird natürlich die Tochter eines Mörders als Gattin verwerfen." Doktor Volkmar blickte nachdenkend vor sich hin. Dann stand er auf, nahm einige Zeitungen aus einer Mappe und blätterte darin. „Der Zusammenstoß der beiden Dampfer hat am 12. d. Mts. stattgefunden," bemerkte er aus einer Zeitung aufblickend. „Zwischen dieser Katastrophe und Herrn v. Harnischs vermuthlichem Besuche liegen elf Tage. Von Calais hierher braucht man doch höchstens 48 Stunden. Was hat er in jener Zeit getrieben?" Die letztere Frage hatte der Advokat murmelnd gesprochen, wie an sich selbst gerichtet. (Fortsetzung folgt.) ---Ss-Ar-ss-- In allerliebster Gesellschaft. Eins Humoreske von Element Kleeberger. (Fortsetzung.) Mein Freund Karl stand ungefähr zwanzig Schritte von dieser Scene entfernt. Halb und halb schien er sich bewußt, um was es sich handelte. Ich befahl ihm, herbeizukommen. Er blieb hartnäckig stehen. „Herr Gendarm," rief ich nun, denselben ver- ständnißtnnig anblickend, mit forcirter Stimme, „ziehen Sie den Säbel und hauen Sie den Taugenichts sofort zusammen — wenn er nicht auf der Stelle —" Der Renitent ließ mich nicht ausreden, er kam herangeschlichen, denn er sah das rothe Aermeltnch des Gewaltigen bereits hinab gegen den Säbelkorb streifen. Brav Büblein, wie ein Schläge fürchtendes Windspiel kam es fast gekrochen, jedoch krämpfig den Zweig festhaltend. In dem Momente aber, als der Bewaffnete seine Hand an's Schwert legte, entfiel dem zu Tode erschrockenen Frevler das oorxus äelioti — ich ließ es liegen und empfahl mich mit meinem Gesellschafter in Eilschritten, denn unser neues Schauspiel hatte ein nichts weniger als dankbares Publicum. Um schneller zu entrinnen, bogen wir in die Fahrstraße ein, jedoch auch hier gab es Spaziergänger genug, und hie uud da konnte mit bester Vorsicht ein kleines Anrempeln nicht vermieden werden. So zehn Minuten sausten wir dahin, dort, wo von der Straße weg es wieder hineinführt zu den schlängeln- den Fußpfaden, stießen wir auf einen mir sehr befreundeten jungen Doctor. Ich hatte mit demselben vor einigen Jahren eine hochinteressante Dolomitenfahrt gemacht, und das lange Zusammenwandern brachte uns auch in der Stadt näher. „Um alle Welt, Herr Compagnon," rief er mir schon von weitem entgegen, „Sie jagen — welche Verantwortung — Ihrem Stammhalter die schönste Luftröhrenschwindsucht an den Hals. Ein so galoppirendes Lustwandeln ist im höchsten Grade polizeiwidrig. WaS ist's denn? Haben Sie den heutigen Abendspaziergang in Accord? Terminversäumniß? — 32 Nein straf' mich der Orkus, wenn'S nicht so ist — Ihr Gesicht glüht auf den Jsargrund nieder wie der purpurne Rosengarten auf den Bozner Boden. — Ei, Ihr Kleiner, der schnauft ja wie ein zu Tod gehetztes Böcklein. Hetzt er Dich, Dein Papa?" sagte er dann, sich gutmüthig an Karl wendend, „ssinxsr iäsin" —, und Karl Machte eine so weinerliche Fratze, zum Steinerweichen, und nickte unaufhörlich mit dem Kopfe, es siel ihm aber nicht ein, sein Hütchen, wie es doch die erste Anstandslehre erfordert, grüßend zu lüpfen. Ich nahm es ihm ab, doch der Neisefreund bat, das erhitzte Haupt nicht den kühlen Luftstrichen auszusetzen. Eine sanfte Ironie, denn die Lüfte waren lau und lind, und ich behielt deßhalb das Hütchen um so vorsätzlicher in der Hand. Die Zeitungen meldeten gerade die schrecklichen Verheerungen, die der Karneidbach im Eggenthal angerichtet, und daß der Wirth in Birchabruck, dem Mittelpunkt des Thales, dadurch ein ruinirter Mann geworden wäre. Wir kannten ihn gut, waren bei ihm bestens aufgehoben und bedauerten herzlich das Unglück. Unsere Reise-Erinnerungen verwickelten uns in ein immer lebhafter werdendes Geplauder. Karl wollte auch sein Vergnügen haben, und er hat es auch gefunden. Nämlich mein lieber Doctor ist nicht nur ein hochgelahrtes Haus, Philosoph onra suinwa lanäs, sondern auch eine hochgewachsene Stange. Seine Gewohnheit war, im Gesprüchseifer die beiden Aermel in die Hüfte zu stützen. Wenn er nun auf einem etwas erhöhten Punkte stand, so blickte für den, der zu ihm emporschaute, durch die offenen inneren Armwickel das blaue Auge des Himmels heraus. Diese lachenden Ziele waren für Karl, der zu Hause auf Alles und Jedes geworfen, und oft mit virtuoser Sicherheit durch die Guckerlfenster des heimathlichen Erkers seinen Ball gesendet, zu verführerisch. Er schlich sich abseits in das tiefer gelegene Gehölz, und richtig schwirrte alsbald ein rundes Steinchen durch die Arm- spreize, aber so frei, daß kein Fältchen des Rockes gestreift wurde. Der Philosoph sah das Geschoß wohl vor sich hin und hinaus in die Wiese fliegen, indeß er achtete nicht besonders darauf, doch da nach einer kurzen Pause, und zwar von der anderen Hüftseite weg, wieder ein Kiesclchen schwirrte, drehte er etwas das Haupt, gleichwohl ließ er sich in seinem Thema und in seiner Stellung nicht beirren. Da flog abermals ein Steinchen, und weil der Doctor zufällig den Arm straff an sich zog, blieb es innerhalb des Armwickels stecken. Also der Punkt geschossen und getroffen. Karl jauchzte, wie der Zieler an der Scheibe. Ich aber eilte auf den ungerathenen Schützen zu, unbarmherzig wollte ich ein paar Schellen fliegen lassen. Karl war nicht der Junge, der sich gutwillig hinstellte, um dankbar sein Tractement in Empfang zu nehmen, im Gegentheil, er machte sich den Jux, mit mir „fang' das Männchen" zu spielen, dazu mußte die lange Stange des Doctors das Object bilden, denn rund um ihn herum ging die Jagd. Der Doctor bat, doch gütigst seine Person außer Betracht zu lassen. „Nicht weiter mehr aufregen, bitte ich, — aus Ihrem hoffnungsvollen Jungen wird unzweifelhaft noch 'was recht Tüchtiges werden, — wenn die Schweizer wieder einmal einen Teil brauchen, sofort offeriren Sie das Söhnchen, es hat dHs berufenste Talent dazu " Ich verbiß meinen Unmuth, war ich doch dem Schloßbengel gegenüber die reinste Ohnmacht. Meine Entschuldigungen wollten kein Ende nehmen, der Reise- freund aber meinte, ja er bat mich, doch seinethalben den Knaben nicht allzustark mit dem schon von Horaz so trefflich besungenen davulus bekannt zu machen. Der Ton, den mein sonst so gutmüthiger Doctor an- schug, hatte etwas Beimischung von Lauge und aufrichtigem Bedauern. Wir schieden, das war mir klar, nicht so freundlich wie wir uns trafen, und der Gedanke, daß wir in den heurigen Ferien selbander abermals eine Lustwanderung machen sollten, ward nicht mehr fort- gesponnen. Es that mir ordentlich weh uw meinen lieben Neisefreund, ich mußte auf ihn verzichten, das alles wegen meines allerliebsten Gesellschafters. IV. Nun nahm ich den Burschen wieder auf die Seite. „Gräßlicher Mensch", knirschte ich, „hat Dir Deine Gouvernante gar keinen Schliff beigebracht? Du bist ja der vollkommenste Hottentott, ein Bauernbengel der ersten Sorte und ich muß mich geniren, mit Dir überhaupt noch einige Schritte weiter zu gehen. Bei meiner ausgedehnten Bekanntschaft bringst Du mich in den Geruch, den ungehobeltsten aller Buben in Besitz zu haben. Danke für die Ehre. Doch wenigstens auf dem Weg, den Du mit mir noch gehst, will ich, daß Du eine Idee von Anstand zeigst. Merk' Dir, wenn ich grüße, läss'st Du nicht, wie bisher, Deinen Deckel auf Deiner Bürste, sondern nimmst ihn ab, und bleib' ich stehen, so bleibst Du auch stehen und verneigst Dich und bedeckst Dich erst dann wieder, wenn man Dir's erlaubt. Bursche, ich rath' Dir, folge, folge, sonst — nehm' ich Dich bei Deinen Schmalzfedern und ziehe solange daran, bis sie mir in der Hand bleiben. Verstanden?" Mein Freund erwiderte keine Silbe und ging knickend, den Kopf vorgehängt und niedergeschlagen das Auge, wie um die Suche nach dem Himmelsschlüssel, neben mir her. War das Demuth, Heuchelei oder endlich einmal thätige Neue? Wir kamen glücklich ohne neuen Unfall zu der Baumgruppe, die, vorgeschoben bis zum Hang, so zu sagen den aus der Stadt ziehenden Luftkneipern die Honneurs macht. Unten über die Grabenbrücke seh' ich eben jetzt einen mir nur zu gut bekannten Herrn schreiten. Seiner Korpulenz Tritte waren heute besonders langsam, zögernd, fast suchend, als ob sie die neue Schotterschichte sondiren und über einige kantige Kiesel sich Hinwegheben wollten. Ein kleiner Wehestand an der großen Zehe mochte etwa zu dieser Vorsicht mahnen. Die arme Korpulenz, der zu Hause die schönste Carroffe und zwei prächtige Rappen zur Verfügung standen, mußte gehen, der Leibarzt befahl es — und der Patient folgte. Ich war erst vorgestern bei ihm, einer Wohnung halber. Er besaß nämlich in einem der neuen Stadttheile mehrere Häuser und in einem davon wollte ich gern meinen Familiensitz aufschlagen. Es wäre fürwahr ein trauliches Heim gewesen, luftig, sonnig, weiten Blickes über Wiesengrund zu Bayerns Alpenwand; es handelte sich nur noch um ein Oefchen, das er in ein kleines, doch zum einsamen Schaffen und Lernen so recht geeignetes Zimmer nicht will setzen lassen. „Zu umständlich", sagte er mir am Freitag, „soll am Montag wieder kommen, weil wir doch 33 — ruhige Inwohner wären, würde er sehen, was sich thun läßt." Die Entscheidung war also morgen, indeß in unserm Familienrath ward bereits beschlossen, daß wir allenfalls die Herstellungskosten selber übernehmen wollten, so magnetisch zog's uns in sein Haus. In meiner Angst, der hoffentliche Hausherr möchte Mich stellen und Karl, die ewige Unruhe, könnte einen unliebsamen, folgeschweren Eindruck auf die ruheliebende Corpulenz machen, drückte ich mich, den Knaben fester zu mir ziehend, in's Gebüsch. Hier glaubte ich mich befreit von einer Dakapo-Scene L In Coloß von Rohdus. Seine Hausherrlichkeit geruhten jetzt eben am Gasteig, am Fuße des Llonts kiauo Halt zu machen, die kleinen Augenrädchen drehten sich etwas zaghaft empor zur Höhe, nun umspannte das klumpige Händchen kräftiger die australische Olive, ein Stecken stark genug, ein noch größeres Volumen zu stützen, und vorwärts: Auf zur Fahrt! Das Gewicht zog ziemlich hinab, die gleißende Stirne und das Wogen des Brustkorbs bewies, daß der Mann noch lange hin hatte, um in die Zunft der ehrsamen Bergfexen aufgenommen werden zu können. Einige Mal blieb er stehen und wischte sich mit seinem blendend weißen Sacktuch das purpurne Glacis seines Hauptes, dann stieg er wieder weiter, jedoch seine Blicke flimmerten gleich Irrlichtern umher; wie, wollte er etwa eine oa8U oder Unterkunftshütte erspähen? Er hielt wieder Rast, seine fetten Gesichtspolster öffneten sich, und aus einer Scharte seiner Zahnpallisade schoß es heraus, zweifellos ein kleines Complimentchen über den genialen Ingenieur, der die steile Bergstraße ohne Serpentinen angelegt. Endlich ging's wieder aufwärts, tapfer aufwärts, aber abermals auf that sich sein Mund, weit, sehr weit, hai- artig, und sog und sog den gerade über den Hang harmlos hinubstreichenden Flug Mailüftchen schockweise ein. Wahrhaftig, noch einige solcher Jonaszüge und das Oxygen, das doch für das Universum berechnet war, würde von ihm bis auf das letzte Theilchen aufgepumpt worden sein. Obwohl er nun längst seinen Fuß auf den Nacken des Berges gestellt, schritt er nicht vorwärts, ja doch gottlob. Mir ward schon etwas schwül, er möchte am Ende gar die linke Schulter vornehmen und auf der Bank neben uns Platz suchen, es pochte wirklich an meine Rippen und froh war ich, als der Herzhammer seine Arbeit aussetzte; — da — welcher Gedanke hat dem Mann den Kopf gedreht? oder ist Karlchcn, dem das Mäuschenstille halten schon lange zuwider geworden, in der Freude der Erlösung zu rasch aufgesprungen — da kehrt er sich um, der Kies knirscht unter seinem Absatz, er sieht die Bank und schnurgerade geht's auf das neue Ziel los. „Sie haben sich hier ein recht einladendes Plätzchen heansgcsucht", sagte er dann und ließ sich langsam in dem andern Eckchen nieder. Ich erhob mich, grüßte verbindlichst, auch Karl zog seinen Florentiner und verneigte sich ehrerbietigst. „Du bist einmal ein charmanter Knabe, schön, mein junger Freund: Mit dem Hut in der Hand — kommt man durch's ganze Land", dann wendete er sich zu mir: „Ihr Jüngster?" „Der Jüngste und Aelteste", antwortete ich, natürlich doppelsinnig, wie ein delphisches Orakel. „Aso nur Einen?" „Zu dienen, Herr Rath;" muß nebenbei bemerken, mein präsumtiver Hausherr war nicht nur vielfacher Hausherr, sondern auch vielfacher Rath: Verwaltungs-, Distrikts-, Pflegschaft-, Armen-, auch gewesener Stadtrath, kurzum Universalrath. „Ein Kind, ein Schreckens-Kind," lächelte er. „Ja, ja, im wahrsten Sinne des Wortes, ja nur zu wahr." „Nun, nun, nicht gleich so voller Angst, der Knabe sieht gesund und wohl aus, wie selten ein Stadtkind, strotzend wie eine aufgesprungene Pfingstrose. Alle Sprichwörter hinken. Der da," dabei tätschelte er Karl's Schulterblatt, „hat seinen 100jährigen Geburtstag verbrieft in der Tasche. So, mein junger Freund, so setze Dich, ich habe ja gesehen, wie Du ein gut gezogener, überaus höflicher Knabe bist. Komm', bedecke Dich, setze Dich." Wirklich, Karl war zu artig, als daß ich nicht gern sein Väterlein spielen wollte, um so mehr die hausherr- liche Sympathie für ihn eine nicht zu unterschätzende Reverenz für meinen morgigen endgiltigen Wohnungsgang sein konnte. „Karl," sagte ich nun zu dem Jungen, der noch immer tief geneigt vor Seiner Hausherrltchkeit stand, „der Herr Rath haben's erlaubt; komm', bedecke Dich, setze Dich" — aus Artigkeit und Speculation nämlich hatte ich wieder Platz genommen. Wer sich nicht bedeckte, nicht sich setzte, war Karl. Dessen Höflichkeit war in den Comparativ übergegangen, denn er neigte sich zusehends tiefer, und schon war sein Kompliment bei der Kniescheibe angelangt, dabei ließ er die Arme wie Dreschflegel hängen. Ein kleines Bläschen des Unmuths flatterte bereits über meiner Stirne; das Bläschen wuchs, wurde zum Wölklein, zur Wolke, zu mehreren Wolken, sie drängten sich so masstg, so eng am glühenden Horizont der Hirnschale zusammen — nach den atmosphärischen Gesetzen mußt es alle Augenblicke niederhageln. „Karl," rief ich, „Karl, Du belästigst den Herrn, den Kopf in die Höh', bedeck' Dich, setz' Dich." Er bedeckte sich nicht, er setzte sich nicht, und statt den Kopf aufzurichten, ließ er ihn sinken, das Kompliment hatte den Superlativ erreicht, — sinken schier in den Schooß des ihn unwillig von sich schiebenden Hausherrn. Blitz, Krach, Hagel — das Gewitter ging los. Ich sprang auf, nahm den Burschen beim Kragen, wollte den Kopf mit Gewalt in die Höhe bringen, der Renitent drückte seine Mähne hinab und ich hatte factisch nur den Kragen der Jacke in der Hand; bei dieser unsäglichen Procedur geschah es aber, daß ich den widerspänstigen Burschen zu weit gegen die große Zehe des hausherrlichen Pedals vordrängte. O der Ton, der jetzt dem unglücklichen Besitzer des Tonwerks entfuhr; er gellte mir an's Ohr wie eine Applicatur-Saite, die eben abgesprungen. Ich entschuldigte mich, nein, ich wollte mich entschuldigen, ich sagte immer und immer: „Es thut mir leid, Herr Rath, recht leid, unendlich leid, Herr Rath können es mir glauben, müssen mir's glauben, wie unsäglich leid es mir thut." „Und mir, mir," antwortete der Herr Rath, nachdem er sich von seinem Wehdam ein bischen erholt hatte, „mir thnt's noch leid... der... er" — in seinem Zorn und Hohn gebrauchte er offenbar absichtlich eine ungrammatische Steigerungsform; der schneidende Accent, mit dem er das letzte Wort markirte, wies znr Genüge darauf hin, — „und ich bedanke mich recht schön," — 34 setzte er dazu, «wenn Sie glauben, wein Bein sei ein Blitzableiter für die väterliche Wuth." „Herr Rath," entgcgnete ich rasch, „Sie denken etwa, dieser Satan sei mein Sohn, — nein, Gott bewahre mich vor diesem Ausbund." Wie mich jetzt der Mann fixirtc, wie er mich verächtlich anstarrte, vom Kopf bis zum Fuß maß. Wohin classificirte er mich; eine ganze Wagenreihe von wilden Thieren mußte an seinem Geiste vorbeigefahren sein, aber eine Art, Bestie, die, wenn das Junge ihr unliebsam wird, dasselbe verlängnet, davon hat nicht einmal irgend ein Explicator berichtet. Der hoffentliche Hausherr faßte fester den wuchtigen Silberknopf seiner Olive, richtete sich an ihm auf, knappte einige Schritte, dann blieb er abermals stehen; „also." sagte er, sarkastisch lächelnd und auf Karl deutend, „also ein Findelkind. — Uebrigens brauchen Sie sich morgen nicht mehr zu mir zu bemühen."-Bild!- V. „Bild!" sagte ich vorher; was war da ein schönes, ergötzliches Genrebild, ein lustiger Defregger-Ball auf der Alm, eine wonneselige Grützner-Weinprobe im Kloster- keller im Gegensatz zu dem, welches sich jetzt vor mir aufgerollt. Das ist: Max, hautdurchschauernd, herz- zerschneideud, unglückbrütend L 1a. Kindsmörderin, das ist die Glocke von Huasca, des spanischen Malers, der gleich Krautköpfen die Köpfe der Enthaupteten vor der Klosterpforte aufhäufte. Während nämlich der verstoßene Hausherr seine letzten, denkwürdigen Worte ans- gestossen, war Karl durchgebrannt, hinab den Berg, an der Jsarbrücke vorbei, dem Damme zu, auf ihm, nein, unten am Nasen, wo der schneegeschwollene Alpenstrom anbrandete, weiter. Ich hatte einmal die Verantwortung, Karl wohlbehalten seiner Mama abzuliefern, übernommen, daher blieb mir nichts anders übrig, als dem Ausreißer auf der Fährte zu bleiben. Was waren meine Sorgen um den Knaben bis jetzt? — Jux, Spaß, nichts. Ein Scheibchen Krenn beim Osterschmanse, ein graues Härchen im schwarzen Vollbart, ein Secündchen Wachen bei durchschlafender Rächt. O Base, o Mutter, o Gouvernante, löst mich ab. Ich schärfte meinen Blick. Warum bin ich nicht Argus, der Huudertüugige, nicht Lynkeus, der über die Ecke sah, und selber wär' ich er: der Balg war nicht zu bewachen. Bald sah ich ihn, bald nicht, bald stand er auf dem Damme, bald unten am Nasen. Ich lief und konnte ihn nicht erreichen, denn ein entsprungenes Fohlen, wie das meinige, hat andere Läufer, als der, dem bereits der Jahre Blei an den Knieen hängt. Da hör' ich einen Mark und Bein durchschneidenden Schrei. Es ist Karl's Stimme. Wo ist er? Ich laufe dem Schalle zu; athemlos die Hände ringend steh' ich vor dem rauschenden Strom. Gott, wo ist Karl? am Ende!-Mir wurde warm im Gehirn, heiß, so heiß, so glühend heiß — am Ende? — — und nicht anders ist's, kann — kann nicht anders fein — es muß so sein — muß — wo wär' er denn? — er ist fortgerissen, — ertrunken. Ich ging hinab den Nasen, vorsichtig bis zur Brandung. Nichts, als das jagende Wasser, die Wogen, die übereinander stürzend einander begruben. O Mutter, so haben sie auch Deinen Sohn begraben, Deinen einzigen Sohn, Dein anderes Leben. Ein Schwerer Reiter und sein Mädchen standen hinter mir. In meinem Schrecken hörte ich sie nicht kommen. — „Laßt's gut sein, Herr," sagte der Reiter, und sein Mädchen setzte dazu: „o das Leben ist so schön! net wahr, Gustl? so schön, o ich möcht' noch hundert Jahre über den jüngsten Tag hinaus leben mit meinem Gustl." „So ist's," pflichtete der Netter bei — „und warum gleich wegen jedem Pfifferling in's Wasser springen? Was ist Ihnen denn über die Leber 'krochen?" Ich schaute das Paar wie versteinert an. „Ah, sind S' g'scheidt und froh, und sind S' dankbar, wenn der alte Knochenhauer recht lang net kommt; und ein Fischfressen abgeben wollen, dies, meiner See?, wär' mir das Allerallerletzte. Geh'n S' weiter und sind S' wieder fidel." „Und mi' freut mein ganzer Ausgaug net, wenn ich in Ihr verzweifeltes Gesicht seh'," untersuchte die Julie ihren Romeo. „Ich bin sehr verbunden," entgcgnete ich, „und wahrhaftig, ich bin der Verzweiflung nahe. Denken Sie, mir ist gerade mein Bub' — ich sah ihn bis zu dieser Stelle laufen — ertrunken." „DaS ist, teufelneun, natürlich eine andere Nummer," bemerkte der Reitersmann. „Wie sah er denn aus? — Einen Matrofenhut?" »Ja —" „Einen zerrissenen Matrosenkragen?" „Ja." „Und so einen Matrosenspenser?" „Ja." „Und rothe Strümpf'?" „Ja, — um des Himmelswillen —" „Und schwarzlackirte — aber über und über koth- saftige Halbstiefel?" ^ »Ja, ja — schnell — um Gotteswillen, haben Sie ihn hineinfallen sehen?" — „Nein, das zwar nicht, aber da steht er hinter der dicken Pappel —" „Und so oft Sie," ergänzte jetzt die Schwere Neiters- braut, „in d' Näh' kamen, ist der Spitzbub' immer rund herum g'schlichen, daß Sie ihn haben nicht sehen -können." Im nächsten Moment waren der Soldat und die Seinige Karl's habhaft. Der „Schwere" zog den Buben an den Löffeln, die Alliirte nahm ihren Entout- cas beim Krrauf und begrüßte mit dem keineswegs schwachen Stock ein um das andere Mal den katzen- ähnlich emporgezogenen Buckel des Ungezogenen, und unter Fortsetzung dieser Darreichungen brachten sie mir den wie ein zur Schlachtbank gezerrtes Ferkel schreienden Gesellschafter. „Herr," sagte der entrüstete Soldat, „soll ich diesen Erzgauner recht hertrischaken, nein, so seinen Vater in Angst setzen, und uns auch, denn wir haben gemeint, Sie wollten sich ersäufen." „Wie — dieser Gedanke!" „Ja — so is," betheuerte Julie, „und wir sind g'rad so g'laufen, daß wir noch recht 'kommen sind, und der Mein' hat schon ang'fangt d' Säb'lgurt abzuschnallen — wär' Ihnen «achg'sprungen — o der hätt' Sie net ersäufen lassen. Ich kenn' den Mein'n." Ich dankte gerührt, doch für den ersten Augenblick war es mir gewiß nicht um eine weitere Züchtigung zu thun. Ich war todfroh, den fatalen Jungen wieder 35 — gesund vor mir zu sehen. Den Schweren Neitersmann aber, meinen ficherlichen Lebensretter, bat ich, auf mein Wohl mit seiner gefühlvollen Herzallerliebsten ein paar Extra-Steine zu trinken, und drückte in Gestalt eines blinkenden Zweimarkstückes die Quasi-Rettungs-Medaille in die bieder dargebotene Hand. Es bedarf wohl keiner wetteren Erklärung, daß unsere Scene allmählig ein ganz anständiges Contingent Zuschauer ansammelte. Ich zog daher vor, Nomeo und Julie alleinig auf der Bühne lassend, mich mit meinem Freund zwischen die Coulissen, heißt das, in ein enges Seitengäßchen zu drücken, um von da aus auf Umwegen die Neichenbach - Brücke zu erreichen. Als wir in ein ziemlich abgelegenes Gewinkel kamen, konnte ich nicht umhin, meine beiden Hände auszustrecken, um den Ohren des Jungen eine energische Visite zu machen. Aber in demselben Augenblick, als ich aufzog, fing der Schreckliche zu schreien an, wie wenn er ein Messer an der Gurgel hätte. Mit krampfhafter Festigkeit und den Boden stampfend deckte er sich die Gehörmuscheln zu, und es war absolut unmöglich, anzukommen, dabei heulte er unaufhörlich: „anh, auh — und ich sag's schon meiner Mama, auh — und kein Mensch — auh, auh — hat's Recht — auh, anh, auh — kein Mensch — auh!" — Ich mußte von der weiteren Vollstreckung ablassen, denn es pfiffen von einem Dachstübchen herab die zurückgeschobenen Läden und krächzte eine Stimme: „Ihm," hieß es, „ihm soll man die Schmalzfedern aufziehen, ihm, weil er's nicht erwarten kann, bis er mit seinem Buben nach Haus kommt." Natürlich räumte ich im Eilschritte das Feld, nicht aber ohne vorher einen geringschätzenden Blick auf die Nachtenle zu werfen. Da kam ich recht, Himmel, dieses Lexikon von dillots äoux die fetzenweise, wie vom Sturme weggefegtes Laub, niederwirbelten, und bald darauf hörte ich nachbarliche Fenster sich öffnen, und nun ist's schon kein Lexikon mehr, sondern eine ganz respektable Bibliothek, die mir nachgeschleudert wurde. Mein Rückzug aber glich einer Flucht, einer vollendeten Deroute, die mich in eine Sackgasse, wo eingeschlossen die Bora am ergiebigsten wirken konnte, trieb. Durch einen freien Hausgang schimmerte Lichtung. Es war ein Durchhaus. Gott sei Dank, wir standen wieder in den Anlage». Hier trocknete ich meine Stirue, lange, lang, und dann schritt ich, meinen Liebsten am Acrmel, schleunigst der Neichenbach-Brücke zu. Karl trabte trutzig neben mir. Ein ganzer Felsblock, ja der ganze Wendelstein mitsammt seinem Haus und seiner Kathedrale wälzte sich, als wir uns der Müllerstraße näherten, meiner gepreßten Brust ab. Die Möglichkeit, das Nesthäkchen bald dem besorgten Mntterlein wieder zuführen zu können, wuchs ja von Schritt zu Schritt. Der Centralbahnhof, in dessen Umkreis die Base wohnte, war nun vermittelst der Trambahn in einigen Minuten zu erreichen. Eben fuhr der Wagen der Haltestelle zu, jedoch seine Tour giug zur Jsarbrücke, die meine, entgegengesetzt, zum „Stachus". „Magst Du fahren mit mir bis zum Bahnhof, Karl?" frug ich im gütigen Tone. Er antwortete nicht, sondern sprang davon, hinüber über den Brei der Straße, fort im Galopp auf den Wagen zu, und war auch schon darin entschwunden. Durch eben diesen aufgelösten Macadam stürzte ich, k keine Lache, keinen See, keinen Oker scheuend, dem Burschen nach. Ich winkte dem Conducteur vergebens. Soweit geht doch die Rücksicht nicht, daß für den Ein» zelnen Alle warten sollen. Der Wagen fuhr sein Geleise. Mit einer derben Verwünschung zwischen den Zähnen und einem um so tieferen Seufzer zog ich mich aus der braunen Sulze Zurück, und im Laufschritt, so zwar, daß mir die Hüfte stach, verfolgte ich die Arche. Auf der Jsarbrücke, dachte ich, werde ich den gottlosen Rangen jedenfalls wieder treffen, und in dieser Hoffnung kürzte ich meinen ohnedies langsamer werdenden Gang noch um einige Tempi. Endlich langte ich beim Brückenkopf an. Das Wasser wehte eine fröstelnde Brise mir an die schweißtriefende Stirne, an Kehle und Hals. In der Mitte der Brüstung steht ein Haufe Buben; die Passage sperrend, gaudirten sie sich an der wilden Wellen- jagd. Ein Gendarm schreitet auf die Bande los und verscheucht sie. Ich frug den Sicherer der Ordnung, ob er nicht einen so und so aussehenden kleinen Burschen hätte vorher aussteigen sehen. Er bejahte es, hinzufügend, daß das junge Herr» chen aber einem älteren Herrn — er kenne ihn, es sei ein Hauptmann a. D. — sich anschließend nach dem Ostbahnhof weiter gefahren sei. Ich schüttelte den Kopf, dann stand ich wie versteinert. Der Gendarm errieth augenblicklich meine Be» stürzung. „Der junge Herr," sagte er tröstend, „kommt wohlbehalten an, er ist in guter Gesellschaft; der Herr Hauptmann logirt in der Nähe des Bahnhofs." Nun war mir's klar, wie das Herrchen zur Weiterfahrt kam. Der Herr Hauptmann a. D. war augenscheinlich mit ihm eingestiegen und gab dem Villete austheilenden Conducteur als Reiseziel Ostbahnhof au. Da Karl weder den Globus der Stadt und noch weniger die Weltgcgend-Bahnhöfe kannte, so genügte ihm das Wort „Bahnhof" vollends, um in guter Gesellschaft seiner vermeintlichen Heimath entgcgeuzurollen. Aber — aber — verliefe er sich, irrte er umher, das Gewiukel der Vorstadt durchheulend, und ergriffen sie ihn zur späten Nacht als herrenloses Gut, als wohnungS- loscs Individuum, denn ich muthmaßte, daß der Schloßprinz weder seine Hausnummer noch die Straße wußte, und Mama kaum noch Zeit gefunden haben wird, ihre» Einzug in die Residenz der Polizei anzumelden — barmherziger Gott, eine Nacht in den Katakomben der heiligen Hcrmandad brächte ihn in Fraisen, in Epilepsie, den Tod. Und ich, wenn ich zu seiner Mutter träte, ohne ihn, und sie mir zuriefe: „Wo ist Dein Vetter Karl?" mir müßte es werden, wie einstens Kain, als der Herr ihm zugerufen: „Wo ist Dein Bruder Abel?" Ich eile über die Brücke, lasse mein Auge hinab- schießen in die Au —: „ein Pferd, ein Pferd, mein Königreich für 'n Pferd," so rief in seiner höchsten Verzweiflung einst der englische Richard, und ich rufe in der nämlichen Verzweiflung: „Eine Droschke, eine Droschke, meinen Beutel für eine Droschke t" (Fortsetzung folgt.) 36 ALLexLer. Der „Haupttreffer". Eine in Wien sehr bekannte Familie ist in der letzten Zeit von einem tragischen Geschicke betroffen worden. In der Praterstraße wohnt Prokurist Theodor St. mit seiner aus vier Personen bestehenden Familie. Herr St., welcher der Bruder eines seither verstorbenen Wiener Cafetiers ist, lebte in den besten materiellen Verhältnissen, da ihm ein ziemlich bedeutendes Einkommen gestattete, nicht nur für seine Familie zu sorgen, sondern auch noch Ersparnisse zurückzulegen. Trotzdem war der Mann unzufrieden. Er äußerte immer die Befürchtung, seine Familie werde darben müssen, wenn ihm etwas widerfahre, und nur ein großes Vermögen könne vor einer solch' traurigen Zukunft schützen. Dieses Vermögen suchte sich Herr St. durch den Ankauf von Loosen und Promessen zu verschaffen. Seine Ersparnisse legte er ausschließlich in Loosen an und außerdem kaufte er zu jeder größeren Ziehung eine Promeffe. Einmal hatte er mit einem Kommunalloose hart an den Haupttreffer gestreift und seither lebte St. in der festen Ueberzeugung, daß er noch einmal das große Loos ziehen werde. Unlängst fuhr er Morgens von Baden, wo seine Familie zum Sommeraufenthalte weilte, ins Geschäft. Dort angelangt, nahm er die Zeitung zur Hand und durchsing den geschäftlichen Theil. Plötzlich sahen die andern Beamten den Prokuristen erblassen und mit zitternder Hand etwas in der Tischlade suchen. Es war das Verzeichniß der ihm gehörigen Loose. Nach einer Weile sprang er auf und rief jubelnd: „Meine Herren! Ich habe den Haupttreffer der Bodenkreditloofe gemacht! Entschuldigen Sie mich beim Chef, aber ich muß sofort nach Hause zu meiner Frau." In größter Aufregung fuhr Herr St. nach Baden, wo ihn seine Frau, erstaunt über sein unerwartetes Erscheinen, empfing. Freudig erzählte er ihr von feinem Glücke und wies zur Bekräftigung die Zeitung vor. Die Frau laS die Nummer, dann sagte sie: „Ja, hast Du denn auch ungarische Bodenkreditloofe?" Der Mann starrte die Frau bestürzt an, riß ihr das Blatt aus der Hand und nachdem er gelesen, sank er bewußtlos auf ein Fauteuil. Er hatte in seinem Glücke nicht bemerkt, daß eS sich hier um die Ziehung ungarischer Bodenkreditloofe handelte, während er nur solche österreichischer Papiere besaß. Die Erkenntniß des Irrthums hatte eine furchtbare Wirkung auf den Unglücklichen geübt. Die ganze Lebensfreudigkeit schien geschwunden und alle Tröstungen seiner Frau halfen nichts. Dann schlug die Stimmung plötzlich um. Herr St. kam eines TagS fröhlich nach Hause und bestellte bei seiner Gattin ein feines Souper, da Gäste kämen. Als es Abend wurde, erschien Niemand und St. wußte gar nicht, daß er etwas Diesbezügliches gesagt habe. In den nächsten Tagen machte er sich durch größere ganz überflüssige Geldausgaben bemerkbar und sprach stets von Millionen. Er bildete sich ein, alle Taschen voll Millionen zu haben, und beschenkte alle Leute reichlich. Der Arme ist jetzt reich und im Wahnsinn hat er das Glück gefunden, dem er so unvernünftig nachgejagt hatte. Herr St. ist gegenwärtig in einer Privat-Heilanstalt untergebracht; die Aerzte haben jedoch nur geringe Hoffnung auf seine Wiederherstellung. » Ein Phantast. Bummel: „Kennst Du den Gerichtsvollzieher Schnüffel?" — Stummel: „Ja, leider. Warum?" — Bummel: „Der Mann hat seinen Beruf verfehlt, der hätte sollen Dichter werden. Die Phantasie, die der hat. Du hast keine Ahnung. Denke nur, gestern war er bei mir und da hat der Phantast, so wahr ich lebe, an meiner Kette — eine Uhr vermuthet." - I >*>- An das Ar»«eußerz. Ein wundersames Räthsel ist das Herz, Daran ich glaub' wie an ein fromm' Orakel; Sein Zauber rührt, und wärst du kalt wie Erz, ES ist ein Edelstein ohn' allen Makel! Ein freudiges Geheimniß birgt'S in sich, So hoch und hehr, daß man eS nie begreifet, Und Frucht erzeugt es, schön und minniglich, So wie sie sonst auf Erden nimmer reifet. Bewährt es stets sich edel, treu und rein, Den wunderbarsten Segen schließt es ein; Es ist ein Quell, an dem man ewig trinket, Deß' reiner Bronnen nie im Schlamm versinket. Ihm gab der güt'ge Gott den eig'nen Geist, Mit göttlichem Gewinn an Lieb' und Stärke; So schafft eS nun die überird'schen Werke, Die seine Huld allein den Menschen weist. An seiner Gnade trinken alle Seelen, Der Bettler wie der König froh beglückt; Mit ihnen kann eS Seligkeit vermählen, Und ohne Ende werden sie entzückt. Wo Sündenschuld des Menschen Geist entstellt, DeS Lasters trübe Gährung in der Welt» Da weiß das Herz die Rettung ihm zu finden Und ihm Erlösung freudig zu verkünden. Dies große Räthsel, such' eS nie zu lösen, Den zarten Schleier hebe nie empor! Denn solchen Reichthums sinnig frommes Wesen, Es beut sich nicht der Menschen Aug' und Ohr. Willst du ergründen, was noch unergründet In ungemcss'ner Tiefe ruhend liegt, Was den allein, der jenes Glück empfindet, In unbegreiflich hoher Art berückt? Wo kalt Verstand, wo Forschung an ihm grübelt, An jenem Quell, der aus der Gottheit fließt, Die Gotteöpracht der Zweifel da verübelt, Den Zauber bannt, der sich um sie ergießt. Nicht McnschenwciShcit mag den Werth erhöhen, Womit das Herz von höchster Hand begabt; Sie kann wohl etwas, alles nicht erspähen, Der Glaube ist's, der hier allein sich labt! So frevle nie am Herzen; denn die Sünde, Die an dem Herzen frevelnd sich verging, Verschalt mit einer eisig starren Rinde Der Liebe Gut, das es vow Herrn empfing. WaS sich so mild, so liebend dir gegeben, Du sollst es freudig auf den Thron erheben! Es sendet das Gemeine erdenwärts Und strebt zu Gott, es ist das Frauenherz! L. L ---SV-r'-Se—>- Telegramm-Räthsel. Die Striche sind durch Vokale, die Punkte durch Konsonanten zu ersetzen: Auflösung des Logoaryphs in Nr. 4: Esse, Esser, Messe, Messer. Auflösung des Bilder-Räthsels in Nr. 5: Zwei tragen Freud und Leid besser als nur Einer.