zm 10. Ireitag, den 2. Februar 1894. Für die Redaction verantwortlich: Philipp Frick in Augsburg. Druck und Verlag des Literarischen ZnstitutS von HaaL L Grabhcrr in Augsburg (Borbesitzer Dr. Max Huttler). Auf Verwegener Wahn. Kriminalnovclle von Gustav Höcker. (Fortsetzung.) Siglinde hatte über ihrem Schmerze alles Andere vergessen. Erst jetzt fiel ihr ein, zu fragen: „Ist der Gatte meiner Schwester auch ertrunken?" „Nein," gab Harnisch zur Antwort, und ein seltsames Lächeln spielte um seinen Mund. „Jmhoff hat sich gerettet. Ich selbst sprach ihn auf der „Sirene", welche uns nach Calais brachte. Ich bin ihm hier begegnet, obwohl er mich nicht bemerkte, und nach der Beschreibung Ihrer Dienerin war er jener Fremde, der zu Ihnen wollte, während Sie abwesend waren. Und dennoch steht sein Name nicht auf der Liste der Geretteten verzeichnet," fügte Harnisch mit Betonung hinzu. „Wahrscheinlich ist bei der Aufstellung der Liste ein Versehen unterlaufen," meinte Doktor Volkmar, „oder der Name ist in der Zeitung, in welcher Sie das Ver- zeichniß nachgelesen haben, durch die Unachtsamkeit des Setzers weggelassen worden." Herr von Harnisch schüttelte sehr entschieden den Kopf. „Ich habe die Liste in französischen und deutschen Zeitungen gelesen," entgegnete er, „und überall fehlte der Name Jmhoff. Dennoch zählte ich stets einunddreißig Namen. Es kann sonach keinem Zweifel unterliegen, daß Jmhoff einen falschen Namen statt des seinigen angegeben hat, vielleicht denjenigen eines Ertrunkenen, um unter der falschen Maske —" „Um unter der falschen Maske . wiederholte Siglinde gespannt, da Harnisch zögerte. „Ein Verbrechen zu begehen," ergänzte dieser. „Der Gatte meiner Schwester?" frug Siglinde betroffen. „Der Gatte Ihrer Schwester," nickte Harnisch. „Wenn Ihren Herrn Vater sein unbescholtener Name nicht schützte, einer Blutthat beschuldigt zu werden, — mit welchem Rechte sollte Jmhoff über den Verdacht eines Verbrechens erhaben sein." „Die Vergangenheit Jmhoff's ist durchaus nicht fleckenlos," fuhr Herr von Harnisch fort. „Einer meiner Mitpassagiere, ein sehr glaubwürdiger Mann, der ihn kannte, erzählte mir während der Ueberfahrt von Ncw- Jork, daß Jmhoff in früheren Jahren Pächter einer Spielhölle in Sän Francisco gewesen sei. Wer die amerikanischen Verhältnisse kennt, der weiß, daß eine solche Carriere eine Hochschule der Verbrechen ist." Siglinde schauerte zusammen bei dem Gedanken, daß ihre Schwester an der Seite eines solchen Mannes gelebt haben sollte, über dessen Vergangenheit und Charakter sie sich vielleicht durch eine gefällige Außenseite hatte täuschen lassen. „In Ihrer Gegenwart war es," fuhr Harnischen Siglinde fort, „wo mich zum ersten Male der Gedanke eines schweren Verdachts gegen Jmhoff durchzuckte; seitdem ist in zwei schlaflos verbrachten Nächten dieser Verdacht fast bis zur Gewißheit gewachsen." Es trat eine Pause ein, während welcher der Rechtsgelehrte einige Male mit lebhaften Schritten das Zimmer durchmaß. „Geben Sie zu, Fräulein Schönaich," nahm endlich Harnisch wieder das Wort, „daß Ihre Schwester Tante Nollenstein's Gewohnheit, ihr Geld in den verschiedensten Verstecken ihrer Wohnung aufzubewahren, gekannt habe?" „Gewiß," antwortete Siglinde; „es war von dieser Seltsamkeit der Tante in unserer Familie oft genug die Rede. Aber warum fragen Sie mich dies?" „Um die Möglichkeit festzustellen," versetzte der Amerikaner, „daß Ihre Schwester ihrem Gatten in gelegentlichem Gespräch diesen Umstand mitgetheilt haben könnte, ehe dieser selbst sich träumen ließ, daß er je in Versuchung gerathen werde, davon Nutzen zu ziehen." Erstaunt heftete sich Siglindens Blick auf Harnisch's Lippen, ohne daß dieser weitergesprochen Hütte. Offenbar wollte er, wie es dem Nechtsgelehrten schien, nicht recht mit der Sprache heraus, getraute sich nicht, das bisher nur dunkel Angedeutete in schonungsloser Klarheit auszuführen, aus Furcht, Siglindens Gefühle zu verletzen, indem er den Verdacht einer mörderischen That zwar von ihrem Vater nahm, aber nur, um ihn auf die Schulter ihres Schwagers zu wälzen. Er warf dem Doktor einen Blick zu, als wolle er sagen: Helfen Sie mir, Sie wissen ja gewiß, was ich meine. Dieser nickte ihm verständnißvoll-zu und ergriff statt des Amerikaners das Wort: „Gestatten Sie mir," wandte er sich an Siglinde, „daß ich mit dem kalten Blute des Advokaten die Schlußfolgerung ziehe, auf welche Herrn von Harnisch's Vermuthung und Beobachtungen hinauslaufen. Stellen Sie sich Jmhoff's Lage vor: Seine Existenz ist vernichtet, — da winkt seiner Frau eine Erbschaft in Deutschland, — auf dem Wege dahin ertrinkt die Frau und mit ihr 62 sind seine Zukunftshoffnungen ebenfalls im Meere begraben. Aber ein Mann, der schon ein Mal in einer kalifornischen Spielhölle zu Hause war, weiß das Glück -zu zwingen und schreckt vor nichts zurück. Aus dem harmlosen Geplauder seiner Frau über Jugend und Heimath kennt er die Schrulle Ihrer Tante, ihre Schätze in ihrer Wohnung aufzubewahren, — darauf gründet er seinen Plan, sich durch Raub und Mord zu ertrotzen, was ihm, so nahe schon dem Reiseziele, das neidische Geschick entzog. Die Umstände begünstigen ihn — in der Heimath seiner Frau weiß Niemand, daß er deren in alle Verhältnisse eingeweihter Gatte war, und um zur größeren Sicherheit seine Person gänzlich aus der Welt verschwinden zu lassen und für ertrunken zu gelten, gibt er einen falschen Namen an, ein Beweis, daß er schon bei seiner Landung in Calais mit seinem Entschlüsse im Reinen gewesen ist." Siglinde hatte, während sie zuhörte, bald den Sprechenden, bald Harnisch angeblickt und gesehen, wie der letztere dem Advokaten bei jedem Satze beistimmend zunickte. „Sie vermuthen also, Herr Doktor," frug sie, „daß der Gatte meiner Schwester —" „Der Mörder Ihrer Tante sein könne?" vollendete Volkmar. „Ja!" „Ich selbst hätte meine Gedanken nicht klarer aus- sprechen können," antwortete Harnisch auf einen fragenden Blick Siglindens, „als Herr Doktor Volkmar es eben gethan hat." „Das Glück, welches wir ja oft auf der Seite des Verbrechers finden, begünstigte den kühnen Plan," fügte der Nechtsgelehrte hinzu. „Jmhoff erspähte in der Nähe der Methodistenkapelle die Gelegenheit, sein mörderisches Vorhaben auszuführen, — da findet er sein Opfer im Gespräch mit Ihrem Vater; — als dieser sich entfernt hat, schreitet er zur That, und der Verdacht derselben fällt auf einen Unschuldigen." „Und glauben Sie, Herr Doktor," frug Siglinde, „daß durch dieses neue Moment, welches wir Herrn von Harnisch verdanken, mein unglücklicher Vater entlassen werden kann?" „Ja, ich glaube es!" sagte Volkmar bestimmt und ein aus tiefster Brust kommendes Aufathmen der Erleichterung war Siglindens Antwort. Der Rechtsgelehrte würde in seiner schönen Klientin keine so bestimmte Hoffnung erweckt haben, wenn Harnisch's Aussagen sein einziger Haltepunkt gewesen wären, obwohl ihre außerordentliche Wichtigkeit und Tragweite nicht unterschätzt werden durften. Allein Volkmar wußte mehr als Harnisch und Siglinde, er besaß einen Schlüssel zu dem Geheimniß, welches noch über dem Verbrechen schwebte, er vermuthete, daß Jmhoff in jenem englisch sprechenden Bouquetkäufer gefunden sei, welcher die Schwester Ritters über Frau Nollenstein ausgeforscht und sich dadurch verdächtig gemacht hatte. Doch behielt er dies für sich, denn es war sein Schachzug, Niemandem in seine geheimen Minengänge Einblick zu gestatten, selbst denjenigen nicht, in deren Interesse sie angelegt waren. „Es wäre vielleicht nicht überflüssig," wandte er sich in leicht hingeworfenem Tone an den Amerikaner, „wenn Sie Jmhoff's Aeußeres beschreiben." „Betrachten Sie mich, Herr Doktor," gab Harnisch zur Antwort, „so haben Sie ungefähr Jmhoff's Signalement, allerdings nur in allgemeinen Zügen." „Sie werden in dem Prozesse eine wichtige Zeugenrolle spielen," fuhr Volkmar fort. „Nur fürchte ich, daß Sie als Schiffbrüchiger, der nur das nackte Leben gerettet hat, nicht mit den Legitimationen versehen sein werden, durch welche Sie sich über Ihre Persönlichkeit ausweisen müssen, um unseren Gerichten als einwands- freier Zeuge zu gelten." „Glücklicher Weise ist es mir gelungen," versetzte Herr von Harnisch, „einen kleinen Handkoffer mit mir in das Boot zu retten, in welchem sich alle meine wichtigen Dokumente befanden. Da ich sogar mit sämmtlichen Papieren ausgerüstet bin, welche ein deutsches Standesamt zur Vornahme einer Trauung verlangt," fügte er lächelnd hinzu, so dürfte ich dem Gerichte gegenüber kaum in Verlegenheit kommen." Volkmar warf einen Seitenblick auf Siglinde; diese war jedoch in so tiefes Nachsinnen verloren, daß sie die Anspielung Harnisch's gänzlich überhört zu haben schien. „Ich kann mir nicht helfen," verlieh sie jetzt ihren Gedanken Worte, „ich muß mir die beiden, so unmittelbar aufeinander gefolgten Mordthaten immer im Zusammenhang denken, obwohl es mir an einer Erklärung fehlt. Glauben Sie auch jetzt noch nicht an einen Zusammenhang, Herr Doktor?" „Von welchem zweiten Morde sprechen Sie, Fräulein Schönaich?" frug Harnisch. „Von dem in dem sogenannten Kastanienwäldchen, welcher ganz auf die gleiche Weise wie derjenige an meiner Tante begangen worden ist." „Ah! ganz recht," entsann sich der Amerikaner, „ich las davon in den Zeitungen." „Nach den Eröffnungen, welche Herr von Harnisch uns heute gemacht hat," erwiederte Volkmar auf Siglindens Frage, „wäre ein Zusammenhang allerdings denkbar." Während er sich mit der Hand über die hohe Stirn fuhr, als wolle er den Gedanken erst in sich zur Klarheit kommen lassen, ruhten die Blicke der beiden Anderen erwartungsvoll auf ihm. „Vielleicht war der Ermordete einer der geretteten Mitpassagiere Jmhoff's," führte Volkmar aus, „der ihm hier in den Weg lief und durch welchen er sein Inkognito gefährdet glaubte. Um sich von dem Unbequemen zu befreien, schaffte er ihn bei günstiger Gelegenheit einfach bei Seite." Weder dem Rechtsanwalt noch Siglinden war es entgangen, daß bei diesen Worten sich über Harnisch's Gesicht plötzlich leichenhafte Blässe verbreitet hatte. Er war sich dessen bewußt, und indem er zu fühlen schien, daß er darüber eine Erklärung schuldig sei, sagte er lächelnd: „Sie mögen mich für schwach halten, aber bei dem Gedanken, daß das gleiche Schicksal auch mich hätte treffen können, der ich von allen Mitpassagieren Jmhoff's wohl der ihm gefährlichste bin, überlief mich ein Schauder." „Hat denn übrigens die Kriminalpolizet noch nichts über diesen zweiten Mord herausgebracht?" fuhr Herr von Harnisch fort. „Ich weiß darüber nicht mehr, als was in den Zeitungen steht," versetzte der Nechtsgelehrte. „Es hat sich Jemand gemeldet, der in jener Nacht einen Mann mit einem Bündel unter dem Arme, in welchem sich die Kleider des Ermordeten befunden haben könnten, von dem Kastanienwäldchen hat herkommen und den Weg nach dem nahen Stromufer einschlagen sehen. Einige Verdächtigscheinende, die getragene Männerkleider und — 63 Uhren versetzt und verkauft haben, find verhaftet, aber auch schon wieder in Freiheit gesetzt worden." Der Amerikaner erhob sich, da eine gewisse Unruhe im anstoßenden Bureau verrieth, daß bereits neue Klienten warteten. „Ich danke Ihnen, Herr von Harnisch, für die wichtigen Aufschlüsse, welche Sie uns gegeben haben und die Ihrem Scharfsinn alle Ehre wachen," sagte Volkmar beim Abschiede. „Im Uebrigen brauche ich wohl nicht erst hinzuzufügen," wandte er sich zugleich mit an Sig- linde, „daß Alles, was wir heute verhandelt haben, streng unter uns bleiben muß." Während Harnisch sich mit einer Verbeugung gegen den Rechtsgelehrten und Stglinde verabschiedete, war die Letztere ebenfalls aufgestanden, um dem Beispiele des Amerikaners zu folgen. „Fräulein Siglinde," sagte Volkmar, als beide allein waren, in warmem Tone und drückte ihr die Hand, „lassen Sie mich jetzt nachholen, daß ich an dem unglücklichen Schicksale Ihrer Frau Schwester und an Ihrem Schmerze den innigsten Antheil nehme. Ich fand vorhin nur keine Gelegenheit, Ihnen dies zu erkennen zu geben, da Herr v. Harnisch es als ein Vorrecht für sich selbst in Anspruch nahm." Siglinde errieth leicht, was er damit meinte. „Ich kann nicht in Abrede stellen," anwortete sie, die Augen zu Boden gesenkt, „daß der unschätzbare Dienst, welchen Herr v. Harnisch der Sache meines armen Vaters leistet, ihm Vorrechte erwirbt, denn ich habe ihm als Preis für die Rettung meines Vaters meine Hand zugesagt." „Es ist Ihnen dies wohl nicht schwer geworden?" frug Volkmar im Tone eines leisen Vorwurfs, während ein Zug bitteren Schmerzes sich um seinen Mund legte. „Für meinen Vater ist mir kein Opfer zu groß," entgegnete Siglinde, „unterschätzen Sie aber das Wort Opfer nicht, denn indem ich ein solches bringe, gebiete ich meinem Herzen ein schmerzliches Schweigen." Sie hatte das Auge zu ihm erhoben und in ihrem Blicke, über den sich schnell wieder die langen schwarzen Wimpern senkten, lag das süßeste Geständniß und zugleich die schmerzlichste Entsagung. „SiglindeI" rief Volkmar feurig und mit mühsam gedämpfter Stimme, „sollte ich Sie recht verstanden haben? Sie rauben mir in demselben Augenblicke den Himmel, wo Sie mir ihn ausschließen." „O! erschweren Sie mir mein Opfer nicht noch mehr!" bat das schöne Mädchen, während eine dunkle Nöthe sich bis unter das Gold ihrer Haare ergoß, „und lassen Sie hiervon zwischen uns nie wieder die Rede sein. Leben Sie wohl!" Er drückte ihre kleine Hand an sein Herz und preßte einen heißen Kuß darauf. Erst als einer der Schreiber ihm einen neuen Klienten meldete, bemerkte er, daß er allein war, und schien auS einem tiefen Traume zu erwachen. * * (Fortsetzung folgt.) Gol-Körirrr. Verwandte Seelen knüpft der Augenblick DeS ersten Sehens mit diamantenen Banden. Shakespeare. Der berühmte Z.... (Schluß.) „Wenn es auch nur wäre," fuhr ich fort, „um zu erfahren, was Sie von meinem Buche denken, und ob Sie die Güte gehabt haben werden, nachdem Sie es gelesen, Ihrem Herrn Onkel ein freundliches Wort darüber zu sagen." Sie brach in ein reizendes, wohllautendes, entzückendes Lachen aus. Nein, wie war sie hübsch! „Sie scherzen!" sagte sie endlich. „Mir wird Ihr Besuch wohl nicht gelten." „Warum nicht? Nun, Sie werden schon sehen. Ueberlassen Sie das mir und versprechen Sie mir nur, daß Sie bis dahin den nicht vergessen werden, der ewig an ihre entzückende Anmuth und Schönheit denken wird." — Sie war zu klug, um nicht zu merken, daß meine Worte aufrichtig gemeint waren, nicht dumm genug, um sich zu ärgern, denn trotz der Kühnheit meiner Sieden war meine ganze Haltung sehr ehrerbietig. Daß sie übrigens das Kokettiren meisterhaft verstand, sah ich wohl« In dieser Kunst konnte ich von ihr lernen. Bald amü- sirten wir uns so prächtig zusammen, daß ich die Akademie und die Akademiker, selbst den, der da so laut in seiner Ecke schnarchte, völlig vergessen hatte. Wir plauderten von tausenderlei Dingen, von Paris und von Burgund; von den Theatern und von der Jagd; von der Herzogin von Champrive, die sie sehr genau zu kennen schien, aber über die sie mit vornehmer Zurückhaltung sprach. Endlich wagte ich mit der Kühnheit meiner zwanzig Jahre, sie nach ihrem Namen zu fragen. Sie antwortete mit entzückender Naivetät: „Felicie Legerot." „Ihr Herr Onkel ist also nicht ein Bruder Ihres Herrn Vaters," bemerkte ich, „da Sie nicht seinen Namen tragen?" Was soll ich weiter sagen? Diese Reise glich einem köstlichen Traum. In Tonnerre, wo der Zug um die Frühstückszeit hielt, hatte ich die Ehre, sie an das Büffet zu begleiten, denn der berühmte Z . . . klagte über furchtbare Migräne und wollte nicht aussteigen. Der Vortreffliche! Ich bediente seine Nichte mit einem Eifer, als sei sie eine Königin. Als ich in Dijon ausstieg — meine Reisegefährten fuhren noch weiter bis Beaune —, hatte ich allerdings für meine literarische Zukunft nicht viel gewonnen; aber mit dem Siege, den ich im Herzen der schönen Felicie errungen, durfte ich wohl zufrieden sein. In dem 4100 Meter langen Tunnel von Blaisy hatte ich ihre kleinen, in stark parfümirtem Ziegenleder steckenden Händchen mit tausend Küssen bedeckt und ihr mit leidenschaftlichem Händedruck ein „Auf baldiges Wiedersehen!" zugeflüstert. „Aber das ist unmöglich!" hatte sie ohne Zorn erwiedert. „Nein, machen Sie keinen Versuch, mich wiederzusehen, Herr Lejeune." Jetzt war die Reihe zu lachen an mir. „Aber haben Sie denn nicht errathen, daß Lejeune nur mein Schriftstellername ist?" . Darauf hatte ich meine Lippen ihrem rosigen, kleinen Ohre genähert^ vielleicht etwas näher, als es die Etikette erlaubte, und hatte meiner Nachbarin den Titel und den stolzen Namen, die ich von meinen Ahnen geerbt, anvertraut. Unter andern Umständen wäre Felicies Ant- I Wort meinem Schriftstellerstolz kränkend erschienen. --SÄNNST- 64 „Ich habe schon lange gedacht, daß Sie nicht wie ein Schriftsteller aussehen," hatte sie gesagt. . Endlich war der Onkel aufgewacht. Aber aus einem mir unverständlichen Grunde hatte seine Nichte sich geweigert, mich ihm förmlich vorzustellen, und es war mir sogar so vorgekommen, als wundere sie sich sehr darüber, daß ich es durchaus wollte. Da dieser berühmte Z ... ein sehr einfacher, über die dummen Vorurtheile der Etikette erhabener Mann zu sein schien, hgtte ich mich, als der Zug anhielt, genähert und gesagt: „Atem Herr und theurer Meister, ich habe es nicht gewagt, den Schlaf eines Mannes von Ihrer Geistesgröße zu stören. Erlauben Sie mir nun, Ihnen meinen lebhaften Wunsch, bald bei der Herzogin Ihnen vorgestellt zu werden, auszusprechen. Sie ahnen nicht, daß Sie einen Bittsteller vor sich sehen." Er schien im höchsten Grade erstaunt, antwortete aber in sehr gemüthlicher Weise, ohne sich viel darum zu kümmern, ob er mich verstanden: „Mein Herr, wenn Ihre Bitte etwas betrifft, das zu meinem Fach gehört, so können Sie auf mich rechnen." Wir hatten uns dann mit einem herzhaften Hände- drucke getrennt. Es wird meinen Lesern gleichgiltig sein, wie ich es zu Wege brachte, in der folgenden Woche bei der Herzogin von Champrive eingeführt zu werden, die mich mit der ihr eigenen Liebenswürdigkeit zum Frühstück einlud. Alle Welt kennt ja, wenigstens der Beschreibung nach, das herrliche, im reinsten Renaissancestil gebaute, noch wohlerhaltene Schloß von Champrive. Die Herzogin, eine majestätische Blondine nahe den Vierzigen, brauchte, um ihr Alter zu vergessen, nur ihren Anbetern zu glauben und in ihren Spiegel zu blicken, zwei Dinge, die sie auch noch heute gern thut. Was mich anbetrifft, so dachte ich zu viel an Felicie, um die Reize einer andern Dame zu beachten. Aber wie groß war meine Enttäuschung, als wir zu Tische gebeten wurden, und ich unter den Gästen weder sie, noch ihren Onkel vorfand. Was war denn vorgefallen? Felicie hatte mir doch gesagt, daß sie den ganzen Herbst bei der Herzogin zubringen werde. Eine Pause im Gespräche benutzend, sagte ich: „Ihr berühmter Freund Z . . . hat Sie schon verlassen, Frau Herzogin? Ich hoffte, ihn hier zu treffen." „Er ist in diesem Jahre nicht zu uns gekommen. Sie kennen ihn?" „Gerade genug, um ihm ein Buch zu widmen, welches ..." „Ach ja, eben fällt es mir ein. Sie sind ja Schriftsteller. Mein Freund Z ... hat mir ihr Buch geliehen, es mir als das Werk eines Landsmannes empfohlen. Ich habe es gelesen. Es ist charmant." Arme Frau! Gott verzeihe ihr die Lüge! Aber in dem Augenblick beachtete ich diese kaum. „Wie? Herr Z ... ist nicht gekommen? Ich habe doch die Reise mit ihm gemacht. Er und seine Nichte hatten die Absicht, Sie zu besuchen." „Seine Nichte?" „Ja, Frau Herzogin. Sie liebt Sie sehr. Eine reizende, ausgezeichnete junge Dame." „Eine Nichte von Z . . .! Wissen Sie ihren Namen?" „Mademoiselle Felicie Legerot." Die Herzogin warf mir einen niederschmetternden Blick zu. Der Herzog betrachtete mich verstohlen mit einer ganz possierlichen Miene. Zufällig siel mein Blick auf das Gesicht des Haushofmeisters, der sich gerade mir gegenüber befand, und ich las auf dem Antlitze dieses Würdenträgers einen Ausdruck so tiefer Bestürzung, daß ich wohl merkte, ich hätte einen furchtbaren und unverbesserlichen Schnitzer gemacht; unverbesserlich, da ich nicht die leiseste Ahnung hatte, worin ich gefehlt. Es entstand eine Pause, dann fing man an, von andern Dingen zu reden. Im ersten Augenblick war ich entschlossen, meinen Mund nicht mehr aufzuthun, auch zum Essen nicht, denn mein Appetit war völlig verschwunden. Wenn es von meinem Willen abgehangen hätte, wäre jetzt ein Feuer im Schlosse ausgebrochen, damit ich in dem Tumulte unbemerkt hätte davonlaufen können. Aber Flucht war unmöglich. Ich mußte das Ende der Mahlzeit abwarten und mich stellen, als fände ich die Unterhaltung unendlich angenehm. Ich durfte mich in den Saal begeben und aus den Händen dieser stolzen Juno eine Tasse Kaffee annehmen. Sie um etwas Zucker zu bitten, wagte ich nicht, aus Angst, noch einmal ihren verächtlichen Blicken zu begegnen. Endlich kam die letzte Prüfung. Man bot einigen Pariser Gästen und mir an, das Schloß zu besehen. Nach diesem Rund- gange hoffte ich, nach meinem Wagen fragen zu dürfen, um zu meinen Penaten zurückzukehren. Vielleicht würde früher oder später irgend ein Zufall offenbaren, welchen Mißgriff ich begangen. Er ließ nicht lange auf sich warten, dieser Zufall! Als wir in die Küchenräume hinabstiegen, ich an der Seite der Herzogin (man wird mich nie glauben machen, daß sie das nicht absichtlich eingerichtet hatte), wen erblickte ich da in dem riesigen, gewölbten, von Pfeilern getragenen Raume, der wie eine Krypta aussah? Wen sah ich in einer weißen Jacke, einer weißen Schürze, einer weißen Mütze an dem riesigen Herde? Keinen Andern als meinen berühmten Z . . ., den Akademiker, noch röther, nockf dicker aussehend, als im Eisenbahnconps, aber diesmal nicht schlafend, sondern einen Aspic von Geflügel zum Diner garnirrnd. Und wen sah ich durch eine andere Thür Hereintreten, mit einer koketten weißen Schürze angethan, eine Theemaschine in den Händen, die sie wohl mit kochendem Wasser füllen wollte? O du meine Güte! Felicie Legerot in eigener Person! Diese junge Unbekannte, die ich in Tonnerre so eifrig bedient hatte, deren Hände ich mit so unbesonnener Leidenschaft in dem Tunnel von Blaisy geküßt hatte, war die Kammerjungfer der Herzogin. Und mein vermeintlicher berühmter Z . . . war der Küchenchef, dessen Werke ich eben verspeist hatte. Und die „Unglückliche Liebe", die Ursache all dieser Verwirrung, hatte Felicie heimlich aus dem Zimmer ihrer Herrin genommen. Seht, junge Schriftsteller, was aus den Büchern wird, die Ihr der großen Welt darbringt! Wir Drei, Felicie, ihr Onkel und ich, müssen sehr komisch ausgesehen haben, als wir uns erkannten, denn die Herzogin brach, trotz all ihrer Würde, in ein solches Gelächter aus, daß sie sich an einen der Pfeiler stützen mußte. Felicie, das freche Geschöpf, flüchtete ins Nebenzimmer, und dort hörte ich sie so unsinnig lachen, daß ich meinte, sie werde ihren Geist aufgeben. Zwölf Jahre sind seitdem vergangen, aber in Champrive hat Niemand mich wiedergesehen. In Paris bin 65 ich der Herzogin ein paar Mal in Gesellschaft begegnet, aber ich hoffe, daß sie mich nicht erkannt hat. Jedenfalls, wenn es der Fall war, war es nicht durch meine Schuld. -.^SSWSS-- Die Parität in der Reichsstadt Augsburg. —(Nachdruck verboten ) B.. H. Seit dem gewaltthätigen Sturze des Kammerpräsidenten Slavada und des Burggrafen Martiniz am 23. Mai 1618 aus dem Schloßfenster zu Prag in den achtzig Fuß tiefen Graben waren kaum 14 Jahre verflossen, und sie genügten, einen großen Theil des deutschen Reiches, noch vor hundert Jahren die Wohnstätte eines in allen Zweigen der Gesittung sich auszeichnenden Volkes, in eine Wüste zu verwandeln. In den durch die Hufe der Schlachtrosse zerstampften Getreidefeldern und in den durch verwilderte Kriegshorden der Stöcke beraubten Weinbergen wucherte nichts als Unkraut, und Brandreste in Mauertrümmern bezeichneten die Stelle, wo vormals der Sandmann und der Weingärtner hausten. Schlösser und Abteien waren nur Ruinen und die Kunst- und Bücherschätze, die ihre Säle bargen, waren verbrannt oder verschleppt. Auf den verödeten Landstraßen bewegte sich kein Lastwagen, denn es gab keinen Handel, und kein Wanderer, der sein Leben schätzte, wagte sich vor das Thor der Stadt. Hundertköpfige Haufen unglücklicher Menschen schwärmten durch geistliche und fürstliche Gebiete, mit Betteln und Stehlen oder als Räuber und Mordbrenner ihr elendes Dasein fristend. Nicht minder trostlos sah es in vielen Städten aus. Belagerungen im Wetteifer mit Seuchen und Hunger vernichteten eine blühende Einwohnerschaft und brachten die Ueberlebendcn an den Bettelstab, und es lösten sich alle Bande der Ordnung. Häufig stritt der Bürger gegen den Bürger, denn alle erfaßte Mißtrauen, Neid und Verfolgungssucht, erzeugt durch die kirchlichen Wirren und genährt von jeder Partei, welche gerade zur Herrschaft gelangte. Jetzt wälzte sich das unheilvolle Gewitter vom Norden her über die Donau und im April 1632 kündete sich der Ausbruch des Sturmes über der Reichsstadt Augsburg an. Binnen drei Jahren fiel ihm das Leben des vierten Theils der Bürgerschaft zum Opfer, die Armuth ging nur an wenigen Häusern vorüber und 8 Millionen Gulden verschlang die sogenannte Schwedenzeit aus den öffentlichen Kassen. Allenthalben wuchs die Noth und der Jammer in's Grenzenlose und eine jede Partei im Lande sehnte sich nach Ruhe. Gerne bot Kaiser Ferdinand III., seit 1637 des Reiches Oberhaupt, die Hand znr Versöhnung, allein er vermochte Frankreich und Schweden dafür nicht zu gewinnen. In gleicher Weise verlief erfolglos der 1640 nach Negeusburg einberufene Reichstag. Auf demselben kam zum Erstenmale die Parität für Augsburg zur Sprache. Dr. jur. Johann David Herwart, ein Patrizier und vormals Stadtvogt, von der evangelischen Bürgerschaft auf ihre Kosten dorthin abgeschickt, brachte 36 Grava- miua und Wünsche mit, darunter das Verlangen: „es sollte aller Billigkeit nach der Rath und die Stadtämter, der große Rath und das Stadtgericht nebst der Kanzlei halbiert werden." Der vom Geheimen Rath 1636 als Stadtkanzler angenommene Dr. jnr. Leuxelring bestritt bei den Stünden die Nothwendigkeit und Zweckmäßigkeit einer solchen Theilung und diese kamen wegen der höchst wichtigen Angelegenheiten des ganzen Reiches nicht dazu, mit den Bedürfnissen einer einzigen Stadt sich zu befassen. Der vorsichtige und unermüdliche Anwalt Herwart gab jedoch eine sxaoiss trurti zu den Akten, welche der Rath mit keiner Gegendeduction beantwortete, worüber dann Leuxelring, die Bedeutung des Schrittes seines Gegners wohl erkennend, nach HauS schrieb: „ich sorge, es werde große Diffikultäten geben." Ehe das Jahr 1641 zu Ende ging, gelang es dem Kaiser, die Kronen Frankreich und Schweden zu bestimmen, auf Friedenspräliminarien zu Hamburg sich einzulassen, welche 1644 zu den allgemeinen Friedensunterhandlungen zu Münster und Osnabrück führten. Leider tobte dessenungeachtet der Krieg fort, der noch zweimal über Augsburg großes Unglück brachte. Im September 1646 rückte die schwedisch-französische Armee vor die Reichsstadt und beschoß sie von Osten und Westen neunzehn Tage lang, und 1647 verwüstete ein Streifkorps derselben Heerführer die ganze Umgegend. In Münster, wo der Kaiser mit den fremden Mächten tagte, und in Osnabrück, wo die kaiserlichen, reichsständischen und schwedischen Gesandten, jedoch in steter Verbindung mit den Potentaten, berathschlagten, spielten nicht ohne Einfluß des wechselnden Kriegsglücks die augsburgischen Verhältnisse keine untergeordnete Rolle. Aus den Beredungen mit mehreren Ständen und Gesandten glaubte Or. Herwart auf einen günstigen Verlauf seiner durch 478 Unterschriften der ansehnlichsten evangelischen Bürger unterstützten Bestrebungen hoffen zu dürfen. Er sah Kursachsen und Brandenburg an seiner Seite, die Schweden sagten ihm zu, von der Parität sich nicht abwendig machen zu lassen, und einige Fürsten weigerten sich, den Or. Leuxelring als den Prokurator des Raths anzuerkennen, er führe nur für die Katholiken das Wort, es sei aber Augsburg eine evangelische Stadt, in welcher, wie ihnen glaubhaft berichtet worden, 1635 unter 16,432 Männern, Weibern und Kindern 12,017 Evangelische und nur 4415 Katholiken sich befanden und nach der Zählung am 25. August 1637 von 4453 Bürgern im Alter von 16 bis 60 Jahren 2989 der evangelischen und 1464 der katholischen Kirche angehörten, ein Verhältniß, das noch jetzt bestehe, denn am 3. August 1645 zählte man 19,960 Personen, worunter 4987 wehrhafte Männer, welche 13,790 bezw. 3368 evangelisch und 6170 bezw. 1619 katholisch seien. Um so überraschender wirkte daher die Rede des Frankfurter Nathsconsulenten Dr. Zacharias Stenglin, der gleichzeitig die evangelische Partei Augsburgs in der Conferenz durch Vollmacht vertrat: „dieselbe habe die Parität in kolitiois nie besessen, suche sie auch nicht, mit Ausnahme „etlicher gewisser Partikuliers", weil sie für andere Reichsstädte ein großes Präjudicium verursachen würde, ihr Petitum gehe nur auf die Restitution der Zustände, wie solche vor der Reformation 1629 durch Ferdinand II. bestanden hatten." Dieser Vertrag machte mehrere Stände schwankend, und wenngleich Herwart sogleich, im März 1647, eine Widerlegung einreichte, so war nicht sie die Ursache, daß die kaiserlichen Commissäre sich erstmals den Evangelischen günstiger zeigten, sondern der Abfall des Kurfürsten Maximilian von Ferdinand III. und dir Eroberung von Bregenz durch die Schweden. Geängstigt durch Frankreichs gesteigerte Forderungen, gab Wien durch feine Bevollmächtigten in Münster zu erkennen: „die evangelischen Bürgerschaften in den Städten Augsburg, Viberach, 66 Dinkelsbühl und Navensburg könnten nicht allein in LoolssiLstisis in den Stand von 1624 völlig restituirt, sondern auch rntiöns kolitisorum munsrnrn st äi§ni- tatunr in die Parität eingesetzt werden." Daß binnen drei'Monaten diese ausfallende Sinnesänderung in das Gegentheil umschlagen konnte, befremdete weniger, als daß am 4. Juli Kurbrandenburg und etliche evangelische Gesandte mit dem kaiserlichen Rathe Grafen v. Trauttmansdorff zu Osnabrück sich vernehmen ließen, „die Parität sei eine unthunliche Sache, an ihr zerschlage sich das ganze Friedenswerk". Heftig protestirte dagegen der Lindauer Abgesandte Dr. Valentin Heyder Namens der Evangelischen Augsburgs: „die Restitution ohne Parität habe keinen Halt, die Bürgerschaften wixtas rslixionig kommen zu keiner Einigkeit, hingegen xotsn- tius, äiAuitalis st auotoritatis asHualis xartiviputio sei die watsr souooräias zwischen beiden Theilen, ein rechtes ^.sguilibrium für Fried'und Einigkeit." Herwart aber sah ein, daß im gegenwärtigen Augenblick nichts zu machen sei, denn Bayern gab die Neutralität auf und näherte sich wieder dem Kaiser, weßhalb er rieth, vorerst nicht weiter zu verhandeln. Die Betheiligten bemühten sich im Geheimen unablässig, Bundesgenossen zu gewinnen, während länger als ein halbes Jahr die Conferenzen mit anderen Gegenständen sich beschäftigten, so daß die Städte besorgten, ihre Angelegenheiten möchten bei dem Friedenstraktate völlig unberücksichtigt bleiben. Wie erstaunten daher ihre Vertreter, als am 11. März 1648 ohne vorausgegangene Ankündigung die kaiserlichen Commissäre in der Sitzung einen Entwurf über die Restitution für die bereits genannten vier Reichsstädte und in sxsois über die Parität in Augsburg vorlasen. Dr. Heyder erbat sich sofort eine Frist für seine Bedenken gegen den Vortrag aus, die ihm durch Vermittelung von Sachsen-Altenburg, Braunschweig und der Schweden auf ein paar Tage verwilligt wurde. Ihm erschien nämlich als unannehmbar, daß vorgeschlagen wurde, der geheime oder engere Rath bestehe aus 7 Mitgliedern, 4 Katholiken und 3 Evangelischen, was dem Grundsätze der karitus zuwiderlaufe, und schriftlich und mündlich bekämpfte er diesen Passus. Er richtete jedoch nichts aus. Die Commissäre lehnten jegliche Abänderung des Projektes ab, „weil kaiserliche Majestät eher Leib, Gut und Blut aufsetzen wollen^ als sich noch weiter treiben zu lassen", denn die Evangelischen bekämen nicht nur mehr Rechte, als sie jemals besaßen, sondern es werden auch alle Hauptfragen durch den Senat erledigt, in welchem die Stimmen unter den beiden Religionen eben so gleich vertheilt seien, wie „beim ^.srario und ^.rinainsntario (Zeughaus), worauf der nsivus rsixnbliorrs bestehe", auch müßten die Katholiken, weil in der Minderzahl, „etwas mehr Handhabe und die Llajora bekommen, um nicht von dem anderen Theile verdrungen zu werden." Graf von Lamberg kam bet der Unterredung in eine solche Aufregung, daß er unwillig ausrief: „es ist eine Schande, so in sie zu dringen, gleich als wenn Bauren traktirten." Diese Vorgänge hätten jedoch den vr. Heyder nicht bestimmt, vom Platz zu weichen, wäre er nicht allmälig ganz allein in der Opposition gestanden, denn Niemand wagte es, wegen der strittigen einzigen Rathsstelle das Friedenswerk auf's Neue in's Stocken zu bringen, wenn nicht gar über den Haufen zu werfen. So wurde endlich am 24. März allseitig ein Schlußprotokoll unterzeichnet, und was dadurch in Münster vereinbart worden war, billigte Osnabrück. Am 24. Oktober 1648 erfolgte daselbst die Auswechslung der gefertigten, unterschriebenen und besiegelten Friedensinstrumente. Damit endete auch der schreckliche Krieg, welcher vor 30 Jahren gerade in der Stadt entbrannt war, in welcher der schwedische Heerführer Graf Königsmark mit seinem fliegenden Corps durch die Ueberrumpelung der Kleinseite von Prag die letzte glänzende That in dem blutigen Trauerspiele ausführte. Am 1. November 1648, vier Tage nach dem Ableben des um die evangelische Sache seiner Vaterstadt hochverdienten Johann David Herwart, traf die Nachricht über den Abschluß des Friedens in Augsburg ein. Der in lateinischer Sprache abgefaßte Vertrag setzte für die Reichsstädte Augsburg, Biberach, Dinkelsbühl und Regensburg in Kirchen- und Schulsachen den Besitz nach dem Stande vom 1. Januar 1624 fest, führte im weltlichen Regiments die Parität ein und enthielt in deutscher Ueber- sctznng wörtlich die nachfolgende Bestimmung: „Was insbesondere die Reichsstadt Augsburg anbelangt, sind 7 Senatoren des geheimen Raths aus den Geschlcchterfamilicn zu wählen, wovon 2 die Präsidenten des Staates, Stadtpfleger genannt, sind, der Eine ein Katholik (0.), der Andere ein dem augs- burgischen Glaubensbekenntnisse Angehöriger (H.. 0.); die übrigen 5 Nathsstcllen sind mit 3 0. und mit 2 H.. 0. zu besetzen. Die Senatoren des kleinen Raths wie auch die Syndici, die Beisitzer des Stadtgerichts und alle Beamte (otLeialss) sollen in gleicher Zahl einer der beiden Religionen sein. Der Nent- und Säckelmeister seien eS 3, wovon zwei der einen und der dritte der anderen Religion angehöre, und zwar so, daß im ersten Jahre 2 0. und 1 0. und im anderen Jahre 2 0. und 1 0. die Stellen bekleiden und in gleicher Weise wechselnd alljährlich. Die Zeughaus-Aufseher, gleichfalls 3, lösen sich in derselben Ordnung ab. Solches ist auch der Fall bei den Steuer-, Proviant-, Bau- und anderen Aemtern (olüsia), welche von je 3 Personen versehen werden, dergestalt, wenn in einem Jahre 2 Aemter — wie das Rentmeister-, Proviant- und Bau-Amt — 2 0. und 1 0. innehaben, eben selbigen Jahres 2 andere Aemter — wie Aufseher des Zeughauses und der Steuern — 2 H.. 0. und 1 0. übertragen werden, künftigen Jahres aber bei diesen Aemtern anstatt 2 0. nun 2 H.. 0. und für 1 0. dann 1 0. zu wählen sind. Aemter, welche gebräuchlich einem Mann allein anvertraut werden, sollen nach Erforderniß der Sache entweder ein oder mehrere Jahre unter den 0. und H.. 0. Bürgern umgewechselt werden, ganz in der Weise wie bei den von 3 Personen verwalteten Aemtern so eben gesagt wurde ...... Kein Theil darf aber die in seiner Religion liegende Macht zur Unterdrückung des anderen Theiles mißbrauchen oder mittelbar oder unmittelbar mit einer größeren Zahl die Würden der Stadtpfleger, des Raths oder aller sonstigen Aemter verstärken; was hierin wann immer oder auf welche Art geschehen sollte, sei null und nichtig." Jetzt ruhte das Schwert, dagegen arbeiteten emsig viele Federn für und wider die neuen Zustände. Es war eine besondere Erekutions-Kommisston eingesetzt, um die Friedens-Bestimmungen in's Leben zu bringen, und die Aufgabe hiezu fiel den schwäbischen kreisausschreibenden Fürsten, dem Herzog Eberhard von Württemberg und dem / 67 Bischof Johann Franz in Konstanz, zu, welche ihre Sub» delegirten hiefür bevollmächtigten und denen im Nothfalle der Arm des benachbarten Bayern zu Gebote stehen sollte. Um all das kümmerte sich der Rath in Augsburg nichts in der Erwartung neuer politischer Wirren, welche den Boden wieder befestigen würden, den er unter den Füßen wanken fühlte. Davon machten die Herren auf dem Nathhause lediglich kein Geheimniß, nicht einmal dem Kaiser gegenüber. Sie vergaßen sich soweit, an die Majestät zu schreiben: „ein der bisherigen Verfassung unbekanntes Prinzip weder anzuerkennen noch einzuführen, daher die Seelen verderbliche Parität, weil doch an dem Bestand des Friedens zu zweifeln sei, niemals zugegeben werde, denn eine derartige Religionsgleichheit in weltlichen Dingen habe im Normaljahr 1624 niemals bestanden." Als daher die Subdelegirten am 19. Dezember in der Stadt eintrafen, ließ sie der Rath unbeachtet, ungeachtet sie ihm ohne Verzug ihre Ankunft förmlich anzeigten und etliche Tausend evangelische Bürger ihnen jubelnd entgegen gegangen waren. Erst die Mahnung Ferdinands III., „dem Lostrumönto xavis nachzukommen und dem ausgegangenen Edikte sich zu bequemen", bewirkte den feierlichen Empfang der Gesandten am 26. Januar 1649. Allerdings war dabei keine Rede von der Eröffnung von Verhandlungen, allein die Bevollmächtigten hatten doch so viel erreicht, daß sie mit dem Domkapitel, den Geistlichen und Klöstern, sowie mit den Vertretern der milden Stiftungen und Wohlthätigkeitsanstalten den Besitzstand für die Kirchen und Schulen vom 1. Januar 1624 aufnehmen konnten, wobei es freilich an Protestationen und Einreden mancher Art nicht fehlte. Nun sollte die Frage der Parität in Angriff genommen werden, und dabei wußte Dr. Leuxel- ring eine solche Menge von Bedenken und Zweifeln über den Begriff „Aemter" und „Dienste" vorzutragen, daß der Rath beschloß, in so lange auf nichts sich einzulassen, bis aus Wien eine Entscheidung erfolgt sein werde. Es wurde nämlich dorthin berichtet: „Bei der Aemtervertheilung xaritatis oausa, besteht eine ungleiche Meinung. Unter „anderen Aemtern und Diensten" will der evangelische Ausschuß alle und jede, auch die geringsten Dienste und Dienstlein, die in der Zahl auf Hunderte hinauslaufen, sogar die Karrenzicher, Stubenheizer, Bürstenbinder, Kamin- kehrer u. dergl., verstanden haben, solche in die Parität ziehen und den halben Theil Katholische, so derselben zur Zeit genießen, luotuoso ab larnantudili exomplo Karbon verstoßen; wir hingegen verstehen diese munara xudlicm nur auf diese und zwar unterschiedliche Aemter, die den Obrigkeits- und Raths-Personen in ziemlich starker Anzahl anvertraut sind. Dieser Verstand soll um so mehr Platz greifen, als die Parität, welche in dieser Stadt soll iutroäuoirt werden, im ganzen Reich nit Herkommens, niemals gehört, ganz ungebührlich, oäiosu, daher in all- weg zu restrivAiran (einzuschränken) und nit zu axtsu- äiran (auszudehnen) ist." Der Ausschuß war nicht geneigt, dem einseitigen Ausspruche über den Sinn eines Friedens-Artikels sich unterzuordnen, weßhalb er die noch in Münster versammelten Fürsten und Stände anrief, die Exccution beschleunigen zu lassen. Der Rath wünschte jedoch nicht die Einmischung Bayerns in diesen Streitfall, der er dadurch zu begegnen hoffte, daß er nach München in ähnlicher Weise wie nach Wien berichtete, mit der Versicherung, er beabsichtige keineswegs die Verzögerung der Verhandlungen. Kurfürst Maximilian, über die Umtriebe auf dem Rathhause wohl unterrichtet, ließ eine sehr ungnädige Antwort abgehen, deren Schlußsatz feinen Unwillen kräftig ausdrückte: „Obwohl ihr anregt, daß ihr Unser wegen euer hitzigen und unbescheidenen Anzüg beschehenes Nesentiment zu Verhütung Oblsos mit Stillschweigen übergehen wollt, so können Wir Uns jedoch damit nicht begnügen, sondern Wir sind von euch einer mehreren und gebührenden Satisfaktion gewärtig und versehen Uns beneben, ihr werdet denjenigen passtonirten Concipisten, welche eine so spitzige und unverschämte Feder führen, auch solche sogar in den letzteren Schreiben nicht gar moderiren können, eine mehrere und bessere Diskretion injugiren. Wir hätten auch wohl Ursache gehabt, euch mit einigem Schreiben oder Antwort nimmer zu würdigen, wie Wir dann Bedenken tragen. Unsere Registratur mit dergleichen LoartsAuen entehre» zu lassen, derowegen Wir befohlen, euch solche iv Original! zu remittiern." Den hohen Herrn noch mehr zu reizen, wagte Niemand, denn er hatte in der Stadt 1226 Mann Infanterie liegen und es war kein Geheimniß, daß die Subdelegirten des Wohlwollens des Commandanten Obersten Freiherr« von der Nöres in hohem Grade sich erfreuten. Auch aus der kaiserlichen Kanzlei lief ein ernstlicher Befehl ein, „aller unzulässigen, im Friedensschlüsse verbotenen und zu böser Konsequenz gereichenden Einreden und Exceptionell sich zu mäßigen". Es war demnach hohe Zeit, wieder einzulenken und die militärische Exekution abzuhalten, welche auch der evangelische Ausschuß nicht beabsichtigte. Aus diesem Grunde und eingedenk der in dem Frieden angedrohten Folgen allzuweit gehender Ansprüche trat er um so lieber von einigen Forderungen zurück, als der wegen fortgesetzter Nabulistereien bei den Bürgern der Augsburger Konfession verhaßte Stadtkanzler Dr. Leuxelring die erbetene Entlassungssignatur vom Rathe erhalten hatte. Anstandslos vollzog sich jetzt die Mehrung der Geschlechter durch einige evangelische Familien, man verständigte sich über die Art der Besetzung der Kanzleiämter und der niederen Dienste, und ohne Aufregung in der Bürgerschaft gingen die Wahlen von statten, eine zeitraubende Arbeit, da bei 700 Personen ausgelesen werden mußten, denn auch die Stadthandwerker, die Waaren- schauer und das Personal auf den Bestandgütern fiel in den Kreis der Parität. Die Beseitigung etlicher Anstünde blieb einer späteren Zeit vorbehalten. Am 11. März 1649 wurde unter der Leitung der beiden Stadtpsleger David Weiser der Aeltere, 0., und Leonhard Weiß, 0., die erste Nathssitzung nach der neuen Ordnung gehalten, welche Verfassung ohne Unterbrechung genau 157 Jahre in Kraft blieb, bis zum 3. März 1806, dem Tage des Ueberganges der Reichsstadt an die Krone Bayern. Am 9. April verließen die letzten Kommissare Augsburg. In den evangelischen Kirchen wurde am 8. August 1650 das erste Friedens- und Dankfest begangen, das sich jährlich wiederholte und allmälig zu einem gemüthlichen allgemeinen Frcudentag der ganzen Bürgerschaft sich gestaltete, weßhalb auch die bayerische Landesdirektion von Schwaben mittels Neskriptö vom 18. Juli 1806 „das Toleranz- und Friedenssest" für die Zukunft beibehielt. Wie ließ sich nun die xaritag in xolitieis an? Die fremdartige, ebenso sehnlichst begehrte, wie leiden» 68 schaftlich bekämpfte Schöpfung erfüllte weder beim Eintritt in das praktische Leben, noch während ihres andert- halbhrmdertjährigen Bestandes die Prophezeiung des Dr. Heyder aus Lindau, welcher in ihr die Mutter der Eintracht erblickte. Freilich verlangte Niemand von ihr mit einem Zauberschlage den friedlichen Ausgleich aller Gegensätze, und man wunderte sich nicht, daß die aus den einflußreichen Stellen verdrängten Patrizier der Neuerung abhold waren und die in städtischen Diensten um ein leicht verdientes Brod gebrachten Bürger grollten, allein mit dem Absterben der einen Generation vererbten sich auf die nachfolgende alle Beschwerden und Unznträglich- keiten, ja sie vermehrten sich sogar in mitunter wundersamen Formen. Und dabei wirkten verschiedene Ursachen mit. (Schluß folgt.) -«-k-v-I-a-- Allerlei. Ist die Zunahme der Nervosität ein charak-, teristisches Zeichen unserer Zeit? Ueber diese Frage sprach kürzlich der berühmte Nervenarzt Pros. Wilhelm Erb bei der diesjährigen Stiftungsfeier der Universität Heidelberg. Da das Nervensystem, so führte der Professor, der „Frkf.Ztg." zufolge, aus, die Grundlage der gesummten Lebensthätigkeit darstellt, so ist eS natürlich, daß alle Ereignisse des Lebens es berühren müssen, und es konnte nicht ausbleiben, daß die großen Umwälzungen im politischen und wirthschaftlichen, im sozialen und religiösen Leben, im wissenschaftlichen und künstlerischen Streben einen starken Einfluß auf das Gemüths- und Geistesleben der Menschen üben mußten. Die intensivsten und verbrettetsten Gruppen der Nervosität sind die Hysterie, welche auch unter den männlichen Individuen im Zunehmen begriffen ist, die Hypochondrie, und vor Allem die Neurasthenie. Eine organische oder anatomische Veränderung des Nervensystems ist bei diesen Krankheitszuständen nicht nachweisbar, sie stellen eine Abnormität dar, bei den beiden ersten Formen eine solche des Gemüthslebens, bei der Neurasthenie eine solche der Hirnarbeit. Die Neurasthenie, mit der sich Professor Erb eingehend beschäftigte, stellt er als eine besonders den gebildeten Klassen anhaftende Krankheit dar, entsprungen einer Ueberan- strengung bei geistiger Arbeit. Mit der Entwicklung der Kultur in unserem Jahrhundert sind auch die Bedürfnisse der Menschen außergewöhnlich gestiegen und der Kampf ums Dasein erfordert die äußerste Entfaltung der Kräfte. So tritt eine Ueberbürdung des Geistes schon in der Mittelschule ein und wird noch gesteigert durch die Lehrmethode einer mehr philologisch als pädagogisch gebildeten Lehrerschaft; dabei ist die zum Ausruhen des Geistes und zur Entwickelung der körperlichen Gesundheit nöthige Zeit viel zu kurz bemessen. Die Jugend wird frühzeitig schon den Genüssen des gesellschaftlichen Lebens zugeführt, und diese bekomme immer mehr den Charakter einer Ueberreizung des Nervensystems. Die Dichtkunst ist crassem Materialismus verfallen, die Musik ist überlaut geworden, selbst die Malerei schreckt nicht davor zurück, die häßlichsten Seiten des Menschenlebens uns unversöhnt vor Augen zu führen. Die Beschäftigung mit der Wissenschaft ist aufreibend geworden durch deren Verzweigung in Spezialitäten. Der Handeltreibende und Industrielle ist den wechselvollsten Erregungen und Erschütterungen ausgesetzt. Zu den Aufregungen des Berufs kommen noch die Hast des Lebens, die Ruhelosigkeit. besonders des Reifens, hinzu, und vor Altem sind die weitesten Schichten der Bevölkerung erfaßt von den Politischen, sozialen, religiösen Kämpfen, welche sich, wie das übertriebene Vereinsleben, bis in die kleinsten Gemeinschaften fortsetzen. Alle diese Aufregungen müssen verletzend auf den menschlichen Geist wirken, und da unser viclberufcncs firr äs srsels so überreich an diesen „Psychischen Träumen" ist, so unterliegt es keinem Zweifel, daß die Zunahme der Neurasthenie eine Folge des modernen Lebens ist, wenn auch die Nothwendigkeit einer von den Eltern ererbten Disposition, die sogenannte neuropathische Belastung, zum Zustandekommen der Neurasthenie nicht geleugnet werden kann. Trotz alledem glaubt Professor Erb nicht, daß der Wunsch aufkomme, zur Lebensweise unserer Großcltern zurückzukehren; er sieht auch nicht zu schwarz in die Zukunft, als ob ein Niedergang unserer Nation zu befürchten sei. Die Jndu- stricbevölkeruug erscheint ihm durch ihre Arbeitsart und Lebensweise, sowie durch politische Aufregungen ebenfalls von der Nervosität ersaßt, dagegen sieht er in der ländlichen Bevölkerung und dem Mittelstände den Boden, von dem aus der heutigen Gesellschaft immer wieder neue Kraft zugeführt werden muß. Vor Allem aber sei es nöthig, daß eine besondere Hygiene des Nervensystems sich entwickele, welche in erster Linie die Erziehung der Jugend ins Auge fasse. Ich gkattöe. Du tröstest Dich? so frug mich jüngst ein Spötter, Du tröstest Dich, wie ist es möglich doch? Dein liebstes Kind, Dein Stolz und Deine Freude, Es ward des kalten, starren Todes Beute; Und Du, Du lebest noch? Ich lebe noch, ich tröste mich, ich glaube, Sein letzter Gruß, er galt auf ewig nicht. Ein Engel, wartet er jetzt seiner Lieben, Die noch in diesem Jammerthal hienieden, Sie cinzusühr'n zum Himrnelölicht. Leb' wohl, leb' wohl, mein süßes Kind, ich hoffe Auf nahes Wiederseh'n in bess'rcr Welt. WaS, mir verborgen noch, Dein Auge schaut, Was über jenem Sterncuhimmel blaut, O sag' der Mutter, wie es Dir gefällt! Logogryph. Du findest mich bei Baum und Strauch, Zuweilen dann im Gasthaus auch. Und bist Tu klug, weißt Tu auch dann, Daß ich fünf Köpfe tragen kaun. Fünfmal verschieden ist mein Sinn: Bold zieh' ich über'm Wasser hin, Bald drück' ich Deinen Rücken nieder, Bald auch lab' ich die müden Glieder, Bald bin der Eile ich verwandt, Bald reicht der Wirth mir froh die Hand. Auflösung des Nätbsels in Nr. 8: Augsburg Ungarn Gruenan Sekondclieutel-ant Brindisi Urkunde Residenz Goetzendienst Eskimo Ncalp Augsburger Postzeitung- --