«U 14. Areitag, den 16. Februar Für die Redaction verantwortlich: Philipp Frick in Augsburg. Druck und Verlag des Literarischen Instituts von HaaS L Gralrherr in Augsburg (Vorbesitzer vr. Max Huttler). Auf verwegener Wahn. Kriminalnovelle von Gustav Höcker. (Fortsetzung.) »Da er Sie am andern Abend in der Methodisten- Kapclle aufsuchte, so mußte er natürlich von Ihnen gehört haben, daß Sie dort zu treffen sind," forschte Volk- mar weiter. „Gewiß, nachdem er von mir vernommen hatte, daß Frau Höllenstein eine regelmäßige Bcsnchcrin der Andachten sei und daß ich sie begleite." „Kam es bei dem Hin- und Hcrplaudern über die Seltsamkeiten der alten Dame nicht zur Sprache, daß dieselbe sehr geizig sei, so geizig, daß sie, trotz ihres großen Reichthums, nicht einmal ein Dienstmädchen halte?" „Ja, das sagte ich ihm." „Lenkte sich das Gespräch nicht auch auf die von ihr allein bewohnten Räume —" „Ja." „Daß z. B. den Zugang zu der Wohnung ein abgeschlossenes, von dem übrigen Theile des Gebäudes, getrenntes Treppenhaus bilde?" „Auch davon war die Rede," bestätigte Anna, erstaunt, daß der Advokat die Einzelheiten jener Unterhaltung so genau errieth. „Wußte er Ihnen nicht auch zu entlocken," frug Volkmar weiter, „daß Frau Nollcnstein Abends beim Nachhausekommcu sich mittelst ihrer Handlaterne selbst die Treppe hinaufleuchtete und daß sie bei ihren Ausgängen ihre sämmtlichen Schlüssel mitzunehmen pflegte?" „Mein Gott, ja!" rief Anna stutzig. „Ich würde zum Schluß noch fragen, ob er sich auch über die Zuverlässigkeit des Gerüchts zu vergewissern suchte, daß Frau Nollenstein ihr Geld in der Wohnung versteckt halte, aber —" „Nein, das frug er mich nicht," warf Anna dazwischen. „Aber das war ihm bereits vorher bekannt," vollendete der Nechtsgelehrte wie im Selbstgespräch. Anna war aufgesprungen. Ein Schauder ging durch ihren erbebenden Körper. Sie schloß ein paar Sekunden lang die Augen, wie vor einer schrecklichen Vision. Volkmar blickte sie fest an und sagte, indem er den Zeigefinger emporhob, in bedeutungsvoll mahnendem Tone: „Was wir miteinander jetzt gesprochen haben, bleibt tiefes Geheimniß zwischen uns. Verstehen Sie?" Noch vermochte Anna nicht zu sprechen. Sie preßte die Hände auf die Brust und antwortete nur durch ein stummes, lebhaftes Kopfnicken. „Herr Doktor I" begann sie endlich, während es in ihren Augen aufleuchtete. „Sie sprachen vorhin von einer furchtbaren Genugthuung, die mir bevorstünde. Ich ahne jetzt, was Sie mit dem Worte furchtbar gemeint haben. Der Mörder Frau Nollcustcin's heißt nicht Schönaichl O, wie hat mein thörichtes Herz mich verblendet!" Der Advokat schwieg. Anna wollte sich verabschieden. „Noch einen Augenblick," bat Volkmar. Nach einigem Nachdenken fügte er hinzu: „Tranen Sie sich die allerdings fast übermenschliche Selbstverleugnung zu, Ihre Rolle als Petersen's Geliebte uöthigenfalls noch ein paar Tage lang weiter zu spielen? Fühlen Sie die Kraft in sich, ihm ein lächelndes Gesicht zu zeigcu, Ihre empörten Gefühle zu verleugnen, Ihren Abscheu zu unterdrücken?" Anna zögerte. „Noch wiegt er sich in voller Sicherheit," fuhr Volkmar fort. „Es ist Alles daran gelegen, ihn für eine kurze Frist in diesem glücklichen Wahne zu erhalten, um ihm dann um so überraschender die Schlinge über den Kopf zu werfen. Brechen Sie aber das Verhältniß mit ihm jetzt kurzer Hand ab, so wäre das eine sehr deutliche Warnung für ihn, auf seiner Hut zu sein." Anna schwankte nun keinen Augenblick mehr. „Ja, ich will mich überwinden," rief sie mit wildern Haß in ihren flammenden Augen und mit dem Hcldcnnmthe des tödtlich gekränkten Weibes, dem zur Kühlung seiner glühenden Rache kein Opfer zu groß ist, „ich fühle mich stark genug, ihn zu täuschen; ich will ihn um keinen freundlichen Blick, um kein zärtliches Wort verkürzen, und wenn es sein müßte, will ich ihm sogar die blutbefleckte Mörderhand küssen. Ja, das will ich!" Mit diesem heroischen Versprechen schied Anna von dem Nechtsgelehrten..... Von welcher Seite Volkmar die überraschenden Aufklärungen, welche ihm im Anschlüsse an die Ergebnisse der letzten Tage diese Stunde gebracht hatte, auch betrachten mochte, so schienen dieselben doch in unlösbarem Widerspruch zu der Thatsache zu stehen, daß Harnisch in jener Nacht, wo Frau Rollenstein ermordet worden war, nach- gcwicsenermaßen in einem Hotel in Köln übernachtet hatte. Hier war offenbar eine Täuschung im Spiele, so schwer sich dieselbe auch enträthseln ließ. Harnisch war, wie Volkmar gleich zu Anfang geargwöhnt hatte, Frau Rollen- 94 stein's Mörder. Er hatte die alte Frau beseitigt, um sich an der Hand ihrer Erbin den Weg zu ihrer Million zu bahnen. Als er durch Siglindens Weigerung, eine Erbschaft anzutreten, auf welcher die Blutschuld ihres Vaters ruhen sollte, seinen Plan gefährdet sah, ersann er sich jenes Märchen, welches die ganze Schwere des Verdachtes auf Jmhoff wälzte. Unzweifelhaft aber hatte er diese letztere Nothwendigkeit schon früher in's Auge gefaßt und Jmhoff im Kastanienwäldcheu ermordet, denn die Todten können nicht reden. Daß Jmhoff der Fremde gewesen sei, den Martha in Abwesenheit ihrer Herrschaft empfing, bezweifelte Volkmar nicht; wahrscheinlich hatte er Schönaich die Kunde vom Tode Erika's überbringen wollen. Er hatte sich seitdem nicht wieder gezeigt, denn noch an demselben Abend fiel er als Opfer von Harnisch's Würgerhand. Um jede Nachforschung nach den Personalien der Leiche unmöglich zu machen, entkleidete der Mörder dieselbe. In seinem teuflisch berechneten Plane hatte er aber das Kind Jmhoff's und Erika's vergessen. Als Siglinde ihm die beiden Briefe Frau Webster's zeigte und ihm erklärte, daß sie Jenny zu sich nehmen werde, war sein Entschluß schnell gefaßt. Unmöglich hätte selbst dieser hartgesottene Verbrecher ein Kind um sich dulden können, dessen Anblick ihn täglich an den hingcmordeten Vater desselben mahnen mußte. Er ließ Jenny entführen und zeigte sich, während dies geschah, absichtlich öfter im Bureau des Advokaten, um seine Anwesenheit in der Stadt zu kon- statircn. Das waren die Hauptzüge, in welchen sich dem Nechts- gelehrten diese Verkettung von Mord und Trug darstellte. Aber seinem im Labyrinthe des Verbrechens geschulten Auge wollte sich blitzartig ein noch tieferer Blick eröffnen, vorläufig nur im grauen Dämmerschcine einer fast verwegenen Ahnung. Um dieser tief verborgenen Spur nachzugehen, begab er sich noch am Abend desselben Tages, wo er Anna's Geständnisse vernommen hatte, auf eine gehcimnißvolle Reise, ohne zu hinterlassen, wohtn ihn dieselbe führe. * H * Acht Tage später erhielt Siglinde von Doktor Volkmar ein Billet, worin er sie bat, ihm um eine bestimmte Stunde ihren Besuch zu schenken, mit dem Hinzufügen, daß er ihr eine wichtige Mittheilung zu machen habe. Siglinde wußte, daß er verreist war, und hatte mit fieberhafter Ungeduld seine Rückkehr erwartet, denn in der Zwischenzeit war etwas geschehen, dessen weittragende Bedeutung von der Nachricht, welche der Anwalt des Vaters für sie bereit halten mochte, kaum überboten werden konnte. Wahrscheinlich hatte er auch bereits Kenntniß davon und wollte nun mit ihr darüber sprechen, daher sie sich auch durchaus auf keine Neuigkeit gefaßt machte. Als sie in's Zimmer trat, saßen bereits zwei Männer da, allem Anschein nach ebenfalls Klienten, welche darauf warteten, zur Konsultation vorgelassen zu werden. Sie wollte daher bescheiden zurücktreten, wurde aber von einem der Schreiber sogleich in's Sprechzimmer geführt, wo Volkmar sie auf's Herzlichste empfing. „Darf ich annehmen, daß Ihnen das Neueste bereits bekannt ist?" frug Siglinde sogleich nach der ersten Begrüßung. „Wissen Sie schon, daß ich von Jmhoff einen Brief erhalten habe, worin er sich des Mordes an meiner Tante für schuldig bekennt? Da er seine Absicht nicht erreicht habe, fügte er diesem Bekenntniß hinzu, so wolle er nicht, daß ein Unschuldiger an seiner Stelle zur Verantwortung gezogen werde. Man möge sich nicht erst Mühe geben, nach ihm zu forschen, denn wenn diese Zeilen in meine Hände kämen, habe er bereits die Stadt verlassen, um irgendwo sein aussichtsloses, elendes Lebm in einem Strome zu begraben. Das ist der Inhalt des Briefes, den ich aber nicht mitbringen konnte, weil ich ihn sofort dem Staatsanwalte übergeben habe." Mit unbeweglicher Miene hatte Doktor Volkmar zugehört. „Ich habe den Brief vor zwei Stunden bereits gelesen," erwiderte er ruhig. „Hat der Staatsanwalt Sie rufen lassen?" „Nein, ich ging zu ihm, um einen Verhastsbefehl gegen Jmhoff zu erwirken, was ich auch erreicht habe." „Einen Verhastsbefehl gegen einen Todten?" frug Siglinde befremdet. „Ich werde ihn auferstehen lassen," versetzte der Nechtsgelehrte, „und Sie selbst werden ihn noch heute, noch in dieser Stunde von Angesicht zu Angesicht sehen." Mit heftiger Bewegung preßte die erstaunte Siglinde die Hände aneinander und schüttelte in stummer Überraschung den Kopf. „Ich habe Ihnen von meiner Reise ein Geschenk mitgebracht," lenkte Volkmar von dem Gesprächsgegenstande ab, während ein glückliches Lächeln um seine Lippen schwebte, „es ist eine Gabe, an die sich Freude und Schmerz zugleich knüpfen. Bitte, treten Sie ein, Fräulein Siglinde." Mit diesen Worten schob er die Portiere zurück, welche, noch nicht wieder durch die Thüre ersetzt, in den kleinen Salon führte. Hier wartete Volkmar's Haushälterin, mit einem Kinde an der Hand, welches in der Umgebung dieses grünenden und blühenden Zimmergartens selbst wie eine duftende Blume erschien. Es war ein dreijähriges Mädchen in einem hellblauen Kleidchen mit ebensolchen Schleifen auf den Achseln und einer blauseidencn Schärpe um die Hüften. Um den weißen Hals schwang sich eine doppelte Korallen- kette, von der ein goldenes Kreuz herabhing. Lange dunkle Locken umrahmten das liebliche Gesichtchen, aus welchem ein Paar sanfter, brauner Augen hervorschimmerten. Wer konnte dieses Kind sein, wenn Volkmar von einem Geschenk gesprochen hatte und die schönen, braunen Augen wie die dunkle Lockenfülle Siglindcn auf den ersten Blick das Bild ihrer Schwester Erika in die Erinnerung zurückriefen? Was Siglindcn die ahnungsvolle Stimme ihres Innern auf die Frage antwortete, wurde durch Volkmar nur bestätigt, indem er ihr das kleine Mädchen mit den Worten zuführte: „Sieh, Jenny, das hier ist Deine Tante Siglinde, Du wirst sie lieb haben, denn sie hat Dich auch sehr lieb." Eine Weile war Siglinde starr und sprachlos geblieben; nun aber wich die Ueberraschnng mächtigeren Gefühlen, sie stürzte auf das Kind zu, riß es in ihre Arme, drückte es an ihr Herz und ließ dem unaufhaltsamen Strome ihrer Thränen freien Lauf. Dieses lebendige Andenken an ihre Schwester rief auf's Neue den ganzen Schmerz um die Todte in ihr wach und war ihr zugleich ein beseligender Trost, ein süßes Vermächtniß, in welchem die Unglückliche, die auf dem Meeresgrunde ruhte, weiter lebte. Ergriffen blickte der Nechtsgelehrte auf die stumme Szene, die von keiner Frage Siglindens, wie er den 95 Aufenthalt des geraubten Kindes entdeckt habe, unterbrochen wurde. Da hörte man durch die leichte Portiere hindurch im anstoßenden Sprechzimmer die Thüre aufgehen und die Schritte eines Eingetretenen, welcher, das Zimmer leer findend, unschlüssig stehen blieb. Volkmar warf noch einen Blick voll schmerzlichen Mitleids auf Jenny, fuhr sich mit der Hand nach den Augen und hielt dieselben ein paar Sekunden lang bedeckt. Dann begab er sich in sein Sprechzimmer. Siglinde hörte ihn mit seinem Besucher reden und erkannte an der Stimme Herrn von Harnisch. Aus den begrüßenden Worten entnahm sie, daß dieser auf Volk- mar's Einladung erschienen war. AIs Jenny Harnisch's Stimme vernommen, hatte sie plötzlich hoch aufgehorcht und ihr Antlitz ängstlich in Siglindens Schooß verborgen. „Ich beglückwünsche Sie", sagte Volkmar, „unsere Sache kommt jetzt in Fluß. Ihre Vermuthungen scheinen sich glänzend bestätigen zu wollen; der Staatsanwaltschaft liegt ein Brief Jmhoff's vor, worin der lebensmüde Mörder seine Schuld bekennt. Damit sind jedoch die Neuigkeiten, die ich für Sie habe, noch nicht erschöpft, denn auch eine Ueberraschung anderer Art steht Ihnen bevor." Während seiner letzten Worte hatte sich der Advokat der Portiere genähert und winkte Siglindcn, mit der kleinen Jenny hereinzukommen. Das Kind wollte jedoch nicht von der Stelle. Es begann laut zu weinen. „Was ist das?" frug Harnisch stutzig. „Sind Ihre Nerven gegen das Weinen eines Kindes so empfindlich?" lächelte der Advokat. „Wahrhaftig, Sie sind ganz blaß geworden!" Siglinde hatte ihre widerstrebende Nichte durch Liebkosungen beschwichtigt und trat jetzt, mit der Kleinen auf dem Arme, hinter der Portiere hervor. Kaum hatte Jenny Herrn von Harnisch erblickt, als der Nuf: „Papa!" ihren Lippen entglitt. In dem Tone ihrer Stimme, in dem Blicke, womit sie den Genannten ansah, lag eine Scheu, wie Kinder sie vor strengen Vatern fühlen, bei welchen die Zucht- ruthe die Stelle der Liebe vertritt. Nasch hatte das Kind sein Gesicht wieder abgewandt und sich ängstlich an Siglinde geschmiegt. Diese fühlte das Zittern des kleinen Körpers, den beschleunigten Schlag des angsterfüllten Herzchens. Sie wußte nicht, was sie denken sollte, als sie von den Lippen der Kleinen jenen vertrauten, in unmittelbarer Beziehung zu Harnisch gebrauchten Namen vernommen hatte und den also Angeredeten vor dem Anblicke des Kindes zurücktaumeln sah, als hätte ihn eine Dolchspitze berührt. Nur Volkmar war ruhig geblieben. „Bringen Sie Jenny fort," befahl er der Haushälterin, die noch im anstoßenden Zimmer verweilte. Sie nahm das Kind von Siglindens Armen und entfernte sich damit. (Fortsetzung folgt.) GoldkSvner. Verschiebe nichts, mein säumig Herz, Aus eine bcss're Zeit! Auf Zeitverlust folgt Neu' und Schmerz, Auf Trägheit Traurigkeit. Geibel. ---8LSSSLS—-- Die Vorläufer des Telegraphen. Von Don Josaphet. lNachdruil vkrbotcn.z Glaubwürdige Geschichtschreiber versichern, daß die Fernschreibekuust oder Tclegraphie bereits im Alterthum bekannt war, und alle Umstände berechtigen uns, dieser Ansicht beizustimmen. Wenn wir die häufigen Kriege und Fehden, in welche die Alten verwickelt waren, sowie die Unsicherheit und Langsamkeit der Mittheilungen durch Boten und Läufer bedenken, so werden uns die Bestrebungen, jede wichtige Nachricht sicherer und in kürzerer Zeit zu befördern, sehr leicht erklärlich. Natürlich konnte bei der einfachen Technik der Alten die Tclegraphie sich anfangs nur auf leicht in der Ferne wahrnehmbare Zeichen beschränken, über deren Bedeutung vorher eine Ucbereinknnft getroffen war. Dies war die sogenannte Signalknnst, aus welcher sich all- mälig im Lause der Zeiten die eigentliche Tclegraphie erst entwickelte. Phönizier, Syrier, Hebräer und Griechen kannten ohne Zweifel diese Art der Fernschreibcknnst und bereits Aeschylos, der griechische Tragiker (525—450 v. Chr.) erwähnt in seinem Agamemnon der optischen Tclegraphie durch Signale. Klytümnestra erfuhr durch Signalfcuer den Fall Troja's (1184 v. Chr.) in Kleinasien, während sie in Mykenä (Griechenland) weilte, und die betreffenden Verse lauten: Cbor. Und welcher Bote flog so flügelschncll? Klytämnestra. Vulkan, der bis von Jda'S Gipfel her Glanzstrahlend Fackel stets an Fackel zünd't — Ein wandernd Feuer. Vom Jda leuchtet eS Bis an des Hermes Hügel an dem See. Den dritten Strahl nahm Athos' Gipfel auf Und sprüht ihn über'n Rücken Hellcspont's Schön flammend wie der Sonne Morgcnglanz Bis zu MckistnS' Wache. Da sie's sah, Verschlummerte sie nicht die Botenpflicht. Fern über des Euripus Wirbel hin Trug dann die Flamme Botschaft zu der Hut MczanienS; die zündete ein Feu'r Argiv'scher Reiser an; — die hohe Flamme Wallt über des AcsopuS Eb'ncn hin Hell wie der Mondstrahl — und entlockte CythercnS Hügel eine Wechselsiamme. Weit über den Gorgop'schen Spiezclsee Glänzt sie und mahnt die Hüter Acgipkankt'ö Der Botenpflicht: mit ungcschwachtee Kraft Entzündet sie ein hcllcö Feuer, und Alsbald erglänzt der große Flammcnbart Und strahlet über des Saronischcn Vorbergcs Spitze, weit hinüber bis Sie allerletzt die Hügel dieser Stadt Erreicht; — und so trug Jda'S Tochterflamine Die Kunde unter der Atriscn Dach. So hatt' es eure Königin geordnet, so Erfüllten meine Wächter ihre Pflicht. Dies möge nur als Beispiel dienen, wie die Alten sich auch ohne den heutigen Telegraphen ganz gut behülfen haben und wie Athen und Sparta ihren Bundesgenossen, Jerusalem seinen Brudern auf den Höhen des galilüischeil Gebirges, der König von Damaskus dem Herrscher Jsrael's in Thirza oder Samaria Mittheilungen wachen konnten. Später meldet der Geschichtschreiber Scxtus Julius Africanus, Christ aus Emmans in Palästina (232 n. Chr.), von einer Vorrichtung, welche es ermöglichte, bestimmte Befehle auf große Distanzen zu signalisireu. Auf jeder der beiden Stationen befindet sich ein mit Wasser ge- 96 fülltes Gefäß von gleicher Höhe und gleichem Durchmesser. Auf der Oberfläche schwimmt eine hölzerne Scheibe, in die ein vertikaler Stab befestigt ist, an welchem eine bestimmte Anzahl von Nummern, z. B. 25, verzeichnet sind; das Niveau ist so gestellt, daß sämmtliche Nummern über den Rand des Gefäßes hinausragen. Sobald man nun durch Signalfeuer oder durch eine Gruppe von Fackeln das Zeichen gibt, wird in beiden Gefäßen zu gleicher Zeit das Wasser abgelassen und zwar von der signalisirenden Station so weit, bis die gewünschte Nummer auf dem Stäbe in der schwimmenden Scheibe, welche je nach der Menge des abfließenden Wassers sinkt, mit dem Rande des Gefäßes gleichsteht, was dann selbstverständlich auch auf der andern Station der Fall sein muß. Auf ein gegebenes Zeichen nun werden die Gefäße wieder geschlossen, die bezeichnete Nummer, die einen bestimmten Befehl ausdrückte, wird abgelesen und danach gehandelt. Endlich spricht auch der Grieche Polybios (ch 122 v. Chr.) von einer Art Fackelschrift, um in weiten Entfernungen zu korrespondiern. Er theilt das Alphabet in drei Theile, jeden zu acht Buchstaben, welche er durch ebenso viele Fackeln bezeichnet und ausdrückt. Jede Station hat auch drei Abtheilungen, rechts, links und die dritte in der Btitte. Eine bis acht Fackeln rechts bedeuten die ersten acht Buchstaben, eine gleiche Zahl Fackeln in der Mitte die folgenden, acht Fackeln links die letzten acht Buchstaben des Alphabets. Auf der beobachtenden Station sind auf diese drei Punkte horizontale Röhren gerichtet, während die signalisirende Station an anderer Stelle durch eine bestimmte Zahl von Fackeln andeutet, ob der Buchstabe rechts, links oder in der Mitte zu suchen sei. Sinnreich war dieser Vorschlag allerdings — aber äußerst umständlich. Das mochte der brave Theoretiker Polybios selbst einsehen, denn er brachte später eine Verbesserung in Vorschlag, die aber um nichts praktischer war. Uebrigeus ist er der letzte Schriftsteller der älteren Periode, welcher diesen Gegenstand berührt. Von da bis zum Jahre 1553 findet sich eine bedeutende Lücke in der Geschichte der Telcgraphie. Wohl blieb dem Mittelalter bei den zahlreichen Kriegen und Streitigkeiten zwischen Fürsten, Adel und Bürgern, bei den alle Aufmerksamkeit auf sich lenkenden Krcuzzügen u. s. f. nicht Muße genug, diesen Zweig der Wissenschaft und Praxis weiter zu vervollkommnen und zu pflegen, und erst der italienische Arzt Hi-ronymus Car- danns (ch 1576 zu Rom) aus Pavia, welcher auch zuerst die Masern und den Flecktyphus untersucht hat, erwähnt in seinem Werke Os sudiilitate (1553) eine Methode, um mit einer belagerten Festung zu korrespondiren — denn die Päpste damaliger Zeit fochten manchen Strauß — welche übrigens der Fackelschrift des Polybios sehr ähnlich ist. Im Jahre 1617 schlug Keßler vor, in einer Tonne Feuer anzuzünden, dieses bald mit einem Brette zu verdecken, bald wieder sichtbar werden zu lassen, und so durch die Anzahl der Verdcckungcn eine Art von Schriftsprache zu bilden. 1663 verspricht ein Marquis von Worcester in England eine Korrespondenz zwischen zwei Orten einzuleiten, wenn die Entfernung noch gestattet, schwarz und weiß von einander zu unterscheiden. 16 84 besprach Robert Hook in der Londoner Societät eine Methode, um mittelst geometrischer, aus aneinander gelegten Linealen gebildeter Figuren auf beträchtliche Distanzen zu telegraphiren. Erst 100 Jahre später (1785) erschien das erste ausführliche Werk über Telegraphier Bergsträsser's „Fünf Sendungen über Synthematographie". Er selbst telegraphirte zuerst von Hanau nach Philippsburg in Baden. Im Jahre 1792 überraschte Claude Chappe mit einer neuen Erfindung Frankreich und die damalige gebildete Welt — sein System war folgendes: Auf einem weithin sichtbaren Orte, einem Thurm, Hügel oder dem Dache eines Hauses, wurde eine starke, hohe Stange lothrecht befestigt, die einen ungefähr meterlangen Querbalken trug, so daß das Ganze einem 1 sehr ähnlich sah, da an den beiden Enden des beweglichen Querbalkens zwei ebenfalls bewegliche kurze Arme angebracht waren. Die vielfachen Winkel, die durch die Stellung des Querbalkens zum Stamm und durch diejenige der kurzen Arme zum Querbalken sich bildeten, ließen unzählige Combinationen zu. Die Balken wurden durch Ziehen von Stricken in Bewegung gesetzt, und wenn man schnell nach einander signalisirte, so bot der Chappe'sche Telegraph während der Manipulation ein interessantes, stets wechselndes Schauspiel. Die erste derartige Tele- graphenliuie reichte von Paris bis Lille und die Kosten der Herstellung beliefen sich auf 100,000 Livres; die erste Nachricht aber, die der neue Telegraph meldete, war die der Eroberung von Condä a. d. Scheide im Oktober 1792. Das war Claude Chappe's Triumph. Doch trotz seiner genialen Erfindung endete er seine Tage in Dürftigkeit — sein optischer Telegraph hatte sich bald überlebt und die Fernschreibekunst trat in eine neue Phase. Elektrizität war das Zauberwort, das mit einem Schlage alle bisherigen Telegraphen-Systeme verdrängte und sie zu Versuchen stempelte, für welche der Sohn des 19. Jahrhunderts nur ein Lächeln der Ueberlegenheit hat. Franklin dachte sich schon die Elektrizität als Beförderin von Nachrichten, doch der Ruhm, seine Ideen praktisch zu verwerthen, war unserm erfindungsreichen Jahrhundert vorbehalten. Sömmering mit seinem elektrischen Telegraphen (1809), Gauß und Weber in Eöt- tingen mit dem elektromagnetischen Telegraphen (1833), Wheatstone, Hughes, Dumoulin, d'Arlincourt, Lenoir, Sortais, Morse, Caselli schließen die lange Reihe jener genialen Geister, welche die Welten miteinander verbanden und so großartig vollendeten, was die Alten so bescheiden begonnen. Neues aus Sibirien?) Die „sibirischen Briefe", welche dem Folgenden zu Grund liegen, sind, ehe sie zu einem Buch vereinigt wurden, zuerst in der deutschen „St. Petersburger Ztg." erschienen. Sie stammen aus der Feder eines Deutsch- russen, welcher, ein hervorragender Geologe, sich eine Reihe von Jahren in amtlicher Eigenschaft in Jrkntsk, nahe dem Baikalsee, aufgehalten und von dort aus weite Strecken des ungeheuren Landes durchforscht hat. Eine geologische Reise nach China unterbrach seine Wirksamkeit in Sibirien. Jetzt ist er wieder dorthin zurückgekehrt. *) Sibirische Briefe. Von O. O. Eingeführt von P. v. Kügelgen. Leipzig, bei Dmickcr und Hnmblot 1894. — 97 Die Anonymität, in welche er sich hüllt, erscheint insofern eigenthümlich, als sie den russischen Behörden gegenüber sich doch wirkungslos zeigen dürfte. Schon aus dem Inhalte der Briefe muß man in Petersburg den Verfasser derselben feststellen können. Es müssen also irgend welche Gründe besonderer Art sein, welche ihn hindern, jetzt schon mit seinem Namen hervorzutreten. Aber die Briefe bedürfen auch nicht der Deckung durch irgend einen bestimmten Namen; aus ihrem Inhalte schon ersehen wir, daß der Verfasser ein, nicht nur fachmännisch, gründlich gebildeter Mann, ein ebenso aufrichtiger als freimüthiger russischer Patriot und ein gemüthvoller, wohlmeinender Mensch ist. Für einen größeren Leserkreis wird das Buch dadurch, daß die Briefform der einzelnen Berichte unverändert beibehalten worden ist, allerdings mit einem manchmal etwas beschwerlichen Ballast beladen. Aeußerungen über Frau und Kinder, trauliche Plaudereien mit den in der Heimath zurückgelassenen Lieben haben ja gewiß für den betreffenden Kreis selbst etwas Herzerquickendes, und das um so mehr, da die Briefe ja nicht auf einmal, sondern in längeren Zwischenräumen eintreffen. Erscheinen letztere aber in ein Buch zusammengefaßt, das seines sachlichen Inhalts willen im Zusammenhang gelesen sein will, so wirken jene Ergießungen und Redewendungen'rein persönlichprivaten Inhalts störend und ermüdend, wenn sie häufig einen breiten Raum einnehmen; es erscheint dann manche gewiß herzlich gemeinte Wendung süßlich und manierirt, wenn auch ein und das andere Mal eine Beimischung persönlicher Beziehungen in die sachlichen Erörterungen den letzteren ein wohlthuendes Licht aufsetzen mag. In dieser Hinsicht allerdings könnten die „sibirischen Briefe" eine etwas eingreifendere Bearbeitung ertragen, ohne dadurch zu verlieren. Der Verfasser traf mit Frau und Kind Mitte Oktober 1888 in der ostsibirischen Hauptstadt Jrkutsk am Ufer der Angara, einem Ausflüsse des Baikaisces und dem größten Nebenflüsse des Jenissei, ein. Die Stadt, in bergiger Gegend gelegen, befand sich vor fünf Jahren noch in sehr primitivem Zustande; von .einer großen, etwa zehn Jahre früher stattgesundenen Feuersbrunst her lagen noch viele Baustellen wüst. Den sibirischen Winter lernten die Ankömmlinge alsbald kennen; Angara und Baikalsee bedecken sich allerdings erst gegen Weihnachten mit Eis, aber strenger Frost tritt schon im frühen Herbste ein, und während dieser Zeit bilden die erwähnten Gewässer riesige Dampf- und Wolkenbchälter, welche die ganze Gegend Tag aus, Tag ein in Nebel hüllen. Der eigentliche Winter dagegen, bei meist nur sehr geringem Schucefall, ist von ganz wunderbarer Klarheit, die Luft durchsichtiges Glas, der Himmel prächtiges Lazurgewölbe, ganz italienisch, die hartgefrorene Erde klingendes Metall. Die Sonne funkelt, als wolle sie Melonen reifen, begnügt sich aber, täglich den Nachts etwa gefallenen Schnee wegzuschmelzen, der sich dann Abends in solides Eis verwandelt. Die Kälte betrug um die Jahreswende zwischen 25 und 40 Grad. Außer Thee und Sterlet, von welchem letzteren das Pfund 30 Pfennige kostet, sind Lebensrnittel und alle anderen Bedürfnisse überaus theuer. Ein eßbarer Apfel kostet 45 Pf. bis 1 Mk. 10 Pf., ein Häring ist ein fast unerschwinglicher Leckerbissen. Die Milch wird im Winter gefroren zu Markt gebracht und stückweise verkaufn Von den Forschungsreisen, welche der Verfasser im folgenden Sommer unternahm, schildert derselbe einen Ausflug nach dem westlichen Ufer des Baikalsee's, also in ein Jrkutsk benachbartes Gebiet. Aber der Weg führte in die gebirgige Taiga, den sibirischen Urwald, wo man nur bewaffnet reisen kann, um auf Begegnungen mit dem Herrn des Landes, dem schwarzen Bären, gefaßt zu sein, und wo die unbändigte Natur dem Eindringling die denkbar größten Schwierigkeiten bereitet. Im dichten Schatten des Waldes verwandelt sich der Boden der flacheren Thalhänge und der Thalsohlen in einen tückischen Moosschwamm oder in gefährlichen, von ellenhohem Gras überwachsenen Sumpf. Wasserlöcher, schlüpfrige Felsblöcke, glitschriges Moos machen jeden Schritt für Mann und Pferd gefährlich, während im Sonnenschein Myriaden blutgieriger Mücken über beide herfallen. Unter diesen Umständen brauchte unser Reisender mit seiner Begleitung 3 Tage, um nach achttägigen Anstrengungen die zuletzt noch übrige Strecke von 12 Werst bis zu einer bestimmten Uferstelle des Baikalsee's zurückzulegen. Hier genoß er allerdings einen von ihm geradezu als hinreißend geschilderten Ausblick auf den großen See, dessen bergige Inseln und das am Südufer aufragende Sajangebirge; um aber von dem Gipfel der Anhöhe nach dem ganz nahe, am Fuße derselben, dicht am See gelegenen Dörfchen zu gelangen, war nochmaliges Uebernachten in einer steilen Bergschlucht erforderlich, und dann währte daS gefährliche Abwärtsklettern nochmals bis Mittag. Zkber nicht nur der wilde Zustand des Landes abseits von den großen Verkehrswegen, welche indessen ihrerseits selbst noch das Meiste zu wünschen lassen, legt den Forschungsreisenden schwere Hindernisse in den Weg, das Klima vielmehr beeinträchtigt solche Unternehmungen fast noch stärker, indem es ihre Möglichkeit auf einen kurzen Zeitraum einschränkt. Der sehr kalte Winter beginnt auch im südlichen Ostsibirien schon Ende Oktober/ über 10 Grad Kälte erhebt sich von da an das Thermometer nie; um so häufiger und andauernder sinkt eS bis auf 35 und 40 Grad; 20 Grad Kälte im Schatten sind auch im Februar noch die Regel. Im April sprengen Angara und Baikalsee ihre Eisdecke, und im Mai hüllen Wiesen und Felder sich fast über Nacht in frisches Grün. Dabei sind Mai und Juni bei zunehmender Wärme meist trocken, und im Juni sind, während die Tageshitze bis zum 15. August wächst, auch die Nächte häufig warm. Dafür sind diese Monate die Saison der für Sibirien so charakteristischen großen und gefährlichen Waldbrände. Juli und August sind Negcnmonate, und schon im letzteren beginnen die Nachtfröste. A)er September hat, bei milder Temperatur und klarem Himmel, die angenehmsten, aber leider eben schon recht kurzen Tage mit empfindlich kalten Nächten. An mineralischen Schätzen ist Sibirien reich. So stellte unser Geologe im Sommer 1889 im Bezirke Jrkutsk das Vorhandensein eines kolossalen Steinkohlenlagers fest, welches für die künftige sibirische Eisenbahn einst von größter Bedeutung sein wird. Auf der diesen Untersuchungen gewidmeten Exkursion und beim Besuche der großen Baikalscc-Jusel Olchon lernte unser Geologe auch das Volk der Burjaten oder Buräten kennen, welche in Transbaikalien großcniheils den Grunvstock der Bevölkerung bilden, dabei freilich nicht viel über 300,000 Köpfe zählen. Sie sind Buddhisten, und ihre zahlreichen Götzen und Hausgötter bilden, auf Kommode und Tischchen als Nippsachen aufgestellt, den Hauptschmuck ihrer Wobn- 98 ungen. Die menschenfreundlichen Lehren Buddha's haben aber bei ihnen einen steinigen Boden gefunden; die Burjaten sind ein mürrisches, unliebenswürdiges Volk. Ackerbau gestattet das Klima nur stellenweise, Viehzucht, Jagd und Fischfang müssen daher hauptsächlich den Lebcns- bedarf liefern. Sicht man von der malerischen Insel Olchon ab, in deren Fclsgesiade der See durch Auswaschung einen wcitnmher als Heiligthum verehrten Buddhatempel „gebaut" hat, so trägt das von den Burjaten bewohnte Land größteuthcils den trostlos öden und langweiligen Charakter der Salzsteppe. Wie der Boden, so die Bevölkerung. Im Sommer 1890 besuchte der Verfasser ein Salz- hüttenwerk und verschiedene Goldwäschereien im Lena- Gebiete;^ vorher aber erhielt er noch den Besuch eines Kollegen, welcher zwei Jahre als Beamter im Amur- gebiet gedient hatte und von dort zurückkehrte, nachdem die nähere Kenntniß dieses so viel gerühmten und in Rußland eine Zeit lang als Eldorado ausposaunten Landes alle seine Illusionen zerstört und ihm die trostloseste Enttäuschung bereitet hatte. Dasselbe liegt zwar dem nördlichen Japan nahe genug, aber während dort selbst im Herbste milde Luft, warme Sonne, grüne Matten, fruchtbare Thäler Herz und Augen erquicken, liegt hier Schnee auf den Berghängen, und schneidend kalte Nordostwinde machen den Aufenthalt im Freien unraihsam; die traurige Oede nordischer Natur lagert, einen kleinen südlichen Landstrich ausgenommen, auf dem ganzen Gebiete. Der Grund dieses Gegensatzes liegt in der Unzugänglichkeit deS Amurgebietes für alle warmen, befruchtenden Luftströmungen; dasselbe stellt ein großes Kältebasstn dar von unglaublicher Oede, denn auch der so viel gerühmte unvergleichliche Wildreichthum besteht nur in der Phantasie. Der Verkehr, auch auf den Wasserstraßen, ist in der traurigsten Verfassung. Eine ausführliche Schilderung widmet der Verfasser den Goldwäschereien am Witim, dem östlichen Nebenflüsse der oberen Lena. Win begleiten ihn auf seinem Boote die Lena hinab, den durch die Goldfeifen schmutzig gefärbten Witim hinauf. Schon auf dem von ihm in Witimsk bestiegenen Dampfer macht sich die Nähe der Goldregionen im Gesichisausdruck, den Mienen, dem Wesen, den Reden der Mitreisenden bcmerkltch. Das Goldfieber grassirte noch stark, und die ganze Unterhaltung drehte sich nur um das gelbe Metall. Die Goldwäschereien erklärt der Verfasser für daS größte Unglück Sibiriens. Die einzelnen Alltheile, deren jeder 215—530 Meter breit und 5,3 Kilometer lang ist, werden von goldgie- rigcn Unternehmern ausgebeutet, welche das durch guten Wald und Wiescnboden ausgezeichnete Land, dessen Alibau sich wohl verlohnen würde, rücksichtslos verwüsten. Die Goldseifen liegen an Berghängen mit stürmisch vom Gebirge herabkommendcn Bächen, welche das Gold mit sich führen und unten ablagern. Mit der Zeit haben diese Gewässer über das edle Metall eine mehr oder weniger dicke Decke von Lehm, Kies und Sand gewoben, welche „Torf" genannt wird; unter ihr, oft wenige Zoll, oft viele Meter tief, befinden sich die Gold enthaltenden Flnßablagerungen, eben die Goldseifen. Werden aus 165 Kilogramm Sand rc. gegen 300 Gramm Gold gewonnen, so gilt dies schon als ein sehr günstiges Verhältniß. Die Arbeiter sind im Ganzen so schlecht bezahlt, daß man ihnen, um allzu systematischen Dieb- stahl zu verhüten, zufällig von ihnen gefundene größere Stücke Goldes jetzt gewohnheitsmäßig überläßt und besonders abkaust, da solche sonst mit Sicherheit ihren Weg zu den überall lauernden chinesischen Aufkäufern finden würden. Im Allgemeinen wird der Abbau der Seifen und die Goldwäsche noch in sehr primitiver Weise betrieben. Früher wurden zu den Arbeiten hauptsächlich solche entlaufene und wieder eingesungene Sträflinge verwendet, welche ihren Namen und ihre Herkunft vergessen zu haben behaupten — eine Kategorie von sibirischen Simulanten, über welche auch Kennan berichtet hat; — sie wurden als Vagabunden verurtheilt und zur Arbeit vermicthet. Seit jedoch Massen von Verbrechern nach der Insel Sachalin gebracht werden, hat sich dies geändert. Jetzt findet man in den Goldwäschereien fast nur noch „freie" Arbeiter aus allen Enden des russischen Neichs, Nationalrusscn, Deutsche, Polen, Baschkiren, Juden und namentlich viele Jakntcn und Tungusen, meist unglückliche Opfer der Auswanderungsagenten, welche das Goldfieber trefflich auszubeuten wußten, wie denn überhaupt das sibirische Auswanderungswescn vor fünf Jahren noch jeder staatlichen Organisation entbehrte. Lange Zeit noch war es den Arbeitern verboten, Familie zu haben, sodaß sich zu dem Elende noch die grauenhafteste Unsittlichkeit gesellte. Als der Verfasser jene Gegenden besuchte, herrschte dazu noch, namentlich in den kleinen Goldwäschereien, das schamloseste Trucksystem; die Arbeiter mußten alle ihre Bedürfnisse den Magazinen der Besitzer entnehmen, welche oft mehr von diesem Geschäfte, als vom Eoldgcwinn lebten. Das Beamtcnpcrsoual der Wäschereien setzt sich meist auch aus minderwerthigen Leuten zusammen. Sind sie gut bezahlt, so stillen Wein und Karten ihre freien Stunden aus, die minder gut gestellten helfen sich mit der Fabrikation falschen Goldes oder mit falschen Wagen. Der Verfasser hat selbst derartige Fälle mit festgestellt. Auch der Schmuggel, namentlich von Branntwein, florirt in den Goldbezirkeu. Längs der Straßen aber, wenn man den Ausdruck überhaupt von sibirischen Wegen gebrauchen darf, welche von und zu den Goldwäschereien führen, lauern von Strecke zu Strecke, wie sprungbereite Raubthiere, höhlcuartigc Schuapskucipcn, mit einer Garnison von Dirnen. Mancher Arbeiter, dem es wirklich gelungen, sich eine Summe, unter den schwersten Entbehrungen, zu erübrigen, ist, auf dem Wege nach der Heimath begriffen, in ihnen verschwunden; weit abwärts wurde dann wohl nach Tagen oder Wochen ein nackter Leichnam von der Lena ans Ufer geschwemmt. Ein trauriges Bild entwirft der Verfasser von den hygienischen Zuständen in Sibirien. Wir heben aus dem betreffenden Abschnitte nur die weiteren Kreisen bisher wohl nirgends bekannt gewesene Thatsache hervor, daß, schon lange bevor Dr. Edward Jenner in England die erste Schutzpockenimpfung versuchte (1796), diese im östlichen Sibirien geübt wurde. Die Kamtschadalen machten schon iui sechzehnten Jahrhundert den Kindern bei eintretender Pockencpidemie mit scharfer Fischgräte einen Riß mitten in das Gesicht und übertrugen in diesen die Pockenlymphe eines Blatternkranken. Trotzdem raffte die Seuche ganze Stämme dahin. Eine grauenhafte Ergänzung dieser Mittheilungen findet sich in dem Büchlein „Aus dem modernen Rußland" von Bernhard Stern, Berlin, bei S. Cronbach, in dem Kapitel „Die Aussätzigen von Jakutsk." Von ganz besonderem Interesse ist, daß der Ver- 99 > fasser, welcher selbst erklärt, von Kennans Büchern über Sibirien nur das in Rußland nicht verbotene „Zeltleben in Sibirien" gelesen zu haben, dessen Darstellungen vom sibirischen Gefängnißwesen seinerseits sachlich durchaus bestätigt, wogegen er die entgegengesetzten Schilderungen eines Engländers Mndt für ebenso oberflächlich wie unzutreffend erklärt. Dieser Mr. Windt unternahm gleich nach dem letzten Gefängnißkougreß in Petersburg im Auftrage der russischen Regierung eine Reise durch Sibirien, um die dortigen Gefängnisse kennen zu lernen und Kennau's Darstellungen zu widerlegen. Letzteres that er denn auch, aber, wie unser Verfasser nachweist, ohne die Gefängnisse, auf welche es zunächst ankam, die „Sammelrefervoire" für die Transporte in Tomsk und Tjumen, auch nur gesehen zu haben. Die dort herrschende unglaubliche Ueberfüllnng und der geradezu mörderische Einfluß derselben auf die Gesundheit der Gefangenen, die haarsträubenden Zustände in den dortigen Gefängnißspitälern sind dem Zeugnisse unseres Autors zufolge von Kennan durchaus zutreffend geschildert worden. Dagegen stellt jener den Etappeugefängnissen ein günstigeres Zeugniß aus; allerdings erklärt er die Reglements derselben für geradezu grausam; aber es komme dabei viel auf die verständige oder unverständige Ausführung derselben durch die Kommandanten an. Bis ins Jakutenland und in die trostlose, steinige Tundra (die endlosen Sumpf- und Mooswüsten des Nordens, führt uns der Verfasser und läßt uns einen Blick in die eigenartigen Branche und Anschauungen des dortigen Volkes thun. Wir wenden uns indessen zum Schlüsse lieber seinem Urtheil über den Sibirier im Allgemeinen zu. Dasselbe lautet nicht günstig. Bestehen für die Landwirthschaft auch einigermaßen günstige Verhältnisse im Gouvernement TouiSk, so liegen dieselben in dem von Jrkutsk und den übrigen um so mehr im Argen. Mehr als 8 bis 10 Rubel Reingewinn wirft dem Bauern eine Dessjatine Landes (etwa 1 Hektar) nicht ab. Der Mangel an guten und schnellen Verkehrsmitteln, das Klima rc. kommt dabei freilich sehr in Betracht; im Lenagcbiete z. B. können die Feldarbeiten der Ueber- fchwemmungen wegen oft erst im Mai begonnen werden, und Ende Juli stellen sich bereits Nachtfröste ein. Aber das größte Uebel sind doch die Stumpfheit, die Trägheit, die Trunksucht des Bauern, sowie das hierauf fußende Treiben der Kulaks, d. h. der ländlichen Wucherer, und das Fehlen jedes intelligente» Elements auf dem Lande. Für die Volksbildung ist nur dem Namen nach gesorgt, und in Schulbezirken von der Ausdehnung eines Königreichs sind verabschiedete Lieutenants, gewesene Accisc- beamte, Kauzleischreiber und dergl. als Schuliuspcktoren angestellt. Aehnlich, oder vielmehr noch schlimmer, steht es mit der Besetzung der Lehrerstcllen. Die Inhaber derselben leben unter dem rein materiellen Landvolke in der tiefsten Verachtung. Und die Mittel, mit welchen man von Petersburg aus dem Uebel steuern möchte, sind verkehrt. Da räth man zum Beispiel, den Landban durch Einführung des russischen Gemeindecigcnthums zu heben, als ob damit nicht der letzte Sporn zur Thätigkeit im sibirischen, Bauern beseitigt würde. Helfen kann nur die Weckung des moralischen Volksbcwußtseins und die Eisenbahn. Inzwischen wird freilich noch viel Wasser die Lena und den Jenissei hinablaufen, und dann kann die eigentliche Kulturarbeit erst beginnen. Welche Zeit ihre Durchführung in dem so ungeheuer ausgedehnten Lande beanspruchen wird, wenn alles glatt geht, läßt sich auch nicht annähernd absehen. Der Verfasser schließt, indem er uns seine Berufung zur Theilnahme an jener bereits erwähnten wissenschaftlichen Expedition nach China mittheilt. Möchte er auch die Ergebnisse dieser bald in die Oeffentlichkeit gelangen lassen! Man „reist" gern in so angenehmer Gesellschaft. -»-SWMS--- ALLSSLsT. Aus der Zeit der Kämpfe Oesterreichs mit dem Bergvolks in den Bocche dt Cattaro veröffentlicht ein Kriegsberichterstatter von damals im „Pester Lloyd" allerlei Erinnerungen: An einem nebeligen Dezembertage erschien der Pope von Morinje im Gebäude des Bczirks- hanptmanns, wo der kommandircnde General Graf Auersperg wohnte, und bat, zu diesem geführt zu werden. Der General empfing den Ankömmling in gewohnter Liebenswürdigkeit, war aber nicht wenig betreten, als der hochwürdige Herr nach einigen einleitenden Sätzen in die Tiefen seines schäbigen geistlichen Kleides langte, um daraus sein zu einem Bündel verschlungenes rothes Sacktuch hervorzuholen, das er mit großer Wichtigkeit auf dem Tisch ausbreitete. Den General befiel ein Grausen, als sein Blick auf den Inhalt fiel. Sechs abgeschnittene Menschcnnasen lagen da als Trophäen eines Kampfes, welchen Tags vorher die Männer von Morinje gegen einen Haufen Krivoschianer ausgesuchten hatten. Wie die meisten an der Küste gelegenen Orte, so war auch Morinje treu geblieben. Ueberdies lebten die Bewohner von Morinje mit den Krtvoschianern wegen irgend eines früheren Zwischenfalles in Blutfehde. Um die Treue und Tapferkeit seiner Gemeinde anschaulich zu beweisen, war jetzt der Pope mit einem Fischerboote nach Cattaro hinübergefahren, um dem General die landesüblichen Siegeszeichen huldigend auf den grünen Konferenztisch zu schütten. Der General hätte den frommen Diener Gottes am liebsten mitsammt seinen Trophäen zur Thür hinauswerfen lassen. Allein — am nächsten Tage wären die Morinjcsen und ihre Nachbarn zu den Aufständisch» übergegangen. Graf AuerSperg war daher so klug, die Pfarrkinder des braven Popen wegen ihrer Treue und Tapferkeit zu belohnen. Ueberdies gab er dem Manne zehn Dukaten aus dem Dispositionsfonds des Stabsquartiers. Um den Werth der Trophäen ins rechte Licht zu setzen, wies der Pope grinsend auf drei Nasen hin, an denen auch die Oberlippe mit kräftigem, schwarzem Schnurrbarte hing. „Die Nasen", erklärte der Pope, „haben also nicht jungen bartlosen Leuten, sondern gereiften starken Männern gehört, die zu überwinden eine besondere Tapferkeit erforderte." Früher war es hier wie in der Herzegowina, in Montenegro und in Albanien gebräuchlich, den Besiegten die Köpfe abzuschneiden. Dieser Branch hatte aber mancherlei Nachtheile im Gefolge. Die Leute hielten sich im Kampfe mit dem Abschneiden der Köpfe zu lange auf. Auch verursachte das Mitschleppen solcher etwas umfangreicher Siegeszeichen vielerlei Beschwerlichkeiten im Gefechte und auf dem Marsche. Daher verfügte Fürst Danilo während des Krieges gegen die Türken im Jahre 1858, daß die Köpfe der verwundeten oder gctödtetcn Türken nicht mehr abzuschneiden seien. Für eine abgelieferte Nase werde in Zukunft derselbe Preis gezahlt werden. 100 PapierinKoreaist einer der wichtigsten Handelsartikel dieses Landes: freilich nicht sowohl der dünne Stoff, den wir so heißen, sondern vielmehr dicke Platten, die geradezu für Alles gebraucht werden. Die Fenster bestehen aus mit Oel getränktem Papier, das in hölzerne Rahmen gespannt ist; statt der Teppiche und Matten breitet man Papier auf den Fußböden aus; ebenso be- nützt man das Papier zu Laternen von jeder Größe, zu —Labakbeuteln und Fächern. Wenn es regnet, so stülpt der Koreaner über seinen gewöhnlichen Hut einen zweiten kegelförmigen aus Oelpapier und legt einen Regenmantel um, selbstverständlich aus Oelpapier. Koffer und Büchsen aller Art macht man aus dickem steifem Papier. Alan kann sich bei solch mannigfaltiger Verwendung denken, welche große Massen von Papier hergestellt werden müssen, und Papier ist auch das einzige Erzengniß Koreas, das in großen Mengen nach China ausgeführt wird. Die Herstellung ist eine sehr einfache. Bei der Stadt Söul am Flusse steht eine Hütte neben der andern, worin Papier gemacht wird. Papier und Lumpen werden zuerst in Bottichen durch fließendes Wasser dnrchgewaschcn, dann in langen hölzernen Trögen von Männern mit bloßen Füßen zu Brei zermalmt. Dann bringt man den Brei in große hölzerne Behälter mit lauem Wasser und trägt ihn hier auf Bambusmattcn gleichmäßig auf, diese trocknet man in der Sonne, bis sie hart sind. Dann schneidet man die Bögen in Streifen und behandelt diese wieder, wie das erstemal, nur gibt man zu dem Wasser diesesmal Samen und Wurzelstück einer Pflanze, die „Takpool", d. h. Stärkeholz, heißt. Dadurch wird das Wasser schleimig, und das Papier erhält seinen Ton und seine Haltbarkeit. Nun trocknet man die Bögen wieder und klopft sie auf Granitplatten mit hölzernen Schlegeln, bis sie die gewünschte Dünne oder, wenn man mehrere über einander gelegt hat, die verlangte Dicke haben. Dann werden sie noch weiter getrocknet und wandern dann zusammengefaltet in die Vorraths- kammer. 10 bis 11 Arbeiter fertigen am Tag 250 solche Bögen, 4' Fuß lang und drei Fuß breit, ein Bogen kostet an Ort und Stelle 250 Kash oder 23 Pfg. Früher wurde in Deutschland auf ähnliche Weise Papier hergestellt, das sog. Büttenpapier, es fand aber nicht die vielfache Verwendung, wie bei den Bewohnern Koreas, die darin ganz besonders erfinderisch sind. -k- Des Zauberers Rache. Ein Ungar, der der Vorstellung eines amerikanischen Zauberkünstlers beigewohnt hatte, sprach nach Beendigung derselben im Cafv laut und heftig gegen den Künstler und meinte, die ungarischen Zauberkünstler seien viel bedeutender. Der Amerikaner, der zufällig zugegen war, verständigte sich schnell mit dem Kellner, trat dann zu dem Ungarn und sagte: „Ich bin der Zauberer, von dem Sie eben sprechen. Sie halten mich für unbedeutender, als die ungarischen Taschenspieler, weil ich weniger durch die Hand, als durch Benutzung der wunderbaren Kräfte der Natur zu wirken versuche. Aber ich kann, wenn ich will, viel größere Tricks ausführen, als einer der jetzt lebenden Kollegen, ich kann das Unmögliche wahr machen. So z. B. werde ich Ihnen sogleich, ohne alle Vorbereitung, eine Ohrfeige geben, und der hinter Ihnen sitzende Kellner soll vor Schmerz laut aufschreien, während Sie selbst nichts davon empfinden!" — „Das wollen wir sehen?" erwiederte der erstaunte Ungar. Als er und der Kellner sich vorschriftsmäßig placirt halten, machte der Amerikaner die Umstehenden noch einmal darauf aufmerksam, daß er durchaus nicht vorbereitet sei, und versetzte hierauf dem Ungarn eine derbe Ohrfeige. Sogleich sprang der Kellner hinter ihm aus, hielt sich die Backe und schrie laut vor Schmerz. Der Ungar aber sprang ebenfalls sogleich auf und rief freudigen Tones der Gesellschaft zu: „Hob' ich gleich g'sagt, daß Zauberer nix versteht! Hob' ich Ohrfeigen auch g'spürt!" Ein soeben bei Trewendt in Breslau erschienenes Buch „Der Sprachwart" von Theodor von Sosnosky liest unter Anderm verschiedenen älteren und neueren Dichtern und Schriftstellern den Text. Wobei wir indessen als mildernden Umstand betonen, daß künstlerische Phantasie allzu leicht über die Schranken gemessenen Erwägens, die der Sprachphilister ängstlich innehält, hinüberträgt. Aber was zu arg ist, ist zu arg. Da heißt es: „Er war wie eine vereiste Flamme geworben." (Alfred Friedmann.) Der Untersberg lag ihm gegenüber wie ein Haufen Nichts, wie der Schatten einer Leiche. (Wilbranöt.) Der Mond, der bleiche Scelcnhirt, trieb seine Schafe vor sich her (Alfred Fricdmanu). Das größte Sündenregister aber haben selbstverständlich die Jüugstdeutschen; so sagt Hcrrmami Bahr in seiner „Guten Schule": „Strauchelnder Athem", „sich sträubendes Mark", „ein steil schreiender Held", „das freche Näschen, das mit dem Gesicht nicht gleichen Schritt halten wollte, sondern eigensinnig seine eigenen Pfade seitwärts trabte" u. dgl. m. Schachaufgabe. Von H. und E. Bellmann. Schwarz. Weiß zieht an und setzt niit dem 2. Zuge matt. Auflösung der Schachaufgabe in Nr. 12: Weiß. Schwarz. 1. T. S5 —65 66 — 65 2. T. 05 —§5 05-64 3. S. M —63 s- K. L4 —V4 4. T. §5-1)5 -j- Matt.