^L17. 1894 . „Augsburger PostMung". Dienstag, den 27. Februar Für die Redaction verantwortlich: Philipp Frick in Augsburg. Druck und Verlag des Literarischen Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg (Vorbesitzer vr. Max Huttler). Mach Jerusalem. .Siehe, wir gehen hinauf nach Jerusalem.' Luc. 18,31. In den Gärten Jericho's Schon die rothen Rosen blühten, In des Jordans heil'gem Schooß Abendwolken sanft verglühten, Als Dein Herr auf ernstem Gang Gen Jerusalem kam geschritten, Seine Jünger zagend bang Folgten ihm mit scheuen Tritten. Leise winkt er sie heran, Seufzte wie im Sterbetone: Blutig ist bald meine Bahn Und das Kreuz wird mir zum Throne. Doch die Zwölfe sind gar still, Sie versteh'n nicht seine Sorgen, Was der hohe Meister will, Blieb dem Schüler oft verborgen. Ach, sie waren ihm so fern, Keiner hat ihn ganz verstanden, Hörten wohl vom Reiche gern, Aber nicht von Tod und Banden. Sie entzückt das eine Wort: Meine Macht wird euch belassen. Doch das and're treibt sie fort: Wer mich liebt, der soll sich hassen. Nach Jerusalem hinauf Will auch Dich der Heiland führen, Seine schwere Leidenstauf' Sollst auch Du tiefinnig spüren Und in seiner Kreuzesnacht Als des Dulders Freund Dich zeigen, In der Trübsal dunklen Schacht Selbstlos mit dem Meister steigen. „Nach Jerusalem hinauf", In die Seele muß ich's schreiben Und in des Berufes Lauf Oftmals sinnend stehen bleiben, Bis der Streit von ehedem Sich gelöst in mildes Tragen, Weil ich nach Jerusalem Wandere in den Fastentagen. Adolph Müller. Wohlthun trügt Zinsen. Nach dcm Amerikanischen der Mary Cecil Hay, erzählt von Alice Salzbrunn. —INachbruck verboten.! Der Nachmittags-Unterricht war vorüber. In der Dämmerung hatten der kleine Alex und ich Verstecken gespielt. Schließlich hatte Alex sehr scharfsinnig ein Versteck aufgefunden, war in meine Arme gesprungen, hatte meinen Hals umschlungen, mit seinen großen Augen dicht in die meinen gesehen und entzückt gelacht. „Was für Spaß wir haben, Aloisia, nicht wahr?" sagte er. Obgleich er mich mit meinem Vornamen anredete, und ich, seine Gouvernante, diese Vertraulichkeit hätte verbieten sollen, lachte ich nur glücklich über ihn. Kein Wunder, daß ich so leichtherzig war, wie das Kind. Ich hatte eine einsame ungeliebte Kindheit verlebt, und im Gegensatze zu mancher traurig alleinstehenden Gouvernante war mein Leben jetzt das freudenreichste, welches ich kannte. Täglich saß ich in dem angenehmen schönen Zimmer, welches Herr Drummond zür Unterrichtsstube seines Sohnes bestimmt hatte, hielt den kleinen mutterlosen Knaben auf meinem Schoße und dachte darüber nach, wie gütig, wie liebevoll mir jeder begegnete, wie wolkenlos mein Leben, wie unbeschwert von Leid und Sorge mein Herz sei. So oft und solange ich darüber nachdachte, war das Wunder immer da; es wurde nur noch größer, als andere Segnungen folgten. Ich wußte suchen, dankbarer und ernster zu sein; denn ich mußte, daß trotz meiner Jugend ein großes Vertrauen in mich gesetzt wurde, daß Gedankenlosigkeit manchmal meine Pflichterfüllung hinderte und alle meine Schwächen sanft geduldig und großmüthig ertragen wurden. „Ist das nicht Papas Klingeln?" fragte Alex, nachdem er unentschlossen sein Köpfchen von meiner Schulter erhoben hatte. „Geh' sieh' nach," antwortete ich und setzte ihn gleichzeitig auf den Fußboden. „Suche der erste an der Thüre zu sein, im Falle er eS ist." Aber ich wußte, daß er es nicht war; ich kannte Norbert Wedderburns Klingeln so gut, wie ich dasjenige des Martin Drummond kannte. Auf die Stimmen im Hausflur lauschend, hörte ich Alex etwas schmollend fragen: „Warum soll ich weggehen, Norbert? Warum darf ich nicht mit Dir hineingehen?" 118 Ich versuchte es nicht, Norberts geflüsterte Antwort zu verstehen, sondern ich horchte, wie die Kinderfüße langsam die Treppe hinaufgingen und wendete mich nicht vorn Kaminfeuer um, obschon ich wußte, daß Norbert das Zimmer betreten hatte und dicht hinter mir auf dem Kaminteppich stand. Jedoch, da er nicht sprach, wendete ich mich um und fragte, wo Alex sei. „Ich schickte ihn auf einige Minuten in das Kinderzimmer, Fräulein Kerr, weil ich Sie allein sprechen wollte," sagte Norbert, und seine sanfte Stimme klang leiser als gewöhnlich. „Warum?" Ich hatte alles aus seinem Gesichte gelesen; ich verstand sogar das Zittern der Hände, welche er auf die Lehne des Stuhles neben dem meinigen gelegt, aber er konnte das nickt bei meiner kurzen Frage vermuthen. „Ich wollte Sie noch einmal fragen, wie ich Sie vor einem Jahre gefragt, ob Hoffnung für mich da ist?" „Hoffnung für Sie?" Unruhig wiederholte ich seine Worte; ich wußte, nicht, was ich sonst sagen sollte, als er inne hielt. Er fuhr fort; „Ich weiß, Sie sagten, daß Sie überzeugt wären, Sie konnten mir nie ein anderes Gefühl geben, als das der Freundschaft, aber ich war damit nicht zufrieden und werde mit dieser Antwort nicht zufrieden sein, bis Sie mir sagen, daß die von mir gesuchte Liebe einem anderen gehört. Bis Sie mir das sagen, wird mein Herz trotz Ihrer Kälte hoffen, und ich arbeite so emsig, so froh in dieser Hoffnung! Wenn Sie mir sagen, daß Ihre Liebe einem andern gehört, wird mich alle Hoffnung verlassen und meine unsterbliche Liebe wird mein lebenlanges Geheimniß bleiben, ohne ein geflüstertes Wort." „Still, Norbert," sagte ich und legte meine Hände auf die seinen, denn wir waren Freunde seit der Kindheit, „es wird nicht lebenlang so sein. In ihrem treuen, ernsten Leben wird eines Tages eine andere Liebe erblühen und es doppelt glücklich machen." „Meinen Sie, meine Liebe zu Ihnen werde nie erwidert werden?" fragte er langsam voll Traurigkeit. „Bevor der Sommer vorüber ist, Norbert," sagte ich, während mir heiße Nöthe in's Gesicht stieg, „werde ich Herrn Drummond heirathen." Ich sah den Schmerz in seinen Augen und zuckenden Lippen; ich sah, wie seine Finger die Stullehne umklammerten, dann trübten sich meine Augen und ich sah nichts mehr. Nach ein paar Minuten des Stillschweigens ergriff Norbert sanft meine Hand. „Ich errieth dies nicht, Aloisia," sagte er mit leiser, zitternder Stimme, „gewiß hätte ich es sehen können, aber vermuthlich erfüllte mich meine eigene Liebe sosehr, daß ich nicht an die Liebe anderer dachte. Ich kann Ihre Thränen nicht sehen, obgleich sie für mich vergossen werden. Es gibt Augenblicke, in welchen ein Mann kein Mitleid ertragen kann, sogar nicht von den ihm theuersten Personen. Ach, hätte ich dieß errathen oder davon gehört, so wäre Ihnen und mir dieses Gespräch erspart geblieben! Aber lassen Sie es gut sein, Aloisia, in einer Stunde werden diese Minuten aus Ihrem Leben verschwunden sein; denn Herr Drummond wird heimkommen und das Haus wird licht und sonnig für Sie sein — was er für Sie sein wird, will ich mir lieber nicht vorstellen. Und in einer Stunde werde ich diese verlorene Hoffnung draußen in der freudlosen, leeren Welt überwinden." „O Norbert," schluchzte ich, „dies ist Ihnen nicht ähnlich." „Ich wollte nicht murren," sagte er sanfter, „die Worte kamen unwillkürlich über meine Lippen. Aber je weiter ich in die Welt hinausgehe, desto leichter wird es mir werden, diesen herben, tiefen Schmerz zu ertragen." „Aber Norbert," sagte ich mit mühsamer Fassung, „Sie wollen doch nicht das Geschäftshaus verlassen, in welchem Sie so hochgeschätzt werden? Herr Drummond sagt, daß die Stockeseys von Ihnen mit dem höchsten Lobe sprechen, Sie den anderen Comptoiristen vorziehen. Er sagt, wenn er einen solchen Buchhalter in seinem Comptoir hätte, so würde er ihn zu schätzen wissen. Sie werden Edinburgh nicht verlassen, Norbert?" „Nein," antwortete er, und strengte sich ebenfalls an, ruhig zu sprechen, „ich will bleiben, arbeiten und sparen, und in sechs oder sieben Jahren werde ich vielleicht genug haben, um im Auslande Theilhaber der Firma zu werden. In Valparaiso mag Vermögen und Vergessenheit leichter zu erlangen sein. Ich will hier weiterarbeiten, indem ich diesen Zweck im Auge behalte." „Aber die dortige Theilhaberstelle ist jetzt frei geworden. Sie erzählten es mir." „Ja," antwortete er traurig, „aber ich bin noch nicht dazu bereit. Ich habe noch nicht die zweitausend Pfund erspart, welche dort zur Einlage nöthig sind; aber ich kann warten. Unsere Lebenswege werden jetzt völlig getrennt sein, Aloisia, damit mein Herz nicht im Leiden bricht. Ich werde in der Stadt weiterarbeiten, und wenn ich noch an Ihr friedliches, wolkenloses Leben hier denke, wird mich der Gedanke trösten, nicht ent- muthigen. Aber meine Besuche in Schrayden sind heule vorüber, Aloisia; ich darf nicht wieder hieherkommen, wo ich oft so glücklich war. Die lichte, sonnige Atmosphäre würde mich zu meiner Aufgabe der Vergessenheit untüchtig machen." „Aber, Norbert," bat ich, „Herr Drummond hat es gerne, daß Sie nach Schrayden kommen, Alex ist Ihnen sehr gut, und ich —" „Ist er mir gut?" unterbrach Norbert mich, „das freut mich. Leben Sie wohl, meine verlorene Liebe, leben Sie wohl." „Er hielt meine Hände eine lange Minute fest, aber ich hatte vergeblich versucht, die Abschiedsworte aus- znsprechen, als er verschwunden war. „Norbert, Norbert!" rief Alex und eilte die Treppe hinunter, als Norbert durch den Hausflur ging, „warte auf mich!" Darauf sah ich die beiden zusammen über den Rasenplatz gehen und dachte müßig und traurig darüber nach, ob ich sie je wieder zusammen sehen würde. Als jedoch das Kind von dem Gärtnerhäuscheu zurückkehrte, saß es triumphirend auf der Schulter seines Vaters und mein ganzes Herz schlug diesen beiden entgegen. „Warum begrüßen Sie mich mit einem so nachdenklichen Gesichtchen?" fragte Martin und hielt mich auf Armeslänge von sich entfernt, während seine dunkeln Augen in die meinen schauten. „Ich kann solchen wehmüthigen Mund nicht küssen, wenn Sie mich auch dazu auffordern würden." „Gehen Sie sogleich in das Speisezimmer, Martin," sagte ich ausweichend, „Frau Kynaston muß schon eine halbe Stunde gewartet haben." Frau Kynaston war eine entfernte ältere Verwandte 119 von Martin und wollte bis zu unserer Heirath im > „Alex und ich haben um 2 Uhr gegessen, als Frau Hause bleiben. Kynaston ihr Gabelfrühstück beendet hatte," sagte ich ruhig. „Und das Warten verstimmt ihr sonst engelgutes ^ „Schon wieder?" fragte er, „dann will ich jetzt gar Gemüth, nicht wahr, Kleine? Aber ihr Warten ist mir nicht zum Essen gehen. Warum haben Sie es gethan?" KAM MM! gleichgiltig, wenn ich bei meinem Bräutchen bin. Kom- j „Wir waren auf den Bergen herumgestreift und men Sie." ! hungrig zurückgekommen; deshalb wünschten wir unser Er bot mir seinen Arm mit so ernster Würde, daß ! Mittagessen und wollten abends hübsch zusammen Thee ich unwillkürlich lachen mußte. l trinken." Nie letzte» Augenblicke christlicher Märtyrer 120 „Sehr wohl," sagte Martin, jetzt wieder fröhlich wie gewöhlich. „Bitte, bestellen Sie den Thee um 8 Uhr, und ich werde hier sein. Tante Kyn schläft so ruhig nach ihrem späten Diner, daß sie uns dankbar ist, wenn wir sie ungestört lassen. Erwarten Sie mich pünktlich. Ah, der traurige Gesichtsausdruck ist ganz verschwunden" — und lächelnd schloß er mich in seine Arme. Auf der schneeweißen Tischdecke stand das Thee- geräth; die Lampe war angezündet und die dunkelrothen Vorhänge verhüllten das große Bogenfenster. Vor dem flammenden Kaminfeuer ruhte Martin in dem großen Armsessel, welchen er angeblich für Alex in dieser Zimmer hatte bringen lassen. Mein bequemer Sessel stand dicht nebendemseinigen, aber ich saß nicht dort, sondern brachte ungewöhnlich lange bei der Bereitung des Thees zu; ich wollte sprechen, ehe Alex in das Zimmer kommen würde,aber ich wußte nicht wie. „Einen Theelöffel voll für jeden von uns und einen obendrein sind nur vier," sagte Martin, indem er den Kopf umwendete, „Sie hatten Zeit, vierzig hineinzuthun. Sie gehen immer weg, wenn wir einige angenehme Minuten haben könnten. Kommen Sie her, mein Herzlieb." „In einem Augenblick, Martin." „Sogar ein Augenblick ist zu kostbar, um versäumt zu werden," sagte er, stand hastig auf und wendete dem Feuer den Rücken, indem er mich beobachtete. Kommen Sie jetzt hierher." „Ich muß einge- machteReineclauden für Alex aus dem Keller heraufholen lassen, weil ich sie ihm versprochen habe," sagte ich. Als ich aber hierauf zum Glockenzuge gehen wollte, umschlang er mich und hielt mich fest. In seinen starken Armen fühlte ich mich so klein, so hiflos und so glücklich l Ich dachte, ich könnte jetzt sagen, was ich ihm sehnsüchtig zu sagen wünschte; aber als er mich dann so innig ansah, fand ich nicht den Muth, und wendete mein erglühtes Gesicht weg. Wie stark er warl Ich glaubte, daß ihm unmöglich etwas fehlschlagen könne, was er erreichen wollte. Wie herzinnig liebte ich ihn! Bei diesem Gedanken trat die Erinnerung an Norberts geduldige Hoffnungslosigkeit noch klarer vor mich und wieder versuchte ich zu sprechen. „Martin " „Reineclauden, wie?" lächelte er, „mag Alex sich selbst wegen seiner Süßigkeiten bemühen." „Martin, lassen Sie mich los. Ich wollte — Ihnen von — von einem Anliegen sagen." „Mir?" fragte Martin, und seine Augen blickten voll unaussprechlicher Liebe und Zärtlichkeit in die meinen. „Wollen Sie mich endlich um etwas bitten, mein stolzes, süßes Bräutchen?" „Ja." Ich konnte kein Wort mehr sagen, weil die große Stärke und die noch größere Zärtlichkeit seiner Liebe mich scheuundschüchtern machte, wie eS oft geschah. „Sage es mir jetzt," flüsterte er und strich das Haar sanft aus meinem heißen Gesicht. Aber ich konnte noch nicht sprechen. „Mein geliebtes, kleines Mädchen," sagte er „welche Bitte es auch sein mag, sie ist bewilligt. Ich kann Sie nicht in meinem Arme zittern fühlen. Ich kann keine Thränen in den geliebten Augen sehen. Sprechen Sie jetzt oder nicht, wie Sie wollen; aber von diesem Augenblicke an seien Sie versichert, daß die Bitte gewährt ist, was es auch sein mag. Ich kann die Bewilligung nicht zurückhalten, so gerne ich Sie bitten hören möchte. Mein Herzlieb, alles, was ich habe, gehört Ihnen. Meine ganze Kraft steht Ihnen zu Diensten. Verfügen Sie über mich und mein Eigenthum, wie und wann Sie wollen. Ah, Alex, da bist du! Wir wollten gerade klingeln, um dich holen zu lassen — oder wegen Reine-clauden — ich vergesse, was es war. Sieh mal, was für rothe Backen Aloifia hat!" „Vermuthlich hast du dicht am Feuer gestanden, Aloisia?" fragte das Kind nachdenklich. „Ja, sie hat dicht an der Gluth gestanden," sagte Martin Drummond, weshalb meine Verwirrung stieg. „Sagten Sie, daß der Thee schon fertig ist, Fräulein Kerr, oder daß Sie zuerst mit mir etwas besprechen wollten?" „Der Thee ist schon lange fertig," sagte ich, ohne 1 , Pfarrkirche Wrrlingen. Original-Aufnahme van G.Baab er, Photograph in Krumbach. fVervielsiiltigungSreiht vorbehalten,; H» I» »> ißMM'Z ! ' - ' ... 121 seine Worte zu beachten; „er ist sehr stark, die zweite Tasse wird dann nicht schmecken." „Dann wollen wir die zweite auslasten, nur die erste und die dritte trinken," antwortete Martin ebenso ruhig. „Alex, wir vergessen immer die Naschereien, wenn du nicht da bist. Ich mache mir nichts aus denselben, nnr manchmal bewegt mich Aloisia, sie zu versuchen. Klingle jetzt und lasse die Reineclauden-Marmelade bringen." „Du wirst keine bekommen, Papa," sagte der Knabe lachend, indem er zum Klingelzug lief, „weil du sagst, du machst dir nichts aus Süßigkeiten." „Aloisia," flüsterte Herr Drummond, indem er seine Theetasse nahm. „Sie haben mir ihr Anliegen noch nicht gesagt. Versprechen Sie mir, es nach dem Thee zu thun, sonst halte ich mich nicht in den Schranken vor dem kleinen Jungen." Gefühl der Furcht und des Schmerzes läßt mich ahnen, daß Sie beim Schritthalten mit mir ermüden würden." Wie lebhaft erinnerte ich mich dieser Worte in den Jahren, welche folgen sollten! (Fortsetzung folgt.) -- Plauderei über Kunst und Kunstgeschichte mit besonderer Berücksichtigung der Architektur und Plastik. Von Max Fürst. (Fortsetzung.) Das merkwürdigste antike Gebilde, welches die Sammlungen des Vatikan beherbergen, dürfte die Gruppe des Laokoon sein, welche bekanntlich der scharfsinnige Les- sing als Markstein gewählt hat, um die Grenzen zwischen MM Kchlotz Wertingen. Original-Aufnahme v n Gustav Bader, Photograph in Krumdach. (Vervielfältigungsrechl vorbehalten.) „Ja, ich will nach dem Thee mit Ihnen sprechen," sagte ich, meinen ganzen Muth zusammennehmend. „Ich danke Ihnen, Theuerste," flüsterte er ernst, aber in der nächsten Secunde wendete er sich mit seinem schelmischen Blicke zu seinem Söhnchen. „Ich habe Fräulein Kerr soeben gebeten, dir nicht so viele Wünsche zu erfüllen. Sie verwöhnt dich schrecklich. Warum thut sie das?" „Sie sagte einmal, weil ich so klein bin," antwortete das Kind, indem es auf seinen Sitz kletterte. „O, ich begreife das. Sie ist nicht groß," sagte Martin neckend, „also muß sie ebenso verwöhnt werden, wie du. Ich wünsche, Sie wären etwas größer, Aloisia." „Warum?" „Ich habe die Kraft, auf dem harten, rauhen Pfade zu wandeln, aber mir ist, als ob ihre kleinen Füße nicht immer neben mir bleiben könnten. Ein unbezwingliches bildender Kunst und Poesie festzusetzen. Das berühmte plastische Werk mußte übrigens schon mehrfach herhalten, die verschiedenartigsten Gedanken zu illustriren. Hat doch erst kürzlich ein deutschfeindlich gesinnter italienischer Politiker die Laokoongruppe als die Allegorie des Dreibundes bezeichnet. Da umsichtige Gesinnungsgenossen desselben Polemikers bekanntlich schon einmal eine Karte herstellen ließen, welche Italiens Zukunftsgrenze am Brenner markirt, so ist sehr zu befürchten, daß die gegenwärtig bei uns unternommene Erforschung und Feststellung des römischen Limes, an welcher der erste Vorstand des Historischen Vereins für Oberbayern, Herr General K. Popp, hervorragenden Antheil hat, schließlich noch dazu führt, daß einige heißblütige Jrredentisten gleich die alte römische Reichslinie zur Grenze des heutigen Italien machen möchten. Allzu besorgt brauchten wir übrigens deßhalb nicht zu sein, denn drüben über den Alpen versteht man 122 schließlich doch am besten das Wort: tarnpi pa.88g.ti! — Was nach dem Zurücktreten der römischen Weltmacht in künstlerischer Hinsicht Byzanz geschaffen hat, kann man heute noch am besten in Navenna sehen; es müssen Einen auf den dortigen Straßen nur die vielen Fechter nicht geuiren, von denen ja bekanntlich schon einer genügt hat, um unserem wackeren Landsmann Bacher! das künstlerische Interesse und poetische Empfinden für immer zu verleiden. — Man hat lange Zeit gebraucht, bis es den Kunsthistorikern gelungen ist, Byzantinisches und Romanisches zu unterscheiden und gebührend auseinander zu halten. Aber noch immer gibt es Leute und Bücher, welche diese nöthige Unterscheidung völlig ignoriren, ja es hat hin und wieder sogar den Anschein, als ob der Byzantinismus überhaupt nicht zu den verflossenen Stil- und Umgangsformen gerechnet werden dürfe. Es ist nur Schade, daß die sogenannten „Buckelquadern", die doch hier so nützlich und dienlich wären, einfach des kunstwissenschaftlichen Principes wegen, nicht den byzantinischen Ziergliedern beigezählt werden können. Gehen wir weiter! „Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust," hat einmal ein bedeutender Dichter gesungen. Zwei Seelen im Gewände der Architektur zu einer stauncnerregenden Einheit geführt zu haben, ist jener merkwürdigen Stilform gelungen, welche wir seltsamerweise die „gothische" nennen. Nie hat sich Städtekraft und Bürgerstolz kenntlicher gezeigt, als in den mittelalterlichen Werken der Gothik. Und wiederum: Nie hat der Geist hingebungs- fähiger, geheimnißvoller Weltentrückung sinnigeren Ausdruck gefunden, als im Gewände dieses Stiles. Wir variiren nur ein anderes Dichterwort, wenn wir — auf kunstgeschichtlicher Basis uns bewegend — sagen: „Die Gothik ist des Glaubens liebstes Kind." — Das schrille Geklingel unserer Schellenkappe verstummt vor der Eigenart dieses Stiles, erst die weltgewandte Renaissance mit ihren zahlreichen legitimen und illegitimen Sprossen läßt es wieder ertönen. Als das antike Alterthum in der Renaissance aus seinem Grabe erstand, da mag den bisherigen Stilformen gar bange um's Herz geworden sein, denn in einem wahren Freudentaumel spannte sich alsbald die ganze Welt an den Triumphwagen der neuen Herrscherin. Die höchsten Herren der Erde, Kaiser und Päpste, waren stolz darauf, der eleganten Dame Renaissance die Schleppe tragen zu dürfen. Um ihre Gunst sich zu sichern, schreckte man vor keinem Unternehmen zurück. Wie man weiland der üppigen Herodias das Haupt des Täufers Johannes auf einer Schüssel entgegenbrachte, so brachte man alsbald in Rom die heiligsten und ehrwürdigsten Gebäude der Christenheit der neuen Kunstrichtung als kostbares Opfer dar. Förmliche Verhaftsbefehle wurden von geistlicher und weltlicher Obrigkeit gegen die früheren Stile erlassen; fast überall kündete man ihnen den „Dienst", man scheute sich nicht, zunächst die Gothik gar hart anzulassen und, wo es nur immer ging, ihr alle „Nippen" einzustoßen. Je höher gestellt, je reicher man war, um so hartherziger verfuhr man mit der Geächteten. Klingt es auch sonderbar, so kann doch auch in der Kunstgeschichte, wenigstens in Bezug auf Bewahrung werthvoller Denkmäler, von einem „Segen der Armuth" gesprochen werden, denn einzig die Fittiche der Armuth waren es, welche in einzelnen Gegenden die Werke der Väter vor dem Untergänge zu schützen vermochten. — Wenn je eine Stilform es verstanden hat, bei den Menschen sich einzuschmeicheln, so hat dieses das Weltkind Renaissance verstanden. Auf die übersinnlichen Bahnen der Mystik nie sich einlassend, hat es dafür mit seinen sichtbaren Reizen zu keiner Zeit gekargt uno vor allem dem klugen Programmsatz gehul- diget: „Wer Vieles bringt, wird Manchem etwas bringen." Wie die Renaissance in ihrem Formenconcert eine gar reichhaltige Abwechslung bot, so waren auch die damaligen Künstler höcbst vielseitig veranlagt. Wahrscheinlich stammt schon aus jener Zeit die heute noch hie und da gehörte lobende Bezeichnung: „ein Tausendskünstler". So ein Tausendskünstler war z. B. Leonardo da Vinci. Hätte er, der im Refectorium des Klosters S. Maria della Grazie zu Mailand in seinem „Abendmahl" den heiligen Gral in unerreicht dastehender Kunstweise gefeiert, in unseren Tagen gelebt, das Wohlwollen Richard Wagners würde ihn wahrscheinlich nach Bnyreuth zur Herstellung der Parcival-Decorationen gerufen haben, denn L. da Vinci war bekanntlich auch ein höchst vorzüglicher Maschinist und Theatermaler im Dienste Ludwigs XII. von Frankreich. , Es scheint, daß in Italien im 15. und 16. Jahrhundert ein Mann, der nur einen Kunstzweig allein vertrat, darob sich fast geniren mußte. Hat doch Michel Angela, der sich allerdings nie im Leben Zeit nahm, nachsichtig und liebenswürdig zu sein, den braven Pietro Perugino, der ausschließlich nur ein wackerer, biederer Heiligenmaler war, einmal in höcbst wegwerfender Weise als einen Kunsttölpel bezeichnet. M. Angelo hatte freilich das stolze Bewußtsein, nicht nur Herrscher auf dem Gebiete aller bildenden Künste, sondern auch auf jenem der Dichtung zu sein. Seine Sonette haben einen gar wunderbaren, gewaltigen Klang. Der titanische Mann, der die Kuppel von St. Peter aufgethürmt, die Wölbung der Sixtina bemalt, die Festungswerke von Florenz gebaut, den grandiosen „Moses" gemeißelt, griff nie in seinem Leben etwas mit Sammthandschuhen an. Daß er sich daher, wie man so zu sagen pflegt, öfters auch arg verhauen hat, kann nicht Wunder nehmen. Er hat sich auch im buchstäblichen Sinne einige Male verhauen, denn man zeigt in Italien mehrere unvollendete Statuen, an denen seine wuchtige Hand den Meißel allzu tief getrieben, zu viel Steinhülle hinweggesprengt hat, um das Bildwerk noch einer lohnenden Vollendung entgegenführen zu können. Man erzählt, daß der von gewaltigem Schaffensdrang beseelte Meister öfters auch nachts in seiner Werkstätte weilte, wo ihm einzig eine ähnlich einer Mütze an und über seinem Haupte befestigte schlichte Oel-Lampe das nöthigste Licht zum Schaffen lieh. Im hellen Zeitalter der elektrischen Bogen- und Stangen-Lampen dünkt es wohl Manchem ein höchst glücklich überwundener Standpunkt, den eigenen Kopf als Lichtträger gebrauchen zu müssen. Die Natur des zu bearbeitenden Materiales muß es wohl mit sich bringen, daß die Architekten und Bildhauer in der Regel viel fester und energischer aufzutreten wissen, als die Maler, deren geschmeidige Arbeitsmittel ja auch von der zartesten Damenhand gehandhabt werden können. Am meisten hat sich — wie wir dieses schon durchleuchten ließen — das Selbstgefühl, die Energie der Artisten in Italien zur Zeit der Renaissance zu entfalten vermocht; damals waren ja die Künstler die Helden des 123 Tages, und viel, sehr viel durften dieselben dort sich erlauben. Hätten in Italien Richter und Polizei immer so prompt gearbeitet, wie dieses in Deutschland von je her der Fall gewesen ist, die Kunstgeschichte hätte vielleicht manch' berühmten Namen nicht zu verzeichnen, zum Mindesten hätte die freie Arbeitszeit mancher Kunst- beflissenen recht häufig eine unliebsame, gesetzliche Schmäle- rung erfahren. Sind wir doch froh, daß man einem Benvenuto Cellini, einem Salvator Rosa und noch manch' Anderen so viel durch die Finger gesehen! Daß den Künstlern trotzdem nicht allzu wohl wurde, dafür sorgte schon damals der collegiale Geist. Gegen die Zerwürfnisse und Handgreiflichkeiten damaliger italienischer Meister sind die Streitigkeiten heutiger Pariser und Münchener Künstler die reinsten Geßner'schen Idyllen. Am unbehaglichsten muß es in dieser Hinsicht im 15. und 16. Jahrhundert im schönen Florenz zugegangen sein, wo, gewissermaßen als Schlußstein einer Wert in gen. Wenn es auch abseits der großen Verkehrsadern liegt, so verdient es doch auch wegen der Rührigkeit seiner Bewohner Berücksichtigung. Das Städtchen ist schon sehr alt und war früher in den Händen vieler Theilhaber. Nach einer BestätigungsUrkunde von Bischof Walther in Augsburg sollen die Brüder Wilhelm und Arnold von Biberbach im Jahre 1145 das Augustiner-Nonnenkloster Weyhenberg gestiftet haben. Die Schirmvogtei haftete damals auf der Burg Hohenreichen. Das Kloster wurde 1448 wieder aufgehoben und die Besitzungen desselben dem Spitale in Dillingen einverleibt. (Vom Maier- und Reutenhof in Wertingen bezog dieses Spital noch lange Gilten und Zehnten.) Die Herrschaft Wertingen mit Hohenreichen kam als ein Erbe des Hohenstaufen Conradin an dessen Onkel Herzog Ludwig den Strengen von Bayern, indem in dessen Sal- buch vom Jahre 1275 darüber Erwähnung geschieht. 1279 erhielt ein Hildebrandt von Druisheim Hohenreichen als MMM Hl'üisM MMi uil sWZM WWW ' IWw'PUl, K, 7,' E WAL Das österreichische Hospiz in Jerusalem. Unterredung zwischen den städtischen Baumeistern, der hochberühmte Herr Brunelleschi einmal von seinen Fachgenossen die stattliche Rathhaustreppe herabgeworfen worden ist. Boshafte Florentiner, welche den also Beförderten am nächsten Tage begrüßten, sollen die neue Art von „Steinmetzzeichen" bewundert haben, welche Signor Brunelleschi an Stirne und Nase zur Schau trug. — Merkwürdigerweise sind seit jener Zeit die alten — nur für die Steine berechneten — Steinmetzzeichen, ohne die man sich im Mittelalter kein Denkmal und keine Bauhütte denken konnte, vollständig aus der Mode gekommen. (Schluß folgt.) -—- Stadt Wertingen (mit Ansichten des früheren Schlosses, worin sich jetzt das kgl. Bezirksamt und das kgl. Amtsgericht befindet und der Pfarrkirche auf Seile 120 und 121). W. Nordwestlich unserer Kreishauptstadt Augsburg, 5 Stunden nur von derselben entfernt, liegt im freundlichen und fruchtbaren unteren Zusamthale das Städtchen Lehen. Die Truchsessen von Reichen verkauften ihr Besitz- thum 1348 an den Augsburger Bürger Johann Langen- mantel, welcher in der Stadt Wertingen ein Schloß erbaute. (Das neuere Schloß, d. i. der vordere Theil, steht erst seit 1654 und ist an das andere angebaut.) Nachdem in den Fehden jener Zeit Wertingen zweimal (1388 und 1462) abgebrannt worden war, verkauften die Langen- mantel 1467 die Stadt und Herrschaft an den Erbmarschall Mang zu Hohenreichen. Dieser erste alleinige Herr von Wertingen verlegte 1557 seinen Wohnsitz von der Burg Hohenreichen nach Wertingen, wonach das Schloß in Hohenreichen einging und Anfang dieses Jahrhunderts ganz abgetragen wurde. Die Truchsessen von Reichen schrieben sich, nachdem sie die Grafschaft erlangt hatten, Marschälle von Pappenheim. Zu jener Zeit war Wertingen in eine innere und äußere Herrschaft abgetheilt. Zur inneren gehörte die Stadt Wertingen mit den drei Ortschaften Gott- mannshofen, Geratshofen und Reatshofen, zur äußeren: Hohenreichen, Frauenstetten, Wortelstetten, Asbach, Possenried, Neuweiler, Hinterried, Neuschenau und Hirschbach. 124 Mit Franz Adam von Pappenheim starb 1700 diese Wertinger Linie der Erbmarschälle von Pappenheim aus und Bayern zog das Lehen ein. Dieser letzte Pappenheim liegt in der Kirche zu Gottmannshofen begraben. 1704 wurde Wertingen vom Reiche eingezogen und Fürst Lob- kowitz damit belehnt, der es aber nur bis 1714 innehatte, wonach von Bayern die zwei schwäbischen Kabinetsherr- schaften Wertingen und Hohenreichen gebildet wurden. 1799 wurden beide Herrschaften der allgemeinen Staatsverwaltung einverleibt. Wertingen war früher befestigt; es hatte drei Thorthürme und Ringmauern, wovon noch Neste vorhanden sind. Wann die Pfarrkirche erbaut wurde, ist nicht zu ermitteln; dieselbe wurde 1646 durch die Schweden nebst einem Thurme zerstört, nachher aber wieder hergestellt. Die Thürme, welche mit einem gemauerten Kranze umgeben sind, sind einzig in ihrer Art und soll einer römischen Ursprunges sein. An der Pfarrkirche befinden sich noch alte Grabdenkmäler aus Stein gehauen; insbesondere ist das an der Ostseite angebrachte sehenswerth. Zweimal wurde Wertingen auch von den Franzosen heimgesucht, und 1805 fiel hier zwischen diesen und den Österreichern ein Treffen zum Nachtheile der letztern vor. -—i-v-»—- Zu unseren Bildern. Die letzten Augenblicke christlicher Märtyrer. Unter den römischen Kaisern, welche die Christen ihres Glaubens wegen verfolgten» war es besonders Diokletian (284 bis 305), der den Christen am längsten und heftigsten nachstellte. Das Papstbuch erwähnt, daß es im Jahre 304 während eines einzigen Monates in den verschiedenen Provinzen des römischen Reiches 17,000 Märtyrer gegeben habe. Auch unter Kaiser Nero schon hatten die Christen Unsägliches zu dulden. Theils kreuzigte man sie, theils ließ man sie, in Thierfelle eingenäht, von Hunden zerfleischen, theils wurden sie, in brennbare Stoffe eingehüllt, Nachts als Fackeln in den kaiserlichen Gärten verbrannt. Eine tiefergreifende Scene stellt uns der Künstler auf unseren: Bilde vor Augen: den Abschied der zum Tode verurtheilten Christen, welchen der Priester soeben die Absolution spendet. Dildrr aus Palästina. Das österreichische Hospiz. Unter den neuen Privat- gebäuden in Jerusalem macht das neue österreichische Hosvn einen freundlichen Eindruck und bildet einen wohlthuenden Gegensatz zu den vielen Spuren des Zerfalles und den Haufen von Trümmern und Schutt in der heiligen Stadt. Eine breite Doppeltreppe führt zu demselben empor. Einen hübschen Anblick gewährt die blumengeschmückte Terrasse. Im oberen Stocke befinden sich die Fürstengemächer. —««« 4 -—- Allerlei. Ländliche Wegweiser-Dichtung. Wenn man den Weg Leipheim—Langenau zu Fuß zurücklegt, kommt man über den Ort Niedheim. Will man von hier aus den näheren Weg nach Langenau einschlagen, so muß man den Fußweg über das „Ried" oder „Moos" gehen. In einer Seitengasse in Riedheim nun, ein Häuschen oberhalb der Mühle, steht ein Wegweiser, der auf seiner mühl- radförmigen Tafel folgende Inschrift trägt, die bei der Art ihrer Fassung trotz ihres Ernstes sehr komisch berührt: Nicht dort, wo das Mühlrad brauset, Geht der Pfad nach Langenau, Sondern da lauf' sanft im Frieden Durch's Moos unter'm Himmelsblau. Wandle nie den Weg zu spat, Noch betrunken diesen Pfad. Nach Langenau. Kasernenhofblüthe. „Kerl, mach' doch nicht so ein jämmerliches Gesicht, wie eine Siegesgöttin, die einen Civilisten heirathen solll" -- ~ 's Aug'nmaaß. Beim alt'n Lehra, Mahr Bastl, Da ham die Buam g'rad' Zeich'nlehr' Und fleißi' draht a unsa Wastl Figur'n schiach und krumm und quer. Und Strich'ln macht dös Büawei mehra, Von dena is koa oanz'ga grad; Z'letzt gront halt do' der guate Lehra: Wo denn der Bua sei' Aug'nmaaß hat! Der Bua moant d'rauf: „Herr Lehra Mahr, An Aug'nmaaß? — Dös sakrisch Ding Is g'wiß do a nöt gar so deier! Glei' kaaf i 's bei der Krämer in." F. Weiß (W'stein). -- Himmelsschau im Monat März. —X. Merkur verschwindet schon nach den ersten Tagen als Abendstern am westlichen Horizont. Venus § taucht als Morgenstern aus den Strahlen der Sonne auf und wird schnell Heller. Mars im Schützen geht auf zwischen 4 U. 21 M. und 3 U. 38 M. früh und steht am 2. in der Nähe des Mondes. Jupiter 2 t geht schon nach Mitternacht unter und befindet sich am 12. nahe beim Mond. Saturn H steht in der Jungfrau links von der Spika und ist bis 9 U. 30 M. vorm. sichtbar. Am 23. steht er in der Nähe des Mondes. In den ersten Tagen des Monates ist das Zodiakal- licht sichtbar. --SÄWMS- Schachaufgabe. Von P. Bernhard (Augsburg). Schwarz. Mat in 4 Zügen. Auflösung des Zahlenräthsels in Nr. 16: Bonn, Anden, Don, Ob, Stade, Tanna, Eton, Nab, Dan, Esens. Bad Ost ende. --