-m Augsburger Postzeitung 'I «! 2V. Areitag, den 9. März 189H l?ür die Redaction verantwortlich: Philipp Frick in Augsburg. Druck und Verlag des Literarischen Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg (Vorbesitzer vr. Max Huttler). Wohlthun trägt Zinsen. Nach dem Amerikanischen der Mary Cecil Hay, erzählt von Alice Salzbrunn. (Schluß.) IV. Es war ein nebeliger, trüber November-Morgen. Hanne war ausgegangen, um ein paar von mir fertig gemachte Kinderkleider abzuliefern, und hatte die beiden Kleinen mitgenommen. Alex wollte mich nicht allein lassen, deshalb brachten wir diese stille Stunde zusammen bei seinen Schulbüchern zu. „Ich lerne viel besser unter deiner Anleitung, Mama," sagte er unwillkürlich, als wir neben einander saßen, „aber", fügte er hastig hinzu, „es ist auch nicht sehr schwer, wenn ich allein bin, und du hast ohnehin viel zu thun." „Ich wünsche viel zu thun zu haben, Alex," sagte ich mit sehnsüchtiger Sorge, „damit ich eine genügende Einnahme erziele und dich in eine höhere Lehranstalt schicken könnte, wie es geschehen wäre, wenn dein Vater noch lebte." „O, Mama, mühe dich deshalb nicht!" rief er, indem er seine Arme um meinen Hals schlang und mich küßte, „das geht selbstverständlich nicht; es würde mich elend machen, wenn du deshalb noch anstrengender arbeiten solltest. Du weißt, neulich las ich, daß viele gute Männer, welche berühmt wurden, ihre hervorragenden Eigenschaften den Lehren ihrer Mutter verdankten. Ich werde darnach streben, brav und tüchtig zu sein, den Lehren und dem Beispiele meiner Mutter zu folgen und der Erinnerung an meinen Vater!" Ich konnte sein ernstes Gesicht nur an das meine drücken und beten, daß mir die Erziehung, trotz meiner Schwäche gelingen möge. „Ah, wer ist da?" Der Briefträger! Wie dumm, daß ich beim Klopfen erschrak!" sagte Alex und ging, um die Thüre zu öffnen. Inzwischen saß ich mit müßigen Händen und fliegendem Athem da. „Hast dn zwei Pence, Mama?" fragte Alex zurückkommend, „dieser Brief an dich ist von Shrayden nachgesandt worden, deshalb sind zwei Penze zu zahlen." „Ich kann nicht bezahlen, Alex," sagte ich leise und zog mich zurück. „Sage ihm, oaß ich es nicht kann. Wird er den Brief hier lassen? Morgen können wir bezahlen." Der Knabe giug an die Thüre, aber der Briefträger durfte den Brief nicht ohne das Postgeld abgeben und wollte morgen wieder anfragen. O, die heiße Schamröthe stieg mir in das Gesicht! „Mache dir nichts daraus, Mama," sagte Alex und setzte sich wieder an seine Bücher. „Es ist nicht der Rede werth. Der Brief bleibt dir ja sicher, und Hanne wird heute Geld mitbringen. Du wolltest mich überhören. Denke nicht mehr an den Briefträger." Nur halb verstand ich, was er hersagte; meine Gedanken schweiften in die Vergangenheit zurück. Wie wenig hatte ich alles, was früher mein gewesen war, zu schätzen gewußt! Wie anders würde ich fühlen, wenn mir der Wohlstand jetzt wiedergegeben wäre! Jetzt war ich so heruntergekommen, daß ich meine Armuth vor Fremden eingestehen mußte. Ich glaube, dieses niederdrückende Gefühl können sich diejenigen nicht vorstellen, welche es nicht selbst erfahren haben. Es mag unrecht von mir gewesen sein, aber es war damals sehr schwer zu tragen. Den Blick in unsern Erdeuschmerzen Verbängt der Nebcl trüb und dicht; Waö uns erscheint wie Trauerkerzcn, Mag sein der Himmelslampen Licht. So lauteten die ersten Worte, welche ich deutlich von meinem Knaben hörte, und ich vermag nicht zu schildern, wie sie augenblicklich meine aufrührerischen Gedanken beschwichtigten. „Ich weiß, daß du dieses Gedicht liebst, Mama," sagte Alex, „du hast es früher einmal geäußert zu Hause zu — meinem Vater," — das Kind konnte das Wort nicht ohne Beben erwähnen, — „ich hatte es in meinem Buche bezeichnet. Es freut mich, daß ich es lernte, da wir beide allein sind." „Du wirst nicht mehr an die zwei Pence denken, nicht wahr?" Ich sagte, daß ich nicht daran denken wolle und bemühte mich, es nicht zu thun; aber der eine Vers, welcher mich aus trübem Sinnen geweckt hatte, schwebte mir immer vor. Am nächsten Morgen brachte Hanne mir den Brief; sein Inhalt war folgender: „Hochverehrte Frau Drummond! Obgleich ich weiß, daß Sie Shrayden, wahrscheinlich auch Schottland verlassen haben, muß ich meinen Brief dorthin adressieren, und vertraue auf die Findigkeit der Postbeamten, während ich selbst alles thue, um Ihren Aufenthalt zu entdecken. Wenn dieser Brief Sie erreicht, bitte, geben Sie mir in einer Zeile Erlanbniß, Sie zu besuchen. Zu dieser Bitte veranlaßt mich nicht nur die alte Freundschaft, sondern ich kann mich meines leicht und schnell erworbenen Vermögens nicht erfreuen, bis ich die seit Jahren ersehnte Befriedigung habe, an Herrn Drummonds Sohn die Summe zurückzuzahlen, welche sein Vater mir mit so großem Edelmuthe geliehen, ohne mich wissen zu lassen, wer der Geber war. Die Erinnerung an seine und Ihre unausgesprochene Güte war für mich eine so hilfreiche Wohlthat als das Geld seilst. Ich wünsche Ihnen meinen Dank auszusprechen und wünsche Alex die edle That zu erzählen, da ich weiß, daß Sie und sein Vater ihm nichts davon gesagt haben. Bitte, legen Sie Ihre Adresse in das eingeschlossene Couvert und gestatten Sie den Besuch des (fiten Freundes, zu welchem Ihr Gatte so gut und großmüthig war. Verehruugsvoll Ihr treu ergebener Norbert Wcdderburn." Er wußte, daß er mich am besten bewegen könnte, indem er das Geld als eine an Martins Sohn abzutragende Schuld erwähnte. Jedoch die Summe, welche vor langer Zeit Norberts Selbstständigkeit begründet hatte, war kein Darlehen, sondern ein bereitwilliges Geschenk gewesen, und deshalb — es mochte elender Stolz von mir sein — konnte ich nicht an ihn schreiben. Obwohl ich nicht schrieb, klopfte Norbert, ehe eine Woche vergangen war, an unsere kleine Küchenthüre. Hanne, welche sich seiner gut erinnerte, führte ihn mit einem strahlenden Lächeln auf ihrem Gesichte zu mir herein. Ich konnte zu seiner Begrüßung nicht aufstehen, so heftig zitterte ich; denn ich war schwach und sein Anblick rief mir die ganze Vergangenheit lebhaft zurück. „Das ist Alex, nicht wahr?" fragte Norbert, seinen Blick hastig von meinem Gesichts abwendend, „der kleine Alex, in Gelehrsamkeit vertieft, und das sind —" Er neigte den Kopf und liebkoste Käthchen, um seine Bewegung zu verbergen. Er blieb den ganzen Abend bei uns. Sein Gesicht war bronzefarben, traurig geworden und früh gealtert; dennoch las ich in seinen Zügen dieselbe Geduld und Gewissenhaftigkeit, welche ihm unsere Zuneigung erworben hatten, als er ein schüchterner, arbeitsamer Buchhalter der Firma war, an deren Spitze er jetzt stand. Ehe er wegging, sprach er lange mit mir allein; er sagte mir noch dringender, als in seinem Briese, aus welchem Grunde er uns aufgesucht hatte. „Nein, nein, Norbert," antwortete ich auf seine entschlossenen, dankbaren Worte, „bitte, verlangen Sie das nicht von mir; ich kann meines Mannes Geschenk nicht zurücknehmen." „Wenn Sie das thäten, Aloisia," erwiderte er lächelnd, „so würden Sie alles nehmen, was ich besitze und was ich bin. Seine Hilfe machte mich zu dem Manne, der ich jetzt bin. Ich könnte Sie nicht bitten, das zurückzunehmen, denn ich kaun es ihm oder seinen Angehörigen nie vergelten. Aber Jahr auf Jahr habe ich den Gewinn zurückgelegt, welchen jenes Geld gebracht hat. Sie verstehen nicht, was ich damit meine; aber es gehört Alex." „Norbert, wenn die zweitausend Pfund Ihnen nicht geschenkt worden wären, so würden dieselben gleich dem übrigen Vermögen verloren sein. Sie vergessen das." „Nein, ich vergesse das nicht," antwortete er sanft, „aber das Geld wurde verschenkt, als kein Gedanke an den Verlust, und die Zinsen hoch waren. Nur durch Herrn Drummonds Edelmuth wurde es nicht verloren, sondern für Alex bewahrt. Alex darf nicht länger hier bleiben, Aloisia. Der elte Herr Stockesey starb vor einigen Tagen und hatte mich vorher gebeten, an seiner Stelle Alex' Vormund zu werden. Wollen Sie mit ihm nach Edinburg ziehen, wo ich ein Haus für ihn eingerichtet habe? Ich nannte es Shrayden-Villa; es ist nur eine halbe Stunde von meiner Wohnung in der Stadt entfernt, jedoch steht es am Wiesenweg, weil Sie und er die ländliche Aussicht und den Waldesduft von alters- her liebten, und in der Nähe befindet sich die Knaben- Lehranstalt, in welche sein Vater ihn zu schicken beabsichtigte. Aloisia, wollen Sie mit ihm kommen? Ich mutzte mich feinen Anordnungen fügen. Ich hatte keinen Rathgeber außer ihm. Seit meiner Kindheit fehlten mir Verwandte, und die alte Frau Kynaston, Martins einzige mir bekannte Verwandte, war schon drei Jahre todt. So brachte er uns alle nach Schott- land zurück in das hübsche Landhaus, welchem er den Namen unserer alten Heimath gegeben. Hier lebten wir in ruhiger Zufriedenheit; ich unterrichtete Eva und Käthchen wie bisher, Hanne verwöhnte sie wie bisher. Alex ging jetzt täglich in das Gymnasium und machte so rasche Fortschritte, daß seine Kenntnisse die meinigcn bald überflügelten. Einige Monate vergingen. Norbert, Alex's Vormund, handelte immer, als ob er sein Schuldner sei und besuchte uns täglich. Er war uns allein ein lieber Freund geworden, und als er eines Tages sagte, daß er auf vierzehn Tage verreiste, machte uns diese Nachricht betrübt. Wie lauge uns diese vierzehn Tage dauerten! Ich weiß noch sehr gut, daß die Kinder zuerst die Tage, dann die Stunden bis zu seiner Rückkehr zählten, und er es gern mit ihnen that. Ehe der letzte Tag gezählt war, überraschte uns Norbert. „Freut ihr euch wirklich über meine Ankunft, liebe Kinder?" fragte er unnöthig, als sie ihm eutgegcn- sprangen. „Mich freut es sehr, euch wiederzusehen. Ich blieb keine vollen vierzehn Tage aus. Freut Mama sich auch über meinen Besuch, Eva?" Erfreut blickte ich zu ihm auf und sagte, daß er immer willkommen sei, aber als seine Augen in die meinen sahen, stieg langsam eine heiße Nöthe in mein Gesicht und meine Rede stockte. „Frage Mama, ob wir in das Kindertheater gehen dürfen, Käthchen," flüsterte Norbert, indem er den Blick abwandte. „Kannst du heute nachmittags mitkommen, Alex?" Selbstverständlich konnte Alex mitkommen, und selbstverständlich waren die Kinder entzückt. Ich sah ihnen beim Weggehen ebenfalls mit glücklicher Miene nach, aber in meinem stillen Haus allein geblieben, fühlte ich mich verlassener als je seit meinem traurigen Schicksalswechsel. Wiederholt flüsterte ich Martins Namen, was ich oft in meiner großen Sehnsucht nach ihm that; alte Erinnerungen überflutheten mich und ich schluchzte bitterlich aus Herzensgrund. Endlich erschöpft von dem unaufhaltsamen Schmerz, lag ich auf dem Sofa, mit dem Gesichte in das Kissen verborgen, schlief ein und erwachte nicht, bis ich die fröhlichen Kinderstimmen im Hausflur hörte. Sie stürzten in das Zimmer, um mir die wunderbaren Abenteuer des ,Gestiefelten Katers' zn erzählen, und verglichen die Vühnenaufführung mit dem 143 Märchen, welches sie oft von ihrer Mutter gehört. Was für einen Lärm sie am Theetifch machten! ES war Norberts Schuld, sagte ich, als ich Ruhe und Ordnung vergeblich herzustellen versuchte; während ich es aus- sprach, dankte ich ihm in meinem Herzen, weil er diese Veränderung in mein stilles Heim gebracht. Die Kinder hatten uns den Gute-Nacht-Kuß gegeben und waren zu Bette gegangen, auch Alex zuletzt. Norbert stand auf, um wegzugehen, wie er es immer that, wenn sie ihm gute Nacht gesagt hatten. „Also verwöhne ich die Kleinen?" fragte er in Bezug auf meine scherzhaften Worte zu ihnen, ehe sie das Zimmer verlassen hatten; er blieb vor mir stehen und blickte ernst fragend zu mir herab. „Sie sind sehr, sehr gut zu ihnen," antwortete ich, „natürlich meinte ich nur das." „Unmöglich könnte ich anders sein," sagte er sanft. „Wissen Sie, warum, Aloisia?" „Warum?" „Weil ich diese Kinder liebe und sonst niemand zu lieben gehabt habe — ausgenommen ihre Mutter." „Norbert," sagte ich mit thränenfeuchtem Blick, „Sie lieben die Kleinen mit derselben Liebe wie einst mich. Gewiß werden meine Kinder ihr Lebenlang gleich mir Ihre Neigung werthschätzen. „Nein, nicht mit derselben Liebe," sagte er leise und voll Innigkeit, als habe er es schon lange anszu- sprechen gewünscht, „auch im Zusammensein mit den Kindern seufzt mein Herz in sehnsüchtiger Einsamkeit, welche . ich in Ihrer lieben Gegenwart nie empfinde, Aloisia." „Ihr Leben ist für so viele segensreich, daß Sie sich nicht einsam fühlen sollten, Norbert," sagte ich. Aber er wendete nur die Augen weg und neigte die Stirn auf seine Hände, welche verschlungen auf dem Kamin sims ruhten. „Wie können Sie über Vereinsamung klagen, da so viele Sie lieben, Norbert?" Ich war aufgestanden und hatte die Frage ernst ausgesprochen, während ich neben ihm stand. „Weil ich nicht anders kann; seit Jahren lebt in meinem Herzen eine Sehnsucht, welche nur Eine stillen könnte. Im Vereine mit meiner ersten einzigen Geliebten würde es keine Einsamkeit mehr für mich geben; durch Ihre Kleinen würde ich Freude und Lebensglück haben — wie andere Familienväter." Er schluchzte fast bei diesen Worten und hatte sein Gesicht noch verborgen. ^ Seine starke, treue Liebe erschütterte mich, ich legte , meine Hand sanft auf seinen Arm und sagte: l „Norbert, bedenken Sie, was ich Ihnen vor Jahren / gesagt habe, und daß meine erste Liebe dem Todten ^ gehört. — Sind Sie dennoch überzeugt, daß Sie mit mir glücklicher sein würden als jetzt? „Geliebte, willst du mir vertrauen und zu mir kommen?" Er stand mit ausgestreckten Armen vor mir, zog mich an seine Brust und beantwortete meine Frage in freudigem Ton: „Du machst mich glücklicher als ich sonst auf Erden sein könntet" » » Wie sich die Kinder über sein glückstrahlendes Gesicht wunderten, als er in ihr Schlafzimmer ging, um ihnen nochmals gute Nacht zu sagen! Sie konnten nicht errathen, warum es ein zärtlicherer Gute-Nacht-Kuß war als gewöhnlich, und warum er solange bei ihnen verweilte. — Heute abends, da ich diese lieben Erinnerungen aufschreibe, hat er noch zwei Mündchen mehr zu küssen, als damals; aber seine eigenen geliebten Kleinen küßt er nicht zärtlicher und liebevoller wie Eva und Käthe, und seiner treuesten Fürsorge und größten Berücksichtigung erfreut, sich Martins Sohn. Derselbe ist jetzt ein großer, breitschulteriger Student, seiner Mutter stets zärtlich ergeben, und stets in Gedanken, Worten und Thaten wahrhaft dankbar gegen den Mann, welcher ihm so edel und Weise den Vater ersetzt hat. -—so-M-rs--»- AnS der „ewige» Noma". * Von einem in Rom lebenden Deutschen ist UNS über die Schlußfeier des Bischofsjubiläums Leo'S XIII. eine Schilderung zugekommen, die wir den Lesern nachträglich mittheilen zu sollen glauben, obschon wir über die Feierlichkeit bereits einen Bericht gegeben haben. Unser Landsmann schreibt: Einen Tag aus dem päpstlichenNom möchte ich die gestrige (18. Februar) erhebende glanzvolle Feier nennen, womit das Festjahr des goldenen BischofsjnbiläumS des hl. Vaters in würdigster Weise seinen Abschluß fand. Der fremde Pilger brauchte nicht erst lange nach dem Wege zu suchen, der nach dem Niesendom der Christenheit führt; die endlose Wagenkette wies ihm von selber die Richtung. Bereits vom frühesten Morgen an hatten sich die Pilger ihre Plätze gesichert; das Comits hatte alle Vorkehrungen getroffen, damit die vielen Tausende ohne Unordnung und ohne zu großes Gedränge sich aufstellten. Es waren große Tribünen errichtet,. andere Plätze wie der Gang durch's Langschiff durch Barriüren geschieden, Billete von verschiedener Farbe für die einzelnen Zugänge ausgegeben. Wieviele anwesend waren, läßt sich nicht leicht angeben, die Schätzung von 40,000 wird wohl zu wenig sein. Der gewaltige Platz von St. Peter war durch eine Doppelkette italienischer Infanterie, welche sich von der einen Seite der Colonnaden bis zur audern ausdehnte, abgesperrt, nur einige schmale Oeffnnngen blieben für die Passierenden übrig. Diese Vorsichtsmaßregel, welche vom Comits erbeten war, erwies sich als durchaus zweckmäßig. Interessant war der Anblick der harrenden Menge, unter welcher italienische Landleute besonders zahlreich waren, die wohl zum ersten Mal nach Rom gekommen. Die Palastgarde bildete durch das Langschiff Spalier, außerdem sorgte die päpstliche Gendarmerie in ihrer malerischen Galauniform, der gewaltigen Bärenmntzs und den hohen Stulpenstiefeln über den weißen Beinkleidern, für Aufrechthaltnng der Ordnung. Endlich nach langem Harren verkündete das Schmettern der Trompeten das Nahen des Jubilars, bald aber war der Schall der Musik verschlungen von dem brausenden Jubelruf, der an den hohen Gewölben wie eine Niesenwoge sich brach. Unter Vorantritt der Nobelgarden, eines zahlreichen Klerns, des Collegiums der Cardinäle zeigte sich hoch auf dem Trag- sessel (der Lsäia Aestatoria) die Gestalt des hl. Vaters Mit der Mitra und dem Meßgewands bekleidet, den malerischen Eindruck vollendeten noch die Schweizergarde mit ihren Hellebarden und Flambergen, die zwei großen Wedel aus Pfauenfedern, die zu beiden Seiten des Thronsessels getragen wurden, die spanischen Kostüme der Kammerherren. Das Antlitz des hl. Vaters ist ganz vergeistigt, 144 eS scheint blutleer zu sein, dagegen leuchten die Augen noch frisch. Auf dem Altar über der Ooukessiv (Grab des Apostelfürsten) las dann der Papst die heil. Messe mit großer Assistenz, während der Sängerchor ausgewählte Motetten sang. Während der heil. Wandlung erscholl von der Kuppel herab, während eine weihevolle Stille herrschte, eine eigens hiefür componirte Melodie, welche auf silbernen Trompeten vorgetragen wurde. Das Tedeum nach der heil. Messe wurde abwechselnd vom Klerus und Volke gesungen. Dann folgte der feierlichste und ergreifendste Moment. In feierlichem Zuge wurde der heil. Vater wiederum auf der Loäia vor die Schranken, welche den Zugang zur Oonkassio gegen das Langschiff hin abgrenzen, getragen, die Tiara auf dem Haupte und mit dem weißen Pluviale angethan, während Mitglieder des Domkapitels von St. Peter den Baldachin trugen. Hier ertheilte der Nachfolger des Apostels in feierlicher Weise den Segen; kaum war der heil. Akt vorüber, so brach der Jubel auf's Neue aus, als der heil. Vater die lange Reihe seiner Kinder hindurch getragen wurde. Man sah es ihm an, wie wohlthuend seinem Herzen diese Kundgebung war; wiederholt erhob er sich von der Lsäia, um stehend die Tausende zu segnen. Und wie er so hochaufgerichtet mit der Tiara und den hohenpriesterlichen Gewändern bekleidet einher- zuschweben schien über den Köpfen der gedrängten Menge, da schien er nicht mehr der 84jährige Greis zu sein, da kam er dem Gläubigen vor als der lebenskräftige Repräsentant der ewig jungen, nie alternden GotteSkirche. Bei hereinbrechender Nacht war Illumination. Märchenhaft war namentlich der Anblick des St. Petersplatzes. Tausende von Lämpchen umsäumten die Umrisse der Fatzade, die Colonnaden zogen sich wie ein Feuerreifen rings um den stillen, ernsten Obelisken und die geschwätzigen plätschernden Springbrunnen, während vom klaren Himmel der Vollmond sein Silberlicht hernieder- strahlte. Der ganze Lor§o (Stadttheil am rechten Tiber- Ufer) war durch zahllose Lampions geschmückt, auch die andern Stadttheile zeigten rege Theilnahme an der Beleuchtung, nur die neuen Straßen Jungitaliens bildeten vielfach eine Ausnahme. Es hat sich gezeigt, daß die Römer doch noch ihren eigentlichen Souverän nicht vergessen haben. -bL W i * ——— Der Traum. Von Adolph Müller. (Schluß.) Anders erklärt solche Träume E. Lassaulx in seiner Schrift: „Die prophetische Kraft der menschlichen Seele". Nach ihm gibt es nie einen Zufall; für Lassaulx ist der Zufall nur der Nothbehelf der Unwissenheit; L. schließt sich darum der Ansicht des großen Philosophen Bacon an, welcher die Erklärung der Traumnhnungen in die Worte zusammenfaßt: „Die natürliche Weissagung, die ihren Grund in der innern Kraft der Seele hat, ist doppelter Art: sie ist theils eine der Seele als solcher angeborne, theils durch höhere Einflüsse bewirkt. Die der Seele als solcher angeborne prophetische Kraft gründet sich darauf, daß die Seele, wenn sie in sich selbst gesammelt und nicht in die sinnlichen Organe ausgegossen ist, gemäß ihrer göttlichen Wesenheit eine gewisse Vor- empfindung des Zukünftigen hat, welche sich besonders in Träumen, in ekstatischen Zuständen und in der Nähe des Todes zeigt, seltener im wachen Zustande und bet gesundem, kräftigem Körper. Die Weissagung aber durch höheren Einfluß gründet sich darauf, daß die Seele wie ein Spiegel eine gewisse, sekundäre Erleuchtung von dem Vorwissen Gottes und der Geister aufnimmt; vorheriges Fasten und Entsagung ziehen die Seele vom Körper ab und machen sie für göttliche Eingebung empfänglicher." In erhöhtem Maße vermag der Geist des Menschen, wenn der Mensch dem Tode nahe ist, auf einen Schlafenden durch Traumerscheinung einzuwirken. Dem Philosophen Schopenhauer erzählte der Aufseher des jüdischen Hospitals in Frankfurt a. M., daß öfter Verwandte von Verstorbenen kämen mit der Versicherung, die letzteren seien ihnen im Traume erschienen. Es ist auch nicht ausgeschlossen, daß abgeschiedene Seelen zum Zwecke der Fürbitte, oder um Gottes Macht zu verkündigen, gerade in dem für ihr Erscheinen günstigsten Schlafzustand sich uns zeigen. Da aber solche Traumerscheinungen schon in das übernatürliche Gebiet des Jenseits hinüber- ragen und ohne göttlichen Willen nicht eintreten, so müssen wir nun die Frage stellen: Wie steht es mit Träumen, die auf Gottes Geheiß und Willen zurückgeleitet werden? Hat Gott auch der Träume sich schon bedient, um sein Reich auf Erden zu verbreiten und die einzelne Seele zu führen? Die ganze heilige Schrift gibt uns die Antwort auf diese Frage. Sie fordert, wenngleich die herrschende psychologische Richtung die Wahrheit auch der biblischen Träume nicht zugibt, Anerkennung solcher Träume, in denen Gott persönlich oder durch Geister mit dem Menschen in einen Verkehr tritt. Zwar sind, wie wir schon sagten, die Traumbilder mehr in das Nebeldunkel deS vegetativen, thierischen Leibeslebens hinein- gemalt, und die Schrift kennt auch trügerische Träume gar wohl. „Wo viele Träume sind, da sind auch viele Nichtigkeiten und Worte," mahnt der Prediger, und der Siracide klagt: „Wie wer einen Schatten erfaßt und Wind nachläuft, so der, welcher sich an Träume hält." Aber dieser Charakter des Traumes hat doch auch seine Kehrseite: er kann Bereich und Mittel eines Verkehrs Gottes mit dem Menschen zu besonderen Zwecken werden. In der hl. Schrift läßt Gott durch Träume in den Seelen Bußgestnnungen erweckt werden, wie Eliu bet Job 33, 15 f. einen solchen Traum beschreibt: „Im Traume, nächtlichem Gesichte, wenn tiefer Schlaf auf die Leute fällt, im Schlummer auf dem Lager, da deckt Gott auf das Ohr der Leute und drückt seiner Mahnung das Siegel auf." Auch seinen Willen offenbart Gott häufig durch Träume, deren die Schrift eine große Menge erzählt; ich erinnere nur an den Engel, welcher zu Joseph, dem Gemahle Mariens, im Traume kam. Wie tief haben auch die gottgefügten Träume Pharaos und ihre Deutung durch den ägyptischen Joseph in die Geschichte und Geschicke Israels eingegriffen. Im neuen Bunde, im Reiche der Gnade, haben die Träume, die von Gott gesandt waren, nicht aufgehört. Von Jesus Christus wird nie berichtet, daß er geträumt habe, vielleicht weil seine Seele immer in Gott ruhte und in Gott gesammelt war und sie daher nicht erst einer solchen Ruhe während des Schlaflebens bedurfte. Aber in der Geschichte der Heiligen und besonders begnadeten Seelen sind bis auf unsere Zeit merkwürdige Träume vorgekommen. Und wenn Gott sich der Träume bediente, um dadurch auf die Geschicke seines Reiches auf Erden, seiner Kirche, eines Volkes 145 — einzuwirken, warum soll es nicht möglich sein, daß Gott auch in solcher Weise in das Leben des Einzelnen bisweilen Hineintritt. Zwar sind wir auf die gewöhnlichen Wege der Gnade hingewiesen, und es sind gewiß gott- gefügte Traumerscheinungen nicht etwas Alltägliches, aber die Gnade geht oft wunderliche Wege. Die Seele ist mit Christo verbunden, wie die Nebe mit dem Wetnstocke; kann sie nicht im Zustande des Schlafes, wo sie in sich selbst eingekehrt und nach innen erschlossen ist, besondere Führungen und Trostbilder erfahren? Christoph Schmid leitet den in der Jugend erlebten Traum auf Gottes Vorsehung zurück. „Menschen von starken Nerven erfahren nichts dergleichen", schreibt er, „bei Menschen aber, die zarte, sehr reizbare Nerven haben, und denen eine solche plötzliche Trauernachricht höchst lebensgefährlich werden könnte, sind solche von Gottes gütiger Vorsehung verhängte Vorbereitungen nichts Seltenes." Vielleicht sind auch die lieblichen Träume der Sterbenden nicht immer blos auf die allmähliche Loslösung der Seele zurückzuführen, sondern auch auf die Nähe dessen, der gesagt hat: „Wenn ich euch die Wohnung im Vatcrhause bereitet habe, dann komme ich Wieder nnd hole euch, damit auch ihr seid, wo ich bin." Die Traumbilder haben aber nicht blos bestimmte geschichtliche Persönlichkeiten beeinflußt, die gesammte Menschheit hat seit alten Zeiten auf Träume gemerkt und sie gedeutet. Der Traumbücher haben wir bereits beim Heilschlafs erwähnt. Vielleicht hatte man ursprünglich nur die in den Traumsymbolen angekündigten Heilmittel zusammengestellt. Aber schon im 5. Jahrhundert vor Christus werden auch andere Träume, unter deren geheimnißvollem Banne einmal die unteren Volkskreise standen, nach bestimmten Regeln ausgelegt. Man sammelte die in ein System gebrachten Traumauslegungen, und so entstand bereits im Alterthum eine ziemlich umfangreiche Literatur, aus der uns aber nur mehr des Artemidorus fünf Bücher über Traumdeutung fragmentarisch erhalten blieben. Von den Chaldäern und Aegyptern kam die Traumdeutekunst auf die Griechen und Römer. Nicht blos zahlreiche Traumzusammenstellungen gab es schon in frühesten Zeiten; auch Personen, welche die Traumdeutekunst verstanden, treten in der Geschichte der alten Völker besonders im Orient auf. Sie boten bei öffentlichen Märkten ihre Kunst an. Die Propheten mußten die Jsraeliten oft warnen vor den heidnischen Traumauslegern, und die heilige Schrift läßt erkennen, daß die Kunst, Träume zu deuten, eine göttliche Gnade fei. Die Traumdeuterei erhielt sich aber durch alle Jahrhunderte, und unsere Traumbücher, die im Buchhandel immer noch gut gehen, sind wohl ein buntes Mischmasch aus den antiken Sammlungen, den Schriften der mittelalterlichen Doktoren und den im Volke fortlebenden Traditionen. Und sind auch die Traumdeuter als Kunstklasse ausgestorben, so sucht heute selbst mancher Gebildete aus den Traumreden kranker Frauenspersonen, welche die Gabe des Hellsehens (olairvoxnnes) besitzen, sich Rath und Auskunft. ES gibt nämlich in Wahrheit traumhafte Zustände von Personen, in denen sie Aussagen machen über ihre innere Leibesbeschaffenheit, Stand und Namen von fremden Personen angeben, verschlossene Briefe lesen. Diese über das Gewöhnliche hinausgehenden Eigenschaften solcher Menschen gehören zur Nachtseite des Lebens. Die auch im Menschen vorhandenen thierischen Instinkte, das Wittern der drohenden Gefahr, das Auffinden zweckmäßiger Heilmittel, das Streben nach Selbsterhaltung verweben sich mit dem höheren Seelen- vermögen, und das Sonnennervengeflecht in der Magengegend, die schon früher genannten Ganglien, wird zum Organ, mit dem solche Leute sehen, hören, ja in viel weitere Kreise zu schauen vermögen, als es im wachen Zustande möglich ist. Es beruht aber dieses Hellsehen auf einem krankhaften Nerven-System und bildet — unsere Zeit will daran allerdings nicht glauben — gar oft die Basis für dämonische Erscheinungen. Der Unglaube in den höheren Schichten der Gesellschaft nimmt eben zu solch grellen Reizen seine Zuflucht, um das sehnsuchtsvolle Ringen der Menschenbrust nach einer höheren geistigen Welt zu befriedigen, statt zum einfachen, ungeschminkten Evangelium und zur Einfalt der Kirchcn- lehre zurückzukehren. Darum sind auch die Traumbücher immer noch sehr im Schwünge. Wir wissen, wie Träume entstehen. Wenn uns in den Traumbüchern nun bestimmte Traumvorstellungen angeführt werden, welche einer ebenso bestimmten Zukünftigkeit entsprechen sollen, so wird hier die Ursache mit der Wirkung verwechselt. Das Wetter wird nicht deßwegen gut, weil mein Barometer steigt, sondern weil das Wetter schön wird, steigt mein Barometer. So sind die Träume ebenfalls nur die Wirkungen der bereits vorhergehenden Thatsachen. Feuerflammen sollen Glück und Gesundheit bedeuten, wir wissen aber, daß in Folge unserer innern, gesunden Leibesbeschaffenheit die Phantasie hell und lustig flackernde Flammen vormalet; ein Leichenzug, das Sinnbild des Todes, der Verwesung, im Traume verrathet blos die in unserem Leibe während des Schlafes vor sich gehenden Verwesungsprocesse. Wirkliche Vorahnungsträume sind ebenso selten als die schweren Geschicke selten sind, die das Gemüth in seinen Tiefen erschüttern können. Zudem sind solche Träume immer klar und deutlich und hüllen sich meist nicht in räthselhafte Symbole. Auch ist nicht jeder Mensch, wie das Chr. Schmid bei seinem Traume sagte, geeigenschaftet für solche Träume. Sie sind unter dem Gesichtspunkte der göttlichen Provi- denz und höheren Zulassung aufzufassen und dienen nicht der Neugierde, sondern andern Zwecken. Dies gilt namentlich auch von den Todtenerscheinungen im Traume Viele Erscheinungen überdies, welche übernatürlich uns vorkommen, lassen sich erklären aus den in der Menschenseele von Natur aus liegenden Kräften und Gaben. — Wir haben im Bisherigen immer noch von Träumen geredet, in denen eS bei der bloßen Vorstellung bleibt. Es kann aber die Traumphantasie so mächtig werden, daß sie auch die Bewegungsnerven zu unwillkürlichen Handlungen, zum Sprechen, Gehen u. s. w. antreibt. Das ist indeß schon eine Uebermacht, welche oft auf schweren Störungen des Nervensystems beruht. Das Sprechen im Traume ist ein unartikulirtes Lallen, der Kranke thut Schreie, spricht einzelne kurzlautende Worte. Wer wirklich -im Vollschlafe träumt, antwortet niemals auf gestellte Fragen. Der Träumende spricht aber nicht blos, er agirt mit Händen und Füßen, er verläßt sein Lager und geht seiner Tagesbeschäftigung nach. Wir haben das düstere Bild der Mondsucht, des Nacht- wandelns vor uns. Der Mond hat bei diesem Traum- waudelu nur so weit einen Einfluß, als sein Licht auf die Gesichtsnerven einwirkt, so daß der Schlafende in die Tranmphantasie geräth, als sei es Heller Tag und er müsse seiner Beschäftigung nachgehen. Er steht auf und thut nun im Tramiiwcihn vieles, was ein Wachender sich nicht getrauen würde. Die Augen sind geschlossen, aber statt der Sehkraft hat der Nachtwandler ein hochentwickeltes Hantgefühl. Gefahren fürchtet er nicht, weil er willenlos handelt. Indeß werden in diesem Traum- zustande nur Erscheinungen auftreten, welche aus dem Tagesberufe in den Traum verwoben wurden. Der Professor entnimmt seiner Bibliothek Bücher und liest darin, der Bauer vermeint über seine Wiesen zu gehen, wahrend er den Hof durchschreitet, die Magd hantirt vermeintlich in ihrer Küche. Die Bedauexnswerthen erwachen meist, wenn der Traum seine Höhe erreicht hat. Sie befinden sich dann in großer Aufregung, kennen sich in dem Dunkel nicht aus, wo sie sind, und lasten ängstlich nach festen Gegenständen, um sich zu orientiren. So schilderte mir ein Geistlicher diesen Zustand, welcher früher selbst mondsüchtig gewesen ist. Mit dem normalen Erwachen entschwinden auch die nebelhaften Traumbilder der Nacht und freudig begrüßt der Mensch wieder das Licht des Tages, den goldenen Morgen. Schon kurz vor dem Erwachen aber hat sich im Traum die Denkkraft und die Vernunftthätigkeit gezeigt. Im dritten Stadium des Schlafes, in der Vorbereitung zum Erwachen, erhebt sich öfter nämlich unser vernünftiges Jchbewußtsein gegenüber den allzu kühnen, ungereimten Phantasiegebilden. Dazu gehören namentlich die Erinnerungsträume aus der Jugend. Wir verweilen in der Schule und sehen deutlich den lange verstorbenen, alten Lehrer, aber wir sind erwachsen und finden uns gar nicht zurecht in der kleinen Schulbank. Ein anderer soll ein Mathematikexamen machen und sagt sich dabei selbst, daß ihm das unmöglich fei, weil er die Formeln längst vergessen hat. Ja, im Traum wissen wir auf einmal, daß wir träumen. Dieses Vernunftlicht nun, welches wie eine Sonne in das Traumdunkel hinein- strahlt, kommt allmählich zu immer größerer Herrschaft, bis irgend ein zufälliges Geräusch, ein plötzliches Zusammensinken der Traumbilder u. a. m. den Bann aufhebt und wir mit dem wieder geschenkten Selbstbewußtsein sagen: Mir hat geträumt. So groß nun die Bedeutung des Traumes in der Weltgeschichte wie im Leben des Einzelnen ist, so wenig hat doch die Menschheit aus den Träumen eigentlich neue Wahrheiten gelernt oder auf Grund von Träumen irgend ein Räthsel des Lebens gelöst. Auch sind wir für das, was wir im Traumzustande beginnen und sagen, vor Gott und unserm Gewissen nicht verantwortlich, es müßte denn ein Traum absichtlich durch irgend welche Mittel verursacht worden sein. Aber wir dürfen ebenso wenig einen Lohn erhoffen für etwaiges im Traume vollbrachte Gute. Der Traum und unser Verhalten in demselben kann höchstens ein Gradmesser sein für unsere sittliche Festigkeit im wachen Leben. Gerne haben die Dichter den Traum in ihren Dramen verwerthet und ihn oft ganz in seiner gigantischen Kraft wirken lassen. In neuester Zeit hat Gerhard Hauptmann in „Hannele's Himmelfahrt" uns lauter Traumbilder auf die Bühne gebracht, während Shakespeare schon früher die Träume zu dramatischen Helfem machte. In der Lyrik ist ebenfalls viel vom Traume die Rede, aber das ist mehr jener wache Traum der Phantasie, der als guter Genius uns durchs Leben geleitet und mit seinen freundlichen Bildern über die Dornen und Stacheln glücklich den Menschen hinwegbringt. Immer muß das wache Leben der Schauplatz bleiben, auf dem wir mit den Talenten wuchern und zu jenen Fernen hineilen, die im Traume wie aus einer andern Welt manchem schon in die Seele leuchteten. Nur was wir im Lichte gewirkt und erworben haben, gehört uns an. Die Traumerscheinungen selbst sind aber ein Beweis für die in uns ruhenden Geisteskräfte, welche unabhängig vom Gehirn fortdauern auch im Schlafe. Sie bestätigen das Wort eines Arztes, der nach einer Besprechung verschiedener, außergewöhnlicher Seelenzustände schreibt^: Wenn uns schon die Nachtseite des menschlichen Lebens so wunderbare Erscheinungen zeigt, welche Aufklärung müßte erst die Lichtseite desselben gewähren, wenn es uns vergönnt wäre, den Geist, ungcfesselt von den irdischen Banden, in seiner vollen Freiheit zu betrachten, wie er klar erkennt, was das irdische Gefühl nur in lieblichen Bildern der plastischen Phantasie anschaut; wie vor seinem unsterblichen Auge die Wahrheit heraustagt mit dem Antlitz der ewigen Gottheit, deren Wesenheit zu begreifen die irdische Vernunft zu beschränkt ist, die nur ein frommes Gemüth träumend ahnt und in festem Glauben tief anbetend verehrt. -- Erst Kuhhirt — dann General. Von K. Reichner. - MMru« vttbsliii.1 „Und wrr's zum Korporal erst hat gebracht, Der steht auf der Leiter zur höchsten Macht." („Wallenstein'S Lager.") Nicht weit von Delbrück in Westfalen befindet sich der „Sporkhof", ein kleines, bescheidenes Bauerngut, in welchem einst anuo 1600 die Wiege eines Mannes stand, dessen Name später im Soldatenleben und Treiben des 30jährigen Krieges (1618—49) viel genannt ward: Johann Spork! Dort in dem unansehnlichen, hölzernen, von Eichenbäumen umgebenen Vaterhause wuchs der junge muthige Bursche auf, der weder lesen noch schreiben konnte und dessen Beschäftigung darin bestand, seines Vaters Vieh zu hüten, bis er es eines schönen Tages nicht mehr daheim aushielt, sondern — dem verführerischen Lockruf bayerischer Werber folgend — heimlich Heimath und Familie, Haus und Hof verließ, um als Soldat in ein bayerisch-lignistisches Dragoner-Regiment zu treten und die Schlacht am Weißen Berge mitzumachen. Trieb doch, außer heißem Thatendrang und der kriegerischen Zeitbewegung, den jungen, kräftigen Menschen noch etwas Anderes als Unzufriedenheit mit den engen häuslichen Verhältnissen, der einförmigen Abhängigkeit, hinaus in's wilde Leben: eine unglückliche Liebe nämlich zu Nachbars Grethe, einem hübschen Bauernmädchen der — oder vielmehr deren Eltern — der Johann Spork nicht gut genug war. Draußen in der Fremde glückte es ihm desto schneller. Nachdem er während der Jahre 1620—1633 schon zum Rittmeister hinaufgearbeitet sich hatte, erhielt er ein eigenes Regiment und machte bald überall in deutschen Landen durch tollkühne, verwegene Reiter- und andere Stücklein von sich reden, denn die wunderbare Geschwindigkeit und unerschrockene Tapferkeit seiner Reiterschaar war so beispiellos und verblüffend, daß schon ihr bloßes Nahen genügte, Tausende in höchsten Schrecken zu versetzen. Dadurch erklärt sich auch das sonst unbegreiflich erscheinende Factum, wie es ihm im Jahre 1636 möglich 147 wurde, mit nur 8l) Mann einen Angriff auf 600, die zufällig in den Weg ihm kamen, zu wagen und zu gewinnen, wobei viele Gefangene und 400 gesattelte Pferde ihm in die Hände fielen. Seine Feinde zu zählen, fiel Spork niemals ein! Noch unglaublicher klingt deßhalb die Thatsache, daß ein paar Jahre später er mit derselben Tollkühnheit und keiner größeren Neiterschaar ein fliegendes Corps von zwei Regimentern zu Pferde, drei Regimentern zu Fuß und einem Regiment Dragoner — zusammen mehr als 5000 Mann — überfiel, blindlings seiner Tapferkeit und seinem Glücksstern vertrauend, und wirklich glückte ihm der tolle Streich! Eine Standarte und 300 Pferde wurden erbeutet, 50 der Feinde gefangen, 100 getödtet. Freilich erhielt Spork bei diesem hitzigen Gefecht einen Denkzettel für's ganze Leben: eine böse Schußwunde am linken Auge nämlich, die lange ihm zu schaffen machte und eine bleibende Verunstaltung in seinem Gesichte als Andenken zurückließ! Nachdem Spork im treuen Dienst der Neichspartei während des ganzen dreißigjährigen Krieges sich ausgezeichnet und bis zum Oberst seiner fliegenden Neiterschaar im bayerischen Werth'schen Negimente, einer Art von Frei- Corps, es gebracht, trat er kurz vor Beendigung des Krieges in das kaiserliche Heer, wo er zum General ernannt ward und erst recht zu Ehren kam, besonders als seine Neiterschaaren1664 den Sieg des österreichischen Heeres über die Türken in der großen Schlacht bei St. Eotthard, trotz der großen Uebermacht des Feindes (250,000 Türken gegen 37,000 Kaiserliche iucl. Hilfstruppen!), entschieden. Als die türkische Streitmacht auf die deutschen Truppen eindrang, soll Spork mit entblößtem Haupt vom Pferd gesprungen sein, um — vor seinen Regimentern nieder- knieend — laut zu beten: „Allmächtiger Generalissimus dort oben, willst Du heute uns, Deinen christgläubigen Kindern, nicht helfen, so hilf nur wenigstens den Türkenhunden nicht, und wir wollen schon mit ihnen fertig werden!" Und er wurde mit ihnen fertig! Der Kaiser aber erhob den früheren westfälischen Kuhhirten zum Neichsgrafen und machte ihm reiche Besitzungen in Böhmen zum Geschenke. Da nun der neue Graf, dessen Wappen aus einem abgesäbelten Türkenkopf bestand, bekanntlich nicht einmal schreiben konnte, so lernte er wenigstens jetzt seinen Namen kritzeln und unterzeichnete fortan: „Spork — Graf", indem er die Bemerkung: daß man eigentlich doch umgekehrt „Graf Spork" sage, auf gut plattdeutsch durch die schlagende Erklärung widerlegte: „Ei watl ick was eher Spork aes Graf!" (Ei was! ich war eher Spork als Graf!") Im Jahre 1670 zum Feldmarschall ernannt, holte Spork als schon Siebenzigjähriger neue Siege und neue Lorbeeren sich in Ungarn, am Rhein gegen Turenne usw., und als endlich bei zunehmendem Alter er den Dienst guittiren und von seiner geliebten Kavallerie Abschied nehmen mußte, die ihm so an's Herz gewachsen war, wie er ihr, da — weinte er, der eisenfeste alte Haudegen, weinte heiße Thränen, und so innig hing das Heer an seinem greisen Feldherrn, daß Alle wie ein Mann sich in Bewegung setzten, um, als zum letzten Male er grüßend ihnen zuwinkte, das Ehrengeleit ihm zu geben. Graf Johann von Spork zog für den Rest seines Lebens auf sein Schloß in Böhmen: „Herman-Mestiz" sich zurück als ein — noch dazu für damalige Zeitverhült- nisse — sehr reicher Mann, indem er, der einstige Kuhhirt, Eigenthümer von 7 Herrschaften mit ausgedehntem Grundbesitz und einem Jahreseinkommen von 50,000 Neichsthalern (150,000 Mark) war! Spork war zweimal verheirathet: in erster Ehe mit einem reichen hessischen Freifräulein, Anna Margaretha von Anfingen, die — nach dem Brauche jener Zeiten — muthig und getreu ihm in's wildbewegte Gewühl des Lagerlebens folgte, und später, nach ihrem Tode, als Sechzigjähriger mit dem mecklenburgischen Freifräulein Eleonore Marie Katharina von Ftneck, aus gleichfalls altadeltgem Geschlecht. Trotzdem vergaß er seine erste Liebe nicht! Als seine kriegerischen Züge ihn 1674 nach Westfalen, seiner Hei- math, führten, besuchte er, der niemals seiner niedrigen Geburt sich schämte, auch sein Vaterhaus, den „Spork- Hof", um ein paar Stunden dort bei den Seinen zu verleben. Als er, der berühmte Mann und hohe Krieger, mit glänzendem Gefolge angeritten kam, ward er an der Thür des elterlichen Hauses von einem seiner Brüder und dessen Familie empfangen und bewillkommnet, und damals soll's gewesen sein, daß er die hübsche Grethe wieder sehen wollte, die — nun längst eine alte runzelige Bäuerin geworden — in der üblichen Landestracht dortiger Gegend vor dem einst so schnöde abgewiesenen und dann so hoch gestiegenen Liebhaber erschien. „Grethcheu, wer es geahnt hätte," sprach dieser scherzend in Anspielung darauf mit gut westfälischem Dialekt, als er ihr kräftig die Hand zur Begrüßung schüttelte. «Ja Johanuchenl Wer das gewußt hätte!" erwiderte lächelnd das einst so schöne Gretchen, das auch nicht auf den Kopf und Mund gefallen war. Ehe Johann Spork die alte Heimath wiederum verließ, erwirkte er vom Fürstbischof von Paderborn, daß die Bewohner seiner Geburtsstätte fortan von Leibeigenschaft, Schätzung und Abgabe befreit wurden. Er starb im Jahre 1679, fast 80 Jahre alt, und heute noch leben in Oesterreich Nachkommen von ihm, der es aus eigener Kraft vom Kuhhirten bis zu den höchsten kriegerischen Ehren und Würden brachte, als echte Illustration jener kriegerischen, buntbewegten Zeit, von welcher Schiller in seinem „Wollenstem" sagt: „Und wer's zum Korporal erst hat gebracht, Der steht auf der Leiter zur höchsten Macht." Ein Schwabe über Kamerun. Herr Rudolf Betz, Ncichsschullehrer in Kamerun (Bonebela), der gegenwärtig einen halbjährigen Urlaub in der lieben Heimath zubringt und auf einige Tage auch seine Jugend- und Studienfreunde in Nottweil besuchte, hat einem Freunde des „Schwarzwälder Boten" eine Schilderung über die Verhältnisse und seine Wirksamkeit in Kamerun gegeben, aus der wir folgendes entnehmen : Die Duallastadt, in der sich seine Schule befindet, liegt 45 Kilometer vom Meer am Kamerunfluß, der dort die respektable Breite von 7 Kilometer erreicht, und ist 3 Stunden von der andern Duallastadt entfernt, wo sein Kollege Christaller den BaculuS schwingt und wo das Gouvernement seinen Sitz hat, wie auch der Ober- häuptling King Bell. Unter etwa viertausend Bewohnern ist Betz der einzige Weiße, wie auch sein Schulhaus das einzige nach europäischer Art hergestellte Gebäude am Platze ist, da die Dualla in Hütten wohnen. Das Schulhaus selbst ist einstöckig, die Zimmer aus praktischen 148 Gründen Hochparterre. Als Schulzimmer fungiert des besseren Luftzutritts halber — die Temperatur steigt in Bonebela von einem Minimum von etwa 20 Grad Celsius bis auf 40 Grad — die Veranda. Dort sitzen täglich von 7—12 Uhr 40—50 halbnackte Schwarze, die wie der ganze Duallastamm überhaupt gutmüthig und dabei sehr intelligent sind. Die Disziplin wacht fast gar keine Schwierigkeiten; faule oder nachlässige Kameraden pflegen sogar ab und zu zu besserer Wrckuug ihres Lerntriebs von ihren eifrigeren Mitschülern nach der Schule durchgeprügelt zu werden, Während des Urlaubs des Herrn Betz besorgt ein begabter, tüchtiger Häuptlingssohn im Alter von 15 Jahren die Stellvertretung. Schulzwang gibts nicht. Die Schüler sind meist Heiden und gehören durch" weg den vermöglicheren Familien an, da die minder gut situirten Väter ihre Kinder brauchen und auf ihre Handelsreisen in das Innere Afrikas mitnehmen; die Dualla sind nämlich ganz praktische, tüchtige Händler und Kaufleute. Bis zum fünften Jahr gehen sie nackt, später tragen sie als einzige Kleidung ein um den Körper geschlungenes farbiges, wohl auch seidenes Tuch, das jedoch bei beiden Geschlechtern Beine und Oberkörper frei läßt. Die Weiber werden gekauft und zwar schon in einem Alter von zwei Jahren; maßgebend für die Höhe des Preises ist der Rang oder das Ansehen, in welchem der künftige Schwiegervater steht. Je mehr Weiber, desto angesehener der Mann; der Häuptling hat daher am meisten Weiber. Bleibt eine Frau kinderlos, so kann sie der Mann wieder heimschicken und den Kaufpreis zurückverlangen; je mehr Kinder, desto besser. King Beils Familie (Kinder und Enkel) soll etwa 200 Köpfe stark sein. Etwas ganz Merkwürdiges und ein Beweis der hohen Intelligenz dieses Stammes ist die Geheimsprache der Dualla, die sog. Trommelsprache, die aber nur die Vornehmeren verstehen und die sie Weißen gegenüber gern als Aequivalent für die ihnen fehlende Schrift bezeichnen. Als Instrument dient ein ausgehöhltes cylin- drisches Holzstück von etwa 60 Ctm. Länge, das an seinem Boden etwas dicker ist und daher dort einen dumpferen Klang gibt. Das Verhältniß des oben erzeugten Tones zu dem unten erzeugten ist etwa das einer Quarte. Dieses Instrument wird nun mit etwa 2 Holzstäben angeschlagen. Dabei bedeutet jeder Ton oder doch jede Tonfigur einen vollständigen Gedanken — Duallismen, wenn wir so sagen können, nur daß die ganze Sprache durch solche Tonfiguren dargestellt werden kann. Eben dieselben Ausdrücke können jedoch auch Mündlich gegeben werden. Das ganze Sprachmaterial besteht hier einzig und allein in den vier Silben to Zu io ku. Je nachdem diese gemischt werden und je nachdem die eine höher oder tiefer im Ton gesprochen wird, ändern sich Sinn und Bedeutung. Die Verschiedenheit in der Tonhöhe entspricht dabei ganz derjenigen auf der Trommel, besteht also stets in etwa einer Quarte. Herr Vetz ist wohl der einzige Europäer, der nicht nur die eigentliche Duallasprache, sondern auch diese Trommelsprache beherrscht; denn so sehr es die gutmüthigen Dualla belustigt, wenn ein Fremder diesen oder jenen harmlosen Ausdruck in der Trommelsprache versteht oder sich desselben am Ende gar bedient, so eifersüchtig wachen sie darüber, daß er keine Kenntniß bekomme von dem auf Götzendienst oder Krieg Bezüglichen. Die auf dem beschriebenen Holzchlinder erzeugten Töne oder Tonfiguren werden, da die Trommelsprache fast nur bei Nacht zu ihrer praktischen Verwendung kommt, etwa 1 Kilometer weit gehört und immer vom nächsten Trommelmann weitergegeben. Das ersetzt dann den Dualla vollständig die Zeitung. Gelernt wird diese Sprache erst im Alter von 18—20 Jahren. --^SSWS-.- Allerlei. Die Zeichensprache der Falschspieler. Ich verfüge zwar nicht über die persönlichen Erfahrungen des von Ihnen citirten Herrn aus der „Kreuzztg." über die Gepflogenheiten der Falschspieler, aber nichtsdestoweniger kann ich einige „Enthüllungen" über die bei den Falschspielern übliche Zeichensprache machen. Kein Geringerer als Dickens hat schon vor einigen Jahrzehnten in der englischen Zeitschrift „/tll tlls 'X'sa.r rouuä" einige Geheimnisse der „Ritter vom Treff-Buben" aufgedeckt: Der Falschspieler hat in der Regel einen Genossen, der sich am Spiel nicht betheiligt, aber in scheinbar harmloser Weise hinter des Gegners Stuhl Aufstellung nimmt. Schaut er seinen Genossen an, so bedeutet das, daß dessen Gegner einen König hat; er schaut auf des Gegners Hand, dies bedeutet eine Dame; auf den Einsatz, dies bedeutet einen Buben; nach der gegenüberliegenden Seite, ein Aß. Zu derselben Zeit ,da er den Werth der Karten verräth, gibt er auch die Reihenfolge an. Der Mund leicht offen bezeichnet Herz (Coeur), geschlossen Carreau; die obere Lippe leicht über die untere gezogen, Kreuz (Treff), die untere Lippe leicht über die obere gezogen, Schippen (Pique). Wenn also der Gehilfe z. B. die Dame, den Buben und Herz-Aß anzuzeigen hat, so blickt er der Reihe nach auf des Gegners Hand, den Einsatz und nach der gegenüberliegenden Seite und hält dabei immerdar seinen Mund leicht geöffnet. — Daß es hierbei alle möglichen Variationen gibt, versteht sich von selbst. --L-MSS--— Königszug. muß ihr den man weih täg der schö sprö rauch lich früh gleicht heit weis nen streu'« ihr gan sein die werth be weih'n zeS le zu lie um ben sein ihrer Auslösung des Bilder-Räthsels in Nr.lS: M e d i c a m e n t e.