^- 5 -, 22. Ireitag, den 16 . März 1894Z Für die Redaction verantwortlich: Philipp Frick in Augsburg. Druck und Verlag des Litcrarischeu Znstiluts von Haas L Grabhcrr in Augsburg (Vorbelitzcr Dr. Max Huttler). Nie Tochter des Hauses. Erzählung von C. Borges. (Fortsetzung.) Mit dem neuen Morgen hatte auch der heulende Wind sich gelegt, und hell schien die Sonne über die weite, schimmernde Schneefläche. Dicht vor dem Fenster, fast auf jedem Zweig und Ast deS großen Kirschbaumes, saß ein Sperling und schaute mit seinen klugen, kleinen Augen ins Fenster hinein und wartete auf den gewohnten Morgentmbiß. Krächzende Naben und hungrige Drosseln hüpften auf dem schneebedeckten Nasen, und ein Nothkehlchen wartete ungeduldig und flog von einem entblätterten Rosenstrauch zum andern. Auf der Zinne des Daches saßen die Staare und schlugen mit den schweren, schwarzen Flügeln, um die Dohlen zu verscheuchen, die ihnen den Platz streitig zu machen drohten. „Fräulein Barbara füttert die Böge! allzu sehr," pflegte der Gärtnerbursche oft zu sagen, „und zum Dank verderben sie im Frühling die Saat und naschen die Kirschen von den Bäumen." Dessen ungeachtet kam er jetzt mit einem groben Besen, fegte den Schnee beiseite, daß ein großer, freier Platz gesäubert wurde, auf dem die gefiederten Gäste sich zwitschernd niederließen. „Was willst Du heute thun?" fragte die Tante, als beide Damen das Frühstück beendet hatten. Barbara schaute zum Fenster hinaus. „Du willst doch hoffentlich nicht ausgehen?" fuhr sie ängstlich fort, ohne die Antwort abgewartet zu haben. „Gewiß, Tantchen, das war gerade meine Absicht. Es ist ein herrlicher Tag! Sieh doch, wie der Schnee glitzert und schimmert, der Wind hat sich gelegt, ein weiter Spaziergang wird mir gut thun!" „Aber der Schnee liegt fußhoch auf der Landstraßei" „Ach, der Schnee soll mich^nicht hindern! Du weißt, ich gehe so gern durch den Schnee. Ich wollte heute nach Woltersdorf, denn ich habe Ilona versprochen, sie zu besuchen und ein wenig die kranke Freundin aufzuheitern, die sie seit einigen Tagen bei sich hat." „Welche Freundin, Barbara?" „Es ist ein strebsames, braves Mädchen, das leider sehr kränklich ist; da hat Ilona ihre Eltern gebeten, sie zu Pflegen, bis sie wieder stark und kräftig ist. Sie ist Erzieherin und muß für den Unterhalt ihrer alten Mutter sorgen. Ilona sagte mir, es sei ganz traurig, wenn sie von ihrer trostlosen Lage erzählte. Endlich ist es ihr jetzt gelungen, weit von hier eine angemessene Stellung zu finden, wo sie ein so gutes Gehalt bekommt, daß sie den Lebensabend ihrer alten Mutter bedeutend erleichtern kann, nur muß sie warten, bis sie stark nnd kräftig genug ist." „Wie heißt sie?" „Wettern — Magdalene Wettern." Endlich war das Frühstück beendet. Barbara zerschnitt einen Teller voll Brod in kleine Stückchen, um den ungeduldig umherflatternden Vöglein das Mal zu bereiten. „So. Tantchen, jetzt hülle Dich in einen warmen Shawl," scherzte sie, als sie die Thür der Terrasse öffnete und die kalte, frische Winterluft in das behaglich durchwärmte Zimmer strömte.— Die kleinen, munteren Gäste flogen zwitschernd auf einen nahen Baum, um gleich darauf in Schnuren das ihnen hingestreute Futter aufzupicken. Es war ein lieblicher Anblick. Die unmuthige Gestalt des jungen Mädchens, in einem einfachen, dunkeln Wollcnkleide, stand inmitten der Vogelschaar, von der einige so gezähmt waren, daß sie das Futter aus der Hand ihrer Beschützerin pickten. Kurze Zeit später betrat sie, in einen warmen Pelzmantel gehüllt, wieder das Speisezimmer, in dem Frau von Soden, in ihrem HaushaltnngSbnch vertieft, behaglich am warmen Ofen saß. „Erwarte mich nicht zum Mittagessen," bat sie, „ich werde in Woltersdorf jedenfalls länger bleiben." „Wie Du willst, mein Kind, nur verspäte Dich nicht; eS dunkelt so früh, und ich ängstige mich um Dich, wenn Du so lange fortbleibst." „Um vier Uhr werde ich zurück sein, dann ist eS noch nicht dunkel, denn die Luft ist so hell und klar!" Barbara hielt Wort. Zur festgesetzten Stunde erschien sie im Boudoir ihrer Tante und setzte sich auf ihren Licblingsplatz, auf den niederen Schemel, ihr Haupt in den Schooß der Tante bergend. Sie war heute ungewöhnlich still, und ein tiefernster Ausdruck spiegelte sich in ihren Zügen. Kurz und einsilbig beantwortete sie alle Fragen der Tante, die dann endlich den Versuch, eine Unterhaltung anzuregen, aufgab und emsig weiter strickte. Endlich schlug Barbara die Augen auf, und mit leise bebender Stimme begann sie: „Ich habe Dir etwas zu sagen, Tante Agnes. 158 F Jetzt habe ich einen festen Entschluß gefaßt und weiß, was ich zu thun habe." „Was willst Du thun? Was meinst Du?" fragte die Tante und ließ vor Schreck die Maschen von den Nadeln gleiten. „Du weißt, ich war in Woltersdorf. — Ich er« zählte Dir doch von der erkrankten Erzieherin, Magda- lene Wettern. Weißt Du, wo sie eine Stellung angenommen hat? — Sobald sie wohl genug ist, geht sie nach dem Adlerhorst, zu dem Freiherr« von Garkau, um dort Eveline, Edmund und Alex zu unterrichten" „Barbara! Woher weißt Du das? Wer sagte es Dir? Es ist unmöglich!" „Sie sagte eS mir selbst; ich war ja heute selbst bei ihr. Ach! sie sieht so entsetzlich elend und angegriffen aus, ist so abgemagert und schwach, und dabei hustet sie fortwährend. Ilonas Mutter erzählte mir, daß Fräulein Wettern zu schwach sei, um jetzt im Winter arbeiten zu können, aber dennoch wird sie schon am nächsten Mitlwoch im Adlerhorst erwartet; sie hat also kaum sauf Tage, um sich zu kräftigen." Barbara schwieg; ernst schaute sie in das Antlitz ihrer Tante. „Das arme Mädchen! Was ist da zu thun?" sagte die Tante teilnehmend. „Taute Agnes, wenn der Arzt ihr morgen sagt, daß sie sich schonen soll und den Winter nicht arbeiten darf, dann-dann bin ich entschlossen, für sie die Stelle anzunehmen!" Frau v. Soden blickte in sprachlosem Erstaunen auf ihre Nichte herab. Das Strickzeug entglitt ihren zitternden Fingern und fiel klirrend zu Boden. „Barbara!" stöhnte sie endlich. „Ja, Tautchen — halte mich nicht zurück, es ist mein fester Entschluß. Ich werde als Erzieherin das Haus meines Vaters betreten. — Du sagst mir ja selbst, daß ich meiner Mutter gar nicht ähnlich sehe; es ist also keine Gefahr, daß mein Vater mich erkennen wird, und ich werde mich daher ganz sicher fühlen. — Wir haben heute die Sache reiflich überlegt, Ilona, Magda Wettern und ich. Die arme Kranke ist sehr froh und dankbar, daß ihr noch eine längere Ruhe- und Erhol- ungSzeit gegönnt wird, und daß ich das Gehalt ihrer hilfsbedürftigen Mutter zukommen lassen will. Ja, ich will Dir Alles sagen, liebe Tante. — Fräulein Wettern hat bereits heute schon dem Freiherrn geschrieben, daß eine Freundin —, Fräulein Morden — wie ich mich dort nennen werde, sie solange vertreten will, bis ihre Gesundheit sich gekräftigt hat! Mache doch nicht etn so ängstliches Gesicht, mein liebes Tantchen, — es wird für mich sehr gut sein. Wie oft faßte ich einen Plan nach dem andern, um die Meinen kennen zu lernen, konnte aber nie zu einem Entschluß kommen. Jetzt werde ich sie Alle kennen lernen, und es soll mein Hauptstrebcn sein, daß sie mich Alle lieb gewinnen, ehe sie ahnen, wer ich bin. Gestern Abend sagte ich Dir ja, daß es so nicht länger angeht; ich sehne mich zu sehr nach meinen unbekannten Geschwistern." Sie stand auf, schlang ihre beiden Arme um den Hals der Tante und fuhr schmeichelnd fort: „Tantchen, ich habe Dich immer so herzlich geliebt, Du weißt es, und Du zweifelst doch nicht daran, nicht wahr? Aber ich muß Dich kurze Zeit verlassen, denn mein Herz zieht mich mit aller Gewalt zu meinem Vater!" Die arme gute Tante! Was sollte sie weiter thun, als nachgeben, noch dazu, da sie im Herzen davon überzeugt war, daß der Plan nicht verwerflich war. Hatte sie sich doch schon so oft dem stärkeren Willen der Nichte beugen müssen, als dieselbe noch ein ganz kleines Kind war; und nach kurzem Widerstreben hatte Barbara auch heute die gewünschte Einwilligung. II. Capitel. Schloß Adlerhorst, der Stammsitz der Freiherren von Garkau, lag auf einer kleinen Anhöhe in einer wildromantischen Gegend. Von uralten, hohen Bäumen, meistens dunklen Tannen oder stattlichen Buchen, umgeben, ragten kaum die Zinnen und Thürme des Daches über die Gipfel empor und bargen das stolze Gebäude vor den Blicken der Außenwelt. Barbara hatte eine weite, beschwerliche Reise zurückgelegt, und ihr unruhiges Herz klopfte zum Zerspringen, als sie auf dem Bahnsteig den für sie harrenden Wagen bestieg und die feurigen Rosse sie blitzesschnell ihrem Ziele entgegen- führten. — „Edmund — Alex! wo seid ihr? Wollt ihr denn heute nicht zu mir kommen und mich in meinem neuen Kleide sehen? Ihr wißt, wir gehen gleich ins Concert, wo seid ihr denn eigentlich?" Frau von Garkau öffnete mit diesen Worten die Thür des Schulzimmers, ohne eS zu betreten. „Sie sind im Kinderzimmer, Mama," versetzte schüchtern ein feines Sümmchen, und ein schwaches, zartes Mädchen erhob sich aus einem Sessel in der Nähe des Ofens. „Darf ich zu Dir kommen?" „Eveline, was machst Du hier allein, mein Kind, warum sind die Lampen noch nicht angezündet? Fräulein Morden wird gleich- hier sein! Geh' nach dem Kinderzimmer und sage Gretchen, die Lampe hereinzubringen, und dann schicke mir die Knaben." Sie schien die letzte Frage der Kleinen, „darf ich kommen?" gar nicht gehört zu haben, aber Eveline verstand ihre Mutter zu gut. Schweigend gehorchte sie. Freifrau von Garkau liebte ihre beiden gesunden, rothwangigen Knaben viel mehr, als ihr bleiches, unansehnliches ältestes Töchterchen. Nicht, daß sie herz- oder lieblos gegen sie gewesen wäre, jedoch aus dem großen Füllhorn der mütterlichen Liebe fiel doch nur der geringste Theil auf Eveline herab, die trotz ihrer Jugend es zeitweise bitter empfand. Der Vater liebte seine drei Kinder gleich. Jedoch oft finster und verschlossen, war ihm das fröhliche, muntere Spiel, das heitere, sorglose Lachen der Kleinen oft zuwider, und mißmuthig pflegte er sich dann in sein Arbeitszimmer zurückzuziehen. Als die Lampen angezündet waren, nahm Eveline ihr Märchenbuch — ihr steter, treuer Freund in der Einsamkeit — und vertiefte sich bald in die Seiten, ohne das Rollen des Wagens zu hören, der jetzt vor dem Portal des Schlosses hielt. Erst als die Thür geöffnet wurde und Gretchen, das alte, erfahrene Kindermädchen, mit den Worten: „Hier ist Fräulein Morden, Eveline. — Die gnädige Frau wird sogleich kommen," eine fremde Dame einließ, sprang die Kleine auf und trat scheu und verlegen einen Schritt zurück. „Willst Du mir nicht die Hand geben?" fragte Barbara und streckte ihrem Schwesterchen die Hand ent- 1S9 gegen, doch ihre Stimme zitterte so sehr, daß sie kaum die Worte hervorbringen konnte. Ein Glück, daß nur das Kind gegenwärtig war, dem die Erregung der neuen Gouvernante vollständig entging, sich aber freute, daß sie jetzt in den Arm genommen und herzlich geküßt wurde. Barbara näherte sich dem Feuer, noch immer das Händchen der Kleinen festhaltend, und zitternd vor Kälte und Aufregung entledigte sie sich ihres Mantels, zog langsam ihre Handschuhe aus, um Zeit zu gewinnen, ihre Selbstbeherrschung wieder zu erlangen. Eveline beobachtete jede ihrer Bewegungen, dann überwand sie ihre natürliche Schüchternheit und schmiegte sich an die Fremde. „War es sehr kalt auf der Reife?" fragte die Kleine, die jetzt glaubte, das peinliche Schweigen unterbrechen zu müssen. „Ja, sehr kalt; aber ich werde hier bald warm werden. Welch' ein schönes Zimmer! Ist dieses das Schulzimmer, Eveline ? — so heißt Du doch, nicht wahr?" Barbara erinnerte sich Plötzlich, daß sie sich durch Nennung des Namens bald berathen habe, und dunkle Nöthe färbte ihre Wangen. „Ja, so heiße ich," antwortete die Kleine. „Eveline Laura, gerade wie Mama." „Wie heißen denn Deine Brüder?" „Einer heißt Edmund, er ist fast neun Jahre alt, aber groß und kräftig für fein Alter. Papa will ihn bald in eine Erziehungsanstalt schicken, aber Mama will sich nicht von ihm trennen. Alex ist noch klein, noch nicht sechs Jahre alt," plauderte das Kind weiter, ohne zu ahnen, daß ihre Znhörerin ganz genau von den Verhältnissen unterrichtet war. „Und dann hatten wir noch eine kleine Schwester Anna, doch die hat der liebe Gott als Englein in den Himmel genommen." „Wo sind denn Deine Brüder?" „Sie sind bei Mama in ihrem Boudoir. Sie sind oft des Abends bei ihr." „Warum bist Du denn nicht dort?" «Ich?" fragte verwundert das Kind. „Mama wünscht es nicht, — ich bin ja auch nur ein Mädchen." Es lag etwas so Trauriges in dem Tone der Kleinen, daß Barbara unwillkürlich ihren Arm ausstreckte und sie fest an sich zog. „Fräulein Morden," fragte sie leise und schaute fast ängstlich in die dunkeln, freundlichen Augen der neuen Erzieherin, „warum mögen die Leute die Mädchen nicht so gern leiden, als wie die Knaben?" „Einige Leute haben Mädchen viel lieber, Eveline, I, Ä, „Ist das wahr? — ist das wirklich wahr? Ich glaubte, Niemand liebte Mädchen!" „Es ist wirklich wahr," versetzte Barbara feierlich. Offen gesagt, hatte sie in ihrem kurzen Leben noch nicht viele Knaben kennen gelernt, und ihre Anschauungen waren daher ein wenig beschränkt. Die Freundinnen oder Spielgefährtinnen ihrer Kindheit hatten entweder gar keine Brüder gehabt, oder sie war nicht mit ihnen in Berührung gekommen; auch konnte sie den flehenden Blicken ihrer kleinen Schwester nicht widerstehen und gab ihr deßhalb gern die Versicherung, daß sie Mädchen vorziehe. Eveline schlang ihre Arme um Barbaras Hals und küßte sie; ihre Schüchternheit war in diesem Augenblicke vollständig vergessen. Es war das erste Herz, welches Barbara gewonnen hatte. In diesem Augenblick öffnete sich die Thür und Frcm von Garkau mit ihren beiden wilden Knaben trat in das Schulzimmer. Barbara stand auf, ihre Glieder bebten; ihr Herz schlug laut und hörbar. — Sie stand zum ersten Male ihrer Stiefmutter gegenüber; würde sie ihr — der armen, unbedeutenden Erzieherin — ein freundliches Wort zum Willkommen entgegenbringen? Ja, trotz vieler schwachen Seiten behandelte die stolze Herrin des Hauses ihre Untergebenen mit herzgewinnender Milde und Freundlichkeit. So reichte sie auch heute ihrer unbekannten Stieftochter die Hand zum Gruße entgegen und hieß sie mit freundlichen, wohlwollenden Worten willkommen. „Hier sind meine Knaben," fuhr sie dann fort, „hoffentlich werden sie brav und folgsam sein und Ihnen nur Freude machen. Dies ist Edmund, der älteste, ein prächtiger, starker Knabe, nicht wahr? Jedoch wollte es in letzter Zeit mit seinen Schularbeiten nicht recht gehen, Sie werden ihn deßhalb streng halten müssen. Alex wird Ihnen noch nicht viele Last machen, denn er bleibt größtentheils noch im Kinderzimmer, wiewohl es doch Zeit wird, daß er langsam mit dem Lesen anfängt. — Leider kann Gretchcn, die Kinderfrau, ihm noch uichi einmal die Buchstaben beibringen; sie ist zu alt, aber eine ehrliche, treue Seele, auf die ich mich vollständig verlassen kann. Eveline brauche ich Ihnen wohl nicht erst vorstellen; ich sehe, Sie habe» bereits Freundschaft mit ihr geschlossen. — War es Ihnen sehr kalt auf der Reise?" „Ja," versetzte Barbara einfach und freute sich, daß ihre Stiefmutter gleich fortfuhr: „Wie geht es dem armen Fräulein Wettern? Ist sie sehr krank? Ich bedanre so sehr, daß sie nicht kommen konnte, denn Gräfin Wertfcldt hatte sie mir warm empfohlen. Sie soll eine vorzügliche Erzieherin sein und ganz besonders Knaben zu behandeln wissen!", „Ja, das ist sie," gab Barbara zu, da sie aber sehr wenig von ihren Fähigkeiten wußte, berichtete sie von dem schwächlichen Gesundheitszustand und fuhr unbefangen fort: „Sie sieht sehr leidend aus, obgleich sie hofft, in kurzer Zeit völlig hergestellt zu sein. Nach Aussage deS Arztes bedarf sie längere Zeit der größten Ruhe und Pflege; dennoch hatte sie vor, selbst hierher zu kommen, und nur der Gedanke, daß sie ernstlich erkranken möchte, hielt sie von ihrem Vorhaben ab." „Sie müßte für den Winter nach dem Süden gehen, vielleicht nach der Schweiz oder Italien. —» Eveline, geh' und bitte Gleichen, hierher zu kommen^ sie soll mix meine Handschuhe zuknöpfen." „Kann ich Ihnen helfen?" fragte Barbara bescheiden, und obgleich ihre Finger vor Erregung noch zitterten, hatte sie bald die langen Handschuhe geschickt zugeknöpft. „Sie find noch immer kalt, Fräulein Morden. Eveline soll Ihnen Ihr Zimmer zeigen, ich habe dort ein gutes Feuer machen lassen. Packen Sie Ihren Koffer jetzt nicht aus; Gleichen kann Ihnen helfen, sobald die Kleinen znr Ruhe gebracht sind. Sogleich wird daS 160 Abendessen gebracht werden; Sie müssen nach Ihrer weiten Reise recht hungrig und durstig sein. Doch nun ist es höchste Zeit für mich. Gute Nacht l" Sie reichte Barbara die Hand, küßte die Kinder und wandte sich der Thüre zu; doch die Knaben ließen die Mutter nicht los. „Wollt Ihr mich bis an den Wagen begleiten?" fragte sie, und alle Drei verließen das Schulzimmer. „Darf ich Ihnen Ihr Zimmer zeigen?" schlug Eveline vor, dann erfaßte sie die Hand der Erzieherin und führte sie über den langen Korridor, Barbara lehnte über das Treppengeländer und schaute unten in die geräumige Halle, die hell erleuchtet war. Dort standen die beiden Knaben, von denen die Mutter noch einmal zärtlichen Abschied genommen hatte; ein Diener legte ihr den weichen Pelzmantel um die Schulter, dann stellte er sich dienstbereit an die Thür. Jetzt öffnete sich eine andere Thür. Die hohe, stattliche Gestalt des Schloßherrn erschien in der Halle, doch so sehr Barbara sich auch bemühte, das Antlitz ihres Vaters zu sehen, es wollte ihr nicht gelingen; nur die Spitze seines Hutes und der breite Pelzkragen seines Ueber- rockes waren sichtbar. „Wir werden zu spät kommen, Eveline, wo bist Du so lange gewesen?" „Ich sprach mit Fräulein Morden, der neuen Gouvernante. Sie kam vor kaum einer halben Stunde an." „Ach so, ich dachte nicht mehr daran. Sie muß eine kalte, beschwerliche Reise gehabt haben; hoffentlich findet sie das Schulzimmer behaglich durchwärmt. Sind wir jetzt fertig?" Endlich hatte Barbara die Stimme ihres Vaters gehört. Sie merkte kaum, daß Eveline, die noch immer ihre Hand hielt, sie jetzt in ihr Zimmer führte, aber sie erschrak, als sie ihr Spiegelbild sah, so leichenblaß hatte sie noch niemals ausgesehen. — In späteren Tagen konnte sie sich nicht mehr erinnern, wie sie die ersten Stunden im Hause ihres Vaters zugebracht hatte, denn wirr wie im Traume jagten sich die Gedanken. Sie wußte nur, daß sie noch lange am Abend, in tiefes Sinnen versunken, starr und regungslos in ihrem Zimmer gesessen hatte, ohne sich entschließen zu können, ihr Lager aufzusuchen. Müde, wie sie war, war sie zu erregt, um ihre Augen im sanften Schlummer zu schließen. Noch saß sie da, als schon der Wagen vor dem Portal hielt, und sie wußte, daß ihr Vater und ihre Stiefmutter wieder daheim waren. Sollte sie die Wahrheit bekennen, daß sie unter fremdem Namen den Einzug erzwungen hatte? Doch schon im nächsten Augenblick verwarf sie den kaum aufkeimenden Gedanken, — erst wollte sie die Herzen gewinnen, dann sich zu erkennen geben. Dann gedachte sie der guten Tante Agnes, die mit Thränen in den Augen von ihr Abschied genommen und ihr noch besorgt zugeflüstert hatte: „Ich hoffe, Du findest wenigstens ein gutes, warmes Bett; — in vornehmen Häusern fragt man nicht viel darnach, ob es den armen Gouvernanten behaglich gemacht wird oder nicht." Unwillkürlich mußte sie bei dieser Erinnerung herzlich lachen; sie legte sich in ihr weiches, warmes Bett und war schon nach wenigen Minuten eingeschlafen. Sie war seit ihrer allerfrühesten Kindheit die erste Nacht jn ihres Vaters Hause. Als Barbara am nächsten Morgen erwachte, war momentan die Furcht und Besorgniß des vorherigen Abends gänzlich verschwunden; sie kleidete sich schnell an, denn schon hatte sich Eveline eingestellt, um sie in das Frühstückszimmer zu geleiten. Und dennoch, als sie jetzt an der Hand des Kindes die breite Marmortreppe hinabstieg, erbebte sie; denn sie wußte, daß sie im nächsten Augenblick ihrem Vater gegenüber stehen würde. Eveline öffnete die Thür. Oben am Tische saß die Herrin, mit dem Durchlesen der soeben angekommenen Briefe beschäftigt, hinter ihr, am Ofen, stand der Freiherr, das Antlitz hinter einer großen Zeitung verborgen. „Ah' Fräulein Morden! Haben Sie die erste Nacht unter fremdem Dache gut geschlafen? — Gottfried, hier ist Fräulein Morden, — unsere neue Gouvernante." Der Freiherr legte die Zeitung nieder und reichte der neuen Hausbewohnerin die Hand zum Gruße. „Willkommen, Fräulein Morden. Hoffentlich hat Ihnen gestern die weite, kalte Reise nicht geschadet. — ES ist auch ungewöhnlich kalt in diesem Winter." Er sah bei diesen Worten Barbara an, die unter seinem Blick so heftig erröthete, daß sie nicht wagte, die Augen aufzuschlagen. Zitternd trat sie hinzu und legte ihre bebenden Finger in die dargereichte Hand deS Vaters, doch konnte sie kein Wort hervorbringen, so fest schien ihr die Kehle zugeschnürt. „Das arme Kind ist schüchtern," dachte der Schloßherr mitleidig und nahm seine Zeitung wieder zur Hand. „Es wird ihr gewiß schwer werden, unter Fremden zu leben." „Hier ist Ihr Platz, Fräulein Morden, dicht an Evelines Seite. Wünschen Sie Kaffee oder Cacao?" „Ich bitte um Kaffee", versetzte Barbara kaum hörbar. So leise auch die Worte gesprochen wurden, dem scharfen Ohr des Vaters waren sie nicht entgangen. Er blickte sie durchdringend an — hatte der Ton ihrer Stimme vielleicht eine kaum vernarbte Wunde seines Herzens berührt? Jetzt stürzten die wilden Knaben in das Zimmer, scherzend und plaudernd machten sie Pläne für den neuen Tag. (Fortsetzung folgt.) ---SLWkS---— Abbazia. Jetzt, wo der Besuch der kaiserlichen Familie in Abbazia in nächster Aussicht steht, werden genauere Mittheilungen über diesen Curort willkommen sein. Vor zehn Jahren noch war Abbazia den Jn- und Ausländern ebenso bekannt wie ein Dorf in Spanten — heute gehört es zu den Weltcurorten. Dies Aufblühen des istrianischen Dörfchens wurde selbstverständlich durch das glückliche Zusammentreffen einer Reihe von günstigen Factoren bedingt. Dahin gehört zunächst die herrliche Lage am Quarnero, der zum Golf von Fiume gehört. Fiume, das Emporium des ungarischen Handels und die zweite Seestadt der österreich-ungarischen Monarchie, ist von hier in 60 Minuten zu Wagen und in 40 Minuten mit stündlich verkehrendem Local-Dampfer zu erreichen. Lang hingestreckt auf einer in den Quarnero Hinausreichenden Landzunge liegt Abbazia am Fuße der mächtigen Kalksteinmassen des Karstgebirges, welches hier im Monte Maggiore die Höhe von 1400 Metern erreicht. Die Abhänge des Gebirges schmücken weite Lorbeerhaine, wie ich sie in solcher Pracht und Ausdehnung in Italien und Südfrankreich nicht gesehen habe. Ganze Lorbeer- Lauben wölben sich über die gut gepflegten und äußerst bequemen Wege, eine wahre Wohlthat in der warmen Jahreszeit. Von diesen Abhängen aus hat man auf Abbazia und den in allen Farben spielenden Qnarnero eine zauberisch schöne Aussicht, welche in den Wintermonaten durch die mit Schnee bedeckten, in der Sonne glitzernden Gipfel der fernen Dinarischen Alpen eine wirkungsvolle Grenze findet. Die geschützte Lage am Fuße des Monte Maggiore und die Nähe der See, welche gewaltige Wärmemengen aufnimmt und sie langsam wieder abgibt, bewirken Abbazia's mildes Klima und rufen eine durchaus südliche Vegetation von Lorbeerhainen, Oliven- und Feigen-Bäumen, Edelkastanien und vielen exotischen, hier im Freien gut gedeihenden Pflanzen hervor. Schnee fällt höchst selten. Unter all' den bekannten österreichischen klimatischen Curorten ist Abbazia bei weitem der wärmste. Auch den Vergleich mit der französischitalienischen Riviera braucht unser Ort nicht zu scheuen, da die mittlere Winter-Temperatur in Abbazia 9° 56" Cels., in Nizza, Cannes und Sän Nemo 11° 5" bezw. 11° 77" und 12° 69" Cels. beträgt. In einer Hinsicht übertrifft Abbazia die Orte der Riviera, nämlich durch den höher» Feuchtigkeitsgehalt der Luft, so daß z. B7 Halskranke sich hier wohler befinden als z. B. in dem heißen, trockenen Mentone. Obwohl Abbazia durch wuchtige Bergmassen geschützt ist, kann doch von einer völligen Windlofigkeit keine Rede sein. Das ist eben so wenig an der Riviera der Fall. Ueberhaupt ist völliger Windschutz an Orten unserer Breite, namentlich noch, wenn sie an der See liegen, nur eine schöne Sage. Bora und Levautina, Scirocco und Tramon- tana sind die hauptsächlich hier wehenden Winde. Indessen habe ich seit Mitte October keinen Tag bemerkt, an dem man wegen zu heftigen Windes nicht ausgehen konnte, was mir in Sän Nemo ein scharfer Ostwind manchmal unmöglich machte. Die gefürchtete Bora kommt nach Abbazia in sehr geschwächter Form, während Fiume und Trieft von den Verheerungen tobender Bora-Stürme ein Liebchen zu singen wissen. Der Haupiwind ist der Scirocco, welcher den Quarnero aufwühlen und Wogen- berge gegen die klippige Küste und darüber in die Park- Anlagen schleudern kann. Bezeichnend für das hiesige Klima ist noch der im Winter bisweilen eintretende plötzliche Witterungswechsel. Heute ist schönes, warmes Wetter; morgen regnet es in Strömen, ohne großen Temperaturunterschied allerdings, und dabei sieht man heute nicht die geringsten Vorboten der Aenderung. Einen derartigen plötzlichen Umschwung habe ich jedoch innerhalb fünf Monaten nur vielleicht vier Mal beobachtet. Ein Mann von weitem Blick und praktischer Tüchtigkeit wurde der Begründer des Curortes: Friedrich Schüler, General-Director derOesterreichischenSüdbahn, hat Abbazia „entdeckt" und mit rastloser Energie aus dem istrischen Fischerdorfe einen hervorragenden Bade- und klimatischen Cur-Ort geschaffen. Abbazia's schönster Weg, die vorn Oesterreichischen Touristm-Club — welcher auch um die Hebung unseres Ortes sich sehr verdient gemacht hat — angelegte Promenade längs des Meeres, führt in einem großen Theile den Namen „Friedrich-Schüler-Strandweg". — 1882 faßte die Südbahn hier Fuß; rasch folgten Erunderwerbungen in großem Maßstabe, und trotz der vielen Schwierigkeiten — besonders der Beschaffung eines guten Trinkwassers — wurde der Curort Abbazia am 27. März 1884 eröffnet, er wird demnächst also seinen zehnten Geburtstag feiern. In dieser Zeit ist eine Reihe prächtiger Hotels und Villen entstanden. Diejenigen, welche der Südbahn gehören, sind mit allem Comfort ausgestattet, mit Gas, ausgezeichnetem Leitungswasser und vorzüglichen Heizvorrichtungen (sehr wesentlich im Süden) auf's beste versehen. Danach sind allerdings auch die Preise. Ueberhaupt ist Abbazia kein billiger Platz; namentlich kosten die Wohnungen ein Heidengeld. Während man in Sän Nemo eine geräumige Villa mit großem Garten für 6000 Frcs. auf sechs bis acht Monate haben kann, bezahlt man hier 10- bis 12,000 Frcs. Die Nachfrage- nach Wohnungen ist eben größer als das Angebot: von Mitte Februar an beginnt es so recht sich hier zu beleben, und nach wenigen Wochen ist Abbazia bis auf das letzte Eckchen mit Fremden gefüllt. Wer heute käme, müßte, glaube ich, entweder draußen campiren oder wieder umkehren. Zu den sogen. Südbahu-Anstalten gehören auch die beiden Villen Angiolina und Amalia, welche der kaiserlichen Familie demnächst als Wohnung dienen sollen. Die Angiolina ist verhältnißmäßig klein und stammt noch aus früherer Zeit; die Amalia dagegen ist ein neues, mächtiges Gebäude in hoher Lage, zu dem eine prächtige Steintreppe mit vergoldetem Geländer führt. Unmittelbar an die Angiolina stößt der herrliche, immergrüne^ Park mit seinen exotischen Pflanzengestalten, seinen prachtvollen Ausblicken und seinen tiefumschatteten, vielverschlungenen Wegen. Außer den der Südbahn gehörenden Hotels besteht noch eine ganze Anzahl mehr oder weniger feiner Pensionen, so daß man, wenn man zur rechten Zeit kommt nach der Beschaffenheit seines Geldbeutels wühlen kann' Seit dem Bestehen des Curortes hatte sich Abbazia der Sympathie verschiedener Mitglieder des österreichischen Kaiserhauses, namentlich des Kronprinzen Rudolph und seiner Gemahlin Stephanie, zu erfreuen, welche noch jedes Jahr einige Wochen hier zugebracht hat. Was natürlicher, als daß die österreichische Gesellschaft aufmerksam auf das Dörfchen an der Adria wurde und das von oben gegebene Beispiel nachahmte! Die inländische Aristokratie hat hier eine Anzahl hübscher Villen gebaut (Keglevich-Kesselstatt, Esterhazy usw.) und strömt jeden Winter, namentlich nach Beendigung des Faschings, schaarenweise herbei. Von Ausländern sieht man hauptsächlich Polen, Russen, Serben und vereinzelt Deutsche und Italiener. Grund für diese Erscheinung ist offenbar die Bequemlichkeit, mit welcher die erwähnten Völker nach Abbazia gelangen können, für Kranke eventuell von unschätzbarem Werth. Ohne Zweifel wird die Reise der kaiserlichen Familie dazu beitragen, daß in den nächsten Jahren Deutschland ein größeres Contingent stellen wird. Die Bevölkerung von Abbazia und Umgegend ist eine ethnographische Musterkarte. Schon vor Jahren hat man in der nördlichen Quarnero-Gegend 13 verschiedene ethnographische Nuancen festgestellt. Deutsche und Italiener, Croaten und Slowenen, Dalmatiner, Tschitschen sind vertreten. Auf verhältnißmäßig kleinem Raum herrscht ein Sprachenrcichthum, der einer Sprachenverwirrung ähnlich 162 ficht. Charakteristisch sind die Mischungen: so spricht man kroatisch mit italienischen Endungen, italienisch mit kroatischen Endungen und Flexionen usw. Der Fremde kommt mit Deutsch gut an; versteht er Italienisch, um so besser. Die Leute sind ehrlich, arbeitsam und nüchtern. Auf dem Lande gibt eS wenige und dabei schlechte Wirthshäuser, für die Fremden, welche Ausflüge machen, ein recht fühlbarer Nebelstand. Wie alle Slaven, lieben sie Gesang und Musik; meistens sind es träumerische, schwer- müthige Weisen. Ihre Geistesanlagen sind nicht besonders zu rühmen, genauere Kenner der Bevölkerung stellen sie in dieser Beziehung sogar ziemlich tief. Aberglaube ist nicht selten, was durch die noch in jüngster Zeit erfolgte Verbrennung eines „Wehrwolfes" auf dem Friedhofe von Abbazia seine grelle Beleuchtung fand. Schifffahrt und Fischfang sind die Erwerbszweige; sie haben an der Küste einen gewissen Wohlstand bewirkt. Die ackerbautreibende Bevölkerung des Gebirges ist dagegen sehr arm, da der lehmige Boden des Karstes in den höhern Strichen wenig abwirft. Elende Hütten, häßliche, aber starkknochige Weiber mit gewichtigen Lasten auf dem Nucken, unglaublich zerlumpte Buben, welche Schafe hüten, und kümmerlich genährte Esel bilden die Staffage der dortigen Landschaft. Die Bewohner der Küste sind durchgängig schlanke, kräftig gebaute Gestalten, namentlich findet man hübsche, frisch aussehende Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts. Die üble Landessitte indessen, alle Lasten, auch die schwerern, auf dem Nücken zu transportiren, hat manchen Körper vor der Zeit geknickt. Nationaltrachten haben sich nur im Gebirge erhalten, an der Küste ist völlig damit aufgeräumt worden. Dem Bekenntniß nach sind die Bewohner römisch-katholisch und zwar ziemlich gute Katholiken. Der Name Abbazia ist gleichbedeutend mit italienisch Lddaäia. (Abtei) und erinnert daran, daß einst hier eine Benedictiner-Abtei stand, welche im Mittelalter blühte, von der aber nur noch eine kleine Kirche und ein ärmliches Pfarrhlnls als Neste entschwundener Größe vorhanden sind. Die Frauen und die Farben. Plauderei von Klara Neichner. - lNochdnick vkkboitN.I Die Frauen sind das farbige Element des Lebens, dem ja sie erst Glanz und Heiterkeit verleihen — wetteifernd mit den Blumen — durch den bunten, reizvollen Wechsel der Farbe! Und doch ist dies nicht immer so gewesen! Es gab Zeiten — lang, lang ist's freilich her — wo noch die Männer farbenprächtig mit den Frauen concurrirten. In der Urzeit freilich waren Farben im Norden weder bei Mann noch Weib beliebt, bis fränkischer Einfluß sich geltend machte; — höchstens Frauen und Kinder trugen sonst bei besonders festlichen Gelegenheiten blau, roth oder braun. Das farblose Schwarz aber war in alter Zeit schon Trauerfarbe, das fleckenlose Weiß dagegen die Tracht der Priesterinnen. Eigentlich spielte die Farbe erst im Mittelalter ihre große Rolle! Nicht nur, daß der Ritter die Farbe seiner Dame trug, diese mußte auch — wollte sie nach damaligen Begriffen für eine Schönheit gelten — in Bezug auf Farben die vorgeschriebenen Gesetze erfüllen. Stirn und Ohr weiß, die Zähne schneeweiß, das Kinn weiß wie Alabaster, die Wangen zart und blühend, der kleine Mund wie ein lichter Rubin oder rother denn eine Rose. Brauen und Wimpern braun, die Haare goldfarben und glänzend wie gesponnenes Gold, die Augen nicht mehr wie früher blau, sondern: „Zwei Aeuglcin brann nach Falkenart, darin das Weiße sich nicht spart!" Auch die Farbe der Kleidung mußte mit dem Aeußern Harmoniken! Damals bereits pflegten die Damen sehr wählerisch zu sein und ihre Gewänder so zu tragen, wie sie am besten stimmten mit der Farbe ihres Haares, ihrer Augen, des Gesichtes usw. Im Allgemeinen aber gab eS noch nicht viel zu wählen, da jeder Stoff und jedes Kleidungsstück nur seine einzige Färbung hatte. Doch half man sich dadurch, daß man die verschiedenen Gewänder, die gleichzeitig getragen wurden, von verschiedener Farbe, zuweilen auch mit andersfarbigem Futter fertigte. Grau, Braun und Violett trugen namentlich die unteren Stände; Grau diente aber auch nebst Schwarz als Abzeichen der Trauer; — die allerbelicbteste und vornehmste Farbe des Mittclalters war Scharlach! Späterhin geriethen die mittelalterlichen Farben sogar in bedeuiungsvolle allegorische Beziehungen zur Liebe! Mit gewissen Farben verband eine gewisse Bedeutung sich, — auch für die Kleidung! Es entstand also eine Art von Farbensprache. Grün war als Hoffnnngssymbol der Liebe Anfang, Noth die brennende Liebe, Grau die trauernde, ganz unglückliche Liebe dagegen Schwarz, als „des Leides Anfang und der Freude Ende". Treue Liebe trug sich blau, Gelb oder Gold bedeuteten Gewährung der Liebe, weßhalb auch „Fran Minne" selber ein golden oder feuerrothes Kleid trügt, während „Frau Treue" sich in Blau, „Frau Liebe" aber in Grün kleidet. Bunt jedoch bedeutete Falschheit und Unbeständigkeit. Im 15. Jahrhundert wurde großer Farbenluxus getrieben, — schillernd in allen Ncgenbogenfarben zugleich an der gleichen Person. Die Frauen aber wußten von dieser Geschmacklosigkeit sich fern zu halten, wenn sie auch lebhaften Farben sich durchaus nicht abhold zeigten; doch behandelten sie dieselben mit mehr Harmonie und Symmetrie, — entsprechend vertheilt auf die verschiedenen Stücke der Kleidung, auf Besatz und Futter, anstatt — nach der haarsträubenden Mode-Thorheit des sogenannten „Ni-pai-ti" der Männer — die ganze Figur bunt in zwei Hälften zu theilen! Dafür verlangte das folgende Jahrhundert der Reformation desto größere Einfachheit durch dunkle, schlichte, knappe Tracht, — auch bei den Frauen, bis im 17. der Einfluß Frankreichs den Ernst der Farbe wiederum in heitern Glanz verwandelte, ja in ein Uebermaß sogar von Prunk der-Färbung, — voran Blau und Roth mit möglichst vielem Gold als Licblingsfarben. Die geschmacklose »Zopfzeit" des vorigen Jahrhunderts brachte im Gegensatz hiezu wohl zartere, blässere Farben in Mode, doch herrschten unbestimmte Mischfarben und fahle, buntgeblümte Muster vor; erst die große französische Revolution von 1789 schuf bessere Zeiten für die Farbe, anfangs freilich durch Farblosigkeit! Das Weiß der modern gewordenen griechisch-antiken Tracht und allenfalls ganz blaß angehauchte Färbungen kamen zur Herrschaft, dann kehrte mit unserm eigenen Jahrhundert die Farbe allmälig zurück, indem die Damen 1810 begannen, zur weihen Tunica die Schuhe, Handschuhe, Hüte, Hauben und Federn farbig zu tragen; Gürtel und Besatz folgten bald und endlich die ganze Kleidung — allerdings einfarbig nur einstweilen, bis jener bunte Wechsel in Farbe und Färbung eintrat, den wir noch jetzt besitzen, zur beliebigen Wahl und Auswahl des schönen Geschlechts, das fortan das Haupt-Privilegium auf Alles, was farbig heißt, erhielt! Trotzdem haben, was diese Wahl der Farben und Lieblingsfarben anbetrifft, sehr hervorragende männliche Stimmen sich bereits erhoben, um gewisse Lehren und Gesetze darüber aufzustellen, — ja der berühmte französische Romanschriftsteller Balzac wollte geradezu den weiblichen Charakter danach beurtheilt wissen! — Frauen, welche orange- oder sonstige gelbfarbige, säst- oder zeisiggrüne, amaranth- oder granatfarbige Kleider mit Vorliebe tragen, sollen nach seiner Behauptung keine sehr friedfertige Gesinnung, die Liebhaberinnen des schreienden Roth dagegen etwas Lärmendes, Auffallendes besitzen; denen, die Violett vorzugsweise lieben, soll — so sagt er — nicht recht zu trauen sein, die aber, welche gern das düstere Schwarz tragen, müssen — meint er — auch gern traurige Gedanken hegen, wie Dunkelgekleidete überhaupt nach seiner Ansicht im Allgemeinen weder sehr geselliger Natur, noch munterer Laune sein können. Weiß indessen sei nicht nur die farblose Farbe der Unschuld, sondern außerdem beliebt bei gefallsüchtigen Damen ohne festen, bestimmten Charakter; Grau jedoch und Lila bedeuten bei ihmUcber- gangsfarben für Frauen in gewissem Alter, zugleich also soviel wies Verzichtleistung, Resignation! Besonders empfiehlt Balzac die Frauen in Rosa und verwandter Farbe, als heiter, liebenswürdig, geistvoll, lebensfroh und umgänglich, und verherrlicht vor Allem die in Blau! Himmelblau gilt bei ihm nämlich für die Hnuptfarbe der — äußerlich wie innerlich — schönen Frauen; die, deren Lieblingsfarbe sie ist, sollen meist sanft und nachdenklich sein, kurz: die „Blaueu" sind — ob jung, ob alt — in seinen Augen eigentlich die Perlen aller Frauen! Zum Glück gibt dieser kühne Deuter weiblicher Lieb- ltngsfarben selber zu, daß „Irren menschlich sei", und überdies ist er Franzose, folglich trifft das, was er sagt, ja selbstverständlich nicht unsere deutschen Frauen und Farben! -- Bei de« blinden Schwestern von St. Paul in Paris. Die Zeitschrift für Verbesserung des Looses der Blinden, der Blindenfreund, welche der verdiente Direktor der Dürener Provincial-Blindenanstalt herausgibt, bringt einen Aussatz über den in der Ueberschrift angedeuteten hochinteressanten Gegenstand, dem wir Folgendes entnehmen: Weitab von dem großen Verkehr der Weltstadt, in der Nue Denfert-Nocherau, gegenüber dem Observatorium, wo das Auge der Gelehrten mit Hülfe kunstreicher Instrumente bis zu den fernsten Gestirnen dringt, liegt ein stilles Haus, dessen Bewohnern nicht ein Mal ein Strahl unseres Tagesgestirnes leuchtet; es ist die Anstalt der blinden Schwestern von St. Paul, sich so nennend nach ihrem Patron, dem Apostel Paulus, der zu Damaskus das Augenlicht vorübergehend verlor und dadurch das Glanbenslicht gewann. Aeußerlich macht die Anstalt den Eindruck einer alten, vornehmen Patricier- Wohnung, deren Haupträume durch Mauer und Thor von der Straße getrennt sind. Und in der That hat hier vor 60 Jahren ein weltberühmter Mann gewohnt, der Schriftsteller und Staatsmann Chateaubriand, der hier in Muße lebend einige seiner besten Werke verfaßte. Mehrere Erinnerungszeichen seines hiesigen Waltens werden noch in der Anstalt vorgezeigt und geben dem Hause eine gewisse klassische Weihe. Wenn ich dir in meinem letzten Briefe sagte, der moderne Geist sei noch nicht in dieses weltverborgene Asyl eingedrungen, so muß ich das heute widerrufen; in Wirklichkeit hat dieser Geist, und zwar in Fleisch und Bein, mit Gewalt und Getöse hier seinen Einzug gehalten. Im Jahre 1871 sind nämlich die Communisten, die in dem abgelegenen Hause Jesuiten vermutheten, hier eingebrochen und haben, als sie die gesuchten „Bösewichter" nicht fanden, in ihrer Wuth alles zerstört: Möbel, Thüren, Fenster und besonders die Gefäße und Bilder der Kapelle. Doch genug von der Vergangenheit! Laß uns eintreten! Eine freundliche Schwester führt uns ins Parloir. Hier zieht unsere Blicke zunächst eine große, dunkele Büste auf sich, die Büste des frühern, verdienten AnstaltsGeistlichen Zuge, der von den Communisten ins Gefängniß geschleppt wurde, weil — weil er kein Jesuit war. Daneben hängt unter Glas und Rahmen ein buntfarbiger Kranz von Eichenblättern, die oourcmns viviyus, der von den Vertretern der republicanischeu Regierung der Anstalt verliehen wurde, ein Zeichen, daß auch die Feinde des Klosterwesens dem menschenfreundlichen Wirken der frommen Schwestern Anerkennung zollen. Noch mehr wird ein anderes Mobiliarstück des Sprechzimmers in die Augen stechen, ein großer Tisch, der mit weiblichen Handarbeiten, Teppichen, Bürsten und Besen bedeckt ist. Ja, in allen Räumen wird von den Blinden fleißig gearbeitet, in den Werkstätten für Bürsten-, Flecht- und Strick-Arbeiten, in der Küche, im Wasch- raume und in dem großen Garten mit Gemüsefeldern und Baum-Alleen. In lctzterm sehen wir blinde Nonnen mit feintastender Hand aus dem Gemüse das Unkraut jäten, und nahe dabei tummelt sich unter Aufsicht einer Schwester eine Schaar kleiner, blinder Mädchen auf dem Rasen; einige tasten im Grase umher und suchen nach Blumen, andere binden die gepflückten Blumen, sie nach Geruch und Gestalt ordnend, zu duftenden Kränzen und schmücken damit eine Statue des Erzengels Naphael, deS Arztes des blinden Tobias. Die regste Thätigkeit aber herrscht in der Relief-Druckerei; dort werden Bücher und Noten in Braille gedruckt für die Anstalt und für die ganze Welt; auch du erhältst ja monatlich eine Probe der Arbeit der blinden Schwestern, die Zeitschrift Louis Braille nämlich, die hier gedruckt wird. Die Vorsteherin der Druckerei, die von fünf blinden Gehülfinnen unterstützt wird, ist eine kleine, rührige blinde Nonne, die mit großer Umsicht und Hingebung die Arbeiten leitet und unablässig neue Einrichtungen und Verbesserungen trifft. Wenn wir die Räume durchwandern, so wird unser Auge angenehm berührt durch die große Sauberkeit und Ordnung, die überall herrschen. Ich glaube nicht, daß im ganzen Hause ein Stäubchen zu entdecken ist, daS der putzenden Hand der Blinden entgangen wäre. Bescheidene Schmnckgegenstände erhöhen den freundlichen Eindruck der hellen Zimmer; an den Fenstern blühen duftende Blumen in Töpfen, die Wände zieren religiöse Statuetten und Bilder, und aus den Ecken und Nischen ranken Guirlanden von Blättern und Blumen, welche die Schwestern in ihrer Muße mit kunstgeübteu Fingern ohne Hülfe deS Auges anfertigten. Und wie die Räume, so auch die Bewohnerinnen. In einfachen, saubern Klei» 164 dern, deren schwarze Farbe durch eine weiße Garnirung erleuchtet wird, gehen Alle, Sehende wie Blinde, Vorgesetzte wie Zöglinge, geräuschlos ihrer Beschäftigung nach und verrathen durch ihren immer gleichen heitern Gesichtsausdruck, daß gottergebene Zufriedenheit in ihren Herzen wohnt. Als ich in Begleitung der sehenden Vorsteherin in die unterste Schulklasse eintrat, trippelten Zwei blinde Kinder, im Alter von 4—6 Jahren, haschend auf die Vorsteherin zu und schmiegten sich zutraulich an sie an; diese aber hob die Kleinen auf ihre Arme und herzte und liebkoste sie, wie eine Mutter. Dabei strahlte ihr Angesicht von Glück und Wonne und zeugte von der durch die Religion verklärten Liebe, die sie ihren armen Schutzbefohlenen zuwendet. Es ist nicht der niedrige Mammon und auch nicht allein das fühlende Menschcn- herz, das diese Frauen zu ihren Werken treibt, sondern es kommt dazu die mächtigste Stimmung der Menschenseele, die religiöse Begeisterung, welche die Schwestern erfüllt und mit Freude dem Dienste der Elenden sich hingeben läßt. Bei ihrer Einkleidung legen die blinden sowohl als die sehenden Schwestern von St. Paul öffentlich vor dem Altar in der Kirche das feierliche Gclöbniß ab, sich ganz den Blinden zu weihen und alle Pflichten zu erfüllen, welche deren Erziehung erfordert. Dann werden sie mit dem Ordensgewand bekleidet, und man gibt ihnen eine Kerze in die Hand mit den Worten: „Empfanget dieses irdische Licht als Zeichen des Gnaden- Lichtes, das euch immerdar leuchten möge." Im Kloster sind zunächst 67 Ordensschwestern, fast eben so viele blinde als sehende, die den Hausdienst, sowie die Pflege und Erziehung der Blinden besorgen. Dann gibt es etwa 40 Blinde im Alter von 4—16 Jahren, die in den gebräuchlichen Schulfächern und Handarbeiten unterrichtet werden. Die Knaben bleiben in der Anstalt bis zum 9. oder 10. Lebensjahre, wo sie in eine andere Blinden-Austalt übertreten, während die Mädchen dauernd im Kloster verweilen und, wenn sie dazu Beruf haben, auch den Ordens-Schleier empfangen können. Auch nehmen die Schwestern erwachsene blinde Damen in Pension, von denen jede ihr besonderes Zimmer bewohnt. Es wird alle Sorge aufgewandt, um diesen Vereinsamten durch Lectüre, Musik, Unterhaltungen und BeschäftigungendasLebenso angenehm als möglich zu machen. So arbeitet die Genossenschaft der blinden Schwestern von St. Paul in ihrer Weise getreulich mit an der Verbesserung des Looses der lichtlosen Menschheit und füllt gewiß eine Lücke aus in dem weit verzweigten System der Blinden-Fürsorge; wenn sie auch ihre Schutzbefohlenen Meistens nicht zum freien Wirken in der Welt befähigt, so bietet sich doch allen allein stehenden blinden Mädchen ein freundliches Asyl, wo dieselben betend und arbeitend glücklich werden können. Blinde Mädchen sind nun einmal zur freien Selbstständigkeit selten geeignet. Ich schied von den frommen Frauen bewegten Herzens, und noch häufig stellen sich meinem Geiste die rührenden und erbauenden Scenen und Bilder vor, die ich in jenem ' stillen, idyllischen Heim inmitten der geräuschvollen Weltstadt sah. --- Goldkörner. Zwar ist Vollkommenheit ein Ziel, das stets entweicht, Doch soll eS auch erstrebt nur werden, nicht erreicht. Rückert. ---ss-v-cs^'- A L L S L L b?. Den Locken Jean Paul's unter dem Mikroskop widmet der Roman-Schriftsteller Nosenthal-Bonin folgende heitere Reminiscenz: „Meine Mutter besaß eine Locke Jean Paul's, eine unzweifelhaft echte, der Dichter hatte sie mit einem eigenhändigen Briefe ihrer Mutter übersandte Diese Locke wurde in unserer Familie hoch und heilig gehalten. Als ich später Physiologie studirte und ein Mikroskop bekam, untersuchte ich alles Mögliche im Hause. Ich stahl mir ein Haar von der geheiligten Locke, legte es unter das Glas und entdeckte, daß es ein Hundehaar war; das dritte, vierte und fünfte Haar, welches ich untersuchte, zeigte dasselbe Resultat. Ich suchte mir jetzt noch mehr von Jean Paul's Locken zu verschaffen. Das war zu jener Zeit in Berlin nicht schwer. Lndmilla v. Assing, die bekannte Nichte Varnhagen's, besaß ein derartig urkundlich echtes Heiligthum, ferner eine Verwandte der Heuriette Herz, — ich glaubte, sie hieß Flora Philippi — als Erbstück von jener her. Das mikroskopische Untersuchnngs-Resultat war das gleiche wie bet der Jean Paul-Locke meiner Mutter. Es waren Pudelhaare. Ich kam nun zu folgender Erklärung dieses Wunders: Jean Paul wurde, wie bekannt, bestürmt, überschwemmt mit Bitten um Locken von seinem Dichterhaupte. Dieses war frühzeitig schon so kahl, daß die Stirne ohne Hinderniß hinten in den Rockkragen überging und nur zur Seite noch einige sorgfältig bewahrte Locken von der ehemaligen Pracht seines Hauptschmuckes übrig waren. Hätte Jean Paul nur den hundertsten Theil seiner Verehrer und Verehrerinnen, die flehentlich um Locken seines Dichterhauptes baten, zufrieden stellen wollen, würde er bald keine Spur mehr von Haar besessen haben und hätte wie ein armer Landurapn jeden Nachwuchs sofort abmähen müssen. Jean Paul aber hatte ein weiches Herz, war ein galanter Mann und sein Haar war röthlich, das seines Pudels auch. An Mikroskopie dachte damals noch Niemand, und so mag der geniale Schriftsteller in seiner Verzweiflung auf den Gedanken gekommen sein, hier und da seinen Pudel zur Aushülse bei dem großen Lockenbegehr für sich eintreten zu lassen. Vielleicht reizte auch den großen Humoristen die Vorstellung, daß die hübschen Locken seines muntern „Patos" jetzt eine solche Anbetung genössen und von schönen Damen und sentimental schmachtenden Herren an die Lippen gedrückt, auf Atlaskiffen unter Glas aufbewahrt und in kostbaren Albums, mit getrockneten Veilchen umrahmt, aufbewahrt würden." ---SWWS-- Logogryph. Was dich bewegt und vorwärts treibt, Dir vor dein Thun und Lassen schreibt, Das nenn' ich dir, doch liest du mich Mit o, schaff' Kleidung ich für dich, Und liest du wieder mich mit e, Dann siehst du mich in Fluß und See. Auflösung des Arlthmogrypbs in Nr. 21: Fuchsie, Fuchs, EiS, Ei» Schuh. ---