UM^WWMWHM WWNßAWLMWKsMN KIM WHM KMMK 'MMM' 8rM/ -ÄüKL sEMW WHL WL s» „Augsburger PopMung". ^L 32. Ireitag, den 20. April 1894Z Für die Redaction verantwortlich: Philipp Frick in Augsburg. Druck und Verlag deS Literarischen Instituts von HaaS L Grabherr in Augsburg (Vorbesitzer vr. Max Huttler). Tante Kamm's Geheimniß. Original-Roman von E. von Linden. (Fortsetzung.) „Ein nettes Pflänzchen", brummte der Doktor, nachdem er Alles erfahren, „komme selbst wie Tante Hanna auf -den Gedanken, daß wir's mit einer Simulantin zu thun haben. Na ja, Herr Julius war als junger Mann auch nicht ohne, erinnere mich seiner ganz wohl. Hätten noch einige Monate fortbleiben sollen, Fräulein Holten, zum Henker, Edenheim wäre noch nicht zu Grunde gegangen." Armgard erröthete und verließ dann schweigend das Zimmer. „Er hat sie ja am Rhein getroffen," sprach Hanna leise, „und ist, als sie vor seiner Annäherung geflohen, ihr hierher gefolgt. Der Elende legt es darauf an, sie in sein Netz zu locken." „Um ihr Vermögen zu erhalten, natürlich. Hoffentlich wird die alte Liebe hinreichend eingerostet sein und ihr Stolz dem Abenteurer die Rechnung durchkreuzen, denn sonst —" Der Doktor stockte und blickte besorgt in Hanna's nachdenkliches Gesicht. „Freilich, freilich," murmelte der Arzt, „sie ist ja ein Frauenzimmer, von welchem man nun einmal jede Dummheit erwarten kann, unberechenbar wie ein Apriltag. Dieser Steindorf hat eine gute Verbündete in seinem Töchterlein, das, wie ich fürchte, nach genauer Instruktion schon zu handeln versteht. — Sie sollten hier bleiben, Tante Hanna l" „Kehre morgen schon wieder hierher zurück, Herr Doktor! — Fräulein Holten hat mich bereits darum ersucht." Der Doktor stieß einen langgezogenen Pfiff aus und lachte dann spöttisch auf. „Dachte es mir," brummte er, „eine ist wie die andere, eine hübsche Fratze wirft alle Grundsätze über'n Haufen." „Sie sind boshaft, Doktor!" sprach Hanna unwillig, „verurtheilen Sie nicht zu früh. Was kann sie dafür, daß dieses Kind plötzlich krank wirds Ich bleibe hier, um dein Gerede der Menschen die Spitze abzubrechen und die Kleine zu Pflegen. Ob diese mich um sich haben mag oder nicht, sie bleibt in meiner alleinigen Obhut, darüber können Sie und die übrigen guten Freunde sich beruhigen." „Recht so, Tante Hanna," erwiderte der Doktor zufrieden, „die Geschichte ist so verdammt schlau eingefädelt, daß die guten Freunde, sie mögen wollen oder nicht, ein Haar darin finden müssen. Der Kerl hatte stets Routine in solchen Dingen, hat in Amerika aber sein Talent zur Blüthe gebracht und den Goldfisch im ersten Anlauf schon im Netze, wenigstens vor der Welt schon zur Stiefmutter seines talentvollen Töchterchens gezwungen. Das macht ihm so leicht keiner nach. Uebrigens, Tantchen!" setzte er leiser hinzu, „wüßte ich eine Karte, um sein Spiel zu übertrumpfen. Fräulein Armgard müßte auf der Stelle wieder verreisen." „Das hieße Furcht zeigen, kluger Doktor, und das Spiel aus der Hand geben," bemerkte Hanna ruhig. „Hier packen Sie Ihre Recepte nur ein und vertrauen dem weiblichen Stolz, der nicht so leichtfertig in die Brüche geht, wie Sie glauben." In diesem Augenblick erschien Armgard wieder mit einem offenen Briefchen in der Hand. „Von Herrn Steindorf," sagte sie, „er hat diese Zeilen einem Freunde, den er auf einer Zwischenstation getroffen, und der hierher reiste, zur Besorgung mitgegeben. Der Herr hat nicht stören wollen und nur das Briefchen im Hofe abgegeben, nachdem er sich erkundigt, ob die Tante noch mit der kleinen Lotta anwesend sei. Die Magd hat ihm geantwortet, daß die Kleine erkrankt sei und Tante Hanna hier bleiben werde." „Und der Briefs Was ist's damits" fragte Tante Hanna verwundert. „Er enthält überschwängliche Dankesworte für Sie und für mich, zärtliche Grüße und Ermahnungen für Lotta und die Anzeige, daß er, Herr Steindorf nämlich, vielleicht noch einige Tage länger, als er glaubte, fortbleiben werde." „Nette Aussichten," brummte der Doktor, „gratulire dazu. Vielleicht kommt er gar nicht wieder und läßt Ihnen das Kind aus lauter Dankbarkeit." „Das wäre nicht das Schlimmste," meinte Hanna trocken, „der Kleinen könnte es nur zum Vortheil gereichen. Und nun —" „Zu Tisch, meine Herrschaften," fiel Armgard hastig ein, „ich lasse Sie nicht ohne Abendbrod fort." Tante Hanna war mit dem Doktor Peters in die Stadt zurückgekehrt und vor ihrem stillen Heim abgestiegen. Sie saß noch lange in Gedanken versunken auf ihrer Veranda und blickte in das vom Mondlicht über» 238 fluthete Gärtchen, ohne die Schönheit dieser Nacht zu empfinden, da ihre Gedanken fern in der Vergangenheit weilten, deren Bilder sich so seltsam mit dem Geschick ihrer jungen Freundin in Edenheim verknüpften. Eben deshalb hatte sie stets mit Armgard Holten sympathifirt und sie ganz besonders in ihr Herz geschlossen. Hatte sie sich in dem Charakter derselben so sehr irren können? — Konnte es denkbar sein, daß die stolze, energische Armgard ihre ganze Vergangenheit verleugnen und den plumpen Fallstricken dieses Menschen, der sich seines Sieges über sie bereits gerühmt, erliegen werde? Tante Hanna seufzte tief auf bet dieser Vorstellung, die ihr im Herzen wehe thai, als beträfe es ihr eigen Fleisch und Blut, und begab sich dann zur Ruhe. Sie hatte es nicht bemerkt, daß eine dumpfe Schwüle in der Atmosphäre lag, daß die Rosen betäubenden Duft ausströmten und der Mond nach und nach durch einen Schleier verhüllt erschien. Auf ihrem Herzen lastete eS wie ein Alp, es war ihr, als hätte sie in Armgards Nähe bleiben, sie schützen müssen vor irgend einem unheimlich dräuenden Geschicke. So legte sie sich zur Ruhe und fiel bald in einen sie bleiern umfangenden Schlaf. Die Greisin hatte zum ersten Male in ihrem Leben vergessen, die Fenster des Wohnzimmers, welche sie bet der Heimkehr mechanisch geöffnet, wieder zu schließen, während sie ihr Schlafzimmer uugelüstet gelassen hatte. Die tiefe Bckümmerniß, welche von ihrer Seele Besitz genommen, hatte ihren Blick so sehr von Außendingen abgelenkt, daß selbst die Gewohnheit augenblicklich ihre Macht über sie verlor und nur die mechanische Gewalt der unwiderstehlichen Ermüdung sie zum Schlafe zwang. — Mitternacht war soeben vorüber, durch das Brausen des Sturmes, welcher das heraufziehende Gewitter begleitete, waren von den Thürmen die zwölf Glocken- schläge erklungen. Pfeilschnell hatte sich der Himmel mit schwarzen Wolken bedeckt und das Mondlicht ausgelöscht. Blitze fuhren herab, daß sekundenlang der Himmel auflohte, der Donner rollte mächtig hinterdrein und in den Häusern glänzten überall die Lichter wieder auf. Auch um Tante Hanna's kleine Villa tobte der Sturm und entblätterte die schönsten Rosen. Die offenen Fenster klirrten unaufhörlich, der Regen ergoß sich tn's Zimmer, doch die Greisin hörte eS nicht, sie rang im Traume mit einer furchtbaren Macht, mit dem Alp, der sich auf ihre Brust gelagert, ihr die Kehle zuschnürte, daß sie nicht schreien, — die Augen geschloffen hielt, daß sie nicht um sich schauen, nicht erwachen konnte. Zhr angstvolles Stöhnen verschlang der Sturm, — doch jetzt fiel ein Lichtstrahl auf ihre geschlossenen Lider, sie vermochte die Augen zu öffnen, sich zu erheben und — was war das? — Umfing sie noch ein schrecklicher Traum, pder war es Wirklichkeit, was sie dort, wenige Schritte entfernt, in einem kleinen Nebenzimmer, wo sie ihre Papiere, ihr Geld und ihre sonstigen Werthsachen aufbewahrte, plötzlich ganz deutlich erblickte? Ein Mann stand vor dem geöffneten Sekretär und wühlte in ihren Papieren umher, steckte Verschiedenes zu sich, nahm die nicht unbedeutende Summe, welche sie wenige Tage vorher von ihrem Banquier erhalten, an sich und wandte sich dann zu dem großen Spiegel in der offenbaren Absicht, Toilette zu machen. Er nahm eine Perrücke von seinem Kopf, legte einen Vollbart an vvd betrachtete sich hohnlächelnd im Spiegel. Tante Hanna sah sein Gesicht, stieß einen furchtbaren Schrei aus und glitt vom Bett herab. — Sie sah dann, schon halb besinnungslos, eine Gestalt über sich und brach zusammen. Ein Blitz, dem zugleich ein furchtbarer Donnerschlag folgte, sagte den erschreckten Bewohnern der Stadt, daß es irgendwo eingeschlagen haben müsse. Wenige Minuten später ertönte auch schon der Feuerruf durch die Straßen: »In Tante Hanna's Haus!" Das war genug, um Alt und Jung hinauszutreiben und das Eigenthum der Greisin, welche ja gar nicht daheim war, wie man sich zurief, zu retten. »Doch, Kinder, Tante Hanna ist daheim!" rief Dr. Peters, welcher sich ebenfalls nach dorthin begab, „ich selber habe sie nach Hause gebracht. Um Gottes willen, das Haus steht in Flammen, vorwärts, wer laufen und retten kann!" Ja, das traute Heim der guten Tante schien unrettbar verloren zu sein, da die Flammen von allen Seiten emporzüngelten. Doch schon war die Feuerwehr zur Stelle, um den Kampf mit dem Elemente aufzunehmen. Zwei Männer aber waren die Allerersten gewesen, welche tn's brennende HauS eingedrungen waren, um die Bewohnerin zu retten. Diese beiden waren Leonhard Marbach und sein amerikanischer Freund. Marbach und Warneck hatten sich in der Stadt, wohin sie nach ihrem Besuche in Edenhei« geritten waren, bei einigen Freunden verspätet und die Heimkehr trotz des noch andauernden Gewitters angetreten, als der letzte furchtbare Schlag, womit sich das Unwetter vollständig erschöpfte, sie gerade vor Tante Hanna's Haus erschreckte, weil sie im ersten Augenblick die Empfindung hatten, als wären sie selber davon getroffen worden. Sie vermochten nur mit Mühe ihre Rosse zu bändigen, welche mit ihnen durchzugehen drohten, und bemerkten in nächster Minute schon das brennende HauS. Von den Pferden herunter und diese anbinden, war das Werk weniger Augenblicke. Marbach rief drinnen vergeblich mit dem Aufgebot seiner Lungen nach Tante Hanna, und beide Männer suchten besorgt in den ihnen völlig unbekannten Räumen nach der Greisin, während Rauch und Hitze immer unerträglicher wurden. Endlich — eS waren allerdings erst wenige Minuten verflossen, aber diese ihnen unendlich lang erschienen — fanden sie die kleine hingestreckte Gestalt anscheinend leblos und trugen sie sorgsam in's Freie, wo sie dieselbe zuerst in die Laube brachten und auf eine Bank niederlegten. Das Gewitter hatte sich verzogen, während die Feuerwehr herangerasselt und die halbe Bevölkerung nachkam, um nach ihrer alten guten Tante Hanna zu sehen. Die Freude war groß und wahrhaft rührend, als man erfuhr, daß sie gerettet worden sei. Aber sie sollte ja todt sein, wie ihre Retter gesagt, dort in der Laube sollte die Gute liegen, welche für Jeden Trost und Rath gehabt. Ein Lichtlein brannte in der Laube, um dem Doktor zu leuchten, während die Flammen in dem Häuschen emporloderten. Arme Tante Hanna, ihr Eigenthum, all' ihr Hab und Gut waren verloren. „Was thut's!" meinten die Leute, „wenn sie nur am Leben bleibt!" Und Tante Hanna blieb am Leben, aber ihr Bewußtsein war gestört. Man brachte sie unter des Arztes Leitung nach dem nächstgelegenen Hause, wo man 239 sie mit Freuden aufnahm, da Hunderte sich dazu drängten, ihr diesen Liebesdienst zu erweisen. „Man sage wir noch, daß keine Dankbarkeit mehr auf Erden zu finden ist," meinte der alte Doktor, „hier haben wir den glänzendsten Gegenbeweis". Er unterließ es nicht, einige Collegen rufen zu lassen, um in ihrem Beisein Hanna's Kopf noch einmal einer gründlichen Untersuchung zu unterziehen und ihre Meinung über die oberhalb der Stirne befindliche schwere Wunde zu vernehmen. Diese ging einstimmig dahin, daß die Greisin, von den Donnerschlägen aufgeweckt, sich erhoben und aus dem Bett gestürzt sei, wobei sie sich an irgend einem scharfen Gegenstände schwer verletzt und die Besinnung verloren habe. Doctor Peters wiegte bei dieser sicheren Voraussetzung zweifelnd den Kopf. „Herr Marbach, der jetzige Besitzer von Rotenhof, hat sie gerettet," sagte er, vorsichtig den verletzten Kops der leise Stöhnenden verbindend, „ich glaube, er ist hier im Hause anwesend, fragen wir doch einmal, wie er die Arme gefunden hat." Marbach war wirklich noch anwesend, weil er das Resultat der ärztlichen Berathung erfahren wollte, um Fräulein Holten in schonender Weise Mittheilung davon zu machen. Er wurde gerufen und erzählte, daß er die alte Dame ausgestreckt, auf dem Rücken liegend, gefunden habe. „Sie müßte sich also, wenn die Wunde von einem Fall herrühren sollte, alsdann noch vollständig auf die andere Seite gekehrt haben," bemerkte der alte Doktor mit Betonung. „Was immerhin leicht möglich gewesen ist," erwiderte ein jüngerer Arzt. Marbach's Freund Warneck, welcher ebenfalls im Zimmer anwesend war, sich aber im Hintergründe gehalten hatte, trat jetzt näher, um einen aufmerksam prüfenden Blick auf Tante Hanna, deren weitgeöffnete Augen verständnißloS vor sich hinstarrten, zu werfen. „Entschuldigen Sie, meine Herren," sagte er bescheiden, „auch ich war dabei und half meinem Freunde die alte Dame mit hinauslootfen. Sah aber, daß der Raum verdammt eng und eine Drehung ein Ding der Unmöglichkeit war. Fand auch draußen im Garten diesen Stock mit bleigefülltem Knopf, einen sogenannten Todtschläger; das Ding ist, wie mir scheint, nicht zufällig dorthin gekommen." Die Aerzte sahen sich erschrocken an und auch Marbach schüttelte erstaunt den Kopf. „Du hast mir kein Wort von diesem Fund gesagt," bemerkte er halblaut. „Weil ich meine eigenen Gedanken darüber noch gegen Niemand laut werden lassen mochte," erwiderte Warneck ruhig. „Es kommt jetzt meiner Meinung nach hauptsächlich darauf an," wandte er sich wieder an die anwesenden Aerzte, „eS festzustellen, ob ein Raub vorliegt." „Das Häuschen ist, glaub' ich, ganz niedergebrannt," sprach Marbach. „Das ist die Frage," meinte Warneck, „ich werde mich sofort darnach umschauen." „Ich möchte Sie begleiten," sprach Dr. Peters halblaut, „vielleicht bleibt einer meiner Herren Collegen hier bei unserer Kranken, bis eine Wärterin zur Stelle ist, da man Tante Hanna hier um jeden Preis behalten will, obgleich ich unsere arme Freundin am liebsten im Krankenhause hätte." Das war auch die Ansicht der Collegen, doch fügte man sich jetzt und verließ das Haus, während der jüngere Arzt zurückblieb. Leider fanden die Herren das Häuschen fast ganz niedergebrannt, doch waren verschiedene halbvcrbrannte Gegenstände gerettet worden, unter anderm auch der alte Sekretär, in welchem sie nach der Behauptung des Malers Reinhardt, welcher sich bei der Rettung einiger Familien-Portrüts, die der Greisin ganz besonders theuer waren, den halben Bart versengt hatte, ihre Werthsachen, Papiere und ihr Geld aufbewahrte. „Gott sei Dank, daß diese Scharteke gerettet worden ist," sagte der Maler, „ihr ganzes Vermögen steckt darin." «Auch ein nettes Sümmchen in Baar, daß sie vor wenigen Tagen von mir empfangen," bemerkte ein Banquier, welcher den Dr. Peters freundlich begrüßte. „Muß diese alte Dame aber beliebt sein!" rief Warneck ganz verblüfft, „alle Welt scheint hier auf der Brandstätte versammelt und um ihr Wohl und Wehe besorgt zu sein." „So ist es auch, mein lieber Herr!" sprach der Maler sehr ernst, „Tante Hanna hat das Kunststück fertig gebracht, in dieser ganzen Stadt und Umgegend keinen einzigen Feind zu besitzen. Arme und Reiche — Junge und Alte hängen an ihr mit gleicher Liebe, und deßhalb wird der Herrgott eS nicht zugeben, daß sie uns in solcher jammervollen Weise genommen wird. Nicht wahr, Doctor, Sie flicken unsere alte Freundin wieder zusammen." «Kann nichts versprechen, müssen es Gott anheimstellen," brummte der Arzt. „Wissen Sie's bestimmt, Reinhardt, daß in dem alten Möbel hier sich ihre Werthsachen befinden?" „Ganz bestimmt, Doctor! — Aha, man will sich davon überzeugen." (Fortsetzung folgt.) --so-*»«-- Zur Weltausstellung iu Antwerpen. Von vr. Joseph SchieSl. - lNachbr»« Verbote».! Wir stehen im Zeichen der Weltausstellungen. Seitdem Paris im Jahre 1867 durch seine Weltausstellung, welche in dem prächtigen Palais de l'Jndustrie abgehalten wurde, das Signal zu den friedlichen Wettkämpfen und Schaustellungen auf dem Gebiete der Industrie gegeben hat, folgen sich die Weltausstellungen in verhältnißmäßig kurzen Zwischenräumen. Sydney, Wien, Chicago und andere Städte glaubten, es ihrer Stellung als Metropolen des Handels und Gewerbes schuldig zu sein, die Errungenschaften auf culturellem Gebiete als das Resultat vereinter menschlicher Anstrengungen in mikrokosmischem Bilde zu sammeln und auszustellen. Ueber den Werth und die Berechtigung solcher Concurrenz-Ausstellungen herrschen verschiedene Ansichten. Die Einen glauben, die Berechtigung hiezu liege eben in ihrem internationalen Charakter, der die durch Sitten und Anschauungen, wi« auch durch die politischen Interessen getrennten Völker auf friedlichem Wege einander näher bringe; andere hinwiederum legen das Hauptgewicht in den Umstand, daß man hier eine Ueberschau halten könne über die Fort- 240 schritte, welche die Menschheit auf gewerblichem Gebiete gemacht habe, und erhoffen sich dadurch einen steigenden Export der Waaren und eine allgemeine Hebung des National- wohlstandes. Während sich so die Einen zu Gunsten solcher Massenausstellungen aussprechen, beklagen es Andere, daß eine jede große Ausstellung eine Menge zweifelhafter Existenzen in das Land ziehe, welche hier ein äugen» blickliches Unterkommen sich zu verschaffen trachten, hernach aber das Proletariat vermehren. Dazu kommt, daß die Ausstellungen sich heutzutage zu schnell wiederholen und, da es unmöglich ist, von Jahr zu Jahr neue hervorragende wirthschaftliche Erfindungen oder wesentliche Verbesserungen an Maschinen, Werkzeugen u. s. w. zu machen, die Ausstellungen, so weit nicht das Arrangement in Betracht kommt, wesentlich einander gleichen. Immerhin bietet jede Ausstellung so viel des Anziehenden und Lehrreichen, daß es sich für denjenigen, der noch niemals so viel Zeit und Geld gehabt hat, um sich all die Herrlichkeiten zu beschauen, welche der Schöpfergeist des Menschen in den verschiedensten Zweigen hervorgebracht, in der That verlohnen dürfte, die nahe Gelegenheit zu ergreifen, welche der heurige Sommer mit der internationalen Antwerpener Ausstellung bietet, zumal ja damit eine kurze Streife durch ganz Belgien mühelos und auch nicht zu theuer verbunden werden kann. «Warum nach Chicago schweifen? Sieh', daS Gute liegt so nah'." Selbstverständlich wird der Reisende, der Belgien besucht, vor allem auch sein Augenmerk auf Brüssel lenken, daS man nicht mit Unrecht „Klein-Paris" nennt, da es mit diesem in der Schönheit der Gebäude und in dem fröhlich-leichtsinnigen Leben, das sich allenthalben zeigt, nicht uneben concurrirt. Wir haben im Folgenden im Sinne, dem Reisenden einige Winke, die beim Besuche Belgiens von Nutzen sein könnten, zu geben, und erhoffen uns den Dank des freundlichen Lesers, zumal wir aus eigener Erfahrung wohl wissen, daß es keinen besseren Schutz für die Frankenstücke in unserer Tasche gibt, als eine einigermaßen gute Bekanntschaft mit den Verhältnissen des Landes und seiner Bewohner. Schon gleich beim Eintritt in Belgien zeigt sich die fremdländische Nationalität im Wechsel des Sprachidioms: das deutsche verschwindet und das französische, bezw. das vlämische und wallonische tritt an seine Stelle. Aus diesem Grunde ist .es für den Fremden, will er sich bequem zurechtfinden und unnölhiges Fragen vermeiden, nützlich, ja fast nothwendig, einige Kenntnisse des Französischen, das ja die Sprache der besseren Leute, der Literatur und des öffentlichen Verkehrs ist, mitzubringen. Zwar findet man auch in den größeren Gasthösen, die auch hier wie sonst überall internationalen Charakter haben, Kellner, welche des Deutschen mächtig sind; allein so bald man auf die Straße tritt und sich nicht der ziemlich kostspieligen Führung eines Commissiounaire anvertrauen will, steht man verlassen da und muß sich manche Genüsse, welche erst durch die Kenntniß der einheimischen Sprache möglich sind, versagen. Was die Gasthöse anbelangt, so ist es für den Deutschen, der an Reinlichkeit gewöhnt ist, wenigstens in Antwerpen nothwendig, sich in einem Hause ersten Ranges einzulogiren, während in Brüssel auch ein Haus zweiten .langes gut bürgerlichen Ansprüchen vollständig genügt. Die Preise sind durchschnittlich etwas höher wie bei uns, doch kann man mit 12—15 Franken täglich gut auskommen und sich dabei noch den Luxus eines Concertes oder Theaterbesuches erlauben. Wer übrigens kleinere Gasthäuser besucht oder doch länger an einem Orte bleibt und, statt in den Hotels theuren Wein zu trinken, in den Tavernes oder Estaminets sich mit Bier begnügt, kann täglich noch Einiges ersparen. Ein bei uns nicht üblicher Gebrauch ist es auch, in den Hotels gleich bei der Auswahl der Zimmer nach dem Preis derselben zu fragen, weshalb sich Niemand scheuen soll, im Interesse seines Geldbeutels sich diese Sitte zu eigen zu machen. Das belgische Volk selbst ist sehr arbeitsam und mäßig, offen und ehrlich, dabei aber von einem Freiheitsdrangs beseelt, der eS allein erklären läßt, wie die Lehren der Socialdemokratie dort so fruchtbaren Boden finden. Besonders zur Zeit der Nationalfeste, welche Mitte Juli jeden Jahres stattfinden, macht sich dieser Emanzipationstaumel in einer Weise bemerkbar, daß es uns „Polizeistockmenschen" unbegreiflich erscheint, wie ruhig die Behörden diesem Treiben zuschauen. So ist es um diese Zeit nichts Außergewöhnliches, wenn Nachts 1 oder 2 Uhr noch Hunderte von Sängern die Straßen Brüssels durchziehen und den müden Schläfern noch die Marseillaise zum Besten geben. Uebrigens ist gerade eigentlich diese Zeit zum Besuche Belgiens zu empfehlen, da die öffentlichen Sammlungen, die Bibliothek, die Ecole des Beaux ArtS u. s. w., die sonst nur gegen Entrse zugänglich sind, zur Zeit der Nationalfeste für Jedermanns Besuch geöffnet sind. Zudem ist in diesen Tagen privilegirter Faulenzerei auch das Treiben auf den Straßen lebhafter. Den ganzen Boulevard de Waterloo, de la Porte de Hal, d'Anderlecht u. s. w. sind Buden von Künstlern und Künstlerinnen aller Art aufgestellt, ein wixtum oorn- xositurn aller vermeintlichen oder verunglückten Größen — ein Münchener Oktoberfest ev §rc>8. Was die Verkehrsverhältnisse anbetrifft, so gibt es in Belgien eine Privatbahngesellschaft, die Sociötö Generale, und die Staatsbahn. Ihre durchschnittliche Fahrgeschwindigkeit ist nicht größer wie bei uns, wohl aber sind die Preise infolge ihrer gegenseitigen Concurrenz billiger als bei uns. So würde die Fahrt auf einer Strecke wie z. B. von Augsburg nach München in Belgien für zweite Classe höchstens 1 Mk. 80 Pfg. kosten, während bei uns die Staatsbahnverwaltung sich nicht scheut, den Geldbeutel um 3—4 Mk. zu erleichtern. Dafür stehen aber die Wagen bedeutend hinter den unseligen zurück. In der zweiten Classe finden wir nur eine ganz dünne, braune Polsterung ohne jegliche Arm- und Kopflehne; ja sogar die sonst allgemein übliche Hängematte für das Gepäck existirt nur in der Phantasie des Passagiers: das Gepäck wandert unter den Sitz. Während die erste Classe ungefähr den Comfort unserer zweiten erreicht, ist die dritte vollends nur zu Volksstudien geeignet. Was uns aber wieder mit diesen prekären Verhältnissen etwas versöhnt, ist der angenehme Gebrauch, nicht von den Schaffnern in die einzelnen Coupes eingewiesen, bezw. eingepfercht zu werden und damit Gefahr zu laufen, eine unangenehme Reisegesellschaft zu erhalten. In Belgien kann sich jeder Reisende selbst sein Plätzchen und seine Gesellschaft suchen, mit der er fahren will; nur muß er auch selber dafür sorgen, daß er zur rechten Zeit wieder aus dem Wagen herauskommt. Der Deutsche, der Belgien betritt, wird, nachdem er sich am schönen Rhein Geist und Herz erquickt, die Route über Köln—Aachen—Verviers wählen, da diese Linie landschaftlich die schönste und anregendste ist. Steile 241 Berge wechseln mit tiefen Thälern, üppig belaubte Felswände mit hübschen Gartenanlagen; hier zeigen industrielle Anlagen vom Gewerbfleiß der Bewohner, dort sieht man wogende Felder und einsame Bauernhöfe. Von Köln bis Lüttich wird der Reisende in der Regel in einer Tour fahren, nachdem er sich noch in Verviers der — human geübten — Zollvisitation unterzogen und in der dortigen Bahnhofrestauration zum Abschied von Deutschland ein Glas Münchener Bier geleistet hat. Nach einer 3- bis 4stündigen Fahrt befinden wir uns in Lüttich. Schon der erste Eindruck, den wir bei der Einfahrt in die Bahnhofhalle gewinnen, ist ein hervorragender. Auf der einen Seite des Bahnhofs erheben sich malerisch waldreiche Hügel, bis oben mit Häusern bedeckt — eine kleine Schweizerlandschaft —, auf der anderen eröffnet sich der Einblick in die Stadt durch die breite Rue des Guillemins. In Bezug auf Schönheit der Lage ist Lüttich allen anderen Städten des Belgierreiches weit überlegen. Ist auch Lüttich eigentlich Fabrikstadt, so sieht man doch innerhalb des Stadtrayons nichts von jenen langen Ungethümen, Fabrikschlote genannt, welche bei uns oft genug nicht blos das Weichbild der Städte verunzieren, sondern Mitten in denselben ihr Rauch und Asche speiendes Haupt erheben. Der schönste Platz in Lüttich ist der unmittelbar an die Bahnhofstraße sich anschließende Square d'Avroy, eine Anlage mit exotischen Bäumen und Pflanzen und hübschen Springbrunnen. In ihrer unmittelbaren Nähe fließt der Hauptarm der Maas, der auf der einen Seite durch den Boulevard Fröre-Orban und auf der anderen durch den zoologischen Garten und den Parc Public eingedämmt wird. An Kirchen ist Lüttich nicht besonders reich; die hervorragendsten sind die St. Paulskirche, welche auch die bischöfliche Cathedrale bildet, sowie die etwas südlicher gelegene St. Jakobskirche, erstere im Jahre 968 durch den Bischof Heraklius, letztere 1016 durch den Bischof Balderich II. gegründet. Ihnen schließt sich noch als besonders sehenswerth die in einfachen, ernsten und doch großartigen Verhältnissen gebaute St. Martinskirche an, welche einige hübsche Glasgemülde aus dem 16. Jahrhundert enthält. Nördlich vom Justizpalaste, einem gothischen, mit Renaissance-Formen vermischten Monumentalbau, erhebt sich, die Stadt mächtig überragend, die weithin sichtbare Citadelle, zu welcher ein bequemer Fußweg in einer kleinen halben Stunde von der Rue Hors-Chäteau hinanführt. Während wir zu unseren Füßen wie auf einem Teppich ausgebreitet die Stadt liegen sehen, erweitert sich unser Blick von da in die gewerbreichen Thäler der Maas, Ourthe und Weser; südlich schweift unser Auge bis zu den Ardennen, nördlich bis zum Petersberg bei Maastricht und in die limburgische Ebene hinein. Eine andere, nicht minder lohnende Aussicht bietet sich von der Höhe des Fort de la Chartreuse aus, zu welchem man die von der Mitte der Stadt ausgehende und der Rue Gretry entlang fahrende Straßenbahn passend benützen kann. Noch empfiehlt sich von Lüttich aus der Besuch des nahe gelegenen Seraing, welches durch das von John Cockerill 1817 gegründete Fabriketablissement einen über Europa hinausgehenden Ruf erlangt hat. Seine Werkstätten bedecken einer Flächenraum von mehr als 100 Hektar und beschäftigen gegen 10,000 Arbeiter, für welche durch ein eigenes Krankenhaus, sowie durch andere humanitäre Einrichtungen, wie Spar- und Pensionskassen, Fabrikschulen usw., zweckdienlich gesorgt ist. (F. f.) Unter den Palmen der Sahara. (Vertrag, gehalten im kath. kaufmännischen Verein „Lätitta" von Theodor Habicher.) —^(Nachdruck »»bot«».) Im letzten Drittel meiner sturmbewegten Dienstzeit wurde mir ein großes Vergnügen zutheil. Es wurden mehrere Officiere, die dem Lnrsau ä'Lrgcha in Am- Sefra zugetheilt sind, bestimmt, einen wissenschaftlichen Ausflug nach der in der Sahara liegenden kleinen Oase „Figuig" zu unternehmen. Zu ihrer Bedeckung erhielten sie mehrere Spahis und Legionäre mit, sämmtliche zu Pferde und bis auf die Zähne bewaffnet. Glücklicherweise fragte man eines schönen Morgens nach einem Volontär, der mit geometrischen Instrumenten umgehen könne und zugleich die Stelle eines Courrier versehen wolle. Ich meldete mich und wurde angenommen. Meine Freude, endlich einmal die Wüste sehen zu können, war natürlich groß. Erst am Ued-Termel gewann ich eine wirkliche Vorstellung von der afrikanischen Wüste. Es würde zu weit führen, wenn ich auch nur annähernd ein Bild von meinen Beobachtungen und Erfahrungen geben wollte, die ich im sehr interessanten Atlasgebirge gemacht habe. Ich übergehe A'i'n-Sefra mit seinen maurischen Ruinen und optischen Telegraphen-Stationen, ebenso die angrenzenden Hochebenen mit ihren Salzseen und die Nomaden mit ihren zahllosen Heerden, um uns mit einemmale an den Djebel-Kegli zu versetzen, von dessen Höhe das Auge zum erstenmale die Wüste erblickt. Wie vor zwei Jahrtausenden die römischen Legionen und vor nunmehr sechs Dezennien die französischen Regimenter unter Führung des Herzogs von Aumale aufschrien: »Das Meer, das Meerl", so erging es auch mir beim ersten überraschenden Anblick von jener Höhe. Der gleiche Ruf erschallte in unserer friedlichen Karawane, und in der That hatte vor uns die Wüste den Anschein des Meeres, in welcher die dunklen Flecken der Oasen als so viele Inseln im weiten Ocean sich darstellten. Diese Inseln der Wüste bieten den Hauptreiz, und zwar lediglich, weil sie Menschen beherbergen. Die Wüste selbst ist großartig, feierlich, bewältigend; im Grunde aber ist sie dem Menschen feindlich. Darum fühlt sich der Reisende, welcher einige Tage lang in derselben herum- gewandert, so gewaltig von jenen Flecken angezogen, wo grünes Laub sich zeigt, wo das Leben sich regt und wo Menschen wohnen. Je schwieriger aber die Lebensverhältnisse sind, je drückender das Klima ist, desto bewunderns- werther erscheint der Mensch, welcher gegen alles anzukämpfen wagt. Unter dem heißen Himmelsstrich der Sahara ist eins vor allem unentbehrlich — Wasser. An das Vorhandensein dieses Elementes ist alles Gedeihen gebunden. Die Dattelpalme zumal ist dessen vor allen übrigen Pflanzen bedürftig. Nach dem arabischen Sprichwort gedeiht die Palme nur, wenn sie ihr Haupt in Feuer und ihren Fuß in Wasser badet. An die Palme knüpft sich die Existenz der Familie, der Gemeinde, des ganzen Stammes. Von dem Ertrage des Pnlmenbaumes, des Bruders des Menschen nach der orientalischen Legende (die Legende der Mohammedaner aus der Wüste über die Erschaffung der Erde ist im Ganzen mit der Erzählung der Bibel übereinstimmend, mit Ausnahme, daß am sechsten Tage Gott nicht allein den Menschen, sondern auch den Dattelbaum schuf, weil derselbe der Bruder des Menschen sein soll), wird das Leben von ganzen Völkerschaften erhalten. Da- 242 her die Sorgfalt, mit welcher die Palme in der Wüste gepflegt wird, daher der große Werth, den man auf gute Bewässerung legt. Im Südwesten von Dschenien-bu-Rezk, am Fuße des Djebel - Kegli, werden ganz einfach die Wasser des Gebirges bei ihrem Austritt aus den Klüften und Schluchten abgefaßt, kanalisirt und soviel Dattelpflanzungen angelegt, als der Bach speisen kann. Im Innern der Wüste geschieht die Bewässerung mittelst artesischer Brunnen oder durch Graben von großen Löchern (Bir) in den den Sand. Der Tourist, der diese Regionen besuchen will, muß. sich mit allem Nöthigen versehen, selbst mit Wasser. Zwar hat die französische Regierung in Ued-Termel mehrere artesische Brunnen graben und um dieselben ein Bordsch oder Fort erbauen lassen, in welchem Reisende unterkommen können. In manchen Bezirken nennt man auch diese befestigten Orte Karawanserai oder Karawanenherberge. Der erste Abschnitt der Sahara, den wir bereisten, war zum Theil steppenartig überwachsen, einförmig für den Reisenden, interessant für den Naturforscher. Die Hauptmasse des Bodens ist zwar aus Sand gebildet, jedoch nicht ganz lose. Die Oberfläche ist mit einer mehrere Centimeter dicken GypSkruste überzogen, die pflasterähnlich zersprungen ist. Trotz seines Gypsüberzuges ist das Wüsten- plateau doch nicht öde. Zwischen den Sprüngen und Rissen jener harten Kruste guckt da und dort eine Pflanze hervor. Meist sieht man nur steifes, ginsterartiges Gebüsch mit hartem Laub, welches nichtsdestoweniger den Kameelen, Schafen und Ziegen willkommen ist. Bisweilen zeigt sich auch zwischen den Steinen jene den Pilgern so willkommene sogenannte „Rose von Jericho", deren Blätter nach der Blüthe zusammenschrumpfen, aber dann wieder mehr oder weniger sich aufthun, wenn man sie in's Wasser stellt. Um die größeren Sträuche, welche den Flugsand aufhalten, bilden sich dann oft Erhebungen bis zu einem Meter Höhe, welche der Zufluchtsort für manche Thiere der Wüste werden. Besonders die Springmäuse, mehrere Eidechsen und vor allem die mit Recht gefürchtete gehörnte Natter halten sich hier auf. Sobald die heiße Jahreszeit zu Ende geht, bedecken sich die alten Flußbette und Vertiefungen, wo die Feuchtigkeit sich länger erhält, mit einem grünen Nasen. Dieser Wintervegetation ziehen nun die Nomaden nach; zu ihr steigen sie alljährlich von den Plateaux des Atlas mit ihren zahllosen Heerden hernieder, um einige Monate lang ihre Zelte dort aufzuschlagen, bis der Frühling sie wieder in'S Gebirge ruft. Auf dem Atlas, wo sie nur den Sommer zubringen, ist es zu kalt, als daß die Leute ohne festen Wohnsitz es dort lauge aushalten könnten. Da wir gerade zu Beginn des Winters dort anlangten, so hatten wir Gelegenheit, die Nomaden mit ihren Kameel-, Schaf- und Ziegenheerden Hinabziehen zu sehen. Meistens sind diese Heerden der Sorge einiger Knaben überlassen, die mit ihren mageren Hunden auf's Gerathewohl dahinziehen, aber selbst im Winter oft weite Strecken zurücklegen müssen, um ihr Vieh zu tränken. Einem solchen Hirtenbuben, der mich lebhaft an die biblische Erzählung von Jakob erinnerte, wie er die Schafe LabanS hütete, begegneten wir eine Tagreise südlich von Ued-Termel. Er kam uns freundlich entgegen und erkundigte sich nach den Neuigkeiten im Gebirge und der Stadt Arn-Sefra und bot uns einen Becher voll Wüstenmilch an, die an Güte und Reichhaltigkeit nichts zu wünschen übrig läßt. Wir gaben ihm als Belohnung für seine Gefälligkeit etwas Tuchan (Tabak), den er mit vielen Dank- gesprächen annahm. Auch an wilden Thieren fehlt eS in der Wüste nicht ganz. Wir sahen häufig ganze Ketten von Kangars, eine besondere Art Rebhühner, vor uns auffliegen. Auch Heerden von Gazellen, die zierlichsten aller Thiere, sahen wir mehrmals in der Ferne verschwinden. Spuren von Straußen begegnet man vielfach; auch sind Stücke von ihren Eierschalen nicht selten. Die größeren Raubthiere hatten sich bereits in ihre Winterquartiere zurückgezogen, so daß wir sie nicht zu Gesicht bekamen. Figuig — das Endziel unserer Reise — ist kein Ort oder eine Stadt nach europäischen Begriffen, sondern eine drei bis vier Stunden im Umfange haltende, sehr fruchtbare Oase mit zehn Ksors, die alle befestigt sind, ferner je von einem Marabut selbständig verwaltet werden und deren Bewohner in Folge ihres streitsüchtigen Charakters fast fortwährend in Feindseligkeiten mit den auswärtigen Ortschaften leben. Obwohl die gegen 25,000 Palmen besitzende Oase keinen regelmäßigen Tribut zahlt, erkennt sie doch die Oberhoheit des Sultans von Marokko namens Muley- Hassan an, und obwohl nur einen guten Tagemarsch von der französisch-algerischen Südwestgrenze gelegen, war es bisher außer dem kühnen Forscher G. Nohlfs, der sie auf einer Forschungsreise 1882 durchzog, nur wenigen Europäern möglich, sie selbst zu besuchen. Das Wasser, welches die unter dem 32° nördlicher Breite und 23° östlicher Länge liegende Oase speist, steigt aus der Tiefe in artesischen Brunnen herauf, wodurch eine besondere Art von Bewässerung und ein eigenthümlicher Palmenbau entsteht. Diese Brunnen bestehen seit uralten Zeiten. Das Graben eines solchen in einem Lande, wo alle technischen Hilfsmittel fehlen, ist kein kleines Unternehmen. Es gibt aber unter den Arabern eine eigene Nasse, die dasselbe gewerbsmäßig betreibt. Kein Wunder also, daß das Brunnengraben in einem solchen Lande und bei einem so abergläubischen Volke mit großer Feierlichkeit begangen wird. Ist nämlich alles bis zur letzten Operation fertig, so steigt der Marabut (eingeborener Priester) hinab, nachdem zuvor viele Beschwörungsformeln und Gebete gemurmelt wurden. Er durchbohrt die leichte Gypsdecke und läßt sich mit aller Geschwindigkeit wieder emporziehen. Das heißt bei den Arabern «den Felsen anschlagen". Das Wasser folgt mit reißender Gewalt, und ein neuer Brunnen ist wieder hergestellt. Der nunmehrige General Negrier ließ bei Sidi- Scheik einen eingefallenen Brunnen von den Spahis und Legionären in zwei Tagen unter Zuhilfenahme zweier Oraner Bohrmaschinen graben. Ein ergiebiger Brunnen sprudelte, 2000 Liter Wasser per Minute gebend, aus dem verlassenen Schacht. Dieses Ereigniß erregte den Jubel der ganzen Oasenbevölkerung und war von ergreifenden Scenen begleitet. Die. Eingeborenen eilten in Menge herbei und stürzten sich über den gesegneten Quell, der aus den dunklen Tiefen der Erde heraufgeholt worden. Die Mütter badeten ihre Kinder darin, der alte Scheik von Stdi-Scheik konnte beim Anblick des Wassers, das seiner Familie und der Oase seiner Väter das Leben wiedergab, seine Rührung nicht bewältigen; er sank auf die Knie, und mit Thränen in den Augen erhob er die Hände zu einem Dankgebet. Durch diese Begünstigung wurde die Ueberlegenheit 243 der Rumi (Europäer) von den Eingeborenen ohne Widerspruch anerkannt. Die Figuiganer und ihre Nachbarn sind echte Berber und als solche weiß- und schwarzhaarig wie die Südeuropäer. Eines jedoch fiel mir auf, nämlich die sehr gestreckte Form ihres Kopfes, es sind wahre Langköpfe. Das Gesicht ist nicht eckig, sondern schmal, die Zähne flehen senkrecht und sind wie bei all diesen Völkern wunderschön und sehr weiß. Ihr Körper ist schlank, sehnig und einer großen Ausdauer fähig. Wunderbar muß namentlich die Ausdauer ihrer Lungen sein, denn so schnell wir auch von Zeit zu Zeit auf ebenem und hartem Boden dahin- sprengten, so sind sie uns doch immer gefolgt und fanden noch Zeit, wenn hin und wieder eine seltene Pflanze sich zeigte, sie für unsere Officiere zu sammeln. Fetten Leuten begegneten wir durchaus nicht, mit Ausnahme einiger Caids, die keine Berber, sondern von echtem arabischem Stamme sind; Manche behaupteten sogar, sie seien vom Stamme der Koreischiten, d. h. Nachkommen des Propheten. Der Kalif, welcher von unserer Ankunft von Dschenien- bu-Rezk aus unterrichtet worden war, kam uns bis Mliha- fiafi entgegen, und zwar in Begleitung von einem halben Dutzend Caids (Bürgermeister), mehreren Kadis oder Richtern und einer Anzahl von Gums (Leibwache). Er trug einen braunen Burnus (Mantel) mit breiten Aufschlägen, auf welchen das Wappen seiner Familie in Gold und Silber gestickt war. Im Gürtel trug er werthvolle Pistolen mit schönen damascirten Verzierungen. An der linken Seite hing vom Sattel ein Pantherfell hernieder, wahrscheinlich eine Trophäe aus seinen jüngeren Jahren. Er ritt ein munteres Füllen, dessen Mähne und Schwanz geschoren waren. Es ist Brauch unter den arabischen Großen, den Pferden während mehrerer Jahre die Mähne zu scheeren, damit sie nachher um so üppiger wachse. So ritten wir eine Zeit lang über die Saudhügel hinweg, bis wir plötzlich hinter einer Düne Figuig, die Hauptstadt und Residenz des Kalifen, mit ihren Hunderten von kleinen Kuppeln vor uns hatten. So oft wir einer ebenen Fläche zwischen zwei Dünenzügen begegneten, wurde dieselbe zu einer Fantasia oder Neiterparade benützt, wobei die Gums Gelegenheit fanden, ihre und ihrer Pferde Ge- schicklichkeit zu zeigen. Als ein besonderes Kunststück gilt eS, sein Gewehr im gestreckten Galopp auf ein bestimmtes Ziel abzufeuern. Als wir uns der die Oase umgebenden zwei Meter hohen, crenelirten und von Thürmen flankirten Wallmauer näherten, klang gerade von den Minarets der mit dem Halbmonde geschmückten Moschee der Ruf zum Gebete. Die einfache Melodie des „^.IlaUu airdarl«, d. i. „Gott ist groß", welche wir im Norden des 390,000 Quadrat- Kilometer Flächeninhalt betragenden Reiches Algier so oft gleichgiltig angehört hatten, erfüllte uns hier unter den Palmen der Sahara mit tiefer Andacht. Sobald dieser Ton erschallt, steht wie durch Zauberei, das geschäftige Treiben des islamitischen Orients und Occidents still. Jedermann wendet sich nach Osten, um sein Gebet zu sprechen, und bleibt, bis dasselbe beendet ist, theilnahms- los für Alles, was um ihn her geschieht. Als der Ruf zum Gebete erklang, wollte eine große Karawane gerade In das Thor von Figuig einziehen. Kaum hatte der Führer derselben den ersten Ton des Gebetsrufers - Muezzin genannt — vernommen, als er von seinem Rosse sprang und sich behend nach Osten wandte. Alle seine Reisegefährten folgten seinem Beispiele, um nach vollendeter Andacht ihre Kameele von Neuem zu besteigen und jauchzend in die Oase einzuziehen. (Schluß folgt.) -«. e s - - Die „Donauregulierung am Eisernen Thor", welche in den letzten Tagen wiederholt erwähnt wurde, bezweckte die Herstellung von Schifffahrtskanälen in den Felsenbänken, welche innerhalb der etwa 120 Kilometer langen Klissura, also der Donaustrecke von Alt-Moldowa bis zum Eisernen Thor, 7 Klmtr. unterhalb Orsova, in verschiedenen Gruppen die Donau quer durchsetzen und dadurch die sogenannten „Donaukatarakte" hervorgerufen haben. Diese Felsenbänke treten bei niedrigem Wasserstand theils bis zur Oberfläche des Wassers, theils sogar über dieselbe hinaus. Die tieferen Rinnsale zwischen ihnen dienten als Fahrstraße, doch war eL immer gefahrvoll, hindurchzukommen, bei Niedrigwasser aber gar nicht möglich. Die großartigste der Felsenbänke bildet das geschichtlich denkwürdige Eiserne Thor unterhalb Orsova und gleichzeitig eine SchifffahrtSgrenze, da unterhalb der Strom von Turn-Severin bis zum Schwarzen Meere für tiefgehende Schiffe frei ist. Der großartig gewachsene Seeverkehr bis Galatz und Braila, bis wohin Seeschiffe mit sieben Meter Tiefgang gelangen, machte eS wünschenswerth, auch Ungarn an diesen Seeverkehr anzuschließen, was nur nach Beseitigung der SchifffahrtS- htndernisse in der Donau erreichbar war. Diese Erwägungen veranlaßten den früh verstorbenen ungarischen Handelsminister Baross de Beluß, d'e Donauregulirung auf Kosten der ungarischen Regierung ins Werk zu setzen, als deren geistiger Urheber er anzusehen ist. Die technische Ausführung übernahm die Maschinenfabrik G. Luther in Braunschweig durch ihren Inhaber Herrn H. Luther. Eine eingehende Beschreibung mit zahlreichen Abbildungen enthält die Wochenschrift „Prometheus", welcher auch die nachstehenden Angaben entnommen sind. Die Donauregulirung umfaßte das Aussprengen von Schifffahrtskanälen unter Wasser bet Stenka, Kozla-Dojke, Jzlas-Tachtalia und Jucz, sie sollten 60 Meter Sohlen- breite und 2 Meter Tiefe unter Null des Pegels von Orsova erhalten. Unterhalb Tachtalia war ferner von der in die Donau vorspringenden Bergnase des Greben eine Strecke, etwa 400 000 Kubikmeter Felsen ausmachend, abzusprengen und unterhalb desselben ein etwa 7 Kilo- meter langer Steindamm in der Donau zur Verengung des Flußbettes und Aufstauung des Wasserspiegels anzuschütten. Die großartigste und schwierigste Aufgabe erwuchs am Eisernen Thor. Dort sollte am südlichen Ufer der Donau ein Kanal von 80 Meter Sohlenbreite und 2 Meter Tiefe durch das Felsengewirre im Strombett hergestellt werden; dazu waren Seitendämme von zusammen etwa fünf Kilometer Länge anzuschütten, von denen der im Strome liegende Damm 6, der am Ufer liegende 4 Meter Kronenbreite erhalten sollte. Dadurch, daß man diese Dämme zuerst herstellte und aus dem durch sie eingeschlossenen Becken das Wasser auspumpte, konnte hier das Ausbrechen des Gesteins zu Tage, also nicht unter Wasser ausgeführt werden. Im Laufe der Arbeit selbst aber wuchsen die Pläne, als sich am unerwartet schnellen Fortschreiten derselben der Blick über die Tragweite des Unternehmens erweiterte 244 Noch bevor der Kanal am Eisernen Thor vollendet war, wurde seine Vertiefung um 1 Meter angeordnet und später auch Auftrag ertheilt, eine Fortsetzung desselben in gleicher Breite und Tiefe bis Orsova herzustellen, so daß also die hier an die Donau herantretende ungarische Eisenbahn an den erweiterten Schiffsverkehr für tiefer» gehende Schiffe mit den Seehäfen der unteren Donau angeschlossen ist. Der Kanal am Eisernen Thor allein machte das Ausbrechen von 107 000 Kubikmeter Felsen nothwendig, die andern Kanüle, mit Ausschluß desjenigen, der Orsova mit dem Eisernen Thor verbindet, erfordern das Sprengen unter Wasser und Herausschaffen von etwa 450 000 Kubikmeter Felsen; die Dammschüttungen aber verschlingen 1 400 000 Kubikmeter Steine. Diese Riesenarbeit fand ihre feierliche Eröffnung am 16. September 1890 und soll vertragsmäßig am 31. Dezember 1895 beendet sein. Wenn man bedenkt, daß die Stromgeschwindigkeit an den Stellen, an denen die Sprengungen auszuführen sind, bis zu 4,5 Meter in der Sekunde beträgt und daß das Wasser der Donau oft in wenigen Tagen um 2, in wenigen Wochen sogar um 5 Meter steigt, so daß zeitweise Sprengungen bei 7 Meter Wassertiefe auszuführen waren, und daß unter diesen außerordentlich schwierigen Verhältnissen, unter denen bisher noch nie Sprengungen ausgeführt wurden, alle bis dahin gebräuchlichen Maschinen zum Herstellen der Bohrlöcher versagten, so wird man den Leistungen des Herrn Luther die höchste Anerkennung zollen müssen. Er mußte neue Maschinen erfinden und bauen. Die im Nheinstrom unterhalb Bingen arbeitenden sogenannten Taucherschiffe waren, abgesehen von ihrer zu geringen Leistungsfähigkeit, in der Donau unverwendbar. Und Herr Luther löste diese Aufgabe! Aber welch zähe Ausdauer, wie viel technisches Geschick und was für Nerven von Stahl gehörten dazu, um gegen alle die sich aufthürmenden Schwierigkeiten anzukämpfen und sie glücklich zu überwinden. Davon nur einige Beispiele: Zum Abspalten flacher Gesteinsschichten von der Flußsohle dient ein Fallmeißel von 200 Zentner Gewicht, der nach Art eines Rammbären gehoben wird und aus 8 Meter Höhe herabfällt. Die ersten dieser aus Schottland bezogenen Meißel zerbrachen nach 80 bis 100 Schlägen in ihrer Längenmitte; damit waren nicht nur 6000 M. verloren, es dauerte auch Wochen, bevor ein Ersatzmeißel ankam. Dieses Zerbrechen wiederholte sich bei mehreren Meißeln von tadelloser Beschaffenheit. Wo lag die Ursache des frühzeitigen Zerbrechens, wie war ihr abzuhelfen? Heute verwendet Herr Luther Meißel, die 120 000 Schläge aushalten! Wie sie hergestellt werden, ist sein Geheimniß, nur so viel wissen wir, daß sie in Deutschland gefertigt werden. Eine andere Schwierigkeit bot die Herstellung eines elektrischen Zünders zum Entzünden der Dynamitsprengladungen in den Bohrlöchern unter Wasser. Es war geboten, die sofort nach ihrer Herstellung geladenen Bohrlöcher gruppenweise zu sprengen, was zuweilen erst nach mehreren Tagen, geschehen kann. Die Zünder müssen also unter einem Wasserdruck von 7 Meter 5 Tage lang ihre Zündfähigkeit unbedingt behalten. Denn nicht entzündete Minen können später beim Herausheben des Gesteins durch die Bagger durch ihre nachträgliche Explosion viel Unheil anrichten, wie es leider auch vorgekommen ist. Einen solchen Zünder aber gab es nicht, nnd als es auch der österreichischen Genietruppe nicht gelang, ihn herzustellen, hat sich Herr Luther daran gemacht und — erreicht, was er wollte. Erwähnt sei noch, daß beim Absprengen des Greben die Minen mit 12000 Kilogramm Dynamit geladen werden. Doch genug. Das Riesenwerk ist jetzt so weit gediehen, daß der Kanal am Eisernen Thor dem Verkehr übergeben werden kann, sobald das Oeffnen seiner Sperr- dämme angeordnet wird. Dann strömen die Fluthen der Donau dahin über ein Bett, das Tausende fleißiger Hände gegraben und auf dem nach menschlichem Ermessen nie wieder eines Menschen Fuß wandeln wird. WaS einst die Römer planten und nicht auszuführen vermochten, das haben deutsche Hände in kurzer Spanne Zeit zur That gemacht. Aus allen Ländern der Welt kommen heut die Techniker zum Eisernen Thor, um die dort thätigen Maschinen und ihre Arbeit zu studiren: denn hier geht Alles ins Riesenhafte, wie es noch nie und nirgend gesehen, sowohl die Maschinen, wie ihre Leistungen. Heben doch die Bagger in achtzehn Arbeitsstunden (in der Dunkelheit wird bei elektrischem Licht gearbeitet, das jedes Spreng- und Baggerschiff sich selbst erzeugt) 300 bis 400 Kubikmeter zersprengten Gesteins von dem Strombett herauf. Die heimkehrenden Techniker aber berichten von einer Großthat deutscher Geisteskraft und deutschen Fleißes. --- GoL-KSrner. Oft noch mit Schnee im Angesicht, Blicken schon Blumen in's Tageslicht, Alan meint, es wären dw groben Arten, Aber die duftigen sind's, die zarten. Der liebt viel nicht, der es spricht, Viel nur liebt, wer viel erduldet; Liebe, die dcS Lcid's gebricht, Noch der Liebe Thaten schuldet. I. Fastenrath. --SSMSS-.--— Schachaufgabe. Von H. v. Gottschall. Schwarz. ^ L v v L ^ o 'S Weiß. Weiß zieht an und setzt mit dem 3. Zuge matt. Auflösung des KönigSzugeS in Nr. 30: Zweifel und Mißtrauen morden die Liebe. --