33 . 1894 . „Nugsburger Postzeitung". Dinstag, den 24. April Für die Redaction verantwortlich: Philipp Frick in Augsburg. Druck und Verlag des Literarischen Instituts von Haas Grabherr in Augsburg (Vorbesttzer vr. Max Huttler). Tante Kanna's Geheimniß. Original-Roman von E. von Linden. (Fortsetzung.) Wirklich näherten sich jetzt einige höhere Gerichtsund Polizeibeamte, welche eifrig mit Marbach und Warneck sprachen. Schutzleute mußten die Menge zum Verlassen des Gartens auffordern, das auch ohne Widerspruch geschah. Nun erst wollte man, da es mittlerweile tagte, an die Oeffnung des Möbels gehen. „Der Secretär ist offen!" rief der Polizei-Com- missar, welcher mit einem seiner eigenen Schlüssel pro- birte. Man blickte sich betreten an, worauf der Beamte den Inhalt des Möbels zu prüfen begann. „Nr. 1 Schmuckstücke, welche nur als Andenken einen Werth zu haben scheinen," sagte er, einige Gegenstände kleinen Fächern entnehmend. „Sonst dergleichen, wie es scheint, nicht vorhanden. „Das ist undenkbar, Herr Kommissar!" rief der alte Maler erregt. „Sie wissen, ich gehöre zu ihrem intimen Freundeskreise und habe häufig genug einen Blick in dieses Möbel hineinwerfen dürfen. Tante Hanna besitzt seltene Schmuckstücke, deren Diamanten- Werth ein kleines Vermögen bildet und die sie längst, wie sie mir oft gesagt, veräußert hätte, um unterschiedliche Thränen mit dem Gelde zu trocknen, wenn sie nicht edle Herzen, die sie ohne ihr besonderes Verdienst dadurch hätten ehren und auszeichnen wollen, zu tief verletzen und kränken würde. — Suchen Sie nur genau nach, es muß sich jedenfalls noch finden. Marien Sie, Herr Kommissar, jetzt bin ich orientirt, in diesem großen Schubkasten hier rechts unten müssen die Werthsachen liegen." Der Beamte zog den bezeichneten Kasten auf, er war bis auf ein alterthümliches Armband mit Rubinen und einige Ringe, welche darin umherlagen, völlig leer. „Der Teufel auch!" rief Reinhardt bestürzt, „das sieht ja genau nach einem Raub aus, da die ordnungsliebende Tante Hanna dergleichen Dinge nicht so wüst umherliegen ließ." „Ich fürchte jetzt selber, daß die Geschichte darnach aussieht," sagte der Kommissar, die Gerichtsherren anblickend, welche ebenfalls sehr bestürzt zu sein schienen und ihn erregt aufforderten, die Untersuchung fortzusetzen, während der Amerikaner suchend durch den Garten schritt. „Hier links befanden sich ihre Werthpapiere, dort oben ihr baares Geld," fuhr Reinhardt hastig fort. Die Werthpapiere waren vollständig vorhanden, das baare Geld war verschwunden. Tiefe Stille herrschte unter den Anwesenden, während der Kommissar noch sämmtliche Behälter untersuchte, und auch das kleinste Fach nicht vergaß. — Es fand sich in der That nichts weiter vor. „Nun, meine Herren?" fragte Warneck, welcher seinen Rundgang durch den Garten vollendet hatte und nun hinzutrat, erwartungsvoll. „Es liegt hier offenbar ein Raub vor," sprach der Kommissar mit fester Stimme. „Somit ein Raubmord!" ergänzte Warneck bestimmt. Alle blickten ihn entsetzt, ja sogar mißtrauisch an. „Dieser Herr wird recht behalten," nahm Doctor Peters jetzt das Wort, „ich selber war über die Natur der schweren Verwundung in Zweifel, — nun bin ich überzeugt. Die Unglückliche wird von dem Gewitter geweckt und von dem Diebe, als sie sich im Schreck bemerklich gemacht, mit jenem Todtschläger ermordet worden sein. Vielleicht wird der Unhold niemals entdeckt werden, da ich leider Gottes befürchten muß, daß Tante Hanna wohl am Leben, aber geistig todt bleiben wird." „Oh, das wäre ja gräßlich!" rief der alte Maler, die Hand über die Augen legend, um die hervorquellenden Thränen zu verbergen. „Da nun nicht anzunehmen ist, daß die Greisin den Mörder in der Nacht gesehen hat," bemerkte der Kommissar, „so kann uns nach dieser Seite hin ihr Zustand nicht weiter beirren. Ich möchte die Herren nur um strengste Geheimhaltung des hier Verhandelten bitten, weil dies das Gelingen aller in der Sache nothwendigen Schritte bedingt. Kann ich auf Ihr Ehrenwort rechnen?" Die beiden Freunde, sowie Reinhardt und der Arzt versprachen es mit Handschlag und Wort, während die Herren Vom Gerichte zum „Bau" gehörten, wie der Maler mit einem gewaltsamen Anlauf zu seinem gewohnten Humor bemerkte. Das alte Möbel wurde, nachdem es so gut als möglich geschlossen worden, durch herbeigerufene Feuerwehrmänner nach der Polizei geschafft, ebenso die anderen geretteten Sachen, um kein vorlautes Gerede zu veranlassen. Dann begaben sich die Herren in sehr ernster Stimmung nach Hause, die beiden Freunde aber nach . dem Gasthof, wohin sie ihre Pferde wieder zurückgeschickt hatten, um nach einem Imbiß eiligst nach Noten- hof zurückzukehren. — Am nächsten Morgen ritt Marbach nach Edenheim, um Armgard Holten von dem schrecklichen Ereigniß der letzten Nacht so schonend als möglich in Kenntniß zu setzen. Das junge Mädchen hörte ihm wie erstarrt zu, obwohl sie das Unglück nur dem verhängnißvollcn Blitzstrahl, nicht aber einem Verbrechen zuschrieb, da sie von vem Verdacht eines solchen keine Ahnung hatte. Allerdings hatte der Blitz ja das Häuschen eingeschert, doch die alte Dame keineswegs getroffen, da auch nicht die geringste Spur des elektrischen Funkens an ihr zu entdecken gewesen war. „Oh, hätte ich die gute Tante Hanna doch überredet, gleich hier zu bleiben," klagte Armgard, in Thränen ausbrcchend, „wie furchtbar lastet dieses Versäumniß auf mir." „Ich bitte Sie aufrichtig, mein gnädiges Fräulein, sich doch keiner unnützen und völlig unverdienten Selbstquälerei hinzugeben," tröstete Marbach die Fassungslose. „Ja, ich bin, wenn anders meine Menschenkenntnis; mich nicht im Stich läßt, davon übGzcugt, daß die alte Dame ihrem Entschluß, heimzukehren, ebenfalls treu geblieben wäre, und sich nicht von Ihnen zum Bleiben Hütte überreden lassen." „Sie mögen recht haben, Herr Marbach," erwiderte Armgard nach einer kleinen Pause, ihre Thränen trocknend, „und die Gute lebt ja auch noch, wir dürfen also trotz ihres hohen Alters die Hoffnung noch immer festhalten. — Die Aerzte geben sie doch noch nicht auf?" „O nein, sie hoffen sie am Leben zu erhalten, fürchten aber eine dauernde Geistesschwäche." „Das wäre entsetzlich und schlimmer noch als der TodI" rief Armgard zusammenschauernd, „die Aermste, sie befindet sich doch in guten Händen?" „In den besten, wie der Arzt versichert, meine Gnädige. — Man scheint in der Liebe und Treue um diese alte Dame buchstäblich zu wetteifern, alle Häuser und Herzen sind geöffnet. Ein beneidenswerther Lebensabend !" „Allerdings," stimuue Armgard bei, „nur wenige Auserwählte hienieden dürfen sich eines solchen Lebensabends rühmen, der jedoch auch ein so vollständig verdienter ist. Tante Hanna ist eine alte Jungfer, aber sie giebt uns das leuchtende Beispiel der Selbstlosigkeit und Hingebung, wie Gattin und Mutter beides nicht erhabener bewahrheiten können. Ihre Familie umfaßt diese ganze Gegend, und Sie dürfen überzeugt sein, daß sowohl in jedem Palaste wie in jeder Hütte die Klage um Tante Hanna eine ebenso allgemeine als aufrichtige sein wird. Wenn irgend eine auf der Welt das gehässige Vorurtheil gegen den sogenannten Altjuugfern- stand bannen müßte, dann dürfte es unsere Tante Hanna sein." Marbach erhob sich jetzt, um sich zu empfehlen. „Ich fahre nach der Stadt," sagte er, „und werde mich zugleich nach dem Befinden Ihrer alten Freundin erkundigen, mein gnädiges Fräulein l — Wenn Sie es wünschen —" „Ich wünsche noch eins, was mir unklar geblieben, zu wissen, Herr MarbachI" unterbrach ihn Armgard hastig, „wie hat man Tante Hanna gefunden und wer hat sie gerettet?" Der junge Mann erröthete wie ein Schulknabe und blickte verlegen vor sich hin. „Mein Freund Warneck und ich," begann er endlich zögernd, „ritten gestern Nachmittag nach der Stadt, wo wir uns im Kreise alter und neuer Freunde verspäteten. Als wir nach Mitternacht heimkehrten, schlug gerade vor uns der Blitz in jenes Häuschen ein, das mir bereits durch meinen Freund Reinhardt .bekannt geworden. Ungewiß, ob die alte Dame bei Ihnen, mein gnädiges Fräulein, sich noch befinde oder bereits zurückgekehrt und alsdann in Gefahr sei, zu verbrennen, drangen wir in's Haus und fanden sie endlich bewußtlos vor ihrem Bette liegen. Ihre Rettung war für uns weder mit großer Mühe noch Gefahr verbunden, Gott sei Dank waren auch bald Aerzte zur Stelle, welche sie in ihre Obhut nahmen." „Sie haben also die Gute gerettet!" rief Armgard, ihm tiefbewegt beide Hände entgegenstreckend, welche er verwirrt ergriff und an seine Lippen führte. „Und sie sagten mir kein Wort davon, wollten sich meinem Dank entziehen. Diese That wird Ihnen unvergessen bleiben." „Sie überschätzen dieselbe, meine Gnädige!" wehrte Marbach fast ängstlich ab. „Verdient die einfachste Menschenpflicht einen solchen Dank? Gott gebe nur, daß es den Aerzten gelingen möge, ihr geistiges Leben zu retten, denn sonst wäre meine That allzu gering und besser unterblieben." „Hoffen wir es, Herr Marbach," sagte Armgard wehmüthig. „Doch — sagten Sie nicht vorhin, daß Sie nach der Stadt fahren?" „Ja, mein gnädiges Fräulein." „Haben Sie einen Platz für mich übrig?" „Ich fahre selber, benutze den Vordersitz meines kleinen Jagdwagens, wenn Sie sich mir anvertrauen wollen?" „Gewiß, ich bin Ihnen dankbar dafür, Herr Marbach. Ich möchte zu Tante Hanna, man wird mich doch zu ihr lassen?" „Oh sicherlich. — Sie erlauben, daß ich vorfahren lasse?" „Ich bin in fünf Minuten zu DienstenI" Mamsell Evers gerieth ganz außer sich, als Armgard ihr die Mittheilung über Tante Hanna machte. „Und nun wollen Sie auch fort, Fräulein I" schluchzte sie, „und mich arme Kreatur mit meinem Schmerz und dem amerikanischen Ding allein lassen!" Armgard schrak zusammen, da sie über das schreckliche Ereignis; die kranke Lotta vergessen hatte. „Ich bringe eine Wärterin aus der Stadt mit, liebe Evers," beruhigte sie die aufgeregte Mamsell. „Kann die Kleine doch nicht auf die Straße setzen. Es ist eine unangenehme Geschichte mit diesem Kinde, man kann aus dem Zustande desselben nicht recht klug werden." „Ja, es ist ein kluges Ding," zeterte die Evers, „das man sich nicht rasch genug vom Halse schaffen kann. Na, Fräulein, bleiben Sie nur nicht zu lange weg, Herr Marbach wartet unten schon auf Sie." Die Mamsell schaute den Davonfahrenden eine Weile nach und nickte dann energisch vor sich hin, wobei sie mit der Rechten nach ihrer Gewohnheit eine weg- 247 werfende Bewegung machte, welche diesmal Herrn Julius Steindorf und seiner Lotta galt. Der kleine elegante Jagdwagen von Rotenhof erregte seiner beiden Insassen halber eine Art Aufsehen in der Stadt, besonders unter der gebildeten Bevölkerung. Man blickte verdutzt hin und zog den Hut, die Damen grüßten und steckten die Köpfe zusammen, während in Armgard's Augen eine stille Genugthuung aufleuchtete. Diese Fahrt mußte unbedingt jenes ärgerliche Gerücht, das sie und Julius Steindorf zusammen nannte, mit einem Schlage verstummen lassen. Lieber mochte man an eine Verbindung mit Mcnbach glauben, eine solche konnte sie wenigstens nicht in ihren eigenen Augen erniedrigen. Mochte der kluge Herr Julius sie auch durch die' aufgezwungene Pflege seines Töchterleins zu compromittiren und dadurch an sich zu ketten suchen, so entwand sie ihm doch in dieser Stunde einen Haupttrumpf, indem sie der öffentlichen Meinung ein neues Räthsel aufgab. Sie fuhren an der Brandstätte vorüber, wo nur schwarze Mauerreste noch emporragten. Gestern noch bot das allerliebste Häuschen ein trauliches Heim stiller Zufriedenheit, selbstgenügsamenGlücks, unter dessem Dache unzähligen Hülfsbedürftigen aller Klassen Rath, Trost und Hülfe gespendet worden war. TanteHanna's frischer und fröhlicher Geist war um- nachtet, vielleicht gar — entsetzlicher Gedanke — zum Blödsinn verurtheilt, ihr Heim vernichtet, während ihre geliebten Rosen abgebrochen und zertreten auf dem Erdboden lagen, ein Bild trostloserZerstörung, welche das Unheil dieser Nacht verschuldet. Ueber Armgard's Wangen tropften Thränen bei diesem grauenvollen Anblick. „ Soll ich Sie gleich zu der Kranken fahren, gnädiges Fräulein?" fragte Marbach endlich leise. „Nein, wenn ich bitten darf, zuerst zu meinem alten Hausarzt, Dr. Peters, der an der neuen Promenade wohnt." Es lag ihr daran, gesehen zu werden. Der Arzt war nicht mehr daheim, sie blieb deßhalb bei der alten Frau Doctorin, mit welcher sie zusammen Tante Hanna besuchen wollte, und bat Marbach, sie hier, wenn er heimfahren wollte, wieder abzuholen, was derselbe mit sichtlicher Freude versprach. „In zwei Stunden etwa?" fragte er, und Armgard nickte zustimmend. Die alte Frau Doctorin, welche mit ihrer verstorbenen Mutter einst sehr befreundet gewesen, blickte ihr forschend in die Augen und meinte dann, daß der junge Besitzer von Rotenhof einen sehr guten Eindruck mache und sicherlich eine vielumworbene Partie sein werde, wozu Armgard ein nachdenkliches Gesicht machte, ihn lobte und sehr zerstreut schien, was die alte Dame, welche Armgard besonders lieb hatte, mit sichtlicher Befriedigung zu bemerken schien. Dann aber drehte sich die Unterhaltung einzig um Professor vr. F. F. v. Funk. die arme Tante Hanna, und Armgard bedauerte es, daß der Doctor sie nicht selber in sein Haus genommen, wo die Gute doch jedenfalls am besten aufgehoben gewesen sei. „Er hat's ja wollen, meine Beste!" rief die Doctorin, und auch ich hätt's so gern gesehen, aber es war nicht möglich, Ruhmnnn's, zu denen man sie in der Eile zunächst geschafft, dazu zu bestimmen. Sie ist ja auch dort gut aufgehoben, es hätte Tante Hanna eben ein Jeder gern genommen." Unter diesem Gespräch hatte sich die alte Dame, da Armgard jede Erfrischung ganz energisch sich verbeten, zum Ausgehen gerüstet, worauf Beide das Haus verließen. Sie wurden, bis sie zu ihrer Kranken gelangten, noch vielfach durch Bekannte aufgehalten, erreichten aber doch endlich das Nuhmann'sche Haus und standen nach wenigen Minuten am Bett der Unglücklichen, welche in ihrer Unbe- weglichkeit, ihrer starren Apathie schon mehr einer Leiche glich. Ihr Gesicht war so weiß wie die Binde, welche um ihre Stirn gelegt war, und die weitgeöffneten Augen blickten mit blödem Ausdruck in's Leere. „O, das ist entsetzlich!" flüsterte Armgard, faffungs-los in Thränen ausbrechend, „und keine Hoffnung auf eine Aenderung dieses Zustandes, der schlimmer ist als der Tod?" „Keine als durch ein göttliches Wunder, mein liebesFräulein," sprach der Doctor, welcher leise eingetreten war. „Glauben Sie mir," fuhr er flüsternd fort, „daß ich nur mit Widerstreben auf ihre leibliche Genesung hoffe, weil der Tod hier in der That eine Wohlthat wäre." „Und was kann die Ursache dieser Geisteslähmung sein, lieber Doctor?" fragte Armgard, sich gewaltsam fassend. „Unzweifelhaft eine tieferliegende Verletzung des Gehirns, welche sozusagen die directe Leitung der seeli- schenThätigkeit unterbrochen hat. Wir vermochten die Ursache, ohne das Leben der Kranken zu gefährden, nicht anders festzustellen, als durch die Wirkung, welche nur darauf zurückzuführen ist." Armgard beugte sich über Tante Hanna, sah ihr in die Augen und nannte mit zärtlichem Tone ihren Namen. Doch nicht der leiseste Ausdruck oder die kleinste Regung deutete auf ein Empfinden oder Erkennen hin; das Leben pulsirte noch in diesem Körper, weiter nichts. Das junge Mädchen küßte sie zärtlich und verließ dann schweigend mit der alten Doctorin das Krankenzimmer. Der Arzt folgte ihnen. (Fortsetzung folgt.) -i- Goldkörncr. Die Tugend ist die Mutter des Glücks; wer die Tochter haben will, halte es mir der Mutter. WM MZ» ^ M MW WMH/Ä TM MÄ/L W*-..'< .!-.>!-! WW WLÄ >S-!-- -^-r^ WW^>' WE «MM WW ^2 rr » >6 <2 rr 7? ^ r: r- -2 «-» n s c- Lv « ^-. G Z- 2 >s ^ L sr >b r-> S ^ r: -- rr o ^) --» ^> L>KAAi-26-ö?O sM^- V- o <->-> « ^c> >i< ^ >ro G ^ L. *Z .5 Z ^-RKT^Nt^NN' WM d«WW! ^ Ew« -Ä! ZM DMI 7^/'^ MMW . ,»s <"°sSD:'j ^rSMDWÄH^U --M ^WK! 250 Kloster Wald. (Mit Bild.) O Wenn der Wanderer das freundliche mittlere Günz- oder Jllerthal durchwandert, erblickt er in der Nähe von Memmingen auf ziemlich hoher Lage das schöne Kloster und Erziehungs - Institut Kloster Wald — ^ Stunde nördlich von dem ehemals hochberühmten Benediktiner- Kloster Ottobeuren, 1J/z Stunden östlich von der Stadt Memmingen gelegen. Kloster Wald wird wohl mit Recht ein „Sion" genannt; es bildet das Klostergebäude ein für sich abgeschlossenes Viereck; seine Lage ist eine prachtvolle zu nennen. Jsolirt thront das Kloster auf dem Berge, an dessen Fuß die westliche Günz durch üppige Wiesen und Felder sich schlängest; in geringer Entfernung ist es gegen Norden, Osten und Süden von schönen Fichten-, Birken- und Buchenwäldern umsäumt; gegen Westenaberist freie Aussicht; in letzteren Jahren eröffnete die Axt des Waldmanncs auch die fernste Aussicht in das Günzthal. Eine wahrhaft entzückende Fernsicht ist namentlich am Morgen: gegen Süden bildet den Hintergrund eine lange Kette der Allgäuer und Tiroler Alpen, gegen Norden reiht sich im östlichen Günzthal Dorf an Dorf mit dem alten Nömer- thurme zuSchönegg und mit dem Schlosse des Fürsten Fugger zu Babenhansen; gegen Westen erblickt dasAuge eine große Menge von Ortschaften, Weilern und Einöden des Jllcr- thales mit den Schlössern Kronburg, Zeil, Eroldsheim und Eisenburg. Den Hintergrund dieses schönen Panoramas bilden die württcmbergischen Bergesrcihen, aus deren bewaldeten Höhen freundliche Kirchen mit ihren Thürmen und Ortschaften hervorschauen und bei schöner Morgenbeleuchtung ihre schimmernden Fenster gleichsam als Morgengrüße zu uns herübersenden. Kein Wunder also, wenn in Kloster Wald, diesem herrlichen Sion, wo ein kleiner Theil des Himmels sich auf die Erde herabgelassen zu haben scheint, — das Herz so leicht zu Gott sich erhebt. Fern vorn Gewühle der geräuschvollen Welt, hoch erhoben in stiller Einsamkeit fühlt sich das Gemüth, das für Naturschönheiten ein wenig noch empfänglich ist, ganz in gehobener Stimmung zum Lobe Gottes. Die Geschichte von Kloster Wald ist schon ziemlich alt. Zum Entstehen deS F-rauenklosters Wald war im Jahre 1681 die erste Anstalt getroffen. Maria Mahr, eine fromme Jungfrau vom nahegelegenen Westerheim, hatte sich mit einer kleinen Gesellschaft ihres Geschlechtes durch eine einfache Verlobung zu einem vollkommenen Leben verbunden, und hegte die Absicht, wenn es thunlich wäre, die Anfängerin eines kleinen F-rauenklosters unter der Regel des hl. Benedikt in dieser Gegend zu werden. Das nahe Benediktiner- Neichsstift Ottobeuren willfuhr ihrem frommen Wunsche, und da sie zu „Wald", nicht weit von der uralten St. Max-Kapelle, zu ihrem neuen Ordenshause den Platz wählte, so war an sie das daselbst gelegene Haus sammt Zugehör — es war das Haus, das ehedem ein Waldbruder oder Eremite bewohnte, an einem kleinen Weiher gelegen — als frei, ledig und unbesteuerbar nicht nur für 1000 Gulden erlassen, sondern man verringerte nachmals den Kaufschilling sogar um 150 Gulden nnd behielt sich bloß das Recht vor, wenn die fromme Stiftungsabsicht nicht sollte durchgesetzt werden, gegen Hinausgabe des be- mcldeten Kaufschillings Alles wieder an sich zu ziehen. Es sammelten sich nun bei der neuen Stifterin Maria Mahr so viele Liebhaberinnen des von der Welt abgesonderten geistlichen Lebens, daß das neu angekaufte Häuschen bei der St. Max-Kapelle dieselben kaum mehr faßte. Man entschloß sich, an dem.nämltchen Platze eine geräumigere Wohnung zu errichten — im Jahre 1684, zu welchem Ende der damalige Prior in Ottobeuren, k. Albert Kretz, die armen Jungfrauen mit einem Sammlungsoder Bittschreiben um freiwillige Beitrüge an wohlthätige Menschen versehen hatte. Der Neichsprälat Aemilian von Jrsee, der hiezu geladen und gebeten war, legte den ersten Stein zu diesem und gegenwärtigem Kloster, dessen Aufführung der Benediktiner-Pater Lampert Kathan von Ottobeuren, der in der Baukunst sehr erfahren war, leitete und besorgte. Der damalige Abt Benedikt hielt dabei eine passende Rede über das einsame geistliche Leben und las bei St. Max die hl. Messe; dies geschah am 11. April 1685. Das neue Kloster blühte sehr; immer fand es Zuwachs. Im Jahre 1706 starb daselbst den 6. März im Rufe der Heiligkeit Anna Maria Stedelin, eine jener frommen Frauen, welche, ohne sich bisher an eine bestimmte Ordensregel oder an feierliche Gelübde gebunden zu haben, daselbst friedlich beisammenlebten. Die Verstorbene wurde auf dem Gottesacker zu Ottobeuren begraben und vom damaligen Pfarrvikar Gordian Scherrichmit einer Leichenrede beehrt. Da Kloster Wald wegen der großen Zahl von Mitgliedern oft große Noth litt, so nahm sich desselben Kloster Wald. Original-Aufnahme von G. Bader. Photograph in Krumbach. fVervielfältigungsrecht vorbehalten.) IIS > » k .MM. WWW T- 251 das unweit von Salzburg gelegene Frauenstift Non- nenberg mit Rath und That an. Am 18. Dezember 1706 traf eine weibliche Deputation des Benediktinerstiftes Nonnenberg, nämlich die Frauen M. Cäcilia Schaf- männin und M. Scholastika Schrotterin mit dem Auftrag der Frau Äbtissin M. Anna Ernestine, einer gebornen Gräfin von Thun, in Wald ein, nahm dasselbe in Augenschein und als eine Nonnenbergische Kolonie in Besitz. Die bisherigen Bewohnerinnen von Wald traten in den Benediktiner-Orden und verblieben daselbst. So war M. Anna Ernestine von Thun die Stifterin der Benediktinerinnen zu Kloster Wald. Das Reichsstift Ottobeuren, welches fromme Anstalten zu befördern suchte, ließ diese neue Besitzergreifung ohne Widerrede geschehen, nahm aber zugleich den nöthigen Bedacht für Aufrechthaltung seiner landesherrlichen Gerechtsame, welche schon im Jahre 1700 etwas gefährdet zu werden schienen. Im neuen Kloster lebte Alles friedlich beisammen. Wie es aber unter der Sonne nichts Vollkommenes gibt, und wie aller Friede seine Unruhe, alle Freude ihr Leid hat, so sollte auch dieses friedliche Kloster seine Leiden erhalten. Im Jahre 1800 hatte Wald von einer zahlreichen feindlichen Truppe mehrere schreckensvolle Tage durchzumachen. Das hochgelegene und hochgebaute Kloster Wald, welches gegen die Abendseite einen freien und weiten Prospekt machte, lud die bei Hawangen und Uugerhausen gelagerten feindlichen Franzosen auf einen Besuch ein, den man sich auch den 16. Mai, beiläufig 1000 Mann an der Zahl, obwohl auf eine sehr unhöfliche Weise, gefallen lassen mußte. Die Franzosen drangen mit Gewalt in das Kloster, spalteten mit Aexten die Thüren, erbrachen die Kästen, raubten den Vorrath an Leinwand, zerschnitten die Betten, nahmen im Kloster und dem angelegenen Oekonomiehof, was ihnen beliebte, hieben 16 Schafen die Füße ab, beluden die zubereiteten Wagen mit ihrer Beute und zogen zu ihren Waffengefährten zurück. Zum Glücke waren die armen, frommen Klosterbewohnerinnen sammt ihrem Beichtvater noch rechtzeitig nach Ottobeuren entkommen, wo sie anfangs der Kanzler von Weckbecker in seinem Hause aufnahm, dann aber beim Anwachsen einer noch größeren Gefahr in der Klosterabtei Aufnahme fanden. In der Abtei wurde ihnen der philosophische Hörsaal als Speisezimmer und der Schlafsaal der Studenten, welche Ottobeuren verlassen hatten, zur nächtlichen Ruhe eingeräumt. — Zur Zeit der allgemeinen Klösteraufhebung im Anfange unseres Jahrhunderts, wo so viel vernichtet wurde, wurde auch Wald säkularisirt. Unter Thränen und Jammern wurden die armen Benediktinerinnen, darunter mehrere alte und kranke Schwestern, in die Welt hinausgestoßen. Unendlich schmerzlich war der Abschied von der geheiligten Stätte, wo so viel Gutes gethan, so reichliches Almosen an Arme der ganzen Umgegend verabreicht worden. Das Kloster steht heute noch im gesegneten Andenken. Im Jahre 1804 kam das Kloster um einen Spottpreis in den Besitz der protestantischen Familie v. Schütz aus Memmingen, in deren Händen es blieb bis zum September 1865, von da aber durch Kaufvertrag an das Englische Fräulein-Institut Mindelheim überging. Handwerksleute von allen Professionen mußten sogleich berufen werden, um die ruinösen Klosterräumlichkeiten für ein Pensionat einzurichten. Fast 10 Monate dauerten die Restaurationsarbeiten, bis am 21. Juni 1866 ein feierlicher Weiheakt des Klosters und des Bet- saales vorgenommen wurde. Dieser Tag war ein wahrer Jubeltag für das neuerstandene Maid. Die Zöglinge von Mindelheim in Begleitung sämmtlicher Lehrerinnen trafen auf dekorirten Wagen zum Feste ein. Feierlich rührend ertönten nun wieder zum ersten Male die über ein halbes Jahrhundert verstummten Glöcklein Kloster Walds. Der hochw. Pater Prior von Ottobeuren, Philipp Er am er, nahm die kirchliche Benediktion vor und brachte das Opfer der hl. Messe dar — in einem eigens hiezu hergerichteten Betsaale. Ach, wie ergreifend war das Geläute bei der hl. Wandlung I Bei der hl. Kommunion empfingen die anwesenden Mitglieder des Instituts die hl. Kommunion, und ein feierliches Tedeum schloß den Gottesdienst. Die dem Kloster auf der Nordseite angebaute Kirche konnte erst nach vollendeter Restauration am 21. April 1868 feierlich eingeweiht werden. Auch dieser Tag war ein Freudenfest für Kloster Wald. Der hochw. Herr Dekan Kleinhans von Mindelheim hatte nach einer rührenden Ansprache die Weihe der Kirche vorgenommen und das Amt gehalten. Wohl kein Auge blieb ohne Thränen. Das Innere der Kirche, das bisher als Wagenremise und zur Aufbewahrung des Holzes verwendet ward, wurde wieder zur Würde eines Gotteshauses erhoben. Das Innere der Kirche — 105 Fuß lang, 45 Fuß breit und sehr hoch, — ist mit einem schönen Hochaltar, in welchem die hl. Mutter Anna — als Patronin dieser Kirche — in schönem Schnitzwerke (von Bildhauer Nehm in München) sich befindet, (jetzt ein prächtiges Gemälde der hl. Anna von Kunstmaler Merkle in Augsburg) und mit zwei hübschen Seitenaltären geschmückt, deren rechter der Mutter Gottes, deren linker dem heiligen Anton von Padua geweiht ist. Der Mutter Gottes- Altar, in welchem der hl. Leib der hl. Martyrin Viktoria ruht, ist mit dem Englischen Gruß-Gemälde (von Riedmüller in München), und der St. Antonius - Altar, in welchem die Häupter der hl. Märtyrer Clemens und Luius — geschmackvoll gefaßt — ruhen, ist mit einem wunder- lieblichen Bilde des hl. Antonius (ebenfalls von Ried- müller) geschmückt. Dem Haupteingange gegenüber führt eine Thüre in die sehr schöne und geräumige Gruft, die Begräbnißstätte der früheren Benediktinerinnen, welche auf abgegebenes Gutachten des Bezirksarztes und mit Erlaubniß des bischöflichen Ordinariats als Begräbnißstätte der Engl. Jnstituts-Mitglieder benutzt wird. Zwei große Emporen dienen und zwar die untere den Englischen Fräulein und Schwestern zu ihren Chorgebeten, die obere den Zöglingen zu ihren Andachten. Eine sehr niedliche und geschmackvolle Kanzel dient zur Verkündigung des göttlichen Wortes. An Werk-, Sonn- und Feiertagen wird regelmäßig Gottesdienst gehalten (an ersteren Tagen um 7 Uhr, an letzteren um 8 Uhr), dem auch die nahgelegenen Filialisten von Eggisried und Stephansried beiwohnen. Die Kirche, obwohl einfach gemalt und eingerichtet, ist so freundlich und einladend, zum Gebete und zur Andacht stimmend, daß schon viele Besucher in die Worte ausbrachen: „Ach, da könnte ich auch gut beten," oder: „Da möchte ich auch weilen und Gott dienen." Der Zweck des Instituts ist die Erziehung der weiblichen Jugend. (Gegenwärtig bilden 12 Fräulein und 13 Schwestern die Familie.) Sämmtliche Lehrfächer sind mit vorzüglichen Lehrkräften besetzt. Daß das Institut seinen schönen Zweck erfüllt, daß es mit Segen wirkt und die Erwartungen der Eltern rechtfertigt, die demselben ihr 252 Theuerstes anvertrauen, beweisen einestheils die glänzenden Prüfungen aus den einzelnen Lehrfächern, andern- theils die Zufriedenheit und die Freude der Eltern während des Aufenthaltes ihrer Kinder im elterlichen Hause während der Ferienzeit. Das ganze Lehrpersonal weiht sich mit aufopfernder Liebe und Sorgfalt seinem ebenso wichtigen als schwierigen Berufe. Ein erfreuliches Zeugniß hiefür ist, daß sämmtliche Zöglinge in dankbarer Anerkennung dessen ihren Lehrerinnen auch mit aller Liebe und Anhänglichkeit zugethan sind. Unvergeßlich ist Kloster Wald Jenen, die schon als Zöglinge hier waren; fast alljährlich kommen sie auf ein paar Tage hierher auf Besuch. Der Eindruck, den Kloster Wald auf sie gemacht, sagen sie, ist unauslöschlich. Zum Schlüsse sei noch gestattet, über die klimatischen Verhältnisse des Instituts eine Bemerkung bekannt zu geben. Die hohe und von Wäldern umgebene Lage ist eine sehr milde, gesunde. Stets ist man im Genusse einer frischen, stärkenden, reinen Luft. Zeugniß hiefür gibt das gesunde, blühende Aussehen der Zöglinge und der Umstand, daß im Laufe der Jahre nicht ein einziger, auch nur einigermaßen Bedenken erregender Krankheitsfall vorkam. Für geistige und leibliche Bedürfnisse der Zöglinge ist auf's Beste Vorsorge getroffen. Bezüglich der letzteren bietet das Erforderliche theils die große Oekonomie des Hauses, theils wird dasselbe von Ottobeuren oder Mem- mingen oder selbst von Mindelheim ohne Schwierigkeit herbeigeschafft. So kann man sich nicht leicht eine Stätte denken, die für die Zwecke eines Erziehungs- und Unterrichts- Jnstituts mehr alle erforderlichen Eigenschaften darböte, als dieses stille, vom Geräusche der Welt abgeschiedene, herrliche Kloster. Möge es unter Gottes Segen und Schutz stets blühen zu seiner Ehre und zum Nutzen und Frommen der weiblichen Jugend, der Familien und der menschlichen Gesellschaft! -S-8WSS- (Zu unserem Bild Seite 247.) vr. Franz Mauer v. Funk, Professor an der Universität zu Tübingen, wurde am 12. Okt. 1840 geboren zu Abtsgmünd in Württemberg. Er empfing von 1850—1859 seine Gymnafialbildung in Ellwangen, studierte von 1859—63 in Tübingen Philosophie, Theologie und Staatswissenschaften, trat im Herbst 1863 in's Priesterseminar in Rot- tenburg und wurde 1864 ordinirt. Nachdem er ein Jahr in Waldsee in der Seelsorge gewirkt, begab er sich zur Fortsetzung seiner philosophischen und nationalökonomischen Studien nach Paris. Nach neunmonatlichem Aufenthalt daselbst wurde er Repetent am Wilhelmsstift in Tübingen. Als Professor vr. von Hefele im Jahre 1869 zum Bischof von Rottenburg gewählt wurde, hatte er dessen Lehrstuhl zu übernehmen, und er las demgemäß fortan Kirchengerichte, Patrologie und Kunstarchäologie, zunächst in seiner bisherigen Stellung, seit 1870 als außerordentlicher, seit 1875 als ordentlicher Professor. Im Jahre 1890 erhielt er das Ehrenritterkreuz des Ordens der Württembergischen Krone, mit dem der persönliche Adel verknüpft ist. Im Jahre 1892/93 verwaltete er das Rektoramt der Universität Tübingen. Seine Schriften sind außer zahlreichen Abhandlungen und Untersuchungen in der Tübinger Zeitschrift für die gesummten Staatswissenschaften, der Theologischen Quartalschrift, derenMitredacteur er seit 1875 ist, dem Historischen Jahrbuch der Görresgesellschaft und verschiedenen anderen Zeitschriften folgende: Zins und Wucher, eine moraltheologische Abhandlung, 1868; Geschichte des kirchlichen Zinsverbotes, 1876; Oxora xatrum axostolioorum, 2 Bde., 1878-81, Bd. I. in 2. Aufl. 1887; die Echtheit der gnatianischen Briefe aufs Neue vertheidigt, 1883; Lehrbuch der irchengeschichte, 1886, 2. Auflage 1890; vootrina äuoäsoim axogtotoruw, 1887; die katholische Landcsuniversttät Ellwangen und ihre Verlegung nach Tübingen, 1889; die Apostolischen Con- ; stitutionen, eine literarhistorische Untersuchung, 1891. Allerlei. Ein Schlaumeier. Der kleine Emil sals er seine Schwester mit einem schönen Apfel in's Zimmer treten siehtj: „Komm', Elli, wir spielen Adam und Eval" — Elli: „Ja, wie denn?!" — Emil: „Nun, Du versuchst mich mit dem Apfel, und ich esse ihn!" Erklärlich. Erster Protz: „Warum spielt Ihre Tochter z. B. nie Wagner?" — Zweiter Protz: „Nu, sie wird doch nicht was Anderes spielen, wenn Sie was Selbstkomponirtes spielen kann. Jeder ist sich doch selbst der Nächste!" * Berechtigte Frage. A szu dem Vater eines stark „verhauenen" Studentenj: „Sagen Sie, lieber Freund, wieviel geben Sie Ihrem Sohne eigentlich Nadelgeld?" -SS8XNS- Fodtenktage um Zs. W. Weöer. Ja, trau're an des greisen Dichters Bahre — Des Sanges gold'nes Diadem gewunden Er hat um Deine Stirn in Himmelsstunden. O, Deutschland, sein Andenken wohl bewahre! Die frömmsten, treu'sten Geister um Dich schaare. Aus ihnen ist er Einer, der in Wunden Dein Bestes sucht' und d'rin sein Glück gefunden. So, deutsche Jugend, Deiner Straßen fahre! Ja, fromm war er in den „Marienrosen" Und treu im höchsten Ideal sein „Goliath", Die „Lieder" innig Herz und Geist umkosen. Verklärt wird bleiben seine heil'ge Grabstatt Im „ew'gen Licht von Dreizehnlinden", tosen Auch Stürme. Sieh', wie er gekämpft, gesiegt hat! -—-- Himmelsschau im Monat Mai. —Merkur ist nicht sichtbar. Venus ? steht am 9. im Aequator, geht auf zwischen 3 U. 30 M. und 2 U. 44 M. und erreicht 9 U. vorm. ihre größte Höhe. Mars ^ im Wassermann geht auf zwischen 2 U. 33 M. und 1 !I. 21 M. früh und durchschreitet den Meridian bereits um 7 U. morgs. Jupiter geht in der Abenddämmerung unter. Saturn H ist fast die ganze Nacht sichtbar und verläßt gegen 4 U. früh den westlichen Horizont. In der Nähe des Mondes befinden sich am 4. Merkur, am 7. Jupiter, am 16. Saturn; Venus wird am 1., Mars am 28. vom Blonde bedeckt. - - Milder-KätHser.