HL38. Kreitag, den 11. Mai 1894. Für die Redaction verantwortlich: Philipp Frick in Augsburg. Druck und Verlag des Literarischen Znstiruts von HaaS L Grabherr in Augsburg (Vorbesitzer Dr. Max Huttler). Tanke Lanna's Oeßeimniß. Original-Noman von E. von Linden. (Fortsetzung.) „Dieser Knopf mit dem Monogramm W. P. gehört zu einem gleichen, den Fräulein Holten auf der Brandstätte oder vielmehr in dem Garten der alten Tante Hanna gefunden hat," begann Marbach. „Mein Freund Warncck besäst ein ganz ähnliches Paar mit dem eigenen Monogramm und erklärte, daß diese Knöpfe bei einem Juwelier in Chicago gekauft wären." „W. P., also —« „William Prien, stimmt famos, wie?" „Dann wäre dieser Mensch auch an Tante Hanna's Geschick, betheiligt!" rief Reinhardt kopfschüttelnd, „das schießt aber doch wohl über's Ziel hinaus." Marbach schwieg einen Augenblick unschlüssig. „Der Schurke hängt allerdings mit dem tragischen Geschick jener Bedauernswerthen eng zusammen," versetzte er endlich zögernd. „Ich habe freilich mein Wort gegeben, die Sache geheim zu halten, kann Ihnen gegenüber aber eine Ausnahme machen, weil Sie bei der Durchsuchung des Möbels zugegen waren, somit halb und halb zu den Eingeweihten gehören. Es wurde doch von meinem Freunde zuerst das Wort „Raubmord" ausgesprochen." „Ja, ja, ich weiß, —hilf, Himmel, nun wird's mir klar, der schändliche Verbrecher hat die Greisin beraubt und ermordet, wie er's mit Ihrem Freunde Warueck gethan. — Hatte das Unthier denn noch nicht genug an dem amerikanischen Raube?" „Er ist ja ein leidenschaftlicher Spieler," sagte Marbach, „und wird wohl den ganzen Raub schon in dieser Weise verloren, sich deshalb nach neuen Mitteln umgeschaut haben. Hier aber tritt uns wieder ein neues Räthsel entgegen. Woher kannte er die alte Tante Hanna und -das Innere ihres Hauses? Und wie konnte er wissen, in welchem Möbel sie ihr Geld bewahrte?" „Nun, mein Freund, die Räumlichkeiten müssen die Diebe meistens von außen studiren, das war also bei Tante Hanna'S kleinem Hause eben kein Kunststück. Wir können auch nicht wissen, wie viele Kisten und Kasten er vorher geöffnet hat, bevor er das Rechte getroffen, da nur wenige Sachen gerettet worden sind. — Darüber wollen wir uns also nicht weiter die Köpfe zerbrechen, da die Thatsache so ziemlich feststehen wird, daß dieselbe Hand beide Verbrechen begangen hat. O, könnte man diesen Mordbuben mit dem blutigen Strich, der ihn wie von höherer Hand gezeichnet erscheinen läßt, doch packen, um ihn der verdienten Strafe zu überliefern." „Das ist auch mein sehnlichster Wunsch," sprach Marbach, den Knopf sorgsam in Papier wickelnd und in die Tasche steckend. „Kommen Sie, alter Freund, wir wollen noch den Platz uns ansehen, von wo der Geselle die Mordkugeln hinabgesandt hat." Er schritt wieder voran und der Maler folgte ihm schweigend, zuweilen spähende Blicke umherwerfend, als fürchte er irgend etwas Ungeheuerliches. „Warten Sie hier ein wenig, lieber Reinhardt!" bat Marbach, nachdem sie eine lange Strecke auf einem der schmalen Fußwege zurückgelegt hatten. „Es muß dort hinunter sein, sehen Sie nur, wie hier das Gestrüpp niedergetreten, die Büsche geknickt, vielfach sogar abgeschnitten sind. Der Abhang ist ziemlich steil und nicht ganz ungefährlich, weshalb ich hier erst allein sondiren will." Er drängte sich bei diesen Worten bereits vorsichtig durch das Buschwerk, welches ihn überall wie mit Fang- armen packte und festhielt. „Nehmen Sie Ihren guten Rock in Achtl" schrie ihm Reinhardt nach, „Sie kommen sonst in Fetzen zurück." „Ja, es ist eine vertrackte Arbeit," erwiderte Marbach, „aber es führt nun einmal kein anderer Weg nach Küßnacht." Er rang sich glücklich durch, wenn auch mit einigen Rissen an den Händen, wobei ihm der Einfall, seine Jagdmütze aufgesetzt zu haben, jetzt trefflich zu statten kam. „Aha, hier wird er gestanden haben," sagte er halblaut, als er eines freiliegenden Felsstückes ansichtig wurde, das für den Auslug in's Thal, sowie für einen Schützen auf dem Anstand wie geschaffen schien. „Daß die Polizei sich diesen Platz noch nicht in Augenschein —" Er brach erschreckt ab und stieß einen Ausruf höchster Ueberraschung aus, als sein Blick auf einen Mann fiel, der, den linken Arm um eine Fichte geschlungen, ihn ruhig ansah. „Guten Tag, Herr Marbach!" sagte derselbe jetzt mit einer tiefen, gemüthlichen Baßstimme, „wollen Sie sich auch mal diesen Schützenplatz ansehen? Kann mir denken, daß es für Sie doppelt interessant ist, weil Sie sozusagen direkt dabei betheiligt gewesen sind." 286 Marbach sah den Mann, der ihn so vertraulich anredete, mißtrauisch an. Es war eine untersetzte, behäbige Gestalt mit treuherzigen Zügen, ungefähr vierzig Jahre alt. „Sie kennen mich?" fragte er langsam. „O freilich, wer sollte den neuen Besitzer von Noten- hof nicht kennen? — Ich bin meines Zeichens ein Maurer- Polier und räumte die Trümmer von Tante Hanna's Haus mit auf, wobei ich mir die rechte Hand verletzt habe. Da ich nun doch nicht arbeiten kann, so bin ich hier herausgebummelt, um mir das Jagdrevier des Freischützen anzusehen." „Ach so," erwiderte Marbach beruhigt, „haben Sie beim Aufräumen der Trümmer noch etwas gefunden?" „Nein, der Blitz hat Alles verzehrt. — Aber hier muß der Musje Freischütz doch wohl gestanden haben, Herr Marbach I" „Gewiß, man sieht's an dem geknickten Buschwerk. Oder rührt es vielleicht von Ihnen her?" „Na, mag wohl auch etwas abgebrochen haben, der Weg war aber schon gebahnt. Möcht' die Canaille wohl kennen." „Ich ebenfalls," sagte Marbach, sich forschend vorbeugend und in die Tiefe blickend, „der Kerl hat ein sicheres Auge und eine vortreffliche Waffe gehabt. Es heißt was, bis dort hinunter einen solchen mörderischen Treffer zu machen. Wenn er nur hier eine Spur hinterlassen hätte." „Glauben Sie denn, wir sind die Ersten hier gewesen, Herr Marbach? — Unsere Criminalpolizei ist ganz vortrefflich, ich kenne einen Geheimen, der in Berlin am Platze wäre, aber sein Commissar läßt ihn nicht locker. Na, der wird hier längst schon oben gewesen sein, und wenn der Mordgeselle sich nicht bei Zeiten unsichtbar gemacht hat, dann packt er ihn, darauf können Sie sich verlassen. Er ist auch der Mann, ihn nach Amerika zu verfolgen." Marbach blickte ihn überrascht an, hatte der Geheime schon geplaudert? „Meint Ihr Freund vielleicht, daß er über's Meer entfliehen wird?" fragte er rasch. „Ach, das weiß ich nicht, der ist in solchen Dingen stumm wie das Grab. Ich meinte nur so im Allgemeinen." „Wie heißt dieser Geheime?" „Ja, wissen Sie, Herr Marbach," erwiderte der Polier, sich verlegen die Nase reibend, „das darf ich Ihnen nicht sagen. Ich kriegte es so per Zufall heraus und mußte ihm die Hand darauf geben, es nicht zu verrathen." „Das ist etwas Anderes," sagte Marbach, „sein Wort muß man unter allen Umstünden halten." Er nickte ihm freundlich zu und schickte sich an, den Rückweg anzutreten. „Na, dann will ich man auch gehen," sagte der Polier, „hier oben über'n Berg genirt Sie meine Gesellschaft wohl nicht, Herr Marbach!" „Nein, mein Lieber, auch nicht unten im Thal, weshalb sollte denn Ihre Begleitung mich geniren?" Sie drängten sich durch das Buschwerk wieder hinauf, wo Reinhardt ungeduldig hin und her ging. „Wen bringen Sie denn da, Marbach? — Zum Henker, das ist ja der Polier Schulze! — Was haben Sie denn da unten gemacht?" „Herrje, was sollt' ich wohl da unten gemacht haben, Herr Reinhardt!" meinte der Polier mit einem breiten Lachen. „Wollt' nur mal sehen, wo der famose Freischütz gestanden hat, und ob die böse Geschichte nicht vielleicht doch nur ein unglückliches Versehen gewesen ist. Ich weiß, daß sich schon mancher Sonntagsjäger hier oben verirrt und nach Wild ausgeschaut hat. Dachte einen Nehbock zu schießen und traf seinen eigenen Hund. Es ist wirklich und wahr passirt. So traf ich hier am ersten Pfingstmorgen, just an dieser Stelle hier, den Herrn Steindorf, wissen Sie, der eben jetzt aus Amerika zurückgekehrt ist und sich damals, es mögen wohl schon an die zehn Jahre her sein, zwei schöne Güter verscherzt hat, nämlich Rotenhof, was das Ihrige nun ja ist, Herr Marbach, und vordem seinem Vater gehörte, und das schöne Edenheim mitsammt der hübschen Braut. Na, ich war doch Geselle und arbeitete just damals an einem neuen Stallgebäude in Edenheim, kannte auch die junge Dame, mit welcher er auf und davon ging und sein schönes Erbe und seine armen, alten Eltern im Stich ließ. Aber so viel ist gewiß, sie war nicht halb so hübsch wie Fräulein Holten, mein Geschmack wär' die nicht gewesen, — aber die Geschmäcke sind nun einmal verschieden, was, Herr Reinhardt?" Reinhardt lachte fröhlich auf. „Das versteht sich, Schulze, wär' auch sonst ein Unglück für die Menschheit. — Also Herr Steindorf wollt' sich hier wohl sein Rotenhof betrachten?" „Ja, das mochte wohl so sein, ich kannt' ihn gleich wieder und er war auch ganz nett, gar nicht stolz, fing von selbst an, mit mir zu sprechen, obschon er sich natürlich von wegen meiner nicht gut erinnern that, was ja auch nichts machte. Er meinte, daß es in Amerika viel schöner wär', aber daß er doch wahrscheinlich, sich hier ankaufen wollte —" „Ah!" Machte Marbach unwillkürlich. „Lieber Gott, ob er nun noch die Lust dazu hat, nachdem sein kleines Mädchen todt ist, wird wohl die Frage sein," meinte Schulze. „Ich gab ihm so um den Busch herum zu verstehen, daß Fräulein Holten ja noch ledig wär' und Edenheim jetzt noch besser im Stande sein sollt' als früher. Na, da sah er mich groß an und sagte, daß er dazumal noch ein rechter Kindskopf gewesen wär', der sein Glück mit Füßen von sich gestoßen hätt' und so dergleichen. Ei, sagte ich dann ganz dreist zu ihm, Sie sind ja doch ein verflucht hübscher Herr, und alte Liebe rostet nicht." „Hätt' Sie nie für einen Kuppler gehalten, Schulze," polterte der Maler zornig dazwischen, „wollten sich wohl den Pelz dabei verdienen." Der Polier lachte verlegen. „Nee, nee, Herr Reinhardt, zu solcher Sorte gehöre ich nicht, und kommt ja auch gar nichts auf meinen Schnack an. Aber das muß wahr sein, daß Herr Steindorf ein forscher Kerl ist und daß er sich drüben mit den Indianern höllisch herumgeschlagen hat." Marbach, welcher einige Schritte vorangegangen war, wandte'sich hastig um. „Woher wissen Sie denn das?" fragte er, ihn forschend anblickend. „Na, es war merkwürdig genug, und er wollte es auch durchaus nicht wahr haben, aber gesehen hab' ich's doch ganz genau. Sehen Sie, meine Herren, wir gingen hier quer durch, weil Herr Steindorf einen Platz aufsuchen wollte, wo er als Knabe viel herum gespielt hatte, 287 wie er sagte. Da kamen wir an die Tannen, die drüben wieder recht dicht stehen, und wie er mit seinem feinen Zeug hindurch will, bleibt ihm der Hut hängen. Ich greife darnach, er auch, und dabei kommt sein Bart in Carambolage mit den Tannenstacheln. Er kam ordentlich in Wuth und Angst, ich aber meinte, nur immer ruhig Blut, junger Herr, und mach' ihm sachte den Kinnbart los. Dabei sah ich etwas Rothes und glaubte, daß er sich schon blutig gerissen hätte, — aber es war oder schien nur eine Narbe zu sein, was er sicherlich bei den Nothhäuten sich weggeholt hat. Ich sagte es ihm auch dreisteweg, weil ich das für keine Schande hielt. Da kam ich aber schön an, glaubte wahrhaftig, er wollte mir an den Kopf springen. Sagte, das sei dummes Zeug, er habe sich beim Nasiren geschnitten, ich sollte dergleichen Schnickschnack nicht herumtragen. Wissen Sie, meine Herren," setzte er pfiffig blinzelnd hinzu, „er war immer eitel auf seine Schönheit, und das hat sich auch noch immer nicht gegeben." Marbach hatte bei der naiven Erzählung des Poliers den Maler mit einem gewissen Triumph angesehen, und dieser war tief erblaßt. „Es ist jedenfalls nur ein kleiner Nasirschnitt gewesen," bemerkte Marbach gleichgiltig. „Na, aber ein ganz gehöriger," behauptete Schulze, „eine lange rothe Narbe quer zwischen Mund und Kinn, — gewiß soll es Fräulein Holten nicht wissen, meint wohl, es schadet seiner Schönheit, ja, ja, die liebe Eitelkeit l" „Dann sagen Sie auch nur nichts mehr davon an Andere," rieth ihm Marbach lächelnd, jetzt eiligst, als brenne ihm der Boden unter den Füßen, weiter- schreitend. Plötzlich blieb er stehen. „Was riecht denn hier so brenzlich? Sie haben doch keine brennende Cigarre fortgeworfen?" wandte er sich an Schulze, der umherschnuppernd die Nase hochhob. „I, wie soll? ich denn, Herr Marbach! Werde mich doch hüten, die ausgedörrten Tannen in Brand zu setzen. Aber wahr ist's, es riecht hier ordentlich schwef- lich, nicht wahr, Herr Reinhardt?" „Kann auch vom Thal heraufsteigen und so in der Luft haften," meinte dieser naserümpfend. Er war bei diesen Worten dicht hinter Marbach getreten, um denselben zum Weitergehen anzutreiben, als plötzlich eine kurze, aber heftige Detonation die Luft erschütterte und die beiden Freunde mit einem sAufschrei niederstürzten. Der Polier, dem ein starker Baumast das Gesicht verwundet hatte, stand aufrecht, vor Schmerz, Schreck und Entsetzen ganz betäubt. Endlich aber erholte er sich, wischte sich das Blut aus dem Gesicht, ohne den Vorgang begreifen zu können, und bückte sich zu den wie leblos daliegenden Herren nieder. Waren sie todt? „Mein himmlischer Vater, das ist zn schrecklich," jammerte er außer sich, als er sah, daß sie von Blut überströmt waren und fürchterlich zugerichtet sein mußten. Was sollte der arme Schulze hier oben doch nur beginnen? Woher schnelle Hilfe nehmen, wenn sie am Ende noch lebten? Da hörte er eilige Schritte sich nahen und athmete erleichtert auf, wobei er seine eigene Blessur ganz vergaß und sich mit dem bunten Taschentuch mechanisch das Blut abwischte. Jetzt wurden zwei Jäger sichtbar, der Förster und sein Jagdgehilfe, welche im Laufschritt daherkamen. „Was ist hier geschehen?" fragte der Förster athem- los. „Woher kam der Knall, den wir gehört haben?" „Weiß ich's denn? — Bin ja selbst verwundet worden, die ganze Gegend hier ist verhext." „Alle Wetter, wie sind die zugerichtet!" rief der Gehilfe erschrocken, „das kann nur von einer Explosion herrühren. Am Ende haben sie Dynamit bei sich gehabt —" „Dummes Zeug," unterbrach ihn der Förster, „dies ist ja Herr Marbach auf Notenhof. Schnell, Taschentücher her, sie verbluten sich sonst." Der Förster nahm den Verwundeten die Tücher aus den Taschen und brachte mit Zuhülfenahme des seinigen wie desjenigen des Jägers einen dürftigen Nothverband zu Stande. „So," fuhr er, sich aufrichtend, fort, „Ihr Riß im Gesicht, mein Lieber, wird wohl nicht gefährlich sein. Begleiten Sie meinen Gehülfen nach dem Forsthause, um Hülfe zu holen, vor allen Dingen eine Bahre, Wenzel," wandte er sich an den Jäger, „der Knecht kann mitkommen. — Die Minna könnte nach Notenhof sich aufmachen, damit sie von dort einen Arzt aus der Stadt holt, der alsdann direct nach dem Forsthause fahren muß. Haben Sie Alles kapirt, Wenzel?" „Ja, Herr Förster, weiß Bescheid, kommen Sie, Mann!" Er winkte Schulze, der willig folgte, obgleich er empfindliche Schmerzen an seinen Gesichtswundcn zu haben schien. Der Forstgehülfe schritt kräftig aus und so erreichten sie bald ihr Ziel und kehrten ebenso rasch mit dem Knechte und zwei Bahren an den Unglücksort zurück. Als die Verwundeten aufgehoben wurden, stöhnten sie plötzlich laut auf, was den Förster mit stiller Befriedigung erfüllte und Schulze seine Schmerzen vergessen ließ. Da der Förster selber Hand mit anlegte, so ging der schwierige Transport rascher und glücklicher von statten, als man gefürchtet, und die Verwundeten lagen so gut als möglich gebettet, als Doctor Peters erschien. Der Wagen, welcher von Notenhof abgeschickt worden, war ihm zum Glück unterwegs begegnet, da er nach Edenheim fuhr. Er sagte kein Wort zu der grausamen Bescheerung, konnte aber ein Erschrecken nicht unterdrücken und schien das Resultat der Untersuchung sehr bedenklich zu finden. Marbach hatte eine schwere Wunde am Hinterkopf und eine Zerschmetterung des linken Arms davongetragen, während dem alten Reinhardt die rechte Gesichtshälfte verbrannt und die Schulter zerrissen worden war. „Das sind ja wahrhaft mörderische Wunden," begann der Doctor endlich , nachdem er mit dem Verbinden fertig war, „Reinhardt wird wohl nach Notenhof transportirt werden können, mit Marbach wäre das aber ein Risiko —" „Dann bleibt er natürlich hier, Herr Doctor!" unterbrach ihn der Förster. „Wäre mir lieb, werde für die Krankenpflege sorgen und einen tüchtigen Heilgehilfen mitbringen. Muß heute noch einmal herauskommen, weil der Arm mir schwere Sorge macht." „Wird er durchkommen, Herr Doctor?" Dieser zuckte die Achseln. „Er lebt ja noch, und so lange dürfen wir auch hoffen. Habe meine Vorschriften auf diesem Zettek rrotirt, werden sich genau darnach richten müssen. Mein armer, alter Reinhardt wird auch tüchtig leiden, verdammte Geschichte, wenn wir ihm das Auge nur retten. Erzählen Sie mir doch jetzt, wie es eigentlich zugegangen, Herr Förster!" „Das wird der Mann mit dem blutigen Gesicht am besten berichten können, Herr Doctor," erwiderte der Förster, „es ist eine räthselhafte Geschichte, diese Gegend wird ja unheimlich verrufen." Sie traten vor die Thür, wo Schulze auf der Bank mit einer Waschschüssel saß und sich das Gesicht kühlte. — „Na, Freund Schulze, lassen Sie den Riß erst Mal beschauen, und dann erzählen Sie mir die Geschichte," sprach der Doctor, zu ihm tretend. „Sieh, das ist gottlob nicht gefährlich, ein Stückchen Fleisch ist drauf gegangen und dann der kleine Aderlaß. Hier hängt der ganze Fetzen noch, nun passen Sie auf." Er zog Heftpflaster aus seiner Verbandtasche und klebte den abgerissenen Fetzen Fleisch damit fest. „So, Mann, nun wird's schon anheilen. Erzählen Sie mir von Anfang an, wie das Schreckliche denn eigentlich passiren konnte." Schulze erzählte so ausführlich als möglich, und der Doctor hörte aufmerksam zu. „Da wird so ein Teufelsbraten von Junge zum Spaß irgend ein Geschoß mit einer Zündschnur gelegt und diese aus Spielerei angesteckt haben!" rief er in Hellem Zorn, „könnte man dem Racker doch auf die Spur kommen. Sie können mit mir nach Hause fahren. Schulze. — Werde sofort bei der Polizei die Anzeige machen, Sie müssen natürlich als Hauptzeuge dabeisein. Man wird nachgerade ängstlich dabei, sich irgendwo noch hinauszuwagen, wenn man am hellen Tage nicht mehr sicher ist, todtgeschossen oder von einem sonstigen Sprenggeschoß getroffen zu werden. Adieu, Herr Förster," setzte der Doctor hinzu, „es bleibt dabei, ich komme heute, mit dem nöthigen Rüstzeug versehen, noch einmal wieder." * * * (Fortsetzung folgt.) -- Zur Weltausstellung in AntkmM. Von Dr. Joseph Schiesl. (Fortsetzung.) Nach diesem kunsthistorischen Excurse, der uns einen Ueberblick über die Entwickelung der niederländischen Kunst und ihrer Vertreter gegeben, wird es genügen, bei den einzelnen Sammlungen, denen wir noch auf unserer Reise durch Belgien begegnen, auf die hervorragendsten Werke aufmerksam zu machen. So finden wir in der oben- genannten ssols außer einigen sehr guten italienischen Gemälden besonders hübsche Po^Ms bon Rubens, Karl de Cordes und seine Frau darstellend, ferner überlebensgroße Bildnisse des Erzherzogs Albrecht und der Jnfantin Jsabella, dann die bekannte Madonna mit dem Kinde vor der Nosenstaude u. a. Zu dem Schönsten zählt auch das Flügelbild „Die Geschichte der heiligen Anna" von Quinten Massys, das früher in der Peterskirche zu Löwen seine Aufstellung gefunden, aber später um 200,000 Frs. für das Museum angekauft wurde. Im Ganzen enthält die Gallerte gegen 500 Gemälde, die in zwölf Sälen untergebracht sind. Dem Museum schräg gegenüber befindet sich das Palais des Prinzen von Arenberg, früher die Wohnung des Grafen Egmont, der im Jahre 1568 gemeinsam mit dem Grafen Hoorn hingerichtet wurde. Zu ihren Ehren wurde in Mitten von herrlichen Anlagen ein großes Denkmal errichtet, welches die Freiheitskämpfer in dem Augenblicke darstellt, wo sie brüderlich sich umarmend zum Tode gehen. Neben dem früheren, jetzt als Gefängniß dienenden Carmelitenkloster (leg xsbibs Oarnreg) stand das gräflich Kuhlenburg'sche Haus, bekannt durch die Unterzeichnung der Bittschrift, welche 300 belgische Edelleute in gemeinsamem Aufzuge zur Statthalterin Margaretha von Parma brachten, um von ihr die Aufhebung der verhaßten Neligionsedikte zu erlangen. Bet dieser Gelegenheit hörten sie, wie ein Günstling, der Graf Barlaimont, der Fürstin das Wort in die Ohren raunte: „Nnärrins, os n'esb gu'uu tag äs §usux", welch' letzteres Wort die Bittsteller sofort aufgriffen und zu ihrem Parteinamen erhoben. Noch am selben Abende durchzogen sie die Stadt als Bettler, mit einem Bettelsack umgürtet und einen hölzernen Napf in der Hand, aus welchem sie auf den guten Erfolg ihrer Bestrebungen tranken. So ist der Name „Geusen" historisch geworden. Den südlichen Abschluß der an die rus ro^als anstoßenden rus äs rsAsnss bildet der mächtige Justizpalast. Nicht mit Unrecht hat man ihn, auch abgesehen von den enormen Kosten, die 60 Millionen Francs betrugen, den größten Monumentalbau unseres Jahrhunderts genannt, da er an Grundfläche sogar den Petersdom in Rom übertrifft. Soviel sich aus dem mächtigen, jedoch nicht harmonisch durchgeführten Bauwerke ersehen läßt, wollte der Meister assyrische oder ägyptische Ideen darin zum Ausdrucke bringen und durch die colossalen Dimensionen und die Masse des verwendeten Materials eine Gesammtwirkung hervorrufen. Da er jedoch wohl wußte, daß durch die mehr gewaltigen als ästhetisch schönen Formen eine eigentlich künstlerische Befriedigung im Beschauer nicht erzielt werden kann, so gedachte er durch griechisch-römische Architcctursormen, die er im Einzelnen, wie in den Gesimsen, den Capitälen und der Cannellir- ung der Säulen u. s. w., anbrachte, den Bau zu erleichtern und ihm den Eindruck des Plumpen oder Massigen zu benehmen. Doch ist ihm seine Absicht nicht gelungen. Von den 27 großen Sitzungssälen, die der Palast enthält, ist der weitaus größte und schönste die salls ä'assisssg oder der Schwurgerichtshof. Prächtige Stückarbeiten und die überlebensgroßen Bildnisse der beiden Majestäten schmücken diesen Saal, dessen gewaltige Fenster schwere goldgestickte Vorhänge zieren. Eine mächtige Kuppel, nahezu 100 ru hoch, wölbt sich über der Vorhalle, der sogenannten sails äss pas-psräus, welche in ihrer Größe und Ausschmückung mehr einem Dome gleicht, als dem Atrium eines profanen Hauses. Diese Halle dient als Wandelgang für Advokaten und Klienten, die sich zwischen den Sitzungen hier besprechen, und dabei mag sich wohl mancher Spitzbube, dessen Handwerk ihn nicht gerade in Fürsteuhäuser führt, über die Pracht gewundert haben, mit welcher man ihm zu Ehren einen solchen Monumentalbau geschaffen hat. Eine breite, zur Zeit der Nationalfeste äußerst belebte Straße führt längs des Justizgebäudes zum sogenannten Halerthor, einem alten festungs- ähnlichen Gebäude, das, früher Vertheidigungszwecken dienend, nun zu einem Nationalmuseum verwandelt worden ist. Es enthält eine sehr reichhaltige Sammlung von Waffen und Alterthümern aller Art; neben ägyp- 289 tischen Mumien und römischen Marmormosaiken sehen wir hier hübsche Neliquarien aus dem 12. Jahrhundert, alte korinthische Gefäße und panathenäische Amphoren neben etruskischen Bronzen, Modelle von modernen Kriegsschiffen neben Feldschlangen und Gewehren aller Art. Leider ist die Besichtigung durch die ungünstige Beleuchtung sehr erschwert und der Reisende genöthigt, gerade die schönsten und hellsten Tage zu seinem Besuche zu verwenden. Um nun auch den Kirchen, an welchen Brüssel allerdings nicht besonders reich ist, die verdiente Beachtung zu schenken, so wird der Reisende vor allem die herrliche, im Centrum der Stadt gelegene Kathedrale St.- Gudule besuchen, deren Thürme ihm von weitem schon ihren Gruß entbieten. In der Blüthezeit der Gothik erbaut, wirkt sie auf den Beschauer durch ihre edlen Formen und stimmt ihn zur Andacht. Man sagt häufig, das belgische Volk sei wenig zur Frömmigkeit angelegt — hier habe ich mich vom Gegentheil überzeugt. Während bei uns dem Volke so ziemlich das Bewußtsein entschwunden ist, daß es auch außerhalb des Gottesdienstes die Kirche besuchen soll und kaun, sind die belgischen Gotteshäuser auch an den Nachmittagen von einer ziemlich zahlreichen Beterschaar besucht. Und nicht blos alte Mütterlein sind es, auch junge Leute beiderlei Geschlechtes, die ihr Herz hierherführt, um sich Trost und Erquicknng zu holen. So war der Eindruck, den ich beim Betreten der herrlichen Kathedrale empfunden, ein doppelter. Nicht minder war ich entzückt von den schönen Schnitzereien, welche an den Beichtstühlen wie an der Kanzel angebracht waren. Zwei Laubgänge, aus in einander geschlungenen Eichen und Palmen gebildet, in deren Zweigen Thiere aller Art sich bewegen, führen zur Kanzel, welche auf dem Rücken der beiden Stammelten: ruht. Während rückwärts sich die Schlange emporwindet und Maria, mit der Sternenkrone auf dem Haupte, ihr den Kops zertritt, zeigt sich in der Mitte das Bild des gekreuzigten Heilandes, auf das Wort der heiligen Schrift hindeutend: ^esrinr orusilixunr xra,säisuwN8. Ihren größten Ruhm auf dem Gebiete der Kunst aber verdankt die Kathedrale den Glasgemälden, von denen die schönsten in der nördlichen Seitenkapelle, der sdnpslls äu sb. Lucraiuoiit äss miruslss sich befinden. Ihren Namen hat diese Kapelle von einigen wunderbaren Hostien, welche dort aufbewahrt werden, nachdem sie einst von Juden gestohlen und in der Synagoge mit Schusterpfriemen zerstochen worden waren. Zur Verehrung dieser Hostien stifteten die 5 mächtigsten Fürsten Europas: König Ludwig von Ungarn, Franz I. von Frankreich, Johann III. von Portugal, Ferdinand I. von Deutschland und Kaiser Karl V., die hier befindlichen Glasfenster, welche unten die Bildnisse ihrer Stifter tragen. In der südlichen Kapelle, der sduxslls äs notrs Hains, welche gleichfalls treffliche Glasmalereien aus dem 17. Jahrhundert enthält, ist ein Marmormonnment des Grafen Friedrich von Mc- rode, der beim Aufstande des Jahres 1830 für sein Vaterland gefallen. An seinem Grabdenkmal steht die Devise seines Lebens: „klus ä'tionirsnr gus ä'donnsurs«. Nicht weit entfernt sind die Marienkirchen dlobrs Dorns äss viotoirss, auch Notrs Darne äu sadlon genannt, welche 1304 von der Schützeuzunft gegründet wurde, und Notrs Da-ms äs In sdaxslls. In ersterer befinden sich die Monumente des Lyrikers Jean Baptiste Rousseau (1' 1741 in der Verbannung zu Brüssel) und des Grafen Flaminius Garnier, des bekannten Sekretärs des Herzogs von Parma, in einer Seitenkapelle auch die alte Be- gräbnißstätte des Geschlechtes der Thurn und Taxis. Einer der merkwürdigsten Plätze nicht blos Brüssels, sondern überhaupt der Welt ist der große Marktplatz, welcher aus der einen Seite vom Nathhause, auf der anderen von den sogenannten Zunfthäusern mit ihren prächtig vergoldeten Faxaden flankirt wird. Schon das Nathhaus mit seinem reichen gothischen Stile und seinem himmelanstrebenden minaretartigen Thurme, seinen Spitz- bogenfenstern und den zierlichen Erkerthürmchen erweckt eine ganz mittelalterliche Welt in unserem Geiste, der sich nichts Ungereimteres denken kann, als etwa ein modernes „Standesamt" in diesen Prachthallen, in denen die Blüthe der belgischen Ritterschaft, die Vertreter der Stadt und freien Zünfte ihre Berathungen hielten. Auch traurige Erinnerungen knüpfen sich an dieses Gebäude. Hier war es, wo die beiden Grafen Egmont und Hoorne ihr Todesurtheil vernahmen und den Gang zum Schaffst antreten mußten. Ob wohl die Geschichte dadurch nicht um einen Justizmord reicher geworden ist? Andere Gedanken kamen mir beim Betreten des großen Festsaals, dessen Langseiten noch von einer wohladjustirten Batterie Champagnerflaschen garnirt waren, als den stummen Zeugen, daß auch die Brüsseler Nathsherren Horazischer Lebensweisheit nicht unzugänglich seien. Daneben enthält das Gebäude noch andere Säle von hervorragender Schönheit, wie die in venetianischem Genre gehaltene solls än son- 8öi1 oowinunal, die salls ä'ottsnts, äss iuaria§s8 u. s. w. Dem Nathhaus gegenüber steht das sog. Brodhaus (lra-IIs au xoin), das als ehemaliger Regierungssitz auch den Namen innison äu rot führt. In seinem reichen Stile, der allerdings schon manche Anklänge an die Renaissance erkennen läßt, schließt es mit den anstoßenden Zunfthäusern dieses mittelalterliche Stimmungsbild trefflich ab. Letztere bildeten ehedem den Centralpunkt der Interessen der einzelnen Stände, die sich dort versammelten, um über ihre gemeinsamen Angelegenheiten zu verhandeln. So besaßen die Metzger, die Bräuer, die Schiffer, die Bogenschützen, die Zimmerleute, die Schneider usw. ihre eigenen Gildenhüuser, welche mit den ihnen eigenthümlichen Emblemen geschmückt waren und noch heutzutage Zeugniß ablegen für die Bedeutung und den Reichthum des mittelalterlichen Handwerks. Im Gegensatze hiezu zeigt uns die große Galerie St. Hubert, eine prächtige glasbcdeckte Kaufhalle, die Erzeugnisse der modernen Industrie, welche allerdings an Feinheit und Mannigfaltigkeit die Handarbeit übertrifft, aber auch derselben den goldenen Boden, auf dem sie bislang geruht, entzogen hat. Noch erübrigt uns ein Gang durch die belebteste Straße Brüssels, den Boulevard Anspach, so benannt zum Andenken an einen früheren Bürgermeister, dem die Stadt ihre eigentliche Blüthe und ihren Aufschwung verdankt. In diesem Vcrkehrsccntrum erhebt sich die nach französischem Muster erbaute Börse, ein prächtiger Ban mit einer reich geschmückten Faxade von acht korinthischen Säulen, dessen großartige Verhältnisse und fast übertriebener Reichthum einen grellen Gegensatz bilden zu der Noth, in welcher sich ein großer Theil der belgischen Bevölkerung, besonders der Arbeiterwelt, befindet. Ist ein Vergleich Brüssels mit anderen Städten erlaubt, so möchten wir es an Schönheit der Gebäude und Straßen noch am ehesten mit München vergleichen, das allerdings wiederum in Hinsicht seiner Lebensgewohnheiten 290 und der Art und Weise des Verkehrs gänzlich mit jenem contrastirt. Jedenfalls aber wird derjenige, der Brüssel besucht, nicht mit weniger Befriedigung an die dort verlebten Tage zurückdenken, als derjenige, den seine Schritte zur Bavaria und den Franenthürmen — und nicht zuletzt auch zum Hofbräuhause führen. (Fortsetzung folgt.) --sr-v-es—-- Ein nruer Apostel der Aussätzigen aus dem Vencdl'ctiuer-Ordrn. (Von k. M. K., Archivar im Benedictinerstifte Raigern.) Wen erinnert nicht diese Aufschrift schon an den heldenmüthigen Apostel Pater Damian, der sich im Dienste für diese Unglücklichen geopfert und zum Märtyrer geworden ist? Eines gleich heldenmüthigen Apostels der christlichen Liebe kann sich auch der Benedictinerorden in der Gegenwart rühmen. Es ist dies Dom Sauton, Mönch von Ligugs in Frankreich. Eine kurze Notiz über denselben in der Augsburger Postztg. Nr. 44 vom 22. Februar d. I. berichtete unlängst: „D. S., ein Mönch des Benedictinerordens, der medicinische Studien durchgemacht hat, ist von der französischen Regierung beauftragt worden, Untersuchungen über den Aussatz in Scandinavien, Finnland, der Türkei, Kleinasien, Griechenland und Aegypten anzustellen. Nach Beendigung derselben soll er nach Paris zurückkehren und die von ihm niedergelegten Resultate dem Professor Pasteur überliefern, damit dieser, wenn möglich, ein Heilmittel gegen die Krankheit auffinde." — Die Ehre unseres Ordens, sowie die Gerechtigkeit, dem hochw. Herrn Sauton gegenüber erfordert eine Berichtigung und Ergänzung dieser Notiz, zu der wir einen längeren Artikel des „Lullsiin äs 1'^88Sointion äs Lainb-ÜIartin" (herausgegeben von der Benedictinerabtei in Ligugs) im Januarhefte 1894, Seite 35 und folgende, benützen, der sich wieder auf einen in der Revue Gsnsrale von Brüssel vom 1. December 1893 unter der Rubrik „Guussris soisubiLius" von Abbs Lefebure geschriebenen Artikel beruft. Der junge, damals vierzehnjährige Joseph Sauton sah im Verlaufe des Krieges 1870 mit Bewunderung, wie sich sein Vater, ein ausgezeichneter Katholik, vr. Sauton, ganz der leiblichen und geistigen Pflege der armen Verwundeten hingab, und half ihm hierbei emsig damals schon im väterlichen Hause, das zu einem Spitale eingerichtet worden war. Sein Entschluß stand fest, auch er wollte Mediciuer werden, um sich ganz der leidenden Menschheit widmen zu können. Er studirte mit bestem Erfolge Medicin und fand dann Verwendung als Assistenzarzt in einem Pariser Hospitale. Im Jahre 1884 erkannte der junge Doctor plötzlich, welch' höheren Werth und welch' schönere Aufgabe der Arzt der Seelen habe, und entschloß sich, die Heilung der leiblich Kranken zugleich mit der der leidenden Seelen zu seiner Lebensaufgabe zu machen — der Mediciner wurde Mönch. Zehn Jahre lang widmete er alle seine Seelenkräfte dem Gebete, der Betrachtung und der Vorbereitung für feinen ihm von Gott gesetzten Beruf. Am Vorabende seiner feierlichen Profeß sprach sein Oberer zu ihm: „Der Mönch ist ein Diener der Kirche, Sie werden Ihr Doctordiplom dem Dienste der Kirche opfern." Im Verlaufe der Jahre erkannte Sauton fortan seine Kräfte wachsen, seinen Beruf sich stärken, seine Projecte immer klarer werden. Als Religiöse, Priester und Mediciner widmete Dr. Sauton oder Dom Sauton, wie er fortan hieß, sein Studium und seine Liebe immer mehr einer der schrecklichsten Krankheiten, die die Menschheit verheeren, dem Aussatze. Bei all' dem wollte er aber Mönch bleiben und seine ganze Kraft auf den Gehorsam stützen. Und in der That, die Ermuthigung seitens aller seiner Oberen und der Gehorsam gegen sie lieferten ihm hinreichende Bürgschaft dafttr, daß Alles gut von Statten gehen werde. „Das Werk des Aussätzigen", sagt er selbst, „ist ein Act deS Glaubens, ein Act des Gehorsams." Endlich legte sein Abt den ganzen Plan deS Mönch- Doctors dem Papste vor, und Leo XIII. segnete das Werk und dessen Unternehmer; er sprach ihm Muth zu und ertheilte ihm ein apostolisches Jndult als Mönch- Missionar, der jedoch stets dem Abte von Ligugs unterstehen soll ssrvatis rnormstieus xrolssmonis vinoulis st xrivilsAÜs. Bald hierauf empfahl ihn auch ein Breve der Propaganda an alle Bischöfe und apostolischen Vicare. Die gleichen Dispensen und Empfehlungen erhielt auch Dom Sautons Bruder, der Abbs Carl Sauton, Vicaire von Nogent le Natron, der sich an demselben Werke betheiligen wollte. Nachdem so die religiöse Seite seiner Mission gesichert war, mußte Dom Sauton auch die Menschliche Seite sichern. Von vielen Seiten wurden ihm öffentliche Unterstützungen zugesichert, warme Anempfehlungen gab ihm der Präsident der medicinischen Akademie und mehrere Mitglieder derselben. Der bekannte Dr. Pasteur schrieb am 3. Mai 1893: „Ich bin voll Bewunderung über die Opferwilligkeit und Hingabe des Dr. Sauton; eine Unterredung mit ihm hat mich davon überzeugt, daß dieser junge Doctor ganz gut unterrichtet und festen Willens ist, sich einer fast heiligen Mission zu widmen; ich spreche hier gerne meinen innigen Wunsch aus, es möchten diesem beherzten Missionär alle möglichen Erleichterungen zu Theil werden!" Bald hierauf erhielt Dom Sauton auch von der französischen Regierung eine formelle schriftliche Unterstützung für seine wissenschaftliche Mission, wodurch ihm freundliche Aufnahme und der Schutz der auswärtigen Mächte gesichert wurde. Alle diese Ehrungen waren wohl nützlich und werthvoll, aber die schlimmste aller Schwierigkeiten, die Geldfrage, wurde nun dringend. Das Werk christlicher Liebe, das der Missionär unternehmen wollte, mußte nothwendig große Kosten verursachen: Der Gelehrte benöthigte für sich ein tragbares Laboratorium für Mikroskopie und Bacteriologie, abgesehen vom Gepäcke und den Medica- menten. Auf der Insel der Aussätzigen, zu Molokai, wo sich Dom Sauton und sein Bruder niederlassen wollten, mußten überdies beide im Vireine mit den Nachfolgern ?. Damian's Alles aufbieten, um ein Hospital und ein Versuchslaboratorium einrichten zu können. Beide Brüder waren gerne bereit zu Kosten für ihre Person, aber unmöglich war es ihnen, Alles zu bestreiten aus eigenem Gelde. Sie riefen daher die christliche Nächstenliebe an, um ihnen beizustehen. Leider ist es nur zu bekannt, wie solche Bitten im Allgemeinen Aufnahme finden, da man da stets arm und überbürdet zu sein vorgiebt. Einiges Almosen erhielten sie doch; überdies wiegt bei derartig großartigen Unternehmungen der Muth das Geld auf, und diesen besaßen sie. Hiervon gab Dom Sauton gleich einen Beleg ab, als er am 8. August 1893 seine Reise nach Norwegen antrat, wiewohl er kaum den vierten Theil der nothwendigen Kosten noch beisammen hatte. 291 Er hätte als Reisebegleiter und Dolmetsch einen alten Missionär aus Finmarck mitnehmen sollen, allein seine geringen Mittel erlaubten dies nicht, und er reiste ganz allein ab. Am 13. August v. I. kam er nach Christiania, wo ihn der apostolische Vicar v'ou Norwegen, Msgr. Fallize, mit offenen Armen aufnahm und ihm alle Vollmachten der apostolischen Missionäre verlieh. Am 19. August schiffte er sich von Christiania nach Bergen über, wo er fünfzehn Tage bei den dortigen Aussätzigen zubrachte. Seinem Neifcprogramme gemäß wollte er hierauf die gefährlichen Küsten der Loffoden-Jnseln besuchen, sodann Vesteraalen und die trostlosen Gegenden von Lapp- land und Finmarck. Fünfzehn Tage nach erfolgter Durchforschung Finmarks verließ er am 29. September Hammer- fest, die nördlichste Stadt der Welt, überall als Priester und Benedictiner von Ligugs auftretend; auch las er an allen Sonntagen in den katholischen Missionsstationen das Hochamt. Alle Zeitungen des Landes brachten Notizen von ihm als einem vorn Papste autorisirten Bene- dictiner-Mönch, und alle Localblätter meldeten von seiner Ankunft wie von seiner Abreise. Am 12. October kehrte Dom Sauton in mehr civilisirte Gegenden zurück, durchzog gegen Norden Schweden und begab sich nach Stockholm, wo er mit N. P. Moro, früherm Almosenier am schwedischen Hofe, nun Prior der Barnabiten zu Paris, zusammentraf, der gerade damals in Stockholm eine Reihe von Conferenzen hielt und unserm Reisenden zu dessen großer Freude erneute Beweise seiner väterlichen Zuneigung gab. Auch Msgr. Bitter, der apostolische Vicar von Schweden, nahm den Doclor der Aussätzigen, den er den „Apostel der Liebe" nannte, mit großer Herzlichkeit auf. Aber Dom Sauton mußte nun darauf bedacht sein, sich Erfahrungen in der Cur zu sammeln. Hohe und schätzbare Sympathien für ihn waren erwacht, und die norwegische Regierung sandte ihm ein königliches Decret zu, unterzeichnet im Ministerrathe vom 8. November, durch das gnädigst entschieden war, daß es dem Doctor Sauton gestattet sei, die Aussätzigen im Königreiche zu behandeln mit all den Rechtsverbindlichkeiten und Verpflichtungen, wie sie norwegische Doctoren besitzen. Gleichzeitig traf die Regierung mit Dr. Kamin, dem Direclor der Aussätzigen-Anstalt zu Molde, ein Ucbereinkommen, das dem französischen Doctor die Krankcnsäle und alle Erleichterungen für seine Arbeiten zur Verfügung stellte. Diese Begünstigungen seitens einer lutherischen Regierung und die öffentliche Stellung, die dem Mönchdoctor während seines Aufenthaltes in Norwegen zugewiesen wurde, sind umso höher anzuschlagen, als vr. Sauton in dem Berichte an den König und den Ministerrath ausdrücklich „katholischer Priester und Benedictinermönch" genannt wird. Es ist dies gewiß ein würdiger und weiser Act der Toleranz, der dem scandinavischen Reiche alle Ehre macht. Diese osficielle Anstellung an der Aussätzigen-Anstalt in Molde legte unserem Mitbruder die Verpflichtung auf, sein wissenschaftliches, medicinisches Material zu erneuern und zu ergänzen, weshalb er sich nach Frankreich begeben mußte. Am 26. November verließ er Christiania mit einer osficiellen, sehr lobenden Bescheinigung von Msgr. Fallize über seine in Norwegen gemachten Studien an den Aussätzigen. Auf seiner Rückreise zog er sein Mönchsgewand wieder an und kam bald glücklich in seinem Kloster St.-Martin in Ltgugä au. Dom Sauton beansprucht keineswegs den Ruhm, neue Entdeckungen gemacht oder geheime Mittel und Versuche gebraucht zu haben. Er befolgte bei der Behandlung der so schrecklichen Krankheit des Aussatzes bisher eine sehr weise Methode; denn die bisherigen Mittel gegen dieselbe sind noch sehr schwach und ungewiß. Es handelt sich darum, eine heilbringende Behandlung zu finden. Gebe Gott, daß seine Arbeiten von günstigem Erfolge begleitet sein möchten! Die aufopfernde Liebe ?. Damians war zweifelsohne eine heroische und aller Bewunderung werth. Alles Lobes Werth sind ferner die Verdienste einer alten Christin, Miß Kate Marsden mit Namen, die sich demselben Liebeswerke widmete; mit Recht bewundert man die Missionäre, die in Molokai, Mandalay, in Japan und sonstwo sich der Obsorge um die Aussätzigen widmen. Sie Alle opfern ihr Leben und bringen den armen, von aller Welt Verlassenen die Tröstungen des Himmels. Aber all diese Hingabe, diese Opfer der Missionäre sind theilweise noch unfruchtbar und kommen nur Wenigen zu Gute. Wie viele Tausende von Aussätzigen in Rußland, der Türkei, in Birmanien, in China und Japan rc. sind noch hilflos! Dom Sauton will nun all diese Hingabe fruchtbar machen und es den katholischen Missionären ermöglichen, Körper und Geist der armen Aussätzigen zugleich zu heilen. Eine Beschreibung dieser Krankheit, ohnehin aus den Schilderungen ?. Damians theilweise bekannt, sei uns hier erspart. Dom Sauton ist Priester und Arzt. Nicht ohne Rührung kann man nachfolgenden Auszug aus einem seiner Briefe lesen, den er Ende September mitten aus Lappland absandte: „Was ich beabsichtige," schreibt er, „ist:' das Loos und die Lebensbedingungen dieser Unglücklichen zu verbessern; abgeschlossen in den Anstalten für sie, sind sie auch abgeschlossen unter einander, nur das Unglück vereinigt sie, denn jeder trägt an sich das Siegel der Trauer und gar hünfig das der Verzweiflung; sie scheinen sich Einer vor dem Andern zu schämen. Ich will ihre Herzen erwärmen, ihren Muth stählen, in ihre traurige Existenz einen Strahl des Lichtes und der Hoffnung bringen; ich will ihnen zeigen, daß sie nicht mehr verlassen sind. Diese moralische Behandlung soll Hand in Hand gehen mit rationeller, heilkräftiger Behandlung ihrer Krankheit... . Letzthin besuchte ich ein armes aussätziges Weib; sie selbst glaubte für mich ein Gegenstand des Schreckens zu sein, das sah ich ihr an; sie fragte mich, wie ich mich für sie interessiren könne, da ich ihre Sprache gar nicht verstehe; ich fragte sie ruhig aus, sagte ihr tröstende Worte, sie lächelte und öffnete ihre großen Augen; Bewegung, Furcht und Ueberraschung las ich in ihrem Blicke. Alles scheint für sie ein Traum zu sein, sie begann zu hoffen." Wie der h. Martin, Bischof von Tours, durch einen Kuß — so erzählt die Legende — einen Aussätzigen heilte, so versucht es nun einer seiner Söhne aus dem diesem Heiligen geweihten Kloster zu Ligugs, sich dem Dienste dieser Unglücklichen zu opfern, so erwachen die alten mo- nastischeu Traditionen. Dom Santon hat allerdings schon auch bittere Erfahrungen gemacht; allein kein großes, Gott wohlgefälliges Werk bleibt ohne diese. Zurückgekehrt vor Kurzem in seine Zelle zu Ligugö, nimmt er wieder seinen Platz im Chor ein und schöpft neue Kräfte für sein Werk im Gebete. Seine Mitbrüder achten ihn und sind glücklich, ihn wieder in ihrer Mitte zu haben. Doch wird sein Aufenthalt hier nur ein kurzer sein. Wie der letzte Bericht von Ligugs lautet, reist Dom Sauton dem- nächst nach Paris ab, um hier seine letzten Vorbereitungen für seine Liebesmission zu treffen uud seinen Bruder abzuholen. Ueber Dom Sautons weitere Schicksale und die seiner Mission hoffen wir unseren Lesern seiner Zeit wieder Mittheilungen bringen zu können. -"-S^k-LS--.- ALLevLer. Die großen Fasten von sechs Wochen, die in Rußland dem fürchterlichen Rausch der Butterwoche folgen, bekommen vielleicht am besten den Aerzten. Nach ihnen ist die Nachfrage um diese Zeit — vor Kurzem hat sie ihren Anfang genommen — ungewöhnlich stark. In der ersten Woche haben sie wirklich ernsthaft damit zu thun, die zahllosen kranken Magen, die sich während der Butterwoche übergessen und übertrunken haben, in feste Behandlung zu nehmen und den Besitzer wieder in einen gewissen Normalzustand zu versetzen. Nachher aber muß ihr Wissen, wenn sie anders sich auf ihre Patienten verstehen, einem allgemeinen menschenfreundlichen Wohlwollen weichen. Auch der Russe von heute thut sich etwas darauf zu gute, „nach Kräften" die nicht allzu leichten Satzungen seiner Kirche zu befolgen. Nach Kräften — denn der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Uud dieses schwache Fleisch hat eine unbezwingbare Sehnsucht nach festem, gutem Fleisch und nach jenem gebrannten Wässerchen, das der Russe Wotka nenut. Der Arzt wird herbeigeholt. Er untersucht den Kranken mit rühmlicher Gewissenhaftigkeit und sagt dann mit tiefernstem Gesicht: „Iwan Jwanitsch, ich weiß, Sie sind ein guter Christ. Ich habe das immer an Ihnen geachtet, und es wäre verächtlich, wenn Sie nicht fasten wollten. Aber es giebt Ausnahmen, Iwan Jwanitsch, wo der Mensch sich schonen muß, damit er später die heiligen Gebräuche der Kirche um so besser erfüllen kann. Wollen Sie sich dem Tode in die Arme stürzen? Nein, das dürfen Sie nicht. Sie sind elend, Iwan Jwanitsch; ich verordne Ihnen, ich befehle Ihnen, Sie müssen drei Tage hindurch Fleisch essen und Stärkendes dazu trinken, Portwein oder so etwas. Nach drei Tagen werde ich Sie wieder besuchen. Iwan Jwanitsch sieht den Doktor mit einem dankbaren Seufzer an und händigt ihm einen Rothen (Zehnrubelschein) ein. Dann theilt er seiner Familie die betrübsame Thatsache mit und läßt sich ein Filet und eine Flasche „Gereinigten" bringen. So stärkt er seinen Magen uud hält sein Gewissen rein. Die Wan-Stämme in Birma — so berichtet der „Globus" — sind uns jetzt durch I. G. Scott bekannt geworden, der über die bei ihnen in ganz außergewöhnlichem Maße gebräuchliche Kopfjägerei viel zu erzählen weiß. Sie wohnen östlich vom Salwin in West-Manglun im Gebiete der Schau und werden in zahme, die ihr Haar lang wachsen lassen, und wilde, die es abschneiden, geschieden. Die Dörfer der wilden sind durch gute Straßen mit einander verbunden; die Leute sind vortreffliche Ackerbauer und umgänglich. Aber Trunkenheit, Unsauberkeit, das Verzehren von Hunden und vor Allem Kopfjägern sind bei ihnen herrschend. An jedem Ende des Dorfes steht eine Neisschnapsbrennerei, der tüchtig zugesprochen wird; auch ißt man Opium, raucht es aber nur selten. Der Zugang zu den Dörfern wird stets durch eine Allee von Schädeln eröffnet, die auf Pfühle gesteckt sind. Das ärmste Dorf zeigt deren mindestens ein Dutzend; die reicheren schmücken aber den Zugang mit hundert und mehr Menschenschädeln. Alljährlich zur Zeit der Ernten werden Schädel geopfert, am liebsten diejenigen von hervorragenden Leuten oder Fremdlingen, und die Gemeinden, welche solche Schädel nicht durch Mord erlangen können, suchen sie zu kaufen. Die frischen Köpfe werden in Körben an Bäumen aufgehängt, wo sie bleichen; dann erst wird der Schädel feierlich in der Allee aufgestellt. Eine Priesterkaste besteht bei den Wan nicht. Scott meint, daß er und seine Geführten die ersten Fremden waren, die dem blutdürstigen Volke keinen Schädcltribut leisteten. -- Dem verewigte» Sänger des Ave Maria nnd der Dreizeßukinden. Wonnig weiches LenzeSweben webt und waltet in der Runde Stuf den sonnig liebten Hohen, in des Thales grünem Grunde. Horch, aus fernen Sachsengauen dröhnt so dumpf die Trauerkunde: „Todt und stumm ruht unser Sänger mit dem liederreichen Munde." Sangst so süß die Himmclsgrüße, die von Engels Lippen klangen; Priesest hoch des Kreuzes Helden, die zu deutschen Forsten drangen; NordlandSvclk undNordlandSbilderD-iner Meisterhand gelangen: Doch Wer zählt die Licdcrströme, welche Teinem Quell entsprangen? Goß die Bosheit neuer Heiden aus des leeren Witzes Schale Wider Gott und Seine Kirche uud des Jenseits Ideale: GeisteSmäebiig, wortgewali-g saugst Du, herrlicher Westseite, Und Dein Saug erklang wie Glocken bei des Festtags Purpurflrahle Christenglaube, Eottesliekc rauscht aus Deiner Weserwelle; Deutsches Wesen, ehrlich, männlich, klingt in Deinen Saiten helle; Wer hat so wie Du geschildert deutschen Volkes Segensguelle, Treuer Kirche Mutlersorgcn und Kultur der Klosterzelle? Eichenlaub und Lorbeerblätter wirbeln mit des Herbstes Winden. Unverwclklich uud unsterblich blühen Deine Dreizehnlinden. Leuchtend wird Dein Name prangen, wenn im Flug die Jahre schwinden; Dankbar wird die späte Nachwelt Licht bei Dir und Wonne finden. In der Ostern Gnadcntagen schiedest Du von unsern Auen. „Sei ihm mildreich, höchster Richter!" fleht dieLi-be voll Vertrauen. „Laß ihn, der von Dir gesungen, reinste Königin der Franc», Ewig Jubellicder singen, selig Deinen Jesus schauen!" N. a. D. (Overpfalz), am 16. April 1591. Oautor Llarianns. ---S8WSS-«-- AriLHurogriixh. 1 2 3 4 5 6 7 ist Ein wildes Thier, wie ihr wohl wißt. 3 4 5 1 ein edler Stein, 4 2 6 1 und 2 ist klein, ES ruht verborgen tief im Meer, Doch unsre Damen lieben's sehr. 3 2 und 1 wird viel gebraucht, Manch' Speise wird hineingetaucht, 5 7 2 1 2 heißt manche Dame, 1 2 und 3 ist ein Männernamc, 5 1 3 2 ist ein Gewächs Und Zwei nennt man 4 5 5 6. (L. L.) Auflösung des Bilder-NSthsels in Nr. 35: Spielhagen. - » 4 » v > I >-