4) zsr -V PostMung". ^L44. Ircitag, den 1. Juni ^ - 1864» <> / «c- - Mr die Redaction verantwortlich: Philipp Frick in AnaSburg. Druck und Verlag des Literarischen Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg (Vorbesitzer vr. Max Huttler). Tante Kanna's Geheimniß. Original-Roman von E. von Linden. (Fortsetzung.) War diese plötzliche Ruhe eine erkünstelte oder ein neues krankhaftes Symptom? Diese Frage hatte vom psychologischen Standpunkte aus ein großes Interesse für den Arzt, und sein scharfes Auge ruhte prüfend auf dem feinen Profil, das wie aus Marmor gemeißelt erschien, der schöngeformten, etwas großen Hand, welche jetzt keine Spur der vorherigen Erregung, nicht das leiseste Zittern mehr zeigte. Sie reichte ihm den Bogen Papier, — rasch überflog sein Blick das Geschriebene. Er wunderte sich über den klaren, knappen Gedankengang, mit welchem sie ihm ihre Vollmacht ertheilte, mit Herrn Julius Steindorf dahin zu verhandeln, daß die Heirath ihres leidenden Zustandes halber auf eine unbestimmte Zeit hinausgeschoben werde, damit beide Theile die nöthige Frist zur Sclbstprüfnng hätten und eine kindische Ueberstürznng bei einem so hochheiligen Schritte ausgeschlossen bliebe. Sie wünsche diese Frist in völliger Trennung von ihm zu verleben und wäre, falls Herr Steindorf unter diesen Verhältnissen auf einer Aufhebung der Verlobung bestände, zu jedem Opfer, was ihr Vermögen anbelange, bereit. — Herr Doctor Peters habe nach dieser Richtung hin die unumschränkteste Vollmacht znm Handeln von ihr erhalten. „An und für sich betrachtet," bemerkte der Doctor, den Bogen zusammenfaltend und sorgsam in seine Brieftasche legend, „wäre dieß jetzt eigentlich die Domäne Ihres Sachwalters. Doch hoffe auch ich als Ihr aufrichtiger Freund Ihr Glück in einer Weise zu fördern, daß Sie die so vollständig abhanden gekommene Harmonie Ihres Wesens wiederfinden. Und die Adresse dort darf ich auch mitnehmen?" Armgard schnitt das Couvert auf, zog den Brief an ihren Verlobten hervor und warf denselben in den Schreibtisch. Dann überreichte sie das Couvert dem Arzte, verschloß den Tisch und erhob sich, um Schirm und Handschuhe wieder zu nehmen. „Ich habe lange auf mich warteu lassen, mein alter Conrad wird eingeschlafen und die Pferde ungeduldig geworden sein," sprach sie ruhig mit einem schattenhaften Lächeln. „Kommen Sie, lieber Doctor, ich muß jetzt fort." „Täusche ich mich, Fräulein Armgard, oder sind Sie wirklich ruhiger geworden?" Doctor Peters sah ihr bei diesen Worten forschend in die Augen. „Ich bin's in der That, — weiß ich doch, daß das Wohl und Wehe meiner Zukunft in Ihren Händen jetzt ruht, mein väterlicher Freund, und daß ein treues, aufrichtiges Herz mich nicht verkennt. Haben Sie Dank dafür, daß Sie die Qual jener tödtlichen Ruhelosigkeit von meiner Seele genommen." Sie drückte' ihm krampfhaft die Hand und eilte hinaus, während der alte Herr langsam folgte und noch eine Weile dem Wagen nachfolgte, bis er um eine Ecke verschwunden war. * * * Herr Julius Steindorf flanirte mittlerweile in der romantischen Gegend des haunoverschen Leinethals umher, genoß die Reize der Natur, sowie die einer wohl- besetzien Tafel in den besten Hotels, da es ihm an guten Banknoten nicht mangelte, und trug viel mehr den wohlsituirten Lebemann und glücklichen Besitzer einer reichen Braut als den trauernden Vater zur Schau. Er besuchte auch die Universitätsstadt Göttingen wo er einst studirt, vermied es aber, alte Freunde und Bekannte aufzustöbern, indem er sich damit begnügte, das studentische Treiben zu beobachten und die Zeit todtzuschlagen. Hier wollte ihn Doctor Peters treffen, weil Steindorf seiner Braut diese Stadt für ihr Antwortschreiben bezeichnet hatte. Man sagte dem Doctor im Hotel, daß Herr Steindorf einen Ausflug nach Mariaspriug, einem reizenden Vergnügungspunkt der Umgegend, unternommen habe. Dem alten Arzte, der hier ebenfalls studirt, ging das Herz auf beim Anblick der E rinncrungsstätte seiner schönsten Jahre, doch durfte er nicht rechts noch links schauen, da seine Mission diesem Manne gegenüber eine äußerst schwierige war. So rüstete er sich denn zur Mensur, wie er sich sagte, um einem Kampf auf Leben und Tod entgegenzugehen. Herr Steindorf saß behaglich vor einer Flasche Wein und einem guten Imbiß, als Dr. Peters, den Hut lüftend, auf ihn zutrat. DaS scharfe Auge des alten Herrn bemerkte es sehr wohl, daß sich Steindorf's Gesicht bei seinem Anblick verfinsterte und ein stechender Blick wie ein Fragezeichen ihn traf. 334 „Ich habe Sie bereits in Ihrem Hotel gesucht, Herr Steindorf l" nahm der Doctor nach der ersten Begrüßung sofort das Wort, „und darf mit Ihrer Erlaubniß wohl gleich losschießen, das heißt auf den Hauptzweck meines Hierseins kommen." Julius Steiudorf sah ihn befremdend an und verbeugte sich zustimmend. „Ich komme nämlich im Auftrage Ihrer Braut," fuhr Dr. Peters rasch fort, „und muß Ihnen von vornherein bemerken, daß dieser Auftrag sehr heikler Natur ist, weßhalb ich bitte, sich nicht zu Ungehörigkeiten gegen Mich fortreißen zu lassen. Sie werden sich jedenfalls erinnern, daß ich bereits Hausarzt bei den seligen Eltern des Fräuleins gewesen bin, demnach in ihrem Haufe eine Art Vertrauensstellung einnehme." Wieder verbeugte sich Steindorf schweigend, ohne dem Doctor auch nur eine Linie breit entgegen zu kommen. Der alte Herr räusperie sich und fuhr dann nach kurzem Nachdenken wieder fort: „Also, um es kurz zu machen, Fräulein Armgard Holten, deren Arzt ich ja auch jüngst nach der beklagenswerthen Katastrophe gewesen, ist noch sehr leidend, das heißt körperlich leidlich gesund, während ihr Seelenzustand die sorgsamste Berücksichtigung erfordert. Die Nebcrstnrzung des Aufgebots nach der kurzen Verlobung hat alle Welt, mich aber ganz besonders in Erstaunen gesetzt, weßhalb die ärztliche Pflicht mir gebietet, Protest dagegen einzulegen." „Ah!" machte Steindorf, das Glas, welches er soeben zum Munde führen wollte, rasch niedersetzend und den Doctor erwartungsvoll anblickend. „Ich habe Ihrer Braut davon Mittheilung gemacht, und sie mußte mir einräumen, daß ihr jetziger Seelenzustand ein zu qualvoller ist, um ihre körperliche Gesundheit nicht über kurz oder lang gänzlich zu untergraben. Die blutige Katastrophe hat sie seelisch derartig aus dem Gleichgewicht gebracht, daß ich es ebenso wenig fasse, weßhalb Sie nicht mindestens das übliche Trauerjahr um Ihr Tochterchen innegehalten, als daß Fräulein Holten sich Ihrem Wunsche oder Willen hierin so apathisch hat unterordnen können." „Sind Sie zu Ende?" fragte Steindorf, als der Doctor schwieg. „Bewahre, wir sind ja erst am Anfang, doch dürfte ich immerhin eine Antwort von Ihnen erwarten." „Die soll Ihnen werden, mein Herr Doctor! Bevor ich indeß weiter mit Ihnen rede, werden Sie mir hoffentlich irgend eine Vollmacht von meiner Braut, welche Sie zu solcher Rederei mir gegenüber berechtigt, vorzeigen können." „Versteht sich, das ist ganz in der Ordnung," erwiderte Dr. Peters, bedächtig seine Brieftasche hervorziehend und derselben den zusammengefalteten Bogen entnehmend. Er bemerkte dabei sehr wohl die nervöse Unruhe in den Augen seines Gegners, den diese Umständlichkeit in eine stille Wuth versetzte. Der Doctor war boshaft genug, sich darüber zu freuen. „Bitte, lesen Sie, Herr Steindorf!" Dieser nahm den Bogen und überflog ihn hastig, wobei seine Augen einen immer starreren Ausdruck annahmen. Plötzlich ballte er das Papier zusammen und warf es mit einem kurzen, verächtlichen Auflachen auf den Tisch. „Was hat man Ihnen dafür gezahlt oder versprochen, um dieses Kunststück fertig zu bringen?" fragte er, mit einer verächtlichen Bewegung sich erhebend. „Weßhalb haben Sie meine Braut nicht gleich der Sicherheit halber in eine Heilanstalt gebracht? Oder glauben Sie wirklich, mich mit einer solchen groben Spiegelfechterei täuschen, meine Braut mir abwendig, das bereits erfolgte Aufgebot rückgängig machen zu können? — Oho, mein Herr Doctor, Sie sollen mich kennen lernen, da meine Braut ganz offenbar unter dem Einflüsse Ihres ärztlichen Zwanges hat handeln müssen. Ich Ihrer Vollmacht mich beugen, mit Ihnen um mein gutes Recht, um mein Glück feilschen? — Niemals! Ich bin Mannes genug, Ihnen und der ganzen Welt den Handschuh hinzuwerfen, melden Sie das Ihren eigentlichen Auftraggebern." „Sie täuschen sich ganz gewaltig, mein lieber Herr!" versetzte der Doctor, ruhig den zerknüllten Bogen wieder glättend, „es läge sicherlich in Ihrem Vortheil, sich mit mir zu verständigen, da Fräulein Holten Sie durchaus nicht liebt?" „Das hat sie Ihnen gesagt?" „Steht denn das nicht deutlich genug zwischen diesen von ihrer Hand niedergeschriebenen Zeilen? — Das müßte denn doch ein Blinder sehen, daß die Hand nicht dabei gezittert, das Herz sich also durchaus nicht erregt hat. Doch, wie Sie wollen, mein werther Herr! — Nur soviel sei noch gesagt, daß diese Vollmacht sofort nach meiner Heimkehr gesetzliche Kraft erhalten wird. Sie können in diesem Augenblick noch Ihre Forderung nach Belieben aufstellen, später wird man Sie als Fremden behandeln. Daß Ihre Liebe für Fräulein Armgard so groß ist, um einen verzweifelten Schritt zu befürchten, glaube ich nicht, mein bester Herr Steindorf, also —" „Genug, Herr Doctor!" unterbrach ihn jener mit einer theatralischen Bewegung, „wir sind jetzt mit einander fertig, doch sollen Sie bald genug wieder von mir hören." Ohne Gruß eilte er mit großen Schritten fort, und kurz darauf hörte der Doctor von eigem Kellner, daß der Herr, welcher zu Pferde gekommen, soeben im Galopp davongespreugt fei. Dr. Peters ließ sich Bier bringen und lächelte still vor sich hin. Die alten Zeiten stiegen vor ihm auf, seine Jugend, die schönen Tage akademischer Freiheit, welche ihn hier in dem lieblichen Mariaspring so oft gesehen, bis er plötzlich erschreckt sich wieder auf die Gegenwart besann. „Donner und — nun setzt sich der heillose Mensch auf die Bahn und saust vor mir nach Edenhcim zurück, um die Arme wieder zu umgarnen." Er bezahlte eiligst, ließ seinen Wagen anspannen und fuhr nach Göttingen zurück. Nichtig, Herr Steindorf war mit dem gerade zur Abfahrt bereitstellenden Zuge schon nach der Heimath zurückgefahren, und Doctor Peters hatte einstweilen das Nachsehen. Er speiste dann mit großer Gemnthsruhe, weil der nächste Zug erst nach zwei Stunden von Frankfurt kam, und überlegte dabei, wie er dem Einflüsse des Sappermcnters bei der bedauernswerthen Armgard Holten begegnen könne, als plötzlich die Thür des Speisezimmers heftig aufgestoßen wurde und ein junger, ziemlich auffällig gekleideter Mann mit einem breitrandigen Strohhut auf dem knrzgeschorenen Kopf in großer Erregung hereinstürmte. 335 Der junge Mann, welcher den Ausländer stark zur Schau trug, ließ sich eiligst an der langen Tafel, wo nur wenige Herren speisten, nieder, schlug mit seinem Stock auf den Tisch und befahl dem herbeieilenden Kellner im brüsken Tone, ihm rasch das Beste, was in Küche und Keller vorhanden, herbeizuschaffen. Er warf dabei eine Doppelkrone auf den Tisch und fuchtelte ungeduldig mit dem goldbeknopften Stock umher, als Hütte er die größte Lust, die ganze Gesellschaft durchzu- hauen. „Warum auch nicht?" murmelte Dr. Peters, dem dieser Gedanke gekommen, „der Bursche scheint ja Geld genug zu haben. Wo in aller Welt ist mir dieses Gesicht — ach, das ist ja Mr. Janker, den ich droben im Försterhause mit dem Commissar traf; wo hatte ich denn nur meine Angen? Ob er mich nicht wiedererkennt?" Des Fremden Augen sielen in demselben Moment auf den Doctor und nahmen einen forschenden Ausdruck an. Der alte Herr verbeugte sich lächelnd. „Ich denke, wir sollten uns kennen," sagte er. „Calculire auch so," erwiderte Mr. Hilbrecht, „sind vielleicht der alte Doctor, welcher den armen Mr. Mar- bach heraus- oder hineinflickt, meine in die Erde, ha, ha, hal" Der Doctor verbeugte sich und lachte mit. Einem solchen Burschen etwas übel zu nehmen, — lächerlich. „Ja, ich bin Or. Peters," sagte er, „und Sie sind doch herüber gekommen, um den Schinderhannes mit einsangen zu helfen, der unsern armen Marbach so schändlich zugerichtet hat?" „Und den guten Jungen, den Mr. Warneck, um die Ecke gebracht hat, ^ss, 8ir, will den Schuft von William Prien einsangen, so wahr ich mich John Hilbrecht nenne. Hätte ich nur meinen Revolver bei mir gehabt, er wäre schon jetzt ein todter Mann gewesen." Der Doctor sah ihn ganz verblüfft an, hatte er's mit einem Betrunkenen oder Verrückten zu thun? „Wer wäre denn eigentlich von Ihnen mit dem Revolver befördert worden, Mr. Hilbrecht?" fragte er, ihn prüfend anblickend. „Mr. Prien, wer anders denn?" — Komme mit dem Zuge an, hab' die Kreuz und Quer nach einem Mr. Eckert gesucht, kann ihn nicht finden. Schlechte Polizeiwirthschaft, bzr llovs, wäre drüben schon längst eingesungen." „Wer ist Mr. Eckert?" „Detectiv, schreibt seine Adresse an den Mister vom Criminnl, — und ich reise hin, um Mr. Prien's Persönlichkeit festzustellen. — Keine Spur von einem Detectiv." „Er wird sich als solcher auch nicht declarirt haben, Mr. Hilbrecktl" sprach der Doctor, sich Kaffee bestellend und eine Cigarre anzündend. „Vielleicht hat er sich einen anderen Namen beigelegt. — Wie sind Sie denn eigentlich hierher gerathen?" „War da in einem Harzneste, weiß nicht mehr den Namen, fragte nach meinem Mann und erhielt eine Beschreibung, welche genau auf Mr. William Prien paßt. ^.11 riAbt, sage ich, und fahre nun von Ort zu Ort, verfolge wie ein Indianer die Spur und komme hierher. Als ich aussteige, will just ein anderer Zug abfahren, und wer springt in ein Coups? Mr. Prien. Ich wie der Blitz hinterher, — da saust der Zug fort und ich hab' das Nachsehen. Weiß aber nun, daß er hier ist, soll mir nicht entwischen, der olä bozr!" „Versteh' ich recht, so haben Sie den Menschen gesehen, den man in Verdacht hat, den Herrn Warneck erschossen zu haben," sagte der Doctor, nun selber ganz erregt. Der Amerikaner nickte. „Den Henker auch," fuhr vr. Peters fort, „daun müßte man ja sogleich hinterdrein. Hat der Bursche Sie gesehen und erkannt?" „Glaub' nicht, — schaute weder rechts noch links, schien es höllisch eilig zu haben. Müssen noch über zwei Stunden hier warten, oder Extrazug bezahlen. Wollen Sie mithalten, Sir?" „Was? ich einen Extrazug bezahlen?" rief der alte Herr ganz entsetzt, „das sollte mir einfallen, da eS mir im Grunde gleichgültig ist, ob der Mörder geköpft wird oder nicht." „Hckl ritz-Irt!" stimmte Mr. Hilbrecht, ihm zunickend, bei, „ist ganz vernünftig von Ihnen, Sir! — Ich aber will ihn hängen sehen, das will ich!" Er bekräftigte diesen Entschluß mit einem Faust- schlag auf den Tisch, welcher alles darauf Befindliche in's Schwanken brachte. „Guten Tag, Herr Doctor!" Mit diesem Gruß trat im selben Augenblick ein einfach, aber sehr anständig gekleideter Tourist, welcher seit einigen Minuten der Unterhaltung am Tisch mir sichtlichem Interesse gefolgt war, näher. Dr. Peters blickte den Herrn überrascht an und nickte dann freundlich. „Guten Tag, mein lieber Wolfius! — Was haben Sie denn hier in Göttiugen zu thun? Wollen Sie Umversitäts-Stndien machen?" „Herr Doctor haben immer einen Witz für mich in Bereitschaft," erwiderte Wolfius, dessen geheime Detectiv-Funciion der alte Herr nicht kannt", indem er ihn für einen gewöhnlichen Agenten hielt. „Ich habe einen Auftrag für Herrn Julius Steiudorf, den ich hier in Göttingen treffen sollte. Sie haben ihn wohl nicht gesehen, Herr Doctor?" „Herrn Steiudorf? — Gewiß habe ich ihn gesehen und auch gesprochen. Er ist jedoch mit dem vorigen Zuge nach Moorkirch zurückgefahren." „Ach, das ist schade," sagte Wolfius im bedauernden Tone, „hätte ihn so gern gesprochen, er sollte nämlich, wie es heißt, sich hier bei uns in der Nähe ankaufen wollen, und da habe ich ein prachtvolles Gut für ihn in Vorschlag. — Halb und halb ist mir die Geschichte auch nicht recht glaublich, da er mit seiner Braut ja das schönste Gut der Welt, das schuldenfreie Edenheim, erhält." „Allerdings," meinte der Doctor, „es müßte denn sein, daß er sich von der Frau unabhängig machen und ein eigenes Besitzthum dagegen in die Waagschale werfen will. Da könnte er am Ende nächstens sein väterliches Gut Noienhof zurückkaufen, da der arme Marbach wohl sterben wird." „Ach, was Sie sagen, Herr Doctor! — Er muß wirklich sterben?" rief Wolfius mit ungeheuchelter Theilnahme. „Der prächtige, junge Herr, wie mir das leid thut. Wenn man doch den Thäter packen könnte, wel- 336 cher die ganze Gegend unsicher macht und so viele Schandthaten auf dem Gewissen hat. Ich könnte den Verruchten mit kaltem Blute köpfen sehen." „Wollen ihn schon packen," sprach jetzt der Amerikaner, ingrimmig ausspuckend, dazwischen. „Kenne den Burschen wie meinen Augapfel, — ist mir diesmal entwischt, aber ich stelle ihn wieder, oder ich will verdammt sein." „Sie haben den wirklichen Mörder gesehen?" fragte Wolfius, dem eine leichte Nöthe als einziges Zeichen der Erregung in's Gesicht gestiegen war, mit halblauter Stimme. „^68, den wirklichen Mr. Prien, um desscntwillen ich von Amerika herüber gekommen bin." „Dann sollten Sie lieber etwas leiser sprechen," Meinte Wolfius, „der Bursche könnte Freunde haben, welche ihn warnen. Weßhalb haben Sie ihn denn nicht gepackt, und wo ist er geblieben?" „Konnte ich vielleicht hinter'm Zuge herlaufen, der ihn nach Moorkirch entführte? Dort treffe ich ihn, will seine Spur schon wiederfinden, hab' eine feine Nase darin. Brauche den deutschen Detectiv nicht, der sich irgendwo verkrochen hat." (Fortsetzung folgt.) -»-I-*-«—-- Passionsssiiel in Waal bei Bnchloe. * Es ist vielleicht nicht allgemein bekannt, daß die Darstellungen des Leidens und Sterbens des göttlichen Heilandes in Bayern oberstbehördlicher Genehmigung unterworfen sind, und dennoch ist es interessant, das zu wissen. Ich weiß nicht, welche Motive für diese Einschränkung maßgebend waren, aber ich bin der Meinung, daß eine solche Einschränkung, wenn der StaatSregierung an der Heilighaltung der Religion und dessen, was damit zusammenhängt, aufrichtig gelegen ist, das einzige Mittel ist, eine ärgernißerregende Prosanirung des heiligen Dramas hinianzuhalten. Es fehlt bekanntlich nicht an Solchen, welche die dramatische Darstellung der Passion des Herrn überhaupt nicht als zulässig erklären, eine Ansicht, über deren Stichhaltigkeit eine Untersuchung anzustellen ich mich nicht für berufen halte; wieder Andere sagen, einzig allein Oberammergau sei dazu berufen, die Passion würdig darzustellen, ein Standpunkt, der schon ein allgemeinerer genannt werden darf; mir aber erscheint zunächst als Haupterforderniß, daß bei derartigen Schaustellungen die Unternehmer sich wenn nicht von religiösen, so doch zum Allermindesten von idealen Absichten leiten lassen und jedes Spckulationsgclüste ausgeschlossen bleibe, was man ja auch bei den Oberammergauern gelten lassen kann, insoferne man den abfallenden Gewinn lediglich als nothwendiges Acquivalent für den großen Aufwand an Zeit und Kosten betrachtet. Wenn nun der Theaterverein in Waal sowohl die ministerielle als die oberhirtliche Genehmigung für Aufführung der Passion in seinem, für das profane Schauspiel wenigstens recht hübsch und zweckmäßig eingerichteten, im Jahre 1886 an Stelle des abgebrannten neu erstandenen Schauspielhause erlangt, so darf man wohl voraussetzen, daß an den betreffenden hohen Stellen die Intentionen dieses Vereins als löbliche erkannt worden und daß man sich von dem Vereine versah, daß er bestrebt sein werde, seine sich gestellte Aufgabe in würdiger, der Heiligkeit des Gegenstandes entsprechender Weise zu lösen. Daß löbliche Intentionen vorherrschen, geht wohl schon aus dem Umstände hervor, daß die ausschließlich dem Erwerbsstande angehörigen Darsteller auf jede persönliche Entlohnung verzichten und daS Neinerträgntß dem Kirchenrestaurationsfonds zufließen soll. Daß das Bestreben nach Würdigkeit vorhanden ist, diesen Eindruck machte mir trotz der nicht zu übersehenden kleinen Mängel, die zum größten Theile in der etwas übereilten Einstndirung und Vorbereitung begründet sind, die erste Aufführung ganz entschieden. Mit allzuhohen Ansprüchen darf man freilich nicht nach Waal kommen, vor Allem muß man verzichten, Vergleiche mit Oberammergau zu ziehen. Das ist schon aus dem Grunde unzulässig, weil die einmal vorhandene Bühne total verschieden ist von jener dort. Der großen Vortheile, welche die Freilichtbühne sowohl in Bezug auf Erzeugung von Stimmung als in Bezug auf perspektivische Wirkung vor dem geschlossenen, künstlich erhellten Theater voraus hat, sind die in Waal von vornherein verlustig. Kleine Verstöße und Mängel, welche in Oberammergau, weil der Beschauer weit weggerückt ist, kaum beachtet werden, fallen hier schon als sehr störende auf, was ich ebenso den Darstellern als den Zuschauern zu beherzigen geben möchte, letzter», um sie zu bestimmen, bei ihrer Kritik nicht das unerläßliche Wohlwollen vermissen zu lassen, dessen ja auch ich mich bei Betrachtung des Waaler Passionsspieles befleißigte. Wer mit einem gewissen Wohlwollen nach Waal kommt, der wird dasselbe gewiß nicht unbefriedigt verlassen. Dazu kommt noch, daß der Flecken an sich schon gelegentlich einmal eines Besuches werth ist. In einem grünen und, wie mir geschienen, auch fruchtbaren, durch viele Ortschaften belebten Thale gelegen, mit weithin sichtbarer Kirche und stattlichem Schlosse, dieses dem fürstlichen Hause von der Lehen gehörig, bietet derselbe mit seinen freundlichen, zwischen Gärten zerstreuten Häusern einen anmuthigen, idyllischen Anblick. Wer die langgestreckte, von der klaren, frischen Singold durchrieselte Hauptstraße entlang wandelt, kann mit einiger Phantasie sogar eine Aehnlichkeit mit der Hauptstraße in Oberammergau herausfinden, wenn er nicht an den dortigen malerischen Aufputz der Häuser denkt. Die mitten im Flecken liegende Kirche, vom Thurme abgesehen ein rein gothischer Bau, bietet zwar kein archäologisches oder besonderes künstle- risches Interesse, weist aber einen recht hübschen Schmuck an der Neuzeit entstammenden gothischen Altären und Glasgemälden auf. Das fürstliche Schloß macht auch in der Nähe gesehen einen stattlichen und trotz oder vielleicht wegen seiner einfachen Architektur auch vornehmen Eindruck. Der dasselbe umgebende stattliche Park, hinten durch eine schattige Kastanien-Allee begrenzt, von welcher aus ein prächtiger Ausblick auf die Gebirgskette, ist eines Fürstensitzes würdig. Das Theater liegt vor dem Orte draußen, der Weg dorthin führt vorüber an dem stark übertäubten Schloßkeller, an heißen Sommertagen bei frischem Trnnke wohl ein recht angenehmer Aufenthalt. Das Theater erinnert einigermaßen an jenes im Schießgraben zu Augsburg, nur ist es etwas größer und weist einen Vorbau und Unterbau aus Backsteinen auf. Beim Eintritte gemahnt sofort ein am Vorhänge angebrachtes, mit weißem Linnen drapirtes Kreuz an den Zweck, welchem das Haus zur Zeit dient. Es ist daS Erstemal, daß darin Passion gespielt wird, obwohl akten- mäßig Nachweisbar in Waal schon Passionsvorstellmigen stattgefunden haben in den Jahren 1815, 1828, 1849, » > 337 » 1875 und 1883. Daß die ersten Theatervorstellungen, welche unter Anleitung des Pfarrers v. Langen mantel schon Ende des vorigen Jahrhunderts in Waal stattgefunden, auch der Darstellung der Leidensgeschichte des Heilands gewidmet waren, ist mit Sicherheit anzunehmen. Als Grundlage für die diesjährigen Passionsdarstellungen, welche am Sonntag 20. Mai ihren Anfang genommen, wurde der ältere vorhandene Text genommen. Der Umstand, daß dieser gerade nicht zu den besten gehört, sowie der weitere, daß bei der Neubearbeitung vielfach über den biblischen Nahmen hinausgegangen wurde, daß überdies mehrere Hände an dem Ganzen herum- modelten, weil die erste Bearbeitung seitens der kirchlichen Behörden beanstandet werden mußte, war für das Ganze natürlich nicht von Vortheil. Die die einzelnen Szenen einleitenden Prologe hat Herr Präpa- randenlehrer Otto Kaufmann in Landsberg verfaßt. Besonderer Schwung und Glätte ist diesen Versen nicht nachzurühmen, aber sie sind dem Verständniß des Volkes angemessen und halten sich genau an die biblische Darstellung. Da sie zudem von Frln. Anna Huber und Frln. Hilfslchrerin Viktoria Kollmann mit großem Verständniß und gutabgepaßter Klangwirkung vorgetragen wurden, so verfehlten sie nicht, Stimmung und Eindruck zu machen. Die Chöre wurden entlehnt von Heinrich Fidelis Müller, Dechant in Amöneburg. Dieselben, in Verbindung mit lebenden Bildern schon unzähligemal aufgeführt, haben längst glänzend Probe bestanden. Sie erzielen ob ihrer äußerst gelungenen Harmonisirung, selbst mit wenigen Kräften vorgetragen, eine prächtige Klangwirkung, dabei sind sie, ohne geradezu einen kirchlichen Charakter zu haben, dem Texte genau angepaßt. Da sie zum Auswendiglernen ursprünglich nicht bestimmt waren und ziemlich geschulte Kräfte voraussetzen, so mag Herr Lehrer Lohmer ein schönes Stück Arbeit bei der Ein- studirung aufgewandt haben, denn die Chöre gingen, ob- schon bezüglich einer feineren Nuancirnug noch Manches geschehen kann, mit einer Sicherheit, die wir in demselben Maße auch der übrigen Ausführung gewünscht hätten. Gekleidet sind die Mitglieder des Chores, wie in Oberammergau, in griechisches Gewand, und ihr Auftreten ist ein würdiges, gemessenes. Trotz der erwähnten Müngel ist das Szenarium derart, daß, wenn Alles sicher klappt, was ja uach ein paar vorläufig noch als Proben zu betrachtenden Vorstellungen der Fall sein wird, recht wohl eine eben so dramatische wie erbauliche Wirkung möglich ist. Besonderes Augenmerk hat die Regie noch auf die Ensembles zu richten. Vor Allem müssen die Gruppenbil- dungen noch natürlicher, ungezwungener werden, was auf der kleinen Bühne allerdings seine Schwierigkeiten hat. Was in dieser Beziehung aber geleistet werden kann, das haben uns die Kraiburger gezeigt. Daß denen in Waal das Komödie-Spielen nichts Freuides ist, das läßt sich aus den Leistungen der meist auftretenden Schauspieler wohl erkennen. Man sieht da Verständniß für den Text, ziemlich routinirte Bewegung und bei Manchen sogar ein recht schönes Sichhineinleben in die Rolle. Es zeigte sich das selbst noch bei Jenen, die mit dem Memoriern noch nicht fertig geworden zu sein scheinen, wie beispielsweise beim Darsteller des Kaiphas, der übrigens merkwürdigerweise auch die größte Rolle hat. Eingeleitet wird die Vorstellung durch ein Präludium auf dem Harmonium, das auch zur Begleitung der Chöre dient, und dessen Klänge auch die kurzen Pausen auszufüllen haben. Gespielt wird es von Herrn Lehrer Lohmer. Alsdann folgt ein Vorspiel, uns vorführend, wie Papst Stephan I. in den Katakomben die Gläubigen zum Martyrium ermuntert, hinweisend auf den Kreuzestod des Erlösers, eine Szene, die nicht ganz ungeeignet ist, auf das kommende erhabene Drama den Sinn hinzulenken. An das Geschaute anknüpfend, weist der Prolog auf Golgatha hin, die Zuschauer ermahnend, nicht zum Vergnügen, sondern der Erbauung halber die Szenen aus der Passionsgeschichte zu schauen. Die erste derselben ist die Berathschlagung des Synedriums über die Habhaftmachnng des verhaßten „Nazareners". Da es hier sehr lebhaft zugeht und die priesterlichen Räthe ihrem Haß in den kräftigsten Tönen und Ausdrücken Lust machen, was sich ja bei größerer Entfernung der Bühne von den Zuhörern sehr gut machen würde, hier aber mehr den Anstrich des Spektakelhnften annimmt, so gelangt man nicht so recht in Stimmung. Diese kommt erst bei dem lebenden Bilde, darstellend das hl. Abendmahl, welches, ohne Uebertreibung gesagt, wunderschön gestellt ist, selbstredend unter Anwendung künstlicher Beleuchtungscffekte. Eigentlich handelnd tritt Jesus zuerst auf dem Oelberge auf. Und ich muß sagen, daß schon die äußere Erscheinung mich sofort gefesselt hat. Der Darsteller, Herr Posthalter Paul Stark, nebenbei bemerkt eine vortheilhaftere Gestalt als Hr. Mair in Oberammergau, versteht es, mit einer schlichten Würde und erhabenen Ruhe aufzutreten, die nicht leicht angelernt werden kann, sondern aus der Individualität selbst hervorgehen muß. Dabei spricht er mit edlem, nie in's Theatralische verfallendem Pathos. Und so wie er uns hier zum Erstenmale entgegengetreten, so hat er sich gehalten bis zum Schlüsse. Man darf mir glauben, mit solch einem „Christus" dürften auch die Oberammergauer sich sehen lassen. Den Vorgang auf dem Oelberge muß ich überhaupt als den gelungensten der ganzen Ausführung bezeichnen. Er würde noch mehr gewinnen, wenn der Engel mit dem Kelche nicht unmittelbar aus den Soffitten käme, was zu sehr au den mechanischen — überdieß nicht ganz geräuschlosen — Vorgang erinnert. Es folgen nun die Hin- und Herführnngen des gefangenen Heilandes vor das Synedrium, Pilatus, Herodes und wiederum Pilatus, die, so nothwendig sie auch zur ganzen Sache gehören, doch den Fluß des Dramas hemmen. Ein erhebender Nnhepunkt dazwischen war das Bild von der Dornenkrönung. Jene Scenen, in welchen Judas handelnd auftrat, waren dramatisch am belebtesten, da der Darsteller derselben, Hr. Knappich, mit großer Lebhaftigkeit agierte. Er hat mir wenigstens mehr imponirt, als sein Collega von Oberammergau. Der Austritt vor dem Gcrichtshause des Pilatus mit der Verurtheilung wurde recht lebhaft gegeben. An die imposante Massenwtrkung von Oberammergau, das Großartigste der ganzen dortigen Passionsdarstcllung, durfte man dabei freilich nicht denken. Hr. Baudrexl, Vorstand des Theatervereins, seines Zeichens Mctzgermeister, war ein stattlicher Pilatus. Die Rolle schreibt ihm so ziemlich ein polterndes Auftreten zu. Das, was dort von ihm verlangt wird, zu moderiren, sei ihm an's Herz gelegt. Auf dem Kreuzwege begegnet uns zum ersten Male die Mutter des Herrn, hier eine edle Erscheinung, wiedergegeben durch Frln. Thekla Würstle. Sie findet sich in den tragischen Ton, wie ich das bei Volksbühnen noch nie gefunden. Was oben vou dem Christusdarsteller mit Bezug auf Oberammergau 338 gesagt wurde, mag auch von ihr gelten. Die Kreuzigungsgruppe entbehrt eines wirksamen, malerischen Hintergrundes, war aber im Uebrigen von großer Würbe und Wirkung. Die Kreuzabnahme erfolgte in derselben Weise wie in Oberammergau, macht aber wegen zu großer Nähe der Bühne nicht den Eindruck wie dort. Den Schluß bildet die Auferstehung und als Apotheose die Verklärung des Auferstandenen mit Schlußchor, ein erhebender Abschluß. Wer, wie schon gesagt, mit Wohlwollen nach Waal geht, der wird wie ich am Abende bei der Heimfahrt (billige Fahrgelegenheit ist nämlich gegeben, obschon man auf dem näheren, aber durch keine Tafel angezeigten Fußwege ebenso schnell den Weg zwischen Buchloe und Waal macht) nicht ohne Befriedigung auf den traulichen Flecken zurückblicken, und wenn ihm dabei auch die Kette der Allgäuer Alpen nicht in so herrlicher Beleuchtung den Abschiedsgruß winkt, wie mir. Mögen diese Zeilen dazu beitragen, recht Viele nach Waal zu führen. Verdienen thun es die biederen Schwaben dort immerhin. A. Planer. -- Die AirMrtrger Weber zn Reichsstadt Zeiten. (Nachdruck verboten.) A. II. Ucbcreinstimmeud mit anderen Chronisten berichtet Paul von Stellen in seiner Geschichte der Heil. Nöm. Neichs Freyen Stadt Augsburg: „Anno 055 wurde die Stadt Augsburg von den Hnngarn hart gcängstiget, dann sie belagerten schon wirklich die Stadt, als ihnen König Otto mit einer gar nicht sehr großen Armee schnell über den Hals gekommen und sie den 10. August auf dem Lechfeld in einem hitzigen Treffen überwunden. Zu diesem Sieg solle der Heil. Udalrich durch sein Gebet und Aufmunterung zum Streit, durch seinen Muth und Tapferkeit gar vieles beigetragen haben. Sonderlich haben auch die Augsburger in diesem Treffen sich hervorgethan» dahero Otto den Webern den Schild, welchen sie von einem Huugarischen Heerführer erbeutet, zum Zunft-Wappen gegeben." Geschichtlich ist diese Darstellung nicht unanfechtbar. Allerdings hatte schon Karl der Große (ft 81-1) aus seinen Meierhöfen durch Leibeigene alles, was zum täglichen Leben nöthig war, anfertigen lassen, nur das Spinnen und Weben blieb ausschließlich die Arbeit des weiblichen Geschlechts. Einhundert Jahre später beschäftigten die Bischöfe und die königlichen Vögte in gleicher Weise an ihren Sitzen die Hörigen, unter denen bereits auch Weber sich befanden. Diese Leute arbeiteten jedoch blos für ihren Gebieter, der ihnen das erforderliche Rohmaterial nebst dem nöthigen Werkzeug gab und für ihren Lebensunterhalt sorgte, daher sie nicht als Handwerker in dem Sinne erscheinen, als wollten sie mit den sich angeeigneten gewerblichen Fertigkeiten dem gemeinsamen Bedürfnisse dienen, sei es vereinzelt, sei es in irgend welcher Vereinigung unter sich. So mögen auch die Verhältnisse in Augsburg gewesen sein, als die Hunnen den Lech überschritten und vom 7. bis 9. August 955 die Stadt hart bedrängten. Bischof Ulrich rief zur Vertheidigung alle Männer, freie und hörige, herbei, und als König Otto mit seinem Heer sich näherte, stieß der Landvogt mit dem ganzen Hansen zu demselben, und am 10. August floh Attila mit dem Nest seiner Barbaren über den Lech zurück. Der heilige Ulrich nahm an der Schlacht persönlich nicht Theil, daß aber bei dem heftigen Ringen um den Sieg unter seinen und des Vogts Dienstlenten die Weber sich besonders auszeichneten und daß ihnen der Schild eines erschlagenen Anführers der wilden Horden zur Beute geworden war, hat an sich nichts Unwahrscheinliches. Gänzlich unmöglich ist aber die Erzählung von der Verleihung der Trophäe als „Zunft-Wappenschild", denn sie setzt dabei bürgerliche Verhältnisse voraus, welche erst 3- bis 400 Jahre später eintraten. Wann und unter welchen Umständen die Weber mit dem roth und gelb qnadrirten Wappen begnadigt worden waren, muß bei dem Mangel urkundlicher Nachweise eine offene Frage bleiben. Mit dem Eintritts Augsburgs in die Reihe der freien Städte des Reichs entwandten sich die Gewerbe der lästigen Fessel der Leibeigenschaft, und keines nahm so rasch an Umfang zn, als das der Weber. Auf goldenem Boden arbeitete der Webstnhl und der lohnende Verdienst lockte viele Weber aus dem offenen Lande hinter die schützende Mauer. Unter den Hereingezogenen befand sich 1367 Hans Fugger aus Graben, einem Dorfe aus dem Lechfeld, und sein Name wurde in der Geschichte der Gewerbe der glänzendste, da er durch außerordentliche Ereignisse einen europäischen Ruf erlangte und seine Träger Zn einem sprichwörtlich gewordenen Reichthum kamen, wobei allerdings der Betrieb des Bergbaues auch mitgewirkt hatte. Hans Fnggers Sohn erwarb 1370 durch Verheirathnng daZ Bürgerrecht, wurde in den Rath gewühlt und hinterließ in Folge glücklich geführten Lein- wandhandcls 1409 den Kindern das beträchtliche Vermögen von 3000 Gulden. Der Sohn Jakob, gleichfalls ein Weber, besaß ein Haus am Eöggingcrthore. Schon die nächste Generation hatte sich so emporgearbeitet, daß sie mit den hervorragendsten Familien eheliche Verbindungen einging. Ungeachtet aber Kaiser Friedrich III. die Fugger durch das Wappen mit den zwei Lilien geschmückt und Kaiser Maximilian I. demselben 1530 die Grafenkrone aufgesetzt hatte, ließen Raimund und Anton 1533 in die Geschlechtersiube ihrer Vaterstadt sich aufnehmen. Solange das Haus Fugger aus dem engen Kreise der Werlstäite zu einer politischen Macht sich ausdehnte, erfuhren die Weber mit den anderen bedeutenderen Gewerben wiederholt einen gewaltigen Umschwung in dem Verhältnisse zu der Gemeinde. Die im 13. Jahrhundert in Italien aufgetauchten Gedanken über eine christliche Negimcntsordnimg überflutheten ganz Deutschland und nährten einen Lieblingswunsch der ihrer Kraft bewußt gewordenen Handwerker, weil ihr Endziel in der Vertreibung der Geschlechter aus dem alleinigen Besitze der Negierungsgewalt gipfelte. In Augsburg wagte die Bewegung 1303 den ersten Ansturm, der abgeschlagen wurde. Der Mißerfolg entmuthigte die Gewerbe nicht, er machte sie nur vorsichtiger, und geleitet von den zahlreichen Webern, die durch den Verkehr mit der Schweiz längst für die Neuerungen schwärmten, trafen sie bei ihren geheimen Versammlungen in der außerhalb des Sträf- fmgerthors gelegenen St. Jakobskapelle, weshalb man die Häupter des Bundes gemeinhin die Jakobiten hieß, alle Maßregeln mit solcher Umsicht, daß sie erst mit der gereiften That der Bürgerschaft bekannt wurden. Als daher am 21. Oktober 1368 mit Tagesanbruch die Handwerker in Waffen auf die Sammelplätze eilten und die Sturmglocke läutete, vermutheten die Nathsherren einen in der Stadt ausgebrochenen Brand oder eine von -» 33S außen her drohende Gefahr, und unbehelligt von der versammelten Volksmenge erreichten sie das Nathhaus. Groß war jedoch jetzt das Erstaunen der Geschlechter, als sechs Bürger mit dem Weber Haus Weiß, auch Wizzig genannt, an der Spitze in die Amtsstube traten und dieser die Anrede hielt, die Herren hätten für Leben und Eigenthum nichts zu besorgen, wenn sie ihnen als den Vertretern der Gemeinde das Regiment überlieferten. Ein Widerstand war unmöglich, und ohne blutigen Kamps hatte das demokratische Element gesiegt. Es behauptete 180 Jahre lang den Platz. Ohne Verzug wurden alle Bürger mit Ausnahme der Geschlechter in 17 Zünfte eingetheilt, und nach den Kaufleuten nahmen die Weber die erste Stelle ein. Der Zunftmeister Hans Wizzig trat in den Rath ein, er bekleidete das wichtige Amt eines Steuerherru und leistete bis 1383 bald als Altrath, bald als Baumeister der Stadt gute Dienste. Kurz nach der Verfassungsänderung war er einer großen Gefahr entgangen. Otto von Schwey- uingen, über die Neuerung erbost, wich aus der Stadt, schädigte sie in hohem Grade und wurde endlich mit seinen Gesellen gefangen. Um diese Zeit besuchte Wizzig mit feinem Schwager und dem Weber Ungeheuer einen Markt in Bayern, und auf dem Heimweg sielen sie bei Friedberg in die Hände des Anhangs Schweyningeus, welcher sie zu dessen Befreiung auswechseln zu können hoffte. Glücklicher Weise machte Herzog Stefan von Bayern die drei Augsbnrger ledig, sonst hätte sie daS gleiche Loos getroffen, wie den gefangenen Ritter, welchen der Rath als Friedensbrccher in Stiefeln und Sporen köpfen ließ. Den zweiten Rang unter den Zünften durften die Weber nicht blos wegen der großen Zahl ihrer Meister beanspruchen, sondern auch wegen der Vortrefflichkeit ihrer Waaren, welche weithin eines guten Rufes sich erfreuten. Deshalb und weil das Gewerbe dem gemeinen Nutzen sehr förderlich war, schon 1320 bildete das tslo- uönlli äo xaiiuis linsis — Abgabe von leinenem Tuch — einen großen Einnahmeposten, unterstützte es der Rath kräftigst. Er sorgte für Maugen und Walken und beauftragte den Bürgermeister, sobald die Weber mit der Barchet ausführen, ein Feld bereit zu halten, auf welches kein Vieh getrieben werden durfte, denn vor 1416 gab es noch keine ständige Bleiche. Das Hauptverdienst an dem Aufblühen des Handwerks konnten aber feine Vorsteher, die Zunftmeister mit den Zwölfern, sich selbst zuschreiben. Nachdem sie 1389 von Konrad und Ulrich Jlsuug um 7000 Gulden ein Gebäude gekauft und solches mit einem Aufwand von 121 Pfund Pfennig zum Zunfthaus eingerichtet hatten, riefen sie daselbst die „Erschau" ins Leben. Diesem Gerichte.mußte ein jeder Weber seine Arbeit zur Prüfung vorlegen, und fanden die Stimmirmeistsr sie völlig tadellos, so befestigten sie daran ein durch das Stadtwappen ausgezeichnetes Bleisiegel. Die Gewissenhaftigkeit der Vertrauensmänner verschaffte den auf solche Weise gestempelten Waaren in der Handelswelt ein solches Ansehen, daß sie ohne weitere Untersuchung der Käufer auf Faüenzahl und Länge von Hand zu Hand gingen, in das Ausland und über das Meer wanderten und im Tauschverkehrc das Geld ersetzten. Ein so werthvollcr Kredit durfte daher nicht angetastet werden, weshalb der Versuch, die Schau zu täuschen, als todeswürdigeS Verbrechen beurtheilt wurde. Hans Stopfer, welcher 1531 einige Weber verführte, die Schaumeister zu hintergehen, sollte demgemäß enthauptet werden, und nur wegen seiner frommen Kinder wurde er auf deren Kosten zu ewigem Gefängnisse begnadigt. Geblendet durch einzelne glückliche Erfolge, drängten sich stets viele Bürger und zugewanderte Gesellen in die Zunft, denen die Aufnahme nicht erschwert war, wenn sie die Heirath mit einer Mciflers-Wiitwe oder -Tochter beabsichtigten. Ein solcher außergewöhnlicher Zuwachs mußte Bedenken erregen, zeitigte aber keine vernünftige Abwchrmaßregel. Bei der 1536 vorgenommenen Zählnug fanden sich in allen 17 Zünften 3804 Meister, darunter bei den Webern 1513, demnach seit 1466 eine Steigerung über das Doppelte. 1612 umfaßte die Weberznnft an Meistern, deren Weibern, Kindern, Knappen und Ehe- halten 16,932 Köpfe, was den dritten Theil der ganzen Einwohnerschaft überstieg. Das Jahr darauf arbeiteten mehr als 2000 Meister mit 4500 Gesellen auf 3409 Webstühlen und legten 480,000 Stücke der Schau vor. Daß unter dieser Menge immer mitunter Leute waren, denen die genügende mechanische Fertigkeit und ein ausreichendes Betriebskapital fehlte und denen wegen schlimmer Charaktereigenschaften besser die Zunftstube verschlossen geblieben wäre, ist nicht befremdend. Ebensowenig, daß Geschäftsstockungen, rasches Steigen der Rohprodukte und der nothwendigsten Lebensrnittel, Kriegsgefahren und der Ausbruch pestartiger Seuchen sofort zahlreiche Familien in diesem Kreise brodlos machten, und weil von den Behörden, für jedes Unglück haftbar erklärt, nicht alsbald Hülfe geleistet werden konnte, so ließen sich die Unzufriedenen zu thörichten, die öffentliche Ruhe bisweilen gefährdenden Handlungen hinreißen. Bei derartigen Vorgängen spielte aber auch kecke Selbsthülfe und gewaltthätiger Trotz gegen obrigkeitliche Anordnungen eine Hauptrolle. Die Chroniken erzählen davon manche Beispiele: „^.nno v. 1388 zerstörten die Weber des Bischofs Pfalz mit der Dcchanei und sein Münzhaus auf dem Perlach, weil er bei Füssen ihre Waaren hatte hiuwcg- nehmeu lassen. „1398 am St. Aegiditag griffen die Weber mit den Schuhmachern, Schüfflcrn, Schmieden und Bäckern das Rathhans au und erzwängen die Aufhebung des Wein- und Bier-Ungclds; wurde bald wieder eingeführt. „1466 gab es die gleichen Händel, und die Städte Conftanz, Nürnberg und Ulm brachten zwischen dem Rath und den 749 Webermeistern einen Vergleich zu Stande. „1491 wegen der aus Preußen eingeführten Tücher entstanden große Unruhen, welche der Rath bewältigte, und er ließ dem Weber Matthäus Sunderer als dem Rädelsführer den Kopf abschlagen. „1513. Der Aufstand der Niederländer gegen Spanien und die Wirren in Italien trieben die Baum- wollpreise auf eine unerschwingliche Höhe, wodurch so viele Weber verarmten, daß sie vorzogen, fremde Kriegsdienste anzunehmen und ihre Familien den Bcttelherren daheim aufzuhalsen. „1569 wurde die Noth so groß, daß 1700 ver- bürgerte HauSarme, davon ein Drittel aus der Weberzunft, vom Almosen lebten. „1524 predigte der Minoritcnmöuch Johann Schilling in der Barfüßerkirche über die Lukas-Evangelien, und bei dem Kapitel 3 Vers 7 „ihr -Otterngezücht n. f. >m" wagte er so derbe Anspielungen auf die regierenden Herren, daß sie für gut hielten, in Uebereinstimmung — 340 mit dem Provinzial, den Klosterpater zum freiwilligen Abzug zu bestimmen. Kaum war er aus dem Thore, so rottete sich sein Anhang, wohl 1800 Köpfe stark, zusammen und begehrte mit den Waffen in der Hand seine Zurückberufung. Der Rath willigte ein, falls der Aufenthaltsort bekannt würde. Schon am dritten Tage, den 9. August, brachte ein Weber den Schilling zurück. Die Anstifter der Rebellion sollten jedoch nicht durchschlüpfen. Den beiden Webern Hans Kagen und Hans Speisser schlug auf dem Fischmarkte der Nachrichter die Köpfe ab, und man läutete dazu nicht die Sturmglocke, was als Strafverschärfung galt." Rühmend muß andererseits erwähnt werden, daß an den Ungerechtigkeiten des Bürgermeisters Ulrich Schwarz kein Weber sich betheiligt hatte, im Gegentheil erduldete der Weberzunftmeister Haus Weher mancherlei Verfolgung, weil er als Steuerherr den eigennützigen Plänen des Tyrannen kühn entgegentrat. Und als die Stadt 1480 die Bürger gegen den Bischof Friedrich Grafen von Zollern aufbot, zogen die Weber unter ihrer Fahne mit 323 Mann und 21 Pferden in das Feld. Ueber die Unruhen von 1762 bis 1794 wird später die Rede sein, es mögen aber hier drei Bilder aus dem Gesellschaftsleben einen Platz finden, nämlich die Tänzel- woche, der Blaumontag und die Meistersänger. Die bei allen Zünften übliche Tänzelwoche benutzten die Weber zu einem pompösen Aufzug durch die Stadt, welcher in sechs Gruppen das Andenken an die Geschichte des Handwerks bei der Bürgerschaft auffrischen sollte. Einer jeden Abtheilung schritten Musiker oder Trommler und Pfeifer voran, und Knappen in roth und gelben Kleidern mit gleichfarbigen Duseggen (Säbeln) gingen zur Seite. Zuerst kamen Knaben, die Stadtpyr und zwei Adler tragend, der Hauptmann mit dem Spontan (Halbpiquet) und zwischen zwei Feldwebeln ein weißgekleideter Knabe, einen Lorbeerkranz haltend. Sodann folgten acht Altgesellen in rothen Kleidern mit Hut und Federn, in ihrer Mitte die Träger der Willkomm (Pokale) der beiden Laden, die vier Bnchsenmeister in schwarzen Manteln und eine Tafel oom Weberhause, Alle von Gesellen mit bloßem Degen geleitet. Unter gleicher Umgebung schloffen sich an drei Knaben mit den Vorstehern, deren Wappen tragend, der erste Fähndrich und zwei Vierer, die Tafel mit der Hnnnenschlacht und die Hälfte der Zunft mit etlichen in Küraß, theils Lobsprüche und Friedenstafeln, theils Kriegsrüstungen zeigend, während die wohlaufgeputzten Meistersöhne mit Fcldbinden und Degen, mit Bögen und Pfeilen ausgerüstet waren und die eine Hälfte die Weinkannen ihrer Herberge trugen. Hierauf kamen Knaben mit den Bildnissen des Kaisers Otto und des heiligen Ulrich und mit dem auf dem Lechfelde erbeuteten Schilde, die schwarz gekleideten Sechser mit Pokalen vom Weberhanse und Gesellen mit roth und gelben Maschen auf der Achsel. In der fünften Gruppe wiederholte sich die dritte, nur zeigte die Tafel die Verleihung des Zunftwappcns durch König Otto. Den Schluß bildeten zwei Lieutenants und zwei Leibschützen, einige Meister in Harnisch zu Pferd und die Träger von Antiquitäten — Sättel, Sporen, Pfeile, Stilete, Sammethauben, Standarten, und eines Schildes mit den Worten Oeus lortrtuäo wen. Vor den Wohnungen der beiden Stadtpfleger, der Deputirten des Weberhauses und in dem Klosterhofe St. Ulrich fand das Fahnenschwenken statt, am Wcberhause ließen die Beisitzer zu einem guten Trunke die Kannen füllen und eine Mahlzeit mit Tanz beendete die Festlichkeit. In widrigen Zeitkäufen gestattete sie der Rath nicht, weshalb von 1660 bis 1760 dieselbe unterblieb. Wie öffentliche Aufzüge von der Genehmigung des Rathes abhingen, so überwachte er alles, was mit dem Wirthshausbesuche im Zusammenhange stand. Er verweigerte den Webergesellen eine zweite Herberge, um die sie wegen ihrer großen Zahl baten, er duldete in den Zunfthäufern uur das Spiel im Brett um einen Pfennig oder höchstens zwei, und er versuchte sogar den Gesprächsstoff beim Bierkrug zu regeln. Und doch machte er für die Weber bei einer Ausschreitung eine Ausnahme, die anderwärts bekämpft wurde. Im 16. Jahrhundert kam in Deutschland die Unsitte der Arbeitseinstellung und Schweißereien am „Fraßmoutag" auf, welche sich allmählig auf alle Montage des Jahrs erstreckte, und man nannte sie «die blauen" nach der Kirchenfarbe beim Beginne der Fasten. Vergeblich bemühten sich die Reichspolizeiordnungen dem Unfuge zu steuern, in Augsburg schützte ihn die Obrigkeit. Auf Anbringen der Weber verfügte ein Senats-Dekret vom 9. Scptembec 1578: „den Meistersöhnen und den Knappen zu einer Ergötz- lichkeit zu erlauben, an allen Montagen in den Wochen ohne einen Feiertag Nachmittags, wenn es zwei geschlagen, von der Arbeit zu gehen und mit Bescheidenheit einen guten Montag zu halten." Von diesem Vorrecht machten bald auch die übrigen Zünfte einen Gebrauch und zwar für den ganzen Tag. (Fortsetzung folgt.) —- »»- Schachaufgabe. Von T. Taverncr, Bolton. Schwarz. Weiß zieht an und setzt mit dem 2. Zuge matt. Lösung der Schachaufgabe in Weiß. 1. T. — 21! 2. S. - 23! 3. S. - 65 Matt oder 1 . . 2. V4—V5 ch (Drohung). 3. V2-V4 Matt. Nr. 41: Schwarz. L. — 23, L3 beliebig. beliebig.