^L46. Ireitag, den 8. Juni 18S4. Für die Redaction verantwortlich: Philipp Frick in Augsburg. Druck und Verlag des Literarischen ZnstilutS von Haas L Grabherr in Augsburg (Vorbesitzer Dr. Max Huttler). »- Tante Kanna's Oeßeimniß. Original-Noman von E. von Linden. (Fortsetzung.) Armgard Holten befand sich in ihrem Hause in Moorkirch. Hierher war sie geflüchtet vor der qualvollen Unruhe ihres Innern, vor einem Schreckgespenst, das sie verfolgte, seitdem Doctor Peters die Vollmacht zum Handeln von ihr erhalten hatte. Sie fürchtete sich vor ihren eigenen Gedanken, da die alten Zweifel wieder Besitz von ihr genommen hatten und sie unablässig mit der Frage peinigten, ob sie recht daran gethan, einem Ertrinkenden den letzten Strohhalm der Rettung zu entziehen, ihn angesichts des Hafens in's stürmische Meer wieder hinauszustoßen? Das gemordete Kind schien die Hände nach ihr auszustrecken, um sie festzuhalten und an ihre Pflicht zu mahnen. Ihre ganze Willenskraft und klare, kalte Lebensanschauung, welche sie sich so schwer erkämpft hatte, waren von ihr gewichen und nur die Schwäche und muthlose Resignation zurückgeblieben. Sie wunderte sich über die eigene jäh aufgeflackerte Thatkraft, mit welcher sie die Vollmacht geschrieben und sich urplötzlich zum Handeln aufgerafft hatte, und entfloh nach der Stadt, von dem unbestimmten Angstgefühl getrieben, daß jede nächste Stunde ihr etwas Entsetzliches bringen müsse. Er würde kommen, um Rechenschaft von ihr zu fordern für ihren Wortbruch, der Mann, den sie einst als Kind so leidenschaftlich geliebt und vor dem sie jetzt ein Grauen, eine unsägliche Furcht empfand. Auch hier in der Stadt mußte er sie finden, sein erster Gang würde doch ihrem Hause gelten. Wohin sollte sie vor ihm flüchten? „In's Hospital — zu Taute Hanna!" sprach sie unwillkürlich diesen rettenden Gedanken laut und entschlossen aus, ohne zu bemerken, daß die alte Wirthschaftet sie bekümmert beobachtete und sich besorgt im Zimmer zu schaffen machte, um in ihrer Nähe zu sein, da sie ihr Fräulein noch für recht krank hielt. Die plötzliche Energie Armgard's beruhigte sie ein wenig, sie brachte ihr geschäftig Hut, Handschuhe und Sonnenschirm und bemerkte zu ihrem Manne, daß das Fräulein recht merkwürdig seit ihrer Verlobung geworden sei, was dieser sehr natürlich fand, da die alte Liebe, welche so lange eingerostet gewesen sei, nun eine viel „dollere Confuschon" bei einem Frauenzimmer anrichten thäte. Armgard schritt in der gewohnten graziösen Haltung durch die Straßen dem etwas entlegenen Krankenhause zu. Man blickte der anmuthigen Gestalt nach, grüßte vielfach und machte seine Glossen über die verliebte Erbin, welche mit ihrem Reichthum so lange auf den ungetreuen Liebsten gewartet und sich endlich noch zum Gespött der Stadt gemacht hatte. Man gönnte ihr diesen Mann von Herzen, der sie doch nur ihres Geldes halber jetzt heirathe, und verurtheiltc sie, daß sie nicht einmal soviel Anstandsgefühl bewahrt und das Trauerjahr um das so schmählich gemordete Kind innegehalten habe. Armgard hörte glücklicherweise nichts von diesem Urtheil, anscheinend ruhig und stolz schritt sie dahin, freundlich die Grüße erwidernd. So gelangte sie unangefochten in's Krankenhaus, wo der Arzt sie freundlich begrüßte und sie sofort auf ihre Bitte zu Tante Hanna führte. „Sie hat heute einen besonders guten Tag, zeigt eine erfreuliche Aufmerksamkeit für die Außenwelt und nimmt merklich an körperlichen Kräften zu," sagte der Arzt, sie die Treppe hinaufgeleitend. „Gehen Sie dort nur hinein, mein gnädiges Fräulein, Tante Hanna sitzt in ihrem Lehnstnhl am Fenster." Armgard dankte ihm und öffnete behutsam die Thür. In dem freundlichen Zimmer duftete und blühte ein reicher Blumenflor, da man von allen Seiten der guten Tante Hanna die schönsten Sträuße sandte, unbekümmert, ob sie sich daran erfreuen konnte oder ob ihr Auge theilnahmlos darüber hinstreifte. Dankbare Herzen hatten das Bedürfniß ihrer Liebe für die Greisin Ausdruck zu geben und wären unsagbar glücklich gewesen, hätten sie ahnen können, daß Tante Hanna bereits die Nähe ihrer Lieblinge empfand und ihr Blick mit einem sinnenden Ausdruck auf den Blumen haftete. Die Wärterin erhob sich bei Armgard's Erscheinen und deutete lächelnd aus die Kranke, deren Stuhl dicht an das offene Fenster gerückt war, damit ihr der volle, ungehinderte Ucberblick des blühenden Gartens zu Theil wurde. Die Aerzte hatten die Beobachtung gemacht, daß die frische Luft und der Anblick der Blumen in jeder Hinsicht belebend auf sie einwirkten, und sich deshalb veranlaßt gesehen, dieses Heilmittel bei dem an- — 350 haltend sonnigen Wetter in unbeschranktester Weise anzuwenden. Armgard trat mit freundlichem Kopfnicken gegen die Wärterin rctsch zu Tante Hanna, die ihr langsam das bleiche Gesicht zuwandte und sie forschend anblickte. „Grüß' Gott, Tanlchen," sagte sie, sich zu der kleinen Gestalt niederbeugend und ihre Stirn küssend, „hier ist's schön und stillbehaglich bei Ihnen." Die Greisin lächelte ihr zu und schien sich auf ihren Namen zu besinnen. „Bleiben Sie eine Weile, Fräulein?" fragte die Wärterin, „ich habe etwas zu besorgen." „Gehen Sie nur, meine Liebe, Tante Hanna ist gut bei mir aufgehoben." Die Wärterin verließ das Zimmer. „Nun, Tantchen," fuhr Armgard, die Hand der Kranken zärtlich streichend, fort, „strengen Sie Ihre Gedanken an, wer bin ich?" Die Greisin tastete sich unruhig über die Stirn, blickte sie wiederholt an und sagte traurig: „Ich kenne das Gesicht, ja, ja, ach, Du bist die gute Arm— nein, nun schiebt sich wieder etwas vor." „Doch, Tantchen, Sie sind auf dem rechten Wege, nur weiter. Sie sagten — Arm—" „Es ist ja zu, Kind, — die Namen sind mir verschlossen, — ich kenne ja auch den schrecklichen Mann, aber seinen Namen weiß ich nicht mehr." „Welchen schrecklichen Mann, Tante Hanna?" fragte Armgard forschend. „Tante Hanna bin ich, — den Namen weiß ich, — aber den andern, — es war im Feuer, ich sah's ja deutlich. — Sieh' da, da," setzte sie plötzlich, sich mit unnatürlicher Kraft erhebend, hinzu, indem sie mit dem Zeigefinger der Rechten in den Garten hinaus- deutete, „dort geht er, der schreckliche Mann mit der Maske, welcher mit dem Hammer mich traf, sieh' hin, Armgard Holten, — es ist der Mensch, welcher Dich verrieth, — Julius Steindorfl" Sie sank mit einem Seufzer ohnmächtig zurück, während Armgard, selber mit einer Ohnmacht ringend, nicht im Stande war, ihr zu Hülfe zu kommen, sondern, sich wankend an der Lehne des Sessels haltend, mit entsetztem Blick in den Garten hinausstarrte, wo in der That Julius Steindorf sich befand. Hatte die Kranke gefiebert oder eine gräßliche Wahrheit ausgesprochen? — Das Letztere drängte sich ihr gewaltsam auf, da Tante Hanna ihren Namen und damit die Erinnerung wiedergefunden beim Anblick jenes Asannes, dem sie sich verlobt hatte. — Eine tödtliche Angst überfiel sie, in ihrem Gehirn schien eine tobende Blutwelle wie ein Sturm zu brausen und zu rauschen, sie sah nur noch undeutlich, wie Steindorf mit einem Gartenarbciter sprach, und sank mit einem wilden Aufschrei bewußtlos anf den Boden nieder. In diesem Augenblick trat die Wärterin, welche den Schrei draußen gehört, erschreckt ein. Ohne eine Ahnung dessen, was geschehen, klingelte sie um Hülfe, worauf eine andere Wärterin herbeieilte, mit deren Beistand Tante Hanna in's Bett geschafft und Armgard in den Lehnstuhl gehoben wurde. Dann riefen sie den Arzt, welcher der Wärterin einen Verweis wegen des eigenmächtigen Verlassens der ihrer Obhut anvertrauten Kranken ertheilte und Armgard durch belebende Mittel rasch wieder zum Bewußtsein brachte. „Bringen Sie der Dame ein Glas Wein!" befahl er sodann, sich an Tante Hanna's Lager begebend, wo die Sache, wie er sagte, schlimmer aussah, da er einen Schlaganfall befürchtete. Zum Glück bewahrheitete sich dieses nicht, auch Tante Hanna kam wieder in's Leben zurück und begann zu seinem Erstaunen sofort damit, ihre Augen unruhig umherwandern zu lassen, ihn dann mit einem seltsamen Ausdruck anzuschauen und die Frage an ihn zu richten, ob sie lange geschlafen habe. „Nein," versetzte der Arzt, „Sie waren ein wenig ohnmächtig geworden, Tante Hanna, Sie und Fräulein Armgard Holten, welche sich gerade bei Ihnen befand und auch noch recht schwach zu sein scheint. Vielleicht haben die Blumen einen zu starken Duft für Ihre Nerven." Die Kranke sah unruhig vor sich hin. „Ich habe geträumt," sprach sie leise, „sah den schrecklichen Mann mit der Maske und wußte auch seinen Namen. Nun ist alles wieder dunkel in meinem Kopfe." „Ja, Tante Hanna, Sie haben sicherlich geträumt," beruhigte sie der Arzt, „und müssen jetzt schlafen." Die Wärterin mußte ihr ein Getränk mischen, das sie willig nahm und dann wie ein gehorsames Kind die Augen schloß. Armgard Holten saß in dem hohen Lehnstuhl und sah und hörte Alles wie im Traum, bis der Arzt sich wieder zu ihr wandte. „Fühlen Sie sich gestärkt genug, mein Fräulein, das Zimmer zu verlassen?" fragte er, besorgt ihren Puls fühlend. „Herr Steindorf ist unten," meldete ein Mädchen, „er läßt anfragen, ob Fräulein Holten wieder wohl genug sei, mit ihm nach Hanse zurückzukehren." Aruigard blickte den Arzt an. „Ich fühle mich noch zu schwach dazu," sagte sie, „möchte aber eiuige Worte mit Herrn Steindorf sprechen. Haben Sie vielleicht auf fünf Minuten ein Zimmer disponibel, Herr Doctor?" „Ich biete Ihnen das meinige an, gnädiges Fräulein!" versetzte der Arzt, ihr achtungsvoll seinen Arm reichend, welchen sie, sich rasch erhebend, ohne Zögern annahm und mit ihm das Krankenzimmer verließ. „Ich werde jetzt Herrn Steindorf, den ich vom Ansehen kenne, selbst benachrichtigen und hierherbringen," setzte der gefällige Arzt, sich verbeugend, hinzu, indem er seine Zimmerthür öffnete und sie mit einer höflichen Beweggng zum Eintreten einlud. Armgard raffte jetzt ihren ganzen Muth zusammen, um den Anblick des Entsetzlichen zu ertragen. Sie erwog bei sich, daß es strafbar sei, das Wort einer geistig Gestörten ohne Weiteres für Wahrheit zu halten, und war entschlossen, sich jetzt die Gewißheit zu verschaffen um jeden Preis. Ein Plan war wie ein' Blitzstrahl durch ihr Gehirn geschossen, und dann?-Wenn Tante Hanna wahr gesprochen, sollte sie ihn dem Richter überliefern? Sie hatte keine Zeit mehr, sich diese furchtbare Frage zu beantworten, da im selben Augenblick geklopft wurde und Julius Steindorf eintrat. Armgard wollte sich entschlossen aufrichten, doch zitterten ihre Kniee so heftig, daß sie sich wankend auf's Sopha niederlassen mußte. „Theuerste!" rief Steindorf, auf sie zueilend und sofort vor ihr auf die Kniee niedersinkend, „ist es denn wahr, was jener Doctor mir gesagt? Kann es möglich 351 sein, daß Deine Hand das Abscheuliche niedergeschrieben, was uns trennen und mich vernichten soll?" Diese theatralischen Worte beseitigten Armgard's Furcht und Schwäche und erfüllten sie mit Widerwillen und Abscheu. „Stehen Sie auf, mein Herrl" sprach sie kalt, „ich habe mit Ihnen nur wenige Worte zu reden." Ueberrascht erhob er sich, ein unruhiges Gefühl überkam ihn, und stechend hefteten sich seine Augen auf ihr bleiches Antlitz, das in diesem Moment den früheren Ausdruck ruhiger Entschlossenheit und Würde wieder erhalten hatte. Sie senkte den Blick und bemerkte auf dem vor ihr stehenden Tisch eine spiegelblanke Scheere, welche einer daneben liegenden Verbandtasche entnommen zu sein schien. „Zuerst möchte ich Sie bitten," begann sie, die Scheere ergreifend, „mir einen krankhaften Wunsch, eine Laune oder Grille, wie Sie es nennen mögen, zu erfüllen." „Von Herzen gern, theuerste Armgardl" erwiderte er mehr erstaunt als unruhig. „Ich finde, daß der Kinnbart Sie ganz abscheulich entstellt," fuhr sie rasch mit fester Stimme fort, „und bitte Sie, denselben mit dieser scharfen Scheere sofort wegzuschneiden." Steindorf, der eher auf alles Andere als auf ein solches Ansinnen gefaßt war, wurde bleich bis an die Lippen und trat dann mit einer drohenden Bewegung auf sie zu. „Das ist einfach eine Tollheit, mein Fräulein!" stieß er heftig hervor. Auch Armgard war'-'noch blässer geworden, ihr Gesicht glich einer Todtenmaske,- während ein eisiger Schauer durch ihre Adern rieselte. „Sie wollen meinen Wunsch nicht erfüllen?" fragte sie mit Anstrengung, „fürchten Sie vielleicht einen rothen Strich?" „Verdammt sei dieses Wort," knirschte er. Dann lachte er laut auf. „In diesem Hause scheint Ihr Verstand gelitten zu haben, meine Theuerste! Sie sind kränker, als Sie selber es ahnen. Ich will den Arzt benachrichtigen." „Noch ein Wort!" gebot Armgard, sich erhebend, „ich will Ihre Anklägerin nicht werden. Doch Wen Sie sich, Tante Hanna hat ihr Gedächtniß wieder''erlangt und wird den Namen des Mörders und Diebes nennen, welcher in jener Eewitternacht sie mit einem Hammer niedergeschlagen hat. Ich will nicht fragen, wer den Mann und das Kind im Hohlwege erschossen und das Attentat im Gebirge —" Sie brach ab und starrte ihn an, wie er mit erdfahlem, verzerrtem Gesicht beide Hände gegen sie ballte und sich der Thür zuwandte. Dann sah sie nichts mehr, da ihr Bewußtsein geschwunden war. » * Steindorf hatte den Arzt benachrichtigt, daß Fräulein Holten seiner bedürfe, und sich dann mit ernstem Antlitz und der gewohnten eleganten Haltung ohne Eile entfernt. Als er jedoch aus dem Bereich des Krankenhauses war, beschleunigte er seine Schritte, um nach dem Holten'schen Hause zurückzugelangen, wo Stallung genug für sein Pferd sich befand. „Haben der Herr das Fräulein gefunden?" fragte die alte Frau Lorenz, welche ihm mitgetheilt, wohin Armgard sich wahrscheinlich begeben habe. „Ja, sie ist noch im Krankenhause," erwiderte er, „war unwohl geworden." Der alte Hausmeister mußte sein Pferd vorführen, während er eiligst ein Glas Wein trank, dann einen Blick auf seine Uhr warf und fortritt. „Der Herr Steindorf hat's ja schrecklich eilig," meinte der Alte, „was mag dem passirt sein?" „Unser armes Fräulein ist unwohl geworden, weß- halb ging sie auch nach dem Krankenhause? — Mußt Dich doch erkundigen, Vater." „Ei, Du lieber Gott, da will ich ja gleich hingehen!" rief der Alte erschrocken, „gieb mir meine Mütze, — Mütterchen!" Er ging nach dem Krankenhause, wo ihm die niederschmetternde Mittheilung wurde, daß Fräulein Holten gefährlich erkrankt und an eine Uebersiedclung nach ihrem Hanse oder gar nach Edcnheim gar nicht zu denken sei. Während Steindorf sein Pferd zu einer so rasenden Eile anzutreiben suchte, daß die auf der Landstraße ihm begegnenden Leute entsetzt zur Seite wichen, als stürme der leibhaftige Gottseibeiuns an ihnen vorüber, brauste ein Bahuzug heran, welcher sein Verderben mit sich führte. Er ließ, um sich und dem schaumbedeckten Thiere einige Augenblicke Erholung zu gönnen, dasselbe in Schritt fallen, zog die Uhr und starrte erschreckt auf den Zeiger. „Der Zug muß bei der vorletzten Station sein," murmelte er mit einem tiefen Athemzug und horchte dann aufmerksam nach einem fernen Ton. Nichtig, sein geschärftes Ohr vernahm das Klappern der Räder, jenen eigenthümlichen Klang, welcher bald lauter, bald leiser aus weitester Ferne sich schon bemerkbar macht. Der Zug fuhr der Stadt zu, hatte somit die letzte Station bereits hinter sich. „Bah," murmelte Steindorf wieder, sich die Stirn trocknend, „der fährt nach der Stadt und der Andere —" Er versetzte dem Noß einen so heftigen Schlag, daß es einen Seitensprung machte und dann wie toll davonstürmte. Von der vorletzten Station her näherte sich ein Bauern-Eespann dem Gute Edenheim. Ein Herr saß neben dem Knechte, welcher ihn fuhr. Eine Viertelstunde von dem Herrenhause entfernt ließ der Herr halten, gab dem Knechte ein Trinkgeld und schritt zu Fuß seinem Ziele zu, während der Wagen wieder nach Hause fuhr. Der Fremde ging auf Umwegen näher und fragte einen daherkommenden Arbeiter, ob die Herrschaft zu Hanse sei. „Das Fräulein ist nach der Stadt." „Dann ist Herr Steindorf, ihr Verlobter, vielleicht anwesend?" „Nee, der war schon da, ist aber vor zwei oder drei Stunden auch nach der Stadt geritten." „Mit dem Fräulein?" „Nee, ohne das Fräulein." Der Herr dankte und ging jetzt geradeswegs auf das Herrenhaus zu, wo er eine Unterredung mit Mamsell Evers hatte. „Wenn Sie warten wollen," bemerkte sie schließ- 852 ltch, „so können Sie so lange tn's Wohnzimmer treten, das Fräulein muß doch endlich zurückkommen." „Und dann wird Herr Steindorf sie jedenfalls herausbegleiten —" „Na, das wird er sich wohl nicht nehmen lassen." „Dann werde ich mir erlauben, so lange in den Garten zu gehen," sagte der Fremde höflich. „Wie Sie wünschen, mein Herr! — Gehen Sie nur links um jene Ecke, dort finden Sie eine offene Pforte. Herr Steindorf wird sicherlich mit hierher- kommmen," setzte sie hinzu, „er hat ja unser bestes Pferd genommen, das er wohl halb zu Tode gehetzt hat. Der Gärtner hat ihm vom Thurme aus nachgeschaut." Sie schwieg plötzlich und ärgerte sich, daß ihr der Groll so unvorsichtig die Zunge gelöst hatte. Der Fremde verzog keine Miene, er schlenderte langsam um die bezeichnete Ecke und betrat den schönen, in musterhafter Ordnung gehaltenen Garten, wo er den alten Gärtner noch beim Beziehen fand. (Fortsetzung folgt.) --SSWSk-- Die Angsburger Weber zu Reichsstadt Zeiten. (Schluß.) Am meisten beunruhigte die nicht enden wollende Noth der Weber die Herren der Deputation und deS Rathes, und wenn es diesen auch nie am guten Willen zu helfen fehlte, so waren sie in der Wahl der Mittel nicht immer glücklich. Verfügten sie, daß ein Meister höchstens auf vier Stühlen wirken dürfe, damit die Bestellungen auf alle Meister sich vertheilen, so klagten die tüchtigen, durch Aufträge jeder Zeit gesuchten Weber über Einschränkung ihrer Arbeit. Wurden die Färber angehalten, nur hiesige Tücher anzunehmen, so beschwerten sie sich wegen Schmülerung ihrer Nahrung, weil Ulm und Nürnberg ihre Waaren nach einem anderen Ort verschickten. Die Kaufleute und die Krämer protcstirten feierlichst gegen die Auflage, erst dann von auswärts Waaren zu beziehen, wenn die Vorräthe der hiesigen Weber erschöpft seien, und da sie dabei aufmerksam machten, daß mit minderwerthigem Gut, das sie auch annehmen müßten, ihnen nicht gedient wäre, so berührten sie das Grundübel der ganzen Sachlage. Dieses blieb auch dem Nathhause nicht verborgen, aber was im Laufe der Zeiten sich unheilvoll eingeschlichen hatte, war mit einem Machtwort nicht zu beseitigen. Der Credit des Gewerbes war dahin! Das Schaugericht, die vortreffliche Einrichtung, hatte durch übel angebrachtes Mitleid, gepaart mit unverantwortlicher Nachsicht der Behörden, sich verleiten lassen, nicht tadellose Tücher zu stempeln. Lange ließ der Handel sich nicht täuschen; um den Nimbus des der Waare angehängten Bleiwappens, des untrüglichen Zeichens preis- würdigen Kaufmannsgutes, war es geschehen, und in der eigenen Heimath zog der Käufer vor, die Tücher selbst zu prüfen. Welchen Eindruck mußte es machen, wenn Niklas Bitzel, welcher die Stupfmark nachgemacht und mit ihr seine schlechte Waare gestempelt hatte, nur mit drei Tagen „Gewölbte" gestraft wurde. Was fruchtete die Androhung einer geringen Geldbuße auf das Umgehen der Schau, womit auch die Unterschlagung der Gebühr und des Ungelds verknüpft war, und wen schreckte der Verlust der Webergerechtigkeit ob dieses Frevels zurück? Denn bis der Betrug entdeckt wurde, hatte der Defraudant schon die Strafe und 12 Gulden dazu verdient, mit welch lächerlichem Betrage er sogleich wieder die verwirkte Gerechtigkeit kaufen konnte. Nicht minder zeigten sich die Anschläge im Weberhause: „Die Weber sollen sich besserer Arbeit befleißigen," und ein andermal: „Die Bürgerschaft hänge nicht von dem Handwerk der Weber ab, aber dieses schade sich selbst, wenn es nicht mit Treue und Redlichkeit das Publikum bediene" — als wirkungslos. Und die ernstliche Mahnung an die Stimmir» Meister, jede schlechte Waare rücksichtslos zu durchschneiden, kam zu spät, denn „wegen des vielen Schmähend der Meister" wagten sie nimmer eine so scharfe Procedur. So war in den Augen der tüchtigen Weber, denen nie die Arbeit fehlte, die Einrichtung, welcher das Gewerbe einst einen ehrenvollen Weltruf verdankte, zur chikanösen, nutzlosen Anstalt herabgesunken. Nun sollte man vermuthen dürfen, daß bei solchen Verwirrungen die Weberschaft sich angespornt fühlte, in andere Bahnen einzulenken und auf die Stimme des Zeitgeistes zu hören. Das geschah jedoch nicht, im Gegentheile öffnete sich jetzt die schlimmste Perspective in die Zukunft. Bisher war, abgesehen von einzelnen Vexa- tionen, der Verkehr der Weber mit den Druckern ein ziemlich leidlicher, der nunmehr einen feindseligen Charakter annahm. Die Veranlassung davon war die in Schwab- münchen errichtete Kattundruckerei. Daß dadurch die Weber einen neuen Verdienst erhalten würden, schlugen sie nicht an, denn sie wollten keine Concurrenz in der Nachbarschaft. Ohne Rücksicht auf das kaiserliche Patent über die Handwerksmißbräuche reichten sie bei den Deputirten eine Vorstellung und Petition des Inhaltes ein: „ex jurs xulilioo st voirnnuni auch asguibats naturg-U und der selbstredenden Vernunft ist uns wohl bekannt, daß jedem Reichsstande zugelassen ist seine Bürger in aufrechtem Stand zu erhalten und Fabriken, wodurch die Nahrung von hier ab und anderswohin gezogen werde, nicht zu dulden. Zwar ist Schwabmünchen ein Marktflecken mit Stock und Galgen, und der Rath kann der dortigen Druckereifabrik nichts befehlen, aber er soll jedem Bürger und Beisitzer hiesiger Stadt, der yuovm moäo der besagten Fabrik behülflich sei, das Bürger- und Beisitzrecht aberkennen." Der Rath vermochte natürlich diesem Ansinnen nicht zu entsprechen, doch gelang ihm, die Leute durch die Erklärung sämmtlicher Drucker, daß sie auf den Waarenverkauf in looo verzichteten, zu beruhigen. Um diese Zeit ließ sich in Augsburg ein Mann nieder, welcher die Kattundruckerei in Deutschland auf die höchste Stufe der Vollkommenheit brachte, dadurch von großem Nutzen seinen Mitbürgern wurde und doch von einem Theile derselben die heftigste Verfolgung erfuhr. Johann Heinrich Schüle, geboren am 13. Dezember 1720 zu Künzelsau in Württemberg, der Sohn eines armen Nagelschmieds, kam nach beendeter Kanfmanns- lehre in Straßburg und einem kurzen Aufenthalte in Kaufbeuren 1745 hieher, trat in Folge Verheiratung mit der Tochter des Handelsmanns Georg Christoph Christel in das Bürgerrecht ein und übernahm im Besitze eines Vermögens von zehn Ducaten das schwiegerväter- liche Geschäft, das sich auf den Ausschnitt hier verfertigter Kattune und Bombasine beschränkte. Den strebsamen Sinn des jungen Mannes befriedigte diese Beschäftigung nicht. Es gelang ihm, von den Directoren des Zuchthauses ein vncantes Druckerzeichen (Concession) und pachtweise ein Wasserrad neben der Holzhütte beim Arbeitshanse 1758 zu erlangen, und er fand tüchtige Weber, welche sich bereit erklärten, die Stühle für feine ostindische Kattune einzurichten, was ihren Lohn von 2 fl. 20 kr. auf 7 fl. steigerte. Unterstützt von dem hiesigen Bankhause Johann Obwexer begann Schüle 1759 mit eigener Druckerei zu arbeiten, aus welcher in kurzer Zeit Zitze auf den Markt kamen, welche durch Farbe und Muster alle derartige Fabrikate überflügelten. Das Geschäft nahm einen so staunenswerthen Aufschwung, daß es innerhalb sieben Jahren nur an sogen. Salempours und Drittelstücken 75,936 Stücke verarbeitete, von den hiesigen Webern 221,645 Stück rohe Zitz- und Kattunwaare, das Höchste was sie zu leisten vermochten, bezog, was ihnen und dem asrario xufflicv an baarem Gelde 3,754,829 fl. eintrug, und daß es mehr als 3000 Personen beschäftigte. Mit dem riesigen Verbrauch des Rohmaterials gleichen Schritt in der Production zu halten, sah sich die Weberschaft um so weniger in der Lage, als nur wenige Meister im Stande waren, die allein brauchbaren, fehlerfreien Tücher anzubieten. Die Einfuhr ausländischer Stoffe gestaltete sich deßhalb zu einem dringenden Bedürfnisse, was der Rath schon 1693 anerkannte, als er den Bezug der ostindischen Waaren, ohne Unterschied der Qualität, erlaubte. Von jeher war aber den Webern die Begünstigung des Imports ein Dorn im Auge, wodurch bereits 1753 ein bitterböser Federkrieg zwischen dem Weberhause und der Kaufleutstube sich entzündet hatte. Jenes verlangte das Verbot des Kaufens und Drückens fremder Leinwand, damit nicht wegen einiger eigennütziger Handelsherren der ganzen numeroscn Weberschaft mit 2000 bis 3000 Personen das letzte Stücklein Brod entrissen werde. Die Kaufmanns-Jnnung entgcgnete darauf: „Nicht die Einschränkung des Handels schütze das unverhältnismäßig große Handwerk vor dem gänzlichen Ruine, sondern das Zurückkehren zu solider Arbeit. Die allhiesige Gotckon oräinari, die vor Zeiten einen starken Abgang gehabt, ist wegen nunmehriger geringer Beschaffenheit in die größte Verachtung gekommen, und in Italien wird sie bloß „Fischers Netze" genannt." Während das Ausland mit Bewunderung auf die Augsburger Kattnndrnckerei schaute, rüstete sich in der Heimath eine durch Neid und Mißgunst genährte Unzufriedenheit zu einem Vernichtungs-Augriff auf diesen blühenden Industriezweig. Die Leitung des umfangreichen Geschäfts ließ nicht länger das Zusammenfassen aller über die ganze Stadt ausgebreiteten Bestandtheile des Betriebs entbehren, und Schüle entschloß sich 1761 vor dem rothen Thore eine große Fabrik zu erbauen. Dieser Plan gab das Signal zum Ausbruch eines „reichs- satzungswidrigen" Unfugs der Weber, welche in dem Unternehmen ihrer Aller Untergang vorhersahen und durch gefährliche Drohungen die Arbeiter der Art einschüchterten, daß sie die Arbeit einstellten. Die fortgesetzten Straßentnmulte ängstigten den Rath und preßten ihm, der die Wiederherstellung der Ruhe um jeden Preis wünschte, am 28. Oktober 1762 die Entschließung ab, daß nur noch die extrafeine weiße ostindische Waare eingeführt werden dürfe, weil dieselbe wegen des mangelnden Gespinnstes hier nicht verfertigt werden könne. Es wäre damit ohne jeden Gewinn für die rebel- lirenden Bürger der Kattundruckerei der Todesstoß versetzt, den tüchtigsten Webern und Färbern ein schöner Verdienst genommen und den Steuerherren eine namhafte Summe entzogen gewesen, hätten nicht die politischen Zustände das Nathhaus gewarnt, den folgenschweren Schritt in nochmalige Erwägung zu ziehen. Die im Norden Deutschlands 1756 angezündete Kriegsfackel verbreitete 1762 ihren grellen Schein bis an die Donau. Im November durchschwärmte ein 6000 Mann starkes preußisches Streifcorps den fränkischen Kreis, es überfiel Nürnberg, welches gleich Bamberg eine schwere Brandschatzung zu erdulden hatte, und machte der Neichsabtei Kaisheim einen sehr unliebsamen Besuch. Augsburg schritt zu Vertheidigungsmaßregeln, und die drohende Gefahr von außen brachte die Unruhen im Innern der Stadt zum Schweigen. Die ziemlich erschöpften städtischen Cassen machten dem Rathe begreiflich, daß das Verstopfen einer ergiebigen Einnahmsquelle ihnen nicht zuträglich wäre, und so blieb das kürzlich ergangene Dekret unausgeführt. Ohne Anstand passirten die ostindischen Waaren jeder Gattung die Thore, und sie unterlagen keiner Besichtigung. Nach dem Hubertsburger Frieden 1763 athmeten Industrie und Handel frisch auf, in den Kattundrnckereien herrschte reges Leben, und die Zollgebühren wuchsen mit jedem Tage. Nur die Weber sahen scheel dazu, obwohl man auch ihren seit 1746 verbotenen Handel mit Leinwand nach auswärts nachsichtig beurtheilte. Im Jahre 1765 wagten sich abermals aufreizende Stimmen gegen Schüle wegen ungeheurer Menge ausländischer Tücher an die Oeffentlichkeit, und hievon unterrichtet, bot er den Webern an, von ihnen jährlich 25,000 Stück L 10 fl. zu nehmen, während der übliche Preis selten 7 fl. erreichte, wie er auch thatsächlich im ersten Quartal 1766 über 5360 Stück ihnen abgekauft hatte. Die wohlwollende Gesinnung verachtend, weil, was doch selbstverständlich war, die Fabrik nur mit guten Stoffen sich bedienen ließ, schloffen die mit geringen Tüchern abgewiesenen Weber sich enger zusammen, es begannen wieder die Straßen-Excesse mit Einwerfen der Fenster und Mißhandlung der Comptoir-bediensteten, die endlich, da alle Ausschreitungen ungerügt blieben, im Mai bis zu einem förmlichen Aufruhr sich steigerten. Trotzig verlangten die Ruhestörer eine Visitation des Schüle'schen Waarenlagers, und der ihnen geneigte Bürgermeister von Kuen zeigte sich dazu willfährig. Sogleich arrestirte er mann militarr den ganzen Vorrath an Tüchern in der Fabrik und auf der Bleiche und übergab ihn den Webern und einigen ihnen nahestehenden Baumwollenhändlern zur Feststellung der Beschaffenheit der ostindischen Kattune. Ein solches Verfahren billigte der Rath nicht, und er setzte eine „aus bescheidenen Webermeistern und unparteiischen Kaufleuten bestehende Commission" ein, welche zu entscheiden hatte sx Hnisiuo irotis crstaraateii8bieis das ostindische Gewebe zu erkennen sei. Nur ungern unterzogen sich die gewählten Sachverständigen dem Auftrage und erst dann, als ihnen genehmigt wurde, das Gutachten nicht zu beschwören, „weil sie sich nicht getrauten, ein untrügliches Zeugniß abzulegen". Indessen fuhren die Weber fort zu rcbelliren, die Fabriken Tag und Nacht zu bewachen, die Magazine zu durchstöbern und die Hausbewohner zu belästigen. Vergeblich wartete Schüle auf den erbetenen obrigkeitlichen Schutz, und so blieb ihm nichts anderes übrig, als die Hilfe des Herzogs von 354 Württemberg anzurufen, welcher dem verdienstvollen Manne im August 1766 den Titel eines Residenten und Hofraths verlieh. Diese ehrende Standeserhöhung be- wirtte, daß der Rath alle Executionen einstellte und die Zurückgabe der beschlagnahmten Waaren anordnete, nachdem er gegen Schule eine Strafe von 10,660 st. wegen unterlassener Anzeige von 5330 Stück ostindischcr Waare bei der Schau verhängt hatte, obwohl seit 1693 ausdrücklich und seit 1762 stillschweigend dieselbe als nicht schaupflichtig galt, das nicht eidlich erhärtete Gutachten unbestimmt ließ, ob sie als solche anzusehen sei und die Strafsentcnz selbst anerkannte, daß derartige Tücher all- hier nicht gewob enwerden könnten. Allein die irregeleiteten Meister befriedigte diese Wendung der Sache nicht, und sie begehrten stürmisch die Jnnehaltung der confiscirten Zeuge, bis der von Schule angestrengte Proceß endgiltig entschieden sein werde. Der Rath war schwach genug, nicht nur nachzugeben, sondern er vergaß sich auch soweit, dem Liceuciaten I. G. Morell suff povna. uotnulis ouLsationia zu verbieten, dem Schule in dermaliger Angelegenheit weiter beirätblich zu assistiren, welche monströse Verfügung allerdings Wien annullirte. Bei den fortdauernden Bedrohungen und dem befremdlichen Verhalten der Staatsorgane wollte Schüle sein und der Seinigen Leben nicht auf das Spiel setzen, er schloß znm Leidwesen vieler braver Bürger das Geschäft und zog im Oktober nach Heidenheim. Den Schaden luari asssnirtig und an ruinirten Waaren, Gebäuden uud Maschinen berechnete er auf 300,000 fl. Gerade zwei Jahre später traf das für den Rath beschämende Reichshofrathsconclusum vom 3. Oktober 1768 ein. welches ihm zur Auflage machte: in allweg die Fabrik des Johann Heinrich Schüle zu fördern, die freie Einfuhr, den Druck und das Färben jeder ostindischen Waare ohne Ausnahme zu gestatten und sich mit der Eröffnung und Stcmpclung der ankommenden Stücke, sowie mit Verfügung jeglicher Strafe zu enthalten. Mit dem befohlenen Anschlage des kaiserlichen Patents eröffnete der Magistrat, der sich wieder aufraffte, der gesummten Weberschaft, baß jede künftige Ruhestörung empfindlich gerügt werde, daß die Druckereien nur die von der Schau als tadellos bezeichneten Tücher anzunehmen verpflichtet seien, wozu sie sich bereit erklärten, und daß ihnen frei stehe, den Mehrbedarf nicht blos aus Ostindien, sondern auch aus Sachsen, Schwaben und der Schweiz zu beziehen. Hochherzig vergaß Schüle die ihm widerfahrenen Kränkungen. Er beschleunigte den Bau seiner palastartigen Fabrik, führte den Kupferdruck nach dem neuesten Stand der Technik ein, und es gelang ihm, Gold und Silber haltbar auf den Zitz zu bringen. Der Jahresabsatz stieg auf 70,000 Stück Kattun, wodurch jährlich über eine Million Gulden in Umlauf kamen. Jede solide Arbeitskraft wurde gut bezahlt, die künstlerische sogar reichlich, denn das Jahressalaire der ersten Zeichnen» betrug 5000 fl. Ueber Verdienstlofigkeit klagten nur träge und unwissende Leute, denn länger als zwanzig Jahre herrschte in den Werkstätten fröhliche Arbeit. Dem aufmerksamen Beobachter entging jedoch nicht, daß bei den Webern der unselige Gedanke sich fortgeerbt hatte, nur ihretwegen bestehe der hiesige Markt. Deshalb arbeiteten viele Meister nur nach eigener Bequemlichkeit, unbekümmert um die Nachfrage. Die daraus fließenden schlimmen Folgen erkannten wohl die Deputirten auf dem Weberhanse, und sie erhoben ihre Stimme, indem sie 1782 mahnend ausriefen: „Durch eure Saumseligkeit kommen beliebte Gattungen von Tüchern in Abgang, so daß die Handelsleute gezwungen werden, nach Mcmmingen und Kauf- beurcn zu gehen, wo man sich dabei wohl befindet, unserer Stadt dagegen jährlich mehrere tausend Gulden entzogen werden." Es half nichts, ja es verursachte die derbe Sprache nicht einmal eine Aufregung in der Zunft. Bald darauf zeigten sich aber wieder die Sturmvogel. Wegen der Herabsetzung der Löhne gab es 1784 zwischen den Webergcscllen und den Meistern in den .Herbergen heftige Austritte, welche häufig in öffentliche Ruhestörungen ausarteten, und als der Rath mit Nachdruck dagegen einschritt, verließen mehr als 200 Knappen die Stadt. Die dadurch entstandene Lücke empfanden manche Familien sehr empfindsam, und von den 830 Meistern zürnten viele den Vorstehern, weil sie keine Geneigtheit zeigten, den Trotzköpfen die Rückkehr zu erleichtern. Allmählich richtete der Unmnth sich gegen die ganze Verwaltung des Weberhauses. Die Einen klagten die Schau der Parteilichkeit an. die Anderen warfen den Vorstehern und den Beisitzern Eigennutz bei Ausübung ihres Dienstes vor, und die Deputirten mußten hören, sie standen mehr auf der Seite der Kaufleute und der Fabrikanten, anstatt das Handwerk vor denselben zu schützen. Immer bedenklicher gestaltete sich die Gährung, und nur unter Androhung militärischer Gewalt gelang es dem Rathe, seinen Aufruf zur Ruhe öffentlich anschlagen zu können. Vergeblich schaffte er die angeschlichenen Mißbrauche bei den amtlichen Verrichtungen — kostbare Mahlzeiten, unnöthige Spazierfahrten, Natural- und Geldverchrungcn, Alles auf Kosten der Pctenten — ab, die Erbitterung ließ sich nicht besänftigen, und es entspann sich daraus ein langwieriger Proceß, bei welchem sich die Parteien maßlos bekämpften. Die unterdessen über den Rhein geflogenen Nevo- lutionsideen trugen zur Herstellung der Eintracht nicht bei, und wenn auch vor dem aufgegangenen gallischen Freiheitslichte die kleinlichen Zänkereien der Weber verblaßten, so erschien ihnen jetzt die Erfüllung ihres alten Lieblingswnnsches in verführerischer Beleuchtung. Am 25. Januar 1794 schritten sie zur That. Etliche hundert Weber fanden sich an diesem Tage auf dem Webcrhause ein und forderten kategorisch das Einfuhrverbot für alle fremde Waaren. Die Deputirten beschwichtigten die Versammlung durch das Versprechen, ihren Wunsch dem Magistrate zu unterbreiten. Drei Tage gingen ruhig vorüber, als aber am 29. noch keine Resolution erfolgte, überfielen die Mißvergnügten das Zollgebäude, erbrachen das als Lagerraum für die ausländischen Tücher dienende Gewölbe, und nach verübtem grobem Unfuge trugen sie laut lärmend die Schlüssel auf das Nathhaus, wo gerade der geheime Rath versammelt war. Ungestüm drangen sie in das Berathungszimmer und wiederholten nicht mit bescheidenen Worten ihr Verlangen. Auf die Versicherung, eine Verfügung zu erhalten sobald die geheime NathS- deputation sich geäußert haben werde, zogen die Tumul- tuanten ab. Der am 25. Februar einberufenen Weberschaft las der Stadtschreiber den Rathsbeschluß vor, wonach auf sechs Monate keine fremde Waare, mit Ausnahme der ostindischen, eingelassen werde. Wüstes Geschrei und drohende Rufe waren die Antwort. Ein großer Haufen der Weber, dem sich Weiber und Kinder, 355 Mägde und Gesellen anschlössen, wälzte sich zu dem Rath- hanse, die Wache wurde entwaffnet, Steine flogen durch die Fenster in den Sitzungssaal und die herbeieilenden Bürgermeister Precht von Hochwart und Dietz erfuhren thätliche Beleidigungen durch die Volksmenge. Ein anderer Haufen größtentheils gemeinen Pöbels griff die Wohnung des Stadtpflegers Paul von Stellen an, erzwäng von ihm eine nochmalige Sitzung und geleitete ihn, den höchsten Staatsbeamten, wie einen Gefangenen auf das Nathhaus. Die Mehrheit der Nathsherren, eingeschüchtert durch die Grausen erregenden Begebenheiten an der Seine und Loire, hatte nicht den Muth, einem unsinnigen Verlangen Widerstand zu leisten, und sie ließ Abends 7 Uhr von der Altane herab „einer lieben Weberschaft" verkünden, alle fremde Waare sei abgeschafft und werde unter dem Ansehen des Magistrats morgen fortgebracht. Zubel- geschrei und Händeklatschen mischte sich in den Ruf: „Die Weber haben gesiegt", und es verlief sich die vielhuudert- köpfige Schaar. Pflichtschuldigst ging ein Bericht über die Vorgänge nach Wien, und am 8. Mai lief der Bescheid, des Neichs- hofraths ein, welcher eine strenge Untersuchung über die Rebellion anordnete. Schleunigst sehte der Rath eine Spezialcommission nieder, aber Niemand wagte die leidenschaftlich erregten Weber vorzurufen. Schon triumphirten sie, straflos zu bleiben, daher die Ruhestörungen fortgesetzt, die Behörden verhöhnt und die Bediensteten der Kaufleute und der Fabrikanten gröblich chicanirt wurden. Am 10. November kam es so weit, daß der eines Geschäfts halber auf die Schau gegangene Handlungsdiener Hofmann schwere Verwundungen erlitt und die auf die Wache geführten Frevler durch ihre Kameraden wieder befreit wurden. Damit war endlich die ängstliche Langmuth des Senats erschöpft. Am 30. machte ein öffentlicher Anschlag bekannt, daß, nachdem schon am 25. Februar Augsburg als ein Staat anzusehen war, in welchem die Obrigkeit nichts gelte stnd gegenwärtig das Leben und das Eigenthum aller Bürger in Gefahr stehe, dem Rathe zur Erfüllung des kaiserlichen Auftrags kein anderer Ausweg übrig bleibe, als die constitutions- gemäße bewaffnete Hilfe anzurufen. Die kreisausschreibenden Fürsten des schwäbischen Kreises übertrugen den Vollzug dem Herzog von Württemberg. Unter dem Befehle des Oberstlieutenants von Faber rückten dessen Soldaten — 670 Alaun Infanterie und Kavallerie mit Zwei Kanonen sammt Bedienung — am 24. Dezember 1794 durch das Göggingerthor in die Reichsstadt ein und erhielten Bürger- quartiere. Ohne Störung verlief jetzt der Proceß, hernach 16 Monate langer Dauer durch den Nichterspruch der Universität Würzburg mit der Verurtheilung der zwei Hauptauswiegler zu mehrjähriger Zuchthausstrafe, vieler Bürger zu kürzeren Gefängnißstrafen und mit der Ablieferung mehrerer Excedenien unter das österreichische Militär seinen Abschluß fand. Im Mai 1796 verließen die Executionstruppen Augsburg, und die durch dieselben aufgelaufenen Kosten hatte die Weberschaft zu tragen. — Das Rollen des Kanonendonners durch das ganze deutsche Reich übertönte die Stimme der öffentlichen und bürgerlichen Angelegenheiten der einzelnen Gemeinwesen, so auch in Augsburg, und Handel und Wandel traten in den Hintergrund zurück, als die Reichsstadt bald einem großen Heerlager, bald einem riesigen Feldlazarett)? glich. Unter der Wucht der gewaltigen politischen Ereignisse brach sich die klare Einsicht über die Unhaltbarkeit der heimischen Zustände Bahn, und der größere Theil der Bürgerschaft begrüßte den 4. März 1806 mit Freuden. Eingefügt in ein größeres Staatslcben, erfüllten sich an dem Handwerk wie in allen bürgerlichen Kreisen bald die Worte des Dichters: Das Atte stürzt, es ändert sich die Zeit, Und neues Leben blüht aus den Ruinen. -—SS-B-eS-- Allerlei. Der Brautkranz und seine Surrogate. Der Brautkranz oder die Brautkrone, vom Volke auch wohl Jungfernkrauz genannt, ist der Kranz von Laubwerk, meist von Myrten, den eine Braut, wenn sie am Hochzeitstage vor dem Altar erscheint, in's Haar geflochten trägt. Schon bei den Hebräern war der Bräutigam am Hochzeitstage bekränzt, bei den alten Römern trugen beide Brautleute Kränze, und noch im Mittelalter war diese Sitte bet sämmtlichen Christen gewöhnlich. In der abendländischen Kirche kam die Sitte, den Bräutigam zu bekränzen, nach und nach in Vergessenheit, doch ward das Bekränzen der Braut beibehalten und streng darauf gehalten, daß keine Unwürdige den Kranz trug. In der griechisch-katholischen Kirche weiht der Priester noch jetzt den Kranz für beide sich Vermählende ein und setzt ihnen denselben auf. Gleich dem Thau flieht der Regen von den himmlischen Höhen nieder, wo der Donnerer über ihm waltet. So gilt er als eine Gabe der Gottheit und ist darum heilkräftig und bedeutsam. In Süddeutschland erzählt man, daß Kinder, welche Ncgemvaffer trinken, eine gute Singstimme bekommen, und in ganz Deutschland ist der Glaube verbreitet, daß, wenn Kinder in dem Mairegen laufen, sie rasch wachsen und gedeihen. So kann es denn nicht Wunder nehmen, daß nach althcidnischcm Mythos, wenn es einer Braut auf den Kranz regnet, die neuen Eheleute reich und gesegnet werden; denn der alte heidnische Donnergott, dessen Hammer die Braut weihte, sandte ihr gewissermaßen dadurch gcdeihenbringenden Thau. Allerdings kehren andere Gegenden dies um und sagen: Dem Unglücklichen regnet es am Hochzeitstage (wie denn auch nach esthnischem Glauben Regen am Hochzeitstage der Braut heftiges Weinen bedeuten soll); dies jedoch erscheint als christliche Deutung, die gerade, weil der in den Bösen umgewandelte Gott seinen Segen zu der Ehe spendet, ihr Unglück prophezeit. Wenig bekannt dürfte die originelle waldeckische Sitte sein, nach der, nachdem der eigentliche Brautkranz gewunden, noch ein zweiter kleinerer angefertigt wird. Die Mädchen bilden einen Kreis; eine wird mit verbundenen Augen in die Mitte gestellt und muß das Kränzchen werfen; auf welche es fällt, ist nicht glcichgiltig, denn sie wird zuerst vor den Traualtar treten. Eine ähnliche Sitte besteht auch im nördlichen Bayern. In manchen Gegenden ist der Myrtenkranz als Brautkranz unter dem Landvolk nicht gebräuchlich; cylindcr- artige Kopfbedeckungen, die mit allerhand Flitterstaat aus- stasfirt sind, treten für ihn ein und werden für eine bestimmte müßige Summe auch wohl für den Hochzeitstag verliehen. In Fnlrcnstein in der Obcrpfalz setzte die Braut über das oben zusammengebundene Haar den „Bendel", eine Art runden, drei Finger hohen Küppchens, mit schwarzen Spitzen, Glasperlen und sog. „Flinserln" .he- 356 * setzt, wovon am Rücken schwarzseidene Bänder herabfielen. Darüber thürmte sich eine glänzende Krone, von Flittergold und Perlen auf's Künstlichste gebildet. Die Neuzeit hat diesen Hochzeitsstaat so ziemlich beseitigt und durch einen Kranz von künstlichen weißen und rothen Blumen ersetzt; der Bendel verschwindet immer mehr. Anderswo in Süddentschland ist das Kraul beliebt, die kleine, mit Perlen, Schmelz und Flinserchen umzogene Krone, welche, durch eine lange Nadel mit verziertem Knopf mit dem oben zusammengestrichenen Haare verbunden, als ehrbarste Tracht für eine Hochzeiten« gilt und keine Wittwe schmücken darf, was sich auch auf den Bendel bezieht, sowie den hohen Flitterkranz mit 12 Sternchen, wozu im Genicke der Bendel gehört, in diesem Falle ein Nest von Goldfransen und Perlen. In Vclburg in der Oberpfalz trägt die Braut den Prangenkranz von Pappendeckel, eine Art Cylinder, der sich nach oben erweitert, mit Goldflittern, Perlen, Sternchen, dem zunehmenden Monde, einer lachenden Sonne, verschlungenen Händen und anderen Symbolen reichlich behängt, auf diesem die Brautkrone, reich und prächtig von Rauschgold. Von letzterer fallen zwei rothgoldene Bänder mit Perlen geziert den Rücken hinunter und sind oberhalb der Hüfte anf einem viereckigen, mit Rauschgold bedeckten Schilde befestigt und straff angezogen, damit die Braut den Kopf nach vorn nicht senken könne. Das Haar ist germanisch aufgebunden; auf dem Neste haftet die Krone. Ganz origineller Weise trügt um Neustadt in der Oberpfalz die Braut keine Krone oder Kranz auf dem Haupte, sondern dafür ein Kränzchen am Arm und ein Sträußchen an der Brust. Zum Schluß noch einige Hochzeitssitten aus Mittel- und Süddeutschland. Einer Braut muß man an ihrem Hochzeitstage ohne ihr Wissen Salz und Brod in die Schuhe schütten, das bringt ihr Segen. Eine Braut muß an ihrem Hochzeitstage neue Strümpfe tragen, sonst wird sie viel Mißgeschick erleiden. Der Bräutigam muß seiner Braut das Hochzeitskleid, und zwar ein weißes, schenken. Wenn eine Braut an ihrem Hochzeitstage in einem schwarzen Kleide geht, so bedeutet das großes Unglück. Wenn vor dem Altar während der Trauung die Steine unter den Füßen des Brautpaares feucht oder naß werden, so stirbt bald Eines von den Beiden. Wenn auf der Hochzeit recht viele Gläser und Flaschen zerbrochen werden, so bedeutet das Glück, ebenso wenn ein neu Getrauter ein Glas hinter sich wirft und es zerbricht. Begegnet einem neu copulirten Ehepaare eine alte Frau, so ist das eine böse Vorbedeutung. Wenn soeben Getraute zuerst in das Haus treten, so müssen sie über eine Axt und einen Besen schreiten, dann werden sie nicht behext. 6 Merkwürdiges Beispiel chinesischen Aberglaubens. Man sollte es kaum für möglich halten, daß selbst in den gebildeten Ständen China's heute noch der ungeheuerste — geradezu überaus komische Aberglaube herrscht. Bei den Vorarbeiten für eine Bahnlinie, die von der Mandschu-Stadt Kinn nach Mulden, der Hauptstaot der chinesischen Mandschurei, weiter geführt werden sollte, beschlossen die Ingenieure, die Linie über Lamp im Weichbilde von Mukden zu führen. Da erklärten die Geomantiker in ihrem Gutachten, das könne nicht durchgeführt werden, da „die langen eisernen Schienen- Nägel dem heiligen Drachen, der die Stadt mit seinem Leibe in weitem Umkreise umgürte, auf diese Weise mitten durch die Rückenwirbel gehen würden". Auf diesen weisen Spruch hin gebot der Gouverneur den Ingenieuren, ihren Plan zu ändern und die Linie direct über Nju-tschang zu führen. Das war nun allerdings der gerade Weg. Allein diese Linie führt weithin durch tiefliegendes Moorland, das zur Zeit der Ueberschwemmungen ganz unter Wasser liegt und außerdem so wenig bevölkert ist, daß der Verkehr sich nicht rentirt, während die projectirte Fahrlinie ein höher gelegenes und stark bevölkertes Gebiet durchziehen würde. Das Alles gaben die Ingenieure dem Gouverneur zu bedenken und erörterten es in ihrem Berichte an den Vicekönig Li Hung Tschang. Das wäre Alles nicht nothwendig gewesen. Der Gouverneur hätte die erste Linie genehmigen dürfen, ohne erst die Geomantiker zu befragen. Der Vicekönig belobte in seinem Schreiben den Gouverneur wegen „feiner gewissenhaften geomantischen Feststellung der dem Kaiserhause gefährlichen Einflüsse", die ausgesprochene Besorgnis; (Entzweischneidung des heiligen Drachens) hielt der Vicekönig für „unbegründet". Da aber der Gouverneur nun einmal entschieden habe, so müsse man die Sache dem Kaiser vorlegen. Dies war jedoch dem Gouverneur nicht erwünscht, und erbat den Vicekönig, der Sache ihren Lauf zu lassen. Er, der Gouverneur, wolle inzwischen einen Ausweg überlegen. Ein solcher wurde auch gefunden. Man bog um einige hundert Schritte von der zuerst geplanten Richtung ab; und nun erklärte der Zauberer, das reiche hin, und so werde der heilige Drache nicht gestört. Freudig berichtete der Gouverneur diese glückliche Entscheidung dem Vicekönig. -v 0 Eine Orgel mit Bambuspfeifen. Zu Shanghai in China wurde jüngst in der dortigen Jesuiten- Kirche eine Orgel eingeweiht, welche von einem chinesischen Ordensbruder gebaut wurde. Das Pfeifenwerk ist nicht aus Bietall gefertigt, sondern aus Bambus. Der Wohlklang dieser Orgelpfeifen ist überraschend, ja unvergleichlich schön. Man hat, wie ein englisches Blatt berichtet, in Europa noch niemals etwas Lieblicheres und dem Ohre Wohlgefälligeres gehört. Die Tonfülle und die Klangfarbe lassen sich „nur als übermenschlich, engelhaft" bezeichnen. Die Bambus-Orgel gewährt aber auch rein materielle Vortheile, da ihr Preis um zwei Drittel billiger ist als jener der Metallorgeln. -i-a-- F.rithmogrl-py. 1 3 4 7 3 1 zeiget dir Die Kunst und Wissenschaft in reicher Zier, 2 6 6 7 7 legt man gerne an, Damit der Mensch im Schatten wandeln kann. 3 6 7 1 2 ist, waS in der Welt Des Islams jeder Gläub'ge heilig hält. 4 2 6 1 benennt dir einen Fisch, Du triffst ihn häufig auf der Reichen Tisch. 5 4 4 2 ist dir gewiß bekannt AIS ein Gebirg im schönen Griechenland. 6 2 12 benennt ein nützlich Thier, Beim Wollehändler frag', der sagt es dir. 7 4 7 6 ein Thier, das nützlich auch, Doch hält man es für dumm nach altem Brauch. 3 6 1 ist in Deutschland eine Stadt, Die einen mächt'gen Festungsgürtel hat. 1 5 4 7 4 ist ein gcwalt'ger Mann, Was er gethan, das zeigt "die Bibel an. Nimmst du das Haupt von einem jeden Wort, So wird bezeichnet dir der sich're Port, Wo Ruhe finden, die vorher gar oft Den Erdkreis zu erobern einst gehofft.