M48. Areitag, den 15. Juni 1894. Für die Redaction verantwortlich: Philipp Frick in Augsburg. Druck und,Verlag des Literarischen Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg (Vorbesttzer vr. Max Huttlcr). Tante Kanna's Geheimniß. Original-Roman von E. von Linden. (Schluß.) Steindorf konnte sich nicht verhehlen, daß er so wie so unrettbar verloren sei, weshalb er die öffentliche Schaustellung seiner Person um jeden Preis abkürzen wollte. Demgemäß verzichtete er auch auf ein Gnadengesuch und erbat sich als solches nur eine möglichst beschleunigte Vollstreckung des Urtheils. Sein gewohntes hohnvolles Lächeln war verschwunden, er konnte die Ermahnungen und Trostworte des Geistlichen ruhig anhören und sogar wieder schlafen. Ob sein Kind ihm vor dem letzten, verhängnißvollen Augenblick noch einmal erschienen? — Der Geistliche, welcher seine Hand ergriffen, fühlte plötzlich einen krampfhaften Druck, sah feine Augen weit geöffnet nach oben gerichtet und vernahm den leisen Ausruf: „Lotta, bitte für mich!" Im nächsten Augenblick war Alles zu Ende!- Wieder war es Lenz geworden, und auf's Neue sproßte, grünte und blühte es in Tante Hanna's Garten. Ein neues Haus war aus der Asche erstanden, genau wie das alte gewohnte Heim der Greisin, welche die ärztliche Kunst nicht blos vom leiblichen, sondern, was noch mehr bedeutete, auch vom geistigen Tode zu einem neuen Leben errettet hatte. > > Und wieder klangen die Pfingstglocken von den Thürmen der Stadt, — mit Maienbäumchen war Tante Hanna's Gartenpforte und die Veranda geschmückt, da man es sich nicht hatte nehmen lassen, die alte Freundin mit diesem Gruß zu erfreuen. — Sie wußte es wohl, wie hart und schwielig die Hände waren, welche ihr diese Maienfreude bereitet. Tante Hanna saß auf ihrer Veranda, da der Arzt ihr den Kirchenbesnch noch nicht erlanbt hatte. Doctor Peters saß neben ihr und gegenüber der Maler Reinhardt, welcher sein Augenlicht behalten und eine Menge Verzierungen und Arabesken, wie er die Narben nannte, als hübsche Zugabe bekommen hatte. „Denn sehen Sie, meine liebe Freundin," schloß Reinhardt soeben seine Krankengeschichte, „den größten und handgreiflichsten Vortheil hat doch im Grunde unser Doctor hier aus dem schauerlichen Drama gezogen. Ja, schauen Sie mich nur recht grimmig und verwundert an, alter Aeskulap! — Ist es nicht wahr, daß jener Mensch, dessen Namen wir verschworen, unter uns zu nennen, Ihren ärztlichen Ruhm durch ganz Deutschland und darüber hinaus verbreitet und erhöht hat? Hat der Schin- derhannes nicht etliche von uns armen Menschenkindern so wundervoll zugerichtet, daß alle Aerzte Sie um uns beneidet haben? Und ist es Ihnen nicht gelungen, meine unglückselige Visage und vor allen Dingen meine Augen, Tante Hanna's zerschlagenes Gehirn und sogar unsern Todes-Candidaten Marbach wieder prachtvoll zusammen zu flicken, daß wir allesammt uns noch des schönen Lebens freuen und den Herrgott preisen können für die Gnade, unserm Städtchen einen solchen medicini- schen —" „Nun hören Sie aber auf," unterbrach ihn der Doctor, sich die Ohren zuhaltend, „Sie blasen ja eine unausstehliche Fanfare. Wollen Sie denn durchaus, daß ich's Ihnen heimzahle und Sie mit Naphael, Rubens und Tizian vergleichen soll? Der Teufel hole alle Rcclame und Unvernunft!" „Lassen Sie ihn nur immerhin Ihr Loblied singen, Herr Doctor!" sprach Tante Hanna mit ihrem alten milden Lächeln. „Freund Reinhardt macht's ja stets ein wenig arg, aber wahr bleibt e§ doch, daß Sie wahre Wnnderkuren an uns verrichtet haben. Ich selber weiß nur noch, wie schwer ich mich auf etwas besinnen konnte, und daß es mir zuweilen noch nicht leicht fällt, meine Gedanken zu concentriren. Was Sie mir über meinen geistig-todten Zustand, der eine Lücke in meiner Erinnerung bildet, gesagt habcn, ist so furchtbar, daß ich meinem Netter weder durch Dankcsworte, noch durch die That zu vergelten vermag. Nächst Gott sind Sie, lieber Doctor, die Leuchte meiner letzten Lebenstage geworden, da ich's nun einmal für ein grausames Geschick halte, einen zweifachen Tod zu leiden und schließlich wie eine gedankenlose Pagode wegzusterben. —" „Na ja, ich freue mich doch auch, Sie wieder her- ansgeflicki zu haben!" rief der Doctor, feine Rührung unter einem bitterbösen Gesicht verbergend. „Wissen möchte ich's aber nur, wo Fräulein Holten jetzt in der Welt herumstreift. Ich habe ihr für den Winter Italien verschrieben, das sie aber bereits im Februar mit Afrika vertauscht hat." „Was will sie denn dort?" fragte Reinhardt erstaunt, während Tante Hanna still vor sich hinblickte, „fürchte meiner Treu doch, daß sie den Schinder- hannes —" 366 Tante Hanna hob die Hand und blickte ihn strafend an. „Gut, gut, ich bin schon still," brummte der Maler, „das Schooßkind darf mit keinem schiefen Seitenblick gestreift werden. Was aber eine alleinreisende Dame —" „Sie reist nicht allein, wie Sie sehr wohl wissen, Herr Reinhardt," unterbrach Hanna ihn auf's Neue, „es ist leider Gottes eine böse Gewohnheit von Ihnen, alles Reine zu verlästern." „Da hören Sie's, Doctor, welch' verkanntes Genie ich bin," sagte der Maler achselzuckend, „die Wahrheit wird selbst von solchen milden Augen zur Lästerung umgewandelt. Meinetwegen mag Fräulein Holten nach dem Monde reisen, mich soll's nicht kümmern. Wäre mir auch noch erklärlicher, als just nach Afrika! Was die Evers dort wohl zu den Heiden und Türken sagen wird? — Die alte Mamsell ist auch eine nette Begleiterin für eine junge, ruhelose Dame. — Wen hat sie denn als Wirthschafts-Cerberus in Edenheim eingesetzt?" Tante Hanna wollte böse werden, mußte aber doch lachen und nannte ihn unverbesserlich. „Mamsell Evers ist just die beste Gesellschafterin für das Fräulein," bemerkte der Doctor, „und das Klima in Afrika sehr zuträglich für derartige Nerven- leidsnde wie Fräulein Armgard. Seeluft, fremde Eindrücke, Strapazen sind ganz vortreffliche Heilmittel, wenn's auch gerade nicht meine Absicht gewesen ist, sie dorthin zu senden. Glaube, sie haben sich einer deutschen Familie angeschlossen." Tante Hanna sagte kein Wort dazu. „In Edenheim wird Mamsell Evers einstweilen durch ihre Nichte, eine junge PächtcrS-Wittwe, vertreten," bemerkte sie nach einer Weile. „Hm, was geht's mich an," meinte Reinhardt mit einem humoristischen Seitenblick auf das nachdenkliche Gesicht der Greisin, „Fräulein Holten und ich waren immer Antipoden. Aber daß der Bursche, der Leonhard Marbach, mir nicht ein einziges Mal geschrieben —" „O doch, er sandte Ihnen einen Neujahrsgruß, Sie Undankbarer!" fiel Tante Hanna ihm energisch in's Wort. „Nichtig, mein Gedächtniß wird auch schwach, wie ich merke. — Sie haben Recht, bekam aus Rom einen Gruß und einen echten Raphael, den ich nicht für tausend Mark hergeben würde. Wo der Heide — denn ein solcher ist er in Kunstsachen — dieses Juwel aufgegabelt hat, das möchte ich wissen. Na, Sie haben's ja beide gesehen, aber was er dort den Winter über getrieben, und wo er überhaupt geblieben ist, das weiß ich bis zur Stunde nicht." „Ich denke, er ging nach Nizza und hat dort wahrscheinlich Fräulein Holten getroffen," warf Doctor Peters ruhig hin. Reinhardt blickte ihn verdutzt an und stieß dann einen langgezogenen Pfiff aus. „So hat er also an Sie geschrieben, Doktor?" fragte er mit einem Pfiffigen Lächeln. „Allerdings, er muß mir doch von Zeit zu Zeit einen Rapport über seine Gesundheit abstatten. Ich rieth ihm zur Niviera, da Rom ihm nicht bekam, der arme Kerl hat viel nachzuholen, um wieder zu Kräften zu kommen. Von Nizza ist er nach Afrika gesegelt, wie ich ihm ebenfalls dringend gerathen —" „Ei, jetzt wird's interessant," fiel der Maler lachend ein, „er trifft sie in Nizza, — sie trifft ihn in Afrika, — nun kommen Edenheim und Notenhof am Ende doch noch unter eine Firma." „Wenn Sie doch nur ihre Folgerungen unterwegs lassen wollten, mein lieber Reinhardt," sagte der Doctor, auf seine Uhr blickend. „Schon nach elf, ich muß zu meinem Bedauern jetzt fort, Tante Hanna, — entschuldigen Sie mich, habe noch einige Krankenbesuche zu machen und vom Bahnhof einen Freund abzuholen." „Dann kommen Sie zu spät, Doctor!" rief der Maler, „habe vorhin schon das Pfeifen der Locomotive gehört." Tante Hanna hatte sich erregt erhoben und die Hand auf des Doctors Arm gelegt. „Bleiben Sie noch einige Minuten, lieber, alter Freund," sprach sie mit vor Bewegung zitternder Stimme, „Sie werden es nicht bereuen. Ich erbat mir heute Morgen ihren längeren Besuch, Sie versprachen mir, sich frei zu machen, nun dürfen Sie noch nicht gehen, Doc- torl — Ja, ja," setzte sie mit einem lächelnden Blick auf das verwundert neugierige Gesicht des Malers hinzu, „auch Sie, undankbarer Spötter, habe ich eigens eingeladen, weil heute ein ganz besonderer Festtag für mich ist." „Tantchen! Tantchen! sitzt hinter dieser Stirn noch ein zweites Geheimniß?" fragte der Doctor, sie forschend anblickend. „Sie wissen doch, wen ich vom Bahnhof abholen wollte, — der arme Junge wartet jetzt gewiß bei meiner Frau." Tante Hanna schwieg und beugte sich über die Veranda, um auf ein fernes Geräusch zu horchen, während die beiden Herren sich besorgt anblickten. Hatte die Greisin einen Nückfall bekommen?" Jetzt wurde das Rollen eines Wagens hörbar. Eine Droschke fuhr heran und hielt vor der Gartenpforte. Tante Hanna eilte mit jugendlicher Raschheit die Stufen hinab und durch den Garten. „Donnerwetter!" schrie Reinhardt überrascht auf, „da ist ja der Leonhard Marbach und neben ihm —" „Ja, neben ihm sitzt eine Frau," ergänzte der Doctor mit einem äußerst vergnügten Gesicht, „doch ist es nicht die meinige. — Den Leonhard wollte ich nämlich vom Bahnhof holen und Sie damit überraschen. Tante Hanna aber ist uns darin über und, Gott sei Dank, ganz die Alte wieder." Von der Pforte her schritten Arm in Arm Tante Hanna und Armgard Holten, deren frisches Antlitz beim Anblick der beiden Herren in Purpur erglühte. Sie streckte dem Doctor die Hände zum Gruß entgegen und drückte ihm dann plötzlich, von ihrem Gefühl überwältigt, einen herzlichen Kuß auf die Wange. „Für Tante Hanna's Gesundheit, lieber Doctor!" sprach sie tiefbewegt. „Und doch auch für den da," sagte der Doctor, auf Marbach deutend, der glückstrahlend mit der alten Evers folgte. „Ja, gewiß, auch für ihn," — und Armgard küßte ihm schalkhaft die. andere Wange. „Ich bin wohl gar nichts werth, meine Gnädige," brummte Reinhardt, ihr die Hand entgegenstreckend, „gehöre doch auch zum Attentat und — zu Leonhard's Familie." Sie ergriff mit festem Druck seine Hand. „Sie gehören fortan zu uns, Herr Reinhardt!" 367 sprach sie herzlich, „denn, «eine Freunde, auf die Gefahr hin, von Ihnen als eine leichtsinnige Persönlichkeit verurtheilt zu werden, bekenne ich hier frank und frei, daß ich diesem jungen Mann nach Afrika nachgereist bin, um mich dort mit ihm zu verloben. Daß er vor mir geflohen —" „Halt, glauben Sie ihr das nicht," fiel Marbach lachend ein, „ich habe meine Braut vom ersten Augenblick an, da ich sie gesehen, geliebt und alle Qualen der Eifersucht durchempfunden, als mir ein Unwürdiger zuvorkam. Ich fand sie in.Nizza wieder und warb um ihre Liebe wie ein täppischer Knabe, bis sie dem einarmigen Tölpel einen Korb gab, mit welchem er in seiner Verzweiflung nach Afrika sich einschiffte." „Jetzt komm' ich wieder an die Reihe," nahm Armgard rasch das Wort. „Mamsell Ebers war so erbost über jenen Korb, daß sie mich allen Ernstes verlassen wollte. Sie fang mir täglich des Einarmigen Loblied in allen Tonarten vor, bis ich selber lebensmüde wurde und mich zu einer heimlichen Flucht entschloß. Das Wohin war mir noch unklar, bis ein Brief meines guten Doctors mir ein Ziel angab." „Ich hätte Ihnen wirklich zu Afrika gerathen, Fräulein Holten?" fragte Doctor Peters mit einer unschuldigen Miene. „Ja freilich, nicht direct gerade, aber Sie hatten aus meinem letzten Schreiben jedenfalls meine Fluchtgedanken errathen und ließen nun recht arglistig eine Hymne auf das uordkrfrikanische Klima erklingen, das für Nervenleidende wahrer Balsam sei. Meine alte heimtückische Evers hockte gleich dahinter und spottete über Heiden, Türken und Mohren, so daß ich schließlich rabiat wurde und mich einer Touristen-Familie, welche einige Monate in Kairo wohnen wollte, sofort anschloß, es meiner alten Mamsell anheimgebend, nach Hause zu reisen." „Was sie natürlich hübsch bleiben ließ," schmunzelte die Alte. „Ja, sie ging richtig mit in's Mohrenland," fuhr Armgard mit drolligem Ernste fort, „und wen trafen wir dort?" „Jetzt kommt an mich wieder die Reihe," fiel Marbach mit leuchtenden Augen ein. — „Der freilich höchst zierliche und überzuckerte Korb, den ich in Nizza erhalten, wurde mir eine immer schwerere und unerträglichere Last, weil die grausame Spenderin alle Vorzüge und Liebreize ihrer bezaubernden Persönlichkeit heimlich mit hineingepackt hatte. Ich war wie verhext und lief täglich nach der Hafenstadt Bulakhinans, um die ankommenden Schiffe zu mustern, als müsse sich eines Tages ein Wunder ereignen und die Ersehnte an's Land steigen. Und siehe da, der Himmel schien Erbarmen mit mir zu haben, denn an einem wundervollen Morgen, als ich wieder, wie Ritter Toggenburg, am Hafen stand und einem sich nähernden Dampfer entgegenstarrte, kam mein Glück dahergeschwommen. Vielleicht Habs ich ein schrecklich dummes Gesicht gemacht, als ich sie sah, deren Bild ich Tag und Nacht im Herzen trug. —" „Sehr geistreich fand ich das Gesicht nun gerade auch nicht," bemerkte Armgard trocken. »Zugegeben, aber glücklich war's gewiß," fuhr Marbach fort. „Was soll ich weiter berichten, meine lieben Freunde, sie kam, sah und — diesmal besiegte ich die spröde Korbspenderin im Sturm, iudem ich sie ohne Weiteres an mein Herz schloß und nicht wieder frei ließ." „Der entsetzliche Mensch!" schalt Armgard, sich mit Tante Hanna in's Zimmer flüchtend und die Thür hinter sich verriegelnd. Hanna sah sie fest an und fragte: „Lieben Sie ihn denn auch von ganzem Herzen, ohne den Nachgeschmack jener einstigen Neigung, mein theures Kind?" „Ja, mein einziges Tantchen, ich liebe ihn von ganzem Herzen, von ganzer Seele, weil er mir schon gleich am vorigen verhängnißvollen Pfingsten so gut gefiel." „Dann bin ich beruhigt, Ihre Briefe waren mir nicht recht verständlich, der letzte aus Kairo aber ließ mich ahnen, daß ich heute ein Brautpaar begrüßen werde. Gott segne Sie und erhalte Ihnen dieses Glück!" Draußen auf der Veranda saßen die Herren im leisen Gespräch. „Herr Doctor!" sagte Marbach halblaut, „ich verdanke Ihnen mehr als mein Leben, das mir ohne Arm» gard doch werthlos schien. Sie haben mir geholfen, mein Glück wiederzufinden, haben mir Hoffnung und kecken Muth in's Herz geflößt und durch ärztliche Schachzüge mir die Spröde in die Arme getrieben." „Ja, ich habe der Vorsehung ein wenig nachgeeifert," sprach Doctor Peters lachend. „Es machte mir Spaß, Sie Beide, die doch so trefflich für einander paffen, nach Afrika zu schicken, um dort Verlobung zu feiern." „Bravo!" schrie Reinhardt überlaut, „unser Doctor soll leben! — Nun kommen Notenhof und Edenheim also doch richtig unter eine Firma —" „Schreien Sie nicht so fürchterlich," bat der Doctor, besorgt nach dem offenen Fenster blickend, „wenn die Braut dergleichen Schachzüge merkt, wäre sie im Stande, noch zurückzutreten. Machen Sie schleunigst Hochzeit, lieber Marbach!" „In spätestens vier Wochen," erwiederte dieser, rasch an's Fenster tretend und der sich lächelnd, mit drohend emporgehobenem Zeigefinger, herausbeugenden Armgard einen Kuß auf die frischen Lippen drückend. „Er bleibt das Haupt," rief Reinhardt trinmphirend. „Und meine Frau die Krone!" sprach Marbach, ihre Hand zärtlich an die Lippen ziehend. Ende. ----SSSMS-«- Einiges über Erdbeben. Die Erderschüttcrungen, welche in der jüngsten Zeit Griechenland und einen Theil von Südamerika heimsuchten, hatten die allgcnieine Aufmerksamkeit diesen verderblichen Naturerscheinungen zugewandt, und daher mag es angezeigt sein, an dieser Stelle etwas näher auf dasjenige einzugehen, was die Wissenschaft über die Erdbeben, ihr Auftreten und ihre Ursachen ermittelt hat. Starke Erdbeben sind die furchtbarsten Naturerscheinungen, welche der Mensch durch die unmittelbare Erfahrung kennt, es ist keine andere Kraftäußerung bekannt, die in gleich kurzer Zeit und auf gleich ausgedehnten Theilen der Erdoberfläche dem Menschengeschlecht auch nur entfernt so verderblich wäre. Dazu kommt, daß kein Theil der Erdoberfläche von Erschütterungen völlig frei ist und niemand Ort, Zeit oder Heftigkeit eines 368 Erdbebens bestimmt vorher angeben kann. Glücklicherweise gibt es ausgedehnte Gebiete, innerhalb deren viele Jahrhunderte hindurch starke Erdbeben nicht vorkommen. Selbst in den Rheinlanden, deren Boden während des letzten Jahrtausends wenigstens 600mal erzitterte, ist die Gefahr verderblicher Erschütterungen, welche Leben und Eigenthum der Bewohner vernichten, erfahrungsgemäß so verschwindend, daß niemand daran denkt, es könnte jemals der Wunderbau des Kölner Domes durch ein Erdbeben vernichtet werden. Zu Lima in Peru aber hätte die Erde nicht einmal gestattet, eine solche Kathedrale zu vollenden. In Griechenland duldete sie in gewissen Bezirken nur während unbestimmter Epochen der Ruhe große Bauten. So am Festplatze zu Olympia den wunderbaren Tempel des Zeus. Weder die rohen Horden der Gothen, noch die Befehle des Kaisers Theo- dosius, daß alle heidnischen Tempel zerstört werden sollten, konnten den gigantischen Bau völlig vernichten; erst die furchtbaren Erdbeben des 6. Jahrhunderts zerschmetterten das Wunderwerk zu einer wilden Trümmerhalde und warfen über die Stätte uralter Herrlichkeit eine mächtige Decke von Schutt. Die gewaltigen Erschütterungen, welche ganze Städte umstürzen, Tausende von Menschenleben in einem Augenblicke vernichten, Felsstürze hervorrufen und bisweilen kilometerlange Bodenspalten erzeugen, sind die äußersten Stufen der Scala, die abwärts bis zu leisem Erzittern des Bodens und zu jenen mikroseismischcn Erdpulsationen ausklingt, welche erst die neueste Zeit mit Hilfe sehr feiner Instrumente kennen gelehrt hat. Große Erdbeben breiten ihr Erschütterungsgebiet meist über einen erheblichen Theil der Erdoberfläche aus. Das gewaltige Erdbeben von Lissabon (am 1. November 1755) wurde in Deutschland, Skandinavien, Island und Grönland, am Ontariosce, auf den Antillen und in Nordafrika verspürt, sodaß damals mehr als der 13. Theil der ganzen Erdoberfläche erzitterte. Noch weit größer würde seine Ausbreitung erschienen sein, wenn man zu jener Zeit die seinen Meß- und Beobachtungsapparate besessen hätte, die der heutigen Wissenschaft zu Gebote stehen. Mittels dieser hat sich z. B. herausgestellt, daß das japanische Erdbeben von Kumawato am 28. Juli 1889 sich durch leises Zittern des Bodens in Potsdam und WilhelmS- havcn (wo sclbstrcgistrirende Instrumente aufgestellt waren) bemerkbar machte. Dieses Erzittern wurde von den Apparaten 67 und 225 Minuten nach dem Stoße in Japan aufgezeichnet, und zwar entspricht die erste Schwingung der direkten Wellenbewegung des Bodens westwärts von Japan durch Asien über Rußland nach Nord- deutschland, auf einer Strecke von 8860 Irm; die zweite den Erschütterungswcllen des Bodens, welche durch den Großen Ocean, über Nordamerika, durch den Atlantischen Ocean ostwärts verliefen, auf einem Wege von 31,140 Irrn. Die erste ergibt eine Geschwindigkeit im Fortschritt des wellenförmigen Bodencrzitterns von 2,2 Irm in der Secunde, die andere eine solche von 2,3 Irm. Fast die nämliche Geschwindigkeit ergab sich bei dem japanischen Erdbeben am 18. April des gleichen Jahres, andere Erdbebenkatastrophen führten auf Werthe von 3 Irm oder etwas darüber. Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit ist größer bei heftigen als bei schwachen Stößen, und ebenso größer in festem, dichtem Gestein als in lockerem Boden, wo die Bewegungswellen rasch zum Erlöschen kommen. Versuche haben ergeben, daß durch Pulvercxplbsionen erzeugte Bodenerschüttcrungen sich in Sandstein mit einer Geschwindigkeit von 1,2 Irm, in dichtem Granit mit einer solchen von 2,4 bis 3,1 Irm in der Secunde bewegen. Da nun die von den Apparaten angezeigten schwachen Schwingungen, die sog. mikroseismischen Bewegungen, auf Geschwindigkeiten von mehr als 2 Irm für die Secunde führen, und da diese Schwingungen sich meist in großer Tiefe fortgepflanzt haben, so kann man daraus schließen, daß die tieferliegenden Schichten des Erdkörpers aus festem Gestein nach Art des Granit bestehen. Derjenige Punkt der Erdoberfläche, an welchem die Erschütterung zuerst eintritt, wird Epicentrum genannt, und man muß annehmen, daß er derjenigen Stelle im Innern der Erde, von wo die Erschütterung ausgeht, also dem eigentlichen Herd der Erscheinung, am nächsten ist. Man hat verschiedene Methoden ersonnen, um über die Tiefe jenes Herdes unter der Erdoberfläche Aufschluß zu erhalten, allein diese Methoden sind nicht einwurfsfrer, auch erfordern sie genauere Beobachtungen, als bei Erdbeben angestellt werden können. So viel ergibt sich jedoch mit Sicherheit, daß der Herd der Erschütterungen keineswegs in sehr großen Tiefen, sondern verhältnißmäßig nahe der Oberfläche in den festen Gesteiusmasscn der Erdrinde zu suchen ist. Wahrscheinlich überschreitet diese Tiefe niemals 40 bis 50 Irm. Die Art der Bodenbewegung bei großen Erdbeben ist sehr verschieden; nahe dem Epicentrum kommen verticale Bewegungen vor, in weiter Entfernung meist nur wellenförmige Schwingungen. Im einzelnen ist die Wirkung der letzteren, wie sie sich in den angerichteten Zerstörungen offenbart, sehr verschieden. Bei dem Erdbeben von Niobamba in Ecuador am 4. Februar 1797 wurden Baumpflanzungen, die vordem parallel waren, gekrümmt, Accker, auf denen verschiedenartige Getreide- pflanzungen standen, erschienen später ineinandergereiht, und als Humboldt den Grundriß der zerstörten Stadt aufnahm, zeigte man ihm die Stelle, wo das ganze Haus- geräth einer Wohnung unter den Ruinen eines anderen gefunden worden war. Agatino Longo erwähnt, daß bei einem Erdbeben zu Catania mehrere Bildsäulen herumgedreht wurden und man die Richtung einer großen Steinmasse um 25° verändert fand. Beim Erdbeben zu Valparaiso am 19. November 1822 wurden mehrere Häuser umgedreht, und man fand später drei Palmen wie Weiden umeinander gewunden. Aehnlichc scheinbare Drehbewegungen haben sich auch bei dem großen Erdbeben von Charlcston 1887 gezeigt; sie sind aus örtlichen Zuständen an der Erdoberfläche zu erklären, erfordern aber nicht die Annahme von rotatorischen Stößen. Daß wirklich Stöße von unten nach oben bei starken Erdbeben vorkommen, ist trotz gegentheiliger Behauptungen unzweifelhaft. Einen Beleg dafür kann die Katastrophe von Jschia am 28. Juli 1883 liefern. An jenem Tage Abends 9 Uhr 22 Minuten gab ein unterirdischer Kanonenschuß das Zeichen zum Untergänge, ein Stoß folgte, vergleichbar der Explosion von zehntausend Tonnen Dynamit, und Casamicciola war nicht mehr. Keine weitere Bodenbewegung wurde, soviel bekannt, wahrgenommen. Sehr deutlich wurden verticale Stöße bei gewissen Seebeben verspürt. Bisweilen macht sich dann eine stoßende Bewegung an Deck wahrnehmbar, wodurch Schiffe ins Schwanken gerathen, Masten und Raaen erzittern und die Steuerruder hin- und Herstoßen. Bei noch stärkeren Stößen werden schwere Gegenstände um« 86S geworfen und die Leute in die Höhe geschleudert. Bei einem Seebeben an der kleinasiatischen Küste, welches Violet d'Aroust beschreibt, wurde eine französische Corvette durch einen verticalen Stoß heftig in die Höhe geschleudert und dermaßen in allen Theilen erschüttert, daß man im ersten Augenblick ihre gänzliche Zertrümmerung befürchtete. E. Rudolf, der die unterseeischen Erdbeben genau studirt hat, beweist mit einer langen Reihe zuverlässiger Zeugnisse, daß indessen der stärkste Verticalstoß durchaus nicht nothwendig eine Welle an der Meeresoberfläche zur Folge hat, ja, daß bei glattem Seespicgel und Windstille der intensivste Stoß eine Aenderung im Zustande des Meeres nicht hervorruft. Diese Thatsache kann als durchaus feststehend betrachtet werden; ebenso sicher ist es aber auch, daß in gewissen, wie es scheint, seltenen Fällen das Meer sich zu mächtigen Wellenbergen erhebt, die bei ihrem Fortschreiten über den Ocean als hohe Wogen sich kenntlich machen. In anderen Beispielen wird berichtet, daß das Meer längsseits des Schiffes oder unter demselben zu sieden schien, oder daß das Wasser in Strahlen von 12 bis 15 Fuß Höhe emporgeschleudert wurde, als wenn es kochte. Der Dampfer John Elder wurde am 9. Mai 1877 mit der auffluthenden See auf einen steilen Wellenberg gehoben, ein schäumender Abgrund sog die Gewässer an den Flanken auf, während die Schraube, mit unheimlichem Geräusch in der Luft sich drehend, zischte, dann bog sich das Schiff vornüber und stürzte mit tosendem Geklatsch in die Tiefe. Unterseeische Erdbeben erzeugen als solche keine Fluthwellen, solche entstehen nur dann, wenn unterseeische Ausbrüche stattfinden. Wenn dagegen Küstenstrccken durch starke Erdbeben in Erschütterung versetzt werden, so gcrüth auch der Meeresspiegel in Schwankungen: das Meer Acht sich zurück und kehrt als ungeheure Welle, alles überschwemmend, wieder. Keinen furchtbareren Anblick gibt es für den Kundigen, als dieses Zurückziehen des Meeres bei einem Erdbeben! Ein Augenzeuge beschreibt den Vorgang bei dem Erdbeben von Jquique im August 1868 mit folgenden Worten: „Langsam war das Wasser des Meeres angeschwollen, da sah ich Plötzlich mit Entsetzen die See sich zurückziehen, nicht langsam wie sie gestiegen war, sondern mit grausen- hafter Heftigkeit. Vor mir hob und hob sich das Ufer, sodaß ich bald bis zur vorgelagerten Insel hin vom Meere nichts mehr sah. Auf einmal zeigte sich in einiger Entfernung hinter der Insel eine lauge, hohe Welle, die nach dem Lande zu mit großer Regelmäßigkeit vordrang. Nun schien mir kein Augenblick mehr zu verlieren. Ich rief den beiden im Hause befindlichen Freunden zu, um sie auf die Gefahr aufmerksam zu machen. Dieselben kamen, meinten indeß, die Welle werde sich an der Insel brechen. Wir warteten nun auch dies noch ab und hatten so das großartige Schauspiel, das Meer mit einer Gewalt über die Insel weggehen zu sehen, daß das Wasser zum Himmel zu spritzen schien. Aber für uns war auch der letzte Augenblick der Rettung gekommen. Unter dem stets wachsenden Getöse des sich heranwälzendcn Wassers, und als die Welle dem Lande schon näher war als der Insel, fingen wir drei endlich an, der Höhe zuzulaufen, — für den letzten von uns, der sich etwa zehn Schritte zurück befand, schon fast zu spät, denn er wurde vom Wasser erreicht und fortgeschleudert, dann, während er sich inmitten der Trümmer der rechts und links von ihm zusammenstürzenden Häuser, die ihn an mehreren Stellen verletzten, aufraffte, aufs neue erfaßt und fortgeschleudert. Er blieb endlich, als das Meer das Gleichgewicht wieder erlangt hatte, auf dem Trockenen, ohne zu wissen, wie. Ich glaubte eine Zeit lang allein von uns drei die Gefahr begriffen zu haben, als ich die anderen aufforderte, die Thür zu schließen und der Höhe zuzueilen; und doch, nachdem ich nicht weit gelaufen war, blieb ich stehen und sah zurück, um die Wirkung der Welle zu sehen, was ich sicher nicht gethan haben würde, wenn ich von der Gewalt derselben eine Ahnung gehabt hätte. So kommt es, daß ich mich des Augenblicks, in welchem die Welle am Lande anlangte, mit solcher Lebhaftigkeit erinnere, daß der Anblick mir immer vor Augen stehen wird. Die Welle, schwarz vom Sand und vom Schmutze, den sie bereits aufgewühlt hatte, mochte etwa 80 Fuß hoch sein; sie reichte bis zu dem Balcon des Hauses, von wo Wasser und Schaum noch über das Haus wegspritzten. Wenn ich noch einen Augenblick die Hoffnung gehegt hatte, daß die Häuser im Stande sein würden, dem Andränge des Wassers zu widerstehen, so wurde ich dieser Täuschung sofort entrissen. In diesem einzigen kurzen Augenblick verschwand unter dem entsetzlichsten Getöse der zusammenstürzenden Häuser die ganze Straße de la Pantilla, und daS Meer verlor dadurch so wenig von seiner Heftigkeit, daß es, obschon nun ganze Berge von Holz und Trümmern vor sich herwälzend, doch die nachfolgenden Gebäude mit derselben Leichtigkeit wegfegte, bis durch das Ansteigen des Terrains auch die Welle an Höhe und dadurch an Kraft verlor. Ich lief, so schnell ich konnte. Als ich mit Mühe etwa 200 Schritte weit gekommen war, sah ich zu meiner Linken an der ganzen Seite der Pantilla, wie das Meer, welches das ganze Ufer kahl gewaschen, die unförmlichen Trümmerhaufen der zahlreichen Häuser, die dort standen, vor sich herwälzend, noch in unaufhörlichem Vorrücken begriffen war. Da verließ mich mit den Kräften auch der Muth. Das Meer hinter mir und nun auch von der Seite sich heranwälzend, gab ich mich verloren und blieb stehen. Aber es ließ mich am Leben, und als ich zurückblickte, hatte es sein natürliches Niveau erreicht und zog sich in sein früheres Bett zurück, nachdem es nur noch zwei Schritte von mir entfernt gewesen war." Südamerika, besonders in seinen äquatorialen Theilen und den Regionen an der pacifischen Küste, gehört zu den von Erdbeben am meisten und schrecklichsten heimgesuchten Gegenden der Erde. In manchen Fällen stehen diese Erdbeben mit der Thätigkeit der andinischen Feuerberge in Beziehung, aber gerade die heftigsten Erschütterungen zeigen dort keinen Zusammenhang mit den Vul- canen, ja, in Nordamerika findet man, daß die Alluvial- Ebene des Mississippigebietes, obgleich sie fern von allen Vulcanen liegt, sehr oft von heftigen Erdbeben heimgesucht wird. Auch in Europa sind es nicht nur die vulcanischcn Gegenden, welche von Erdbeben häufiger zu leiden haben, sondern in nicht geringerem Grade wurden die Abruzzen, Calabricn, häufig auch die Alpen und die Kalksteingebiete von Kram und Jstrien, endlich Griechenland verheert. Zu den merkwürdigsten und schrecklichsten Erdbeben gehören die, welche im Februar und März 1783 Calabrien heimsuchten. Das Centrum derselben scheint das Städtchen Oppido in der Nähe deZ schneebedeckten Aspromonte gewesen zu sein. Zu wiederholten Malen vernahm man damals unterirdischen Donner, der aus südwestlicher Richtung zu kommen schien, ihm folgten die Erschütterungen, welche die merkwürdigsten 370 Veränderungen der Oberfläche hervorriefen. Mehr als hundert Berge und Hügel wurden von ihrer Grundlage gerissen, sodaß ungeheure Bergstürze erfolgten, welche Flüsse abdämmten, Städte und Dörfer zerstörten und fast 100,000 Menschen tödketen. Die Gegend, in welcher dieses furchtbare Erdbeben sich abspielte, bildet nach Süß die Trümmer eines einst zusammenhängenden Gcbirgskerns, der heute die Straße von Mcssina durchquert und dessen hauptsächlichster Bruchrand an der Westseite des Aspromonte gegen die Liparen blickt. Dieser Bruchrand nun ist die Straße gewesen, auf welcher damals die seismische Thätigkeit an verschiedenen Punkten ihre größte Kraft entfaltet hat. Aber noch mehr. Wie Süß nachgewiesen, ist jene Linie nur ein Theil eines Bogens, der die liparischen Inseln gegen Ost und Süd umgibt und durch zahlreiche Erschütterungen ausgezeichnet ist. Dieser Bogen läuft jenseit der Mceres- enge zum Aetna und setzt sich wahrscheinlich über Nicosia zu den makedonischen Bergen fort. Die ganze Bogen- linie hat einen Durchmesser von 90—100 km, und innerhalb derselben sind andere Stoßlinien bekannt, auf welchen Erschütterungen eintraten, die meist von den liparischen Inseln gegen außen gerichtet sind. Innerhalb dieser Inseln, südlich von Strornboli, nähcrungsweise im Centrum jenes großen Bogens, liegt eine Gruppe von Inseln und Klippen, welche die Trümmer eines vormaligen gewaltigen Kraters bilden. Das Ganze ist ein Senkungsgebiet, innerhalb dessen radiale Sprünge in der Erdrinde entstanden, die gegen die liparischen Inseln hin convcrgiren und dort mit vulkanischen Ausbruchsstellen besetzt sind. Jede neue Gleichgewichtsstörung der einzelnen Schollen verursacht gesteigerte vulkanische Thätigkeit auf den Inseln und Erschütterungen des Festlandes oder Siciliens. Im Laufe der kommenden Jahrtausende wird die Senkung allmählich fortschreiten, die heutigen Gestade werden dort versinken, und die Straße von Messina wird sich erweitern. Die jüngsten furchtbaren Erdbeben in Griechenland sind ebenfalls längs eines alten Bruchrandes auf dem geologischen Senkungs- gebicte Europas aufgetreten. Ihr Hauptherd lag bei Alalante und Chalkis auf Euböa. Die Einzelheiten der Verheerungen hat ein Berichterstatter der „Köln. Ztg." geschildert, hier soll nur darauf hingewiesen werden, daß keinerlei rein vulkanische Erscheinungen dabei zu Tage traten. Zwar wird die genauere Forschung vielleicht auch dort wie bei dem großen Erdbeben vom 26. Dezember 1861 an der Küste von Achaja die Entstehung von sandigen, kraterförmigen Kegeln ausweisen. Alle diese entstanden in dem letztgenannten Falle da, wo Spalten an der Oberfläche einen gemeinsamen Kreuzungspunkt halten, und sind nicht vulkanischer Natur. In so hohem Grad aber erinnerten diese Kegel äußerlich an Vulkane, daß bei dem Erdbcbm von Agram, wo sich in geringerm Maße Aehnliches zeigte, die Bevölkerung an die Möglichkeit der Entstehung eines Feuerberges dachte. Unsere heutigen Erdbeben sind aber viel zu schwach, um die Entstehung wirklicher Dulcane hervorzurufen. Hiermit ist ausgesprochen, daß der Vulkanismus nicht, wie man einst glaubte, die Ursache der Erderschütterungen ist. Zwar werden solche durch vulkanische Ausbrüche hervorgerufen, aber diese Erdbeben haben stets nur ein beschränktes Erschütterungsgebiet und sind nicht in Vergleich zu stellen mit den großen, ganze Erdtheile in Zittern versetzenden Beben. Ueberhaupt ist es unstatthaft, nur eine einzige Ursache für sämmtliche Erdbeben annehmen zu wollen. Als in den Jahren 1772 und 1810 Felsmasscn von der Shakespeare-Klippe in'S Meer stürzten, hatte Dover eine ziemlich starke Erderschütterung, und ebenso erregte der Erdsturz bei Zclla am 12. November 1869, der einen tiefen Erdspalt erzeugte, eine so heftige Bodcnerschütterung, daß in der Nähe Kamine einstürzten. Das Zusammenbrechen unterirdischer Hohlräume, künstliche Sprengungen, ja, die Schläge des Krupp'schen Riesenhammers verursachen Bodenerschütterungcn, endlich hat man in Japan einen Zusammenhang der leisen Erzittcrungen der Erde mit den Schwankungen des Luftdrucks und der Heftigkeit des Windes erkannt. Der Erdboden erscheint hiernach trotz seiner Starrheit wie eine elastische Masse, und daß dies wirklich der Fall ist, hat sich auf der Sternwarte zu Grccnwich gezeigt, an deren Instrumenten eine zitternde Bewegung des Bodens besonders lebhaft auftritt an Feiertagen und besonders dann, wenn der umgebende Park stark besucht ist. Diese Boden-Erzitterungen sind nur oberflächlich und ihre Ausbreitung wird schon durch einen steilen Einschnitt aufgehalten. Dies erinnert an die Thatsache, daß bei starken Erdbeben in oft erschütterten Gegenden gewisse Stellen unberührt bleiben, die vom Volke Erdbebenbrückeu genannt werden. Die meisten und vor allem die großen, weithin ausgedehnten Erderschütterungen stehen in engem Zusammenhang mit der Gcbirgsbildung und werden verursacht durch die Ablösung größerer Erdschollen in der Tiefe, weshalb man sie als tekto nische oder Dislocations-Beben bezeichnet. Alle Bewegungen im festen Gerüst unserer Erde, wodurch die Gebirge aufgethürmt und Senkungen und Einstürze hervorgerufen wurden, waren als solche Erdbeben von furchtbarster Gewalt. So sind auch die heutigen Boden- erschütterungen Aeußerungen der langsam fortschreitenden Gebirgsstauungen, des Schrumpfungsprocesses unserer sich allmälig abkühlenden Erde. Sie erfolgen auf Zonen oder Linien längs vorhandener Lagerungsstörungen (Brüchen und Faltungen) der Erdrinde als ruckweise, weitere Ausbildung derselben. In Kettengebirgen, die durch horizontale Faltung der Erdrinde entstanden, wie die Alpen und die Cordilleren, sind Erdbeben deßhalb häufig, ebenso in Küstengebieten, wo der abgesunkene Meeresboden von Gebirgen unmittelbar umgrenzt wird; dagegen sind sie seltener in alten, längst zur Ruhe gekommenen Gebirgen und in Gegenden mit wenig gestörtem Schichtenbau. So erscheinen also die Erdbeben als Auslösungen von Spannungen im Gerüste der Erde, und alles, was diese Auslösungen erleichtert, muß das Eintreten von Erdbeben begünstigen. Nun zeigten die statistischen Zusammenstellungen, die zuerst von Parry, dann besonders von Julius Schmidt geliefert worden, daß zu den Zeiten der stärksten Meeresflnthen auch die Erdbeben zahlreicher sind als sonst, und daß in der Erdnähe des Blondes mehr Tage mit Erdbeben verzeichnet sind, als bei gleichmäßiger Vertheilung der Fall sein würde. Es findet also ein Einfluß des Mondes auf die Erdcrschüttcrungen statt, und zwar in ähnlicher Weise wie auch das Anschwellen und Sinken des Meeres in den Gezeiten. Eine irrige Auffassung der Sachlage aber wäre es, dies durch Fluth und Ebbe eines glühend flüssigen Erdinnern erklären zu wollen, denn solche könnten die wirklich eintretenden Erscheinungen nicht hervorrufen. Die einzig zulässige Erklärung, die ich an diesem Orte bereits bei einer andern Gelegenheit gegeben habe und die ich bei diesem Anlaß l 371 wiederholen will, ist vielmehr folgende: Die Gezeitcn (Ebbe und Flut) unserer Weltmeere sind bekanntlich eine Folge der Anziehung des Mondes und der Sonne; diese Anziehung bewirkt aber auch Deformationen des festen Gerüstes der Erde, die freilich viel geringer sind als die der flüssigen Oberfläche. Die ganze Erdoberfläche wird durch die gewaltige Anziehung von Sonne und Mond in geringem Grade wie eine elastische Masse gehoben und gesenkt, und in diesem periodisch wiederkehrenden, bald schwächern, bald stärker», aber lediglich von der Mondfund Sonnen-) Stellung abhängigen Pressen und Dehnen der Schichten ist der Factor zu suchen, welchen der sonst durchschnittlich zu allen Zeiten gleich häufigen Erschütterungen eine periodisch größere Häufigkeit verleiht. Erdbeben würden auch ohne die Mondanziehung stattfinden, aber diese verursacht periodisch häufigere Auslösungen, und es ist daher ganz richtig, zu erwarten, daß um die Zeit, in welcher die flutherregende Kraft des Mondes am stärksten wirkt, Erdbeben häufiger eintreten werden als zu andern Zeiten. Natürlich kann man aber niemals im voraus den Ort bestimmen, wo dann Erdbeben sich ereignen werden, und ebensowenig läßt sich etwas Näheres über den Verlauf derselben, ihre Heftigkeit oder die Ausdehnung ihres Erschüttcrungsgebietes voraussagen. Jedes Prophezeien von Erdbeben, das über die oben bezeichneten allgemeinen Angaben hinausgeht, ist unwissenschaftlich, ja, völliger Humbug. Auch sichere Anzeichen kommender Erdbeben gibt es nicht. Aus dem Zustande des Wetters kann man nicht auf demnächstiges Eintreten von Erdbeben schließen, und das vom Volke so genannte „Erdbebenwetter" ist nicht nachweisbar. In Italien behauptet man, daß kurz vor Erdbeben der Wasserspiegel der Brunnen zu sinken pflege und man die Brunnenscile verlängern müsse; sichere und ausreichend zahlreiche Beobachtungen liegen aber hierüb:r nicht vor. De Nossi behauptet, eine ungewöhnliche Aenderung der Temperatur der warmen Quellen fei in Italien ein ziemlich sicheres Anzeichen bald eintretender Erdstöße, und er hatte schon früher den Antrag gestellt, aus Jschia Tag für Tag die Wasserwärme der dortigen Thermen messen zu lassen. Man hat dies dort nicht gethan, vielleicht, weil man fürchtete, solche Beobachtungen könnten von den Fremden als Zeichen naher Gefahr angesehen werden. Bei dem heutigen Zustande des Wissens kann man Erscheinungen wie den in Rede stehenden gegenüber alles und nichts als Warnung gelten lassen, und kein besonnener Forscher wird es auf sich nehmen, Ort und Zeit eines kommenden Erdbebens speciell voraus anzukündigen. —-S-MSe- G o 1 d k L v rr e rr. Den Personen gegenüber ist Unparteilichkeit Gerechtigkeit; den Meinungen gegenüber ist sie Gleichgültigkeit oder Geistesschwäche. Donald. Man fordere nicht Wahrhaftigkeit von den Frauen, so lange man sie in dem Glauben erzieht, ihr vornehmster Lebenszweck sei — zu gefallen. Ebner-Eschenbach. Nicht tadeln können ist Denkdnmmheit und Gefühlsträgheit; nicht loben können Denkhochmnth oder Gefühlskalte. „Wer die Ehre Dessen sucht, Der ihn gesandt bat, der ist wahr." (Joh. VII, 16) Die Stätte, die ein guter Mensch betrat, ist eingeweiht; nach huirdcrt Jahren klingt sein Wort und seine That dem Enkel wieder. -- Originelles über das Musikivesen der Neger. (Nachdruck verböte») Die Neger sind leidenschaftliche Mnsikliebhaber. Es sind dies aber überhaupt alle sogenannten Naturvölker. Es summt und singt in jeder Menschcnseele Und unaufhaltsam es nach außen dringt. Ob bärenrauh — ob lerchenglatt die Seele, Ob was da auch an Takt und Wohlklang fehle: — ES ist Musik, wie es auch immer klingt; Zumal für den — der's bringt. „Es ist Musik, wie es auch immer klingt." Aber — es klingt oft entsetzlich, ja geradezu zum Tollwerden. So z. B. bei den Neger-völkern in Westasrika, an der Sklavenküste, bei den wilden Aschanti, den Dahomehern, welche die „freundliche", nach Menschenfleisch duftende Nachbarschaft unseres deutschen Colonialländchens Togo bilden. Diese Neger haben die zweckmäßigsten Instrumente zu einer Höllenmusik: da haben sie Trompeten aus Elephautenzähnen, gegen welche die mächtigen Jericho-Posaunen wahre Kindertrompcten gewesen sein müssen. In ihrem erschrecklichen Gebrülle erzittert der Boden; mit ihm vereinigt sich der Tamtam mit seinem unheimlichen, dumpfen, stoßweisen Dröhnen; dazu das Rasseln der mit Knochen und Scherben, Metallstücken gefüllten Kürbisse; endlich noch die schrillen Töne der Triangel und alter zerbrochener Schellen. Und diese Musik ist hoffähig. Die afrikanischen Fürsten haben ganze Banden mit solchen „Instrumenten". Und welch geschickte Musiker ließen aus diesen Negern sich nicht bilden! Wir haben davon ein überraschendes Beispiel in einer Neger-Capelle von circa 25 jungen Negern mit europäischen Instrumenten, welche schon in den 1870er Jahren bestand und Respektables in der kirchlichen wie in der weltlichen Musik leistete. Diese Musiker waren Zöglinge der Mission am Gabun in Westafrika. *) Nichten wir nun einige Blicke in's Innere von Südafrika — und nach Uganda in Accmalorial» Afrika. Aus dem Matabelen-Reiche in Südafrika — nordwestlich hintcrm Kapland. Die Malabelen, deren tyrannischer Herrscher Lobengula von den Engländern endlich unterjocht wurde, sind ein außerordentlich kriegerisches Volk und noch sehr leidenschaftlich und unbändig. Sie lieben Tanz und Gesang wie alle Neger auch leidenschaftlich (wie überhaupt das „gewöhnliche" Volk — darf man sagen). Diese Matabelen aber haben nicht etwa nur einen wilden, regellosen Sang. Ihre Melodien, so einfach sie auch sind, haben Rhythmus — Takt, Beweglichkeit und — merkwürdig die Cadcnz, wie wir aus folgendem Beispiele ersehen: , 2 , F * Diese Melodie bildet einen Marsch — und auch den „Königsgruß" mit dem Texte: „llodo, llsbo, öobo, *) Das Gabungkbiet liegt ober dem Mündungsgebiet des Kongo, in nordwestlicher Richtung. Der Gabun ist kein Fluß, sondern eine wenige Minuten nördlich vom Acguator etwa 15 deutsche Meilen in die Westküste Afrikas einschneidende Meeresbucht, in welcbe nur einige kleine Flüsse münden. Diese Bucht hielt man früher für einen großen Strom. Das Gebiet -- 372 llosto sodesu"; d. h.: „Nur für Dich, nur für Dich rc., I den Großen!" — Ob sie ihn wohl noch singen, diesen Königsgruß, da die Königs-Größe vernichte?! — Die Madinda und der Mugudo. „Das sind ja wildfremde Namen!" wird man wohl ausrufen. Nun, landfremd sind sie, jedoch nicht wildfremd, obgleich sie von einem Volke herstammen, das eben erst — feit 1879 — in der christlichen Civilisation begriffen. Diese Worte, die nicht unschön klingen, bezeichnen zwei Musikinstrumente, welche bei den Eingeborenen im Negerreiche Uganda im Gebrauche sind. Dieses Reich liegt am Victoria Nyanza- Sce, zählt an 4 Millionen Eingeborene, darunter viele katholische — auch eine nicht unbeträchtliche Anzahl von „Protestanten" (eigentlich Anglikaner) und grenzt mit seinem Südgcbiete — der Provinz Buddu (welche den Katholiken nach einem VerfolgungSkricge zugetheilt wurde) — an Deutsch-Ostasrika. Die Madinda nun ist den Eingeborenen von Uganda das Clavier — oder „Piano". Dieses Instrument besteht aus zwei Stücken Holz, von verschiedener Länge — mit einer starken Resonanz und zwei Griffbrettern, deren jedes 6 Saiten trägt. Gewöhnlich wird das Instrument gleichzeitig von Zweien gespielt: der Eine spielt die Melodie, der Andere die Begleitung. Die Wirkung ist recht angenehm und wohlklingend. Die Madinda dient oft zur Begleitung des Gesanges und wird dann durch Trommeln verstärkt. Der Mugudo besteht aus drei Trommeln oder Pauken von verschiedener Größe und Klangfarbe. Dieses Instrument, geschickt und taltgenau gespielt, ist „von sehr hübscher Gcsammtwirkung". Der Mugudo ist das Hosinstrnmcnt der großen Häuptlinge auf ihren Reisen durch ihre Provinzen und bei den Gesandtschaften, welche sie im Auftrage des Königs unternehmen. Ein Missionär aus Buddu, dem wir diese Mittheilung verdanken, hat in seiner Anstalt eine Anzahl von Knaben, welche den Mugudo zu spielen verstehen, und kam dieses Instrument bei der Fron- leichnams-Procession zu glücklicher Verwendung. ALLsVLei. * Ein unverhofftes, freudiges Wiedersehen. Ein Missionär der berühmten Missionsstation Bagamoyo in Deutsch-Ostafrika, Namens Pater Hirzlin, war unermüdlich auf der Suche nach armen Negerkindern, um sie loszukaufen oder vor dem Tode zu taufen. Eines Tages erfuhr er, daß in dem Hause eines Jndiers ein kleines, krankes Negermädchen sich befinde, das wahrscheinlich dem Tode nahe sei. Er ging oahin und fand das arme Kind, das 6—7 Jahre alt sein mochte, am Zimmerboden ausgestreckt; sein Leben schien nur noch an einem dünnen Faden zu hängen. Ohne Aufschub taufte er das arme Geschöpf. Am nächsten Tage fand er das Kind noch am Leben. So gingen mehrere Tage vorüber ist französisch. Hier besteht schon seit 1642 die längst berühmte Gabun-Misston, zugleich die älteste Culturmusteranstalt der Kongregation der Väter vom heiligen Geist, welche Kongregation 20 Jahre später auch die Mission Sansibar mit dem gleichfalls so berühmt gewordenen Bagamoyo — den Hauptstationen Mhouda, Mrogoro, Mandara u. s. w. mit 3 je bis 4 Negerchristendörfer, Alleösin Teutsch-Ostafrika — gegründet. und der Zustand des Kindes besserte sich zusehends. Da wollte der Pater diese kostbare getaufte Seele nicht in den Händen der. Ungläubigen lassen. Er bat die Frau des Hauses, ihm die Kleine zu überlassen. Der Kauf war bald geschlossen und Pater Hirzlin, ganz glücklich über seine Eroberung, trug, wie ein guter Hirt, das arme Schäflein in die sichere Hürde, in die Anstalt der Missionsschwestern. Als er dort anlangte, fand eben der Unterricht der Negerfranen statt. Der Pater setzte das Kind mitten in der Gruppe der Negerinnen nieder. Dieses schaute mit großen Augen die Versammlung an. Auf einmal blieb sein Blick an einer der Negerfrauen haften und mit dem Aufschrei: „Mama! Mama!" sprang eS auf die Frau zu. Diese hatte das Kind nicht sofort beachtet und schaute ganz verwundert auf. Sogleich erkannte sie es, schloß es in ihre Arme, nannte es ihr liebes Herzenskind und bedeckte es mit Küssen und Thränen. Dann fragte sie erstaunt: »Hat denn der Pater gewußt, daß ich ein Kind hatte — ukd ist er es suchen gegangen?" Der Pater sagte, er habe von diesem seltsamen Vorfall keine Ahnung gehabt. Da warf sich das glückliche Weib auf die Kniee, nahm ihr Kind in die Arme, hob es — die Augen voll Thränen —gen Himmel und rief: „Gott ist es, der liebe Gott allein — er hat mir mein Kind wieder zurückgegeben." Und.sie dankte Gott in der rührendsten Weise vor den Zeugen dieser ergreifenden Scene. Eintheilung. Ella (zu ihrer Freundin): „Nun, Anna, Ihr habt ja jetzt ein Abonnement ..... Wie gefällt es Dir denn im Theater?" — Backfisch: „O sehr! Ich gehe in die klassischen Stücke, Papa sieht am liebsten Operetten, und Mama geht in's — Unpassende." ----S-WLS-- Schachaufgabe. Von I. Mieses. Schwarz. Weiß zieht au und setzt mit dem 3. Zuge matt. Auflösung des Bilder-NSthsels in Nr.45: Flottenmanöver. Auflösung des Ariihmogryphs in Nr. 46: Museum, Allee, Ulema, Salm. Ossa, Laina, Esel, Ulm, Moses. Mausoleum- ----