HL55. Ireitag, den S. Juli 1884L Für die Redaction verantwortlich: Philipp Fricl in Augsburg. Druck und Verlag des Literarnchen Instituts von Haas L Grabhcrr in Augsburg ^Vorbesitzer vr. Max Huttler). Im Laune alter Schuld. Roman von Gustav Höcker. (Fortsetzung.) Für Wolfgang gab es nun nichts Räthselhaftes mehr. Eine dunkle Erinnerung war es gewesen, was ihn bei jenem Zusammentreffen mit der Reiterin aus ihrem Antlitz und ihrem Wesen so geheimnißvoll an- gemulhet hatte. Vielleicht waren von der schwarzäugigen Gespielin einige Züge in die Träume des Jünglings übergegangen, die ihm das vervollkommnete Ideal seines Herzens zeigten und dabei der bildnerischen Meisterhand der Natur so nahe geblieben waren. „Erinnern Sie sich," sagte er, unwillkürlich von diesem Jdeengange geleitet, „daß meine kleine Spielkameradin mir versprach, einst meine Frau zu werden?" Beinahe bereute er seine Worte, denn die knabenhaften Gefühle der Vergangenheit fanden in dem heutigen Empfinden des Mannes ein nur zu treues Echo, welches er nicht gern verrathen hätte. „O ja, mich dünkt, Sie hätten mir ein solches Versprechen abgenommen," antwortete sie und lachte unbefangen. Diese Unbefangenheit berührte sein glühendes Herz wie Eis. Er nahm sich vor, seine Neigung zu zügeln und sich nicht eher in Lizi zu oerlieben, bis er die Beweise ihrer Gegenliebe besitze. Dieser Entschluß war freilich sehr thöricht, denn er betraf etwas bereits Geschehenes, — Wolfgang hatte nicht mehr die Macht, das junge Mädchen nicht zu lieben. „Irre ich nicht", sagte er, um die plötzlich eingetretene Paust nicht zu verlängern, „so sind Sie mit Frau von Prachwitz nahe verwandt." „Die Verwandtschaft ist nicht so nahe, daß sie sich mit einem Worte bezeichnen ließe, welches unanfechtbar ist," lächelte Lizi. „Frau von Prachwitz und meine verstorbene Mutter waren Stiefcoustnen. Doch wird es wenig echte Tanten geben, die sich ihrer Nichten so liebevoll annehmen, wie Frau von Prachwitz es mit ihrer Stiefnichte thut." „Ich finde es sehr begreiflich, Sie zärtlich zu lieben, ohne daß es dazu eines besonderen Edelmuthes bedarf," versetzte Wolfgang in scherzendem Tone. „O, in diesem Falle irren Sie sehr," wandte Lizi ein, „es gehörte ein so selbstloses Herz dazu, wie Frau von Prachwitz es besitzt, um statt der Liebe keine Abneigung gegen mich zu fühlen, da ihr durch weine Geburt ein beträchtliches Vermögen entzogen worden ist was für ihre ganze Zukunft verhängnißvoll wurde." „Und gegenwärtig halten Sie sich, wie in früheren Tagen, wieder zu Besuch bei ihr auf und gedenken hoffentlich noch recht lange zu bleiben?" bemerkte Wolfgang. „Einige Wochen," antwortete Lizi. „Nun, da haben Sie einander also schon aufgefunden", ließ sich jetzt Frau von Prachwitz vernehmen, die inzwischen eingetreten war und neben dem plaudernden Paare Platz nahm. „Nicht wahr, lieber Baron, Ihre kleine Jugendgespielin hat sich wenig verändert?" „In ihrem Wesen so wenig," antwortete Wolfgang rasch, obwohl nicht ganz der Wahrheit gemäß, „daß ich mich jeden Augenblick versucht fühle, die letztvergangenen Jahre zu vergessen und sie Lizi zu nennen, zumal es auch der einzige Name ist, unter welchem ick sie kenne." „Ei, so will ich die Etiquette in ihr Recht einsetzen," lachte Frau von Prachwitz. „Fräulein Felicitas Teßner," stellte sie mit komischer Förmlichkeit vor, „nennen Sie sie aber immerhin Lizi, Baron, ich bin gewiß, sie hat nichts dagegen; nicht wahr, mein liebes Mädchen?" „Ich ziehe indessen vor," bemerkte der Baron, „Ihnen den schönen Namen Felicitas unvcrstümmelt zu belassen, er sagt dem Geschmack des Mannes besser zu. Und wollen Sie mich wieder Wolfgang nennen?" „Ja," antwortete Felicitas, mit jener Herzensreinheit aufblickend, welche unendlich anziehender ist, als die höchste Kunst der geschultesten Kokette, „ich hoffe, es wird mir nicht schwer werden, denn alte Gewohnheiten besitzen eine unwiderstehliche Macht." Bald gruppirte sich ein größerer Theil der Gesellschaft um die Dame des Hauses, und Wolfgang und Felicitas konnten sich der allgemeinen Unterhaltung, die in ihrer unmittelbaren Nähe geführt wurde, nicht ganz entziehen. Der Abend verlief dem Baron an Felicitas' Seite wie ein holder Rausch. Er warf den Gedanken an den folgenden Morgen von sich und blieb, bis fast alle Gäste sich entfernt hatten. An Melanie Rettberg mußte er öfter denken. Für den Fall seines Todes war allerdings für sie gesorgt, dennoch mußte sie den gefährlichen Einflüssen, welchen sie schutzlos preisgegeben war, so schnell wie möglich entzogen werden. Eine unüberwindliche Scheu, dieses Thema in Felicitas, Gegenwart zu berühren, versiegelte ihm den Mund. Er nahm sich daher vor, nach seiner Rück- 418 kunft in's Hotel seine Bitte au das gütige und wohlwollende Herz der mütterlichen Freundin der Feder anzuvertrauen. Endlich verließ er das Haus, in welchem er den schönsten Abend seines Lebens verbracht hatte. XII. Am folgenden Morgen veranlaßte ihn der Wunsch, in der Angelegenheit der Geschwister Nettberg zu einem Abschluß zu kommen, zu einem Besuche bei Moses Nathan- sohn. Der Laden war leer, da der Pfandleiher sich gerade in seinem Hinterstübchen befand und von seinem hohen Besuche, der zu Fuße gekommen war und, durch die trübe Scheibe des Schicbfensterchens gesehen, sich von anderen Sterblichen nicht unterschied, keine Ahnung hatte. Mit den entschuldigenden Worten: „Bitte um Verzeihung, wenn ich störe," trat Wolfgang in das Allerhciligste, wo Nathansohn sich eben mit einem Anderen in angelegentlichem Gespräch befand. „Gott! der Herr Baron! der gnädigste Herr Baron!" stotterte der Jude bei dem überraschenden Anblick seines hohen Gönners, indem er breitbeinig hin und her hüpfte, Mit den Händen verwirrt in der Luft herumiappeud, und dazwischen tiefe Komplimente schnitt, wobei er den noch immer bereit stehenden vergoldeten Thronsessel umwarf. Während der Baron ein leises Lächeln nicht unterdrücken konnte, blieb daS Gesicht des anderen Mannes unbeweglich. Es war ein Gesicht, welches man so leicht nicht wieder vergißt. Im ersten Augenblick erschienen die Züge desselben fast abschreckend finster; der aufmerksamere Beobachter konnte aus ihnen aber mehr Verbitterung als düstere Verhärtung herauslesen. Im Gegensatze hierzu lag etwas Offenes auf der hohen Stirn, ebenso contrastirte tu Z schöne blaue Auge mit dem scheuen, nnstüteu Blick, der keinem fremden Blicke Stand hielt. Das schwarze Haar war kurz geschnitten, der kräftige Bartwuchs an allen Srcllen durch die strenge Censur des Nasirmcssers unterdrückt. Der Gliederbau der geradezu reckenhaften Gestalt ließ auf eine herkulische Körperkraft schließen. Trotz manches sympathischen Zuges machte der Fremde auf Wolfgang den Eindruck, als gehöre er zu jenen lichtscheuen Kunden Nathansohns, aus denen sich der verrufenste Theil seines Geschäftsverkehrs rekrutirte. Vielleicht war er der „Ulan", von welchem Nathansohn gesprochen hatte, das ihm wider Willen entschlüpfte Wort augenscheinlich bereuend, und wenn dieser Beiname sich auf die frühere Laufbahn des Mannes bezog, der im Anfange der Vierziger Jahre stehen mochte, so konnte in seiner unwillkürlichen militärisch strammen Haltung WolfgangS in diesen Dingen sehr geschulter Blick jene Vermuthung nur bestätigt finden. Dem Juden war es offenbar sehr unangenehm, daß der Baron ihn in dieser Gesellschaft getroffen hatte. „Nu, was woll'n Se noch hier?" fuhr er den Niesen an, dessen scheuer Blick sich mit forschendem Interesse immer wieder auf den vornehmen jungen Mann gerichtet hatte, worauf der lästige Gast mit kurzem Gruß sich entfernte. „Ich wollte mir heute die Ehre geben, dem Herrn Baron meinen Besuch zu machen," brachte Nathansohn endlich hervor, nachdem er tausend Entschuldigungen gestammelt, daß er seinen hohen Gönner draußen habe warten lassen. „Es ist alles gegangen nach Wunsch; aber es hat gekostet viel Mühe, bis ick meinen Mann hab' dazu gebracht, das Jüngelchen auszuhorchen, und nicht eher ist er herausgerückt mit der Sache, bis ich geschworen hab' den fürchterlichsten Eid, daß dem Jüngelchen nichts Schlimmes darf geschehen." „Ich weiß bereits, was der junge Rettberg gethan hat," antwortete Wolfgang ruhig. „Es ist mir jetzt nur noch darum zu thun, den Namen zu erfahren, den er gefälscht hat." Der Jude blickte ihn sehr erstaunt an. „Auch den Namen könnt' ich dem Herrn Baron sagen," versetzte er, nachdem er sich wieder gefaßt, „aber der fürchterliche Eid —" „Wird Sie hoffentlich nicht hieran hindern," unterbrach ihn Wolfgang, „wenn ich Ihnen die Versicherung gebe, daß ich dem Burschen nicht schaden, sondern ihn vor dem Zuchthause retten will. Also sprechen Sie frei heraus," fuhr Wolfgang fort, „wie heißt der Mann, dessen Name mißbraucht worden ist?" „Er heißt Maitland," gab der Jude zur Antwort. „Maitland?" wiederholte der Baron. „Etwa Otto Mailland?" Nathansohn nickte. „Er wohnt Unter den Linden. Der Herr Baron sind erschrocken," fügte er forschend hinzu. „Ich bin mehr überrascht, als erschrocken," cnt- gegnetc Wolfgang, „weil der Zufall will, daß ich mit dem genannten Herrn ziemlich genau bekannt bin. Wie aber kommt der junge Ncttberg gerade zu diesem Namen?" „Wie wird er dazu kommen!" sagte der Jude. „Lebt doch der Maitland in der großen Welt, ist er doch ein Mann von großem Reichthum und sein Name so gut wie baar Geld. Das wird das Jüngelchen gewußt haben." Wolfgang zweifelte keinen Augenblick, daß sein Freund aus seine Bitte jeden Gedanken aufgeben würde, den jungen Verbrecher zu verfolgen; doch vermochte er die Befürchtung nicht zu unterdrücken, Mailland könnte von der Macht, die er dadurch über Ncttberg erlangte, gegen dessen schöne Schwester Gebrauch machen. Es lag ein Zauber in MaitlandZ Wesen, ein Reiz in seiner Beredsamkeit, dem Wolfgang selbst nicht widerstehen konnte; bei all seinem hellen Verstände kam ihm im Gespräch mit Maitland die klare Unterscheidung von Recht und Unrecht abhanden, oder es kostete ihn wenigstens einen Kampf, sich beides gegenwärtig zu halten. Besorgt fragte sich Wolfgang, welchen Einfluß ein solcher Mann über ein junges, unerfahrenes Mädchen, wie Melanie Ncttberg, gewinnen könne. „Wenn ich wüßte," unterbrach Wolfgnng sein Schweigen, „in wessen Händen sich der Wechsel befindet, so würde ich ihn sofort einlösen." „Und der Herr Maitland brauchte nichts zu erfahren von der ganzen Geschichte," nickte der Jude lächelnd. „Ich verstehe, ich verstehe. Aber wer soll wissen, wo das Wechselchen jetzt in der Welt herumfährt? Und die Zeit ist knapp bis zum Verfalltage. „Nun, Herr Nathansohn," sagte Wolfgang nach kurzem Ueberlegen, „auf alle Fälle ist mir die von Ihnen erhaltene Auskunft sehr werthvoll. Ein solcher Dienst läßt sich nicht belohnen. Um aber wieder auf die altgric- chische Vase und die antike Damascenerklinge zurückzukommen, wovon Sie mir gelegentlich erzählten, so würden dieselben ein paar fühlbare Lücken in meiner kleinen Alterthumssammlung ausfüllen. Schicken Sie mir diese beiden Gegenstände in mein Hotel, Herr Nathansohn, und vergessen Sie nicht,' die quittirte Rechnung beizufügen." Der Baron empfahl sich rasch, ohne dem Juden Zeit zu seinen üblichen Ehrfurchtsbezeigungen zu lassen. „Gott! was'n Mann!" rief Nathansohn bewundernd, „was'n feiner Aristokrat! Unbesehen und ohne zu handeln nimmt er die Base und den alten Damas- cenersäbel . . . Gott! am Ende hätt' er auch genommen das vergoldete Sesselchen, wenn ich ihm hätt' gesagt, 's wär' der Thron, auf dem schon hätt' gesessen der König Salomo. O, Moses Nathansohn, was biste doch gewesen für'n Schafskopf l" xm. Wolfgang begab sich wieder zu Frau v. Prachwitz, deren Obhut Fräulein Nettberg wohl am sichersten anvertraut werden konnte. Er traf zunächst Felicitas. Nach den üblichen Begrüßungen steuerte er sofort auf sein Ziel los. „Ich muß mich an Ihre Tante und an Sie wenden," fuhr Wolfgang fort, „denn ich bedarfsder Hilfe edelgesinnter Frauen — um eine junge Dame zu schützen." Felicitas war in hohem Grade überrascht über das Ansinnen des Jugendfreundes, der sofort eine Erklärung über die Art und Weise seines Zusammentreffens mit dem Schützling gab. Er berichtete von seiner Begegnung mit Quinna und fügte erläuternd hinzu: „Jener Herr von Quinna, ein gemeiner Abenteurer, hatte die Dame mit Absichten aufgesucht, welche im höchsten Grade beleidigend, ja beschimpfend für ein unschuldiges und- liebenswürdiges Mädchen waren, das unter dem Druck der Armuth leidet und niemanden in der Welt zur Seite hat, als einen allen Lastern und Verbrechen ergebenen Bruder, der ohne jedes Bedenken seine Schwester verrathen und verkaufen würde. Ich hatte durch eine dritte Person von der Lage des jungen Mädchens gehört; der Wunsch, etwas für sie zu thun, und die Hoffnung, ihren Bruder vielleicht vor gänzlicher moralischer Verkommenheit retten zu können, führte mich in die Wohnung der Geschwister, Fräulein Nettberg machte auf mich sofort den Eindruck, daß sie unverdorben und tief bemitleidenswert sei. Sie können sich daher leicht denken, Felict- tas, daß ich sie nicht in meiner Gegenwart wollte beleidigen lassen. Ich muß zum Schutze der Dame aber noch mehr thun, denn sie ist ganz auf meinen Beistand beschränkt. Es kommt leider sehr selten vor, daß sich ein junger Mann ohne eigennützige Beweggründe eines schönen jungen Mädchens annimmt. Ich möchte nicht in einen solchen Verdacht gerathen, und daher bedarf ich einer Mittelsperson, welche an meiner Stelle handelt und derartiger Beargwöhnung unerreichbar ist." „Und in welcher Weise könnten diejenigen, an welche Sie Ihre Beschützerrolle abtreten möchten, am geeignetsten für die Dame sorgen?" „Zunächst dadurch, daß sie dieselbe so rasch wie möglich aus ihrer Wohnung entfernen." „Ist sie in Gefahr?" „Jener Herr von Quinna besitzt eine Macht über ihren Bruder, welche ihr selbst verderblich werden kann." „Ach!" entgegnete Felicitas mit einem schwermüthi- gen Lächeln, „ich kann das alles sehr wohl begreifen, nur das begreife ich nicht, wie ein Bruder so schändlich sein kann, auf das Verderben seiner eigenen Schwester auszugehen." „Müßiggang, Genußsucht und — laot, not Isast — die Furcht vor dem Zuchthause, — das sind seine Triebfedern. Seine Schwester muß vor seinen Zudringlichkeiten geschützt werden, und wenn Sie und Ihre Tante dabei helfen wollen, so wird Ihnen das arme Mädchen dafür dankbar sein und ich nicht minder, Felicitas." „Ich will alles thun, was Sie wollen, Wolfgang," rief Felicitas mit glühendem Gesicht. „Vielleicht wissen Sie, daß es mir an Mitteln, ihr zu helfen — ich meine mit Geld — durchaus nicht fehlt." „O, was das betrifft," versetzte Wolfgang lächelnd, „so lassen Sie nur mich sorgen. Ich besitze weit mehr, als ich gehörig anzuwenden weiß, und möchte Sie daher zu bewegen suchen, mir bei der Verfügung über meinen Reichthum, welcher zu groß ist, um mir nicht ernste Verpflichtungen aufzuerlegen, Ihren Rath zu ertheilen. Wollen Sie meine Mahnerin zum Guten sein, Felicitas?" „Recht gern, Wolfgaug," antwortete das junge Mädchen mit leiser Stimme und das Auge senkend, „wenn ich eitel genug sein könnte zu glauben, daß meine Rathschläge Ihnen nützen würden." Der Baron hatte während dieser Unterredung mancherlei Zeichen an ihr beobachtet, welche seine Hoffnung belebten. Der feurige Glanz ihres Auges erhöhte sich noch, wenn sich dasselbe plötzlich zu ihm erhob; im Tone ihrer Stimme lag etwas Bewegtes, in ihrem Wesen eine gewisse Befangenheit, — das alles verkündete ihm, daß er mindestens die Macht besitze, Bewegungen in ihrem Herzen hervorzurufen. Wer weiß, wohin die jüngste Wendung des Gesprächs geführt haben würde, hätte nicht das Tönen der Vorsaalglocke verrathen, daß Frau von Prachwitz zurückgekehrt sei. „Lassen Sie mich also das Siegel auf Ihr Versprechen drücken, liebe Felicitas," sagte Wolfgang, indem er ihre schöne Hand ergriff und sie respektvoll an seine Lippen führte. „Auf welches Versprechen?" fragte sie befangen. „Meine Mahnerin zu sein," erinnerte er, und gerne hätte er hinzugesetzt: „für's Leben," doch wollte er in diesem Augenblick nicht alles wagen, auch trat Frau von Prachwitz soeben in's Zimmer. Die im Hotel erhaltene Auskunft, daß der Baron ausgegangen sei, hatte ihr zu großer Beruhigung gereicht, und nun war sie sehr erfreut, ihn gerade hier, an Felicitas' Seite, zu finden. Sie war beiden mit gleicher Herzlichkeit zugethan und hielt es für das Natürlichste von der Welt, daß die Jugeudgespielen sich in einander verlieben und das glücklichste Paar von der Welt werden müßten. Das war schon gestern Abend ihr Gedanke gewesen. Der Baron erzählte seine Geschichte und wußte die warm fühlende Wittwe für Melanits Schicksal lebhaft zu interessiren. Sie war erfahren genug, um sofort die Gefahr zu begreifen, vor welcher der Baron das schöne, unschuldige Kind zu schützen trachtete. „Ich will mit Felicitas morgen Ihren Schützling aufsuchen," erklärte sie sich bereit, „und wir werden alles- zu Ihrer Zufriedenheit ordnen. Wir werden ja sehen, wie wir die junge Dame bei uns unterbringen. Sie könnte in dem kleinen Zimmer neben dem Deinigen schlafen, Felicitas." „Auf einige Tage allerdings, liebe Tante," ver» setzte Felicitas, „bliebe sie länger hier, so würde der Zweck kaum erreicht werden. Sie soll von ihrem Bruder entfernt werden; wie leicht könnte sie demselben aber auf einem Ausgange begegnen! Ich will daher an meinen Vater schreiben; in unserm Hause gibt es genug Zimmer, die ihr zur Verfügung stehen." 420 „O, liebe Felicitas! — Au Deinen Vater schreiben?" wandte Frau v. Prachwitz bedenklich ein. „An Deinen Vater schreiben! Du kennst ihn so gut wie ich!" Das junge Mädchen crröihete. „Nun, ich wollte Dich nicht kränken," sagte die Tante, dies beincrkend, „versuche es iwmcrbin und schreibe an Deinen Vater. Sollte er Schwierigkeiten wachen, so wird sich leicht ein anderes Anskunftsmittel finden. Wir haben ja vor, auf einige Wochen nach Rügen zu gehen, und da können wir Fräulein Nettberg mitnehmen." „Ich werde sie sogleich durch ein paar Zeilen von unserm Besuch verständigen, damit wir sie morgen sicher zu Hause antreffen," tagte Felicitas. „Thue das." nickte die Tante, „und laß Dir vom Baron die Adresse sagen." Auf Einladung seiner Gönnerin blieb Wolfgang den ganzen Abend über da, der ihm noch angenehmer verging, als der gestrige. Das Gespräch lenkte sich auf vergangene Zeiten; theure Erinnerungen an seine verstorbenen Eltern und die Stunden, wo er und Felicitas in diesen Räumen als Kinder mit einander gespielt hatten, traten, durch die mütterliche Freundin geweckt, wieder lebendig vor seine Seele, so daß er in ungleich weihevoller Stimmung als gestern das Hans verließ . . . Am andern Vormittag fuhren Frau von Prachwitz und Felicitas nach der entlegenen Vorstadt, in welcher Melanie Ncttberg wohnte. Die beiden Damen waren noch nie in diese Gegend gekommen. Als sie das Haus mit dem höhlenartigen Hofe betraten, die zerlumpten Kinder auf den Treppen sahen, von denen eins, sich verwegen über das Geländer hängend, blitzschnell an ihnen vorübergerutscht kam, als sie aus unsichtbaren Räumen zankende und keifende Stimmen vernahmen, da sank ihnen der Muth, und die etwas nervös veranlagte Frau von Prachwitz gerieth beinahe in Versuchung, wieder umzukehren. Die Wirthin mit dem allezeit offenen Ohre trat, als sie von draußen leise Schritte vernahm, aus ihrer stets nur angelehnten Thüre und war nicht wenig überrascht, zwei so vornehme Damen vor sich zu sehen, die nach Fräulein Ncttberg fragten. Sie zeigte ihnen das Zimmer, welches Frau von Prachwitz zuerst betrat. Melanie stand an dem Tische, worauf noch Felicitas' erbrochener Brief lag, und legte hastig und mit verstörtem Blicke eine Zeitung bei Seite. Frau von Prachwitz war beim ersten Anblick des jungen Mädchens für sie gewonnen. Sie ergriff mit warmherziger Lebhaftigkeit Melanies Hand und theilte ihr in den zartesten Worten mit, wie rühmend der Baron von ihr gesprochen, welche innige Theilnahme er für sie erweckt habe und was nun für sie geschehen solle. Jetzt erst bemerkte Melanie Felicitas, die sich bisher hinter ihrer Tante gehalten hatte. Die beiden reizenden Mädchen standen da und blickten einander stumm an, als sei jede erstaunt über die Schönheit der andern. Aber sei es nun, daß Melanie ihr Schicksal in der außerordentlichen Schönheit Felicitas' las oder daß für ihr aufgeregtes Gemüth jener rasche Wechsel der Empfindungen zu viel gewesen war, — sie erbleichte plötzlich und sank ohnmächtig in Felicitas' Arme. XIV. Um dieselbe Zeit, wo die eben erzählte Scene vor sich ging, kleidete sich der Baron von Sturen zum Ausgehen an, um seinen Freund Maitland aufzusuchen und mit diesem über die fatale Angelegenheit des jungen Rettberg zu sprechen. Er wollte eben nach Hm und Spazierstock greisen, als an der Thür gekiopft wurde. Der Besucher war Maitland selbst. „Nun, wie geht es fragte der Ankömmling. „Gut, wie ich sehe. „Gerade zu Ihnen wollte ich, Maitland," erwiderte Molfgang, „in einer ziemlich wichtigen Sache." „Und ich komme zu Ihnen, Baron," versetzte der Andere mit einem seltsamen Lächeln, — „in einer ziemlich — interessanten Sache. Aber bitte, lassen Sie mich zunächst Zuhörer sein." „Nein, Maitland, sprechen Sie zuerst," ersuchte Wolfgang. Beide setzten sich. „Nun, so hören Sie, Baron," begann der Andere. „Ich habe soeben erfahren, daß sich ein Wechsel auf fünfzehnhundert Mark in Berlin hernnureibt, der angeblich von mir acceptirt sein soll. Zufällig trifft es sich, daß ich einige Tausende auf's Jahr mehr habe, als meine Wünsche und Gewohnheiten erfordern — und so habe ich noch keinem Menschen auf Erden ein solches Ding ausgestellt. Einen ähnlichen Gedanken mochte wohl auch der Banquier haben, in dessen Portefeuille der Wechsel gestern oder heute übergegangen ist, denn er schickte denselben zu mir und ließ mich fragen, ob die Sache in Ordnung sei." „Und was gaben Sie zur Antwort?" fragte Wolfgang ängstlich gespannt. „Ich ließ dem Banquier sagen, ich werde selbst zu ihm kommen. Der Name des Ausstellers, der sich erlaubt hat, mein gefälschtes Accept auf den Wechsel zu setzen, veranlaßte mich hierzu, denn er lautet Eduard Rettberg, und ich weiß, daß dieser Betrüger Ihr Schützling ist." „Sie sagen mir da nichts Neues, Maitland," ent- gegnete Wolfgang nach kurzem Bedenken, „ich bin ebenfalls von der Fälschung unterrichtet und wollte deshalb soeben zu Ihnen kommen, um Sie zu bitten, den leichtsinnigen Menschen nicht vor Gericht zu ziehen. Ich habe nichts hinzuzufügen, als daß ich bereit bin, den Wechsel selbst einzulösen." Maitland lachte. „Sie schützen also doch das Lächeln der jungen Dame auf fünfzehnhundert Mark? Nun, Ihnen zu Gefallen will ich thun, was ich kann." Wolfgang sckwieg, während er mit sich selbst kämpfte. Er wußte, was Maitland argwöhnte. „Sie sind im Irrthum," ergriff er endlich das Wort. „Ich wünsche, den Burschen zu retten, allerdings nicht seiner selbst wegen, sondern aus Rücksicht auf seine Schwester, aber ohne jede unlautere Nebeuabsicht auf diese. Und was auch aus dem verworfenen Bruder werden möge, so haben sich doch Personen gefunden, welche sich für die junge Dame interessiren und dafür Sorge tragen werden, daß sie nicht, durch Armuth bewogen, der Versuchung zum Opfer fällt." „Nun, Baron," entgegnete Maitland, „wenn Sie die Gelegenheit, die sich Ihnen darbietet, nicht benützen wollen, so ist das Ihre Sache. Für mich aber ist jetzt die Gelegenheit so günstig, daß ich, der Versuchung weniger gewachsen als Sie, meinen bösen Antrieben ein wenig nachgeben muß." „Maitland!" rief der Baron aufspringend und des Anderen Arm ergreifend, „Sie versprachen mir —" — 421 — „Ja, ja, ich erinnere mich wohl meines Versprechens," entgegnete Maitland, „aber unsere Stellung hat sich inzwischen verändert. Ich bin jetzt selbst in die Sache verwickelt worden, ohne es zu wollen." „Und Sie wollen wirklich dem schlechten Beispiele des Herrn von Quinna folgen," rief Wolfgang, „Sie wollen das Verbrechen des Bruders gegen die Ehre der Schwester ausspielen?" „Herr!" fuhr Maitland auf, seinen Kopf in den Nacken werfend und den Baron aus wild flammendem Auge anblickend. Im nächsten Moment faßte er sich jedoch wieder, von seiner Stirn wich der finstere Ausdruck, sein Blick besänftigte sich. „Nein, Baron, sagen Sie das nicht. Ich will aus der Furcht des Mädchens keinen Nutzen ziehen, welchen Gebrauch ich auch von ihrer Dankbarkeit machen mag." „So geben Sie mir Ihr Wort, daß der Bruder gerettet werden soll?" fragte Wolfgang. „Ich verspreche Ihnen, so weit es mir möglich ist, den Burschen zu retten," antwortete Maitland nach augenblicklichem Nachsinnen. „Was meine fernere Handlungsweise in dieser Sache betrifft, so werde ich mich von den Umständen bestimmen lassen. Ich leugne nicht, daß ich mich für das Mädchen iuteressire und sie zu sehen wünsche. Und darin werden Sie nichts Bedenkliches finden, Baron." „Erlauben Sie mir aber die Frage," entgegnete Wolfgang, „warum Sie nur bedingungsweise davon reden, den Bruder des Mädchens vor den Folgen seines Verbrechens bewahren zu wollen. Die Sache ist ja auf die einfachste Weise von der Welt erledigt, wenn Sie Mich den Wechsel bezahlen lassen." „Das Letztere ist das Wenigste," versetzte Maitland, „denn ich bin selber nicht eben geizig, Baron, und es soll niemand Anderer als ich das Geld bezahlen. Wenn ich bedingungsweise redete, so geschah es weil —" Er unterbrach sich und versank in Nachdenken. Endlich streckte er seinem Freunde die Hand entgegen und sagte: „Wir haben einen kleinen Zwist gehabt, aber wir wollen wieder Freunde sein. So lassen Sie uns denn überlegen, was wir für Fräulein Rettberg's Bruder thun könen." Der Baron drückte ihm warm die Hand. Beide kamen überein, daß Maitland zu dem Banquier gehe und den Wechsel einlöse. Nettberg sollte in keiner Weise zur Verantwortung gezogen werden, aber nur unter der Bedingung, daß er mit dem nächsten Hamburger Dampfer nach Amerika abreiste. Er sollte mit den nöthigen Geldmitteln versehen werden, und man wollte dafür sorgen, daß er in Amerika eine Anstellung erhielte. Maitland ging so bereitwillig auf diesen Plan ein, daß die Macht seines Einflusses auf Wolfgang und der Reiz seines Umganges wiederhergestellt waren, als er diesen verließ, um die nöthigen Schritte zur Einlösung des gefälschten Wechsels zu thun. (Fortsetzung folgt.) ---- — GotükSrner. Dem Geiz ist nichts zu viel. Durch den dreieinen Gott du bist Gemacht, erlöst, geheiligt, Christ, Ihm schwurst im heil'gen Tausbund du Mit Leib und Seel' dich ewig zu. K. ---»LWLS-.- Neise-Skizze des bayerischen Pilgerzugrs nach Lonroes 1894. (Fortsetzung.) Vorher sahen wir noch links den hohen Berg Ven» toux, und können wir nicht unerwähnt lassen Carthözon, ein interessantes Städtchen mit von Thürmen flankirten Wällen und Thoren aus dem 14. Jahrhundert, dabei ein glänzendes, modernes Schloß. Nach ein paar weiteren Stationen erscheint vor unseren Blicken Avignon, sehr schöne Stadt mit 41,000 Einwohnern, einem ErzbischosS- sitz, Aufenthalt der Päpste von 1309 bis 1377, malerisch auf einem Hügel gelegen; wir eilen vorbei, werden aber auf der Rückreise I^Std. Aufenthalt haben. Wir kommen nun nach Taraseon, 9320 Einwohner, gegenüber Beaucair, mit einem Schloß aus dem 14. Jahrhundert und der Kirche der hl. Martha, welche die Stadt von einem Ungeheuer „Tarasqne" befreite. Das alte Schloß des Königs Rena überragt die Stadt. Es folgt nun eine weitere große Bahnstrecke: Tarascon-Toulouse, 335 Km. lang, mit 53 Bahnstationen. Südlich von hier, gegen Arles zu, wird eine weit ausgedehnte Ebene als das Schlachtfeld bezeichnet, auf dem nach hartem Kampfe Karl Martell die Sarazenen besiegte. Beim Durcheilen dieser Gegend begegnet man überhaupt einer Menge geschichtlicher Denkmäler; römische und griechische, sarazenische und christliche Geschichte spielte sich in dieser Gegend ab und ließ ihre tiefen Spuren zurück. Wir gelangen nun nach Nim es, einer der bedeutendsten Industriestädte des Südens, aus ihr sind viele berühmte Männer hervorgegangen, u. a. in alter Zeit der nachmalige römische Kaiser Antonius Pins, in neuerer Zeit Nicot, der die Tabakspflanze im 16. Jahrhundert aus Portugal einführte, weß- halb das in ihr enthaltene Gift Nicotin genannt wird, in neuester Zeit der bekannte französische Staatsmann Guizot. Hier konnten sich die Pilger wieder restauriren, da sehr guter Wein zu haben war, u. a. feuriger Mus- cat, der in der Umgebung von Lunel wächst; für die noch langdauernde Tour brauchten wir Stärkung; sogar Flaschenbier war zu haben aus einer Brauerei zu Nimes; es ist auffallend, daß die Bierbrauerei selbst in berühmten Weingegenden Frankreichs mehr und mehr an Boden gewinnt; das Bier war jedoch ziemlich theuer. Diese alte Stadt zählt 70,000 Einwohner und besitzt auch ein aus der römischen Zeit stammendes Amphitheater, für 24,000 Zuschauer berechnet. In Montpellier halten wir (6 Uhr Abds.) wieder an, nur wenige Minuten; diese Stadt mit 53,000 Einwohnern ist ein Bischofssitz und gilt als Heimath deS hl. Rochus, hatte einst hohen Ruf in der Medizin und Naturwissenschaft; es hat meist enge Straßen, aber sauber und gut gehalten; hier wurde durch den Friedensschluß 21. Oktober 1622 der 9. Hugenottenkrieg beendigt; am Bahnhof eine hübsche Anlage, Square genannt; Kathedrale des hl. Petrus. Die Eisenbahn führt hinter Montpellier durch eine reichbepflanzte Ebene und überschreitet das Mosson-Flüßchen, bei der Stat. Mireval überschreitet die Bahn zwei Sümpfe, dann über einen Kanal und mitten durch das Wasser nahe dem offenen Meer auf einem 1300 Meter langen Damm nach Cette am Mittelmeer. Hier war Wagenwechsel; die bisherigen bequemen Waggons mußten wir mit etwas beschränkten Wagen vertauschen, wo man kaum das Gepäck unterbringen konnte I — Die Allermeisten sahen zum Erstenmale das Meer; mir war es nicht fremd, da ich 1880 von Neapel aus mit der bayerischen Palästina-Karawane über das Mittelmeer nach Alexandria fahr. Es liegt etwas so Ernstes und Majestätisches in demselben, daß man voll Ehrfurcht Tage lang dies Wunder der Schöpfung betrachten kaun; der Gedanke an die Allmacht Gottes, an die Ewigkeit liegt nirgends näher, als wenn das Auge über den unermeßlichen Meeresspiegel schweift. Cette, sehr hübsch gelegen, zieht sich um den Fuß eines schroffen Felsbergcs und ist eine sehr belebte Haftn- und Handelsstadt, Festung dritten Ranges, mit 35,000 Einwohnern; von hier aus werden die besten französischen Weine in die Welt gesendet, und zwar mit dem echten sehr viel künstlicher Wein; auf den Aushäug- schildern ist die künstliche Fabrikation ganz offen angekündigt; hier sind 2000 Küfer beschäftigt, in den Schiff- banwerkstäiten 1200 Arbeiter; große Stockfisch-Trocknereien. Die Fischerei vom 1. Juli bis 1. März bei der Rückkehr der Fische aus den Teichen ist sehr ergiebig; die nahen Teiche mit Salzwasser liefern jährlich 24,000 Zentner- Fische, 7000 Zentner Aale, 45,000 Zentner Muscheln, 15,000 Wasservögcl; auch feine Austern werden gezogen neben den gewöhnlichen. Der Hafen der Stadt ist sicher, erfordert aber, um ihn vor Versandung zu schützen, jedes Jahr kostspielige Arbeiten. Die Salinen liefern ein für Seesalzgewinnung außerordentlich reines Salz von blendend weißer Farbe und pikantem Geschmack. 179 Meter über das Meer erhebt sich der Berg Ste.-Claire. Von Cette aus genießt man lange den Anblick des Meeres; bald kommt uns ein Wunderwerk des Südens, der Cana! du Midi, entgegen, der, im Jahre 1681 vollendet, in einer Länge von 239,000 Met. die Gewönne mit dem mittelländischen Meere verbindet und sein Wasser bald rechts, bald links von der Bahn in allen Formen, als flacher Canal, in Tunnels, in Berg- und Felseinschnitten, dem Meere zusendet. In Cette beginnt die Mit- tclmeerbahn. Bald nach der Ausfahrt rechts Aussicht auf den Etang de Thau, der mit seiner stillen Wasserfläche und Gebirgsumrahmung einem Alpensee gleicht. Inzwischen ist es Nacht geworden, die durchsausten Gegenden find aber vom Mondlicht beschienen. Wir eilen vorbei an der Stadt Agde am Canal du Midi, in fruchtbarer Ebene, in der Nähe ein längst erloschener Vulcan. Die Bahn verläßt nun das Meer und führt durch die trefflich bebauten Gefilde von Languedoc mit eigenthümlicher Weinkultur, rechts sieht man die Berge der Cevennen. Wir kommen um 9 Uhr Abends nach Beziers, das Loterras der Römer, Stadt mit 43,000 Einwohnern, in herrlicher Lage über einem gartenähnlichen Thal am Canal du Midi; die Stadt hat eine gothische befestigte Kathedrale St.-Nazaire, war im 13. Jahrhundert Hauptsitz der Albigenser, steht selbst in Frankreich nicht in gutem Rufe; 1890 hat die erste bayerische Pilger-Karawane eine unliebe Scene erlebt durch einiges Gesinde!. Es waren Alle angewiesen, sich ruhig zu verhalten, weder laut zu beten noch zu singen — und > auch nicht auszusteigen, z. B. zum Büffet; es waren ca. 50 Personen auf dem Perron, aber der Chef der Station hielt Ordnung. Und so fuhren wir nach 10 Minuten Aufenthalt weiter über den Orbefluß, dann ein Tunnel, über welchen der Canal du Midi hinweggeht; nachdem 26 Km. zurückgelegt sind, kommen wir nach Narbonne, welchem seine alten Thürme und Kirchen ein ernstes mittelalterliches Gepräge geben; die Kathedrale, deren Chor eines der edelsten Bauwerke gothischen Stils, ist dem hl. Justus geweiht; die Stadt soll der Geburtsort des hl. Sebastian sein. Von hier eine Eisenbahn nach Perpignan an die spanische Grenze. 58 Kilometer weiter gelangen wir nach Carcassonne, einer Stadt mit 27,000 Einwohnern, Festung, drei gothischen Kirchen: St.-Viucent und St.- Michcl, St.-Nazaire. Vorbei an Villefranche. Die Bahn nach Toulouse bietet links, besonders bis Station Bram, eine prachtvolle Ansicht der Pyrenäen, die in gewaltiger Ausdehnung die Strecke weithin begleiten. Rechts läuft der Canal du Midi, der 17 Millionen Frcs. gekostet hat; er beginnt in Toulouse und verbindet durch die Garonne daS atlantische Meer mit dem Mittelmeer; er ist 239 Kilometer lang, 20 Meter breit, 2^ Meter tief, hat 62 Schleusen und führt an 55 Stellen auf Arkaden über anders Gewässer; er hat ein paar Häfen, berührt Narbonne, mündet hinter Agde in den Thau und steht dnrch diesen mit dem Mittelmeer in Verbindung. Von Villefranche durch eine sehr reiche, schönes Getreide erzeugende Gegend, mit üppigen Gemüsegärten» schloßartigcn Landsitzen und alten verwitterten Kirchen mit hohen Thurmfagaden in unmuthiger Abwechslung geschmückt — nach Toulouse. Es ist die sechstgrößte Stadt Frankreichs mit 147,600 Einwohnern in einer fruchtbaren Ebene; ist Sitz eines Erzbischofs, hoher Gerichtshöfe, Universität, höherer Lehranstalten — die Garonne theilt sie in Stadt und Vorstadt. In Geist und Körperbildung zeigt sich bei den Bewohnern ein eigenthümlicher südlicher Typus; die Stadt hieß bei den Römern Noiosa, hat sehr sehenswerthe Kirchen, wie die Kathedrale St.-Etienne, St.-Sernin, eine großartige 5schiffige romanische Kirche, im 14. Jahrhundert beendigt, die größte und schönste Kirche in Toulouse, eines der bedeutendsten Bauwerke von Frankreich, mit Krypta, im Chor der berühmte Umgang, die Dour äss Oorps 8rrints, in besonderer Verehrung, mit den heil. Leibern von St. Saturnin, Thomas von Aquin und vielen anderen Heiligen, dann der zweischiffige Bau der Dominikanerkirche, die Kapelle der Inquisition mit der Zelle, welche der hl. Dominikus bewohnte, als er hier verweilte, ferner das Museum mit griechisch- römischen und mittelalterlichen Alterthümern, der Justiz- palast, das Kapital, ein großer Renaissancebau u. s. w. Toulouse war einst Mittelpunkt der Kriege gegen die Albigenser, die mit Feuer und Schwert vertilgt wurden; 1562 wurden 4000 Hugenotten in den Straßen der Stadt niedergemacht. Bei Toulouse fand der letzte Kampf gegen die Herrschaft Napoleons I. (Marschall Soult) statt. Die Bewohner von Toulouse waren schon im Mittelalter berühmt durch ihre dichterischen Anlagen; seine Troubadours waren zahlreich, berühmt in Minneliedern und religiösen Dichtungen. Von Toulouse führt die Bahn nach Muret (21 km), Stadt mit 4200 Einwohnern, wo sich 1213 das Schicksal der Albigenser entschied. Bei der Station St.-Julien passirt man die Garonne; von hier an wird die Fahrt interessanter, die Pyrenäenkette tritt näher hervor. St.-Gaudens, 91 km von Toulouse, ist eine alte, enge Stadt auf einer Anhöhe; auf der folgenden Bahnstrecke bemerkt man zu beiden Seiten auf den Bergen alte Schloßruinen. Die Stadt Montrejeau (104 km) liegt sehr schön und bietet ein weites Panorama der Pyrenäen. Von Capvern (127 km) gelangen wir nach Tarbes, Sitz eines Bischofs, zu dessen Diöcese auch Lourdes gehört. Schon vom Bahnhof aus hat man ein herrliches Panorama der Pyrenäen vor sich, welche, einer Niesen- mauer gleich, Spanien und Frankreich scheiden. Der 423 Uebergang zum spanischen und baskischen Charakter vollzieht sich schon auf französischem Gebiet; die Leute zeigen sich ernster, ruhiger, charaktervoller in ihrem ganzen Wesen. Auf dieser Strecke sah man weniger Weinbau, dagegen mehr Getreidefelder und Wiesen, eingefaßt von Obstbüumen. Es hatte wahrend der Nacht geregnet in diesen Gegenden, wie wir wahrnehmen konnten, und noch kamen einzelne Regenschauer. Die Stadt ist schön, in der Nahe des Bahnhofes sind große Fabriken, aus denen besonders Thonarbeiten hervorgehen; ihr reges Leben hat sie großentheils dem nahen Lourdes zu verdanken. Die Stadt, welche 18,000 Einwohner zählt, bildet einen Centralort für die Pyrenäen-Reisenden, welche sich von da in das Gebirge und in die Pyrenäen begeben; sie ist auch Hauptstadt des Departements der Hoch-Pyrenäen. Die öffentlichen Plätze und Straßen der Stadt sind mit üppigen Alleen von Linden, Ulmen und Akazien bepflanzt. Alles soll der Garten des Massel) übertreffen, der den Garten aus eigenen Mitteln anlegte und der Stadt zum Geschenke gemacht hat. Von den öffentlichen Gebäuden ist die bischöfl. Kathedrale bcmerkenswerth. Der Bischof hält sich auch oft in Lourdes auf, wo ihm eine große, geräumige Wohnung zur Verfügung steht, und erhöht die Feier an gewissen Festtagen. Von hier fährt eine Zweigbahn, 82 lern lang, nach dem berühmten Pyrcnäcnbad deBigorre, mit 40 kalkhaltigen Salinenguelleu, schon den Römern bekannt. Nur noch eine Stunde Eisenbahnfahrt, das Auge wendet sich nicht mehr vom Fenster weg; je tiefer wir in die Pyrenäen, in die ersten schroffen Abhänge des Hochgebirges eindringen, um so lauter Pacht das Herz von freudiger Sehnsucht; Müdigkeit und Schlaf ist vergessen, ebenso Hunger und Durst. Zur Stillung des Hungers hatten sich die Meisten mit Lebensrnitteln vorgesehen, und Wein war ja auf den größeren Stationen an den Büffets zu haben. Die Gedanken eilen voraus zur Mutter Gottes; endlich erklingt freudig der Name Lourdes, wir sind am Ziele unserer Wünsche. Es war vormittags 9 Uhr. Als wir aus den Waggons gestiegen waren, sammelten wir uns um den Direcior. Alle erhielten Quartier- karten, und nun eilten wir, die Einen zu Fuß, Andere in Wagen, hinein in die Stadt, suchten unsere Quartiere auf. Ein großer Theil war an's Hotel Brnnis angewiesen, dessen Eigenthümer (aus Elsaß stammend) auch das benachbarte Hotel Beige, Hotel Sti-Joseph und Hotel Bethanie gepachtet hatten, sowie Privatquartiere. Für Quartier und vollständige Beköstigung hatten wir nur 7 Francs pro Tag zu bezahlen. — Nun Einiges über die Stadt. Noch vor 3 Jahrzehnten war Lourdes eine Stadt Mit 4000 Einwohnern, die ihren stillen täglichen Geschäften nachgingen, — über die Grenzen Frankreichs hinaW wenig bekannt. Die Lage, mitten im Hochgebirg, am äußersten Südende Frankreichs, nahe der spanischen Grenze, schloß sie gleichsam von der übrigen Welt ab, Die Stadt selbst besteht aus mittelgroßen Häusern, engen Straßen, grup- pirt am Fnße eines hohen Felsenrückens, der von einer malerischen, hochgelegenen Festung gekrönt ist. Jenseits dieses Felsens strömt der Gave vorbei. Die Festung hatte als Schlüssel zu den Thälern der Pyrenäen einst eine hohe Bedeutung; jetzt hat sie nur noch malerisches und historisches Interesse. Anfang dieses Jahrhunderts diente sie als Staatsgefnngniß. Lourdes ist ein Knotenpunkt vieler Straßen, die zu den warmen Pyrenäenbädern führen, sowie zu 2 spanischen Gebirgspässen, sowie nach Pau, Tarbes. Die Einwohner von Lourdes haben, wie die übrigen Gebirgsbewohner, einen tiefreligiösen Sinn, der sich besonders in zahlreichen, hier schon längst bestehenden religiösen Vereinen kundgibt. 11m 11 Uhr war die Begrüßung, die erste Andacht und Huldigung an die allerseligste Jnngfran in der Felsengrotte Massabielle anberaumt. Wenn man von der Stadt hinaustritt, ist es zuerst die Brücke über den Gaveflnß, welche man passirt, dann kommt ein ungeheurer großer und länglicher Platz, ca. 300 rn lang und 100 in breit, mit prächtigen Anlagen und vielen Bäumen, längs des FlnsseS, an dessen Anfang die Statue des heiligen Michael steht, mit mächtig geschwungenem Schwert. In der Mitte dieses Platzes befindet sich das Zeichen deS siegenden Heilandes, ein hochragendes, metallenes Kreuz, und am Ende des schönen Platzes die große, kunstvolle Statue der gekrönten Madonna, mit einem Siernenkcanze geschmückt und im Jahre 1876 durch den päpstlichen Nuntius im Auftrage Pins' IX. mit einer Krone von Gold und Edelsteinen gekrönt; aus Diamanten und Brillanten, geopfert von den Damen Frankreichs. Damals waren 100,000 Pilger zugegen. Nachts bei den Lichter-Processionen wird sie beleuchtet und strahlt im hellsten Glänze. Auf der rechten Seite befindet sich das Pilgerhans, Abri genannt. Das lange Parterre dieses großen Hauses besteht aus einem einzigen großen Saale, in welchem sich die Pilger zu verschiedenen Besprechungen versammeln. Vor unseren Augen erhebt sich die herrliche Basilika, unter deren Vorplatz die großartige, geräumige Rotunda sich ausdehnt, welche nach den 15 Altären zu Ehren der 15 Geheimnisse des Rosenkranzes gewöhnlich Nosenkrauzkirche genannt wird. Auf der Höhe deS Felsens Massabielle, über der heiligen Grotte der wunderbaren Erscheinung Mariens, erhebt sich die Basilika, -nahe derselben ein Klostergebände, der Wohnsitz der Missionäre, welchen vom römischen Stuhle die Seelsorge und die Leitung der großartigen Wallfahrt übertragen ist. Wir eilen auf der Straße Zwischen dem Felsen und Fluß hin zur berühmten heiligen Grotte, um die unbefleckte Jnngfran an dieser geheiligten Gnadenstätte zu verehren und Maria, der katrcma. Lavariao, als ihre Kinder aus dem fernen Bayerlande zu huldigen. Unbeschreiblich sind die Gefühle, welche das Herz des Pilgers bei diesem ersten Besuche der Grotte bestürmen; ja, man fühlt es, daß es ein hochheiliger Ort ist. Ich habe Vieles gesehen in 3 Welttheilen, war auf hohen Bergen der Alpen und der Apenninen, und viele hundert Klafter tief unter der Erde in den domähnlichen Grotten der Salzkrystall-Bergwerke in Wiliczka (Ealizien); ich sah die Pyramiden von Gizeh und die ägyptischen Tempel, besuchte den Weltdom St. Peter in der ewigen Stadt Rom und so viele Städte in Italien und Frankreich, sah den Wasserspiegel des Mittelmeeres, wie des Atlantischen Oceans; aber außer Jerusalem, Bethlehem, Nazareth, Tabor, Gcnesareth hat Nichts die Seele so tief ergriffen, als die heilige Grotte von Lourdes, wo die heiligste Jungfrau im Jahre 1858 einem unschuldigen 14jährigen Hirtenmädchen, Bernadette Sonbirous, 18mal, jedesmal 20 Minuten lang, erschienen ist. — Es sind Offenbarungen, deren Wahrheit durch den heiligen Stuhl anerkannt ist und für alle Jahrhunderts fixirt in der 424 Anordnung eines hierauf bezüglichen Officiums und der Missa, die alljährlich am 18. Februar zu Ehren dieser geheimnißvollen Erscheinung zu cclebrircn ist. Nicht als Fremde fühlten wir uns hier, an diesem zum erstenmale geschauten Orte, sondern wie Kinder in der Heimath, in der Nähe der Mutter! Der Felsen, auf welchem die Füße der himmlischen Erscheinung geruht, liegt vor dem Pilger; heiliger Schauer ergreift ihn. er wirft sich nieder auf die Kniee und betet: ^.vs Nuriu Imwaeulata! Die geheimnißvolle Anziehungskraft, welche die Grotte auf alle sich ihr Nahenden ausübt und auf Hunderttausende ausgeübt hat, ist allein Beweis genug für die Wahrheit der Erscheinung. Welch liebliches, einzigartiges Heiligthum ist dies! Das Auge sieht npr die Felsenhöhle mit dem lichtumslossenen Marmorbilde der unbefleckten Gottesmutter, über dem Felsen ist der Himmelsdom, im Hintergründe die Gebirgslandschaft: die hohen, an den Gipfeln schneebedeckten Berge der Pyrenäen; das Ohr hört nichts, als das Rauschen des nahen Gave- flusses und das Knistern der hundert brennenden Kerzen. Gewaltig ragen an dieser heiligen Stätte die schwarzgrauen Felsen empor, deren tiefer Ernst gemildert ist durch das zarte Grün der Gräser und Gesträuche. Die heilige Grotte dehnt sich am Fuße des Berges aus, 12 in breit, 7 m hoch und 8 m weit in den Felsen hinein. Rechts, etwas erhöht, ist die Nische der Erscheinung mit der Marmorstatue der „unbefleckten Empfängnis;", eine anmuthige, liebliche Gestalt, von einem der ersten Künstler Frankreichs in Lyon gebildet. Die Nische ist eine große Fclsöffnnng in ovaler Form, 4 m über dem Boden, die sich etwa 1 m 50 am von unten nach oben in den Felsen hinein vertieft und sich dann in zwei Arme abtheilt, von denen sich der eine in die untere Grotte herabsenkt, während der andere nach oben hin an der Außenseite des Felsens mündet. Nachdem der hochw. ?. Superior der Missionäre uns in französischer Ansprache begrüßt hatte, deren Hauptinhalt der deutsche k. Asprion wiederholte, hielt auch Herr Director Beyrer an die Pilger eine erhebende Anrede von der Kanzel aus, die neben der Grotte angebracht ist, — unter Zugrundelegung des Kirchengeldes 8t. Nrrriu, suoourrs miserm usw., nebst Aufforderung zum fürbittenden Gebete für Angehörige, Wohlthäter, Lebende, Verstorbene, für's Vaterland und Königshaus, für Papst und Bischof, für Alle, die sich in unser Gebet empfohlen! In sehr gehobener Stimmung kehrten wir vorn Gnadenorte zur Stadt zurück, in die Hotels zum Mittag-Tisch. Um 2 Uhr fand für die sangeskundigen Pilger und Pilgerinnen in der Abri-Halle Chorprobe einer Festmesse von Stehle (gemischte Stimmen) für das Hochamt am folgenden Tage statt. (Fortsetzung folgt.) -- ALLereLsi. Naive Freude. Mutter (Bäuerin beim Besuche ihres Sohnes in der Universitätsstadt^: „Ach, wie sieht es hier unordentlich bei Dir aus! — Ich freue mich nur, daß Du wenigstens die theuren Bücher recht geschont hast!" -«-SS8WS-«- Großmutter und Kind. Jung und All, lobet den Namen des Herrn. Psalm 148, 12. DaS waren beide ein seltenes Paar, Sie zählten zusammen wobl hundert Jahr', Großmütterlein fröhlich und noch gesund, Die Enkelin traurig und todcswund. Oft sprach die Alle von alter Zeit, Dann lauschte die Kranke in ihrem Leid, Ein Znumer schloß Frühling und Winter ein, Mocht'S draußen Frühling, mocht's Winter sein. „Als ich ein Mädchen, wie Du jetzt, war, Trug ick ein Kränzlein im Lockenbaar, Ich durfte gehen zum Tuch des Hwrn, Wie liegen die Zeiten so weit, so fern!" „Großmutter, dort hanget ein Myrtenreis, Mein Kleidchen im Kauen ist schnceigt weiß, Bin ich nur gesund, dann gehe ich auch Zu meinem Heiland nach and'rer Brauch." Aus der Alten Aug' eine Thräne sich stahl, Tes Kindes Wangen waren so fahl, „Und kannst Du nicht selber zum Heiland geh'N, So sollst Du an Deinem Bette ihn seh'n." Der Herbstwind färbte die Blätter roth, Da kam in die S übe zu Gaste der Tod, Dem Kinde zogen sie 'S Brautkleid au, Es hat den Bräutigam sterbend empfahn. Großmutter und Enkelin haben geweint, Als sie mit dem Herrn sich selig vereint. Die Kleine that es den Großen gleich, An Jugcird wurde die Alte reich. Das waren beide ein seltenes Paar, Die welkende Blüthe beim grauen Haar, Großmütterlein fröhlich und noch gesund Und ihre Enkelin todeswund. Adolph Müller. - - - «- Schachaufgabe. Von L. Tavcrnec (Boston). Scbwarz. Weiß zieht an und seht mit dem 2. Zuge matt. Auflösung des Logogryphs in Nr. 53: Raum. Rum. -