HL 93. Ireiiag, den 16 . November 1894. Für die Redaction verantwortlich: Philipp Frick in Augsburg. Druck und Verlag des Literarischen Instituts von Haas L Grabhcrr in Augsburg (Borbesitzer Dr. Max Huttler). DrrmvarÄ vou Mdesheim. Erzählung aus dem zehnten Jahrhundert von Antonie Haupt. (Fortsetzung.) II. DaS BernwardSkreuz. So lag nun schier vollendet.in jugendlichem Reiz. Vor seinem edlen Meister das graße gold'ne Kreuz. Das war ein stetig Wachsen und Gedeihen der guten Stadt Hildeshcim, seit vor sieben Jahren Herr Vcrnward den Bischofsstuhl eingenommen hatte. Der gelehrte Bischof Bernward war ein rechter Vater für seine Unterthanen: ebenso gut wie klug, ebenso gerecht wie mildthätig. Fromm, weise, kunstsinnig und kricgsgewnndt, also priesen ihn die Untergebenen. Was nun seine berühmte Kunstschule betraf, so er zuerst auf dem Domhofe unter dem bescheidenen Namen: Werkstätten zur Betreibung von edlen Künsten, errichtet hatte, so war durch Znströmung selbige allgemach so zahlreich an Schülern aus allen Ständen geworden, daß ein weiter Plan, ein vor Kurzem erst dem Urwalds abgezwungener Wiesenplan im Norden der Stadt, kaum genügte, um alle die Werkstätten zu umschließen, allwo Metalle zu unterschiedlichem Gebrauch verarbeitet wurden, wo Ziegel nach Bischof BernwardS eigener Erfindung zur Dachbedeckung gebräunt wurden, wo Jünglinge die Kunst der Malerei, der Bildnerei und des Hausbaues gründlich erlernten. Für Jeden gab es da Unterweisung, und zwar meistens durch Herrn Bernward selber. Dessen liebste Erholung war es, gleichermaßen als Missionär der Kunst die Werkstätten zu besuchen und das Wissen und Können der Jünger nach Möglichkeit zu vertiefen und auszudehnen. Dabei verfolgte er den bestimmten Zweck: Alles zum Dienste, zur Ehre und Verherrlichung unseres lieben Herrn und Gottes! Es war ihm eine große Freude, zu sehen, mit welcher Schaffenslust die jungen Künstler unter seiner gelehrten Leitung miteinander arbeiteten, einander halfen, einander ergänzten. Das war ein reges, ein frisch-fröhliches Künstlerwetteisern auf der weiten Wiese. „Fromm und froh I" so hieß der Wahlspruch der Bernwardsschüler. Eines Tages, das Sonnenlicht war falber, die Blätter gelber und röther geworden, die Schwalben wollten wegziehen, es war im Anfang des Herbstmonats Eintausend, da stand ein fahrender Schüler im kurzen Mäntelein mitten auf dem von Werkstätten umgebene Plan. Er hielt eine lange wohlklingende Rede zu Ehren der Kunst im allgemeinen, insbesondere aber zu Ehren der Kunst des heiligen Evangelisten Lnkas, nämlich der Malerei. Hier und dorten kamen die Kunstjünger aus den Hütten hervor und lauschten begierig des Fremden Worten, die Einen andächtig, die Andern lachend. „Feuergeist l" urtheilten Diese. „Windiger Schwärmer!" Jene. „Welch' schöner Kopf!" flüsterten die Jüngsten. Ihnen war der wohlgesetzten Rede Sinn nicht klar, aber deren feine Wendungen machten desto tiefern Eindruck auf sie. „Der ist wohl in Noth um ein Obdach," meinte Lndolf, ein erfahrener Erzgießer. „Er wird die Schlafstätte auch finden, so er eben- solch' guten Willen bezeigt, wie seine schönen Worts verrathen," sprach Bruno, der Steinmetz. Etliche der jungen Schüler aber umringten den Fremden, fragten „woher und wohin", und was er könne. Der fuhr mit fünf Fingern durch die üppigen schwarzen Locken und gab gern Bescheid, daß er Klans genannt sei, daß er vom großen Nheinstrom komme, allwo er die Malkunst erlernt habe und woselbst er vom Nahm der Hildesheimer Schule vernommen, und daß er hier zu bleiben gedenke, falls der bischöfliche Herr ihn aufnehme. „Dann mußt Du aber Dich unter die geschickten Hände Folkards begeben und Dein wirres Gelocke verschneiden und kürzen lassen, auf daß Du nicht mehr Canis, dem Schulpudel, gleichest," ermähnte ihn gar weise Dedi, der kleinste und wohlgescheiteltste der Schüler. Da trat ein hoher, ehrfurchtgebietender Priester auf den Plan. Der mochte wohl eine Weile unbemerkt zuhorchend im Hintergründe gestanden haben. Bei aller Schlichtheit hatte der Mann ein gewaltig zwingendes Wesen; und als er die Worte: „Gott zum Gruß!" sprach, da ließ der Fremdling sich auf ein Knie nieder, um den bischöflichen Segen zu erbitten. Auch ohne daß es ihm Einer gesagt, wußte er, daß der Bischof Bernward vor ihm stehe. „Was Du zu den Schülern gesprochen, habe ich vernommen," redete dieser ihn wohlwollend an. „Arbeit für einen Lernbegierigen haben wir immer. Komm mit mir und zeige mix, was Du kannst." Das that Klaus vom Nheine gar willig und nicht »hne Selbstgefühl. Lächelnd schaute Herr Bernward ihm zu, wie er die Kohle handhabte, und wie er gewandt seine Striche zog, lauschte er, wie Klaus wortreich in Begeisterung seine Kenntnisse über Malerei auskramte. «Das gefällt wir wohl. Du zeigst eine gewisse Scharfsinnigkeit. Wenn Du versprichst, fleißig und von gutem Wandel zu sein, wagst Du hier bleiben; auch sollst Du etwas bet uns lernen," sprach er freundlich. Klaus vom Rheine versicherte glücklich: „Ich werde wir alle Mühe geben, hoher Herr." Dem Bischöfe aber dünkte etliches befremdlich. „Warum, mein Sohn," so fragte er, „birgst Du die linke Hand fortwährend in den Falten Deines Mantels, anstatt Dich ihrer zur Beihilfe zu bedienen?" Da flog heiße Rothe über des Jünglings Antlitz. Er senkte den Kopf und entgegnete leise: „Weil ich die linke Hand und den linken Arm nicht mehr habe, seit ich in unserer — in einer Burg, allwo ich die Kapelle mit Begebenheiten aus der biblischen Geschichte ausmalen wollte, vom Gerüste fiel. Und da ich aufstand, war ich ein Krüppel. Hoffte, Ihr solltet mein Gebrechen nicht wahrnehmen." Tiefes Erbarmen, inniges Mitleid leuchtete aus den milden Augen Bernwards. „Laß Dich durch solches nicht kränken. „Wen der Herr lieb hat, den züchtigt Erl" So wird Er Dein Unglück auch zum Besten lenken. Komm mit mir", ermunterte er und schlug den Weg zu einem großen Gebäude ein. Das war fester gefügt, als die übrigen, seine Schlote rauchten. Hier wurde Erz gegossen und Metall künstlerisch verarbeitet. In einem großen Saale waren Jünglinge beschäftigt, aus Kupfer und aus Silberplatten einen mächtigen Kronleuchter zusammenzusetzen. Ein breitschultriger Lehrmeister mit klugen braunen Augen gab genau Acht auf eines Jeden Arbeit, auf daß Alles nach dem Plane Herrn Bernwards vollendet werde. „Dieser ist Herr Dtethelm vom Hofe Sommerwerk, wein Landsmann, ehemals mein Jugendgespiele und heute meine rechte Hand in der Kunstschule", erklärte der Bischof mit Wärme. Dann wandte er sich an den Meister. „Diethelm, Du sagtest, daß Du einem begabten fahrenden Schüler wohl ein Kämmerlein, ein Obdach in Deinem gottesfürchtigen Hause geben wolltest, sintemalen die Zellen in der Domschule alle besetzt sind. Hier bringe ich Dir einen Jüngling; den glaube ich als von guter Zucht erkannt zu haben. Er heißt Klaus und versteht etwas von der Kunst des Malens, wenn auch just nicht soviel, wie er vermeint." Hierbei flog ein kaum bemerkliches Lächeln über des Bischofs Antlitz. „Willst Du ihn aufnehmen?" Nach einem langen forschenden Blick — Klaus nannte den Blick mark- und beindurchbohrend — äußerte Diethelm: „Er soll wohl gehalten werden unter meinem Dache und soll gleich zum Mittagsmahl mit mir in's Haus gehen." Die Angelegenheit war zur Zufriedenheit erledigt. Herr Bernward begab sich dann, bald lobend, bald belehrend, von einem der Schüler zum andern und schritt darauf in eine Zelle, so hart an den großen Saal grenzte. Hier waltete sein blonder Jünger Heribert, jener Lieblingsschüler, der am verständnißvollsten die Gedanken des Meisters erfaßte und ausführte, Es war dort ein rechtes Künstlerheim. Entwürfe und Modelle zu kirchlichen Geräthschaften und Zierathen in Zeichnungen und in Thon ausgeführt hingen und standen rings umher. „Mein hoher Herr, sehet, die Mischung ist gelungen," rief Heribert dem Eintretenden entgegen und zeigte ein Stück Edelmetall von Heller Farbe. Das Metall schimmerte schön golden und silbern. «Ja, die Zusammensetzung ist geglückt, wie ich es erhofft," sprach Bernward. „So wollen wir auch diesen Leuchter," er deutete auf ein bildnerisch schönes Thon- modell, „aus solcher von uns erfundenen Masse gießen. Hier an den Capitalen und am Fuße wollen wir die Inschrift anbringen: „„Bischof Bernward ließ diesen Leuchter im ersten Aufblühen der Kunst nicht aus Gold noch aus Silber, sondern aus dem Stoffe, wie Du siehst, durch seinen Schüler schmelzen."" Etwa so l" Und der Bischof begann die Inschrift tief in lateinischen Worten in das Thonmodcll zu ritzen. „Mein Herr und Meister, das wird am morgigen Tage schon ausgeführt und soll am Feste der Heiligen Kosmas und Damian gegossen werden", rief Heribert begeistert. Bernward lächelte ob des Eifers seines geliebten Schülers, der Großes zu vollbringen im Stande war. „Wollte, mein Heribert, Alles gelänge Dir so, wie just eben in Aachen der wahrhaft schöne Sarkophag Karls des Großen! Du hast mit dem herrlichen Stück in getriebener und gegossener Arbeit wahrlich dem Kaiser Otto, wie mir selber, hohe Freude bereitet." „Die Arbeit wäre mir nicht gelungen ohne Euch, mein Herr und Meister", sprach Heribert und schaute innig zu dem Kirchenfürsten auf. Wie bleich und durchgeistigt war doch dessen edleS Angesicht. Ja dunkle Schatten lagen unter den glänzend blauen Augen, und eine Leidensfalte zog sich an den Mundwinkeln hin. „Herr, es will mich bedknken, als ob Ihr Euere Kräfte mehr schonen solltet", wagte Heribert schüchtern und erröthend zu bemerken. „Ich weiß, daß Ihr die nächtliche Ruhe unterbrechet, um im Gebete Gott zu dienen, und daß Ihr schon beim ersten Hahnenschrei wiederum laut die Psalmen betet, bis Ihr alsdann mit den geistlichen Brüdern Euch in's Capitel begebet. Viellieber Herr, das hält Euer Körper nimmer aus." Ein stilles Lächeln zeigte sich auf des Bischofs milden Zügen. „Seit wann giebt der Lehrling seinem Meister Rathschläge?" fragte er. „Lieber Heribert, ich thue nicht mehr, als mein himmlischer Vater von mir begehrt. Damit sollst Du beschicken sein." Er wollte gehen. An der Thür aber wandte er sich noch einmal um und sprach freundlich: „Wenn die Sonne zur Rüste geht, und wenn Du Dein Tagewerk beschlossen hast, so komme auf meine Arbeitszelle. Dort werde ich mit Gottes Hilfe ein Kunstwerk vollendet haben, dessen Anblick Dir Freude machen soll.« — Heribert nickte glücklich. Die Erwartung sprach auS seinem jugendfrohcn hübschen Antlitz. Gegen Mittag desselbigen Tages sprach Meister Diethelm freundlich zu dem fremden Schüler Klaus: „Kowm mit in mein Haus zum Imbiß.* Der leistete der Mahnung gern Folge. Er hatte sich überall in den Werkstätten umgesehen und verspürte nun gesunden Appetit. Sie schlugen also miteinander ihren Weg ein. Der brachte sie alsbald vor ein stattlich Fachwerkhaus; über dessen Eingang war in Latein der Spruch zu lesen; «Gott gebe dieser Wohnung seinen Frieden." Aus dem Hause heraus tönten volle weiche Musikklänge. Meister DiethelmS Auge leuchtete auf. „Das ist meine Tochter Clothild. Sie weiß, daß ihr Saitenspiel mein Herz erfreut. Darum nimmt sie stetig die Harfe, wenn sie denkt, daß der Vater heimkehrt." Rasch trat er ein. „Grüß Euch Gott miteinander, Weib und Kind! Seht, hier bringe ich Euch einen Gast, einen Schüler der Malkunst, der soll von nun an bei uns wohnen und unsere Mahlzeiten mit uns theilen." Seine Hansfrau Gisela, eine ernste, züchtig eingehüllte Matrone, bot dem vom Ehcherrn mitgebrachten Fremdling die Hand. „Seid willkommen!" sprach sie. Die Jungfrau lehnte ihr Saitenspiel an die Wand, erhob sich und neigte sich sittig vor dem Fremden. Dabei zuckte der helle Blick ihrer großen blauen Augen einen Moment forschend über den neuen Hausgenossen hin. Sie hatte ein rosiges, ausdrucksvolles Angesicht. Die ganze Erscheinung des Mägdleins mahnte den jungen Maler an die erste der klugen Jungfrauen, deren Bild er heute im Dommünster gesehen hatte. „Die Thörichten auf diesem Bilde sind mir lieber", hatte er dabei zu seinem Führer gesagt. Wie dem auch war, Klaus vom Nheiue fühlte gar bald, daß er bei liebevollen Menschen friedsam geborgen sei. Clothild langte von einem SimS, das reich mit Krugen und Schüsseln besetzt war, noch einen Zinnteller und - einen Löffel herab und rückte einen Stuhl an den schweren Eicheutisch, worauf der fahrende Schüler mit wohligem Heimathsgefühl sich zu den Andern ansetzte. Frau Gisela fragte ihn theilnehmend nach seiner Fahrt, und wie es ihm in Hildeshcim gefalle. Er gab redselig Bescheid über Alles. Das war des fremden Schülers Eintritt in das HanS Diethelms. Der Tag ging allgemach vorüber.. Lang war er Heribert geworden. Um die Abendstunde da wanderte er schnellen Ganges hinüber zu dem Domfrieden nach der festen Bischofsburg. Die war mit den Gebäulich- keiten der Domschule, allwo auch Heribert seine Zelle hatte, verwachsen. Er trat, wie Bernward ihn geheißen, in dessen gewölbtes, säulengetragenes Gemach ein. Der Bischof saß mit schier verklärtem Ausdruck, doch mit gesenkten Wimpern an seinem Arbeitstisch, so vertieft, daß er Heriberts Kommen nicht vernahm. Ein zitternder Strahl der untergehenden Sonne fiel durch das Bogenfenster und übergoß das bleiche stille Antlitz mit rosigem Schimmer. Fast andächtig erbaute Heribert sich an dem friedvollen Bilde. Er blieb stehen, denn er scheute sich den Sinnenden zu stören. AIS er endlich doch lauten, hell- fröhlichen Gruß rief, da hörte der Bischof ihn nicht. Der Ueberangestrengte war nach des Tages Last und Mühen am Arbeitstische eingeschlummert. Vor ihm aber lag von seiner Meisterhand gebildet ein vollendetes Kunstwerk, ein großes, goldenes Kreuz. Selbiges hatte er gar herrlich mit kostbaren Steinen, Gemmen und Perlen geschmückt, so daß Heribert sich vor Bewunderung kaum zu fassen vermochte. Daneben lagen in goldener Schale drei schlichte braune Holzsplitter. O, Heribert kannte dieses braune Holz. Das war vom Kreuze des Herrn und Heilands. Kaiser Otto III. hatte es einst seinem geliebten Lehrmeister Bernward geschenkt, als dieser ihn verließ, um über die Hildesheimische Heerde den Hirtenstab zu führen. Zu Ehren des lebendig machenden Kreuzes hatte der Bischof schon eine Mannigfaltig ausgczierte glänzende Kapelle außerhalb der Stadt errichtet und den Theil des Krenzes- holzcs in einem kostbaren Behältniß dort beigesetzt. Doch das bisherige Gefäß genügte, so dünkte es Heribert, dem frommen Künstler nicht. Jbn verlangte es, mit seinen eigenen Händen ein Behältniß in Kreuzesform zu schaffen und mit allen Edelsteinen zu schmücken, die er jahrelang gesammelt hatte. Und das war ihm wunderbar gelungen. Mit namenlosem Entzücken, ja geblendet schaute Heribert auf das Kunstwerk, daS im Abendsonnenschein Flammen zu sprühen schien, und das bestimmt war, die heilige Reliquie zu umschließen. Da schlug Bernward die Augen auf. Verwundert richtete er den Blick auf Heribert. „Du hier?" sagte er leise. „Ach, wie ist mir doch? — Ich trachtete, die Reliquie in Kreuzform diesem Gerüste einzufügen. Allein der Span litt nur eine Zersplitterung in drei Theile; ein Splitter fehlte mir: und während ich bekümmert darüber nachsann, wie er zu beschaffen sei, übermannte mich — ich weiß nicht wie — der Schlaf. „Da hatte ich einen wunderschönen Traum: Es ward hell, ein Engel, sonnenlicht und klar, erschien mir und legte den fehlenden Theil in meine gefalteten Hände." So sprach er, noch in der Erinnerung verklärt, löste die Hände, und siehe da — der fehlende Splitter lag darin. „ES ist Wahrheit, kein Traum! — Mein Heribert, ich halte die Partikel in meiner Hand!" Er blickte zum Himmel, seine Augen füllten sich mit Thränen. „Dank Dir, o großer Gott!" rief Bernward außer sich in frommer, freudiger Begeisterung. Ohne Verzug faßte er alle vier Theilchen in dem verfertigten Kreuzgerüste also ein, daß selbige in Form eines Kreuzes durch den Edelkrystall in der Mitte, da wo die Kreuzesbalken sich schnitten, hervorschienen. Heribert stand tief in der Seele durchschauert von heiliger Ehrfurcht. Ihm fehlte der Ausdruck, seiner Bewegung Worte zu verleihen. Jetzt sank er auf die Kniee und küßte das Kreuz, so der Bischof ihm mit den Worten vorhielt: „Siehe da daS Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen." Noch waren die Beiden in andachtsvolles Beten versenkt zu ihm, der am Kreuzesholze sein Leben hingab, da erklang vom nahen Thurme des Domes das „Ave", die Engelsbotschaft — „Gegrüßt seist Du, Maria!" so wiederholten Beide den Gruß des Engels mit einer Inbrunst, wie nie zuvor im Leben. In diesem Augenblick erdröhnte der Schritt eines 724 Gewappneten. Gleich darauf stand der stattliche Bruder des Bischofs, Graf Tammo, im Thürbogen. An seiner Hand führte er sein blondes Töchterlein Hathumod, ein etwa elfjähriges Mägdlein. Der sonst so helle Blick des ritterlichen Herrn war umflort, und über seinem männlich schönen Antlitz lag ein Zug von Wehmuth. Der Bischof sah es. „Du bringst keine Freudenbotschaft, mein Tammo," sagte er. Der Eintretende senkte das Haupt. „Viellieber Bernward, ich bringe die letzten Grüße und den letzten Segen unserer Schwester Judith. Wir haben sie verloren. Die Aebtissin von Ningelheim ist sanft in dem Herrn entschlafen und schon zur Ruhe beigesetzt." Bernward schaute gen Himmel. „Also todt! Ich wußte es," flüsterte er. „Ihr opferwilliges Leben war wie das Glühen einer heiligen Opferflamme, die sich vor Gott verzehrt. Sie ist zu den Heiligen gegangen. Dort wag sie für unsere Seelen bitten, auf daß wir, wie sie, einst selig vollenden. Wir aber, Schüler des Gekreuzigten, wollen unsern Schmerz und unsere Trauer um die geliebte Schwester aufopfern am Fuße des Kreuzes, auf daß sie vereinigt werden mit dem Leiden des Heilandes." Der Bischof sank in brünstigem Gebete nieder vor dem Kreuzesholz. Auch die Anderen knieten betend hin. Als Bernward sich endlich erhob, heischte er von Tammo nähere Kunde über das Ableben der Schwester, von dem er erst erfuhr, da er längere Zeit durch kaiserliche Aufträge von Hildesheim abwesend war. „Vicllieber Heribert", so wandte er sich an diesen, führe mein BruderStöchterlein Hathumod in das Vor- gewölbe und zeige ihr das Meßgewand, welches meine Schwester Judith mir einst kunstvoll verfertigte; zeige auch dem Kinde den kanaischen Wasserkrug, so Kaiser Otto uns kürzlich geschenkt hat, sowie die heiligen Ge- räthe, die Kelche und Patenen, die wir vor Kurzem vollendeten." Als die Beiden gegangen waren, hub Tammo an: „Hathumod ist just in dem Alter, wie ehedem unsere Schwester Judith und wie mein holdes Weib Hildes- witha es waren, als sie den frommen Frauen zu Gan- dersheim zur Obhut anvertraut wurden. Dorthin aber wollte ich mein Kind nicht geben, sintemalen die Herrin Gerberga an's Krankenlager gefesselt ist, und die edlen Schwestern, so noch in der alten Zucht aufgezogen waren, durch den Tod abgelöset sind, und weil ich der stolzen Stellvertreterin Gerbergas, der Kaisersschwester Sophia, mein Kind nicht anvertrauen wollte. Reichlicher Erwägung gemäß wollte ich meine Hathumod unserer Schwester Judith im Kloster Ringelheim zum Unterricht in den Wissenschaften und Künsten übergeben. „Judith aber war, als wir nach Ningelheim kamen, der Auflösung nahe und sah der Vereinigung mit ihrem Himmlischen Bräutigam entgegen. Sie segnete Hathumod und sprach schier verklärt ihre Meinung aus, daß meine Hausfrau Hildeswitha das Kind alles lehren könne, was die Gandersheimer Frauen vermöchten. Mir war es vergönnt, für uns Alle ihren letzten Segen zu empfangen, ihr nach ihrem erbaulichen Heimgang die Augen zu schließen." Nach einer Pause fügte er hinzu: «Und so führe ichHathumod wieder mit mir nachHause." Der Bischof sprach ernst: „Du thust wohl daran. Ich sehe meines Bruders Tochter lieber in dem mütterlichen Unterricht Hildes- withas, als unter Obsorge Sophias. „Mir selber steht in Gandersheim ein schweres Kreuz bevor. Die von meinem theueren Vorgänger, Herrn Othwin, nach meinem eigenen jugendlichen Plane gebaute und nun vollendete Kirche soll endlich eingeweiht werden. Zu diesem Zwecke ladet nun Frau Gerberga mich ein, am nahen Feste Kreuzerhöhung dorthin zu kommen. In ihrem Schreiben verhehlt die Aebtissin nicht, daß Herr Willegis von Mainz die eigentliche Weihe vollziehen soll. Ihre Stellvertreterin, die junge Kaisersschwester Sophia, glaube erkannt zu haben, es sei besser, Gandersheim stehe unter dem Schutz des mächtigen Erzbistums Mainz, als unter Obhut des Stiftes Hildesheim. „So werde ich am anberaumten Tage mich nach Gandersheim verfügen, wo mich die Klosterfrauen wie einen Fremden behandeln und mir kein Zeichen der Liebe und Ehre erweisen, wie ehedem meinen Vorgängern. Dort werde ich die Gerechtsamen meiner Hildesheimischen Kirche vertheidigen und die Einweihung am Kreuzerhöhungstage selber zu vollziehen suchen." „Du wirst schweren Kämpfen entgegen gehen," meinte Tammo. „Dessen bin ich mir klar bewußt. Doch die Rechte unserer Kirche gehen mir höher als die eigene Ehre. Ich kann nicht anders handeln," versicherte Bernward. Während also die Brüder in ernster Zwiesprache beisammen saßen, ergötzte der Schüler Heribert sich an dem Kunstverständniß und an den lebhaften Fragen der jungen Hathumod. Er schloß dem Kinde die gebräunten Truhen und Schränke auf. Da fand das Mägdlein viel zu bewundern an kirchlichen Gewändern und an kostbaren Gerathen von Gold und Silber. Heribert aber erfreute sich an der Lieblichkeit des Kindes, dessen blonde Locken wie gesponnenes Gold schimmerten, und dessen blaue Augen vor Entzücken leuchteten. „Dürfte ich sie malen!" dachte er. „Welch eine holde heilige Agnes würde sie darstellen!" Als die erlauchten Brüder gar ernst und wehmüthig gestimmt aus des Bischofs Gemach kamen, da trug Heribert frisch und unverzagt sein Anliegen vor. Die Herren stutzten zuerst. Der Bischof aber fand den Gedanken nicht übel, und Heribert durfte Gewährung seiner Bitte hoffen. „Lieber Sohn," sprach Herr Bernward zu Heribert, lasse alle Glocken läuten und eile zu unserm Herrn Dom- decan Thangmar, bitte ihn, die Domherren sogleich zur Todtenvesper und zur Mette für meine Schwester, die Aebtissin von Ningelheim, zusammenzurufen. Lasse auch die Wachskerzen anzünden. In einer halben Stunde bin ich im Dom in Euerer Mitte." (Forts, f.) Goldkörner. Ein Herz, an stete Leiden schon gewöhnt, Bebt vor dem Tode nicht. Sieht in der Stunde seines letzten Scheiden» Nur eine sanfte Lind'rung langer Schmerzen. 725 — Bilder aus SLciermark, Kärnte» und dem Küsten lande Kram. Von C. Mayer. (Fortsetzung.) VII. Trieft und Umgebung. Zwischen der Besichtigung der Adelsberger und der St. Canziansgrotten bei Divaca schoben wir den Besuch von Trieft ein, und es war gut, um den eigenartigen Eindruck der beiden unter sich so verschiedenen Höhlen- gebiete auf sich ohne Ermüdung wirken lassen zu können. Die lebhafte, verkehrsreiche Stadt mit ihren zahllosen Villen, in Mitte üppigster, südlicher Vegetation, amphi- theatralisch am Berghange aufsteigend und in lieblichem Halbkranze an die tiefblaue, sonnenerglänzende Adria hingelagert, — überwölbt vom lachenden Himmel, bot eine heitere, Herz und Gemüth erfrischende Abwechslung zwischen der schauervollen Majestät und grausigen Abgeschlossenheit der allerdings auch anziehenden und fesselnden Schrecknisse der Finsterniß. Die Fahrt über den Karst, der letzten Barricade gegen das adriatische Meer, vermittelt die beiden Ertreme des in seiner Mannigfaltigkeit unerschöpflichen Naturspieles. Ein ödes Kalksteinplateau, — so weit das Auge reicht sterile Steinfelder, starre Felsklötze, Erdsprünge und Nisse über die weite Fläche gestreut. Die Dörfer, bleich und farblos, von grauen Steinen aufgeführt und mit solchen gedeckt, heben sich kaum von dem steinigen Boden ab, ebenso wenig als die spärliche Pflänz- chen abweidende Ziegenheerde mit dem Hirten in grauem Filz und Kleidung, eine ebenso traurige Erscheinung als würdige Staffage in dem merkwürdigen, monotonen Bilde. In rascher Vorüberfahrt taucht der Blick von Zeit zu Zeit in größere oder kleinere trichterartige Vertiefungen, Dolmen. Die Bora, diese Feindin der Vegetation, streift jede Ackerkrume von der Höhe und häuft dieselbe in diesen Erdlöchern, die, vom Winde geschützt, dem Anbau günstig sind; der Fleiß und die Nothwendigkeit, jedes bebaubare Fleckchen zu benützen, läßt am Grunde derselben Felder und Weingärten erstehen, in denen Mais und Buchweizen zur Ernährung der Bewohner und, durch die sengende Sonne gereift, die köstlichsten Weine erzielt werden. Nach Station Sessano senkt sich die Bahn in großem Bogen an Prosccco und Nabresino vorüber an das Meer. Bei letzterer Station öffnet sich mit einem Male eine überraschend prächtige Aussicht auf die tiefblaue, leise bewegte Adria mit ihren unzähligen, weiß schimmernden Segeln auf glänzender Fläche; ganz Trieft mit seinen weißen Häusern und grünen Kuppeln, dem hohen Leuchtthnrm und vorspringenden Molos, an welchen stattliche Lloyddampfer ankern, liegt ausgebreitet vor uns; zu unsern Füßen bricht sich Welle an Welle an der starren Felsenzunge, der Punta Grigano, die das reizende Schloß Miramare trägt. Weiterhin schweift das Auge über die Küste von Jstrien mit ihren Städten und Ortschaften und das sich im Hintergründe erhebende Gebirge. Wir verweilten, da es uns außerordentlich gut gefiel, einige Tage in Trieft, die meist regelmäßigen Straßen und weiten Plätze mit den imposanten, mit Balkönen, Steinbalustraden, Reliefs und allegorischen Figuren geschmückten Gebäuden, durchwandernd, — die in Marmor und Mosaik prangenden Kirchen, die mancherlei Sehenswürdigkeiten, sowie das rege Verkehrsleben bewundernd. Sehr angenehme und billige Privatunterkuuft fanden wir bei Silvo. Facchina im 2. Stocke der Trattoria ai due Gewellt auf der Piazetta del pozzo del mare. Der heißen italienischen Sonne ungewohnt, zogen wir bald vor, den Tag mit Meerfahrten und im Genuß der außerordentlich angenehmen Seebäder Zuzubringen. Mit Anbruch der Nacht beginnt das Leben Triest's. Eine unglaubliche Menge durchwogt die Straßen, schäkernd, singend, kaufend; es wird 2 Uhr, bis der Lärm und das Gesumse der Straße allmählig erstirbt. Die Hauptstraße, Corso, mit den hellerleuchteten Verkaufsläden vermittelt den Hauptverkehr zwischen den großen Plätzen und angrenzenden Straßen. Bespült vom Meere, umgeben von den Prachtbauten des Lloydpalastes und des Municipio, auf dessen Glockenthürmchen zwei Erzfiguren mit klingendem Hammer die Stundenschläge verkünden, — in der Beleuchtung der elektrischen Bogenlampen, deren ruhige Flamme sich dem milden Mond- und bläulichen Sternen- lichte anpaßt, gewährt die Piazza Grande einen magischen Anblick, der noch erhöht wurde durch die Veranstaltung einer Festlichkeit mit brillanter Beleuchtung; wir erlebten hier in Wahrheit eine italienische Nacht, von der unsere künstlichen Gesellschaftsarrangemcnts nur ein schwaches Abbild ahnen lassen. Vor den hellerleuchteten, zahlreichen Cafes sammelt sich die elegante Welt, eine Tasse Mocca oder Sorbetto schlürfend; auf dem angrenzenden Molo Sän Carlo drängt sich die Kühlung und Erfrischung suchende Menge, malerische Gruppen im hellen Mondstrahle oder im tiefen Schatten der dunkel emporragenden colossalen Lloydschiffe bildend. Sehr interessant sind: der Fischmarkt mit allen möglichen Meererzeugnissen und Seeungeheuern, der Gemüse- und Obstmarkt mit den köstlichen Südfrüchten, unter denen sich Berge grüner Wassermelonen mit dem leuchtend rothen saftigen Fleische prächtig ausnehmen, der Abendmarkt an der Piazza Grande, längs der Küste, zu welchem die Einwohner der benachbarten Uferorte auf Schiffen die Waaren beischleppen, ein Geschrei, Gedränge und Angepreise, daß einem Hören und Sehen vergeht. In einer Seitengasse finden sich vor den Häusern, auf der Erde ausgebreitet, alle möglichen Gegenstände von den feinsten Möbeln und Antiken bis zum schlechtesten Krame dem Verkaufe ausgestellt. Afrikaner, Türken und Griechen in interessanten Costümen, polnische Juden mit den langen Röcken und den weißen Seitenlocken schreiten durch die Menge; dazu die hübschen Triestinerinnen mit hoch aufgestecktem Haar und kleinen Löckchcn an den Schläfen, vom dunkelsten Teint bis zur zartesten weißen Hautfarbe, am Arme ihres Galans, der ihnen zärtlich in die glänzenden tief schwarzen oder feurig blauen Augensterne blickt. Die schneeweiße, fuchsienartige Tuberose ist die Modeblumc Triests, mit der sich Jung und Alt, Hoch und Nieder schmückt. — Durch die steilen, mit weißem Granit gepflasterten, im Sonnenbrand erglühenden Straßen der unregelmäßig gebauten Altstadt gelangt man hinauf zur Kathedrale S. Giusto und zu dem Castell, von wo man einen prächtigen Blick über Stadt und Meer genießt. In der Trattoria Bissaldi in der Poststraße am Canale Grande fanden wir trefflichen Landwein, Prosecco, Terrano vom Karst, sowie spezifisch italienisch bereitete Kost; sucht indeß ein guter Bayer trotz aller Feuerweine Abends ein Glas Bier, so findet er dasselbe unter andern Restaurants vortrefflich bei Dreher in der Nähe des Tergesteum. Der hübscheste Spaziergang, den wir unternahmen. 726 war über Boschetto und den Giardino Publico zur Villa Ferdinanden, Restauration Jäger. Den Gang lohnte ein herrlicher Fernblick von der Höhe über die ganze Landschaft — ein tief empfundenes Bild in eigenartiger Stimmung und Größe. Die warme italienische Sonne ruhte mit ihren letzten Strahlen auf der wcißglänzcnden Stadt, streifte die starren Formen der Berge, die sie mit dem Zauberhauch des Südens in Färbung und Pflanzenwelt überzogen hat; das Meer, in rosa, hellblau und blaßgrünen Tinten spielend, widerstrahlt aus der Ferne purpurne Gluth, in welche die untergehende Sonne taucht. Unsere beiden Hauptausflüge zu Wasser waren Miramare und Capo d'Jstria mit Jsola. Die Beschreibung von Miramare, des vielbesungenen Märchenschlosses am Felsenriffe mit seinem feinsinnig ausgeschmückten Interieur und dem herrlichen, in südlicher Vegetation prangenden, von Pinien und Cedern begrenzten Garten, kann ich umgehen, und füge nur an, daß der Zauber dieses Feenreiches, verbunden mit dem Andenken an den unglücklichen Kaiser Maximilian von Mexico, uns ganz gefangen nahm. Der Aufenthalt dortselbst wurde uns leider gekürzt, da ein heranziehendes schweres Gewitter die Rückfahrt zu gefährden drohte. Schon thürmten sich die Wetterwolken, der Wind pfiff von allen Seiten, das Schiff hatte Mühe, aus dem kleinen eleganten Hafen zu steuern, und kämpfte, auf- und niedersteigend und umschwärmt von dem unruhigen Geflatter der Seemöven, mit den hochgehenden, sich überschlagenden Wellen; doch die Fahrt ist kurz und bleibt in der Nähe der Küste, so daß ich mich, auch als Neuling auf dem Meere, nicht zu ängstigen brauchte. Andern Tags ging es nach Capo d'Jstria und Jsola. Während auf der Tour nach Miramare die Gesellschaft sich aus Vergnügungsreisenden Zusammensetzte, denen die Fahrt zu würzen und sich einiges Kleingeld zu verdienen Volkssänger die schwermüthigcn Weisen einiger vrrnMni nationali in Begleitung der Guitarre vortrugen, — war dieses Mal das Schiff aus allen Schichten der Bevölkerung dicht besetzt, größtentheils rückkehrende Fischer und Marklleute und andere Bewohner der Umgebung, die in Trieft ihre Geschäfte besorgt hatten, was einen interessanten Einblick in landesübliche Gewohnheiten und Verhältnisse gestattete. Vorüber an den großartigen Werften des Lloyd und dem Quarantänehafen, verläßt das Schiff bei Muggia den Golf von Trieft und steuert auf offenem Meere der istrischen Küste entlang. Capo d'Jstria mit seinem weißen Leuchtthurm und kleinen Hafen liegt auf vorspringender Insel, die mittelst eines Steindammes mit dem Festlands zusammenhängt. Den Berg krönt ein altes Castell, als Gefangenanstalt verwendet, von wo aus ein weiter Blick über das bläuliche, weiß schäumende Meer. Eine Wanderung durch das uralte, echt italienischen Typus tragende Städtchen führt uns durch eine enge steile Gasse auf den Hauptplatz, an das Municipale mit Freitreppe aus Stein und reich mit Römersteinen verziert. Ebensolche finden sich am Dom mit schönem gothischen Portal und alter Ornamentik. Der Historiker und Alterthumsforscher wird hier wie in Trieft viel Interessantes finden. Vorbei an einem Hause mit gothischen Fensterstöcken und Thürpfosten, an welchem mir besonders ein Thürklopfer aus kunstvoller Bronze- arbeit, Venus und Amoretten vorstellend, auffiel, kamen wir an den einzigen Süßwasserbrunnen des Städtchens, einen Ziehbrunnen mit alter Steinarbeit und von eisernem Gitter umgeben, um den sich die Mägde und Schönen des Ortes Wasser schöpfend drängten, und zur Kapelle mit dem oroos iuirLouIc>8s. Interessant ist auch die Salzgewinnung durch Verdampfen des Meerwaffers an der Sonne. Nun beschlossen wir, nach dem 1 bis I V, Stunden entfernten Jsola zu gehen. Als Transportmittel dorthin benützen die Leute den Esel; an beiden Seiten hochbepackte Körbe überragen den Reiter in deren Mitte. Ordentlich böse war ich auf meinen Mann, daß er zögerte, mir zu dieser Partie auch einen Esel zu spendiren; als ich aber sah, wie das Langohr einen des Reitens unkundigen Reisenden schon beim Aufsitzen kopfüber abwarf, so daß sich derselbe unter großem Gelächter und Gejohle der zahlreich versammelten Straßenjungen in Sand und Staub wälzte, zog ich mit meinem Begleiter schweigend und wohlgemuth meine Straße, gleichwohl von der Bevölkerung angestaunt, der eine Fußtour in der Mittagszeit unfaßlich schien. Uebrigens war es gar nicht so unerträglich heiß. Die Straße nach Jsola bleibt stets am Meeresufer, wo immer eine frische Brise weht und Kurzweil und Unterhaltung mancher Art sich bietet. Dort, wo an den uuwirthlichcn Fclsenhügcln die Sonneustrahlen sengend abprallen, drückten wir uns möglichst schnell vorüber, mit um so größerer Wonne an den Weinbergen mit süßer, reifer Tranbenlast, an den Feigen- und Olivenhainen entlang zu schreiten. Ein einsamer freundlicher Kirchhof zwischen Scmedclla und Jsola bot uns kurze Rast. — Jsola ist ein Fischerdorf mit engen Gassen, die weniger für Wagen als für Eselsverkehr berechnet sind; wo eins Thüre offen stand, fiel der Blick in ein gräuliches Interieur; unter den wenig Vertrauen erregenden Gasthäusern suchten wir jenes am kleinen Fischerhaseu, neben der Gendarmerie- station, auf, ließen uns aber dann Sardonr, die schnell aus einem der niedlichen Segelboote geholt und gebacken waren, sowie Nefosco aus versiegelten Flaschen ausgezeichnet schmecken; überreife Ficchi, eine Menge für ein paar Kreuzer erhältlich, dienten zum köstlichen Nachtisch. Das Etablissement am Strande, in welckem die Sardinenzubercitung uud der Versandt derselben großartig betrieben wird, ist bemcrkenswerth. Wohlgestärkt traten wir die Rückwanderung nach Capo d'Jstria an und erwarteten dort im hübschen Kaffeehause am Haupt- platz das Zeichen zur abendlichen Rückfahrt des Schiffes nach Trieft. Der nächste Morgen traf uns auf der Fahrt nach dem Norden, dieses Mal über Sän Andrea-Herpelje. Hinter dem Lloyd-Arsenal verläßt die Bahn das Meer, in zahlreichen Curven die Höhe des Karstplateaus erklimmend und schöne Rückblicke auf Stadt, Meer und Küste bietend. Die Weinberge und Olivenhaine, die lieblichen Ansiedlungen und grünumrankten Villen entfliehen mit der Aussicht auf das Meer; wir sehen uns wieder mitten in den Zerstörungen der Vorzeit, wo alles zum Weltbau überflüssige Material zusammengeworfen scheint — in der von Cyclopen besäeten, von großen Kalkfelsen überschütteten Steinfläche, zwischen welcher nur armseliges Gestrüpp am klaffenden Saum der Erdrisse zu existiren sich abmüht. Bei Station Borst vermitteln die Ruinen Sän Servolo, die grau und düster den geborstenen Felsentrümmern sich anpassen, den romantischen Eintritt ins Gebirge. Die Bahn macht große Krümmungen, durchbraust mehrere Tunnels, die Landschaft wechselt. Bei Doltna in Mitte reichen Obstsegens taucht ein letzter Blick in die blaue Bucht, während die einsame Kirche von Potage schon wieder Felsenberge krönt. Eine große Biegung zwischen Ort und Station Draga von Buchweizenfeldern getrennt, bringt uns zur höchsten Steigung der Bahn; dann durch viele Tunnels, an Kastanienwäldern vorüber, nach Station Herpelje. Eine eigenthümliche Beschuhung der Bewohner der benachbarten slovenischen Ortschaften fällt hier auf: die Opanken, einfache Ledersohlen mittelst Riemen am Fuße befestigt. Rodik ist ein hübscher Ort mit hohem Thurm am Fuße eines bewaldeten Bergkegcls. Hier zeigt sich, wie an manchen andern Stellen des Karstes, z. B. bei Adelsberg, die glückliche Aufforstung des Terrains, die hier ein Pfarrherr vor 30 Jahren trotz vieler Mühe mit Erfolg bewerkstelligte; wo indeß Bora herrscht, ist der Baumwuchs wie abgeschnitten. Wir kommen nun zur Station Divaca mit den oben beschriebenen St. Canzians-Höhlen und finden uns andern Tags in Nömerbad. (Schluß folgt.) --«-z-WU-«- Wichtige Berkehrsiverke. Von Fer. Neu Heck. - (Nachdruck verboten.; Eine mächtige, folgenreiche Errungenschaft unseres Jahrhunderts sind die neuen Verkehrs werke. Durch sie sind die geographischen Schranken gefallen, welche die Völker, ja, die Welttheile verschlossen. Was die einzelnen Völker in Urproduktion, Fabrikation und Gewerbe durch Intelligenz, Fleiß und Kunst zu Tage fördern, kann jetzt Gemeingut der Welt werden. Es handelt sich aber nicht bloß um die Verbreitung und Gewinnung nur materieller Güter, sondern auch — und nicht etwa nebensächlich — um die geistigen Güter, welche den materiellen erst die Weihe und ihren wahren Werth verleihen. In Schaffung von Verkehrsmitteln hat die neue Zeit eine erstaunliche Thatkraft und Opferwilligkeit entfaltet, und thut es noch; große Unternehmungen sind eben noch im Werke, namentlich im Bereiche der praktischen Kolonialpolitik, wie z. B. dem Bau von Eisenbahnen. Schon längere Zeit vollendete Vcrkehrswcrke bieten jetzt einen sehr interessanten Einblick in den durch sie in bedeutendem Maße geförderten internationalen Verkehr. Wir wollen z. B. heute in dieser Beziehung an den Suez-Kanal erinnern, und in Bezug aus das Eisenbahnwesen au die im Bau begriffene Bahn in Belgisch-Kongo (Wcstafrika). Den Suez-Kanal (Nordafrika) frequcntirtm im Jahre 1893 3341 Schiffe. Dieselben enthielten an Fahr- gütern ein Ge ammtgcwicht von 7,659,000 Tonnen. Eine Tonne enthält 40 Lasten — die Last — 25 Kilogramm, somit 1 Tonne 20 Neuccntner („Zvllcentner?").*) Der 7,659,000 Tonnengehalt entziffert also die respectable Summe von 153,180,000 Centner. — Von der Ge- fammtzohl der Schiffe gehören: England 2405 (!), Deutschland 272, Frankreich 190(1), Holland 178, Oesterreich- Ungarn 71, Italien 67, Norwegen 50, Türkei 34, Spanien 29, Rußland 24, Portugal 10, Aegyvtcn 5, Nordamerika 3, Belgien, Japan, Brasilien je 1. Die Frachttaxe der Durchfahrt ist für jede Tonne *) Man berechnete im Schiffswesen die Tonne mit 20 Cent- nern, weil dieses Gewicht der mit Meerwasser gestillten Tonne entspricht. D. V. Ladung (Nettogewicht) 10 Franken. — Pcrsonentoxe — ebensoviel — für 1 Passagier. Der Passagiere warm es 186,495. Die Länge des Kanals beträgt 160 1cm; die größte Breite an der Sohle 22 w, am Wasserspiegel 58—100 m; die Tiefe 7—9 m. — Die mittlere Zeitdauer der Durchfahrt währt 20 Stunden 44 Minuten. Durch den Suezkanal und die Dampfmaschine ist der Weg nach Ostindien und dem fernsten Ostasien iu fabelhafter Weise abgekürzt. Einst brauchten wir, um nach Ostindien, China, Japan zu gelangen, ein Jahr, bei großen Hindernissen an zwei Jahre; heute genügen 28—32 Tage und nach dem südlichsten Theile Japans 39—42 Tage. — Einen besonderen Gewinn zieht daraus das erhabene Misfionswerk zur christlichen Civilisation. In sehr rühmlicher Weise verbindet Belgien in seiner Kolonialpolitik im Kongostaat eben das christliche Civili- sationswerk mit seinen materiellen Zwecken — voran der hochherzige König Leopold. Was unter seiner Aegide der kleine Staat Belgien im Kongoland schon geleistet, ist wirklich erstaunlich; und eben ist es an einem ungcmein schwierigen und kostspieligen Werke — am Bau einer Eisenbahn für die nicht schiffbare Strecke des Unterkongo. Der Kongo ist der Laufweite nach der vicrtgrößte Niesen- strom der Erde; seiner Wassermenge nach aber der dritte. Die Rangfolge ist: 1. der Amazonenflnß in Südamerika, 2. der Aang-tsc-kiang in China, 3. der Nil in Nord- asrika, 4. der Kongo; in der Wasserfülle kommt der Kongo vor dem Nil. Dieser hat eine Länge von 5600 km, der Kongo von 4900 km; der Nil mündet in der Secunde 8500 obm in daS Meer (Mittelländisches); der Kongo dagegen (in's Atlantische Meer) in der Secunde 54,000 obiQ (I); das beträgt in einer Stunde 200 Milliarden Liter. Der Kongo erreicht eine Tiefe von 100 m, im Mündungsgebiet 300—400 m, "^) und an manchen Stellen dehnt er sich aus zu einer Secbrcite. Die mächtige Wasserfülle des Kongo bildet sich durch seine großen Nebenflüffe, von denen mehrere selbst Niesen- ströme sind. Der Laus des Kongo stellt einen kolossalen Halbkreis dar, dessen Becken — etwa in der Mitte des belgischen Kongostaatcs, von Norden nach Süden — eine Tiefe von 120 geographischen Meilen (240 Stunden) und dessen Breite unten im Süden 160—195 geographisch- Meilen hat. — Im Osten — tief im Süden entspringend, von mehreren Seen gespeist — fließt er in einer dreigliedrigen Vogenlinie nach Westen. Die erste oder östliche Linie steigt in nördlicher Richtung, etwas nach Westen geneigt, bis zu den Stanley-Fällen. Oberhalb derselben wird der Kongo schiffbar — für größere Fahrzeuge. Nun biegt der Laus zuerst in streng nördlicher Richtung, dann fast in gerader nach Westen ab: das ist die nördliche Bogeulinie, in welche von Norden und Nordosten kommend mehrere große Flüsse münden, darunter der vielgenannte Aruwimi. Diese nördliche Linie hat eine Länge von 7 Breitegraden; bei ihren Biegungen dürfen wir aber ein Zumaß geben, so daß sich etwa 113 geographische Meilen ergeben. Am 18. Grad östlicher Länge und unterm 2. Grad nördlicher Breite biegt der Laus jäh nach Süden ab: das ist die **) Der Kongo übertrifft die Wasserstelle des Mississippi, der 24,000 oben mündet, um das Doppelte. Der Slmazoncn- fluß aller mündet in einer Stunde an 800 Millionen ebm, wahrend beim Kongo die Zahl auf nur 200 Millionen ebw steigt. 728 westliche Linie — und die Hanptlinie. Im Unterlaufe dehnt sich der Strom immer weiter nach Westen, so daß er unterm 13. Länger,rade und 6. Grad südlicher Breite mündet. Durch diese weite Ausdehnung erkält diese Vogenlinie eine Länge von ca. 145 geographischen Meilen. In diese Westtinie münden die bedemendstcn schiffbaren Flüsse: auf der Westseite der Ubanghi und Buloko — beide 1000 Icur weit schiffbar. Auf der östlichen Seite münden: der Kassai-Sankuru (von denen der Kassai weit von Süden, der Sankuru weit von Osten herkommt), bietet eine Wasserstraße von 30001cm (!); der Tschuapa mit dem Matumbasee und der Jkelemba mit 7451cm, der Lulongo mit 600 Irrn; der Kongo selbst hat eine schiffbare Länge von 16001cm; zusammen eine Wasserstraße von 10,000 1cm. Das ist ein rcspectabler Wasserweg; nur möchte man wünschen, daß die ganze Westlinie schiffbar wäre. Das ist jedoch leider nicht der Fall. Der ganze Unterlauf, ausgenommen eine kleine Strecke vor der Mündung, ist wegen mächtiger Wasser- schnellen und Wasserfälle bis hinauf zum Stanley-Pool (Pool zn deutsch See) nicht schiffbar; also bis zum Mittellauf der Westlinie. Darum hat es Belgien unternommen, an dieser Strecke eine Eisenbahn zu bauen. Der felsige Grund und das ungünstige Terrain überhaupt und hiezu noch ein höchst ungesundes Klima gestalten diesenBau zu einem der schwierigsten und kostspieligsten seiner Art. Er wurde im Jahre 1890 in Angriff genommen. Mit säst übermenschlicher Anstrengung konnte man in nun bereits vier Jahren erst eine Strecke von 401cm fertig stellen, und in vier Jahren hoffte man mit der ganzen Strecke, die 435 km mißt, fertig zu werden! Ein Haupthinderniß ist der Arbeitermangel. Aber auch den Kostenvoranschlag überstieg bisher die Ausgabe. Die Gesammt-Summe wurde auf 25 Millionen Franken geschätzt; die jährliche Verausgabung auf 1,2 Millionen. Diese letztere Summe ist jedoch jährlich auf 2,8 Millionen gestiegen! Wahrhaftig, dieses Unternehmen erfordert einen herzwarmen Patriotismus und einen hohen Grad von Muth! — Die Einnahmen des belgischen Kongostaates aus den Erträgnissen desselben betragen nur 14/z Million Franken; dazu kommt noch die Staatssubvention von 1,600,000 Franken und bedeutende Zulagen aus der Privatkasse des Königs. Die jährliche Ausgabe dagegen beträgt 5,400,000 Franken (nach dem officiellen Jahresbericht von 1894). Gewiß, diese große Opferwilligkcit Belgiens verdient alle Anerkennung, wie auch ein Kongo- Missionär in den „Kathol. Missionen" Nr. 10 betont, und im Hinblick daraus, daß dieser Staat auch für die Kongo-Mission so Hochverdienstliches leistet, dabei die Hoffnung ausspricht, der wir wohl Alle beistimmen: „daß Belgiens hochherzige Förderung des Missions- werles auch seinen materiellen Bestrebungen den Segen von Oben zuwenden wird". ALLsNZeL» Zur Geschichte der Kartoffel. Die französische Nckerbangesellschaft hat von den Herren Vilmorin und Heuzo eine umfangreiche und gründliche Darstellung der Herkunft und Verbreitung der Kartoffel erhalten. Wir entnehmen daraus nach dem „Temps" die nachfolgenden Angaben: Die Kartoffel wächst wild in Peru und Chile, sowie auf den benachbarten Inseln. Gebaut wurde sie nachweislich in den westlichen Küstenländern Südamerikas lange vor der Ankunft der Spanier. Die ersten Geschichtschreiber des Landes erwähnen der Kartoffel als eines allgemein üblichen Nahrungsmittels der Peruaner; es gab weiße, gelbe und rothe Sorten. Zarate Acosta, ein castillianischer Schriftsteller, der 1514 Schatzmeister in Peru war, hat sie zu dieser Zeit beschrieben. Die Spanier brachten die Kartoffel in ihre Heimath, und von da wanderte sie nach Italien, wo sie gegen Ende des 16. Jahrhunderts unter dem Namen tarrrtuM (Erdtrüffeln, daher der Name „Kartoffel") ziemlich bekannt war. John Hawkins brachte sie 1586 von Santa Fs nach Irland. Charles de l'Escluse (Clusius), Professor der Akademie von Leyden, erhielt 1588 zwei Kartoffeln, die der päpstliche Legat einem seiner Freunde geschenkt hatte; er beschrieb sie in seiner Geschichte seltener Pflanzen, wobei er bemerkte, in Italien sei die Kartoffel so verbreitet, daß man sie den Schweinen gebe. Nach London wurde sie direkt aus Virginicn durch den Admiral Drake gebracht, der sie zuerst in die englischen Kolonien Nordamerikas eingeführt hatte; sie wurde aber nicht beachtet. Erst 1628, als sie zum zweiten Male, diesmal durch Walter Raleigh, nach England gebracht wurde, begann ihr Anbau auf den britischen Inseln sich zu verbreiten. Nach Humboldt geschah der Anbau im Großen seit 1634 in Lancashire, seit 1717 in Sachsen, seit 1728 in Schottland, seit 1733 in Preußen; nach der großen Hungersnoth von 1771 verbreitete sie sich über ganz Deutschland; in Frankreich wurde sie 1592 durch Gas- pard Bauhins eingeführt; sie verbreitete sich rasch in der Freigrafschaft, in den Vogesen und in Burgund. Bald aber wurde sie verfolgt und verboten, namentlich von den Parlamenten. Das Parlament (Oberster Gerichtshof) von Besangon fällte folgendes Urtheil: „In Anbetracht, daß die sogenannten Erdäpfel eine schädliche Frucht sind und ihr Genuß den Aussatz hervorrufen kann, verbieten wir hiermit ihren Anbau in unserem Lande bei schwerer Strafe." In Lothringen wurde die Kartoffel 1719 dem Zehnten unterworfen, in andern Gegenden war sie davon befreit. Von 1761 an that Duhamel viel für ihre Verbreitung. Turgot ließ sich von der medicinischen Fakultät von Paris ein Gutachten geben, das die Kartoffel für ein höchst nützliches und gesundes Nahrungsmittel erklärte. Auch er that viel für deren Verbreitung. Ebenso die Geistlichkeit. Der Bischof Varral von Castres theilte den Pfarrern seiner Diözese Kartoffeln aus und lehrte sie den Anbau. Von 1778 an bewirkte dann Parmen- tier, daß die Kartoffel in ganz Frankreich angebaut wurde und auch in die entlegensten Thäler drang. -- Engel Liaö Eis Abel Zelot Amen Au Stern Akrostichon. Aus jedein der nebenstehenden Wörter ist durch Versetzung eines Buchstabens ein neues Wort zu bilden. Die hinzugefügten Buchstaben ergeben in anderer Reihenfolge den Titelhelden einer allen Knaben bekannten Erzählung. Auslösung des Vilder-Näthscls in Nr. 92: Stiergefechte.