Areilag, den 24. Januar 189k. Für die Redaction verantwortlich: Dr. Theodor Müller in Augsburg. Druck und Verlag des Literarilchen Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg (Vorbeützer Vr. Max Huttler). Are Astrologen. Historischer Roman aus der Zeit des dreißigjährigen KriegeS. Von Max Benno. (Fortsetzung.) Am Abend des dritten Tages erschien Georg in dem Zimmer der Base, wo außer dieser und Magdalenen noch Pater Vincenz sich befand. „Du kommst vom Herzog", fragte Letzterer den jungen Mann; „wie fandest Du ihn?" „Furchtbar verändert", erwiderte Georg. „Man möchte weinen bei dem Gedanken, wie kräftig und frisch der Herr vor wenigen Tagen noch war. Als ich in's Zimmer trat, saß er am Tisch mit Sortiren und Zerreißen von Papieren beschäftigt und hörte nicht auf die Trostesworte seiner Gemahlin, die mir roth geweinten Augen ihm gegenüber saß. Er scheint um viele Jahre gealtert zu sein. Das blasse Antlitz gleicht dem eines Todten. Wie dies alles nur so schnell kommen konnte! Ich möchte behaupten, daß das Leiden nicht so fast den Körper, als die Seele berührt; denn als er mir heute Mittag einen Auftrag ertheilte, war seine Stimme fest und klangvoll wie immer. Ob nicht am Ende die verlorene Kiste mit den Docnmenten eine Rolle bei seinem seltsamen Zustand spielt?" „Ich glaube nicht", entgegnete der Pater; „ohne Zweifel hat der Herzog das Auffinden derselben bereits aufgegeben." „Aber ich nicht", erklärte Georg entschieden; „vielmehr bin ich fest überzeugt, daß ich diesmal näher am Ziel bin, als je. Hängen lasse ich mich, wenn der Schloßhanptmann nicht weiß, wo fie steckt!" «Du thust dem Manne Unrecht", meinte Lene. „Es ist einmal ein Gedanke, von dem ich mich nicht losmachen kann", widersprach Georg lebhaft, „und ich beobachte deßhalb alle seine Schritte genau. Dabei habe ich herausgefunden, daß sein Nachtwandeln nichts weniger als eine Krankheit, sondern eine schlau angelegte Spitzbüberei ist!" „Du täuschest Dich", hielt ihm Magdalene entgegen. „Man hat ihn, wie ich von der Base schon ein Dutzend Mal gehört habe, nie anders gekannt; doch soll seine Krankheit sich gegenwärtig seltener als sonst und nur in hellen Vollmondsnächten zeigen." „Laß es gut sein, Lenchen", fiel Georg ein; „ich weiß es besser: der Schlaukopf gibt sich den Schein des Nachtwandelns in keiner andern Absicht, als um zu spioniren; dafür lebe und sterbe ich und kann nöthigen- falls den Beweis liefern. Hat man jemals gehört, daß die Nachtwandler im Schlaf herumlaufen, wenn der Mond nicht am Himmel steht?" „Und das hätte Leßlie gethan?" fragte ungläubig der Pater. „Ja", versicherte Georg, „ich selbst habe ihn auf seinem Schleichwege ertappt; doch ich versalzte dem Pfifficus den Braten in einer Weise, daß ihm die Lust zum Naschen vielleicht für eine Zeit lang vergeht!" „Gewiß wieder einer von Deinen unbesonnenen Streichen", tadelte kopfschüttelnd der Greis. „Der Schloßhanptmann ist ohnehin nicht gut gelaunt. Wenn Du ihn noch mehr erbitterst, bekommen wir Alle seine Rache zu fühlen. Was hast Du gethan?" „Vor drei Tagen", begann Georg mit einem etwas verlegenen Seitenblick auf Lenchen, die ihre Augen in unverkennbarer Besorgniß auf ihm ruhen ließ, „legte ich mich in einiger Aufregung in's Bett. Ich konnte nicht schlafen. Da hörte ich ungefähr um 11 Uhr leise Fußtritte. Eine geheime Ahnung trieb mich auf, um nach dem nächtlichen Wanderer zu sehen. Als ich in des HerzogS Vorzimmer trat, war alles still, aber am Fenster stand horchend Leßlie. Es war zwar eine sternenhelle Nacht, der Mond aber ließ sich nicht sehen. Mit dem Nachtwandeln des saubern Patrons war es also nichts. Ich beobachtete ihn eine Weile, er aber rührte sich nicht. Schließlich wurde mir die Sache zu langweilig. Nun weiß ich, daß der Schloßhauptmann gegenüber allem, was nach Gespenstern oder derartigem riecht, ein Hasenfuß ist. Diese Thatsache weckte einen Gedanken in mir. Warte, sagte ich bei mir selbst, ich will Dir das Spioniren entleiben, schlich mich leise hinter ihn und gab ihm einen Puff, daß man wahrscheinlich die Spuren heute noch sieht. Eine Minute später lag ich schon wieder im Bett." Mit einem lustigen Lachen schloß der Leibjäger seinen Bericht. Das Antlitz des Paters Vincenz war bei der Erzählung Georg's immer ernster geworden. „Wie", rief er, als jener schwieg, „das geschah vor drei Tagen, in der Nacht vor der Erkrankung des Herrn?" „Ganz recht", bestätigte der junge Mann. Pater Vincenz sank auf einen Stuhl, weiß wie die Wand. Georg und Magdalene, nicht wenig erschreckt, wollten dem alten Manne beistehen; doch dieser wies ihre Hilfe — 4V — U mit einem trüben Lächeln zurück. Er erholte sich schnell wieder, stand auf und durchmaß einige Male, wie mit einem Entschluß kämpfend, schweigend den Raum. „Georg, Georg", mahnte er dann mit aufgehobenem Finger, „wie oft habe ich Dich schon vor übermüthigen Streichen gewarnt! Gebe Gott, daß Du die Folgen dieser Handlung nicht in sehr bitterer Weise zu fühlen bekommst!" Damit erhob er sich und verließ, ohne eine weitere Erklärung zu geben, das Zimmer. Der Leibjäger schaute ihm etwas verblüfft nach. „Was der gute Pater nur hat?" sagte er. „Leßlie stirbt an dem kleinen Denkzettel nicht, und zudem weiß er ja nicht einmal, durch wen er ihm angehängt worden ist." Ganz wohl war es ihm aber bei der Sache doch nicht. Er stellte sich an's Fenster und schaute verstimmt hinaus; der Jugend-Uebermuth schlug jedoch seine Scrupel wieder bald aus dem Feld. Er begann die Melodie eines Liebchens zu pfeifen und wandte sich dann mit schelmischer Miene an Lenchen. „Höre, ich möchte Dich schon lange etwas fragen; allein es wollte mir bis jetzt nicht über die Zunge. Wenn ich die verlorene Kiste auffinde, was vielleicht schon in den nächsten Tagen geschieht, ist mir eine SchloßhauptmannS - Stelle gewiß; möchtest Du nicht meine Haupmünnin werden?" „Geh' mir doch, Du leichtsinniger Mensch", wies ihn das Mädchen erröthend zurück; „aus Dir wird in Ewigkeit nichts." Dabei spielte aber doch ein Lächeln um ihren Mund, das mit dem harten Urtheil in Widerspruch stand. Georg nahm auch keinen Anstand, es in seinem Sinne zu deuten. „Gut, Schatz", sagte er wohlgefällig, „ich verstehe Dich schon: erst etwas werden, dann spricht man das entscheidende Wort. Du hast Recht und sollst sehen, daß mir's Ernst ist; denn leichtsinnig bin ich nicht", versicherte er mit einem treuherzigen Blick in die Augen Magdalenens, „wenn ich auch zugeben muß, daß mein Hang zu Schelmereien und — zu romantischen Abenteuern", fügte er halblaut hinzu, „mich zuweilen mehr hinreißt, als gerade nothwendig ist." Er drückte ihr die Hand und eilte, da der Dienst rief, davon. » «! „Hier ist wein letzter Wille!" sagte ungefähr zu gleicher Zeit der Herzog von Friedland und überreichte seiner weinenden Gemahlin ein versiegeltes Schreiben. „Wenn ich todt bin, sendest Du diese Papiere an Deinen Vater nach Wien; ich habe ihn zum Vollstrecker meines Testamentes bestimmt. Mein Leichnam soll nach Gitschin gebracht und dort in aller Stille beigesetzt werden. Du wirst jedoch dafür sorgen, daß das Trauergeleite meinem Range entspricht." Ein tiefer Schmerz prägte sich auf dem Antlitz der Herzogin aus. Sie stellte sich mit gerungenen Händen vor den Gemahl. „Ich bitte, ich beschwöre Dich, Albrecht", flehte sie, „weise doch endlich diese entsetzlichen Todesgedanken, welche Deine Gesundheit vernichten, von Dir! Du hast nun seit drei Tagen keinen Bissen Nahrung zu Dir genommen und keine Minute mehr geschlafen. Wenn Du diese Lebensweise noch länger fortsetzest, befürchte ich das Schlimmste für Dich. Dann könnten die von Dir soeben getroffenen Anordnungen allerdings nothwendig werden." „Sie sind es schon jetzt", siel Wallenstein mit dumpfem Ton ein, „die Hand des Todes hat mich berührt." „Barmherziger Gott", rief Jsabctta voll Entsetzen und ergriff seine Hand, „was soll ich anfangen, um Dich von Deinem unseligen Wahn abzubringen? Führe doch nur einen einzigen vernünftigen Grund an, warum der Schlag ein Zeichen des Todes sein soll? Einer der halbbetrunkenen Osficiere oder sonst Jemand . . „Glaubst Du, Weib", fiel der Herzog seiner Gemahlin mit funkelnden Augen in's Wort, „daß irgend ein Mensch die Kühnheit besitzt, den Herzog von Friedland auf die Art, wie es geschah, mit der Faust zu berühren?" Die geängstigt« Frau wußte hierauf keine Antwort zu geben. Sie schwieg, verwirrt und entmuthigt. „Ich fühle es", fuhr Wallenstein fort, „daß ich dem Tode geweiht bin! Sterben, sterben — ein häßliches Wort, und doch für Alle, für den Fürsten wie für den Bettler gemacht. Es liegt auch weiter nicht viel daran; aber sterben in dem Augenblick, wo man im Begriff steht, die Sonnenhöhe des Ruhmes und der Macht zu erklimmen, wo die Augen einer Welt den Sieger auf dem Kampfplatz erwarten, — das ist hart, das ist schmerzlich!" „Ich muß noch einmal sagen, Albrecht", unterbrach ihn die Herzogin, „Du täuschest Dich, Du täuschest Dich sicher. O zürne mir nicht", fuhr sie fort, als Wallenstein die Stirne runzelte, „ich muß reden, und schwebte ein gezücktes Schwert über mir. Es gilt Deine Ehre und Deinen Ruhm. Nehmen wir sogar an, jener Vorfall sei wirklich etwas Uebernatürliches, ein Vorzeichen Deines Todes gewesen, — soll dieser den kühnen Feldherrn, der ihm schon so oft mit kaltem Blute in's Auge geschaut, in seiner Kammer mehr schrecken, als in der blutigen Schlacht? Soll man sagen, Albrecht von Wallenstein habe je einmal vor dem Tode gebebt? Niemand, .selbst Dein Weib nicht, soll behaupten, daß der Herzog von Friedland sich schwach gezeigt hat!" Wallenstein's blasses Antlitz röthete sich bei diesen Worten; ob aus Zorn oder aus Scham, verrieth sein Mienenspiel nicht. Dann sagte er mit mühsam errungener Fassung: „Ich danke Dir, Zsabella, nun weiß ich, daß Du mich liebst, und es freut mich, zu sehen, daß auch Deine Seele die Ueberzeugung von meiner Liebe erfüllt. Nur wahrer Liebe konnte der Muth entspringen, mir das zu sagen, was Du gesagt hast. Du thatest, was kein Mann gewagt haben würde." Der Eintritt eines Dieners unterbrach das Gespräch. „Pater Vincenz", meldete dieser, „bittet Euere Herzoglichen Gnaden in einer dringenden Angelegenheit um hochgeneigtes Gehör!" „Heute nicht, morgen", versetzte Wallenstein kurz. Der Diener ging, kam jedoch bald wieder zurück. „Der Pater erklärt", berichtete er Zögernd, „die Sache sei höchst dringlich." „So soll er kommen", rief der Herzog, und sein? Augen funkelten. „Ihr bringt etwas, das keinen Aufschub bis morgen erleidet?" fragte er den eintretenden Ordensmann rauh. „Ja", bestätigte der Greis, ohne sich an Wallenstein's finstere Miene zu kehren, „und zwar etwas, das Euer Gnaden persönlich betrifft. Ihr habt mit mir über den seltsamen Vorgang gesprochen, in welchem Ihr den Vorboten eines nahen Todes erblicket und mich für diesen -unglücklichen Fall, den der liebe Gott noch recht lange fernhalten wolle, mit Euern Aufträgen beehrt. Der ganze Vorgang hat sich nun auf die natürlichste Weiss erklärt!" »Was", rief der Herzog mit einer Stimme, die im ganzen Gemach widerhallte, und heftete die Augen durchdringend auf den Geistlichen, der ruhig vor dem Gewaltigen stand, „auf eine natürliche Weise?" „Die Sache ist einfach der übermüthige Streich eines unbesonnenen Menschen, der jedoch nicht Euch, sondern einem Andern galt!" „Sagte ich es nicht", jubelte die Herzogin, „o Gott sei gelobt!" „Eines unbesonnenen Menschen", nahm der Pater seine Rede wieder auf, „der bis heute nicht weiß, welches Unheil er angestiftet, und für welchen ich um eine mildere Strafe bitten möchte, als er verdient!" „Wie mögt Ihr daran zweifeln?" rief Jsabella, der eine Centnerlast vom Herzen genommen war. „Erzählet, damit mein Gemahl von seinem unglücklichen Wahn befreit wird!" Der Pater berichtete, waS wir schon wissen. „Als Georg", schloß er, „die Geschichte mit lachendem Munde erzählt hatte, erschrak ich entsetzlich. Im ersten Augenblick befand ich mich im Zweifel, ob ich den Verwegenen aufklären und veranlassen solle, zu den Füßen Euerer Hoheit um Gnade zu flehen, oder ob es nicht besser sei, daß derselbe von den unheilvollen Folgen seiner Handlungsweise gar nichts erfahre. Nach kurzer Erwägung entschloß ich mich, die ganze Angelegenheit der Weisheit Euerer Hoheit zu unterbreiten. Jedenfalls hat Georg nicht aus Bosheit, sondern nur aus Unbesonnenheit einen Fehler begangen, der an und für sich zwar sträflich, aber eigentlich nur die Folge eines Mißverständnisses und jugendlichen Uebermuthes ist!" Der Herzog hatte immer noch keine Silbe gesprochen; mit finster zusammengezogenen Brauen durchmaß er den Raum. Seine Brust arbeitete mächtig, wie von einem Strom wilder Gedanken durchtobt. Pater Vincenz und Jsabella blickten, um das Schicksal Georg's besorgt, mit ängstlicher Spannung auf ihn. Nach einer Welle blieb er vor dem alten Herrn stehen. „Also den Schloßhauptmann", fragte er mit eigenthümlich zitternder Stimme, „glaubte der junge Mensch vor sich zu haben?" „Ja", erwiderte der Pater kleinlaut, „den Schloßhauptmann Leßlie, gegen welchen er schon seit seiner Hieherkunft einen geheimen Groll hegt." „Gut", bemerkte Wollenstem, und seine Augen erweiterten sich drohend; „sie sollen Beide ihre angemessene Strafe bekommen: Georg Selkow für seinen Frevel, und Leßlie, den ich bei seinem Kopfe für meine Ruhe in Großmeseritsch verantwortlich machte, weil er in so nachlässiger und pflichtvergessener Weise die Sorge für meine Person vernachlässigt!" Der Herzog winkte mit der Hand, und Pater Vincenz ging mit kummervoller Miene hinaus. (Fortsetzung folgt.) Sor fmlsundMnzig Zahm». Von Friedrich Koch-Breuberg. (Fortsetzung.) Wir Zehner marschiren nach Beaumont. 24 Ossi» eiere theilten mit mir die kahle Wirthsstube eines Gasthauses. Kamen unsere Diener, begann ein sofortiges Untersuchen der Handtasche. Mein Diener — Kleemann geheißen — war eine Art Wunderding. Er hatte sich einst für mein zweites Pferd ein stehen gebliebenes Wägelchen angespannt. Wo er während des heißen Ringens herumfuhr, blieb mir ein Räthsel, aber war die Sache zu Ende, war es Zeit, seinen Dienst anzutreten, dann fuhr er plötzlich hinter dem Bataillon einher, und nie hat er einen leeren Eßkorb ausgepackt. Deshalb erfreute er sich aber auch nicht allein meiner, sondern der allgemeinen Gunst. Wir Officiere waren damals sehr übermüdet und' konnten doch nicht schlafen. Innerhalb 8 Tagen machten wir die größten Schlachten mit und hatten so viel zu erzählen, dann ging die Thüre bis zum Morgen auf und zu, denn es gab ein fortwährendes Suchen nach Aerzten. In vielen Fällen wußte der Jünger AescnlapS auch nicht mehr zu helfen, aber das ist nun wie iw Frieden — der Arzt wird mit Sehnsucht erwartet. Endlich ward Ruhe im Zimmer, und man streckte sich auf dem raschelnden Lager aus. Als es durch die schmutzigen, meist zertrümmerten Scheiben hereindämmerte, drang mit dem Morgenlicht frohe Kunde zu uns. Der Tag sollte Rasttag sein! Die Freude währte nicht lange, denn schon wieder vernahm man den altgewohnten Kanonendonner. I« das benachbarte Cravant flogen Granaten und an allen Ecken und Enden geht eS auch am 10. Dezember los. Oben bei Villechaumont hatten die Franzosen Abtheilungen der Division Wittich zurückgedrängt. Obwohl sich die Zweiunddreißiger muthtg vertheidigten, mußten sie weichen und 150 Mann in Gefangenschaft gerathen lassen. Gambetta war in ToSnes, in einem Dorfe hart vor unserer Linie, eingetroffen und hatte angeordnet, daß der französische rechte Flügel vorzudringen habe. Also deshalb war der Kampf von Neuem entbrannt. Hatte der ehrsüchtige Einäugige die eisernen, von Pflichtgefühl erfüllten Schädel der Deutschen noch nicht kennen gelernt? Wieder marschirte die 4. Brigade nach Villechau- mont hinauf, und heute besetzten die Dreizehner das. Dorf, während wir Zehner die Reserve bildeten. General v. Orff führte seine Brigade nach Beauvert und LayeS. Ach Gott, man kannte jeden blutbespritzten Stein dieses Geländes, das an die 100,000 Franzosen seit drei Tagen einer Hand voll Deutschen nicht zu entreißen vermochten!^ Auch im Norden bei Villermain hatte sich der Feind wieder angesammelt. Als General v. Orff die Neunerjäger nach Montigny schickte, fanden sie dort das 2. Jäger-Bataillon und die Batterie Gruithuisen vor. Die Brigade Täuffenbach war nämlich nach Orleans ab« marschirt und hatte diese Abtheilung zum Schutze der Artillerie beim Beginne des Kampfes hier gelassen. Nach Orleans? so tönte es in den Reihen der übermüdeten Bayern fragend hin und her, denn es hatte sich die Kunde verbreitet, daß der Großherzog beabsichtige, daS fast kampfunfähige Corps v. d. Tann als Besatzung der Stadt zu verwenden. Aus Orleans aber winkte uns die jetzt heiß ersehnte Ruhe. Doch augenblicklich sausten Granaten hin und her, und auf der ganzen Linie 48 knatterte es, wenn heute auch die Infanterie nur weniger ins directe Feuer kam. Das sah nicht nach Ruhe aus. Die 3. Brigade, welche nördlich von Beaumont in Bereiischaftsstelluug aufmarschirt war, wurde durch General v. d. Tann um 10 Uhr ebenfalls gegen den rechten Flügel geschickt. Während nun gegen den von Villermain anrückenden Feind die Nachts eingetroffenen Ersatztruppen der 1. Division ein lebhaftes Feuergefecht führten, ging Hauptmann v. Schleich mit dem 1. Bataillon des 3. Regiments nach Schloß Coudray vor und ließ es zur Vertheidigung einrichten. So war der rechte Flügel geschützt, zn dem auf Befehl deS Generals v. d. Tann hier eine stattliche Reihe von Batterien wirkten. Aber auch am heutigen Tage wurde eine Batterie gefechts- uufähig und mußte Hauptmann Stadelmann seine Geschütze zurücknehmen. Die Anforderungen an unsere Artillerie waren in diesen Tagen eben ganz unglaubliche. Während wir Bayern also nur bestrebt waren, die Stellung zu halten, führte die 17. Division den eigentlichen Kampf bei Origny durch. General Chanzy sah übrigens jetzt auch ein, daß heute das nicht mehr mit ermüdeten Truppen zu erkämpfen war, was er seit drei Tagen mit großer Uebermacht nicht erreicht habe. Vielleicht wußte er, daß eben eine ausgeruhte deutsche Truppe, die 19. preußische Division, angerückt sei. Zu viel wußte er allerdings nie, aber er gab gegen Abend den Gedanken an weiteren Widerstand auf und befahl den Rückzug. Als es dunkel geworden war, rückten wir Zehner zur Ablösung der Brigade Orff nordwärts an der Straße vor. In der Höhe von Beauvert bezogen wir Vorposten, was bekanntlich im Dezember nicht sehr erfreulich ist. Nacht und Nebel lagerten über den Aeckern, und ich stolperte beim Aussetzen der Vedetten fortwährend über gefrorene kleine Hügel, die sich am andern Morgen als zusammengetragene Gefallene entpuppten. Die Nacht war entsetzlich kalt, Feuer zu wachen war verboten, und so suchten wir uns durch Cognac zu erwärmen, was bekanntlich nur für kurze Zeit hilft, und worauf man dann noch mehr friert. Die eisige Nacht verging nicht ohne Trost, denn wieder erschien Kleemann mit seinem Wägelchen, in dem sich die wollenen Decken Mehrerer Officiere befanden. Als die matte Wintersonne des 11. Dezember ihr Licht verbreitete, sammelte das I. Armee-Corps bei Nilly. Wir hatten Befehl stehen zu bleiben und nicht mehr schießen zu lassen. Man sah auch nur in der Entfernung einrge Spahis herumreiten, was sich auf den Schneefeldern recht interessant ausuahm. Ah — nun kam die Nachricht vom Abzug des Feindes! Nun werden wir die Thürme von Orleans wiedersehen! Und wirklich erblicken wir bayerische Kolonnen, welche nordostwärts ziehen. Aber wir — was ist's mit ^uns? Kommen wir denn gar nicht daran? Nein, wir kamen nicht daran, sondern wir sammelten und marschirten — es thaute plötzlich — auf grundlosen Wegen nach Josnes, nach dem Neste, in dem der Einäugige vor Kurzem seine Generale angefeuert hatte. Es war nämlich die 4. Brigade Menburg nebst den Batterien Neu, Carl und Gruithnisen — ein Häuflein von 1700 Mann — dem Großherzog zugetheilt geblieben. Der hohe Herr hatte ursprünglich eine 3. Division aus Bayern zu bilden beabsichtigt, aber General v. d. Tann widersetzte sich dem und legte dar, daß er Orleans, zumal ja die Straße von BonrgeS her noch unsicher war, mit dem kleinen Nest des Corps nicht vertheidigen könne. Hatten doch die Bayern in den letzten Tagen 88 Officiere und 1986 Mann eingebüßt und seit 1. Dezember überhaupt 245 Officiere und 5506 Mann als kampfunfähig verloren! — So blieb es der 4. Brigade vorbehalten, auf offenem Felde nochmals vor den Feind zu kommen. Am 14. Dez. waren die Mecklenburger auf hartnäckigen Widerstand gestoßen. Die 17. Division hatte zwar Frsteval behauptet, sah sich aber dann genöthigt, nachts den Ort aufzugeben. General von Rauch war mit einem De- tachement bis Morse gekommen und hatte sich zwischen dieser Stadt und La Nuelle am 15. Dezember gehalten. Am 16. gedachte der Großherzog den Uebergang über den Loir-Bach zu forciren und befahl zn diesem Zwecke das Heranrücken aller seiner Abtheilungen. Schon während des Anmarsches wurde Major v. Schönhueb mit seinem Bataillon nach Moisy entsendet. Es war nicht ausgeschlossen, daß der Uebergang mißlinge, und von diesem Dorfe aus konnte dann der Rückzug gedeckt werden. Die Brigade selbst stand um 9 Uhr in einer Terrainmulde bei La Guiconniöre. Später führte Hauptmann v. Kraft das 2. Bataillon der Zehner nach rechts hinaus und besetzte einige Höfe, welche ungünstig in der Flanke lagen. Der ganze Vormittag verging mit Zuwarten. Wir sahen den preußischen Ulanen zu, wie sie vor dem Waldsaum Achter ritten, wir horchten nach der Richtung hin, in der es knallte, die Stunden wurden uns entsetzlich lange. Ich unterhielt mich dann mit einem Lieutenant des 10. preußischen Ulanen-Negiments über das Walzertanzsn, und wir erörterten die Frage, ob Sechsschritt auf vornehmen Bällen erlaubt sei. Er hatte aufgesprungene Stiefel an, und ich war von oben bis unten voll Schmutz — beide also nicht im Mindesten ballfähig. So um 1 Uhr traf dann der Befehl des Groß- herzogs ein, das Detachement Rauch bei Morse abzulösen. Den Vormarsch begann das Bataillon Heeg der Zehner. Das Feuer, welches bisher dumpf und vereinzelnt aus dem Thalgrunde heraufgeschallt hatte, verwandelte sich jetzt in ein heftiges Geknatter. Das waren die Truppen des Generals Chanzy, der seine Armee auf der Linie Vendöme—Cloyes vereinigt hatte, und sie waren augenblicklich daran, Morse zurückzuerobern. Auf der Straße konnte man nicht marschiren, denn sie wurde vom jenseitigen Ufer aus durch Geschütze beherrscht. Major v. Heeg führte nun fein Bataillon in einer mit Gras bewachsenen Mulde vor und stellte es bei La Ruelle als Unterstützung der Preußen auf. Bald erschienen aber auch nördlich bei La Bliniöre und an der Südlisiöre des Waldes von St. Claude die Franzosen mit Infanterie und Geschützen. Da sollte nun Haupt- mann Meier mit dem 3. Bataillon der Zehner rechts der Straße Stellung nehmen. Es war ein Plateau, das nach rechts der Wald begrenzte, das gegen die Stadt hin tief an den Bach abfiel, und das aus dem lehmigsten Ackerboden bestand, den ich je gesehen habe. „Ja, was ist denn das?" rufen wir Officiere aus, aber da steckt auch schon der eine unserer Stiefel im Boden. Vielen Leuten wurde das ewige Stiefelanziehen und -Verlieren zu langweilig, und sie wateten in Socken einher. Die Strumpfschlacht haben wir später das Gefecht bei Morse getauft. Endlich haben wir die Stellung erreicht und bilden gegen den Wald hin eine lange, dünne Plänklerlinie. Ich hatte Glück, denn gerade bei 49 — meiner Compagnie befand sich der einzige TannenLaum auf weitem Gefilde, und unter ihm befand sich ein trockenes GraSfleckcken. Links drüben lagen mehrere Gebäude, zu deren Besetzung nun das 1. Bataillon der Dreizehner anrückte. Auch diese Mannschaften haben die Stiefelnoth, und der tapfere Oberst Isenburg, der im heftigsten Feuer seinen Schimmel nicht verließ, war heute genöthigt, zu Fuße einherzuwandern, weil die Pferde zu tief einsanken. Unter diesen Verhältnissen konnte unsere Artillerie nicht verwendet werden. Während wir ein hinhaltendes Feuergefecht führen, hören wir, wie t« Thale um die Stadt lebhaft und lebhafter gekämpft wird. Oberlieutenant Daser eilte mit zwei Compagnien des Bataillons nach links an die Straße und dann inS Thal nach der Stadt. Auch ein Halbbataillon Dreizehner nahm den gleichen Weg und brachte den Neunundachtzigern Unterstützung. Die Franzosen waren schon bis an die ersten Häuser herangekommen, nun gelang es, sie gehörig heimzuschicken. Unterdessen wurde am Plateau das Feuer schwächer, und ich beobachtete, wie sich eine Art militärischen Wunders vor weinen Augen vollzog. Unsere brave Artillerie hatte fortwährend das Auffahren versucht, und jetzt war es nach nicht beschreibbaren Mühen auf einem ganz schmalen Raine endlich gelungen, jetzt blitzte es — direct hinter mir — aus 14 Geschützen auf. „O Tannen- bauml" kam's von meinen Lippen, denn augenblicklich erwiderte die feindliche Artillerie das Feuer, und ihre erste Lage ging gerade auf meinen Tannenbaum zu. Das wechselte dann ab. So und so viele Granaten an den arg zugerichteten Baum — die anderen immer in den Lehmboden vor unsern Batterien, und ich sah, nachdem ich mich vor den Baum gelegt hatte, gemüthlich zu, wie die eisernen Kegel unschädlich im Koth stecken blieben. Es war dunkel geworden, und wir sammelten an der Straße, um nach der Stadt zu marschiren, die General Rousseau nicht hatte erobern können. Die Quartiere waren sehr gut, aber man fand auch in der ganzen Stadt nichts zu essen. Durch die Fenster eines hübschen Salons sah ich auf den moudbeschienenen Marktplatz hinab. 10 Uhr Nachts, und ich hatte mich noch nicht entschließen können, in die saueren Aepfel zu beißen, welche mein Hauswirth als einzig Genießbares herbeigebracht hatte. „Wäre der Kleemanu da!" dachte ich und da vernahm ich Wageugerassel und erkannte im Mondschein meinen Schimmel. Ja, man mußte sich stärken, denn es hieß, daß die die Stadt beherrschende Höhe mit 100 Kanonen besetzt sei, und daß am Morgen eine fürchterliche Schlacht entbrenne. Zudem sollte ich am Morgen mit der Compagnie eine Stellung am Loir- bach vor der Stadt beziehen. So brach der 17. Dezember an, und dichter Nebel lagerte über dem Thal. Mit der Karte in der Hand eilte ich herum und zeigte den Unterosficieren ihre Stellungen. „No", sagte einer hinter mir zu seinem Kameraden, »jetzt sind mir so lang dnrchkomma, aber heut sän mir alle hin." Als ich dann in der Stadt Meldung erstattete, brach sich gerade die Sonne Bahn, und man sah von der Straße in das reizende Thal hinaus. Krachte es denn noch nicht aus hundert Schlnnden? Da fährt der grüne Landauer des Generals N. v. d. Tann einher, und schmunzelnd begrüßt uns der Brigade-Anditeur. «Ja, da sind doch die Franzosen sicher abgezogen!" riefen wir aus und es war so. Bald überschritten wir den Loir und zogen die steile Halde hinan. Friedlich lag das Städtchen im Wtntersonnenglanze hinter uns. Ich sah zurück, und mein Blick flog bachaufwärts, dahin, wo eine meiner Wachen hätte stehen sollen. Dort befand sich ein kleines Haus, das im gestrigen Kampfe die französischen Granaten arg zugerichtet hatten. Eine Granate hatte sich mit den eisernen Warzen gerade ober der Thüre in den Mörtel gegraben und hing nun als gefährlicher Hausschild so lange fest, bis eine kundige Hand sie entfernen konnte. Machte man einige Schritte bachaufwärts, dann gelangte man an eine im Gebüsch versteckte Kapelle. Entlaubte Sträucher, mit rothen Beerendolden behängen, umgaben sie, hinter ihr murmelten die Wellen des klaren Baches. Die Thüre war heute morgens halb geöffnet gewesen, und es hatte mich gedrängt, das kleine Gotteshaus für einen Augenblick zu betreten. Vor Allem fiel mein Blick auf einen Feind, der an den Stufen des Altars, die Rechte wie Rettung suchend und nach dem Heiland greifend, noch erhoben, kauerte. Nun gewahrte ich, daß er todt war. Unbeschreibbarer Friede lagerte über den wachsbleichen Zügen und ich ging sinnend von bannen. — Nach einigen Tagen führte Oberst Graf Menburg die 4. Brigade nordwärts der ersehnten Ruhe entgegen. Der Kronprinz von Preußen begrüßte durch einen Tagesbefehl das I. bayerische Corps bei feinem Wiedereintritt in den Verband der III. Armee und General v. d. Tann erhielt den im Kriege 1870 nur selten verliehenen Orden xonr 1s msrits. Wir hatten gehofft, daß an Weihnachten auch die Menschen „Friede auf Erden I" singen würden, wir hatten uns getäuscht. Auch am Sylvesterabend ließen wir in Arpajon die Punschgläser mit dem Wunsche „Baldige Heimkehr!" erklingen. Es war umsonst. Noch sollten wir das Bild der großartigsten Belagerung in diesem Jahrhundert schauen — doch davon das nächste Mal. (Fortsetzung folgt.) Sonne und Mond. Die beiden Hauptgestirne des Himmels, die Sonne, der wir das Bestehen allen organischen Lebens auf der Erde verdanken, und der Mond, dessen Erscheinen besonders die Bewohner der Polarzonen der Erde in den monatelangen Polarnächten mit neuer Lebensfreude erfüllt, haben zu allen Zeiten, in denen Menschen die Erde bewohnen, den Forschnngstrieb angeregt, und sehr mannigfaltige Ansichten über ihre Natur haben die Geister in den verschiedenen Jahrhunderten beherrscht. Wenn man die Geschichte der verschiedenen Sonnen- und Mondtheorien verfolgt, so erkennt man wieder die auf den verschiedenen Gebieten der Naturwissenschaft auftretende Erscheinung, welche darthnt, daß die Fortschritte, welche viele Jahrhunderte in der Erforschung der Naturerscheinungen gezeitigt haben, minimal sind im Vergleiche zu jenen, welche uns besonders die letzten Jahrzehnte unseres Jahrhunderts gebracht haben. Und weiter hak gerade die jüngste Vergangenheit so durchgreifende neue Anschauungen über das Wesen der beiden Hauptgestirne gezeigt, daß man sie der allgemeinen Antheilnahs» versichert halten darf. Die Sonne. Drs Anwendung des Fernrohrs auf die Himmelskörper seit dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts und der Spektralanalyse seit der Mitte unseres Jahrhunderts haben zuerst einen so wesentlichen Einfluß auf die Anschauungen über die Natur der Himmelskörper und ganz besonders der Sonne ausgeübt, daß man die ersten grundlegenden Anschauungen über das Wesen der Himmelskörper, den mehr philosophisch begründeten der früheren Jahrhunderte gegenüber, erst von diesen beiden Epochen an rechnen kann. Während die Sonne im Alterthum von Anaxagoras für einen glühenden Eisenklnmpen, von Euripides aber für einen Goldklumpen gehalten wurde, erklärte sie in neuerer Zeit der KönigSberger Philosoph Kant für ein flammendes Feuer, einen wirklich flammenden Körper, der sich nicht erschöpfe, sondern durch sich selbst mehr Stärke und Heftigkeit bekomme. Der große Himmelsforscher W. Herschel stellte die Ansicht auf, daß der Sonnenkörper an sich dunkel sei, ähnlich den Planeten. Diesen dunklen Körper umgiebt aber eine dreifache Schicht gasartiger Umhüllungen. Die dem Sonnenkörper am nächsten liegende Schicht ist durchsichtig und elastisch, ähnlich unserer Atmosphäre, und ebenso von großer Höhe. Sie ist bis in sehr große Höhen durchsichtig, klar und farblos und hat keine Wolkenbildnng. Die zweite, hierüber lagernde Schicht besteht aus einer Wolkendecke, deren Theile nahe, wie in unserer Atmosphäre, neben einander lagern. Diese Schicht ist ebenfalls elastisch und durchscheinend. Die dritte äußerste Schicht, ist von anderer Beschaffenheit als die beiden innern; sie besteht aus leuchtenden Wolken, ein Lichtmantel, der uns die Durchsicht nach dem eigentlichen Sonnenkörper verhüllt. Wenn aber zuweilen Nisse in diesem Lichtmantel entstehen oder größere Trennungsgebiete, so erscheint uns dadurch die untere, zweite Schicht graulicher Wolken fleckenweise sichtbar, und wenn auch diese sich zeitweilig spaltet, so wird uns durch diese der eigentliche dunkle Sonnenkörper sichtbar, und wir sehen durch die in der Lichtsphäre und der Wolkensphäre entstandenen trichterförmigen Oeffnungen die dunkelgefärbten Landschaften, Berge, Gebirge des eigentlichen Sonnenkörpers. Es sind dies die großen, schwarzen Flecken, welche bald vereinzelt, bald in zahlreichen Gruppen auf der Sonnenscheibe erscheinen und wieder verschwinden, die sogen. Sonnenflecken. Herschel war aus religiösen Gründen zu der Ueberzeuguug gelangt, daß die Sonne von organischen Wesen bewohnbar sei, und zwar sollte die dunkle Oberfläche des eigentlichen Sonnenkörpers die Wohnstätte der Sonuenbewohner sein. Diese im Anfange dieses Jahrhunderts von W. Herschel aufgestellte Sonnentheorie hat sich fast ein halbes Jahrhundert in der Wissenschaft unangefochten erhalten. Man hatte eben durch sie eine ebenso gute und vollständige Erklärung der auf der Sonne beobachteten Erscheinungen, wie sie nur eine der bis dahin aufgestellten Theorien leistete. Aber diese und jede andere auf die Annahme eines festen Sonnenkerns gegründete Sonnentheorie — so jene von Lalande, der die Sonnenflecken für die Gipfel von Sonnenbergen hielt, welche sich, wie Inseln im Feuermeere, über die leuchtende Oberfläche erheben — mußte fallen, als die neuere Physik darthat, daß bei der hohen Temperatur der äußeren Sonnenschicht daS Innere der Sonne gasförmig sein müsse. Jetzt trat nun es war im Jahre 1868 — eine neue, auf diese Errungenschaft der Physik gegründete Theorie auf, welche der Franzose so — Fähe uno ver Italiener Secchk inaugurirten, und die in der That so einfach uns bestechend erschien, daß sie die dominirende Stellung unter den Sonnentheorien einzunehmen begann» als die inzwischen herangereiften Früchte der Spektralanalyse der Gestirne auch ihr den Boden entzogen. Nach ihr sollten die Sonnenflecken Oeffnungen in der die zentralen Theile der Sonnenkörper umgebenden Schicht, der Photosphäre, sein, durch welche Gasmassen aus dem Innern hervorbrechen. Man nimmt gegenwärtig mit gutem Grunde an, daß der zentrale Theil der Sonne hauptsächlich aus einer Gaswaffe von ungeheuer hoher Temperatur besteht, während der sichtbare Theil der Sonne, um jenen gelagert, die Photosphäre heißt; dicht über dieser leuchtenden Oberfläche zeigt sich noch eine roseufarbige Schicht gasförmiger Materie, die Chromosphüre, die sich hier und da über das allgemeine Niveau erhebt und die Proiuberauzen, jeue bei totalen Sonnenfinsternissen hell hervortretenden farbigen Lichierscheinungen, bildet. Es müßten nun die Kerntheile der Sonneuflecke deshalb dunkler erscheinen, weil die aus dem Innern hervorbrechenden Gaswaffen ein geringeres Strahlungsvermögen besitzen, als jene leuchtenden Theile, aus denen die Wolken der Photosphäre bestehen. In diesem Falle müßte aber das Spektralbild der Sonnenflecken aus hellen Linien bestehen. Da nun die Spektralöeobachtnng aber im Gegentheil ergab, daß das Spektrum der Kernflecken aus dunklen Absorptkons- bändrrn besteht, so können es auch nicht glühende gasförmige Massen sein, die aus dem Innern hervorbrechen, sondern es muß herabsinkende, kühlere und weniger leuchtende Materie aus den oberen Schichten der Sonneu- atmosphäre sein, welche die Fleckenerscheinung hervorruft. Es haben dann Fähe und Secchi zwei verschiedene Theorien über die Sonnenflecken aufgestellt, welche beide auf verschiedenen Seiten Anklang fanden. Nach Faye sind die Sonnenflecken durch Stürme auf der Sonne erzeugt. Die Photosphäre wird aus den Niederschlügen der aus dem Innern der Sonne aufsteigenden Dampf- massen gebildet. Sie kommen also aus Schichten der Sonnenkörper, die eine sehr verschiedene Entfernung von der Umdrehungsachse der Sonne haben. Dadurch entstehen dem Aequator parallel gerichtete Strömungen, so daß die verschiedenen Theile der Photosphäre verschiedene relative Geschwindigkeiten haben. Diese in den mittleren Zonen am stärksten auftretenden verschiedenen Geschwindigkeiten bewirken nun eine Wirbelbewegung, die zu Cyklonen oder trichterförmigen Strudeln führt, wie bei den irdischen Tornados, die ebenso wie auf der Sonne oben beginnen sollen und auf die feste Oberfläche heruntersteigen. Diese Theorie erklärt die Verthetlnng der Sonnenflecken in zwei zum Aequator parallelen Zonen, und sie findet in der thatsächlich verschiedenen relativen Geschwindigkeit benachbarter Theile der Photosphäre eine starke Stütze. Auch die vielfach auf der Sonne beobachteten Theilungen der Flecken und die Weise, in der diese geschieht, wird durch Fayes Theorie gut erklärt. Dagegen widersprechen die Thatsachen, daß nur wenige Flecken der Sonne jene Wirbelbewegung zeigen, und die mangelnde Regelmäßigkeit in der Rotationsrichtung der Flecken der Theorie vollständig. Scechi nahm dagegen zuletzt an, daß durch Eruptionen metallische Dämpfe aus dem Innern die Photosphüre vielfach durchbrechen und an die Oberfläche gelangen. Nachdem sie einen großen Theil ihrer Wärme an den 51 kalten Weltenraum verloren haben, sinken sie wieder auf die Photosphäre herab und bilden Vertiefungen in ihr, welche von den dunkleren, absorbirenden Gasen angefüllt werden. Indessen auch diese Theorie, nach welcher man ein viel zerstreuteres Auftreten der Fleckenerscheinungen erwarten müßte, und einige weitere neuere mit Umsicht und Scharfsinn aufgestellte Theorien über das Wesen der Sonne und die Entstehung der auf ihr beobachteten Erscheinungen waren noch nicht im Stande, alle Vorgänge auf der Sonne so befriedigend zu erklären, daß man das Problem als wirklich gelöst betrachten konnte. Immerhin konnte man annehmen, mit den neuesten Sonnen- iheorien sich der Wahrheit wenigstens soweit genähert zu haben, daß der Bau des Sonnenkörpers in großen Zügen einwurfsfrei skizzirt erschien, und daß die auf der Sonne beobachteten wcchselvollenErscheinungen inUeberetnstimmung mit den Beobachtungen auf die äußere Sonnenoberfläche zu verlegen seien. Um so größer war die Überraschung, als die Astronomen jüngst durch eine neue, von Herrn Gymnasial- professor Schmidt herrührende Sonnenthcorie beschenkt wurden, welche die auf der Sonne beobachteten Erscheinungen unter einem ganz neuen Gesichtspunkte erklärte. Schmidt suchte durch mathematisch strenge Beobachtungen und unter der Annahme, daß die Sonne ein Gasball fei, dessen Dichte vom Mittelpunkte nach dem Rande zu abnimmt, zu beweisen, daß die Strahlenbrechung auf der Sonne in ganz anderer Weise wirksam ist, als man bisher für die Himmelskörper annahm, und daß demzufolge die zum Theil verwickelten Erscheinungen, welche wir an der Sonnenoberfläche beobachten, sich gar nicht dort abspielen, vielmehr durch eine eigenthümliche Strahlenbrechung als Boten aus den tieferen Schichten des Sonnenkörpers an die Sonnenoberfläche gespiegelt werden. So werden die Sonnenflekken als Gleichgewichtsstörungen im Innern der Sonne, die bekannten Auszackungen am Sonnenrande auf Nefraktionserscheinungen zurückgeführt. Die prachtvollen Lichterscheinungen am verdunkelten Sonnenrande (bet totalen Sonnenfinsternissen) sollen ihren Ursprung lediglich in außerordentlichen Refraktionen haben, während man doch allgemein diese hoch über den Sonnenkörper emporschießenden farbig leuchtenden Wolken als eine reale Erscheinung ansah und sie dahin versetzte, wo man sie sah. Schmidt dagegen verlegt das Licht, das die Protuberanzen schafft, in ein Gebiet der Sonne, welches unter ihrer scheinbaren Grenze liegt. Auch die Sonnenfackeln, intensiver glänzende Stellen der Sonne, erklärt Schmidt als Produkte unregelmäßiger Strahlenbrechung. So wie er nun ferner den Sonnenball als durchaus gasartig ansteht und also eine Grenze zwischen einem Sonnenkörper und einer Sonnenatmosphüre verneint, so erklärt er auch die scharfe äußere Grenze, den Sonnenrand, für das Produkt regelmäßiger Strahlenbrechung in einer Atmosphäre, deren Dichtigkeit an der scheinbaren Grenze viel geringer ist, als die Dichtigkeit der Luft an der Oberfläche der Erde. Es hat einige Zeit gedauert, bis von fachmännischer Seite kritische Aeußerungen über diese neue, umstürzlerische Sonnenthcorie erfolgten. Auf der einen Seite erschienen die streng exakten Betrachtungen und mathematischen Begründungen der Neuen Anschauungen, deren Grundlagen sich noch an den Namen des berühmten Mathematikers Kummer knüpften, nicht geeignet, kurzer Hand widerlegt zu werden; auf der anderen sträubte sich das wissenschaftliche Denken gegenüber der Zumuthung, lange Jahrzehnte regelmäßig auf der Sonne beobachtete reale Erscheinungen plötzlich als Gesichtstäuschungen, hervorgerufen durch Vorgänge im inneren Sonnenkörper, erklären zu sollen, um so mehr, als dem naturwissenschaftlichen Denken eine Vorstellung, wonach Bildungen durch Lichtstrahlen durch die Masse eines Himmelskörpers hindurch an seine Oberfläche reflektirt werden können, ganz fremd war. Diese Forderung der Schmidtschen Sonnenthcorie ist es nun hauptsächlich, daß, trotzdem ihr inzwischen in sehr eingehenden mathematischen Abhandlungen neue Begründungen von anderer Seite erwachsen sind, sie in den Kreisen der Fachleute nur wenige Anhänger findet. Man widerlegt die entwickelten Anschauungen und die Möglichkeit der Existenz von Himmelskörpern, welche sich in den Nahmen der Schmidtschen Folgerungen einfügen, nicht Prinzipe!!, aber man hält es für sehr unwahrscheinlich, wenn nicht für ausgeschlossen, daß gerade bei unserer Sonne jene Voraussetzungen zutreffen. Erscheinungen wie die periodischen Sonnenflekken, die anhaltenden Sonnenfackeln, die Protuberanzen als Reflexe von gewissen Spannungsflächen im Sonneninnern anzusehen, scheint bei der leichten Beweglichkeit der Sonnenmaterie so unwahrscheinlich wie die ungehinderten Durchgänge der Lichtstrahlen durch den Sonnenkörper an seine Oberfläche. Eine größere Aussicht, die an der Sonne beobachteten Vorgänge und Erscheinungen in einer den wahren Verhältnissen auf der Sonne entsprechenden Weise ausreichend zu erklären, bietet nun aber eine jüngst von E. v. Oppolzer in Wien ausgestellte Theorie. Sie hat das mit den zuletzt genannten neueren Anschauungen über den Sonnenkörper gemein, daß sie die Dichtigkeit der Gase des Sonnenkörpers vom Mittelpunkte nach den Nandschichten zu in starker Abnahme voraussetzt, und sie nimmt für die äußersten Schichten, von der Photosphäre nach außen, eine ganz enorm dünne Sonnenatmosphüre an. Unter dieser Annahme behandelt nun Oppolzer die Bewegnngsvorgänge auf der Sonne nach den Gesetzen der mechanischen Würmetheorie und versucht die an unserer Erdatmosphäre studirten Bewegungserscheinungen auf die Vorgänge in der Sonnenatmosphüre zu übertragen. Ss ist es ihm in der That gelungen, die Entstehung und alle Erscheinungen der Sonnenflekken als Vorgänge in der Sonnenatmosphüre nach allgemeinen Bewegungsgesetzen der Atmosphären zu erklären. Wie die in unserer Erdatmosphäre nachgewiesenen absteigenden Luftströmungen, die in aufsteigenden und umlaufenden Strömungen zunächst begründet sind, müssen solche auch auf der Sonnen» atmosphäre auftreten, und sie erzeugen dann an einer bestimmten Stelle oberhalb der Photosphäre eine Temperaturerhöhung — Oppolzer nimmt die Temperatur der Photosphäre nach älteren Strahlungsbeobachtungen zwischen 20,000 bis 100,000 Grad an; es ist aber nach dem Verhalten gewisser Spektrallinien nach neueren Potsdamer Messungen anzunehmen, daß die Temperatur der äußeren Photosphärenschicht unter 20,000 Grad liegt und wahrscheinlich nicht 10,000 Grad übersteigt — wodurch die verdichteten Stellen der Photosphäre aufgelöst werden und so eine starke Aufklärung entsteht, die als eine Einsenkung in die Atmosphäre der Sonne erscheint; die Stelle, an der nun eine stärkere Ausstrahlung aus den unteren Theilen und Abkühlung stattfindet, erscheint als dunklere Stelle, als Sonnenfleck. Während aber der absteigende Strom eine Erwärmung hervorruft, findet 52 — in Folge dieser ein Auftrieb statt, so daß diese beiden im Flecken einander entgegengesehen Strömungen eine Drucksteigerung bewirken; dasselbe Phänomen, das wir im Winter häufig über dem europäischen Kontinent in den Anticyklonen zu beobachten Gelegenheit haben. Letztere treten ebenfalls bei Drucksteigerung, also hohem Barometerstand, auf, bringen klares, kaltes Wetter und erzeugen von ihm fortströmende Winde. Man wird von dem von Oppolzer eingeschlagenen Wege, die Erscheinungen an der Sonnenoberfläche zu erklären, viel früher eine Lösung des Problems erwarten können, als unsere irdische Meteorologie durchgreifende Gesetze für die atmosphärischen Erscheinungen der Erde zu liefern verspricht. Denn die Verhältnisse auf der Sonne, wo die Wärmezufuhr wesentlich aus dem Innern kommt, müssen schon deshalb viel einfachere sein als auf der Erde, wo mindestens die überwiegende Wärmequelle außerhalb ihren Sitz hat und daher in viel verwickelterer Weise die Atmosphäre beeinflußt, als jene radiale Leitung die Sonnenatmosphäre bewegt. (Schluß folgt.) --WBiWS-- A k k SV A §L» Das Telephon der Zukunft. „PestiNaplo* meldet: Drei in Siebenbürgen seßhafte Techniker, Viktor Brandt, Anton Hamm und Gregor Blank, demonstrierten im Budapester Schriftsteller- und Journalistenvekein „Othon" einen kleinen Apparat, den man füglich daS Telephon der Zukunft nennen darf. Dieser Apparat, welcher sich äußerlich durch nichts von dem bisher im Gebrauch stehenden Telephon unterscheidet, besitzt nämlich das Geheimniß, die aufgefangenen Schallwellen auf eine große Entfernung zu leiten, so zwar, daß es keiner Ohrmuschel bedarf, um das in den Apparat hineingesprochene Wort im letzten Winkel eines großen Raumes laut und ausgezeichnet vernehmbar zu hören. Die im „Othon" angestellten Versuche ergaben ein glänzendes Resultat, Das Klublokal besteht aus fünf langgestreckten Sälen. Der eine der Erfinder brachte nun den Apparat im ersten Saale an und recitirte in das Sprachrohr einen Vers. Im letzten Salon, in welchem sich zahlreiche Mitglieder aufhielten, hörte man nun mit ganz außerordentlicher Deutlichkeit den Vers. Dann sang ein anwesender Opernsänger eine Arie in das Sprachrohr hinein, die man im letzten Salon so genau hörte, als säße man im Theater vor der Rampe. Unter den anwesenden Gästen wurde nur das eine Bedenken rege, ob nicht durch diese Telephonform die Möglichkeit benommen werde, das Telephon für diskrete Gespräche zu benutzen. Allein auch diesen Fall haben die Erfinder vorgesehen. Will man nämlich nicht, daß das Gespräch auch von anderen gehört werde, so nimmt man einfach die Ohrmuscheln zur Hand, und es hört nur derjenige, der die Muscheln anS Ohr legt. Die Erfinder, welche ihren Apparat bereits patentieren ließen, werden demnächst an die cisleithanische Telegraphen- und Telephon- verwaltung herantreten, um ihrer Erfindung auch in Oesterreich Eingang zu verschaffen. * Es gibt Menschen, die auf Aeußerlichkeiten kein Gewicht legen und behaupten, auch ohne dieselben könnte sich das Familienleben schön gestalten; doch irren sie mit dieser Ansicht sehr. Das Leben besteht aus Kleinigkeiten, und werden diese außer Acht gelassen, so entwickelt sich ein unschönes, unerfreuliches Zusammensein. Welche Aufmerksamkeiten haben Brautleute für einander; sie würden eS z. B. für eine Unmöglichkeit ansehen, ohne zärtlichen Abschied sich zu trennen. Wie oft aber kommt es vor, daß junge Eheleute von einander gehen, ohne daß der Mann seinen Hut lüftet und die Frau es nicht für nöthig erachtet, bei ihrem Ausgange sich von dem Gatten zu verabschieden! Das schleicht sich so ganz langsam ein, mit der Zeit führt es zu gegenseitiger Gleichgültigkeit, und später gewöhnen es die Kinder, beim Kommen und Gehen sich weder an- noch abzumelden, so daß in einem solchen Haus sehr bald ein ungebildeter Ton herrscht. Oft hört man sagen: „Wenn nur gut gekocht ist» die Art des Auftragens ist Aeußerlichkeit!" Das ist nun eine falsche Auffassung. Das einfachste Gericht schmeckt entschieden besser, wenn es in nicht schadhaftem Geschirr, auf einem reinlich gedeckten Tisch schön serviert wird. So soll auch den Kindern frühe angelernt werden, hübsch zu essen, Messer und Gabel richtig zu gebrauchen, überhaupt sich bei Tische anständig zu benehmen, denn an der Art, wie der Mensch ißt, kann man seine Bildung bemessen, und wenn es nicht in der Jugend geübt ist, später erlernt man es schwer, immer wird das sichere Benehmen dabei fehlen. — Man versäume nicht, Kinder daran zu gewöhnen, der Gebnrts- oder Namenstage zu gedenken und solche Tage durch Aufmerksamkeiten zu feiern. Es erinnert die Kinder, den Eltern den schuldigen Dank und die denselben zukommende Ehrerbietung zu erzeigen. Gerade durch diese Aeußerlichkeiten wird das Gemüth des Kindes geschult, und später wird es seinen alternden Eltern liebenswürdig begegnen. Das Alter ist ja wieder wie die Kindheit, es ist liebebedürftig auf seine Angehörigen angewiesen. Gut dann, wenn in der Jugend auf Aeußerlichkeiten gesehen worden, in den alten Tagen wird man die Früchte davon genießen. Schachaufgabe. Schwarz. Weiß zieht an und setzt mit dem 2. Zuge matt. Auflösung des Räthsels in Nr. 6: Der Buchstabe L.