17. Ireitag, den 28. Februar 1896. Kür die Redaction verantwortlich: Vr. Theodor Müller in Augsburg. Druck und Verlag des Literarischen Instituts von HaaS L Grabherr in Augsburg lVorbefitzer vr. Max Huttler), Ale Astrologen. Historischer Roman aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges. Von Max Beuno. (Fortsetzung.) „Fritz Donald Sl" rief Georg. „Dieser Mensch sollte . . „Ich bin meiner Sache gewiß", fiel ihm das Mädchen in's Wort. „Ich war ihm nahe genug, um seine Augen zu sehen. Uebrigens ist diese Schandthat noch lange nicht das Schlimmste, was man ihm zutrauen darf. O, nehmt Euch vor diesem Mann in Acht", fügte sie mit leidenschaftlichem Eifer hinzu; „vor diesem und noch vor vielen Andern, denen Ihr arglos vertraut. Nicht umsonst habe ich Euch damals gewarnt. Ich hörte, wie man im Geheim-Cabinet meines Onkels von Euch sprach, ich erkannte die Stimme Donald's, obgleich er sie zu verstellen suchte und sich seit längerer Zeit nicht mehr vor mir gezeigt hatte. Ich verstand den Zusammenhang nicht; aber ich ahnte, daß es sich um einen Schurkenstreich handelte. Deshalb erschrak ich auch so furchtbar, als ich Euch gleich nachher in die Höhle des Löwen eintreten sah, und deshalb gab ich Euch einen Wink. Die Pflicht der Dankbarkeit zwingt mich, Euch noch vieles mitzutheilen, und ich werde es auch thnn, wenn Ihr mir vertraut. Doch hier ist dazu nicht der geeignete Platz. Kommt morgen oder im Verlauf der nächsten Tage in die Herberge „Zu dem armen Ritter." Wir bleiben voraussichtlich längere Zeit dort. Mein Onkel ist verreist, und wir werden mit meiner alten Freundin allein und ungestört sein. Doch kommt ganz bestimmt! Es wurde wir vergönnt, hinter einen Vorhang zu schauen, wo in einer Weise mit Falschheit, Heuchelei und Verrath gespielt wird, daß Jeder, der sich in dieses fürchterliche Netz ziehen läßt, seinem Schicksal verfällt. Der Kaiser, der Herzog, ja Ihr selbst spielt eine bedeutsame Rolle dabei. Mein Onkel ist nicht, was er scheint. Doch auch er ist nur ein Werkzeug, dessen ein Mächtigerer sich bedient, der die einzelnen Spieler aus der Ferne wie Puppen am Drahtseil lenkt, der, ihre Leidenschaften ausbeutend, den Einen durch den Andern betrügt, und dem zuletzt über den Leichen der sich selbst zerfleischenden Bethörten ein reiches Erbe zufällt." Marion hatte immer erregter gesprochen. Am Schluß ergriff sie Georg's Hand und drückte sie innig an ihre Brust. „Kommt", mahnte sie noch einmal; „ich werde Euch zeigen, an welchem Abgrund Ihr steht." Sie wickelte sich wieder in ihre Pelze, stieg in den Schlitten, und auf ein von ihr gegebenes Zeichen flog dieser, nachdem sie dem Zurückbleibenden nochmals freundlich zugewinkt hatte, davon. Verblüfft schaute Georg dem Gefährte nach, bis es seinen Augen entschwand. Für den Augenblick aber mangelte es ihm an Zeit, länger zu grübeln. Er mußte sein Pferd tüchtig ausgreifen lassen, um zur bestimmten Stunde bei dem Bankett zu sein. Nasch schwang er sich in den Sattel und erreichte, ehe die Nacht völlig hereinbrach, die Stadt. Eine große Anzahl von Offizieren hatte sich in dem Quartier Jllo's versammelt. Da und dort bildeten sich Gruppen, welche die Tages-Ereignisse in eifriger Unterhaltung besprachen. Noch vor Tisch setzte General Terzky in einer längeren Rede auseinander, daß der Herzog ihm gegenüber die Absicht geäußert habe, den Oberbefehl niederzulegen. Der Feldherr sei der ausgestreuten Verleumdungen sowie der rücksichtslosen Behandlung des HeereS von oben müde geworden und wolle nicht länger mehr der Spielball höfischer Ränke sein. Man dürfe den Rücktritt des Herzogs unter keinen Umständen zugeben; denn derselbe würde die sofortige Auflösung des Heeres herbeiführen. Insonderheit wären dann die namhaften Vorschüsse, welche einzelne Obersten und Haupt- leute bei der Aufstellung des Heeres geleistet, verloren. Er habe deshalb ein Schreiben an den Feldherrn verfaßt, worin er ihn der unwandelbaren Treue aller seiner Offiziere versichere und ihn zugleich dringend ersuche, seine Getreuen nicht zu verlassen. Hier überreichte er dem General Jllo einen zur Hälfte beschriebenen Bogen Papier; derselbe las den Text durch und reichte das Schreiben seinem Nachbar. Als dasselbe bei sämmtlichen Anwesenden die Runde gemacht hatte und sich von keiner Seite her ein Widerspruch gegen seine Fassung erhob, steckte Terzky es wieder zu sich. „Die Kameraden könnten ja später unterschreiben", meinte er mit leichtem Scherz, sonst werde am Ende die Suppe kalt. Das Gelage dauerte bis tief in die Nacht. Als der reichlich genossene Wein bereits die Köpfe der meisten Gäste zu erhitzen anfing, benutzte Terzky die Gelegenheit und trat mit der Mahnung, das Document zu unterzeichnen, hervor. Die mehr als angeheiterten Offiziere wollten anfangs in ihrer Weinlaune nichts davon wissen, und meinten, dazu sei am andern Morgen noch Zeit; schließlich aber bequemten sie sich dennoch dazu, 126 und der größte Theil gab, ohne weiter dem Text eine Beachtung zu schenken, die verlangte Unterschrift ab. Auf einmal jedoch entstand ein Tumult: einer der weniger Betrunkenen hatte entdeckt, daß der so wichtige Vorbehalt fehlte, und Terzky wurde von einem entrüsteten Offizier mit scharfen Worten zur Rede gestellt. Auch die Andern mischten sich in den Streit, und es wäre vielleicht zu einem blutigen Auftritt gekommen, hätte nicht Piccolomini sich noch rechizeitig in's Mittel gelegt. Nicht mit den freundschaftlichsten Gefühlen trennte man sich. Am folgenden Vormittag berief Wallenstein sämmtliche Generale in sein Quartier. Er war über die Vorgänge bet dem Bankett und namentlich den Umstand, daß man viele der Unterschriften gar nicht zu enträthseln vermochte, in hohem Grade verstimmt. Als er die Herren um sich versammelt sah, gab er ihnen den unter so verdächtigen Umständen entstandenen Revers zurück und erklärte dabei, daß er den unwiderruflichen Entschluß gefaßt habe, das Oberkommando niederzulegen. Damit waren die Generale entlassen. Sie folgten dem Feldmarschall Jllo, der sie zu einem Frühstück einlud. Hier wurde weiter verhandelt. Es kam dabei zu stürmischen Scenen, und schließlich wurde trotz vielfachen Widerspruchs eine Deputation an den Feldherrn mit dem Ersuchen gesandt: er möge der zweideutigen Vorgänge bei dem Gastmahl vergessen; sämmtliche Generale seien zur Genehmigung des Reverses bereit. Nach Empfang- nahme des bedeutungsvollen Aktenstückes war der Herzog zufrieden und versprach sein Verbleiben beim Heer. Nun glaubte er der Treue all' seiner Offiziere sicher zu sein und für jedes Unternehmen auf deren Unterstützung bauen zu können, selbst für den Fall, daß seine Handlungsweise mit der Pflicht gegen Kaiser und Reich im Widerspruch stand. Georg war nicht in Versuchung geführt worden. Er hatte seinen Platz neben Piccolomini am äußersten Ende der Tafel angewiesen bekommen, und das Dom« ment war, ehe es seinen Kreislauf so weit zurückgelegt, in Folge des Streites durch Jllo entfernt worden. Am folgenden Tage wußte er sich von den weitem Verhandlungen fern zu halten. Einerseits that er dies, um den verabredeten Besuch bei Marion im „Armen Ritter" zu machen, anderseits aber, um nicht entweder heucheln oder einen entscheidenden Schritt wagen zu müssen, den ihm nicht nur das dem General Piccolomini gegebene Ehrenwort, sondern unter den obwaltenden Verhältnissen auch die Klugheit verbot. Er suchte die bezeichnete Herberge auf, erfuhr jedoch von dem Wirthe, daß Marion von ihrem Ausflug noch nicht zurückgekehrt war; auf den Abend, meinte dieser, treffe sie sicherlich ein. Mit diesem Bescheid begab der Hauptmann sich wieder nach Hause. Er befand sich noch keine Stunde in seinem Quartier, als ein Leibjäger erschien und ihn zum Herzog befahl. Von diesem wurde er ohne Verzug in einer wichtigen und vertraulichen Angelegenheit nach Eger geschickt. Als er nach Verlauf von drei Tagen wieder in Pilsen eintraf, ging er sofort aus der herzoglichen Wohnung in die Herberge zum armen Ritter, aber nur um zu vernehmen, daß der indessen von der Reise zurückgekommene Akrobat Leferrier mit seiner Nichte und deren Gefährtin vor vierundzwanzig Stunden nach Empfang einer dringenden Botschaft plötzlich abgereist sei. Wohin, vermochte ihm Niemand zu sagen. So blieben all' die Räthsel, welche seine Phantasie in letzter Zeit so sehr in Spannung erhalten, vorerst ungelöst. Im Laufe der nächsten Tage begannen sich überdies so wichtige Ereignisse zu drängen, daß er zum Nachdenken über Fernerliegendes keine Muße mehr fand. Die Bemühungen Wallenstein's, seine Offiziere an sich zu fesseln, hielten das über ihn hereinbrechende Ver- hüngniß nicht auf. Wenige Tage nach dem denkwürdigen Bankett und der Revers-Ausstellung genehmigte der Kaiser, von den Vorgängen in Pilsen genau unterrichtet, das Absetzungs-Decret. Allen Theilnehmern an der Verschwörung, mit Ausnahme Wallenstein's und der beiden Hauptschuldigen, Jllo und Terzky, wurde Verzeihung gewährt und der General-Lieutenant Graf Gallas vorläufig zum Oberbefehlshaber ernannt. Vorsichtshalber wollte man diese Beschlüsse vorerst noch geheim halten, um sich vor allem der Treue des Heeres zu versichern; im Geheimen aber wurde desto eifriger gearbeitet. Gallas zog mehrere der einflußreichsten Generale, darunter auch Piccolomini, durch dessen Verwendung Georg Selkow zu einem andern Regiment versetzt wurde, an sich, und zugleich erhielten verschiedene Obersten, auf deren Zuverlässigkeit fest gebaut wurde, die Weisung, sich vom Herzog zu trennen und nach Prag zu marschiren. Die Armee sollte nur den Generalen Aldringer, Octavio Piccolomini und Gallns gehorchen. Diese Vorsichtsmaßregeln brachten die erhoffte Wirkung vollkommen hervor. Wallenstein erfuhr längere Zeit weder etwas von dem Absetzungs-Decret, noch von den Vorbereitungen zu dessen Vollzug. Dadurch gelang es den Freunden dcS Kaisers, einen Feldobersten um den andern auf ihre Seite zu bringen. Bei dem Einen wirkten Drohungen, bet dem Andern Versprechungen. Täglich wuchs der kaiserliche Anhang, und es wurde gefährlich, für einen Anhänger des Friedländers zu gelten. Mehrere Generale entschuldigten sich wegen der Vorgänge in Pilsen, andere betheuerten, daran gar keinen Antheil genommen zu haben, und fast allgemein war der Wetteifer, den Befehlen der Grafen Gallas und Piccolomini pünktlich Folge zu leisten. Die nach Prag beorderten Regimenter setzten sich sogleich in Marsch und langten richtig an ihrem Bestimmungsort an. Nun glaubte man ohne Gefahr den Schleier lüften zu dürfen. Das Absetzungs-Decret wurde in Prag öffentlich angeschlagen und sämmtliche Truppentheile davon in Kenntniß gesetzt. Der Herzog befand sich noch immer in Pilsen, als er die Kunde erhielt. Ein Rückwärtsgehen war jetzt unmöglich, das Verhältniß drängte ihn auf dem eingeschlagenen Wege weiter, der allein noch die Erreichung seiner stolzen Ziele versprach. Er beschloß, mit Waffengewalt sich so lange zu halten, bis er von den Schweden oder den Sachsen Hilfe bekäme. Zugleich erließ er einen Befehl an die gesammte kaiserliche Armee, durch welchen er unter Aufhebung aller frühern Vollmachten das General-Kommando an Jllo und Terzky verlieh. Die Gegner hatten jedoch von vornherein all' seine Bemühungen und Schachzüge vereitelt. Gegen eine Unterstützung Wallenstein's von Seiten der Schweden oder der Sachsen waren Vorsichtsmaßregeln getroffen, und zu gleicher Zeit verfolgte Piccolomini den Plan, den Herzog aus Böhmen zu treiben, ehe ihm Hilfe gebracht werden konnte. An dem Gelingen durfte man kaum zweifeln; denn in und um Prag stand, nur eines Winkes zum Aufbruch gewärtig, eine große, zuverlässige Armee. Wallenstein's einzige Hoffnung beruhte auf der baldigen Ankunft der Schweden. Um sich denselben zu nähern und bis zu ihrem Eintreffen einen sichern Stützpunkt zu haben, beschloß er, mit dem Nest seiner Truppen nach der Festung Eger zu ziehen. Der Marsch des kurz vorher noch so gewaltigen Mannes nach der kleinen Grenzfeste glich einer Flucht. Von seinem mächtigen Heere waren ihm noch zehn Compagnien geblieben, und mit diesen zog er am 22. Februar 1634 Vormittags aus Pilsen, das schon am folgenden Tage von kaiserlichen Truppen besetzt wurde. 12 . Der Wanderer, welcher die Heerstraße über das Gebirge von Bayern nach Böhmen verfolgt, erreicht unmittelbar an der Grenze das ansehnliche Städtchen Kladrub. Dort lag damals schon seit längerer Zeit zur Bewachung der Pässe zwischen Böhmen und der Oberpfalz ein Wallenstein'sches Dragoner-Regiment unter dem Oberbefehl des Obersten Walter Butler, eines Jrländers, der sich durch Energie und großen persönlichen Muth vorn gemeinen Soldaten zu der Würde eines höhern Offiziers emporgeschwungen hatte. Der Platz war sehr wichtig und die Mannschaft bei Tag und Nacht fast unaufhörlich in Anspruch genommen. Butler hatte schon von den Gerüchten über die Untreue deS Herzogs gehört, anfangs ohne ihnen Glauben zu schenken, und er war überrascht, als in einer Nacht plötzlich durch Expreß- boten der Befehl des Herzogs eintraf: Oberst Butler habe bei Todesstrafe, angesichts der Ordre, sofort sein ganzes Regiment zusammenzuziehen und mit demselben nach dem weißen Berge bei Vrag zu marschiern. Diese Zumuthung kam Buttler in hohem Grade sonderbar vor; denn die Entblößung der Grenze auf dieser Seite erschien sehr gefährlich. Sein Vertrauen auf die Treue bekam einen bedenklichen Stoß. Er stand mit seinem Feldkaplan Patricius Taaffe aus sehr gutem Fuße und war gewohnt, dessen Rath in jeder wichtigen Sache zu hören. Auch diesmal nahm er seine Zuflucht zu ihm. Der Dringlichkeit wegen ließ er den geistlichen Herrn wecken, und dieser folgte dem Rufe sofort. „Seht doch. Hochwürden", empfing ihn der Oberst, als er dessen Zimmer betrat, „welch' wunderlichen Brief ich soeben vom Herzog bekam. Ohne Ablösung soll ich sofort mit meinem ganzen Regiment nach Prag aufbrechen und die Pässe von der Oberpfalz nach Böhmen preisgeben. Heißt das nicht dem Feinde Thür und Thor öffnen und ihn zur Besitznahme von Böhmen einladen?" Der Feldkaplan war, nachdem er das Schriftstück gelesen, nicht weniger betroffen als Butler. Schweigend gingen die Beiden in der Stille der Nacht eine Zeit lang neben einander einher. Dann nahm der Oberst das Wort: „Das Benehmen Wallenstein's ist mir schon lange aufgefallen, allein in Anbetracht seines unberechenbaren und außergewöhnlichen Wesens habe ich bis jetzt seinen Fürsprecher gemacht; jetzt aber behaupte ich: er führt nichts Gutes im Schild. Trotzdem muß ich marschiren, und zwar sofort. Einem so bestimmten und strengen Befehl darf kein Soldat den Gehorsam verweigern. Wahrscheinlich finde ich am weißen Berge den Tod; denn ich fürchte, daß diesmal mehr Blut fließt, als in der Schlacht gegen den Pfalzgrafen Friedrich." Der Feldkaplan billigte den Entschluß Butler's und ermähnte ihn, seine Western Schritte so einzurichten, wie er eS als braver Soldat vor Gott und seinem Gewissen verantworten könne; dann zog er sich zurück. Butler schickte Eilboten an alle Abtheilungen seines Regiments, durch welche er denselben befahl, augenblicklich aufzusitzen und im Standquartier zu erscheinen. Noch vor Tagesanbruch hatte sich das tausend Mann starke Regiment bereits nach Pilsen in Bewegung gesetzt. Ungefähr auf der Hälfte des Weges stieß dasselbe an der Straße nach Mies auf den ärmlichen Zug deS Herzogs von Friedland. Wallenstein, welcher Frau und Tochter schon vorausgeschickt hatte, saß in einer unansehnlichen Sänfte. Ihm folgten seine Vertrauten: Jllo, Adam Terzky und Neumann. Einer derselben sprengte an Oberst Butler heran und befahl ihm, mit seinem Regiment auf dem Wege nach Mies weiter zu ziehen, den auch Wallenstein mit seinen Begleitern einschlug. Butler gehorchte. Als der Zug tief in der Nacht zu Mies angelangt war, mußte der Oberst mit den Fahnen in der Stadt bleiben, die Soldaten aber wurden außerhalb der Mauern tn's Lager verlegt. 3n dieser Maßregel erblickte Butler ein Zeichen des Mißtrauens gegen seine Person und wurde dadurch nur noch mehr in seinem Argwohn bestärkt. Nachts rief er den Feldkaplan wieder zu sich und fragte ihn um Rath. Taaffe hielt schleunige Flucht und Vereinigung mit der kaiserlichen Armee für das einzige Mittel, der Gefahr zu entgehen. Doch davon wollte Butler nichts wissen und blieb. Am folgenden Morgen ging der Zug weiter nach Plan. Der Oberst erhielt den Befehl, die Aufstellung mit seinen Reitern vor dem Wagen des Herzogs und den übrigen Soldaten zu nehmen. Offenbar fürchtete man, daß er in der Nachhut plötzlich abziehen und die Wallensteinischen im Stich lassen könnte. Auch tn Plan wurde die Vorsicht gebraucht, den Führer mit den Fahnen in die Stadt und seine Soldaten in's Freie zu legen. Nachdem es in der Nacht still geworden, hüllte Butler sich in seinen Mantel und suchte das Quartier seines treuen Feldkaplans auf. Er fand ihn, das Brevier betend, noch wach und bat ihn, so schnell als möglich zu PIccolomini nach Prag zu eilen und diesem Bericht zu erstattten. Patricius machte sich sofort auf den Weg. Ohne von den Wachen behelligt zn werden, kam er aus Plan. In Mies erfuhr er, daß Ptccolomint sich bereits in Pilsen befinde. Der weite Weg nach Prag blieb ihm auf diese Weise erspart. Schon am folgenden Abend traf er im Hauptquartier Octavio's ein. Der General war über die Nachrichten des Feldkaplans in hohem Grade erfreut. Er schloß sich mit dem Geistlichen in sein Gemach ein und verhandelte fast eine halbe Stunde lang mit ihm. Endlich traten Beide auf den Hausflur und schritten, halblaut sprechend, mit einander die Treppe hinab. Piccolomini reichte dem Kaplan die Hand. „Ihr kennt nun", sagte er, jedes Wort betonend, „meinen Willen, welcher auch derjenige Seiner Kaiserlichen Majestät ist. Handelt mit Umsicht und Klugheit, aber, wenn es sein muß, auch ohne Bedenken und Furcht, und vergesset nicht, daß Oberst Butler und Ihr für den Erfolg verantwortlich seid.* * * (Fortsetzung folgt.) - -—SSWVS-«-— 128 Eine gefallene Größe. Augsburgische Episode aus dem 16. Jahrhundert. (Schluß.) Um die große und vielgestaltete Aufgabe des Handlungshauses zu erfüllen, bedurfte es der Arbeitskraft vieler Leute, an deren Spitze als Buchhalter Bartholomäus Nem, ein Augsburger (geb. am 29. Nov. 1480), stand, welcher sich auch bet dem Geschäft selbst betheiliget. Nach einer Urkunde vom 1. April 1511 legte er „zu Gewinn und Verlust" 500 fl. für eine Speculation ein, und auf Grund der darüber im Jahre 1514 gefertigten Abrechnung beanspruchte er an dem Gewinn von 149,770 Mark Silber schwarzen Brand und 52,915 Centner Kupfer als seinen Antheil 33,000 fl. Höchstetter wollte dagegen nur 28,000 fl. anerkennen, weil in der Zwischenzeit Rem für seinen Haushalt ein paar tausend Gulden aus dem Geschäft bezogen hatte, allein der Buchhalter beruhigte sich dabei nicht, und er verließ das Haus. Vielleicht mochte ihn zu diesem auffallenden Schritt auch bestimmt haben die gescheiterte Hoffnung, als förmlicher Gesellschafter aufgenommen zu werden, oder die Besorgniß über die Folgen der Lebensweise der jüngeren Familienangehörigen, denn der Sohn Joachim Höchstetter, vermahlt mit Anna Langen- mantel vom Sparren, und der Schwiegersohn Hans Franz Baumgartner fröhnten unsinnig dem Spiel, dem sie bei einem Bankett nicht selten mehrere Tausend Gulden opferten, und „die Frauen hausten gar übel" — bemerkt Sender. Nem reichte am 7. Oktober 1517 bet dem Stadtvogt die von dem Licentiaten Dr. Christoph Rothan aus Leipzig verfaßte Klagschrist ein, und außerdem versäumte er nicht, die Bürgerschaft für seine Rechtssache zu gewinnen. Dadurch erreichte er, daß die zünftigen Rathsherren 3 Männer zu Schiedsrichtern ausstellten, und diese erkannten auf Bezahlung von 28,000 fl. baar Geld und Ablehnung der Gegenforderung. Höchstetter erhob keinen Widerspruch, aber Nem beharrte auf dem ursprünglichen Anspruch, „und er floh gen St. Ulrich in die Freyung und war da heimlich zwölf Tag, damit ihn der Rath nicht fange, von wegen daß er den Spruch nicht annehmen wollt". Das Nathhaus jedoch mischte sich nimmer in den Streit, weßhalb Nem nach Spanien eilte, um des Kaisers Hilfe anzuflehen. Karl V. zeigte sich für einen friedlichen Ausgleich geneigt, und er ernannte dazu als außerordentlichen Commissär den allgemein geachteten Jakob Fugger in Augsburg. So lange derselbe mit der verwickelten Angelegenheit sich beschäftigte, bestürmte Nem abermals mit Bitten den zu Worms wegen des Reichstags sich aufhaltenden Kaiser, und er scheute sogar vor einer verhäng- nißvollen Gewaltthat nicht zurück. Er erfuhr nämlich, daß in der Stadt zwei mit Höchstetter'schem Gut beladene Wägen zur Abreise bereit stehen, daher er an den Ort eilte, das Geleite angriff und die Stränge der Pferde durchschnitt. Wegen des groben Frevels warf ihn der Fiskal in das Gefängniß, das er erst nach Monaten verließ, nicht für die Freiheit, sondern zur Ablieferung in die Heimath. Dort gestaltete sich für ihn der Empfang nicht erfreulich. Der Rath legte ihn auf das Hl. Kreuzthor zur Strafe wegen seines „Austretens und der wider die Obrigkeit geübten Mißhandlung" — womit das auswärtige Hilfesuchen und die Mißachtung der Schiedsrichter gemeint war —, und als er hartnäckig sich weigerte, dem von Fugger am 21. Juli 1522 abgegebenen Gutachten sich zu unterwerfen, das ihn mit 19,730 fl. in Gold für entschädigt am Hauptgut und an Nutzungen erklärte, so ließ ihn der Rath „nicht ledig". Seine Freundschaft wollte sich nicht für ihn verschreiben, und so blieb Rem bis zu seinem im Jahre 1525 erfolgten Tode ein Gefangener. Mittlerweile fand ein Umschwung der öffentlichen Meinung zu Höchstetters Gunsten statt, und Niemand wollte als Gegner des angesehenen Handelsherrn gelten, was nicht zum Mindesten seine Bereitwilligkeit bewirkte, den ehemaligen Buchhalter nach Recht und Billigkeit zu befriedigen. Ohnehin machte er sich keine Feinde, weil er keinem Menschen hindernd in den Weg trat. Von den Welthändeln hielt er sich, soweit thunlich, ferne, weder an Höfen strebte er nach Würden, noch suchte er in der Vaterstadt ein Amt, und wenngleich er, „ein guter Christ und ganz wider die Lutherei", die Bilderstürmerei von 1523 freimüthig tadelte und ihn der durch die leidenschaftlichen Predigten des Barfüßermönchs Joh. Schilling über die weltliche Obrigkeit und die alte Kirche 1524 entzündete Aufruhr empörte, so rechneten die Anhänger der neuen Lehre ihm dieses nicht hoch an, weil er allen Bürgern gleich freundlich begegnete. Allerdings gefiel vorsichtigen Männern der in seinem Hause an Verschwendung grenzende Luxus nicht, allein die Künstler und die Handwerker vertheidigten solchen Aufwand, durch welchen das Geld durch die ganze Stadt rollte, und da erst kürzlich (1527) der Sohn Ambras mit Katharina Neumann und das Jahr darauf der zur Gesellschaft gehörende Bruderssohn Joseph mit der reichen Benigna Adler sich verheirathet hatten, so erschien das durch das Beibringen der Frauen noch mehr gestärkte Vermögen auf sicherem Boden zu stehen. Man lachte über die ängstlichen Gemüther, welche ihre Spareinlagen zurückzogen, und bei der Wahrnehmung der unverzüglichen Auszahlung der gekündigten Kapitalien drang in die weiteren Kreise der Gläubiger keine Unruhe. Um so überraschender kamen die seltsamen Nachrichten, welche gegen Ende des Jahres 1523 die Stadt durchschwirrten. Unfälle aller Art sollten die Gesellschaft Höchstetters betroffen und erschüttert haben. Die Einen wußten von einer mißglückten Speculation mit Quecksilber, Andere erzählten den Untergang eines mit Schützen beladenen Schiffes auf dem Meere und die Beraubung der aus den Niederlanden erwarteten Frachtwägen, und Dritte wollten von Hiobsposten aus Rußland gehört haben. In dem Kontor selbst aber herrschte Verwunderung über derartige Märchen, cS wickelte die Geschäfte in gewohnter Weise ab, befriedigte ohne Säumen jeden, welcher seine Spareinlage erheben wollte, und die Lebensweise der Hausgenossen zeigte keinerlei Einschränkung. Indessen hatte thatsächlich die Gesellschaft empfindliche Verluste erlitten, welchen alle Opfer, dem völligen Ruin vorzubeugen, nicht gewachsen waren. Der Bankerott ließ sich nicht länger verheimlichen. Vergeblich schrieen jetzt die „Lässigen" nach ihrem Geld, und sie fanden nicht einmal das Amt willig, den älteren Höchstetter zu verhaften, „weil dies wider den alten Brauch und das Stadtbuch wäre". Auch glaubte der Rath mit dessen Eid, nicht aus der Stadt zu weichen, sich begnügen zu dürfen. Bald jedoch mußten die Rathsherren sich überzeugen, daß ein Falliment, wodurch die Ueberschnldung mit mehr als 400,000 fl. eine große Zahl von Vermögen theils schwer schädigte, theils ganz vernichtete, und ein so unerhörter Vertrauensmißbranch 129 gegenüber vielen Mitbürgern eine außerordentliche Maßregel rechtfertige. Ohnehin mußte bei einem milden Nechtsverfahren die Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung besorgt werden, zumal seit der bekannt gewordenen Flucht des Joachim Höchstetter und des Franz Baumgartner und durch das trostlose Ergebniß der In- ventarisation der beschlagnahmten Fahrniß, „daß nichts Richtiges gefunden worden", die aufgeregte Volksmasse immer mehr sich erhitzte. ES wurden deßhalb am 25. Juli 1529 die drei Höchstetter in das Gefängniß abgeführt, ungeachtet sie erklärten, auf ihr ganzes Eigenthum zu verzichten, falls nur ihren Frauen das verschriebene Beibringen erhalten bleibe. Allein gegen diesen Vorschlag stemmten sich die Gläubiger, „denn — sagten sie — auch die Frauen trieben mit unserem Gut Pomp, Hoffarth und Schleckerei, also gehört unS alles, was noch vorhanden ist, und sie mögen selbst zusehen, wie sie ihre Ehemänner wieder losbekommen". Unter solchen Umständen blieb ein langwieriger Prozeß unvermeidlich. Trotz der entzogenen Freiheit fühlten jedoch die Höchstetter dabei nicht gänzlich sich verlassen. Einflußreiche Gönner nahmen sich ihrer an. König Ferdinand schickte ihnen vr. Johann Zott und Herzog Wilhelm von Bayern seinen Kanzler I)r. Augustin Lefch zum Beistand, und diese legten am 15. Juni 1530 den von ihnen ausgearbeiteten Vergleich auf dem Nathhause nieder. Nur die Hälfte der Gläubiger billigte daS Pro- jeci, und weil die andere Hälfte jeden Versuch, sie für das gütliche Uebereinkommen günstig zu stimmen, zurückwies, so baten jene den Kaiser, der wegen des Reichstags seit 15. Juni 1530 in Augsburg verweilte, er möge die Verneinenden zur Annahme des Vergleiches zwingen. Dazu entschloß sich zwar Karl V. nicht, jedoch wünschte auch er die friedliche Beilegung der Streitsache, und er beauftragte seine Räthe in Verbindung mit dem hiesigen Bischof, mit den Parteien für eine allgemeine Verständigung zu verhandeln. Aber auch ihre Bemühungen verliefen fruchtlos, ungeachtet in der Zwischenzeit die Frauen des Joseph Höchstetter und des Franz Baumgartner „vor Unmuth" gestorben waren. Kam bisher die Verlängerung der Schuldhaft hauptsächlich auf Rechnung der Renitenz der Gläubiger, so trugen an derselben von jetzt ab die Gefangenen selbst einige Schuld. Unter Berufung auf ein kaiserliches Privilegium wollten sie nur noch dem NeichSkammergericht Red' und Antwort geben, was den Rath veranlaßte, sie am 28. Juni 1531 in ihre eigene Behausung zurückbringen zu lassen. Dadurch verbesserte sich jedoch ihr Loos keineswegs. Bewacht von 12 Mann, wurden sie zusammen in einer kleinen Stube eingesperrt, welche sie niemals verlassen durften, daher sie vorzogen, aus dem engen, mit verpesteter Luft angefüllten Gemach nach 3 Monaten wieder in die Eisen zu kommen. Dort erhielt der ältere Höchstetter für sich ein Stüble, während sein Sohn und sein Neffe „in einem Gcwölble angekettet" den weiteren Verlauf des Prozesses abzuwarten hatten. Wie lange dieser dauern werde, wußte Niemand, auch der Rath nicht, und um darüber die Verhafteten nicht im Unklaren zu lassen, eröffnete er ihnen am 7. Juli 1534, daß sie „auf ihr Lebtag" in dem Heiltgkrcuzthorthurm eingeschlossen bleiben?) Ambras Höchstetter der Aeltere vermochte aber nimmer die ärmliche Lagerstätte zu verlassen. Ein qnal- AmbroS und Joseph Höchstetter erhielten auf kaiscrl. Befehl nach geleisteter Urfehde 1514 die Freiheit. volles Leiben, ihm selbst und seiner Umgebung zur unerträglichen Last geworden — „er hat den Wolf gehabt", berichtet Sender — endete 1534 der Tod. Daß die Mitbürger dem Mann, der bet seinem tiefen Falle viele der Ihrigen in das Elend stürzte, bitter zürnten, ist verzeihlich, und daß auch spätere Generationen sein Andenken durch kein öffentliches Zeichen erhalten wissen wollen, ist begreiflich; aber ihm, dessen Leben nicht ganz ohne Verdienste war und der seine Schuld durch eine fürchterliche Buße sühnte, das Mitleid nicht zu versagen, dürfte eingedenk der Worte des Dichters: „es irrt der Mensch, so lang er strebt" — keinem Tadel begegnen. ---ss-^ss—-- Quellen und Brunnen in Beziehung zur Kunst und Geschichte.*) Von Max Fürst. ^ tNa-druck verboten.) Glaube man ja nicht, daß ich mir den Anstrich gebe, als vermöchte ich das heute gewählte Thema auch nur annähernd zu erschöpfen. Leichter dürfte ein Brunnen auszuleeren sein, ehe ich den Stoff völlig bewältigte, der nun die Quelle unserer Unterhaltung sein soll. Mich quält zunächst nur die eine Sorge, daß ich nicht den rechten Fluß in meine Darlegungen bringen, daß der Born des nöthigen Humors mir nicht genügend sprudeln, daß ich zu viel trockenes oder seichtes, zu viel wässeriges und verschwommenes Zeug vortragen möchte. Für alle Fälle bitte ich, doch ja keine Wasserwaage bei Prüfung meiner Darlegungen anlegen zu wollen. Daß das Wasser LcbenSelement ist, hat man schon zu allen Zeilen gewußt und auch dankbar anerkannt. Zum Lobe des Wassers noch weiteres sagen zu wollen, hieße wirklich, dasselbe in's Wasser tragen. Ohne dasselbe gibt es ja keine menschliche Existenz, und die Gelehrten haben daher vollkommen Recht, wenn sie sagen, daß „der Mann im Monde" ein Unding sei, weil es eben dort niemals etwas zu trinken geben kann. Wenn völlig materielle Gesichtspunkte schon das flüssige Element so schätzen lernen, so hat speziell die Kunst alle Ursache, dem Wasser ihre Huldigungen nie zu versagen. Entstieg demselben doch die schönste und herrlichst gestaltete aller Göttinnen: Venus Anadyomene. Was war daher naheliegender und begreiflicher, als daß die Verehrer deS Schönen stets mit Vorliebe nach dem Wasser schielten, wie dieses weiland schon der schöngeistige und dennoch sehr praktische Jüngling Narcissus gethan, der bei dieser Gelegenheit den billigsten Spiegel kennen lernte, in dem er sich leider allzu sehr selbst bewunderte, was übrigens viele in Narciß' Jahren stehende Herren und Damen auch ohne Spiegel mühelos zu Stande bringen. Kein Mensch, der Sinn und Verständniß für die Schönheiten der Natur hat, wird den eigenartigen Reiz verkennen, der über dem Spiegel eines frei vor uns liegenden See's oder über dem mooSumrahmten Spiegel einer stillvrrborgencn Quelle gelagert ist. Zunächst haben Quellen immer etwas träumerisch Geheimnißvolles, und sie regen ganz besonders zu poetischem Empfinden an. Quellen spielen daher keine geringe Rolle in den Liedern *) „Car neu als-Plauderei", gehalten am 17. Januar in der Abendversammlnng des historischen Vereins von Ober- bayern. 130 der Dichter. Mit welch' sentimentalen Gefühlen haben wir in unserer Jugend nicht oft citirt: „An der Quelle saß der Knabe." Seit wir älter und nüchterner geworden, sehen wir freilich vielfach von diesem Knaben ab, indem wir wissen, daß auch alte Knaben gerne an den Quellen sitzen. Um kein Mißverständniß aufkommen zu lassen, meine ich hierunter zunächst die Gelehrten, besonders die Historiker, die ja mit Vorliebe an den Quellen sitzen, auch wenn dieselben manchmal sehr trocken sind. Man rühmt uns da vor allem die Herren Waitz und Wattenbach, welche sich namentlich um die Zugänglichkeit deutscher Quellen sehr verdient gemacht haben. Mir obliegt hier die ehrende Pflicht, auch eines anderen Quellenforschers, unseres bayerischen Landsmannes Jos. Beraz, zu gedenken, der, wenn er auch kein Gelehrter war, dennoch die Geheimarchive der Erde kannte und Quellen gefunden hat, wo sie der Verstand des Verständigsten nicht zu suchen gewußt hätte. Bei Nutzbarmachung seiner Funde konnte unserem Beraz allerdings die sonst so viclvermögende Buchdruckerpresse weniger Dienste leisten, als es zumeist die hydraulische Presse zu thun im Stande war. Das höchste Ansehen, sogar den Nimbus des Heiligen, genossen im Alterthume die Quellen größerer Flüsse und Ströme. Bei dem Streben der Alten, alle wichtigen Erscheinungen zu personificiren, war es selbstverständlich, daß Hiebei auch die Quellen nicht zu kurz kamen. Indem aus den Urnen lieblicher Najadcn der Ströme Silber- schaum entsprang, wie uns noch ein späterer Dichter versichert, so hatten die antiken Bildhauer Gelegenheit genug, liebliche Najadcn, Fluß- und Stromgötter in all ihren Rangstufen zur Darstellung zu bringen. In Beziehung auf plastische Personification der Ströme gilt nun merkwürdiger Weise auch das bekannte Wort: Die Ersten werden die Letzten werden. Erst als das alte Heiden- thum mit seinen unzähligen Symbolen und Verkörperungen vom Strome der Zeit hinweggeschwcmmt worden war, fing man an, die Gestalten der vier Paradiescs- ströme, denen früher derartige Aufmerksamkeit versagt geblieben war, in sinniger Weise an den Sockeln christlicher Taufbecken anzubringen. Vor Kurzem ist den erwähnten vier Flüssen abermals eine plastische Ehrung, nämlich an dem Brunnen vor der neuen St. Annakirche in München, zu Theil geworden. Geschmeichelt hat übrigens der Bildhauer den Herren Phison, Gehon, Tigris und Euphrat hier schwerlich; dieselben schauen so bitter und griesgämig aus, als hätten sie in ihrem Leben niemals sonnige Gefilde und heitere Tage gesehen. Wie heidnisch-antike Vorstellungen mehrfach in die christliche Kunst herübergeflosscn, bezeugen am besten die alten Darstellungen der Taufe des Herrn, auf denen nicht selten der Flußgott Jordan gravitätisch in der Ecke sitzt, um mit den seiner Urne entquellenden Wellen die Füße des Täuflings zu umspülen. Die prächtigste Personifikation, die nach meinem Wissen je ein fließendes Wasser erhalten, ist dem mächtigen Strome Aegyptens, dem befruchtenden Nil, geworden. Die im Lraooio unovo des Vaticans befindliche Colossalfigur des genannten Stromes erstellt schon durch die Zuthaten, welche an derselben sich zeigen. Die amorettenartig gestalteten Kinder, die so traulich, ja fast zudringlich an und auf dem wohlwollenden Flußgotte herumkrabbeln, erinnern — modern gedacht — fast ein wenig an die Herren Engländer, die bekanntlich am Nil seit Jahren mehr sich zu schaffen machen, als anderen Verehrern des werthen Stromgebietes lieb und zulässig erscheint. Aehnlichem Liebeswerben ist in früherer Zeit ja auch der Vater Rhein, der ebenfalls schon öfters bildliche Verkörperung gefunden hat, ausgesetzt gewesen. Weil, wie männiglich bekannt, der biedere Alte Wein und Gesang besonders liebt, so haben gallische Sirenen schon öfters in perfider Weise ihn zum Treubruch an seiner rechtmäßig angetrauten Ehefrau Germania verleiten wollen. Das wälsche Gekose hat nun, so Gott will, glücklicherweise für immer ein Ende, seitdem deutsche Hände — allerdings nicht mit weichem Pastellstift — ihren ehrlichen „Sammel- vermerk" aus der linken Nheinseite gar kräftiglich an die Wälle von Metz und Straßburg geschrieben haben. Seit der Nheinstrom für Deutschland keine Grenze mehr bildet, hat bekanntlich auch die früher so viel betonte Mainlinie ihre politischen Ecken und Kanten verloren. Möchte sie doch dafür als Wasserstraße im Gebiete des Handelsverkehrs jene Bedeutung gewinnen, die der mnthige bayerische Kanalvecein unentwegt anzustreben sich müht! Wenn man sieht, wie auf dem von L. Schwanthaler entworfenen herrlichen Kanaldenkmal, welches König Ludwig I. bei Erlangen errichten ließ, Herr Main und Frau Donau so genügsam beisammensitzen und einander so liebhaben, so darf man als guter Bayer trotzdem nicht wünschen, daß es immer so bliebe, denn es ist ja kein Geheimniß mehr, wir sehr die sonst so friedliche Ehe der Genannten häufig schon durch bittere Nahrungssorgcn getrübt worden ist. Nüchterne praktische Leute haben daher ganz Recht, wenn sie sagen, man solle nie Zwei zusammenheirathen lassen, wenn sie nicht das gesicherte nöthige Auskommen haben. Uebrigcns ist bei der Anfang der 40er Jahre herrschenden kgl. bayerischen Negierungsmaxime die Ver- ehelichung von Main und Donau einer der wenigen Fälle gewesen, in denen es zwei Heirathslusligen gelungen ist, ohne den Ausweis genügender Subsisienzmittel den erbetenen EheconscnS zu erhalten. Bei den Wasserläufen und Flüssen geht es häufig ähnlich wie bei den Menschen: am ungezwungensten und am wenigsten belastet sind beide Theile in ihrer Jugend. Jnsoserne haben auch die zwei reizenden marmornen Schwestern Brigach und Breg, welche im lauschigen Schloßgarten zu Donaueschingen die Donauquelle versinnbildlichen, volles Anrecht, ihres schönen jugendlichen Daseins sich zu freuen. Bildhauer Reich, der Schöpfer der prächtigen Quellgestalteu, hat es wohl verstanden, das träumerische Behagen dieser zarten Nymphen zu anziehendem Ausdrucke zu bringen. Man sieht es den beiden Fräulein an, daß sie nicht die leiseste Ahnung haben von all' den zuwider» Dingen, die längs des Donaulauses sich abspielen, wo nicht erst tief unten in der Türkei, sondern oft schon weiter heroben, in Cis- und Transleithanien, die Völker — wenn auch gerade nicht mit Knütteln — doch mit allen parlamentarischen und unparlamentarischcn Mitteln wuchtig aufeinauder- fchlagen. Nicht alle bedeutenden und interessanten Quellen haben ihre künstlerische Personification gefunden. Bei mancher derartigen Aufgabe hätte sich der Bildhauer an sich schwerer gethan, als etwa der Maler, welcher mit seinen Mitteln zum Beispiel den berühmten Blautopf bei Blaubeuren doch sehr leicht zu charakterisiren vermöchte. Im Uebrigen gilt, was von der Jugend gesagt wird, auch von der Quelle: sie schmückt sich selbst am besten. An Heilquellen, in berühmten Bädern und der- 131 gleichen Orten erfährt man am deutlichsten, wie das zuviel Gezicrtsein und Geziertthun nicht dazu beiträgt, den etwa dort nothwendigen Aufenthalt anziehend und gemüthlich zu machen. Mancher Heilsuchende hat nach solch üblen Wahrnehmungen sein Heil thatsächlich wieder in der Flucht gesucht. Allerdings kann darob die eigentliche Nymphe der Quelle ihre Hände in Unschuld waschen; die in ihrer Umgebung sich ergebenden Auswüchse fallen auch nicht so sehr der Kunst, sondern fast ausschließlich der großen Tyraunin „Mode" zur Last. Diese De- spotin aus dem Gebiete der Quellen und Brunnen zu verscheuchen, dürfte kein kalter Wasserstrahl stark genug, keine Therme und kein Sprudel heiß genug erscheinen. Den berühmtesten Sauer- und Bitterbrnnnen der Welt bleibt da nichts anderes übrig, als einfach zum bösen Spiel süße Miene zu machen. Glücklicher Weise zeigt sich an den Heil- und Kurplätzen doch nicht immer ein so böser Stern, als wie er im letzten Sommer in einem untersränkischcn Bade nicht auf- sondern eingegangen ist. Wenn der vielgenannte Amerikaner aus dem Morgenlande, der in Kissingen vom Salzwasser ordentlich gekostet haben soll, einigermaßen der deutschen Sprache mächtig ist, dann wird es ihm vielleicht in seinen Mußestunden gelingen, einen bekannten Spruch etwa mit „sau're Wochen, — Frohn-feste" verständnißinnig zu übersetzen.- Daß die Brunnen vielen Menschen, besonders der ländlichen Jugend, so lieb und werth, erklärt sich, wenn man bedenkt, wie viele Liebschaften gerade an Brunnen .ihre Anknüpfung gefunden haben. Wer kennt nicht die lieblichen Scenen von Jsaak und Nebekka, von Jakob und Rachel, welche uns die Bibel so anziehend schildert. Auch Moses, der, ob seiner wuchtigen Beziehungen zum Wasser, im Mittelalter besonders gerne als Brunnenfigur gewählt worden ist, lernte seine Braut Sephora bekanntlich an einem Brunnen kennen. Fast keines der vielen Schäfcrspiele der Barockzeit kann der Quelle oder des Brunnens entbehren; in Theorie und Praxis, in Kunst und Leben hat Liebenden der Brunnen stets als freundliches Palladium gegolten. Es ist gewiß interessant, daß Tizian in seinem be- rühmten und vielcommcntirtcn Gemälde „Die irdische und die himmlische Liebe" feine herrlichen Gestalten an einen Brunnen gestellt hat. Freilich kommt Hiebei mehr das prachtvolle, reliefgeschmückte Becken als das Wasser zur Geltung, was wohl auch seinen tiefen Grund haben mag. Meistens ist den Liebenden das Wasser ja doch sehr Nebensache, wie wir einem bekannten Volrsliede entnehmen können, in dem es heißt: »Jetzt gang i aus Bränncle, trink aber nrt." Trotz der angedeuteten lieblichen Bedeutung ist es an den Brunnen nicht immer so gar idyllisch und gemüthlich zugegangen. Auch Haß und Groll haben hin und wieder an sprudelnden Wassern ihre Triumphe gefeiert. An einem Brunnen war's, wo Siegfried, der schon trinken wollte, vom grimmen Hagen die tödtliche Wunde empfing. An einem Brunnen — an dem berühmten Löwenbrunnen der Alhambra — war's, wo säst das ganze Geschlecht der vielbesungenen maurischen Abeuccrragcn von den gegnerischen Zegris hingemorbet wurde. Bemerkenswcrlh ist es, daß man hie und da noch Brunnen trifft, die mit der Figur der Gerechtigkeit oder Justitia geziert erscheinen. Unzweifelhaft ist hier in den Meisten Fällen eine Erinnerung an die alten GerichtS- schrannen gegeben, an jene wichtigen Amtshandlungen, die in Mitte des Schranncnplatzes, in Nähe eines Brunnens, sich abgespielt haben. Bon dem Ernste, der Gerichtshandlungen an sich eigen ist, auch abgesehen, muß damals schon die Person des Richters meist einen sehr furcht- erweckenden Eindruck gemacht haben, wenn dieser anders die in einem Ncchtsbuche des 13. Jahrhunderts enthaltene Weisung beherzigte, welche eindringlich besagte: „Der lichter solle sizen als ein gricsgrimmcnder Löw, vnd soll den rechten Fuss schlagen ober den linckhen." Ungleich gefährlicher und nachiheiliger als ein wirklicher griesgrämiger Löwe hauste im Mittelalter mehrmals jener verhängnißvolle Wahn, welcher beim Ausbruche verheerender Seuchen zumeist Brunnenvergiftung witterte, und in der Suche nach den Urhebern solch' eingebildeter Verbrechen nicht selten zu Gräueln führte, die der Cultur-Historiker nur zu gerne mit „Schwamm d'rüber" behandeln möchte. Es würde zu weit führen, wollten wir der vielen, durch Brunnen ausgezeichneten Stätten gedenken, welche im Laufe der Zeiten zu berühmten Zeugen geschichtlicher Ereignisse geworden sind. Nur an einige Vorkommnisse unseres Jahrhunderts möchte ich kurz erinnern: „Im Garten zu Schönbronnen da liegt der König von Nom", so hat man noch lange nach dem Tode des schuldlosen Sohnes eines schuldbeladenen Vaters in Deutschland singen hören. Wir erinnern an all' die wichtigen Verhandlungen und Vorkommnisse, welche die stolzen Brunnen von Fontainebleau geschaut, als der mächtige Corse dort die Unterwerfung Europas Plante und in dem wasscr- umrauschtm Schlosse es sich zur Lieblingsausgabe machte, die Staatsmänner und Diplomaten aller Länder recht gründlich ein- und unterzutauchen. Es war die rächende Nemesis, daß gerade in diesem Fontainebleau schließlich auch dem Gewaltigen das Wasser an den Hals ging, indem er dort am 11. April 1814 seine Abdankungs- urkimde zu unterzeichnen hatte. Allerdings, Elba und das Mittelmccr erwiesen sich als ungenügend, den Gefurchtsten festzuhalten; erst das Nicsenbecken des Atlantischen Oceans, durch welches man den Geächteten nach dem Eiland von St. Helena führte, reichte aus, um darin die kühnen Träume und Pläne des Titanen für immer zu ersäufen. Wie Vieles wüßten uns ferner nicht die Brunnen und springenden Wasser des Versailler Schlosses zu erzählen. — In dem reizenden, ebenfalls an Wasserwerken reichen Parke von Hellbrnnn bei Salzburg, auf welchen der von deutschen Kaisersagen umwobene Untersberg majestätisch nicderschcmt, findet sich u. a. eine Grotte, in der, von kräftigem Wasserstrahl getragen, eine Krone zur Höhe schwebt. — Auch über den Wassern von Versailles hob sich am 18. Januar des Jahres 1871 vor den Angcn der staunenden Welt eine Krone — die herrlich erstrahlende Kaiserkrone des neuen deutschen Reiches. — Die Wendung, die unser Vortrag genommen, hat uns ernst gestimmt. Wir fühlen eben, daß die Weltgeschichte wohl Ironie kennt, niemals aber Spaß versteht. Wenden wir uns von großen geschichtlichen Ereignissen nun wieder niedlicheren Dingen zu. Wie schon erwähnt, haben die berühmtesten Bildhauer aller Zeiten dem Wasser ihren künstlerischen Tribut gezollt und be- sonders in mannigfacher Brunnenzier die Mit- und Nachwelt nicht selten zu Staunen veranlaßt. Schon die griechische Mythe erzählt uns, daß Danaos die ersten Cisternen und Brunnen geschaffen habe. Wie es so oft im Leben geht, haben bereits die Kinder des Danaos zerstreut, was der Vater mühsam gesammelt. Der Keim zum Sprichworts „Wie gewonnen, so zerronnen" wäre somit in der Familie des Danaos aufzusuchen, denn seine vielen Töchter haben bekanntlich unter der Calamität gelitten, kein Wasser behalten zu können. Glücklicherweise hatte unter der fatalen Thätigkeit der danaidischen Damen kein anderes Wesen zu leiden. Wäre dem nicht so gewesen, dann hätte man wohl, analog einem berühmten klassischen Spruche, recht gut auch sagen können: Fürchtet die Danaiden, wenn sie einschenken! — — (Fortsetzung folgt.) Allerlei. Eine Kriegs-Anekdote. Lieutenant B. vom xten Jägerbataillon sieht einen Soldaten seiner Kompagnie aus einem Kramladen Villejuifs kommen und hört, wie dieser über „die Dummheit der Malefiz- Franzosen" raisonnirt. B. fragt den Jäger, was er denn in dem Laden habe kaufen wollen: „a Salz, Herr Leutnant, und segn's, die Kerl habn g'wieß gnua und walln wer nur kanS geben. Ich Habs lOmal g'sagt, — a Salz, a soa Salz zum Salzen möcht i, nit amol verstanden habn sie's, wenn ichs noch so laut g'schrien hab." Lieutenant B. nimmt ein Blatt Papier aus seinem Taschenbuch und schreibt darauf „äu ssl". „So, da stehts drauf, was Salz auf französisch heißt, jetzt werden sie's verstehen." „Ich dank' g'horschamst, Herr Leutnant." Andern Tags fragt B. den Soldaten, ob er sein Salz erhalten. „Net gleich, Herr Leutnant, die haben a nit recht französisch verstanden; ich hab LOmal gsagt, an „Dusel" will ich, und die Lampel haben mich nit verstanden; erst wie ich gsagt hab „Jetzt hau i aber gleich euer ganz Malefizglump z'samm" und hab so a bisse! mit der Faust auf'» Tisch klopft, da derwischt der oan den Zettel — nachher habnS wer gleich a Salz geben." Ein gutes Anlagekapital. „Bei einem Duell zwischen einem Rentier und einem Lieutenant erhält ersterer einen Schuß in die Brust. Der Arzt, der den Getroffenen untersucht, findet zu seinem Erstaunen, daß die Verletzung ganz unbedeutend, da die Kugel an einem in der Westentasche befindlichen Goldstück abgeglitten. Indem er dem Rentier auf die Schulter klopft, ruft er lächelnd aus: „Hören Sie, mein Lieber, Sie verstehen es aber ganz vorzüglich Ihr Geld zu plaziren." » Fatale Wendung. „Meine Frau hat, da wir plötzlich Besuch erhielten, eine kleine häusliche Festlichkeit in Aussicht genommen! Haben Sie für heute Abend schon etwas vor, Herr Kamerad?" — „Nein, Herr Hauptmann! Stehe zu Diensten!" — „Dann sind Sie wohl so gütig und — halten der Kompagnie um 8 Uhx den Vortrug, den eigentlich ich halten sollte!" Ä»>8 seinem Kerzen. Was da kommt aus Seinem Herzen, — Sei cö Leben oder Tod, Bring' eS Freude oder Schmerzen — Ist das Eine, was mir noth l Warum soll' ich denn noch klage»? Kenn' ich doch das Herz des Herrn, Das aus Liebe pflegt zu schlagen, Das in: Leide nie mir fernl Was da kommt auö Seinem Herzen, — Sei es Armuth, sci's Gewinn, Wohlsein oder Krankheitsschmerzen, — Alles nehm' ich willig hin; Weiß Er doch am allerbesten, WaS zu meiner Seele Heil, Denn ihr Glück ist oft am größten, Wenn das Kreuz ihr täglich' Theil! Was da kommt aus Seinem Herzen, — Sei eö Liebe, sei eS Leid, Ruhe oder Scelcnschmcrzen, — Ist mir recht zu jeder Zeit! Niemals will ich selber wählen, WaS Er will, ist meine Wabl, Und an Keinem wird's mir fehlen. Scheint mir Seiner Liebe Strahl! Was da kommt aus Seinem Herzen, — Soll d'runr jederzeit gescheh'n. Müßt' ich auch in bitter'n Schmerzen Einsam durch das Leben gch'n; Wenn das Liebste mich verlassen, Das mir einst zur Seite stand, Will ich um so fester fassen Meines Heilands Herz und Hand! O ich weiß, in Seinem Herzen Wohnt nur Liebe, Lieb' so heiß, Daß sie alle Erdeuschmcrzen Reichlich zu versüßen weiß! Hätt' das Schwerste mich getroffen, Schien' mir aller Trost auch fern, — Dennoch seh' den Himmel offen Ich im Herzen meines Herrn! Und so bleib' in Seinem Herze» Ich bei Tage und bei Nacht, Dieses Lebens Lust und Schmerzen Geb' ich dorten wenig Acht! Was da kommt, ich bin's zufrieden, Wie und wann eö Ihm gefällt, — Wahrlich, so ist mir beschicken Schon der Himmel auf der Welt! Schachaufgabe. Schwarz. Weiß zieht an und setzt mit dem 3. Zuge matt. «SA»