« 20. 1896 . „Augsburger PostMung". Dinstag, den 10. März Für die Redaction verantwortlich: Dr. Theodor Müller in Augsburg. Druck und Verlag des Litterarischen Instituts von Haas -* -« — - - Quellen und Brunnen in Beziehung zur Kunst und Geschichte. Von Max Fürst. (Fortsetzung.) Da die Quellen, deren Wasser nach München geleitet worden, bekanntlich im Gebiete der gefürchteten Haberfeldtreiber liegen, so haben es wohl diese tückischen Wasser mit sich gebracht, daß auf der Stätte, wo sie in monumentaler Form ihren letzten Ausfluß erhielten, auch dem Schöpfer des Brunnens, Herrn Bildhauer Hildebrand, ein förmliches Haberfeldtreiben erblühen konnte. Offen gestanden, sticht auch mich ein wenig der Haber, dem Brunnen, den wir ja schon einmal kurz gestreift haben, noch einige Aufmerksamkeit zu widmen und speciell die zwei in ihm aufgestellten Kolossalfiguren etwas näher aus's Korn zu nehmen. Ich sage ausdrücklich: „auf's Korn", da es ja selbst von Freunden des Brunnenschöpfers, so u. a. von Dr. Hirth, sehr getadelt worden ist, daß Hildebrand den Untersbergermarmor, den er zu bearbeiten hatte, körnig gelassen und nicht polirt habe, was doch — nach Meinung der Herren Kritiker — zur besseren Gesammtstimmung des Brunnens einen wesentlichen Beitrag geliefert haben würde. Wir geben zu, daß so eine Politur der Brunnendame sicher nicht übel angestanden hätte; ob sie dadurch salonfähig geworden, können wir allerdings erst entscheiden, wenn ihre Abkunft sichergestellt erscheint. Hingegen dürfte sich der männliche Brunneninsaffe gegen das Polircn entschieden verwahrt haben; denn daß dieser — ein geborener Rustikus — als grimmer Feind jedes Schliffes angesehen sein will, das lehrt doch der erste Blick, den wir auf ihn werfen. — Schon in einem vor zwei Jahren gehaltenen Bortrage habe ich Gelegenheit gehabt, über Allegorien in der Plastik mich auszulasten. Wenn ich heute gezwungen bin, nochmal darauf zurückzukommen, so trägt Meister Hildebrand die Verantwortung hicfür, weil er es sich angelegen sein ließ, das weite figurale Räthselgebiet noch mit zwei weiteren Gestalten zu belasten. Wir hätten ihm gerne schon von vornherein mit dem Töchterlein in Schiller's „Taucher" flehend zugerufen: Lass', Vater, genug sein des grausamen Spiels! Wer zählt die Fragen, wer nennt die Zweifel, die am Tage der Enthüllung unseres Brunnens in den Köpfen der Münchener auftauchten! Die beiden harten Steinfiguren müssen darüber selbst ein menschlich Rühren empfunden haben, indem sie ja eines schönen Morgens sich anschickten, Farbe zu bekennen. Aber der Lärm in München war Hiebei so groß, daß sie, wieder eingeschüchtert, ihre Geheimnisse schweigsam in sich vergruben. Da nun leider aus den Figuren weiterhin nichts herauszubringen sein dürfte, bleibt nur der eine Versuch, auf der Basis eines Fragebogens, wie solche bei Berufs- und Volkszählungen gebräuchlich sind, Alter, Religion, Heimath und Beschäftigung der Beiden selbst herauszuklügeln. — MS SUMM In den Nolomilen M?"-L WWWD t,i,S»- -M; 'MLZ -Bs.'-L ,«W /'/7MW MU 154 Wenn mir auch einige rasch urtheilende Leute schon andeuteten, daß unsere zwei Figuren überhaupt keine Heimath hätten, so lasse ich deßhalb doch meine Neugierde nicht so rasch in's Wasser fallen. Was nun die Religion des Mannes und der Frau betrifft, so muß dieselbe wohl weit her sein, denn so sehr auch die beiden immer mit Wasser begossen werden, kann dennoch keine Taufmatrikel über unsere Frage genügend Aufschluß geben. Da die Figuren heidenmäßig viel gekostet, so dürften sie am wahrscheinlichsten mit irgend einer heidnischen Confession in Beziehung stehen. Hierüber Näheres zu sagen, möchte am ehesten dem großen Diagnostiker in dieser Sparte, unserem hochverdienten Mitgliede Herrn Professor I)r. Sepp, gelingen. Wir wären ihm für freundlichen Ausschluß um so dankbarer, als ja damit zugleich die Frage über Geburtsort und Alter der Beiden ihre gründliche Behandlung finden würde. Was und wohin der reckenhafte Mann, der seine Ahnen muthmaß- lich unter den Cyklopen suchen dürfte, will, wäre nach seiner ganzen Charakieranlage niemals gutwillig aus ihm herauszubringen. „Gegen die Seestadt Venedig" reitet dieser Sprößling Hildebrand's sicherlich nicht, dazu hätte er schon zu wenig Reisegepäck bei sich; daß er aber „wuth- entbrannt" ist, das beweist nur zu deutlich der gewaltige Stein, den er drohend erhoben. Das Bewußtsein scheint der muthige Mann jedenfalls zu besitzen, daß er in keinem Glashause wohnt. Da nun derjenige, der mit Steinen wirft, in der Regel nicht aufbaut, sondern zerstört, so wissen wir auf einfach empirischem Wege, daß unser Brunnenheld nur ein Zerstörer sein kann. Weil nun in nächster Nähe unserer Figur Wasser sich ergießt, so ergänzt in zuvorkommender Weise Meister Hildebrand die uns noch fehlende Erkenntniß mit der keineswegs überflüssigen Mittheilung, daß, laut Weisung seiner künstlerischen Einbildungskraft, besagter Brunnenmann „die zerstörende Kraft des Wassers" zu bedeuten habe. Haben wir uns beim Manne schon ehrlich geplagt, ihm halbwegs das nöthige Verständniß entgegenzubringen, so dürfte es uns bei der Brunnendame ungleich schwerer fallen, ihr annähernd auf den Grund zu kommen. Aus d'eser herauszubringen, was sie für Haupt- und Nebenabsichten hat, ist, um volksthümlich mich auszudrücken, gewiß kein Spaß. Daß die Dame mit der Rechten den Stier beim Hörne faßt, ließe allerdings vermuthen, sie sei sich ihres Zweckes klar bewußt. Anderseits ist aber auch anzunehmen, sie finde in ihrer Existenz selbst einen mächtigen Haken, einen Haken, der noch krummer ist, als das Horn eines Rindviehes. — Die Schale, welche die Frauensperson mit der linken Hand uns entgegcnhält, erinnert ausfällig an die Schüsselchen, die in den Stuben der Geldwechsler im Gebrauche sind. Will nun die Dame geben oder nehmen? Da nach einem bekannten Sprichwort Geben seliger ist als Nehmen, so dürfen wir im Hinblicke auf ihre gutmüthige Miene wohl auch annehmen, daß sie nicht nehmen, sondern geben will. Wir würden ihr übrigens auch das Nehmen oder Sammeln nicht verübeln; könnte sie doch bei der bekannten Gutherzigkeit der Münchener mit dem unausbleiblichen Erlös zu Nutz und Frommen ihres Rückenabschlusscs ihr seltsam spanisches Mäntelchen um etliche Zoll verlängern lassen, was im Hinblick auf die Rauheit der Nordseite gewiß kein Luxus wäre. — Da nun aber die Dame in nobler Selbstvergessenheit einmal gewillt scheint, zu schenken, so kennen wir dieses wohl dankbar an, verhehlen uns aber dabei nicht, daß bei der Kleinheit ihres Geschirres die Gabe nur eine sehr bescheidene sein kann. Die homöopathische Dosis, die unsere Brunnenfrau bietet, steht sehr im Gegensatze zu der Gabenfülle, welche sonst Wassergottheiten und Allegorien zu reichen Pflegen. Ich erinnere nur an den berühmten Tafelkessel des verehrten Gottes Acgir, der nach Versicherung eines hochnordisch-mythischen Aichmeisters die respektable Tiefe von einer Meile gehabt hahen soll. Daß es, wenn dieser Kessel geleert wurde, meist sehr voll und toll zuging und die ganze Tafel- gesellschaft aus Rand und Band gerieth, können wir glauben, auch ohne daß die Edda darüber peinliche Details zu erzählen brauchte. Man kann da so recht sehen, was Ueberfluß und Ueppigkeit für Uebel und Unheil anzurichten vermögen. Da nun im Haushalt der Natur doch meistens ein weises, unnützem Verschwenden abholdes Walten sich zeigt, so hat wohl Bildhauer Hildcbrand zunächst diese Thatsache im Auge gehabt, als er unsere Brunnenspenderin mit dem niedlichen, winzigen Gefäße ausstattete. Wahrscheinlich hat er nebenbei auch an den Spruch gedacht: „In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister", und um nun allseits als Meister zu erscheinen, hat er nicht nur besagtes Geschirr, sondern gleich die ganze Brunnen-Idee und Auffassung so beschränkt und knapp gehalten, daß wir schließlich auch in Betreff der zweiten Figur an den Meister uns wenden müssen, um die authentische Versicherung zu erhalten, daß dieselbe die belebende und befruchtende Kraft des Wassers bedeute. Bei allem Forscherfleiß ist es mir nun leider doch nicht geglückt, die völlige Erklärung der beiden Hildebrand'- schen Colossalfiguren allein bieten zu können. Man wird mir aber gütigst zugestehen, daß ich doch wenigstens sehr nahe hin gerathen habe. Beunruhigen würde es mich nur, wenn der eine oder der andere meiner verehrten Zuhörer den leisen Vorwurf für mich in xstbo hielte, ich hätte von dem Goethe'schen Rathschlag: Im Auslegen seid frisch und munter. Legt ihr's nicht aus, so legt was unter, einen allzu kühnen, ausgiebigen Gebrauch gemacht. (Schluß folgt.) —SÄMcs- An Maria. O Mutter mit dem Jesukinde, Das jedes Leiden uns versüßt Und uns erlöst von Tod und Sünde: Sei, milde Jungfrau, uns gegrüßt! Sieh aus dem Himmel deiner Freuden Auf uns herab mit Mutterblick, Die wir im Thal der Zähl' und Leiden Uns sehnen nach des Himmels Glück! Bitt', daß nach deinem schönen Bilde Stets heilig unser Wandel sei, « xr Voll Unschuld, Demuth, Sanftmuth, Milde, In allem Gottes Wille treu. Dann zeigest freundlich du einst droben Im Vaterland uns deinen Sohn; Und er, der dich so hoch erhoben, Reicht dann den Kranz auch uns zum Lohn. Die Wallfahrt Steinbach Lei Grönenbach. (Mit Illustration.) (Nachdruck verdorr,..^ Zwischen Memmingen und Kempten, am Rande eines weiten Hochplateaus und fast unmittelbar am linken Ufer der Jller, unweit des schönen Ortes Lautrach und gegenüber dem hochgelegenen, die Gegend beherrschenden Schlosse Kronburg, nahe der württembergischen Grenze liegt das sehr alte Dorf Stcinbach.*) Dasselbe gehörte schon im 12. Jahrhundert mit seiner dem hl. Ulrich geweihten Kirche dem ehemaligen Prämonstratenser-Stifte Roth oder Mönchsroth, Oberamts Leutkirch, im heutigen Königreich Württemberg, und soll der Chronik der Truch- sessen von Waldburg zufolge vorher dem Berchtold von Laupheim, einem Vasallen des Grafen von Hochenberg, zugehörig gewesen sein.**) Abt Konrad von Roth ließ 1510 die Pfarrkirche zu Steinbach neu erbauen, und wurde dieselbe im Jahre 1519 von dem Weihbischofe Melchior von Konstanz zu Ehren des hl. Ulrich und der hl. Verena eingeweiht. Im Jahre 1723 erhielt die Pfarrkirche eine Partikel des hl. Kreuzes von dem Abte Herrmann zum Geschenk, welche an den Freitagen zur öffentlichen Verehrung ausgesetzt wurde. Einige Jahre später wurde ein großes hölzernes Kreuz über dem Hochaltare der Kirche aufgestellt, welchem bald darauf die Statuen der schmerzhaften Gottesmutter und des heiligen Johannes folgten. Die Statue der Mutter Gottes stammte aus der Kloster- kircheMönchsroth, und war es vorzüglich diese Statue, wegen welcher die Pfarrkirche zu Stetnbach von Wallfahrtskirche Ktetnkach. stoß erregenden Andachten und die überschwängltche Verehrung des Gnadenbildes. Das hierwegen erlassene Dekret aus Konstanz vom 4. Dezember 1730 drang auf Entfernung des Marienbildes; das Stift Noth aber ließ diese Sache nicht beruhen, sondern wendete sich an die päpstliche Nuntiatur in Luzern, welche nach durchgeführter Untersuchung und auf Grund der von den in der Nähe Steinbachs angestellten Geistlichen und Beamten eingeholten Zeugnisse am 1. April 1733 zu Gunsten des Stiftes entschied und die Belastung der Muttergottes- Statue in der Kirche zu Steinbach erlaubte. Nunmehr sah sich auch das bischöfliche Ordinariat von Konstanz veranlaßt, die Vorgänge in Stcinbach einer genaueren Untersuchung zu unterziehen, und ernannte hie für eine eigene Kommission, welcher auch zwei Kunstverständige zur Untersuchung des Gnadenbildes, nämlich die Maler Martin Zink von Kempten und JosephFörg vonAichstetten, beigegeben waren. Die Kommission kam am 7. September 1733 in Steinbach an. Nach eidlicher Vernehmung von über hundert Zeugen, deren Name, Stand und Wohnort sich getreu aufgezeichnet finden, erklärte diese Kommission die Wahrheit der geschehenen Wunder als erwiesen. Das auf die Ergebnisse dieser Untersuchung sich gründende ober- hirtliche, von dem Bischöfe Johann Franz von Konstanz, nachmals auchBischof von Augsburg, unterzeichnete eingehende Dekret vom 19. Dezember 1733 findet sich im Sulzbacher Kalender für katholische Christen, Jahrgang 1853 Seite 98, in seinem ganzen Wortlaute abgedruckt. Das Kloster Mönchsroth erbaute nunmehr auch eine einer sich immer mehrenden -Aufnahm. °°n s. B°°der. PH°.°g°°P»Im «rumbach. iB°rMEMguns-r-ch. °°.b-h.l^eue größere Pfarrkirche, Zahl Andächtiger besucht wurde, um so mehr, da auch Erzählungen von wunderbaren Gebetserhörungen und plötzlichen Heilungen körperlicher Gebrechen und Leiden laut wurden. Daß sich hiedurch die Pfarrkirche bald zu einer förmlichen Wallfahrtskirche umwandelte, darf nicht Wunder nehmen; aber gegen dieselbe erhoben sich alsbald Klagen bei dem bischöflichen Ordinariate Konstanz, welchem die Pfarrei Steinbach damals unterstellt war, über die AnDasselbe ist vom Markte Grönenbach aus auf gutem, ausfichts- und abwechslungsreichem Pfade in leicht 2 Stunden zu erreichen. **) Nach Andern gehörte es den Edlen von Wildenberg und ging von diesen an das von denselben im Jahre 1126 gestiftete Kloster Roth über. (Bavaria.) welche im Jahre 1753 vollendet wurde. Diese Kirche, welche mit sehr vielen Fresken geschmückt ist, enthält auch eine bedeutende Arbeit des fürstlichen Hofmalers Franz Georg Hörmann aus Kempten, welcher den Plafond des mittleren Schiffes mit einer großartigen und eigenthümlichen Zusammenstellung des Alten und Neuen Testamentes schmückte. Die Wallfahrt blieb seither immer in Aufnahme. Es werden jährlich etwa 40,000 hl. Kommunionen ausgetheilt und über 12,000 hl. Messen gelesen. Vor Aufhebung des Stiftes Roth waren fünf Geistliche an der Wallfahrtskirche angestellt, jetzt sind es deren noch drei. — 156 — Allerlei. Die größte Entfernung, auf die hin die Menschenstimme je gehört worden ist, beträgt, so wunderbar das klingt, 30 Kilometer (4 geographische Meilen). Das war in dem Grand Canon (Felsenschlucht) von Colorado, wo ein Mann den Namen „Bob" an dem einen Ende laut ausrief und an dem andern deutlich verstanden wurde. — Lieutenant Foster, Theilnehmer an Peary's dritter Nordpolexpedition, fand, daß er mit einem Manne auf der anderen Seite des Hafens Bowen auf eine Entfernung von 2 Kilometern sprechen konnte. Sir John Franklin erklärte ebenfalls, daß er sich bequem auf 1*/z Kilometer weit mit Anderen unterhalten habe. — Doctor Aoung berichtet, daß bei Gibraltar die menschliche Stimme 16 Kilometer weit hörbar gewesen sei. — Der Schall wird vom Wasser besonders kräftig fortgeleitet. Bei Versuchen im Genfer See schätzte Colladon die Vernehmbar- keit einer untergetauchten Klingel auf etwa 100 Kilometer. — Franklin behauptete, das Aneinanderreiben von zwei Steinen im Wasser 800 Meter weit gehört zu haben. Dicht über dem Wasser oder einer Eisfläche wird der Schall mit großer Kraft und Klarheit fortgeleitet. Doctor Hutton erzählt, daß er an einer ruhigen Stelle der Themse bei Chelsea eine Person auf 42 Meter Entfernung deutlich vorlesen hörte, während das auf dem Lande höchstens bis 23 Meter weit möglich ist. — Professor Tyndall beobachtete im Gegentheil auf dem Montblanc, daß ein Pistolenschuß nicht stärker schallte, als ein aus der Flasche springender Champagnerpfropfen. Personen in einer Ballon- Gondel können Leute von der Erde aus noch weit länger hören, als sie sich den Leuten unten vernehmbar machen können. * Der schnellste Eisenbahnzug der Welt ist der Empire State Erpreß der New-Iork Central and Hudson River-Bahn. Er legt die 229 Kilometer betragende Strecke New-Iork-Albany in 2 Stunden 40 Minuten zurück, mithin erreicht er auf dieser Distanz eine Geschwindigkeit von 85,5 Kilometer per Stunde. Auf der darauffolgenden Strecke Albany-Utica, im Ganzen 380,4 Kilometer, erreicht er eine Schnelligkeit von 88,9 Kilometer. Auf der ganzen Strecke New-Aork-Buffalo beträgt seine durchschnittliche Geschwindigkeit 86,72 Kilo- meter per Stunde, den Aufenthalt auf den Stationen abgerechnet. Nur wenig langsamer ist der Nachtzug, der sogenannte Scotch Expreß, der in 7'/z Stunden von King's Croß nach Edinburg fährt. Er erreicht eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 86,56 Kilometer per Stunde. * „Die Liebe gleicht alles aus." Baron: „Elfe, ich liebe Dich." Sie: „Ich begreife nicht, wie Du mich lieben kannst. Du hast einen vornehmen Namen, und ich besitze nur meine Mitgift von einer Million." — Er: „Die Liebe gleicht alles ausl" Treffend. Gast zum Kellner, der ihm ein Glas Bier bringt, welches mehr Schaum als Bier enthält: „Kellner, ich will mich nicht rasieren, ich will Bier trinken." * Boshaft. Herr scher auf sein Flaum - Bärtchen sehr stolz ist): „Liebe Cousine, wie finden Sie meinen Bart?" — Cousine: „Ich finde ihn gar nichtl" Zu unseren Bildern. Vvuli, da kommen stet Zu den ersten Vorboten des herannahenden Frühlings gehört auch die Waldschnepfe, die dann auf ihrem „Strich" vom Süden nach Nordeuropa, wo sie am häufigsten brütet, unsere Gegenden berührt, um im Herbste wieder in die warmen Länder, vorzüglich nach Südeuropa, zurückzukehren. Die Schnepfen ziehen meistens nur Nachts, am liebsten bei Mondschein, und halten sich tagsüber in feuchten, lichten Waldungen, jungen Birkenbeständen u. dgl. auf. Da das Wildpret der Schnepfen sebr fein und wohlschmeckend ist, so wird ihnen eifrig sowohl mit Flinten als mit Schlingen und Netzen nachgestellt. Die Gedärme der Schnepfen enthalten in der Regel große Mengen Eingeweidewürmer, mit denen sie zusammengehackt und mit Gewürzen versetzt auf Brodschnitten gebacken und als Leckerbissen (Schnepfen- dreck) genossen werden. Alle zur Familie der Schnepfen gehörigen Vögel charaktcrisiren sich durch einen auffallend langen Schnabel und haben ein mehr oder weniger braunes, theils licht, theils dunkel gefärbtes, gestocktes oder gebändertes Gefieder. Ihre Nahrung besteht aus Insekten, Mollusken, Würmern, die sie aus sumpfigem und schlammigem Boden hervorholen. Die Schnepfen sind zum Theil nächtliche Thiere, leben paarweise, sind Bodennister und legen vier gelblich- oder grünlich-braune, dunkelgefleckte Eier. _ In den Dolomiten. Von Jahr zu Jahr wächst die Zahl der Bergsteiger von Passion, denen die Dolomiten Südtirols als das gefährlichste und gerade deßhalb erstrebenswertheste Ziel ihres Sportes erscheinen. Dolomit oder Bitterkalk nennt man eine Gesteinsart, die sich vom Kalk nur durch einen höheren Gehalt an Magnesium unterscheidet. In großer Menge treten Gebirge dieses Gesteins, Dolomiten, vielfach in höhlenreichen Felsformen, mit zerrissenen, ruinenähnlichen Contouren in der Gegend von Altenstein und Liebenstein im Thüringischen, dann in der fränkischen Schweiz bei Muggendorf und Streitberg, vor allem aber in den Kolossen Südtirols auf, in dem landschaftlich berühmten Fassa- und Ampezzothal. In vielen der Dolomitablagerungen hat man wohl auch ehemalige Korallenriffe zu erblicken. Das Fassathal, die oberste Stufe des vom Avisto durchflossenen Thals in der tirolischen Bezirkshauptmaunschaft Cavalese, ist von den schroffen Dolomit- und Porphyrgipfeln der Marmolada (3494 w), des Langkofls (3179 m) und des Rosengartens mit dem berühmten Winklerthurm (2780 m) umgeben, während das eigentliche Ampezzothal, etwa 15 Lm lang, sich in südlicher Richtung von der Peutelsteiner Klamm bis zur italienischen Grenze erstreckt. Das Ampezzothal, das eine gute Poststraße, von der Bahnstation Toblach bis Eonegliano, 112 km lang, durchzieht, schließt viele der herrlichsten Bilder ein. welche die Alpen überhaupt auszuweisen haben. Für die Hochtouren auf den Monte Cristallo, den Sorapiß und zu dem unvergleichlichen Misurinasee (1796 mt bildet der im Ampezzothal gelegene Ort Schluderbach (1441 m), der auch als Sommerfrische viel besucht wird, den Ausgangspunkt. Nikd-r-KSthsek. Auflösung des Ergänzungsräthsels in Nr. 19: vorn, Idee, Lris, Teno, Lger, Imst, Irux, vanu, vigi. Die Zeit bringt Rosen. --KZRZS- —