M 78. Ireitag, den 18. September 1896. Für die Redaction verantwortlich: vr. Theodor Müller in Augsburg. Druck und Verlag des Literarischen Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg (Vorbefitzer vr. Max Huttler). Ein furchtbares Geheimniß. Dem amerikanischen Originale der Mrs. Mary Agnes Flemming nacherzählt von LinaFreifrau v.BerlePsch. < Fortsetzung.) 3. Kapitel. Wie sie sich trafen. Miß Stuart begab sich zurück ins Arbeitszimmer, in dem sich über ein Dutzend junger Mädchen befanden. Diese bemerkten nicht, daß sie bleicher war als gewöhn» lich; auch ihr Schweigen fiel nicht auf, sie waren daran gewöhnt. Edith hielt alle in würdevoller Entfernung und war zudem bei Madame Mirabeau und der Vorarbei- terin beliebt. Folgerichtig konnten die Gefährtinnen sie nicht leiden, ihnen war ihr schweigsames, abgeschlossenes Wesen zuwider. Eine Atmosphäre des Geheimnisses umgab sie. In all' dem Gewühle war sie wie ein Fels im Meer. Aeußerlich hatten die zehn Monate sie wenig, innerlich war sie sehr und schwerlich zum Besten geändert. Lang und bitter hatte sie gekümpft, bis sie den sicheren Hafen gefunden. Monatelang trieb sie ohne Steuer und Compaß, ohne Lotsen umher auf dem men- schenumwogten London. FreundloS und allein war sie gekommen mit wenig Geld und Kenntniß des Stadtlebens. Eine Wohnung fand sie leicht und suchte nun Stellung als Erzieherin und Gesellschafterin. Dutzende wurden in den Zeitungen verlangt, sie aber hatte keine Referenzen, und alle Thüren schlössen sich vor ihr. Jung, hübsch, ohne Empfehlungen, Geld oder Freunde, wie sollte es ihr gehen? Die geringe Baarschaft war bald verausgabt, sie versetzte ihre Juwelen und Kleider. Bleich, hohläugig wurde sie in der schrecklichen Zeit, schwarze Verzweiflung erfaßte ihr Gemüth. Sollte sie dienen oder verhungern? Selbst als Zofe bedurfte sie Zeugnisse. In solch' dunklen Stunden las sie Madame Mirabeau's Gesuch um Arbeiterinnen und wandte sich an sie. Geschickte Mädchen brauchte diese; sie wurde angenommen. Wochenlang hielt man sie in strenger Aufsicht, dann war man überzeugt, daß sie keine Absicht hege auf die kostbaren Stoffe und werthvollen Spitzen der aristokratischen Kundschaft, daß sie wirklich Arbeit wolle und vollbrachte. Sie erwies sich so anstellig, geschickt und geschmackvoll, daß Madame Mirabeau sich schmeichelte, einen Schatz gefunden zu haben. Im Laden zu bedienen, weigerte sie sich entschieden. „Ich habe Gründe, mich geheim zu halten", sagte sie offen, „im Laden dürfte ich erkannt werden, und dann müßte ich Sie sofort verlassen." Madame Mirabeau wollte ihre beste Arbeiterin nicht verlieren und gab nach. Die sentimentale Französin dachte, Miß Stuart sei von Rang und verberge sich unglücklicher Liebe wegen vor ihrer Familie. Da aber eine hoffnungslose Leidenschaft dem Kleidermachen nicht im Wege stand, behielt sie das Mädchen, und Edith war nach unsagbar viel Schmerz, Angst und Sorge gelandet. Nun floß ihr Leben öde, sanft und ereignißlos dahin. Den ganzen Tag in der Arbeit, Abends im Sommer gelegentlich einen kurzen Spaziergang, dann begab sie sich, müde an Geist und Körper, sofort zur Ruhe. So war ihr äußeres Leben. Was soll ich von ihrem inneren sagen? Sie selbst konnte keinen Aufschluß geben. Wir bekommen irgendwo Kraft, das Unglück zu ertragen und zu leben. An den Gatten dachte sie nur mit Haß, sie verabscheute ihn. Das Paket- chen Briefe von Rudolf war ihre einzige Freude; sie las sie hundert Mal und betrachtete das Bild, bis das lächelnde Auge, die geliebten Züge überall vor ihrer Seele schwebten. Die Türkisbroche trug sie immer und küßte sie Morgens und Abends. All' das war unrecht, der Begriff aber war ihrem Geiste nicht klar, sie wußte nur, daß sie Rudolf liebte. Wie oft dachte sie an das, was hätte sein können. Rudolf arm, aber sie sein eigen, ihm vermählt, er arbeitete für sie, sie that das Ihre, um ihr Loos behaglich zu machen und ihn glücklich. Solchen Bildern hing sie nach, bis sie zur Qual wurden, und immer wieder erklangen in ihrem Herzen die Worte: „Was immer Dir das Leben bringe, mich darfst Du nicht tadeln." Die Zeit hat ihr Einsamkeit, Armuth und Verzweiflung gebracht — durch ihre Schuld; das war der bitterste Gedanke. Sie hatte die Armuth gefürchtet und deshalb sich und ihr Herz verkauft, und nun hatte ungeahnte Armuth sie befallen. Wäre sie wahr gewesen gegen sich selbst, wie glücklich wäre sie geworden? Znm Glück war sie meist zu müde, um zu denken. Bis zu Jnez' Besuch hatte sich in ihrem gleichförmigen Dasein nichts ereignet. Nun war ihr Herz voll bitteren Tumultes; alles Sanfte, Vergebende ihres Wesens schien erstürben, ihr Mann hatte sie schmählich beleidigt, was lag daran, wenn er starb? Dann war sie frei! An dem Abend wurden die Arbeiterinnen länger als gewöhnlich zurückgehalten, und als endlich die Feierstunde schlug, regnete und dunkelte es. Miß Stuart beachtete es nicht, daß eine verhüllte 594 Gestalt sie erwartete und ihr folgte. Nasch eilte sie dahin und gelangte an eine Stelle, wo sie über die Straße wußte. Wagen und Omnibusse fuhren zahllos vorüber, sie wartete mehrere Minuten, aber keine Unterbrechung machte sich fühlbar. Ungeduldig versuchte sie, die gefährliche Passage zu überschreiten. Es war naß und schlüpferig. Die Kutscher gaben Warnungsrufe. Sie verlor die Geistesgegenwart und streckte die Arme aus, wie um den Wagen abzuhalten. Plötzlich fühlte sie sich erfaßt und hinübergetragen. Am entgegengesetzten Randstein aber traf eine Wagencichse ihren Retter und schleuderte ihn zu Boden. Edith stand unverletzt auf dem Trottoir. Die Menge sammelte sich sofort um den Unglücklichen. Man trug ihn in die nächste Apotheke. Wie betäubt folgte Edith. Ihretwegen hatte der Fremde den Unfall erlitten. Sein Gesicht wurde von Blut und Schmutz gereinigt und — war sie noch betäubt, oder war es Sir Victors Antlitz, blutlos und leichenhaft? Sie stützte sich auf den nahen Tisch. Alles schien sich mit ihr zu drehen. Hatte er bet ihrer Rettung sich den Tod geholt? „Kennt ihn Jemand?" fragte der Apotheker. Niemand antwortete. Der anwesende Polizist schaute scharf auf Edith, deren Züge zu deutlich verriethen, daß sie wußte, wer er war. „Sie kennen ihn, Fräulein, nicht wahr, indem er Sie rettete, geschah ihm der Unfall; wer ist er?" „Sir Victor Chateron." „Dacht' mir's, daß er ein vornehmer Kauz sei. Wissen Sie wo er wohnt?" „Nein", sagte sie mechanisch, „vielleicht trägt er Karten oder Papiere bei sich. Sie glauben doch nicht, daß er todt ist?" Eine Stunde früher hätte sie vielleicht seinen Tod gewünscht, jetzt schien es ihr schrecklich. „Nein, Fräulein, todt ist er noch nicht, obgleich er darnach aussieht. Hier ist seine Visttenkartentasche. „Sir Victor Chateron, Baronet, Fentons Hotel", holen wir einen Wagen und lassen wir ihn heimbringen. Jemand aber muß ihn begleiten; ich kann nicht, hoffentlich können Sie, Fräulein?" „Ist es nöthig?" fragte Edith wiederstrebend. „Versteht sich", entgegnete der Polizist, „der arme Mensch sieht sonderbar aus, und wenn er unterwegs stürbe —" „Ich werde mitgehen", sprach Edith entschlossen. Der Wagen wurde geholt und der bewußtlose Baron hineingetragen. Edith nahm schweigend neben ihm Platz; was konnte sie thun? Es war schließlich mir eine Forderung der Menschlichkeit. „Fürchten Sie sich nicht", tröstete der Apotheker, „er ist nicht todt und wird wahrscheinlich bald wieder zu sich kommen." — Der Wagen rasselte fort. 4. Kapitel. Wie sie sich trennten. Entsetzt dachte Edith später an die Fahrt. Soviel als möglich wandte sie den Blick ab von den starren, bleichen Zügen, und doch zog es sie unwillkürlich immer wieder hin. So hatte Miß Chateron wahr gesprochen: der Tod stand auf seinem Gesicht. Wie, wenn doch ein Geheimniß vorlag, mächtig genug, um sein Vergehen zu rechtfertigen? Warum aber hatte er ihr dann keinen Aufschluß gegeben? ^ Sie erreichte.! das Hotel; Jamison erschrak VÄ dem Aussehen seines Gebieters und dem Anblick seiner Gemahlin. „Mylady l" stammelte er, als habe er ein Gespenst gesehen. „Ihr Gebieter hatte einen Unfall, bringen Sie ihn zur Ruhe und senden Sie nach einem Arzt. Sollte Lady Helena in der Stadt sein —" „Sie ist hier, Mylady, wollen Sie nicht gefälligst eintreten und warten, bis sie kommt." Edith überlegte einen Moment. Jemand mußte zur Erklärung da sein; sie konnte nicht fort, ohne zu wissen, ob er sich in ihrem Dienste tödtlich verletzt habe. „Ich werde bleiben; senden Sie sofort zu ihr." Sie folgte ihm in ein elegantes Gemach. Welch' seltsames Abenteuert Wie oft hatte sie die Freiheit ersehnt, jetzt schien sie ihr nahe und sie erbebte bei dem Gedanken. „Mir wird wie einer Mörderin zu Muthe sein, wenn er stirbt", dachte sie. Langsam verstrich die Zeit; eS war weit nach St. Johns Wood, und Edith schlummerte endlich ermüdet ein. Plötzlich erwachte sie mit dem Bewußtsein, daß Jemand bei ihr sei. Lady Helena betrachtete sie mit thränenvollen Augen. „Edith l" „Ich glaube, ich bin eingeschlafen", sprach sie verlegen; „aber ich war so müde und Alles um mich so ruhig. Wie geht es ihm?" „Besser; er schläft. Der Arzt gab ihm ein Opiat. ES war lieb von Dir, daß Du kamst." „Es war nur eine Pflicht der Menschlichkeit", entgegnete Edith und erzählte kurz den Vorfall. „Armer Junge!" rief Lady Helena mit schwerem Herzen, „gern stürbe er, Dir einen Moment des Schmerzes zu ersparen, und mußte Dir doch das größte Leid thun. Du kannst es nicht verstehen; wenn Du aber einst Alles erfährst, wirst Du ihm Gerechtigkeit widerfahren lassen. O, daß Du Jnez' Anerbieten angenommen hättest, er trüge dann leichter die Trennung. So aber tödtet es ihn, und Worte künden nicht, was er seit jenem ver- hängnißvollen Hochzeitstag gelitten. Sein Herz brach, als er Dich verließ. Aber auch Du littest, liebes Kind." „Sprechen wir nicht davon, Lady Helena, was ge< schehen ist, ist geschehen, und die schlimmste Zeit ist für mich überstanden. Ich bin froh, daß Sir Victor, indem er mich rettete, keine ernstliche Verletzung sich zuzog, und hoffe, daß er sich bald erhole. Jetzt aber ist es spät geworden und höchste Zeit, daß ich heimgehe." „Heimgehen, um diese Zeit? Gewiß nicht. Du mußt die Nacht über hier bleiben, ich habe bereits Befehl gegeben, daß ein Zimmer für Dich bereit gehalten wird." Edith gab nach und wurde alsbald in das betreffende Gemach geleitet. So sollte sie die Nacht unter einem Dache mit Sir Victor zubringen. Wie zornig hätte sie vorher den Gedanken zurückgewiesen! Früh am folgenden Morgen pochte Jnez an Ediths Thür. „Lady Helena wartet mit dem Frühstück auf Sie, bitte, kommen Sie bald." „Wie geht's Sir Victor?" „Besser; er weiß nun, daß Sie im Hause sind und bittet, Sie einen Moment sehen zu dürfen. Haben Sie Mitleid mit dem Sterbenden und begeben Sie sich Zu ihm." Edith entfärbte sich. „Daraus kann nichts Gutes entspringe», wenn er es aber sehr wünscht, will ich zu ihm gehen, verlasse ihn aber sofort, falls er eine Wiedervereinigung erstreben sollte." „Er wird es nicht thun, er weiß wie hartnäckig Sie sind. Nur eine letzte Bitte will er an Sie richten." Sie gingen hinab. Edith aß wenig; trotz ihres Stolzes, ihrer Selbstbeherrschung bangte sie vor dem Zusammentreffen. Endlich erhob sie sich bleich und ernst. Jnez führte sie an die Thür des Krankenzimmers und klopfte. Ediths Herz pochte laut. „Sagen Sie Sir Victor, Jamison, daß LadyCha- teton ihn zu sehen wünsche." Der Bediente verschwand. „Sir Victor bittet Mylady, sofort einzutreten." Edith trat ein und stand vor ihrem Gatten. Das Gemach war nur halb erleuchtet, dennoch bemerkte sie seine blutlose Blässe. """ „Sie wünschen mich zu sehen, Sir Victor?" Kalt und förmlich sprach sie die Worte. „Edith!" Das Wort entrann sich voll Liebe und Angst seinem Herzen, selbst ihr gegen alles Mitleid gewappnetes Wesen erzitterte. „Ich bedaure, Sie krank zu sehen und —" Sie stockte, selbst ihr schienen die Gemeinplätze unerträglich. „Edith!" wiederholte er in namenloser Verzweiflung, „vergib, habe Mitleid! Du hassest mich, und ich verdiene es, aber selbst Du ließest Dich erweichen, wüßtest Du Alles." Ein Stein hätte sich dieser Stimme voll Herzensangst erbarmt. „Ich bedaure Sie, Sir Victor", sagte Edith sanft, „aber vergeben kann ich Ihnen nicht; ich wurde behandelt wie nie ein Mädchen vor mir, und ich kann es niemals vergessen." Er bedeckte das Gesicht mit den Händen, und sie hörte ihn schluchzen im stummen Elend. „Es wäre besser gewesen, ich wäre nicht gekommen", fuhr sie weich fort, „Sie sind krank, und die Aufregung wird Ihnen schaden." „Ich bat Dich, zu kommen, auf baß Du wir versprächest, zu erscheinen, wenn ich auf dem Todtenbette nach Dir sende", sprach er traurig, „bevor ich sterbe, muß ich Dir das schreckliche Geheimniß sagen, das mein Dasein vernichtet, das im Leben zu enthüllen ich nicht den Muth fand. Wenn Du Alles weißt, wirst Du mir vergeben, Edith; o versprich, daß Du kommen wirst, wenn ich Dich rufe!" „Ich verspreche, zu kommen und anzuhören, was Sie mir sagen werden, nun leben Sie wohl, Sir Victor." Sie wandte sich, ohne eine Antwort abzuwarten. Als sie die Thüre öffnete, rief er klagend: „O, bleib' bei mir, Edith, meine Geliebte, mein Weib l« Sie eilte fort. So hatten sie sich getroffen und getrennt, nur der Tod sollte sie wieder vereinigen. Sie trat hinaus in den glänzenden Morgen, das Herz voll unwillkürlichen Mitleids mit dem Manne, den sie soeben verlassen. 6. Kapitel. Des Geheimnisses Enthüllung. Edith begab sich in das Arbeitszimmer in der Oxfordstraße, zurück zu dem alten Einerlei, und eine seltsame Ruhe kam über sie. Ihr war es, als seien die Ereignisse der verflossenen Nacht ein böser Traum gewesen. Immer wieder schwebte sein bleiches Antlitz ihr vor, tönte sein verzweifelter Aufschrei ihr im Ohr. All' ihr Haß, ihre Rachegedanken waren verschwunden! Sie verstand die Sachlage nicht mehr als früher, aber sie bedauerte ihn von Herzensgrund. Man störte sie weder durch Briefe, noch Besuche. Nur bemerkte sie im Laufe der Zeit, daß jeden Abend eine Gestalt ihr folgte. Sie wußte, wer es war, und gewöhnte sich daran. Sie verstand sein Motiv, wußte, daß er kam, sie zu schützen vor jedweder Gefahr. Er glaubte sich unbemerkt, und nur zwei Mal sah sie vorübergehend sein Gesicht. Wie todtenähnlich es war! „Armer Mensch", dachte Edith, und ihr Herz wurde weich, „wie treu er ist und wie er mich liebt." Die Tage vergingen und es war Mitte September geworden. Nie fehlte ihr Schatten auf seinem Posten. Wie man sich an Alles gewöhnt, so gewöhnte sie sich so sehr an ihn, daß sie nach ihm aussah. Endlich fehlte er. Abend um Abend verstrich, und sie kehrte allein nach Hause. Etwas war vorgefallen. Die ganze Zeit über war es sein erster Gedanke beim Erwachen, seine einzige Freude gewesen, daß er Abends seiner Frau folgen und ihre Gestalt sehen dürfte, vor ihrem Hause zu wachen, die erleuchteten Fenster zu beobachten und endlich, als es kälter wurde, heimzukehren und sich auf das nächste Wiedersehen zu freuen. Bei jeder Witterung war er gegangen und oft durchnäßt und erkältet heimgekehrt. Schlaflose, fieberische Nächte und körperliche und geistige Niedergeschlagenheit waren die Folge. Doch so lange er stehen konnte, erschien er auf seinem Posten. Endlich aber forderte die Natur gebieterisch ihre Rechte; es kam der Morgen, wo Sir Victor nicht mehr aufstehen und ein fester Wille den schwachen Körper nicht mehr beherrschen konnte. Voll Angst holte der treue Diener Lady Helena, die sofort nach dem berühmten deutschen Arzt, den sie längst zu konsultiren gewünscht hatte, sandte. Dieser hatte mit dem Kranken allein eine lange Unterredung, und als er endlich ihn verließ, trugen seine Züge den Ausdruck von Schmerz und Mitleid. Sir Victor sandte nach seiner Tante. Er lag auf einem Divan neben dem Fenster; die Abendröthe strahlte verklärend auf sein Gesicht. Träumerisch blickte sein Auge auf die sinkende Sonne, schwaches Lächeln umspielte seine Lippen. Es war ein seltsames Bild, das der Tante Herz erstarren ließ. „Was wünschest Du?" fragte sie leise. „Hast Du von zum Tode Verurtheilten gehört, Tante, die in letzter Stunde begnadigt worden? Ich glaube, mir ist jetzt so zu Muthe. Meine Befreiung naht." „Sagte Doctor Weither, daß Du Dich erholen würdest, Victor?" „Er sagte, ich leide an Atrophie des Herzens und würde keine drei Wochen mehr leben." Sie waren in Chateron Royals; auf seinen Wunsch hatte man ihn dorthin gebracht, so lange es noch ging. Noch immer war das Schloß herrlich geschmückt für die Braut, die nie gekommen war. '' Der September nahte seinem Ende. Seit des ArM 896 Besuch hatte es sich schnell verschlimmert und eine Lähmung der unteren Extremitäten stellte sich ein. Am letzten September erschien Doctor Weither zum letzten Male. „Ich kann nichts thun", sagte er zu Lady Helena, „menschliche Hilfe ist hier machtlos, Sir Victor überlebt diese Woche nicht." Der Baron hatte die Worte gehört und heftete mit jener, Sterbenden oft eigenen Heiterkeit den Blick auf den Arzt. „Sind Sie dessen gewiß, Doctor?" Ja, Sir Victor, ich sage meinen Patienten immer die Wahrheit." Lächelnd wandte er sich zur Tante. „Endlich, endlich darf Edith zu mir kommen und ich ihr Alles sagen. Danke Gott dafür und lasse sie sofort holen." Mit dem Nachtzug fuhr Jnez Chateron nach London und als Madame Mirabeau's Arbeiterinnen kamen, wartete sie auf Miß Stuart, die alsbald mit ihr das Geschäft verließ, um nicht wiederzukehren. Es war der zweite Oktober, der Jahrestag des Hoch- zeitsvorabendes. Und so kam die Braut endlich heim. Welch' schreckliches Jahr war es für sie gewesen, wie ein böser Traum. Endlich aber sollte sie Alles hören und der Tod Alles sühnen. Sie sprach auf dem ganzen Wege kein Wort. Ihr Herz war voll Leid und Furcht. Als sie die Säulenhalle von Chateron Royals betrat, dunkelte eS. „Sir Victor befindet sich sehr schlecht", meldete Ja- Mison, „und sehnt sich nach Mylady's Ankunft." Lady Helena empfing sie auf der Treppe und geleitete sie, nachdem sie sich erfrischt, ins Krankenzimmer. Bebend trat sie ein, Tante Helena schloß die Thüre, und sie war allein mit dem Sterbenden. Beim schwachen Schein von zwei Wachskerzen sah sie das bleiche Gesicht, auf dessen Augen selbst der Tod die Liebe nicht verbannen konnte. Edith kniete neben dem Lager nieder. „Es ist besser so", flüsterte er, „viel besser. Das Leben war eine Qual, und das hätte nie anders werden können. Wie oft dachte ich an Selbstmord, der Himmel aber hat gnädig mich davor bewahrt. Der Tod kommt von selbst und hat Dich nun auch mir gebracht. Du hast gelitten", sprach er zart, „ich wollte Dich vor jedem Leide schützen, Dein Dasein zu einem Traum des Glückes machen, und sieh, wie ich es that. Du hassest mich mit Recht, kannst mir vielleicht nicht einmal vergeben, wenn Du Alles weißt; und doch handelte ich, wie ich handeln wußte, und könnte nicht anders, wenn Alles wieder käme. Für Dich aber ist es hart." Selbst im Tode also galten feine Gedanken nur thr. Und als sie ihn anblickte und bedachte, wa§ er noch vor einem Jahre gewesen, schien es ihr zu viel zum Ertragen. „O, stille, stille, Victor", schluchzte sie „Du brichst mir das Herz." Ein seliges Lächeln verklärte seine Züge. „Ich will Dich nicht betrüben, Edith, und ich fühle mich heute glücklich, als hätte ich keinen Wunsch mehr, als wäre ich Deiner Vergebung gewiß. Es ist Glück genug, Dich hier zu sehen, Deine Hand in der meinen zu fühlen, zu wissen, daß ich Dir endlich Alles sagen darf. Mit unendlicher Sehnsucht erwartete ich diese Stunde, nur Vergebung und Tod, «ehr wollte ich nicht. Was wäre das Leben ohne Dich? Ob Du wohl je meine Liebe bezweifelt hast?" „Ich weiß eS nicht", entgegnete sie leise, „manchmal hatte ich schwarze, verzweifelte Gedanken, es war Nacht in mir und um mich, ich wage nicht, Dir zu sagen, wie böse mein Herz gewesen —" „Armes Kind, Du warst so jung, und Alles kam so plötzlich uno unerklärlich. Setze Dich neben mich und höre." Wortlos zog sie einen Stuhl an sein Lager und lauschte der Geschichte des Geheimnisses, das so lange sie getrennt. „ES datirt sich von der Nacht, wo mein Vater starb", begann Sir Victor, „wo ich das Geheimniß des Mordes meiner Mutter erfuhr und meinen Vater namenlos bemitleiden lernte. Der unglückliche Mann hat sein Weib selbst getödtet. Tante Helena und Jnez wußten es längst, Juan vermuthete es. Trotzdem schwieg er. Meines Vaters Hand durchbohrte meiner Mutter Herz. Warum hat er es gethan? frägst Du. Weil er wahnsinnig war, lange bevor Jemand es ahnte. Selbst seine Frau hatte keine Idee davon. Er litt an Mordmanie, Wahnsinn ist erblich in unserer Familie. Sein Wahn bestand im Morden. In jeder anderen Hinsicht war er bei Vernunft. Noch vor Ende der Flitterwochen entwickelte sich die Manie, sein Weib zu morden, und das Verlangen war kaum zu bewältigen, wenn er mit ihr allein war. Der Wahn entsprang aus der Macht und Tiefe seiner Gefühle. Er liebte sie von ganzem Herzen und fühlte immer mehr das wahnsinnige Sehnen, sie zu tödten, weil sie dann ganz sein sei. Er kannte seinen Irrsinn, wich entsetzt davor zurück, kämpfte mit dem gräßlichen Verlangen und bezwäng sich ein Jahr. Juan Chateron kam und forderte meine Mutter als sein Weib, und Eifersucht vollendete, was die unselige Manie eingeleitet. An dem verhängnißvollen Abend hatte er die Beiden im Park beisammen gesehen und war wüthend darüber. Da kam die Aufforderung, zur Tante Helena nach Powys Place zu kommen. Er ging. Unterwegs flüsterte ihm der Dämon der Eifersucht zu: „Deine Frau ist jetzt bei Juan, gehe heim und überrasche sie." Wie ein Rasender kehrte er um, die letzte Spur von Beherrschung war verloren. Er traf die Mutter nicht in Vetters Gesellschaft, sondern friedlich schlummernd am offenen Fenster. Auf dem Tische daneben lag ein Dolch, der als Papiermesser benutzt wurde. Zu dieser Zeit war er völlig verrückt. In einem Moment stak der Dolch in ihrer Brust, er zog ihn heraus, und sie lag todt vor ihm. Da ergriff ihn ein furchtbarer Schrecken. Er wandte sich zur Flucht. Seltsamer Weise begegnete er Niemand. Als er daS Thor passirte, schleuderte er den Dolch in daS Gebüsch und enteilte. Er ritt nach Powys Place, und bevor er es erreichte, kehrte die Schlauheit deS Wahnsinns zurück. Er durfte die Leute nicht wissen lassen, daß er es gethan, sie würden sonst denken, daß er verrückt sei, und ihn inS Irrenhaus sperren. Wie er es bewerkstelligte, wußte er nie. Niemand verdächtigte ihn, nur Jnez, die im Zimmer war, hatte Alles gesehen, den tödtlichen Stoß, die eilige Flucht, und stand sprach- und regungslos. Er erinnerte sich später an nichts mehr, des Wahnsinns Nacht umgab ihn völlig und hellte sich nur zeitweise auf. DaS ist die schreckliche Geschichte, die mir in jener Nacht erzählt wurde. 597 die sein und Dein und mein Leben vernichtete. Sprach' los vor Entsetzen hörte ich zu. Noch ist's, als klängen mir des Vaters letzte Worte im Ohre wieder: „Ich sage Dir's, theils weil ich glaube, daß Du's wissen sollst, theils, weil ich Dich warnen muß. Du willst heirathen, Victor, bedenke, was Du thust. Die schreckliche Ansteckung ist in unserem Blute, Du liebst Deine Braut, wie ich das Weib, das ich gemordet. Nimm' Dich in Acht, laß Dich warnen, sonst dürfte mein Geschick das Deine, Deiner Mutter Loos das ihre werden. Ich wünsche, wenn ich wagte, würde ich befehlen, daß Du Dich nie verwählst, daß Du den Namen und den Fluch aussterben lassest." Ich konnte nicht mehr hören und stürzte aus dem Zimmer, aus dem Hause — hinaus in Regen und Dunkelheit, als sei der Fluch schon über mich gekommen. Was ich that, wußte ich nicht. Endlich kam die Tante und sagte mir, daß der Vater todt sei. Ich schlug mir seine letzte Warnung aus dem Sinn und schwur, Dich nicht zu verlassen. Von der Stunde an war mein Geschick besiegelt. Ich kehrte nach Powys Place zurück, ein Anderer, als ich gegangen. Ich war wie gehetzt. Tag und Nacht verfolgte mich des Sterbenden Warnung, und als Refrain tönte mir die Prophezeihung der Alten im Ohr. Ich hielt es unmöglich, dem zu entgehen. Meiner Mutter Loos", fuhr Sir Victor fort, „mußte das Deine sein, am Hochzeitstage mußte ich Dich tödten. Es stand geschrieben. Niemand konnte eS ändern. Ich weiß nicht, lag es in meinem Blute, oder war es bedingt durch das endlose Brüten über das Gehörte, das Schicksal erreichte mich, ich verfiel der Mordmanie. O Edith, ich fühlte eS, hörte das schreckliche Flüstern in meinem Ohre, und in meinem Herzen regte sich der grause Wunsch, Dich zu tödten. Oft und oft floh ich Deine Gegenwart, wenn mir's war, als könnte ich der Versuchung nicht länger widerstehen. Und doch wollte ich Dich nicht aufgeben. Das kann ich mir nie verzeihen. Der Gedanke, Dich zu verlieren, schien mich zu vernichten, und ich wagte nicht, Dir die Sachlage mitzutheilen, weil ich fürchtete, Du würdest zurücktreten. Unser Hochzeitstag kam; er sollte der glücklichste meines Lebens werden und war der unseligste. Die ganze Nacht vorher und am Morgen kämpfte der Dämon mit mir. Ich vermochte nicht, ihn zu beschwören, am Altare stand er zwischen uns. Auf der Hochzeitsreise wagte ich kaum, Dich anzusehen, weil ich fühlte, daß ich sonst die Beherrschung verlieren und Dich todten würde. Was ich litt, vermag keine Zunge aus- zusprechen. Ich wußte, daß ich verrückt sei, daß der Wahnsinn mich früher oder später überwältigen würde. In Carnarvon überkam eS so wich gewaltig, daß ich von Dir entfloh. Der Gedanke, daß ich Dich tödten würde, Dich, die mir vertraut, die mich geheirathet, ahnungslos, daß Du ein blutdürstiges Ungeheuer an Dich gekettet, verfolgte Mich. Ich fiel verzweifelnd auf die Kniee, hob die Hände gen Himmel und flehte um Hilfe und Beistand. Eine Stimme schien mir zu antworten: „Verlast' sie, so lange eS noch Zeit ist. Sie liebt Dich nicht und wird sich nicht grämen. Besser, daß Dein Herz bricht, als daß Du ihr ein Haar krümmst." Entschlossen erhob ich mich, unsagbarer Friede erfüllte mein Herz. Alles schien leicht. Ich allein sollte leiden, nicht Du. So kehrte ich in die Villa zurück, und mein erster Blick traf Dich schlafend am offenen Fenster, wie meine Mutter an dem schrecklichen Abend, Hätte mein Entschluß noch gewankt, das hätte ihn gestärkt. Ich schrieb die Abschiedsworte, küßte Deine Hände und ging auf immer von Dir. ES brach mir das Herz. Ich konnte nicht leben ohne Dich. Nun hab' ich Dir Alles gesagt; entweder mußte ich Dich verlassen oder tödten. Es wäre eingetreten. Nun ist eS an der Zeit, zu erklären, ob Du mir vergeben kannst." Weinend sank sie vor ihm auf die Kniee, umarmte ihn und küßte zum ersten Male die Lippen des Mannes, den sie geheirathet. „Dir vergebend" schluchzte sie, „o, mein armer Gatte, Du mußt mir vergeben, Du bist fürwahr mehr als ein gewöhnlicher Sterblicher, Du bist ein Engel!" (Fortsetzung folgt.) -«-SWW8—- Amerikanische „Mammrtth-Gcschäsle". Von Philipp Berges. - (Nachdruck verrolm.) Wir sind in der Metropole des Westens, in Chicago, dem verkehrsbrausenden Herzen der Vereinigten Staaten; noch aber ist es still in den schnurgerad gestreckten, unendlich langen Straßen, deren längste, die State Street, ihre 18 englische Meilen mißt. Nur das Surren der Kabel, die, durch einen schmalen Spalt von der Straße getrennt, in ihren unterirdischen Kanälen laufen, bestimmt die ungeheure Last der Straßenbahnzüge fortzubewegen, klingt durch die Ruhe des Morgens. Die Metropole zwischen den beiden großen Wassern, die Königin des Westens, gleicht dem erstarrten Traum von einer kommenden Welt. Im Innern freilich bietet auch sie das typische Treiben der amerikanischen Großstädte, äußerlich aber vergleicht sie sich mit keiner andern Stadt. Ihre breiten Straßen, ungekrümmt, ohne Ecken und Winkel, verlieren sich fernab im Morgeuncbel; sinnverwirrende Kolossalgebäude streben empor, deren Giebel, wie die Häupter des Gebirges, ein Kranz von Wolken ziert. Doch während hier für die Dauer einer Meile Palast an Palast sich reiht, deren prunkende Schaulädcn auf Erden ihresgleichen suchen, artet dort die Straße plötzlich in verwahrloste Prairie aus, die auf beiden Seiten ein bilderbeklebter Bretterzaun vom Straßenraum trennt. Zu schnell und in zu riesenhaften Dimensionen ist die Pilzstadt aus dem Boden emporgewachsen, um überall schon gleichartig bebaut zu sein. Neben dem Palast steht noch das elende Blockhaus, neben dem prachtstrahlendsten Straßcnzug schlummert noch die öde Prairie. Was in den kleinen Städten scharf markirt, für die großen Städte der Union charakteristisch ist, hier artet es, wie alles Andere, in'S Ungeheure aus: vielmetcrlange Reklamcschilder leuchten von den Dächern, den Häuserwänden, den Bretterzäunen, ja sogar von den Fußsteigen; Theater- und Concert- Anzeigen in phantasievollen Bildern und wahrhaft exotischen Farbentönen glänzen an allen Seiten, jedes freie Plätzchen der Gaste, bis zum ungehobelten Pfahl der Telegraphenleitung, ist mit Kundgebungen der Reklame ausgefüllt. Wer früh Morgens plötzlich in das Herz von Chicago versetzt würde, vermöchte schon hieraus zu erkennen, daß er sich in einer großen und verkehrsreichen Stadt befinde. Wie unbeschreiblich gewaltig aber dieser Verkehr ist, das vermöchte er sich nun und nimmer vorzustellen, und kannte er selbst daS Treiben der Städte London und Paris und würde es miteinander addiren. Wenige Stunden nach Anbruch des Tages schon haben sich diese Straßen im Herzen Chicago's zu brausenden Strömen und fluchendem Leben verwandelt. Die Fahrwege sind buchstäblich gefüllt mit Wagen jeder Gattung und mit Menschen, durch deren Getriebe die Züge der Kabelbahnen, die mit der Geschwindigkeit unserer Pcrsonenzüge dahinsausen, sich glocken- läutend einen Weg bahnen. Im letzten Moment stets, so scheint es uns, öffnet sich das Gewühl, um sich gleich hinter dem Zuge wieder zu einer festen Mauer zu verdichten. Die Trottoirs überströmt unaufhaltsam eine Kopf an Kopf gedrängte Menge, die erst verebbt, wenn die Nacht hereinbricht. Kinder dieses Verkehrs, der die großen und populären Verkaufsläden zu wahren Bienenkörben macht, sind die Mammuth-Geschäfte, jene riesenhaften Detailhäuser, die die ganze Stadt zu umschließen scheinen, aber auch für die Bedürfnisse einer ganzen Stadt ausreichend zu sorgen im Stande sind. Vom Hosenknopf bis zur Luxus-Equipage, vom Schweincschinken bis zum Brillantschmuck ist in diesen Geschäften alles zu haben. Auch in Europa sind Häuser dieser Art bekannt, ich erinnere nur an den „Louvre" und an das Haus dorr LIai-eüs" in Paris, auch in New-Aork nicht minder, „Macy's" Geschäftsräume allein bieten den Boden für artige Fußwanderungen, allein Mammuth-Häuser von der immensen Ausdehnung wie diejenigen in Chicago gibt es eben nur in Chicago. Tausende von Menschen strömen hier täglich aus und ein, und es drängt sich hier in ebenso compaltcn Massen, wie draußen auf der Straße. „The Hub", „The Fair", „The Columbus" (denn alle diese Häuser haben ihre besonderen Namen), vor Allem aber die berühmte Firma „Siegel, Cooper L Co.", das find die gewaltigsten dieser Mammuth-Häuser. Es liegt auf der Hand, daß das typische amerikanische Geschäftsleben nirgends ausgeprägter in die Erscheinung treten kann, als hier. Man sucht fortwährend nach dem leichtesten und modernsten Weg, um die ungeheure Summe der Ansprüche, welche das nach vielen Tausenden zählende Publikum stellt, blitzschnell zu befriedigen; man wartet nicht gern in Amerika, rasch muß alles gehen, wenn es den Namen des „Geschäftlichen" führen will. Zur Bedienung der Menge stehen deshalb Tausende von Verkäufern und Verkäuferinnen, Einkäufern, Inspektoren, Kassirern und Comptoiristen bereit, die wieder untereinander sich leicht und schnell in Verbindung setzen müssen. Hier, wo die Arbeitslast eines Tages derjenigen eines ganzen Jahres in manchen und nicht kleinen anderen Geschäften gleichkommt, versteht man erst das viel angewendete Wort „Mws is mons^!" versteht man erst die knappe, nach unseren Begriffen fast grobe Art des persönlichen Verkehrs im amerikanischen Gcschäftsleben, und man wundert sich nicht mehr über die mechanischen, elektrischen, pneumatischen und ballistischen Vorrichtungen, die zur Erleichterung der Communikation und Controlle die weiten Geschäftsräume netzartig mit Drähten, Schienen und Bändern überspannen.-— " Um zunächst einen Begriff von der Ausdehnung eines der größten dieser Mammuth-Häuser zu empfangen, genügt es, eine ihrer Annoncen vorzuführen und sie zu erläutern. Jede einzelne Annonce bedeckt gewöhnlich eine ganze Seite der großen Tageszeitungen und stellt eigentlich nur einen Wegweiser vor. ,^Am Kopfe der Annonce sieht man eine etwas steife Abbildung des „Blocks" oder Häusergevierts, welches «Siegel, Coyper L Co." einnehmen, darüber die Firma; unten lttiks eine VkgNtte mit der Inschrift: „Das größte Ladengeschäft der Welt", und ein Band mit den Worten: „Ein Palast, gefüllt mit Waaren jeder Gattung." Am meisten jedoch intercssiren zwei Tafeln mit statistischen Angaben, von deren Nichtigkeit sich ja der Besucher auf der Stelle überzeugen kann. Die Aufzählung der „Departements", in welche das Geschäft eingetheilt ist, und deren jedes ein Geschäft für sich darstellt, ist so interessant, daß ich hier eine wörtliche Wiedergabe folgen lasse: 1. Schmucksachcn. 2. Bücher und Schreibmaterialien. 3. Apotheke und Droguerie. 4. Tüll und Tücher. 5. Knöpfe und Besatz. 6. Wollenwaaren. 7. Seide und Sammet. 8. Handschuhe. 9. Kleiderstoffe. 10. Haushaltungsgegenstände. 11. Herrcnartikel. 12. Schuhbazar. 13. Arzt. (0r. Beda.) 14. Bänder und Fächer. 15. Irdene Waaren, Porzellan. 16. Leinen. 17. Küchengegenstände. 18. Unterkleider. 19. Mantel und Shawls. 20. Musselin-Unterkleider. 21. Luxusartikel. 22. Schneiderei (Herren). 23. Putzgeschäft (Damen). 24. Kaffeehaus. 25. Teppiche. 26. Polsterei. 27. Spielwaaren. 28. Bilder und Bilberrahmen. 29. Korsetts. 30. Schirme. 31. Tapeten. 32. Branntweine und Tavake. 33. Mobilien. 34. Futterstoffe. 35. Haare und Verschönerungsmittel. 36. Kolonialwaaren, Gemüse. 37. Kohlen. 38. Schlächterei. 39. Sportartikel. 40. Postburecni(VcrsandtorbreS) 41. Kinderbekleidung. 42. Rcisekoffer. 43. Reit- und Fahr-Requisiten 44. Musikinstrumente. 45. Leder, Lederwaaren und AlbumS. 46. Optische Waaren. 47. Kurzwaaren. 48. Betten und Reisedecken. 49. Hüte und Mützen. 50. Pclzwaarcn. 51. Japanische Waaren. 52. Gummiwaaren. 53. Schneiderei (Damen). 54. Schleier. 55. Photographie-Atelier. 56. Konfekt. 57. Barbierstube. 58. Zahnarzt. 59. Oesen und Herbe. 60. Bankgeschäft. 61. Zuschneidemuster, Zeichnungen. 62. Auskunfts-Buream Sie staunen mit Recht, meine Herren! Zwciund- scchzig Geschäfte, Verkaufslokale meistentheils, unter einem Dach und mit einem gemeinsamen Mittelpunkt, dessen Chef auch von der kleinsten Bewegung in einem dieser Räume unterrichtet sein muß. Das ist ein staunenS- werthes Wunder des modernen amerikanischen Geschäftsgeistes. Man versetze sich nur im Geiste einmal recht in diese Unternehmung hinein, die eine einzige Firma leitet, und sehe dabei ganz von den Verkaufs-Departements ab; selbst dann noch bleibt eine staunenswcrthe Verbindung der widersprechendsten Zweige des Verkehrs übrig. Da ist zunächst ein Auskunsts-Bureau, in dem über alles Mögliche und Unmögliche, wie im Briefkasten einer Zeitung, und zwar unentgeltlich, mündliche Auskunft ertheilt wird; da ist ferner ein Cafs für die Damen, eine Branntweinhandlung (mit Probirstube natürlich), ein Tabakladen für die Herren, neben dem Photographie-Atelier hat der Zahnarzt seine Behausung, neben dem Raum des Consultations-Arztes ist die Apotheke, neben der Bankoffice die Barbierstube. Nicht mit Lager-Artikeln begnügt man sich hier, auch eine Schlächterei ist vorhanden, eine Kramerei und eine Gemüsehandlung. Es ist eine Universal-Markthalle, dieses Haus, eine commercielle Stadt. Bei Weitem aber sind die Departements mit diesen 62 nicht erschöpft, es sind nur die, welche das Publikum intercssiren; mit den Departements der inneren Verwaltung könnte man leicht eine neue, ebenso große Tabelle füllen. Zunächst ist hier der Kreis der Centralverwaltung: das 599 Comptoir, die Kasse, das Lager, das Einkaufsdepartement, die Controlle, die Hauspolizei, die Ncclame zu nennen; dann folgen die Druckerei, Tischlerei und Schlosserei, denn Alles wird im Hause angefertigt; die Maschinen, die Packerei, das Fuhrwesen. Zur Bedienung aller dieser Abtheilungen beschäftigt die Firma 2532 Angestellte; zur Beförderung der Käufer von einem Departement zum andern unterhält sie 12 große Dampffahrstühle (Elevators) von einer täglichen Besörderungs-Kapazität von 100,000 Personen, sowie 6 weitere Fahrstühle für Waaren mit einer täglichen Kapazität von 10,000,000 Pfund; zur Bewegung aller dieser Elevatoren arbeiten unausgesetzt 7 Dampfmaschinen von je 150 Pferdekraft; zur Heizung dieser Dampfkessel endlich werden täglich 50 Tons Kohlen verbraucht. Vier Dynamos speisen 5200 Glühlampen, sieben größere Dynamos speisen 500 Bogenlampen. Das Haus bedeckt einen Grund von 18 Acres; der innere Wandraum, könnte man ihn auf dem Boden ausbreiten, tvürde 20 Acres umfassen und die Gesammtfläche der Fensterscheiben etwa einen Acre. (1 Acre — 40*/, Ar.) Diese Ziffern sprechen eindringlicher als jede Schilderung. Doch genug der Ziffern! Treten wir also durch eine der 18 Thüren in das Haus ein — doch nein, betrachten wir es erst einmal von außen. Es ist ein Colossalbau von großartigen Dimensionen, der ein ganzes Häusergeviert vollständig bedeckt und in 10 Stockwerken, größeren und kleineren, in die Luft emporsteigt. Das Gebäude ist schmucklos, aber nicht unschön; mit seinen weißen Quadersteinen, seinen breiten und tiefen Fenstern macht es einen imposanten Eindruck. Nur die Fenster zu ebener Erde sind mit Schaustücken angefüllt, die oberen in allen anderen Stockwerken sind leer. Von der Eckspitze des Giebels leuchtet ein durchbrochenes Firmenschild, ein zweites über den Schaufenstern nimmt,die ganze Länge des Gebäudes ein — das ist aber auch Alles. Nur eins fällt noch auf: kleine Kästen mit GlaSdeckeln, neben jeder Eingangsthüre einer, in denen an einer schwarzen Stange sämmtliche Stockwerke verzeichnet, neben jedem ein rother, niedrrhängcnder Arm. Das ist ein Feuer-Direktionssignal. Bricht z. B. im achten Stock nachts ein Feuer aus, so drückt man hierauf einen Knopf und telegraphirt zu gleicher Zeit an die Feuerwehrstation und in den Kasten hinab, wo der rothe Arm zur rechten Seite des achten Stockes sich aufrichtet, um der anlangenden Feuerwehr die Lokation zu bezeichnen. Aehnliche Vorrichtungen, freilich zu anderen! Zwecke, sind auch an sämmtlichen Fahrstühlen angebracht. Hier hängt ebenfalls ein Glaskasten mit einer Stufenleiter sämmtlicher Stockwerke, an welchen ein Zeiger auf- und abläuft, welcher genau angibt, wo der Fahrstuhl sich befindet, ob er still steht oder in Bewegung ist, auswärts oder abwärts fährt, so daß man genau weiß, ob man ihn erwarten oder herbeiklingeln muß. Eintrittt und Austritt, Spazier- gänge durch alle Stockwerke und Räume, Fahrten in den Elevatoren sind natürlich in diesen großen Geschäften für Jedermann frei, eine Controlle ist hier unmöglich, und es ist gleichgiltig, ob ein Neugieriger, nachdem er sich stundenlang von einem Ladentisch zum andern herumgetrieben hat, etwas kauft oder nicht. Tausende von Damen, obne die geringste Absicht etwas zu kaufen, bringen ihre Nachmittage hier zu. Faulenzer aller Art wärmen sich hier ini Winter. Taschendiebe und Ladendiebinnen finden hier eines der ergiebigsten Felder ihrer Thätigkeit, aber auch eines der schwierigsten und gefährlichsten. Doch das gehört bereits in'S Innere des HanseS. — Das Innere des Hauses gleicht einem gigantischen Ameisenhaufen. Ein tausendköpfiges Publikum drängt sich in allen Gängen und Räumen, bevölkert die Treppen und belagert die Eingänge zu den Fahrstühlen. Nach allen Himmelsrichtungen laufen die langen Verkaufstische, hinter denen sowohl Herren wie junge Damen dem Verkehr mit dem Publikum obliegen. Drei Typen sind es, welche hier sogleich dem Kundigen in die Augen fallen: erstens eine Unzahl von kleinen Jungen und sehr jungen Mädchen, die ersteren zum Botendienst, die anderen zur Communikation zwischen den Verkaufstischen und der Kasse; zweitens langsam durch die Menge schreitende Herren, die sich am Verkauf nicht betheiligen, daS sind die „Floorwalker", eine Art Aufseher, welche die Kunden an das richtige Departement dirigiern, Streitigkeiten schlichten und allgemeine Controlle ausüben; drittens endlich die Mitglieder der Hauspolizci, eine kleine Armee von Detektives in Bürgerkleidung, die rastlos das Gedränge durcheilen und nach Dieben und Diebinnen suchen. Wer ertappt wird, kommt unfehlbar zur Polizei — die Beamten der Hauspolizei, die eingeschworene und staatlich anerkannte Detektives sind, sorgen für Anklage und Verurtheilung, ohne daß einer der sonstigen Angestellten des Hauses dadurch in Mitleidenschaft gezogen würde, es sei denn zu einer eventuellen Zeugenaussage. Ein sehr großer Theil des Verkaufspersonals hinter den Ladentischen besteht aus jungen Damen, jedem Tisch aber und vor allem jedem Departement sind auch einige Herren beigegeben, die alle in gleichem Range stehen; denn Rang- abstufungen liebt man nicht in amerikanischen Geschäften. Einer ist es nur, der einen wirklich höheren Rang einnimmt, das ist der sogenannte „Superintendent", der Vertreter des Chefs. Der Wechselverkehr zwischen den vielen Angestellten regelt sich nach den einfachsten Methoden fast von selbst. In jedem Departement befindet sich ein Angestellter, dem die Pflicht obliegt, täglich das Lager seiner Artikel zu revidiren und, falls einer derselben am Ausgehen ist, eine Ordre an die Central-Office gelangen zu lassen, von wo aus für Ergänzung des Vorraths gesorgt wird. Alle Artikel sind nicht mit Chiffren, sondern mit deutlichen Ziffern ausgezeichnet, und zwar nach Preis und Nummer, so daß ein Kind sie verkaufen könnte. Die schwierigste Seite eines Massenverkehrs ist unstreitig die Kassenrcgulirung, die Kassencontrolle, aber gerade sie ist in der lächerlich einfachsten Weise überwunden. Eine der ausfallenden Erscheinungen im Innern der Räume sind unzählige Drähte, die sich nach allen Seiten ausspannen, und an denen unaufhörlich, durch einen unsichtbaren Mechanismus bewegt, kleine geschlossene Kästchen hin- und herlaufen. Diese Borrichtung steht mit der Kassencontrolle in Verbindung. Demonstriren wir durch einen kleinen Einkauf es uns selber aä ooulos, wie die Sache arbeitet. Wir befinden uns in der Abtheilung der Handschuhe! Gut! Ein reizendes Kind — schwarze Haare, dunkle Gluthaugen, bräunlicher Taint, echt westlicher Typus — bedient uns. Im Nu stehen sechs Schachteln mit Handschuhen vor uns. Wir wählen ein Paar zum Preise von 4 Dollars aus, und das Geschäft ist beendet. Die Verkaufsdame schreibt nun eine regelrechte Rechnung aus, gibt sie aber nicht uns, sondern dem mechanischen Apparat. Ein Kästchen nimmt die Rechnung aus. Das Kästchen wird an einen der Drähte gehängt und rollt nun schnell, 600 in Folge seiner eigenen Schwere, fort. Wohin rollt es? In die Central-Office, hier wird Gegenstand und Betrag gebucht, die Rechnung gestempelt und vermittelst eines anderen Drahtes zurückgesandt zum Ausgangspunkt. Inzwischen sind die Handschuhe verpackt worden, und der Käufer begibt sich zur Kasse des Departements, begleitet von einem kleinen Jungen oder Mädchen (damit er nicht entwischt), hier zeigt er die Rechnung, „berappt" und geht seiner Wege. Am Abend ober müssen die Notirungen der Central-Office mit den Einnahmen aller Kassen stimmen. Eine doppelte Buchführung, Lamms il kaut! In manchen Geschäften wird mit der Rechnung zugleich der gekaufte Gegenstand mitsammt dem Gelde in die Central-Office geschickt, so daß die Kassen in Wegfall kommen. Jedenfalls ist auf diese Weise die Controlle auf die einfachste Manier zu handhaben. Die Räume im Allgemeinen gleichen einem einzigen ungeheuren Schaukasten. Der allgemeinen Sitte entsprechend, wird nichts in geschlossenen Kästen verwahrt, sondern alles offen zur Schau gestellt, womöglich mit weithin sichtbaren Preisen versehen. Von der Decke hängen riesige Schilder mit der Bezeichnung des' betreffenden Departements herab, an drei Stellen erhebt sich vom Boden bis zum Dach ein breiter, viereckiger Lichtschacht, um welchen sich die Stockwerke, ebenfalls mit gigantischen Schildern versehen, gallerieartig gruppiren. Hwr sind auch die Eingänge zu den Elevatoren, die mit einem Condukteur und einem Führer ausgestattet sind. Bei jedem Stockwerk hält das Gefährt still, und die verschiedenen Departements werden laut abgerufen. Einen eigenen Eindruck macht es auf den Besucher, wenn er nach stundenlanger Wanderung durch alle möglichen Waaren plötzlich in eine weite Kaffeehalle hineinsieht, in welcher Hunderte von Damen ihren Mokka schlürfen, um nach dieser Erholung auf's Neue an's Kaufen zu gehen. Die Office des Arztes, des Zahnarztes, die Barbierstube, die Apotheke, die Fleischerei und Gemüsekrämerei, alle natürlich hochnobel eingerichtet und nach denselben Principien geleitet wie die Verkaufsläden, interessiren uns weiter nicht — es genügt, daß sie da sind. Nur noch einen verstohlenen Blick in die Central- Office, bevor wir aus dem Gewühl der Käufer und Verkäufer scheiden. Die Central-Office, die Office in Amerika überhaupt, ist der Ort, wo man es stets eilig hat. Höflichkeit ist hier nicht zu Hause. Die Buchhalter, Correspondenten, Principale sitzen da mit den Hüten auf ihren gesegneten Köpfen und in Hemdärmeln. Auch der Besucher behält den Hut auf dem Kopfe. Man sagt nicht „Guten Tag!*, sondern „Hallo!" oder noch besser gar nichts. Geschwätz, Unterhaltung gibt es hier nicht. Man hat zu viel zu thun. Die Geschäftsstunden gehören dem Geschäft. Man schiebt keine Arbeit, die diesem Tage gehört, bis morgen auf, aber man arbeitet auch keine Sekunde über die Geschäftszeit. Um 6 Uhr Abends werden alle Offices, alle Läden, alle Geschäfte von Rang geschlossen. Das Schild, welches den Besucher von allen fänden grüßt und etwa bedeutet: „Heute habe ich meinen eiligen Tag*, sagt ihm, wie er sich zu benehmen hat: Lstis is wzr bnszr äaz?! t -" - Goldkörrier. .Durch Eile treibet dich des Satans List rur Schuld; Der Schlüssel wahren Glücks, mein Freund, ist die Geduld. Ju l. Hammer. ALAsVksr. Vom Alkohol. Folgendes Gedicht in BecherforA findet sich in den „Mittheilungen des deutschen VereinS gegen den Mißbrauch geistigen Getränke": Der Alkohol spricht: Wollt ihr Wunder und Zeichen (Lauen, Kommt zu mir, ihr Männer und Frauen, Laßt mich nach meinem Willen nur handeln, So kann ich die ganze Welt euch verwandeln. Arm mach' iL die Reichen, krank die Gesunden, Aus Arbeitern schaff' ich euch Vagabunden, Aus Frommen Spötter, aus Weisen Verirrte, Aus Fleißigen Faule, aus Guten Verwirrle, AuS züchtigen Jungfrauen schamlose Weiber, NnS tüchtigen Männern Diebe und Räuber AuS häuslichem Glücke Elend und Noth, AuS Nahrung Gift, aus Leben Tod. Wie ich das kann? Folgt mir heranl Das Naß Im Faß Thut das Jn's Glas, Dann an die Lippen Zum Kosten und Nippen, Dann nur munter Hinunter! Nur mehrl Gebt her! Und wieder Hernieder Und immer wieder! So nähr' ich das Feuer, ihr trinket und trinkt, BIS euch der Abgrund der Hölle verschlingt! ---SWMS--- Aus der „Nachfolge Eßristr"?) Jedem Wort und jedem Einfall Sollst du nicht zu hastig trauen; Jedes Ding mit Uckerlegung Mutzt du erst vor Gott beschauen. Sich im Handeln überstürzen Ist die Weisheit eines Narren; Gleicherweise, starren Trutzes Auf dem eig'nen Sinn beharren. Allen Reden aller Menschen Blind zu glauben zeigt den Thoren; Ebenso, das kaum Gehörte Einzublasen fremden Ohren. Mit gewissenhaftem Manne Pflege Rath erst und Verbindung! Folge bess'rer Unterweisung Statt der eigenen Erfindung! *) Siehe „Des gottseligen Thomas von Kempen Nachfolge Christi in deutschen Reimen" von Hermann Jseke. Verlag von F. W Cordier, Heiligenstadt (Eichöfeld). Preis brosch. M. 3.-. Salonband M. 4.50. Arithmogriph. 1 2 3 4 5 6 7 ein Ort Für Jung und Alt zum frohen Sport. 2 7 7 ein kleiner Fluß, Den man im Süden suchen muß. 3 5 6 7 1 wird abgesetzt, Und von der Hausfrau sehr geschätzt. 4 5 7 7, verderblicher Strahl, Wen's traf, der trug des Sünders Mal. 5 3 2 1 7 such' in der Ferne, Wo blinken der Märchen schönste Sterne. 6 5 6 7 streitbarer Gesell Mit einer Stimme kräftig hell. 7 5 3 1 bekommt man nicht gern, Hoch wird's gehalten von stolzen Herrn. ^-———