« 9V. Areitag, den 3V. Oktober 1896. s?ür die Redaction verantwortlich: vr. Theodor Müller in Augsburg. Druck und Verlag des Literarischen Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg (Borbesitzer vr. Max Huttler). „Magd».« Zwölf Monate eines modernen Lebensbildes. Der Wirklichkeit nacherzählt von Beda v. BallheiM. (Fortsetzung.) Der eben Angekommene, Julius Wischek, der geschickte Zeichner der berüchtigten Caricaturen deS „Stachelschweins", stürzte zum Tische. Mit wenigen Strichen tauchte eine zweite Figur neben der ersten auf — eine weibliche. „Sublime!" rief Seisflich. „Ja, sie zahlt!" schrien die Anderen. „Schnell zu ihr; aber fordere taufend Thaler!" „Im E.nst, Kinder", sprach Dauß, während der Maler forteilte, „so kann es nicht fortgehen, wir leben nur noch vom Deficit, trotz derachtzigtausend Abonnenten!" „Das infame Eisenbahn-Unrernehmen ist's, das uns jetzt ganz aufsitzen läßt!" warf Kohlberg dazwischen. „Und vorerst keine Hoffnung auf Besserung", ent- gegnete Dauß, einen Brief entfaltend. „Da lest selbst. Mein Sohn ist in Verzweiflung über das tiefgehende Interesse, welches die hohe Regierung jetzt den Arbeiten widmen zu müssen glaubt." „Kann man ihr eigentlich nicht verdenken", lachte PembeS. „Vier Dammrutschungen und ein Brückeneinsturz in der ersten Betriebswoche des ersten Viertels der Strecke!" „Wir waren zu hitzig", sagte Kohlberg, den Brief, welchen er mit Interesse gelesen, seinem Kollegen reichend, „jetzt muß entschieden für einige Zeit solider gebaut werden, um nach allen Seiten hin Beruhigung zu geben; dann kann's ja wieder nach alter Manier weitergehen; unsere Presse thut ohnehin Alles, die fatalen Geschichten zu vertuschen." „Hoffentlich bringt zunächst Wischek die tausend Thaler für sein Stillleben", sprach Dauß. „Ueberdies muß der alte Stachelschweinvater, unser würdiger Verleger, wieder einmal in die gespickte Lasche greifen und mir aus der fatalen Lage helfen, welche mich sonst morgen aus diesem goldenen Käfig auf die Straße wirft." Frau Dauß hatte mit ihrer liebenswürdigen Nonchalance Seisfllch und Magda während dieser Scenen in ein lebhaftes Gespräch gezogen. „Ich vermuthe, Pembes", sagte sie jetzt, als die eifrige Unterredung der Anderen einen Augenblick schwieg, „daß Sie Hunger haben?" „Wie Sie in die Tiefen schauen, holde Zauberin; aber wo fließt noch unser Pactolus?" „Wenn Sie etwas Neues wissen aus Ihrem Ressort, eine pikante Medisance, eine medisante Pikanterie, so sollen Sie essen", war die feierliche Antwort. „Das Neueste dieses Genres kennen Sie vermuthlich schon, die „Carriere über Nacht" der kleinen Bcllan- zini, rsots Blanztg. Gestern noch verlorenes Gänschen im Chor, tritt sie übermorgen als Dinorah im Neustädte! Theater auf." Magda, aufmerksam geworden, wandte den leuchtenden Blick auf den Sprecher. „Ja, wie denn das?" sagte sie, „Andere brauchen doch Jahre zu diesem Schritt?" „Sie zum Beispiel nicht, mein Fräulein", wandte sich der kleine Abgeordnete zu ihr, „mit Ihrem Exterieur beherrscht man die Zeit, ohne alles Studium, selbst ohne Stimme." „Sagen Sie ihr das doch nicht", unterbrach ihn Laura, „das geht über ihren provinzialen Horizont. Wie war es mit der Bellanzini, lieber Pembes, wer prote- girt sie?" „Eine sehr, sehr hohe Persönlichkeit, mein Kind." Das „Kind" richtete sich auf und warf einen Blick i auf ihre prachtvolle Haarmähne, welche sie offen, gleich I der Mutter, umwallte. Der dicke Pembes spitzte belustigt den Mund. „Hat auch schon Equipage", fuhr er fort, „und Diamanten" — Da ging die Thüre auf, und ein Kellner mit weißverdecktem Eßkorbe trat ein, hinter ihm jubelnd die drei jüngeren Kinder Dauß'. Auch Laura stürzte hervor. „Ah, seht nur, seht nur, Pasteten, Salm und Hummern, Rheinwein zur Waldmeisterbowle, Champagner!" so riefen die vier Mädchen durcheinander und packten, zur kaum versteckten Belustigung des Trägers, die Speisen aus. „Die Antwort Wischek's! Das sieht ihm gleich. Hat also Erfolg gehabt mit seinem Stillleben!" Zugleich erschien auch eine dienende Hebe, ein großes Tablet mit Gläsern tragend. Im Augenblicke, wo sie es auf den Tisch stellen wollte, kniff Kohlberg sie unversehens in den fetten Arm. „Herr Gott!" schrie sie auf, und die Gläser klirrten zu Boden. Da richtete sich Laura mit ernster Würde auf. „Herr Gott? Wer ist der Herr? Ist mir nicht vorgestellt! Veraltete Institution! Räume das Zeug fort, und bringe andere Gläser, schnell!" „Deine Tochter, Dauß", lachte Kohlberg, „die kommt nicht aus der Fassung!" Magda hatte sich in diesem allgemeinen Tumulte betäubt und mit einem ängstlichen Gefühle auf die Veranda zurückgezogen, welche auf einen reich blühenden Garten hinausging. So sehr Frau Dauß' liebenswürdige Herzlichkeit ihr in dem neuen Leben fast erdrücktes junges Gemüth anzog, so unverständlich und verwirrend war ihr der ganze Ton im Hause, welcher mit dem ruhigen, taktvollen und doch geistig regsamen der Heimath in absolutem Widersprüche stand. Und doch befand sie sich jetzt in der blendenden Welt, in welcher die Ideale ihrer Seele sich verkörpern sollten, doch waren diese Menschen die berühmten Koryphäen geistigen Lebens, die „Träger der Kultur"! Als sie einst leise Fragen über das, was ihr in jenen Kreisen unstatthaft erschien, an ihre Pfleger zu richten wagte, antwortete man ihr, sie dürfe über geistig so hoch über ihr Stehendes nicht urtheilen, weil sie eS nicht begreife, da hinten in der Provinz habe man veraltete Anschauungen und verrottete Ideen von Leben und Streben. In der frischen, scharfen Luft fühlte sich Magda wohl. Kalt und freundlich lag der letzte, rothe Tagesschein auf den schauernden Blüthen, welche, in ihrem Erstaunen über die unsanfte Berührung ihres Freundes Mai, das Duften vergaßen. Magda's Blick flog über den Blüthenschnee der Baumkronen. „Morgen können sie alle erfroren sein", dachte sie, und eine wehe Ahnung berückte ihre Seele. Sie lehnte an der Brüstung der Veranda, den Kopf gegen einen der beiden Orangenbäume gestützt, die Niemand gegen die kommende kalte Nacht zu schützen gedachte, und schloß die Augen, wie, um innerlich klarer zu schauen in dem Tumult ihrer Brust. Da fühlte sie sich plötzlich umschlungen, ein glühender Kuß brannte auf ihrem Munde, und eine heiße, zitternde Stimme flüsterte: „Wunderbares Geschöpf, ich liebe Dich." Wetter kam er nicht, denn mit einem Schrei sprang Magda empor und starrte mit wildem Ausdrucke in das leidenschaftsglühende Antlitz des kleinen Abgeordneten. Wie sie hinaus in den Garten und durch ihn auf eine ihr fremde Straße gekommen, mußte sie nicht. Nath- loS, zitternd war sie unbewußt in einen Thorweg getreten, um vielleicht Jemand zu finden, der ihr einen Wagen verschaffen könne, um schleunigst nach Hanse zu gelangen.' Als sie noch zögernd ihre außergewöhnliche Situation überlegte, kam ein hoher, eleganter Mann die Treppe herunter. Er sah sie erstaunt an, ein ironisches Lächeln erstarb auf seinen Lippen, als er Magda erkannte. „Mein gnädiges Fräulein, wie kommen Sie hierher?" fragte er gespannt. Sie hob den Kopf. „Herr Baron", stammelte sie, „o bitte, wenn ich nur einen Wagen hätte, um nach Hause zu kommen, ich war bet Dauß' — ich mag dorthin nicht zurückkehren, — nach Hause, ach, nach Hause!" Einige Minuten später saß Magda in einem Wagen, der fie und ihren Schützer, den Baron Faurier, ihrer Wohnung zuführte. Faurier hatte mit vollendetem Takte keine weitere Frage an sie gerichtet. Stumm und zitternd, in tiefer, innerlicher Scham und Erniedrigung saß sie neben ihm, und ebenso suchte sie ihr Zimmer auf. Nur ein Gefühl bewegte sie, war ihr klar, fort, fort in die reine Heimath, an daS Mutterherz, und wie eine Vision zog der alte Priester an ihr vorüber. Unter strömenden Thränen schrieb sie sofort an ihre Eltern, Alles, Alles, was so lange in ihr quälend wie ein dumpfer Traum gelegen. „Laßt mich nach Haufe, um Gotteswillen, meine Theuren!" Das war der Schrei aus jedem Worte. Sie hörte nicht, daß Frau Professor Holth, welche sich umsonst bemüht hatte, das Räthsel ihrer unerwarteten Rückkunft unter so eigenthümlichen Umständen zu ergründen, leise eintrat, und sich über sie beugend, ihren fliegenden Schriftzügen folgte. Jetzt legte sich die knöcherne Hand der Dame auf das Papier. „Das wirst Du nicht abschicken, mein Kind", sagte sie ruhig, indem sie den Brief zerriß. „DaS Leben Deines Vaters" — dabei legte sich ihr kalter, grauer Blick wie Schnee in des Mädchens Seele — „Deiner Eltern sorgenfreies Alter darf an Deiner Empfindelei nicht zu Grunde gehen!" Als nach einer Stunde die Frau Professor das arme Kind verließ, lag dieses gebrochen auf den Knieen — ein Opfer kindlicher Liebe. Während draußen die kalte Mainacht launisch daS warme Blüthenleben erstarrte, war Magda's thränen- müdes Haupt aus die Kissen gesunken. Im Traume umhüllte sie ein dichtes Schneegestöber, wankend strebte sie auf unebenem Boden vorwärts, zu einem milden Scheine, der in weiter, weiter Ferne durch den fallenden Flocken- schleier strahlte. In heißer Sehnsucht hob sie die Hände, der zitternde Fuß versuchte zu eilen, aber von Neuem peitschte ein wilder Sturm Eisstücke in ihr Antlitz. Endlich brach sie erschöpft zusammen, vor ihrem ersterbenden Blicke aber erglänzte das Marien-Bild des KirchleinS ihrer Heimath mit der Inschrift: „Q, Maria, ohne Sünden empfangen, bitte für uns!" Juni. — Das Verhängntß. Drei Jahre später saß in dem eleganten Unter- richissalon des berühmten Gesanglehrers Professor Bath- now-Lusson, im eifrigsten Gespräche mit diesem, der Redakteur Dauß, die Seele des „Stachelschweines". „Einigen wir uns, lieber Bathnow", sprach derselbe, „es nutzt Alles nichts, die Harkhoff muß absolut nächsten Monat in H. singen." „Ich habe Ihnen aber doch eingehend bewiesen, daß ihre Ausbildung noch nicht fertig ist", entgegnete der Professor erregt, «vor Herbst kann ich ihr nicht erlauben, öffentlich aufzutreten, mein Ruf als Lehrer, meine künstlerische Ehre —" „Theuerster", fiel ihm der Andere lachend ins Wort, „keine Phrasen mir gegenüber, wir sind ja unter unS! Ihr Ruf als Lehrer sott in unserer Presse neuerdings — zum xten Male — herausgestrichen werden, daß er glänzt wie gewichste Stiefel. Ihre künstlerische Ehre aber wird sich in diesem Falls mit der Aussicht auf die große, goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft zufrieden geben, die wir Ihnen vorn Fürsten verschaffen." „Erlauben Sie, verehrter Freund —" „Schlagen Sie ein, abgemacht", schnitt Dauß, sich erhebend, jeden weiteren Einwand ab, „wird sind ohne» 6S1 hin generös, — Sie misten ja selbst, was Reklame „überm Strich" sonst kostet! Morgen stellen Sie die Harkhoff dem Intendanten vor, und die Angelegenheit ist erledigt." Der Professor nahm die dargebotene Hand an und geleitete den Redakteur durch einen zweiten, kleineren Salon zu einem ebenfalls luxuriös ausgestatteten Vorzimmer, in welchem mehrere der zahlreichen Schülerinnen Bathnow's dem Winke des Meisters harrten, um dann eine Viertel-, höchstens eine halbe Stunde des kostbaren, theuer erkauften Unterrichtes theilhaftig zu werden. Auch Magda befand sich unter denselben. Die Zeit, welche feit jenem Mai-Abend verflossen war, hatte auf ihre äußere Erscheinung eine mächtige Wirkung ausgeübt. Sie war eine voll aufgeblühte, imponirende Schönheit geworden, die, trotz gewandter Bewegung, dennoch den rehartigen Reiz ihres Wesens nicht verloren hatte. Freudig begrüßte sie ihren „väterlichen Freund", den Redakteur, und folgte dann dem Professor in das Unterrichtszimmer. „Nun, lieber Professor", sprach sie, „wie steht es mit dem Engagement nach H.S Sie wissen, ich lege die Entscheidung ganz in Ihre Händel" „Es hat mich große Ueberwindung gekostet, dem Drängen Ihrer Freunde nachzugeben, mein Kind", ent- gegnete dieser. „Sie wissen selbst, was Ihnen noch fehlt. Doch sollen sie meinetwegen morgen vor dem Intendanten singen." „Ach ja, stellen Sie mich vor, Profestorchen, liebes Profestorchen, ich habe Sie auch so lieb!" Sie war näher zu ihm getreten. Er erfaßte ihre Hände. „Haben Sie wich wirklich lieb, Magda?" Er zog sie auf einen Stuhl neben sich und sah ihr tief in die Augen. Der Blick des jungen Mädchens erwiderte voll und treu den seinigen. „Gewiß", sagte sie, „wem danke ich, daß ich nun bald am Ziele bin, wie viel Mühe —" „Danke nicht, Magda" — sein Blick wurde heißer — „es gibt ein Lieben, so tief, so heiß, zitternd, Magda, in Lust und Schmerz —" Magda bebte leise, tiefe Nöthe stieg an ihren Wangen auf. „O", murmelte sie, „ich liebe Sie, wie einen Wohlthäter, einen Vater." Er sprang ärgerlich auf. „Und morgen?" „So kommen Sie, unverbesserliches, ewiges Bsbßl Ich will Ihrem Glücke nicht im Wege stehen. Um elf Uhr werden Sie Probe fingen." Während nun Bathnow und Magda sich in eifrige Vorbereitungen für den Glanz deS morgigen TageS vertieften, hatte sich im Vorzimmer die Zahl der harrenden Schülerinnen noch vermehrt. Jetzt trat ein junger, auffallend schöner Mann herein, dem sich sofort die allgemeine Aufmerksamkeit zuwendete. Es war Dr. Friedrich Rothner, ein junger Schauspieler, der eines Halsleidens wegen seit einigen Monaten sein Engagement aufgegeben und die Residenz aufgesucht hatte, um sich der Behandlung eines renommirtcn Arztes zu unterziehen. Als Jugendfreund deS Sohnes täglicher Gast im Dauß'schen Hanse, kam er, ein gewandter früherer Journalist, der Redaktion des „Stachelschwein" sehr willkommen, da das Restort der Theaterscandalosa durch einen leichten Schlaganfall, der den dicken PembeS „in seiner Fülle Maienblüthe" getroffen, für den Augenblick verwaist war. In dem mit den Theaterverhältniffen in allen Phasen auf das Intimste vertrauten und zugleich ihre Interessen auf das Eifrigste — oft nur zu extrem — verfolgenden jungen Freunde fanden Dauß und Genossen eine für den Moment durchaus brauchbare Kraft. Seine gegenwärtige Stellung, sein Vortheilhaftes Aeußere und sein gewandtes, sich jeder Situation und Person anschmiegendes Wesen gaben Rothner eine gewisse Macht, besonders über das weibliche Geschlecht, die er auch auf das Weitgehendste auszubeuten wußte. Kein Wunder daher, daß auch die angehenden und theilweise schon engagirten jungen Schülerinnen deS berühmten Gesangslehrers, die er seinen Zwecken manchmal dienstbar machte, um seine Gunst geizten. „Sie kommen gerade recht, lieber Doktor", rief eine schon etwas abgeblühte Dame, welche die Jahre der Schülerinnen bereits hinter sich hatte, dem Eintretenden vom Sopha aus entgegen, wo sie lang ausgestreckt lag und ihren kleinen Hund aus einer Bonbonniere fütterte. „Sie wissen ja Alles. Wir streiten uns wegen der Harkhoff — kommt sie nach H.?" Neugierig spitzten sich alle Ohren, und forschend umdrängten den Angekommenen einige seiner Intimeren. „Höchst wahrscheinlich", erwiderte Rothner mit seinem diplomatischen Lächeln, dem seine näheren Bekannten die Bestätigung der Thatsache unterzulegen gewohnt waren. „Durch wen? Durch wen?" fragte es im Kreise. „Durch den Baron Faurier, der sie ja rasend pro- tegiren soll, seit Beginn ihrer Studien", sprach die Schön« vom Sopha. „Schatz, diesmal irrst Du", entgegnete Rothner, „der Protektor ist eine Dame, gegen alle Regeln unserer Sitten und des Herkommens, die Fürstin Waldenau, die Tante des Fürsten." „Dann begreife ich allerdings Vieles", sprach mit herber Betonung eine üppige, etwas frech dreinschauende Person, „denn Stimme und Talent hätten ihr das Engagement nicht verschafft. Mir stellte der Professor dasselbe ganz sicher in Aussicht, jetzt kann ich es ja gestehen —" „Wahrscheinlich in Folge Ihrer neuesten Photographie, liebe Browska", fiel eine kleine, matte Blondine ein, welche sich in einem hellblauen Rembrandt-Hute mit langer weißer Feder anscheinend ausnehmend gut gefiel und kokette Blicke zwischen dem Spiegel und Rothner theilte. „Lassen Sie sich diese neueste Aufläge unserer Collcgin zeigen, lieber Doktor, und staunen Sie!" „Höhnt nur, Ihr neidischen Racker", entgegnete die Browska, „es steht Euch ja frei, mich an Emanzipation vom Coftüme zu überbieten, so weit die vorhandenen Mittel es Euch gestatten. Eine künstlerische Studie, Doktor", wendete sie sich herausfordernd an diesen, ihm eine Photographie hinreichend. „Sie dürfen dieselbe behalten und" — fetzte sie leise hinzu — „bringen gelegentlich daS Bild nebst einigen entsprechenden Worten in der „Theaterwelt", nicht wahr? Meiner Dankbarkeit sind Sie ja stets sicher." Rothner betrachtete eingehend das Bild, welches die junge Künstlerin in einer die Grenzen der Decenz allerdings stark übersteigenden Aufnahme zeigte. „Brillant!" rief er, ihren Blick erwidernd, „Du 692 wirst Carriere machen, mein Kind, das lasse ,az mir gefallen, geniale Auffassung!" In diesem Momente öffnete sich die Thüre, welche zu den Salons des Professors führte, und Mazda trat ein. Nothner verbeugte sich kalt. „Nicht wahr, Harkhoff, Sie gehen nach H.?" fragte es von allen Seiten. „Ich hoffe, ja", erwiderte diese ruhig und grüßte, um zu gehen. „Bleiben Sie doch noch ein wenig, erzählen Sie uns." „Ich werde bet Dauß' im Garten erwartet", schnitt Magda mit einem schnellen, verstohlenen Blicke auf Nothner jede weitere Unterhaltung ab und eilte fort. Es war ein üppiges Hochzeitleben in der Natur. In wonniger, sonniger Pracht breiteten die Wiesen ihren Blumenteppich dem tiefblauen Himmel entgegen, und Bienen und Schmetterlinge flatterten schwer und trunken darüber hin. Das Kornfeld wiegte sich träumerisch im letzten Dufte der Blüthe und senkte schon die brodduftende Aehre im Beginne der Fruchtbarkeit. Athemlos, bald eilig, bald zögernd schritt Magda auf dem einsamen Wege zwischen beiden daher. Sie trug einen Strauß blauer Chanen, welche sie im Gehen gepflückt hatte, in der Hand und vergrub oft das plötzlich von einem hellen Freudenblitze erröthende Antlitz in die duftenden Blüthen. Ach, wie war die Luft so lau! Wie zärtlich umspielte der leise Wind ihre blühenden Wangen und ließ den Rosen- und Jasminduft, den er im Durchstreifen irgend einem Garten geraubt hatte, in ihren dunkeln Locken zurück. Da war der Wald, der geliebte Kindheitsgeführte, mit seinen Hochzeitskerzen, den treibenden Johanncsspitzen, dort das blaue Mlge eines Sees — und dort — und dort. Magda stand still. Sie breitete die Arme aus. O, wie fühlte sie das Leben! Ihr selbst unverständlich, aber groß und gewaltig wuchs es in ihrer Seele, losgerungen von ihrer Vergangenheit, erschien es ihr fremd und doch traut, beängstigend und doch unsagbar entzückend, was in ihr mächtig emporquoll und ihre Adern mit schneller pulsirendem Blute füllte. Jeder Nerv bebte wie die Blätter der Zitterpappeln am Wege, wenn der sanfte West sie berührte, und ohne daß sie es wußte, rannen Thränen über ihre Wangen. So steigt in der warmen, kurzen Johannisnacht des Fraucnherzens aus märchenhafter Tiefe, unter dem glänzenden Sternendom des Ideals, die blaue Wunderblume der Liebe empor. Selten bricht und behütet sie ein Sonntagskind. Wehe dem Frevler, der stein gieriger, Hand zerdrückt! Und nun schritt Magda weiter, langsam, zögernd. O, sie kannte und liebte diesen See, so weit von der Stadt gelegen, daß es einer kurzen Eisenbahnfahrt bedurfte, um ihn zu erreichen. Wie oft hatte sie in fröhlicher Gesellschaft hier die zwischen den Mauern und Häusern schmerzlich vermißte Natur aufgesucht. Aber so allein, und zu einem Zwecke wie heute, war sie noch nie hier gewesen. Allmälig legte cS sich wie Nebel und Zweifel auf ihre heiße Seligkeit, und die leise am Ufer plätschernden Wellen schienen zu murmeln: Entfliehe, entfliehe l Sie beugte sich gegen sie hin und lauschte innerlich, halb mit dem Sinne nach außen gewendet, wie das Wild, wenn es das erquickende Naß aufsucht, bereit zu entfliehen bei leisestem Geräusche. „BöseS Mädchen", rief ihr eS da entgegen, „so lange läßt es mich harren!" Und Dr. Nothner kam eilig zwischen den Bäumen her auf sie zu. Magda fuhr mit einem Schrei zusammen, einem tiefen Erröthen folgte geisterhafte Blässe, und ihr Fuß wandte sich zur Flucht. Aber wer entflieht dem eigenen Ich — dem Schatten, der an uns gebunden, ob wir auch in Wüsten uns begraben wollten. „Magda!" Sie stand still, und schon stand er an ihrer Seite. Sie regte sich nicht. Endlich erhob sie das Haupt, ihre Augen brannten in die seinen, und im selben Augenblicke legten sich zwei weiche Arme um seinen Hals — ein süßer, duftiger Mund berührte seine Lippen. Dann stand sie da, die stolze, prächtige Gestalt, magdlich und demüthig, in holdem Erröthen der Scham über dieses plötzliche Aufflammen ihrer heißen und zutraulichen Natur. „Magda, Du bist ein bezauberndes Geschöpf!" rief Nothner entzückt. „Und mein, nicht wahr, mein durch alle Zeiten und Ereignisse hindurch!" „Daß ich gekommen bin, Friedrich", antwortete sie, und der Blick ihres wunderbar glänzenden Auges fiel warm, wie die jetzt groß und klar sinkende Juni-Sonne, in seine Seele, „sagt Dir mehr als jedes Wort, wie ich Dich liebe. Das erste Unrecht — o, es ist ein Unrecht, das fühle ich hier — das thue ich für Dich!" „Süße Schwärmerin, daß die Liebe ein Unrecht sei, steht in keinem Codex. Sie ist das Höchste, dem besonders das Weib Alles opfern muß, — singst Du nicht so etwas Aehnliches, Liebchen? Nun gar die Künstlerin ohne Liebe, ohne Leidenschaft, wie wäre die denkbar?" Er hatte ihren Arm durch den seinen gezogen, und so gingen sie auf dem weichen Rasen unter den Kronev der alten Buchen dahin. „Es ist also entschieden", fuhr er fort, „daß Du morgen vor dem Intendanten singst und vielleicht schon in acht Tagen nach H. übersiedelst?" „Ja, Friedrich; wäre unser heutiges Zusammensein nicht ein Abschied, so würde ich nicht gekommen sein." „Abschied? Kind, wir nehmen nie Abschied und wenn Du heut von mir gehst, halte ich Dich für immer in meiner Hand." Etwas unbeschreiblich Niedriges zog auf einen Augenblick durch seine Züge. „Aber nach H. wirst Du recht oft kommen, nicht wahr?" fragte Magda. «Ach, wie viel leichter würde mir mein erstes Auftreten, wüßte ich Dich in meiner Nähe!" „Bewahre, Kind", rief Nothner eifrig, „das ist unmöglich, — wie leicht könnte man unser Verhältniß errathen !" „Nun — und weshalb soll man cS jetzt nicht kennen?" sagte das junge Mädchen einfach und sah ihn mit ihrem Kindesblick so offen an, daß er einer leichten Verlegenheit sich nicht erwehren konnte. „Da steh' einer den KindeLkopf, — jetzt weniger denn je! Einfach deshalb nicht, weil unsere Carriere hin wäre, Deine und meine. Denkst Du, daß sich der Fürst für Dich interesstrt wenn er weiß, Du hast einen Geliebten oder gar einen Verlobten? - Du brauchst H., meine Süße, um für die große Laufbahn fertig zu werden, denn das bist Du noch nicht und ein so günstiger Anfang findet sich selten. Es wäre Wahnsinn, ihn zu zerstören! Ohne die dringende Empfehlung der Fürstin Waldenau würdest Du das Engagement ohnehin kaum erhalten haben. Der Professor war entschieden dagegen. und nur das Eingreifen des Baron Faurier, der gerade zur rechten Zeit zurückkam und die Sache im Auftrage der Fürstin mit dem Intendanten schon so gut wie abgemacht hatte, erzwäng unter Mitwirkung des alten Dauß seine Einwilligung. — Der wunderbare Attache- Komponist will ja feine neue Oper, die er in Italien ausgebrütet hat, in H. einstudtren, und vielleicht blüht Dir eine Partie in dem Monstrum." „O, sprich nicht so von dem Attache", bat Magda, „er erwies sich als ein feiner und edler Mann in der kurzen Zeit seines damaligen Hierseins." „Nun, die Augen wird er aufmachen", fuhr Rothner fort, „wenn er sieht, was in den drei Jahren aus seinem Schützling geworden ist. Der scheue Wildling, der bei jedem Scherz davonlief, daS bist Du nicht mehr." „Weil ich nun die Scherze selbst bestimme, Friedrich", sagte sie mit einer gewissen Betonung, die ihn einlenken machte. „Mein Liebling, mein Alles", schmeichelte er zärtlich, „weiß schon das rechte Maß überall. Du wirst auch den liebenswürdigen Ton dem Fürsten gegenüber finden. Darfst nie vergessen, daß Deine Laufbahn, Deine Zukunft in seinen Händen liegt." Magda, die sinnend zu Boden geblickt hatte, schaute auf. „Ach", sprach sie, „mir ist durch die vielen Reden und Vorschriften hin und her diese Laufbahn und das Engagement und der Fürst nun gar, fast zuwider! Ich möchte mit Dir ganz allein wohnen, dort in diesem Häuschen mitten im See, — daß wir allein wären, ganz allein — und dann wollte ich Dir dienen und Dir singen, so schön wie nie, weil nur Du und der Himmel und der See mich hörten." „Schön gedacht, süßeS Herz, aber zu früh l Erst die Welt und die Laufbahn, dann die Hütte! Doch, bis in meine Arme haft Du ja nicht weit, mein Alles!" Er preßte sie feurig an sich. Wie ein goldener Schleier lag jetzt der Schein der sinkenden Sonne über dem Walde. Kein Blatt rührte sich. In ahnungsvollem Schweigen harrten die Bäume, daß der Abendwind mit ihnen flüsterte und der See ! plätscherte sein Abendlied. Sie gingen tiefer in den Wald. Magda erschauerte unter Nothner's glühenden Küssen. In einer unnennbaren Sehnsucht, einer unsäglichen Angst versuchte sie ihn von sich zu drängen.- Die Wunderblume war geknickt, die Arme gekettet an den, welcher der Fluch ihres Lebens werden sollte. „O, Maria, ohne Sünden empfangen, bitte für sie!" (Fortsetzung folgt.) -—«2-V-VS—- Die Frauen in China. Von vr. Joseph Wiese. Das zurückgezogene und durchaus orientalische Leben der chinesischen Frauen liefert der Neugier nur wenig Stoff zur Befriedigung. Man sieht sie niemals, man hört sie selten, und auch nur dann, wenn der Vater oder Gatte, die einzigen Menschen, die sich ihrer Gesellschaft erfreuen, die Erlaubniß gcgcbrn. Die chinesischen Frauen leben unbekannt, in einer Abhängigkeit, in einer Nichtbeachtung, daß schon allein der Gedanke daran unsere Frauen erschrecken würde. Hauptsächlich haben wir bei unseren Ausführungen die reichen und hochgestellten Frauen im Auge, denn die aus dem Volke führen in allen Ländern wohl dieselbe Existenz; ihre Armuth, die sie zur Arbeit zwingt, bringt sie zugleich in nähere Berührung mit dem Mann, dem sie von Nutzen sind, und dessen Kinder sie ernähren helfen. Diese Frauen aus niederem Stande sind indessen in China nie von der Schönheit, welche man bisweilen bei denen in Europa findet. Das hat seinen Grund darin, daß sich selten ein junges Mädchen mit hübschem Gesichte und schönem Wüchse findet, das nicht mit 14 Jahren schon verkauft oder irgend einer hohen Persönlichkeit zum Geschenke gemacht wird. Bei der Thronbesteigung eines neuen Kaisers führen die ersten Persönlichkeiten des Reiches ihm ihre Töchter zu, damit er unter ihnen seine Frauen wähle. Die Auserkorenen bringen ihrer Familie, die zugleich auch einen bedeutenden Einfluß gewinnt, große Ehre. Aus gleiche Weise bietet man auch allen Prinzen des kaiserlichen Hauses die Frauen an. Die Gemahlin ist die Herrin des Hauses und der anderen Frauen. Jeder Chinese hat nur eine Gemahlin, die allein ihm vor dem Gesetze die Erben schenkt. Gewöhnlich ist es die hübscheste und liebenswürdigste des Harems; denn der Titel „Gemahlin" wird von ihr weder durch die hohe Abkunft erworben, noch durch das Vermögen, da die Frauen niemals eine Mitgift mitbringen und nach dem Gesetze von jeder Art Erbschaft ausgeschlossen sind. Die Erhöhung hängt einzig von dem Grade der Zuneigung ab, die der Mann für sie empfindet, nnd von dem Reiz, den sie auf ihn auszuüben versteht. Die Frau kann niemals die Scheidung verlangen, die der Gatte oft unter der sonderbarsten Motivirung leicht bewerkstelligt. Kinderlose Ehe oder der Mangel an Söhnen nach der Geburt von drei Töchtern, schlechter Charakter, Ungehorsam gegen die Eltern des Mannes, Schwatzhaftigkcit und eine lose Zunge, chronische Krankheit, Ehebruch und Dicbstahl sind Scheidungsgründe. Dieser letztere wird uns etwas überraschend vorkommen, aber es ist zu beachten, daß die chinesische Frau derart degradirt ist, daß sie für ihre Handlungen nicht einmal die Verantwortung trägt; der Gatte allein ist der Justiz die Rechenschaft für die Handlungen seiner Frau schuldig, wie der Vater vor der Verheirathung der Tochter. — Vvm siebenten Jahre an dürfen die Töchter der Reichen und der Mandarinen nicht einmal mehr mit ihren Brudern zusammen essen. Mit zwölf Jahren hören sie auf auszugehen und sehen dann die Welt nur noch durch Jalousien und Vorhänge oder in den Spiegeln, die sie vor den Fenstern anbringe!,. Den jungen Mädchen gibt man Lehrerinnen, die vor allem sie lehren, richtig zu sprechen und sich als unterwürfige und abhängige Wesen zu betrachten. Unter ihrer Leitung lernen sie nähen, Seide und Leinwand weben, sticken, Blumen malen, den Göttern Opfer und Gaben darbringen, die heiligen Gefäße in schicklicher Weise ordnen, Parfüms verbrennen. Ueber alles andere werden sie in Unwissenheit gehalten. Sie können weder lesen noch schreiben; ihre Erziehung und ihre absolute Zurückgezogenheit berauben sie auch der Kenntnisse, die sie eines Tages zu thcilnehmcnden Gefährten ihrer Männer machen könnten und nicht zu ihren Dienerinnen und Sclavinnen. Mit 15 Jahren ist ihre Erziehung beendet, aber erst mit 20 Jahren dürfen sie heirathen. Nach der Hochzeit 694 — gehört die junge Frau ganz ihrer neuen Familie an. Sie sieht ihre eigene Familie mit Ausnahme des Vaters selten. Wenn sie in der Sänfte ausgetragen wird, so ist sie für das Publikum unsichtbar. Gegenseitige Besuche der Frauen finden statt, aber höchst selten. Im klebrigen regelt sich das alles nach dem Range, den der Gatte einnimmt, und nach dem Grade von Auszeichnung, die die Frau für sich in Anspruch nimmt. Die Zurückgezogen- heit und Abhängigkeit sind nämlich besondere Kennzeichen von hohem Reichthum und Ansehen, und wie die Europäerinnen sich darin gefallen, herrlichen Schmuck zur Schau zu tragen, so findet die Eitelkeit chinesischer Frauen darin ihre Rechnung, daß sie noch einer härteren Knechtschaft sich unterwerfen, als ihnen die Männer ohnehin auferlegen. Nach unseren Anschauungen ist in dieser Beziehung die Kaiserin am übelsten daran, die bei ihrem Ausgange von Wächtern begleitet wird, welche Jedermann vorher entfernen und sogar Thüren und Fenster der Häuser schließen, an denen die Herrscherin vorüberkommt. Die Frauen, die in China als die hübschesten gelten, die die Zierde des HoseS, das Entzücken des Kaisers und der Mandarinen bilden, stammen aus den Provinzen Tche-king und Fo-chang. Doch ist ihre Schönheit eine relative; diese Frauen, die den Chinesen so bcgehrens- werth erscheinen, würden in Europa wohl wenig Enthusiasmus erregen; einige würden hier sogar als häßlich gelten. Die chinesischen Frauen haben eine weiße Haut, kleine, ovale Augen, lange und magere Arme. Ihre durch die Mode verunstalteten Füße veranlassen euren schwerfälligen, gewissermaßen hölzernen Gang. Bekanntlich erhält man denselben dadurch, daß man die Zehen des noch sehr jungen Kindes unten mittelst seidener, straff angezogener Bündchen festbindet. Der Fuß kann, da die Emulation des Blutes kaum geschieht, nicht natürlich wachsen; er bleibt klein, wird aber nicht elegant, und ohne den großen Zehen, den man länger werden läßt, würde er einem Pferdefuße nicht unähnlich sein. Dieser Tortur müssen alle Töchter der Reichen sich unterziehen und wenigstens eine aus jeder armen Familie, die aus eine gute Heirath speculirt. Nur die tartarischen Frauen machen diese Mode nicht mit. Die kleinen und immer in dem weiten Aermel ver- borgengehaltenen Hände sind fast ebenso bemerkenswerth, wie die Füße, wegen der Länge der Nägel, die man wachsen läßt, und deren Entwickelung man mittelst silberner Krallen begünstigt, die man unter ihnen anbringt, und die als Stütze dienen. Obgleich die Frauen in China das Embonpoint unter die Schönheiten eines Mannes rechnen, betrachten sie es doch als einen großen Fehler ihres Geschlechtes und bemühen sich, eine recht schlanke Taille sich zu erhalten. Sie waschen die schon ohnehin schöne Haut mit einer Mischung von Milch und Bleiweiß, färben Wangen, die Lippen und das Zahnfleisch roth und ziehen über die Augenbrauen eine bogenförmige, dünne Linie. Bisweilen verschwindet die Augenbraue ganz, um einem feinen Weidenblatt Platz zu machen, das sie als geschickte Malerinnen bemalen. Die Stirn ist frei, die Haare werden nach hinten gekämmt und auf dem Hinterkopfe in mehrere Flechten geknotet. Niemals vernachlässigen sie es, sie mit Katürlichen oder künstlichen Blumen zu schmücken. Dies gilt von den Frauen des Landes und denen der Stadt, den alten und armen, den jungen und reichen. Mit Ausnahme derjenigen vom Hofe und von hohem Range, welche Mützen von schwarzem, mit Diamanten geschmücktem Sammt tragen, haben die Frauen keine andere Kopfbedeckung, als ihren Haarschmuck, über den sie beim Ausgehen einen Schleier werfen. Junge, heiraths- fähige Mädchen lassen die Haare an den Schläfen herab- wallen. Die chinesischen Frauen tragen niemals Leinwand. Den Oberkörper bedeckt zunächst ein Netz, das, wie alles Uebrige, aus Seide ist. Darüber liegt das Unterkleid und ein weites Beinkleid, die beide durch eine Satinrobe mit bauschigen Aermeln verdeckt werden; letztere legt sich mittels eines Gürtels anmuthig um den Körper. Im Winter tragen sie dazu Pelze von oft fabelhaft hohem Werthe. Die verschiedenen Theile des CostümS sind nicht von derselben Farbe, und in ihrer Auswahl entfaltet sich der Geschmack der Trägerin. Im Allgemeinen scheinen die dem Manne verbotenen Farben, nämlich Rosa und Grün, vorzuherrschen. Vergeblich aber würde man in dem Putz selbst der elegantesten Frauen Spitzen, Batist und alle jene feinen und kostspieligen Artikel aus Leinwand suchen, die das Entzücken der Europäerinnen bilden. Alle Stickereien sind aus Seide, Gold- oder Silberfäden, und selbst die Taschentücher sind aus Seide gestickt. Die Frauen der Mandarinen unterscheiden sich von den anderen durch ihre Toilette; sie sind mit Schmucksachen bedeckt und tragen jene herrlichen orientalischen Shawls, welche die Männer als Gürtel benutzen. Die Frauen mit dem kleinen Fuße legen keine Strümpfe an, das überlassen sie den Männern und den armen und tartarischen Frauen; sie ersetzen sie durch Seidenstreifen, die sie um Fuß und Bein winden. Ihre Schuhe aus Stoff haben eine weiße, dünne, aus Papier- blättern zusammengesetzte Sohle, die, da die Frauen nur in ihren Zimmern umherwandeln, lange vorhält. Die Frauen aller Klassen rauchen und beginnen schon als Kinder damit. Im Gürtel tragen sie eine Tabaksdose, daneben das Taschentuch und ein Kästchen, in dem die Araknuß aufbewahrt wird. Tragen sie den Fächer nicht in der Hand, so ruht er in einem ebenfalls am Gürtel befindlichen Etui. Sie kennen die bezaubernde Fächersprache gar wohl und machen einen Gebrauch von ihr, daß selbst die Spanierinnen noch von ihnen lernen könnten. Jede Frau besitzt eine ganze Anzahl von Fächern in allen Farben und Formen. Das Theater besuchen die chinesischen Frauen nie; aber in ihrem Hause findet oft eine Vorstellung statt, der sie hinter Fenstergittern beiwohnen. Aehnlich ist es bei Festen; denn die chinesische Sittsamkcit besteht nicht darin, die Frauen des Anblicks der Männer zu berauben, sondern zu verhindern, daß sie gesehm werden. Die Frauen aus dem Volke, besonders die der Bauern, werden nach dem Verhältniß ihrer Kraft und Gesundheit geschätzt. Sie nehmen Theil an allen Arbeiten.des Mannes, der ihnen oft das schwierigste Stück derselben zuweist. Beispielsweise geht der Mann im Pfluge, während die Frau, an die Seite des Ochsen gespannt, ziehen muß. Diese Bäuerinnen sind ihrer Familie eine große Stütze, denn sie erziehen nicht nur ihre Kinder und sorgen für ihren Unterhalt, sondern sie werden auch für die meisten Feldarbeiten verwendet. Ihr Fleiß hindert indessen die Männer nicht, rohe Gewalt gegen sie anzuwenden. Am 695. — berühmtesten wegen ihrer Kraft und Stärke sind die Franen aus der Provinz Kiang-Si; sie sind daher für die Bauern und Farmer die gesuchtesten. Die Frau, von welchem Range sie auch sei, ist wenigstens insoweit gut daran, daß sie Wittwe bleiben muß. Sie ist zwar nicht viel freier, als die verheiratete Frau, denn sie steht alsdann unter der Gewalt ihres ältesten Sohnes oder kehrt in's Vaterhaus zurück, aber die rohen Unterdrückungen, denen sie bei dem Manne ausgesetzt war, haben doch aufgehört. Die Behandlung der chinesischen Frauen seitens ihrer Männer erregt gewiß mit Recht unser Mitleid mit jenen; sie ist in der That eine barbarische. Wenn man bedenkt, daß das Christenthum die Würde der Frau sanktionirt und ihr die Freiheit gegeben hat, deren sie sich im Abendlande erfreut, daß wir sie die bessere Hälfte des Menschengeschlechtes nennen, daß die Civilisation ihr säst alle Fortschritte in der Feinheit und Gesittung unserer Bräuche verdankt, so muß man sagen, daß die tiefe Stellung der Frau in China zu bedauern ist. Dennoch rühmen sich die Chinesen ihres Systems. „Gerade dieser Knechtschaft, dieser Sklaverei der Frauen", sagen sie, „verdanken wir die gesellschaftliche Stabilität, deren wir uns seit 5000 Jahren erfreuen." Vielleicht wird im Laufe der Zeit, wenn einmal die, wie es scheint, in die Wegs geleitete Anbahnung von Beziehungen mit Europa und seiner Gesittung weitere Fortschritte gemacht haben wird, auch den Frauen ein besseres LooS zu Theil werden. (Beilage zur „Germania".) --8-MW-- Das soulirrmre Fürstenthttm Liechtenstein. Einem Veilchen, das im Verborgenen blüht, gleicht das souveräne Fürstenthum Liechtenstein. Man spricht wenig von ihm, denn es ist nicht tonangebend im europäischen Staatenconcert. Gleichwohl hat es seine Unabhängigkeit besser bewahrt als die übrigen sünfunddreißig Staaten, an deren Seite es im deutschen Bunde einst Sitz und Stimme hatte. Die fünfunddreißig zum Theil Duodezstaaten schnarchen heute unter der Hut Preußens, und ihre Fürsten spielen eine mehr oder minder bedeutende Rolle im „Gefolge" des deutschen Kaisers. Der regierende Fürst von Liechtenstein fährt wohl nicht im Suitewagen zu KrönungSfcsten und dergleichen, dafür ist er wirklicher Souverän eines Landes, das Ende des Jahres 1893 — 8750 fl. Staatsschulden besaß. Der Cabinetsrath des Fürsten von Liechtenstein, Carl von In der Mauer, hat in einer Broschüre die Constitution und die Verwaltung des Fürstenthums geschildert. In der Einleitung entwirft Herr v. In der Mauer ein Bild der historischen Entwicklung Liechtensteins. Die reichsunmittelbaren Herrschaften Vaduz und Schellenberg wurden im Jahrs 1719 zu einem Reichs- fürstenthum vereinigt und auf dem Wiener Congreß dem deutschen Bunde einverleibt. 1818 trat dort eine land- ständische Verfassung in Kraft. Mit dem Jahre 1866 hörte die Zugehörigkeit Zum deutschen Bunde auf. Die Thronfolge im Fürstenthum ist derart geregelt, daß dem im Sinne der Erb-Union vom Jahre 1606 nach der Primogenitur in das Majorat-Hauvrfideicommiß succcdi- renden männlichen Mitgliede des fürstlichen Hauses, als dem Chef des letzteren, jederzeit auch die Regierung des Fürstenthums mit der souveränen Würde zutommt. Das gesetzmäßige Organ der Lcmdesangchöngen gegenüber der Regierung ist der Landtag, der fünfzehn Mitglieder zählt, wovon drei durch den Landesfürstcn ernannt, sieben durch indirecte Wahl aus dem Oberlande, der ehemaligen Herrschaft Vaduz, fünf durch Wahlmänner des Unterlandes, der ehemaligen Herrschaft Schellenberg, auf die Dauer von vier Jahren entsendet werden. An der Spitze der Regierung, welche in Vaduz ihren Sitz hat, steht der Landcsverweser, welchem zwei vom Landesfürsten für je sechs Jahre ernannte Landräthe und zwei Landraths-Slellvertreter beigegebcn sind; die politische Necurs-Justanz befindet sich in Wien; hier befindet sich auch das Appcllationsgericht; das Oberlandes- gcricht in Wien versieht laut Staatsvertrag für Liechtenstein die Functionen eines obersten Gerichtshofes. Die Stellung der österreichischen Finanzorgane in Liechtenstein findet ein Analogon in der Stellung der französischen Doucmcnbcamten in Monaco; die österreichischen Finanz- commissäre haben dem regierenden Fürsten Treue und Gehorsam anzugeloben. Als Landesbehörde fungirt die fürstliche Regierung in Vaduz; von dieser depcndirt die Kassenverwaltung (für die Steuer-Erhebung und Verwaltung der öffentlichen Fonds), während die Buchhaltung gleich der Domänen- Verwaltung der fürstlichen Hofkanzlci in Wien untersteht. Oberste Justizbehörde ist das k. k. Oberlandesgericht in Innsbruck. Für das Civil- und Strafrecht gelten die österreichischen Gesetze. Die Staatsrechnung weist für das Jahr 1870 an Einnahmen 50253 fl. und an Ausgaben 43952 fl. österr. W. nach. Das Militär ist seit 1868 ausgelöst, und die Bevölkerung ist gegenwärtig von der Wehrpflicht entbunden. Durch Vertrag vom 23. December 1862 bildet Liechtenstein einen Bestandtheil des allgemeinen österreich.-ungarischen Zoll- und Steuergebiets und erhält infolge dessen jährlich ca. 20,000 Gulden von Oesterreich ausgezahlt. Münzen, Maße und Gewichte sind die österreichischen ; auch die Post wird von Oesterreich verwaltet. Das Landeswappen enthält fünf Felder und ein Mittelschild, welches das Zeichen von Liechtenstein (Gold über Noth quer getheilt) enthält; die Landesfarben sind Noth und Blau. «z« » j« KLLexleß. Völker ohne Feuer. Man sollte glauben, daß das Feuer, diese mächtige, erhabene und belebende Naturkraft, eines der ersten Hilfsmittel gewesen wäre, auf welches die Menschen durch die sie umgebende Natur selbst hingewiesen worden» 'und dennoch berichten uns Erzählungen aus den früheren Zeiten vieler nachmal wegen ihrer Bildung und Gesittung hochberühmter Völker, daß ihnen der Gebrauch des Feuers lange Zeit unbekannt gewesen. So erzählt Plinius, daß die alten Acgypter das Feuer nicht kannten und höchst erstaunt waren, als der berühmte Astronom EuxuduS es ihnen zeigte. Die Perser, Phönizier, Griechen und Chinesen gestehen ebenfalls die gänzliche Unwissenheit ihrer Vorfahren über diesen Punkt ein, und Pomponins, Mela, Plutarch und mehrere andere alte Schriftsteller berichten von Völkerschaften, die selbst in der Zeit, wo sie schrieben, den Gebrauch des Feuers gar nicht kannten oder doch soeben erst kennen gelernt hatten. Auch die Geschichte späterer Jahrhunderte hat ähnliche Beispiele auszuweisen; denn die Bewohner der 1551 entdeckten Inselgruppe der Mariannen hatten nie eine Idee von dem Dasein dieses Elements gehabt, und alsMagelhaenS an einer der Inseln landete und das Schiffsvolk ein 696 Feuer anzündete, kannte die Verwunderung der Eingeborenen keine Grenzen bei dessen Anblick, sie hielten es für ein sich von Holz nährendes Thier. Die Bewohner der Philippinen und der Kanarischen Inseln befanden sich im gleichen Zustande der Unwissenheit und in Afrika leben noch bis zum heutigen Tage Völkerschaften, die keine Ahnung von dem Dasein dieser „Himmelskcaft" haben. FindigeAankees. In New-Dork gibt es Leute, die sich ausschließlich damit beschäftigen, schwer einzutreibende Schulden einzukassiren. Eine wirksame Methode, dieses ärgerliche Geschäft zu erleichtern, fand ein schlauer „Kollektor schlechter Schulden", der an der Decke seiner Kutsche folgende Inschrift mit fetten Buchstaben anbringen ließ: „Dieser Wagen hält vor den Häusern von Leuten, welche mit ihren Schulden im Rückstände bleiben." Alle Leute, besonders die Geschäftsleute, fürchten diesen Wagen so, daß sie seinen Insassen mit den lange zurückgehaltenen Dollars förmlich bombardiren, um ihn nur schleunigst wieder loszuwerven. -- --SÄSWS- Gvldkörner. Ein leichtes Herz kennt keinen langen Schmerz. Da du einst geboren warst au's Licht, Weintest du, es fieuteu sich die Deinen; Lebe so, vaß, wein: dein Auge bricht, Du dich freust, die Menschen aber weinen. Gerok. kZekuelldlKit. fLUs Rsedto voi'deLaltou-l kartio Nr. 2. Die folgende interessante kartie entstammt äsr 1. Runds des Budapester Turniers. ?rLN2ös!8vLs?art!s. 8 « Weiss: killsburx (Now-Vork). Sebwarr: Llbiu (Wien). kc -s W eiss: killsburx (New-Vork). Sebwarr: 41kin (Wien). i o2—e4 s7—e6 >8 8b5-d6f Ke8-d8 2 d2 d4 67-d5 !9 813-g5 Kd8—c? 3 Sbl—e3 8g8 t6 20 8g5Xt7 Ke7—b8 4 e4 eö 8t6-d7 21 Db?Xb5(a) Bb6—d4 5 12—14 o7—e5 22 Bai—a2 8d7-e5 6 d4Xcö B18Xe5 23 Db5—gk 8o5—e4 7 Ddl—g4 g7—g6 24 b4—bö De7-e7 8 b2-I>4 b7—bö 25 BK1—b3 Bdl—c3s- 9 Dg4--g3 8b8- «6 26 Kel—tl b7-b6 10 a2—a3 8e6-d4 27 Ktl-gl b4-b3 11 Bkl-d3 8d r-fö 28 Bb3Xe3 Dc7Xc3 12 Bd3Xi5 g6XtS 29 Ba2-b2 De3-e1s 13 Dg3-g7 Bb8-t8 30 Kgl—b2 DsIXol 14 Sgl-13 Dd8—s7 3l Bb2Xb3 DolXttf- 15 b2-b4 Bo5—b6 32 Kb2—gl Dt4-k2f- 16 Dg7—1,7 a7—ao 33 Kgl—b2 8e4-d2 17 8e3-b5 aöXb4 34 Bb3—e3 Ba8—a4 Weiss gibt die kartie ant. a) killsburv bat nun rwar aut der Königsssite materielles Debsrgewicbt erlangt, dabei ist zedoob seine Stellung auf der Damenseite so sekwaeb geworden, dass es Llbin gelingt, dieselbe ru dnrebbreeben und sodann durok einen vortrelklieb getübrten Lngriik den teindlieben König in entsebeidender Weise ru bedroben. Diese kartie bestätigt aut's Neue den Orundsatr, dass man kleine watsriello Vortbsile lieber vermeiden soll, nenn ibr Oewinn mit Naobtbeilou in der eigenen Ltellung verknüpft is* Wirten rrn« 8vI,a«I>vv«It. Dg.8 internationale Sebaebmeisterturnier ru Ludaxesi. Das Turnier wurde am Idittwocb den 21. Oetobsr e. beendet und Zeigte naeb Vollendung der letzten Hunds naeb- stebenden Scblussstand: .S s O s Z Z >» Q cZ S e4 O s L cä 8 L-I 2) -r cS '-Z 1 Ldolk ^lbill . . 0 0 1 0 '/- 1 1 1 0 0 0 5 2 Rud. Obarousek . i — 0 0 i 1 1 1 1 1 8',. 3 David danowski . i 1 — i 1 1 0 0 0 0 1 7 4 6sorg blareo . . 0 I 1 0 0 0 1 0 '/- 0 4'/. 5 66ra Naroer^ . . i 0 0 '/- 0 0 1 1 0 1 0 5 6 Dr. doset Noa . . '/, 0 0 0 i — 0 1 '/- '/- 0 0 4 7 B. N. killsbur^ . 0 0 '/, 1 i 1 — I 0 1 1 7'/- 8 Ignar v. kopiel . 0 0 0 1 0 0 0 — 1 0 0 0 0 2 9 10 11 Karl Sebleektsr . Dr.Siegb. 1'arrascb Niebael Bsebigorin 0 '/- 1 '/- 0 1 1 1 1 0 1 '/- 0 1 '/, 1 0 1 1 '/- 0 '/- 1 1 0 '/, 1 1 1 0 '/, 7 6 8'/. 12 Karl4.ug. Walbrodt 1 1 '/, 0 1 0 1 '/- 0 0 — 1 6'/. 13 Simon Winäwer . 1 0 0 1 1 1 0 1 0 1 0 Sonaeb Sticbkampt rwiscbsn Dbarousek (Budapest) und Bselngürin (8t. ketersburg) bei so 8'/, Bewinnpartieo, um die beiden ersten kreise von 2500 bcrw. 2000 Kronen (Sieger, wer Zuerst rwei kartien gewinnt; remis räblt niebt). — III. kreis killsburrx (Amerika) 1500 Kronen bei 's 7'/,; IV und V. getbeilt rwiseben danowski (karis) und Sebleobtsr (Wien) mit 1000 und 600 Kronen bei ss f-7 ; VI. und VII. getbeilt rwiseben Walbrodt (Berlin) und Winawer (Warsebau) mit 400 und 200 Kronen bei ss (k/?. — Kinon Sperialxrsis kür das beste Resultat gegen die kreisträger orbält noeb l)r. Barrascb (Nürnberg) mit 's 6; — es folgen dann rllkin (Wien) und dlarüerx (Budapest) mit zs 5, LIarco (Wien) mit 4*/,, Br. Nua (Oesterreieb) niit 4, söwio v. kopiel (Bembsrg) uiit 2 gewonnenen kartien. _ (Vom Kltmeistsr William Stsinitr aus New- Vork.) Derselbe bat sieb bekanntlieb im rlnseblusss an seinen bissigen Lesueb am 20. August o. direkt naekWöris- botsn begeben, um dureb Oebrauek der Kneipp'seben Kur Heilung von einem langjäbrigen Beiden ru sneben. — Wie nun aus einer von Stsinitr aus Wörisboten an unseren lVlit- arbsiter K. II. unlängst geriobteten sebr berrlioben 2nsebritt bervorgebt, bat sieb sein Befinden vorrüglieb gebessert und siebt derselbe in kolgs dessen dem am 1. November c. in Noskau beginnenden Nateb gegen Basksr um die Weltmeister- sebatt — kreis 5000 Rubel — mit groser Auversiebt entgegen. — Wäbrend seines llukentbaltss in Wörisboksn, der bis rum 23. d LI. dauerte, war Stsinitr immer 6egenstand visier Aufmerksamkeiten; so wurde ibm unter Anderem die ^usreiebnung ru tbeil, von Seiner Küniglieben Ilobeit dem Ilsrrog von die eklen bürg in Osssllsekatt gezogen au werden, um llöobstdossen Osmablin mit den l?sinbeiten unseres königliobsn Sebaebs vertraut ru maebsn. — Kbsnso datts sieb Stsinitr stets der xorsönlioben Lebandlung und kürsorgo des Herrn krälaten Kneipp ru erfreuen. — In liebenswürdig launiger Weiss gab der Altmeister seine grosse Befriedigung über unser in's Beben getretenes »Lugsburger Sebaebblatt" kund, wobei er besonders bervorbob, dass speciell die kresse in Bauern mit böebst anerkennenswertber 2u- vorkommenbeit der edlen Scbacbknnst ibro Spalten ölknet, um das Interesse kisfür aueb weiterbin ru fördern. — Wir wünseben Stsinitr, weleber am 24. ds. Ms. naeb Noskau abreiste, um sieb daselbst, wie er bemerkte, einige läge vor Beginn des LIatebss ru aeelimatisiren, den besten Krtolg und werden unseren Besern über. den Verlaut des interessanten Wettkamxtes entsprecbend beriebten. Die Namen sensr Sebaobtrsunde, wslobs unsers Kndspislo und kroblems riebtig lösen, sowie dis Büsungen inner bald dreiWoebsn einsenden, werden stets an dieser Stelle ver ölksntliebt. 8^" H-Ilss auf das Sebaeb Berügliobs ist ausnabmslos ru adressiren: „Ln die Redaction des Lugsburger Scbneli- blatt — Duke Lugnsta — Augsburg."