« 91 . 1896 . „Augsburgrr Poftxeitung". Dinstag, den 3. November Für die Redaction verantwortlich: Dr. Theodor Müller in Augsburg. Druck und Verlag des Literarischen Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg (Borbefitzer Dr. Max Huttler). Allerseelen. Was bleibt uns noch in diesen Herbstestagen? Daß wir an Gräbern um die Todten klagen, Mit Astern rings ihr friedlich Haus bestecken Das schwarze Land mit Immergrün bedecken, Darein die Liebe letzte Rosen flicht Wie einst im Licht. In Menschenseelen steigt's dann auf und nieder, Und die Vergangenheit kehrt geisternd wieder, Und Töne rauschen wie aus alten Zeiten. Und wenn die Nebel durch den Abend schreiten, Manch' lieber Mund in Treuen zu Dir spricht Wie einst im Licht. Ihr stillen Schläfer tief im schatt'gen Grunde, Frei ist ein Wort an euch in solcher Stunde: Grau kommt der Tag, denn ihr habt uns verlassen, Geschrei und Streit füllt uns'res Lebens Straßen, Nicht linde mehr weht's uns um's Angesicht Wie einst im Licht. Die Liebe starb, die's fromm mit uns gemeinet, Das Auge brach, das für uns oft geweinet, Die Hände modern, die in Trauerstunden Den Balsam legten auf die Seelenwunden; Die Menschen trösten, doch so ist es nicht Wie einst im Licht. D'rum, Welt, fahr' wohl mit Deinen bunten Farben Kurz währt Dein Glück, trugvoll sind Deine Garben, Laß einsam mich um meine Todten weinen, Süß wird Entsagung nur an Leichensteinen, Wo durch's Gewölk der Liebe Sonne bricht Wie einst im Licht. Adolph Müller. -SÄ88NS-- „Magd a." Zwölf Monate eines modernen Lebensbildes. Der Wirklichkeit nacherzählt von Beda v. Ballheim. (Fortsetzung.) Juli. — Zu spät erkannt. Auf dem Grunde einer engen Thalschlucht, welche durch hohe, theils dicht bewaldete, theils nackte und scharfkantige, eng ineinander geschobene Berge gebildet wird, liegt das Bad H. Ringsum hatten die Gnomen ihre Schätze ausgestreut. Der Reichthum der Berge an Silber und Blei war indessen anscheinend erschöpft und die Ausbeutung der Werke seit langer Zeit eingestellt, weil der Ertrag nicht einmal mehr die Betriebskosten deckte. Die romantische Lage des Ortes aber, ein ziemlich starker Säuerling, verbunden mit der kräftigen, reinen Waldluft, hatten das Städtchen zu einem beliebten Gesundheitsorte, vorzugsweise für Norddeutsche, gemacht. Besonders kam es als Sommeraufenthalt der Städter in Mode, seit der Fürst des Ländchens alljährlich einige Wochen daselbst zuzubringen pflegte. Die diesjährige Saison war durch zahlreichen Besuch besonders glänzend, ohne doch dem Leben der Gesellschaft den ungenirten, familienähnlichen Charakter zu nehmen. Auch die Redaktion des „Stachelschweins" finden wir unter den Namen der Badegäste vertreten. Der junge Dauß war mit der Ausführung einer neuen Bahnlinie durch das Ländchen betraut — wie gewöhnlich unter dem mächtigen journalistischen Protektorate seines Vaters und dessen Freunde, was die öftere Anwesenheit derselben in H. veranlaßte. Wir haben schon gesehen, wie das edle RedaktionsTriumvirat die Machtstellung, welche es in der Presse einnahm, zur Grundlage ausgedehnter Unternehmungen zu machen wußte, bestimmt, den übermäßigen und ungeordneten Luxusbedürfnissen der Chefs zu dienen. So waren es auch weitgehende und großartige Pläne, welche diesen kleinen Badeort gegenwärtig als Operationsbasts günstig erscheinen ließen. Seit einiger Zeit befand sich die ganze Gegend in Aufregung. Der alte Reichthum der Erde kehre wieder, hieß es. Der Ingenieur Dauß, ein geschickter, in aller Art ober- und unterirdischer Meßkunde, mehr aber noch in findiger Benützung gegebener Verhältnisse erfahrener Techniker, hatte, wie man erzählte, eine nächst H. an durch die neue Bahnlinie für den Verkehr besonders 698 günstiger Stelle gelegene verlassene Erzgrube untersucht und mittelst eines nur ihm gehörigen Verfahrens einen neuen, unermeßlichen Zukunftsfonds in ihr entdeckt. Während diese Kunde die Welt durchlief, war das „Stachelschwein" so vorsichtig gewesen, das Stück Land, in welchem dies neuerstandene Eldorado sich befand, käuflich zu erwerben. Es gehörte zum Besitzthum des Hauptpastors des Ortes, welcher dasselbe mit der Tochter eines wohlhabenden Großbürgers angeheirathet hatte. Da aber die Mythe, daß die Gruben einst wieder fruchtbar werden dürften, stets unter dem Volke umgegangen war, so hatte sich der Besitzer, durch das besagte Ankaufsgelüste aufmerksam gemacht, nur unter Sicherung eines gewissen Antheiles an der Ausbeute und jedem eventuellen anderen Gewinne zur Veräußerung herbeigelassen. Dem unlauteren Spekulationsgeiste von Dauß und Konsorten war es gegenwärtig um einen möglichst raschen Abschluß der bereits eingeleiteten Verhandlungen über den Weiterverkauf der Werke an den sehr reichen Fürsten des Landes zu thun. Derselbe, selbst Dichter, genoß den Ruf eines Mäcen der schönen Künste, besonders des Theaters, und liebte in dieser Eigenschaft die regenerirende Sonne des Geschmacks genannt zu werden. Im Momente unserer Erzählung beschäftigten ihn besonders die Vorbereitungen für die Darstellung einer eigenartigen, musikalisch-dramatischen Dichtung, welche Idee und Text ihm selbst, die Musik aber dem Attachö Baron Faurier, einem entfernten Verwandten seines Hauses, verdankte. Die Wahl der Sängerin für die Hauplpartie des Werkes war der Gegenstand der skrupulösesten Untersuchungen, in welche die verschiedenen Intriguen des kleinen Hofes hineinspielten. Wie wir wissen, hatte Magda's Gönnerin, die Fürstin Waldenau, das kleine Hoftheater als günstigsten Schauplatz für das Debüt derselben ausersehen. Die Herren vom „Stachelschwein", denen in dieser Beziehung das Zusammentreffen der Umstände sehr gelegen kam, hofften daraus größtmöglichsten Nutzen für ihre Operation zu ziehen. Nachdem das junge Mädchen unter ihrer Mitwirkung bereits engagirt und seit einigen Tagen in H, eingetroffen war, galt es zunächst, dasselbe dem Fürsten, trotz ihrer Anfängerschaft, für jene Rolle möglich zu machen. Den voraussichtlich großen Einfluß, den sie dadurch gewinnen würden, betrachteten sie als ihre wohl auszubeutende Domaine. Der nach dem Geschmacke des Fürsten reich und künstlerisch schön ausgestattete Concertsaal des Schlosses, welcher nur den Privatzwecken des Landesherrn diente, war mit einer glänzenden Versammlung gefüllt. Es fand eines der sich allwöchentlich ein- bis zweimal wiederholenden Concerte statt, bei denen die Mitglieder des sürstlicben Hoftheaters, oft auch fremde Künstler von Ruf mitzuwirken pflegten, und welche stets ein distinguirtes Publikum anzuziehen wußten. Im Munde aller Anwesenden war die Oper des Fürsten, aus welcher man heute eine Orchesternummer in das Programm aufgenommen hatte, die Präliminarien ihrer ersten Aufführung zur Eröffnung des Wintertheaters der kleinen Residenz, und endlich die Frage, wem die Hauptpartie in derselben anvertraut werden würde. Man besprach laut und leise das heutige Auftreten einer neu engagirtcn, von der Presse überaus günstig eingeführten jungen Sängerin, Magda v. Hark- hoff, welche man neben der seit Jahren bewährten Primadonna des Hoftheaters mit dieser Frage in Verbindung brachte, und fühlte sich gewissermaßen berufen zum richtenden Urtheile in dem heutigen Wettstreite der beiden Künstlerinnen. Sehr geschickt vertheilt saß die Garde des „Stachelschweines", gerüstet für den Nothfall zum Claque- kampfe für Magda, das heißt für ihr Projekt. Einige Nummern waren vorüber. Jetzt erschien der Fürst in seiner Loge, in Begleitung Faurier's und des Finanzrathes Tiefenborn, des ausschlaggebenden, stets zuverläßlichen Rathgebers seines Herrn in Budgetangelegenheiten. Die Primadonna erschien, — eine nicht mehr ganz junge, aber recht präsentable Blondine. Sie warf perlende Tontropfenschnüre in die lauschende Menge. Ihre Leistung zeigte große Routine einer immer noch schönen Stimme, und als der Fürst, nachdem sie geendet, mit seinen weißbehandschuhten Händen, über die Brüstung der Loge hinweg, lebhaft klatschte, stimmte das Publikum unisono ein. Es folgte ein Orchesterwerk, dann kam Magda's Nummer. Als sie erschien in ihrem weißen, wallenden Kleide, eine einzige Rose an der Brust, keinen anderen Schmuck als die verschwindend dünne, blauseidene Schnur, an welcher die Muttergottesmedaille hing, ging ein gewisses Rauschen durch den Saal, — ein unwillkürlicher Tribut der wunderbarsten Schönheit. „Superbei" hauchte es fast unbewußt von den Lippen des Fürsten. Mit magdlicher Demuth verneigte sich die Debütantin, während ein glühendes Erröthen wie Morgenlicht über ihre Züge flog. In süßer, durchsichtiger Klarheit schwebte ihr Gesang durch den Raum. Es war eine Fülle, eine Innigkeit, ein Seelenklang in dem Tone, — unwillkürlich vergaß man den Ort, ja selbst die herrliche Gestalt dort — man lauschte athemlos, das Herz voll glückseliger Empfindungen, und in jeder Seele stand hell und glänzend das Theuerste, was sie besaß, — eine Mutter, eine Braut, ein Kind — oder auch ein Grab. Magda hatte geendet — noch schwieg Alles, noch tönten die Klänge in den Herzen, noch sahen die feuchten Augen nur gebrochen das bebende Mädchen, welches stumm das Haupt senkte, in zitternder Erwartung seines Urtheiles, — da brach auf einmal — und man wußte nicht, wo er angefangen, ein frenetischer Jubel los, wie ein Donnerschlag, der nicht enden wollte. Immer wieder mußte die junge Künstlerin erscheinen — und sie weinte und lachte zugleich und breitete unbewußt entzückt die Arme aus. Als sie aber in das Foyer zurückkehrte, trat ihr der Fürst entgegen. „Sie haben die Partie", sprach er noch ganz bewegt, „keine Andere, wie Sie, vermag das Ideal meiner Dichtung zu verwirklichen!" — Am andern Morgen lag ein köstlicher Himmel wie ein Zeltdach von tiefblauer Seide über dem Thale. Magda saß auf einem Felsblocke, unfern der in den Bergwald an die steile Wand geklebten kleinen Villa, welche sie mit ihrer Duenna, der inzwischen verwittweten Frau Professor Holth bewohnte. Ueber ihr tönte das eigenthümliche Rauschen in den Wipfeln der Bäume, neben ihr murmelte ebenso eintönig und doch seltsam plaudernd eine im dicken Moos verborgene Quelle — und doch war es tief still umher. Das Thal drunten und der Wald über ihr träumten in der warmen Julisonne den Farbentraum des Sommers, und jenes Geräusch schien gleichsam das Athemholen der Schlummernden zu sein. Magda saß unbeweglich^ ihr Auge starrte 699 ausdrucklos in die Ferne, und vergeblich umschmeichelte sie der starke, süße Duft der Nadelbäume und der Thymians zu ihren Füßen. Sie achtete weder sein, noch des immer heißern Strahles der Hundstagssonne, des auf ihren Scheitel fiel. Das unermeßliche Weh der an sich selbst verzweifelnden Seele kämpfte in ihr. Gemeine Naturen haben kaum eine Ahnung davon. Die junge Künstlerin fühlte in diesem Augenblicke ihres ersten Triumphes ein Elend, endlos und qualvoll für Zeit und Ewigkeit. Ihr Vertrauen mißbrauchend, hatte Rothner sie zur Eingehung einer geheimen Ehe zu überreden gewußt, seit einigen Wochen war sie an ihn gekettet für's Leben, aber diese kurze Zeit hatte genügt, sie seinen niedrigen Charakter in seiner ganzen Häßlichkeit erkennen zu lassen. Rothner, ein kaltherziger Genußmensch von rücksichtsloser Energie, scheute kein Mittel zur Erreichung seiner Zwecke. Magda's eigenartige Schönheit, ihr seltenes Talent, welches eine bedeutende Zukunft versprach, hatten in ihm den Wunsch rege gemacht, sie dauernd an sich zu fesseln. Von seiner Seite hatte die kälteste Berechnung, nichtLiebe, denBund geschlossen; zerrüttet in seinen finanziellen Verhältnissen, war ihr Talent seine letzte Hoffnung, sollte ihm die versiegende Geldquelle wieder öffnen, zur Befriedigung seiner mannigfachen Leidenschaften, worunter das Spiel die erste Stelle einnahm. Einstweilen bedurfte Magda noch ihrer fürstlichen Gönner, um die Höhe zu erklimmen, wo angelangt ihr Talent ihr weiter Bahn brechen mußte, dabei konnte '' das Bekanntwerden ihrer Ehe nur ^ hindernd wirken. Das war der Grund, weshalb die Ehe vorerst noch ein Geheimniß bleiben sollte. Nach und nach war Magda zur Erkenntniß dieser Sachlage gekommen, sie sah sich als Opfer einer schnöden Spekulation, für die Dauer ihres Lebens an einen Mann gekettet, den sie nicht mehr lieben konnte, nachdem sie aufhören mußte, ihn zu achten. Trostlos, freudlos lag die Zukunft vor ihr, was war ihr noch das Leben? Eine Hand legte sich auf ihren Scheitel. „Aber find Sie wahnsinnig, Kind, sich der Sonne so auszusetzen! Ihr Haar fühlt sich brennend heiß an — Sie können den Tod haben!" Magda blickte verstört auf in das besorgte Gesicht Faurier's. „O", murmelte sie, „käme der Tod!" „Da haben wir schon die Folgen der Sonne", lachte , er, „an der Schwelle der glänzendsten Zukunft — der Tod! — Aber", fügte er ernster hinzu, indem er ihre Hand ergriff, um sie emporzuziehen, „kommen Sie nur mit mir, ich habe Ihnen viel zu sagen, Magda, und dazu müssen wir den Schatten aufsuchen." Wie schon früher empfand sie auch jetzt den unbeschreiblich milden und wohlthuenden Einfluß seines sicheren und zarten Wesens und ließ sich willig von ihm höher August Graf v. plalen Dir sage" hinauf geleiten, wo die scharfe Schneide der glühenden Sonne durch die Zweige und das Waldlaub abgestumpft und seitwärts gewandt wurde und ihr Glanz sich zu nebelartig abgeschwächten Dämpfen vertheilte. Dort hieß er sie niedersitzen ins schwellende Moos. Sie lehnte den Kopf zurück an einen Baumstamm, und der Blick ihrer prachtvollen Augen verschwand unter dem langen Schleier der gesenkten Wimpern. Mit unverhohlenem Entzücken betrachtete sie Faurier einen Augenblick. „Magda", sprach er dann mit weichem Wohllaute, „ahnen Sie, wovon ich mit Ihnen reden will?" Sie sah ihn überrascht an, aber ihr Auge fiel vor dem strahlenden Glanz des seinigen nieder, und ein wunderbar süßes und brennendes Wohlgefühl ging durch ihre Seele. „Wissen Sie, theueres Kind", fuhr er fort, „daß der gestrige Abend Ihnen eine herrliche Zukunft erschlossen hat? Mit der durch Ihren Fleiß wachsenden Macht Ihres Gesanges, mit der Gewalt Ihrer zauberischen Schönheit werden Sie allgemach — vielleicht im Fluge — die Welt erobern und müde von Gold, Ehre und Triumph vielleicht einst Ihre Hand nach einer Krone ausstrecken können." Ein kindlicher Glanz ging einen Augenblick bet diesen Worten im Antlitze des Mädchens auf, wie das Lächeln der Kleinen am Weihnachtsbaume. Er schwieg bewegt. „Und wenn ich es nun dennoch wage, Magda — theure Magda", begann er dann leiser und beklommen, sich über sie beugend, „wenn ich Ihren Blick von all' dieser Pracht wegwenden will auf ein Herz, Magda, ein Herz, das Sie liebt, in dem diese Liebe treu und heiß und männlich gewachsen ist seit Jahren — ein Herz, dessen Kleinod Du bist, Magda" - sie zitterte heftig und Gluth wechselte mit Erbleichen in ihrem Antlitze — „wenn ich seine Stimme war zum leisen Flüstern herabgesunken — „wirf ihn von Dir, den gefährlichen Glanz, der hohl ist und kalt und kein wahrhaftes Glück gibt, und werde das Weib eines Mannes, der ein bescheideneres Loos, ein einfaches Haus für Dich zur Burg und zum Tempel machen kann; werde mein Weib, Magda." Mit einem Schrei sprang sie empor und hielt die Hände vor ihr Gesicht. „Niemals!" rief sie, und ein Strom glühender Thränen stürzte aus ihren Augen. — So hotte sie noch nie geweint. — Alle Bitterkeit, aller Schmerz der Erde hob ihre krampfhaft zitternde Brust. Als sie, Herrin des wilden Kampfes geworden, aufblickte, war Faurier verschwunden. Sie preßte die Hände in wilder Ver- schlingung zusammen, und ihr zuckender Münd schluchzte: „O, Maria, ohne Sünden empfangen, bitte für uns!" Jener Antrag Faurier's war das Resultat einer durch die Verhältnisse herbeigeführten Kombination seiner 700 tiefen und heißen Liebe zu Magda und der edlen Ritterlichkeit seines Herzens. Reich, unabhängig und geistig bedeutend, gehörte er zu jenen in unserer Zeit immer seltener werdenden Männern, welche Selbstachtung und wahre Schätzung der idealen Bestimmung des Menschen dem weiblichen Geschlechte gegenüber stets in einer gewissen Reserve hält. Da ihm zugleich vielfache künstlerische und Lebenserfahrung zur Seite stand, so glaubte damals die Fürstin Waldenau in ihm den besten Anhalt für ihren unerfahrenen, kindlichen Schützling in dem gefahrvollen Treiben jener Kreise, in welche die Vorstufen ihrer Carriere Magda führen mußten, um so mehr gefunden zu haben, als seine musikalischen Arbeiten ihn zu derselben in mannigfache Beziehungen brachten. Die durch eine absonderliche Erziehung begünstigte seelische Eigenart des jungen Mädchens, welche dasselbe von der Gewöhnlichkeit scharf abhob, fand einen äußerst sympathischen, im weiteren Verkehr sich vertiefenden Anklang in Faurier. Auch Magda empfand mit verehrender Hinneigung lebhaft die Wohlthat der gütigen und decenten Unterstützung des bedeutenden Mannes, der, nie den Edelmann verleugnend, ohne irgendwie geistig durch denselben eingeengt zu sein, doch so gänzlich verschieden war von den anderen Herren, mit denen sie umzugehen Gelegenheit hatte, namentlich von jenen des „Stachelschweinzirkels". Dieser angenehme Verkehr hatte indessen nur kurze Zeit gedauert, da die diplomatische Laufbahn den Attache nach wenigen Wochen unverhofft auf Jahre in fremde Länder führte. Nur so war es möglich geworden, daß Rothner'S allerdings blendende äußere Erscheinung zwischen die Seelen zweier von Gott für einander geschaffener Menschen treten konnte, um sie zu trennen, — um sie zu vernichten. Als Faurier Magda in H. wiedersah, fand er sie so wunderbar entwickelt, daß das innige, für sie stets bewahrte Interesse, das er sich selbst nicht eingestanden hatte, in die helle Flamme einer glühenden Leidenschaft auSbrach, welche um so mächtiger war, je mehr er anfangs aus tausend in seinem Charakter liegenden Gründen die gewohnte Beherrschung aller seiner Empfindungen auch auf sie ausdehnte. In Magda's Seele drängte ebenfalls die mächtige Gewalt ihrer früheren Sympathie eine lebhafte Freude, in welche nur das Bewußtsein der jüngsten Vergangenheit tiefe Schatten warf. Faurier's erfahrener Blick erkannte bald die der jungen Künstlerin schon beim Eintritt in ihre Laufbahn drohenden Gefahren, durch gemeine Berechnungen von Magda's journalistischen Freunden. Dies alles hatte ihn dazu gedrängt, seine Reserve zu verlassen, um mit einem Schlage daS wiedergefundene Kleinod in die echte Fassung seiner Liebe zu setzen. Es lag in seinem Charakter, daß er, nach dem momentanen Resultate seiner Unterredung mit dem jungen Mädchen, mit feinem Takte den status WWH WWE UM- ^WM MMZW KMW -^>e- WM K-E 5K^ HMW NZM :sEK WWW '-ZqKs NAD 702 Zwischen zwölf Uhr Nachts und drei Uhr Morgens braucht nicht einmal ein Naturforscher eine Uhr. Wer sich nach diesem duftigen Zeitmesser richtet, weiß wohl: wieviel es in — Upsala geschlagen hat, denn fnr die dortigen Verhältnisse, also für Gegenden von 60 Grad nördl. Breite, gilt die Aufstellung Linns's. Eine andere, für Innsbruck, hat der Wiener Botaniker Hofrath Keiner in seinem „Pflanzenleben" angegeben. In Tirol begrüßt die wilde Rose den goldenen Tag, das Eiskraut wendet sich der Sonne um Mittag zu, und die bleiche Kratzdistel schließt ihre, dem Erdboden aufliegenden Strahlen angesichts der Abendröthe. Da wir nicht annehmen können, daß sich die Blumen öffnen und schließen, um uns den flüchtigen Schritt der Zeit erkennen zu lassen, muß es wohl einen andern Grund für diese Erscheinungen geben. Einen solchen deutet die auch für jedes Gewächs bestehende Verpflichtung sich fortzupflanzen an. Wären die Blumenblätter die ganze Nacht hindurch offen, so würde durch den Thau der Pollenstaub derart durchnäßt werden, daß ihn die Insekten am nächsten Tage nicht einfach von den Fäden abstreifen und auf eine Narbe des Fruchtknotens tragen könnten. Andererseits öffnen sich die zarten, so bunt bemalten Blüthentheile, um die in der Lust schwirrenden Sechsfüßler zum Besuche einzuladen. Von den letzteren hat jeder seine Specialität und seine bestimmte Flugzeit. So z. B. stecken die großen, schlanken Abend-Schwärmer unter den Schmetterlingen ihre langen Rüssel nur in solche Kelche, welche sich zu dieser Zeit erschließen. Die nächtliche Silene nickt eigentlich nicht dem Monde, sondern einem dieser Falter zu. Man hat auch der Natur in's Handwerk zu pfuschen gesucht, indem man die Bedingungen für diese periodische Thätigkeit der Kinder Flora's künstlich nachzuahmen suchte. Ein echtes Kind der Berge — der blaue Enzian — zeigte bei diesen Experimenten, daß es namentlich die Wärmestrahlen sind, welche seine schön gefärbten Glocken öffnen. Die „leuchtenden" Strahlen wandelt die Pflanze durch einen besonderen Farbstoff — das Anthokyan — in „wärmende" um. Darum findet sich dieser an der Außenseite der Blüthen, so sind die weißen Bündchen des gewöhnlichen Gänseblümchens an ihrer Rückseite oben bläulich oder violett angelaufen. Weit lebhafter, als dies die Kräuter vermögen, verkünden die Thiere den raschen Verlauf der Zeit. Wenn es Abend wird, steigen die Gespenster der Tiefe an die Oberfläche des Meeres, um mit der Morgenröthe wieder in den dunklen Grund zu versinken. Mit ihren beflügelten Füßen durcheilen sie zu Millionen die Fluthen. Es sind dies die sogenannten Pteropoden, deren oft nur wenige Centimeter große Körper fast durchsichtig sind. Auch andere Wesen tauchen in der Salzfluth periodisch auf und nieder. Die Uhr des Meeres, welche der Wellenschlag regulirt, hat noch keinen Linus gefunden; hingegen hat Professor Habcrlandt, gelegentlich feines Aufenthaltes in Java, eine Art Thier-Uhr für die Tropen angegeben. In dem Urwalde von Tjiboda gibt es nach seiner Schilderung früh Morgens zwischen sechs und a ch t Uhr zunächst ein großes Singvogel-Concert: ein lustiges Zwitschern und Trillern, zumeist aus recht kräftigen Vogelkehlen. Dann folgt eine Pause, worauf zwischen neun und zehn Uhr die zahlreichen Tauben ihr lautes, fast melancholisches Girren und Gurren ertönen lassen. Mit hohlem Baßtone läßt sich die große oolumsta asnsL vernehmen; dazwischen ertönt ein lautes Schnarren und der einem Glockenton ähnliche Ruf des japanischen Kuckucks. Zur Mittagszeit hört auch dieses Gurren und Rufen auf, und nur zuweilen unterbricht der Schrei eines Pfaues oder der melodische Flötenton eines einsamen Sängers die Stille des Urwaldes. Zwischen fünf und sechs Uhr Abends, nach den Gewittern und Regengüssen, beginnen Plötzlich, wie mit einem Schlage, die Grillen- und Cikadenheere ihr Concert. Das ist ein Zirpen, Knirschen und Schnarren, ein Kreischen und Schreien, das um so lauter wird, je dichter die Nebel des Abends durch das Geäste der Bäume ziehen. Es ist, als ob ein geheimnißvoller Dirigent den Taktstock über diesen geflügelten Massen schwingen würde. So singt, gurrt und zirpt es nun Tag für Tag genau nach derselben Zeiteintheilung. Fast auf die Minute genau läßt sich die Pünktlichkeit der Sänger kon- troliren, die offenbar eine Folge der großen Regelmäßigkeit ist, mit welcher sich die meteorologischen Erscheinungen täglich wiederholen. Der thatsächlichen Ausführung eines botanischen Zeitmessers steht die Schwierigkeit im Wege, daß man nicht alle vorhin angeführten Pflanzen an einem und demselben Platz findet und daß sie nicht sämmtlich zu gleicher Zeit blühen. Auch ein zoologischer Chronometer ließe sich bei uns schwer beschaffen; er hätte außerdem den Nachtheil, daß man die Stunde schlagen hören müßte, auch wenn man dies nicht wollte. Da beide Arten von Uhren den ganzen Winter über stehen bleiben, so haben unsere Uhrmacher vorläufig keinerlei Konkurrenz seitens der Mutter Natur zu fürchten. (Frkf. Ztg.) -» -z- v -4- -» Zu unseren Bildern. August Graf o. Pinien. Am 24. Okt. waren es hundert Jahre, daß Graf August von Platen zu Ansbach als einziger Sohn des Oberforstmeisters Grafen von Platen-Hallcrmündc das Licht der Welt erblickte. Kaum zehn Jahre alt trat er in das Kadettenkorps zu München ein, kaum vierzehn, in das Pageninstitut. Schon mit achtzehn Jahren wurde er Lieutenant und machte als solcher den Feldzug 1815 mit. Doch es duldete ihn nicht in dem geistig begrenzten Dasein eines Militärs. Nach Friedensschluß trat er in das Privatleben zurück, um sich an den Universitäten Würz- burg und Erlangen wissenschaftlichen Studien hinzugeben. Von seinem Fleiße gibt der Umstand Zeugniß, daß er in sehr kurzer Zeit zwölf Sprachen beherrschen lernte. Sein angeborener Wandertrieb ließ ihn jedoch nicht ruhen. 1824 reiste er durch die Schweiz nach Italien — das war das Land, das er „mit der Seele suchte." Von 182b ab kam er nur noch zwei Mal auf ganz kurze Zeit nach Deutschland. Er konnte aber auch um so ruhiger im Lande der Kunst leben, als er zum Mitglied der Akademie der Wissenschaften in München ernannt wurde und vom König von Bayern ein Jahrgehalt erhielt. Im Jahre 1835 trieb ihn die Furcht vor der Cholera, die damals in Neapel grassirte, nach Sicilien. Daselbst erkrankte er und in der Meinung, es sei die Cholera, gebrauchte er die entsprechenden Mittel dagegen. Diese verschlimmerten sein Leiden, so daß er am 5. Dezember starb. Die Platen'sche Dichtung, so erhaben auch der Eindruck ist, den sie auf uns macht, sie wird uns innerlich immer fremd bleiben. Sie ist nur Kunst — „mannorschön" hat man sie genannt — deren einzelne Bestandtheile von reiner Schöne sind, aber es fehlt ihr das Leben. Er wähnte, die Stimmung lieae in der äußeren Form und dieser Wahn wurde um so verhängnißvoller, als er antike und morgenländiscbe Versmaße gebrauchte. Trotz alledem aber bat Platen doch ein Verdienst, um dessentwillcn wir ihn ehren müssen: er hatte das redliche Bestreben, eine reine und große Kunst zu schaffen. Nie Keichrnkarawane. Nach einer Orignalzeichnung von'E. Berninger. Allerseelen ist das große Fest der Liebe, welcbes die Seelen verbindet, jener Liebe, die Raum und Zeiten überwindet. Schon in den ältesten christlichen Zeiten ist es gefeiert worden, und so geschieht es noch heute allerwärts in frommer Erinnerung und unter liebgewonnenen Gebräuchen. Sein sichtbarer Ausdruck ist es, die Gräber der Verstorbenen mit Blumen und Lichtern zu schmücken und dort zu beten für die Ruhe der Abgeschiedenen, eingedenk der Worte des heiligen Augustiners: „Es ist kein Zweifel, daß die Gebete der heiligen Kirche, das heilsame Opfer und das Almosen (des Gebetes), welches man für die Verstorbenen darbringt, ihren Seelen gedeihlich und dazu behülflich sein können, daß Gott barmherzig und gelinder mit ihnen verfahre, als sie durch ihre Sünden verdient haben." — Unser Bild „Allerseelen in Tirol" vereinigt die innere Schönheit des Gegenstandes mit der Idylle der äußeren Gewandung zur glücklichsten Harmonie. _ Nie Keichenkarawane. Blutigroth sinkt die Sonne im Westen. In den Duft der Abenddämmerung gehüllt liegen die unübersehbaren Trümmerfelder von Babylon. Aus der sumvfigen Niederung des Euphrat steigen dunstige Nebel emvor und schleichen vom Äbendwind getragen über die einsame, wüstenartige Landschaft. Aus der Ferne ertönt das beisere Gebell des Schakals, und einige Geier ziehen still ihre Kreise im.dunklen Aether. Suchen sie ihr Nest zur Nachtruhe oder wittern sie Beute? — Da zieht von ferne heran, über die Hügel herauf, in langer, unabsehbarer Reihe eine Karawane. Stumm kommt sie heran; keines jener schwer- müthigen Lieder, mit denen der Kameelführer sonst die lange Reise kürzt, ertönt. Mund und Nase der Begleiter sind mit Tüchern verhüllt, und die bewaffnete Escorte hält sich in scheuer Entfernung zu beiden Seiten der Kamecle. Immer näher beran schwanken die Dromedare Jetzt kann man ihre hohen Lasten ! deutlich erkennen; es sind Särge — es ist eine Leichcnkarawane. I — Entsetzt weichen wir vor dem gräßl-chen Geruch zurück, den ! jetzt der Wind zu uns herüberführt. Eins der müden Th'ere bricht unter seiner Last zusammen; herunter poltern die Todten- kasten. Es össnet sich der Deckel; ein halbverwester Leichnam grinst uns entgegen — hinweg, du Bild des Entsetzens I Südlich von den wüsten Trümmerhaufen, welche die Stätte bedecken, wo einst Babylon und Niniveh standen, in der Ebene des Euphrat liegen Nedschef und Kerbel«, die berühmten Wallfahrtsorte der Mchamedaner. Dort ruhen die Gebeine Alis, des mohamcdanischen Reformators, des Begründers der Sekte der Schiiten, welcher vorzüglich die Perser angehören. So ist es nun der höchste Seelenwunsch eines frommen Persers, nach seinem Tode an dem Orte zu ruhen, der die Ueberreste seines Propheten birgt. — Das sogenannte Canalland, durch welches sich die Pilgerstraße Hinzieht, noch im 12. Jahrhundert mit den schönsten Palmenwäldern bewachsen, ist nach der Schilderung eines Reisenden in der „Allgem. Ztg." heut öde und verlassen, und nur festungöähnlicbe Karawanserais oder Chans unterbrechen die trostlose Einförmigkeit der Strecke. In solchen Chans, die alle besondere Namen haben (meist nach den Gründern, wie: Kjaja-Chan, Jskenderie-Chan, Jzaid-Chan u. s. w.) ist gute Rast für die geängstigten, oft die kostbarsten Schätze mit- führenden Karawanen. Aber der Reisende, der das Sicherheitsgefühl innerhalb der gewaltigen Mauern inmitten des Raubgebietes der Zobetd-Araber sehr zu schätzen weiß, bezahlt es dennoch zu Zeiten sehr theuer, wenn mit Sonnenuntergang die Leichcnkarawane durchs hohe Thor einzieht und in weitem Hofraum die Vesthauchenden Särge ablagert. Zwar behaupten übereifrige Zeloten: es sei alles Jasmin- und Rosenduft, aber der bekannte Reisende VLmbsry ist gleichwohl Leuten auf ihrem Pilgerzuge begegnet, die sich weitab von den Tragthieren hielten und ihre Nasen verbunden hatten. Selbst die Thiere werden mit der Zeit dienstunfähig; sie versagen und fallen um. Die Karawanserais sind weitläufige im Quadrat, oder Rechteck aufgeführte Bauten, im Innern mit arcadenumsäumtem Hofe, wo der Brunnen und die Lagerplätze für die Tragthiere sind. Doch haben die meisten Chans für letztere, sowie für die Waaren, eigene Räumlichkeiten im Erdgeschosse, während das erste Stockwerk zcllenartige Kammern für die Reisenden enthält. Eine solche Wohnstätte darf freilich nicht nach abendländischem Maßstabe gemessen werden, denn sie besitzt weder Ameublement noch Fenster- oder Thürvorrichtungen. Auf dem geborstenen Estrich tummeln sich Inletten und Skorpione, und an den Wänden zie' en sich ganze Ketten von schlummernden Fledermäusen, welche Nachts ihr lustiges Geflatter beginnen. Als Warte, von der aus weite Rundschau möglich ist, dient ein Thurm zunächst des Eingangs. Indeß sind die Karawanen innerhalb solcher Nachtstationen jederzeit sicher, keineswegs aber auf dem Marsche selbst; und Karawanen, die besonders koubare Waaren oder Geschenke für die Grabdome mitbringen, müssen oft von ganzen Bataillonen der Bagdader Garnison begleitet werden. Ganze Schiffsladungen von Leichen werden jährlich über das Kaspische Meer gebracht, um dann auf Dromedaren verladen die weite Reise nach Alis Grabdom anzutreten. So zieht denn die Karawane durch jene sumpfigen, fieberhauchenden Niederungen. Viele der Thiere und Begleiter erliegen der entsetzlichen Atmosphäre, welch- die Karawane umgibt. Ihre Leichen fallen den Schakals und wilden Hunden zur Beute, welche der Karawane folgen. „Welch ein Anblick für Gläubige mag die schimmernde Goldkuppel am rothgelben Wüstcniaume sein! Wonnetrunken stürzen sie auf den brennenden Sand nieder und küssen ihn mit dem Rufe: „O Ewiger, es haftet an unserem Halse dein kostbares Blut I" Und durch die ganze Karawane rauscht's wie von gedämpften Lobhymnen, indessen die todmüden Kameele mit ihrer Leichenlast auf den Boden niedertaumeln, um erst wieder emporzuschnellen, wenn das heisere „Kril Kri!" ihrer Treiber ertönt. Von weitem sieht man nur die mit vergoldeten Kuvferziegcln gedeckte Kuppel und die Goldhauben zweier Minarets. Den Dom umgeben hohe, mit Glasurziegeln bedeckte Mauern, und zwei Thore führen in den Hofraum. Es ist begreiflich, daß der Andrang ein ungeheurer ist. Aber gar so rasch mit der Befriedigung des letzten Wunsches der mitgebrachten Todten geht es keineswegs, denn die schiitisthe Geistlichkeit läßt sich die Ruhestätten theuer bezahlen — abgesehen on allen Geschenken, welche seit einem Jahrtausend im Innern des Grabes aufgehäuft worden sind." In welch leichtsinniger Weise die Bestattung geschieht, bezeugen die Kleiderfetzen und menschlichen Glieder, an denen die halbwilden Hunde auf den Begräbnißstätten herumzerren. So steigt denn aus jenen Gräbern, aus den Stätten der Verwesung, das furchtbare Gespenst der Pest un' schwingt seine Geißel über die traurigen Einöden, mit ibrer spärlichen, physisch und moralisch heruntergekommenen Bevölkerung. Die persischen Leichenkara- wanen durchziehen Jahr für Jahr das Bagdader Gebiet und jene gottverlassenen Steppen und Wüsten, in welchen einst der „Garten des Gottes Dunu", das biblische Eden, lag. „Nur in solchen Contrasten erkennt der Mensch die ganze Bedeutung des wechselvollen Völker- und Culturlehens und den Unbcstand alles Erdenglückes." Schachaufgabe, Schwarz. Weiß. Weiß zieht an und setzt mit dem 3. Zuge matt Auflösung des Arithmogriphs in Nr. 89: Heize, Aase, Visen, Isis, Seine, vgge, Neige, listen, Unsinn. G n e i s e n a u. --