M SS. Ireitag, den 6. November 1890. s?ür die Redaction verantwortlich: Dr. Theodor Müller in Augsburg. Druck und Berlag des Literarischen Instituts von HaaS L Grabherr in Augsburg (Borbcsitzer vr. Max Huttler). „W agd a." Zwölf Monate eines modernen Lebensbildes. Der Wirklichkeit nacherzählt von Beda v. Ballheim. (Schluß.) Das Einstudtren der Oper beschäftigte den Fürsten so lebhaft, daß er beschlossen hatte, bis zum Beginne der Mntersaison in H. zu bleiben. Magda, die sich «it großem, künstlerischem Ernst ihrer Partie widmete und mit der ihr eigenen kindlichen Gefügigkeit den Intentionen der Autoren entgegenkam, entzückte den Fürsten vollständig. Ihre Schönheit übte kaum einen größeren Reiz auf ihn aus, als die feine Natürlichkeit ihres Wesens, welchem jede, so oft fälschlich mit der Eigenartigkeit des Genies interpretirte Launenhaftigkeit und Leichtfertigkeit der Künstlerinnen fremd war. Faurier wachte über ihr mit der umfassenden, unsichtbaren Gewalt einer Vorsehung, und seiner Geschickltchkeit war es zuzuschreiben, daß der Enthusiasmus des hohen Herrn wenigstens bis jetzt in den Grenzen der Courtoifie blieb. Dauß und Konsorten hingegen sahen mit großer Befriedigung den rasch wachsenden Einfluß ihres Schützlings und hielten es an der Zeit, durch denselben auf die prompte Erledigung ihres Hauptcoups, den Ankauf des Werkes durch den Fürsten, hinzuwirken. Mit bewunderungswürdiger Verwendung aller ihrer „Druck- und Preßapparate" hatten sie es möglich zu machen gewußt, den da und dort und oft recht laut auftauchenden Zweifeln an der neuen Rentabilität der Grube die Spitze abzubrechen. Alle namhaften Parteiblätter des Reiches flössen über von den Schätzen, welche sich binnen Kurzem wieder über die Gegend ergießen würden. Kommissionen Sachverständiger hatten sogar zu wiederholten Malen den Befund untersucht und das günstigste Prognostikon gestellt. „Die Presse ist allmächtig, sie läßt sogar das Silber tn der Erde wachsen!" hatte sich mit spitzem Lächeln der Finanzrath Tiefenborn dem Fürsten gegenüber geäußert. Er war der einzige, aber mächtige Gegner des Kaufprojektes. Ein Mann von praktischem Blicke, seit lange betraut mit der Verwaltung des bedeutenden fürstlichen Vermögens und auf dessen Vermehrung mit großer Treue bedacht, hatte er, trotz aller Zeitungsreklame und Sachverständigengutachten, kein Vertrauen zu der Rentabilität einer zu jenem Ankaufe zu verwendenden Million Thaler — denn nicht geringer bezifferte sich die geforderte Summe. »Ihre Zukunft, Kind", hatte Danß mit väterlicher Autorität wiederholt zu Magda gesagt, „ist in unseren Händen; was Sie sind und sein werden, erfährt das Publikum durch uns, und nicht allein das Publikum hier, sondern in der Residenz, im ganzen Reiche und weit über dessen Grenzen. Wir stellen fest, wie es um Sie steht Von der angebeteten und bejubelten Stimme eines Engels aber löschen wir, wenn es uns zweckdienlich ist, leise und unbemerkt Strich um Strich, Farbe um Farbe, und nach Kurzem fragt die Menge verwundert, wie sie solchem Schatten einst huldigen konnte. Noch, mein Kind, ist Ihre Zukunft sehr klar", hatte er lächelnd hinzugefügt, „und bei Ihnen steht es, Nebel und Wolken ferne zu halten." „Was kann ich dazu thun?" war darauf Magda's bestürzte und beklommene Frage gewesen. „Zunächst muß jetzt der Fürst das Bergwerk kaufen, und", hatte Dauß bedeutsam geantwortet, „dazu können Sie ihn leicht bringen." Klarer und immer klarer wurde eS in ihr, noch hoffte sie, wenn auch schwach, daß wenigstens Rothner in keinen Beziehungen zu dem verbrecherischen Complott stehe, in welches man sie zu verstricken gedachte. Noth- ners Ankunft sollte sie auch hierüber aufklären, verlangte er doch von ihr unumwunden und immer dringender die Unterstützung dieser Pläne, von deren Gelingen seine ganze Existenz abhängig sei. Mit Abscheu hatte sie sich da von ihm abgewandt, lieber sterben, als sich von ihm in die abschüssige Bahn des Verbrechens führen zu lasten. Aber war sie nicht durch unauflösliche Bande au ihn gefesselt, ihm nicht vielleicht Gehorsam schuldig? O, wie drückten jetzt diese Fesseln, die sie im jugendlichen Leichtsinn sich selbst geschmiedet l Würde sie auf die Dauer die Kraft besitzen, dem Drängen ihres Gatten zu widerstehen, und was war dann das Ende? Ihre reine Seele schauderte davor zurück. Sie fühlte, sie stand am Scheidewege. Unwillkürlich sank sie in höchster Seelenqual auf ihre Kniee, wiederum tauchte die Erinnerung an ihre Kinderjahre vor ihr auf, sie erinnerte sich der Kapelle, wo sie mit solcher Inbrunst zur Mutter Gottes gebetet, unwillkürlich wiederholten ihre Lippen die Worte: „O, Maria, Du unbefleckt Empfangene, bitte für uns", und himmlischer Trost träufelte herab in ihre Seele, licht wurde eS in ihren Gedanken. Hier gab es nur einen Ausweg, die Flucht. 706 Rasch entschlossen richtete sie sich zum Ausgehen. Ein Gedanke blitzte dabei in chr auf. Seit längerem hatte ein Theateragent sich wiederholt Mühe gegeben, sie für eine Kunstreise zu gewinnen. Kurze Zeit darauf stand sie in seinem Empfangssalon. Nachdem sie sich seiner Verschwiegenheit versichert, machte sie ihn mit ihrer veränderten Stellungnahme seinen Anträgen gegenüber bekannt. Magda fand den Agenten von der entgegenkommendsten Freundlichkeit. Wer mochte auf ihn, der zu solchem Interesse nur durch die Aussicht auf sicheren pekuniären Vortheil bewogen werden konnte, eingewirkt haben ? „Was sagen Sie zu einer Tournee durch Amerika?* kam er nach der Begrüßung auf den Kernpunkt der Verhandlung. „Der Impresario Thomson bedarf noch einer neuen Kraft, besonders geeignet, die Goldmänner drüben zu clektrisiren. Ich habe Sie ihm genannt, liebes Kind", setzte er im Protektortone hinzu. „Ein Kenner, dessen Wort ich trauen kann, machte mich auf S iiaufmerksam." Eine wehmüthige Freude zog durch die Seele der jungen Sängerin, sie erröthete und richtete sich unwillkürlich höher auf. Sie fühlte unzweifelhaft die theuere Hand, welche ihrem wankenden Dasein in der Kunst die neue Stütze bot. „Alphousl" dachte sie; wenn auch für immer getrennt, war es ihr doch eine traurige Seligkeit, daß sie sein Herz ihr eigen wußte. Unter dem unsichtbaren Einflüsse und Drucke dieses „KeunerS" kam denn auch das Engagement mit wunderbarer Schnelligkeit zum Abschlüsse. Agent und Impresario überboten sich in Zuvorkommenheiten, und Magda war schon am nächsten Tage in der Lage, ihre Eltern von dem Glücksfall zu benachrichtigen, welcher selbstredend ihren plötzlichen Weggang von H. zur Genüge motivirte. Zugleich konnte sie eine ziemlich bedeutende Summe, welche sie als Vorschuß erhalten hatte, zwischen diesen und den für die nächste Zukunft unumgänglichen Vorbereitungen theilen — die erste Unterstützung, welche sie mit freudigem Herzen ihren Theuren zuwendete. Und so sagte sie denn an einem vollentwickelten, echten Spätherbsttage der Heimath Lebewohl. DaS allmächtige Meer, das nur langsam mit den scheidenden Küstensäumen seine gewaltige Herrschaft auf ihre Seele legte, sog allgemach Wehmuth und Wünsche, welche mit ihrem feuchten Auge an dem entschwindenden Vaterlande hingen, in sich auf, und eine heftige Sehnsucht nach dem Leben der künstlerischen That zog sie hinüber über die großartige Wasserschwelle in die neue Welt, der sie entgegeneilte. Das Neue des einförmigen und doch so bewegten Treibens des SchiffSvolkes, das familienartige Beisammensein so vieler einander fremden Menschen auf dem engen Raume inmitten der großen Wasserwüste regten Magda, die nur wenig von der Seekrankheit litt, außerordentlich an. Die kindlich forschende, Alles zu ergründen suchende Seite ihres Wesens trat hier, verbunden mit ihrer gewinnenden Liebenswürdigkeit, so lebhaft in ihr Recht, daß die junge, anmuthige Frau bald der allgemeine, verwöhnte Liebling war. Passagiere und Schisssvolk wetteiferten darin, ihr zuvorzukommen, ihr kleine Freuden und Bequemlichkeiten zn verschaffen. Unter der Gesellschaft der ersten Kajüte befand sich auch eine reiche amerikanische Familie, welche von einer europäischen Nundtour zurückkehrte. Mit den Kindern derselben hatte Magda große Freundschaft geschlossen. besonders daS jüngste, ein allerliebster vierjähriger Knabe, Robert, wurde ihr unzertrennlicher Begleiter. Es war gegen das Ende der Fahrt, als ein besonders warmer Abend Magda aus dem Salon gelockt hatte. Sie lehnte, ganz versunken in das Schauspiel der dem Untergang zueilenden Sonne, am Geländer des Decks. Die See war bewegt unter der Oberfläche. Noch lagen die goldenen, zitternden Strahlen des Tagesgestirns tausendfach gebrochen in den unruhigen Wellen, und vom fernen Horizonte blickte die Sonnenkugrl im feurigen Halbkreise zu ihr herüber. Magda fühlte sich berauscht von dem Anblick des Meeres, von diesem unendlichen Horizonte — dem Bilde der Ewigkeit, Untheilbarkeit und Einheit: Gott. Und als jetzt neue Welten und Wolken sich vor der glühenden Abendröthe aufthürmten, da zauberten sie ihr lebendig die Hügel und Wälder der Heimath vor die Seele, sie unterschied so manches licbgewordene Plätzchen darin, mit ihren Freuden und Leiden durchweht — auch das kleine Klrchlein mit seinen eingefallenen Gräbern stand da. Sie legte sich weit über den Rand und breitete mit glänzenden Augen die Arme aus. „Das gibt eine unruhige Nacht", sagte ein alter Bootsmann, der oft Magda'S Wißbegierde mit Aufklärungen befriedigte, im Vorübergehen auf die Wolkenschicht deutend. In diesem Augenblicke vernahm die junge Frau ein Kinderlachen. Robert war, um sie zu necken, auf den Rand des Geländers geklettert, sie fühlte seine blonden Locken, sein Händchen an ihrem Gesichte, — dann ein Fall — ein Schrei — das Kind verschwand in den Wellen. Ohne einen Laut, in rascher Entschlossenheit sprang Magda, eine tüchtige Schwimmerin, dem Kleinen nach und erfaßte ihn glücklich im Augenblicke, da er wieder emportauchte. „Brave Seele!" rief der alte Bootsmann, der ihr sofort zu Hilfe kam und unter dem eifrigen Beistands einiger Matrosen die beiden Triefenden glücklich an Bord brachte, so rasch, daß sich die übrige Reisegesellschaft deS Unglücksfalles kaum noch bewußt geworden war. Auf der sonst immer gleich unbeweglichen Stirn der amerikanischen Mr. Papa standen aber in diesem Augen blicke dicke Schweißtropfen, und die gelbe Farbe seines Ge sichteS war aschgrau geworden. Er drückte, während dt Mutter ihr Kind mit Thränen in die Arme schloß, die Hand der Retterin. „Well, Mrs. Noihner", sprach er, „ich calculire, Sie haben sich einen festen Freund gemacht in John Erittenden." „Das will was sagen", raunte, sich freudig die Hände reibend, der kleine Impresario ihr zu, „denken Sie an die fünf Journale, deren Eigenthümer er ist!" Und dann lief das Schiff eines Morgens im frischen, hellen Sonnenschein in die Bai von New-Mrk ein, und Magda'S entzückte Seele genoß das wundervolle Schauspiel der Einfahrt in den Hafen der Weltstadt. Unter dem wolkenlosen Himmel lagen im reinsten Lichte die beiden Inseln, welche die Bai begrenzten, getaucht in den glühenden Farbenreichthum, mit dem der Herbst hier das Laub färbt, — dann die mächtigen Strandbatterien — und endlich der herrliche Hafen selbst, der weitgespannt daliegt, als wolle er alle jene Schaaren hoffender Menschen gastlich empfangen, welche, müde des alten Europa, in das ungeheuere Festland strömen, das ihnen Erfüllung ihrer Wünsche und neue Hoffnungen geben soll. Wieder sind Jahre verflossen. Die neue Welt war 707 Magda's Hoffnungen in Bezug auf Geld und Ruhm nichts schuldig geblieben. John Crittenden hatte der Retterin seines Sohnes Wort gehalten. Die glänzende, echt amerikanische Einführung der Künstlerin durch seine zahlreichen Preßorgane ebnete ihr den Weg zu einer seltenen enthusiastischen Anerkennung ihrer reichen natürlichen Gaben. Ihr Verhältniß zu ihrem Gatten, das der Welt übrigens noch immer ein Geheimniß war, hatte sie durch ihren Anwalt seit Langem regeln lassen. Trotz der namhaften Summe, die sie ihm von ihren Einkünften zukommen ließ, fehlte es nicht an Bettelbriefen der dringlichsten Art. Neben der reinen Freude, welche ihr die Ausübung ihrer Kunst gewährte und die mit der reifenden Vollendung ihres Talentes wuchs, fand Magda die größte Befriedigung mitten in diesem Leben der Triumphe und des Glanzes, deren Hohlheit sie nur zu bald in der Leere ihres Herzens fühlte, in dem Bewußtsein, daß es ihr nun doch gelungen war, den mit schmerzlichen Opfern erkauften Zweck ihrer Laufbahn: die sorgenfreie, behagliche Lage ihrer Eltern, zu erreichen. So sammelte sie, und der Fonds ihres Kapitals war zu ansehnlichen Höhe gestiegen, als neue, vorthrilhafte Anerbietungen sie wieder nach Europa führten. Seit einigen Wochen waren sie nun in Europa, und das erste Gastspiel Magda's fand in derselben Residenz statt, in welcher sie ihre Studien gemacht hatte. Ihr Ruf war schon so zweifellos begründet, daß sie es ohne Furcht vor früheren Drohungen wagen konnte, Dauß und seiner Garde gegenüberzustehen. Der Erfolg bewährte dies glänzend. Ihre ehemaligen Protektoren, deren Macht durch eine ihrer Partei für den Moment ungünstige politische Zeitströmung bedeutend ins Schwanken gebracht worden war, so daß selbst die Existenz deS „Stachelschweines" gefährdet schien, näherten sich ihr sehr verbindlich und waren froh, durch die Großmuth der Künstlerin daS übliche Honorar, welches eine gewisse, leider dominirende Presse als selbstverständlich für ihre „objektive" Beurtheilung beansprucht, sehr reichlich ausfallen zu sehen. Magda blieb nun doch einmal für den Augenblick ein Stern erster Größe, Wolken des Hasses konnten sie jetzt nicht verdunkeln. Schon nach wenigen Vorstellungen hatte sie das Publikum in allen Kreisen enthusiastisch erregt und besonders die Sympathien eines sehr hochstehenden musikalischen CirkelS gewonnen, welcher mit großem Verständnisse speziell der Pflege ernster Musik oblag. Der Graf Kollhoven, die hervorragendste Persönlichkeit desselben, versammelte häufig auf seinem unfern der Stadt gelegenen Landsitze die ersten musikalischen Kräfte der Residenz, um die Kompositionen neuerer Meister vor einer ebenso durch feinen Geschmack wie durch hohen Rang ausgezeichneten Gesellschaft, in welcher sich oft Mitglieder des Herrscherhauses befanden, aufführen zu lassen. ES galt in der Künstlerwelt für eine besondere Ehre, in diesen Privatkonzerten mitwirken zu dürfen. Magda empfing eines Tages den Besuch deS Grafen selbst, welcher sie mit ausgezeichneter Courtoisie einlud, die Hauptsolopartie in einem neuen, größeren Werke zu übernehmen. Es war ein Requiem, und ein solches wurde alljährlich am Allerseelentage, einer alten Tradition gemäß, in seinem Schlöffe zum Andenken an eine düstere, für sein Geschlecht wichtige Begebenbeit früherer Zeiten aufgeführt. Die Musik wechselte in den Meistern. Von dem Autor der vorliegenden erfuhr man nur, daß er ein intimer Freund des Grafen sei, in Italien lebe und daß Jener den Komponisten, welchen er bei sich erwartete, mit der ohne Kenntniß desselben vorbereiteten Aufführung überraschen wolle. Magda unterzog sich der Aufgabe mit einer besonderen inneren Lust, weil ihr die Komposition wunderbar lieb und sympathisch erschien. Je mehr sie sich in dieselbe vertiefte, um so mehr wehte sie daraus etwas so süß Heimisches an, als habe sie diese Gedanken schon selbst empfunden, als spräche eine Seele zu ihr, welche, der ihrigen vertraut, deren eigenes, inneres Leben zum Ausdruck gebracht hätte. Sie studirte mit großem Eifer, und oft fühlte sie mitten im Gesänge ihr Gesicht in Thränen gebadet, die aus einer unendlich wehen und doch glücklichen Empfindung flössen. Die kleine Cilli, welche ihre Mutter so wenig wie möglich verließ, wenn dieselbe daheim war, saß dann still spielend in einem Winkel des Zimmers und richtete verwundert ihre glänzenden Augen auf die geliebte Mama. Der Tag des Konzertes war einer jener wild- stürmischen Novembertage, welche der letzte Kampf der Natur gegen die eisige Erstarrung des Winters zu sein scheinen. Ein durchdringender Wind jagte über die öde Flur und fegte im Wirbel das raschelnde Laub die Straße entlang, auf welcher Magda im bequemen Wagen zum Schlosse des Grafen fuhr. Sie war ernst und traurig. Das Bild draußen sah ihrem innerlichen Leben so gleich; sie schaute zum Himmel, er hing voll dichter, grauer Wolken, welche vereinzelte kleine Schneesterne herabsandten. Dann ward es Abend. Die angenehme Atmosphäre eines warmen, nach Cedernholz duftenden Zimmers umgab sie einschmeichelnd, und im anstoßenden Raume hörte man schon das leise Knistern und Rauschen der Seiden- roben, das Kommen und Gehen und die gedämpfte Unterhaltung der sich sammelnden vornehmen Gesellschaft. Die gefeierte Künstlerin betrat den Saal, leidenschaftlich bewundert wie immer. Die Aufführung begann. „Requiem avtsruam äona, sie Darwins", begann der Chor mit klagender Bitte; „Dies irrrs, äiee iltu", brauste es dann erschütternd durch die Herzen der Zuhörer und zerriß den Vorhang vor dem letzten der Tage. Woll ergoß sich jetzt Magda's herrliche Stimme in die Klage: „(juiä 8UM missr tuno äieturug" (WaS soll dann ich Armer sagen): es war ein Weh und ein Elend, ein Schmerz, so groß und tief wie das All', der auS diesen Tönen sprach. Die großartig schöne Komposition schien geboren in dieser Seele voll Trauer und Verzweiflung. nLalva wo kon8 pietatis" (Rette mich, Quell' deS Erbarmens), rang die Bitte in heißem Flehen, und voll Ergebung erstarken die Töne in dem Zittern der Scham: „Luxxliennti pures Deus" (Höre, Gott, mein heißes Flehen). Todtenstille lag über dem Zuhörerraume. Magda fühlte nicht, daß sie unter Menschen war, daß sie sang. Ihr inneres Leben strömte dahin in seiner Anklage und Verzweiflung. Die Töne wurden ihre Worte und Thaten, sie stiegen empor wie ihre eigenen Gedanken, und über den Wellen des Chores schwebte in Klängen voll und zauberisch die mächtige, wilde Demuth des seinen Stolz besiegenden Sünders: „Oro sunplex st ueolinis" (Tief im Staub ring' ich die Hände). Der Satz war zu Ende. Kein Summen und Plan- 708 dern, kein Laut im weiten Saale. Alle Herzen bebten in tiefer Erschütterung. Als Mazda später sang: „Ltabat raatsr äolo- rosu", da legte sich alle Sehnsucht ihrer Brust wie ein Liebeshymnus an die Mutter der Schmerzen. Das Ich war überwunden, geopfert vor dem Kreuze, an dem der sterbende Heiland die sündige Menschheit, auch sie, erlöste, und unter welchem die heiligste Mutterliebe die Welt in den ausgebreiteten Armen empfing, denen das eigene göttliche Kind in grausamen Leiden entrissen ward. „0, guaw tristis st aüiiota" (O, wie traurig, gram- beladen), klagte Magda, und tausend Thränen lagen in der Stimme, wie die Antwort der sich verfinsternden Natur klang dazu der Chor dumpf und gepreßt. Diese Mutterliebe, diese Erlösuugsliebe stieg empor, eine mächtige, heilige Flamme, alle Herzen brannten darin, und die Sehnsucht des OpfernS kam über Alle. „Oruviüxi Lgs Ooräi mso valiäs" (Präge des Durchbohrten Wunden meinem Herzen kräftig ein); bat Magda. „l?ao ras xlaZis vulnsrari" (Lass' mit Wunden mich bedecken); dringender und inniger bot sie die Brust den Schmerzen, um endlich in die jauchzende Ueberzeugung auszubrechen: ^Inüamiuatu8 st aoosnsns, kor ts,ViiAv, »um äsksnsus In ärs juäioii" (Ob des Glühens, ob des steten — Wirst, o Jungfrau, mich vertreten, — An dem Tage des Gerichts). ES war ein so überirdischer Gesang gewesen, das Antlitz der Sängerin strahlte von einem so heiligen Glänze, daß alle Mitwirkenden, hingerissen, ebenfalls Ungewöhnliches leisteten. Der Komponist konnte zufrieden sein. Er war es — Faurier. Da stand er vor ihr, hoch und bleich, das ganze Leben konzentrirt in dem blitzenden Auge. Sie erstaunte, erschrak aber nicht, sie lächelte verklärt. »Ich wußte es", sprach sie leise, indem sie ihm die Hand hinstreckte. Der Strom der Entzückten, welche nun den Komponisten und seine hervorragendste Jnterpretantin umgab, trennte sie. Als Faurier sich selbst wieder angehörte, war Magda verschwunden. Sie hatte, Ermüdung vorschützend, dringend nach Hause verlangt. Was sie diese Jahre her mit eiserner Hand der Pflicht zurückgedrängt in ihrer Seele, was sie überwunden glaubte, das strömte nun voll und glühend hervor, und sie «einte zu sterben in der schmerzvollen Seligkeit. Aber da war auch die Ueberzeugung des Opscrns. »st'ao ms xla§is vulnsrari", betete sie in unaussprechlichem Dränge der Leiden und in Demuth zur Erde gebeugt, schlug sie die Brust in wilder Heftigkeit, richtete sich auf in leidenschaftlicher Geberde und bot dem Himmel ihre ganze, herrliche Schönheit, ihr ganzes Ich zum Kreuze dar. Thränen strömten aus ihren Augen, so heiße, rastlose Thränen, alle Lavafluthen ihrer unendlichen Empfindung. Dann wurde es still — das Opfer war vollbracht. Vor ihrer Seele stand das Marienbild in dem Kirchlein ihrer Heimath, und geduldig legte sie zu den Füßen der Gebenedeiten diese Liebe, die — an sich so rein — für sie eine Sünde war; sie legte dahin das Wiedersehen — Alles — bis aus den Gedanken. Es war das Requiem ihres Herzens. Und als sie leer und arm geworden und nichts mehr besaß von dem, was sie, wider ihr Wissen, die Jahre her aufrecht erhalten, als sie ein großes, schweres, kaltes Leiden freudig auf sich genommen, da ward es mild und warm in ihr, und wie Engelsstimmen um- tönte es sie: „O, Maria, ohne Sünden empfangen, bitte für uns!" Zur Beethoven-Feier sollte sie die „Leonore" singen. Diese Partie kostete sie, so oft sie darin auftrat, stets einen moralischen Kampf. Es lag eine zu bittere Ironie auf ihre eigenen Verhältnisse darin. Dunkle Schatten stiegen wider ihr Wollen aus der GrabeShöhle ihrer geopferten Liebe in ihrem Herzen auf und wollten sich zu der Gestalt verdichten, für welche der Schrei: „Todt' erst sein Weib!" eine wildselige Wahrheit gewesen wäre — und daneben der entweihte Opfertisch, auf dem ihr Dasein verblutete! Auf den Tag der Aufführung hatte Rothner eine Kette von Gemeinheiten gehäuft, besonders drohte er mit allerhand wilden Ungeheuerlichkeiten, wenn Magda ihm nicht eine bedeutende Summe zur Tilgung dringender Verlegenheiten überlassen werde. Sie hatte sich geweigert wie immer. Ein jäher, brennender Schmerz in ihrer Brust erschütterte sie, es quoll leise darin anf, und als sie das unwillkürlich vor den Mund gedrückte Taschentuch wegnahm, war ein Heller, röthlicher Schaum darauf. Eine schreckliche Mahnung! „Hinreißender als je!" flüsterte eS im Publikum nach ihrem ersten Erscheinen, „sie ist heute wie eine Glocke, welche der Schmerz zu zersprengen droht!" Und mit immer steigendem Interesse und endlose« Beifalle begleiteten die Zuhörer diese großartige, herrliche Interpretation der reinsten Gattenliebe. „Tödt' erst sein Weib!" klang es gewaltig und erschütternd. Das war die gesprungene Saite, der letzte Ton der gequälten Brust hieniedeu. Noch Jahre nachher hallte er in den Herzen Derer, welche ihn damals gehört hatten. Mit ih« sank die Sängerin bewußtlos nieder. Der Vorhang fiel, und die Oper konnte nicht zu Ende gespielt werden. Während Magda noch schwer erkrankt darniederlag, rief sie eine Depesche an das letzte Letdensbett ihres Vaters. Ihr eigener Zustand machte die Reise unmöglich; doch wußte sie denselben ihren Eltern zu verschweigen. Sie erfuhr sein bald darauf erfolgtes Ableben erst durch einen Brief der Mutter, welche zugleich ihre Absicht ankündigte, nach nothwendigster Ordnung der Angelegenheiten des Verstorbenen zu der geliebten Tochter zu eilen, um sich nie von ihr zu trennen. Nach jenem letzten wilden Anlauf war Nothner wenig zu Hause. Er hatte ein anderes Mittel gefunden, seinen Willen bezüglich des Geldes durchzusetzen. Feindselig und in sich gekehrt, mied er das Zusa««ensein mit seiner Frau. Der letzte Tag des Jahres kam heran. Am Vormittage hatte der Arzt aufs Bestimmteste erklärt, die Kranke dürfe unbedingt längere Zeit nicht nur nicht singen, sie müsse auch schleunigst einen Luftkurort aufsuchen. Als Magda mit wilder Hast in ihn gedrungen, ob sie wieder in den Vollbesitz ihrer Sti««mitiel gelangen «erde, stellte er ausweichend die Bedingung sofortiger Abreise nach Italien. Und das alte Jahr ging zu Ende. Feierlich erklangen die Glocken von den Thürmen, Jubel und Jauchzen aus den Straßen: Glück zum neuen Jahrs! Glück! Wie lange lag das hinter Magda, und doch, wie nahe war es! Die offenen Augen schloß kein Schlaf, eine unnatürliche Erregung floß wie ein Feuerstrom durch die krankheitsmatten Glieder. Die Zeit stand still für sie; ob Minuten, ob Stunden, sie stand in ihrer Seele 709 vor der Ewigkeit. Gegen Morgen kam ein stolpernder Schritt die Treppe herauf, schwankte durch den Vorfaal. Jetzt tappte eins Hand unsicher an der Thüre des Zimmers, schwerfällig ging sie auf. Rothner taumelte herein. Sein gerathetes Gesicht zeugte in seiner Verzerrung von der wüst durchlebten Nacht. „Weißt Du auch, daß ich wich dort, wo sie noch lustig sind, losgerissen habe aus purer Freundschaft für Dich? Wollte Dir doch den Neujahrsgruß bringen!" Er hielt ihr ein Zeitungsblatt dicht unter die Augen. „Sieh hier — die Nachricht! Deinen alten Liebsten, den feinen AttachZ, den Wundermann Faurier hat der Teufel geholt! Todt ist er, hörst Du? Todt! Todt!" Er johlte die Worte in schaudervollem Entzücken. Sie zuckte zusammen. Aber es war wohl nur eine seiner Gemeinheiten. „Du bist betrunken", sagte sie, mit Mühe ihrer Stimme Festigkeit behauptend. „Nüchtern genug, um Dir die Wahrheit zu beweisen. Höre!" Und er las laut und langsam: „Der in der musikalischen Welt als Komponist rühmlichst bekannte Attachö Baron Alphons Faurier ist nach längerem Leiden am 25. ds. Mts. in Nom gestorben." Mazda griff mit schneller Bewegung nach dem Herzen, dann blieb sie unbeweglich, todtenblaß, aus dem hinausgedrängten Auge floß langsam ein großer Tropfen der Qual die Wangen hinunter. Und dann stand sie auf der Straße. Die Sterne blitzten in Myriaden an dem tiefen Horizonte, der Schnee 'mischte unter den Füßen. „Neujahrsnacht hell und klar, bringet ein gesegnet Jahr", sagt ein altes Sprichwort. Auch auf Mazda wartete der Segen. Sie wanderte mechanisch durch die ihr hie und da begegnenden heimkehrenden Nachtschwärmer. Viele waren betrunken, auch redete sie da und dort einer mit loser Rede an; sie hörte es nicht, und wenn gar Jemand einen frechen Blick unter die Capuze wagte, so taumelte auch der Kühnste zurück vor dem leichenhasten Antlitz. Wohin? Sie ging über eine Brücke, tief unten lag der schöne Strom; sie starrte hinunter; die blauen Wellen waren gefangen umer eisiger Decke. Weiter, weiter! Die Zähne klapperten im Froste, kaum trugen sie noch die Füße. Da lag ein großes, dunllcs Gebäude — eine breite steinerne Treppe. Sie schleppte sich die Stufen hinan, auf die oberste setzte sie sich, wie im Traume. Es war nur noch der Instinkt des Lebens in ihr, nicht mehr das Bewußtsein. Jetzt begann dicht über ihrem Haupte das FrühglScklein zu läuten. Sie schrak auf aus der beginnenden Erstarrung. Wie aus weiter Ferne hörte sie die Glocke, und es schien ihr als riefe Jemand: „Komm', komm', komm', komm!" Wer konnte sie rufen, wer verlangte nach ihr, der Verstoßenen? Aber mächtiger und näher tönte das „Komm, komm!" Und jetzt klang eS so süß, so feierlich, so dringend. O, das war eine liebe Stimme; sie kannte sie, oft war sie in ihr Herz gedrungen; sie begriff nicht, warum sie ihr nicht nachgegangen alle die Jahre. Und der Wald tauchte vor ihr auf und das Kirchlrin ihrer Hei- math. Die Thüre war weit aufgcthan. Lichterglanz und Weihranchdust strömten aus dem Innern. Sie saß wieder auf einem Grabhügel, und da drinnen rief es nach ihr so sehnsüchtig und liebend. Jetzt kam die alte Marianne leibhaftig zwischen den Gräbern daher, in deren einen! sie doch langst schon schlief; sie nickte und winkte und zeigte auf die offene Thüre. „O, ja, ich komme", sagte Magda für sich. Sie erhob sich. Nun erst gewahrte sie, daß sie auf den kalten Stufen gesessen, und das Gesicht verschwand. Aber die Stimme tönte fort und fort über ihrem Haupte, und da stand sie auch vor einer großen, schweren Thüre, und alte Mütterchen, die sie aufmerksam anschauten, fingen hinein. Es war Magda, als wenn die Stimme mit Wärurestrahlen in ihr Herz, in ihre Glieder dringe. Sie fühlte sich durchschauert von sehnsüchtiger Wchmuth. O, wie wallte es auf in ihrer Brust, und aus dem Nachtdunkel schwebte auf den Glockentönen näher und näher jenes süße Muttergottcs-Antlitz, das sie in ihren Kind» heitsträumsn schützend angeblickt; es neigte sich dicht an das ihrige, und ohne zn wissen, was sie that, zog sie die Medaille hervor und preßte sie an ihre Lippen. GrheiAnißvolles Wunder der Bekehrung einer Seele durch die Einwirkung der Medaille von der unbefleckten Empfängniß! Von der Höhe des Himmels hatte die Gottesmutter einst das fromme Kind Magda ansersehen, und als sie durch ihr Erscheinen in dem geschwärzten Bilde, vor welch:« die alte Magd betete, die Gluth einer heiligen Sehnsucht in dem Herzen desselben entzündete, da sagte ihr liebevoller Blick: „Du wirst mein eigen sein!" Die Kurzsichtigkeit der Eltern verhinderte den geraden Gnadenweg, die Welt und die Lust und die Lüge überschatteten ihr Herz. Aber durch die Hand deS alten Priesters hatte die allerseligste Jungfrau mit der Medaille den Eigenthnwsstempel auf diese Seele gedrückt, und das treueste Mutterange folgte ihr auf allen Irrwegen. Gottes Weisheit bediente sich derselben, um sie endlich in die himmlische Heimath zu geleiten. Verstoßen und verlassen, arm und krank zum Tode, sollte sie in der ewigen Liebe vollkommene Gcnesung finden. „O, Maria, ohne Sünden empfangen, bitte für uns!" --- Ermllenttrgrn an Ungarn. Von A. v. C. (Nachdnit virbole».) Wenn ich in Gedanken meine Neise-Erlcbnisse auffrische, so nimmt das schöne, rcichgesegnete Ungirn k nien untergeordneten Platz ein. In mehrjährigem Aufenthalte lernte ich sowohl das Leben auf dem Lande, als in der Stadt keimen und will es nun versuchen, meine geehrten Leser mit diesen Erinnerungen bekannt zu machen. Als ich bei Gelegenheit der eisten Reise nach Ungarn die schöne Kaiscrstadt Wien zum ersten Mal sah, verfehlte sie nicht, einen großartigen Eindruck auf mich zu machen, doch nur von kurzer Dauer war mein damaliger Aufenthalt, mein Reiseziel war in der Gegend von Stuhl- wcißenbnrg, cmch Alba genannt. Ueber Prcßburg und Naab ging es nach dieser ältesten Krönungsstadt der Arpaden, welche am Abhänge des Bakony Waldes liegt. Ich erinnere mich, daß mährend dieser Fahrt insbesondere dir weidenden Rinder mit ihren großen Hörnern und die Maisselder meine Ansmcrlsamkcit aus sich lenkten. In Stuhlweißenbnrg wurde ich empfangen, und dann ging es per Wagen nach der Pußta (xnsLber). Auf der Landstraße fuhren wir immer in einer Staubwolke, und meine beinahe ängstliche Frage, ob denn das immer so ,1V fei, erregte große Heiterkeit; ich wurde später noch oft damit geneckt. Ueberhaupt war auf der Pußta S. ein recht gemüthliches Zusammenleben, wie es auch wünscheuswerth ist, wenn ein kleiner Kreis von Menschen ausschließlich auf sich angewiesen ist und nur an den festgesetzten Gesellschaftstagen sich ein benachbarter Gutsherr oder Pächter, der Geistliche des Nächstliegenden OrteS oder ein Osficier einsinket, welchen der Dienst jahrelang an einem abgelegenen Orte festhält. Noch sehe ich das Herrenhaus mit dem Ziergarten vor mir, umgeben von den bescheidenen Wohnungen der Zugehörigen und den großen Oekonomiegebäuden. Der Nutzgarten hatte auch viele Maulbeerbäume, doch während die veredelte Maulbeere als beliebtes Dessert galt, wurden die anderen Arten gar wenig beachtet — das Feder Vieh machte sich das zu Nutzen. Doch sind gerade die Blätter des weißen Maulbrrrbaumes das Futter der Seidenraupe. Je nach der Farbe der Frucht unterscheidet man zwei Arten des Baumes, den schwarzen und weißen. In ziemlich weitem Umkreise konnte man die sogenannten „Tristen* sehen, denn es ist nicht möglich, alles Stroh unter Dach und Fach zu bringen. Diese malerischen Derschanzmigcn mußten manchmal bei heiteren Spielen der Jngend herhalten. In einer Einfriedung waren mitunter 30—40 Fohlen, der Stolz des Csikos. Weit und breit wechselten wogende Aehrenfelder mit ungeheuren Maisfeldern und Weideplätzen, dann kamen wieder endlos sich ausdehnende Akazien-Alleen. Hier darf man sich aber nicht die Kugel-Akazie vorstellen, welche sich bei uns zuweilen als Zierde öffentlicher Plätze findet; das waren herrliche, weitverzweigte Bäume, welche stolz zum Himmel ragten und zur Zeit der Blüthe herrliche Düfte entsandten. Weit und breit sah man keine menschliche Wohnung, dafür gewahrte man da weidendes Rindvieh, dort eine Hcerde Schafe und dann wieder Schweine mit ihren Hirten. Unter diesen gibt es eine Art Kasten-Einthcilung. Der Schweinehirt steht auf der untersten Stufe, dann folgen Rinder- und Schafhirt, obenan steht der Csikos, der kühne Nosscbändiger und Nossedicb, dieser echte Sohn der Pußta. Was der Ungar im eigentlichen Sinne des Wortes unter Pußta versteht, ist bekanntlich die weit«rsgedehnte, öde, wasserarme Fläche, welche mit brauner Heide über- kleidet und baumlos ist. Diese wird manchmal durch Ziehbrunnen und die Tanja unterbrochen; in der letztem finden die Hirten ihre Verpflegung, und das Leben und Treiben daselbst gestaltet sich oft zu einem recht fröhlichen. — Pußta, im Sinne von Eirrschicht, nennt man aber auch ein einzeln stehendes Haus mit den dazu gehörigen Oekonomiegebäuden. Die Pußta, welche ich damals bewohnte, war eine Stunde von der nächsten Ortschaft entfernt, nach Stuhlweißenburg kamen wir auch öfters. Einmal wurde eine Partie an den Plattensee gemacht, welcher uns schon so oft herrliche Fische gespendet hatte. Der so beliebte „Fogasch" findet sich meines Wissens nur in diesem See. Auf die Tafelfreuden wird überhaupt in Ungarn großer Werth gelegt, hauptsächlich spielt der Truthahn eine Rolle und die Paprikahühner, so genannt, weil bei der Zubereitung dieses so beliebte Gewürz nicht gespart wird. Ganz neu waren mir die verschiedenen Strudel, als Krautstrudcl, Kartoffelstrudel rc. Daß es natürlich nicht an auserlesenen Weinen fehlt und zu seiner Zeit der Nachtisch die edelsten Trauben, Zucker- und Wasser-Melonen und andere Früchte ausweist, ist selbstverständlich, ober doch möchte ich — schon einmal beim Kapitel der Mahlzeiten — noch ein paar ungarische Lieblingsgerichte erwähnen, welche uns nicht bekannt waren. Der junge zarte Mais, in Ungarn auch Kukuruz genannt, wird nämlich in Salzwasser gekocht und als Delikatesse gegessen, ebenso kamen die Schweif- chen der Lämmer gEackeu auf den Tisch, und auch die Akrzienblüthe wurde in Brandteig getunkt und gebacken. Wie überall, so wurden auch hier die Gaben der verschiedenen Jahreszeiten freudig in Empfang genommen, aber auch die Zeiten selbst hatten ihren Reiz. Wie schön war nur das Erwachen der Natur auf dem Lande, wie entzückend Ssatengrün und Lrrchenjubel, mit einem Worte, alles was zum Gefolge des Frühlings gehört. Sogar die eine Zeit lang währenden allabendlichen Froschconccrte gehörten in den Rahmen dieses landschaftlichen Bildes. Mit Vorliebe besuchte ich im Sommer die Schnitter, nachdem ich mich das erste Mal durch eine Geldspende losgekauft hatte, denn es ist Sitte, daß man mittels Aehren gebunden wird. Aehulich ist es auch bei der Schafschur; ehe man sich's versieht, hat man einen Strick an den Händen, doch ich gab dem muntern Völkchen gerne. Die abendlichen Gesänge der Schnitter hörte ich mit Freuden, die ungarischen Volkslieder haben überhaupt ihren eigenthümlichen Reiz. Da und dort ist eS Sitte, daß — wenn die Ernte vorüber — die Schnitter dem Hrrrenhause eine Art Ovation darbringen. Da werden dann Aehren und Blumen zu Kronen und Kränzen gewunden und der Herrin überreicht. Hieran schließt sich eine kleine Festlichkeit für die Schnitter. Bei diesen und ähnlichen Vsanlassungen, namentlich bei Hoch- Zeiten, hat man so recht Gelegenheit, das muntere Treiben des Volkes zu beobachten, namentlich wenn es sich mit voller Lust dem beliebten Nationaltanz (Lsarclao) hingibt. Ich habe denselben übrigens auch in seiner Gesellschaft, bei Gelegenheit eines Hausballes, tanzen sehen und in diesen Kreisen die gleiche Begeisterung dafür gefunden. — Wenn die reiche Gottesgabe in diesem gesegneten Lande eingebracht ist, dann sieht man überall die Dreschmaschinen in vollster Thätigkeit. Die reiche Obsternte und die Weinlese bringen später neue Freuden, auch die emsigen Bienen haben reichen Vorrath gesammelt. In großen Weinbergen finden Festlichkeiten mit Tanz statt, nicht selten wird auch ein Feuerwerk abgebrannt. Hier möge auch eine Bemerkung über ungarische Gastfreundschaft gestattet sein. Sie ist sehr ausgedehnt, und es wurde mir gesagt, daß sich auch der ärmste Mann im vorkommenden Falle derselben nicht entzieht und eher noch die letzten Bissen theilen würde. Auch auf der Pußta wurden die Gesellschaftstage eingehalten. Zur schönen Jahreszeit machte man nicht selten Gesellschaftsspiele im Freien, wie Kegelspiel und andere, im Winter wurde Musik getrieben, einmal auch die Kinder- stnfonie von Haydn aufgeführt. Die Hauptanziehmigs- kraft übte aber immerhin der Spieltisch aus, namentlich in Herrenkreisen. Die Jngend suchte an frostigen Winter- tagen gerne den nahegelegenen Weiher auf, um sich bei fröhlichem Schlittschuhlauf gesunde Bewegung zu machen. Ich erinnere mich noch gerne der beiden Winter, welche ich auf der Pußta verlebte. Selbst St. Nikolaus fand — 711 — seinen Weg dorthin, und am Christabende erstrahlte eine herrliche Tanne im Lichterganz und erinnerte an die deutsche Heimath. Bei einbrechender Dunkelheit erschienen die Kinder und die jungen Burschen, welche zur Pußta gehörten, und sprangen wiederholt um das Herrenhaus herum. Sie hatten Schellen anhängen, oder Glöck- chcn in der Hand, und nachdem diesem Weihnachtsbrauch gehuldigt war, wurden sie mit Aepfcln, Nüssen und kleiner Münze beschenkt. An den langen Winter-Abenden kam die Jugend regelmäßig, um sür die Herrin Federn zu schleißen; der Lohn dafür war der sogenannte „Federnball", welcher seinem Namen alle Ehre machte, denn die ganze Dekoration des Raumes deutete schon daraus hin. Zieht dann der Frühling wieder in's Land und mit ihm das schöne Osterfest, so wird man mit einem neuen Brauche bekannt gemacht. Am ersten Feiertage müssen sich's die Damen gefallen lassen, von den Herren begossen oder doch wenigstens angespritzt zu werden, und man darf sich's sogar noch zur Ehre rechnen, wenn man nicht umgangen wird, denn es gilt als Zeichen von Werthschätzung. Da gibt es manchmal heiße Schlachten, wenn beim muntern Frühstück die Wassergläser erhoben werden und die Damen zu entfliehen trachten. Der Ostermontag ist übrigens der Tag der Rache; da wird von der anderen Seite offen oder mit List gekämpft. In Städten trägt man Ringe, an denen kleine Gummibälle, gewöhnlich mit Eau-de-Cologne gefüllt, befestigt sind. Ganz entgegen dieser Art des Osterbrauches machen es die Landleute. Da kommt nicht selten der Bursche und läßt es auf diesen Probierstein ankommen. Ist ihm der Gegenstand seiner stillen Verehrung nicht gewogen, so läßt sich das Mädchen nicht finden; soll er aber ermuntert werden, so wird ihm das Suchen sehr erleichtert, und mit Jubel geht's dann zum Brunnen, um diesen Bund gleich recht kräftig zu besiegeln. — Der Sitte des Maibaumes wurde aus der Pußta auch gehuldigt. In Ungarn wird die Landwirthschaft und Viehzucht großartig betrieben. Ein Magnat theilt nicht selten seinen Besitz in verschiedene Pachtungen, und jeder Pächter beherrscht wieder einen ausgedehnten Wirkungskreis. Auf der Pußta wurden an einem Tage gleich Hunderte von Schafen verkauft; auch die Schweinezucht wurde in großem Maßstabe betrieben. Wenn in Zwischenräumen die Schweine für den eigenen Bedarf geschlachtet wurden, dann gab es alle Hände voll zu thun mit Sprckfchneideu, und Alles drängte sich zu dieser Arbeit, welche unter heiterem Ge- plauder vor sich ging. Das Federvieh war auf der Pußta reichlich vertreten, und ich hörte da etwas aus dem Leben dieser Thiere, was nicht allgemein bekannt sein dürfte. Die Kapaune werden nämlich nicht selten dazu benützt, Eier auszubrüten. Man gibt dem Thiere eine unschädliche Dosis eines geistigen Getränkes, um es zu betäuben, und in diesem Zustande wird es aus die Eier gesetzt. Nüchtern geworden, bleibt der Kapaun dann ruhig sitzen und führt später die Küchlein spazieren trotz der sorgsamsten Henne. Einmal wurde das patriarchalische Leben auf der Pußta durch einen jähen Schrecken unterbrochen. Ein heftiges Gewitter entlud sich zur Nachtzeit, und der Blitz zündete; ein großes VorrathShaus wurde ein Raub der Flammen. Nach Jahren mußte ich in Ungarn zum zweiten Male alle Schrecknisse eines nächtlichen Brandes miterleben; auch das trostlose Bild einer durch Hagelschlag vernichteten Ernte war mir nicht erspart. (Schluß folgt.) AKLexLei« Quacksalberei in vergangenen Tagen. WaS die „Aerzte" in alter Zeit ihren Patienten zu verschlucken zumutheten, davon legen die Verordnungen zweier Söhne Aeskulaps, der Leibärzte Gustav Wasa's, Zeugniß ab. Als am 29. September 1560 der Schwedenkönig Gustav Was« auf dem Sterbebette lag, wurden ihm von Meister Jakob und Meister Lukas Brahe, seinen Aerzten, im Verlauf von 24 Stunden folgende „Heil- und Stärkungsmittel" in abwechselnder Aufeinanderfolge dargereicht: Veilchensyrup, Granatapfel, Endivienwasser, Cichorie, purgirender Trank, Mandelmilch, weichgerührte Eier, Pomeranzen-Confect, gesottene Haselhühner. Da der Magen des Kranken, wie leicht erklärlich, dieses Durcheinander von Medizinen und Speisen nicht bei sich zu halten vermochte, so klagte der König noch kurz vor seinem letzten Athemzuge, wie traurig eS sei, daß er sich mit allem seinem Reichthum nicht einen „geschickten Arzt" erkaufe» könne. « Unerwartete Wendung. Sie: „Du glaubst also an nichts?" — Er: „Ich glaube nur das, was ich verstehe." — Sie: „Nun, das kommt auf dasselbe hinaus." Rsoktv vordoLsItoir.) 6iv8vl>iv1»4« «t«8 8v!»rrv!r8x»Lvl8. III. Nasser dem sebaebliobenäen Lalikeu Ilutasim Dillak sind uns indessen aueb noob andere Hamen von bervorragevden 8cbaebsxielern aus jener Lpocbe arabisebsr 8okaobkunst er- baltsn geblieben. 8o erfreute sieb namentlieb äer imäabro 899 neck 6kr. rn Lagäaä verstorbene Xrrt Lbul L,bbas, äer sogar eins 8cbrikt über das 8ebaebspiel verfasst baben soll, unter seinen scbacbfrsunälicben Danäsleuten eines uiebt geringen ^nsebsns. Die Vorliebe äer Xraber kür äas 8xis1 sobeint rismlieb lange angeäauert ru baben, äa aus äer Zeit von 930—950 naeb Obristus uns nocb niedrere 8xielor von Ruf, wie Ldali, ^1 8uli unä Lajlaj, mit äein ausärücklioben Demerken benannt werden, äass sie sieb auob literariseb mit äein 8obacb bescbäktigt bätten unä so go- wissermassen als äie Debrmeister ibrer Volksgenossen ?.u bs- traebten wären. Zweifellos ist, äass äie 8araoeoen auf ibren Lriegsrügsn äas 8obaeb in äas Lbenälanä verpflanzt baben, worauf sebon der Umstand binweist, äass äie erste Dlütbereit äss 8ebaebs in bluropa auf spanisebem unä italioniscbem Loden, also geraäs in äev beiäen Dänäern sieb entfaltete, welebe am längsten von äer Invasion äer 8araoenen beimgesucbt waren. Xussor in arabiseben Landsebrikten ilnäot jeäoeb äas 8ebaob um jene Zeit aueb in äer incliscben Ditsratur mebrfacbs Dr- wäbnung, so bei äein Lasmirer Latnakara in äer ersten Hälfte äes neunten äabrbunäorts naeb Obristus unä bei Ludrata in äer rweiten Hälfte äes glsiobvn äabrbunäorts. Unter äen bleupsrsern feiert um äas äabr 1000 äer ^nnalvnsebreiber Diräusi in sebwungvoller V/eise äas 8ebavb unä äer anno 1030 verstorbene Diebter Dnsuri widmete dem Obaswaniden Nabmuä ein sinnreicbes 8ebaebgeäiebt. — Vls Lsweis dafür, äass äas 8ebaeb wabrsebeinlieb durek bobes 8pielen um 6elä, damals aber aueb ru ^ussebreitungen kübrto, kann andererseits wobl die Vbatsaebo gelten, dass ru derselben Zeit, um welebo die obsngsnannton Diebter das 8pisl feierten, der Xalik Dakun su Xairo dasselbe allgemein unä strenge verbot. (Dortsetruug dieses ^bsebnittes in 14 Vagen.) 712 ^.ukgake Nr. 3. va.s nackstekenäe siunbilälicks kroklem, welcl«os von 8. Bnckkeit in Regensburg kerrükrt, äürkts — wenn äio vösung Lack keine bssonäoren Lekwicrigkeitan maekt — wogen seiner originellen läse unseren Hern imworkin Vergnügen bs- r»itsn. Klotto: „Dar gesprengte Oarrä." Lckwarr. Weiss riebt an unä sstrt in rwsi 2ügsn mat. 1i»»e1irlellr1ei» arr« «Ivr l8vli»«l»vrv!t (Buäapost.) — Internationales bckackturnier. In äem klntsekeiäungskampks um äsn ersten kreis rwiscksn Okarousok nnä ksekigörin trat Okarousok, uaokäsm er am 26. Oktober äis erste kartis verloren katte, Zurück IsekigSrin (8t. keters- burg) orkivlt demgemäss äsn ersten kreis (2500 krönen), 6karousok (Budapest) äen rwoitsn (2000 krönen). kartis Nr. 4. Die kolgsnäs kartis, welcks ani 9. Oktober gespielt wurde, räklt ru äsn intersssantestsu äes Luäapestor üloistsr-kurniers. LxLLisolio kartis. VL W siss: Walkroät (Berlin). 8 ckwars: ^auowski (karis). 4) oc. -S Weiss: Wnldroät (Berlin). Bebwarr: dauowskl (karis). 1 e2—e4 e7—08 16 A2"-g3 1'k4-k7 2 8g1-k3 8K8-e6 17 8e5Xk? Rg8Xk7 3 Rk1-K5 8g3-k6 !8 c2—e4(e) e6—e5 4 0-0 8t6X«4 19 Dc2—K5^ Rk7-s7 8 ä2-ä4 8v4—ä6 20 8e4Xe5 Rb6Xe5 6 RbSXeö ä7X«S 21 DKSXeZf Lo7—e8 7 ä4Xe5 8ä6-e4 22 vcä—K5-)- Lo8—k8(ä) 8 väl—o2 8s4—e5 23 DK5XK7 Lk8-k7 9 kkl-äl Re8-ä7 24 käl—ä3 Vä8-e8 10 8bl-c3 Rk3-e7 25 kä3-k3-j- Lk7—s7 11 Del—e3 0-0 26 VK7X8?1 kal—älf Lo7-ä6 12 Re3Xe5 I,e7X«5 27 Lä6—c6 13 8c3—o4 Rcä—K6 28 1k3-ä3 Ia8—ä8 14 iß! o5—e6(a) 8k3-o5 k7X«6 M—k4(b) 29 K2-K4 3ckwars gibt ä. kartis auk. a) Die LIsistorsckakt Walbroät's borubt eigontlick mek: in äsr räken Vertksiäigung sekwierigor Stellungen; kio lernen wir ibn inäess auek als Kulmen ^ngriü'sspioler kennen b) Hin aukWegnakmo äesväuksrs mit 16. Vä8—K4 rnn 6ügenai>grikf ru gelungen. e) Hier lässt Weiss äis naekkolgenäs nocli stärkere kort sotrung ausser Botraekt: 18. Ve2-K5f, Lk7—v7; 19. käl—ä3 Vä8-e8; 20. VK5—g5-j-, L°7—k8; 21. kä3-I3f, Rk8-g8 22. 8e4—161° mit vamengswinn. ä) 2lit Le8—e7 konnte sieb 8ckwarr länger kalten. Nie Lnästellung äen kartis Nr. 1 Bteinitr: laaowski (!n Nr. 81). kür äis Bskauptung, äass 8toinitr in äer orwäknten 8tellung nocb keinerlei Veranlassung katte, äes 8pisl aukrugeben, kübren wir au» äen vielen einseblägigell Varianten äis nacbstebenäon als Beweis vor: 4K. 43. kk7-i- Lg8 44. k4X°5 kb:! 45. Bäb-j- 46. '1'k8f Lk8 Lo7 47. 1'k7-j- Lä8 48. RK8-j- 49. kk7-j- Le7 LK8 50. 1'K8 Ro7 (nickt La7 wogen '1a8p nebst 1'b8-j-). «. 43. Ng8 44. Rä5t(a) Rk8 45. Xe4 RK3 46. väl VK2XI2 47. 1'k7-j- Xo8 48. Lv1Xe5 vo.3-1- 49. Rä6 1'b6k 50. Le7 unä stobt sickor. 43. . . ^ . . kkS 44 k4X°5 kl>3 4S. kk8-j- Ls7 46. kk7-i- Le6? 47. Räk-j- Xe6Xo5? 48. k4p Lk6 49. 1k7ch » 43. Lg8 44. Dä5-i- 45. '147-5 Rt8 Le8 (nickt 45. Ls4 Rg7) 46. Ls4 Rä6 47. väl 8ckwarr ist im Vortkoil. Unter obigen Varianten ist also nur eins, äis äem 8ckwarren äsn errungenen Vortbsil sickert unä wird bei äer merkwürdig vernickelten 8tellung wokl Niemauil bokauptsn können, äass äanowski vor seinem 41. 2ugo alle äiese Varianten äurekgsreeknot bat, eben so wenig als es rutrokkonä ist, äass 8toinitr in «leren Rrksniitniss die kartis aufgab! — 8tsinitr versickerte uns vielmekr vvivävrkolt persöulicli, äass, wenn er äie blögliokkeit obiger kortsstr- ungen erkannt kätto, er äis Okaneen eines eventuellen Remis selbstredend nickt nnbsnütrt gelassen unä äie kartis also gewiss nickt aufgegeben kabsn würde! — kür ein Remis waren aber äie Aussiebten sckon um deswillen nickt ungünstig, weil äanowski knapp am Rnäo seiner ärittsn 8pivl- stunäs wob! kaum mokr äie 8sit gefunden kätts, von äen versviiiedenvn Varianten äie kür ikn allein vortkeilkakto noek seknell kerausruklügoln!!- Die Besungen wurden riektig angegeben von: k. 6artk, eanä. matk. in Lonn; O. Binse in Orossseköuaek (Laäen); N. L. in W.; Hugo Häusler, 6g. Lunstmann, Ose. bla/inger unä vi. Rüäelkeiwer kisr. a) kalsck wäre 44. k4xs5 wegen Vb2—elf; 45. Vä3—ä2, IK8-b3-j-; 46-Bs4-ä3, kb3-ä3-j-,- 47. Le3xä3, vel-bl^-! 0. B. in Orossseköliaek: Der vroirüger — Aufgabe Nr. 1 — bat keineswegs eine unmögliekoStellung, inäsm äsr Banker b8 äurek beklagen eines kauern von a7 oäer o? in äio Dame sekr wokl entstanden sein Kanu, wäkrenä äer Ranker auk cl krüksr von einer keinälieken kigur gescklagen wuräs. 8oleks äiebteriseke kreikviten sinä äem kroblsm- eomponistsn sckon erlaubt! Die kointv äer ltukgabs rukt übrigens nickt in äem ersten Auge, sonäern in äsn Varianten äes Zweiten I4ugos. Dass sie nickt gar so einkaok ist, wirä äaäurek bewiesen, äass von äsn vielen Rösungen, äio wir orkielten, erst eine vollständige eingetroffen ist, weleks alle Varianten umfasst. Wollen 8ie nickt noekmals äiess Aufgabe näkor beseken?!- Die Namen )onor 8obaobkronnäs, weleko unsers knäspiols unä kroblomo riektig lösen, sowie äisBösungeo inner kalk äroiWoeksn einssnäen, weräsn stets an äieser 8tsIIs ver- öikentliokt. ^llss auk äas 8ekack Rorüglioko ist ausnakmslog ru aäressiren: „^tn äis Redaction äes Lugskurger 8okaek» dlatt — kakv Lugusta — ltvgsbllrg.^i "WM