-r M 98. Kreitag, den 27. November 1896. Für die Redaction verantwortlich: Vr. Theodor Müller in Augsburg. Druck und Verlag des Litterarischen Instituts von Haas L Grabpcrr in Augsburg lBorbesitzer vr. Max Huttler). Im fremden c-lande! Erzählung von C. Borges. (Fortsetzung.) V. Weihnachten, das Fest der Freude! Aber welch' ein Weihnachtsfest im Vergleich zu den Festen, die Nasalst von Bornfeld in ihrer früheren Heimath gefeiert hatte! Die Nasen blühten in üppiger Fülle, dunkle Clematis und weiße Kletterrosen schützten die Terrasse vor den sengenden Sonnenstrahlen, und Nasalst fand es im Hause und im Freien zu heiß zu irgend einer Beschäftigung, selbst das Buch entfiel ihren Händen, denn auch im schattigsten Winkel war es zu heiß, um zu lesen. Obgleich Herr Lambrecht fast sein ganzes Leben hindurch hier in Afrika gelebt hatte, wollte er doch von den deutschen Sitten und Gebräuchen am Weihnachtsfeste nicht lassen. Wenn das Thermometer auch noch so hoch stand, er mußte nicht allein einen Weihnachtsbanm haben, sondern liebst es auch, zu diesem Feste eine Schaar Freunde um sich zu versammeln. „Wie gefällt Ihnen die Weihnachtszeit hier, Fräulein Nosa?" fragte Thomas ungefähr drei Tage vor dem Feste und ließ sich dann an ihrer Seite in die Hängematte fallen. „ES ist fast zu heiß, um zu athmen; möchten Sie nicht ein wenig von dem Eis und dem Schnee hcrübcrzaubern können, der um diese Zeit in Ihrer alten Heimat!) das ganze Land bedeckt?" Vier Wochen waren vergangen, seitdem Thomas die Unterredung mit Nosalie über Linda River hatte, und seit dieser Zeit war mit dem Jüngling eine wesentliche Veränderung vorgegangen. Der Vater beobachtete ihn genau und freute sich im Stillen, daß er mit der neuen Hausgenossin auf einem so guten Fuße stand. Er begleitete oft ihre Lieder, sang mit ihr Duette, lehrte sie reiten nnd begleitete sie aus ihren Spaziergänger: im nahen Walde. Nosalie ihrerseits war aufrichtig betrübt, daß sie, durch falsche Vorspiegelung geblendet, den Charakter des jungen Mannes so schlecht beurtheilt hatte. Sie fühlte inniges Mitleid mit ihm, noch mehr aber zürnte sie Linda Niver, die durch ihre Heuchelei sein Lebensglück — wie sie meinte — doch zerstört hatte. „Wir werden beide gut miteinander fertig", sagte sie in ihrer schlichten, offenen Weise zu Frau MannerS, „obgleich wir noch nicht gute Freunde sind. Aber er duldet doch jetzt meine Gegenwart, und er sagt auch kein böses Wort mehr gegen Damen." Dr. MannerS lachte heiter, als seine Frau ihm diese Worte wiederholte. „Ist Nosa denn wirklich noch ein so harmloses Kind?" „Das ist sie ganz gewiß. Sie ist so frei und aufrichtig, wie ein unerfahrenes Kind von zehn Jahren." „Glaubt sie denn wirklich, Thomas wäre gleichgiltig gegen sie?" „Daran ist gar nicht zu zweifeln, und ich glaube, sie hat darin auch vollkommen Recht. Thomas wird niemals für eine Dame ein Interesse zeigen, sie müßte denn eine alte Jungfer oder eine verhcirathete Frau sein, die also nicht die geringsten Ansprüche auf seinen Namen mehr macht." „Hm!" machte der Doktor gedankenvoll, „vielleicht hast Du Recht; ihr Frauen müßt ja immer Recht behalten — aber — —" „Aber waS?" fragte Hilda ungeduldig. „Wenn Thomas wirklich ganz gleichgiltig gegen Fräulein Nosalie ist, warum war er denn vor einigen Tagen so sehr empört, als der junge Farmer Gervin um ihre Hand anhielt? Er und Thomas waren früher die besten Freunde; gestern sagte er mir aber, er wünsche, der Farmer sei tausend Meilen weit von hier und ließe sich niemals wieder in Marydale sehen, weil er gewagt habe, Rosa für sich zu gewinnen." „Meinst Du denn — —" „Ich meine gar nichts, durchaus gar nichts", unterbrach der Arzt schnell seine Gattin. „Sollte sich Thomas aber einmal ernstlich verlieben, so kann es nur in die liebliche Nosa sein." Unterdessen saßen die Beiden an diesem heißen Dczembertage im kühlen Schatten auf der Terrasse. Nosa versicherte scherzend, sie sehne durchaus nicht Eis und Schnee herbei, und ein heißer WethnachtStag sei ihr so neu» daß er einen gewissen Netz für sie habe. „Die Wahrheit zu gestehen", fuhr sie heiter plaudernd fort, „hatte ich noch gar nicht daran gedacht, daß in anderen Erdtheilcn dieses schöne Fest in die heißeste Jahreszeit fällt, erst im letzten Juni hörte ich zuerst davon reden." „Bei welcher Gelegenheit?" Nosa errathest heftig, und Thomas, der sich über diese Verlegenheit belustigte, wiederholte seine Frage dringender. 754 „Sie werden gewiß über mich lachen", flüsterte sie leise, „aber eine Zigeunerin sprach zuerst davon." „Sie glaubten doch nicht dem Gerede einer Zigeunerin ?" „Nein — ja — ich weiß eigentlich nicht." „Bah, ich hielt Sie für vernünftiger", sagte Thomas verächtlich. „Na, Sie werden doch darüber nicht weinen? Ich wollte Sie wirklich nicht beleidigen." „Ich kann nicht anders", gestand sie, gewaltsam ihre Thränen zurückdrängend, „ich muß immer weinen, wenn ich an jene Zeit und an die Worte der Zigeunerin zurückdenke." „Sie lebten doch in einer großen Stadt, wo sahen Sie denn eine Zigeunerin?" „Meine Tante veranstaltete ein Sommerfest, und ich mußte vorher hinausfahren, um dem Hausmädchen zu helfen, die Tische für die Gäste zu bereiten." Thomas sprang entsetzt aus seiner nachlässigen Stellung empor. „Wurden Sie nicht wie eine Tochter im Hause gehalten?" fragte er erregt. „Ich war dort so unglücklich, daß ich jetzt oft noch weine, wenn ich an jene Zeit zurückdenke. Ich mußte den ganzen Tag in einer engen Mansarde sitzen und die Kleider meiner Cousinen nährn, bis mir dir Finger schmerzten. Wenn Besuch da war, so durste ich nicht einmal zum Essen hinuntergehen. Niemand sagte mir ein Wort, ich mußte nur täglich mit anhören, daß ich ans „Mitleid" im Hause geduldet würde. Ich hatte schon den Plan gefaßt, mich als Kinder- oder Hausmädchen zu verdingen, da machte mir Ihr Vater das Anerbieten, hierher zu kommen." „Das war für Sie ein hartes Leben. Aber wie war's mit dem Sommerfest und der Zigeunerin? Bitte, erzählen Sie." „Sie werden nur darüber lachen." „Erzählen Sie nur!" „Nun, einer der eingeladenen Gäste erschien nicht, und so mußte ich mich mit zu Tische setzen, damit die gefürchtet« Zahl „dreizehn" vermieden wurde. Eine der Damen — sie war so schön und dabei höchst elegant gekleidet — war so freundlich zu mir, daß ich mein ärmliches Kleid ganz darüber vergaß. Sie mit ihrem Vetter, Herrn Wilmer, bereiteten mir frohe Stunden, daß wir die flüchtige Zeit darüber vergaßen. Dort im Walde trafen wir auch die Zigeunerin, die mir die Zukunft enthüllte." „Nun, was sagte sie?" „Zuerst sagte sie mir, ich habe jetzt viel Sorge und Noth, aber ich würde bald in einem besseren Lande sein. Ich glaubte, ich würde bald sterben, doch sie sagte nein, ich hätte ein langes Leben vor mir und stände jetzt vor einem Wendepunkte. Ehe der Vollmond am Himmel stände, würde ich das Haus meiner Tante verlassen haben." „Versprach sie Ihnen keinen Gatten?" Nosalie beachtete diese Frage nicht und fuhr fort: „Ferner sagte sie, sobald die Noscn am Weihnachtsfeste blühen, würde der Stern meines Glückes aufgehen." „Wad weiter?" „Weiter nichts. Meine Tante zürnte mir sehr und drohte, mich fortzuschicken, weil ich so lange mit der reichen Dame und deren Vetter allein im Walde gewesen war, doch da erhielt ich den Brief von Herrn Hollmann, und der gut: alte Herr nahm mich in sein Hans auf." „Und was haben Sie mir weiter von dem Vetter der reichen Dame zu sagen — wollen Sie ihn heirathen?" „Wahrlich, Thomas, Sie treiben Scherz mit mir", rief Nosalie heiter lachend. „Ich sah den Herrn ja nur dieses eine Mal. In der letzten deutschen Zeitung, die ich in der vorigen Woche erhielt, las ich feine Heiraths- anzeige, und es war mir lieb, daß er nicht meine Cousine Georgine gewählt hatte." „Nun", sagte der junge Herr gedankenvoll, „die Rosen stehen bereits in voller Pracht, und in drei Tagen ist Weihnachten. Der Stern Ihres Glückes muß sich jetzt beeilen, um rechtzeitig am Himmel zu erscheinen." Rosa wollte antworten, doch ihre Lippen blieben geschlossen, denn gerade in diesem Augenblick trat der alte Herr auf die Terrasse hinaus, einen offenen Brief in der Hand haltend. Ein zufriedenes Lächeln erhellte sein gutmüthiges Antlitz, als er die beiden jungen Leute so heiter plaudernd beisammen fand. „Gute Nachrichten, Thomas!" rief er lebhaft. „Die ganze Familie Davidfohn hat unsere Einladung angenommen; sie kommen Me. Morgen treffen sie ein und bleiben bis nach Neujahr." Der junge Mann schien bei dieser Eröffnung wenig erfreut. „Ich kann nicht begreifen, welches Vergnügen Du darin findest, das ganze HauS mit Gästen anzufüllen", erwiderte er unwillig. „ES wäre viel besser, wir blieben zum Feste allein." „Am W-ihnachtsfeste muß ich einen großen Kreis fröhlicher Gesichter um mich sehen; so hab' ich es gern", beharrte der alte Herr. „Na, jetzt wird Dein Wunsch erfüllt. So viel ich weiß, sind sieben kleine Sprößlinge in der Familie Davidsohn, außerdem hast Du noch Gäste aus der Stadt geladen." „Ich erwarte zwanzig Personen", rechnete der alte Herr, still vergnügt. „Zwanzig Personen mit der Familie Davidsohn, die auch ihre Gouvernante mitbringt. Die Mutter wollte die Erzieherin der Kinder nicht gern allein zurücklassen, und da sie so weit entfernt — in Natal — wohnt, wollte sie auch für die wenigen Tage die Heimreise nicht antreten. Sie soll eine angenehme junge Dame sein, die Dir gewiß gut gefällt, Rosa." Thomas und Nosalie wechselten verständnißvolle Blicke; ein gleicher Gedanke durchzuckte ihre Seele, doch sie wagten nicht, ihn in Worte zu kleiden. Herr Lam- brecht beachtete dieses Schweigen nicht und fuhr heiter fort: „Du wirst ihr doch einen freundlichen Empfang bereiten, nicht wahr, Rosa? Ich meine, der Gouvernante. Sir gehört einer alten Kausmannsfamilie in Natal an, aber sie hatten viel Unglück und leben jetzt in kümmerlichen Verhältnissen. Denke nur, diese Linda River — so heißt sie — ist eine Nichte der Madame Darby, mit der Du die Seereise machtest." Jetzt war kein Zweifel mehr über die Identität der Gouvernante. Rosa wagte nicht, Thomas anzusehen, aber sie fühlte ihre Wangen sich purpurn färben. Zum Glück verließ der alte Herr bald die Terrasse und Thomas seufzte laut: „Was in aller Welt soll ich nun thun?" „Fürchten Sie sich?" fragte Rosa. „Fürchten? Nein! Ich würde mein Herz nicht noch einmal an Linda Niver verlieren, selbst wenn sie die einzige Frau in ganz Afrika wäre." — 755 „Was fürchten Sie denn?" „Ich sagte niemals, daß ich mich fürchte." „Sie sind aber entsetzich aufgeregt, Thomas. Nun, für Sie ist's nicht so schlimm, Sie haben konsequent Dl'mengcsellschaft gemieden, bleiben Sie Ihrem Grundsätze auch jetzt getreu und ziehen Sie sich zurück. Für mich ist es viel schlimmer, ich soll für die Unterhaltung der Gouvernante ganz besonders sorgen." Sie glaubte, Thomas würde ihre Worte belächeln, aber sein Antlitz war ernst, als er sagte: „Sie kennen sie nicht. Ich gäbe mit Freuden Tausende, wenn ich sie von Marydale fern halten könnte." „Sie fürchten doch nicht für Ihren Vater? — O, Thomas, denken Sie das doch nicht; er kann ja noch immer nicht den Schmerz über den Verlust seiner Gattin lindern." „Für meinen Vater fürchte ich nichts, aber dennoch würde ich kein Opfer scheuen, um Linda fern zu halten. Ich weiß, Sie hassen mich, Nosa, aber ich bitte Sie, einen guten Rath von mir anzunehmen." „Ich hasse Sie nicht. Welchen Rath geben Sie mir?" „Vermeiden Sie Linda'S Gegenwart so viel wie möglich. Sie streut gern Eiftsaat aus — sagen Sie ihr kein Wort, was nicht die Spatzen auf den Dächern zwitschern dürfen." „Ich habe keine Geheimnisse, und wenn ich welche hätte, so würde ich sie Fremden nicht mittheilen", versicherte Nosa. (Schluß folgt.) --S28SLS--- In der Vrrg- und Glrtschriivrlt der Berner HochnlM.") Von Dr. Naimund Schäfer (Baben-Daden). (Wetterhorn. — Eiger. — Mönch. — Jungfrau. — Finsteraarhorn. — Schreckhorn.) Die Bergbahn hielt, und ich befand mich in Grindelwald. Hans Brawand wurde mein Führer. Unberührt von Europas übertünchter Höflichkeit, von stählernem Bau, kühnen Zügen, welche durch den langen, braunen Bart eine gewisse Wildheit erhielten, schien er wie geschaffen, den Gefahren der Alpen zu trotzen und sie zu besiegen. Am Tage nach der Ankunft war ich mit ihm auf dem Wege zum Wctterhorn. Wir gingen in Gesellschaft des Herrn James Drummond und seiner beiden Führer. Herr Drummond trug einen Photographischen Apparat, den er mit bewundernswürdiger Zähigkeit in allerlei gefährlichen Situationen benutzte. An Punkten, wo es schon schwierig war, ein freundliches Gesicht zu machen, verlangte er allgemeine Pose. Auf unserem Wege zur „Glccksteinhütte" hatten wir den Oberen Grindelwaldglctscher zu überschreiten und viele abschüssige Felswände zu erklettern. Nach etwa sechsstündiger Wanderung erreichten wir die Hütte. Sie steht friedlich auf einem Vorsprung des Berges. Im Glänze des feurigen Strahlenmeercs, mit welchem die Abendsonne uns und unsere herrliche Umgebung überflutete, entwickelte sich nun jenes romantische Zigeunerleben, welches einen so großen Reiz der Alpenwanderug bildet. Das Lager wurde hergerichtet, Feuer angezündet, Wasser herbeigeschleppt, der Proviant ausgepackt und entsprechend zubereitet. Wir entnehmen diese anziehende Schilderung dem Feuilleton der „Frankfurter Zeitung". Als die Nacht hereinbrach, tauchten tief unten die Lichter Grindelwalds auf, und die Abendglocken sandten ihre Klänge empor. Um diese Zeit brannten wir zwei Raketen ab. Die eine hatte keine Lust, in die Höhe zu steigen; sie cxplodirte und vertheilte sich unparteiisch unter den Unterstehenden. Nachdem unsere Nerven sich wieder etwas beruhigt hatten, hüllten wir uns in Decken, legten uns auf das Strohlager in der Hütte und schliefen bis 3 Uhr Nachts. Aldann kochten wir schnell Kaffee und stiegen mit Laternen versehen in Nacht und Felsen hinein. Wir brauchten fünf Stunden, um den Gipfel zu erreichen. Er ist steil und mit Firn bedeckt. Zahlreiche Dohlen flatterten umher, und hoch über unsern Häuptern flogen einige Naubvögel, welche die Führer für Adler hielten. Die Aussicht war großartig. Die zunächstlicgenden Gipfel des Vordergrundes sind es im Wesentlichen, welche uns an der bald angepriesenen, bald angezweifelten Schönheit der Hochgipfelaussicht entzücken. Mit jeder Orts- und Zeitveränderung wechseln die Berge Rahmen und Beleuchtung, und jede Aussicht in den Alpen ist deshalb eine neue Aussicht. Aber die hunderterlei Ansichten, die ein Berg gewähren kann, geben jeder Gipfelausstcht ihren besonderen Charakter. Um sich in dem Chaos der fernliegenden Berge zurechtzufinden, bedarf man, abgesehen von auffallenden Bergformen, einer genauen Kenntniß der Alpen. Derjenige, der hier Berge wiedersieht, auf welche er vor Jahr und Tag seinen Fuß gesetzt hat, heftet seine Augen voller Freude auf die alten Bekannten in dem gestaltenreichen Zug im Hintergründe des wundervollen Bildes, dessen letzte Ausläufer sich in den Dünsten des Horizontes in matten Umrissen verlieren. Dort unten herrscht dumpfe Schwüle, hier athmet die Brust jenen unvergleichlichen Aether, der den jungfräulichen Schnee der höchsten Gipfel umfluthet. Der Abstieg vom Wetterhorn bot nichts Bemerkenswerthes. Am Tage nach der Wetterhornbesteigung fuhr ich mit Herrn' Drummond und einem Herrn Clayton mit der Zahnradbahn nach der Wengern-Schcidegg, an den Fuß des Eiger und der Jungfrau. Am darauffolgenden Tag bestiegen wir den Eiger. Herr Drummond hatte seine alten Führer, und der andere Engländer hatte den bekannten Chr. Allmer, sowie den Führer Kauffmann aus Grindelwald engagirt. Wegen deS starken Nebels kamen wir erst um 8 Uhr zum Abmarsch. Nach Ueberschretten einiger Nasenhänge und Schutthalden erreichten wir die schroffen Kalkkiippen des Eiger. Wir kletterten rastlos empor, bald auf scharfen Graten, bald an Abgründen entlang, welche losgelösten Felsblöcken freien Fall boten. Um 2 Uhr Mittags standen wir auf dem Gipfel, und der Knall eines Salutschusses drang schwach an unser Ohr, ein Zeichen, daß wir von den Gästen deS Hotels mit dem Fernrohr verfolgt worden waren. Der schmale, schisfskielförmige Gipfel deS Eiger vermochte uns kaum zu fassen. Er ist stark vereist und von einer Schneewächte gekrönt. Stoßen wir ein Loch durch den Schnee zu unseren Füßen, so erblicken wir unter uns den zerklüfteten Vieschergletfcher, der etwa 1000 Meter tiefer liegt. Rings umher befinden sich todbringende Abstürze, die sich von oben schlimmer aus- nehmen als von unten, und unwillkürlich Gedanken an das Jenseits erregen. Aber man empfindet daS Dasein nie reizvoller, als wenn man Gefahr läuft, eS zu verlieren. Jeder gefahrlose Nnhepunkt erzeugt eine Art beneidenswerter Neconvalescentenstimmung. In dieser 756 — Gemüthsverfassung genießt man die Schönheit der Umgebung doppelt. Dort, die in trotziger Kühnheit emporragende Fclsklippe des Schreckhorns — dort, in einem Meer von Gletschern, die glänzenden Viescherhörner. In unmittelbarer Nähe des Eiger erheben sich seine mächtigen Geschwister, der gewaltige Mönch und die blendende Jungfrau. Tief unter uns liegen die grünen Thäler mit den Silberadern der Bäche, und über uns wölbt sich der tief- dunkelblaue Himmel des Hochgebirges. Wir verweilten etwa eine halbe Stunde auf dem Gipfel und traten hierauf den Abstieg an, der durch den herrschenden Steinfall etwas gefährdet war. Vom Wetter wurden wir begünstigt, die Sonne, welche sich dem Horizonte näherte, beleuchtete die Schneefelder, die wir betraten, und die Wolken, die sich am Berge gelagert hatten, mit wunderbaren röthlichen Farben. Als die Sonne verschwunden war, trat Alpenglühen ein. Dieses Gebirge gewährte jetzt ein unheimliches, gewaltiges Schauspiel. Die finsteren Felsmassen und die rothglühenden Eisfelder wurden von flammenden Nebclwogen umbrandet. Keinen Augenblick blieb sich das phantastische Bild gleich, denn ein Sturm herrschte, der die Wolken zerriß, sie am Berge emporjagte und jedes lose Tuch, jedes Papier blitzschnell in den Ocean der Lüfte entführte. Leider war es uns wegen der späten Stunde nicht vergönnt, der landschaftlichen Herrlichkeit längere Zeit zu widmen, da wir unaufhaltsam abwärts eilen mußten. Bei unserm Erscheinen im Hotel empfing uns seitens der Gäste der echt englische Sports-Enthusiasmus. Den Comfort und die Annehmlichkeiten eines modernen Hotels empfindet man nach einer solchen Strapazen verzehnfacht. Uebrigens hielt diese epikureische Stimmung nur bis zum folgenden Tage an, denn ich schmiedete an demselben, in Gemeinschaft mit Herrn Drummond, den Plan zu einer neuen, sechstägigcn Wanderung, die uns auf die Gipfel von Mönch, Jungfrau, Finsteraarhorn und Schreckhorn führen sollte. Wir wollten Jeder getrennt gehen, aber wegen der gegenwärtigen Vereinsamung der Berge (es war Ende September) womöglich am gleichen Tage das Gleiche unternehmen. Da wir 4—5 Tage lang jeder menschlichen Behausung fern blieben, so mußte der Proviant und das Brennholz für diese Zeit ausreichen und bildeten in Folge dessen eine gewaltige Traglast, die jedoch von Tag zu Tag abnahm. Nach Erledigung all' der Kleinigkeiten, die nicht vergessen werden durften, brachen wir am zweiten Tage nach der Eiger-Besteignng Morgens um 7 Uhr auf und marschirten 9 Stunden bis zur Berglihütte des Schweizer AlpenclubS (3299 m) am Grindelwald-Vieschergletscher, in der wir vor Besteigung von Mönch und Jungfrau übernachten wollten. Oberhalb des „Eismeeres" und der „Kalli", einer Wand. die uns manchen Schweißtropfen kostete, hielten wir die erste Nast, denn die Führer hatten hier unter einem Geröllhaufen eine Theemaschine aufbewahrt, welche wir mit großer Genugthuung benutzten. Von hier aus konnten wir bereits die Berghütte erblicken. Dieses Unikum steht mitten in dem wilden Viescherglctscher auf einem Felsen, der von den ungeheuren Eismassen verschlungen zu werden droht. Neben dem Gebäude ist auf dem Felsen kein Platz mehr, obgleich dasselbe nur dreimal so geräumig ist, als eine Hnndöhütte. Es ist aber viel einfacher konstruirt. Nämlich aus einer Felswand, zwei Reihen aufgeschichteter Steine und einem Dache. In der Hütte befindet sich eine Anzahl Decken und ein kleiner eiserner Ofen, dessen Nohr quer durch den Raum geführt ist, um Wärme zu sparen und offenbar auch um Rauch zu erzeugen. Ob ich mich außerhalb oder in der Hütte aufhielt — ich fror und hustete abwechselnd; außen nahm die Wlte, innen der Rauch zu. Wir schmolzen Gletschereis, um Grog und Suppe bereiten zu können. Mit dem Einbruch der Dämmerung verstummte in der überwältigenden Gletscherwelt, die uns umgab, jedes Geräusch; das Rauschen der Schmelzwasscrbäche, der Donner der Lawinen wich einer unendlichen Ruhe. Wir legten uns bald auf's Ohr und versuchten die wenigen Stunden, die uns bis Ein Uhr, unsere Aufbruchszeit, blieben, zu ruhen, denn einer der Führer hielt uns durch Schnarchen, Ränspern und Niesen so munter, daß ich Gott dankte, als ich im Freien stand. Der frostige Nachtwind verscheuchte bald alle unangenehmen Symptome einer durchwachten Nacht, und wir fühlten uns frisch und fröhlich, als wir über das bequeme Mönchsjoch an die Felsen des Mönch wanderten. Nach einigen Stunden standen wir auf den Schnee- und Eishängen, welche den steilen Gipfelkamm des Mönch bedecken. Kälte und Sturm leisteten hier Beträchtliches, um uns zur Umkehr zu bewegen; man fror wie ein Nordpolfahrcr, der seinen Pelz versetzt hat. Bei jedem Windstoß mußte man sich mit dem Pickel verankern, sonst verlor man das Gleichgewicht, nnd am Gespräch war man durch Zähneklappern verhindert. Endlich 7 Uhr Morgens, waren wir auf der Spitze. Der Wind brauste hier mit aller Macht, der von unsern Fußtritten gelockerte Firnschnee wurde in die Luft geblasen, und der Aufenthalt war ganz unerträglich. Es kostete mich einige Ueberwindung, mit einem Halstuch eine Fahne zu improvisiern, die von der Wengern-Scheidegg, welche tief zu unsern Füßen lag, gesehen werden konnte. Von dort mochte der breite Gipfel des Mönch in der Morgen- beleuchtung so rosig als möglich aussehen — für uns war jedoch jeder Naturgenuß unmöglich, und wir kehrten zurück, um an diesem Tage noch den Gipfel der Jungfrau zu erreichen. Um zu diesem Berge zu gelangen, überschritten wir vom Fuße des Mönch aus die ungeheuren, grcllbels chtetcn Firnfelder des Notthales, in welchem der Sage nach die „Herren vom Rotthal" Nachts ihren Spuk treiben, wenn der Sturm an den rostbraunen Felskllppcn heult und schüttelt. Mühsam erklommen wir hierauf das steile Schneefeld unterhalb des ersten Bergschrundcs der Jungfrau und überlegten uns, wie wir auf die andere Seite des SchrundeS kommen sollten. Die Merkmale eines BergschrundeS, die starke Neigung der Eisfläche und die vertikal gegen einander verschobenen Ränder der Kluft, waren im vorliegenden Falle besonders ausgeprägt. Aber trotz der ungünstigen Verhältnisse konnte die entferntere, überhängende EiSwand von meinem Führer erklettert werden. Hans schlug sich, nur durch das Seil gesichert, tiefe Löcher für Hand und Fuß in das Eis, wobei die Bruchstücke mit unheimlichem Geräusch auf den Grund der Spalte sausten, schmiegte sich dicht an die Wand nnd stemmte sich daran empor. Oben angelangt trieb er den Pickel tief in die Firndccke, schlang das Sei! darum und forderte mich auf nachzukommen. Dies war Kinderspiel gegen seine Arbeit, zumal ich mich hierbei, zu meine: angenehmen Zerstreuung, von Herrn Drummond Photo- graphirt fühlte. Als wir um 2 Uhr auf der Spitze der herrlichen. 757 vielbesungenen Jungfrau eintrafen, war die Luft so klar und mild, daß wir längere Zeit oben blieben. Wieder lagen die gesummten Alpen, vom Montblanc bis zum Großglockner, zu unseren Füßen, diesmal nicht so düster wie vor 7 Stunden, sondern in warmem, sonnigem Glanz. Die Fels- und Schneehänge grell in dem Kontrast von Schwarz und Weiß, die Häupter blendend in der Ueber- fülle des Lichts, Alles überstrahlend die Jungfrau. Ihr Gipst! war zum Theil fast schneefrei, er fällt nach Süden zu schräg, nach Norden zu sehr steil ab und besteht aus Gneis. Der Abstieg regte uns nur an den Bcrgschründen etwas auf, da die eingehauenen Stufen inzwischen zerschmolzen waren. Beim unteren Schrunde zogen wir es vor, einfach über die Kluft hinweg auf den Firnschnee hinabzuspringcn. Nun marschirten wir den riesigen Aletsch- gletscher hinab und erreichten so gegen 7 Uhr Abends die „Concordia-Hütte", nachdem wir im Ganzen 20 Stunden unterwegs gewesen. Diese Hütte ist weder sauber noch schön, aber sie befindet sich in einer erhabenen Gebirgslandschaft, und man muß ihr deshalb diese Fehler verzeihen. Während wir bei der Suppe saßen, wurden wir durch die Ankunft von Gcmsjägern überrascht. Diese Leute, drei wilde verwetierte Gestalten, gedachten ebenfalls in der Hütte zu übernachten, sie luden ihre Beute ab, eine Gemse und ein Murmelthier. Die armen Kerle hatten außer einem Stück Brod nur einen Brocken gedörrtes Schaffleisch bei sich. Dasselbe besaß die Härte, den Geschmack und das Aussehen des Mahagoniholzes, und ich habe mir davon mühsam mit dem Messer ein Stück abgesägt. Genügsamere Gesellen, als diese drei Jäger, sah ich selten; in der Nacht legten sie sich, der größeren Wärme wegen, in einen Knäuel zusammen und bedeckten sich mit einer gemeinsamen Decke. Für den kommenden Tag hatten wir uns vorgenommen, das Finsteraarhorn kennen zu lernen. Die Gemsjäger behaupteten, es gäbe schlechtes Wetter, und wir verzögerten deshalb unsern Abmarsch bis 5 Uhr Morgens. Als sich jedoch um diese Zeit ihre Prophezeiung nicht zu erfüllen schien, nahmen wir Abs r ied und stiegen zunächst über eine» Paß, die Grünhornlücke, um in das Gefilde deS Berges zu gelangen. Beim Abstieg von der Paßhöhe sahen wir das Finsteraarhorn bereits in seiner ganzen dämonischen Wildheit vor uns liegen, und nach einer Stunde standen wir an den Felsen, die zu seinen Eishängcn am „Hugisattel" cmporführen. Eine kurze Rast in einem Felskamin machte uns wegen des kalten Windes wenig Freude, und ebenso erschienen uns die steilen Schneefelder, die das Gletschereis gefährlich bedeckten, recht unangenehm. Wären wir nicht hierhergekommen, um etwas überflüssige Energie auf gute Art loS zu werden, so wären wir vielleicht wieder umgekehrt. Aber beim Marsche über die endlosen Schneefclder entfernte sich der Geist bald von der rauhen Wirkichkeit, und uran erblickte in Gedanken irgend eine angenehme Fata Morgaua,z. B. ein glänzend erleuchtetes elegantes Cafö mit anatomisch gebauten Divans und dem spezifischen Geruchspotpourri von Cigarettcn, Parfums und Getränken. Mein Führer Hans war schlechter Laune; seine Cognacflasche war beim Rutschen über eine Schneebrücke zerbrochen. Als wir den „Hugisattel" erreicht hatten, kehrte bei der heftigen Kletterei, die nun folgte, aller Wagemuth zurück, und Punkt zwölf Uhr standen wir auf der Spitze des höchsten Gipfels der Berner Alp:n, des Finsteraarhorns. Der Tag war wundervoll, und wir legten uns vergnügt in die Mittagssonne der Windschattenseite auf das schöne Diorit-Gneisgestein, welches den Gipfel bildet. Der Abstieg nach der Grimsel zu, den wir sehr bald antreten mußten, um wenigstens nicht auf den Gletschern von der Nacht überrascht zu werden, verlief nicht ohne Zwischcn- fälle. An der Gamsilücke, einem kleinen Paß, entgingen wir knapp einem Steinfall. An brennendem Durst leidend, erstiegen wir das Obcraarjoch, einen zweiten Paß, und schritten den Oberaargletscher seiner ganzen Länge nach hinab. Wir rasteten kurze Zeit auf demselben, kochten Thee und zehrten den letzten, traurigen Rest unseres Proviantes auf. Die Landschaft war auf der ganzen Strecke von hochalpiner, imposanter Schönheit; häufig boten sich entzückende Fernblicke auf die Berge der Monte Nosa-Grnppr dar. Beim Sonnenuntergang warfen die Bergspitzen lange Schatten über die erbleichenden Eisflächen, deren Klüfte eine eisige Luft aushauchten. Da uns allen die Strecke, die uns von der Grimsel noch trennte, unbekannt war, so zündeten wir nach Verlassen des Gletschers die Laternen an, um einen Pfad zu finden, falls ein solcher da war. Unten, in der finsteren Schlucht, hörten wir das Brausen der Aar, und zu beiden Seiten erhoben sich die Bergwände des ehemaligen Glctscherbettcs. Vergebens suchten wir auf den schroffen Wänden den richtigen Weg, wir geriethen bald auf glatte Felsabstürze, bald blieben wir im hohen, nassen Gras und im Dickicht des Unterwaldes stecken. Wir waren von der Aussicht, unter einem Felsen übernachten zu müssen, keineswegs erbaut. Da sah Hans unter uns den heiß ersehnten Pfad! Zwei Stunden, die letzten einer lOstündigen, fast ununterbrochenen Wanderung, trennten uns noch vom Grimsel- hospiz, in dem wir um Mitternacht eintrafen. Endlich — und zwar schon nach fünf Minuten — schliefen wir wieder in einem ordentlichen Bett. Um die Mittagszeit sagten wir dem Hospiz Lebewohl und wanderten zur „Dollfußhütte", der reinlichsten und zweckmäßigsten Clubhütte, die ich je kennen gelernt habe — um hier zur Besteigung der Strahlegg und deS Schreckhorns zu übernachten. Ein Uhr Nachts waren wir wieder unterwegs. Erst nach vierstündiger Wanderung über den Unteraar-Gletscher wurde es hell, und nach dem Aufstieg zur Strahlegg lagerten wir uns auf der Paßhöhe zum Frühstück. Wir schwenkten alsdann nach rechts, zum Schreckhorn-Gletscher, der mit geringeni Gefälle gegen den gewaltigen Felsgrat deS Schreckhorns hin ansteigt. Der Gletscher zeigt nur wenige, aber riesenhafte Spalten, welche prächtige Profile durch den Gletscher boten. ^ Die Felsen der südwestlichen Flanke des Groß- Schreckhorns wurden durch eine zweistündige Kletterei überwunden, und wir erreichten so die tiefste Einsattelung des Grates, an der wir Halt machten und die bevorstehenden Dinge, eine sehr steile EiSwand und den scharfen Felsgrat, kritisch betrachteten. Hans nannte die Eiswand frivol das „Elliotzwängli", als diejenige Stelle, wo der Bergsteiger Elliot ausgeglitteu und ausgelitten. Die spiegelblanke Wand, die sich über 1000 Fuß an der Bergfeste in die Tiefe erstreckt, sah fürchterlich genug aus. Als wir dieselbe hinter uns hatten, — Hans nach langer, harter Arbeit mit dem Pickel, und die Urbrigen nach starker Nervenanspannung in der körperlich und geistig angreifenden Situation —, athmeten wir Alle auf. Wir kamen vom Regen in die Traufe, aber es war doch Ab- 753 wechslung. Um sich vom Kommenden, dem Gipfclkamm, ^ ein Bild zu machen, stelle man sich eine hohe, schmale, durch den Zahn der Zeit baufällig gewordene Mauer vor, auf der man aufrecht gehen soll. Näher dem Gipfel ging es besser, und das Bild war weniger abenteuerlich — die Füße der Vorangehenden waren nicht mehr hoch über den Köpfen der Nachfolgenden. Es war ein herrlicher Augenblick, als wir den weltentrückten Gipfel betraten, ein Augenblick, der sich tief in meine Seele eingrub. Nicht blos das starke Gefühl der Befriedigung war die Ursache hiervon, sondern das lebhafte Bewußtsein eines erhabenen, seltenen Genusses. Zum letzten Male sahen wir auf dieser Wanderung von einer himmelstürmenden Spitze aus weit über die Alpen hin und ließen unsere Blicke über die stolzen, kalten Berge schweifen. Nur der Gedanke an den Abstieg erschien unS wenig heiter. Wir sollten wirklich die Gefährlichkeit des BergeS, die seinen Namen rechtfertigt, erst auf dem Rückweg kennen lernen. Nach Verlassen des Gipfels, dessen grünlicher Gneis zahlreiche Blitzspnren ausweist, waren wir fortwährend auf dem „(Zu vive". Bis zum Sattel ging Alles gut, die steile Mauer balancirten wir kühnlich hinab, und mit größter Vorsicht stiegen wir das „Elliotzwängli" hinunter. Wir gelangten wieder glücklich auf die Felsen des Grates und der Flanke und kletterten zum Schrcckhorngletscher hinab. Hierbei wurden wir durch Steinfälle äußerst gefährdet. War es beim Aufstieg hier noch ganz harmlos gewesen in dieser Hinsicht, so pfiffen jetzt unaufhörlich Steine an uns vorüber, bald einzelne, bald ein förmlicher Regen. Sie besaßen Faust- bis Kopfgröße. Weder Fatalismus, noch Stoizismus nützten etwas, wir entwickelten eine hals- brechende Schnelligkeit. Am Bergschrund, wo der Steinfall am lebhaftesten war, glitt Hans in Folge der Hast aus. Merkwürdigerweise fiel er nicht in den Schrund hinein, sondern darüber hinweg, dorthin, wo ich schon stand. Als wir in Sicherheit waren, ruhten wir im Schatten eines großen Eisblockes aus, denn die Firnfelder glühten im Sonnenglanz. Gemeinschaftlich mit Herrn Drummond's Karawane, die von jedem Unfall verschont blieb, stiegen wir nun eine Schlucht hinab, deren Boden mit Gletschereis bedeckt war. Dies war die unangenehmste Kletteret des ganzen Tages. Herr Drummond verlor seinen Pickel, er flog in kühnen Sprüngen abwärts und entschwand in einer Eisspalte. Lange waren wir schon abwärts geklettert» als das Felsband, das wir benutzten, plötzlich ein Ende nahm und der Bach, der uns bisher begleitet hatte, als Wasserfall zum Gletscher hinabstürzte. Nach kurzer Nathlosig- keit ließ ich mich von Hans an das Ende eines 20 Meter langen Seiles binden und wurde von ihm über den Fels- vorsprung auf den Gletscher hinabgelassen. Bei dieser Gelegenheit kletterte ich so lange, als es anging, dann kam der unvermeidliche Ruck, durch welchen mein Leben an ein Seil gehängt wurde und ich, von Hans allein gehalten, immer tiefer sank. Hinunter hatte ich noch nicht gesehen; ich bemerkte nun zu meiner Ueberraschung, daß unter mir kein Kletscherboden kam, sondern eine mehrere Meter breite Kluft zwischen Eis und Felswand. Das Seil reichte gerade bis zum Niveau des Gletschers, und es glückte mir durch Hin- und Herschwingen denselben zu erreichen. Hans ließ nun auf die gleiche Weise Herrn Drummond und seine beiden Führer hinab, und er selbst — im Nothfall hätte er das Seil oben festgebunden und i geopfert — kletterte an einer seitlich gelegenen, leichteren Stelle herab, auf welche er von uns aufmerksam gewacht wurde. Und hierauf holte der Unermüdliche den Pickel des Herrn Drummond aus der Spalte hervor. Da die Nacht hereinbrach, liefen wir in thunlichster Eile den Gletscher hinab. Kaum waren wir etwa 10 Minuten entfernt, so erscholl plötzlich ein gewaltiges Donnern, und wir gewahrten, rückwärtsblickend, wie sich unmittelbar über unserer Abscilstelle ein Stück des Schreckhorn- Gletschers, der hier in starker Särac-Bildung begriffen ist, loslöste und in die Schlucht stürzte. Einige Blöcke kamen bis zu uns herangerc-llt, an unsern Gefährten vorbei, die sich verloren glaubten und einander, durch daS Seil verbunden, stark hin- und herzerrten. Unsere Ab- seilstelle sah jetzt ganz anders aus und war durch eine gigantische Schutthalde von Eisblöcken ganz leicht gangbar geworden. Wir hatten Alle genug vom Schreckhorn. In der Schwarzegg-Hütte rasteten wir einige Minuten, versahen das Fremdenbuch mit einer Notiz und versuchten uns an den Gedanken eines weiteren, fünfstündigen Marsches zu gewöhnen. Der Weg, der zahlreiche steile Leitern und Kletterstellen ausweist, ist an sich schon eine tüchtige Tour. Daß wir sehr müde waren, brauche ich nicht zu er» wähnen; sobald wir uns niedersetzten, schliefen wir ein. Wir waren glücklich, als wir die Lichter von Grindelwald schimmern sahen. Es schlug Zwölf, als wir im Dorfe eintrafen. Am Morgen stand ich frühzeitig auf und war Abends in Luzern. Es ist wunderbar, wie man durch aufregende Erlebnisse das Dasein stärker und tiefer empfindet. Wie eS Tage gibt, die eindrucksarm an uns vorüberziehen, gibt eS auch solche, die den Inhalt von Wochen an Gedachtem und Erlebtem in sich bergen und wieder die Fülle ihres Erinnerungsbildes das Leben länger erscheinen lassen, während sie es in Wirklichkeit eher verkürzt haben mögen. Solche Tage erlebt man aber nur im Kampfe, in diesem Falle mit der wilden Gebirgswelt — und deshalb schon ist der Kampf an sich das Erstrebenswerthe, ganz abgesehen von der ästhetischen Bedeutung und der ethischen Wirkung des mit ihm verbundenen Naturgenusses. Im Hochgebirge lernt die Persönlichkeit eine harmonische Macht über sich selbst behaupten und erhebt sich damit über den Wechsel der irdischen Dinge. Der Muth schlügt den Schwindel todt an Abgründen — und wo stünde der Mensch nicht an Abgründen? --SS-«--»»- Sand- und Lichtbäder. Schon seit langer Zeit kennt man auf Jschia, an den Küst.'N des mittelländischen Meeres, ferner in Nordcrney, in Travemünde und an den Gestaden der Ostsee die Anwendung von durch die Sonne erwärmten Sandbädern. In der Bretagne, besonders in der Umgebung von Anray, sind die Saudbädcr bei den Bauern allgemein üblich, indem man die an Rheumatismus, Podagra, Rachitis und ähnlichen Krankheiten Leidenden in warmen Sand steckt. Der Arzt M. Suchend hat ähnliche Bcrsnchc an den llfcrn der Rhone angestellt. Aber der von der Sonne erhitzte Sand halte ungenügende und veränderliche Temperatur. Seit 1865 erwärmt: man in Deutschland den Sand künstlich; der Doctor Flcmming in Dresden und der Doctor Sturm in Kostritz erzielten die ersten Erfolge. 759 Diese Erfolge veranlaßten nun den oben genannten Arzt Suchard, ebenfalls die künstliche Erwärmung einzuführen, und er hat in Lavcy eine Anstalt errichtet, die die deutschen Einrichtungen in großartigem Maßstabe angenommen und durchgeführt hat, und in der alljährlich Tausende von Bädern verabreicht werden. Man nimmt sehr reinen und von allen organischen Stoffen befreiten Sand. Dann setzt man ihn in einem großen Ofen einer Hitze aus, daß er bis zu 65 Grad Wärme annimmt, und rüttelt ihn, um eine gleichmäßige Wärme zu erzielen, häufig mittelst Schaufeln durcheinander. Darauf vermischt man mittelst Rechen den warmen Sand mit frischem Sand, bis die gewünschte Temperatur erzielt ist. Im Allgemeinen verabreicht man das Bad bei 45 und selbst. 50 Grad; bei weniger Grad hat man ein unangenehmes Gefühl. Bei Hüftweh und lokalisirtcm Rheumatismus geht man sogar bis zu 60 Grad. Die ersten Lagen des in der Badewanne ausgebreiteten Sandes haben 45 Grad. Wenn der Kranke auf diesem Sandbette liegt, bedeckt man ihn mittelst Schaufeln mit Sand. Der Bauch wird nur mit einer Lage von 10 Centimetcr bedeckt und die Brust mit einer noch geringeren, um die Athmung nicht zu behindern. Der Kranke muß, um den Sand nicht zu verrücken, unbeweglich bleiben. Nach dem Bade finden 25—45 Minuten lang dauernde Reibungen und Douchen statt, deren Wirkungen rapid sind: energisches Schwitzen, Gewichtsverlust von 800 bis 1000 Gramm. Das Sandbad übt also eine Wirkung aus wie die trockene Lust der Schwitzstuben, aber es zieht den Schweiß energischer aus dem Körper, und seine Wirkung ist vollständiger. Auch bringt die Hautausdünfiung eine günstige Abkühlung hervor. Das Hinströmen der Flüssigkeiten zu der Haut und die Nöthe derselben sind beträchtlicher als bei jedem anderen Bade. Endlich, und das ist sehr wichtig, kann der Sand in demselben Bade auf verschiedene Temperaturen erwärmt werden, so daß man nach Belieben die therapeutisch wirkende Kraft auf diesen oder jenen Körperthcil bringen kann. Das partielle Bad ist sehr wirksam; man verabreicht cS in besonderen Kästen und kann in diesem Falle die Temperatur bedeutend steigern. Kurz, der Sand wird ein Beförderungsmittel kostbarer Wärme, das dazu dient, die Wärme an den kranken Stellen zu lokalisiren. Daher wird auch das partielle Bad am häufigsten angewandt. Man darf behaupten, daß die Behandlung besonders heilbringend wirkt bei rheumatischen, tuberkulösen Leiden, bei Wunden, NückcnmarkSlciden, Krankheiten des Gefäßsystems, Rachitis u. s. w. Der Doctor Suchard hat bereits ganz bcmerkenswcrthc Heilungen auszuweisen. Ausgehend von dem Grundsätze, daß der Mensch, wie die Pflanze, zum Leben Lust und Sonne braucht, und daß, wenn eines dieser Elemente fehlt, das Blut dünner wird und Blutarmuth eintritt, verordnen mehrere Aerzte Luftbäder und setzen ihre Kranken viele Stunden hindurch den Strahlen der Sonne aus. Die Amerikaner haben diese Heilmethode verbessert, und um im Stande zu sein, zu jeder Stunde und an jedem Orte die praktische Anwendung zu machen, ziehen sie den Sonnenstrahlen die allzeit verfügbaren Strahlen des elektrischen Lichtes vor. Zu diesem Zwecke existnen augenblicklich in Ncw-Dork und in Philadelphia Einrichtungen der elektrischen Photothcrapic, die unaufhörlich : von Jahr zu Jchr, bei Tag wie bei Nackt, in Thätigkeit find. Eines der berühmtesten dieser Etablissements ist dasjenige der Frau A. Clcaves in New-Aork, wo die besten Resultate erzielt worden sind. Diese berühmte Aerztin wendet Bogenlampen an mit Wcchsclströmungcn, die Lampen sind mit Reflektoren derart versehen, daß sie das Lichtbüudel auf einen speciellen Punkt leiten, und hängen in den Winkeln eines kleinen Zimmers; wenn nun der vollständig entkleidete Kranke mit verhülltem Gesicht auf einem Bette liegt, so empfängt er 15 bis 30 Minuten lang eine Lichtdouche, bis eine gelinde Transpiration erzeugt ist. Miß Cleaves hat in einem Berichte an die mcdi- cinische Akademie zu New-Iork die wunderbaren Heilungen erörtert, die stattfanden in zahlreichen Fällen von Neur- asthemie, Blutarmuth, Verdauungsstörungen, nervösen Leiden, bei entstehender Tuberkulose und Krankheiten der Athmiingsorgane. Die Elektricität scheint auch bestimmt zu sein, in einem Kampfe, den Hygiene und Schönheitsgefühl seit langer Zeit vergeblich führen, in dem Kampfe gegen das Corsct, ein gewichtigtes Wort zu sprechen. Im Namen der Wissenschaft, im Namen der Elektrotechnik, hat sich ganz Calisornien gegen diesen Apparat moderner Tortur erhoben und fordert die Abschaffung oder wenigstens eine radicale Verbesserung. Ein Professor Meads gab den ersten Anstoß z» diesem Vcrnichtungskampfe. Beauftragt, in der höheren Töchterschule zu Oakland in das Gehirn der jungen Damen die Anfänge der Lehren Faradays, Ampcres, Ohms u. a. zu pfropfen, unterstützte er seine Vortrüge mit Experimenten. Als aber ein junges Mädchen sich den empfindlichen Instrumenten, die die Exaktheit der verkündeten Lehren beweisen sollten, näherte, fingen die Spitzen der Galvanometer an, einen wahren, zügellosen Tanz aufzuführen. Obwohl Meads wußte, daß seine Instrumente sehr empfindlich seien, konnte er dennoch nicht glauben, daß sie aus Entzücken über die Schönheit der jungen Californieriuncn aus Rand und Band gerathen seien. Seine Untersuchungen führten zu dem Ergebniß, daß die Stahlstangeu in den Corsets die alleinigen Schuldigen an dieser Störung seien. Trotz eines strengen Verbotes, weiterhin Corsets zu tragen, dauerte der Zustand fort. Die Direktion der Schule mischte sich in die Sache, und es wurde beschlossen, daß nach einem namentlichen Aufruf und einem Versuche am Galvanometer alle Schülerinnen, die einen „ungünstigen Einfluß" auf die Apparate ausüben würden, ohne Nachsicht entlassen werden sollten. Das gab dann Thränen, Beschwerden, Verstimmung und Feindschaft. Aber die Direktion ließ sich nicht erweichen und hat somit das Verdienst, den ersten erfolgreichen Kampf gegen das Corset eingeleitet zu baden. Möge cr weiter von Erfolg sein! ^nF8dui croi' 8ekinvliI>killt. cloi krntlm eit. ^ngslinrg. — Dieses itlotto galt DU- eins vergossene Leinester beim Lelürclilrinli Augsburg vollaul. nie Altmeister Lteinitr. in. seiner letzten ^nsclrrilt treibend Iienierlrte. — zVesentlicb angetnelit dnreli das grosse Inrnier in Nürnberg Irnm lins lvlublelien ivälirend der Loiimierperiodo nielit ini Geringsten rinn Stillstand, sondern allerseits Iierrselite reges Interesse: namentlieli jene Llitglieder, rveleliv s. A. als «laste rles Xüinlierger Illulis dortselbst anncsend ir.aren, rverden sieli stets der angeiielimen Isindiiieke gerne erinnern; 760 besonders Anerkennung verdient die Lulmerksamkeit der Herren Outmanu, 8 obrödor und Wertboimor des Nürnberger Klubs, belebe nntoiuander wetteiferten, nm den kiesige» Klub von Allein, was Interesse bot, in erster Linio nnd stets sofort an nntcrriebten Dasselbe gilt aneb — last not least — dem nnermüdlieben Lnndessecretair Herrn kost- official Kürs ebner. — In ebenso angonvbmor Erinnerung ist bei allen klitgliedorn der Desucb von Kleister Lteinitr. — Inawiseben batto aucb eines der stärksten klitglieder des Klubs, Herr Ingenieur Ilicbard Dur, Oolegenbeit, denselben in London bestens au vertreten, indem er in Limpson's Divan daselbst den britiscben Lltmeistor Lird glanrend besiegte. — Lucl> das Wintersemester bat unter sebr günstigen Zuspielen begonnen; gleiebsam als Einleitung bat vor Kuraoni ein engerer klatcb awiseben den Herren Lacbniann, Häusler, Kunstmann und Kla^lngor stattgefunden, wobei Ilr. Häusler als erster und Ilr. Olticial Daebmann als aweiter Dreisträger borvorging. — Lnscblissseud bieran liat nunmelir aneb das Dnrnior begönne»; bieran betlieiligen sieb ^otat sebon 18 klitglieder, darunter die stärksten Kämpen des Klubs, so dass solobes in seinem Verlaufe bücbst interessante Klomente bieten dürfte; gespielt wird in drei Klassen, wclcbo mit Dreiser) aus- reiclisnd dotirt sind, wodurcb aneb den scbwäeberen Dbeil- nebmern Aussiebt auf einen solcbcn geboten ist; ausserdem erbalten die Lioger der ersten Klasse wieder kunstvolle Diplome. — Im weiteren Verlaufe des Wiutorsomestors sind noeb Veranstaltungen von Dlindlings- uud Limultan-Lpielen etc. vor- geseben. — 6egenwärtig aäblt der Lcbacliklub Lugsburg 7 Kliren- und 4l aktive klitglieder und ist im Verbände des Dayerissben, sowie Ventscben Lebacbbundes; er verfügt über ein sebr bebagliebes Klublokal, vortrolkliebos Lpielmaterial und rsielibaltige Libliotbek. — Ln Daobaeitscbrlfton liegen wäbrend der Lpielabcnde aur Lenütanng für die Klitglieder auf: 1) „Deutsebo 8ebaobaeltung" — Loipaig; 2) ,.Veutsebos Woebenscbaeb'' — Derlin; 3) ,,Derl!ner 8ebacbaeiluug" von 0. L. Walbrodt; 4) „Da 8trategio" — Daris; 5) ,,'I'be Dritisb Obess klagaaiuo'' — Kngland. Die Lpielabende sind wie seitber Dienstags und Dreitags von 8 b. Lbeuds an im Klublokal — Oafö Lugusta — Keparat- aimmer. — Lebacbfreunde willkommen! Reüiiolozx. Die englisebcn Lebaebfrvnnde babvn sebon wieder den Verlust eines ibrer — wenn aueb nicbt gerade stärksten — so doeb genialsten Lobaebmoistor au beklagen. Lin 3. Oktober starb nämlieb au Datb (im Hanse seines Vaters) William Ilenr^ Krause Dollook iw Liter von nicbt gana 38Iabrou. Dolloek war am 21. Debruar 1859 au Obelten- bam geboren und fand seine Kraiobung auf dem Lomerset- sbire-Oollege au Datb. Kr wiilmeto sieb dem modiainisebeu Ltudium und erwarb siclr sein Diplom 1882 au Dublin, woselbst er sieb aneb iw dortigen Lckaebklub seine scbaeblicben Kenntnisse aneignete. Luf irisebem Loden vollbracbte er aueb seine grösste Scbaebtbat, indem er auf dem Kongress au Lel- fast 1886 Dlaekburne und Durn besiegte und damit den ersten Dreis erstritt. Im Ilobrigen war seine öftere Dvtboiligung au grösseren 'I'urnieren meist von wenig Krfolg begleitet, da er einerseits sieb bäubg in ungesunden tbeoretiseben Keuorungen vcrsucbte und dann im Lllgemeiuen das Durnierspiel aueb niebt mit .dem nötbigen Krnst betrieb. Oleicbwobl ist es ilim stets geglückt, beaebtonswortbo Kinavlorfolgo au erringen. 8o ist seine Oewinnpartie gegen IV ei ss i in K o w- Vorker Durnier 1889 durcb seine geniale Lpielfübrung geradezu berübmt geworden Lueb au Ilastings 1895 blieb er in drei überaus gewandt goiubrten Lpielen gegen Kleister wie Onnsberg, Lteinitr und Dr. Darrascb Lieger. 8eit 1890 blelt er sieb in Kord-Lmerika auf, woselbst er längere Toit au Dalümoro die 8ebaebspalte in den ,>Daltimore 8undax Dimes" in sebr anvrkennenswertbcr Weise leitete. Tuletat bildete er in klontreal den Klittvlpuukt der kanad- iseben 8cbaclibostrebungen, bis ibn annebmendo Kränkllcbkeit awaug, im Vaterbauro Krbolnug und Oenosung au sucben, leider obno Krfolg. Unter den 8ebaebspielern war Dolloek wogen seines einnebmenden Wesens, wie wegen seines originellen und geistvollen 8 pielos sebr beliebt. Dretflicbo Droben des letzteren befinden sieb in Ludwig Daebmann's 8 cbaeliwerk: „Oeistroiebe Lcbaebpartion alter und neuer Toit" (Vorlag von 0. Drügel L 8obn in Lnsbacb) unter Kr. 248, 268, 269, 277, 303 und 353. Lufgabe Kr. 6. Do/r //. L. r/r 8cbwara. Weiss. Weiss riebt an und sotat in awei Tügen mat. Die folgende kartis gebort au den sebönston des Desto r Kleiste rturniers, wolebes üborbaupt dureb die unternebwende 8pielweise, deren sieb die meisten der Dbeil- nobmer belleissigten, bemorkenswertb ist. Ks sclioint fast, als ob der muntere 'Don dos Lebens in der ungariseben Hauptstadt aueb die ernsten 8ebaebmeister unternobmungslustigoi gemacbt bat. — Dartio Kr. 7. -s Weiss: killst) M'5 (Kew-Vork). 8 ebwarr: Winnw'vr (Warscbau). 3: Ä Weiss: killsbnix (Kew-Vork). 8 ebwar 2: Winawer (Warscbau). i d2-d4 d7—d3 12 Lei—o3 Vd8—o? 2 c2—c4 o7—e6 !3 Dd1-d3 Df8-o8 3 8bl—c3 o7—06 14 c4—c5 Ld6-f8 4 o2—e3 8g8-f6 15 8k3-e5 LfSXo-5 5 8g1-f3 Lk8-d6 16 Le3Xb6(b) Le5Xd4 6 Lfl—d3 8b8-d7 17 Dd3Xd4 g?Xb6 7 0-0 0-0 18 Dd4-f4 8f6-d5 8 e3—e4 43X^4 19 D14Xb6 f7—f6 9 8o3Xo4 8f6Xo4 20 12—f4 Do8—o7(o) 10 Ld3Xe4 8d7-f6 21 8eö—g6 8obwara gibt 11 Ld3—e2 b7—b6?(a) dieDartio auk. a) Kiebtgut, aber es drobt 12. Lei-gö nebst I3.vdl—d3! b) Kine überaus feine Oombination, wolcbs die geniale 8piolweise des jungen Lmerikaners trelllieb cbarakterisirt. 8ebwara darf den Läufer letal. nicbt nebmcn, da er sonst dureb 17. Dd3—g31 seine Dame einbüsst. e) 8cbwara bat keine Vertboidiguug mobr, auf20.Ds7—gr folgt 21. Vb6—l>5 mit der vermeidenden vrobung 'DU—f3. r-7/r-r. Ebb, rr/L/-..' Deston Dank für das originelle 8gbcrrproblom, wclebvs wir eventuell gclogentlicb verwertben! -- Ibra liebenswürdig anerkennenden Teilen baben uns sebr erfreut und werden wir ank die darin entbaltene Lnirage demnäebst aurllekkommon! — Die Kamen louor 8cbaobfreunde, wolclie unsere Kndspiels und Droblome ricbtig lösen, sowio die Lösungen inner balb drei Wo eben einsenden, werden stets an dieser 8tcIIo ver- öllentliebt. WA" Llles auf das 8ebacb Deaügliebo ist ausnabmslos au adressiren ^ ,.Ln die Redaction des Lugsbnrgor 8ebacb- blLtt — Oats Lngnstg, — Lngsbnrg."