M 1W. Ireilag, den 4. Dezember 1896. Für die Redaction verantwortlich: Dr. Theodor Müller in AuaSburg. Druck und Verlag des Literariichen Instituts von Haas L Grabberr in Augsburg (Borbesitzer vr. Max Huttler). Ihv rvstev Roman. Novelle von Antonie Haupt. -- (Nachdruck »erboten.) I. Auf einer der tannenumraufchten Höhen, die zum Hofstaate jenes gewaltigen Harzbeherrschers, deS granit- gekrönten Blocksberges, gehören, erhebt sich mitten in tiefster Waldeinsamkeit eine gastliche Halle. Welcher Germanensprosse, dessen steiler Pfad hier vorüberführt, wird die unmuthige Verlockung zurückweisen, wird die holde Rast und Erquickung verschmähen, welche das „Gasthaus zur steinernen Renne" ihm zusichert! So lange der Deutsche den Erbsegen seiner Ahnen, die angestammte Liebe zum Walde, bewahrt, wird ein Ruhesitz, wie ihn die Höhe der „Steinernen Nenne" bietet, ihn unwiderstehlich fesseln. Hoch streben hier die Pfeiler der mächtigen Tannen zum Himmel empor, und darüber wölbt sich in weiten Bogen daS schattige, sonnendurchleuchtete Gezweige. Zur Seite aber braust wildschäumend der Waldstrom über phantastische, schwarze Steingebilde in die Tiefe hinab. Die abenteuerlichen Felsgestalten glänzen im Wasserduft, und diamantengleich funkeln die Wasser- stäubchen in den magisch einfallenden Strahlen der Sonne. Und das klingt und singt so lieblich, Und so lieblich rauschen drein Wasserfall und Tanncnbäume, saug Heine. Es ist ein schöner, milder Septembertag. In der schatteukühlen, harzdurftigen Halle, welche in der Volkstracht des Sommers Menschen aller Nationen zür kurzen Rast vereinigt, finden wir heute nur zwei junge Männer. Beide, hoch und schlank, sind urkräftige Vertreter deS germanischen Stammes, und doch ist ihr AeußereS sehr verschieden. Der im Vollgenuß der Ruhe dort lehnende etwa Dreißigjährige Zeigt getreu den historischen Typus der alten Sachsen. Flachsblond ist sein plüschartig geschorenes Haupthaar, röthlich der kurze Bart, von auffallender Bläue sein scharfblickendes Auge; um die Zartheit und Frische seiner Farben dürfte ihn eine junge Dame beneiden; er ist eine nordische Erscheinung, wie sie uns in Hannover häufig begegnet. Sein, um wenige Jahre älterer Reisegefährte dagegen, der hochaufgerichtet an der Balustrade steht und das große, graue Auge träumerisch sinnend auf dem Waldgebirge ruhen läßt, ist eine jener reckenhaften stolzen Gestalten, wie man sie im Rhein- lande unter den Nachkommen der Franken nicht selten findet. Dunkelblonde Locken umschatten seine hohe Stirn, und lang wallt ihm der dunkelblonde Vollbart auf die Brust. Aus seinem Antlitz, dessen eigenthümlich dunkle Färbung eher auf einen längeren Aufenthalt in den Tropen schließen läßt, als auf die Wirkung der rheinischen Sonne, spricht Muth und Selbstbewußtsein, aber auch etwas von edler Schwärmerei, von unbegrenzter Herzensgüte. Tiefer Ernst liegt augenblicklich auf seinen Zügen, denn eine erhabene Landschaft stimmt jederzeit das menschliche Gemüth zur Andacht. „Wenn ich", so richtete er das Wort an seinen Freund, „im dämmerigen Tannenforste jenem Rauschen der Krone lausche, welches wie ein Hauch aus überirdischer Welt den Wald so geisterhaft durchweht, so begreife ich, daß unsere Vorfahren „das heiligste Geheimniß des ahnenden Geistes" mit dem Eindrucke der ticfgrünen WaldeS- nacht verwoben, wie Tacitus uns berichtet. Ist eS nicht, als stünden wir hier zwischen den mächtigen Säulen eines NiesendomS, wo der Weltenschöpfer selbst das Geheimniß seiner Nähe predigt? Der deutsche Wald allein hat diese tiefe, feierliche, ehrfurchterweckende Kirchenstille; und gerade hier umfängt mich voll und ganz das süße Heimaihsgefühl, das bei meiner Rückkehr mich so mächtig überkam." Der Andere nickte sinnend. „Ja, daS empfinde ich mit Dir. Es ist wunderbar", fügte er lächelnd hinzu, „wie Du, der rastlose Weltumsegler, Nordpolfahrer, Afrikaforscher, der mit den Kalmücken Brüderschaft trank und mit den Eskimos Freundschaft schloß, deutschen Sinn, deutsches Gemüth und selbst deutsches AeußereS bewahrt hast. Wahrhaftig, Otto, eS fehlt nur der Streithelm mit dem gewaltigen Flügelpaar auf Deinen Locken, das Bärenfell malerisch um Deine mächtigen Schultern ge- chlungrn, und der Cheruskerfürst, der Held des Teuto- burger Waldes, scheint neu erstanden. Schade, wirklich schade, daß man Dich nicht Hermann nannte; der Name würde Dich, den Freiherr« von Saarstein, Rittergutsbesitzer auf Schloß Saarstein, zum Inbegriff aller germanischen Vollkommenheit stempeln." „Ich trage den Namen, den seit Jahrhunderten der älteste Sohn unserer Familie führte, ebenso wie ich daS Majorat mit sämmtlichen Rechten und Pflichten übernehmen mußte", versetzte der Freiherr lächelnd. „Höre, Otto, ich begreife nicht, wie Du, der so lange ungebunden nach Lust und Neigung in fremden Erdtheilen umherschweifte, Dir mit den Lasten und Mühen 770 dieser großen BefitzthumS eine Fessel schmieden ließest; wie Du, dessen Forschungen und Erfolge das Aufsehen der Menschheit erregten, das Leben erträglich findest in der idyllischen Selbstverwaltung Deiner Güter!" rief der Hannoveraner auS. „Und ich begreife nicht, wie Du Dich darüber wundern kannst", entgegnete Freiherr von Saarstein. „Ich trat diesen traditionellen Wirkungskreis an, in welchem ich den würdigsten und schönsten Beruf eines Edelmannes erkenne und empfinde große Befriedigung darin, daß ich reich genug bin, um Gutes zu fördern und Andere glücklich zu machen. Die Erfahrungen, die ich in meiner langen Reisezeit gesammelt, verwerthe ich jetzt praktisch, sie kommen mir nnd meinen Untergebenen zu Nutze, und ich finde in meinen Schöpfungen Quellen der reinsten Freude." „Ihr Idealisten bleibt immer die glücklichsten Menschen", seufzte der Andere. Du thust gerade so, als ob Du im Materialismus der heutigen Zeit vollständig versumpft wärest", lachte Otto; „nnd dennoch habe ich die Anregung zu allem höheren Streben von Dir empfangen. Mit welcher Liebe studirten wir während unserer gemeinsamen akademischen Bildungszeit klassische Philologie, mit welcher Begeisterung besuchten wir dann zusammen die Stätten, die einst dem Leben und Wirken der alten NSmer und Griechen zu« Schauplatz? dienten! Die sonnigen Jugendtage, diese Tage der Begeisterung, werden mir unvergeßlich bleibe». Du wandtest Dich nach Vollendung Deiner Studien dem Lehrfache zu, und ich, als vorläufig freier und unabhängiger Mensch, folgte der einmal erwachten Sehnsucht, den Ueberrestcn einer glorreichen Zeit an Ort nnd Stelle nachzuspüren, ich wanderte nach Palästina, dann ging es mir wie Odysseus: Zeus verleitete mich, mit küsten- umirrenden Räubern weit nach Aeghpios zu schiffen." „Während mir das Vergnügen zu theil wurde, die hoffnungsvolle Jugend meiner Vaterstadt in den Anfangsgründen der alten Sprachen zu unterrichten", schaltete fein Freund seufzend ein. „Gefährlich ist's, 'en Leu zu wecken, Professor. Mein Forschungstrieb schwoll im Lande deS Nils zu wahrer Leidenschaft an", fuhr Saarsiein fort. „Aus dem" Archäologen ward ein Naturhistoriker, der unter tausend Gefahren die ganze Welt durchpilgerte." „Und durch Veröffentlichung seiner Tagebücher auch daS Erstaunen der ganzen Welt hervorrief", fügte der Hannoveraner hinzu. „Du bist zum hochgefeierten, berühmten Manne gewcrden, man überhäuft Dich mit Anerkennung und Ehren, und Du vermagst es dennoch, Dich von dem Schauplatze Deiner Triumphe zurückzuziehen, um als ländlicher Gutsbesitzer — freilich ein kleiner Fürst — im Verborgenen zu wirken!" Der Sprecher schüttelte bedenklich den Kopf. „Du glaubst nicht, mein Freund", rief der Freiherr aus, „welchen Reiz die alte Heimath nach dem fast zehnjährigen unstäten Umherschweifen auf mich ausübte, mit welcher Lust ich die leichten Regentensorgen übernahm, von denen ich nie vergessen hatte, daß sie meiner warteten t" „Fast bedaure ich, daß ich die Feiertage nicht dazu benutzte, um Dich in Deinem jetzigen Wirkungskreise zu belauschen", sagte der Philologe. „Doch es schien mir so verlockend, wieder einmal mit meinem alten Freunde zweck- und ziellos über Berg und Thal zu schweifen, daß ich, statt Deiner freundlichen Einladung nach Saarstein zu folgen. Dich zu einer gemeinsamen Harzreise hierher rief." „Und ich freue mich, daß ich auf Deinen Ruf gehört habe, alter Junge", versicherte Otto heiter. „Ja, wir wollen allen Sorgen den Abschied geben, wir wollen lustig fein wie in den Tagen unserer Bnrschenzeit. Komm', ich brenne vor Begierde, mich auf dem Blocksberge von den Gespenstern bedienen zu lassen." „Wohlan, ich glaube nicht, daß wir den Teufels- spnk erst zu beschwören brauchen, das Abenteuer läßt auf diesem Tummelplatz der Hexen und Kobolde nicht lange auf sich warten, ich kenne das aus Erfahrung." Mit diesen Worten erhob sich Herr Georg Hesse, um nach freundlichem Abschied von dem jungen Wirth mit seinem Reisegefährten fröhlich bergan zu steigen. Bald zeigte sich über den waldigen Wipfeln links die schöne Felfenpartie der Hohneklippen, und gerade vor ihnen stand wie ein Wachtposten, den der mächtige Ge- birgsfürst ausgesandt, der granitgepanzerte Nennekenberg. Die Herren zogen das Reisehandbuch zu Rathe, und nach kurzer Zeit war ein Fußweg aufgefunden, der zwischen Tannen und verstreuten schwarzen Steinblöcken steil zur Höhe leitete. Nachdem sie eine Weile schweigend aufwärts gestiegen waren, that Doktor Hesse plötzlich die Frage: „Dachtest Du während der zwei Jahre Deiner einsiedlerischen Landesvaterschaft denn nie daran. Dich zu vrrheirathen, Dir eine glückliche Häuslichkeit zu gründen?" „Nein, Georg, dazu hatte ich bis heute weder Zeit noch Gelegenheit", lautete die Entgegnung. „Hm", meinte der Philologe, „als wir vor länger als einem Jahre uns auf der Hochzeit Deines Brnders zum letzten Male sahen, erwartete ich mit Bestimmtheit Deine baldige Verlobung." „Aber, Mensch, was berechtigte Dich dazu?" „WaS «ich dazu berechtigte? Glaubst Du, ich habe nicht bemerkt, wie jene reizende, brünette, junge Wittwe nur Augen für meinen interessanten Freund hatte S Einem viel verbohrteren Bücherwurm, als mir, hätte es auffallen müssen." „Sprichst Du vielleicht von Frau von Elzd" „Jawohl. Ich hatte an jenem Tage ein unveräußerliches Recht aus ihr Interesse, da ich sie zur Kirche wie zur Tafel führte, und dennoch machte ich ihr nicht den geringsten Eindruck. Gleichgültig, nachlässig hörte sie meiner Unterhaltung zu, entzückend verdrießlich sah sie drein, wenn Du Dich ausschließlich der sehr jungen Dame widmetest, deren eigentlicher Ritter Du sein mußtest. Wie leuchtete es aber auf in ihren Zügen, wenn Du mit ihr sprachst, wie wechselnd war der Ausdruck, der dieses geistvolle, pikante Gesichtchen belebte, wenn sie die Rede an Dich richtete!" Otto lachte. „Ich glaube, Du hattest Visionen und Hallucinationen!" „O, Du Pharisäer!" ereiferte sich Georg Hesse. „So war die Episode mit der Rose wohl auch nur eine Vorgankelung meiner Einbildungskraft?" „Wohl möglich, denn ich kann mich keiner Nosen- Evisode erinnern." „Nicht? So will ich sie Dir inS Gedächtniß zurück, rufen, heuchlerischer Barbar! Die Tafel war aufgehoben, der Tanz hatte noch nicht begonnen. In einem jener lauschigen Nevengewächcr, wohin ich die Frau von Elz geführt hatte, war es meiner UnterhaltungSgabe endlich gelungen, einiges Interesse bei ihr wachzurufen; ich er- 771 zählte ihr nämlich von unserer gemeinsamen Nömerfahrt. Da erschienst Du mit Deiner Dame. einer kleinen Blondine mir fein gezeichnetem, aber herzlich unbedeutendem Gesichtchen. Du beugtest Dich zu ihr nieder und batest in einem weichen Tone, wie ich ihn nie von Dir vernommen, um eins Rose aus ihrem Bouquet. „Wenn Sie Rosen lieben, so plündern Sie doch diese Vase", sagte die Kleine und lief davon. Da standest Du ziemlich verblüfft, als Frau von Elz mit unnachahmlicher Grazie auf Dich zuschwebte und Dir die wundervolle, halb erschlossene Nose, welche sie selbst an ihrer Brust getragen hatte, mit einem Angenaufschlag überreichte, der mich um alle Fassung gebracht hätte." „Ich bewundere Dein Gedächtniß", äußerte Otto lächelnd. „Der kleinen Begebenheit erinnere ich mich jetzt allerdings mit allen Einzelheiten. Selbstverständlich hatte ich als Bruder des Bräutigams die einzige junge Verwandte der Braut, Fräulein Lily von Arendal, in die Kirche und zur Tafel zu führen. Du hast Recht, die Kleine sah überaus jung, fast kindisch aus; ihre Züge hatten auf den ersten Anblick durchaus nichts Blendendes, doch nach der ersten halben Stunde schon schien mir ihr Aeußerss eigenthümlich fesselnd. Sie wußte mit großer Anmuth zu plaudern und hatte stets eine paffende, von munterem Geiste zeugende Antwort bereit; dennoch war sie weder eitel noch vordringlich und liebte es, mehr zu lauschen als zu sprechen, aber ihre leuchtenden, tiefblauen Augen redeten die lebendigste Sprache ohne Laut. Nach nicht gar langer Zeit befand ich mich derart im Zauber- bann der kleinen Elfe, daß ich mich zu der Thorheit hinreißen ließ, sie um eine Nose zu bitten. Weßhalb sie mir dieselbe verweigerte, ist mir heute noch unklar." „Mir nicht", lachte Georg. „Offen gestanden, ich hätte als junge Dame in diesem speciellen Fall genau so wie Fräulein Lily gehandelt." „Und warum, wenn ich fragen darf?" „Nun, weil Du, Halbkndianer, die Gunst begehrtest nicht allein vor Zeugen, sondern sogar vor einer Zeugin, die mit Argusaugen beobachtete." „Also darin bestand mein Verbrechen? Ich glaube wirklich, daß ich mich in die VerkehrLsormen sämmtlicher wilden Völker, die ich kennen lernte, eher zu schicken weiß, als in diejenigen unserer Salonwelt", scherzte der Freiherr. „Höre, Georg, wir find nun schon so lange aufwärts gestiegen, daß wir füglich aus dem Kamme des Nennekenberges, wo wir den Holzfahrweg treffen sollen, sein könnten. Von einem Holzwege, der unsern Pfad kreuzt, sagt unser Reisehandbuch nichts, wir stehen jedoch vor einem solchen, also ist dieses der bezeichnete, dem wir nach rechts zu folgen haben." „Meinethalben", sagte der junge Doktor zerstreut und lenkte in den Holzweg ein. Nach einer Pause fragte er: „Hast Du die schöne Frau seit jener Hochzeitsfeier nicht mehr gesehen?" „Ob ich sie gesehen habe? Frau von Elz ist ja meine nächste Guisnachbarin." „Ah das wußte ich nicht." „Gewiß, die Dame wohnt in der schönen Jahreszeit meist aus ihren Gütern an der Saar, die sie mit einer bei Frauen ungewöhnlichen Umsicht bewirthschaftet. Nicht selten kommt die kühne Amazone zu meiner Besitzung herübergeritten, um meine Pläne und Verbesserungen in Augenschein zu nehmen. Ich habe eine gelehrige, begabte Schülerin an ihr; der Unterricht, mit dLA wir Beide es wirklich ernst nehmen, macht mir Freude." „Selbstverständlich", sagte der Doktor. Ohne die Bemerkung seines Freundes zu beachten, fuhr Otto fort: „Im Winter stürzt sie sich in den Gesellschaftstrubel. Sie bewohnt alsdann ihr HauS in der nahen Provinzialstadt, wo auch unsere Familie ihr Winterquartier hat." „Und da trefft Ihr Ench natürlich Tag für Tag auf dem Parquetboden?" „Mit Nichten. Dn weißt, was ich von der Salon- welt halte. Ich habe nur die Nöthigsten Besuche gemacht, bet Frau von Elz und den Spitzen der Behörden." „In welchem Verhältniß stehst Du denn zu Fräulein von Arendal?" „In keinem. Die kurze, herbe Weise, mit der sie meine kleine Bitte damals so unbegründet z rückwies, hatte mich doch ein wenig gekränkt, und ich glaube, daß ich sie bei der nächsten Gelegenheit auffallend kühl behandelte. Wenn wir uns jetzt zufällig einmal treffen, so gehen wir sehr gleichgültig an einander vorüber. Ich begreife nicht, wie ich eine Sekunde lang flüchtiges Interesse für die Kleine hegen konnte. UeSrigenS scheint mir dieser Holzweg nicht auf den Kamm des Berges zu führen; wir werden uns wohl dazu bequemen müssen, uns selbst einen Pfad auf die Höhe zu bahnen." „Das kommt mir bedenklich vor, allein ich füge mich", lautete die Antwort. Junger Schuß von Tannen, von Brombcerstauden und dornigem Gestrüpp hielt den Abhang dicht besetzt; doch die Freunde drangen muthig aufwärts. Häufig zwang sie ein riesiger Granitblvck, eine abenteuerlich geformte Felsengruppe, oder eine ihnen entgegensprudelnde Quelle, die eingeschlagene Richtung zu ändern. Es war ein mühseliges Klettern, und die Unterhaltung wurde immer einsilbiger. Nach geraumer Zeit hatten sie den Bergscheitel erreicht. Gebirge und Thäler, Wiesen und Wälder, Felsgruppen, Städte und Dörfer in sonniger Pracht ließen sich mit einem Blick umfassen; doch auf der Hohe war Alles urwaldartig verwachsen, kein Pfad wollte sich zeigen. Noch einige Schritte drangen sie vor, und siehe — düster und stolz, in stiller Majestät stand der Blocksberg ihnen gegenüber. „Heureka! Das Ziel ist in Sicht", rief Otto. „Aber die Götter wissen, was uns noch von ihm trennt", bemerkte Doktor Hesse mißmuthig. „Diesem orkusartigen Abgrund traue ich nicht; sobald der Urwald aufhört, fängt wahrscheinlich ein tückisches Moor an. Wenn Du Dich durchaus in die nächtlichen Gefilde stürzen willst, so thue es auf Deine Gefahr hin allein, ich tauche nicht mit in diesen Schlund." „Das ist ja offene Rebellion!" sagte der Freiherr belustigt. „Ucbrigens bestehe ich nicht auf der unheil- drohenden Thalfahrt. Ich glaube, daS Klügste wäre, zu unserem vor einer Stunde verlassenen Pfade zurück- zusteuern, um dort, wie SisiphuL zwar, jedoch mit füschem Muth den Aufstieg von neuem zu beginnen. Der Pfad mündet ohne Zweifel in die Fahrstraße zum Brocken." „Ich vermuthe wirklich, Otto, der verwünschte Zauber- spuk, das geheimnißvolle.Walten der Hexen und Kobolde hat schon begonnen, und wir lassen uns recht tüchtig bei der Nase herumführen. Doch ich will Deinen Vorschlag annehmen, so trostlos und nichtswürdig er auch ist." Ohne lange Wahl ging eS nun wieder hinab, wo 772 — man gerade stand, und zwar über Hals und Kopf. Mit Gewalt drangen die Beiden durch wildvcrwachsenes Gezweige, verschwanden plötzlich in mit Gestrüpp verdeckten tiefen Löchern, wachten nähere Bekanntschaft mit heimtückischen Wasserfallen, kletterten und sprangen gemsen- arttg von Fels zu Fels. Thurmähnliche ungeheuere Granitblöcke ragten hier scheinbar endlos dicht neben einander auf. „Ich glaube, Professor, wir find in die auf unserer Spezialkartc „Zeters Klippen" benannte Felspartie gerathen", rief Saarstctn lachend, als sie nach längerer Trennung sich im Gestein einmal wieder zu Gesicht bekamen. „Und ich behaupte", rief Hesse zurück, „daß dieses unheimliche Steinlabyrinth, wo man sich im tollsten Springen nach allen Himmelsrichtungen üben muß, und das mir wie ein Kirchhof von Niesen aussieht, daS sicherste Anrecht auf eine andere Bezeichnung unserer Karte hat, ich glaube nämlich, daß wir uns in der „Hölle" befinden. Ein unangenehmeres, halsbrecherisches Fortbewegen ist mir in meinem Leben nicht vorgekommen." Nach dieser Versicherung voltigirte er weiter. „Mich erinnert diese Lustsprungpartie lebhaft an einen Tag unserer Nordpol-Expedition, und zwar an eine Entdeckungsreise auf der Bäreninsel", so vernahm Doktor Hesse aus der Ferne die Stimme seines Freundes. „Diese Bäreninsel mit ihren ins Eismeer herabhängenden Felsenriffen und vorspringenden Klippenspitzen sollte eigentlich Vogelinsel . . . ." Der Erzähler verstummt plötzlich. Georg hört einen schweren Fall, ein eigenthümliches, langgedehntes „Ah", dann wird es stille ringsumher. „Otto, Otto!« Keine Antwort. „Was ist geschehen, Otto?" Alles bleibt lautlos wie zuvor. Da faßt eine namenlose Angst den gutmüthigen Philologen. Wenn der Freund verunglückt wäre, mit zerschmettertem Schädel oder zerbrochenen Gliedmaßen in einer Felsenkluft läge! — Entsetzlich! Wo sollte er menschliche Hilfe hernehmen? Und selbst wenn er nach stundenlanger unsäglicher Mühe hilfvereite Menschen gefunden, war es möglich , ohne Ariadnefaden wieder die Unglücksstelle zu erkennen? Ja, auf welche Weise gelangte er überhaupt jetzt zu dem ver- hüngnißvollcn Orte? Diese Vorstellungen und Zweifel marterten sein Hirn, während er rufend und suchend das Felsenlabyrinth durchforschte. Eine geraume Zeit stolperte er umher, ohne eine Spur von Saarstein zu entdecken. Da plötzlich blieb er mit weitaufgerisscnen Augen regungslos stehen; was er sah, dünkte ihn unerhört stauncns- würdig. „Sollte man es für möglich halten!" platzte er endlich entrüstet heraus. „Sitzt der Patron wie ein Troglo- dyt in seiner Felsenkluft häuslich eingerichtet, in einer Lectüre vertieft, läßt mich irren, jammern, rufen, gibt keine Antwort, sondern liest in irgend welchen Runen wie verrückt. Mensch, was ist's mit diesen Hieroglyphen?" Er sprang hinzu und wollte dem Freunde über die Schulter sehen. „Halt!" donnerte ihm der Freiherr entgegen und sprang empor. „Kein profanes Auge soll auf diesen Blättern rnhen." „Hm, wie mir dünkt, gebührt Deinen Augen das eben genannte Epitheton gerade so wie den meinen diesen zierlichen Runen gegenüber", erlaubte sich Georg zu bemerken. „Doch nicht so ganz, mein Freund! Ich habe ein reizendes, von Damenhand geschriebenes Tagebuch gefunden, mußte natürlich suchen, den Namen der Eigentümerin zu erkunden, fand ihn nicht, statt dessen aber den meinen, und zwar in schmeichelhafter Weise erwähnt. Die Dame hat meine Neisewerke gelesen und ist mehr davon entzückt, als sie eS verdienen. Du wirst zugeben, daß ich, wenn auch gerade kein Recht, so dock eine Entschuldigung habe, wenn ich ein wenig in dem Buche blätterte, das mit sehr viel Geist, frischer Lebensanschauung und tiefem Gemüth geschrieben ist. Die, nach ihren Aeußerungen zu schließen, noch junge Dame hat soeben fast dieselbe Reise gemacht wie ich. Der betreffende Band wurde erst auf dieser Reise, und zwar in Frankfurt, begonnen, das letzte ist in Wernigerode am gestrigen Tage geschrieben. Die Aermste hat jedenfalls gleiches Schicksal mit uns gehabt; wenn wir uns beeilen, so werden wir sie vielleicht noch auf dem Brocken antreffen, wo sie hoffentlich glücklich hingekommen ist. Ich bin begierig, die geistvolle, liebenswürdige Verfasserin dieser Zeilen kennen zu lernen." „Höre, Otto, die wunderbare Auffindung der Dich bezaubernden verwunschenen Handschrift scheint mir auch in das Programm der Bergkobolde zu gehören, deren Tücken wir heute unrettbar verfallen sind", erklärte der Doktor. „Wenn wir überhaupt einmal, was ich noch sehr bezweifle, auf dem Blocksberg angelangt sind, so wirst Du statt des verhexten Buches eine Hand voll Staub und dürrer Blätter aus der Rocktasche ziehen." „Daraus lasse ich es ankommen. Vorläufig wollen wir vertrauensvoll das Unsere thun, um wieder in civili- sirte Gegend zu gelangen." „Versuchen wir es", sagte der Pädagoge einigermaßen verstimmt. Dann setzten sie sich in Bewegung. „Triumph! Der Holzweg liegt wieder vor uns", rief Otto nach nicht langer Zeit. „Jawohl, die Sisiphusarbeit kann sogleich von Neuem beginnen", murrte der Hannoveraner, indem er sich anschickte, eine haushohe Felsenwand hinabzurutschen. Hiermit war die letzte Schwierigkeit, welche sie von menschlichem Pfade trennte, besiegt. Mit großer Befriedigung gewahrte Georg ganz nahe den aufsteigenden Rauch eines Kohlenmeilers. „Da werden wir hoffentlich sichere Auskunft über die einzuschlagende Richtung erhalten", sagte er vergnügt. „Meinem Feinde wollte ich es nicht rathen, sich Deiner Ciceronenschaft anzuvertrauen." (Fortsetzung folgt.) -- Das Schlangerrailge. Von Paul Gilchrist. Deutsch von E. Hanrieder. — (Nachdruck virbowi.) Ich habe seinerzeit viele Abenteuer erlebt , aber keines davon war seltsamer als das, welches ich jetzt erzählen werde. Die Croffthwaithes waren alte Freunde zu mir. Besonders an's Herz gewachsen war mir Lady Pawcla, ein mutterloses Mädchen von großer Schönheit. Kaum erwachsen, brach wegen einer unglücklichen Licbrsaffaire 773 viel Unglück über sie herein. Ein gewisser Laurence Carroll, ein armer Subalternossizier, hatte eine heftige Leidenschaft für sie gefaßt, die sie erwiderte. Aufregende Scenen fanden statt, da die beiden jungen Leute geschworen hatten, allen Hindernissen zum Trotz, sich treu zu bleiben. Carroll war adelig von Geburt, aber sorglos und leichtlebig und steckte tief in Schulden. Deshalb betrachtete ihn die Familie Lady Pamela's nicht als passende Partie für das junge Mädchen. Graf Attrill verbot ihm das Haus — Lady Pamela war wie gebrochen, wurde schwer krank und erreichte erst nach Verlauf eines Jahres wieder einigermaßen ihre frühere Gesundheit und Lebenslust. Damals hatte man mich um Rath befragt, und ich freute mich daher aufrichtig, als ich die Nachricht von Lady Pamela's Verlobung mit dem richtigen Manne erhielt. Jedem Anscheine nach hatte sie jetzt ihre ganze Liebe einem gewissen Kapitän Mainwaring, einem allgemein bekannten Reisenden und außerordentlich tapferen Offizier, geschenkt. Er besaß eigenes Vermögen und einen tadellosen Charakter. Er war zwanzig Jahre älter als seine hübsche, junge Braut, aber in den Augen ihrer Verwandten bildete dies kein Hinderniß. Auf Lady Pamela's dringende Bitten hatte ich versprochen, auf jeden Fall bei ihrer Hochzeit zu erscheinen- Diese sollte mit großem Gepränge im Monat Mai dieses Jahres 1896 stattfinden im Hause der Crossthwaithes in Portland-Square. Der Bräutigam traf gerade eine Woche vorher aus Indien hier ein. Er war ein großer, feiner Offizier, und seine Braut wurde mit Glückwünschen überhäuft. Diese Gratulationen steigerten sich zu einem gewissen Enthusiasmus, als man entdeckte, daß der Kapitän seiner Braut unter anderem einen Diamanten von außerordentlicher Größe und Schönheit verehrt habe. Am Abende nach Kapitän Mainwaring's Rückkehr aus Indien dinirte ich bei den Crossthwaithes, und nach dem Essen durfte ich den Edelstein sehen. Er ruhte auf einem Sawmetetui in einem Glasbehültnisse. Dieses stand auf einem kleinen Tischchen in demselben Raume, in welchem auch die anderen Hochzeitsgeschenke ausgestellt waren. Das Zimmer wurde nicht nur von einem Detektive, sondern auch noch von einem alten, erprobten Diener der Familie bewacht, der es nur verlassen durfte, wenn der Detektivs anwesend war. Der Diamant machte einen seltsamen, eigenthümlichen Eindruck; er war in Form eines Kobra-AugeS geschliffen, mit einigen sprühenden Strahlen im Mittelpunkte, die einer Pupille ähnelten, in Gold gefaßt. Wie er so auf seiner purpurnen Unterlage funkelte und glitzerte, sah er aus wie das Auge eines bösen, unheimlichen Wesens. Abgesehen von dem Werthe, welchen der Stein durch seine eigenartige Form und seinen Schliff hatte, war er auch noch bedeutend durch fein Gewicht, das mehr als dreißig Karat betrug. Ein Blick genügte, mir zu zeigen, daß er wasserhell und frei von der geringsten Wolke oder Unvollkommenhcit war. Je nachdem man ihn betrachte, sprühte er in rothen oder blauen Farben. „Sie möchten gewiß gerne die Geschichte jenes seltsamen Diamanten hören?" sagte Kapitän Mainwaring, der zu mir getreten war, als er sah, daß ich den Edelstein betrachtete. „Er bietet einen wirklich einzigen Anblick", antwortete ich, „er muß eine Geschichte haben." „So ist es — er ist in der That das Auge eines indischen Götzen. Ein Rajah, dem ich das Leben rettete, gab ihn mir. Als er mir den Stein anbot, stellte er eine sonderbare Bedingung. „,Er gehört einem Stamme, mit dem ich und mein Volk seit langem im Kriege sicherst, sagte er. ,Wie ein Blick Ihnen zeigen wird, ist er das Auge einer Brillenschlange — wir in Hindostan nennen es Lannx I(es dickst — was Schlangenauge bedeutet. Der Geldwerth dieses Steines ist ein ungeheurer, deshalb ist sein Besitz für mich sehr gefährlich. Ich wäre in der That sehr froh, wenn ich seiner los wäre. Wenn Sie die Verantwortlichkeit auf sich nehmen wollten, können Sie ihn unter einer Bedingung haben? „Ich versicherte ihm, daß ich nicht ängstlich sei und gerne die Verantwortlichkeit für einen so werthvollen Gegenstand tragen würde. „,Sie retteten mein Leben, und ich bin Ihnen verpflichtet', erwiderte der Rajah, ,der Stein sei Ihr Eigenthum, wenn Sie meinen Diener Gopinath als dessen Hüter nehmen wollen. Ich möchte nicht an Ihrem Tode schuld sein, und Sie würden England gewiß nicht lebend erreichen, wenn Gopinath den Diamanten nicht für Sie hüten würde. Er ist Brahmane, ein ausgezeichneter Bursche. Er wird Ihnen Tag und Nacht dienen und den Stein beschützen. Nehmen Sie ihn mit nach England. So lange er in Ihren Diensten bleibt, ist der Diamant sicher? „Nachdem der Rajah so gesprochen hatte, lüftete er einen Vorhang, und Gopinath erschien. Es war eine hübsche Gestalt, groß, mit der glänzenden Haut, den geschmeidigen Gliedern und den blitzenden Augen seiner Landsleute. Ich bedurfte damals gerade eines Dieners und nahm den Hüter sammt dem Geschenk dankbarst an. Gopinath hat mich nach England begleitet und ist so anhänglich an mich und das Schlangenauge, daß wir uns, aller Wahrscheinlichkeit nach, sobald nicht trennen werden." „Sie haben unterwegs also keine Gefahren zu bestehen gehabt, als Träger und Besitzer eines Edelsteine? von so großem Werthe?" fragte ich. „Mehrere, aber Gopinath war immer mir zur Seite und ich glaube, daß er öfters zwischen mir und de» Tode gestanden." Andere Gäste sammelten sich nun um das Glas käsichen, und Mainwäring fing neuerdings an, den Stein, den Rajah und Gopinath zu beschreiben. Ich hörte nur mit halbem Ohre zu, so versunken war ich in die Betrachtung des prächtigen Diamanten. „Was sagen Sie zu diesem indischen Wächter?" fragte ich Lady Pamela, die gerade auf mich zutrat. „Meinen Sie Gopinath?" antwortete sie lächelnd; „er ist ein gelungener Bursche." „Ich möchte ihn gar zu gerne sehen", bat ich. „Er ist im Hause, ich werde ihn gleich holen", erwiderte sie. Sie eilte fort und kehrte nach wenigen Augenblicken mit dem Brahmanen zurück. Dieser trug einen prächtigen Turban und war nach der Sitte seines Landes gekleidet. Er begrüßte mich mit einem ehrfurchtsvollen „Salaam", als das junge Mädchen mir ihn vorstellte. Seine glänzenden Augen hefteten sich auf mich und dann auf den Stein. Einen Moment später war er in einem dunklen Theile des Saales verschwunden. „Herbert will den Diamanten anders fassen lassen, und ich soll ih» tragen, wenn ich nach der Hochzeit zu 774 Hofe gehe", sagte Lady Pamela. „Später möchte ich ihn dann auf die Bank schicken. Es ist nicht angezeigt, einen solchen Schatz im Hanse aufzubewahren." „Gewiß nicht, außer Sie beabsichtigen, Gopinath zu behalten." „DaS ist noch nicht entschieden, aber ich glaube, er will nach Indien zurück. Uebrigens werde ich den Stein nicht oft tragen — er ist zu prachtvoll, und es ist etwas an ihm, das mich erschreckt." „Ich betrachte ihn auch «ehr als Werthobjekt, denn als Schmuckgegenstand. Er ist zu groß und sieht, wie Sie sagen, einem Schlaugenange zu sehr ähnlich, um einen wirklich angenehmen Eindruck zu machen." „DaS eben verleiht ihm seinen Werth", bemerkte Kapitän Mainwaring, der soeben hinzugetreten war. „Uebrigens glaube ich nicht, Pamela, daß eS nothwendig ist, die Fassung zu ändern. Ein Edelstein wie dieser ist ein Besitz — und muß dereinst ein Erbstück werden, wie?" Bet diesen Worten traf ein liebevoller Blick des Offiziers das junge Mädchen, das bald seine Frau werden sollte — ihre Augen begegneten sich auf einen Augenblick, dann sah sie nach der Thüre. In einem Augenblick änderte sich ihr ganzer Gestchts- ausdruck; sie wurde todtenbleich und umklammerte den nächsten Stuhl, wie um sich zu stützen. Eine Dame kam heran, um mit dem Kapitän Mainwaring zu sprechen, er wandte sich um und antwortete ihr höflichst. Im selben Momente sah ich einen großen Mann mit blassem Gesichte hastig vorwärts kommen. Ich erkannte ihn sogleich, und sein Erscheinen hier befremdete mich nicht wenig — eS war Pamela Crossthwaithe'S ehemaliger Verlobter, Laurence Carroll. Er ging geradeswegs auf sie zu und bot ihr seine Hand, ohne ein Wort hervorzubringen. Der unruhige Ausdruck in ihren Augen trat noch mehr hervor, und trotz aller Anstrengung, sich zu fassen, zitterte sie heftig. Kapitän Mainwaring wendete sich nun wieder zu ihr. All' ihre Kraft zusammennehmend, legte sie ihre Hand auf seinen Arm. „Ich stelle Dir hiemit meinen Freund Laurence Carroll vor", sagte sie, „Herr Carroll — Kapitän Mainwaring." Der Kapitän verneigte sich und beehrte Carroll mit einem kurzen Blicke — daS nervöse Flackern verließ Carroll's Augen — sie Wurden heiter und hell. Er fing an, eifrig zu sprechen, und Pamela folgte seine« Beispiele. DaS Gespräch lenkte sich wieder auf den Diamanten. Kapitän Mainwaring schloß das Glaskästchen auf, nahm den Stein in die Hand und gab ihn dann mir und Carroll, um ihn ganz in der Nähe zu besehen. Wir tauschten unsere Meinungen aus in Bezug auf die Schönheit und Seltenheit des Steines, aber so bald Carroll sich unbemerkt glaubte, folgten seine Augen der sich eben entfernenden Lady Pamela. Ein Blick genügte, mir zu zeigen, daß seine Leidenschaft für sie stärker war als je. Bald darauf kamen Lady Pamela und ihre Freundinnen wieder an ihm vorüber. Sie sprach kein Wort, er aber streckte seine Hand aus, als wollte er sie zurückhalten. Daraufhin wendete sie sich um und blickte ihm voll in das Gesicht. „Ich kam heute Abend hierher", sagte er, „um Zhnen Ihr Versprechen und Ihr Geschenk zurückzugeben." Er drückte ihr einen Brief in die Hand und verließ sogleich daS Zimmer. Bald darauf nahm auch ich Abschied und kehrte in meine Wohnung in Bloomsbury zurück. Dort habe ich mir ein Laboratorium hergerichtet und verbringe einen guten Theil meiner Zeit in diesem Sanktnm. Es war elf llhr vorüber, als ich nach Hause kam; mein Diener, ein Ungar, NamenS Silva, wartete auf mich. Ich hieß ihn zu Bette gehen und begab mich in mein Laboratorium. In den letzten Tagen hatte ich verschiedene interessante Experiments gemacht, insbesondere entwickelte ich gerade mehrere Photographien, die ich mit Hilfe der Röntgen-Strahlen ausgenommen hatte. Die neue Entdeckung bildete zur Zeit daS Steckenpferd der ganzen gebildeten Welt, und ich natürlich that in Gesellschaft von anderen Männern der Wissenschaft mit. Ich besaß mehrere Hittorf'schen Röhren und alle nothwendigen Apparate, um die Nöntgen'schen Strahlen herzustellen. Meine Meinung ging dahin, daß die neue Entdeckung große Fortschritte machen und besonders nach der medizinischen Seite hin von ungemeiner Wichtigkeit sein werde. Soeben hatte ich mich in meine Dunkelkammer zurückgezogen, um einige Photographien zu entwickeln, als an der Hausthüre geläutet wurde. Für einen Besuch war es zu spät, und einigermaßen überrascht ging ich hinaus, um zu sehen, waS es gebe. Silva war noch nicht zu Bette gegangen, er öffnete die Thüre, führte Jemanden herein und kam darauf zu mir. „Herr Carroll, Herr — er möchte Sie auf einige Augenblicke sprechen." „Carroll", rief ich aus, „und zu dieser Stunde — wo hast Du ihn eintreten lassen?" „In das Laboratorium", antwortete Silva. „Ich werde ihn empfangen", erwiderte ich. „Bleibe nicht länger auf. Ich kann Herrn Carroll selbst hinaus- lassen." Ich kehrte in das Laboratorium zurück. Carroll stand an der Stelle, wo die Strahlen des elektrischen Lichtes voll auf sein Gesicht fielen. Er sah leichenblaß aus — seine Wangen waren hohl, seine Augen hatten einen trüben, gläsernen Ausdruck. Als ich in das Zimmer eintrat, hielt er einige Korrekturbogen von mir in der Hand, welche nebenan auf einem Tische gelegen. Sie waren mir von einem medizinischen Blatte, für das ich beständig schreibe, zugeschickt worden. Als er meine Schritte vernahm, warf er die Blätter weg und ging mir entgegen. „Ich kann mich für mein spätes Kommen nicht entschuldigen, denn die Sache, die mich hierher geführt, ist von großer Wichtigkeit. Nebenher gesagt, dieser Artikel über Gift ist höchst interessant — ist er für eine medizinische Zeitschrift?" „Er ist für die nächste Nummer des „Lauert" bk» stimmt", erwiderte ich. Dann fügte ich hinzu: „Aber der Inhalt wird für Sie kaum von Interesse sein." „Er interessirt mich doch außerordentlich", antwortete Carroll, der Artikel behandelt ein sonderbares Gift." „Das gefährlichste, welches bis jetzt bekannt ist. Da Sie einen Theil meiner Ausführungen gelesen haben, will ich Ihnen sagen, wie ich dazu kam, Vorliegendes zu schreiben. Die Röntgen - Strahlen interessiren mich in hohem Grade, und so stelle ich mit dem neuen Lichte viele Experimente an. Während ich vor einigen Tagen mit Cyan-Kalium Versuche machte, fand ich zufällig, daß ich als Nebenprodukt jenes gefährliche Gift, wasserfreie Blausäure, erhalten hatte. Der Artikel, von dem Sie 575 eben einen Theil gelesen haben, ist in der Absicht geschrieben, die Gefährlichkeit deZ Giftes in weiteren Kreisen bekannt zu machen. Ein stärkeres Gift ist, wie ich soeben bemerkte, nicht bekannt. Schon das Einathmen verursacht plötzlichen Tod, und die Herstellung desselben kann bei Außerachtlassung gewisser Vorsichtsmaßregeln verhängnißvoll werden." „Würde das Opfer leiden?" fragte er plötzlich. «Nein, der Tod würde augenblicklich eintreten." „Und Sie haben dieses Gift wirklich gemacht, Mchrist?" „Ja, vor einigen Tagen ganz zufällig, wie mein Artikel erklärt." „In der That, dieser Gegenstand ist interessant", sagte Carroll — bei diesen Worten ließ er sich in den nächsten Stuhl fallen. „Es gibt Momente", fuhr er fort, mich mit stechenden Augen ansehend, „es gibt Momente im Leben, wo die Giftsrage eine fascinirende Wirkung auf den Menschen ausübt." „Ich hoffe, daß in Ihrem Leben ein solches Moment nie erscheinen wird", sagte ich, ihn ernst anblickend — seine Augen vermieden, den meinigen zu begegnen — er schlang seine Hände fest ineinander. „Nun, um zu meinem Anliegen zurückzukommen", sagte er, — „ich kann mich wegen dieses späten Besuches nicht entschuldigen — meine Gemüthsverfassung und weine Lage stehen über aller Entschuldigung. Ich bin heute Abend hierhergekommen, um Sie um Rath zu fragen." „Wenn ich Ihnen dienen kann, lieber Freund, mit größtem Vergnügen." „Sie sehen vor sich den unglücklichsten Menschen in der ganzen Christenheit." „O, kommen Sie", sagte ich, „so schlecht kann eS nicht stehen." „Sie wissen alle? über Lady Pamela und wich?" „Ja, Carroll, ich kenne die Geschichte. Ich brauche Sie nicht zu versichern, daß ich Sie bemitleide — Sie haben jetzt gerade eine harte Zeit zu überwinden, aber glauben Sie mir —" „Ich kann jetzt keinen Trost anhören", erwiderte er, weine wohlgemeinten Worte unterbrechend. „ES ist besser, wenn ich gleich zur Sache komme. Diese Heirath darf nicht abgeschlossen werden, das ist meine Absicht." „WaS wollen Sie damit sagen?" „Pamela Crossthwaithe wird Kapitän Mainwaring nicht heirathcn." „Sie sind nicht bei Sinnen!" rief ich aus. „Wie wollen Sie diese Heirath verhindern?" Er lachte gezwungen. „Ich habe heute Abend einen Hemmschuh an das Glücksrad des vrrd— Kapitäns gelegt", sagte er. „Ich habe Pamela einen Brief gegeben, der ihr wenigstens eine qualvolle Nacht bereiten wird." „Sie thaten sehr unrecht daran." „Ich bin nicht Ihrer Meinung — ich wünsche sie vor dem größten Unglück, welches über ein Weib hereinbrechen kann, zu bewahren. Im besten Falle ist eine Heirath etwas Entsetzliches, aber an den unrechten Mann verheirathet sein, ein Marterleben." (Fortsetzung folgt.) AliekLer« Schwedens Reichthum. In keinem anderen Lande EnropaS liegen noch so ungeheure Naturschätze unbenutzt, wie in dem nördlichen Schweden, in der Provinz Norrland, welche bis über den 69. Grad hinaus- reicht. An Umfang nimmt diese Provinz fast den vierten Theil von Schweden ein, aber sie ist nur bewohnt von reichlich 100000 Menschen, darunter etwa 4000 Lappen und 19 000 Finnen. Der Schwede nennt Norrland daS „Land der Zukunft", und das mit Recht; denn außer den ungeheuren Waldstrecken findet sich hier ein unermeßlicher Reichthum an Eisenerz, von welchem zur Zeit nur ein verbältnißmäßig geringer Theil benutzt wird, indem die meisten ausgedehnten Erzlager noch der Bearbeitung harren. Die Bedeutung dieser nordschwedischen Erzlager ist um so größer, als Aussicht vorhanden ist, daß das Eisenerz, welches sich bisher in reichlicher Menge auf dem Weltmarkt zeigte, wahrscheinlich nur noch etwa 20 Jahre aus den bisher benutzten Lagern gewonnen werden wird. Wenn diese Zeit vergangen ist, dann wird die Ausnützung der Eisenlager in Schweden möglicherweise eine Nothwendigkeit werden. Die einzige große Eisengewinnung, welche in diesen Gegenden von Schweden stattfindet, stammt aus dem berühmten Eisenberg zu Gelivara, dessen Inhalt auf weit über 300 Millionen Tons Eisen geschätzt wird. Wenn man den jährlichen Verbrauch auf etwa 600,000 Tons veranschlagt, so würde dieser Berg also für ein halbes Jahrtausend ausreichen. Die Ausnutzung der Eisenlager zu Gelivara ist erst mög« lich geworden, nachdem die lange Eisenbahn von Gelivara nach Lulea gebaut worden ist, denn auf dieser wird daS Eisen nach Lulea tranSportirt und geht von dort inS Ausland. Im verflossenen Jahre wurden nur 400 TonS exportirt, aber in diesem Jahre wird der Export ein weit größerer sein. Gelivara ist übrigens nicht der einzige bedeutende Eisenberg in diesen Gegenden. Hier finden sich außerdem Luossavara und Kirunavara, welch, nach den stattgehabten Berechnungen jährlich Ift? Mil lionen TonS liefern können. Wenn man, niedrig ge schätzt, den Ertrag von Gelivara, Luossavara und Kiruna vara auf 2 Millionen TonS veranschlagt und den PreiL pro Tonne mit 7 Kronen annimmt, so ergirbt sich ein» jährliche Einnahme von 14 Millionen Kronen oder drei mal so viel, wie sich der Ertrag gegenwärtig stellt. In dem nördlichen Schweden findet man übrigens nicht allein Eisen, sondern auch Blei, Kupfer, Gold, Platina u. s. w. Selbstverständlich. Vetter: ..Na, und was macht der Mann?" — Junge Frau: „Lieber Vetter, welche Frage, doch immer was ich Willi" » Vom Katheder. ...... Die AuSnützung der Dampfkraft war unseren Ahnen noch ein mit sieben Siegeln verschleiertes spanisches Dorf." Heftuelrftlrett. irtzelitL vcndeUalteo.l V. den dltssten Lbendldndiüeben gelinkten, vclebs 8lcb -cnsseblivslieli mit dem Lelirccb boeebilktigen, scililen die im debre 1180 ru 1?Äris von Neekccm vsr- 776 küssten sobaebrogolii, welcbe offenbar einem vorbando- nen Lodürknisso eiitspraclisn und so den Leweis iickern, dass das spiel damals in der kranrüsisclien Hauptstadt scbon riem- licb verbreitet war. — Locli sebeint es daselbst bald eino barardmässigs Ausbeutung gefunden ru linden, weil nicbt nur der im dalirs 1208 verstorbene Liscbok bin des do 8»I Ix ein entscbi'edoner Oegner des sonst aucb bei der Ooist- licbkeit beliebten 8p!olss war, sondern aucb K ö n i g Ludwig IX. von Lrankroieb im dabre 1254 das scbacb in seinein ganren Lande mittelst eines eigenen Kdiktes untersagte. Dass ?.u jener ?,cit das sebaeb nucb in Leutseli- Innd Ausbreitung und Kingang in die b öcbsten Kreise gefunden lintts, borsuge» die bistorisebon Ileberlietcrungen, wonaeb Kaiser Lbilipp von sebwabon auk der Aiten- burg bei Lamberg im dabre 1203 von Otto von Wittelsbacb in dein Augenblick« ermordet wurde, nls er oben mit dem Liscbok beim sobnobspiel snss und ferner dem jungen K o irrn din ?.u Keapel 1208 das von Liiilipp von Anjou über ibn verbängto Lodesurtbeil verkündigt wurde, wäbreud er im Kerker mit seinem dugendkrenudo Kriodrieb von Laden dos scbacbspiels püegto. Wolcb boben 6rnd von Ausbildung scbon dniunls einzelne Lpieler erreicbt battcn, reizt uns eine selincblicbo Veranstaltung, welcbe der saraüsno Lureeca 1206 r.u Klore»:'. auk eine Kinladung des Ouido duKovolli, des bekannten Oünners dos borülimten Vicbters Laute, in dessen Hans rum Losten gab. Lnreoea spielte drei Lar- tien gloiclireitig gegen vorscliiodeus Oegner, wovon er rwoi oline Ausiebt des scliacbbrottos kübrte. Kr gewann Irisvou riwei spiele und maebto das dritte un- entsobioden, gewiss ein rübmlicber Krkolg! — (Lorlsetrung dieses Absebnittes in 14 Lagen.) irr Hrt6n »ri» slvr 8elia«lr^velt. Der WoltkampfLaskel-soinit?: in Lloskau. Die 6. Lartie des lllatclies wurde steinitr nrsprüngliob naeb dem 48. 8ugo wogen Tleitübersebroitung als verloren ge- reebiist; wäbreud er nämlieb bei den ersten 45 Augen mit der ibm au Oobote »tobenden Aeit von 1 stunde für 15 Auge auskam, braucbto derselbe für die näebsten 3 Aögo über 1 stunde, olleiibsr weil er nacli einem Ausweg sucbto, um die stvllung noeb ru retten. Lasksr batto dieKoblosse, auk die Outsebrikt der Lartie ru versiebten, wessbalb sie am 26. Kov. weitcrgefübrt wurde; er dirigirte den Angriff aueb liier unter Hualitatsopfcr wieder bvcbst originell und nacb dem 58. Auge gali steinitr auf. — Kunmeliriger stand Lasker -f- 5, stoinir -j- 0, Komis 1 (r.älilt niebt). Oiv Lortsetrung des Natcbos erfolgt erst wieder ab 4. Lcrombsr eurr. — Lie folgende Lartie ist die rweito dos Wettkampfo» und von Lasker mit feinem Lositionsversiändniss gekübrt. Lartie Kr. 6. ZxLvisods?artis. cOXdl Le5-b6 25 8d2-b3 KI>8-g8 8 8bl-c3 0-0 26 8g3—e4 Kg8—k7 S »2—a4 a7—ab 27 g2—g3 KI7—«8 10 Lbb—e4 b7—Ii6(a) 28 Lei—«2 Ke8—d7 11 b2-k3 d7-d6 29 Lei-ei Lc7-b6? 12 Lei—e3 8e6—e7 30 Le3-k4(o) Lb6-e7 13 Lkl-el e7—c6 31 I>3-b4 l>6-bü 14 Vd1-b3 Lb6—e7 32 Lk4-g5 Le7—d8 15 6i3-d2 La8-b8 33 g3-g4 l>5Xg4 16 Lal—ol b7—b5 34 K4-K5 8g6-kS 17 a4Xb5 a6xb5 35 8e4— e5p d6Xeö 18> Lei—d3 Kg3-b3 36 LbdXoöl Kd7—d6(d) »1 Kotf, wendig, da auk 10. d7—d6, 11.813—gü, 1,7—b0, 18. Ddl—1>5 folgen könnte. stellung naeb dem 36. Auge von sebwara- .7 sebwarr. L A a ^ L ^ Weiss svtat nun in 5 tilgen mat. Anmerkung: Lies bsrausruKuden, überlassen wir vorerst unseren Lesern und werden wir die Auflösung in der näebsten Kummer bringen. — Auflösung dos scborr-Lroblems — Kr. 3 — von II. Luebbeit: (Der weisss Lburm gobört statt auk K1 auk ei.) 1 ) Lei—dl 2) 8a3—bö oder sg3—15^:; oder 8e3Xd1 oder 8e3Xd1; 1 ). 2) Ld1Xd2ch. — d3—d2. Liebtig gelöst von: Lr. .7. sclnessl, Weissouborv; 8. Lovcr, Kaukbeuren; O. Link, Orosscbönacb (Laden); .1. blaurer, Lassau; Waebter, Ilarbatriioken; K. L. in bl.; K. Weber, lllunningen; d. Laggenmüllcr, Lobingsv; Land. inatb. 6artb, Lonn; L. II. in L.; K. V. in W.; Krnst sebindelbsek, Lrei- sing; ferner bl. A., A. II., d. Luebwioser, L. Kissler, II. Häusler, O. Ltlaumer, Hans Ottmanu, 0. Nazlnger, Ilaiis Lraun und II. Lbicme bier; sowie d. Livkl in Orosssebönenfeld. 1t. / Leider missglückt, wenn niclit viel- leicbt nur ein Irrtbum Ikrerseits in der Kelderboseiebnung. g!» Lörr,-,- In Aufgabe Kr. 4 sebeitert die angegebene Lösung von 2ug 1: Lk8—o7 an 1)ve6Xe7,2) Lbl—b4 've?-e6! 3) e3—e4 LeO-e2! Lie Kamen .jener sebaebkreundo, wolebo unsere Lndspiels und Lrobloms riebtig lösen, sowie dioLösungen innerbalb drsiWoebon einsenden, worden stets an dieser stelle ver- öll'entllebt. Alles auk das sebaeb Lmügliebo ist ausnabmslos ru adressirsn: „Lu die Ledactiou des Angsbnrger 8el!,ie!l» bla.1t — Lake August» — Augsburg." b) LI8—k6 worauf Weiss 24. Os6—g4 riebt, ist aucb niobt besser. e) Kntselieidend; soblägt scbwarr den Läufer, so gewinnt Weiss dureb 31. se4—k6j°. d) Auf 36. Kd7—e? nimmt Weiss sunäebst den springcr e? und scbwarr Kanu den alsbaldigen Verlust aucb nicbt abwebren. Las seliiussspisl ist sebr spannend! —