«1V2. 189b. i»Augsburgrr PoMtung" Areitag, den 11. Dezember Kür die Redaction verantwortlich: vr. Theodor Müller in Augsburg. Druck und Verlag der Literarischen Instituts von HaaS L Grabherr in Augsburg (Borbefitzer vr. Max Huttler). Ihr erster Roman. Novelle von Antonio Haupt. (Fortsetzung.) Als sie einige Stunden später den Gastsaal aufsuchten, fanden sie Alles in lebhafter Bewegung. Viele rüsteten sich zum Abmarsch. Einige waren noch damit beschäftigt, ihren Morgenkaffee zu trinken, frühe Wanderer trafen schon ein; das war ein Fragen und Antworten, ein Gehen und Kommen ohne Unterlaß. Nachdem Otto den Blick spähend über die Anwesenden hatte gleiten lassen, richtete er denselben mit gespannter Erwartung auf die Thür. Seine Geduld sollte auf die Probe gestellt werden, die Ersehnte wollte nicht erscheinen. „Hier, meine Herren, die neuesten Nachrichten!" Der Gasthofbesitzer legte ein Packet Zeitungen auf den Tisch. „Haben die Damen ihr Zimmer noch nicht verlassen?" ergriff Saarstein sofort die Gelegenheit, um den Hausherrn zu befragen. „Ah, Sie meinen die jungen Damen, welche gestern in die Klippen geriethen? Dieselben sind schon seit mehreren Stunden über alle Berge." „Was, sie sind schon fort? Ich habe ja noch dar Buch!" rief Otto erregt. „Hinterließen sie keinen Auftrag für mich?" Der Wirth lächelte. „Keinen. Nicht einmal ihren Namen schrieben sie inS Fremdenbuch." „Wie fatal l Wissen Sie nicht, wohin sie sich wandten?" „Ich horte, daß sie von Jlsenburg sprachen; auch schlugen sie den Weg dorthin ein, und zwar durch das Schneeloch." „Gingen sie allein?" „Das nicht, mein Herr. Sie gingen in Gesellschaft zweier ältlichen Ehepaare." „So haben wir wenigstens einen Anhaltpunkt. Ich danke Ihnen sehr." AIS der Wirth sich entfernt hatte, rief Saarstein lebhaft: „Ich bitte Dich, Georg, sieht da» nicht aus wie eine Flucht?" „WaS eS im Grunde auch ist", versetzte dieser gleich- müthig. „Die Dame argwöhnt wahrscheinlich, daß Du zufällig oder als indiskreter Mensch das Loblied auf Deine Person gelesen hast. Ihr mädchenhaftes Benehmen gewinnt ihr übrigens weine Achtung. Sie will Dir, nachdem ihr HerzenSgeheimniß enthüllt ist, um keine» Preis begegnen." „Und ich werde Alle» daran setzen, sie aufzufinden, sie kennen zu lernen", betheuerte Saarstein feurig. „ES mag freilich nicht ganz leicht sein; denn das erst kürzlich auf der Reise begonnene Tagebuch ist nur eine Fortsetzung früherer Annalen und gibt keinerlei Aufschluß über den Namen oder auch nur den Wohnort der Verfasserin. Beeile Dich etwas mit Deinem Frühstück, auf daß wir schleunigst ihren Spuren nach Jlsenburg folgen; eS dünkt mir dies die einzige Möglichkeit, sie zu haschen." Der Philologe versprach, sich zu sputen, würdigte aber zunächst mit großer Seelenruhe die vor ihm liegende Zeitung einer genauen Durchsicht. Otto schaute sinnend in die Ferne. „Ob sie den in ihren Memoiren erwähnten Roman wohl veröffentlicht hat? Dann wäre ja der Weg zu ihr gefunden", so dachte er und nahm sich vor, alle Roman- ankündigungen der Gegenwart, sowie sämmtliche belletristische Kataloge der letzten Jahre eingehend zu studiren. In natürlichem Zusammenhang mit seinen Erwägungen fiel sein Blick unwillkürlich auf die „Ltterarische Rundschau" der auf dem Tisch liegenden Zeitung. Mit dem größten Interesse starrte er plötzlich darauf nieder. Täuschte ihn ein Spiel seiner Einbildungskraft, oder stand dort wirklich: „Auf der Höhe, Roman von Ilse TreueufelS"? — Nein, dies konnte unmöglich eine trügerische Vorspiegelung sein! Er laS: „Im Verlage von X. in U. erschien soeben: „Auf der Höhe", Roman von Ilse TreuenfelS. In der Verfasserin lernen wir eine frische poetische Kraft kennen, deren Erstlingsschöpfung unbedingt zu den besseren Werken der Belletristik gehört. Anlage und Durchführung von Situationen und Charakteren verrathen viel Geschick. Der Held der Erzählung, ein Bild edler, schöner Männlichkeit und adeliger Gesinnung, ist eine lebensvolle Gestalt, wie sie nur der Wirklichkeit abgelauscht sein kann. Sein Porträt wurde mit besonderer Liebe und Hingebung gemalt; in frischen Farben gruppiren sich darum die übrigen Personen des Romans, unter denen namentlich die Heldin, ein echt deutsches Mäochen mit warmer, tiefer Empfindung und anspruchsloser Liebenswürdigkeit, eine herzgewinnende Erscheinung ist. Wir empfehlen diesen mit überaus feiner Beobachtungsgabe und reichem Geiste geschriebenen Roman den Freunden guter UnterhaltungSlektüre auf'S wärmste." 766 „Freund, nun habe ich sie!" rief Saarstein in seiner Freude so laut, daß sogleich ein Dutzend Köpfe sich erstaunt nach ihm umdrehten. „WaS hast Du?" fragte Hesse trocken. „Ihr Roman ist im Loschen Verlage erschienen und wird hier besprochen", berichtete der Freiherr leise. „Sage, Georg, glaubst Du, daß Ilse Treuenfels ein fingirter Name sei?" „Wie kann ich das wissen! Er kommt mir etwas phantastisch vor." „Mir auch. Doch Pseudonym oder nicht, ich habe jetzt die beste Hoffnung, sie zu finden. Vor allen Dingen möchte ich keine Zeit mehr hier verlieren. Komm', lass' uns gehen." Georg fügte sich dem Wunsche seines Freundes; und wie auf Sturmesflügeln ging es unter Otto's Anleitung hinab in daS sogenannte Schneeloch. Das Reisehandbuch hatte vor diesem Wege als einem sehr beschwerlichen gewarnt, er erwies sich jedoch im Vergleich mit dem gestern durchkreuzten Klippenlabyrinth als eine äußerst bequeme Gelegenheit zum Vorankommen. Ehe man eS gedacht, war man über glatte Felsblöcke hinweg und durch Gehölz gedrungen, hatte sumpfige Strecken hinter sich gelassen und befand sich nun in einem wundervollen Tannenwalde. Auf allen Seiten plätscherten Quellen, die sich bald zu der reizenden Ilse vereinten, welche dann in unzähligen Wasserfällen das Bergthal hinabrauschte. Otto dachte lächelnd an die Ausführung Heine's: „Die Ilse ist eine Prinzessin, die lachend und blühend den Berg hinabläuft. Wie blinkt im Sonnenschein ihr weißes Schaumgewand! Wie flattern im Winde ihre silbernen Busenbänder l Wie funkeln und blitzen ihre Diamanten!" In natürlicher Jdcenverbindung schweiften seine Gedanken dann hinüber zu Ilse Treuenfels, die er dort unten zu finden hoffte, und vergnügt summte er vor sich hin: „Ich bin die Prinzessin Ilse Und wohne im Jlscnstein, Komm mit nach meinem Schlöffe, Wir wollen selig sein l" „Beabsichtigst Du nun, alle Hotels nach Deiner unsichtbaren, geheimnißvollen Dichterin zu durchforschen?" fragte Georg, als die ersten Häuser von Jlsenburg zwischen den Tannen auftauchten. „Ehe ich eine solche Rundreise antrete, werde ich im Stationsgebäude Nachfrage halten, ob das Dampfroß sie nicht schon entführt hat", erklärte Saarstein. Eine Viertelstunde später standen sie vor dem Schalter, um zu erfahren, daß soeben eine Gesellschaft von zwei ältlichen Ehepaaren und zwei jungen Damen mit dem Zuge nach Halberstadt gefahren sei. „Wann geht der nächste Zug dorthin?" „Nach drei Stunden, mein Herr." „DaS ist Tücket Was beginnen, Georg?" „Ich denke, wir setzen uns in jene sehr einladend aussehende Veranda und widmen dort unsere Aufmerksamkeit einem Gabelfrühstück." Gesagt, gethan. Die Veranda war in der That ein unmuthiger Aufenthaltsort mit entzückender Aussicht auf den nahen, von Schwänen durchzogenen Teich und auf das Gebirge mit dem majestätischen Brocken im Hintergründe. Auf diese Weise wurde es Otto nicht schwer, sein Schicksal mit Würde zu tragen. Die Stunden eilten unter angenehmer Unterhaltung dahin wie im Fluge, bis die Locomotive bereit stand, um ihn und seinen Freund nach dem alten Halberstadt zu entführen. Die Fahrk indessen durch ziemlich flache Gegend dünkte ihm in seiner Erwartung ungebührlich lang. Endlich wurden die Thürme der ehemaligen Bisthumshauptstadt sichtbar; das Ziel war erreicht. „Kann mir hier Jemand sagen, wohin eine Gesellschaft von zwei ältlichen Ehepaaren und zwei jungen Damen, welche vor drei Stunden hier ausstiegen, sich gewandt hat?" rief Saarstein auf's Gerathewohl in ein Chaos von Gasthofbedienten und Kutschern hinein. Eine kleine Berathung entstand, dann tönte es ihm entgegen: „Die Gesellschaft, wonach der Herr fragt, ist unzweifelhaft im „Goldenen Roß" bei Mutter Goedike abgestiegen." Ein strammer, betreßter Bursche trat vor und erhärtete: „Ja, das kann ich bestätigen, die Herrschaften sind in unserem Hause." „So fahrt uns dorthin", entschied der Freiherr. Das Haus „Znm goldenen Roß" in Halberstadt trägt nicht nur von außen daS Gepräge der guten, alten Zeit; der Fremde, welcher seine Schwelle überschreitet, fühlt sich sofort angemuthet von der herzlichen, echt deutschen Gastfreundschaft, mit der man ihm entgegenkommt. Die Herrin des Hauses, eine stattliche, alte Dame, welche als „Mutter Goedike" weit und breit in hohem Ansehen steht, empfing unsere Reisenden mit freundlichem „Willkommen", und Beide sagten sich sogleich beim Eintreten, daß es ihnen hier sehr leicht gelingen werde, sich heimisch zu fühlen. Auf Otto's Frage nach den Gesuchten ward ihm freilich eine neue Enttäuschung zu theil. „Die Herrschaften haben einen Ausflug nach den Spiegelsbergen unternommen, wollen aber zur gemeinsamen Abendmahlzeit wieder hier sein", berichtete Mutter Goedike. „Werden die jungen Damen auch dabei erscheinen?" fragte der Freiherr etwas mißtrauisch. „Selbstverständlich. In unserem Hause schließt sich so leicht Niemand ungesellig ab", lautete die zuversichtliche Antwort. „Wenn Sie, meine Herren, die Spiegelsberge mit ihren schönen Anlagen heute Abend nicht mehr aufsuchen wollen, so rathe ich Ihnen, unsere interessanten Bauwerke, besonders den Dom, die Liebfrauenkirche un^ das Nathhaus, zu besichtigen." „DaS letztere wollen wir thun, und zwar sogleich", entschied Doktor Hesse. Dann schlenderten die Freunde durch die alterthüwlichen Straßen mit den hochgiebeligen Häusern voller Holzschnitzereien nach dem Domplatze. Die alte Kathedrale, eine. der schönsten Kirchen Deutschlands, fanden sie namentlich im Innern sehr sehenswerth. Die Liebfrauenkirche wurde von Otto nur äußerlich in Augenschein genommen, er lenkte seine Schritte in die nächste Buchhandlung. Natürlich fand er nicht, was er suchte: „Auf der Höhe" von Ilse Treuenfels, war nicht vor- rüthig, konnte jedoch auf Bestellung in einigen Tagen hier sein. Um eine Hoffnung ärmer, suchte er seinen Freund im bereits dämmerigen Gotteshause auf, dann wandten sich die beiden mit gespannter Erwartung wiederum dem „Goldenen Rosse" zu. „Die Herrschaften sind zurückgekommen", empfing Mutter Goedike sie im Vorsaale. „Ich habe den Damen bereits gesagt, daß zwei fremde Herren nach ihnen gefragt. Sie sind alle dort im Zimmer." Heffe öffnete behutsam die Thür, warf einen Blick — 787 in den bezeichneten Raum, taumelte aber sogleich mit dem Mieneuspiel des Entsetzens zurück. „Weißt Du, wem wir mit so anerkennenswerther Beharrlichkeit nachgejagt sind?" flüsterte er. „Nun?" fragte Otto, nichts Gutes ahnend. „Den vierzigjährigen Backsischen. Es ist zum Verrücktwerden l Ich glaube, der Teufelsspuk, der auf dem Rennekenberg anfing, hat uns bis hierher noch nicht verlassen. Fräulein Eleonore kramt den Inhalt ihrer Skizzenmappe vor den beiden Schulmonarchen von gestern und deren Ehehälften aus", berichtete Georg lachend. „Ich hätte die größte Lust, mich heimlich zu verflüchtigen", murmelte Otto dumpf. „Das dürfen wir nicht, Mutter Goedike hat uns bereits angemeldet", lachte Hesse. „So gehe Du vorläufig allein ins Zimmer, ich habe noch Wichtiges zu besorgen." Mit diesen Worte drehte sich Saarstein herum und eilte, von plötzlicher Eingebung getrieben, schnurstracks zum Telegraphenamt. Hier richtete er anf dem Drahtwege das Ersuchen an die Verlagshandlung in U. um sofortige Zusendung von „Auf der Höhe" und bat um die genaue Adresse der Verfasserin. AIs er infolge dieser That ziemlich wohl gelaunt endlich das Gastzimmer des „Goldenen Rosses" betrat, fand er seinen Freund im besten Galgenhumor der Welt bereits vollständig heimisch. Die vierzigjährigen Backfische wie die beiden Ehepaare schienen nicht unempfänglich für guten Witz; und so unterhielt man sich schon vortrefflich, ehe das Abendessen unter Mutter Goedike's Vorsitz seinen Anfang nahm. Bet Tisch herrschte durch Vermittlung der Hausherrin ein erfreulich zwangloser Verkehr, als ob Alle zusammen bei einer befreundeten Familie zu Gast gebeten seien, und «an trennte sich erst spät mit der gegenseitigen Versicherung, einen angenehmen Abend verbracht zu haben. (Fortsetzung folgt.) --SSWSS-- Das Schlangeuauge. Von Paul Gilchrist. Deutsch von Emma Hanrieder. (Fortsetzung statt Schluß.) „Gewiß nicht. Würde ich etwas so Schreckliches erfinden? Sie sehen selbst, Gilchrist, von welcher Bedeutung dieser Todesfall für mich ist. Ich war zuletzt bei Mainwaring, wir schieden im Zorn, die Hoteldiener werden die Länge der Unterredung beschwören. Ich werde sogleich verhaftet werden, und um den Beweis zu liefern, der genügt, mich an den Galgen zu bringen, ist dies in «einer Tasche." Bei diesen Worten zog er die ominöse Phiole mit dem Gifte heraus. „Geben Sie es mir", sagte ich und streckte meine Hand danach aus. „Nein, ich werde es jetzt behalten. Ich nahm es zu meinem eigenen Gebrauche. Heute Nacht lag es anf Ihrem Tische. Die Etikette mit der Aufschrift „Gift" war das erste, was mir in die Augen fiel, als ich das Zimmer betrat. Ich unterlag der Versuchung und eignete es mir vor Ihrem Erscheinen an; denn ich suchte ein Mittel, mir, wenn nöthig, das Leben damit zu nehmen. Gerade als Sie in das Zimmer eintraten, hatte ich die ganze Beschreibung von der eigenen Wirkung Ihres Giftes gelesen. Ich steckte auch das achte Blatt Ihres Manuskriptes ein. Hier ist das Blatt und hier auch die Flasche." „Nun, so können Sie es mir wenigstens zurückgeben. Sie brauchen sich nicht freiwillig den Strick um den Hals zu legen." „Es ist zu spät", erwiderte er. „Als ich im Hotel die unselige Nachricht hörte, strauchelte ich und fiel beinahe. Irgend etwas trieb mich an, die Hand in meine Tasche zu stecken. Ich zog die Flasche heraus und schaute sie ganz bestürzt an. Ein Kellner, der neben mir stand, muß das Wort „Gift" gesehen haben. Nun, ich werde die Sache durchmachen müssen. Ich bin zu Ihnen gekommen, dem einzigen Freunde, den ich besitze. Was rathen Sie mir, daß ich thun soll?" „Ich rathe Ihnen, Platz zu nehmen und, wenn möglich, mir zu sagen, was vorgefallen ist." Carroll sah mich einen Augenblick starr an, dann warf er sich in deu nächsten Fauteuil und begann zu sprechen. „Ich will Ihnen erzählen, wie alles gekommen ist. Im Hotel Savoy kam ich ziemlich spät an, allein Main- waring war noch nicht zu Bette gegangen. Ich sah ihn und erzählte ihm meine Geschichte. Er verweigerte es ein- für allemal, Pamela aufzugeben." „Und die Flasche?" fragte ich, als Carroll einen Augenblick aussetzte und sich den Schweiß von der Stirne wischte. „Ich ging in das Crown-Hotel", fuhr er fort, „einen kleinen Gasthof in der Nähe deS Hotel Savoy. Als ich dort in mein Zimmer getreten war, nahm ich das Fläschchen aus der Tasche. Mainwaring's Worte hatten mich fast zum Wahnsinn getrieben. Ich sah ein, daß er Paweln um keinen Preis aufgeben würde. Ein unabweisbarer Wunsch, mir das Leben zu nehmen, stieg in mir auf. Ich laS noch einmal Ihre Beschreibung des Giftes, brach das Siegel und zog den Kork aus der Flasche. Im nächsten Moment würde ich das Gift ein- geathmet und meinem elenden Dasein ein jäheS Ende bereitet haben, aber im gleichen Augenblicke überkam mich ein furchtbarer Schauder über das, was ich zu thun im Begriffe stand. Jetzt fürchtete ich den Tod eben so sehr, als ich ihn zuvor herbeigesehnt hatte. Ich drückte den Kork wieder in die Flasche und steckte sie ein. Das ist Alles, waS soll ich jetzt thun?" Ich wollte soeben antworten, als ein scharfes Läuten an der Hausthüre mich unterbrach. Schon in der nächsten Minute traten ein paar Polizeibeamte, von Lord Attrill begleitet, in das Zimmer. Einer der Herren ging geradeswegs auf Carroll zu. „Heißen Sie Laurence Carroll?" fragte er. „Ja", antwortete der junge Mann. „Hier habe ich einen Verhastbefehl gegen Sie, wegen des Verdachtes, daß Sie heute Nacht Kapitän Mainwaring im Savoy-Hotel ermordet haben." Nun, da der Schlag wirklich hereingebrochen, war Carroll ziemlich ruhig. „Ich werde natürlich mit Ihnen gehen", sagte er; „aber das sage ich Ihnen gleich, ich bin vollständig unschuldig." „Je weniger Sie sagen, desto besser ist es für Sie, mein Herr", erwiderte der Mann. „Es ist meine Pflicht, Sie mitzunehmen; es thut mir leid, aber, wie gesagt, je ruhiger Sie sich verhalten, desto besser l" Carroll reichte mir die Hand, er warf keinen Blick 768 auf Lord Attrill, der seinerseits nicht die geringste Notiz von ihm nahm. Einen Augenblick später befand ich mich mit dem alten Grafen allein. „Der Schurke!" rief er aus, als die Thüre sich hinter Carroll und den Beamten geschlossen hatte. „Ich wundere mich, daß Sie solchen Besuch bei sich dulden, Gilchrist, das find hübsche Ereignisse; mein einziger Wunsch ist, daß ich noch erlebe, wie diesen Burschen das Schicksal, das er verdient, ereilt." „Er ist unschuldig, Attrill«, sagte ich. „Bei Gott, ich spreche die nackte Wahrheit. Carroll hat ebensowenig den Mord begangen, als ich." Lord Attrill beehrte mich «it einem sonderbaren Lächeln. „Ich glaube, Sie werden an Ihrer Meinung nicht rütteln lassen, aber ich theile sie nicht. Uebrigens hat diese furchtbare Nachricht mein armes Kind schrecklich aufgeregt. Sie bat mich, Ihnen zu sagen, daß sie Sie zu sprechen wünscht. Wollen Sie mit mir kommen?" „Gewiß!" Ich setzte meinen Hut auf, und gleich darauf verließen wir beide das Haus. Wir nahmen einen Wagen und fuhren direkt nach PortlandS-Square. Natürlich hatte man alle Vorkehrungen für die Hochzeit weggeräumt, und das große HauS bot einen eigenartigen Anblick. Diener und Tapezierer entfernten alle Spuren der angesetzten Feierlichkeit. Eine Thüre am entgegengesetzten Ende der großen Halle stand offen, und Lord Attrill und ich gingen nach dieser Richtung, als wir in das HauS eintraten. Wir befanden uns in dem Raume, in dem Lady Pamela's Hochzeitsgeschenke ausgestellt waren. Der Tisch mit dem Glaskästchen stand in der Mitte, ein purpurnes Kiffen lag darin — aber der Diamant war fort. „Ah", sagte Lord Attrill, der die Richtung meiner Augen bemerkt hatte, „der arme Mainwäring hatte besondere Eigenheiten mit dem Steine. Er brachte ihn jeden Morgen hierher, aber bestand darauf, ihn während der Nacht bei sich zu behalten. Uebrigens wird es unter den gegenwärtigen Umständen nicht gerathen sein, ihn im Hause zu belassen. Ich will ihn lieber gleich holen." Kaum hatte er diese Worte gesprochen, als am andern Ende des Zimmers sich eine Thüre öffnete und der indische Diener Gopinath hcreinglitt. Sein geräuschloser Eintritt war von keinem von uns beiden bemerkt worden, aber sobald er uns sah, stieß er einen seltsamen Schrei aus und fiel uns zu Füßen. „Lannx Koe ist gestohlen!" stöhnte er. „Ich habe das leere Etui gefunden." Er hielt das lederne Etui in der Hand. Lord Attrill ergriff es. „Was soll das heißen", sagte er. „Steh' auf, Bursche. Was hast du entdeckt?" „Das Schlangenauge ist fort", wiederholte der Mann. „Ich fand den Behälter leer, so wie er da ist, unter dem Kiffen «eines Herrn. Ich habe das Futteral hierhergebracht. Mainwaring Sahib muß von dem Diebe, der den Stein gestohlen, ermordet worden sein." Lord Attrill's Aufregung bei dieser Nachricht war pngeheuer. „Das ist in der That ein Grund für den Mord. Gilchrist, ich muß Sie verlassen. Gopinath, komm' sogleich mit mir." Der Graf und der Jndier verließen zusammen das Gemach, und ich wendete mich um und läutete. Ein Diener erschien. „Wollen Sie Lady Pamela mittheilen, daß ich hier bin. Fragen Sie, ob ich mit irgend etwas dienen kann." Der Mann zog sich schweigend zurück. Nach einigen Minuten kam er wieder. „Lady Pamela wünscht Sie sogleich zu sprechen", sagte er, „darf ich Sie bitten, mir zu folgen." Er führte mich in den ersten Stock, in ein hübsches Boudoir, dessen rosa Vorhänge herabgelassen waren. Eine weiß gekleidete Dame kam auf mich zu, streckte mir beide Hände entgegen und umklammerte die meinen mit kräftigem Drucke. „Bemitleiden Sie mich nicht", sagte Lady Pamela» denn sie war es, „ich bin nicht traurig über meines Verlobten furchtbares Ende. Oh, ich weiß, es ist gefühllos von mir, aber ich will Ihnen die Wahrheit sagen — er liebte wich, und man sagt, er sei ermordet worden. Sein Tod hat mich nur betäubt, überrascht, aber — Sie werden mich verachten, wenn ich es eingesiehe, ich weiß es, — aber wenn ich leide, so geschieht es nur um Carroll's willen." „Setzen Sie sich", sagte ich zu ihr, „dieses entsetzliche Eceigniß hat Sie zu sehr aufgeregt. Versuchen Sie, ruhig zu sein." „Wie kann ich das? rief sie aus. „Soeben sagte man mir, daß man Laurence verhaftete — man glaubt auch an seine Schuld, ich lese es in den Augen Aller; man meint sicher, daß er Mainwaring ermordete. Ich kann kaum sprechen vor Angst. In seiner Tasche hat man auch ein Fläschchen Gift gefunden. Man sagt, Sie wüßten etwas darüber." „Unglücklicher Weise ist eS so." „Wie kam er dazu? Hatten Sie etwas damit zu thun?" „Ihrem Herrn Vater beantwortete ich eine ähnliche Frage nicht", erwiderte ich, „allein bei Ihnen ist es etwas anderes; wenn Sie mir ruhig zuhören wollen, werde ich Ihnen alles sagen." In wenig Worten erzählte ich ihr, anf welche Weise das Gift in Carroll's Hände gelangt war. „Sie glauben, daß er es nahm, um damit einen Selbstmord zu begehen?" „Das war seine Absicht. Drch, Gott sei Dank, als der Augenblick kam, hatte er nicht den Muth, sein unseliges Vorhaben auszuführen." „Wollen Sie das Verhör abwarten?" fragte Lady Pamela nach einer Pause. „Ja." „Werden Sie voraussichtlich über das Gift befragt werden?" „Es ist sicher, daß man diesbezügliche Fragen an mich stellen wird." „Und werden dann sagen, was Sie wissen?" Ich blickte sie überrascht an. „Ich darf mit dem, was ich weiß, nicht zurückhalten", sagte ich. „Denken Sie daran, daß man mich vereidigen wird." „Das ist gerade der Punkt, über den ich mit Ihnen sprechen möchte", erwiderte sie, all' ihre Kraft Zusammennehmend. „Wenn Sie auch unter Eid aussagen, so müssen Sie mir doch feierlichst versprechen, daß Sie daS, was zu Ihrer Kenntniß gelangt ist, verschwngcn." 789 „Ich soll meineidig werden?" sagte ich. „Sie wissen nicht, was Sie sprechen." „Ja, ich weiß es", erwiderte sie — bei diesen Worten warf sie sich mir zn Füßen — „was kümmert mich ein Meineid. Man wird ihn ja hängen, wenn Sie dir Wahrheit sagen." „Stehen Sie auf." Ich nahm sie bei der Hand und führte sie zu einem Sopha. „Versprechen Sie mir zu schweigen i" „Lassen Sie ruhig mit sich reden, Lady Pamela, Sie find außer sich vor Angst. Man kann Carroll nur damit einen Dienst erweisen, indem man versucht, den Verdacht von ihm zu nehmen." „Aber wenn er nicht von ihm genommen werden kann?" „Was meinen Sie damit?" „Ich kann nicht dafür", seufzte sie, „ich fürchte das Schlimmste. Er war in Verzweiflung, — der Brief, den er mir schrieb, verrieth es mir. Ich hätte ihn nie aufgeben sollen. Niemals liebte ich Kapitän Mainwaring. Oh! unter diesen schrecklichen Verhältnissen könnte sich alles ereignet haben." „Sie müssen mich anhören", unterbrach ich sie. „Sie haben in der vergangenen Nacht nicht mit Carroll gesprochen, aber ich; Sie sahen ihn heute nicht; aber ich. Wären Sie bei ihm gewesen, so würde diese Furcht Sie nicht befallen haben. Er ist ein Mann in verzweifelter Lage, ich gebe das zu, aber, Lady Pamela, er ist kein Mörder." „Sie trösten mich, trotzdem ich nicht daran zu glauben wage", seufzte sie. Sie wischte den Angstsweiß von ihrer Stirne, und ihre Augen nahmen einen ruhigeren Ausdruck an. „Ich würde Ihnen dies nicht sagen, wenn ich nicht selbst davon überzeugt wäre. Nun muß ich auf etwas anderes übergehen. Wissen Sie, daß der Diamant fehlt?" „Wie!" rief sie aus, „das Schlangenauge?" „Ja, es ist gestohlen worden. Gopinath hat soeben die Nachricht davon gebracht. Ihr Herr Vater ist mit ihm fortgegangen. Diese Thatsache allein scheint mir Carroll's Unschuld zu beweisen. Diejenige Person, welche den Diamanten raubte, beging zweifelsohne auch den Mord. Nun brauchte aber Carroll kein Geld — in diesem Moment seines Lebens wäre der Diamant von gar 'einem Werthe für ihn gewesen." Lady Pamela hörte mir mit glühenden Wangen und glänzenden Augen zu. Die Thatsache, daß der Stein fehlte, war für sie der größte Trost. Ich mußte sie jetzt verlassen, versprach ihr aber, sobald ich neue Nachrichten empfangen hätte, zurückzukehren. Das Verhör fand am folgenden Morgen in aller Frühe statt. Ich hatte natürlich dabei gegenwärtig zu sein. Die Verdachtsmomente waren für den armen Carroll ungeheuer belastend und man übergab die Anklage wegen vorsätzlichen Mordes dem Schwurgerichte. Carroll wurde gesanglich eingezogen, um seine Vernehmung vor Gerichte zu erwarten, und die ganze Familie Crossthwaite war in tiefster Trauer. Spät abends wollte ich Lady Pamela nochmals besuchen, doch man sagte mir, sie fei ernstlich erkrankt, und man habe einen Doktor zn Nathe gezogen. Ein Nervensieber wurde befürchtet. Unruhig und bedrückt kehrte ich nachhanse zurück. Ich ging in meine Bibliothek und versuchte vergebens auf andere, minder aufregende Gedanken zu kouimen, als Silva mir meldete, daß der Jndier gekommen sei und mich zu sprechen wünsche. Ich befahl, ihn sogleich vorzulassen. Gleich darauf betrat er das Zimmer. Er kam gerade auf mich zu und übergab mir einen Brief von Lady Pamela, in welchem sie mich dringend bat, sie gleich am nächsten Morgen zu besuchen. „Ich bin fast von Sinnen vor Kummer und Krankheit", schrieb sie. „Eine Unterredung mit Ihnen würde mir die größte Erleichterung verschaffen." (Schluß folgt.) --t-> v i * - Die Cardmassivnrde und deren Verleihung. Am vergangenen 3. Dezember hat LeoXIIl. in öffentlichein Consistorium ivieder sieben nenernannten Cardinälen den Purpur verliehen. Bei diesem Anlasse dürfte es unsere Leser interessircn, etwas über die Bedeutung der Cardinals- ivnrde und das Ceremonie!! der Verleihung dieser Würde zu vernehmen. Wir benützen hiefür eine Studie des Wiener „Vaterland": Der Erhabenheit der Cardinalswürde entspricht auch ihr hohes Alter; denn in einem gewissen Sinne haben jene Kirchenhistoriker und Canonisten Recht, die den Ursprung des Cardinalats in die ersten Zeiten des Christenthums versetzen und bis auf die heiligen Päpste Cletus, zweiten Nachfolger des heiligen Petrus, oder Hymnus (154) zurückführen, wie es wohl auch nicht in Abrede gestellt werden kann, daß die Bezeichnung Cardinal schon zur Zeit des heiligen Silvester, also zu Anfang des vierten Jahrhunderts, üblich war, allerdings nicht für die römischen Priester allein. Was die römische Kirche betrifft, so waren die Cardinäle ursprünglich die Inhaber der. „tituli", d. h. der Pfarrkirchen Roms, also mit einem Worte die röm- ischenPresbyteri und derenGesammthcit; das Presbyterium bildete seit den ältesten Zeiten gleichsam den Senat, das berathende Kollegium des Papstes oder römischen Bischofs; dazu kamen dann später noch die Inhaber der Diakonicn, d. h. die' Vorsteher der frommen Anstalten in Rom und der damit verbundenen Kirchen. Daher der Unterschied zwischen Cardinalpriestern und Cardinaldiakoncn, zu denen nachher noch einige Bischöfe in der Umgebung von Rom als Cardinal b i s ch ö f e kamen. Es war ganz natürlich, daß die Bedeutung und Würde der Cardinäle als der unmittelbaren Rathgcber und Mithelfer des Papstes in der Regierung der Kirche immer mehr zunahm, so daß schon der heilige Petrus Damiani sagen konnte, die Cardinäle nähmen an der päpstlichen Würde selber theil. Die Cardinäle sind Fürsten der Gesammtkirche, sie sind gleichsam die Arme des Papstes, und abgesehen eben von der päpstlichen Würde, gibt es in der Kirche keine höhere Würde als die der Cardinäle. Ihre Anzahl und ihre Befugnisse wechselten im Laufe der Zeit. Ihr vorzüglichstes und wichtigstes Recht besteht seit 1059 darin, daß ihnen ausschließlich die Wahl des Papstes zusteht, während seit 1376 die Cardinäle nicht nur die Wähler des Papstes sind, sondern dieser auch nur aus ihrer Mitte gewählt werden kann: das heißt: es kann Niemand Papst werden, der nicht vorher Cardinal geworden. Daher denn auch Souveräne und Regierungen den Cardinälen die höchsten Ehren erweisen, sie den Prinzen der regierenden Familien gleichstellen und ihnen dementsprechend öffentliche Ehrenbezeigungen zuerkennen. Die Zahl der Cardinäle war, wie gesagt, sehr verschieden nach den Umständen und besonders nach dem Willen der Päpste, denen deren Ernennung allein zukommt. Erst Sirius v. setzte in der berühmten Bulle .RostgumiM von: Jahre 1685 ihre Zahl auf 70 fest, entsprechend der Zahl der Aeltestcn, die Gott dem Moses als Rathgeber bestimmte, und zwar 6 Cardinälc von der Ordnung der Bischöfe (die sogenannten snbnrbicarischen Bisthümer), 60 von der Ordnung der Priester und 14 von der Ordnung der Diakonen. Das Amt der Cardinäle bringt es mit sich, daß sie — ausgenommen jene, die auswärts Bischöfe sind — bei dem Papste rcsidiren, und es ist ihnen positiv vorgeschrieben, sich von dem Orte, wo der Papst residirt. nicht zn ent- 790 fernen, wenn sie nicht vorher dessen Erlaubniß erlangt haben. Was die Cardinäle betrifft, die gleichzeitig einen bischöflichen Stuhl inne haben, so unterstützen auch sie den Papst in der Kirchenregierung, vornehmlich durch Berichte über die Lage der Kirche in den betreffenden Ländern, durch Kundgebung ihrer Meinung über die dort auftauchenden kirchlichen Fragen und vor allem durch Wahrnehmung der Interessen des apostolischen Stuhles. Sie nehmen auch an den heiligen römischen Kongregationen theil, diesen großen Dikasterien, deren sich der Papst ordent- licheriveisc bedient bei der Leitung der gesummten Kirche. Die Ernennung (Kreation) der Kardinäle pflegt vorn Papste im geheimen Konsistorium vorgenommen zu werden, während die Ueberreichnng des Cardinalshutes im öffentlichen Konsistorium geschieht. Das Konsistorium ist die Versammlung der Kardinäle, insoferne diese vom Papste llls dessen Rathscollegium zusammenberufen werden. Das Konsistorium ist ein geheimes, wenn außer dem Papste nur die Kardinäle anwesend sind, ein halböffentliches, wenn auch Bischöfe zugelassen werden, ein öffentliches, wenn noch andere Diguitäre des römischen Hofes, das diplomatische Corps :c. beiwohnen. Am Tage vor dem Konsistorium begibt sich der Magister der päpstlichen Cursoricn nach Empfang des päpstlichen Auftrages zu den in Rom weilenden Kardinälen und theilt ihnen knieend Tag, Stunde und Ort des Konsistoriums mit. Dieses wird vom Papste in dem Palaste abgehalten, wo er residirt. Im Vatikan wird das geheime Konsistorium in einem Saale neben der geheimen Anti- caniera, der eben deßwegen Cousistorialsaal heißt, abgehalten. Dort ist für den Papst ein Thron errichtet, um den herum im Quadrat die Bänke für die Kardinäle aufgestellt sind, die sich je nach der kirchlichen Zeit in rother vder violetter Kleidung nach dem Palaste begeben. In den ersten päpstlichen Vorzimmern ziehen sie die rothe oder violette Kappa an und erwarten dort die Ankunft des Papstes. Der Papst, in weißem Talar, weißem Cingulum mit Goldgnasten, Rochett und Mozett, verläßt zur bestimmten Stunde seine Prwatgemächer, zieht das k»läa genannte weiße Ueberkleid an und begibt sich, begleitet -von den Mitgliedern der geheimen Anticamera, fernem Hofstaate, den Keremoniären und dem ersten Cardinaldiakon, der ihm die rothe Stola umlegt, in den Consistorialsaal. Bei seinem Erscheinen erheben sich alle Kardinäle, nehmen das rothe Zucchetto ab und verneigen sich. Sobald der Papst den Thron bestiegen, ruft der Kustos des Konsistoriums mit lauter Stimme: „Lrtra. onmss!" (Alle hinaus!), worauf sämmtliche Officiale der Curie den Saal verlassen und dessen Thüren schließen, die erst nach Beendigung des Konsistoriums wieder geöffnet werden, so daß selbst einem Cardinal, der etiva zu spät kommt, nichts übrig bleibt, als umzukehren und nach Hause zu fahren. Sobald der Papst mit den Kardinälen allein ist, hält er eine lateinische Ällocntion über eine kirchliche Angelegenheit, wenn es ihm so gut dünkt, und wenn er Kardinäle creiren will, nennt er deren Namen und erwähnt ihre Verdienste. Sodann holt er hierüber die Meinung der Kardinäle ein mit der Formel: ..Haiä vobis vülstm?" (Was dünkt Euch D Die Kardinäle erheben sich zum Zeichen der Zustimmung, nehmen das Zucchetto ab und verneigen sich. Hierauf creirt der Papst die neuen Kardinäle mittelst der Formel, die auf deutsch lautet: „Vermöge der Autorität des allmächtigen Gottes, der heiligen Apostel Petrus und Paulus und Unserer eigenen creiren Wir zu Cardinalpriestern (-Diakonen) N.N. mit den nothwendigen und angemessenen Dispensen, Dcrogationen und Klauseln." Behält der Papst einen Kardinal in petto, so verschweigt er bei dessen Kreation den Namen desselben. Nach dem geheimen Konsistorium gehen sofort die dazu bestimmten Officialcn zu jenen der neuen Kardinäle, die sich in Rom befinden, um ihnen die amtliche Meldung von ihrer Kreation zu überbringen und sie einzuladen, sich in den Vatikan (gewöhnlich am Nachmittag desselben Tages) zn begeben, um aus den bänden des Papstes das Cardiiialsbirret zu empfangen. Was die nicht in Rom anwesenden neuen Kardinäle betrifft, so bestimmt der Papst einen Nobelgarden, um ihnen mit der Nachricht von ihrer Promotion das rothe Zucchetto (oder die Kalotte) zn überbringen. Sobald der neue Cardinal das Zucchetto empfangen hat, darf er sich als Cardinal unterschreiben, aber noch nicht den Purpur, noch auch das Cardinals- Birret tragen. Letzteres wird ihm von dem Souverän des Landes oder, wenn dieser nicht Katholik ist, von einem hiezu vom Papste dclegirten Cardinal nach einem bestimmten Ceremoniell ausgesetzt. Während nach der Birret- Aufsetzung das Tedeum gesungen wird, begibt sich der neue Cardinal in die Sakristei, und hier erst zieht er den purpurnen Talar, das rothe Cingulum und die purpurne Oappa INLANS an. Sowohl das rothe Birret wie das rothe Zucchetto wurde den Kardinälen vom Papste Paul II. im Jahre 1464 verliehen, jedoch mit Ausnahme der einem religiösen Orden entnommenen. Diese Ausnahme hob indessen Papst Gregor XIV. auf, so daß auch die Kardinäle, welche Regulären sind. Birret und Zucchetto von rother Farbe tragen. Das letztere tragen die Kardinäle stets und nehmen es nur vor dem Allerheiligsten, vor dem Papste und vor den kollegialster versammelten Kardinälen ab. Der rothe Hut (Cardinalshut) ist das älteste purpurne Jusigne der Kardinäle. PapstJnnocenz IV. bestimmte nämlich auf dem ersten allgemeinen Concil zu Lyon (1245), daß die Kardinäle den rothen Hut zu tragen haben, und erst Bonifatius VIII. verlieh ihnen die vollständige Purpurkleidung, die bis dahin nur vom Papste getragen und höchstens hie und da einem Legaten s, totere gestattet wurde. Der berühmte Cardinal Bellarmin sagt, der Purpur sei den Kardinälen gegeben worden mit Rücksicht auf ihre der königlichen gleichzuhaltenden Würde; der Purpur soll aber auch die Kardinäle erinnern, daß sie stets bereit sein müssen, ihr Blut zu vergießen für den Glauben, den apostolischen Stuhl und den Frieden der Christenheit. Der Cardinalshut ist aus rothem Tuch, hat eine breite Krämpe und einen verhältnißmäßig kleinen „Kopf", von welchem zwei rothe Schnüre mit fünf Reihen Quasten an jeder herabhängen, derart, daß zuerst eine Quaste kommt, dann zwei, drei, vier und fünf, so daß es zusammen 30 Quasten sind. Der Hut wird einen: neuen Kardinal, der außerhalb Roms wohnt, äußerst selten, ja fast nie geschickt, sondern vom Papste in: öffentlichen Konsistorium aufgesetzt, wo er auch von: Papste den Cardinalsring empfängt, der von Gold ist und einen großen Saphir enthält. Der eigentliche Cardinalshut wird von den Kardinälen nur bei einigen wenigen Feierlichkeiten getragen; sonst tragen sie einen rothen Hut von gewöhnlichen Dimensionen mit Goldverziernngen und für gewöhnlich einen schwarzen Hut mit rothen: Bande und Goldverziernng. ---8MNS-- AllseLeL. Alte Feuerzeuge. Die Erzeugung des Feuers gehört ohne Frage zu den frühesten Erfindungen des Menschen. Auf der niedrigsten Kulturstufe erzeugen alle Völker das Feuer durch Reiben eines harten und eines weichen Holzes gegeneinander. Jndier und Griechen, Römer und Germanen verschafften sich Feuer, indem ein Stab entweder in einen andern, oder durch eine Scheibe oder Tafel, oder durch die Nabe eines Rades gebohrt ward, wodurch man an den Reibungsflächen eine solche Hitze erzeugte, daß dort liegende Stückchen Werk oder Zunder in Brand geriethen. Solche Neibfcuerzeuge haben sich bet Polyneflern, Südamerikanern und Sndasiaten, wie auch in manchen nordafrikantschen Oasen, bis zur Gegenwart erhalten. Bei den alten Römern war auch schon das sogenannte Pinlfeuerzeug in Gebrauch, das bei uns vom 14. oder 15. Jahrhundert bis in die neueste Zeit, namentlich auf dem Lande, ganz allgemein in Anwendung geblieben ist. Es besteht aus dem Feuerstahl, einem Feuerstein und einem zum Auffangen des Funkens verwendeten Stoff. Die Gewinnung des Feuers bei dieser Art von Feuerzeugen beruht darauf, baß die Mechanische Kraft des Menschen durch Reibung in Wärme umgesetzt wird. Man schlägt mit dem Stahl den scharf- 791 kantigen Feuerstein derart rasch ab, daß durch die geschwinde Bewegung des ersteren und die schneidenden Steinkanten kleine Splitterchen von der Fläche des Stahles abgehoben werden. Diese werden nun durch die Reibung derartig erhitzt, daß sie als glühende Funken herunterfallen und den Zunder (meist Feuerfchwamm — gekochter und mit Salpetersäure behandelter Baumpilz) zum Glimmen bringen. Zu den Feuererzeugern gehören ferner die Brenngläser und Brennspicgel, die schon den alten Traciern bekannt gewesen sein sollen. In Deutschland sind sie seit dem 13. Jahrhundert gebraucht worden, erlangten aber erst im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts in Folge billigerer Herstellung eine allgemeinere Verbreitung, um indeß schon bald durch die chemischen Feuerzeuge verdrängt zu werden. Fürstenberger in Basel erfand 1780 das elektrische Feuerzeug, bestehend aus einem Gefäße, worin aus Zink und verdünnter Schwefelsäure, Wasserstoffgas entwickelt wurde, das sich durch den Funken eines Elektrophors in dem Augenblicke entzündete, da es nach Umdrehung eines Hahnes aus einer feinen Qeffnung hervorströmte. Diese Flamme entzündete dann den Docht eines an der Maschine angebrachten Wachsstockes. Viel vollkommener war das Döbereiner'sche Platinfeuerzeug, das eine große Verbreitung fand und vielleicht wohl noch von einzelnen unserer älteren Leser benutzt worden ist. Der Professer der Chemie Johann Wolfgang Döbrreiner machte im Jahre 1832 die Entdeckung, daß Platinaschwamm brennbare, mit athmosphä- rischer Luft oder Sauerstoffgas gemengte Gasarten zu entzünden vermag, wobei er selbst in's Glühen geräth, und benutzte daL zu einer sinnreichen Modifikation der elektrischen Zündmaschienen. Das bereits gegen Ende des vorigen Jahrhunderts von Dumontier erfundene pneumatische Feuerzeug bestand aus einer starken, unten verschlossenen Glasröhre, worin sich ein Kolben luftdicht auf- und niederbewegte. Im Raume unter dem Kolben befand sich ein Feuerfchwamm. Stieß man nun kräftig den Kolben gegen den Boden der Röhre, so wurde durch die plötzliche Kompression der eingeschlossenen Luft so viel Wärme erzeugt, daß der Feuerfchwamm sich entzündete, mit dem man alsdann einen Schwefelspan oder die Pfeife anzünden konnte. Bet den Dayaks auf Borneo findet man pneumatische Feuerzeuge aus Bambus; nach Bastian sind solche auch in Birma im Gebrauch. Vorläufer unserer Zündhölzchen waren die um 1820 ziemlich allgemein gebräuchlichen Tunk- oder Tauchfeuerzeuge, die auf der, 1806 von Berthollet gemachten Entdeckung beruhten, daß bei der Zersetzung von chlorsaurem Kali und Schwefelsäure zugleich anwesende brennbare Körper sich leicht entzünden. Dadurch kam man auf die Herstellung eines Feuerzeuges, das außerordentlich beliebt wurde und dies bis zum Siege der Phosphorfeuerzeuge auch blieb. NaheVerwandtschaft. „KennenSie dieseDawc?" — „Freilich; sie ist ja mit mir verwandt." — „Wieso denn?" — „Nun, sie ist die Kaffeeschmester meiner Frau." Erklärt. Frau: „Was machst Du für ein bärbeißiges Gesicht?" Mann: „Entschuldige, das wird sich gleich wieder geben ... ich habe den ganzen Tag Mahnbriefe geschrieben!" -—«cSKSs---- Der Kinderftermd. „Laßt die Kindlein zu mir kommen, Wehrt den lieben Kleinen nicht!" So der Herr zum Trost der Frommen Nach vollbrachtem Tagwerk spricht. Die Apostel zwar, sie wollen, Daß die frommen Mütter gch'n, Doch da hilft kein Ach, kein Grollen, Jesus will die Kinder seh'n. Und die Kinder freudig kommen Zu dem lieben Kinderfreund, Der die Kleinen heißt willkommen Und am Herzen sie Vereint. L. Burkard. Der heil. Franz Xaver. In den Notizen im Unterhattungsblatt Nr. 99 über St. Xaver sind einige Unrichtigkeiten unterlaufen. Das Schloß, in dem der hl. Franz Xaver am 7. April 1506 geboren wurde, heißt Xaver (oder Xavier). Als der hl. Jgnatius von Loyola in PariS ankam um seine Studien zu beginnen, war Franz Xaver bereits Docent der Philosophie Seit 151.9 waren Beide Zimmergenossen. Am 15. August 1534 legte Franz Xaver mit JgnatiuS und fünf Anderen die Gelübde ab. Daß Franz Xaver mit Jgnatius den Plan zur Gründung der Gesellschaft Jesu entworfen habe, ist nicht richtig; dieser Plan war das ausschließliche Werk des hl. Jgnatius. In Brasilien war der hl. Franz Xaver niemals als Missionär thätig. Er starb am 2. Dezember 1552 auf der Insel Sancian, von wo er nach China einzudringen beabsichtigte. Sein Leichnam wurde von dorr nach Malakka, dann nach Goa in Indien verbracht, wo er in unverwestem Zustand am 16. März 1554 ankam Paul V. sprach Franz Xaver am 25. Okt. I61S selig, Gregor XV. am 12 März 1622 heilig, aber erst Urban VIII. erließ am 6. August 1623 die Canouisationsbulle. Auflösung des Ergänzungsräthsels in Nr. 101: Glück ist wie ein Sonncnbiick; Erst, wenn eS vergangen, Erst in Leid und Bangen Denkt ein Herz und fühlt eS klar, Daß eS einmal glücklich war.(Greif.) (Lllo Recdt« vorbüds.lLsn.1 Xrrelrrielrloi» an« äer Geliaelivvelt. vorlin.— Im Lebacbvereiu „dentrnm" gab am 8. Nov. Herr v. vardelsben eins Limultan Vorstellung. Er spielt« gleiobreitig 23 kartien, von denen er 18 Fei.vs.nn, 1 verlor nnd 4 remis msckte. — IVien. — Im KVettkampkEnglisob-killsbnrx wurden slls 5 kartien remis. — Die kreise bei dem im dienen IViener Lebaebklnb ansgekoebtenen knruior betrugen 300, 200, 175, 150, 125 nnä 100 Eronsn. vor ausgesetzte Lporialpreis von 50 Lronen kür äis sebönsto ksrtis wurde nwiseben den Herren Nies es nnd danowski getbeilt, navbdein das domitü deren kartien gegen danowski berw. Klares als glciebwertbig eraebtete. David danowski, der erste Lieger in dem Leobsineisterkampt ist 1868 rn KValkowisk, Le- rirk 6rodno in kolon, geboren nnd lobt seit 1891 Ln karis, wo er unter der Kleistergilde des Oakü de la Regenco (dcotr, L. de Riviere, Littenkeld, i'aubenliaus etc.) eine bervorragendo Ltells einnimmt. -- Der Einsatr im KVettkampk danowski- KVinawer betrug 500 Eronvu von jeder Leite, liiern kommt vom Heuen IViener Lebaebklnb ein Honorar von 60 Erouen pro knriio, nämlieb kür den dewinuer 40, den Verlierer 20 Eronen, bei Remis .ledern 30 Eronen. Ver IVettkampk begann am 16. November nnd endete am 25. November rn dunsten von danowski, der 5 kartieen gewann, wäbrond sein deiner es ank 2 dewinnpartivn braebte. ver Lusgang des KVettkampkes ist ein neuer Loweis dakür, dass die grössere Erkabrnng und das gereikters Ilrtbeil des Liters keinen genügenden Ersatr bieten kür die Elasticität der dugsnd. — Limon KVinawer ist am 6. Llärr 1838 ?.u IVarsebau geboren, somit 30 dabrs älter als sein jngendlieber degner. — bloskau. — vor bisberige Verdank desIVsttkampks» Vasker - 8 teinitr ist kür Vetrteren überaus ungünstig. L!s- ber wurden 6 kartien gespielt; bievon gewann Vasker 5, Lteinitr 0, 1 blieb remis. An dem ungünstigen Resultats 792 trägt siekorliek nickt wenig die Hartnäckigkeit der, mit woleker 8teinit7 an gewissen Lrüffnungcn kestbält, kür die er eine besondere Vorliebe bat, obwokl sie rweikellos uuvortkcil- kakt sind. 80 versuekto er in der 1. und 3. kartie rweimal die Variante 7.8bl—e3 in der italienisekcn kartie, wokl ver- tükrt durcli äen glänzenden 8ieg, äsn er damit zu Ilastings über v. Rardeleben davontrug. Der Llnterseliied ist jedock der, dass «lamals v Rardeleben unvermutket mit dieser 7'ariante zu tkun bekam. wäbrend diesmal Laster offenbar woklgerüstet gegen diese 8pielweise auf denklan trat, wie seine eclatante Widerlegung derselbe» beweist. klit derselben übelangebrackten Konsequenz wäklto 8teinitz in der 2. und 4. kartio die minder- wertliigs Vertkeidigung 3. L18 - c5 und 4. 8g8—o7 in äer spanisclmn kartio unä orsckwerte sieb äamit unnützerwciso äen otinoäies warten 8tanä gegen einen so spielgewandten Oegnsr. Das niedersekmotterndo Resultat äer vier ersten kartien krackte 8teinitz endliek doeb dazu, in äer 5. kartio eine andere Urüfknung zu wäklen. Ur wäklto äas Damen- gambit. äas er vortrefflieli bebandelto, so äass er zweifellosen Vor^li il erlangte, welekon er jedock nickt vollständig auszunützen w><-ste, so äass es sekliessliek Lasker gelang, Remis zu erzielen. ln äer socbsten kartio wandte Lasker seinerseits äio italieniscke Urüiknung an, welcko er im Oegensatz zu 8teinitz in rulng saeblicker Weise so treiklick bebandelto, äass er seinen 6egnor nack dürrer Teit scbon in eine bedrängte 8tellung l>rael>te, Vom 46. bis 48. Auge brauchte 8toinitz (?.» ärei tilgen) mekr als eins 8tunäe, so äass ünn äio kartie wegen Teitübersekreitung als verloren angereeknet wurde. Lasker verziektsto inäess bekanntlick auf äio 6ut- sckrikt unä wurde äie kartie äemgemäss ausgespielt. 8teinitz konnte dieselbe jedock nur noeb weitere 10 Tilge kalten unä musste sie dann dock als verloren aufgeben. Damit war äie erste Hälfte des Wettkampkes mit einer vollständigen Niederlage von 8teinitz beendet. Tur Teit berrsebt äie verabredete achttägige kause, äie aber mvgliekerweiso äureb das derzeitige Llnwoklsein von 8toinitz eine Verlängerung er- kabren kann. — Der Wottkampk wird in dem elegant oin- geriebteten unä elektrisck beleucbteten Locals des kloskauer Lerztevereins (grosse Dmitrovka, Daus Rllis) gespielt. Doiäo Kleister baben ibren klatz auf einer grossen 6oneert-Lstra.de, wäbronä äie Tusekauer äie Tügo auf einem grossen Demon- strations-8cbacbbrett veransebauliedt erkalten. Das Untres keträgt für kliiglieder unä 6äste jeweils 2 Rubel, äeäor äer beiden Kleister musste einen Umsatz von 500 Rubel erlogen. Der8ieger erkält 2000, äer Unterliegende 1000 Rubel, ausserdem freie Verpflegung, Reise unä Lukentkalt. Die 8pieltage Lind Llontag, klittwock unä kreitag (von 7 Ilkr Abends bis 2 Lbr Naekts mit einstünäiger kause). In äor8tunäe müssen 15 Tilge goniackt werden. — Wir bringen kouto die fünfte kartio und von äer 1., 3., 4., sowie 6. kartio äie 8ekluss- stollungen. — kotersburg. — Die kotersburgor 8ekackkroiso geben damit um, noek in diesem Sinter einen Wottkampk zwischen Isokigörio unä killsbury oder Isekigörin unä dem kloskauer 8ieger (also voraussiektliek mit Lasker) zu veranstalten. Lasker bat sick kiezu bereits erbötig gezeigt, verlangt jodoeb einen Umsatz von mindestens 4000 Rubel (10,500 klark)! Ob bei dieser Kokon koräerung äer klatek zu 8tanäe kommt, dürfte noek kragliek sein. Der riektigo Oegnor für Dasker sekeint übrigens naek unserem Dafürbalten killsbur^ 2U sein, welckor der oivLigo Kleister ist, der bisker gegen Dasker in Vortkeil blieb, (llastiugs: killsburx 0, Dasker 1; kotersburg: killsbur)'3'/„ Dasker2'/r; Nürnberg: killsbur)' 1, Dasker 0; somit killsbur? 4'/z ru Dasker Z'/z.) Resten Dank kür Ikro liebenswürdig anerkennenden Teilen! KVir kolken, 8io auck ferner ru unseren eifrigen 8ekackfreunden räklen r.u dürfen! — Die Namen jener Lekackkreundo, weleke unsere Lnäspiels und kroblome riektig lösen, sowie äio Rösungon innorkalb ^ rvi VVoeken einsenden, werden stets an dieser 8telle ver- odentliekt. L.IIos auk das8ekackLerüglicko ist ausnakmslos rn adressiren: „Ln die Redaction des Lugskni ger 8eknek- blktt — 6akv Lugnst» — Lngsbnrg." "WA kartie Nr. 9. (5. kartie des KVettkampkss.) L> -S W eiss: 8teinit?! (New-Vork). Lckwarr: lkasker (London). dk >2 Weiss: 8teinit7 (New-Vork). 8 o k w a r 7 : Lasker (London). 1 d2-d4 d7—d5 21 Ro4—g6 Ld8—k8 2 e2—c4 e7—-06 22 '1'al—bl Dc5—g5 3 8K1-c3 8g3-k6 23 Rg6—e2 118-113 4 Del—gö Rk8-ö7 24 VK7—ei Ll6-e5 5 v2—e3 0-0 25 Ikl-dl Le5XK2-j- 6 Vdl-b3 d5Xc4 26 Kgl-kl 17—15(e) 7 DklXcd e7—cö(a) 27 rb1Xb7-j- Lc8XK7 8 d4Xe5 Vd8—a5 28 DoiXb?!- Xe7—k6 9 8gl—k3 Da5Xe5 29 8ä4X«6 Vg5—g8(d) 10 Ö-O 8b8-c6 30 8e6-d4 1a8-d8 11 Re4—d3 8e6-b4 31 Rc2Xkö LK2—e5 12 I-göXkO g7Xk6 32 Rk5-e4 Vg8—e4j 13 Rd3—K1 1't8-d8 33 Rs4-d3 De4Xc3 14 a2—a3 8b4-d5 34 DK7—e4 Lo5Xd4 15 VK3—c2 k6-15 35 e3Xd4 De3Xd4 16 8k3-d4 De7-k6 36 De4—göj' K16-e7 17 g2—g4(b) 8ä5XcS 37 Idl-et!- No7—18 18 b2Xc3 k5Xg4 38 Dg6—kö'i' K18-g8 19 ve2Xk7j- Kg8-k8 39 Vk5—e6f Lg8-18 20 Dbl—e4 IM—o7 Remis äureb, ewig" 8ekack. a) Lin etwas umständlickes klanöver. b) Lin wokläurcddaekter, energisoker Lngritfsrug. e) Rasker siebt ein, dass er dem gegueriseken LngriL ein Opker bringen müsse. 8teinitr sollte nun mit 27. 8d4>!u888tnnd der dritten kartie: Weiss (8teinit?): KK2, Vd2, kkl, Rg5; Ra4, e3, d4, k5, K3 8ckwarr (Rasker): Kb7, Vd5, 1g8,1-e6; Lad, K6, o7, e4, K4 (drokt '1g8XAS). 8eliln888tnud der vierten kartie: Weiss (Rasker): Ka7, 'kg4, 8e4; Lab, K4, K7. Lekwarr (8toinitr): Ke8, 1K8, Re2; Re7, e6. 8okln888tnnd der seellstvn kartie: Weiss (Dasker): KK2, Vc6, 8a4, K5; RK3, e2, dö, e4, g4, 8ekwara (Lteinitr): Ke8, DK8, "IK7, RK7; La7, eö, g5. Lukgabe Nr. 7. r-r T'o- 8ekwar7.