-R 10k. Donnerstag, den 24. Dezember 1896. Für die Redaction verantwortlich: Vr. Theodor Müller in Augsburg. Druck und Verlag des Literarischen Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg (Vorbesitzer vr. Max Huttler). Sein Mündel. Novelle von I. v. Dirk ink. (Nachdruck vkrbotrn.) Ihre Eltern waren früh gestorben, und der Kauf« ttz§nn Magnus Börner, der ihr Vormund war, hatte die kleine Alice zu sich genommen. Er und seine einzige Schwester Sabine bewohnten ein altes Patrizierhaus in einer mittelgroßen Stadt. Es war ein bleiches, stilles Kind mit großen, dunklen Feueraugen, in denen oft ein eigenthümliches Licht aufstrahlte. „Sie ist eine Künstlerseele", sagte der Lehrer Merkman, dessen Tochter eine berühmte Sängerin geworden war. Er gab Alice Klavierunterricht, sie war seine beste Schülerin. Sie war fünfzehn Jahre alt, als eines Tages die berühmte Tochter ihres Lehrers in ihrer Vaterstadt, die sich in dem Glänze dieses Gestirns am Künstlerhimmel mit Vergnügen sonnte, erschien. Der kleine Garten hinter dem Schulhause duftete und prangte in seinem schönsten Lenzesschmuck. Die Rosen blühten, die Vogel sangen und wiegten sich in den vom goldenen Sonnenlicht umsponnenen Zweigen, Falter schwirrten durch die Luft, und ein würziger Hauch von Thymian und Krauseminze Mischte sich mit Goldlack- und Nosenduft. Alice stand mit ihren Noten unter dem Arm an der offenen Gartenthür, als eine Singstimme an ihr Ohr schlug, so wundersam, glockenhell und silberklar, so süß, daß es sie mit ungeahnter Wonne durchschauerte. Das war sie, die Sängerin von Gottes Gnaden. Wie gebannt steht das Mädchen da, es war nur ein einfaches Lied, aber es wühlt ihr die Seele auf, so innig und lieblich schmiegt sich Ton an Ton ihr ins Herz hinein. So singen können! Beide Hände auf das Herz gepreßt, lehnt sie da; sie sieht nicht die Frühlingspracht um sich herum, sie lauscht nur mit angehaltenem Athem, bis der letzte Ton verklungen ist, und dann geht sie langsam wie im Traume verloren heimwärts. Noch tagelang unterhielt sich die Stadt von der jungen Künstlerin; eS währte lange, bis sie eiu neues Ereigniß gehörig verdaut hatte. Die Frau Doktor Kol- reuder, eine behäbige, sehr redselige Dame, Mntter einer heirathsfähigen Tochter, nahm einmal in der Woche den Thee Abends iu dem Hause der Geschwister. Sie war es, die Sabine über alle Stadtneuigkeiten auf dem Laufenden erhielt, und da sie Humor und Schlagfertigkett besaß, übte sie auch auf MagnuS eine gewisse Anziehungskraft aus. Mine, die alte Hausmagd, machte sich jedoch ihren Vers auf die viele» Besuche der Dame. „Der Herr soll ihre Tochter heirathen", pflegte sie launig zu Alice zu sagen, denn sie konnte die alte Plaudertasche nicht leiden. Heute fanden ihre Anekdoten über die Künstlerin kein Ende, aber Magnus brach diesen rechtzeitig die gewagte Spitze ab, denn Alice hörte mit großen Augen zu; — eS war offenbar, die Anwesenheit der Sängerin hatte sie ganz verwandelt. Sie, die sonst wie eine geschäftige Hausfee Sabine zur Seite gestanden, schlich jetzt träumerisch und wie bedrückt umher. Und eines Tages trat das Schicksal an MagnuS heran. Der Lehrer Merkman erklärte, daß Alice eine Stimme besitze, so umfangreich, volltönend und metallen, daß es ewig schade sei, wenn der Schatz ungehoben bliebe. Das Mädchen habe große Lust, sich auszubilden, sie wage sich nur nicht mit diesem Ansinnen hervor, da sie wisse, daß sie, ganz mittellos, dem Vormund nur Kosten verursachen würde. Magnus war innerlich empört, wenn auch äußerlich ruhig. Er lächelte und sagte, daß er die Sache mit Sabine überlegen wolle. Nein, es war geradezu unerhört, daß Alice solchen unfruchtbaren Träumen nachhing und in die Fußstapfen einer Louise Merkman treten wollte. Nur für den Hausgebrauch hatte man sie musikalisch bilden wollen; und nun? Das Herz that ihm weh, wenn er dachte, daß er seinen Sonnenstrahl verlieren sollte, denn wenn die Kleine auf ihrem Plan bestand, dann — ja, was sollte er denn anders thun als nachgeben! Es war ein harter Kampf, den das Mädchen mit ihren Wohlthätern zu kämpfen hatte, allein der Feuer« funke war mit dem einen Lied in ihre Seele gefallen, und er glühte fort, sie innerlich zu verzehren. Und der alte Lehrer goß Oel ins Feuer. Alice sagte sich, daß sie arm und verwaist sei und durch ihre Ausbildung selbstständig werde. Sie konnte dann ihr Schicksal selbst bestimmen und, wenn sie Ruhm und Gold gewonnen, Magnus alle Kosten ersetzen. Daß sie ihm unentbehrlich war, daß er und Sabine sich nach ihr sehnen könnten, kam ihr nicht in den Sinn. Sie hing mit großer Zärtlichkeit an Beiden, aber sie war kein Kind mehr, der Umgang zwischen ihr und Magnus, der fünfzehn Jahre älter war als sie, hatte sich iu den letzten Jahren ernster gestaltet. Wenn er nun Fräulein Kolreuder heimführte, dann wurde sie hier über» 819 flüssig und Wußte sich anderswo ihr Brod suchen. Ihr Talent aber befähigte sie, sich für die Zukunft sicher stellen zu können. — „Du hängst Luftschlössern nach, mein Kind", sagte MagnuS eines TageS zu ihr, als sie den Gartenpfad entlang schritten. „DaS Leben einer Künstlerin ist nicht so beneidenswerth, wie es scheint. Nur eine kurze Zeit steht sie auf der Sonnenhöhe des Ruhmes, dann geht es abwärts; und mit wie vielen Opfern am inneren Menschen hat sie sich ihren Ruhm, ihre Stellung nicht erkaufen müssen!" Alice schwieg; das Herz klopfte ihr, sie nahm in einer Aufwallung feine Hand und führte sie an die Lippen, eine heiße Thräne blieb hier zurück. Sie brannte Magnus wie Feuer. O, hätte er in ihrem Herzen lesen können, allein er ahnte es nicht, was sie eigentlich bewegte, sonst hätte er diese kleine Hand festgehalten für immer. „Laßt sie ziehen, die kleine Närrin", sagte Frau Kolreuder, »sie wird sich in der großen Stadt die Hörner schon ablaufen. Nach Jahresfrist kehrt sie heim, waS jung ist, will sein Lehrgeld zahlen, das bleibt wie eS ist." „Ja", meinte Sabine, „aber das Kind ist noch tm Wachsen, und in den Pensionen ist Schmalhans Küchenmeister." „Um so bester, desto eher wird sie überdrüssig; wer so aus dem Vollen zu schöpfen gewohnt ist, —" sie schwieg bestürzt, denn Alice trat ins Zimmer, sie hatte das Letzte gewiß gehört. Alice wußte eL, daß man sie nicht verstand, und doch, wenn sie sich recht prüfte, waren eS nicht goldene Lustschlösser, denen sie nachjagte? Und wenn sie nun zerrannen und eine häßliche, graue, nackte Wirklichkeit an ihre Stelle trat?! In einer regnerischen, stürmischen Nacht zogen ihr diese Gedanken durch die Seele, und sie barg den sorgenschweren Kopf inS Kissen und lauschte in die unheimliche Nacht hinaus. Der Wind sauste in den Baumkronen der Pappeln vor ihrem Fenster und peitschte :. n Regen gegen dieselben. Dieses eintönige Geräusch schläferte sie endlich ein. Durch Vermittlung der Doktorin, die eine Schwester in Köln besaß, hatte man eine paffende Pension für die junge Kunflnovize ausfindig gemacht. Es war die Wittwe eines berühmten Virtuosen, bei der Alice einquartiert wurde. Man hatte endlich nachgegeben, und dann war der Abschied gekommen. Sabine hatte geweint, und MagnuS war sehr ernst erschienen, aber er hatte kein Wort mehr gesagt als ein lakonisches „Lebewohl I" „Wir werden Weihnachten ohne unser Fräulein feiern müssen*, hatte Mine so hineingeworfen; keines der Geschwister hatte darauf geantwortet. Alice empfand es bitter, sie würde bald vergessen sein, und dann trat eine Fremde — o mein Gott, — mit diesem Gedanken fiel ihr ein Stein auf'S Herz. Als sie dann im Zuge saß und die Thürme ihrer Vaterstadt sich immer weiter von ihr entfernten, legte sie sich ihre Lage in günstigerem Lichte zurecht. Stolz und Trotz bemächtigten sich ihrer; — ach, sie wollte fleißig sein, und später, wenn das Glück ihr günstig war, wie ganz anders würde dann Jedermann im Städtchen auf sie Hinblicken, die jetzt überall nur geduldet gewesen war. Auch Magnus und Sabine würden dann einsehen, daß sie das Rechte gewählt hatte. In Köln wirkte die fremde Umgebung zuerst erkältend auf das unerfahrene Mädchen ein; allein die Jugend ist elastisch. Sie fand bald Genossinnen, die dasselbe Kunstinstitut besuchten, gutherzige, leichtlebige Naturen, die sich alle Mähe gaben, ihre Erziehung nach allen Richtungen zu vollenden. Bald war es die Toilette, bald ihr etwas scheues, weltfremdes Wesen, was zu Bemerkungen Anlaß gab. Alice war eine wißbegierige Schülerin und trotz ihrer Naivität doch eine gesunde, kcrnhrfte Natur, an der äußere Politur den naturfrischen Grund nicht verwischen konnte. Einige Male in der Woche kam ein junger, schwarz- lockiger Geiger zu der Wittwe, um ihren zwölfjährigen Sohn zu unterrichten. Er kam zur Theestunde und nahm beim Abendbrod seinen Platz Alice gegenüber. Herr Tromholt war ein Schwede, erzählte gern von seiner Heimath und den Triumphen, die er dort gefeiert; hier hingen die Lorbeeren für ihn noch zu hoch; — ob er sie überhaupt erreichen würde? Die Wittwe deS berühmten Mannes betonte es in jedem Gespräch, daß der Pfad zur Höhe mit Dornen umzäunt und schwer zu erklimmen sei. — „Sie ist eine Jamnrerbase", flüsterte der Virtuose, sobald sie den Rücken gekehrt hatte. So oft der junge Mann in seiner etwas vorlauten Weise das Gespräch beherrschte, stieß er Alice ab; sie dachte dann, er sei anmaßend und rücksichtslos; — aber er brauchte nur seine Geige zu nehmen, und jedes Vor- urtheil in dem Mädchen verschwand; es war wie ein Zauber. Die Geige sang und klagte in wundersamen Tönen, und wenn er mit einer unmuthigen Kopfbewegung die Locken aus der gebräunten Stirne zurückwarf und die großen, grauen Augensterne auf Alice richtete, die Flammen zu sprühen schienen, dann fühlte sie, wie ihr alles Blut zum Herzen drang; — ihr war, als ob sein Lied einzig für sie gesungen sei, als ob seine ihr verwandte Seele zu der ihren in der nur ihr bekannten Sprache der Töne rede. Bald sehnte sie nur die Stunde herbei, um dieser Geheimsprache seiner Seele lauschen zu können. Und später fangen sie Duette; aber der Verkehr zwischen ihnen blieb in den Formen der Höflichkeit. Im Alltagskleide erschien ihr die Künstlerseele um so nüchterner, je höher seine Muse sie in den Weihestunden der Knnstübung emporgehoben hatte. Wie im Fluge war das erste Jahr in der Fremde dahingegangen, die Ferien waren vor der Thüre, und Alice rüstete sich zur Abreise in ihre Heimath. „Wir werden jetzt hören, was Du gelernt hast, und freuen uns auf Dein Kommen", hatte Sabine geschrieben. Diese herzlichen Worts thaten ihr ordentlich wohl. MagnuS hatte sich noch nicht verlobt, sonst hätte man eS ihr wohl mitgetheilt. Sie war eine vollendete Dame geworden, und als sie am Bahnhöfe in ihrer Vaterstadt auSstieg, waren Bekannte, die sie begrüßten, offenbar erstaunt, sie so verändert zu finden. Alice war nicht eitel auf ihr AeußereS, die wahre Schönheit ist eS selten, aber ihr Spiegelbild verrieth eS ihr, daß sie gut aussah. „Wie wird Magnus mich finden", dachte sie, „ob er noch so fremd thut. wie damals, als ich von ihm Abschied nahm?" (Schlich folgt.) 81S Sattel und Lasso in Mexiko. Von Dr. E. Below. (Schluß.) So stolz die Mexikaner auch auf ihr Reiten sind, so machte es doch einen sehr großen Eindruck auf sie, als in Matamoros ein preußischer Husarenoffizier ihnen die ersten Begriffe von elegantem europäischem Herrenreiten beibrachte. Sie, die sich über die Plumpheit des nord- amerikanischen Cow-bvys imuier amüsirt hatten, die den rechnenden Dankce mit Recht als schlechten Reiter bespötteln, als Sastre, Ellenreiter, sie sahen erst, als der abkommandirte preußische Husarenlieutenant in Paradeuniform an ihnen vorbeiritt, was elegantes, leichtes, schönheits- und sicher- beitsgemäßeS Reiten ist. Aber, trotz ihrer Bewunderung dafür, sie blieben oei ihrer Gewohnheit, Ellbogen und Körper hin und her zu werfen. Wenn man als die Hanptregel beim Reiten die «trachtet, mit den Beilegungen des Thieres einen zusammengehörigen Körper zu bilden, so daß der Eine dem Anderen seine Bewegungen nicht erschwert, sondern eher erleichtern hilft, so kann es fraglich sein, ob bei dem höchst beweglichen Naturell des dortigen Pferdchens der Mexikaner nicht aus richtigem Instinkt handelt. Der hervortretende Charakterzug beim mexikanischen Pferd ist weniger die edle Grazie, als die leichte Lebendigkeit und Ausdauer. Die Fliegcbewegungen der Ellbogen des mexikanischen Reiters unterstützen vielleicht diese Eigeu- ichaft bester, als die Würde und Grazie in der Haltung des vorschriftsmäßigen deutschen Reiters. DaS mexikanische Pferd ist das ausdauerndste, willigste, bedürfnißloseste Neitthier der Welt. Auch wo es recht kühle „Norder" kalte Tage gibt, wie auf den Hochplateaus, wo man sich in seinen Jorongo hüllt, stehen die Pferde meist im Freien, höchstens unter einem Schutzdach, im Corral, wo Tränken und Krippen sich an der Umfriedigungsmauer entlang ziehen. Ställe in unserem Sinne gibt es dort selten. In den Hauptstädten freilich fängt man nach und nach an, Alles nach europäischem Stil einzurichten und unser Hofstallmeister des „deutschen Hauses" oder „deutschen Kasinos" in der Hauptstadt, der die Wettrennpferde unter seiner Obhut hatte, verfügte über schöne Pferdeställe. Doch wachsen die meisten Pferde ohne diesen europäischen Luxus dort auf. Nur die von den Aankces importirten hochbeinigen Gäule, die sehr empfindlich sind, brauchen Ställe. In der Silbermincnstadt Guauasuato standen meine drei Reitpferde, als ich die eine Wohnung in der Calle de la Teuaza inne hatte, wo nur ein grob gepflasterter Hof und keine Ställung war, vor ein paar Neisekisten, die als Krippen dienten, Winter und Sommer, ohne Raufen, ohne reguläre Streu, bloß Mist und Strohreste wurden für die Nacht auf das Steinpflaster gebreitet. Sie bekamen Mais zu fressen, zur Abwechselung dann und wann Hafer, nebenbei Maisblüthen und Klee, selten Grashcu und waren blank und munter Tag aus Tag ein, während einer jener hochbeinigen, starkknochigen amerikanischen Gäule, für den extra ein Stall gemiethet werden mußte, alle Augenblicke trotz aller Pflege „etwas hatte" und nach kurzer Zeit d'raufging. Die Pferde sind dort gewohnt, die treppenartig gebauten Gäßchen der Gebirgsstädte auf und ab zu gehen und die schlimmsten Saumpfade zu erklimmen. Wer ohne Neitbmschen allein reitet und statt eines SteigbügeltrunkeS lieber absteigt und in die Kantine hineingeht und ein Weilchen im Schatten sitzen will, läßt das Pferd draußen auf dem Fahrdamm stehen und nimmt das Lassoende, über das die Passanten des Bürgersteiges ruhig hinwegschreiten, mit sich in die Kantine hinein. Erschrickt draußen etwa das Pferd, oder will es fort, so genügt ein einfacher Ruck, der es an seine erste Bekanntschaft mit dem Lasso erinnert, und eS steht still wie ein erschrockenes bestraftes Schulkind. In ähnlicher Situation mit dem Lasso am Arme machte ich auch größere und kleinere Operationen in ärmlichen Bauernhütten, wenn ein paar unerwartet spritzende Arterien es nöthig machten, daß ich mir meinen Mozo (Reitknecht), der vor der Thür die Pferde hielt, von draußen zu Hilfe herein rief, was mehrere Male vorkam. So komisch es klingt: mit der Pferdeleine am Arm wurde zuweilen operirt; wenn es an Assistenz fehlte, mußte man sich eben so zu helfen suchen. X la, guerrs vomvas L 1a §usrrs, das galt bei mir seit dem französischen Kriege. Mit weniger vernünftigen als den mexikanischen Pferden und Mozos wäre es oft unmöglich gewesen, zu operiren. Alle Sonntage und Donnerstage Nachmittags spielt auf dem großen Korso der Hauptstadt, wo die elegante Welt in bester Toilette in Kutschen und zu Pferde sich sehen läßt, die Militärmusik bei der Statue des Columbus oder eine Strecke weiter bei der Statue des letzten Aztekenfürsten Guantemozin. Dieser weite, prächtige Boulevard, mit Eukalyptus und Pappelbäumen eingefaßt, führt in gerader Linie von der Hauptstadt zum alten Kaiserschlosse des Montezuma und des Kaisers Maximilian, Chapul- tepec, mit den Riesenbäumen, den Ahnehuetes, von denen man in Berlin im botanischen Garten ein paar zwerghafte Exemplare mit ihrem feinen Laube (Paroäiurn mexioanum) bewundern kann. Die Schneeberge, die vom Abendsonnengold angestrahlten Vulkane Popocatepetl und dicht dabei die unter dem Schneeleichentuch „schlafende Frau" „Jxkaccihuatl" senden angenehme Kühle in das hochgelegene Thal von Anahuac herab, so daß dort eine stete Frühlingstemperatur herrscht. Frühltngstoiletten sind dort das ganze Jahr an der Tagesordnung und Alles prangt darum im Schmuck lebhafter, Heller Frühjahrs- stosie, die Damen in leichten, duftigen, ballstaatähnlichen hellfarbigen Kostümen, die Herren, die auf prächtigen Mw'angs grüßend vorbeidcfiliren, in ihren Charro-An- zügen, kurzen, reich mit Silberknöpfen und Quasten und Schnüren verbrämten Neit-JacketS, schokoladefarbenen oder auch schwarzen, silberbeknöpften Reithosen, silbernen Pfundsporen, die aus den ledernen pantoffelartigen großen Steigbügeln herabhängen. Sattel und Gebiß strotzen von Silber, und das schäumende Roß scheint sich seiner imponirenden silbcrglitzcrnden Last, die es spielend trägt, bewußt, so freudig und stolz schüttelt es seine Scidcnmähne, wenn es an den Musikpavillons und an den schönen Equipagen- Reihen entlang tänzelt. Trotz aller modernen Jockey-Kostüme bildet bei den Wettrennen doch immer diese Staffage landesüblicher Reiter- kostüme den Abschluß. Diese DandieS, die gut den Lasso zu handhaben wissen, bilden einen schönen Kontrast zu den windigen Jockeygestalten, die in bunten Atlasblusen an Einem vorbeigeschossen sind. Im Charro-Kostüm reiten sie an den Logm der Damen vorbei, denen sie den Hof machen; im silberbetreßten, fast mühlsteinbreiten Sombrero halten sie vor den Balkons Derer, von denen sie ein Fächerzeichen, einen Tafchentttchwink, ein Dliimen- üirachcnwort erhäschen wollen; der Zeichen, mit denen Sie Reiter darauf zu antworten wissen, auch ohne ihrer Braut schreiben zu dürfen, sind viele; auch die Art, wie der Hut geschwenkt, wie am Sattclknopf der Toledo- Säbel getragen wird, bedeutet für die Dame, die die Winke versteht, eine Sprache. Der mexikanische Freier hat keine Brautstandszcit. Statt ihrer muß er sich oft Jahr und Tag vom Pferde aus durch Winke nach dem Balkon mit seiner Braut verständigen. »Den Ozo (Bär) machen" nennt man dies. Ein anderes Bild entrollt sich, wenn wir uns auf den Markplatz einer der Silberminen-Städte in den Anden begeben. Vom Lande herein geritten kommen die braunen Gestalten der Nanchcros im fliegenden Galopp, am Sattel hängen außer der Machete (säbelartiges Messer) ein paar Hühner und Ziegen, noch lebendig, die er zu Markte bringt. Oft hat er noch bei sich auf dem Sattel sein junges Weib; sie eilen zu Markt, halten aber im eiligen Galopp still und verbeugen sich tief vor dem Padre, der vorbeigeritten kommt, vor dem die Fußgänger niedcrknieen, ihn demüthig um seinen priesterlichcn Segen bittend. Diese Prälatengestalten im dunklen Gewände des Geistlichen gehören zu jedem tropischen Städtebilde der Andenkelte. Vorbei eilt flüchtigen Trabes ein Arzt, ihm folgt auf mexikanischem Sattel sein Reitknecht, während er selbst für Stadtbesuche den englischen Putsch-Sattel vom Europäer adoptirt hat, nur für längere Ritte aufs Land reitet auch der Arzt auf mexikanische Art. Dort an den hohen Bogen der gemauerten Markthalle im Gewühl der Fußgänger müssen die Reiter ihre Gangart verlangsamen, denn vor dem vorbeireitenden Geistlichen knieen und liegen so viele Menschen am Boden, daß man kaum vorüber kann. Hier ist der Gemüsemarkt vor der Kathedrale, bei dem grünen Platz mit dem plätschernden Brunnen und den Steinbänken, wo allabendlich die Militärkapelle spielt. Jetzt am Morgen hört man die Rufe der Käufer und Verkäufer durcheinander tönen, und an der Ecke vor dem Regierungs- gcbäude drängt sich das Fußvolk vor dem Tischchen des Schreibers, der ihnen auf offener Straße ihre Bittgesuche und Liebesbrüfe, ihre Prozeßsachen und sonstigen schriftlichen Angelegenheiten nach morgcnländischcr Art stilisirt und zu Papier bringt. „Glücklich, wer den nicht braucht", denkt der schmucke Hazendado, welcher im sammtdurchwirktcn dunkelblauen Jorongo, mit silberner Löwenkopf-Schnalle um den Hals befestigt, stolz an dieser Schreiberseele vorbeireitet und sich wie ein König diesem Gewühle gegenüber vorkommt, das da feilscht und kniet und schreibt und diktirt. Auch der Hazendado bekreuzigt sich, wie er an der geöffneten Pforte der Kathedrale vorbeireitet, auch er macht dem vorbeireitenden Priester seine Reverenz, wie es sich gehört; aber er macht, daß er schnell aus diesem Gewimmel herauskommt, um bei einem Trunke Mescal oder Colonche das Wichtige wegen des nächsten Hahnenkampfes oder Stiergefechts mit seinen Freunden und Gevattern zu verabreden. Dies und die Maisvrcise allein intcressiren ihn in Wirklichkeit nur an dem Stadtleben; er athmet wieder frei auf, wenn er dieses Straßcnpflastcr, wo es nur „Herren und Knechte" gibt, hinter sich hat, und wenn er sein Roß wieder frei tummeln kann, dort, wo die schokoladefarbenen Berge und Hochebenen hinter der dunkelblauen Horizontlinic seinen heimathlichen Nancho, seine Hazienda, sein Heim verdecken. Dort ist er wieder ganz der freie Mann, der nie auf die Dauer das Joch der Fremden duldet und sich, wie es in seinem Liede heißt, »mit des LaudmannS Bluse statt mit dem Söldnerbanner seine Grenze reinfegt". Nicht vergessen darf ich zmn Schluß dieser mexikanischen Rhapsodie über Lasso und Sattel die „Hallclujah- Pferde". So werden, namentlich von den Spanier^ die unglücklichen Gäule genannt, die todmüde, nachdem sie schon so abgemattet sind, daß sie kaum mehr dieser irdischen Welt angehören, des Sonntags Nachmittags als ansrangirte Gäule in die Sticrgefechts-Arena gebracht werden. Es ist ein scheußlicher Brauch vom ästhetischen uno menschlichen Gesichtspunkte, wenn sich auch manches Malerische und Ritterliche in jener Arena finden läßt, daß man den Rossen, die jahrelang treu gedient haben, solch ein Ende bereitet. In Spanien werden sie, besonders in den Küstenstädten, wo es Stiergcfechte gibt, kurz vor dem Stiergefecht im Dünensande matt und müde geritten, um dem Ansturm des wüthenden Stieres keinen festen Widerstand mehr bieten zu können. Dann rennt der ihnen seine Hörner in den Leib trotz der zolldicken Ledcrklappe, die als Brustlatz den armen Pferden zum Schutz umgehängt ist. Sie haben eine Lederbinde um die Augen und werden vom Reiter, dem Pikador, dem Stier entgegengetrieben. Dann verblutet sich im besten Falle das Hallelujah-Pferd, oft, nachdem es auf den heraushängenden eigenen Eingeweiden herumgetrampelt ist. Uebrigens ist diese grausame Gepflogenheit eine Erbschaft der Spanier, ein Spiel, das der Mexikaner sich allerdings ruhig mit ansieht, wenn die von Spanien verschriebenen Matadore solche Szenen aufführen, dessen Nohhcit er aber zu vermeiden sucht bei seinen ToroS asficionados, Liebhaber- oder Dilettanten-Stierspielen, wo die Hazendados ihre besten Pferde als Pikadores selbst reiten und sich wohl hüten, daß die Püffe, die die Thiere bekommen, zu arg werden. Der Hazendado liebt und schont seine Pferde. Er ist zu sehr Rcitersmann von Geburt, als daß er großes Gefallen an jener spanischen Grausamkeit gegen Thiere finden könnte. Auch bei den Sticrgrfcchten der Studenten der Medizin, die der Generalarzt und Professor der Medizin Montes de Oca dem Hauptstadt-Publikum vorführte, waltete jener Anstand und jene Noblesse, die derartige Grcnelszenen geschickt zu vermeiden wußte. Davon vielleicht ein andermal mehr. (Tägl. Nundsch.) ---SSWNS---- Zu» nördlichen SchkmrMld?) Ich habe einen Freund, der die Harmlosigkeit geneigter Leser bereits derart abgestreift hat, daß er von einem Schwindler und Aufschneider nicht mehr sagt: Er lügt wie gedruckt oder telegraphirt, sondern: Er lügt wie ein Neiseschriftsteller. Man wird es deshalb begreiflich finden, wenn ich mich von vorn herein dagegen verwahre, im Folgenden von dem Wege der Tugend abgewichen zu sein. Uebrigens meine ich meine Glaubwürdigkeit nicht schlagender beweisen zu können, als wenn ich gestehe, daß an dem Tage, an welchem ich auszog, um den viel- *) Auö der Köln. B-Mztg. 82L — gepriesenen Schwarzwald zu sehen, ein Miserables Wetter herrschte, also etwas ganz Unerhörtes in den Berichten der Neiseschriftsteller, die imAer nur vom Lerchenschlag und Sonnenschein fingen und — dichten. In der That, die abstrakteste Theorie kann nicht grauer sein als der Himmel an jenem Morgen in der Frühe, als ich an dem neuen Schloß bei Baden-Baden hinunterblickte auf die in saftigem jungen Grün eingebettete Villenstadt. Noch etwas verschlafen sah sie aus, und nur hier und da ließ ein träge aufsteigendes Rauch- wölkchen darauf schließen, daß dies Paradies auch lebende Wesen beherbergte. Drüben über dem schwarzen Tannenwald zog es in schweren, weißlichen Schwaden dahin; noch höher waren die Bergspitzen hineingetaucht in daS dunstige Gewölk, das sie vor vorwitzigen Blicken neidisch verbarg. Als ob eine ganze Anzahl von Dampfmaschinen ihre Thätigkeit inmitten der dunkeln, stillen Wälder mit voller Kraft entfaltete, so rauchte es zwischen den Tannen hervor. Aber auch ein solches Bild der Schwermuth besitzt seine Schönheiten, und lange bewundert das Auge die große Erhabenheit der schönen ruhigen Natur. Da blitzt es auf einmal von drüben her hell auf. In heftigem Ringen mit dem Gewölk hat sich die Sonne einen Lugaus erkämpft und läßt die vergoldete Kuppel der russischen Kapelle auf dem gegenüberliegenden Berge in ganzer Pracht erstrahlen. Dann huscht der goldene Schimmer über die Arkaden der Trinkhalle, welche die Fresken aus dem Sagenschatz des Schwnrzwaldes leider nicht genügend vor Wind und Wetter zu schützen vermögen; im Fluge schaut er in das große, mit schönen Anlagen umgebene Conversationshaus, macht den gewaltigen Telephonthurm des PoWebändes mit seinen goldenen Schildern aufleuchten, setzt noch einigen hervorragenden Villen freundliche Lichter auf und verliert sich endlich in die prächtigen Anlagen der Lichtenthaler Allee. Immer näher kommen wir den über uns wallenden Nebeln, und mit einem Schauder, der uns das Gefühl Jphigenie's nachempfinden läßt, als sie in Poseidon's stilles Heiligthnm eintritt, gehen wir ein in das Reich, in welchem dieser Geist des Wassers seine Herrschaft ganz unberechtigter Weise geltend zu machen sucht. Leider ist er in diesem Bestreben erfolgreich. Naß und kalt faßt es uns von allen Seiten an, ohne daß der Wassergehalt der Luft sich zu einem tropfbar flüssigen Körper verdichtet. Als wir aber oben auf dem durch seine Aussicht berühmten alten Schloß beim wärmenden -Kaffee sitzen, da macht sich plötzlich ein leise rieselndes Geräusch bemerkbar, das mit der Zeit zunimmt und endlich in ein sehr tactfestes Feustergeklopfe übergeht. Kaum ein Stündchen unterwegs und schon — eingeregnet! Sollte also doch der Warner Recht gehabt haben, als er seinen Kassandra-Nuf erschallen ließ, da die Zeiinngs-Wettermacher „für die nächsten Tage Regen" vorausgesagt hatten ? Und doch war mir gerade dieser Umstand ein Ansporn gewesen, auszuziehen, weil ja gewöhnlich das Gegentheil von dem eimrifft, was jene Herren der Natur vorzuschreiben belieben! Aber nun kam mir das Wort von den blinden Hühnern wieder in den Sinn, und so saß ich und sann, bis der Kaffee kalt geworden war. Von dem Erfahrungssatze ausgehend, daß in dieser Welt nichts von ewiger Dauer ist, trottete ich endlich unter dem Regendach ergeben dahin, und wirklich, auch dies Mal nahm der Regen ein Ende. Bei einigen Landleuten, die ich unterwegs eingeholt hatte, suchte ich meine Kenntnisse von Land und Leuten zu bereichern, aber da stieß ich auf Schwierigkeiten, die ich während meiner ganzen Reise nicht zu überwinden vermochte; nur bet der gespanntesten Aufmerksamkeit war es mir möglich, hin und wieder ein Wort zu verstehen, und ihnen würde es wohl eben so viele Anstrengung gekostet haben, den Sinn meiner Worte zn erfassen, wenn sie sich diese Mühe gegeben hätten. So war die Unterhaltung schon eine Weile ziemlich einsilbig geworden, als sich das schöne Gerusbacher Thal im Sonnenschein vor uns aufthat. Von diesem Ort im Murgthal steigt der Weg auf Schloß Eberstein hinauf, dessen Felsen das Thal weithin beherrschen. Aber die prächtigste Strecke des Thales beginnt erst nach zwei Stunden hinter dem schön gelegenen Orte Forbach. In Curven steigt die Straße hinan, bis sie die halbe Höhe des tannenbestandenen Bergstockes erreicht hat. Dann bietet sie prächtige, stetig wechselnde Blicke auf das eilende, über Felsblöcke dahinrauschende Flüßchen dort unten, das so munter und harmlos geschwätzig erscheint, als sei es noch niemals gefahrdrohend für seine Nachbarschaft aufgetreten. Aber die Hütten, welche sich auf den Nasenhängen in auffallend großer Zahl zusammengefunden haben, halten sich doch in respektvoller Entfernung von seinen Ufern. Sie könnten sonst eines schönen Tages unfreiwillig mit ihren Heu-Vorrüthen ebenso verschwinden, wie man früher in diesem Thale künstlich daS Holz fortgeschafft hat. Es war eine recht ursprüngliche Manier, wie die Mitglieder der sogen. Schiffer-Gesellschaft ihre Baumriesen zum Rhein beförderten, um sie, dort zu Flößen aereinigt, in Gegenden zu bringen, die bei der Ler- theilung von Berg und Wald zu kurz gekommen waren. Diese Leute machten nämlich viel früher als Herr Professor Jntze Thal'perren, in welchen sie die Bachwasser zu künstlichen Seen aufstauten. Die gefällten Bäume wurden dann in das trockene Bachbett gelegt, die Schleuse plötzlich gezogen, und hinab ging's mit brausendem Ge- woge dem großen Wasser zu. Daß bei diesem immerhin etwas summarischen Verfahren das Holz nicht gerade besser wurde, leuchtet ein, und deshalb wird es jetzt viel bedächtiger auf den guten Straßen von kräftigen Pferden oder gemächlichen Ochsen abwärts gefahren. Aber die Schiffer-Genossenschaft besteht heute noch mit ihrem Sitz in Eernsbach. Es ist eine Actien-Geskllschaft, zu der über 5000 Hectar Wald gehören, welche Flöß- rechte besitzt und über Sägmühlen, eigene Förster u. s. w. verfügt. Die Aktien bestehen in kleinen Antheilscheinen, sogen. Gerechtigkeiten, die nach verschiedenem Cours zu 10 bis 15 Mark gehandelt werden. Es soll Schiffs- Mitglieder geben, welche 10- bis 20,000 dieser Aktien besitzen. In Schvnwünzach kommen wir an eine Straße, welche die Gesellschaft auf ihre Kosten in das Langenbach- Thal hat bauen lassen. An diesem kleinen Ort, der seinem Epitheton keine Schande macht, kann man einen Blick werfen in die Thätigkeit von Leuten, welche ihr Capital in den Lungen sitzen haben. Am Wege befindet sich eine große Glashütte. Die Hitze in der Nähe dieser Oefen mit flüssigem Glas ist für den gewöhnlichen Menschen unerträglich, und selbst die große blaue Brille, die unser Führer uns zuvorkommend präsentirt, schützt auf die Dauer nicht vor den alles durchdringenden Gluthen. Die Fabrikation der Gläser, das Aufblasen der flüssigen 822 Masse zu cylinderförmtgen Birnen, das Sprengen derselben und das Auseinanderbreiten zu ebenen Flächen ist bekannt. In Schönmünzach verläßt der Tourist das hier ruhig werdende Murgthal und steigt durch das Langen- bach-Thal, welches mit seinen einsamen, idyllisch gelegenen Sägemühlen eine wahre Fundgrube für Maler bietet, in einigen Stunden auf die thurmgekrönte moorige Fläche der HorniSgrinde. Sie ist mit ihren 1166 Meter der höchste Punkt deS nördlichen Schwarzwaldes und läßt außer der romantischen Bergwelt, die sie beherrscht, auch einen reizenden Blick in die stadt- und dorfgeschmückte weite Ebene des Rheines zu, der als schimmerndes Silberband das fruchtbare, vom Straß- bürger Münster gezierte Land durchzieht. Von dieser Moor-Ebene, die man nur auf breiten Steinen überschreiten kann, führt ein Weg abwärts in schönen Wald, um uns bald ein Bild von bezaubernder Schönheit zu bieten. Der Wald thut sich auseinander und zeigt uns unten den kleinen, von schroffen Felsen eingeschlossenen, tiefdunkeln, sagenumwobenen Mummeise e. An den steilen Felswänden klettern nichtsdestoweniger die Tannen hinauf und verleihen dem See ein etwas düsteres, aber echtes Schwarzwald-Gepräge. Kein Wunder, daß der biedere Volksverstand diese Gegend mit Sagen von verderbenbringenden Nymphen und Sirenen bevölkert, die nicht mit sich spaßen lassen! Ein glücklicherweise mehr berühmtes als gelesenes Literaturwerk, Der abenteuerliche Simplicius Simplicissi- muS, die „Lust erweckende und sehr nachdenkliche Lebensbeschreibung" seines Verfassers Hans Jacob Christas von GrtmmelShausen, weiß davon im fünften Buche die wunderbarsten Geschichten zu erzählen. Wehe dem Vorwitzigen, welcher die Geister des See'S mit Steinwürfe» in seinem blanken Wasserspiegel beunruhigt! Da nämlich diese Geister, wie der Prinz des See's dem Sim- plicissimuS erzählt, sehr auf Ordnung in ihrer feuchten Wohnung halten, so werfen sie die hineingeworfenen Steine wieder aus, und man kann es ihnen nicht verübeln, wenn sie dabei schlechter Laune werden und die an sich langweilige Beschäftigung durch etwas Vehemenz würzen; freilich wird dadurch ein Aufruhr in der ganzen Natur verursacht, und der Störer der Ruhe verschwindet elendiglich im schwarzen See. Ich hütete mich also wohl, dergleichen Ungebührlichkeiten zu begehen. Dagegen war ich wohl versucht- ein anderes Wunder deS See's in Anspruch zu nehmen. Bindet man nämlich eine ungerade Anzahl irgend welcher Gegenstände in ein Nasentüchlein und hängt solches in den See, so findet man beim Herausziehen eine gerade Anzahl der Dinge darin. Nun trug ich noch fünf Goldstücke bet mir und war eben im Begriff, sie mir auf eine einfache Weise in sechs verwandeln zu lassen, als mir noch glücklicherweise zeitig genug einfiel, daß die Zahl 5 ebenso gut in 4 wie in 6 sich umwandeln könnte. Da ich aber überhaupt in Berg- und Wasser-Geister nicht viel Vertrauen setze, so gab ich diesem Mummelgreis lieber keine Gelegenheit, mich zu betrügen. Dagegen war ich wüthig genug, mit einem Freund, der fahrplanmäßig hier eingetroffen war, am Abend noch eine Kahnfahrt auf dem geheimnißvolleu See zu unternehmen. DaS Wasser hat die Eigenschaft, schwarz auszusehen und im Glase doch rein zu erscheinen. Wie erstaunten wir aber, am anderen Morgen vom Fenster des bübschen Hotels aus noch eine dritte Farbe dieses eigenthümlichen Wassers kennen zu lernen: lasurblau lag die kleine Fläche vor uns! Aber dies Mal war es nur Vorspiegelung falscher Thatsachen in des Wortes buchstäblicher Bedeutung; denn die Bläue war nur Spiegelung deS Himmels, der in ungetrübtem Glänze in dies Auge der Natur hinein- oder, wie der Seeprinz den Sim- plicissimns belehrt, auf diesen „Nagel der Weltmeere" herableuchtste. Abgeschlossen von der Welt, wie ein stilles Eifelmaar, liegt die schillernde Fluth dort inmitten unermeßlicher, in ruhiger ErhabenheitzumHimmelragender, stolzer Tannenwälder. Von einem zweiundeiuhalb Stunden entfernten Ort muß der Hotelwirth das Fleisch beschaffen, um den knurrenden Magen seiner Gäste zu befriedigen. Daß seine Preise in Anbetracht solcher Unbequemlichkeiten billig genannt werden müssen, soll gebührend anerkannt werden. Ein gemächlich daher wankendes Ochsengespann kreuzt unsern Weg abwärts. Das schwerfällige Gefährt, das auf dem tiefdurchfurchten Wege langsam sich fortbewegt, zeugt von einer Stein-Industrie tn der Gegend, die bemüht ist, auch die massiven Felsen mit jenem verführerischen Schimmer zu umkleiden, nach dem gemäß dem Dichterwort alles drängt und an dem doch schließlich alles hängt. Pietätvoll bewahrt daS unmuthig im Thal gebettete Gasthaus zum Wolfsbrunnen das Andenken an Scheffel, den großen Verehrer des düstern Waldes. Der Dichter hat 1888 hier eine kleine Krankheit überstanden, und sein Dank für die aufmerksame Pflege, die ihm zu Theil wurde, hat, lorbeergeschmückt, einen Ehrenplatz in diesem Hause gefunden. Und da sage noch einer, unsere Zeit hätte das Ideal verloren! Das Thal führt uns weiter abwärts, und die gewaltigen Windungen der Straße erschließen bald ein überaus liebliches Bild. Ein weites Thal thut sich vor dem entzückten Auge auf. An dem fröhlich alle Hindernisse spielend überwindenden Flüßchen haben sich viele einzelne Hütten und Häusergruppen angesiedelt, die in dieser berückenden Weltabgeschiedenheit ein idyllisches, von der Course Steigen und Fallen unbeeinflußtes Leben versprechen. Die saftigen rechts und links aufsteigenden Matten verlieren sich in die schweigenden Wälder, mit deren düsterm Schwarz das Mge Grün des eingestreuten Laubwaldes in prächtiger Weise contrastirt, und auch die Tannen selbst haben sich mit ihren jungen Jahresschößlingen unmuthig hell geschmückt. Diese große stille Natur, tn welcher nur das leise Rauschen der Bäche und das geheimnißvolle Geräusch kleiner unsichtbarer Lebewesen an unser Ohr dringt, wird durch einen gewaltigen Gebirgs- zug abgeschlossen, über dessen aufragenden Waldungen hin und wieder die Wolkenschatten dahinziehen und dem ganzen Bilde noch einen größeren Reiz verleihen. Lange erfreuen wir uns an diesem lieblichen Idyll, ohne daß einer den Muth hat, des anderen Andacht durch ein prosaisches Wort zu stören. Dann nahmen wir einen steilen Fußpfad, der noch manches Mal zum Rückblick reizt, und ein gigantischer Felsblock behält als Entgelt für seine Aussicht bis in die Nheinebene execu- torisch einige dicke Schweißtropfen von uns zurück. Ein Sprengschuß schallt plötzlich durch die tiefe Sltlle und weckt ein vielfaches Echo in diesen Thälern, um dann in einem donnerähnlichen Rollen langsam unterzugehen. Allmählich führt der schwach betretene Pfad auf die andere Brrgseite hinüber, um hier eine ganz neue wildromantische Aussicht auf der Bergkette vierfach über- 623 einandergeschobene Reihe zu gewähren. Keine menschliche Wohnstätte, so weit das Auge reicht, nur Berge und Thäler und Wald und Wiesen, bis endlich die gesegnete Rhein-Ebene am fernen Horizont wieder erscheint. Trotz des zweistündigen Marsches däucht es uns fast zu früh, als der Pfad sich langsam abwärts wendet, das heitere Rauschen eines Baches an unser Ohr schlägt und die Trümmer des Klosters Allerheiligen mit ihrem wirksamen Tannen-Htutergrund vor uns aufsteigen. (Schluß folgt.) -«-SNWS—-- A L S e s? L e r. Eine „Brüsewitz"-Erinnerung. ES war im Anfang der vierziger Jahre, als in dem sogen. Clublokal des hannöverschen Fleckens N. a. d. O., wo allabendlich die Honoratioren des OrteS, Civilisten wie Offiziere, sich zum L'Hombre- und Whistspiel zusammen zu finden pflegten, zwischen dem Dr. weä. G. und dem Lieutenant v. d. D. ein Wortwechsel entstand, der von beiden Seiten zu heftigen Aeußerungen führte, in Folge deren der Offizier sich gemäßigt hielt, den Doktor auf Pistolen zu fordern. Allein Dr. G. verweigerte das Duell einmal aus dem Grunde, weil er Familienvater sei, er seine Aeußerungen auch nicht für so beleidigend hielt, daß darauf ein Duell verlangt werden könne, andererseits weil er bei einem unglücklichen Ausgang gerade dieser Art von Duell, d. h. im Falle der Tödtung seines Gegners, dem Gesetz gegenüber eine schlimme Stellung hätte. Nach einem hannöverschen Militär-Strafgesetz erlitt nämlich ein Offizier bei einem Duell, welches daS Offizierskorps, als jedesmal vorher darüber entscheidendes Ehrengericht, für seine StandeSehre nothwendig erkannt hatte, sobald er in einem solchen seinen Gegner tödtete, nachher durchaus gar keine Strafe, wogegen der Civilist, der seinen Gegner im Duell tödtete, nach dem hannöverschen Civilstrafgesetz eine Gefängniß st rase von vier bis fünf Jahren zu erwarten hatte. Aus diesen Gründen verweigerte G. das Pistolenduell, auch gegen eines Tags darauf nochmals zu ihm entsandten Cartellträger des Offiziers. WaS geschah s Einige Tage später trat eines Morgens früh der Lieutenant v. d. D., begleitet von zweien seiner Dragoner, unangemeldet bei dem in seinem Studirzimmer sich allein befindenden G. ein und fragte denselben in entschiedenem Tone, ob er sich zu dem verlangten Pistolenduell bereit erklären wolle. G. verweigerte auch jetzt auS denselben Gründen wie früher das Duell. „Nun, so greift und haltet mir den Kerl!" rief der wüthende Lieutenant v. d. D. Es geschah, und der Offizier schlug nun auf den dergestalt wehrlosen Arzt mit seiner Hetzpeitsche in brutalster Weise. Nachdem er so eine, wie er meinte, ihm gebührende Satisfaktion sich verschafft, verließ der Offizier mit seinen Begleitern den Gemißhandelten und dessen Haus. Selbstverständlich erhob Dr. G., nachdem er einigermaßen von den Folgen dieses gemeinen Ueberfalls sich erholt hatte, Klage bei dem zuständigen Militärgericht. Die Familie v. d. D. war die bedeutendste Adelsfamilte des hannöverschen Landes; die Anverwandten des Lieutenants v. d. D. hofften deshalb auch mit Zuversicht, daß der König ein vielleicht sehr strenges Urtheil des Militärgerichts durch Strasumwandlnng mildern werde. Allein sie hatten sich sehr getauscht, alle ihre Bemühungen halfen nichts. König Ernst August von Hannover wollte hier „ein- für allemal ein Exempel staiuirt sehen, daß seine Offiziere und Militärs sich keine Vergewaltigungen im Dünkel von Standesbevorrechtungen herausnehmen" sollten. Der Dragoner-Lieutenant wurde wegen seiner an dem Dr. G. in besagter Weise verübten Mißhandlung nicht nur als Offizier „infam kassirt", sondern er wurde auch „seines Adels verlustig" erklärt. In unerbittlicher Strenge mußte dieses Urtheil nach des Königs Willen vollzogen werden. Der Lieutenant v. d. D. ging später nach Texas und ist dort verschollen. Kimmeisschau im Monat Januar. —X. Merkur 8 erreicht am 6. seine größte östliche Entfernung von der Sonne und ist am Abendhimmel kurze Zeit im Steinbocke zu sehen, da er etwa D/x Stdn. nach der Sonne untergeht. Venus - im Wassermann ist Heller Abendstern, geht gegen 3 U. nachm. auf und zwischen 7^ und 9 U. abds. unter. Am 31. durchschneidet sie die Erdbahn. Mars F anfangs im Stier steht 9 U. abds. hoch im S. und geht zwischen 7U. u. 5U. früh in NW. unter. Jupiter sz rückläufig im Löwen geht gegen 9 U. abds. in O. als sehr Helles Gestirn auf und scheint bis Tagesanbruch am Himmel. Saturn H geht von der Wage zum Skorpion und erhebt sich um 4U. mgs. über den südöstlichen Horizont. Er zeigt sich bis Tagesanbruch rechts von Antares und steht um 8 U. mgS. niedrig im S. Sternschnuppen fallen am 2. u. 3. in langen Bahnen mit oem Radianten im Herkules am Nordwest-Himmel. In der Nähe des Mondes befinden sich am 4. und 31. Merkur; am 6. Venus; am 14. Mars; am 21. Jupiter; am 27. Saturn. --- Der KßrijMurlr. Mäuschenstill die Kleinen lauschen Auf das Christkind hosfnungSbang, EngelSflügcl sie umranschcn, WeihnachtSwehcn wochenlang. Um der Gaben zu gedenken, Die daS Christkind uns gebracht. Schmückt die Liebe mit Geschenken Einen Baum zur Christesnacht. Denn vom Baume kam die Sünde, Und am Baum ward uns das Leben Don dcm holden WeihnachtSkmde Allen einst zurückgegeben. Willst auch du ein Kind beschenken Und ihm einen Christbaum schmücken, Dann vergiß nicht, zu bedenken: Nur die Liebe kann beglücken. Liebs muß den Christbaum schmücken Und beleuchten ihn der Glaube, Sonst ist'ö nur ein kalt' Entzücken, Rasch verweht, wie Staub im Staube. Ach, wie ist er rasch entschwunden, Uns'rer KIftdheit Weihnachtötrauml Kreuzcsbalkcu, dorimmwunden, Wurden aus dcm WeihnachtSbaum. Könnten wir doch wieder lausche» Auf das Christkind, wie ein Kind, Hörten wir doch wieder rauschen Engelsflügel weich und lind! M. Gerhauser. -- — 824 ^uF8liui'8vr 8edn,v1iklü>tt. ^LUs Nöekte voröoUlltisii.l Iüae1,r!el»4vi» »n» üe» 8e1i-rel»we1t. Der Wvllkninpk Lnsker-Steinitr /.u Moskau. Im Wettkampk Lasker-3teinitr wurde die 7., 8. unä 9. ksitis remis. In allen drei kartisn erlangte 8teinitr die bessere Ltollung unä materiellen Vortkeil, stets aber wusste Lasker iw letrten Lugenblicks äurcb lein äurckäackte Oegenmanöver äen Verlust abruwokren. In der 10. und 11. Rartis blieb wiederum Lasker Lieber. — , , , , Stand nack äer 11. Rartis vom 17.Der. c.: Lasker-t-7, Steinitr -j- 0, remis 4. , Wir Aebev naelisiolievä äle 8. kln'i^s, 6ie sm 8. VeLernver gespielt wurde. Rartis Xr.11. LxavIsvLö Rartis. «v dL- S Weiss: Lnsker. 8ck warr: 8to!n!tr. dL W eiss: Lnsker. 8 okwa r 2 : 8teinit2. i e2 — e4 e7—sö 29 Rg1-K2 '1'k8-g8 2 8g1-13 8b8-°6 30 Ls3 — K6 Ve8-o7 3 Lk1-b5 d7—ä6 31 8g3-k5 Lä7—e8 4 ä-2-d4 Lc8—ä7 32 Vk3-K3 8b2-a4 8bl—e3 8g8—e7 33 Lg4-k3 8a4-c5 6 Lei-g5(a) 17-k6 !34 1e2-e2 8c5—d7 7 Lg5-s3 8o7—c8 !35 g2—g3lc), a7 — a5 8 8c3—o2 Lk8—o7 36 8k4-g2 K5-K4 9 c2 — e3 0-0 37 8g2—e3 La8—c8 10 Lb5-d3 8e8—K6 38 8e3-ä1 b4Xe3 11 8e2-g3 Lg8-K8 39 8ä1X«3 Lb6-d4 12 0-0 Vä8-o8 40 LK6 ä2 8ä7—c5 13 'I'al-cl 8e6-d8 4l VK3—K4 Le8XK5 14 Lkl-ol e7 — e5 42 Lk3XK5 Le8-K3 15 8k3-d2 8K6 — a4 43 8c3-ä1 8 «5 — a4 16 Lei-«2 b7—K5 44 Lä2XuO 1b8-a8 17 k2—k4 8 d 8—06 45 La5--ä2 e4—c3 18 k4-k5(K) 8s6-ä8 46 Lä2X--3 8a4X°3 19 ä4—d5 8ä8—b? 47 6ä1Xe3 Lä4Xo8 20 8ä2-k3 c5—c4 >48 Ikl-k3 8ä3-c1 21 Lä3—s2 Le7-d8 >49 Le2-c2 8olXu2 22 8k3—K4 g?—§6 50 Lk3Xe3 8a2Xc3 23 Le2—g4 g6-g5 51 Ic2X<-3 Lg8— c8(ä) 24 8k4-k3 8K7 °5 52 1e3-b3 1a8—a2 -I- 25 K2—K4 g5Xk4 53 RK2—K3 1a2-c2 26 8k3XK4 8e5-ä3 54 1b3-b6 Le2-c3 27 lel-kl 8a4XK2 55 LK5—g6(e) 1c8-d8 28 Väl-k3 Lä8-b6 56 LK6—b7 und 8ekwar/ kann Remis äurcb ewig 8ckaek nickt verweilen, äs auk 56. Vo7xb7, 67. VI.4X16-I-. Vb7-g7 58. vk6Xä8->-, Vg7-g8 59. Vä8—I6-i- folgt. — a) vor 8ug 6. LK5—e4 ist an äieser Stelle rwsikellos vorsnrieken. k) vie Einleitung ru einem umfassenden .4ngritk auk äis sekwarre Rönigsstellung, wsleksr jeäock von Ltvinitü in meisterliakter Weiss parirt wird. o) In diesem unsekeindaren Lauernrug otkcobart siel: der sckarks Rositionsblick Laskers. äer auck inmitten äes sekärksten Lngrilksspieles nie verabsäumt, für äen eventuell nötigen Rüekrug äis erkoräerlieke Deckung bereit ru kalten. Wenn in äen folgenden 2ügen äer 8pringer K4 nickt cum 8ckut2s äer vainonseits kätto kerangekükrt werden können, würde Ltoinitr mit seinem 6egenangri§ auk äeg'Dawenllügvl äurck- geärungen sein. ä) Mit 51. Rg8—g5 würde 8ckwar2 nickt nur äen lästigen Druck äer weissen Dame auk äen Runki k6 aukgelioben, sonäern auck seinen Riguren grössere Lswegungskreikoit vor- sekatkt und äaäurck die Möglickkeit einer besseren Vvrwertk- Vng seines materiellen Llebergowiekts erlangt kaben. e) Rin wokldurekdacktsr Äug, äurck welcksn sick Lasker tw Verein mit äom nickt minäer keinen uäcksten ?,ug das Remis sickert. 7. Rsrliv äes Wettkninpkes. — Seklussstellung nack äem 63. 8ugo von 8ckwarr. Weiss (Lteinitr): Rg5, 8g6; La3, K5. Lcbwar?, (Lasker): 1117, Le8; Ra6. 9. Rartiv. — Ltellung nack äem 32. Auge von Zelnvarr.' Weiss (Lteinitr): Rgl, Ral, b5; Ra4, k2, e3, g2, K2. 8ekwar2 (Lasker): Rg8, Re2, ä8; Le6, k7, g7, K7. Vie Rartis wurde nack äen 2ügou 33. k2—K3, g7—g6; 34. RK5—bl, 1ä8—ä2 als remis abgebrocken, äa Weiss äsn Verlust äes aLauern nickt verkitten kann. Weiss konnte aber mit 33. a4—a5 seinen Vortkeil bekaupten, äa nack33. g7—g6, 34. a5—a6, Rä8—ä2 wogen 35.a6—a7, Rä2—a7, 36. a7—a8-f- nickt angebt unä auck 35.1ä2Xk2 an a7—a8-l-v sekeitort. 10. Rarlio.— Lcklussstellung nack dem 41. 8ugs von Weiss: Weiss (Lasker): Lbl. Vg4, Ra7, Del; Ra2, b2. ä3. °6. k5. Lelnvarr (Lteinitr): I1g8, Vo8,Ld8, Le7; LK5, ä4, g7, K4. loässkall. — In Rerlin verstarb am 29. Xovewbsr v. äer Verleger äes „veutscksn Woekonsekacks" Herr W. 1. Rruer im 58. Vebens^akro. R. I. ?. — ^ukgabe Xr. 9. Das naekstekenäs kroblem >vuräo von äen bekannten Lekaek- meistern Xoktr unä Iloekelkoru in Holn äsm^.kaäs- misoben 8 okackklub in Müncken rugeeignöt: Lclnvarr. Mat in ärei 8ügen. rV. A. tlUeÄr/'.- Dreißiger lsiäsr wegen 2. Vk2—s3 unä 2. Xä5—c6 nickt verwendbar. Vielloickt können 8ie ikn verbessern? — r» .- II>rs kräl. Versickei ung, ein eitriger Verekrer unseres 8ckaekblattos. au sein, kat uns sekr gekrsut; wir kolken es auck kernerkin unä grüssen 8ie -s-kräl. 1 kl/. /«>- .- Warum das 8edaekbrstt stets so gestellt wird, dass reckt« ein weissos Rokkolä (ulokt links) sieb beknäet, kragen 8is? — viessr (lebrauek stammt sekon aus alter 8eit unä rwar liegt ikm äis mittelalterlicksRegel „regina servat eolorem" (äio Xünigin walirt die Rarbs — ikrerRartsi nämliek—) ru Vrunäs, laut weleker die weiss« Lönigin auk einem weissen, äis sckwarrs ebenfalls ant einem Reläo ikrer Darbe ru sieben katts. Leidem geregelten 8tanäort äss Xönigs nnä der übrigen Riguron ergibt gieb die weitere Rolgo von selbst!-6ckackkräl. Vruss! vio Xawen jener 8ekaekkreunäe, wslcks unsere Rnäspiolo und kroblemo riektig lösen, sowie die Lösungen inner kalk droiWookeu einsenden, worden stets an äieser 8tells vsr- öikentliekt. ^.llos auk das 8ekaek Lsrüglicko ist ausnakmslog so aäressiren: „Ln die Redaction des itngsdm goi' 8ebneK- blatt — Lake Lugnslkt — ktugsburg." "lMgl