k^. 25 Neligivse Kuust im Glaspalast zu München. Verhältnißmäßig gerade nicht viele — gegen früher sogar weniger — religiöse Kunstwerke sind uns beim ersten Nundgange durch die heurige Glaspalast-Ausstelluug aufgefallen. Aber bezüglich der allgemeinen Qualität derselben muß man unbedingt einen wesentlichen Fortschritt zugeben. Die ausgestellten Werke mit religiösen Unterschriften sind dieses Mal fast sämmtlich von würdiger Haltung und einige sogar bedeutungsvolle Leistungen. Am meisten ins Licht gestellt und in einem eigens dazu hergerichteten Raume aufgehängt ist ein großes Bild des Pros. A. Holmberg in München, bekannt durch seine feinen Stillleben und noch mehr durch seine stimmungsvollen Interieurs mit einem oder mehreren rothen Kardinälen. Eine Dame richtete an uns die charakteristische Frage: „Ist das Bild von dem bekannten Pros. Holmberg? ich habe nicht gewußt, daß er auch in diesem Genre arbeitet." Freilich! Pros. Holmberg hätte dieses Bild wohl auch sicher nicht gemalt, wenn es nicht vom kgl. Ministerium des Cultus selbst — wie es heißt, um den ziemlich anständigen Preis von 9000 Mark — bestellt worden wäre. Ganz natürlich! Ein königlicher Professor und renommirter Maler kann ja doch nicht wie ein berufsmäßiger „christlicher Künstler" zur Erreichung eines kirchlichen Kunstauftrages „anf die Jagd gehen"! Wenn nun mit jener Bestellung wirklich der Anfang damit gemacht ist, „die Kunst aufs Land hinauszutragen", so kann man diese fortschrittliche Thatsache als solche mit dem Hofmaler Herrn Friedr. Pccht (Allg. Ztg. Nr. 133) nur begrüßen. Das Bild ist nämlich bestimmt zu einem Altarschmnck für die Pfarrkirche zu Obcrnburg am Main. Die ganze Darstellung ist eine höchst „originelle", wohl noch nicht dagewesene. Sie zeigt uns ein realistisch gemaltes Kreuz mit dem in natürlicher Körperlichkeit dargestellten todten Heilande. Links vom Kreuze sehen wir einen anbetenden Engel und rechts einen solchen, der in den Händen einen Kelch emporhebt, in welchen das Blut der hl. Seiteuwuude vor der über dem Kelchrande sichtbaren Hostie sich ergießt. Crucifix und Engel schweben ganz frei in der bläulich-kühlen Luft über der tief nuten sich ausbreitenden Mainlandschaft mit dem Städtchen Oberu- burg. — Man sieht, die ganze Auffassung ist die einer Art Vision, welche den die Welt erlösenden Opfertod Christi in directe Beziehung zu dem diesen Tod stetig darstellenden und dem Wesen nach das Kreuzopfcr erneuernden ncntestamentlichen Opfer bringen soll. Denn was hat sonst das Anbringen der Hostie neben dem natürlichen Blute des sterbenden Erlösers für eine Bedeutung, wenn nicht die eines erklärenden Symbols? Den Opfertod Christi predigt aber schon mit ausreichender Deutlichkeit der Crucifixus selbst, der oberhalb des Altares die beste Erklärung der hl. Opferstätte abgibt. Die vollständige Darstellung des hl. Meßopfers geben dagegen nur die beiden Gestalten des Brodes und Weines zusammen. Hier haben wir aber einmal den Leib und das Blut des Herrn und daneben die heilige Hostie. Logisch klar und künstlerisch zulässig erscheint also der Gedanke nicht ausgedrückt, und gibt die Darstellung zu Kopfzerbrechen und Mißverständniß Veranlassung. Letzteres könnte durch Uebermaluug der Hostie gehoben werden. Oder soll man sich, wie ein Kritiker meint, in dem Kelche den aus Blut verwandelten weißen Wein des Sakraments denken!?! Was nun die künstlerisch-technische Ausführung des Bildes betrifft, so schwankt sie zwischen einer machtvoll realistisch-plastischen und einer wirksamen lichtvoll-visionären Behandlung, keiner von beiden gerecht werdend. Der Körper des Heilandes ist fein und sorgfältig gemalt, der Kopf von edler Bildung, aber etwas schwachem Ausdruck; die ganze Gestalt erscheint mehr in schwebender, als in natürlich-hängender Haltung. Die etwas kleinen Enge! mit ihren bunten Flügeln und der langen zopfig flatternden Draperie werden trotz ihrer frischen Gesichtchen auf der Höhe des Altares ziemlich verschwinden. Auch von der gut charakterisirten, von abendlicher Dämmerung bereits überschatteten Landschaft wird bei schwacher Beleuchtung wenig zu sehen sein. Die ziemlich monotone kalte Farbengebung des Ganzen entbehrt des erwärmenden coloristischen AccordeS. Anf der lichten Höhe moderner religiöser Kunst erscheint Gebhard Fugel in München mit seinem großen „hl. Abendmahl", das weitaus bedeutendste religiöse Gemälde der Ausstellung. — Christus har mit seinen Jüngern im Festsaale des Joseph von Arimathia das alttestament- liche Paschafest gefeiert; die Tafel ist von den Speiseresten gesäubert; auch die Einsetzung des ncutestameut- lichen Opfers durch die Worte der Wandlung bereits vollzogen; er ist nun daran, die hl. Gestalten gleichsam als die erste hl. Communion in seiner Kirche zu spenden. Der Herr und Meister hat sich sammt seinen Aposteln erhoben und steht, eine hoheitsvolle, edelschöue Gestalt mit fanfternstem, vornehmem Ausdruck des Antlitzes, vordem Tische in der Mitte des Vordergrundes, die Schüssel mit den hl. Broden in der Hand. Er beugt sich soeben nieder, seinem Lieblingsjünger, der, eine frische vornehme Jünglingsgcstalt, vor ihm auf die Kniee gesunken ist, eine der Brodsgestalten darreichend. Petrus steht gleich hinter ihnen in ehrfurchtsvoller Verbeugung gegen den Herrn. An diese reihen sich zunächst Jakobus, mit hl. Begeisterung im Antlitze neben Petrus stehend, und Andreas, in andächtig ernstem Gebete neben ihm im Vordergründe kniccnd. Jakobus der Jüngere und Andere treten ir feierlich erhabener Haltung und Miene links um die Tafel heran, während drei andere auf der rechten Seite derselben wie in Gebet und Betrachtung des neuen wunderbaren Testamentes der Liebe versunken erscheinen. Judas biegt soeben, sich noch einmal schen umblickend, im Hintergründe um eine Säule, in eiliger Flucht davoneilend, ein trefflich charakterisirtes Gegenstück zu seinen gottbegcisterten Mitaposteln. Diese erscheinen sämmtlich zwar in naturalistisch- individueller Auffassung, aber in Ausdruck und Bewegung wie gehoben und verklärt von der höhern göttlichen Macht des ihnen gewordenen erhabenen Berufes als Stellvertreter des ewigen hohen Priesters nach der Ordnung des Mclchisedek. In selbstbewußter klarer Weise greift der junge Künstler den zweiten der beiden Haupimomeute des rituellen Vorganges, welche da sind einmal die Verwandlung, dann die Austheilung der heiligen Gestalten, in seinem Vorwürfe heraus, welchen er in origineller und in einer Weise zur Darstellung bringt, wie er nach der knappen Schilderung der Evangelisten nicht nur Möglich erscheint, sondern ähnlich selbst als wahrscheinlich gedacht werden muß. (Siehe die Visionen der gottseligen Katharina von Emmerich.) Das schwierige Problem, das sich der Künstler j selbst durch Auslosung der sonst beliebten Gruppirung der Apostel in drei Einzelgruppen gestellt, hat derselbe durch eine wohlberechnete und doch zwanglos erscheinende Com- position, sowie die übrigen künstlerischen Ausgaben der festlichen Drapirung, der Farbeubchandlung und Perspektive mit grosser Gewandtheit und feinem Geschmack gelöst. — Eine feierlich ernste, hochdramatische Stimmung liegt wie ein überirdischer Hauch auf dieser Abendmahls- sceue. Zu dieser trägt auch der so ansprechende feine harmonische Farbenaccord des Ganzen, dessen ungemein warm leuchtenden Ton gleichsam die in der Mitte des Saales herabhängende Lampe entzündet, deren Licht in verstärkter Kraft von der Gestalt des Heilandes und im sanften milden Glänze von den farbigen Festkleidern der Jünger widerstrahlt, nicht wenig bei. (Auf dieses bedeutende, echt religiöse, weil von tief religiöser Empfindung gesättigte, Kunstwerk werden wir noch einmal besonders zurückkommen.) Das Fngel'sche Gemälde hätte keinen besseren Platz finden können, als neben dem Bilde Nr. 1068, einer „Flucht nach Eghptcn", indem diese Nachbarschaft der malerischen Wirkung des erstem nur zu statten kommt, aber freilich auch zugleich einen schnellen Umschwung der erhabenen in die komische Stimmung bewirkt. Man sieht auf der kolossalen Lcinwandfläche die etwas schmutzig hellgelbe Farbenmischung der Wüste ausgebreitet, die in unendlicher Ferne vielleicht erhaben wirken kann. In ihrer Mitte entdeckt man bei näherm Zusehen ein Tnrco-ähn- liches Mäunlein, das einen Esel mit einer daraufsitzenden Fraucngestalt mit Kind führt. Der verhältnismässig große Esel ist das Plastisch Dcntlichste auf dem ganzen Bilde. (Schluß folgt.) Orlando dr Lasso. Zn seinem 300jährigen Todestag (14. Juni). Von A. Graf. (Schluß.) Im Jahre 1572 sehen wir den Meister wieder unermüdlich thätig in München, besonders beschäftigt mit dem IMtrooiniuwr Unmass, fünf Bänden in groß Folio, gedruckt auf eigene Kosten des Herzogs. Die Bände sind dedizirt dem Herzog, Papst Gregor XIII., dem Bischof von Augsburg, dem Abte von Weihen- stephan bei Freising und dem Abte von SL. Emmeran in Ncgcnsbnrg. Sie enthalten u. a. die fünfstimmige Passion, neun vierstimmige Lektionen aus Job, drei Lektionen für die Matutin von Weihnachten, mehrere Magnificat, sodann ziemlich viele deutsche neue Gesänge ncbst „einem muntern französischen Liebchen", ein gnaai zMa-inölo. Karl IX. von Frankreich hatte Heimweh nach unserm Meister und erließ an ihn die Aufforderung, ganz nach Paris überzusiedeln und Kapellmeister an seinem Hofe zu werden mit sehr hohem Gehalte. Orlando wollte nicht von München fort, der Herzog selbst aber rieth ihm, die glänzende Stelle anzunehmen, sei es aus Mitleid für den sehr niedergedrückten König, fei es, daß er glaubte, Orlando könne sich in Paris noch weiter vervollkommnen. Orlando ging schweren Herzens, und als er in Frankfurt den Tod des Königs von Frankreich, der am 30. Mai 1574 eintrat, erfuhr, kehrte er sofort leichten Herzens nach München zurück, wo der Herzog selbst ein Gedicht auf die «Perle seiner Kapelle" verfaßte. Wir haben eben gesagt, daß Orlando ziemlich viele deutsche Lieder componirte. Ueber diese sagen die Monatshefts für Musikgeschichte: „In die Leichtigkeit des weltlichen Liedes wollte er sich nicht recht schicken. Seine Natur war auf das Grandiose eingerichtet, uud solche zarte Blüthen faßte er viel zu fest an und benahm ihnen den Duft." Wir können hier sofort auch seine erotischen und bacchantischen Lieder erwähnen, deren Texte mitunter frivol sind. Er componirte hier leider auch nach dem Geschmack der Zeit, in der er lebte, wie es auch Pa- lestrinn in seiner ersten Schaffcnsperiode that. Es genügt, darauf hinzuweisen, daß Orlando diese Kompositionen später selbst „Narrenspossen" nannte, und daß später aus vielen dieser Lieder der anstößige Text durch einen dezenten ersetzt wurde. Man hat seiner Zeit den Ausdruck gehört: „Welche Orlandiadel" und verstand darunter Trinkgelage, bei denen leichtfertige Lieder des Orlando gesungen wurden. Die Lieder — 183 asian- 8ons — sind dedizirt an einen französischen Edelmann, und wollen wir eines der besten dem Texte nach beisetzen: Dcus gut bonum v'mum ereavit vlno rcbutlli>te8 «Lxiiis äolors muletavlt Icillot iiror'sus istis ditotloetum Ikoe niuzuüm guietum iurviueui loctulll. Es Möge auch die Berballhornung dieses Liedes seitens mehrerer Schriftsteller angefügt sein, sie lautet also: Ollus gui bonmn vlmim koeisti LL ex vollem multa capit» clvlei'e eroasti vL Ilübis guLC8iimu8 intollvetum Ut snltem xossimus inveoire Ivotum. So macht man auf eigene Faust aus einem x ein Nach München zurückgekehrt, arbeitete Orlando mit riesiger, fast unglaublicher Kraft an neuen Werken und entfaltete dabei die größte Vielseitigkeit. Wir erwähnen von seinen damaligen Compositionen nur: einen Band dreistimmiger lateinischer Motetten, gewidmet den Herzogen Wilhelm, Ferdinand uud Ernst, neun zweistimmige Gesänge und Jnstrumentalsätze, gewidmet dem Herzog Wilhelm, den dritten Theil der fünfstimmtgen „Deutschen Lieder", zumal wir fein Hauptwerk IMtrooiniuui Llnsices oben schon angeführt haben. Am 24. Oktober 1579 verlor Orlando durch den Tod seinen fürstlichen Gönner Albert, nachdem letzterer sechs Monate früher dem Meister noch einen lebenslänglichen jährlichen Gehalt von vierhundert Gulden ausgesetzt hatte mit der speziellen Bedingung, daß Niemand das Recht habe, diese Summe zu verkürzen. Der Nachfolger in der Regierung, Wilhelm V. der Fromme, blieb dem Meister gerade so gewogen, wie sein Vorgänger, und dieser Umstand bewog Orlando sicherlich — zumal wir seine Dankbarkeit schon kennen — einen glänzenden Ruf seitens des Kurfürsten August von Sachsen nach Dresden nicht anzunehmen, sondern ihm andere vorzügliche Musiker zn empfehlen. So blieb Orlando in München und arbeitete unermüdlich weiter, mehr, als seine physischen Kräfte erlaubten. Der Herzog wollte ihm Ruhe, Urlaub gönnen, allein er war die Arbeit so gewohnt, daß er auf den Urlaub verzichtete, „weil im got gcsundt geb, kin und mig er nit feiern" sagte der thätige Meister zum Herzog. Er componirte weiter, unterrichtete unermüdlich seine Chorknaben und richtete seine Gesundheit zu Grunde. Als seine Frau von seinem Landgute Geising zurückkehrte, war er so geistesabwesend, daß er sie nicht erkannte. Die Frau begab sich an den herzoglichen Hof, und der Herzog 195 sendete fernen Leibarzt Dr. Mcermmm Zum Kranken, derberm mich das körperliche Leiden ziemlich hob, die Heiterkeit des Geistes und Gemüthes kehrte aber nie mehr ganz zurück; hierüber schrieb die Frau des Meisters: „er ist nie mehr, wie vor, recht fröhlich, war alzeit still und viel von seinen Tod geredt." Mit dein genannten Arzt war Orlando lauge Zeit befreundet und er zeigte seine Liebs zu ihm durch eure Widmung, die er im Jahre 1587 auf sein Werk: „LIaäri§a.1i a, gunttrv, oiuHuo 6 sei vosi vuovowsnts soinxosti" schrieb: „8swpro anäai psn- Lnnäo eoms potesss lärs aac^uistarirri la, Krutia surr" rc. Der Herzog nahm den innigsten Antheil an der Schwermnth Orlando's, beließ ihm seine bisherige jährliche Besoldung von achthundert Gulden und sorgte auf das beste für seine beiden Söhne Ferdinand und Rudolf. Der Meister aber, schwermüthig, wie er war, gab bald um Entlassung aus seiner Stellung ein, bald um Fortbcziehnng seiner Besoldung, so daß seine Frau stets vermittelte zwischen ihm und dem Herzog und u. a. an letzteren schrieb: „Seine Durchlaucht wolle der Familie doch dießmal seines seltsamen Kopfes, der ja nur durch seine Kunst und grosse Arbeit in so viel Phantasey knmmen, uit lassen entgelten; denn es wär sein Tod gewest, wann er uit dienen könnte." Im Jahre 1593 fordert ein HcnricuS Göüing in einem Gedichte auf, für den schwer kranken Orlando zu beten: „Lost piücn für den alten Man, Gr woll uns den noch langer lau, Damit er Gott und nnS zugleich Zu mchrerm Nutz und Frommen g'reich." Doch Orlando sollte nicht mehr lange leben, er fühlte sich im Frühjahr 1594 dem Tode nahe. Dennoch gab er noch eine Sammlung scchsstimmiger Gesänge heraus und widmete sie dem Bischof von Augsburg, und am 24. Mai genannten Jahres componirte er seinen Schwanengesang „Imerz'nuntz äs 8. Iststro", gewidmet dem hl. Bater Clemens VIII. Er schrieb in der Dedikation: yOou o§ui rivorenW mnA^iors u V. 8stn. inanäo s äsäiso ,.ls la§rims äi 8. Bistro" rims coruposis uo tempo tu äal 8i^uor Iniig'i Dnusillo, s äa, ms xor Urin xariieolai-s äsvostions in cjnssta. in in. Irormni ^ravi etü vsstits äi ariuoniu" zc. Ja in einem „sehr beschwerlichen Alter" snng er sein Abschicdslicd, dann sorgte er noch speciell für das Heil seiner unsterblichen Seele, stiftete in der Kirche Gcising einen ewigen Jahr- tag mit zwei heiligen Messen nebst einer ewigen Nrmen- fpendc und übergab am 14. Juni 1594 seinem Schöpfer, Herrn und Richter seine unsterbliche Seele. Ueber die Begrübnißfeier ist nichts überliefert, doch ist sicher anzunehmen, daß dieselbe „der Perle der Kapelle" des Herzogs, der ihn so hoch schätzte, würdig war. Orlando ist begraben auf dem Gottesacker des Franzis- kanerklostcrs, allwo dessen Frau ihm ein herrliches Grabdenkmal setzen ließ. Dasselbe besteht aus zwei Theilen; in der Mitte des oberen Theiles ist die Grablegung Christi angebracht, rechts im Hintergrund Jerusalem und links der Caloarienberg. Zu beiden Seilen des Bas-Relief liest man nachfolgende Inschrift, gedichtet von Sebastian Baur aus Haidenheim: „Orlonäi cinevos, eben! moäo änlos lognenies diüiio mutos, dien! üellltis nrna gromit, 1>assLo snnt. Lsnllo Llmritos tu» knnerg, lmsso, Drincipipus irniltum, ctioroquo Ooesarivus. Ldgiea guem teiln» ^enitrix äeäit inAeniormo, InZoinorum altrlx Loja. stovit luimus. ttorporis eruvms soclow googns Doja tsxit, Dost Instro. ae üiomes sena bis aeta üuas. Itodois, ssxo, keras, Orpüons, at Illo Orxüoa teaxit, llarmonioeguL äncos povenlit üarmonia. l^une guia complevit totnm oonoentibns orbom, Victor onm su^cris cortat axoll sogeros." In der Mitte des untern Theils lind kuieende Frauen angebracht nebst den Wappen des Meisters und seiner Frau. Ein Unbekannter hat das Wappen zum Andenken an den großen Meister in Kupfer stechen lassen und mit nachstehenden Versen begleitet: „Oäanili Dass! gmcongno insigma icoms, Liste xarmn; vigüi sinxula msnto nota. Ilt so: illnstrat totnm xulcüerrimus ordom, Orlanänm mnnäi sie guosgoo canit. Horculeo esünnt animantia onncta Iconi, Deält ct Oelanäo mnsiea tnrba Invsns. Lrux monstrat votoris tiöi rctigioills aulleum Laotora tn tanto zioetore volvo, lieet." Das wunderschöne Denkmal blieb auf angeführtem Gottesacker stehen bis znm Jahre 1802, kam dann nach Aufhebung des Klosters in den Privaibesitz des Hof- schauspielers Heigcl, später in die Akademie der bildenden Künste, dann an das Germanische Museum nach Nürnberg, und endlich fand es seine Ausstellung in den: Natioual- mnseum in München. Seine treue Lebensbeglciterin starb einige Jahre nach Orlando, am 5. Juni 1600, und wurde neben letzterem begraben. Ihr Denkmal trägt die Inschrift: „stlnnv Oowini 1600 den 5. Juni starb die Edl nnd tugendhaftste Frau Regina di Lassin: Weiland Orlando de Lasso Jhro Durch!, in Bayern gewessien Obristen-Capelmcisters nachgelassene Wittib, deren und allen Christglanbigen Seelen Gott gnädig und barmherzig sein wolle. Auren." Orlando ist todt, todt seit 400 Jahren, todt dem Körper nach, aber sein Geist lebt fort, so lang fort, als es eine Musik und einen Gesang gibt, und seine Motetten nnd Psalmen, sie erzählen von dem großen Genie nnd der großen Seele, die so Edles und Hervorragendes geschaffen. Fassen wir nun seine Werke zusammen nach der Quantität, und jeder muß erkennen, Orlando war einer der ergiebigsten Meister aus dem Gebiete der Musik und des Gesanges, der je gelebt. Nicht im einzelnen wollen wir sie aufführen, es genügt sicher die Bemerkung: Orlando hat im Ganzen 2337 Musikstück; componirt, nämlich 1572 geistliche nnd 765 weltliche. Ein großer Theil dieser Schöpfungen liegt in Mauuscript, Copie nnd Druck in der königlichen Bibliothek zn München aufbewahrt; einen ebenfalls reichen Schatz birgt die k. k. Hosbibliothek in Wien. Es sieht unbestreitbar fest, daß Orlando di Lasso zu den größten Männern seiner Zeit zählte, und daß er durch seine Werke sich einen unsterblichen Namen geschaffen hat. Was Palestrina im Süden, war Orlando für den Norden. Er wurde der „Fürst der Künstler" genannt, und die zn seinem Lobe gedichteten Verse: „Ilic ills ost Dossos Isssmri gell rocroat orbew Diseoräomgoo sem coxotot bonnoillco," sind nahezu Zum Sprichwort geworden. In Orlando war die Herrlichkeit der germanischen und römischen Kunst seiner Zeit in einer großen Erscheinung vereinigt, so daß Proske mit Recht sagt: „Orlando war ein universeller Geist. Keiner seiner Zeitgenossen besaß eine solche Klarheit des Willens, übte eine solche Herrschaft über alle Intentionen der Kunst, so daß er stets mit sicherer Hand erfaßte, was er für seine Ton» 196 gebilde bedurfte. Bon dem kontemplativen der Kirche bis zum heitersten Wechsel profaner Gesaugsweise fehlte ihm nie Zeit, Stimmung und Erfolg. Groß im Lyrischen und Epischen, würde er am größten im Dramatischen geworden sein, wenn seine Zeit schon diese Musikgattnng besessen hatte." Das Konversationslexikon von Mendcl- Ncißmann bemerkt: „Er adelte die strengere und kältere Weise der Niederländer durch die den italienischen Meistern bereits eigene ästhetische Schönheit und Anmuth und hals so mächtig zur Vollendung des figurirten Contrapunkts. Doch ließ ihn sein Leben auf Reisen, immerfort für Kirche und Welt Zugleich beschäftigt, hinter jener unerbittlichen kirchlichen Strenge zurückbleiben, wie sie der große Meister des Südens, Palestrina, am Mittelpunkt der Kirche gleichzeitig entfaltete. Will man in dieser Beziehung die wahre Größe Orlando's kennen lernen, so muß mau sein von jeher angestauntes Meisterwerk, die Bnßpsalmcu, studieren und dessen mächtige Harmonien, großartigen, ausdrucksvollen Stil voll Salbung und religiöser Schönheiten auf sich einwirken lassen, mit dem er Palestrina zu erreichen scheint." Nur Ein ungünstiges Urtheil konnten wir finden über unsern Meister, dasjenige Bnini's nämlich, das also lautet: „Orlandus Lassns, ein Niederländer von Geburt und von Stil, ohne schöne Gedanken, ohne Leben und Geist, ein Mann, der mit einigen achtstimmigen Messen und Motetten in einfachem Stile das übertriebene Lob: Imssug, hui rooroat ordöin, sich erobert hat." Sicher ist aus diesen Worten des sonst so gelehrten Baini zu entziffern, daß er die Werke Orlando's ganz und gar nicht genügend gekannt hat. Auch die Jctztwclt erkennt die Größe Orlando's an; bereits sind viele Nachrichten gekommen, daß seine Werke auf's neue mit denen Palestrina's aufgeführt werden, noch mehr Nachrichten werden sicher dießbezüglich kommen auf sein Jubiläum; er verdient, daß seine Werke hervor- gesucht, aufgeführt und bleibend werden. Orlando konnte am Ende seines Lebens mit dem Dichter Horaz sagen: „btregi monumentuin asro poronnius, Ilogaliglls sltu xz-ramülllin llltius: tjuoä nvll linder eäar, non llguito impotoiw Uosstt äiruero, ant irmumoradilis llrmorum seriös, ot Inga iemporuw." Wir aber schließen mit den Worten des gleichen Dichters und winden dem Meister zu seinem Jubiläum einen Kranz aus Dankbarkeit, einen Kranz zu seiner Ehre: „suwll Sllpordiam l)uaesitam meriits ot ltdi Oelpdica 1-auro eilige volens, ületpomeus, couuuu! Die Könige von Preußen und die Fürsten von Hohenzvllerrl sind Abenberg-Zollmr, nicht Zvllerrr-Abenberg. (Schluß.) Wir gehen sofort auf die kontroverse Abcu- berg-Zolleru und Zollern-Abcnberg über, um durch Vorführung einiger Hauptgründe, welche einerseits für die direkte männliche Abkunft der Burggrafen von Nürnberg zweiter Dynastie von den Grafen von Aben- berg sprechen und anderseits für die Zöllen: ins Treffen geführt zu werden pflegen, eine sichere Grundlage für ein objectives Endurtheil zu gewinnen. Die Streitfrage liegt ja gegenwärtig ziemlich einfach und offen vor aller Augen. Die Vertheidiger der abeubergischcn Abkunft der Burggrafen von Nürnberg im MannSstamme suchen zu beweisen, daß die Gräfin Sophie in die Tochter des Grafen Konrad, entweder mit Konrad junior, Grafen von Abeuberg aus der Wolfram'schen Linie, oder mit Konrad, dem Sohne Napoto's aus der Linie Otto's I., vermahlt gewesen und dem Geschlechte der Abeuberg die Burggrafschaft Nürnberg und die österreichische Grafschaft Nagoz zugebracht habe; auf der andern Seite behaupten die Vertheidiger der Zoller'schen Abkunft der Burggrafen von Nürnberg, die Erbburggrafin Sophie in Kag-ss sei die Gemahlin Friedrichs III., Grafen von Zollern, gewesen und habe demselben nicht bloß die Nagze'schen Güter in Oesterreich, sondern auch die von ihrer Mutter Hildegard, einer Gräfin Abeuberg, ererbten abenbergischcn Besitzungen in die Ehe ein- bezw. zugebracht. Merkwürdigerweise berufen sich beide Parteien auf eine und dieselbe Ueberlieferung aus dem Kloster Zweit! in Niederösterrcich, welche 1204 die dortigen Cisterzienser zum ewigen Gedächtnisse angefertigt und in ihrem liloor kunäLtionurn (der sogenannten Bärenhaut) unter Abt Ebro 1273 aufgenommen haben"). Ich habe aber in der Beilage der Augsb. Postzeiiung 1881 Nr. 70 Seite 2 längst darauf aufmerksam gemacht, daß die Notiz oder die durch viele Zeugen beglaubigte Zwettler Ausschreibung ohne Sicgelabdruck ursprünglich sich allerdings in der Bärenhaut (so genannt von dem Einbande) befunden habe, daß aber diese alte Tradition oder Ueberlieferung in die neuere Abschrifteusammlung unter Abt Otto I. erst am Anfange des 14. Jahrhunderts herübergenommen und dem neuen Kopial buche einverleibt wurde. Da nun das Original der unsicgelmäßigcn Aus- schreibung, Ueberlieferung oder des Protokolls, wie Dr. Schund die angebliche Urkunde neuerlich genannt hat, verloren gegangen und nicht mehr vorhanden ist, so läßt sich mit Bestimmtheit nicht mehr nachweisen, ob der Eintrag unter Abt Ebro 1273 dem Wortlaute der ursprünglichen Ausschreibung aus dem Jahre 1204 genau und vollständig entsprochen hat bezw. ob der jetzige Eintrag in das Kopicnbuch des Abtes Otto I. im Anfange des 14. Jahrhunderts mit dem Originale und dem Eintrage von 1273 aufs genaueste übereinstimmt.") Wir haben nun gegen die Schenkung der Gräfin Sophie in Nagze an das Kloster Zwcttl im Jahre 12 0 4 im Allgemeinen nicht viel einzuwenden, nur die Worte nOoruitis Ist'iäorioi" nach rouriti sui müssen wir auch heute noch wie im Jahre 1869 aus den dort angegebenen Gründen") für eine Interpolation späterer Zeiten, für unecht und unterschoben erklären. Der dem Originale fremde Zusatz ^oouritis IHäeriai« mag bei der Anfertigung der Stiftungsbücher des Klosters Zwettl im 13. Jahrhundert unter Abt Ebro (1273) oder unter Abt Otto im 14. Jahrhundert von einem der Kopisten erst hinzugefügt oder aus einer Randglosse in den Text aufgenommen worden sein; ursprünglich d. h. im Texte ") Einige Abdrücke der fraglichen Ueberlieferung habe ich in den Grafen von Abcnberg 1869 S. 105 namhaft gemacht; auf andere hat Meyer in den Burggrafen S. 73 hingewiesen. ^) Einige nicht unwesentliche Verschiedenheiten im Texte bcS Zwettler KopialbuchcS bezüglich der fraglichen Aufzeichnung und des Einganges dazu habe ich schon 1881 Nr. 70 der Beil. z. AugSb. Postztg. besprochen. ") Grafen v. Abeuberg S. 45. Die hohenlohische Abkunft der ersten Burggrafen von Nürnberg verzeihen wir dein Herrn Octter. Wenn derselbe aber in der Zwettler Aufzeichnung für Nürnberg Rum bürg lesen wollte, so wurde er dcßsalls von Archivar Spieß schon zurechtgewiesen. 197 der alten, nicht sicgeluiäßigen Ueberlieferung konnten diese Worte schon deßwegen nicht stehen, weil sie mit der heimischen Ueberlieferung aus Kloster Heilsbronn und mit den Thatsachen, welche 1204 die Zwcttler Cisterzienser zum einigen Gedächtnisse constatirt haben, im grellsten Widersprüche stehen. Die Bruder von Zwetil sagen in ihrer Aufzeichnung, „daß die Gräfin in Ragze lange nach dem Ableben ihres Gemahls (des Grafen Friedrich) einen Weinberg in Lentacher um 34 Mark Silber erworben und zwei Hubcr in der Villa Nadel, welche sie, um Werke der Barmherzigkeit zu üben und Almosen zu spenden, sich damals vorbehalten, als sie ihren Söhnen die Nachfolge und das Erbe in ihr Vatergut eingeräumt hatte, — Gott und dsatas Llarias und den ihnen dienenden Brudern in Zweit! unter Vorbehalt der Nutznießung zur Benützung") frei und aus eigener Machtvollkommenheit übergeben habe." Nehmen wir nun an, daß der Weinberg zu Leutaker (nach freundlicher Mittheilung des Herrn Professors Leopold Jananschek vom 12. Mai 1877 heutzutage Dorf Leodagger mit trefflichem Wein bei Pulkau, nicht weit von Nütz, in Niederösterrcich) 6—8 Jahre nach dem Tode des Burggrafen Konrad I. von Abenberg-Rakoz"), sohin im Jahre 1198/99, von der verwittweten Burg- gräfin Sophie cx xropriig erworben wurde und die Uebergabe ihres Vaterguts an ihre Söhne Friedrich und Konrad ungefähr um dieselbe Zeit stattgefunden hat, die Güter in der Villa Noedcl (nach Jananschek auch Nadel, Nadelcins bei Neunzen, etwa 3 Stunden vom Stifte Zwcttl entfernt) mithin ebenfalls 1198/99 von der Gräfin aus dem Vatergute zu wohlthätigen Zwecken rescrvirt worden sind, und erwägen wir, daß nach dem trefflichen I. Wcndrinsky, k. k. Bibliotheksbeamien in Graz,") der Burggraf von Nürnberg und seine Mutter die Grafcschaft zu Nageth (Ra^s) und den Marcht und daz darzne gehört um 2000 march silberS an Herzog Leopold den Glorreichen (1198 bis 1230) zwischen den Jahren 12 00 und 1203 verkauft haben, so begreift man recht wohl, daß die Brüder in Zwcttl den Besitz, welchen sie der Gräfin Sophie von Nageths (Ila§ 26 ) verdankten, durch die Aufzeichnung von 1204 gegen die allenfallsigen Ansprüche insbesondere des Herzogs Leopold von Oesterreich sicher stellten. Die verwittwcte Burggräsin Sophie in 1Ia^2s hatte 2 Söhne, Friedrich I. und Konrad II., Doppelnamen, welche sich bei den Burggrafen von Nürnberg im 13. Jahrhundert noch zweimal wiederholten (Konrad III. und Friedrich II. mit dem Löwen, dann Friedrich III. und Konrad IV. der Fromme). Der ältere Sohn Friedrich war dem Vater Konrad I. von Abeuberg-Nagze?") schon 1192 in das kaiserliche Burggrafenlehcn zu Nürnberg succedirt und erscheint als Burggraf zwischen 1192 und 1200 häufig neben dem uahever wandten Grafen Friedrich II. von Abenber g. In Folge der Neber- "1 In der Beilage der Augsb. Posiztg. 1631 Nr. 71 S. 2 ist statt Mich brauch Nießbrauch zu lesen. ") Schon 1881 schrieb ich (I. e.): „Sophie von Nagze war nicht die Gemahlin Friedrichs I. (ch 1218), sondern Konrads I. (nicht V.!), Burggrafen von Nürnberg, welcher 1191 starb und zwei Söhne, Friedrich 1. u. Konrad jun>, Grase» von Aben- bcrg, bintcrlassen hat. -°) Die Grafen von NaavS. Wien 1879, S. 103. 2 °) >0nuruäu8 grotoetrig äs raksoo« konnte in der Urkunde vom 25. Mai 1190 nur der Erbe des letzten Grafen von Nakece, nicht dieser selbst, der wahrscheinlich schon vor 1175 starb, genannt werden. gäbe des mütterlichen Erbes um die Wende des 12. Jahrhunderts hatte zwischen den Brudern eine Allodialgüter- abtheilung wahrscheinlich in der Weise stattgefunden, daß der altere Bruder Friedrich die Grafschaft Nakets in Oesterreich, der jüngere Konrad dagegen die damals durch den Tod Friedrichs II. eröffnete und heimgefallcne Grafschaft Abeuberg zurückerhielt und mit dem Antheile, welcher der älteren Linie verblieben war, wieder vereinigte. Daher ist es wohl gekommen, doß der Verkauf der Grafschaft Nagets in Oesterreich nur von einem Burggrafen und seiner Mutter bethätigt worden ist. Sophie, Gräfin von Nagze, wird noch vor dem Jahre 1204 gestorben sein, da die Zwcttler Aufzeichnung aus diesem Jahre ihr Ableben vorauszusetzen scheint, weil die Rechte und Ansprüche des Klosters durch Zeugen und Mittelspersonen zu sichern nicht nöthig gewesen wäre, wenn Sophie noch gelebt hätte. Sie dürfte auch mit dem vicecowcg Konrad (Grafen von Abeuberg) schon ca. 1165/70 vermählt worden sein und hatte demnach, vorausgesetzt, daß sie damals 20 Jahre alt war, bereits ein Alter von über 60 Jahren erreicht. Wo sie beigesetzt worden, ist noch nicht genau ermittelt,^) die Vermuthung spricht für das Erbbegräbnis; zu 8. Aegydien in Nürnberg. Zwischen 1191 und 1218 ist kein Burggraf von Nürnberg gestorben, wir wenigstens haben einen Beweis hiefür nirgends auffinden und entdecken können. Die Aufzeichnung des Klosters Zwettl aus dem Jahre 1204 bestätigt bei Hinwegnahme des interpolirten Grafen Friedrich nur so viel, daß die Gemahlin des 1191/92 verlebten Burggrafen (Konrad) von Nürnberg eben die Gräfin Sophie in Nagze gewesen. Würde Sophie mit dem Grafen Friedrich schlechtweg vermählt gewesen sein und wäre dieser Graf Friedrich III. von Zollcrn gewesen und würde derselbe im Jahre 1200 oder 1201 mit Tod abgegangen sein, wie von den Hohenzollern- forschern behauptet wird, dann käme der Inhalt der Zwcttler Aufzeichnung mit sich selbst in grellen Widerspruch. Will man die Aufzeichnung gelten lassen, so muß man die an und für sich höchst verdächtigen Worte „cowttm Iriüerici" daraus wieder entfernen. Nach der heimischen Ueberlieferung aus dem Hauskloster der Grafen von Abeuberg und Burggrafen von Nürnberg ist Burggraf Friedrich I. im Jahre 1218 gestorben?") Diese heimische Tradition ist zwar im Hinblick auf die Zwcttler Aufschreibung beanstandet und heftig angegriffen worden, allein dieselbe findet in einer urkundlichen Nachricht von 1219 ihre volle Bestätigung. In einem Kaufsinstrumente Erzbischof Eberhards von Salzburg und des AbteS von Niederaltaich tritt nämlich nach Eberhard corncs clo Oornffcrclr „Oüunraäns c^uon- clain xurcrnvirm" als Zeuge auf und bestärkt durch den Zusatz „weiland Burggraf" implicite, daß sein älterer Bruder Friedrich zuvor d. h. 1218 gestorben ist und demselben seine Söhne Konrad III. und Friedrich II. dauials im Burggrafenlehcn bereits succedirtcn.^) Im Jahre 1881 habe ich meine Annahme, baß Friedrich I. der jüngere und Konrad II. der ältere Burggraf sei, dahin berichtigt, daß sich die Sache umgekehrt verhalten habe, und die Vermuthung ausgesprochen, Sophie von Ernst brunn sei Friedrichs I. °>) In den Graten von Abeuberg 1869 S. 55 habe ich den dort mitgetheilten Necrclogs-Eiutrag aus Kloster Heilsbrcnn auf Sophie von Nagze bezogen. Statt'Frcitag (o) ist Donnerstag (o) zu berichtigen. --) Beilage zur Slugsb. Postztg. 1681 Nr. 71 S. 2. 2 °) Llon. Lote. XI, 138. 193 Gemahlin und die gesuchte Erbgräfin von Zeltern gewesen Für eine und dieselbe Person kann ich die Gräfin Sophie in und die Gräfin von Ernst- brnnn auch heute noch nicht halten, weil die hohen Frauen verschiedene Namen führen, zu verschiedenen Zeiten das Kloster Zwettl beschenkten und beide weit von einander gewohnt haben. Möglich bleibt es zwar immerhin, daß Gräfin Sophie von Ernstbrnnn mit Burggraf Friedrich I. vermählt war, allein einen Beweis hie- für können wir nicht erbringen, ja wir halten es jetzt für wahrscheinlicher, daß die Gräfin von Ernstbrnnn, ge- borne Gräfin von Tollenstein-Hirschberg, mit Burggraf Konrad II., d. h. mit dem cioruinns Konrad funior-von Abenbcrg, vermählt war und daß beide im Stiftnngs- gcmälde zu Heilsbronn die bekannte glänzende Darstellung gefunden haben. Verhält sich die Sache so, wie angegeben, dann waren die burggräflichcn Bruder Friedrich I. und Konrad II. (junior) geborne Grafen von Abenbcrg, mithin aben belgische Erben durch Geburt, und eine Er- heirathnng der abeubergischen Güter durch Graf Friedrich III. von Zollern, welche wir von Ansang an zurückgewiesen haben, hat niemals stattgefunden. Die Erb- gräfinnen Maria (Falkenstcin, Stillfricd) und Hildegard bezw. Hildegard-Sophie (Niedcl, Schmid) sind weiter nichts als leere Fiktionen.^) Friedrich I., Burggraf von Nürnberg, muß unter diesen Verhältnissen mit einer Erbgräfin von Zollern einen Theil ihrer Güter für sich und seine Nachkommen erworben haben, und wenn seine Gemahlin nicht, wie er selbst, in Heilsbronn beigesetzt wurde, so hatte dieses seinen Grund wahrscheinlich darin, daß sie ihren Gemahl überlebte und sich mit ihrem jüngern Sohne, Burggraf Friedrich II. von Nürnberg und Abenbcrg, auf die väterlichen Güter in Schwaben zurückzog, daselbst starb und in einer zoller-hohenbergischen Familiengrabsiältc beigesetzt wurde. Die Insinuation Schmids, als halte ich behauptet, „das ganze Haus der schwäbischen Grafen von Zollern sei am Ende des 12. Jahrhunderts im Mannsstamms ansgsstorben", ist unrichtig^); wahr dagegen ist, daß ich schon im Jahre 1869 eine Linie Aüenberg-Zollern- Hoheuberg^) angenommen habe und im Jahre 1881 nachzuweisen suchte, daß Burggraf Friedrich II. von Aben- berg mit Elisabeth von Hohenberg^), einer Schwester des Grafen Albert II. von Hohenberg, vermählt war, von welcher Verbindung Schmid jetzt noch nichts wissen will ^°), obwohl diese Thatsache von einem der besten unter unseren bayerischen Geschichtsforschern schon längst hinlänglich beglaubigt und bestätigt ist. Unser Felix von Oefele hat im II. Bands seiner Lori^toros Ilcwuin Uoicarum die glaubwürdige Notiz aufbewahrt^), „daß im Jahre 1243 die Herrin Sophia Beilage z. Angsb. Postztg. 1881 Nr. 72 S. 2. Nach Wendrin'sky, die Grafen von Naabs, rührt Ernstbrunn von den Grafen oder Markgrafen von Vobbnrg (Hohen- wart) her, aber auch die TollcnsteimHirschbcrg waren in dieser Gegend NiederösterrcichS begütert, t. o. S. 109 u. 110. Vcrgl. Grafen v. Abenbcrg 1869 S. 54, Beilage z»r AngSb. Postztg. 1881 Nr. 29; Schmid, die Burggrafen von Nürnberg, S. 27 n. 28. 47 u. 48. n) Vcrgl. Schmids V. Fundamcntalsatz in Vd. III dcr ältesten Geschichte von Hohenzollern. 2°) Grafen von Abenbcrg S. 57—61. Beilage z. Augsb. Postztg. Nr. 33 S. U Die Könige von Preußen sind Hohenzollern S. 96. ") Xvno Lowiui L160XUIII obüb Domino. Loxbis, von Hochberg, geborne Burggrafin von Nürnberg, starb und im Predigerklvster zu Freiburg im Brersgau bestattet wurde." Es ist hier ohne allen Zweifel Friedrichs II., Burggrafen von Nürnberg und Abenbcrg, und der Elisabeth, Gräfin von Hohenberg, Tochter Sophia, die Gemahlin Konrads, Grafen von Freiburg, gemeint, deren Ehe wegen Blutsverwandtschaft im IV. Grade wieder getrennt werden sollte^), in Folge Dispensation des Papstes Jnnocenz IV. clo äuto 18. Mai 1248 jedoch bestehen blieb. Das angebliche Sterbejahr Sophiens ist sicher falsch abgeschrieben worden, denn dieselbe konnte 1243 nicht schon todt sein, wenn ihre Ehe am 18. Mai 1248 durch Dispense ratihabirt worden ist. Wahrscheinlich starb sie erst LI00X01II (1293) oder NOdXIII (1263), und dürfte eines dieser Jahre für ZIOOXIiIII (1243) zir rcstituiren sein. Hochberg ist Hohenberg. Friedrich II., Burggraf von Nürnberg und Abenbcrg, war demnach mit einer Zollcrn-Hohenberg verbunden, und wir hatten vollkommen recht, wenn wir schon 18 81 geschrieben Habens: „Besondere Beachtung scheint uns der Umstand zu verdienen, daß Albert II. (Albrecht), Graf von Hohenberg, bereits am 12. Januar 1271 von Friedrich dem Erlauchten, dem Sohne Friedrichs mit dem Löwen, uvunoulus d. h. Muitcrbrnder genannt wird. War Albert dieß in der That (wir haben keinen Grund daran zu zweifeln), so ist eben Elisabeth, die Gemahlin Friedrichs mit dem Löwen, des Stammvaters dcr Fürsten von Hohenzollern, eine Zollern-Hohenbcrg und nicht eine Gräfin von Habsburg oder Abenbcrg gewesen. Elisabeth ist demnach wohl als die Schwester Alberts II., des SohncS Alberis I., und als Tante des Benediktiner-Priors von Oberaltaich, Alberts von Hohenbcrg-Hnigerloh, welcher 1239 (nicht 1229) geboren und am 26. November 1811 gestorben ist, anzusehen ^). Schmid hat zwar die Bezeichnung Werts II. bon Hohenberg als nvunonlns Friedrichs des Erlauchten^) bemängelt, allein wir haben diese Bemängelung schon 1881 zurückgewiesen und daraus aufmerksam gemacht, daß wir diesem Autor nicht sofort und ohne reifliche Untersuchung des Sachverhaltes Glauben beimcsscn dürfen, weil er selbst zugesteht, daß sich die ältesten Glieder des hohenbergischen Hauses ebenso schwer wie die letzten genealogisch einreihen lassen^) und zwischen Albert II., Alberts I. Sohn, und Albert III. (Schmid II.), BnrkardL III. Sohn, unterschieden werden muß. Jüngere Schriftsteller behaupten, daß Friedrich mit deut Löwen erst nach dem 4. Juni 1265 gestorben sei, Schmid beanstandet auch diese Angabe und setzt das Ableben desselben Zwischen 1255/56 an. Wir gehen hierauf äs IloebbsrA, uaia clo bturnborA Unrg'ravia, in Driburxo sito in UrisAanclio, in Llonaetsrio Uraeäieatornw ibiclom in ambitn ovxnita. Grasen von Abenbcrg S. 69—73. Beilage z. Augsb. Postztg. Nr. 33. Die Darstellung Schmids über den in Oberaltaich als selig verehrten Hohcnbergcr Grafen genügt nicht, enthält auch manches Unwahre; ich werde deßhalb später speciell auf den Obern ltaicher Prior zurückkommen. ^) Schon Friedrich mit dem Löwen wird in dcr Urkunde vom 2. April 1228 iltnsdris voines genannt, man hätte deßhalb dem Sohne diesen Titel nicht als etwas Besonderes beilegen sollen. Die Zollern führten 1228 den Titel itlnstris noch nicht. --») Beilage z. Angsb. Postztg. 1881 Nr. 33 S. 1. 199 nicht näher ein 2 ?), auch nicht auf die handschriftliche Genealogie des Erasmus Sayn von Freismgen, von der man nicht weiß, wann und auf welchem Wege sie von Freising nach Gießen gekommen. Dieselbe ist nicht einwand- und fehlerfrei, und habe ich mich dagegen schon 1869 dahin ausgesprochen, daß sie erst aus dem 15. Jahrhundert stammt und au denselben irrigen Voraussetzungen leidet, wie die Hoheuzollerntheorie seit 400 Jahren^). Ist nämlich Friedrich III. von Zolleru nicht mit Gräfin Sophie in LaFrm vermählt gewesen, und daß dieses nicht der Fall war, glauben wir überzeugend nachgewiesen zu haben, so bleibt nichts übrig, als anzunehmen, Friedrichs I. Burggrafen von Nürnberg und Grafen von Abeuberg Gemahlin seiS 0 phie (oder wie immer sie geheißen), eine Erbrachter der Grafen von Zollern, gewesen. Ihr Sohn Friedrich II., auch mit dem Löwen und der jüngere genannt, war mit Elisabeth von Hohen- berg so nahe verwandt, daß zu ihrer Lerehelichnng ebenfalls päpstliche Dispensation nöthig war, wie bei der Tochter derselben, Sophia, und dem Grafen von Freiburg, ein Umstand, der zur vollständigen Klärung der bielum- strittenen Abstammnngssrage wesentlich beitragen dürfte. Wir müßten ein dickes Buch schreiben, wollten wir Alles vorbringen, was wir bei Dr. Schmid zu beanstanden gefunden haben. Wir verweisen auf unsere Abhandlung «Die Grafen von Abenberg die Ahnen der deutschen Kaiser und der Fürsten von Hohenzollern 1890", für welche sich noch kein Verleger gefunden hat, und bestreiten, daß aus der Zwettler Auszeichnung und der Genealogie des Eras- mns Sayn von Freising die Zoller'sche Abstammung der Burggrafen von Nürnberg bewiesen werden kann"); wir sind vielmehr vollständig davon überzeugt, daß die illustren, von den Fürsten oder Herzogen von Bayern abstammenden Grafen von Abenberg in den genannten hohen und höchsten Fürstenhäusern nicht als Zollern-Abenberg, sondern als Abenberg-Zollern fortlebten bis auf den heutigen Tag. Passau, 15. Febr. 1894. I. Nep. Seefried. Berichtigung. In Nr. 24 bcr Beilage ist im Artikel „Die Könige von Preußen rc." S. 167 Spalte 2 Zeile 4 zu lesen: (fi am 22. Juli nach 1103). Vcrzerchttiß bei der McdacLrorr en;ge?lu:fsrrer Schriften. KricgSeriunerungcn eines Fclbzugsfrciwilligen aus den Jahren 1870 und 1871 von Karl Zeitz. Mit Jllustr. Verlag von St. Geibcl in Altenburg. 2. Aufl. Erscheint in 19 Lieferungen ä 50 Pf. (Der Verfasser, Hr. Zeitz, war 1884 bis 1800 Neichsiagsabgcorducter; bei AuSbruch dcö Krieges war er Geschäftsmann in PariS, eilte sofort in die Hcüuath und 2 ') Vergl. Schmid: Die Könige von Preußen sind Hohcn- zollcrn, nicht Abenberger S. 30. 40 A. 2 u. sonst. Die Gegner SchmidS haben den Wortlaut der Urkunde vom 4. Juni 1265 (2Ion. 2oU. II, 100) für sich. Der xatrnns (Vatcrsbruder) des Burggrafen Friedrich III. (II.) war eben Friedrich mit dem Löwen. SchmidS Erklärung mit „Vetter" ist gesucht. Ueber den Todestag (14. VI.) vergl. Beilage z. AugSb. Postztg. 1831 Nr. 33 S. 2. ^) Grafen von Abenberg 1869 S. 73 u. 101. 2 °) Derselbe trat wohl 1227/28 in das Erbe der Mutier ein. Wäre Burggraf Friedrich I. ein Graf Zollern gewesen, so wäre seinem älteren Sohne Konrad die Siammburg Z 0 llern zugefallen. Vergl. Meyer I. 0 . S. 43. ") Die überschwenglichen Lobeserhebungen SchmidS in der Allgemeinen Zeitung und die Behandlung, die er seinen Gegnern zu Theil werden läßt, schaden seiner Sache sicher mehr, als sie ihr nützen. rückte als freiwilliger Musketier inS Feld, wo er 20 Gefechte und Schlachten mitmachte. Die „Erinnerungen" sind frisch und humorvoll geschrieben.) DaS Reichsgcsctz vom 1. Mai 1889, bctr. die Erwerbs- und Wirthschasisgcnosscnschaften und die DarlehcnS- kasseuvcreiue nach Naiffebens System in Bayern. Anleitung zur Gründung und Geschäftsführung rc. Von L. Weriihaimiicr, kgl. Ncgicrnugscommissär in Würzbnrg. 2. erweiterte Auflage. Würzbnrg, Göbcls Verlagsbuchhandlung 1894. „Die Reform der Produktenbörse." Von ReichS- tagsabz. Gras Arnim-Muökan und Landrath Gcscher. — Die Entwicklung des wirthschastl. Lebens in Deutschland seit 1890. Von Ockon.-Nath v. Mendcl-Steinfels. — (Vorlräge gcbaltcn in der 19. Generalversammlung der Vereinigung der Steuer- und Wirthschastsreformer.) Berlin, Verlag des Bureaus der Reformer. Hagclbcrgerstraße 18. Preis L 50 Pf. Die fünf heiligen Skapnliere von k. Phil. Sceböck 0. 8. vr. Innsbruck, Verlag der marianischen Vercin-Sbuch- handlung. 30 Pf. Der treue Kamerad. Ein illustr. Lehr- und Lern- mittel für Fortbildungsschulen. Heraus.;. vom kath. ErzichungS- vercin für das Land Vorarlberg. Erscheint monatlich einmal. Preis per Jahr 1 M. 50 Pf. Verlag von Teutsch in Brczcnz. Die marianische Kongregation. Sieben Gelegen» heiiSpredigtcn. Von C. Stemlin, Priester der Diverse Basel. Jngenbohl, Verlag der ErziehnngSanstalts-Drnckerci „Paradies". Vergleichende Erdkunde u. Alttcst. Geograph. Weltgeschichte. Mit 10 Karten. Von H. Haugz in Gotha. Selbstverlag. vorsmouia« IliZZ. 8ol. ot kontik. op. Oloorgsii Lebober, 0. 8. N. Verlag von Pustet in NegeuLburg. 2 M. 80 Pf. (geb. M. 3,60). Die geistliche Schnlaufsicht in der Volksschule, ihre Berechtigung und Ausübung. Von M. A. Bcrninger, Pfarrer in Euerfeld. Würzbnrg, Verlag von A. Eöbcl. Preis 70 Ps. Winke und Rathschläge zur Gründung und Leitung Naifseiscn'scher Darlehenökassenvercine von Kolb, neu bearb. von C. W. Kaiser. Würzbnrg, F. L. Bnchcr'schcr Verlag. Preis 2 M. Die consessioncllcn Verhältnisse a.d. Höheren Schulen in Elsaß-Lothringen. Statist, u. histor. dargestellt von einem Mitglied des kath. VolkSvercins. Commissions- vcrlag von Herders Agentur in Straßburg. Preis geb. 90 Ps. Kirchcngcschichtc. Für die katb. Familie bearb. von vr. H. NolsnS. 3. Aufl. 1. Hcst. (18 Hefte ü 50 Pf.) Herders Verlag in Freiburg. Legende oder der christliche Sternhimmel von Alban Stolz. 10. Aufl. mit vielen Bildern. 1. Hcst (10 Hefte ^ L 80 Pi.) Freiburg. Herders Verlag. vullotin äs la Uartreipatiou aux höneüoLs. Varm, lm xrlmvrio Oliaix. 1894. 16. Jahrg. 1. Lieferung. (Erscheint viermal im Jahr. Preis per Jahr 5 Fr.) Kirche und Kirchenjahr. Kurze Belehrung von I. D Schiltknecht, Oberlehrer und NeligionSlebrer in Obcrehnhcinr Verlag von Herder in Freiburg. Preis 30 Ps. Verzcichniß von Lehr- und Gcbctbüchlcin für Kinder. Herders Verlag in Freiburg. Kurzer liturg. Unterricht über Kirche, Gottesdienst u. s. w. von Math. Reiß, Priester der Diöccic Trier. 4. Auflage. Verlag von Herder in Freiburg. Preis 25 Ps. (geb. 35 Ps.). Antiquar. Anzeiger bcr Buchhandlung L. Arier in D 0 nauwörth 1694. Nr. 136. „Unsere Bäume und Sträucher" von vr. B. Piöß. Verlag von Herder in Freiburg. Preis geb. 1 M. 30 Ps. Franz. M. P. Libermann und seine Stiftung: die in Denlsch-Qstasrika thätige Kongregation rom hk. Geist. Von W. Helmes. Mit Libermannö Portrait. Münster, Ceiu- inissionsverlag von H. Schviiiugh. Herz Jesu-Büchlein von v. Schneider. Verlag von Arier in Douauwörth. Aloyi'inS - Büchlein. Don D. Faustmaim, frcircs. Pfarrer. Neueste Auflage. Würzburg, F. L. Bucher'sche Verlagsbuchhandlung. Preis geb. 60 Ps. TLckitcrchens Liebling. Heft 5. Jllustr. Mädchen- Arbcitszcitung. Monatl. 1 Heft mit Beilagen. Preis 50 Pf. vierteljährlich. Diese Zeitschrift, bisher im Verlage der Passauer „ParndieSdruckcrei", erscheint nunmehr im Verlag von I. Noth in Stuttgart. Sie bietet einerseits gute UutcrhaltuugSlckiüre, anderseits Arbeitsmnster für Mädchen. Das Apostolat der chrisil. Tochter. St. Angela- Matt. V. Jahrg. Nr. 12. HcrauSg. von N. Schöpilcuthner. Wien, St. Norbert-Druckerei. Preis jährlich 2 M. 50 Pf. Katechetische Blätter. Zeitschrift für NcligionSlehrcr von Frz. Walk. Verlag von Köfel in Kemptcn. Heft 5: Fingerzeige für angehende Katecheten. — Firmungsnntcrricht. — Von hl. Lippen. U. s. w. Mäßigkeit oder Enthaltsamkeit. Neue Beiträge zur Alkoholfrage. Von Dr. A. Schmitz. Bonn, P. Hausteins Verlag. M. 1,20. Der Dom zu Köln. Dargestellt von F. Th. Hclmken. 3. Anst. Ein Führer für die Besucher, mit Abbildungen. Köln, Verlag von I. u. W. Boisscrse. Rundschreiben Papst Leo XIII. Ans der von Herder in Frcibnrg veranstalteten Ausgabe (lateinisch und deutsch) der Leonischen Rundschreiben sind zwei weitere Heste erschienen; das eine enthält daö Rundschreiben über daö Studium der heiligen Schrift, das andre die Rundschreiben von 1891, 92 u. 93 über das Noscnkranzgebet. Kirchengerichte oder Geschichte deS Reiches Gottes. Für kath. Familien bearbeitet von Dr. Rolfns, mit Illustrationen rc. 3. Auslage. Erscheint in 18 Heften ü 50 Ps. Verlag von Herder in Frciburg. Iesuiten und IesuitcnschuIcn, Offene Antwort rc., von Lehrer Jos. Reist. (3. Heft der Pädagog. Vortrüge u. Abhandlungen.) Kemptcn, Kösels Verlag. Preis 70 Ps. DaS Harmonium-Spiel in stnfcnweiser, gründlicher Anordnung zum Selbstunterricht. Von B. Mcttcnlciter. IV. Anst. I. Theil. Kempt-n, Kösels Verlag. 3 M. Bildender Unterricht in den Sprachfächern. Von Dr. I. Perkmann. I. Theil. Grundlinien. Innsbruck, Wagncr'schc UniversitätSbnchhandlung. Herz-Jesu-Monat. Mit einem Titelbild in Farbendruck und 30 Jnitialbildern. III. vermehrte Auflage. Franz Hattler 8. 3. Frciburg i. Br. 1891. Herder'sche Ver- lagöhandlnng. kl. 8°. p§. 3-11. Preis 1 M. 60 Ps., geb. 2 M. X Gegenstand der Betrachtungen sind 30 Ereignisse, Zuge auö dem Leben des Herrn, von den hl. Evangelien erzählt und umschlichen das ganze Leben des Gottmcnschen; daran knüpfen sich ein Mestgcbet, zahlreiche andere Gebete und eine ncnntägige Andacht. Die Beigabe einer Beicht- und Commnnionandacht würde die Verwendbarkeit erhöhen. Der viclgcrühmte Stift Hattlerö findet sich auch in diesem Büchlein. Herz-Jesu-Büchlein für alle frommen Verehrer des hochheiligen HcrzcnS Jesu. Von P. Schneider. Donau- wörth, 1891. Verlag von L. Auer. Callicocinband. 12°. 210. Preis 75 Pf. X Ein vollständiges Gebetbuch, dem man das epitlreton ornans zutheilen könnte: Eine Sammlung der trefflichsten und schönsten Gebete zu Ehren deS heiligsten Herzens Jesu. Ausstattung ist würdig. Ein treffliches Büchlein für die heil. Firmung hat der hochwürdigste Herr Weihbischof vr. Schmiß in Köln bei Schwann in Düsseldorf erscheinen lassen. DaS Wcrlchen bietet unter dem Titel „Büchlein vom heil. Geist" eine leicht- faßliche Darstellung alles dessen, was der Firmling über das hl. Sakrament wissen muß, sowie eine Anleitung zum würdigen Empfang desselben und zur Bewahrung der mit der hl. Firmung empfangenen Gnaden. Der ganz außerordentlich billige Preis (20 Pf. für daö Exemplar bei ansprechender Ausstattung) macht es möglich, das Büchlein in größerem Umfange zu Geschenk- zwecken zu benutzen. Auf 50 Exemplare werden 5 Freiexemplare gewährt. ? Von Steichelc-Schröder, Das BiSthum Augsburg historisch und statistisch beschrieben, ist vor Kurzem ein neues, daö 39. Heft erschienen. Von verschiedenen Seiten und wiederholt wurde auf die vorzügliche Fortführung dieses hervorragenden Werkes hingewiesen. Wir begnügen uns daher damit, die in diesem Heste behandelten Orte zu nennen. Es sind ans dem Landkapitel Jettingcn folgende Pfarreien: Ais- lingen, Anried, Dürrlauiugen, Ettelricd, Flcin- hausen, Frehhaldcn, Gabclbach, Glött, Grüneu- baindt, Eundremmingcn, Hafenhofen, Halden- wang, Jettingen (letzteres noch unvollendet). OlflonborA, kouelüda: sa, vis ob ses enseiZnemsntg. Nra. einst äo t'attemaml par V. kouotrer. 8° p. VII -s- 393. karis, Llcan. 1893. Vr. 7,50 k Für den Buddhismus zu schwärmen, gehört zur Mode der Gegenwart; weniger ist die Kenntniß desselben verbreitet, und daran tragen die größte Schuld jene unberufenen Schriftsteller, die über ein Ding reden, wovon sie in der That selbst keine Abnung haben: man darf nur die arge Mißhandlung der Sanskrit- oder Paliwörter ansehen, um davon sogleich überzeugt zu sein. Neben dem herrlichen Werk deS ernsten und nüchternen Sanskritkenners Monicr-Williamö (Lmlellrism in its eonnexion rvitd brakmanisme am! etrrlstiairrtz'. London 1890) dürfte kein anderes empfehlenöwcrthcr sein, als der „Buddha" des deutschen Gelehrten Oldenberg, der überdies die Gelahrthcit nicht in der üblichen trockenen Langweiligkeit zum Ausdruck bringt, sondern in angcncbmer und frischer Darstellung zu erzählen weiß, ohne der Wissenschaftlichkeit Eintrag zu thun. Nunmehr besitzen wir das beste deutsche Buch über den Buddhismus auch in einer französischen Uebcrsetzung, die nach der zweiten Auflage des Orginals (1890) gefertigt ist; damit hat daß Werk die wohlverdiente größere Verbreitung für sich gewonnen und zugleich jene gewisse äußere Eleganz deS Stiles, die nun einmal unbestreitbar die französische Sprache vor der deutschen voraus hat. Warum fehlt es an Diakonissinnen und Pflegerinnen? Von Mathilde Weber-Tübingen. Berlin 1891. L. Ochmigke. S. 120. Pr. 80 Pfg. Dieses mit Begeisterung und Sachkenntniß geschriebene Werkchcn ist allen protestantischen Frauen und Jungfrauen auf's beste zu empfehlen. Vielleicht wird die eine oder andere von der Liebe zur leidenden Menschheit, die aus diesen Zeilen spricht, angesteckt nnd veranlaßt, ihr Leben den Kranken zu widmen. Wenn eine diesen Stand ergreifen will, dann soll sie es aber thun aus Liebe zu Christus; denn der bloße Humanitätsdusel reicht nicht hin, die Beschwerden dieses BerufeS auf die Dauer zu ertragen. — Sehr berechtigt sind die Klagen der Verfasserin über die höchst ungünstigen Versorgungsverhältnisse und über die schlechte, unwürdige Behandlung, welche die Krankenpflegerinnen namentlich von Seite der Aerzte oft zu erdulden haben. Versorgung der Diakonissinnen und Pflegerinnen im Alter oder bei Dicnstunfähigkeit ist eine Forderung der Gerechtigkeit wie der Menschlichkeit. — Wenn die Verfasserin immer von gebildeten Krankenpflegerinnen spricht, so kann ich unter dieser Bildung nur wahre Herzensbildung (GottcS- und Nächstenliebe) und medizinische Schulung verstehen. Daß wissenschaftliche Ausbildung zu einer tüchtigen Krankenpflegerin nicht nothwendig ist, das beweisen die katholischen Krankenschwestern, die zumeist auö den unteren Ständen hervorgegangen sind. — Auf die katholischen Klöster ist die V. nicht gut zu sprechen; weil sie aber wider Willen den Ordenslcnten die schönsten Zeugnisse ausstellt, will ich darüber hinweggehen. Auf einen Irrthum aber möchte ich die V. aufmerksam machen. Die Nächstenliebe läßt sich nicht befehlen und ebensowenig verbieten (wie V. zu glauben scheint). Die wahre, werktheitige Nächstenliebe bat ihre Wurzel und ihren Halt in der wahren GotteSlicbe. Demuth, Selbstverleugnung aus Liebe zu Gott und Hoffnung auf ewigen Lohn, das sind die Mittel, welche im Staude sind, aus jeder Krankenpflegerin eine Heldin zu machen! Fr. I. G. Literarischer Handweiser, begründet, herausgegeben und redigirt von Msgr. Dr. Franz Hülskamp in Münster. 21 Nrn. ä 2 Bogen Hochgnart für 4 M. p. Jahr. 1891. Nr. 5. Inhalt: KritischeRcferateüberSchäfcr Hebräerbricf (Müllcr-Breslan), Ltiss 6alsnelar ok Xutries in ttio kapert Registers rolatiuK- to Oroat IZritain anet IrolamI (Bellesheim), Müllcndorff Auferstehung und Himmelfahrt deS Herrn (Deppc), Na ins OriAiuss cts la kraneo eou- tsmporains (A. Zimmermann), D r a n s f e l d Gedichte, N ü t t e u Feierstunden und Pesendorfer Jmmaculataroscn (Kelter), v. DestoucheS Orlando diLasso (Kornmüllcr), Koneberg- Kümmcl Kathol. Jugcndbibliothck, Bündchen 1—8 (NolfuS). — 5 Notizen über verschiedene Nova (Hülskamp). — Novi- tätcn-Vcrzeich niß. Veranftv. Redacteur: Phil. Frick in Augsburg. — Druck». Verlag des Lit. Instituts von Haas L Erabherr in Augsburg.