tt,-. 48 29. zillvbr. 1894. Ein interessanter Beitrag znr Geschichte einheimischer Knnstbethätigung. Als eine Errungenschaft neuester kuustgeschichtlicher Forschungen ist die Entdeckung einer zahlreiche Mitglieder umfassenden und weithin in Beschäftigung genommenen Wessobrunner Stuckatorenschule zu bezeichnen. Die staatliche Jnventarisation der Kunstdenkmale des Bezirksamtes Landsberg i. I. 1888 hat zu dieser, für die Geschichte des Barock und Rokoko sehr belangreichen Entdeckung geführt. Soeben erhalten wir über die Schule eine höchst lehrreiche, auf eingehendem Studium der Kunstobjekte und auf sorgfältiger Verwerthung eines reichen archivalischen Materielles beruhende Einzeldarstellung von der berufenen Hand des Herrn Dr. Georg Hager, kgl. Conservators am bayerischen National- museum. Ör. Hager war nicht nur persönlich betheiligt an der erwähnten Jnventarisation, sondern hat auch schon einmal zu Anfang des vorigen Jahres in drei Artikeln der Beilage zur Allgemeine» Zeitung über die Wessobrunner Stuckatorenschule berichtet. In sehr erweiterter und vertiefter Form legt er nun die Ergebnisse seiner seitherigen eifrigen Forschungen auf diesem Gebiete vor in der Zeitschrift des historischen Vereines von Oberbayern.*) Der Name Wessobrunn hatte schon vordem einen guten Klang in der Kunstgeschichte. Ein in den Jahren 1862 — 64 aus den Fundamenten der niedergelegten Klostertrakte zu Tage geförderter spätromanischer Apostel- cyklus hat die Aufmerksamkeit der Kunstforscher auf sich gezogen. Dieser Cyklus, ein wichtiges Glied in der Entwicklung der deutschen Plastik in der Zeit des Ueber- gangsstiles, findet allseitige Würdigung vom künstlerischen und kunsthistorischen Standpunkte aus im ersten Theile der Hager'schcn Abhandlung, welcher sich betitelt: „Die Bauthätigkeit und Kunstpflcge im Kloster Wessobrunn." Hier sind außerdem alle Nachrichten über die Baugeschichte des Klosters und der Kirche von den Zeiten der Agilolfinger an bis zur Säkularisation gesammelt und kunsthistorisch erörtert und was sonst noch über die Kunstpflege im Kloster überliefert ist, sei es in gelegentlichen Aufzeichnungen oder in den noch erhaltenen Werken selbst, zu einem möglichst vollständigen Bilde klösterlicher Kunstpflege vereinigt. Welch wichtige Bereicherung das kunstgeschichtliche Studium aus derartig sorgfältigen Zusammenstellungen von vereinzelt überlieferten Nachrichten gewinnt, dafür sei nur andeutungsweise die Beschreibung eines zwischen 1160 und 1165 angefertigten Kirchen- portales sowie zweier dem Anfang des 13. Jahrhunderts entstammenden Wandteppiche mit Darstellungen aus der Apokalypse und aus dem Leben der hl. Apostclfürsten erwähnt. Wir wenden uns sofort dem zweiten Theile der Abhandlung zu, welcher überschrieben ist: Die Wessobrunner Stuckatoren. Das Verdienst des Verfassers besteht darin, daß er die Meister, welche der: Glanz der *) Oberbayerisches Archiv für vaterländische Geschichte. 48. Band, 2. (Schlug-) Heft. Manchen 1894, S. 193 — 521: „Die Bautbäiigkeit und Knni'lpflcge im Kloster Wessobrunn und die Wessobrunner Stuccatoren". Mit 16 Abbildungen im Text und 9 Tafeln. Der zweite Theil S. 347 — 475 und der Anhang S. 490 — 510 bandelt von den Wessobrunner Stuckatoren. Die ganze Abhandlung ist auch im Sonder- abdrnck mit eigener Seitcnzählnng erschienen. Wessobrunner Stuckatorenschule begründen, der unverdienten Vergessenheit entreißt, ihre äußeren Lebens- umstände feststellt, den Begriff einer Wessobrunner Stuckatorenschule durch Analysiruug des Stiles ihrer Arbeiten in die Kunstgeschichte einführt und diese Schule durch den Nachweis der auf dieselbe bestimmend wirkenden Einflüsse der Kunstgeschichte eingliedert. Die Wessobrunner Stuckatoren waren schlichte Dorfbewohner, ansäßig oder doch hervorgegangen aus den um das Kloster Wessobrunn gelegenen Ortschaften (Gaispoint, Haid u. s. w.). In dem den Altbayern angeborenen und besonders in der Bevölkerung der Weilheimer Gegend lebendigen Kunstsinne war die Vorbedingung künstlerischen Schaffens gegeben; ungünstige Verhältnisse in landwirth- schaftlicher Beziehung hatten schon längst die Wessobruner zu Handwerken greifen lassen, unter welchen sie daS Maurerhandmerk besonders bevorzugten. AIs nun im Laufe des 16. Jahrhunderts die Stuckdekoration in Deutschland Eingang fand, da war der Anlaß gegeben, der künstlerisch veranlagte Maurer zur Entfaltung ihrer Fähigkeiten geradezu herausfordern mußte. Im 16. Jahrhundert, dessen zweite Hälfte wenig Baulust entwickelte, kam es dazu nicht mehr. Nachdem aber im 17. Jahrhundert die unmittelbaren Folgen des dreißigjährigen Krieges überwunden waren, da haben die schlichten Dorfbewohner von Wessobrunn, welche wohl auch während des Winters, um ihr Fortkommen zu finden, irgend ein anderes Gewerbe betrieben, in der Dekorationskunst des Barock- und Nokokostiles nicht blos Hervorragendes, sondern auch Eigenartiges geleistet, haben in einem Zeiträume von etwa 100 Jahren (ca. 1675—1775) den Ruhm bayerischer Kunstfertigkeit hinausgetragen in alle Gaue des deutschen Reiches und selbst bis nach Polen, Rußland, Frankreich und den Niederlanden und sind nur durch die Verfluchung der Kunst im Klassicismus zum Stillstände genöthigt worden. Wie zahlreich die Wessobrunner im Auslande arbeiteten, zeigt eine 100 Jahre umspannende Liste der fern von ihrer Heimath gestorbenen Wessobrunner Stucka- toreu, welche nicht weniger als 47 Namen enthält. Davon entfallen 6 auf Polen, 5 auf die Schweiz, je einer auf Berlin, Wien, Amsterdam, Paris u. s. w. Der Wessobrunner Meister Johann Michael Merk war um die Mitte des 18. Jahrhunderts des Königs von Preußen erster Stuckator. Mit der Münchener Hofkunst ist der Name von Wcssobrunnern unzertrennlich und in sehr ruhmvoller Weise verbunden. Von den in Augsburg ansäßigen Stuckatoren gehörten zur Wessobrunner Schule die Feuchtmayr, Rauch, Finsterwalder, lauter Namen von gutem Klänge. Unstreitig der bedeutendste unter den Wessobrunner Künstlern des 17. Jahrhunderts war Johann Schmuzer, der als Architekt wie als Stnckatormeister hervorragte. Seine künstlerische Eigenart kommt am vollsten zur Geltung in der von ihm 1687 ff. als Centralbau aufgeführten Wallfahrtskirche zu Vilgertshosen (Pfarrei Stadel), „welche nach Grundriß, Aufbau und Dekoration zu den interessantesten Barockdenkmälern unseres Landes gehört". Von den Klosterkirchen in Obermarch- thal und Friedrichshafen abgesehen, war Joh. Schmuzer gewiß noch in einer Reihe von Landkirchen thätig, wie das Beispiel der kleinen Pfarrkirche Ettelried vermuthen läßt, woselbst er die Stuckirung des Chores um 33 fl. 378 übernahm. Der Lokalforschung bleibt da noch ein weites Feld zu bebauen und erst, wenn einmal die alten Stfftungsrecbnungen ausgebeutet sein werden, läßt sich über den Umfang der Thätigkeit, welche die Wesso- brunner Schule entfaltete, ein annähernd vollständiges Bild gewinnen. Darum ist es dankbarst zu begrüßen, daß Herr Dr. Hager sich der mühseligen Arbeit unterzogen hat, ein alphabetisch geordnetes Verzetchniß der Wcssobrunner Maurer und Stuckatoren herzustellen. So ist der Lokalforscher in den Stand gesetzt, sich in den meisten Fällen sofort zu unterrichten, ob ein ihm unterkommender Name unter die Wcssobrunner Meister einzureihen ist. Doch wir kehren zu diesen selbst zurück. Im 18. Jahrhundert brachte die Schule in Johann Zimmcrmann ihren bedeutendsten Stuckator, in dessen Bruder Dominikus ihren bedeutendsten Baumeister, „einen wahrhaft genialen Architekten", hervor. Letzterer baute die köstlichen Wallfahrtskirchen Steinhaufen und Wies, ersterer stnckirte die Klosterräume in Ottobeuren und trat 1720 in die Dienste des Münchener Hofes, wodurch er auf die innere Entwicklung der Wcssobrunner Schule maßgebenden Einfluß gewann. Die Wcssobrunner Stuckatorenschule beginnt in den achtziger Jahren des 17. Jahrhunderts ein eigenen Stil auszubilden. Bis dahin hatten die Wcssobrunner sich begnügt, die in Oberitalien übliche und durch die St. Michaelskirche in München nach Deutschland verpflanzte Art der Stuckdekoration nachzuahmen, deren Wesen darin besteht, die Gewölbe durch quadratisches und kreisförmiges Rahmenwerk in geometrische Felder zu theilen (Quadraturarbeit), wobei die Kanten der Nahmen durch Eier- und antike Blatistäbe hervorgehoben werden. Dieser Formenschatz erhält im Laufe der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts eine wesentliche Bereicherung durch Aufnahme jener Dckorationsmotive, welche von dem Bolögnesen Barelli in der Theatincrkirche zu München, diesem „Markstein in der altbayerischen Baugeschichte des 17. Jahrhunderts", zur Verwendung gebracht worden waren. Es sind hauptsächlich die Akanthusranke, der Lorbeer- und Eichenlaubstab und die Fruchtschnur. Trotz der Abhängigkeit von den Italienern zeigt die Formcnwelt der Wcssobrunner doch gewisse Eigenthümlichkeiten, freilich nicht zu deren Vortheil: das Figürliche steht hinter dem Pflanzenwerk quantitativ und qualitativ zurück; unter den Pflauzenmottven ist der von den Italienern so sehr begünstigte Palmzweig nur spärlich und in verkümmerter Form vertreten; überhaupt erreichen die Wcssobrunner Stuckaturen nicht die schwellende, üppige Form der italienischen. Zu diesen den italienischen Vorbildern entnommenen Motiven gesellt sich alsbald als neues Element französischer Einfluß. Die durch den Münchener Hof und den Augs- burger Kunsthandel bekannt gewordenen Nadirungen des Architekten Jean Le Pautre vermÄeln diesen Einfluß. Unter den neuen Motiven sei als hervorstechendstes erwähnt das des Hinweggleitens der Akanthusranken über die Figuren, so daß diese theilwcise unter den Ranken versteckt sind (Jagdsaal in Wessobrunn; Ostwand der Frauenkirche in Münsterhausen). Durch diese Vermengung italienischer und französischer Motive entsteht der eigentliche Wcssobrunner Stil und von da ab kann man von einer Wcssobrunner Schule im vollen Sinne des Wortes reden. Wie nun der kräftige, gedrungene Stil der Hochbarock überhaupt sich gegen das Jahr 1700 zu freier und leichter gestaltet, so wird jetzt auch die Stuckatur großzügiger und in ihren Formen schmächtiger. Die Akanthusranken entfalten sich, die Zwischenräume, in denen sie vom Stamme abzweigen, werden größer, in immer wachsender Menge entsprießt verschiedenartiges Blatt- und Blumenwerk in diesen Zwischenräumen dem Stamme (Jesuitenkirche in Mindelheim). Mit der Zunahme der Neigung für schmächtigere Formen tritt die Nothwendigkeit ein, durch zarte Abtönung des Grundes den Stuckaturen gegenüber der Architektur die volle Wirkung zu verschaffen, welche ihnen vordem die eigene Kraft und Fülle gab. Die Stilwendung zum Rokoko trat bei den Wcssobrunner Meistern schon frühzeitig ein. München und Augsburg waren auch hierin von maßgebendem Einflüsse. In Augsburg, dem Hauptsitze deS Ornamentstiches, hatte Wessobrunn seinen kirchlichen Mittelpunkt und die daselbst ansäßigen Wcssobrunner Künstler versahen ihre Landsleute ohne Zweifel eifrig mit den neuesten Stichen französischen Geschmackes. Johann Zimmcrmann verwendete schon i. I. 1717 jenes „Laub- und Bandelwerk französischer Manier", welches den neuen Stil ankündigt. Als er dann seit 1720 am Hofe zu München Beschäftigung fand und bald auch unter Cüvilliäs Leitung arbeitete, fand er Gelegenheit, den damals modernsten Stil sich anzueignen und den Seinigen zu vermitteln. Die Nachahmung französischer Vorbilder ward bald allgemein Mode und erwischte so zum gntcn Theil seit etwa 1720 die Eigenart der Wcssobrunner Schule. Indeß ist zu erwarten, daß ein ins Einzelnste gehendes Studium des Rokoko, wie es erst an der Hand eines vollständigen Photographischen Materiales möglich sein wird, auch für die spätere Zeit gewisse Eigenthümlichkeiten der Wcssobrunner Stuckaturen erkennen lassen wird. Freilich die Glanzzeit der Stuckdekoration oder doch ihre beherrschende Stellung unter den Dekorationsmitteln geht um die Mitte des 18. Jahrh, zu Ende. Die Freskomalerei beginnt das Feld zu behaupten und läßt der Stuckatur nur mehr die Aufgabe, den Nahmen für das Gemälde zu schaffen. Die seit 1780 allmählig zur Geltung kommende klassicistische Richtung bereitete der Stuckaturkunst den Untergang, indem ihre nüchternen Formen der Phantasie des Künstlers den Boden entzogen. Wieviel des Belehrenden und Anregenden Hagers Studie bietet, konnte hier nur in großen Umrissen angedeutet werden. Darf der erste Theil der Abhandlung als ein Muster einer Kloster-Kunstgeschichte bezeichnet werden, so greift der zweite einschneidend in die Geschichte des Barock und Rokoko in Deutschland ein und eröffnet der kunst- geschichtlichen Forschung über diese Stilarten ein neues Feld. Augsburg. Dr. A. Schröder. Die Chronologie des hl. Willibald nach der Klosterfrau von Heidenheim a. H., einer bayer. Schriftstellerin des VIII. Jahrhunderts. Von I. N. Seefried. (Fortsetzung.) II. OftronoIoZia. IVillilial ciina zwischen 720 und 743. Hirschmann hat die spätmittelalterliche falsche Eich- stätter Tradition, daß Willibald schon 741 Bischof geworden, nicht bloß aus dem Oonoiliuna Aorwaniourn, sondern auch aus der vitn ^Villisialäi nach der Lanabi- inouialis beweisen wollen, es ist ihr» dieses jedoch ebenfalls vollständig mißlungen. Lauschen wir, sagt er, den Worten unseres ersten Bischofs, wie sie die Nonne wiedergegeben,") zeigt aber schon in seinem ersten Satze, daß er dieselbe mißverstanden hat. „Im Sommer des Jahres 721, behauptet Hirschmann, habe der HI. Willibald die Heimath verlassen." Die Unrichtigkeit dieser chronologischen Angabe habe ich bereits angedeutet, wenn ich sagte: mit Sommeranfang 720 (20. —23. Juni) sei die Nomreise unternommen worden.") Daß sich die Sache aber genau so verhalten hat, ergibt sich aus der Hauptregel der Interpretation, welche für jeden Autor, sohin auch für die Klosterfrau von Heidenheim, Geltung hat: aucstor oxtirnrm sui inborprös. Die Lauotiiuoiüalis hat uns nicht bloß die Jahreszeit, sondern irvxliaits auch das Jahr der Abreise der beiden Brüdcr und ihres Vaters von England nach Frankreich, Italien und Nom genau angegeben. Als der Sommer schon ganz nahe war, brachen sie im Heimath- lande auf, suchten den Einschiffungsplatz Hamblehaven nahe der Stadt Hambich (in der heutigen Grafschaft Southampton) auf und bestiegen mit Sommersanfang oder bald darauf, d. h. 21. — 24. Juni oder Anfang Jnli (oouZruo aastatiZ tanipors) 720, das Schiff.") Das Jahr 720 ist zwar nicht speciell angegeben, aber die Nonne sagt im Leben Wunibalds wiederholt, daß derselbe beim Verlassen der Heimath 19 Jahre alt war, und später erzählt sie,") daß er in einem Alter von 60 Jahren am 19. Dezember 761 gestorben ist; er war demgemäß im Jahre 701 geboren, denn 761 — 60 —701, und die Wallfahrt nach Nom wurde nicht erst 721 angetreten, wie Holder-Egger und Hirsch- mann annehmen und andere vor ihnen angenommen haben, sondern mit Sommersanfang des Jahres 720, denn 701 -s- 19 720. Am 11. November (Martini) des Jahres 720 waren die Brüdcr nach Nom gekommen. Von da an bis zur andern oder übernächsten (nicht nächsten, wie Brückl übersetzte), d. h. bis zur zweiten, Osterfeier 722 führten sie in klösterlicher Zucht und Znrückgezogenhcit ein glückliches Leben;") hierauf aber (turn autsni), als die Sonneuhitze zu- und der Tag abnahm, wurden auch sie vom Fieber ergriffen (Juli 722) und zum Sterben krank. Beide erholten sich aber wieder, und Willibald unternahm seine Orientreise im darauffolgenden Frühjahr (Ostern 28. März) 7 2 3. Diese Daten sind als die wahren, dem Texte der 8a,notirnoQia.Ii8 entsprechenden festzuhalten, weil sie die Grundlage der Chronologie des hl. Willibald bilden. Nicht l'/r Jahre (vom 11. Nov. 721 bis 28. März 723), -°) I. o. ") Beilage zur Augsb. Postztg. 1893 Nr. 51 S. 2. ") Brückl L., Willibalds Pilgerreise cax. VIII x. 20; Holder-Egger !1. 6. 88. XV, 91 hat mit Recht zu 721 ein Fragezeichen gesetzt. '-) LI. S. 88. XV o. 1 u. 2. xa§. 107, nonäsosm a-unoruiu ästals u. uonäooim annornm ästals jain Arauäovus. Osg. 1 u, 9, xaZ. 114, 20; sexa-Aiuta, annoinm ealoulo aä . . keliosm vitas proveulns est sxitnm. üt 8io rsgnissesbat uns, sbäomaäa ants natale Oomiui ob tunll laid sabbadum post vssgsrs 14 Xal. äannar. Xt turn ernt ills ssrag'inta snnorum ssrats st kuit abbas ksrs 10 auuo8. Oax. 13, xaA, 115 u. 116. ") Brückl I. e. eag. IX, p. 22: nsgns aä aliam oolomni- tatis xa. soll am. Holder-Egger I. o. 92. sondern Jahre (vom 11. Nov. 720 bis Ostern 723) war Willibald in Rom. dann unternahm er die Orient- reise, überwinterte 723/4 zu Patara in Lycien (Kleinasien), war zu Ostern (16. April) 724 drei Wochen in Paphos und bis nach Johannis dem Täufer (24. April 724) in Constantia auf der Insel Cypcrn. Hierauf wurde nach Syrien (Tharathas, Antarados) übergesetzt. Dem Aufenthalte Willibalds in Syrien, bezw. der ziemlich lange dauernden Haft desselben und seiner 7 Gefährten, welche insgesammt für griechische Spione angesehen wurden, habe ich im Jahre 1859 ein ganzes Kapitel gewidmet und näher ausgeführt- daß unser Palästinapilger unmöglich schon am 11. Nov. des Jahres 724 nach Jerusalem gekommmen sein kaun, daß seine Ankunft daselbst vielmehr auf den genannten Tag des Jahres 725 angesetzt werden muß. Man bedenke doch, daß der 24. Juni (Johannis) 724 bereits vorüber war,") als die Pilger Constantia auf Cypern verließen, daß die Fahrt an die Küste Syriens und der Weg von Antarados über Arke nach Emessa (Homs) immerhin einige Tage in Anspruch nahm und der Proceß in Folge ihrer Gefangensctzung als Spione ein sehr zeitraubender war, da sie zuerst von einem reichen Alten (8Msx), dann von einem Spanier, der am Hofe einen hochgestellten Bruder hatte, sehr eingehend ausgeforscht und verhört wurden und ihre Sache zuletzt vor den Chalifen selbst gebracht worden war, der in Gegenwart des Kapitäns (ug.utori8) des Schiffes, auf welchem sie von Cypern gekommen waren, des inquirirenden Spaniers und des Präses, welcher sie einkerkern ließ, vor Allem fragte, woher die Fremdlinge wären, und als auf diese Frage der Statthalter von Emessa, der Spanier und der cypcische Schiffsherr antworteten: „Vom Westen,") wo die Sonne untergeht, sind jene Leute gekommen, wir kennen über das ihrige hinaus kein Land, nichts als lauter Wasser," ergriff der König das Wort und sprach: „WaS sollen wir sie strafen? Sie haben nichts gegen uns verschuldet. Gib ihnen (zum Statthalter gewendet) freien Paß und laß sie abziehen." Daß die Haft Willibalds und seiner Reisegefährten eine langa »dauernde gewesen, geht insbesondere auch aus dem Umstände deutlich hervor, daß ein Handelsmann aus Emessa sie loskaufen und aus dem Gefängnisse befreien wollte, was ihm jedoch nicht gelang; er durfte aber den Gefangenen täglich Frühstück und Mittagsmahl schicken und sie durch seinen Sohn am Mittwoch und Samstag ins Bad und wieder zurückführen lassen, ja am Sonntag konnte er selbst mit ihnen über deu Bazar zur Kirche gehen und nach ihrem Wunsche Einkäufe für dieselben machen. Wenn nun schon Holder- Egger die Gefangenschaft in Emessa bis in den September und Oktober des Jahres 724 ausgedehnt hat, so dürfen wir, gestützt auf die bruchstückartige Erzählung der folgenden Ereignisse und die Versicherung der Nonne, daß die Orientreise sieben Jahre gedauert hat, mit Recht darauf schließen, daß das Jahr 724 zur Neige gegangen war, als der Chalife Hi schein") die Weiterreise gestattete und die Pilger den 100 Millien weiten Weg Brückl oax. XII in Lns 23. Holder-Egger I. 0 . 94, 95. Hahn übersetzt die Stelle äs oeoiäentali xlaZa „von der östlichen (?) Küste, wo die Sonne untergeht, kamen jene Menschen." Reise d. hl. Willibald nach Palästina. Programm, Berlin 1856, S. 19. ") Dessen Bruder Jegid II. war am 27. Januar 724 gestorben. Holder-Egger 1. e. x. 95 A. 1. 380 nach Damaskus angetreten haben. Es führten aber nach der Puliulg, keutingsriunu zwei Nömerstraßen von Emessa (^6M68a) nach Damaskus, die eine über Helio- polis (Lliopolia) zählte 140, die andere, kürzere 96 mils xa,88U8; die letztere haben unsere Pilger eingeschlagen, weil sie mit der von Willibald angegebenen Länge so ziemlich harmonirt.^b) Am 25. Januar 725 besuchten sie wahrscheinlich die nur 2 Millien von der Hauptstadt der Omajaden entfernte christliche Kirche Pauli Bekehrung. An diesem Tag wird nämlich das Fest des Völkerapostels begangen, zu welchem der Herr die Worte gesprochen: Saulus, Saulns, warum verfolgst Du mich? (J.Ltu axovtol. 22, 7.) Hatte Willibald die Entfernung der Hauptstadt Damaskus von Emessa noch angegeben, so läßt er uns über die nach achttägigem Aufenthalte daselbst unternommene Reise nach Nazareth ohne alle Nachricht über den eingeschlagenen Weg, die Entfernung und die verwendete Zeit. Nachdem die Pilger in der Paulskirche ihr Gebet verrichtet, gingen sie nach Galiläa, wo Gabriel die seligste Jungfrau mit Huvo Naria. begrüßte (Luc. I, 28). Ich vermuthe, daß die Pilger Maria Verkündigung (25. März 722, Sonntag Judica) in Nazareth gefeiert haben, sodann wurde Kana und der Berg Tabor besucht. Von dort gingen sie in die Stadt Tiberias am See Gcnesareth und hielten sich daselbst ziemlich viele Tage (a,lii)ua.uto8 äio8) anf?o) Die Osterwoche war nahe, Palmsonntag fiel auf den 1. April, Ostern auf den 8. desselben Monats. Die hl. Charwoche verlangte die vorgeschriebene Ruhe und Sammlung, und wie die Pilger im vorigen Jahre 724 zu Ostern in Paphos auf Cypern 3 Wochen verweilten, so scheinen sie sich im Jahre 725 gleich lange oder ein paar Tage weniger oder mehr in Tiberias am See gleichen Namens in Galiläa aufgehalten zu haben. Sodann umgingen sie den See in nördlicher Richtung über Migdol, Kapharnanm, Bethsaida und Corazaim, suchten dann die Quellen des Jordans (Jor und Dau) auf, wo sie von den Hirten saure Milch zu trinken bekamen und Willibald folgende Bemerkung über die dortige Nindviehzucht einstießen läßt. „Das Rind, sagt er?°) hat dort einen ungewöhnlich langen Rucken, kmze Schenkel und große, aufrechtstehende Hörner. Alle haben eine röthliche Farbe. Die Sümpfe daselbst sind lief, und wenn zur Sommerszeit große Sonnenhitze über die Erde zu kommen pflegt, so steht das Vieh auf, läuft in den Sumpf und taucht mit dem ganzen Leibe unter, mit Ausnahme des Kopfes." Wenn nun Willibald, was sehr wahrscheinlich ist, selbst gesehen hat, wie die Rinder zur Sommerszeit in die Sümpfe gingen, so erleidet es keinen Zweifel, daß er sich während des Maimondes des Jahres 725 noch an den Quellen des Jordans befand, was mit der Zeitrechnung im Allgemeinen übereinstimmt. Von den Quellen des Jordans weg begaben sich die Pilger nach Cäsarea Philippi"') (Baneas, Paneas), ") Vgl. Weltkarte des Eastorius, genannt die Peutinger'sche Tafel X, 3 u. 4. von Dr. Konrad Miller, Navcnsburg 1888. ") Brück! oax. XIV, 5. Ibi Inornnt »liguandos äiö 8 . Holder-Eggcr 1. o. x. 95 in Lne. 2 °) Brückt e»p XV; Holder-Egger I. o. x»K. 96. Omneo sunt nuin 8 oolorio, ostreae, 2') Das jetzt wieder einen katholischen Buckos hat, der unsern lieben Freund, den Orientalisten I. Mich. Scbmid, Psarr- berrn in Frohnstettcn bei Deggendors, zum Canonicns seiner Kathedrale (a. Peter) ernannt hat. wo eine Kirche und eine Menge Christen sich befand, und dort ruhten sie ziemlich lange Zeit aus.^) Jedem Geographen und Chronologen muß es auffallend erscheinen, daß Willibald von Damaskus plötzlich bis Nazareth im Südenvon Galiläa herüberspringt und, anstatt über Cäsarea Philippi dorthin zu gelangen, den umgekehrten Weg von Nazareth nach Philippi geht. Lautete etwa der Paß der Pilger bloß auf die 103. Hedschra, welche am 15. Juli 725 endigte (Flucht Muhameds aus Mekka 15. Juli 622), und mußten sie denselben in Damaskus oder Emesa für die 104. Hedschra (726) verlängern lassen?^) Der dauernde Aufenthalt Willibalds in Baneas (Cäsarea Philippi) steht fest; gleichwohl hat Generalvikar (später Dompropst) Snttner in Eichstätt in seiner Ausgabe die sehr gewichtige Stelle: „st idi (6g.68ur6g.s kstilixxi) rö^uisgosutss uli- HULlltuirr t6vapu8" gar nicht, undBrückl übersetzte: „dort rasteten sie eine Weile", womit ich mich nicht ganz einverstanden erklären knnn?0 Ebenso lückenhaft, wie die Reise von Damaskus nach Nazareth, ist nach einem längeren Aufenthalte zu Cäsarea Philippi die Pilgerfahrt von dort zum Kloster des hl. Johannes des Täufers gegeben. Wir erfahren nicht, wann die Pilger abreisten, ob sie ihren Weg rechts oder links des Jordanflusses nahmen und wann sie in dem gedachten Kloster ankamen. Im Johannis- kloster wurde übernachtet, und Willibald badete im Jordan, ein Umstand, der darauf schließen läßt, daß die Pilger noch im Oktober 725 dorthin gekommen waren. Hierauf wallfahrteten sie weiter nach Ealgala, Jercho und dem Kloster der hl. Eustochium zwischen Jercho und Jerusalem. Am Sonntag den 11. November 725 (kurz vor Eintritt der Regenzeit) waren die Pilger von: Osten (Oelberg) her in die hl. Stadt gelangt, und Willibald erkrankte sogleich und lag darnieder bis eine Woche vor des Herrn Geburt (d. h. bis 18. Dez. 725 ). 2 °) Ich habe den Weg, welchen Willibald im Jahre 725 durch Galiläa, Perea und Jndea machte, deßwegen etwas eingehender besprochen, um zu zeigen, daß die Annahme jener Autoren,"°) welche mit Hirschmann den Palästinapilger Willibald schon am 11. Nov. 724 nach Jerusalem kommen lassen, ebenso unstichhaltig ist wie die Behauptung, er sei noch im Jahre 7 29 von Con stantinopel nach Italien zurückgekehrt und im Herbste dieses Jahres in das Bcnediktinerkoster Monte Cassino eingetreten??) Die beiden Angaben sind entschieden unrichtig und von Willibald selbst und der Luiretiuroninlig wiederholt zurückgewiesen worden, einmal durch den de- ??) Brückt Latz. XVI. üt ibi regnieoeeutss »ligngntuin temporig . . Holder-Egger alignantnin tempno . . I. 0 . 22 ) Ueber die damaligen Paßplackereicn in Syrien und Palästina gibt Willibald'S Nebe genügenden Aufschluß. (Brückt cax. 26, Holder-Egger I. 0 . x. 100.) 2 H Brückt ist überbanpt nickt sebr genau, so hat er z. B. die Srelle e»p. Xlll S. 32 seiner Ausgabe ob 8 »netn 8 ^nanicrs — Zziriin weggelassen bezw. nicht ins Deutsche übertragen. 2 °) Brück! I. 0 . o»p. XVI, XVII u. XVIII; Holder-Egger LI. S. 88 . XV. 96 u. 97. *°) Die vv. Joh. Nep. n. Bernhard Sepp sagen in ihrer Felscnkuppcl rc., Müncben 1882 S. 55, „Willibald sei 728 nicht in die 8 »not!» 8 opbi» zu Jerusalem gekommen." Im Jahre 728 gewiß nickt, wobl aber zu Christi Geburt 725 in die 8 a. not». 8 ic>n, welche wobl mit 8 g.net!» 80 p bi», 8 »not:» Llari» ökäroxoL, dem Tempel des Herrn und der jetzigen Omarmoscbee identisch sein dürste. ??) Beilage z. Augsb. Postz. 1894 Nr. 17 S. 131; Holder- Egger I. 0 . x. 101. taillirten Nachweis, daß die Orientreise von Nom bis Cypern 1 Jahr, von da durch Syrien unter Ein- rechnung einer lange dauernden Gefangenschaft ein zweites Jahr, drei weitere Jahre ^) die Wanderungen in Palästina in Anspruch nahmen und der Pilger sich zwei Jahre in Constantiuopel aufgehalten hat;^) sodann im Allgemeinen dadurch, daß die Nonne, beim Eintritt Willibalds in das Benediktinerkloster auf Monte Cassino im Herbste 7 30 auf die Jahre der damals vollendeten Wanderschaft zurückblickend, die Gesammt- dauer auf 10 volle Jahre 2* */g-H-7-K-*/z — 10) angegeben hat.2°) Fällt nun, wie wir aus dem Leben Wunibalds gesehen haben, der Abgang von England in den Anfang des Sommers 720, so muß die Zurück- kunst aus dem Oriente nach Italien im Frühlinge des Jahres 730 stattgefunden haben, nicht schon 729, wie Holder-Egger und Hirschmann bezw. die Gewährsmänner derselben angenommen haben. Hirschmann meint, da Willibald die Pilgerreise nach dem Oriente erst Ostern 723 angetreten hat, so scheint die Nonne die Jahre der Abreise und der Ankunft als voll gezählt zu haben, ebenso scheint sie Verfahren zu sein bei der Zühlung der Jahre der Abreise von England und der Ankunft in Nom?*) Daß diese Vermuthungen jedoch nur auf Schein beruhen, nicht auf der nackten Wahrheit und Wirklichkeit, geht schon daraus hervor, daß die Nonne ihre Jahreszeiten stets nach Ostern, Weihnachten, Johannis, Martini und nebenbei auch nach dem Tage des Apostels Andreas (30. Nov.) zu berechnen pflegte. Man nehme einmal mit Hirschmann, Holder-Egger und den Gewährsmännern derselben an, Willibald sei 721 von England abgefahren, so wäre er nach der genauen Berechnung der Nonne 731 vorn Orient zurückgekehrt und am 30. Nov. 741 von Monte Cassino nach Nom gekommen. Papst Gregor III. hätte ihn nach dem 30. Nov. 7 41 zu sich beschicken, d. h. erst nach seinem Tode, da Gregor III. einen Tag vor der angeblichen Ankunft Willibalds am 29. Nov. 741 bereits gestorben war. In solche arge Widersprüche verwickeln sich alle jene gerühmten Autoren, welche den hl. Willibald, diesen Chronologen I. Ranges aus dem 8. Jahrhnndcrte, falsch interprctiren oder deßwegen nicht mehr verstehen, weil sie sich selbst öffentlich für die unhaltbare, spüttnittclaltcrliche Eichstätter Chronologie ausgesprochen haben und sich eines Irrthums nicht überführen lassen wollen. Die Chronologie Popps, Brückls und Hirschmanns und die Nandchronologie Holdcr-Eggers siu Leben des hl. Willibald müssen aufgegeben und durch die sicheren chronologischen Angaben der Nonne von Hcideuheim ersetzt werden, weil Willibald schon mit Beginn des Som- Abfahrt ven TyrnS 30. Nov. 727, wie Hirschmann u. Holder Egger ebenfalls angeben. 2") Ende März 728 — 780; nicht 729, wie Hirschmann und .Holder-Egger I. s. haben. °°) Brückt cax. XXXI u, XXXII; Holder-Egger I. s. p. 102. Illnil (taue) erst anrmnnns, guamlo veiiik aä Landarm Lsns- äieiarm ev tnno kusra.nt7ri.uno8, gnoä äs D-owa transirs oospit, st omnium srrrut 10 rrnnos, gnoä äs xatria sua rrauoibat .. . . 1? ran 8 asIo (a) itagus dune 10 anuorum inreroaxeäins .. Beilage z. Angsb, Postz. 1894 Nr. 17 S. 131. Denselben Gedanken hat Holder-Egger lateinisch in die Auincrk- ungen 9 n. 10 x. 102 seiner Ausgabe niedergelegt. °2) Nur ein paar Angaben Holder-Eggers, nämlich 723, 727, sind richtig. mers 7 20 (nicht 721) England verlassen hat, aus dem Orient nach Italien nicht schon 729, sondern erst 730 zurückgekehrt ist und sich auf Monte Cassino vom Herbste 730 bis 30. Nov. 740 (nicht 739) aufgehalten hat. Willibalds Berufung nach Bayern 740/1, seine Reise dorthin 741, seine Priesterweihe am 22. Juli 742 zu Eichstätt und die Weihe zum Bischof von Eichstätt am 20. Oktober 743 habe ich in meinen Bruchstücken ausführlich behandelt; indem ich auf dieselbe verweise,^) will ich nur noch ein paar Bemängelungen und irrige Auffassungen Hirschmanns zurückweisen bezw. richtigstellen. (Fortsetzung folgt.) Geschichte des Volksschulwesens in Württemberg. Bearbeitet und herausgegeben von Beruh. Kaitzer, Oberlehrer am kgl. katholischen Schullehrerieminar Einund,*) „Die Schulfrage steht überall im Vordergründe, und jede Erörterung derselben in kirchlichem Sinn ist erwünscht. Bis jetzt ist dieselbe viel zu wenig beachtet." vr. Windthorst. Aus Anlaß des 25 jährigen Ncgierungsjnbiläums weiland König Karls von Württemberg (1889) hatte Oberlehrer Kaißer in Gmünd eine kürzere „Geschichte des Volksschulwesens in Württemberg" herausgegeben, welche allerorts eine überaus günstige Aufnahme fand (clr. Augsb. Postztg. Beil. Nr. 57 v. I. 1689). Seit jener Zeit setzte er mit bewundernswerthem Eifer seine volksschulgeschichtlichen Studien fort, erweiterte und vertiefte sie auf Grund schulgeschichtlicher Schriften und archivalischer Urkunden. Vorstehendes Werk ist eine Frucht seines Sammelns und Forschens. (Einige Partien sind zum Theile früher auch schon in dieser Zeitung zum Abdruck gekommen.) Die Schrift stellt mit großer Gründlichkeit und Sachlichkeit, in klarer, anziehender Sprache die Entwicklung des Volksschulweseus in Württemberg von den frühesten Zeiten bis zur Gegenwart dar. Sie steht auf entschieden christlichem Standpunkte und athmet Liebe zur Kirche und zum Vaterlande. Es ist ein wirklicher Genuß, sie zu lesen. Der Verfasser weist in der Einleitung und im I. Abschnitte bis zur Evidenz nach, daß die Kirche die Mutter der Volksschule ist und daß es Volksschulen in Deutschland überhaupt und ganz besonders auch im heutigen Württemberg — in Städten und auf Dörfern — schon vor der Glaubensspaltung des 16. Jahrhunderts gegeben hat. Im II. Abschnitt wird die Entwicklung des kathol. und evangelischen Schulwesens im 16., 17. und 18. Jahrhundert im Allgemeinen und mit besonderer Berücksichtigung Württembergs geschildert. Der schlimme Einfluß der sog. Reformation wird gebührend hervorgehoben; es wird aber auch im Verlaufe der weitern Entwicklung nachgewiesen, daß und wie man katholischerseits so gut wie protestantischerseits das Volksschulwesen zu heben bestrebt war. Am eingehendsten und ausführlichsten wird im III. Abschnitt das Volksschulwesen im Königreich Württemberg behandelt. Sehr interessant nnd instruktiv ist in diesem Theile (von S. 118 bis S. 153) die Geschichte der Volksschulaufsicht von den ersten Anfängen bis heute. °°) Im Separatabdruck sind die vier ersten Zeilen auf Seite 10 hinter die drittletzte Zeile nach in Syrien herabzusetzen. *) Stuttgart, Jos. Notb'sche VerlagShaudlung. X. 336 S. in gr. 8°, brosch. 5 M. 50 Pj. 382 Dieser Passus ist eine glänzende Apologie der kirchlichen Schulaussicht. Der IV. Abschnitt bespricht das Fortbildungsschnl- wesen von der frühesten Zeit bis heute. Hier verdienen die Ausführungen über „die Sonntagsschule" und „den Handfertigkeitsunterricht für Knaben" besondere Beachtung. Im V. Abschnitt werden die öffentlichen und privaten Anstalten (mit katholischem und evangelischem Charakter) zur Erziehung und Bildung schulpflichtiger Kinder außerhalb der öffentlichen Volksschule vorgeführt. Es ist wohlthuend, das hier entworfene Bild der staatlichen und kirchlichen Fürsorge für verwahrloste, blinde, taube, schwachsinnige und epileptische Kinder zu betrachten. Zur Vervollständigung der Abhandlung über die Kleinkinderschulen in Württemberg möchte Recensent hinweisen z. B. auf „Blätter für das Armenwcsen", Stuttgart 1888 Nr. 39 und 40, und die dort angegebene Literatur. Betreffs des letzten (IV.) Abschnittes: „von den Verhältnissen der Lehrer im Mittelalter bis heute" (Heranbildung und Fortbildung, Anstellung, soziale Stellung, ökonomische Lage) ist zu wiederholen, was über die Behandlung der Geschichte der Volksschulaufsicht gesagt wurde: sehr interessant, sehr instruktiv! Vorstehende Schrift ist in hohem Grade geeignet, eine Blenge von Vorurtheilen und Einseitigkeiten zu zerstören, welche wir Katholiken fast in jeder größern Erziehungsgeschichte finden. Sie ist von hohem Interesse nicht bloß für die württcmbcrgischen Geistlichen und Lehrer, sondern auch für Schulfreunde und Lehrer aller deutschen Gauen, für Männer politischer Laufbahn, für «lle, welche für kulturhistorische Forschungen und historische Wahrheit überhaupt sich interessiren — zumal da, wie man oft sagen hört, das württembergische Schulwesen zu den Musterhaftesten aller zivilisirten Länder gehört. Die Druckfehler, welche sich dann und wann vorfinden sind untergeordneter Art und lassen sich leicht verbessern. Einigemal hätten wir genaue Literaturangabe gewünscht (z. B. S. 8 zum Satz: „wie urkundlich nachgewiesen ist", S. 37 zur Behauptung: „Thatsache ist, daß" rc.). Schließlich empfehlen wir vorstehende Schrift aufs wärmste und wünschen und hoffen, daß sie recht viele Leser und Freunde finde. Dann wird der geehrte Verfasser mit um so größerer Freude seine volksschulgeschichtlichen Studien fortsetzen. Gegenwärtig arbeitet er an der Geschichte des Schulwesens Neuwürttembergs, d. h. der zu Anfang dieses Jahrhunderts an Württemberg gekommenen katholischen Landcstheile — eine Arbeit, welche sich ausschließlich auf archivalische Ausbeute gründet und welche äußerst interessante Resultate zu Tage fördern wird. Es ist sehr wünschenswerth und erfreulich, daß dieses Stück der Geschichte unseres Volksschulwesens einmal recht einläßlich behandelt wird. Wir sehen diesem II. Theil der Geschichte des Volksschulwesens in Württemberg mit großer Spannung entgegen. Hohenstadt, O.-A. Aalen. Schnitter, Pfarrer. Zeitgemäße katholische Literatur. Bon Theodor Habicher. CorDlila Mähler. Wie ein Veilchen anspruchslos und verborgen lcht und dichtet die Sängerin heiliger Liebe Frau Cordula Wühler, die durch ihren Lcbensgang sowie durch ihr Dichten vielfach an Lonise Hcnsel erinnert. Sie ist 1815 zu Machlin (Mecklenburg-Schwerin) geboren als Tochter des nun pcnsionirten lutherischen Pastors W. Wühler, der selbst ein episch-lyrisches Epos („Hobenstein") verfaßte, kon- vertirte 1870, ehelichte in der Hafenstadt Bregenz am Herr» lichen Bodensee den geistreichen Privatier Joseph Schneid, lebt aber schon längere Zeit in meinem Geburtsort Sebwaz (Tirol). — Eine wahre Natbanaclsscele singt in all ihren frommen Liedern, die dem Urtheile des Literarhistorikers Brngier gemäß wahre Perlen deutscher Poesie sind. Gleichwie die Sonnenblume ihre Krone stets der Sonne zuwendet, so neigt ihre Muse immer und immer wieder dem Heiland im Sakramente zu. Eine große Anzahl ihrer Lieder dürfen den Perlen geistlicher Lyrik zugezählt werden. Von ihren Dichtungen sind im Druck erschienen: „Die Geschichte der heiligen Notbburga, poetisch erzählt"; „Was das ewige Licht erzählt" (Gedickte, über das heilige Altarssakrament, 7. Auflage, 1888, unter dem Pseudonym Cordula Pcregrina); „Bausteine" (zwei Bündchen, die Lieder über die Sonntagsevangelien und Festtagsgeheimnisse enthalten, und deren Erlös die an irdischen Gütern nickt reiche Dichterin dem Bau einer neuen Kirche zuwandte); „Katholisches Haus- nnd Familienleben"; endlich eine „Tiroler Dorfgeschichte", worin die himmlische und irdische Liebe in ihren Zielen, Opfern und in ibrcm Glücke geschildert ist; außerdem schrieb sie »erschiene treffliche, durchaus poetisch angehauchte religiöse Bctrachtungs- bücker mit eingelegten Gedichten, die sehr zu empfehlen sind. („GebhardnSbuck", „Weg nach Golgatha", „Krippe und Altar".) Von den drei Bündchen wirklich guter, zum Theil reckt volkSthümlichcr und darum schnell beliebt gewordener Erzählungen nennen wir mit Auszeichnung die literarischen Erzeugnisse: „Die Lilie des hl. Antonius von Pcwua", „VincentiuS und Paula", sowie „Das Sonntagskind".'*) Gar bald sind Cordula Wübler's Name und ihre gediegenen Schöpfungen in der deutschen Lescrwelt bekannt geworden. Erfüllt von Eindrücken und Erscheinungen aller Art, in der frischen, unverbrauchten Kraft und mit feuriger Phantasie begabt, schuf sie ein Werk nach dem andern mit bewunderns- werthcr Prodeirtivitär. Sie ist daher eine Autorin von jener kräftigen Art, die darauf hindrängt, die Bilder und Gestalten der vom Christenthum vollständig erfaßten Phantasie in knappen Strichen auf daö Papier zu werfen, eine Autorin, der ein weiter Gesichtskreis und ein sicherer Blick für die Auswahl ihrer Stoffe und ihrer Durchführung im Einzelnen zu Gebote steht, und die es gerade dadurch versteht, ihren Werken den Stempel einer geschlossenen Eigenart aufzudrücken. Eines ihrer besten Werke, „Krippe und Altar", erscheint soeben in dritter Auflage und eignet sich dasselbe infolge seines gediegenen Inhaltes und billigen Preises — 3 Mk. 7ö Pfg. — sowohl als Betracktungsbnch für die heil. Adventzeit sowie auch als Weihnachtsgeschenk. Möcktcn daher recht viele Familien, besonders aus den Bcamtenkreisen, nach dem Büchlein greisen, welches auch in seiner äußeren Ausstattung viel Lob verdient. Sie werden es nicht ohne die mannigfachste Anregung aus der Hand legen. Hätten die Cordula Wöblcr'schen Werke nur den vorübergehenden, zweifelhaften Werth, wie ihn leider Gott Hunderte moderner Erzählungen und Dichtungen haben, dann würde die Autorin an dieser Stelle nicht genannt fein. Eine kurze Prüfung einer einzigen hier angeführten, dem Werke „Krippe und Altar" entnommenen Strophe möge genügen, oben angeführte Worte zu bekräftigen: — Vorahn ung. Ihr Vöglein, laßt euch fragen, Was singt ihr heut' so holv? AlS wen» ibr mir was sagen Tief in die Lreelc wollt! Ich möchte init euch singen, Wenn ich's so lieblich könnt'! — Auch dein Lied soll erklingen, Herz — morgen ist Advent! Recensionen und Notizen. D Handbücklein der kathol. Presse. Heinrich Kcitcr, der unermüdliche Förderer der Interessen der kathol. Presse und Literatur, Redacteur des „Deutschen Hausschuhes" in *) Sämmtliche hier angeführte Werke sind stets vorräthig und zu beziehen durch daö Litcrarische Institut von vr. M Hnttlcr (Michael Seih), lL 160. Negensburg, bat den bis jetzt erschienenen 4 Jahrgängen seines „Katbol. Literaturkalenders" ein Büchlein folgen lassen, welches ausschließlich der kathol. Presse gewidmet ist (Selbstverlag des Verfassers). Das hübsch ausgestattete Wcrkchen enthält zunächst eine sehr sorgfältig bearbeitete Statistik der katholischen politischen und kirchlich-politischen Presse deutscher Zunge in Deutschland, Luxemburg, Oesterreich-Ungarn und der Schweiz (nach Staaten bczw. Provinzen geordnet), sodann ein Verzeichnis der Fachzeitschriften (nach Materien geordnet), eine eigene Rubrik über die katholische Presse in den Vereinigten Staaten von Nordamerika, ein Verzeichnis; der katholischen Kalender (1211), genaue Mittheilungen über die bestehenden ZeitungS-Correspcnvcnzen, Agenturen für Feuilleton-Bedarf, Anstalten für Herstellung von Autotypien und Zinkätzungen, Agenturen und Verlagsbandlnngen, welche Buchdruck-Clickös liefern, endlich ein Verzeichnis katholischer Schriftsteller, welche Feuilleton- und Kalender-Material liefern. Auch die katholischen Pretzvereine in Deutschland und Oesterreich sind nickt vergessen; sowohl über den deutschen Augustinus-Vcrein als auch über die beiden österreichischen Vereine erkält man genauen Ausschluß. Der Herausgeber hat sich durch sein neues Werk den Dank der ganzen katholischen Presse verdient. Aber nicht nur den Redacteuren, Verlegern und Schriftstellern, sondern auch dem inserireuden und litcratursreundlicken Publikum wird das „Handbücklcin der katholische» Presse" ein wichtiger Führer auf einem Gebiete sein, dessen stetige Ausbreitung durch die Statistik in erfreulichster Weise bestätigt wird. kszzodoloFia rabionalis sivs pdilosopdia äs anima Imma.ua. In usum soliolsiium. ^.uelors Psruaräo Losääsr 8. ä. Oum Xpprob. Lvu Xrebisp. IkriburA. 8°, XVII, 314. l?ribnr§i Lris§., Ileräsr 1894. krstüum: 21. 3,20; lix. 21. 4,40. ä. v. D. Den bereits erschienenen und früher besprochenen 4 Bündchen dcS >6ursus pliilosopbieus. In usum soliolarum - folgt hiermit das fünfte. Die Ausstattung ist wiederum trefflich; die Latinität flüssig und leichtverständlich. Der ganze Stoff wird eingetheilt in zwei Bücher. Das erste handelt: äs aetibus eb kaeultatäbus aniiuas Iiumanas, und zwar in 5 Kapiteln. 6apub I bringt die ävAmata lunäainölltalia: äs äis- kiuctious kaeult.at.uw aniwas und aus der Kosmologie (kliilo- sopdiu nakuralis) äs sorxors vivo vSAStali st animali. 6aput II: äs ssnsu kowinis (äs sudjeoto aotus ssutisoäi, ortu sensationis, ssusibus sxtsrioribus st interioribus). 6uput III: äs intsllsotu Humana (ojus iwwaterialitas, od- gsekum; oriKo priiuarum iäearum; oonseisntia sui ipsius aniwas; woäus eoxuitiouis intellsetualis; intelleetus ratio- oinans; wsworia inbellsetiva; verbuw wsntis sto.). 6aput IV: äs kaeultatibua rrppstitivis Iiomini propriis (apxstitus ssusitivus; voluntatis objsotum, libsrtas iuäitksrentias sto.). 6aput V-. äs pobsukiis st haditidus aniwas in Asners eon- siäeratis. DaS zweite Buch handelt: äs natura Humana in 2 Kapitell;. 6aput I: äs priuoipio naturas humanas in spssis consiäsratas sivs äs aniwa ut priuoipio prima vitas rationalis (animas simplieitas, spiritualitas, imwortali- tas). 6 aput II: äs natura Humana ei auima rationali st vorpors oonstituta (aniwas uuitas; moäus oorpori unionis; ssäss animas, ori§o ojusgus oum oorporis oriAius oannsxio; natura aä psrsonam humanam eomparatio). In einem kurzen Appendix ist zum Schlüsse Rede vom Spiritismus. — Dieser ganze Inhalt wird durchgeführt in syllogistischcn Beweisen von 53 Thesen. Klarheit und Uebersichtlichkeit gewinnen dadurch. Für die Einwürfe und deren bündige Widerlegung ist zu Ende der einzelnen Thesen der Kleindruck gewählt, und tritt auch so das Wichtigere schärfer hervor. Eingebender werden im Zusammenhange die falschen Theorien über die menschliche Erkenntniß zurückgewiesen. So die von Spencer, Locke, Kaut, der TraditioualiSmus, die eingeborenen Ideen, der OntologiS- mus. Gelegentlich werden auch manche andere irrige einschlägige Ansichten, wie von Nosmiui, Longiorgi uud Palmieri (beide 8.I.), berichtigt. Seinen längeren Aufenthalt in England benutzte der Verfasser, um sich auch in englischen Autoren näher umzusehen und öfter zu verwerthen. Im Allgemeinen bemüht sich der Verfasser sichtlich, an St. Thomas sich anzuschließen. Nur ist ihm dies nickt stets gelungen. So z. B. in der Eintheilnug. Die rationelle Psychologie (philosophia äs anima) muß zunächst das Wesen der Seele erforschen, um aus diesem tiefsten Grunde die Seelcu-Kräfte und -Thätigkeiten zu erklären (vgl. 8. Bh. I, gu. 75, Einleitung). Ferner ist St. Tbomas, Wie seinen großen Zeitgenossen, die äistiuotio kormalis zwischen der Seele und ihren Kräften und zwischen den letzteren untereinander unbekannt. Sie nehmen in beider Hinsicht eine äistiuotio rsalis an. (Vgl. 8. Louavouturu — säit. tzua- raeolii — 2. 8eut äist. 24, p. 1, a. 2, gu. 4 und 8oho1ion dazu; TiAÜara, 8umma pliilos. Tom. 2, I. 3, op. 1, a. 1; I. 4, op. 1, a. 2; LKAsr, kropaeäsutiou sä 4 a, kszwdol. 8sot. 2. llraet. 1, op. 1, a. 1; op. 3, a. 2; Eommcr, System der Philosophie, 3. B., 4. Kap. § 1; 5. Kap. § 1, 4) Manche Tbeien scheinen uns gar zu laugathmig, manche Partien zu weitschweifig. Zum neuen Jahre! Eine Octave A B C-Stndien aus der Fibel und Bibel zur Anregung und Unterhaltung für Junge und Alte von Carl Maria Sam berge r. Bambcrg 1895. Commissionsverlag der Sckmidt'schen Buchhandlung (L. Schindler). 175 S. Preis 2 M. Vs. Ein origineller Titel für ein originelles Büchlein. Unter die Hauptrubrikcn der sieben Wockcntaae sammt der Octave und die untergcordn. Rubriken der einzelnen Buchstaben des Alphabets ordnen sick Schlagworte, welche mit den betr. Buchstaben des ABC beginnen. Diesen Schlagworten fügt sich an eine buntschillernde Menge von Gedanken, Reflexionen, Wortspielen, Antithesen über Zustände der alten und der neuen Zeit, über alte ernste Wahrheiten und moderne luftige Thorheiten, bezüglich letzterer bald im Tone ernster Rüge, bald im Tone heiteren Spottes. Geschickte und Politik, Familie und Gesellschaft, Wissenschaft und Literatur, Schule und Haus, Kirche und antikirckliche Strebungen — das alles in buntem Wechsel wie in einem Kaleidoikop, bisweilen untermischt mit einem kurzen Poem. Und alles durchdrungen von gläubigem kirchlichem Geist, geleitet von dem Streben, die irdischen menschlichen Dissonanzen aufzulösen zu dem höheren Accord eines übernatürlichen christlichen Lebens. Das Büchlein ist gedankenreich und regt wieder zum Denken an. Die ägyptische Fürstentochter. Ein Weihnachtsi'picl in 3 Auszügen von Jos. Hccher. Stuttgart, Jos. Noth'sche V-rlagshdlg. 8°. 53. Pr. 60 Ps. s. Atossa, die Tochter Balthassars, eines der hl. 3 Könige, ringt, während der Vater fortgezogen, den »Stern Davids" zu jucken, in der Heimath in schwerem Geistcskampfe nach Erkenntniß der Wahrheit. Eine jüdische Sklavin vermittelt ihr Israels Hoffnung auf den Messias, und schon ist sie nahe daran, zu demselben Glauben sich zu erschwingen, wie ihr Vater, da fällt ein auirührcrischer Negeifürst über Balthassars Reich her, erobert die Königsstadt und führt alle in Gefangenschaft. Atossa wird eingekerkert und soll nur befreit werden, wenn sie einwilligt, die Gemahlin deS Siegers zu werden. Folterwerkzeuge sollen ihre entschiedene Weigerung brechen. Im letzten Augenblicke kommt ibr Vater mit starker Heercsmacht, besiegt den Empörer. Atossa siebt diese Befreiung als ein Werk des wahren Gottes an und glaubt an ihn. Beim SiegeSfest erzählt Balthassar Von dem göttlichen Kinde und seiner Mutter. Mit der Verehrung der hl. Familie, welche auf der Flucht in das Reich Balthassars gekommen, findet daö Stück seinen Abschluß. In solcher Darstellung gefällt uns die Tochter des Magiers bedeutend besser, als wie Lewis Wallacc in Bcn Hur sie gezeichnet, welchem Hecker in der.Erzählung des Zusammentreffens der 3 Könige gefolgt zu sein scheint. Das Spiel ist dazu angethan, gewünschte Abwechselung in die Weihnachtsspiele zu bringen. Lucas Ritter v. Führich's ausgewählte Schriften von Heinrich von Wörndle. Stuttgart. Verlag Noth, 1894. D. II. Wir haben in diesem gediegenen Schriftchen eine Veröffentlichung des Nachlasses deS zu Wien 1891 verstorbenen Ministcrial- und HofrathcS Lucas v. Fübrich, des würdigen Sohnes Joscf's v. Fübrich, unseres bockgefeierten, weltberühmten Malers, vor uns. Der Herausgeber schickt eine mit lebhafter Pietät geschriebene Biographie des Verewigten voraus. In den „Erinnerungen aus einer Künstlerwohnung" werden wir mitdenLebenSver- bältnissen dcS großen MalerS Josef Führich vertraut gemacht. Die anderen Aufsätze (5) lassen uns einen tiefen Btzck in die gottbegnadcte, kunstliebcude Seele des Verewigten thun. Während manche der erwähnten Aufsätze schon früher in Druck gekommen, sind andere und eine Anzahl Gedichte hier zum erstenmale veröffentlicht. Das treffliche Büchlein wird allen willkommen sein, die sich an trefflichen Charakteren begeistern wollen; so einer war der Verewigte, dem Slöber in der Vorrede die Worte widmet: Er war ein echter Gelehrter, ein sinniger Kunstsreund, ein inniger Poet, er hatte ein goldenes Herz. 6 N H)i- -i- « «r s^s 0». ^ S ,-^SZ As->- L .SIS S ^N- --N S ^ S ^E> 7§ -L> - ÄZZ A 'S s^ L>. -!- N s L' S- S S S Q S G S T «r N d W 8-2 Q s s so s 'S s s? „"S.ss>^^r.^s«> -^ u 7 > »«>x> s L <»r -s " s x^S Z LLm^ -^-ZA §3 c- ! 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