14. Febr. 1896. Monumentale und religiöse Knust. So hat denn der neue Justizpalast auch seinen äußeren „künstlerischen Schmuck". Aber was für einen! Es ist nur gut, daß unsere Landboten keinen Pfennig dafür speciell bewilligt haben. In diesem Falle würden sie jetzt, nachdem der Schmuck fertig, noch viel mehr gescholten werden, als dies vorher in Folge der Nicht- bewillignng geschehen ist. Er ist auch sowohl in ästhetischer wie in ideeller'oder pädagogischer Beziehung nichts mehr als unnütz und nichtsnutzig — wenn man ganz davon absehen will. daß er den Künstlern einmal wieder Gelegenheit zur Bethätigung ihres Könnens und zum Verdienste gegeben. — Nichts Altgermanisch-Nationales, wie Professor Scpp es wünschte, aber auch absolut nichts Christlich-Deutsches, keine Spur eines religiösen Symbols, als wenn die Justiz mit der Religion nichts zu thun hätte! Statt des von Constantin auf die Tempel und Paläste erhobenen Kreuzes ist die Krone oes Ganzen die Kugel, das Symbol des Freimaurerthnms, das Zeichen pantheistischer oder deistischer Weltanschauung. Wenn man sich schon der öffentlichen Aussprache eines christlichgermanischen Gedankens schämt und scheut, warum hat man denn nicht z. B. den weisesten der Richter, den jüdischen König Salomon, dessen bekanntes Urtheil doch am klarsten das Princip: „trat justütia, pareat rnunclus!" illustrirt, oder den klugen Daniel Urtheil sprechend, oder den ersten Gerichtsvollstrccker, den deutschen Patron St. Michael, angebracht, wenn man den ersten Richter auf Erden, Gott Vater im Paradiese, oder den letzten Weltenrichter, dem der Vater das Gericht übergeben, darzustellen sich nicht getraute. In der That! Von keinem Gesichtspunkte aus finden wir das abgenutzte alte heidnische Göttergesindel mit seiner dem Mann aus dem Volke absolut unverständlichen Symbolik als krönenden Schmuck eines deutschen Justizpalastes in christlicher Zeitrechnung berechtigt! — Nur Lalthasar Schmitt's gewaltige nackte „Justitia" mit dem gezückten Schwerte läßt allenfalls ahnen, daß es sich da drinnen auch um einen in's Fletsch gehenden Schnitt handeln kann. Doch wie lange wird es dauern, bis dieses schöne Weib sammt seinen Kollegen und Kolleginnen unter der Ungunst des bayerischen Himmels Schönheit und Gestalt verloren haben wird. — Doch gehen wir zu einem andern Monumentalbau über. Das neue Münchener Naihhaus zeigt außen wenigstens ein Kunstwerk specifisch christlich-religiösen Charakters. Es ist der Drachentödter St. Georg, das in Erz gegossene Standbild am Eck des Marienplatzes und der Dienerstraße, ein Werk von vollendeter Durchbildung des Akademieprofessors SyriuS Eberle in München. Es gleicht ganz einer der ins Große übertragenen schlanken Goldschmiedstatuettcn dieses Heiligen aus spätgothischer Zeit. Eine durch und durch adelige, echt mittelalterliche Nittergestalt, von schön gezeichneten Linien und strammer statuarischer Haltung, sticht der Drachentödter mit vornehmer und zugleich energischer Grandezza den geschickt bewegten, echt Dürer'schen Tatzelwurm zu seinen Füßen nieder. Dieser vornehme, ritterliche Charakter des christlichen Helden kommt auch in dem edlen, scharf geschnittenen Antlitz mit dem energischen Auge und der kühn geschwungenen Nase zum vorherrschenden Ausdruck. Diese Statue ist unter verschiedenen hervorragenden Standbildern weltlichen Charakters das einzige religiöse Kunstwerk, welches dem Meister, dem eine „Schule" talentvoller und ideal angelegter Jünger der christlichen Knust die Grundlage ihrer künstlerischen Bildung verdankt, für die Oeffentlichkeit zu schaffen vergönnt war; — auch ein Trost für die vielfach in ähnlicher Lage befindlichen Schüler! Nun ist auch für einen weitern, mehr in die Augen fallenden Schmuck des Marienplatzes vom Münchcnew- Magistrate Sorge getragen. In einer von diesem ausgeschriebenen, reich beschickten Concurrenz trug der Historienmaler Hugo Huber in München den Sieg davon, und wird derselbe im nächsten Sommer den obern Theil der nach dem Marienplatze schauenden Mauer des alten Nath- hausthurmcs mit zwei ebenso charakteristischen wie bedeutsamen Figurenbilonissen bemalen. Es sind dies die katrona, Luvarlao, die Madonna mit dem göttlichen Kinde, und der Schutzheilige der Erzdiözese München, St. Bcnno, welche in mehr als doppelter Lebensgröße rechts und links der Uhr auf gothischer Kreuzblume, die ein Münchener Kindl umschließt, zu stehen kommen. Sowohl in ideeller als malerischer Beziehung wird das nunmehr auf Grund der endgiltig approbirten Farbenskizze Hubers dnrchgedruugene Projekt vor den anfänglich beabsichtigten Bildnissen der jüngst verstorbenen Bürger- ,,Meister den Vorzug verdienen. Und nachdem für dieses Werk die Summe von 12,000 Mark angesetzt wurde, so wird, dessen sind wir überzeugt, der ungcmein leistungsfähige durchgebildete Künstler den schönen Nathhausplatz, und damit die Stadt München, um einen bedeutsamen monumentalen Schmuck bereichern. Noch aus einer andern von der kgl. Regierung aus» geschriebenen Concurrenz ging Herr Hugo Huber zugleich mit dem Maler Joseph Huber als erster Preisträger hervor. Beide haben die im vorigen Jahrhunderte vom Historienmaler Johann Huber ausgemalte Ncuaissauce- Kirche in Obermedlingen je mit einem kolossalen Deckengemälde in der Größe von 9/6 Meter auszustatten. Die für beide Werke bestimmkeu Kostensummen von zusammen 12,000 Mark scheinen uns im Verhältniß z. den Bezahlungen anderweitiger bisheriger Auftrüge vo Seite des Ministeriums ziemlich „preiswürdig". Da Bild Hugo Hubers wird die Verkündigung Mariens jenes von Joseph Huber die Aufopferung Jesu im Temp darstellen. Des letzter» flotter und geschickter Farbenskizze kam die Verwerthung der gegebenen mächtigen Architektur des Tempelbaues als natürlichen Hintergrundes der Gruppen zur Ausfüllung der unverhältniß- mäßig großen Bildfläche sehr zu statten. Ersterer wußte in seiner harmonisch schwungvollen und warmfarbigen Komposition, nach dem Vorbilde älterer Meister, das Transcendentale mit dem historisch Realen verbindend, durch volle Ausbildung des gedanklichen Inhalts den gewaltigen Höhenraum des Bildes auf geistreiche Weise zu beleben. — Der zweite Preis wurde Herrn Gebhard Fugel, einem der leistungsfähigsten der jüngeren Historienmaler, für seine beiden, mit den obigen an genialer Conception wetteifernden, größern Bildskizzen von frischer charakteristischer Farbengebung zuerkannt. Auch ihn leitete bei der Darstellung der Verkündigung die fast gleiche künstlerische wie gedankliche Auffassung mit dem Vorigen. Während der Erzengel Gabriel, mit der Lilie in der Hand, im faltenreichen Gewands vor der in den Bet« mantcl eingehüllten Madonna niederschwebt, setzen andere der himmlischen Geister gleichsam die der Menschheit den größten Segen aus der Höhe dringende lebendige Himmelsleiter fort bis hinauf zum Throne Gottes des Vaters, der seine Friedensboten zn der Gebenedeiten unter den Weibern sendet, indem die verklärenden Lichtstrahlen des hl. Geistes die unten sich abspielende bedeutsame weltgeschichtliche Scene beleuchten. Während Hugo Huber auch die ältern Stile, den romanischen und gothischen, wie den der Renaissance und des Zopfes, mit einer seltenen Meisterschaft freier und origineller Verwerthung beherrscht, wie seine reichhaltige Mappe und herrliche Cartons zu Glasgemälden zeigen, geht das konsequente Streben Fugels offenbar dahin, aus den Fesseln der Schule, d. i. jeder bloß traditionell- conventioncllen Beschränktheit, sich vollständig loszulösen, um mit allen Mitteln der Errungenschaften moderner Kunst die möglichst harmonische Verschmelzung ansprechender realistischer Wahrheit mit der Tiefe des Gedankens und der Empfindung als sein höchstes Künstlerziel zu erreichen. Dies beweist auch wieder sein neuestes großes Altarbild (für Tillingen). Es zeigt den heiligen Sebastian, der, ein schöner kräftiger Jüngling, nach Lockerung der Fesseln am Baume niedergesunken ist. Ihm zur Seite erscheint eine prächtige schlanke Frauen- gestalt, die Römerin Irene, die, im Begriffe das Werk der heilenden Samariterin zu beginnen, noch einmal mit gespannter Aufmerksamkeit die dämmerige Umgegend mustert. Die Lampe in ihrer Hand beleuchtet mit stimmugsvollem Lichteffekt die einsame, mit religiöser Poesie behandelte Scene. — Ein anderes Werk, eine große, ganz wie ein modernes Gallcricbild mit aller Feinheit charakteristischer Raturstimmung ausgemalte Skizze zu einem Deckengemälde — die fast schon als fertiges Bild erscheint — zeigt den Apostel Petrus mit erhabenem Pathos den gedrängten Volksschaaren von der Treppe des Abendmahlhauses aus seine erste Predigt haltend. (Siehe Katharina von Emmerich!) — Daß Fuge! aber auch mit der modernen Technik und der realistisch wahren Formbehandlung echt historisch-monumentale Gesammtauffassung bei gewissenhafter Treue im geschichtlich formalen Detail zu verbinden weiß, das zeigen neuerdings die im letzten Sommer begonnenen Freskogewälde in der Kirche auf dem St. Gebhardsberg bei Bregcnz („Die Ankunft des hl. Geb- hard mit Schiff in Konstanz" und „Die Grundsteinlegung des Klosters Petershausen bei Konstanz"), weihe- und stimmungsvoll gemalte religiöse Geschichtsbilder, denen der Stilist Hans Martin, der mit dem Maler Pacher auch kürzlich die Stadtpfarrkirche in Bregenz effektvoll ausmalte, seine stilechten, farbenfrischen Dekorationen hinzufügte. — Ein wahres Kleinod der religiösen Kunst hat soeben der weit über Baherns Grenzen bekannte Historienmaler Martin Feuerstein in München, einer der fruchtbarsten und bedeutendsten Meister der zeitgenössischen Künstlerschaft, vollendet. Es ist das aus einer mittleren Haupt- und 8, erstere einschließenden, kleinern Nebendarstellnngen bestehende Altarbild des hl. Antonius in der Münchener St. Annakirche, welches an der Hand der Legende die Wunderthaten dieses Heiligen der Franziskanergenossenschaft schildert. Es ist von einer geistigen Tiefe und Frische seelischer Empfindung belebt, durch welche es nebst der feinen charakteristischen Farbengebung, der historischmonumentalen und doch natürlich-freien Komposition an die besten italienischen Nenaissaucebilder erinnert. Besonders die Gestalt des Heiligen selbst ist von sprechender und charaktervoller, der religiös-poetischen Natur desselben sehr entsprechender Auffassung. So besonders in feiner sinnigen „Fischpredigi", seiner begeisterten „ersten Predigt". Das letztere, sowie die „Heilung des reuigen Sohnes, der die Mutter getreten und sich darob den Fuß abgehackt", sowie das Todtcnbild des Heiligen werden dieser Tage in den Nahmen des Altars gesetzt. Das letztere zeigt den im Tode Verklärten auf dem Todtcnbette, bei dem zwei betende Mönche die Nachtwache halten, während zwei Engel mit der abgcschicdenenen Seele wie in einer lichten Mandarin zum Himmel schweben. Es erscheint wie eine lyrisch-elegische Dichtung in Farben, voll religiöser Poesie und Weihe, wohl eine der kleinern und einfachsten Darstellungen, aber sicher eine der in sich vollendetsten und ansprechendsten, die Feuerstein geschaffen hat. — Zu bedauern ist, daß diese Perle, geschaffen mit Liebe und Begeisterung zur Erbauung und Erhebung eines christlichen Gemüthes, wie kaum ein zweites unter allen bis jetzt in der Annakirche angebrachten Kunstwerken, die zum Theil zu diesem passen wie die Faust auf's Auge, in der dämmerigen Nacht der Altarnifche einer an sich schon dunklen Kirche seinem eigentlichen Zwecke als christliche Kunstschöpfung fast gänzlich entzogen werden soll. — Auch die hl. Geistkirche in München erhält nun zu den bereits vorhandenen Glasgemälden nach den Cartons von Feuerstein „Die hl. Familie" und „Nosen- wunder der hl. Elisabeth" auch das Bild der „Verklärung der hl. Walburga". Diese drei im modificirten Zopfstil ausgeführten Gemälde sind von einem Schwünge der Komposition und ästhetisch feiner Zeichnung, welche sie in rein künstlerischer Beziehung noch über die Antoniusbilder erheben. Zum Schlüsse geben wir noch unserer — und vieler Anderer — Freude Ausdruck, daß Herr Feuerstein es über sich vermocht hat, den ehrenden Ruf zu einer Professur an der Wiener Akademie der bildenden Künste endgiltig abzulehnen, um in München auch fürder verbleiben zu können. Festing. Christoph von Stadion, Bischof von Augsburg, und seine Stellung zur Reformation. (Fortsetzung.) L. R. Auch dem Papste Leo X. war der Eifer des Bischofs von Augsburg für die Erhaltung der katholischen Religion in seinem Bisthum nicht unbekannt geblieben. Am 25. Februar 1521 erhielt nämlich Christoph vom hl. Vater ein Schreiben, in welchem ihm derselbe „im Namen Gottes für seine unermüdete und kluge Verwendung dankte und ihn ermähnte, auch in Zukunft die Vertheidigung des katholischen Glaubens und des apostolischen Stuhles zu führen, denen, die zurückkehren, Verzeihung zu ertheilen, diejenigen aber, welche hartnäckig in der Bosheit verharrten, von der Gemeinde abzuschneiden, damit sie nicht durch ihre Ansteckung noch größeren Schaden verursachten. Dadurch werde er sich bei Gott Gnade, bei allen guten Menschen Ruhm und bet ihm Dank verdienen."^) In diesem Schreiben dürfte doch wohl kein in schönen Worten versteckter Tadel, keine Aufforderung an den Bischof zu größerem Eifer in der katholischen Sache, zu suchen sein, wie es geschehen ist?^) zumal wir ja gesehen haben, wie sehr er sich bisher die Bewahrung -») Braun, Eesch. d. Bisch. v. Aug§b. III. 210 f. Allgemeine deutsche Biographie. IV. 22-1 der Reinheit der katholischen Lehre halte angelegen sein lassen. Es ist dies Schreiben vielmehr eine dem Bischof vom Papste gezollte Anerkennung seines redlichen Bemühens, die Ausbreitung des Lutherthuws möglichst hintanzuhalten. Am 27. März desselben Jahres schickte der Papst an Stadion ein zweites Schreiben, in welchem er demselben seine besondere Zufriedenheit darüber ausdrückt, „daß es den Bischof schmerze, daß ein Prediger Luthers Irrthümer in feinem Dome predige und vertheidige, und daß der Bischof bereit sei, denselben zu bestrafen und zu entfernen".^) Der hier gemeinte Prediger ist Urbanus Nhegius, und so ist also dieses päpstliche Schreiben auch ein Beleg für die Behauptung Veiths, der Bischof habe dessen Dienste nur so lange gebraucht, säum in ortsiocloxa, kicks steint". In demselben Jahre (1521) fand auch der Reichstag zu Worms statt, auf welchem sich Luther über seine herausgegebenen Bücher und Schriften und über die darin enthaltenen Lehren vor dem Kaiser und vor den Fürsten Zu verantworten hatte.Auf diesem Reichstage erschien auch unser Bischof Christoph von Stadion. Er trat in der Sache Luthers mit Ruhe und Mäßigung auf und zeigte Scheu vor übereilten und rechtsverletzen- den Schritten. Als nämlich der Kaiser, aufgebracht über die Hartnäckigkeit Luthers, womit dieser seine Lehre vertheidigte, demselben bedeutete, er habe Worms zu verlassen, da war Christoph mit unter jener Commission, welche von Karl V. noch fünf Tage Aufschub erwirkte und unterdessen Luther zur Nachgiebigkeit zu bewegen suchte. Allerdings erreichte die Commission ihren Zweck nicht, und nach fünf Tagen mußte Luther Worms verlassen.^) Doch auch jetzt noch bestand Stadion mit dem Churfürsten von der Pfalz darauf, daß Luther Treue gehalten werden müsse und daß man ihm das versprochene Geleit nicht entziehen dürfet) welches er denn auch noch auf 21 Tage erhielt, aber unter der Bedingung, unterwegs weder zu predigen, noch das Volk zu versammeln oder Schriften zu veröffentlichen.^) Christoph äußerte sich auch, daß man Luther wenigstens anhören Müsse und ihn nicht so „obenhin" verdammen dürfet) Diese milde Stimmung Christophs gegen Luther zu Worms stimmt nun allerdings nicht ganz mit der Strenge, die er bisher gegen die neue Lehre gezeigt hatte, überein, und man muß auf die Vermuthung kommen, Luther habe auf ihn einen guten Eindruck gemacht. In dieser Meinung wird man noch bestärkt, wenn man bei No!h liest, daß der Bischof gerade unmittelbar nach seiner Rückkehr von Worms ungemein tolerant erschienen sei?o) Ebenso rühmt Eberlin von Günzburg in „Der frommen Pfaffen Trost" seine milde Gesinnung gegen die Lehrer heilsamer Schrift, gegen den christlichen Doktor Speiser, gegen die beiden edlen Bruder Adelmaun und einige Prediger der bischöflichen Stadt Dillingen.") Auch theilt Eberlin mit, der Bischof soll sich geäußert haben: „Ihm sei, wie ihm wolle, so sind die Lutherischen jedenfalls weniger sträflich in ihrem Wandel, als die andern, von denen viele Schlemmer -) Braun, III. 211. Jansscn, Gcsch. des deutschen Volkes. 2. Bd., S. 154. Gcsch. Karts V. von Hermann Banmgartcn (Stuttgart, 1885); 1. Bd., S. 473 f. — Jausten, Gescü. d. deutsch. Volkes. II. 165 f. — Heselc, Eoncilieiigcsch. IX. 238. oo) Zapi, Cbr. v. Stadien. Seite 26. --) Bcmmgartm. Kart V. I. 474. - Jansscn, II. 167. 0 °) Zapf, Ehr. v. Stadion. S. 26. o°) Rnvnuationsgesch. Augsburgs. S 83. ") „Johann Eberlin von Günzburg" von Max Nadlkofcr (Nördlingcn, 1887). S. 67. sind."") Des Bischofs Toleranz geht ferner aus folgender Stelle aus den „trostlosen Pfaffen" von Eberlin Herbor: „Wie ich selbst gesehen habe zu Dillingen in Wolf Hafens Haus, des Secretani Episcopi Augustensis, liest derselbe seinem Hausgesinde tagtäglich aus der Bibel vor."") Diese Zeugnisse bestätigen es allerdings, daß Christoph von Stadion aus Worms eine günstige Meinung über Luther nach Hause gebracht hat, jedoch kann man nicht behaupten, daß er etwas gethan Hütte, was auf eine protestantische Gesinnung schließen ließe; denn ein gegebenes Wort muß man auch dem Feinde gegenüber halten, und wenn er darauf drang, Luther anzuhören, so glaubte er eben, man könne eine Sache, über die man nicht auch den Gegner bis zu Ende gehört, nicht beurtheilen. Er that daher nur, was recht und billig war. Zudem war ihm daran gelegen, eine Einigung mit Luther herbeizuführen, damit sich die Gegensätze nicht noch mehr vergrößerten. Welches Verstauen übrigens Papst Hadrian IV. auf unfern Bischof setzte, bezeugt ein Schreiben an denselben vom 1. Dezember 1522; in demselben heißt es unter anderem: „Da Deine Fraternität, wie allgemein bekannt, vor vielen andern Prälaten und Fürsten unseres Deutschlands sieb muthig und eifrig den schädlichen, den so schön angelegten Weinberg des Herrn in unserm Vaterland so gräulich verwüstenden Füchsen, nämlich den neuen Jrrlehrcrn oder vielmehr den Erneuerern der alten und schon öfters von der Kirche verdammten Irrlehren, sich entgcgengestcmmt hat. so wollten wir nickt umer- lasscn, an sie besonders zn schreiben und sie wegen ihrer vortrefflichen Lugenden und ihrem brennenden Eifer für das Hans des Herrn und die heilige Religion zn rühmen; alSdaun sie zu ermähnen, daß sie dies heilige Unternehmen Mischen möge, sowie sie von sich selbst, von ibrcin Gewissen, ihrer Würde, Tugend und Geburt, und in Hinsicht auf die Ehre Gottes angespornt werden, mit Hilfe Gottes alles zn thun, alle Mühe und alles Ansehen bei deni Convent (nämlich aus dem Reichstage zu Nürnberg 1523) und ihren Freunden zu verwenden, damit die Sache GottcS nicht, wie bisher, ganz nachlässig, sondern, wie es die Wichtigkeit derselben erfordert, mit größtem Eiter und Fleiße einmal möchte behandelt werden, und die Fürsten aus diesem Convent unter sick solche Mittel ergreifen möchten, wodurch die lutherische Wuth, bevor sie die ganze Nation vergiftet, möchte eingedämmt und gänzlich vernichtet werden. Wird dieser innerliche Krieg, welchen die Mächte der Finsterniß mit unserer Nation nicht vermitteln körperlicher, sondern geistiger Waffen führen, gelegt sein, so wird man sodann viel leichter den gottlosen Angriffen der grausamen Türken widcrstebcn können. Weil unS auch ihre Klugheit, Bescheidenheit und Eifer bewußt ist, so ermähnen wir sie, uns alle ibr bekannt sein sollenden Anschläge, die lutherische Sekte aus deu Herzen unserer Deutschen herauszureißen, sobald möglich, schriftlich mittheilen zu wollen. Eure Fraternität werden durch dieß einen für ihre Würde und für die Religion ihrer Voreltern rühmlichen, uns und allen Christen sehr löblichen und angcuebmen Dienst leisten, und ihr eine Krone für den Himmel flechten."^) Würde eins Kunde von etwaigen protestantisch scheinenden Ansichten Christoph von Stadions nach Rom gedrungen sein, was jedenfalls auch geschehen wäre, wenn solche bei ihm zu Tags getreten wären, dann würde der Papst kaum einen Brief so voller Anerkennung und voll Vertrauens au ihn gerichtet haben. Der Bischof von Augsburg rechtfertigte aber auch das in ihn gesetzte Vertrauen, indem er sich auf dem Reichstag zu Nürnberg 1523 mit allen Kräften für die katholische Sache verwendete,") was sogar Zapf erwähnt,") wenn er ") Ebd. S. 67. Ebd. S. 63. — Roth, Nescrniatioiisgcsch. Augsburgs. Seite 89 f. So die Uebcrsetznng bei Braun. III. 215—217. ") Ebd. S. 217. ") Zapf, Chr. v. Stadion. S. 32. 52 auch an der Aufrichtigkeit dieser Gesinnung wegen des Verhaltens Christophs auf dem Reichstag zu Worms bezweifelt. Christophs Schuld war es sicherlich nicht, daß das Resultat dieses Reichstages nicht so günstig ausfiel, als es der Papst gehofft hatte. Unser Bischof konnte zwar trotz seines Religionseifers im Ganzen nicht viel ausrichten, er war aber bemüht, in seiner Diözese und vornehmlich in seiner Ka- rhedralstadt das entglimmende Feuer vor dem gänzlichen Ausbruch womöglich niederzuhalten.") Als sich z. B. im Jahre 1522 ein Karmelitermönch zu St. Anna in Augsburg erdreistete, die neue Lehre öffentlich von der Kanzel dem Volke vorzutragen, ließ ihm Christoph durch seine Vorgesetzten das Predigen verbieten; und obgleich der Magistrat dagegen Vorstellungen machte, blieb er doch bei seinem gerechten Entschluß") Als auch in Memmingen einige Neuerer offen aus der Kanzel Luthers Lehre zu verkünden wagten, da ermähnte Christoph in Güte und Milde, um richt etwa durch Härte abzustoßen, den Memminger Stadimagistrat, dies nicht zu dulden.") Das Schreiben, das er am 19. Juli 1523 nach Memmingen abgehen ließ, ist uns auch deßhalb interessant, weil er hier ein Urtheil über Luthers Lehre abgibt. ES heißt hier: „Wiewol der Luther und sein anhang anfangs von etlichen vcr kirchendicner mißpreuchen und andern» vil christenlicher vnd gueter leren geschrieben, so haben sy doch darunder so vil be- truglicheS giffteS eingemischt, daraus bisher kain besscrung oder inerung göitlichS lobs, sonnder nicht anders, dann hinlessigkeit, leichtvertiakcit vnd crgernus gegen Gott und der Welt erwachsen vnd groölich zu besorgen ist, wa Gott der Herr nit mit sondern gnaden sehen, das daraus nicht anders dann gantz vcrfiiren vnd verderben der seelcn, leib, crcn vnd gut erfolgen werden: dann so man nicht mcr »echten, beichten, bethen, mcsshörcn, die muetcr Cristi und ander lieb heiligen nicht mer in Gott cren vnd vmb ir fürbitt gegen Gott anruffen, sonder der menniglich nach seinem freyen willen vnd zu heben zeittcn die bisher verholten ipeiß nach sciin gcvallen vnd Wollust niesten vnd anders mcr thun soll vnd möcht, wie dann die Lutherischen gar vbel davon schreiben vnd leren, so würd dadurch nicht allein der gantz cristenlich glaub und gaistliche oberkeit vertrackt, sonnder auch dem weltlichen regiment aller gehorsam entzogen, zueletst groß Pluetvergießen daraus erwachsen vnd alles Wesen zu Nichten werden." Daran schließt sich dann noch eine ernstliche Mahnung an den Stadtmagistrat, er solle „im Gehorsam bleiben nnd auch die seinen darzu getreulich ziehen und weisen, und sonderlich bey denjencn, die so fälschliche, betrügliche, lutherische ler angenommen und andere darin» heimlich oder öffentlich zu unterweisen unterstanden haben oder noch thun würden, ernstlich fürkommen und abstellen und nicht länger zusehen.'"") Außerdem ordnete der Bischof für Memmingen Prozessionen an, was er zugleich auch an andern Orten seines Bisthums that?°) Aber so sehr sich Christoph auch bemühte, seine Gläubigen der wahren katholischen Religion treu zu erhalten, so hatte er doch wenig Erfolg. Der Rath von Memmingen schenkte zwar seinen Worten Gehör und suchte seinen Anordnungen nachzukommen, aber er verfuhr so milde gegen die Neuerer, daß dieselben nicht zum Schweigen gebracht wurden. Die Veits,, Libl. ^.UK. IV. 56: Inciclit episcogatug Obristoxbori nostri in eliktieillirna, tsmgora, guibus Imtksro sna ckoAinata Sparkonto, Esrmania uuiversa inunwerabilibus tnrbis Znotuabat. II is stiaw ckiooossin ^.ngaistanam, imo ipsam urbem LuZustain invackentibus xro otticii oxiscoxalis rationo totis viribus obstitit Lxiscoxus noster, non sins suo- cossu, attamsu non onmi, guein szwrarö ei iiouisset. ") Braun. III. 213. ") Ebd. S. 219. "1 Braun, Gesch. d. Bisch. v. Augsb. III. 219 ff. °") Friedrich Doblcr, „Memmingen im Resormations- zeitalter" (Augsburg, 1877). Erster Theil, S. 32. - Braun, Reformation faßte in dieser Stadt immer festeren Bodens) Unter großem Beifall predigte Christoph Schappeler, Bene- fiziat an der Pfarrkirche zu St. Martin, gegen Messe und Heiligenverehrung und schimpfte weidlich über die katholischen Geistlichen;^) als ihn der Bischof 1524 nach Dillingen beschick» und ihn, da er nicht erschienen war, mit dem Banne belegte, trat der Rath für ihn ein. Er schickte zweimal seine Mitglieder Hans Keller und Bernhard Strigel zum Bischof. Umsonst aber stellten sie demselben vor, eine Verfolgung Schappelers werde einen Aufstand der Memminger Bürgerschaft entfachen; der Bischof blieb fest und erwiderte, wenn die Gemeinde sich empöre, werde er und der schwäbische Bund sie gehorsam machen. Da sich Schappeler nicht beugte und in seinem Beginnen fortfuhr, so blieb Christoph nichts übrig, als über ihn den Kirchenbann auszusprechen. Am 27. Februar 1524 wurde die Bannurkunde an der Martinskirche angeschlagen; aber die Stimmung der Bürgerschaft war derart, daß der Rath nicht wagen durfte, die Urkunde hängen zu lassen. Er begnügte sich jedoch nicht damit, dieselbe abzunehmen, sondern stellte sich nunmehr offen auf die Seite der Reformatoren, indem er behauptete, man müsse dem Worte Gottes mehr anhangen als des Bischofs Drohungen; und damit leugnete er thatsächlich die bischöfliche Autorität.^) (Fortsetzung folgt.) Ein Künstler aus dem Chiemgan. Von Christ. Scherm. (Schluß.) Einen Einblick in die Gesinnung seines Herzens eröffnet uns der Künstler durch die Stiftung, die er 1692 zu Gunsten feines Heimathdorfes Kammer machte. In der Fremde ist ihm wohl der Werth eines geordneten Unterrichtes der Kinder recht vor die Seele getreten, denn er sandte 1000 Gulden — eine sehr hohe Summe für jene Zeit — an die Pfarrei Otting, damit, wie es im Stiftungsbriefe heißt, „die Jugend auf ewige Weltzeiten sowohl im Lesen, Schreiben und Rechnen, als auch anderen guten Sitten und christkatholischen Lehrstücken durch taugliche Schulhalter emsig unterwiesen werden solle". Von den Zinsen des Stiftungskapitals werden jetzt für arme Kinder Bücher und Schuhe angekauft. Im Klassenzimmer des Schnlhauses von Kammer hängt das in Oel gemalte Brustbild Balthasars/o) das 1840 auf Veranlassung und Kosten des Herrn Gerichts- arztes Dr. Hell von Traunstein renovirt wurde.o°) Es stellt den Künstler im Alter von ungefähr 55 Jahren dar. Die kleine, gewöhnliche Nase, die wulstigen Lippen, "') Doblcr, I. Thl., S. 32 ff. "") „Derselbe nannte seine geistlichen Gegner sogar auf der Kanzel elende, gottlose Pfaffen, Mistfinken, Kücken- nnd Suppen- prediger, nnd lobte Gott, daß die Laien beiderlei Geschlecktes gelehrter seien denn die Pfaffen und das Wort Gottes besser verkündigen könnten; kein Pfaff wisse, was Evangelium auf Deutsch heiße" (Dr. Franz Ludwig Banmann, Geschichte des Allgäuö fKempten. 1890) III. Bd.. S. 16). "") Ebd. S. 311. — Doblcr, Memmingen im Neform.- Zeitallcr. I. 39-41. "") G. Müller hält das Bild für Selbstportrait; die Annahme ist unbewiesen. °°) Vcrgl- den von -j- Benefiziat Bückele in Traunstein auf Grund der Neuen Bibliothek rc., der Hagedorn'schen Lelairoisso- inonts bist. und der Küustlerlexika von LipowSky und Nagler verfaßten Aufsatz über P. im Traunsteiner Wockenblatt 1856 Nr. 22 u. 23, den Verfasser vorliegenden Aufsatzes von Herrn LandgerichtSdircktor Otto Mahr in Traunstein zur Einsicht erhielt. 53 die stark gerötheten Wangen und die zusammengekniffenen Augenbrauen würden ihn unschön erscheinen lassen, wenn nicht das feurige, offene Auge, das reich wallende, an der Stirn ergraute Haar und der noch schwarze, volle Bart sein Aeußeres heben würden. Das Geburtshaus des Künstlers, „beim Nömayer oder Neumayer« (so hieß es noch 1856), heißt jetzt „beim Emmer" und ist nördlich von der Kirche, rechts zurückgelegen, das letzte Bauernhaus vor dem Gasthause des Dorfes. Balthasar, so hieß ihn gewöhnlich die Mitwelt/') starb in Dresden den 18. (?) Februar^) 1732 im Alter von 80 Jahren und 6 Monaten und wurde am 22. Februar auf dem Friedrichstädter Gottesacker im „Freudhof der Königin"^) begraben, dem Friedhofe, wo auch Karl Maria von Weber und Friedrich von Schlegel später zur Ruhe gebettet wurden. Ein Dresdener Ge- legcnheitspoet, Johann Gottlieb Kittel (Mikrander), fertigte bei Permosers Tod folgende als Grabschrift gedachte Zeilen: „Laltbssar liegt allhier, der kluge Bild Arbeiter, „Der dem Praxiteles und kbiäias nicht wich. „Sein Nahm ist weit berühmt, drumb brauchet er nichts weiter „AIS diesen Leichenstein zum Dcnckmahl über sich. „Denn wolle man Ihm gleich ein kostbahr Grabmahl bauen „So reißt es doch die Zeit durch Wind und Wetter ein, „Ein edles Marmorbild daß seine Hand gehauen, „Ist von ihm selbsten schon sein bester Grabe Stein." Die Verse mögen selbst jener anspruchslosen Zeit zu ärmlich erschienen sein, denn auf dem Monumente steht eine andere Grabschrift, welche lautet: Herr Laltlrasar Lsrmossr, ist gebohren zu Cammer, in Bayern 1650 d. 1 ^ug-usti: gestorben in Drcßde d. 20 Febr. 1732 Ruhet hier am Fuß des Creutzes welches er gebildet hat, seines Alters 81 Jahr 7 Mon. Diesen Meister in Bildhaucn kann nicht jeder sich getrauen gleich zu kommen an Ähnlichkeit, an Stellung, Stärke, Feinigkeit. Er gab alles dock kein Leben, das nur 607"1' kein Mensch kann geben. Seine Hand macht theur Marmlstcin, Wachs. Holt;, Metal u. Helfendem. Lebt jetzt mit 60VL durch sein Tugend die er liebte von der Jugend. Hier wird allzeit leben in Gunst und Hochachtung seine Kunst. Seinen verstorbenen Vetter zu Danck und Gedachtnüß hat dieses in Nahmen der Frenndschafft geschrieben ist. LI. Permosers Schüler.^) Die Buchstaben LI. N. bedeuten Michael Moscr, den Vetter, Schüler und Erben Balthasars. Er war geboren am 26. September 1698 als Sohn des Meisl- bauern von Selberting, Georg Moser, und seiner Ehefrau Barbara, geborenen Archer. Balthasar hatte ihn wie an Kindesstatt zu sich genommen, ihm die Bildhauerei gelehrt und fremde Sprachen lernen lassen. Zum eigentlichen Berufe wählte Moser das Gold- und Silberschmiedehandwerk, wobei ihm die Kenntnisse und Fertigkeiten, die er bei Permoser im Zeichnen, Modelltren und Elfenbeinschnitzen erworben hatte, trefflich zu statten kamen. Er ging — wahrscheinlich nach dem Tode seines väterlichen Freundes — nach England und erlangte dort °') »II 68t plus connu 80N8 son now äs Lateins.- Ilass- äorn, Lelairoisseinsnts bist. 333. Vergl. die Angabe der Grabschrift! Müller l. o. 15. °b) Maria Joseph« hatt- ihn für ihre katholische Hofdicner- schaft anlegen lassen. °') Vergl. Gustav Müller !. o. S. 21, 26, 13. großen Ruf als einer der besten Gold- und SilberschMkebe, Emailleure und Juwelenfaffer. Auch wurde er Haupt- lehrer an der von James Thornhill errichteten, von dessen Schwiegersohn William Hogarth fortgeführten Malerakademie. Bei Stiftung der Königlichen Akademie 1768 wurde er von König Georg III. zum Mitglied derselben ernannt. 1719 oder 50 stiftete Michael Moser seinem Vetter und Lehrer und dessen Base Elisabeth eine Jahrmesse in der Filialkirche zu Kammer und für sich selbst einen Jahrtag. Ort und Zeit seines Todes sind unbestimmt: er soll 1773 gestorben sein, wahrscheinlich in London. Ein drittes Glied dieser künstlerisch angelegten Bauernfamilie steht in den Blättern der Kunstgeschichte verzeichnet: die Tochter des Michael Moser, Maria Moser. Sie war eine vorzügliche Blumenmalerin und stand bei Hofe in großer Gunst. Von ihrem Talente zeugt die Thatsache, daß Marie Moser und Angelika Kausfmann die einzigen weiblichen Mitglieder blieben, die in den Listen der Königlichen Akademie in London aufgeführt sind. Marie Moser soll 1789 gestorben sein. Außer Michael Moser werden noch 5 Schüler Permosers genannt: Paul Heermann aus Weikmannsdorf bei Freiberg, Valentin Schwarzenberger aus Leipzig, Alfanz aus Wien, Paul Egell aus Mannheim und Louis Franaois Roubillac aus Lyon. Von Paul Heermann weist G. Müller nach, daß er kein Schüler Permosers war. Die Arbeiten Schwarzenbergers scheinen ganz, die von Alfanz zum größeren Theil verschollen zu sein. Paul Egell, geboren 1691, gestorben 10. Januar 1752, ließ sich dauernd im Pfalzbayerischen Mannheim nieder und lieferte für Kurfürst Karl Theodor eine Anzahl Statuen in den Garten von Schwetzingen. Ein schönes Grabmal von seiner Hand soll in Durlach sein. Der bedeutendste Schüler Balthasars war L. F. Noubillac, geboren um 1690, gest. 11. Januar 1762 in London. 1720 war er nach England gegangen, und hier schuf er eine große Zahl Denkmäler berühmter Persönlichkeiten für englische Kirchen. Seine Werke sind in der ausschweifendsten Manier des von ihm hochverehrten Bernini ausgeführt. Westminster Abbey bewahrt 7 große Arbeiten seiner Hand, darunter seine letzte: das Bild des Componisten Händel. Eine Statue Händels für den Londoner Vergnügungsplatz Vauxhall Garden war auch seine erste Arbeit auf englischem Boden gewesen und hatte seinen Ruf begründet. AIs Gehilfe "Permosers ist urkundlich beglaubigt Bildhauer Benjamin Thomae von Pesterwitz bei Planen (1682—1751). Auf Bitte und Empfehlung des mit königlichen Auftrügen überhäuften, alternden Meisters bewilligte König August unterm 21. Juli 1712, daß Benjamin Thomae mit einem festen Gehalt von 200 Thaler als Mitarbeiter Permosers in seinen Hofarbeiten bestellt werde. Die deutschen Kolonien in Sndrnßlnnd. Von I. E. Biller. Bis kurze Zeit vor meiner Abreise hatte ich kaum eine Ahnung, daß es im Süden von Rußland deutsche Ansiedlungen gebe, deren Bewohner trotz russischer Unter- thanenschast deutsche Sprache und deutsche Sitte so rein bewahrt haben. Man fühlt sich dort gleichsam in ein anderes Land versetzt, das die Heimath nur wenig vermissen läßt. Ja das Deutschthnm hat sich mit der Zeit 54 so stark entwickelt, daß die Russen schon die völlige Ger- ruanisirung des Südens befürchteten und darum auch bereits zv. russifiziren begannen. Und hier in Deutschland hat man nur spärliche Kunde von jenen Lands- lenten an den fernen Gestaden des Pontus, die immer noch mit Achtung und Liebe auf ihr ehemaliges Vaterland blicken. Es ist darum nur ein Akt landsmiinnischer Pietät, wenn ich darangehe, etwas Weniges über jenes Klein-Deutschland und die bestehenden Verhältnisse zu erzählen und so das öffentliche Interesse wieder einigermaßen auf sie hinzulenken. Die ersten Einwanderungen der Deutschen datiren schon aus dem Jahre 1763. Czar Peter der Große hatte, um auch im Süden das Meer zu gewinnen, fast beständigen Krieg gegen die dort ansässigen Türken und Tataren unterhalten, und es war ihm auch wirklich gelungen, das ganze südliche Steppengebiet am Schwarzen Meere zu erobern. Diese weiten, aber öden Lündereien wollte nun seine Nachfolgerin, die Kaiserin Katharina II., bevölkern und fruchtbar machen. In eigenen Manifesten lud sie zur Kolonisirung ein und versprach besonders den Deutschen große Privilegien und Vorrechte für den Fall dauernder Niederlassung. Noch im Jahre 1763 folgten Tausende von Deutschen dem Rufe der Kaiserin, und Negensburg wurde der Sammelpunkt für alle Auswanderer aus Bayern, Sachsen, Württemberg, Baden, Hessen, Elsaß, Tirol und der Schweiz. Die große Reise ging nun über Preußen nach Nordrußland, von wo sie erst im nächsten Jahre nach dem Süden weiter befördert wurden, entweder in die Wolgadistrikte — jetziges samarischeS Gouvernement — oder an die Ufer des Schwarzen und Asowschen Meeres, wo sie in dem sogenannten Neu-Nußland jetzt drei Gouvernements einnehmen: Cherson, Taurien und Jekaterinoslaw. Später wurde die Zahl der deutschen Ansiedler durch neue Zuzüge noch bedeutend vermehrt, da infolge der herrschenden religiösen Wirren manche in Deutschland zur Auswanderung sich veranlaßt sahen, so daß jetzt die deutschen Kolonien eine bunte Musterkarte von Volks- siammen und Konfessionen auszuweisen haben. Die Bedingungen, unter welchen die Deutschen in Rußland sich ansiedelten, waren, wenigstens von Seite der Regierung, sehr gute. Jeder der Kolonisten bekam 60 Deßjatin (L 3 Tagwerk) Boden zum Eigenthum, sowie den für den Anfang nöthigen Bedarf an Vieh und Fahrniß, und außerdem waren sie 10 Jahre lang von jeder Steuer frei. Die Privilegien aber, die ihnen ursprünglich verliehen worden waren, wurden leider noch während der Negierungszeit der Kaiserin Katharina wegen der Eifersucht der Russen zum großen Theile aufgehoben, so daß jetzt nicht mehr allzu viele davon in Geltung sind. Die Gegend, welche den Kolonisten zur neuen Heimath werden sollte, war freilich nichts weniger als einladend. Man stelle sich eine unendlich weite, wald- nnd wasserlose, etwas wellenförmige Ebene vor, welche mancherorts von eigenthümlichen Erdriffen, von den Ansiedlern „Ritsch" oder „Balken" genannt, durchzogen wird, und man wird ein ziemlich richtiges Bild jener südrnssischen Steppen gewonnen haben. Höchstens könnte man noch die eigenthümlichen, etwa einen Schuh hohen und 4—5 Schuh im Durchmesser haltenden, kreisrunden Hügelchen erwähnen, die man ziemlich zahlreich in der noch ursprünglichen Steppe findet, und für deren Vorhandensein die verschiedensten Vermuthungen bestehen. Gerade mit Hinweis auf diese sonderbaren Hügelchen fragte mich ein kleines Kolonistenmädchen, — eine sehr bezeichnende Illustration für die Einförmigkeit der Ebene — „ob es in Deutschland auch so hohe Bergs gebe". Im Frühjahr tritt regelmäßig die Regenzeit ein, und zwar mit einer Heftigkeit, die nur den Tropengegenden nachsteht, indem es 4—5 Wochen nach einander fast täglich regnet. Die Wege, denen jede Steinunterlage oder Beschotterung vollständig fehlt, bilden während dieser Zeit nur eine schwarze, schlammige Masse, die den Verkehr fast zur Unmöglichkeit macht. Der Pflanzen- wuchs der Steppe wird aber durch den Regen außerordentlich gefördert, und im Anfange des Sommers ist das Gras so hoch und so üppig, daß stellenweise sogar ein Reiter darin völlig verschwinden kann. Das Klima kann man im allgemeinen nicht anders als extrem nennen. Der Hochsommer ist gewöhnlich vollständig regcnlos und bringt eine solche Hitze, daß alle Vegetation auf der Steppe nach und nach völlig verdorrt, was den Reiz der Gegend wahrhaft nicht erhöht. Im Winter fegen eisige Schncestürme über die kahlen Flächen dahin, so daß 2- und 3fache Pelze vor Kälte oft kaum zu schützen vermögen. Und wehe dann dem Fuhrmann, der bei solchem Unwetter die Wege nicht genan kennt! Er kann Tage lang herumirren müssen, und auch Beispiele mit noch traurigerem Allsgange sind nicht selten. Trotz der nicht besonders günstigen örtlichen und klimatischen Verhältnisse und trotz der Schwierigkeiten und Entbehrungen, die man im Anfange so reichlich durchzukosten hatte, haben die Deutschen sich mit der Zeit einzurichten verstanden. Als ich auf meiner Reise durch verschiedene Russendörfer kam und hier sah, wie die armen Leute in kleinen, elenden Lehmhütten wohnen, die, fast regellos auf die glühende Steppe hingestellt, auch nicht eine Spur von Bequemlichkeit ausweisen, da fürchtete ich bereits, es möchte dieser Typus auch für die deutschen Dörfer maßgebend sein. Doch wie war ich angenehm enttäuscht, als ich die erste deutsche Niederlassung zu sehen bekam! Ein kleiner Wald tauchte vor meinen Blicken auf, und neben dem Wald ein Dorf, genau so lang wie der Wald selbst, so behaglich und so einladend, so nett und so reinlich, daß ich mir unwillkürlich sagen mußte: Mit solchen Dörfern braucht sich Deutschland nicht zu schämen. Man denke sich eine circa 33 rn breite und etwa 1600—1800 ra lange, schnurgerade Dorsstraße, rechts und links von Bäumen begrenzt, hinter welchen inmitten wohlgcpflegter Blumcngärtchen die Wohnhäuser sichtbar werden. Jeder Hof hat einen eigenen Eingang von der Straße her; das Hans ist auf 2 oder 3 Seiten von Obst- und anderen Bäumen dicht umgeben, die besonders gegen die Straße hin das Haus fast völlig verdecken. Dieses selbst ist aus Ziegelsteinen sehr massiv und zweckmäßig aufgeführt und besteht regelmäßig nur aus einem Erdgeschoß; „denn warum", so wurde mir auf meine diesbezügliche Frage geantwortet, „warum sollen wir in die Höhe bauen, wenn uns auf dem Boden Platz genug znr Verfügung steht". Und bei der hier gewöhnlich herrschenden großen Sommerhitze hat diese Banart auch ihre unleugbaren Vorzüge. In Bezug auf Eiutheilung der Räumlichkeiten ist fast ein Hans gebaut wie das andere, und der Salon, der nirgends fehlt, bildet gleichsam den Mittelpunkt des Ganzen. Einen sehr netten Anblick gewährt es, daß an fast 65 allen Häusern das Mauer- und Holzwerk Mit den buntesten Farben bemalt ist. Es mag das freilich etwas von den Nüssen herübergenommenes sein, doch das zeigt nur von dem praktischen Sinn der Kolonisten, die das Gute nehmen, wo sie es finden. Ein untrügliches Kennzeichen für die deutschen Dörfer ist, wie bereits erwähnt, das Vorhandensein eines Waldes; denn nirgends in der ganzen Steppengegend findet man einen solchen, als nur bei den deutschen Dörfern. Zwar ist er nicht groß, enthält nur Laubbäume, ist meist auch nicht gut gepflegt, besonders jetzt, da die deutsche Verwaltung aufgehoben ist: aber trotz alledem, er verleiht den deutschen Ansiedelungen in diesen Gegenden einen eigenen Reiz, und mir speziell erschien er immer als ein deutlicher Beweis von der unverfälscht deutschen Ge- sinnungsart der Kolonisten. Eine besondere Ueberraschung für den deutschen Reisenden liegt auch in den echt deutschen Namen, welche die Dörfer führen. Oder muß es nicht eigenthümlich wirken, wenn man mitten in Rußland plötzlich Ortschaften trifft wie: München, Leipzig, Landau, Bergthal, Ludwigsthal, Eichwald, Darmstadt, Lustdorf, Neukirchen, Marien- thal u. s. w.? Allerdings hat die Regierung jetzt russische Namen eingeführt und duldet im amtlichen Verkehr auch nur diese; aber die Deutschen unter sich gebrauchen immer nur die deutschen Namen, wie sie es von jeher gewohnt sind. Im Mariupoler Kreis, um auch diese Eigenheit zu erwähnen, werden die deutschen Dörfer meist nur nach Nummern bezeichnet, was sich für den ersten Augenblick recht sonderbar ausnimmt; doch daneben bestehen auch die deutschen Namen immer noch fort. Die Angehörigen der einzelnen deutschen Volksstämme — und fast alle sind hier vertreten, wie schon früher erwähnt wurde — wohnen regelmäßig in eigenen Dörfern beisammen. So ist es auch erklärlich, daß die einzelnen Dialekte sich in wunderbarer Reinheit fortgeerbt haben. Fast verblüffend wirkt es da, wenn man plötzlich von einem biederen Schwaben in seiner gemüthlichen Mundart angeredet wird, oder wenn man auf einmal einen Ostpreußen neben sich in dem breitesten Plattdeutsch seine Gedanken äußern hört. Neben vielen Russen- und Griechendörfern finden sich in der nächsten Umgegend der Kolonien auch mehrere Judendörfer. Ich erwähne dies darum, weil hier die Juden allgemein deutsch sprechen. Es ist das sogar ihre Geschäftssprache. Doch sprechen sie es mit jenem eigenthümlichen, spezifisch jüdischen Accrnt, den man in Deutschland fast nur mehr auf einer Lustspiclbühne zu hören bekommt. Ueberdies haben sie auch noch verschiedene andere Wörter, wie hebräische, russische u. s. w., aufgenommen, so daß es einem Deutschen außerordentlich schwer wird, sie zu verstehen. (Fortsetzung folgt.) Recensionen und Notizen. klnAiZtor dioralis. Theoretisch-praktische Anweisung zum Verständniß und Vertrag deß authentischen römischen Choralgesangeö, bearbeitet von Fr. T. Hadert. Elfte vermehrte und verbesserte Auflage. 1896, Rcgensburg, Pustet. Preis 1 M. 40 Ps. IV. Ein Buch, das innerhalb vcrhältnißmäßig kurzer Zeit V>e elfte Auflage erreicht bat und überdies; in das Englische, Französische, Italienische, Ungarische, Polnische und Spanische übersetzt worden ist, braucht keine Empfehlung, sondern nur eine Anzeige. Wissenschaft und Praxis haben längst ibr empfehlendes Urtheil gebrochen. Das ist beim lllagislar clloraUs der Fall. Man kann fast sagen: wo in der katholischen Welt ein Sänger- chor das 6raclnals Lomannm in der einen Hand hat, so hat er in der anderen den IlaZIstsr eboralis. Doch nun, wo eine neue Auflage in die Öffentlichkeit eingeführt werden soll, geziemt cS sich aufmerksam zu machen, daß in jedem Paragrapbe mannigfache Verbesserungen, nützliche Zusätze und zwcckoienliche neue Bemerkungen, welche sich auf geschichtliche, archäologische und liturgische Materien beziehen, eingefügt worden sind. Außerdem, wer sich seit ein paar Dezennien mit der Choral-Frage beschäftigt hat, weiß, wie schroff sich Wissenschaft und Amorität. Archäologie und Praxis, oicutuZ 8. EreZorii und cantns g-ro- Avrianns, die alten Nenmen-Locliees und die Lloäieaoa gegenüberstanden. Durch das päpstliche Brcve vom 7. Juli 1894 ist nunmebr die Frage im Sinne der Autorität und der liturgischen Einheit entschieden. Ueber alle diese Streitigkeiten bekommt der Leser des lllaAister oboralia authentische Aufschlüsse. Das Buch sei hicmit aus'» Beste empfohlen. Jesus Cbristns. Von ?. Didou, ans dem Predigerorden- Jllustrirte Prachtausgabe. Rcgensburg, 1895, Nationale Verlagsanstalt. Lieferung 5—10, ä M. 1.—. K Mit der 10. Lieferung liegt die neue Prachtausgabe des Didon'schcn Merkes vollendet vor. Wie die ersteren, sind auch die jetzigen Lieferungen ausgestattet mil künstlerisch ausgeführten Holzschnitten nach Gemälden der berühmtesten Meister (z. B. Rubens, Bernardino Lnino); auch enthalten sie ganz neue Ansichten aus dem heiligen Lande nach Originalaufnahmen der V?. Franziskaner in Jerusalem, sowie das Portrait des U. l?. Didon selber. Dem Inhalte nach stimmt die neue Ausgabe ganz mit der ersten. Verbesserungen fanden nur statt in Bezug auf den sprachlichen Ausdruck. Ü. Didon schreibt für Leser, deren Seele durch die großartige Gestalt des Gottmenschen gespeist sein will. Zwar verräth dem Kenner jede Seite die gründlichsten Studien; aber dennoch wendet sich der Verfasser nicht an solche, welche nicht anders als mit dem Sczicrmcsser der Kritik in der Hand ein Werk lesen. Der fromme und gelehrte Sohn des hl. DcminikuS glaubt nicht nur lebendigen Herzens an Jesum Ehristnm; er ist auch ganz innig davon durchdrungen, daß allein der mcnschgewordene Gottessohn, seine Persönlichkeit und Lehre das einzige Heilmittel ist für alle sittlichen, religiösen und socialen Schäden unserer Zeit. Die Uebersctzung ist des Originales durchaus würdig. — Papst Leo XIII. beehrte den Verfasser mit eigenem Anerkennungsschreiben. Den gebildeten christlichen Kreisen kann das Werk nicht warm genug empfohlen werden. Original-Einbanddcckcn sind von der Vcrlcigshandlnng zu beziehen. Die Wahrheit. Herausgeber: Philipp Wasserburg. Erscheint am 1. und 15. jeden Monats. 30. Jahrgang. Verlag von .Rudolf Abt, München. Druck von H. Mühlberger in Augsburg. * Diese Zeitschrift ist die Fortsetzung dcS bisherigen „Kath. Bewegung", bietet aber in Ausstattung und Redaction ein ganz neues und, wie man sagen darf, sehr einnehmendes Bild. Der AboiinciuentSpreis ist per Jahr (24 Hefte) auf 8 M. gestellt (Einzclbefte kosten 50 Ps.). Es liegen bisher 3 Hefte vor, welche eine Reihe von meist recht interessanten Aufsätzen bieten. Dieselben stammen aus sehr tüchtigen Federn, und ist es ein besonderer Vorzug, daß in der Regel jeder Aufsatz ein in sich geschlossenes Ganze bietet. Wir erwähnen folgende: Der Meineid des hl. Jgncttins. Von Bernhard Dnhr. — Die christlichen Prinzipien in der agrarischen Bewegung. Don Dr. Gnst. Rnh- land. — Politik oder praküsche Arbeit? Von Dr. G. Heim. — Oeffemlichcs Arbeitsrecht und Lohnvertrag. Von l>r. G. Natzinger. — Christi. Heiligcnverehrnng und moderner Herocn- kult. — Die christl.-soc. Bewegung in Oesterreich. Von Trabcrt. — Die Erhöhung der Getrcideprcise und die Commnnatisirunz der Brodbäckerei. Von Frhrn. v. Weichs. — Cardinal Melchcrs v. — Unfruchtbarkeit der modernen Wissenschaft. — Die christl. Principien und der Bund der Landwirthe. Von vr. Pichlcr. Die Zchngcbote der Wasserkur. Verlag der Paradies- Druckerei und VcrlagScinstalt Passau. Preis 40 Pf^ geb. 80 Pf. * Dieses anläßlich der 5. Generalversammlung der Kneipp- vereinc im Auftrag mehrerer Vorstände von A. Colling, Vorsitzender dcS Kncipp-Vcrcins Passan, verfaßte Büchlein enthält zahlreiche Beweise für die Nolbwcndigkeit einer naturgemäßen Lebensweise und für die Wirksamkeit des Wasscrs auf den Organismus, so daß der Leser anS den in tO Abschnitten enthaltenen mehr als 400 Punkten großen Nutzen ziehen wird. 56 H: Religiöse Bilder. Gegenüber den noch immer stark verbreiteten durchaus unwürdigen Darstellungen von Heiligenbildern machen wir aufmerksam auf die wahrbaft schönen und erbaulichen Bilder auö dem photographisch- religiösen Kunstverlag Franz Böham, München, Landwehrstraße 32. Dieselben sind hergestellt in photo- graphischem Drucke nach Oelaemäldcn und Cartons der berühmtesten Meister neuerer Zeit. Die Sammlung umfaßt 240 Nummern, welche alle zu haben sind in Visit-, Cabinet- und Quart-Format, 80 Nummern auch in Großfolio. Neu erschienen sind 4, bei schöner Ausführung sehr preiswerthe, Serien ausgaben in Visit. Die Bilder der deutschen Ausgabe sind auf der Rückseite mit sinnreichen Gedichten von der rühmlichst bekannten Dichterin CordulaPeregrina versehen, wodurch dieselben unstreitig an Werth gewinnen. Muster von sämmtlichen Artikeln sowie Cataloge stehen auf Verlangen stets gratis und franko zu Diensten. Eine neue Art von Strahlen. Von Dr. W. Röntgen. Verlag der Stahel'schen VerlagShantlung in Würzburg. Preis 60 Pf. * Diese Broschüre enthält aus den Sitzungsberichten der Würzburger Physikalisch-medizinischen Gesellschaft den als vorläufige Mittheilung bezeichneten Vortrug Röntgcns über seine lyerkwürdige Entdeckung. Anleitung zur Ertheilung des Erstbcicht-Ilnter- richtes. Herausgegeben zum Besten deö Cassianeum in Donauwörth von Gg. Fröhlich. 3. Ausl. Douauwörth, Verlag von L. Aller. Preis 80 Ps. Unterricht für die Erstbeichtenden. Von Bcncfiziat Fröhlich in Schongau. 4. Anst. Preis 10 Ps. Verlag von L. Auer, Donauwörth. 2 Bei herannahender Osterzeit machen wir auf diese Schriften aufmerksam, deren wiederholte Auflage für ihre vielseitig anerkannte Brauchbarkeit spricht. Der Knnstge werbe-Gehilfe. (Organ der Vereinigung deutscher Knustgewerbegehilfen aller Branchen.) Verlag von E. Grobmann, Stuttgart. Preis Viertels. M. 2,5V. * Diese prächtig ausgestattete Zeitschrift erscheint in 20 Nummern jährlich und ist, abgesehen von ihrer Eigenschaft als Verbandsorgan, eine wahre Schatzkammer für Belehrung der Kunst- gcwerke-Jünger in allen Branchen, geboten in zahlreichen Aufsätzen hervorragender Autoren und bildlichen Mustern. Kirchcnmusilalische Vierteljahrsschrift. Herausgegeben vom Salzburger Diöcesan-Cäcilienverciu. Salzburg, Verlag von M. Mittermüiler. Heft 3 u. 4 des X. Jahrg. enthalten: Das liturgische Hochamt. (Forts.) — Ueber Gesangsschulen. (Forts.) — Zur Geschichte der musikalischen Notation. — Autoritative Stimmen Über Kirchenmusik. — Recensionen. — Notizen. OesterreichischcsLiteraturblatt, herausgegeben von der Leo-Gesellschast in Wien, redigirt von Dr. Franz Schnüren. (Administration: Wien I.. Annagasse 9.) Inhalt der Nr. 1 u. A.: Stöckl Albert, Lehrbuch der Apologetik. (Uuiv.-Prof. Dr. Gg. Rein hold, Wien.) (1.) — Knabcn- baucr I., Oommsntarius in svauA'ellum seo- Imcam. (Lhcol.- Prof. Dr. Jos. Schindler, Lcitmeritz.) (3.) — Cornill K. H., Der israelitische Prophctismus. (Univ.-Prof. Dr. Bh. Schäfer, Wien.) (4.) — Filkuka L., Die metaphysischen Grundlagen der Ethik bei Aristoteles. (Dr. O. Willmann, Pros. an der deutschen Universität Prag.) (6.) — Caspari Q, H. Lotze und die philosophische Aufgabe der Gegenwart. (Univ. Dr. C. Braig, Frciburg i. Br.) (7.) — Barras Paul, Memoiren, herausgegeben von Gg. Duruy. Bd. I, II. (Geb.-Nath Jos. Fuhr. v. Heifert, Wien.) (8.) — Die Jahrbücher der Jesuiten zu Schletistadt und Rufach 1615—1765. I. Herausgegeben von I. GSny. (Univ.-Prof. Dr. Jos. Hirn, Innsbruck.) (10.) — Geiger W. und E. Kühn, Grundriß der iranischen Philologie., .1, 1. (Univ.-Prof. Dr. I. Kirste, Eraz,)(11.) — Weise O., Unsere Muttersprache. (Univ.-Prof. Dr. I. E. Wackcrncll, Innsbruck.) (13.) — Erzgraeber Gg., Elemente der histor. Laut- und Formenlehre des Französischen. (Dr. I. u. Jarnik, Nrof. an der böhm. Univers. Prag.) (14.) — Hi llenbrand H., Erinnerungen aus meiner Nomfahrt. (Univ.-Prof. Dr. L. Pastor, Innsbruck.) (19.) — Wach Adf., Die Mündlichkcit im österreichischen Civilprozeß- Entwurf. (UniversitätS-Prof. Dr. E. Schrutka Edler von Nechtenstamm, Wien.) (21.) — Lombroso C., Die Anarchisten, eine crimiualpsychologische und sociologische Studie. (Univ.-Prof. Dr. Heinr. Lammasch, Wien.) (20.) — Tyn- dall I., Das Licht. (Uuiv.-Prof. Dr. I. M. Pernter, Innsbruck.) (23.) _ Theologisch-praktische Monatsschrift. Monatlich erscheint 1 Heft in der Stärke von 5 Bg. od. 80 S. gr. 8°. Preis ganzjährig 5 Mk. Inhalt des 2. Heftes 1896: Wie hat der katholische Klerus den modernen Zeitläuften gegenüber seine «Stellung aufzufassen? — Die Streitfrage über die Natur des Thierlebens und seines Prinzips. — Die theologische Literatur der griechischen Kirche rc. — Eine brüderliche Kirchenvisitation. — Die kirchlichen Vorschriften bezüglich der „Jabrtage" (Anniversarien). — Warum und wie soll der kathol. Kanzelredner die heil. Schrift studircn? — Eine Schwierigkeit bei Beurtheilung der Heb- ammeutaufe. — Wie oft sollen OrvcnSfrauen kommnniziren? — Darf das illegitime Kind einer protestantischen Mutter auf deren Verlangen katholisch getauft werden? — Kirchenparamente in einer ConcnrSmasse. — Aussetzung des Allcrbciligstcn im Cibcrium. — BeaLtenswertbe Kleinigkeiten. —" Neueste Entscheidungen der römischen Congrcgationen. — Novitätcuschau. Das heilige Land. Organ des Deutschen Vereins voin hl. Land. Neue Folge, 1. Jahrg., Heft 2: Cardinal Melcbers (Nekrolog). Vereinsmittbeilungen und Geschäftliches. Verehrung des HI. Stephanns in Jerusalem. Wört's Nciscbiichcr für den Orient. Der Berg S.on und die Stadt Davids. Topographie Jerusalems von Gucrin. ?. Knabcnbaucr über Emmaus. Die neuesten Ausgrabungen in Jerusalem u. s. w. Deutsche Rundschau für Geographie und Statistik. Unter Mitwirkung hervorragender Fachmänner herausgegeben von Pros. Dr. Fr. Umlauft. XVIII. Jahrg. 1896. (A. Hartlcben'S Verlag in Wien, jährlich 12 Hefte zu 85 Pf.) Auch das eben erschienene fünfte Heft zeichnet sich durch einen reichen, interessanten Inhalt aus, den wir hier im Aus- zuge wiedergeben: Die AlandS-Jnseln. Von Anton Weis. (Mit 1 Karte und 3 Illustrationen.) — Neueste Polarreisen. Von Dr. Gustav von Hayck. (Schluß.) — Eine Woche in Ceylon. Von Direktor Dr. Gustav Radde in Tislis. (Forts.) — Simony's Dachsteinwcrk. (Mit 2 Illustrationen.) — Die Kometen des Jahres 1895. — Die cotonisatorische Bedeutung der sibirischen Eisenbahn. Das französische Guiana. — Berühmte Geographen Naturforscher u. Reisende. Mit 1 Porträt: Pros. Gust. Fritsch — Kartenbcilage: AlandS-Jnseln. Maßstab 1:400,000. Katechetische Blätter. Zeitschrift für Neligionslehrer Zugleich Correspoudenzblatt des Canisius-Kaiccheten- Vcrcins. HerauSgcgcben n. redigiert von Pfarrer Frz Walk, Bcnefiziat zu GaimerShcim (Obcrbayeru) Kenipccn, Verlag der Jos. Köscl'schen Buchhandlung. Preis pro Jahrgang (12 Hefte) M. 2,40. 22. Jahrg., Hcst 1 enthält u. A.: Die Kni-beugung vor dem heil. Altarssakrament. Gemeinschaftliche Meßandacht für Kinder. Von hl. Lippen. Im Banne deö Tabernakels. Meß- erklärung u. s. w. In dem Aufsatz „Gedanken über Wissenschaft und Christenthum" in Nr. 6 hat man einen Widerspruch darin entdecken wollen, daß es das einemal beißt, man müsse Wunder erlebt haben, um daran zu glauben, das andcremal, man brauche kein Wunder im strengen Sinne erlebt zu haben, man brauche nur an einen lebendigen Gott zu glauben. Der Widerspruch ist nur scheinbar: das einemal sind Wunder im weitesten Sinne gemeint, Gnaden, Einsprcchungen, Erleuchtungen, natürliche Offenbarungen, die zu einem lebendigen Gottesbegriff überhaupt erst führen. Wer einen solchen lebendigen Gottesbegriff dann erworben hat, d. h. den Begriff eines GotteS, dessen Leben und Wirksamkeit er gleichsam schon erfahren hat, der wird selbstverständlich an dessen Wundcrkrast, m. a. W. an dessen lebendiger Wirksamkeit nicht zweifeln. DaS eine ist also die Voraussetzung des andern; die Deduktion seht die Induktion voraus. G. G. Berantw. Redacteur: Ad. Haas in Augsburg. — Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg.