16 Nen6 Descartes. (Nach 300 Jahren.) 8. „Von Jugend auf bin ich für die Wissenschaft erzogen worden. Man sagte mir, durch sie könne man eine klare und sichere Erkenntniß von allem erlangen, was für das Leben von Werth ist, und so war ich vom sehnlichsten Wunsche beseelt, sie kennen zu lernen. Als ich nun den ganzen Studiengang beendet hatte und mich, wie es Sitte war, zu den „Gelehrten" hätte rechnen dürfen, da war ich ganz anderer Meinung geworden! Zweifel und Irrthümer umgaben mich, und nur das eine schien mir bei all meiner Lernbegierde immer klarer und klarer geworden zu sein, nämlich daß ich nichts weiß. Und doch besuchte ich eine der hervorragendsten Schulen in ganz Europa, wo es, wenn überhaupt irgendwo in der Welt, gelehrte Männer geben mußte!" So schrieb Rens Descartes, als er die Schule verließ, jener Mann, den man als den Begründer der neueren Philosophie ausgibt. Ist es nicht ein werthvolles, ein äußerst bezeichnendes Geständniß, das er in jenen Worten niedergelegt hat? Man sagt, der alte Sokrates habe eine fast gleichlautende Aeußerung gethan, und nun bedenke man, daß dieser im Heidenthum, in der vorchristlichen Zeit lebte, Cartesius aber im 19. Jahrhundert nach Christus lehrte. Man wird hier den Gedanken nicht los, daß in obigem Bekenntniß sozusagen eine Charakteristik der ganzen „neueren Philosophie", der „modernen Weltanschauung" enthalten ist, die ja nach dem Ausspruche eines französischen Schriftstellers den „Durst der Menschheit" nichts weniger als gelöscht hat. Das Cartesius-Jubiläum zwingt uns förmlich, den Mann und sein Werk wenigstens im Hauptpunkt etwas zu besehen, da er bet der Betrachtung der „Geschichte des modernen Gedankens" nicht umgangen werden darf. Zunächst einige biographische Notizen. Rens Descartes („LsiZnenr äu ksrrcm") erblickte das Licht der Welt am 31. März 1596 zu La Haye (Touraine), wohin seine Mutter sich vor der Pest geflüchtet hatte. Sein Vater, welcher Parlamentsrath der Bretagne zu Nennes war, gehörte einem der ältesten Adelsgeschlechter der Provinz an. Der Knabe war von schwächlicher Körperconstitution, zeigte aber schon in frühester Jugend hohe Geistesgaben. Ein ungewöhnlicher Wissensdurst und Forschungsdrang beseelte ihn, und man nannte ihn schon damals den „kleinen Philosophen". Die erste öffentliche Schule, die er besuchte, war das Jesuiten-Colleg zu La Fläche. Hier wurde der Grund gelegt zu dem festen, unerschütterlichen Glauben, den er sein ganzes Leben hindurch bewahrte und in all seinen Schriften manifestirte. Mit großem Eifer folgte er dem Unterrichte der gelehrten Ordensmänner, die er nicht selten durch die Schärfe und Selbständigkeit feines Urtheils in Erstaunen setzte. Unter den Wissenschaften, die seinem hohen Geiste im Ganzen keine Befriedigung gewähren konnten, sagte ihm die Mathematik am meisten zu; sie verdankt ja gerade Cartesius eine wichtige Errungenschaft: die analytische Geometrie, und schon im Jahre 1618 veröffentlichte er eine mathematische Abhandlung über die Musik. Auf die Lehrjahre folgten die Wan verjähre. Wir finden ihn in Paris, hierauf in Holland, in Deutschland, in Böhmen und Ungarn, theils Zerstreuung suchend, theils Kriegsdienste leistend, theils um Beobachtungen und Studien zu machen. Nach diesem unsteten Treiben wollte er sich in Haag niederlassen, um sich ganz und ungestört den Wissenschaften, insbesondere seinem Lieblingsfache, hinzugeben. Allein alles war noch in ihm in Gährung; ein zweiter Faust, greift er bald zu dieser, bald zu jener Beschäftigung, nirgends Befriedigung und Ruhe findend. Weitere und größere Reisen folgten, um sich dann abermals und endgiltig in die Einsamkeit zurückzuziehen. Seine Ideen hatten sich inzwischen bedeutend geklärt, und bald hatte er das richtige Fach gefunden; 1629 erschien der erste Entwurf seines philosophischen Systems. Da er sich gar nicht blicken ließ und von ihm bekannt wurde, daß er an einer ganz neuen Begründung der Wissenschaften arbeite, so umgab seine Person bald ein eigenartiger Nimbus, was dem stillen Denker nichts weniger als angenehm war. In rascher Aufeinanderfolge erschienen nun aus Cartesius' Feder eine Reihe von Schriften, sämmtliche philosophischen Inhaltes, welche allenthalben großes Aufsehen erregten, viele Anhänger fanden, aber auch manchen Gegner in die Schranken riefen. Auch die Königin Christine von Schweden interessirte sich sehr für den großen Mann, und es gelang ihr durch einen Gesandten, Descartes an den schwedischen Hof nach Stockholm zu ziehen. Früher ein großer Freund eines langen Schlafes, erschien er nun jeden Morgen um 5 Uhr in der Bibliothek der Königin, um diese in der Weltweisheit zu unterrichten. Diese ungewohnte Anstrengung, die ganz veränderte Lebensweise sowie das rauhe nordische Klima waren seiner Gesundheit nicht zuträglich. Nach einigen Monaten erkrankte er, und schon am 11. Februar 1650 erlag er seinen Leiden. Gleich Kant war er unverheirathet. Als die wichtigste und interessanteste Schrift Cartesius' gelten seine „Betrachtungen", 1641 erschienen. Das Ringen eines großen Geistes nach Wahrheit, nach tieferer und sicherer Erkenntniß tritt uns darin in einer so lebendigen, unmittelbaren Weise entgegen, daß diese Empfindungen sich jedem Leser mittheilen. Wir lernen die Macht des alles zerstörenden Zweifels kennen, der so oft unsere Kräfte lähmt, aber auch den Menfchengeist in seiner Energie, in seinem Selbsterhaltungstriebe, wie er mit immer neuer Kraft angreift, bis ihn das beseligende Gefühl der Sicherheit erfüllt. Formell betrachtet, zeigen Descartes' Schriften noch deutlich die Spuren der Scholastik, obwohl der Ausblick in eine neue Zeit mit neuen Begriffen und Zielen unschwer zu erkennen ist. Cartesius wird oft als der Begründer der neueren Philosophie bezeichnet. Er hat den neueren Idealismus eingeleitet, indem er den alleinigen Gewißheitsgrund in das Selbstbewußtsein des Geistes legte: 6o§itc>, sr§o sum! kann als das Grundprinzip seines philosophischen Lehrgebäudes betrachtet werden. Dem Geiste legt er angeborne Ideen bei, und das Kriterium der Wahrheit setzt er in die Klarheit des Erkennens. Descartes und seine Schüler fassen die Metaphysik wohl auch noch als die Wissenschaft des Ucberstnnlichen auf, verließen aber die bisherige analytische Methode und gingen von der uns ureigenen Idee oder vom unmittelbaren Schauen Gottes aus. 122 Unsere Seele ist Cartesius eine denkende Substanz, die allster aller Beziehung zum leiblichen Organismus steht; das Gedächtniß und die Jdeenassociation erklärt er mechanisch durch die Strömungen der von ihm angenommenen materiellen Lebensgeister. Schon aus dieser kurzen Inhaltsangabe ist ersichtlich, daß der Weise von Haag in vielen wesentlichen Punkten mit der bisherigen Anschauungsweise und auch Forschungsmethode brach und ein Gebiet freilegte, auf welchem nach ihm so viele ihr Geistesrößlein tummelten, bekanntlich nicht zum Wohle der nach Wahrheit lechzenden Menschheit. Seine idealistische Philosophie nahm bald ihren Weg durch die Niederlande nach Deutschland, wo sie sich zunächst mehr als Schulweisheit, dann aber als Lcbensmacht entfaltete. Hier brachte sie ihr größtes Licht hervor in Jmmanuel Kant, der mit dem Gedanken endigte: Veit rnstil, ovanirr steter! Adam Weishaupt. Von Adam Hirschmann. (Schluß.) Die kurfürstliche Regierung in München gewann jedoch vollen Einblick in die deistischen und republikanischen Tendenzen des Illuminatenbundes erst durch die Papiere des katholischen Priesters Lanz (Br. Sokrates), welcher, im Begriffe nach Schlesien zu reisen, um dort für den Jngolstädter Orden Propaganda zu machen, in Negcnsbnrg vom Blitze erschlagen worden war. Man fand bei ihm eine Anweisung der Ordensoberen, welche zur Entdeckung mehrerer angesehener Mitglieder führte und eine verschärfte Untersuchung und Bestrafung im Gefolge hatte. In Sandersdorf bei dem Freiherr» von Bassus und in Landshut bei dem Negiernngsraihe Zwack gelangten die geheimen Korrespondenzen und die Original- schriften der Hauptführer in den Besitz der batzerischen Regierung: 11. und 12. Oktober 1786. Diese liest wohl zur eigenen Rechtfertigung ihrer rücksichtslosen Kabinetsjustiz, welche seit dem 16. August 1785 über Bauern hereingebrochen war, die entdeckten Briefschaften und Aktenstücke durch den Druck veröffentlichen, „um das in- und ausländische Publikum von dem offenbaren Ungrund, womit die Jlluminaten noch immer über ungerechte Gewalt und Verfolgung in Bayern schreien, desto mehr zu überzeugen und selbes sowohl vor dieser epidemischen Sekte als all andern dergleichen verbotenen Winkelgesellschaften zn warnen, worin man nur Leichtgläubige zu betrügen, Geld zu schneuzen und statt der vorgespiegelten Wahrheitsanfklär- und Sitten- verbesserung diese vielmehr im Grund zu verderben und jene gänzlich zu unterdrücken oder zu verfälschen bemühet ist." (Vorrede der Regierung, München den 26. März 1787, zu: Einige Originalschriften des Illuminatenordens.) In dieser ersten Sammlung fanden jene Stücke Aufnahme, welche in Landshut bei dem Negiernngsraihe Zwack 1766 entdeckt worden waren, während die Ergebnisse der Haussuchung in Sandcrsdorf in dem „Nachtrag von weiteren Originalschriften", 2 Abtheilungen (München 1787), der Oeffentlichkeit übergeben wurden. Wie verhielt sich nun Weishanpt gegenüber diesen Publikationen? Gab er deren Authenticität zu oder erklärte er die veröffcnlichten Aktenstücke und Briefe für falsch und unterschoben? Im Jahre 1787 veröffentlichte Weishaupt ein kleines Werkchen, betitelt: Einleitung zu meiner Apologie (Frank' fürt und Leipzig); daselbst bemerkt er: „daß er von einigen dieser Schriften, insbesondere von allen diesen so verdächtigen geheimen Mitteln, der Vergiftung u. s. w. in seinem ganzen Leben weder etwas gehört noch gesehen habe, noch viel weniger, daß ihm ein einziger Fall bekannt wäre, wo irgend einer von seiner Bekanntschaft nur gedacht hätte, solche anzurathen, mitzutheilen oder einigen Gebrauch zu machen." (S. 7.) Er könnte zwar gegen die von der Regierung in München bekannt gegebenen Schriften den Einwand erheben, daß dieselben in Abwesenheit der Interessenten ohne die erforderlichen Gerichtszeugen abgenommen, weder ihm noch einem anderen Verfasser zur Anerkennung vorgelegt worden seien, aber die Güte seiner Sache mache es überflüssig, sich solcher unnöthigen Ausflüchte und Verzögerungen zu bedienen; darum gesteht er: „Ich erkenne also die von meiner Hand geschrieben sein sollenden Briefe und Aktenstücke idlL. in der Hauptsache schon dermalen, ohne sie gesehen zu haben, unbedingt als ächt an.-" (S. 9.) Auch den schon oben besprochenen Brief, worin er der Blutschande und der attentirten Abtreibung des Fötus beschuldigt wird, erkennt er als ächt und der Hauptsache nach als wahr an. (Kurze Rechtfertigung meiner Absichten S. 51.) Aber mit diesem Zugeständnisse war eine Recht» fertigung seiner Pläne und Ideen hinsichtlich der Reform von Kirche und Staat durch den Illuminatenorden zur Unmöglichkeit geworden; die hierauf bezüglichen Schriften, wie Apologie der Jlluminaten, das verbesserte System der Jlluminaten, Kurze Rechtfertigung meiner Absichten, Nachtrag zur Rechtfertigung meiner Absichten, Pythagoras oder Betrachtungen über die geheime Welt- und Ne- gierungskuust?b) können nur als sophistische Beschönigungsversuche gelten, welche vor der Wahrheit nicht bestehen. Ob ihm das Anerbieten, in München vor einem unparteiischen Gerichte zu erscheinen, wirklich Ernst war (Einleitung zu meiner Apologie S. 23), können wir im Hinblick auf die brieflichen Aeußerungen an Zwack (25. Febr. 1785) kaum bejahen. Durch die Aechtheit der Origiualpapierc ist aber Weishaupt und seine Schöpfung Moralisch vernichtet. (Augsb. Allgem. Zeitung 1674 Beil. Nr. 185.) Am 16. Februar 1799 starb, vom Schlage gerührt, Kurfürst Karl Theodor, dessen Maitressenwirthschaft den fruchtbaren Nährboden für die Umsturzideen der Jllumi- natenpartei gebildet hatte. In der Regierung Bayerns folgte ihm Herzog Maximilian Joseph von Pfalz-Zwei- brücken, dessen Bruder Karl II. August einst den flüchtigen Jlluminaten Minister Graf von Seinsheim und Hofrath von Montgelas eine Zufluchtsstätte in der Pfalz gewährt hatte. Nach dem Ableben dieses Gönners 1795 war Montgelas' in die Dienste Maximilians getreten, der ihn auch mit sich nach München nahm 1799. Dort nun wurde derselbe gar bald die Seele der neuen Regierung. Als Jlluminat, sagt Perthes (Politische Zustünde I, 451), hatte Montgelas Bayern 1785 verlassen müssen, als Minister kehrte er 1799 zurück und fand dieselbe Ordnung der Dinge vor, die ihn einst vertrieben hatte. Der Kurfürst vertraute seinem Minister unbedingt, und der 2°) Die Apologie des Mißvergnügens und Uebels (Frankfurt und Leipzig 1787) widmete Weishaupt: „Dem Freund seines Herzens dem Hochwürdigen Hcchgcbohrnen Franz des H. R. N. Grafen von Starbemberg des hohen Dcmstifts zu Eychstädt Domicellaren als ein Denkmal seiner innigsten Verehrung und Freundschaft." Minister verkannte so wenig die Gewalt, welche er über den Kurfürsten übte, als er irgend einen Zweifel in die eigene Befähigung zum großen Staatsmann setzte. Wohl im Vertrauen auf diese politische Wandelung in Bayern erließ Weishaupt von Gotha aus am 22. April 1799 im Neichsanzeiger (26. April 1799 Nr. 95 S. 1101 —1104) seine „Endliche Erklärung": „Ich habe bisher, heißt es daselbst, in der festen Ueberzeugung, als ob alle weiteren Vertheidigungen in Rücksicht meiner überflüssig sein würden, gutmüthig dahingelebt. ... Ich werde aber durch widrige Folgen gewahr, daß ich mich in meiner Erwartung mehr als jemals getäuscht habe. Ich bin es daher müde, fernerhin in dieser zweideutigen Gestalt zu erscheinen; denn ich glaube etwas besseres als Verachtung oder Mitleid zu verdienen. Ich bin es aber auch ebenso müde, Vertheidigungen zu schreiben; denn ich habe erfahren, daß sie entweder gar nicht gelesen oder sehr bald vergessen werden. Ich bin Vater einer zahlreichen Familie; durch mich sind viele schuldlose Menschen in widrige Umstände versetzt; mehr als eine Regierung ist bei dieser Veranlassung beunruhigt und durch Furcht und Besorgnisse aller Art zu strengen Maßregeln gereizt worden. Ich bitte um gerichtliche Untersuchung und Entscheidung dieser Sache. ... Im Angestchte der Gesetze und vor den Augen eines unbefangenen Richters getraue ich mir zu beweisen, daß in dieser Sache nur Mißverstand oder Verleumdung herrschen. Ich werde beweisen, daß ich Niemanden hintergangen habe, daß diese Verbindung nicht allein nicht gefährlich, sondern von allen übrigen bei weitem die unschädlichste, daß sie sogar trotz alles widrigen Scheines groß und erhaben ist, daß keine Schule für Selbst- und Menschenkenntniß gefunden werden dürfte, welche ihr gleichkomme. . . . Wer anders das in dieser Sache klassische Buch, welches den wahren Geist meines Systems unverkennbar darlegt, das Buch, ohne welches unmöglich ein entscheidendes Urtheil über mich so wenig als über meine Sache gefällt werden kann, ich wahrsage, meinen Pytha- goras — nur den letzten Abschnitt desselben, ja wer nur S. 442—447 gelesen hat, der muß, wenn er sich nicht Verdrehung und Verleumdung zum Gesetze gemacht und nur einiges Gefühl für Sittlichkeit hat, sehr bald einsehen, daß ich bei diesem Schritte nur gewinnen und in keinem Falle verlieren kann. . . Von Bayern ist die Verleumdung ausgegangen; es ist also billig, daß sie in Bayern erprobt oder meine tief verwundete Ehre wieder hergestellt werde." Weishaupt erhofft darum von dem neuen Kurfürsten Gerechtigkeit zu erhalten. Schließlich sagt er: „Ich erkläre hicmit feierlich vor den Augen von ganz Deutschland, daß ich in Betreff meiner, soviel diese Angelegenheit betrifft, jeden Nichterstuhl als kompetent erkenne. Ich werde mich aber in keinem Falle zu einer außergerichtlichen Vertheidigung in Zukunft verstehen, wenn diese Mittel ungenützt bleiben und die Anfälle meiner Gegner fortgesetzt werden sollten." Aber weder Maximilian Joseph noch sein Sohn Ludwig I. konnten zu einer Begnadigung Weishaupts veranlaßt werden. Nach den „Gesammelten Blättern" (München 1868 S. 19) soll König Ludwig I., auf einer Reise von dem späteren Bischöfe Georg v. Oettl "') Georg Loren; Oettl, geb. am Oettlgut zu Gängham, Pfarrer Palling, am 26. Januar 1794, 18i7 ordinirt, wurde auf Empfehlung Sailers am 20. Dezbr. 1820 zum Neligions- lchrer der Prinzen und Prinzessinnen des Kronprinzen, nach- von Eichstätt begleitet, in Gotha mit dem ehemaliger Professor aus Jngolstadt zusammengetroffen sein. Der selbe habe den Bayernfürstcn um einen Beitrag zur Erbauung einer katholischen Kirche in Gotha angefleht (6000 fl.), um für die Verirrungen seines Lebens einige Genugthuung zu leisten. Trotz eifrigen Nachforschens ist es mir nicht gelungen, einen glaubwürdigen Beleg für die berührten Angaben der „Gesammelten Blätter" zu entdecken. Nach den freundlichen Mittheilungen des dermaligen katholischen Pfarrers in Gotha, Diöcese Paderborn, Herrn Schnettler, dem hicfür der gebührende Dank ausgesprochen sei, wurde die dortige katholische Gemeinde im Jahre 1812 wieder in's Leben gerufen, nachdem sie in den Stürmen der Glaubensspaltung des 16. Jahrhunderts erloschen war. Weishaupt scheint nun seinen Einfluß zu Gunsten der neuen Seelsorgsstation geltend gemacht zu haben, da heute noch in Gotha die Erinnerung fortlebt, dieselbe sei von Jlluminaten gestiftet worden. Im Jahre 1829 wurde für die katholische Gemeinde zu Gotha im Königreiche Bayern eine allgemeine Kirckencollccte bewilligt, welche die Summe von 6975 fl. 4*/z kr. ergab. In dem einschlägigen amtlichen Aktenmnterial findet sich nun zwar kein Hinweis auf die Thätigkeit Weishaupts, aber als geborner Bayer dürfte er doch die Anregung zu diesem Schritte gegeben haben, da ja die sonstigen Mitglieder der katholischen Gemeinde mit der bayerischen Regierung in keinerlei Beziehung und Verbindung gestanden; die in Bayern bewilligte Sammlung war nämlich die erste für den katholischen Kirchcuban in Gotha, andere Staaten genehmigten später derartige Collccten. Am 18. November 1830 starb hochbelagt Hofrath Adam Weishaupt in Gotha, ausgesöhnt mit der kathol. Kirche, welcher er einst als junger Professor Tod und Vernichtung geschworen. Am 21. November wurden di- irdischen Ueberreste der geweihten Erde übergeben. 1748—18301 Welch eine inhaltsvolle, sturmbewegte Zeit! Weishaupt, in den Schulen der Jesuiten zu Jngolstadt erzogen, sah den Fall dieses Ordens und freute sich darob; er gründete einen Gehcimbund, welcher als Gegenstück der Schöpfung des spanischen Officiers der Welt Aufklärung und reine Sittlichkeit bringen sollte; aber die hohen Ziele des ehrgeizigen Professors wurden nicht erreicht; er selbst mußte seinem Vaterlands den Rücken kehren und das harte Brod der Verbannung essen. Er sah aber auch die politischen und religiösen Umwälzungen der französischen Revolution, deren Grundgedanken ihn so sympathisch berührt hatten; er sah, wie Napoleon, der Günstling der Revolution, die Völkerkarte Europa's rücksichtslos zerschnitt, wie er den Nationen Gesetze diktirte. Weishaupt erblickte von der Ferne die Ruinen, die seine Schüler und Anhänger, mit Montgelas an der Spitze, maligcn KönigS Ludwig l., in WUrzvurg ernannt. 1825 zog er mit Ludwig an den Hof nach München, wurde, als seine Aufgabe eines Netigionslebrers vollenoct war, 1829 Kanonikus am Metropolitankapitel München-Frcisinz, 1832 Dechant desselben Kapitels. Am 7. Febr. 1817 ward Oettl als Bischof von Eichstätt in München consccrirt und starb am 6. Febr. 1866. Nach freundlicher Mittbcilunz von hochgeschätzter Seite sei einstmals zu Oettl, als er noch in München weilte, ein altes kleines Herrchen gekommen und habe ihm in längerer Unterredung auseinandergesetzt, er habe viel Unheil im früheren Leben gestiftet und möchte daS, wenn möglich, wieder gut machen. Erst im Verlaufe des Gespräches habe sich der Fremde als Weishaupt zu erkennen gegeben. Im Jahre 1851 bewilligte der hochherzige König Ludwig I. für Gotha die Summe von 1300 fl. im katholischen Bayern aufthürmten, als Klöster und Stifte mit vandaliscker Wuth der Auflösung und Zerstörung preisgegeben wurden; er mochte das Wehen des tviedererwachten christlich-germanischen VolkSgeistes fühlen, als auf Leipzigs grünem Plane des stolzen Korsen Ueber- muth gebrochen ward, als in der hl. Allianz die Grundsätze des Evangeliums zur Richtschnur der politischen Freiheit und Rechte der Völker proklamirt wurden. Unter diesem Eindrucke erwachte wohl auch wieder in dem Herzen des gestürzten Jlluminatengenerals die Erinnerung an den Glauben seiner Kindheit, und als Greis suchte er die Fehltritte des wild überschäumenden Mannes zu sühnen, indem er für jene Kirche eintrat, welche durch Revolution und Säkularisation zwar geschwächt, aber nicht vernichtet werden konnte. Das katholische Bayern, dem gemäß den Bestrebungen der Jlluminateupartei das heiligste Erbgut seiner Läter — der Glaube der Vorzeit — entrissen werden sollte, übte die süße Rache der Liebe und half in Gotha dem greisen Weishaupt ein katholisches Gotteshaus erbauen. Möge dasselbe ein Wahrzeichen sein für den Sieg der katholischen Wahrheit über Irrthum und Lüge! * -d » Berichtigung und Ergänzung. In Beilage Nr. 14 Seite 106 ist zu lesen: Endliche Erklärung Pbilo'S. start: Endlose. — Zu Anm. 26 Seite 116 Nr. 15 harte Titl. Herr vr. Morgott, Domkapitular in Eich- stätt, die Eure, den Verfasser auf den Jesuiten Job. MariuuS, Professor zu Alcala, gest. 1725, aufmerksam zu machen, dessen Werk HieoloAia sxseulativa st moralis durch Dekret vom 5. Juli 1728 und 18. Juli 1729 auf den Index gesetzt worden ist. (Inklex librorum probibitornm, Romav 1881 x. 208, Lurtor, nomeirolator II/ 976, Reusch, Der Index II, 1, 514). Vielleicht hatte Weishaupt diesen Marinas im Auge. k. Johannes Nas, Franziskaner und Weihbischof. (Schluß.) H Den eigentlichen Anstoß zur Polemik des k. Johannes gab die in den Jahren 1562 und 1564 von Hieronymus Rauscher, Hofprediger des Pfalzgrafen zu Neuburg, herausgegebene und dem Herzog Christoph gewidmete Schrift: „Hundert auserwählte, große, unverschämte, feiste, wohlgemästete, erstunkene Papistische Lügen." Rauscher hatte aus verschiedenen Büchern allerlei Legenden und Wundergeschichten zusammengetragen und auf solcher Grundlage und unter dem erwähnten geschmacklosen Titel das ganze Papstthum als Abgötterei dargestellt mit Ausdrücken, die unter halbwegs gebildeten oder auch nur anständigen Menschen nicht wiederzugeben sind. In diesem Buche überhäuft dieser Hofprediger auch besonders den hl. Franziskus mit Schmach. Als Franziskus gestorben, „sei Fastnacht in der Hölle gewesen, Beelzebub und Lucifer und feine Gesellen haben ihn mit großen Ehren empfangen und als einen treuen Diener in ihr Reich aufgenommen und obenan gesetzt" u. s. w.; ebenso gebraucht er von der Kirche Ausdrücke wie „babylonische Hure", „Teufelsbraut" u. ähnl. ?. Johannes sehte dieser wüthenden Schmähschrift die erste feiner berühmten Centurien entgegen: „Das antipapistisch Eins und Hundert auserlesener gewisser evangelischer Wahrheit, bei welcher als bei den Früchten der Baum, die reine Lehr soll und muß erkannt werden", zu Jngolstadt 1565 ohne Angabe seines Namens. ES entwickelte sich ein heftiger Federkrieg, in dessen Verlauf er die zweite Centurie: „Das andere Hundert der evangelischen Wahrheit", erscheinen ließ (1567) und so biS 1570 noch drei weitere Centurien veröffentlichte, welche insgesammt die Lehren und Thaten der reformatorischen Häupter in derb sarkastischer Weise kritisiren, zum Theil auch gegen Zeitgenossen persönlich gerichtet sind, wie insbesondere gegen Heßhus, Andreas, Spangenberg und Ostander. Alle diese gaben wieder heftige Gegenschriften heraus, zudem fielen auch Nigrinus und der wegen seiner Satiren in der Literaturgeschichte bekannte Fischart über Nas her, und je erbitterter die neuen Angriffe wurden, desto berber wurde auch er in seinen Antworten. Wie er in seinen Werken gegen die neue Lehre auftrat mit einem Eifer, daß die Annalen der Universität Jngolstadt ihm das Prädikat geben: „magiius vsrta sinnig lurarosis niastix ab LLlnsmatiooruin voxutor", indem er besonders auf die schlimmen Früchte hinwies, die aus derselben hervorgingen (z. B. im xras- luäiurn in Oenturirrs stoininuin sola, 6äs xaräitoruin d. i. Newer Zeiten Vorgang, Jngolstadt 1588), so trat er auch damals schon für die Unfehlbarkeit des kirchlichen Lehramtes ein; in einer zu Jngolstadt gedruckten Predigt über das hl. Sakrament „wider alle Sakraments- schwörmer" findet er die Unfehlbarkeit des kirchlichen Lehramtes in dem Gebete Christi Luc. 22 begründet, was er auch auf des hl. Petrus Glauben allein anwendet. Eine andere krankhafte Erscheinung der damaligen Zeit bekämpfte er gleichfalls, nämlich den Glauben an den Einfluß der Gestirne auf die Geschicke des Menschen, welcher sogar Eingang in das gewöhnliche Volk, in die Bürger- und Bauernhäuser gefunden hatte durch die Kalender und Planetenbücher, welche zu der am meisten verbreiteten Volksliterntur gehörten und zur Abwendung von drohenden Uebeln aus dem Stand der Gestirne alle möglichen abergläubischen Regeln und Vorschriften für Haus und Hof, Gesundheit und Leben ertheilten. Gegen diesen unsinnigen Aberglauben trat er auf in seinem kstiloZeussiug kraotica, kraotieurum, d. i. eine gewisse Vorsagung auf viel zukünftiger Jahr, darin man allerlei Freyd und Leydt aus den seltsamen Aspekten kurz und lustig beschrieben liest (Jngolstadt 1571). Auch gegen die herrschende Teufelssucht und Teufelsfurcht trat er auf. „Innerhalb wenig Jahren, schrieb er 1588, sein viel teuflische Bücher ausgangen, die in Teufels Namen beschrieben, in's Teufels Namen gedruckt, in's Teufels Namen gekauft und gelesen und für große Kunst beschreit worden und sind ihre Meister nicht unter den geringsten Wortsknechten berühmt worden." Er führte ganze Alphabete von ausgegangenen Teufelsbüchern an und fuhr fort: „Die alten frommen Christen haben ihren Kindern den Bösen mit seinen greulichen, teuflischen Ab- namen nicht nennen lassen, ja wol dabei zu fluchen wai niemand gestattet, wie der weise Mann sagt: So der böse Mann dem Teufel flucht, verflucht er seine eigene Seele. Diese jetzige Welt predigt und schreibt Bücher in's Teufels Namen." Die Katholiken dürften auf diesem Gebiete nicht folgen. (LnZalus der Warnungsengel. 1588.) Doch wenden wir uns zu den weiteren Lebensschicksalen des k. Johannes. Es ist schon erwähnt worden, wie er 1560 auf dem Provinzialkapitel zu Sefflingen als Prediger in Jngolstadt aufgestellt wurde. 1566 kam er in gleicher Eigenschaft nach Straubing, und 1569 wurde er auf dem Kapitel zu Jngolstadt in diese letztere Stadt zurückberufen und zum Guardian des 125 Klosters und zugleich zum Custos erwählt, nachdem er schon 1563 und 1566 auf den Kapiteln zu Sefflingen und München als Definitor gegenwärtig gewesen war; 1571 ging er zum Generalkapitel nach Rom, wohin sein Ruf ihm schon vorangeeilt war, so daß Papst Pius V. selbst sein Zuhörer war, der ihm auch den Titel oou- oiouutor axostolious verlieh. Erzherzog Ferdinand von Tirol setzte es durch, daß 8 . Johannes ihm als Hofprediger überlassen wurde, und er ging als solcher nach Innsbruck 1572. Auch von dieser Stadt aus unternahm der unermüdliche Mann noch zwei Missionsreisen nach Augsburg, wie er auch in Tirol selbst mit der vielfältig verbreiteten Häresie, namentlich der Wiedertäufer, zu kämpfen hatte. Der Ordensgeneral 8 . Christoph g, Oaxits loutiuiu (Otisöoutaiuos) ernannte ihn zum Commissär für die Ordensprovinzen Straßburg, Oesterreich und Böhmen, und als solcher führte er 1574 die Brüder seiner heimathlichen (Straßburger) Provinz in den Convent Innsbruck ein, wo früher die Franziskaner der venetianischen Provinz gewesen, bei dessen Besetzung sie aber aus Mangel an deutschen Priestern mit Schwierigkeiten zu kämpfen gehabt. Er bemühte sich auch zwei andere Klöster Tirols, nämlich Schwaz und Bozen, mit Straßburg noch zu vereinigen, stieß aber dabei auf Widerspruch bei seinen eigenen Mttbrüdern, wie Glaß- berger andeutet; besonders war dies der Fall auf dem Kapitel zu München 1574, wo der Beschluß gefaßt wurde, daß diese beiden letzten Klöster wieder von der Straßburger Provinz getrennt werden sollten, nachdem sie auf kurze Zeit dazu gehört hatten. Papst Gregor XIII. ernannte k. Johannes 1578 zum Commissär über alle seraphischen Klöster in den Landen des Erzherzogs ^ Ferdinand. Da die Straßburger Provinz sich gegen die Aufnahme der Tiroler Klöster geweigert hatte, wurde aus denselben eine eigene Provinz gebildet (16. April 1580), und von dem Ernennungsrechte bei der Errichtung einer solchen Gebrauch machend, ernannte unterm 18. April 1580 der Ordensgeneral k. Franz Gonzaga als ersten Provinziell der neuen xrovineia 8 . Deoxoläi den k. Heinrich Sedulius, und unter den vier ernannten Definitoren war k. Nas, so daß er nunmehr als zur Tiroler Provinz gehörend erscheint. War auf diese Weise der verdiente Mann zu hohen Aemtern in seinem Orden gelangt, so war ihm eine noch höhere Würde beschicken. Am 19. Mai 1580 ernannte ihn der Papst zum Bischof von Vcllin und zum Weihbischof von Brixen, und wurde er am 18. September von Johann Thomas von Spanr, Fürstbischof von Brixen, consccrirt. Als ein demüthiger Mann schämte er sich auch in seiner neuen Stellung seines Ursprunges nicht und nahm, wie schon erwähnt, die Scheere in sein bischöfliches Wappen auf. Seine "einfache Lebensweise, die er als Franziskaner geführt, gab er niemals auf, und ebenso lag er seinem missionarischen Berufe mit immer gleichem Eifer ob, wenn auch die Kräfte nach und nach abnahmen. Als Weihbischof consecrirte er am 8 . Mai 1582 eine Kapelle in Schwaz, am 5. August 1583 die Kapelle auf dem Gottesacker der Clarissinnen in Brixen zugleich mit dem Altare in fion. 8 . Ornats et 8 . V. N. aä utvos, am 8 . September die sogenannte silberne Kapelle in der k. k. Hofburg in Innsbruck, welche einer Vergrößerung unterzogen worden war; am 14. September 1586 eine Kirche bei Mtls, am 4. September 1587 den Altar im Kapitelsaale zu Innsbruck, am 11. September die Kirche in Schloß Sigmundslust bet Vomp, 1589 die Klosterkirche in Passau. In wie gboßer Ächtung er immerfort in Nom stand, erhellt aus einem Briefe des Cardinals Alexandrinus, der ihn im Auftrage des Papstes im Juli 1584 nach Nom berief, in welchem eS heißt: „üb autsrn saäera Hmxlituäo Dun eommoäius iter eontresrs xossit, iussn Luas 83 .u 6 tita.tis statira illi psrsol- vsutur 100 uummi anrät st Drbsra äoiuosxs in- gressa teumLnissime sxoixistur, c^ueiuuclinoäuin suarnin virtutum rasrita postulnrs viäsutur st iQulti laborss xsr Ost eoolosiam in rslellsnäis IiLsrstieoruw. äogruatidus susesxti. Osrto untern seiat Uruxlituäo Pua, ssss die esse in wLAua sx- sxsotLtions." Im Mai 1590 vom Erzherzog Ferdinand zum Landtag nach Innsbruck berufen, starb er unerwartet daselbst im Kloster schon am 16. Mai, von aetats louAasvns ssä ladoribus et viZtlits Iraetus, wie die Ordenschronik sagt. Der Erzherzog ließ seinem Freunde ein Monument setzen, dessen Inschrift lautet: kms. ia Odristo kraesnl so Doruiuus krater llodannes Xasus, Orä. Dr. Niu. äs Ofissrvautia, Lellinensts Lpisoopus, Drixiususis 8 u§r 3 A 3 ueus, Ooneionator axostolious et Lersntsstwt krtneipis Dsräiuanäi, Lnstrtas ^rodiänois /tnlions, IleltZtonis catdoltcus xro- puAuator ooustLutissimus et daeretieormn dostis aoerriinns snd doa saxo in Domino ^ntesott. Nortons 16. ciie Nuti anno salutis dumnnue 1590, aetutts vero suae 57., ^nem Deus Opttmus Nuximus Sun in Odristo miseriooräiL äignetur. In der Sakristei der Hofkirche in Innsbruck, die zugleich den Franziskanern zum Gottesdienste überlassen und allen Touristen bekannt ist wegen des Denkmals Kaiser Maximilians, befindet sich ein Glasschrank, in welchem ein Ornat desselben und zugleich ein von ihm selbst noch geschriebenes Büchlein als Erinnerung aufbewahrt wird. Schöpf gibt ein Verzeichniß der Schriften des ?. Johannes und zählt deren 39 auf, während die Chronik der xroviuoia 8 . Dsopolüi deren 45 anführt. Es sind darunter treffliche Neben und Predigtwerke, aber das polemische Element überwiegt. Mit dem größten Nachdruck hat er bis zuletzt insbesondere gegen die Lehre vom Alleinglauben gekämpft. Schließen wir die Lebensskizze dieses berühmten und verdienten Mannes mit einem Urtheil, welches die Histor.-Polit. Blätter über ihn abgeben (Band 46, Seite 546): „Dem heutigen Geschmacke können die Nas'schen Streitschriften freilich nicht mehr zusagen; eines aber läßt sich ihnen nicht absprechen, sie belegen alle die Behauptungen mit Stellen aus den reformatorischen Schriften selber, und sie beweisen hierin eine so ungcmeine Bclesenheit und Der- lässigkeit, daß sie heute noch einen sehr schätzbaren Behelf abgeben können." Streifzüa.e durch die socialpolitische Literatur des Mittelalters bis Thomas von Aquin. Von Frz. Jos. Strobmcyer, Bcncftziat in Oberst: erf. (Fortsetzung.) Derjenige, der die Reihe der socialpolitischen Schriftsteller im Miitelalter eröffnet, ist Johannes von Salisbury (gestorben 1180). Sein Hanptwerk ist der in 8 Bücher abgetheilte „kolvoraticus sirs äs vu§is euiialiuin st vestiZüs püilosopfioruw.") Namentlich *) ck. Ferdinand Walter, Notnrrccht u. Politik im Lichte der Gegenwart, 8 519 S. 402. 1571. 126 im 4., 8. und 6. Buch werden politische Fragen behandelt. Nach ihm erhalten die Könige ihre Würde und Macht von den Priestern; die Kirche, welche ihnen diese gegeben, kann sie ihnen auch wieder nehmen. Wenn sie tyranniflren oder ihre Herrschaft durch Gewalt erlangt haben, darf man nicht nur, sondern muß sogar, weil es gerecht und billig wäre, sie todten. Das ist so ungefähr sein Gedankengang: „Zlsätuiu äs ruauu Leolssiss sssixib prinesxs. Lst ergo xiiuosxs 8sssräotü csuiäsru rüiiÜ8tsr st gui 8 s. (worum, ostisiorum iUsm xsrtsm sxsrssb ^uss ssssräotii ursniffus viästur iuäigus. korro äs rstious juris sjus est uolls eusu3 68t vells st sjn3 S3t snlsrs cstii äs jnrs eou- Isrrs xvtest.Pxrannuw. ossiäsrs uou uroäo lioitum 68t, 8sä ae^uuin st snstum? °) Bemerkenswerth ist seine Theorie vom Tyrannenmord, die später noch wiederholt wurde, besonders von dem Jesuiten Mariana, dem Lehrer Philipps III. von Spanien (1598—1621), in dessen Buch „äs rsgs". Sie ist uns ein Beweis, daß das antike, »»christliche Element in der mittelalterlichen Politik noch nicht ganz überwunden ist. Was im allgemeinen die Bedeutung des Johannes von Salssbrry anlangt, so hat er durch seine im kol^- orstieua entwickelten socialpolitischen Grundsätze auf die nachfolgenden Denker einen bleibenden Einfluß ausgeübt, wenn auch die Spuren desselben nicht immer ganz sichtbar sind. 6) Gleichzeitig widmete ein Mönch von der Abte! zu Fleury, Hugo von Sancta Maria, dem König Heinrich I. von England (1160—1135) seinen „Irss- tutu8 äs rsgis xotsatsts st sacsräotsli äignitats." Darin behandelt der gelehrte Mönch eingehend die Theorie des Tyrannenmords, kommt aber auf Grund seiner Voraussetzungen auf die gegentheilige Behauptung, er spricht mit Entschiedenheit die sittliche Verwerflichkeit aus. Seine Deduktionen sind folgende: Die königliche Macht stammt von Gott; aktiver Widerstand ist darum unerlaubt; nur Gebete um Abwendung ihrer Tyrannei sind erlaubt, und jeder, der ihren Sturz veranlaßt oder unterstützt, sei er auch Bischof, macht sich göttlicher und menschlicher Majestütsbeleidigung schuldig. Auch des berühmten „Kommentators" der Aristotelischen Schriften sei hier gedacht, des Spaniers Averross (1126—1198). Derselbe hat nicht nur die Aristotelische Politik erläutert, sondern auch eine Paraphrase über Plato's Republik verfaßt, worin er seine eigenen politischen Ansichten mittheilt?) Diese Paraphrase hat der Jude Mantinus vom Arabischen in's Lateinische übersetzt und dem Papst Paul III. gewidmet?) Den bisher genannten Schriftstellern ist eS nicht gelungen, den Boden zu finden, auf dem sich die christliche und antikheidnische Socialphilosophie ausgleichen und harmonisch verschmelzen ließe. Es lassen sich deutlich im Mittelalter zwet Richtungen unterscheiden. Der einen gehören diejenigen Schriftsteller an, welche die Rechte der Kirche vertheidigen, der andern die Vertreter der Unabhängigkeit der weltlichen von der geistlichen Macht. Einen bemerkenswerthen Umschwung erhalten endlich die socialpolitischen Studien um die Mitte des 13. °) kolxerations IV, 3 ff. u. III. °) Ferdinand Walter, Naturr. u. Politik S. 403. ') Kirchenlcxikon von Wetzer und Weite, alte Auflage l. Bd. S. 421. b) ok. Johannes Schon, äs literatura xolitioa meäii aevi. Jahrhunderts: Wilhelm von Mörbeka (gestorben ca. 1300) entdeckt und übersetzt auf Wunsch des heil. Thomas von Aquin die Politik deS Aristoteles,") wie er überhaupt fast sämmtliche Werke des Stagiriten in's Lateinische übersetzt hat. Diese Uebersetzung der Aristotelischen Politik ist von tiefeinschneidender und grundlegender Bedeutung für die spätere Zeit geworden, und es läßt sich denken, daß eine Menge von Commentaren dieses Werk untersucht und betrachtet haben. Die meisten Verdienste um das Studium und die Verbreitung der Schriften des großen Stagiriten und seiner politischen im besondern, die durch direkte Uebersetzung aus dem Griechischen im Abendland bekannt wurden, haben sich die Scholastiker erworben?") Namentlich war es Thomas von Aquin, der seinen Erläuterungen der Logik, Metaphysik, Ethik, der natur» philosophischen Schriften des Aristoteles und der Schrift „äs 63.U8IS", welche die Scholastiker ebenfalls dem Aristoteles zugeschrieben haben, jetzt auch eine Interpretation seiner Politik folgen ließ. Dieser Tho- mistische Commentar der Aristotelischen Politik ist ganz eminent und von besonderem Werthe, weil hier die reine Stimme der natürlichen Vernunft, nicht die Stimme der Offenbarung zum Ausdruck kommt, und übertrifft jedenfalls den seines Lehrers, des hl. Albertus Magnus (1193—1280), der aus späterer Zeit stammt.") Diesen Commentar hat der hl. vostor anFslieus erst in den letzten Jahren seines Lebens begonnen und darum auch nicht selbst vollenden können; vielmehr hat nach dem übereinstimmenden Urtheil der Biographen Peter de Alvernia, ein Schüler des hl. Lehrers, die Thomistischen Commentare mit Benützung der hinterlassenen Manuskripte des hl. Thomas fortgesetzt und vollendet, wobei er nicht bloß die Lehre, sondern auch Stil und Methode deS Heiligen auf's beste und genaueste getroffen hat. Um dieselbe Zeit, in welcher die Erläuterungen zur Politik des Aristoteles erschienen, also etwa um 1266, am Abende seines Lebens, arbeitete Thomas auch an "dem Traktat „äs rsAimius prinoixuia sä rsgom 6^xri". Ob der „englische Lehrer" das Werk noch selbst vollendet hat, ob insbesondere auch die zwei letzten Bücher, das 3. und 4., dem Heiligen zugeschrieben werden dürfen, darüber streiten sich die Gelehrten. Jedenfalls ist sicher, daß die in der Abhandlung vorgetragene Lehre sowohl mit den andern Werken des Heiligen als namentlich mit seinen Commentaren zur Politik des Aristoteles übereinstimmt, und ich denke, daraus darf man doch auf seine geistige Urheberschaft auch der letzten zwei Bücher des Traktates schließen, wenn auch die verworrene Disposition der Materie, die zahlreichen Wiederholungen, die darin vorkommen, und anderes auf einen verschiedenen Urheber hinweisen. Der Heilige hat eben keine Zeit mehr gefunden, die schon gesammelten Materialien auch für das 3. und 4. Buch zu sichten und geordnet zusammenzustellen, aber vorbereitet ") ok. Kirchenlcxikon I. Bd., Jourdain, -reeberebos ort- tignos....« deutsch von Ad. Steche. *°) ok. Kirchenlcxikon I. Bd., ebenso Ueberweg, Grundriß der Gesch. d. Philoj. II. Bd. S. 820. 1886. Stockt, Gesch. d. Pbilos. ") ok. baS herrliche Sckriftchcn: „Die socialistische Staats- idce beleuchtet durch Thomas von Aquin" von vr. Ceslans Schneider. 1694. Paderborn, worin dieser Commentar kritisch beleuchtet wird gegen die Socialisten. 127 E: ' hat er wahrscheinlich auch diese Bücher, und ein unbekannter Fortsetzer hat dann die hinterlassenen Manuskripte benutzt und die Vorbereitungen nach eigenem Belieben geordnet und vielleicht auch manches eingeschoben. Das scheint die natürlichste Lösung einer Frage zu sein, über welche schon so viel von spitzfindigen Kritikern geschrieben worden ist. Bei dem Ansehen, welches Thomas von Aqutn in der wissenschaftlichen Welt von jeher genossen hat, ist es erklärlich, daß auch dieses letzte Werk seines Geistes einen nachhaltigen Einfluß auf das Mittelalter und auch auf die nächsten Jahrhunderte ausgeübt und alle Diejenigen in Erstaunen gesetzt hat, welche die politischen Anschauungen des Mittelalters studirt haben. Dieses Schriftchen vertritt den Höhepunkt der mittelalterlichen Staats- und Gesellschaftswissenschaft, insofern hier ein Ausgleich zu Stande kommt zwischen dem christlichen und antiken Element, wobei dieses als Substrat dient, auf dem sich jenes siegreich erhebt. Wir gehen darum nicht zu weit, wenn wir dieses Werk die centrale Zusammenfassung der Social- politik der Kirche nennen. Walters schreibt darüber: „Das ganze Werk zeichnet sich durch Reichhaltigkeit, Scharfsinn, Selbstständigkeit des Urtheils und durch die ausgebreitetste Kenntniß der alten Schriftsteller und der heiligen wie der Profan-Geschichte aus." (Schluß folgt.) Recensionen und Notizen. Brnstatris prrstornlis äs Laornm sutis inxtcr prc>- batissimos anetorss nä nsum tlrooloZorum IV. aunr st olsri in enrn. nnrmarnw eoneinnatns 8, k. Uilnrio g. Lsxtsn, Orä. Onpus. 6um npprobnticms Uoversuä. spiss. Iriäsnt. st Lupsrioimn Orärnis. Llozznntias, ! Von der neuen Zeitschrift „Charitas" (für die Werke > der Nächstenliebe im katholischer. Deutschland. — Verlag von ! Herder zu Freiburg im Breisgau. Preis 3 Mark jährlich) sind - bis jetzt drei Monatsnummern erschienen, welche außerordcnilich reichhaltig und belehrend sind und durch ihren Inhalt das Unternehmen jedem Katholiken, der sich für Wokltbätigkeits- bestrebungen interessirt. vorzüglich empfehlen. Beiträge haben bis jetzt geliefert die Professoren Dr. Hitze und Dr. Keppler, die Landcsrätbe Brandts und Scbmedding, k. Cyprian 0. 6ap., Domkapitular Woker, Direktor Müller u. a. Kein charstativer Verein, keine Ordensniederlassnng oder Erziehungsanstalt sollte cö unterlassen» diese wichtige Zeitschrift zu halten. »Die Wahrheit." Herausgegeben von Ph. Wasserburg. Verlag von Nud. Abt in München. (Erscheint monatlich zweimal. Abonnementspreis pr. Jahr 8 M.; Einzelhefte 50 Pf.) Heft 6 enthält: Das Centrum und die Organisation der Katholiken Deutschlands in Vergangenheit und Zukunft. Von A. v. HohenfelS.StaatSkirchcnthum. Von Sincerus. — Die Wahrheit in der Geschichte. Von vr. H. Meurer. — Die Nöntgen'schen Strahlen und die Photographie des Unsichtbaren. Von vr. H. Putz. — Heilige Erinnerungen in Rom. Von vr. N. Klinisch. — Ueber die Inquisition. Von Finsterling. — Aus unserer Mappe. Katholische Warte. Jllustr. Monatsschrift zur Unterhaltung und Belehrung. XI. Jahrg. Heft 10/11 L 15 kr., 25 Pf. Jahresabonnement fl. 1.80 (M. 3.60). Verlag von A. Pustet in Salzburg. Die beiden vorliegenden Hefte präsentsten das heimische Gepräge. Vor Allein wird sich jeder Abonnent der „Warte" freuen, das wohlgctroffene neueste Porträt des Salzburger Metropoliten Cardinal-Fürsterzbischof vr. Johannes Haller zu erhalten; hochinteressant sind ferner die „Erinnerungen an Frau Maria Napp", bekannt als Verfasserin des herrlichen Buches „Magdcllcnens Erinnerungen" unter dem Pseudonym I. M. Parr, sowie die Aufsätze „Weissagungen des hl. Malachias" von Fr. Tezclin und „Die französischen Canadier" von Wilhelm du Nord. Als Erzähler finden sich Melati von Java verdeutscht durch L. von Heemstede, Cl. Borges, I. T. Kujawa und vr. Wittmann, als Poeren Chr. Aufschnaiter, C. Achleitncr, Marie Scbauscrt, A. Dreyer, Friedrich Fuuder u. a. Der Bilder- schmuck ist schön und gut gewählt. Literarische Rundschau für das katholische Deutschland. Herausgegeben von vr. G. Hoberg, Professor an der Universität Freiburg i. Br. 22. Jabrg. 1896. 12 Nummern. M. 9. — Freiburg im Brcisgau, Herder'icbe Ver- lagshandluug. — Durch die Post und den Buchhandel. Inhalt von Nr. 3: Die katholische Literatur Englands im Jahre 1895. (Bellesbeim.) — 6onsssn, Lpoealz-psia 8 lobannis Lxootoli versio sadidioa. (Scbnlie.) — Klcbba, Anthropologie deS bl. Jrenäus. (Pcrcrs.)— Bernoulli, Der Scbriitstellerkatalog des HierouymuS. (Bardenkcwcr.) — Bernoulli, HieronymnS und Gcnnadius da viris instwtribug. (Bardenhcwer.) — Clausen, Papst Honorius III. (Wurm.) — Schneider, Die Sittlichkeit im Lickte der Darwin'scbcn Entwickelungslehre. (Keppler.) — Didio, Die moderne Moral und ihre Grundprincipicn. (Keppler.) - — Baumgariner, Die Erkenntnißlebre des Wilhelm von An- vergne. (Back.) — Doccor, Die Philosophie deS Josef (Jbn) Zaddik. (Bach.) — Hübschmann, Armenische Grammatik. (Vetter.) — Norrenberg-Macke, Allgemeine Literaturgeschichte. (Helling- haus.) — Ratzinger. Die Volkswirtbschast in ihren sittlichen Grundlagen. (Brüll.) — Widmann. vr. Johannes Bumüllers Lehrbuch der Weltgeschichte. (Hauthaler.) — Vadlaebo, Xtlas daswqus, Ilsttoiro et VSoZrapüio. (Wittmann.) — Ilodinson, Mio Lritisü vlsst. (Zimmcrmann.) — Mitius, Ein Familien- bild aus der PriScillakatakombe. (Künstle.) — Tsrcy, Die Hand- zeichnungen des Hans Baldung gen. Grien. — Ommor, v'amitiS. (Krieg.) - Meister, Erinnerungen an Johannes Janssen. (Widmann.) — Nissen, Heinrich Heine's Familienleben. (Egeii.) — Nachrichten. — Büchertisch. Linzer theol.-praktiscbe Quartalschrift. Jahrgang 1896. Expedition: Linz. Stifterstraße Nr. 7. Preis pr. Jahr 7 M. Inhalt des 2. HefteS: Gesellschaftslchre und canon- ischeS Neckt. Ein Antrittsvorlesung. Von Pros. k. Albert M. Weiß 0. vr. in Freiburg (Schweiz). — AuSzüge aus Ammiauus Marcellinus, welche für die Kircbengeschichte und Apologetik von Bedeutung sind. I. Sein Bericht über Julians des Apostaten Tempelban in Jerusalem. Von Professor vr. Chr. Lingen in Düsseldorf. — Der Begriff des Gelübdes. Von vr. Ph. Huppert, Rektor in Bensbeim (Hessen). — Gemeinschaftliche Schulmeßandachten im Allgemeinen. Von S. Degenbeck Pfarrer in Neichcnball (Bayern). — Eine Schulmeßandacht der Kinder im Besonderen. Von Pros. vr. Rudolf Hittmair in Linz. — Ueber die diminutiv dsneLeii durch Perionallasten. Von G. Romig, Seminarpräfect in Burghausen (Bayern).— Der Gesang bei der feierlichen Liturgie. VIII. Die Bedeutung der Orgel beim Gottesdienste und die wichtigsten kirchlichen Vorschriften über den Gebrauch derselben. Von Pfarrer Sauter, Präses des bohenzollern'schen B-zirks-Cäcilienvcreines. — Dein Andenken des großen Symbolikers. Von Jos. Kreschnicka, ReligionS-Professor in Horn (N.-Oe.). — Die Bergpredigt nach Matthäus (Cap. 5, 6, 7). Von Sl. Niesterer, Pfarrer in Müllen (Baden). — Waffen im Kampfe gegen den Socialismus. Von Joh. Langthaler, reg. Chorherr und Stistshof- meister in St. Florian (O.-Oe.). — Pastoral-Fragen und -Fälle. U. s. w. Bei der Redaction eingelaufene Bücher und Schriften. Ihre Kreuzersonate. Aus dem Tagebncke der Mdme. Posdnidschew. — Die Naturheilmethode bei Fettleibigkeit und Verfettungskrankheiten (Bd. X der Bibl. der ges. Natnrheilkunde) von vr. mod. Karl Reiß. — Ischias (Hüftweh), Wesen, Entstehung und Heilung von vr. Paul Bcrger. Verlag von Hugo Steinitz, Berlin 81V., Charlottcnstr. 2. Die Cisterzicnser-Abtei Klosterlangheim mit den Wallfahrtsorten Vierzehnheiligen und Marien- weiher mit drei Holzschnitten. Von vr. I. Baier, Würzburg, Andreas Göbel, 1896. 8°. 48 S. Preis 50 Pf. Heilige Kreuzwegandackt (Franziskanertcxt). Mit oberhirtlicker Genehmigung. Würzburg, Andreas Göbel's Verlagsbuchhandlung. Preis 10 Pf. Vcrantw. Redacteur: Ad. Haas in Augsburg. — Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg.