Nk-.ro 15. Mas 1896. Johann Adam Mähler. Ein Gedenkblatt zu seinem hundertjährigen Geburtstag (6. Mai) von A. G. (Schluß.)*) Mähler stand jetzt auf der Hohe seines Ruhmes, Kirchenfürsten, Gelehrte — selbst Protestanten — waren einig über seinen Nuhm. Freilich erschienen, wie dies als selbstverständlich vorausgesehen werden mußte, bald auch kleinere und größere Streitschriften gegen die Symbolik seitens der Protestanten, doch sei es mit Freude erwähnt, allermeist in ganz anständigem Tone gehalten, nicht in's Blinde hineinschreiend, krakehlend und schimpfend, wie dies in unserer Zeit mitunter sehr oft der Fall ist. Auf eine Gegenschrift sei hingewiesen aus dem Grunde, weil Möhler durch dieselbe zu einer zweiten Schrift dieses Inhalts veranlaßt wurde. Es ist die Schrift des Professors Dr. Baur in Tübingen mit dem Titel: „Der Gegensatz des Katholicismus und Protestantismus nach den Principien und Hauptdogmen der beiden Lehrbegriffe mit besonderer Rücksicht auf Möhler's Symbolik." Möhler erwiderte auf diese Schrift mit seinen „Neuen Untersuchungen der Lehrgegensätze zwischen den Katholiken und Protestanten :c." Es ist dieses Werk eine Bereicherung der Symbolik, würdevoll sind die wissenschaftlichen und persönlichen Angriffe des Gegners zurückgewiesen. Die Biographie, welche seiner Symbolik vorgedruckt ist, sagt: „Von dieser Zeit an änderte sich die Stellung Möhlers an der Universität Tübingen. Es hatte den Anschein, daß man mit wissenschaftlichen Argumenten die Blöße nicht genug verdecken zu können meinte, und glaubte sich bemüßigt, eine Polemik zu ergreifen, welche ihm den längeren Aufenthalt in Tübingen verleidete und den Wunsch in ihm erzeugte, einen andern ruhigeren Ort für seine Lehrthütigkeit aufzusuchen." Einen solchen fand er durch das Entgegenkommen Döllingers an der Ludwig- Maximilians-Universität zu München, wohin er durch König Ludwig I. von Bayern berufen wurde. Einen gleichzeitigen Versuch Preußens, Möhler für Bonn zu gewinnen, wies dieser, mißstimmt durch frühere Erfahrungen, kurzerhand zurück. So übersiedelte Möhler im Frühjahr 1835 nach München, von seinen Freunden und den Studireuden freudig empfangen. Er hielt exegetische Vorlesungen, dann las er Kirchengeschichte und Patrologie, und fühlte sich, wie aus Briefen hervorgeht, glücklich und zufrieden in seinem neuen Vaterlande. Leider sollte das Glück nur ganz kurz dauern. Nie recht gesund, wurde er zu allem hin im Anfang des Wintersemesters von einem Cholera-Anfall betroffen, später zwei Monate lang von der Grippe, so daß er auf den Rath der Aerzte nach eingetretener Besserung nach Meran ging, um seine zerrüttete Gesundheit herzustellen, von wo er auch anscheinend neugestärkt an seinen Wirkungskreis zurückkehrte. Gesund sollte der junge Gelehrte nicht mehr werden, die Lungenschwindsucht hatte ihn erfaßt und hielt ihn fest mit eisernen Krallen. Auch sein Gemüth litt in Folge der bekannten Ereignisse in Köln und der gewaltthätigen Hinwegführung *) Betreffs einiger unrichtiger Angaben im ersten Artikel vgl. Kuöpfler, Jobann Adam Möhler, ein Gedenkblatt zu dessen hundertstem Geburtstag. (Mit einem Bilde MöhlcrS.) München, 1896. Wirwerden auf diese Schuitzurückkommrn. D. N. des Erzbischofs Droste-Vischering. Noch einmal wollte die preußische Regierung ihn an eine Universität berufen, Möhler nahm wieder nicht an — es war auch zu spät. König Ludwig, Bayerns erhabener Fürst, würdigte die Verdienste des Gelehrten des oftern, so besonders auch am Neujahrstag 1838 durch Verleihung des Verdienstordens vom hl. Michael. Am 8. Januar des genannten Jahres raffte sich Möhler noch einmal auf, begann seine Vorlesungen auf'S neue, schrieb noch einen Aufsatz über „die neue Bekämpfung der katholischen Kirche" unter schweren Leiden — es war seine letzte geistreiche Arbeit, sein Körper war siech geworden, das Klima setzte ihm bedeutend zu. Da gab der König ihm einen neuen Beweis seiner Huld und Gnade, er wollte das theure Leben seinem Lande und der Kirche erhalten und war der festen Meinung, ein milderes Klima werde Möhler stärken, weßhalb er ihm die erledigte Domdecanstelle in Würzburg alsbald nach dem Tode des seitherigen Inhabers verlieh. Möhler war über diesen Beweis zarter Aufmerksamkeit und Fürsorge seines Monarchen tief und innigst gerührt und schrieb nach dem Nekrolog seines Schülers und Kollegen Kühn an einen seiner Freunde am 25. März vom Krankenbett aus folgendes: „Die Gnade meines KonigS hat mich vor wenigen Tagen zum Domdechant in Würzburg ernannt. Der König hat mich in ganz besondere Affection genommen, wie es scheint, denn sobald der Tod meines Vorgängers ihm bekannt war, gedachte er meiner, weil ich mich in dem besseren Klima am Main und ohne die Last öffentlicher Vortrage am besten erholen könne, woran ihm gelegen sei. Daher wußte ich von der ganzen Sache nichts, bis man mich nach bereits unterzeichnetem Dekrete durch eine Botschaft au§ dem Ministerium des Innern wohl nur zum Schein noch fragen ließ, ob ich die Stelle auch annehmen würde.* So gut gemeint und so ehrenvoll diese Berufung war, so hat sie sicher Möhler nicht mit ganz ungemischter Freude aufnehmen können. Er erfaßte ja sein Lehramt, zu dem ihn der Himmel berufen, für welches Gott ihn mit so reichlichen Talenten ausgestattet hatte, in dem er bisher so herrliche Erfolge erzielte, mit einer Liebe und einer Begeisterung, wie selten ein Zweiter, die Trennung von diesem seinem Amte mußte also ihn sicher auch wehmüthig stimmen. Er ahnte aber noch mehr als dies. Nach Kühn äußerte er einem Freunde gegenüber, der ihn zur neuen Würde beglückwünschte, merkwürdiger Weise Folgendes: Er habe oft in der Geschichte die Bemerkung gemacht, daß Gott Personen, die er im Leben oft begnadigt hatte, am Ende, zur Trennung von dieser Welt, noch mit dem Schimmer einer zeitlichen Würde über- kleidet habe. Er könne es, ohne undankbar zu sein, nicht verhehlen, daß Gott ihn mit vielen Gnaden überhäuft habe, aber nun möge wohl auch an ihm sich jenes Vorzeichen erwahren. Seine Ahnung wurde leider nur allzubald zur vollsten Wahrheit. Katarrh und Heiserkeit nahmen zu, die Fieber zehrten die letzten schwachen Kräfte auf, in der Charwoche empfing er die heiligen Sterbsakramente und ordnete seine zeitlichen Angelegenheiten. Am Gründonnerstag dem 12. April entschlief er ruhig im Herrn im Beisein seines Beichtvaters Dr. Alois Büchner, der nicht von seiner Seite wich. Kurz vor seinem Tode sagte er, vom Schlummer erwachend: „Ach! jetzt hab' ich's gesehen, jetzt weiß ich's, jetzt wollte ich ein BuÄ 154 schreiben, das wüßte ein Buch werden; aber jetzt ist's vorbei!" Es war vorbei, viel zu früh nach menschlicher Meinung, denn Möhler hatte das zweiundvierzigste Jahr noch nicht zurückgelegt; jung an Jahren, reich an Verdiensten starb er und wurde am Charsamstag dem 14. April bestattet, tief betrauert von seinem König und beweint von feinen vielen Freunden. Im Jahre 1842 wurde ihm auf seinem Grabe ein sehr schönes Denkmal errichtet, ein Werk des Meisters Josef Entres in München; der Magistrat der Stadt München schenkte den Grabplatz der theologischen Fakultät. Die Grabschrift lautet folgendermaßen: lloboiinso Läoimis Llillilor. 8Z. Ilisologlos voetor. st. llrokossor. I?: 0: in Ilnivorsitato I'neding-onsi. er. Llonoosvm. 6oM: 6o.tcksär: IViroebm'A: Oocanns. vLsig'ii: Oräiiu 8t,: illiodool: zwo. mvritis. lllgues. diatns . Ig'orgbsmii. in IVnertonrberg'L. xoiäio . dlon. lllojas . 1796. Vskeusor. lkiäsi. Illtorornm . Vsens . bloelosios Lolnmen. Obiit. Ilonnobii. priäis. Iclns. Lxril. 1838. Noch sei bemerkt, daß in der neuen Kirche seines Geburtsortes dem frommen, gelehrten Sohne ein Denkmal errichtet wurde. Sofort nach dem Tode erschienen sehr viele, edel gehaltene Nekrologe von Freunden und Bekannten in Zeitungen sowohl, als in Zeitschriften. So sagt u. a. ein am Tage nach der Beerdigung des Seligen erschienener Nekrolog in der „Allg. Zig.": „Möhler erwarb sich in kurzer Zeit allgemeine Liebe und Verehrung; über den hohen Werth dieses Mannes war nur Eine Stimme. Tausende in Deutschland, ja in Europa, werden den Verlust eines solchen Mannes als einen unersetzlichen fühlen. Durch seine Werke steht sein Ruf als der eines der ersten ka- iholischen Theologen neuerer Zeit fest gegründet. Gewiß ist, daß die große, fieberhafte Aufregung, in welche ihn die kirchlichen Ereignisse der neuesten Zeit und ihre so tief greifenden Folgen versetzten, wesentlich — auch nach der Erklärung der Aerzte — mit zu seinem Tode beitrugen." Der protestantische Dekan Kling in Marbach sagt in der Nealencyklopädie für protestantische Theologie von Herzog über den Verblichenen u. a.: „Möhler war ein Epoche machender Geist und ein hellscheinendcs Licht in der römisch-katholischen Kirche unserer Tage, und auch die evangelische Kirche, von der er vieles empfangen hat, hat ihm einerseits viele Anregung und Belehrung zu verdankn, sowohl unmittelbar als mittelbar." Der Biograph lobt sodann seine „aufrichtige Frömmigkeit, seinen hohen änlichen Ernst, sein zartes und feines Gemüth, seinen klaren, ausgezeichnet gebildeten Geist, seine feste und entschiedene Persönlichkeit" und schließt mit folgenden schönen Worten: „Wir aber, in fester Zuversicht, daß er jetzt in hrllrm Lichte schaut, was ihm hienieden dunkel geblieben, preisen ihn selig, daß er überwunden hat und, dem Kampf entrückt, des Friedens genießt, den seine Seele liebte und suchte." Garns schließt sein Werk übe» Möhler mit folgenden Worten: „Was Papst Gregor XVI. in seiner Allocution vom 21. November 1845 über den Tod des Clemens August, Erzbischof von Köln, sagte, das dürfen wir auch zum Theil auf seinen Vorläufer (Möhler) beziehen: „Kraut illustris st slarus luit in tsrris, sis st in ovslis, orriu oranilru8 iis, rsui nci justitirrrrr erudiunt wnltos, cfnrrsi stelln. tulZsat in xsrxstrurs rrstsrnitatss." Nur Einer wagte es, einen Stein aus Möhler zu werfen in seinen „Erinnerungen an Möhler", so dgß selbst ein Recensent in der „Allg. Ztg." gesteht, daß ihn diese Erinnerungen „angewidert haben, und zwar gründlich", und dieser Eine ist Dr. David Friedrich Strauß. Der Name genügt vollauf, um die Gesinnung zu erkennen! Vgl. hierüber Knöpfler, a. a. O. S. 94. Der selige Möhler war groß von Statur, aber schmächtig und zart gebaut; seine äußere Haltung stets edel, voll Würde und Anstand; seine Gesichtsbildung fein, regelmäßig und einnehmend; in seinem großen dunklen Auge ein sanftes Feuer, welches über das sonst leidend blasse Antlitz eine unbeschreibliche Anmuth ausgoß. Wie seine Körpercomplexion, so war auch seine Stimme zart und schwach, aber wohlklingend, sein Accent rein, ohne das Widerliche einer besondern Mundart. Wer ihn daher auch nur das erstemal gesehen, fühlte den angenehmsten Eindruck seiner Erscheinung. Er redete in der Regel wenig, aber was er sprach, war tief gedacht, der Ausdruck nicht gekünstelt, aber gewählt. Möhler war ein frommer Priester, sein Wandel stets tadel- und fleckenlos, aufgebaut auf die Grundtugend der Demuth. Ueber die Gelehrsamkeit Möhlers braucht weiter kein Wort mehr geschrieben zu werden, es gebührt ihm unstreitig ein Platz unter den Gelehrten ersten Ranges seiner Zeit, die Lehrgabe war ihm im vorzüglichsten Grade eigen, er hielt seine Vortrage in der Regel alle frei in einfacher Sprache. Wir schließen mit den schönen Worten, die einer seiner Schüler, Josef Heß in München, ihm nachgerufen: „Wer fühlt nickt die Seele sick erheben, Wenn ihm die Brust vom beil'gen Dränge schwoll, Wenn ihm der Mund von krastcrfülltcm Leben Aus reinster Tiefe strömend übergärst? Wer je au solchem Borne sich crguickct, Der ging gestärkt im Herzen und beglücket, Den trieb es immer wieder, und er ging Zum Quell, wo er den ersten Trost empfing. Und wenn der süße Wohllaut seiner Rede L>anit zitternd in die tiefste Seele klang, Wenn Gottes Geist um seine Züge wehte Und feinen wunderbaren Blick vurckdrang: — Wer kann es sagen, was in jenen Stunden Mit ihm ein Jeder selig mitemvfundcn; Was jeden wieder im geraden Flug Zur Höhe seiner Christenwürde trug?" Pfülf, 8. Cardinal von Geiste!. Aus seinem handschriftlichen Nachlaß geschildert.*) Aus der Pfalz. Spät schreibe ich über Pater Otto Pfülfs „Cardinal von Geissel", aber ich schreibe. Hätte ich dem Reize des pfälzischen Nationaljtolzes nachgegeben, so würde ich das Werk unseres Spcyerer Jesuiten über unsern größten Pfälzer Landsmann von vornherein schon der ganzen Welt empfohlen haben, nicht bloß zum Lesen, sondern auch zum Anschaffen, denn man muß die Bücher seiner Freunde, pflegte unser seliger Molitor zu sagen, nicht bewundern, sondern kaufen. Nachdem ich nun das Werk über Geissel kenne und zahlreiche Beurtheilungen desselben gelesen und gehört habe, kann ich es auch in der „Postzeitung" mit um so besserem Rechte zum Kaufe empfehlen. Wir wollen nicht darüber streiten, ob die zwei Bände eine biographische Documentensamm- lung genannt werden müssen, oder eine documentarischc Biographie; wir wollen uns vielmehr mit einem der gelehrtesten, aus den Zeiten Geissels noch überlebenden Theologen darüber freuen, daß wir eine solche Darstellung des Lebens und Wirkens unseres großen Cardinals über- *) Frciburg, Herder. 2 Bände ö. 9 M., geb. M. 11,50. 155 Haupt besitzen. Alle Urtheile sind darüber einig, daß dieses Werk die Schranken einer Biographie weit überschreitet und ein gutes Stück neuester Kirchengeschichte Deutschlands bietet. Wer die gegenwärtige Lage des Katholizismus in unserem Vaterlands aus ihren Ursachen verstehen lernen und mit gutem Erfolge für die Zukunft der deutschen Kirche fortwirken möchte, sollte Pfülfs Leben des Cardinals studiren und benutzen. Es ist ein Buch zur Belehrung für Könige, Staatsmänner und Kirchen- fürsten, wie auch eine Fundgrube für katholische Redner und Publicisten. Aber auch die beschaulichem Leser, die sich bloß persönlich unterrichten und erbauen, die Leid und Freud' des kirchlichen Lebens mitmachen wollen, können aus Psülfs „Cardinal v. Geissel" bestimmter und genauer sich darüber aufklären, wofür sie bangen und hoffen, wofür sie in ihrem engern Kreise wirken und in ihrem stillen Kämmerlein beten sollen. Mit Bewunderung sehen wir da, wie unter dem Fortwirken ererbter Frömmigkeit durch jene von Colmar und Liebermann erworbene wissenschaftliche und kirchentreue Richtung, besonders aber durch die Anhänglichkeit an den päpstlichen Stuhl, aus dem frohgeselligen poetischen Pfälzer ein Bischof wurde, dessen Beredsamkeit an Bossuet, dessen Herrschergeist an seinen Vorgänger, den großen Anno, und dessen neubelebendes Wirken an den Apostel Deutschlands erinnert. Es ist kein schön'rer Anblick in der Welt, Als einen Fürsten seh'n, der klug regiert. Geissel hatte bereits in der Kirchen- und Schul- verwaltung mit dem weltlichen wie auch geistlichen Bureaukratismus amtlich und publicistisch so viel gckämpft, daß er selber, zum Negieren berufen, nicht bloß klug, sondern apostolisch regiert hat, mit Geduld, mit Beharrlichkeit, mit Eifer, mit Liebe. So gelang es ihm, ohne der Sache zu vergeben, mit Leuten der verschiedenartigsten Richtung wenn nicht gerade immer gut, so wenigstens doch nicht schlecht zu stehen und durch Schwierigkeiten hindurchzukommcn, die man für unüberwindlich halten mußte. Die Freundschaft des Königs Ludwig I. und seines Ministers Abel hatte schon in der Pfalz dem Bischof Geissel ein über die Schranken des Bureaukratismus Hinausgreifendes Wirken ermöglicht. Die bis zur Vertraulichkeit gehende Zuneigung des geistvollen Königs Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, welchem Geissel durch König Ludwig empfohlen war, half ihm durch ihr fast in jedem Anliegen gewährtes Entgegenkommen gegenüber dem Mißtrauen der rheinischen Bevölkerung, gegenüber den sectirerischen Umtrieben des Hermesianismus und Nongeanismus und im Kampfe gegen die mit allen katholikenfeindlichen Bestrebungen einverstandene Pietistische preußische Bureaukratie. So sehen wir denn unsern Geissel zuerst das Vertrauen des alten Erzbischofcs Clemens August und bald auch das seiner Diöcesanen gewinnen, den Ausbau des Kölner Domes betreiben, die Hermesianer unschädlich machen, sein Domcapitel erneuern, das Vereinswcsen befördern, dem Ron- geanismus entgegentreten, mit Leuten wie Eichmann, Eichhorn, Bodclschwingh, Bunsen sich hcrumquälen, die ganze Diöcesanverwaltung neu organisiren, die Verfassung vom 5. Dezember 1848 schleunigst ausnützen, mit den katholischen Volksvertretern in den Provinzialtagen, im Landtage und im Frankfurter Parlamente in lebendige Beziehung treten, die preußischen und deutschen Bischöfe um sich und um den hl. Stuhl einigen (Würzburger Versammlung) und dadurch auch das katholische Volk durch ganz Deutschland fester um seine Hirten schaaren, Knabenseminare zu Neuß und Münstereifel gründen, den wich tigsten Verein unter allen, den Geselleuvereiu, pflegen, durch großartige Kirchenfeste dem religiösen Leben begeisterten Aufschwung geben, zahlreiche Klöster und Ordenshäuser errichten, für das Recht der Kirche auf die Schulen eintreten, die katholische Wissenschaft und Presse begünstigen, den Kircheugesang heben, die christliche Kunst auf jede Weise unterstützen, zahllose kleine und große Quälereien von Seiten der preußischen Bureaukratie aushalten, ein Provinzialconcil berufen, persönlich nach Rom zum hl. Vater reisen und sonst nach allen Seiten innerhalb und sogar außerhalb Deutschlands seinen Einfluß geltend machen. Die Kirchengeschichte von ganz Deutschland hatte sich an seine Person geknüpft. Der Papst schaute mit Stolz und Anerkennung auf den Erzbischof des deutschen Rom und verlieh ihm 1880 den Car- dinalspurpur. Der König Friedrich Wilhelm IV. gratu- lirte ihm mit den Worten: „Der Gedanke, die Besten der deutschen Kirche (Geissel und Diepenbrock) mit dem römischen Purpur zu bekleiden, ist Pins'IX., des durch Trübsal Verherrlichten würdig," und verlieh ihm 1885 den Schwarzen Avlerordeu. Auf dem Todesbette noch empfing Geissel die Nachricht, daß unter Zustimmung Napoleons III. eine starke Partei unter den Cardinälen ihn zum Nachfolger Pius' IX. ausersehen habe. Er sollte der „kommenden Heimsuchung", die er vorausgeahnt hatte, enthoben werden. Noch auf dem Krönungsfeste in Königsberg von Wilhelm I. und der Königin Augusta auffallend ausgezeichnet und vom alten Wrangel wegen seiner kühnen Worte gegen die Schändlichkeiten Piemonts mit einem Händedruck begrüßt, konnte er sich einer unheilvollen Vorahnung nicht erwehren. „Ich beginne zu fürchten, sagte er zu seinem Weihbischof, wenn ich sehe, was Alles in Deutschland zur Stärkung des Glaubens geschehen ist und geschieht. Solche Wunder und Zeichen deuten auf kommende Heimsuchung." Sechs Jahre vor dieser Heimsuchung ward er selber in gnaden- vollster Weise heimgesucht am 8. September 1864. Die Entstehung der Kaiserchronik. (Fortsetzung.) 8. 8. Wie nun, wenn der Dichter des Nolands- lieds, der sich als Pfaffen Konrad bezeichnet, mit dem erwähnten Bischof Kuno von Negensburg, den wir schon als Dichter des Auuolieds kennen gelernt haben, identisch wäre? In der That läßt sich manches zu Gunsten unserer Hypothese anführen. Denn 1. ist Kuno nur eine geläufige Abkürzung für Konrad; 2. steht von Bischof Kuno fest, daß er vor seiner Ankunft in Negensburg als Lehrer an der Hochschule zu Paris thätig war; er war mithin der französischen Sprache ohne Zweifel soweit mächtig, daß er eine französische Dichtung in's Lateinische übertragen konnte, um sie dann auf Befehl der bayerischen Herzogin in deutsche Verse zu bringen; 3. fällt die Dichtung in die Zeit seines Pontifikats, denn sie kann wegen der Verse 9024 und 9025 „Des (be)gchrte die edle Herzogin (— Gertrud, Tochter König LolharS) Eines reichen Königs Barn (Kind)" nur zwischen dem 29. Mai 1127 (an welchem Tage die Vermählung Heinrichs des Stolzen mit Gertrud stattfand) und dem 4. Juni 1133 (an welchem Tage König Lothar in Rom die Kaiserkrone empfing) entstanden sein. Nach Kuno's Tod aber (er starb am 19. Mai 1132) trat eine Zeit heftiger Kämpfe zwischen dem bayrischen Herzog und Kuno's Nachfolger Heinrich, Graf von Wolfratshausen, ein, welche einer solchen Dichtung nicht förderlich war. Demnach werden wir die Entstehung derselben wohl noch vor Kuno's Tod (um's Jahr 1130) anzusetzen haben. Für Kuno b) spricht auch die Anspielung auf den Markgraf Diepold, da letzterer der Gönner seines Freundes Gerwig war — der Kuno von Siegberg nach Negens- burg begleitet hatte — und diesen bei der Gründung deS Klosters Waldsassen kräftigst unterstützte (1130). Endlich fehlt es dem deutschen Nolandslied nicht an Anklängen an das Annolied. In V. 7979—81 kehren die Verse des Annolieds 443—446 fast wörtlich wieder. Der Ausdruck insr-Zurta (für Welt) findet sich Nolandslied V. 2942, der Ausdruck volarvia (für Schlacht) ebenda V. 699, 2073, 3847; vgl. auch noch V. 4370 mit Annolied V. 455 und 456. Aber auch die Kaiserchronik ist, wie längst H. Wclzhofer (Untersuchungen über die deutsche Kaiserchronik des 12. Jahrhunderts, München 1874) und W. v. Giese- brecht (Geschichte der deutschen Kaiserzeit 4. Bd. Braunschweig 1875 S. 399 f.) dargethan haben, in Negens- burg gedichtet. Die Anhaltspunkte, welche wir hiefür besitzen, sind folgende (s. E. Schröder a. a. O. Einleitung: „Die Kaiserchronik eines Negeusburger Geistlichen" S. 46 f.): 1. Keine Stadt ist darin so häufig genannt als Negensburg. Schon zu Anfang des Werks wird es als Gründung des Kaisers Tiberius aufgeführt, von dem eS den Namen Tiburnia habe, s. V. 683 f.r „Da er (Tiberiuö) die Heiden alle bezwäng, Da fuhr er in deutsches Land. Er kam zu einem Wasser, heißet Donau. Da griff er wohl zum Bau, Eine Stadt baute er da, Geheißen Tiburnia, Nun heißet sie aber NatiSbona." °) 2. An anderer Stelle wird Negensburg kurzweg als die „Hauptstadt" bezeichnet, wie außerdem nur noch Nom, s. V. 16822 und 14327. 3. Mit Vorliebe gedenkt der Autor der Einfälle der Ungarn und Böhmen/") durch welche auch Bayerns Hauptstadt bedroht war, und der in Negensburg abgehaltenen Hoftage. 4. Vers 7044 macht er einen Burggraf Wirnt °) Dr. Wilhelm Wald („Ueber Konrad, den Dichter des deutschen Nolanvslicdes", Programm des Gymnasiums zu WandSbeck 1879) denkt an Abt Konrad von Tegernsee (1131-55). °) Diese Nachricht taucht zuerst in der Nranslalio s. vio- nxsü trsoxagitae (Llon. 6orm. biet. 88. IX z>. 353) und in emer ebenfalls ,m 11. Jaln hundert gefälschten Urkunde des Klosters St. Emmeram in RcgenSburg aus (s. F. Jänner, Geschichte der Bischöfe von R. I S. 117: »iuxta muros eivitatns 'Izchuiinae, gnas a I'z'dsrio Oaesaro LuAuslo aoäiüeata. est, guas moüo vuloo axgellata e3t UkK'anioxureb-) und dürfte außerhalb Negensbnrgs nur geringe Verbreitung gesunden haben, vgl. noch die Annalen des Negeusburger Kanonikus Hugo von Lcrchcnfcld z. I. 783: »kriiuum apuci LeZsinoiiolim, guas et Latisbona. äioitur sl Liatosxolis st Iinbripolis et Niburnia, Iraereais b'olieiana. äsvinoiturr, und vita Lltwanni oap. 28. ") Bei einem derselben läßt er den Böbmcnkönig bis Sallern bei Negensburg vordringen, s. V. 7034. Im Uebrigen ist er über Böbmen gut unterrichtet und kennt sogar den Titel der böhmischen Großen (Suppane). Er bezeichnet den Böbmer- wald einfach als den „Wald" und ist aus das Volk der Böhmen als Nachbar schlecht zu sprechen > namhaft, wobei er offenbar einen Burggraf von Negensburg im Auge hat. 5. Bet der Schilderung der Heldenthaten, welche Heinrich der Stolze auf dem zweiten italienischen Feldzug König Lothars vollbrachte (1137), weiß er von einer kühnen List der „Abensäre" zu berichten, unter welchen nur die Abensberger verstanden sein können (sie verkleideten sich als Wallfahrer, verbargen aber Schwerter unter dem Pilgergewand und überrumpelten auf diese Weise das Kloster Montecassino). Endlich hebt er mit auffallender Betonung hervor, daß Graf Friedrich von Falkenstein (-Bogen), der Ne- gensburger Domvogt, im Jahre 1128 den Prätendent Konrad nach Italien begleitet und Bischof Heinrich von Negensburg im Jahre 1138 im Bunde mit dem Böhmen die Wahl dieses Konrad — der „ehe wider dem Reiche was" — zum deutschen Könige den Welsen zum Leide durchgesetzt habe. Alles dies beweist, daß der Verfasser der Kaiser- chronik mit den Negensburger Verhältnissen wohlvertraut und ein eifriger Anhänger der wclfischen Sache war, weshalb er auch dem Herzoge Heinrich d. St. und dessen Schwiegereltern Lothar und Nichenza, deren Negenten- tugenden er in den wärmsten Worten preist (V. 17169 f.), ein Gebet in's Grab nachsendet. Damit gibt er sich zugleich als Zeitgenossen dieser Fürsten zu erkennen, und wenn er daher einige Zeilen später (V. 17283) nach Erwähnung der Kreuzzugspredigt des hl. Bernhard zu Spcyer, welche Konrad bestimmte, das Kreuz zu nehmen (27. Dezember 1146), mitten im Satze abbricht, so liegt die Vermuthung nahe, daß ihn der Tod bei der Arbeit überrascht habe." ") Wie dem auch sei, jedenfalls sind die letzten tausend Verse nicht vor dem Jahre 1147 gedichtet (schon V. 16253 wird K. Heinrich II. als Heiliger angerufen, die Kanoni- sation Heinrichs II. erfolgte aber erst durch Bulle deS Papstes Eugen III. vom 14. März 1146). Andrerseits unterliegt es keinem Zweifel, daß der Verfasser noch zu Lebzeiten Konrads III. (gest. 15. Februar 1152) sein Werk abschloß, denn wie sollten wir es sonst erklären, daß er weder Heinrichs des Löwen, noch Friedrich Barba- roffa's mit einer Silbe gedenkt! Wahrscheinlich hatte er, als er die Schlußverse schrieb, sogar noch keine Ahnung von dem schlimmen Ausgang des zweiten Kreuzzugs, denn andernfalls würde er wohl kaum die Predigt des heil. Bernhard, der nach demselben mit Vorwürfen überschüttet wurde, als „süße Lehre" bezeichnet haben. Es dürfte daher das Jahr 1149 als spätester Termin der Vollendung des Werkes zu betrachten sein. Hier aber erhebt sich eine neue Frage: Wer ist der Verfasser der Kaiser- chronik? Die Antwort lautet: Ohne Zweifel ein Mönch von St. Emmeram in Negensburg, und zwar aus folgenden Gründen: n) Nur einem St. Emmeramer Mönche konnte eS beifallen, bei der Erwähnung des Kaisers Arnulf in anachronistischer Weise die Emmeramslegende einzuschalten (V. 15556 f>), da nur ein Mönch dieses Klosters darauf Werth legen mochte, daß Kaiser Arnulf das Stift St. Emmeram vor Zeiten reich bedachte (Ooäax aursus, usäiLuIa turritu). b) Gerade in der Bibliothek von St. Emmeram ") Erst hundert Jahre später wurde die Dichtung in Nc- gcnöburg fortgesetzt (bis auf den Tod Friedrichs II.), und eine einzige Handschrift führt die Geschichte bis in's Jahr 1274 (um 1281). waren sLon frühzeitig (schon im 10. Jahrh.) mehrere jener Werke vorhanden, welche der Dichter der Kaiser» chronik in ausgedehnter Weise benutzte (s. d. Bücher» katalog, welchen Abt Namwold, der Zeitgenosse des heil. Wolfgang, anfertigen ließ, bei Jänner a. a. O. I. S. 417 f.), nämlich: 1. lüiiri II s. Lilvestri — Silvesterlegende (heute oliv. 14540 der Münchener Staatsbibliothek Lw. K 43 vadr. 3. IX toi. 177 8H.: Lotus 8. Lilvsslri exissoxi urbis Komas; vgl. ebenda olm. 14704 — Km. (188 8. XI toi. 101 8^.: Vita et aotus 8. Lilvostri urstis Komas spiseoxi). 2. Kistsr I Olsmsntis — die sog. roooZnitiovss Olsmsvtis in zehn Büchern (heute «Im. 14253 d. M. St.-B. Km. 0 72 mstr. 8. IX toi. 5 8st.).^^) 3. Ein Kasmonals — Heiligenlegende (heute oliv. 14418 d. M. St.-B. Lm. L 41 ivlir. 8. IX). 4. Oesta Xaroli I. — Llonaestus LanZallsvsis. 5. I-ibsr vliroviooruiv — Kisron^mi (Lussbii) olirovioov. Der ersten Handschrift hat der Dichter außer der Legende der Siebenschläfer (toi. 226 8y.: Os8ta saoo- torniv VII riormisntium stui iv Lplioso äormiunt --- V. 6417—6442, V. 13491—13642) die Episode über Silvester V. 7806—10613, der zweiten Handschrift die Episode von Faustintan V. 1219 - 4038, also beiden zusammen den Stoff zu 5800 Versen entnommen. Dem Passionale entlehnte er die Legendendes SixtuS, FelicissimuS und Agapitus (s. tol. 37 sst. Do xassiovo 8Lvotvrurv Lixti, Ksliewmmi, L^axiti), des Laurentius (tol. 38 8H. Ks passious sanoti Kaursntii), des Hippo- lytus (tol. 41 8°) -Xcmnug Ligisirnrucls oob Lon. 6arl IX. bistorler« II. S. 117-18, 134-190. Vollstreckung, indem ihm bei lebendigem Leibe der Büttel das Herz aus der Brust riß und vor den Mund warf. Sterbend soll er noch durch den Ruf „Jesus, Maria" seinen katholischen Glauben bekannt haben. In seinem „Lobgesang auf katholische Märtyrer" äußert sich Messenius (Leoncl. 111. IX. xass. 56) hierüber folgendermaßen: »Uormngns primus ketrns Xrioius, tzuä Ouiuxianus mortuus in üäs Lostusguo ülazorum üäslis, 8s morisr guo^us oonütstur; Perro rossotum xeetus is iuschcit, 6nm Nktrs llssum suavitsr iuvoeat; vuin 6oräs privutus, suprswam Marteret ex aaimo gaerstam. Die Palmskiöld'sche Sammlung der Universitätsbibliothek zu Upsala") enthält folgende auf Petrosa bezügliche Notiz: »Detrue Hoinaiiovits, HeZi8 6aroli noni aä Oaesarera Uu-Iolluiu I-e§atu8, laetionis I'olouieas convictus, corairr orc1ini5u8 OsreffroZius, lrorrenäo uüksetue 8uxx1ioio. tzui anto martern 86 eatlrolieum 6886 xulum 60 irt 68 tatus, xro 8ui UvAmuti8U8- 86rtiori6 ta.irta.8 xrocluxit ratioirse, ut äootor Ic>1rarrii68 Unumanirus xostrirliü illas xro Loireioire retutare rvZaretur." Es wäre sehr zu wünschen, daß Nachforschungen in den schwedischen und polnischen Archiven gepflogen würden, um darüber Klarheit zu schaffen, ob Erici thatsächlich sich in Conspirationen gegen seinen Landesherrn eingelassen habe, oder ob er lediglich als Opfer seiner Glaubenstreue unter dem Vorwand des Verraths den Martertod für Christus und seine Kirche erlitten hat. 8 13 - Der letzte jener finnischen Jünglinge und Männer, welche in auswärtigen Jesuitencollegien studirten und dadurch veranlaßt wurden, mehr oder minder vollkommen zum Katholicismus überzugehen, war ein Sohn des protestantischen Bischofs von Abo, Erich Erici Sorolainen. Zum Unterschied von feinem Vater nannte sich derselbe Lrieue lH> 06 U 8 i 8 flunior oder auch Lrierm Urioi Uffosiwm. Bei seiner Geburt") bekleidete der Vater wahrscheinlich die Stelle eines Rektors in Gefle. Die Mutter, deren Familienname nicht feststeht, dürfte eine Schwester der Gattin des (prot.) Dompropstes von Vestcras gewesen sein. Sie war 1607 bereits unter den Todten. Eine Schwester Erikssons hieß Birgitta. Nachdem derselbe (vermuthlich) die Schule zu Abo mit bestem Erfolg besucht hatte, begab er sich zunächst nach Schweden zu dem obengenannten Dompropst von Vesteras, Salomon Birgeri Wallcnsis, und knüpfte dort mit dessen Tochter Anna ein Liebesverhältniß an, das nicht gerade platonisch gewesen oder wenigstens geblieben zu sein scheint. Im Uebrigen war er darauf bedacht, sich einflußreiche Beziehungen zu schaffen. Im Jahre 1600 bezog er die Universität Rostock, später wohl auch Jcsuiten- schulen und ging dann nach Krakau, wo er den Kaplan des Königs Sigmund, den durch seine „Viti8 Hgui- lonia," bekannten Johann Vastovius kennen lernte. Nach erfolgten: Ucbertritt zur katholischen Kirche verweilte er zwei volle Jahre im OolleZium Oermuuioum. Seine Hoffnung, vom Vater Geld zur Heimreise zu bekommen, schlug fehl, zumal der junge Mann sich zum Schrecken feiner Eltern die Priesterweihe ertheilen ließ. So mußte -°) X. XIII. venealoA. 8v. 6otb. Pom. XUV. Lit. R. kars III. S. 185. ») Circa 1580 (?). er für's Erste noch in der Stadt am Tiber verweilen. Später soll er sich über Deutschland nach Polen begeben haben. Die Heimath sah er niemals wieder; wahrscheinlich zu seinem Glück, denn wie leicht hätte ihn das traurige Schicksal anderer Convertiten treffen können, von denen die schwedische Regierung die Wohlfahrt des Reichs und der lutherischen Kirche gefährdet erachtete. Katholische Sympathien zu hegen, war damals im Wasa- reiche ebenso hoffnungslos wie gefährlich. Aus gleichem Grunde stockte bald der Zugang von Schweden und Finnen zu den jesuitischen Lehranstalten und hörte allgemach ganz auf. Es beweist dies ein Vraunsberger Visitationsprotokoll vorn Jahre 1741. Die Frage: „tznurs ox rsZais et xrovinoiis, xro c;uil>us 68b tacta l'unduckio, non 8U8oixig.ntur juvon68?" wurde folgendermaßen beantwortet: „Lt hniäein Hnod Lvetiana, Ltotlrinin, Vundulinw, HorvoZium, Oaniarn attinot, luorunt primitrm udmissi juvenös Iruinrn irationaur ^uairr xluriini, nb eonstab ox raabrioula. ulunrnornur U8<^no ad lanaxora (tai'oti Lveoi, LiZlsrnnndo III. rsZi ?o1onia,6 rofföllis, yni ex odio contra, trnno regoin conoexto duv8 sx Lveois, ^ni in ulnnrnatn lusrant, czuusi onnr rege kolonia.6 oons^irnssent, orndelissiino snxxlioio nü'ecit, xroinnlgnta. insnxsr lege, N6 nlluL xost trac Kvecoruin alurnna-tnin Lrun8derg6N86rn ingrediatur, ant aliffi apnd de8uitN8 Student, snii a,inis8ion6 donornin suaec^ue lraeredi- tnti8 nunc;narn ndeunda.6, xo3t osnod dscretuin rnrns ex Luevia. et Ootffiu Iino venit, nrodo ssverioridus legrffus in 60 regno nd lavorern Iiaereseos tubri- cutis,^) piano nullu3.") Neceusiouen und Notizen. Heinrich Naspe. Drama in 4 Auszügen von Dr. Franz K lasen. Zweite, neu bearbeitete Auflage. München, Lentncr. 1896. VI, 111 S. M. 1.50. -v- Es ist unbestreitbar ein erfreuliches Zeichen, daß Klasens „H. Naspe" in Jabressrist bereits neu aufgelegt werden mußte. Ueber die erste Auflage babcn wir in Nr. 1 der Beilage vorn 4. Januar 1895 ausführlich berichtet. Wir können heute darum Inhalt und Geist des Dramas als bekannt voraussetzen und wollen nur auf das ueu Bearbeitete hinweisen. Das Stück hat in seiner zweiten Auflage eine thatsächliche Verbesserung erfahren, es hat bedeutend gewonnen. Nicht nur in formaler Hinsicht, in Sprache und Metrik, sondern auch im inneren Organismus. Vers und Ausdruck sind gefeilt worden, wie ein Vergleich der beiden Auflagen leicht ergibt. Der dramatische Ausbau ist fester gefügt, die Struktur straffer geworden, vieles tritt plastischer heraus. Die erste Scene des II. Aktes zeigt eine völlig umgemodelte Gestalt, und, waS wir bei unserer citirtcn Besprechung glaubten ehedem aussetzen zu müssen, den Mangel an Entwicklung und Erklärung im Charakter NaSpcS, daö ist behoben Worden. Ebenso kommt der inneren Geschlossenheit des Ganzen es sehr zu statten, daß der III. Akt jetzt mit dem titanen- trotzigen Selbstgespräche NaspeS schließt und nicht mehr mit der süßen Abschiedsaric der Elisabeth: „Ich wollt' nach Ungarn gehen." Elisabeth bleibt überhaupt da, Naspe läßt sie (IV. 1) einkerkern, und am Schlüsse des Dramas erscheint sie versöhnlich nochmals an der Leiche ihres Uebelthäters. Die Geister- crscheinungcn in IV, 3 der alten Auflage sind weggelassen, dasür führt der Dichter den jüngeren Bruder Konrad zu einem psychologisch wichtigen Gespräche mit Heinrich Naspe ein. Ucberhanpt haben die neuen Zuthaten und die Streichungen und Kürzungen den Helden sowohl wie die Hauptpersonen des Stückes uns menschlich näher gerückt. Bei einer Vühneuauffübrung würde der Dichter ganz gewiß sich auch noch zum Weglassen der Ansprache Elisabeths an den Geist ihres Gemahls bekehren (vgl. unsere Gründe in der angeführten Besprechung). Einer solchen ") sind jetzt abgeschafft und bestehen katholische Gemeinden in Stockholm, Göteborg, Malmö, Gefle; auch im finnischen Abo cxistirt wieder eine katholische Gemeinde. *°) Aufzeichnungen AhlqufftS im Schwcd. NeichSarchiv. Ausführung aber und nicht minder einer verbreiteten Lektüre des „Heinrich NaSpe" möchten wir hiemit angelegentlichst daS Wort reden. _ Veronika. Schauspiel in 3 Aufzügen von Emilie NingS- eis. Vierte, verbesserte Auflage. Freiburg, Herder. 1895. 8°. 91 S. M. 1,40. -o- Die Lektüre dieses ergreifenden und erhebenden Schauspiels erweckt im Leser das lebhafte Gefühl des Schmerzes über den großen Verlust, welchen mit dem Hingänge von Emilie Ringseis am 4. Febr. 1895 die Dichtkunst, namentlich für unS Katholiken erlitten hat. Die Persönlichkeit der Verblichenen, speciell ihre literarische Bedeutung, ist damals in Nr. 9 und 10 der Beilage von feinsinniger Hand in einem verständnißvollen Bilde uns vorgeführt worden. Wir dürfen darum von einer besonderen Würdigung des Schauspiels „Veronika" absehen, dessen Kenntniß ohnehin bei einem Kreise katholischer Literaturfreunde vorausgesetzt werden kann und das mit seinem 1. Erscheinen 1854 bezw. der Jnscenirung im Museum zu München 1857 den Dichterruhm von Emilie Ningseis begründet hat. Heute liegt es in 4. verbesserter Auflage vor. Freilich moderne Theatergänger wird das Stück nicht befriedigen, und auch dem „Sebastian" würden sich die Pforten des k. Nesidenztbeaters zu München nicht mehr öffnen wie anno 1863. Heute lädt man dort Madame Judic zu Gast, und die jetzt beliebte Dramatik hat zum Zweck nicht nach der Auffassung eines Aristoteles die Reinigung von Leidenschaften, sondern die Erregung derselben. Das göttliche Drama von Joh. Gruber. Paderborn, Schöningh. 1896. kl. 8°. 44 S. M. 0,80. -e- Der verstorbene F. W. Weber hat dem Verfasser auf die Lektüre dcS Büchleins hin einige liebenswürdige Zeilen geschrieben, die zur Empfehlung vorausgedruckt sind. Die Dichtung, in 1 Prolog, 3 Theilen und 1 Epilog, bietet thatsächlich „in edler Form edle Gedanken". Allein das Drama der Welt bezw. der Kirche Gottes vom Engelsturz angefangen in etwa 120 sechsseitigen Strophen reimloser spanischer Trochäen vorzuführen, ist doch ein grandioser Vorwurs, der ein Genie fordert. Verskünste aber wie die folgenden erzeugen da wenn auch unfreiwillige Komik vom Genre des sel. Herrn von Miris: S. 35: „Manichäer, Pelagianer, Methodisten, Puritaner, Nestorianer, Janscnisten, Zwinglianer, Calvinisten, Panthcisten, Philosophen, Socialisten, Theologen, Anarchisten, Materielle Wiedertäufer, Rationelle Forscher der Natur, Waldenser, Herrenhuter, Albingenscr ... u. s. w. Manassewitsch B., Die Kunst, die arabische Sprache durch Selbstunterricht zu erlernen. II.Aufl. 8°. VIII-s-186 SS. 1895. M. 2 geb. Seidel A., Praktisches Lehrbuch der arabischen Umgangssprache syrischen Dialektes. 8°, VIII 190 SS. 1895. M. 2 gbd. Wien-Leipzig, A. Hartlcben. Hartmann M., Arabischer Sprachführer: ConverfationS- wörterbuch für Reife und Haus. 32°, XII -s- 313 SS. M. 5 geb. Wien-Leipzig, Bibliogr. Institut. 1895. (II.) Harkouollo los., I>6 ckraFoiuan arabs: 6uicko pratiguo cks I'arabs parls. 12°, pp. XVI -s- 354. Ir. 5 rel. Lsv routli, Iiibrairio catholiguo. 1894. k Mit dem wachsenden Interesse, das der Orient in Anspruch nimmt, mehrt sich auch die Zahl derer täglich, welche sich an das Studium dcS Arabische» heranwagen, wie auch die Hilfsmittel immer reichlicher werden, welche uns die Kenntniß einer der allerschwierigstcn Sprachen zuführen wollen. Leider steht der Werth dieser Bücher in keinem Verhältniß zu ihrer Menge. In Hartlcbenö „Kunst der Polyglotte" war die arabische Grammatik von Manasscwitsch schon die schlechteste mit Auszeichnung : sie wimmelte von Fehlern und bewies in jeder Zeile, daß ihr Verfasser seiner Aufgabe nicht gewachsen war. Nach seinem Tode hat sich vr. Bohatta des Buches erbarmt und war — wie er allzu mild urtheilend sagt -- „redlich bemüht, die zahlreichen Druckfehler und sonstigen Irrthümer, die sich in das Werk eingeichlichen hatten, zu verbcsscn". Er hat neue Beispiele hinzugefügt, die Orthographie in der Transscription einheitlich durchgeführt und die Vulgärsprache mehr berücksichtigt. Daß er sich WahrmundS Lehrbuch zum Muster genommen, konnte nur zum Vortheil gereichen. So ist auS. 160 einem gänzlich werthloscn und geradezu irreführenden Buch ein zwar sehr dürftiger, aber doch nicht unbrauchbarer Leitfaden für die allererste Bekanntschaft mit dem Arabischen geworden; die Ausstattung ist vorzüglich, der arabische Druck klar und deutlich. — DaS Lehrbuch von Seidel behandelt nur den syrischen Dialekt, und zwar nur in TranSscriptions-Text, gegen den sich Einwendungen machen ließen. Die arabischen Lesestücke sind mit einer zum Rückübersetzen eingerichteten Uebersetzung versehen, was wir nur billigen können, denn mit Uebungen, die keine Controle geben und vor Fehlern nicht sicher bewahren, ist für das Selbststudium nichts gedient. Wer aus dem Bücke etwa erst die Elemente des Arabischen lernen wollte, würde sich gründlich enttäuscht finden. Die Beispiele, wie auch der Wortlaut der Regeln (z. B. über die Femininbildung) würde ihm ganz unverständlich sein, ja geradezu verkehrte Begriffe beibringen. Für den aber. der die Elemente der arabischen Grammatik schon überwunden hat, ist das Buch von Seidel sehr lehrreich, beton» derö aber überaus brauchbar zur Vorbereitung für das Verständniß der Sprachführer von Hartmann und Harfonchc. worauf Seidel ja ausdrücklich Bezug nimmt. Leser, die wissen, wie unbeständig und regellos die Aussprache der arabischen Umgangssprache ist, werden sich nicht wundern, wenn Seidels Angaben von denen anderer Autoren (z. B. Wabrmund) ganz bedeutend abweichen. — Der Sprachführer von Hartmann, für Anfänger ein Buch mit sieben Siegeln, ist für den Kenner des Schriftarabischcn ein vorzüglicher, unentbehrlicher Reisebegleiter, der in seiner neuen Auflage an Knappheit und Deutlichkeit bedeutend gewonnen hat. — Auch das Büchlein von Harfoucke, Professor an der Jesuitenunivcrsität in Beiruth, kann dringend empfohlen werden. Es ist wieder ein neues Glied in der Reihe der billigen und trefflichen Lehrbücher, durch welche sich die Druckerei der Jesuiten um Verbreitung der Kenntnisse in arabischer Sprache und Literatur verdient zu machen nicht müde wird. ^ 8ssburA Rr., ckosspd Hageln: 8esnss äs !a vis ck'un Zravä artists, traäuib xar .1. äs Rostmx. 8" x. 240. 'i'ours, L. lllams, 1895. (V.) Rr. 2,00 rsl. LssdurA Rr., ^ nsvslönö: koräitotta Lanleovits. 8°x.II-s- 496. Luäaxost, Na^el, 1895. ü. 2,00. a Für höhere und niedere Töchter, deren erste Pflicht es sein muß, französisch zu plappern, dürste es interessant sein, zu erfahren, daß Franz Hackers (Franz von Seeburg) rührende und gemüthöticfe Erzählung „Joseph Haydn" in einer sehr schon ausgestatteten und auch recht hübsch illustrirten französischen Ausgabe vorliegt; man begreift nur nicht, wie es möglich ist, ein solches Buch gebunden um den Preis von 2 Franken zu liefern; die deutsche Ausgabe (2. Aufl. Regensburg, Pustet. 16°, 440 SS.) kostet mehr als das Doppelte, ohne Bilder zu enthalten. — Desselben Verfassers „Marienkind" ist von einem »lllaA^ar omber- auf die Puszta verpflanzt worden, ohne dadurch ein naturkräftigereS Gebilde geworden zu sein, nur den Namen mußte es ändern in »Nsvslönö« (Erzieherin), vermuthlich weil die ungarische Sprache kein passendes Wort hat für diese Kindschaft, die sich bei uns zu Lande weichherzige fromme Seelen in besonderem Maße zulegen. Die deutsche Ausgabe des „Marienkind" liegt bereits zum siebenten Mal (16°, 546 SS. Rcgensburg, Pustet. 1895. M. 4,70 gcbd.) vor — ein Beweis für die Beliebtheit thräncnscliger Lectüre. Rituals Lomauuw Rauli V. p. w. z'nssu säitnm st a Reneäioto XIV. auotum st oastiAatum oui novissima. aeoeäit Lsnsäivtionum st Instrustionuru apxenäix 4° xp. VIII -s- 228 -s- 148. Ratisbonas, Rr. Rüstet 1895 (V) 21. 6,00. S. Diese tadellos ausgestattete Quartausgabe des »Rituals Romanum- wird auch die strengsten Anforderungen befriedigen; sie ist zum Kirchengebrauch vorzüglich geeignet, und es wäre nur zu wünschen, daß man bei uns zu Lande endlich einmal energisch den Diöcesanritualien entsage; solange das nicht der Fall ist, können wir mit einem -Rituals Romanum- auch nichts anfangen. Was hilft es, die herrlichsten Bücher zu drucken, Vorschriften zu machen, sie immer neu einzuschärfen, Commentare zu schreiben u. s. w., wenn der Sinn für die uralten Kirchen- gebräuche^ unter der Ueberwucherung „volksthümlicher" Andachten täglich mehr und mehr verloren geht und der Kirchen- vorstand in diesen Dingen so ziemlich thun darf, was ihm seine Laune eingibt. Möchten namentlich die berufenen Wächter Sions angesichts dieser prächtigen Ausgabe des »Rituals Romanum- gute Vorsätze fassen und sich einmal zu Thaten aufraffen, um der heillosen Zerfahrenheit ein Ende zu machen'. Raussou 01a, LloervöMl: Novells. 12", 13588. Lrsslau, 8. 8eliottlänäer, 1895. 21. 0,75; Asb. 1.00.' « Ola Hausson hecht der nordische Schriftsteller, der einmal — leider allerdings im Namen von vielen Tausenden seiner Zeit — unumwunden das hündische Geständnis niedergeschrieben: „Ich habe kein anderes Interesse mehr, als das Geschlechtslebe zu studiren und zu genießen." Ist dieser Qla Haussen mit dem Verfasser obiger Novelle etwa identisch? Die „Meeivögcl" lassen das nicht erreichen, sie sind ganz anständig. Aber wer weiß? So ein „Moderner" ist manchmal gedeimnißvolll Vielleicht soll der Held der Erzäblung bereits das impotente Stadium beginnender Gehirnerweichung in Folge übermäßigen „SmdircnS" vorführen? Die in mäßig gutem Deutsch geschriebene, wirklich äußerst flache Geschichte ist kurz diese: Ein abgelebter, abgehaufter Herr Tuveson lernt irgendwo in der Sommerfrische ein gelangweiltes Fräulein Berg kennen, sie stehen in Briefwechsel einen Winter über, treffen sich dann wieder auf Verabredung zur Badekur im Norden, treiben dann in wunderlicher Laune ein kleines Geduldspiel zwischen gegenseitigem Ausweichen und Annähern, bis sie nach 134 Seiten entdecken, daß sie sich lieben, aber kein Geld haben, um zu heirathen. Wozu auch das? „Frei wie die Meervögel und arm wie die Meervögel und stolz wie die Meer- vögcl, so wollen wir lebe», so lange der Schatz vorhält, den wir gefunden haben." Man sieht — die Sacke ist höchst nichtssagend und geistesarm. Man könnte glauben, das Buch wäre etwa für Bahnhofcolportage gerade gut genug, um damit ein Stündchen todt zu schlagen und es dann wegzuwerfen. Es muß aber doch Leute geben, die anderer Ansicht sind, denn an den Schaufenstern sehen wir das Heftchen mit der Aufschrif „Novität ersten Ranges", und die Verlagshandlung veröffentlicht in der Sammlung „Unterwegs und Daheim", der das Buch angehört, nur „die bervorragendsten Neuheiten auf dem Gebiete der schöntu isseuschaftlicheu Literatur von den beliebtesten Erzählern der Gegenwart". Wir danken für solche traurige „Perlen", wie diese „Meervögel" sind! von Berlepsch: Roman-Bibliothek. Jeder Band in roth Leinwand geb. M. 1,50. Verlag von I. Habbel, RegcnSburg. K Jahrzehnte lang versorgte Frau v. Berlepsch die Tages» presse mit ihren gewandten Uebertragungcn amerikanischer Romane, welche rasch ein ungemcin zahlreiches und dankbares Publikum fanden. Die gut lesbaren Uebcrsetzungen betrafen sämmtlich solche Romane, welche mit einer sehr spannenden, allerdings stets sensationell ausgeputzten Handlung eine vortreffliche, hin und wieder sogar ungewöhnlich gute Cbarakter- zeichnung verbanden Und dabei hatten sie noch den, bei spannenden Romanen nicht immer zu findenden großen Vorzug, daß sie auch der reiferen Jugend in die Hände gegeben werden konnten. Kein Wunder, wenn jeder dieser Romane durch Dutzende von Zeitungen ging! Frau v. Berlepsch bat nun den glücklichen Gedanken gehabt, jene Romane in eine Romanbibliothek zu vereinigen, und sie hat einen Verleger gefunden, der den Plan in zweckentsprechender Weise und, was sehr wichtig ist, zu sehr mäßigem Preise ausführen wird. Der erste Band bringt gleich einen Roman, „Um Ihretwillen", der als Typus dieser Art von Uuterhaltungölcktürc dienen kann. Die Handlung ist sehr verwickelt und im hohen Grade ungewöhnlich. Eine ebenso interessante Lektüre bieten die folgenden Bände. Band 2: Regina; Band 3: In Ebbe und Fluth; Band 4: Eines Weibes Martyrium. Unter Syrlngen; Band 5: Dem Irrlicht gefolgt; Band 6: Geheimmßooll. Der billige Preis (1,50 M. im hübschen Callico-Einband) ermöglicht auch den Unbemittelten die Anschaffung dieser empsehlenswerthen Romane. Literarischcr Handweiser, begründet, herausgegeben und redigirt von Msgr. Dr. Franz Hülskamp in Münster. 24 Nrn. L 2 Bogen Hochquart für 4 M. P. Jahr. 1696. Nr. 1. Inhalt. Kritische Referate über Sträter ErlösungSlehre des hl. Athanasius (Ehrhard), Weihbischof Katschthaler Predigten und Welcher Homilien (Deppe), Rouäinlron Os l» Valiäits äss orälnations unAlieanss und Rliss Oalsnäar ot Rntriss in Ichs kaxa.1 RsZistsr» (Bellesheim), Hansjakob Der schwarze Berthold und v. Romocki Geschichte der Explosivstoffe (Al- Wurm), Beissel Fra Giov. Angclico da Fiesole (Seb. Hubcr). — 20 Notizen über -h Vering'ö Leben und Schriften (HülS- kamp), den Karthäuser Dionysius Nickel (Paulus), die 2. Aufl. Von Pottbast's Ribl. Nist. meä. asvi und verschiedene andere Nova (Hülskamp). — Novitäten-Verzeichniß. Verantw. Redacteur: Ad. Haas in Augsburg. — Druck u. Verlag des Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg-