Aro. 50. 12. Decbr. 1869. Den hemm' ich, den ich lieb'; eS wird sein Lohn, Verspätet, süßer mir. Trau't meiner Macht; Mein Arm hebt auf den tiesgefallnen Sobn, Sein Glück erblüht, die Prüfung ist vollbracht. Shakespaere, Cymbeline Mt V. Scene 4. Der Suez-Kanal. Nach einem Expose der Compagnie bearbeitet. In diesen Tagen vollzog sich an der Grcnzscheidc zwischen Asien und Afrika ein Ereigniß, das namentlich für den Welthandel, nicht viel minder aber auch in politischer Hinsicht, gewaltige Folgen nach sich ziehen wird. So weit hinauf wir den Verlauf der Geschichte zu verfolgen vermögen, hingen die genannten Erdtheile durch das schmale Band der Landenge von Suez zusammen, welches somit das Mittelmeer von den Gewässern des indischen Oceans schied. Von jeher ist es eine Licblingsidee der Fürsten und Völker gewesen, durch Kanalisirung des Isthmus das terrestrische Band zu lösen, und das fehlende interoccanischc Mittelglied herzustellen. — Was in Jahrtausenden vergeblich erstrebt worden, das blieb unserem rastlos voran- schreitenden Jahrhundert zu erfüllen vorbehalten. In demselben Jahre, wo die neue Welt eine nicht weniger großartige Schöpfung in der pacisischen Eisenbahn zur Vollendung gebracht hat, hat die alte Welt die Bereinigung der Gewässer des Mittel- und rothen Meeres durch einen feierlichen Akt sich besiegeln sehen, an welchem Theil zu nehmen alle gebildeten Nationen ihre Delcgirten sandten und Repräsentanten vieler Herrscher- Familien eine weite beschwerliche Reise nicht gescheut haben. Nach manchen schweren Kämpfen mit der Natur sowohl, als mit politischer Intrigue, nach Aufwendung kolossaler Summen und der großartigsten technischen Hilfsmittel ist die große That vollbracht, — Afrika ist zur Insel geworden. Wenn auch der Kanal noch nicht durchweg die festgesetzte Tiefe erreicht hat und vielleicht noch einige Jahre Arbeit dazu gehört, um ihn den größeren Luftschiffen passirbar zu machen, so steht doch die Anlage auf einem Standpunkt, daß das Fehlende im Vergleich zu den überwundenen Schwierigkeiten als untergeordnet erachtet werden kann, und dem Termin zur feierlichen Eröffnung seine volle Berechtigung zuerkannt werden muß. Treten wir zunächst den geographischen Verhältnissen der Landenge etwas näher, um daraus die Größe der gestellten Aufgabe ermessen zu können. Das rothe Meer, welches sich als schmaler, langgezogener Wasscrstrcifcn zwischen die arabische Halbinsel und das nordöstliche Afrika drängt, endet an seiner Nordwcstspitze (etwa untern dem 30. Grade nördlicher Breite) mit einer Bai, welche von der an derselben liegenden alten Handelsstadt Suez den Namen führt. Der Isthmus von Suez bildet an seine? schmalsten Stelle — zwischen jener Bai und dem Golf von Pclusium — einen ca. 16 geographische Meilen breiten, zuni größten Theil den Charakter der Wüste tragenden Landstrich. Westlich der kürzesten Verbindungslinie beider Meere zweigt sich von Suez eine deutliche markirte Bodensenkung ab, welche durch trocken liegende Secbccken führt und nur an zwei Stellen von geringen Erhebungen unterbrochen wird. Dieselbe mündet an ihrem nördlichen Ende in den durch eine schmale Sanddüne vom Mittclmeer getrennten sumpfigen Menzaleh- See, der mit seiner südlichen Fortsetzung, den Ballah-Seen, fast die Hälfte der ganzen Strecke einnimmt. Von den trockenen Seebcckcu sind die südlichen — die Bittersten — 394 ) durch eine ca. 25 Kilometer breite Sandbarre von theilweise felsigem Charakter von der Bai von Suez getrennt, während nördlich davon das Serapeum eine der genannten Erhebungen bildet. Im Norden dieser liegt der fast immer trockene Timsah-See; hiervon, zweigt sich westlich eine zweite Bodensenkung ab, welche für das Zustandekommen des Kanals nicht ohne Bedeutung war. Von den Ballah-Seen ist der Timsah-See durch die zweite bedeutendere Erhebung El - Guisr getrennt. Man nimmt an, daß in vorhistorischer Zeit die Gewässer des rothen Meeres bis in das Becken dcr Biterscen hineingereicht haben, während diejenigen des Mittclmeeres an der Erhebung El Guisr ihre Grenze gefunden. Durch die Linie Suez, Timsah-, Ballah-Seen war somit die Richtung des Kanals gegeben und galt es nun, durch den Menzaleh-See auf kürzestem Wege das Mittelmcer zu erreichen, wozu ein Punkt jener Sanddüne, auf welchem jetzt das rasch emporgcblühte Port-Sald liegt, als der passendste sich darbot. Ein Niveau-Unterschied zwischen dem Mittel- und rothen Meere ist an sich nicht vorhanden und enstcht nur durch die diesem eigene Ebbe und Fluth. Die geuanntc Bodensenkung hat eine Höhe von 2 bis 3 Meter über dem Niveau der See, welche am Serapeum auf 8, bei El Guisr auf 20 Meter steigt. Schon im 19. Jahrhundert vor Christi Geburt hatte man es unternommen, das rothe Meer durch einen Kanal mit dem Nil in Verbindung zu setzen, welcher erst unter den Ptolemäern, 260 vor Christi, vollendet wurde und sich durch die vorgenannte westliche Bodensenkung zum Timsa-See, von hier nach der Bai von Suez erstreckte. Bis in's 8. Jahrhundert nach Christi scheint derselbe benutzt worden sein; von da ab ist er allmälig versandet und verfallen. Nachdem erst der Seeweg nach Ostindien entdeckt war, verlor die Verbindungslinie überhaupt an ihrer ursprünglichen Bedeutung. Der erste, welcher die Idee mit Lebhaftigkeit wieder aufgefaßt, war Napoleon l. Bei seiner Anwesenheit in Aegypten gab er Auftrag, die Landenge zu nivclliren, wobei sich irrtümlicher Weise für das rothe Meer eine Höhendifferenz von -s- 30 Pariser Fuß ergab. Erst in den 40 er und 50 er Jahren gelang es, durch neue Vermessungen des Irrthums inne zu werden. Darauf hin fand sich der für die Sache lebhaft interessirende Vizekönig von Aegypten, Muhammed Said Pascha, Vorgänger von Ismail Pascha, veranlaßt, dem Franzosen F. de Lefseps die Konzession zur Erbauung des Kanals und zur Bildung einer Akticn- Gesellschaft zu ertheilen. Ungeachtet mancher Widerstünde, so z. B. seitens der Türkei, welche die Bestätigung zunächst zurückhielt, und Englands, welches dem Unternehmen am meisten entgegen war, kam. Dank namentlich dem Einflüsse Frankreichs und Oesterreichs, das Aktienkapital von vorerst 200 Millionen Francs dennoch zusammen. Die Gesellschaft erhielt ihr Privilegium auf 99 Jahre, nach welcher Zeit Aegypten Eigenthümer des Kanals wird. Der Ertrag soll bis dahin zwischen beiden getheilt werden. Aegypten trat dafür Grund und Boden unentgeltlich ab, stellte die Steinbrüche des Landes zur Disposition und machte sich verbindlich, eine bedeutende Zahl eingeboruer Leibeigenen — Fcllahs — der Kompagnie als Arbeiter gegen mäßigen Lohn zu stellen. Die Leitung der Gesellschaft, welche sich ^ompgAniö universelle clu cunul maritime (io Luvn" nennt, übernahm F. de Lcsseps selbst. Man projektirte nachstehendes Profil des Kanals: Tiefe unter dem Wasserniveau 8 Meter, Breite in letzterem 100 Meter, untere Breite 22 Meter; bei El-Guisr und Serapeum auf einer Gesammtlänge von 33 Kilometer wurde die obere Breite in Anbetracht der Terrainverhältnisse auf 58 Meter reduzirt. Der Kanal soll für Schiffe bis 2000 Tonnen Gehalt pasirbar sein; seine ganze Lüngenentwicklung beträgt 160 Kilometer. Die Summe der Ausschachtung wurde zu 60—70 Millionen Kubikmeter Erde berechnet. Die wasserlosen Seebeckcn sollten durch Hinleitung des Meerwassers zu inneren Häfen umgestaltet undf die Niveau-Unterschiede in Folge der Fluth, resp. der vielfach herrschenden Nordwcstwinde dadurch ausgeglichen, somit die Anlage von Schleußen entbehrlich gemacht werden. Die Zeitdauer der Arbeiten war auf 6 Jahre festgestellt, welche indeß bedeutend überschritten worden ist. Der Beginn derselben fällt in das Jahr 1858. Wesentlich 395 förderlich für das Zustandekommen des See-KanalS war die Anlage des Süßwaffer-Kanaks, gewissermaßen eine Erneuerung des Ptolemäischen, welcher von dem Moses-Kanal bei Zagazig ausgehend, nach dem Timsah-See und nach Suez führt. Unter Mehemet-Ali schon war die alte Leitung bis in das sogenannte Wady hergestellt worden; von hier aus unternahm die Gesellschaft 1861 die Fortsetzung, — durch das gesegnete Land Gasen, jetzt eine Sandwüste — welche 1852 bis zum Timsah-See, 1864 bis Suez vollendet wurde, und auf der letzten Strecke zwei Schleußen zählt. Nicht bloß, daß dieser Kanal das gänzlich fehlende Trinkwasser liefert und die Kultivirung des umliegenden Geländes begünstigt, hat er auch solche Dimensionen, — 15 Meter obere Breite, 2 Meter Tiefe — um als Wasserstraße, selbst für größere Flußschiffe, benutzt zu werden. Nicht bloß Lebensrnittel und Baumaterial wurden damit transportirt, sondern er diente auch bis zur Vollendung des See-KanalS zum Wassertransit. Vom Timsah-See bis Suez wird' zu diesen Transporten das System der Tonage benutzt. Der ganzen Länge des Kanals nach ist nämlich eine Kette gespannt, in deren Glieder die Remorqueure mittelst Zähnrädcr eingreifen und sich so an ersterer hinziehen. Die Remorqueure haben Maschinen von 18 Pferde- kraft, und schleppen mehrere Lastschiffe hinter sich. Acgypten hat dem Süßwasser-Kanal durch eine neue Leitung — Oanal ä'^Iimentation — einen vermehrten Wasserzufluß gesichert. Eine doppelte Nöhrenleitung führt das Trinkwasser von JSmailia nach Port Said, wozu am ersteren Orte starke Dampfmaschinen aufgestellt sind. — Von nicht geringer Wichtigkeit war auch die Anlage eine Eisenbahn, welche Jsmailia mit dem Nil- thal verbindet und 1867 vollendet wurde, ähnlich wie Suez mit Cairo und jetzt auch mit Jsmailia in Verbindung steht. Die Hauptarbeiten bei der Anlage des See-Kanals bestanden in Herstellung eines sicheren Zugangs und Hafens am Mittelmecr, der Anlage einer durch Erddämme gesicherten, hinreichend tiefen Fahrwassers durch den Menzaleh- und die Balla-Seen, die Ausschachtung der Erde in nöthiger Breite und Tiefe auf den Landstrecken und Sicherung gegen Versandung, wo sich namentlich bei El-Guisr, am Serapeum und bei Chalouf Schwierigkeiten boten, Ausbaggerung des Timsah-SeeS und Füllung desselben, sowie der Bitter-See« mit Mccrwasser, Herstellung von Hafenanlagcn und Stapelplätzen auf der Kanalstrecke, sowie einer gesicherten Einmündung in das rothe Meer. Die Erdarbeiten gingen unter den Händen der FellahS nur langsam voran; entstehende Differenzen hatten die Zurückziehung derselben zur Folge, wofür die ägyptische Regierung eine bedeutende Entschädigung zahlte. Man gab dieselben dem Hause IlorsI 6t 1>av6l- in Entreprise, welches sich verpflichtete, sie mittelst Maschinen herzustellen. Da wo durch die Arbeiten der FellahS bereits eine Wasserrinne gewonnen war, konnte mau Baggermaschinen in Thätigkeit setzen. Oft erlaubte die Fülle des ausgegrabencn Sandes nicht, sich der Schiffe zum Fortschaffen desselben zu bedienen; man schuf einen Ausweg, indem man mittelst langer Röhren, in welchen ein Wasserstrom thätig war, den Grund in beträchtlicher Entfernung von der Maschine auszuschütten vermochte. Man hatte Ausschüttröhren bis zu 70 Meter Länge; überhaupt wurden dieselben in sehr großer Anzahl angewandt. Um den Sand in die Höhe zu schaffen, bediente man sich eines Dampfhebeapparats (sbrateur). Für die höchsten Stellen, wie bei El-Guisr, wo man ganz im Trockenen arbeiten mußte, konstruirte man Dampf-Erdräumer (exoavgteur L Leo) und schaffte den Grund in Waggons fort. Am Serapeum und auf der südlichsten Strecke konnte man das Wasser des Siißwasserkanals benutzen, um durch Zuleitung Bassins zum Aufstellen der Bagger zu bilden. An kolossalen Dimensionen und sinnreicher Ausführung überboten die angewandten Maschinen alles bisher Dagewesene. Besondere Schwierigkeiten boten die Anlagen bei Port-Said. Auf der schnuAe« Sanddüne, welche noch vor wenigen Jahren die Gewässer des Mittelmeeres und des Sees sich streitig machten/ wo kein menschliches Wesen Hausen konnte, nicht einmal ein Baum oder Strauch wuchs, steht jetzt ein stattlicher Hafenplatz von 10,000 Einwohnern Ein doppelter Damm, der westliche 3000 Meter der östliche 1800 Meter lang; am Lande. 396 1400, an den Spitzen 400 Meter von einander entfernt, erstreckt sich nach Norden zu convergirend in das Meer, und gewährt so für Hunderte von Schiffen eine sichere Unterkunft. Die Wassertiefe beträgt 10 Meter, das ganze Areal umfaßt 51 Hektaren; davon nehmen 4 gesonderte Bassins 15 Hektaren ein. Acht große Dampfbagger, von welchen jeder 1200 Kubikmeter täglich förderte, waren bei der Ausschachtung thätig. Die Hafen, dämme sind mittelst künstlicher Steinböcke aus Sand und hydraulischem Kalk hergestellt, von welcher Jeder 25,000 Kilogramm wiegt. ES waren 250,000 Kubikmeter solcher Böcke zu legen. Im April 1867 war die Hälfte der Arbeit fertig. Der Schifffahrtsverkehr belief sich damals schon anf 880 Fahrzeug pro Jahr. Unter den Ansiedlungen auf der Kanalstrecke nimmt Jsmailia, welches ähnlich wie Port-Said nach Said Pascha, so nach Ismail benannt wurde den ersten Rang ein, eS ist der Sitz der Vcrwaltungsbranchen der Kompagnie und ihrer Bureaux, des General- directorS, der Unternehmer, sowie eines viceköniglichen Bevollmächtigten. Von Port-Said bis zu dieser Stadt wurde der Kanal, wenn er auch noch nicht die gehörige Tiefe hatte schon 1667 befahren. Das erste Fahrzeug, welches nach JSmailia gelangte, war ein österreichisches Schiff, zufällig des Namens „krimo". Man richtete einen regelmäßigen Dienst zwischen Said und Suez ein, von Jsmailia bis zu letzterem Orte vorläufig auf dem Süßwasserkanal. Zum Schleppen der Lastkähne waren auf der Strecke des Seekanals 6 Remorqueurc L 100 Pferdekraft thätig. Es konnten 1000 Tonnen täglich transportirt werden. Zwischen den Bittersten und Suez bot die felsige Beschaffenheit dcS Bodens bei Chalouf erhebliche Schwierigkeiten dar. Zum Glück besteht die Bodenart überall sonst auS Sand und Thon; dort mußte man aber bedeutende Sprengungen vornehmen. Von Suez auS arbeiteten die Dampfbagger nach Norden zu den übrigen Unternehmen entgegen Letztgenannte Stadt ist seit Entstehung des Kanals von 3000 auf 15,000 Einwohner gestiegen. Die Füllung der Bittersten mit dem Wasser deS Mittelmeeres sollte nach Berechnung 10 Monate dauern, diejenige deS Timsah-SeeS hat deren 3 in Anspruch genommen. Die gesammte zu den Arbeiten zu Gebote stehende Dampfkraft betrug im Jahre 1867 17,768 Pferdekraft bei einem monatlichen Kohlenverbrauch von 11,219 Tonnen. Hiervon fallen auf LorsI ot Imvellezs 13 061 Pferdekraft und 9890 Tonnen. Die Zahl der Arbeiter auf der ganzen Strecke belief sich auf 13,000, bei einer Bevölkerung von im Vanzcn 25,000 Menschen. An Maschinen zählte man zu jener Zeit u. A. 78 meist große Dampfbagger von in Summe 2370 Pferdekraft 67 Gabaren (Dampfschiffe zum Wegschaffen des Schuttes), 36 Seedampfschiffe zu gleichem Zweck, 18 Elevatcurs, SO Schalken mit Schuttkastcn, 20 Dampfkrahnen, 19 Excavateurs und 18 Locomotiven. Im Ganzen werden die Kasten zu 385 Millionen Francs veranschlagt, so daß außer dem Anlage-Kapital b»n 200 Millionen und den nahezu 100 Millianen betragenden Kompensationen der ägyptischen Regierung noch eine weitere Anleihe nöthig ist. Dagegen werden der Gesellschaft durch Verkauf des Grundeigenthums längs des Kanals noch große Revenuen erwachsen. Das Wady allein hat sie ini Jahre 1866 für 10 Millionen Francs veräußert. Bedeutende Kosten wird sich die Unterhaltung des Kanals noch bedingen, doch haben sich die gefürchteten Sandwehen bei dem Süßwasserkanal als nicht gefährlich gezeigt. Für die Rentabilität des Unternehmens wird es wichtig sein, daß kein zu hoher Durchgangszoll erhoben wird; nach dem Vertrage sollte derselben 10 Frcs. Per Tonne nicht übersteigen. Abgesehen »on der Kultivirung der umliegenden Landstriche, welche im Gefolge deS BaueS bereit» begonnen ist, wird der Kanal sicher zur Hebung von Aegypteu viel beitragen. Seine allgemeine Bedeutung liegt aber darin, daß für alle Handelsartikel der Seeweg nach Ost-Indien, dem östlichen Asien überhaupt und nach Australien um mehr als die Hälfte abgekürzt ist. Für lediglich den Personen- und Postverkehr hätte die Eisenbahn »on Alexandria nach Suez trotz ihrer Mangel auch künftighin ausgereicht; ein um js größerer Dortheil wird es aber für Waaren sein, daß sie ohne Umladung und ohne Landtransport die kürzere Route benützen können. Wenn schon die Schwierigkeiten der Schifffahrt im rothen Meere nicht gering anzuschlagen sind, namentlich für Segelschiffe, welche sich mit dem halbjährlich wechselnden Monsun: zu kämpfen haben, so wird doch für den Handel mit den Küstenländern deS indischen Oceans und Ostasien ein großer Aufschwung nicht ausbleiben, welcher sich namentlich für die Mittelmeerstaatcn fühlbar machen muß. Im Gefolge davon wird sich der politische Einfluß Europas in jenen Ländern noch bedeutend heben und es werden sich vielleicht ganz neue Constellationcn ergeben. Wenn der Kanal auch uur kleinere Kriegsschiffe, etwa im Range der Corvetten, faßt und namentlich für die Mehrzahl der Panzerfahrzeuge ungeeignet ist, so bildet er bei den Kriegen europäischer Mächte in Ostasien doch eine für den Transport von Truppen und Material brauchbare Militärstraße, so daß ihm selbst eine gewisse militärische Bedeutung innewohnt. Das Land, welches schon im Alterthum durch seine großartigen Bauwerke berühmt gewesen ist, zählt nunmehr, Dank den Bestrebungen unserer Zeit, ein neues Monument, das aber bei seiner praktischen Nützlichkeit hoch über jene zu stellen ist. Die Name» derjenigen, durch deren Energie das Unternehmen begründet und entgegen allen Zweifeln und Hindernissen vollführt worden ist, — und unter diesen nehmen die beiden Bizckönige eine bedeutende Stelle ein; als eigentlichen Träger der Idee und Hauptmotor ihrer Ausführung, mit einem Worte als Seele deS Ganzen aber dürfte Herr Ferdinand von LessepS zu bezeichnen sein — werden der Nachwelt nicht verloren gehen. Vielleicht ist die Vollendung deS Kanals für die neue Welt ein Sporn, um einer noch ungelösten Aufgabe ähnlichen Charakters, der Durchstechung der Landenge von Panama, mit vergrößertem Eifer sich zu unterziehen. Allerseelen. Ich war im vorigen Jahre Ende October nach Regcnsburg gegangen, um Behufs Vollendung einer beschreibenden Arbeit mir die Sehenswürdigkeiten der alten Donaustadt wieder aufzufrischen. Mit unendlicher Sorgfalt war. ich den Merkwürdigkeiten Punkt für Punkt nachgegangen. Ich hatte die stolze Brücke gesehen, welche altdeutsche Baukunst schon 1135 über den wilden Strom geworfen, ich war in den leeren Fürstenzimmern im Rathaus gewesen und dachte im Rcichssaal an das einstige heilige römische Reich- dessen Geschick hier so ernsthaft berathen wurde. Das DollingerhauS mit seinen Erinnerungen an die wundersame Märe von: heidnischen Riesen Krako und dem frommen Dol« linger, der historische Haidplatz mit seinen blutigen Erinnerungen, das goldene Kreuz mit seiner Geschichte von: verliebten Kaiser Karl V. und der schönen Wirthin Barbara Blom, berg, welcher reizenden Historie der tapfere Sceheld Don Juan d'Austria bekanntlich sein Leben verdankt — das alles und noch vieles Andere mehr war an meinen staunenden Blicken vorübergezogen und mein Respekt vor der alten, winkeligen und nicht gerade besonders reinlichen Bischofsstadt wuchs immer mehr und mehr und damals hatte ich doch nur den Dom von außen gesehen und St. Emmeran noch gar nicht. Ich kam aber nach St. Emmeran. Schon wie ich über den Platz schritt und die romanische Pfeilerbasilika mit dem stattlichen freistehenden Campanile von fern sah, ging mir die Bedeutung der Kirche auf. Die seltsame Vorhalle, mit ihren uralten steinernen Sesseln und dem Grab deS alten AventinuS bereitete würdig auf das Mausoleum drinnen, so reich an historischen Denkmälern wie kein anderes mehr in Deutschland vor. Die ursprünglichen schönen Verhältnisse der Kirche sind, wie leider so oft, vollständig verzopft, aber das, Auge schweift nur flüchtig über den Rococomust und sucht lieber die alten Inschriften auf den Grabsteinen zu enträthsrln. Da schlafen Viele den letzten Schlaf, deren Namen auS fernen, fernen Jahrhunderten schier märchenhaft an das Ohr klingt. Die Grabsteine, auf deue» 398 »ir stehen, decken die Gruft, in der Kaiser Arnulf und sein Sohn Ludwig liegen, dort die Statue soll das Bild der Kaiserin Uta sein, hier ruht der stolze Graf Babo von Abensberg, von dem noch heute viele Sagen im VolkeSmund leben, nntcr den Steinen drüben schlafen die Herzoge Arnold, Arnulf und Heinrich, diese Hochgräber sind den Heiligen: Emmeran und Wolfgang errichtet, jene Tumba der heiligen Aurelia! Ueberall historischer uralter Staub und Moder! Wie oft schon hatte ich den berühmten Kreuzgang von St. Emmeran als ein wahrhaftes Wunderwerk der Frühgothik loben und Preisen hören! Dieser Krcuzgang also und die fürstl. Tayis'sche Gruft blieben mir zu sehen noch übrig. Man konnte jedoch von der Kirche aus nicht hinkommen, sondern mußte vom ehemaligen Klostcrgebäude, dem jetzigen Taxis'schen Palais, aus eintreten. Am Thor empfing mich ein alter Portier und sagte mir, daß ich jetzt nicht in die Kapelle könne, da die Frau Erbprinzestin gerade am Sarge ihres verewigten Gemahls bete. Es war ja Allerseelen heute! „Das ist ganz gleich, ob Allerseelen oder nicht", bemerkte der alte ergraute Diener des fürstl. Hauses. „Die Frau Erbprinzestin ist jeden Tag einige Stunden in der Gruft, oft auch mehrmals täglich." Der Mann mochte jedoch bemerken, daß mir viel daran lag, den Krcuzgang und die Gruft zu sehen, und fragte deßhalb freundlich, ob ich nicht so lange bei ihm eintreten wolle. Gerne nahm ich das gutgemeinte Anerbieten an und ließ mich in dem warmen Stübchen, das mit allerlei Bilderwcrk und Schnörkelkram gar nett verziert war, für einige Zeit nieder. Ein Sakristan kam und brachte einen prachtvoll gearbeiteten Chorrock. „Ist die Messe schon zu Ende?" fragte der Portier. „Die Messe ist aus", antwortete der eilige Kirchendiener, „aber die Frau Erbprinzestin betet noch am Sarge!" „Da haben Sie noch eiue gute halbe Stunde Zeit", wandte sich der Alte zu mir. „Heute zu Allerseelen ist die Messe unten in der Gruft selbst gelesen worden." „Sehen Sie", fuhr der alte Mann fort, „Das hat die hohe Frau Alles selbst gestickt, betrachten Sie nur die prächtige Arbeit, diese Goldstickerei!" In der That war der Chorrock ein Meisterwerk fleißiger und kunstreicher Finger. „So arbeiten Prinzessinnen?" fragte ich zweifelnd. „Das hat sie Alles selbst gemacht", antwortete er entschieden, „Alles, was unten in der Gruft an Stickereien und weiblichen Handarbeiten ist, das Bahrtuch, die Altardccke und noch vieles Andere hat die Frau Erbprinzestin selbst gestickt. Seitdem der durchlauchtigste Erbprinz gestorben, thut sie nichts anderes, als für seine Gruft sticken und an seinem Sarge beten und weinen, immerfort weinen", dabei schüttelte der Alte wehmüthig sein graues Haupt. Ich sah aber die hohe Frau vor mir, die ich als Herzogin Helene in Bayern wie oft in München gesehen hatte. Wie war Alles damals so glücklich über diese Heirath, die eine reine Herzensverbindung war und bei der die Staatsraison nichts zu thun hatte. Da hing das Portrait des Erbprinzen, nur eine schlechte Lithographie, aber die Ähnlichkeit doch nicht zu verkennen. Was war das für ein schöner, stattlicher, lebensfroher Herr gewesen! Der Stolz seines alternden Vaters, der Abgott seiner Frau, der Gegenstand der Verehrung und Liebe für alle Die, die das Glück hatten, ihm näher zu stehen. Und das Alles moderte da unten im Sarge. Ein Wagen fuhr donnernd vor, und im Gang draußen wurde eS lebhaft. Der Alte und der Portier stürzten hinaus und ließen die Thür offen. Es schien, als ob die Andacht beendigt sei. Zuerst kamen einige Herren, dann zwei reizende Kinder in tiefes düsteres Schi rz gekleidet, sie kamen vom Grabe des Vaters. Dann folgte eine Dame ebenso in tiei e Trauer gekleidet. Kaum hätte ich die Herzogin Helena in den abgehärmten, bleichen, di :chschmerzten Gesichtszügen der Erbprinzessin wieder erkannt. Der Portier, kam zurück nit einem großen Schlüsselbund. „Jetzt wenn's gefällig wäre!" Ich folgte dem alten Herrn, zwei mächtige Flügelthüren öffneten sich und wir traten in den berühmten Kreuzgang St. Emmeram ein; der Alte ging glcichgiltig an dem oft Gesehenen vorüber, ich folgte staunend ob der Pracht der Steingebilde, die mir hier in wahrhaft überwältigender Weise entgegentrat. Alle die gewaltigen Zauber der Gothik schienen mir in diesen einen Kreuzgang gebannt zn sein, und stummbewundernd schritt ich von Fenster zu Fenster. Wir kamen zu einem stilgerechten doppelten Gitterthor. „Wollen Sie hinaus 399 in die Kapelle oder hinunter in die Gruft?" Zuerst in die Kapelle, wenn ich bitte» darf! Wir waren vollständig allein in diesen der frommen Erinnerung gewidmete» Räumen, die Bewunderung des schönheitsdurstigen Auges, das sich an den wundervollen Linien dcS eben so edlen als einfachen Bauwerkes erfreuen wollte, wurde zurückgedrängt durch die weihevolle ernste Stimmung, die sich hier auch solchen Regungen gegenüber verknöchcrtsten Menschen aufdrängen mußte. Ein Blick auf den Dannccker'schen Christus, und das Herz zitterte nach in den Gefühlen, die einst dieses unerreichte Bildwerk schufen Der Alte klapperte mit den Schlüsseln, vielleicht mochte er ungeduldig geworden fein. Wir stiegen hinunter in die Gruft. Ziemlich hoch und schön gewölbt, wie sie war, fiel durch ein in die obere Kirche gehendes Oberlicht eine matte unbestimmte Helle in diese Wohnnng der Todten. Im Hintergründe ein einfacher Altar, an beide Seiten auf hohen Bahren Särge, in den die in den letzten Jahrzehnten gestorbenen Glieder der fürstlichen Familie ruhen. Noch schwebteu die Wcihrauchwolken der jüngst gelesene Messe unter den Gewölben, ihr scharfer Duft mischet sich mit dem herrlichen Geruch frischer Blumen, von Moder und und Verwesung keine Spur! Mit entblößtem Haupt traten wir zu dem Sarge, in welchem der edle Erbprinz ruht. Wie oft hatte ich ihn gesehen, wenn er in der Fülle seiner Kraft mit Vieren vom Bock fuhr, eine schöne prächtige Männergestalt mit kräftiger sicherer Hand das feurige Viergespann zügelnd. Und nun lag von all der Jugend, von all der Kraft und Schönheit nur die entseelte Hülle in dem-Sarge, dessen reiche Verzierungen kaum zu sehen waren vor der üppigen Blumensülle, welche die Liebe hier niedergelegt hatte. Zu Füßen des Sarkophagen lag ein Teppich, auf ihm hatten wohl noch kurz vorher die Gattin, die Kinder gekniet. Es wahr als wollte die unsägliche Traurigkeit des Ortes mich überwältigen, mich, der ich doch hieher gekommen war als ein kalter gleichgiltiger Fremder, der gothische Fenster sehen wollte und nichts weiter. Ich nahm mir eine Blume aus der überreichen Fülle und schied von diesem Orte des Friedens. (N. K.) * Ueber die Einwanderung in die Bereinigten Staaten hielt Herr Friedrich Kapp vor Kurzem in der Sitzung der „American Social Science-Association" einen höchst interessanten Vortrag, dem wir Nachstehendes im Auszug entnehmen: Die Gründe der Auswanderung von Europa sind Verfolgungen Seitens der Regierungen und üble sociale Verhältnisse; diese Gründe einerseits, und die mehr oder minder hervortretenden Chancen für Fortkommen und Erwerb in den Vereinigten Staaten andererseits bedingen die Fluctuationen, welche wir im Laufe der Jahre in der Einwanderung wahrnehmen. In den Jahren, welche sich durch große Unglücks- fällc, Revolutionen oder nationale Zerrüttungen im alten Vaterlande kennzeichneten, hat die Einwanderung stärkere Dimensionen angenommen, während sie umgekehrt abnahm, wenn in Amerika schlechte Zeiten herrschten. So z. B. veranlaßte die Hungersnoth der Jahre 1816 und 1817 eine großartige deutsche Einwanderung, ebenso das Mißlingen der Revolution von 1848 — 51; in dem, mit dem Jahre 1845 beginnenden Jahrzehmt kamen 1,226,332 Deutsche hierher; während desselben Zeitraumes sandte Irland 1,512,100 Immigranten, seitdem jedoch ist die Einwanderung von dort auf die Hälfte des Durchschnitts der letzten 10 Jahre gesunken; von 1775 bis 1815 war die Einwanderung in Folge der amerikanischen Revolution sehr schwach und beschränkte sich auf 3 bis 4000 Personen jährlich. — Der durch die Einwanderung repräsentirte, direkt und indirekt den Vereinigten Staaten erwachsende Gewinn ist ein ungeheurer. Man schätzt die Gelder, die jährlich von deutschen Auswanderern in dieses Land gebracht werden, auf 11 Millionen Dollars. Jeder bringt außerdem Kleider, Werkzeuge und auch Werthsachen mit, deren Werth sich mit den Baarvermögen auf 150 Dollars pro Person (eine niedrige Schätzung) belaufen mag; die 250,000 Immigranten, die im Jahre 1859 in Netn-Mr! ankamen, vermehrten den National-Wohlstand also um 37>/a Millionen Dollars. Ferner aber ist der Immigrant für das Land gerade so viel werth, wie es kostet, einen einge- 400 hörnen Arbeiter zu derselben Durchschnittsfähigkeit heranzubilden; das Netto - Produkt seiner Arbeit, durch das sein Adoptiv-Vaterland wächst und gedeiht, variirt nach seinen intellektuellen Fähigkeiten, den ererbten Gewohnheiten und nationalen Eigenthümlichkeiten. Man hat berechnet, daß ein amerikanischer Farmer oder qualisicirter Arbeiter für die ersten 15 Jahre seines Lebens, oder bis er sich selbst ernähren kann, 1500 Dollar kostet, ein Frauenzimmer 750 Dollar. Ein Fünftel der Immigranten ist unter 15 Jahren; aber dafür wandern auch mehr Männer als Frauen ein, und sehr Viele von ihnen sind höher gebildete Arbeiter, deren Ausbildung hier fünfmal 1500 Dollar kosten würde. — Nimmt man jedoch an, daß ebenso viele Männer wie Frauen ankommen, so ist jede einwandernde Person diesem Lande 1125 Doll. werth, frei von Ausgaben. Die Anzahl der vom 5. Mai 1847 bis zum 1. Januar 1859 im Hafen von New-York angelangten Immigranten beträgt 4,038,991. Diese Zahl repräsentier einen Capitalwerth von 1125 Doll. und einen Baarwerth von 150 Doll., zusammen also 1275 Doll. pr. Kopf, somit ein Gesammt-Wachsthum des National-Reichthums um 5,149,713,525 Doll. — Nimmt man die Gesammt-Einwanderung in die Union jährlich mit 300,000 Seelen an, so gewinnt das Land jährlich 862^ Millionen Dollars oder mehr als 1 Million Doll. pro Tag. Ohne die Einwanderung beträgt die Zunahme der Bevölkerung circa 1,38 Procent per Jahr; mit derselben betrug sie in den Jahren 1840 — 50 35,87 Procent, und von 1850—60 35,59 Procent jährlich, mithin hat die Immigration dieses Land in seinem nationalen Fortschritte um 40 Jahre vorwärts gebracht, und dabei hat die innere Entwickelung mit der Zunahme der Bevölkerung stets gleichen Schritt gehalten. — Die Einwanderung ist lediglich Sache der einzelnen Staaten; die Idee, daß der Congreß die Sorge für die Immigranten nach ihrer Ankunft in die Hand nehmen, die Commutations- Gclder von 2 Doll. 50 C. per Kopf einziehen und pro rnlu unter die einzelnen Staaten vertheilen solle, ist unausführbar; es würde politischen Chicanen aller Art dadurch unabsehbaren Vorschub geleistet werden. Gegen 50 Procent aller Einwanderer, und gerade die gesundesten Elemente, gehen in's Land, und von diesen wieder drei Viertel nach den westlichen Staaten. Die Gründe, weßhalb sie den Vereinigten Staaten vor andern, gleich fruchtbaren und schönen und gleich leicht zu erreichenden Ländern den Vorzug geben, sind: Billigkeit deS Grundbesitzes, höherer Werth der Arbeit und sociale Freiheit. Der Colonist muß sein eigener Herr sein, um seine physischen nnd geistigen Hülfsquellen vollständig ausbeuten und ein freies Gemeinwesen aufbauen helfen zu können. Die teutonischen Ratzen repräsentiern das erfolgreiche Princip der Selbstregicrung, — und die lateinischen Ratzen das Erfolglose der Abhängigkeit und des Schutzes durch den Staat. Deßhalb vermied auch bis jetzt die Einwanderung den Süden, weil dort die bürgerliche Freiheit fehlte; jetzt allerdings wird sich aus allbekannten Gründen ein großer Theil derselben dorthin wenden. —- Die Geschichte der Immigranten zeigt große und erfreuliche Fortschritte; in früheren Jahren wurde der Einwanderer hier im Lande nicht bester als Vieh behandelt; er mußte die hochgestellte Ucberfahrt nebst einem enormen Zuschlage von oft 100 Procent für das Nisico durch Jahre lange Arbeit abverdienen, und konnte während dieser Zeit wie ein Sklave verkauft werden, ohne die geringste Chance für sclbstständigen Erwerb zu haben. Jetzt aber, seit 1847, sorgt die Emigrations-Commission in jeder Hinsicht für den Ankommenden, er wird im Falle unverschuldeter Noth unterstützt und verpflegt, er hat 5 Jahre lang Anspruch auf Zulassung zu dem Hospitale auf Ward's Island, er findet in Castle Garden einen freien Markt für seine Arbeitskraft, sein Gepäck wird kostenfrei gelandet — und ihm die Weiterfahrt so billig und mühelos wie nur möglich gemacht. Das Einzige, was dem Congreß noch obliegt, ist, den Einwanderer auf hoher See zu schützen, und auch dazu sind neuerdings lobenswcrthe Schritte gethan, wie unter Anderem in dem Anerbieten der Norddeutschen Bundes-Rcgierung; so dürfen wir hoffen, bald auch in dieser Beziebung kinsichtlich der Immigranten völlig ohne Sorge zu sein. Druck, Aenag und rkrvucitcm vcs mrcrurgchcn Hnfnluts von 1>r. M. Hutiler.