Augsburger Postzeitung Beilagen: Unterhaltungsblatt „Lueginsland“, wöchentlich zweimal (davon einmal illustriert); „Literarische Beilage“; „Sozialpolitische und volkswirtschaftliche Beilage“, je wöchentlich einmal; „Ratgeber für Haus- und Feldwirtschaft“, monatlich zweimal. Bezugspreis: vierteljährlich Mark 3.90, monatlich Mark 1.30. — Einzelverkaufspreis 10 Pfg. Anzeigen: 20 Pfg. für die 40 mm breite einspaltige Kolonelzeile, 60 Pfg. für die 80 mm breite Reklamezeile. Probenummern werden auf Wunsch durch die Geschäftsstelle jederzeit gratis zur Verfügung gestellt. Gegründet 1687. Erscheint täglich zweimal, Sonn- u.Feiertage ausgenommen. Fernsprech-Anschlüsse: Augsburg: Redaktion 60 u. 252 Geschäftsstelle u. Verlag 51 München Münchener Bureau 1440 Geschäftsstelle 40515 Verantwortlich für die Redaktion: (Chefredakteur August Menth), i. V.: Dr. Joseph Merkle, für den Inseraten- und Reklameteil: Theodor Gröschel, beide in Augsburg. Druck und Verlag des Literar. Instituts von Haas und Grabherr in Augsburg, G. m. b. H. & Co„ K.-G., (Direktor: Dr. H. Klink). Redaktionelle Beiträge sind stets an die Redaktion (nicht an einzelne Redakteure), Inserate und Reklamen stets an die Geschäftsstelle in Augsburg erbeten. Münchener Bureau (Redakteur M.Geßner): Dienerstraße Nr. 19/Il. Münchener Geschäftsstelle: Gebsattelstraße Nr. 18/I. Nr. 511 Vorabendblatt Donnerstag, 6. November Vorabendblatt 1913 Ludwig III., König von Bayern Seite 2 Vorabendblatt Mgsburger Postzertnilg. 6. November 1913. Vorabendblatt Nr». 511 Das Gesetz- und Verordnungsblatt von heute veröffentlicht die Erklärung des Prinzregenten über die Beendigung der Regentschaft und die Erledigung des Thrones. Gleichzeitig wird das gesamte Staatsministerium beauftragt, dem Landtag die Gründe, aus denen die dauernde Regierungsunfähig- deit des Königs Otto hervorgeht, bekannt zu geben. » Die Proklamation zur Thronbesteigung König Ludwigs 111. hat folgenden Wortlaut: Bayerns Herrscherhaus und Volk empfinden seit mehr als 27 Jahren mit tiefer Betrübnis, daß Seine Majestät König Otto durch schwere Krankheit an der Regierung verhindert ist. Die Art des^ Leidens, von dem Unser vielgeliebter Herr Vetter seit vielen Jahren befallen ist, schließt jede Möglichkeit einer Besserung aus. Die ernste Sorge um das Wohl des Landes haben Uns zu dem schweren Entschluß bestimmt» auf Grund der Verfassung die Regentschaft für beendigt und den Thron als erledigt zu erklären. Hiermit ist die Thronfolge eröffnet und die Krone des Königreichs Uns als dem nächsten nach dem Rechte der Erstgeburt und agnatisch-linealischen Erbfolge zugefallen. Wir haben deshalb als König die Regierung des Landes angetreten und von den Uns nach Gottes Gnaden zukommenden Königlichen Rechten vollen Besitz ergriffen. Den in der Verfassungs-Urkunde bestimmten Eid werden Wir in Gegenwart der Staatsminister, der Mitglieder des Staatsrates und der Abordnungen des Landtags alsbald leisten. Von dem verfassungsmäßigen Rechte, die während der Reichsverwesung vollzogenen Besetzungen erledigter Aemter zu widerrufen, machen Wir keinen Gebrauch, vielmehr verleihen Wir allen Ernennungen von Beamten während der Regentschaft hiermit Unsere Königliche Bestätigung. Wir verordnen, daß sämtliche Stellen und Behörden im Königreich Bayern die amtlichen Bescheide von nun an in Unserem Königlichen Namen ausfertigen und halten Uns gerne versichert, daß Unsere Beamten getreulich wie bisher ihre Aufgaben wahrnehmen werden. Unserem Heere entbieten Wir Unseren Königlichen Gruß in der festen Ueberzeugung, daß es in unerschütterlicher Treue und erprobter Tapferkeit allzeit zu seinem obersten Kriegsherrn stehen wird. Allen Angehörigen Unserer Erblande vertrauen Wir, daß sie Uns in unwandelbarer Treue anhängen und alle Pflichten gegen Uns als ihren rechtmäßig angestammten Landesherr» und von Gott gesetzten König erfüllen, wogegen Wir sie Unserer huldvollen Gesinnung versichern. Das bayerische Volk hat von jeher seinem Königshaus, das mit ihm durch ein geheiligtes Treueverhältnis verbunden ist, hingebende Anhänglichkeit bewiesen. Wir erblicken darin eine sichere Gewähr, daß die Liebe des Volkes, die wir als ein kostbares Kleinod von Unseren Vorfahren überkommen haben, auch fernerhin Unser Wirken geleiten werde, das auf das Wohl des geliebten Vaterlandes, aus sein Blühen und Gedeihen gerichtet ist. Im gläubigen Ausblick zu Gott, dessen gnädige Hand Bayern bisher geführt hat, erflehen Wir des Allmächtigen Segen und Beistand. Gegeben in Unserer Hauptstadt und Residenz München, den 5. November 1913. Ludwig. Dr. Freiherr von Hertling. Dr. Freiherr von Soben-Fraunhofen. Dr. von Thelemann. von Breunig. von Seidlein. Dr. von Knilling. Freiherr von Kretz. Auf Allerhöchsten Befehl der Ministerialrat im Staatsministerium des Innern; von Knözinger. Kuüwis ein König wicücr unü ein Volk! ihr stocken, braust'; von eurm Zu kurm! ein König wicücr unü ein Volk! so rüst'; acr vcrZcn Jubclsturm. Unü Solle; SnaNc, funkle hell ob Niese; golNncn llronrcls; vamtt vcm völkcrlcnkcr?rci; unü stuhml Ein Soll, ciN König unN ein banal vic Sage geht, am Alpcnstrn, hoch, wo nur Solle; Stürme wetz n, va hingen Stocken, Nie Zur Nacht von selber an Zu klingen geh n, von keiner McnschcnhanN bcrützrl erbrause Noch ihr hcü'gc; LrZ erschütterten in Nie rate ring; ai; crost una labial kür üa; vcrZ. wie üicfcr Märchcnglocken Schall erklinge, lrcrZ Ncr Bayern, heul'! Zu steine; König; golNncm chron trag hin äc; Jubel; vankgcläutl Stark ist üa; LrZ, stark ist Ncr Strom, stark ist üer Alpen felsenrana, Doch stärker noch ist vaycrntrcul Ein 6öit, ein König UNÜ ein IllNÜi ,4 Dr. lorenr Krapp. Stun § M- W u„. l« '>>>' «d deU Uönig Dir! hallt'; jubeln ü wicler tteul vom Sebirge bis rum Main wie in äer schönen Hsal 3 nur Rhein, Unü wo in kernen bansten bieüer UM yeimattreu ein Bayer lebt, Sie banste er rum bimmel hebt-. 0 Sott geleit' auf allen wegen Zum steil Mr Bayern; Volk unst banst Den Rönig clu mit starker st anst-, Unü gieße Beiner Mmacht Segen jn überreichem Maße au; Zink; game königliche stau;?" MM r » ! HWW»WEM -«WMM WWMM-MZ Seite 4 Augsburger Postzeitung. 5. November 1913. Nro. 511 i MW E^M^Mrinzrezent Ludwig hat als König W »Ludwig III. von Bayern den Fhron der D Wittelsbacher bestiegen. Dainit ist ge- schehen, was seit langem dringende U Ztaatsnotwendigkeiten verlangten, was das M treue Volk der Bayern seit langem ersehnt, ^ was man in dem übrigen Deutschland freudig begrüßen wird. ^ Zeit dem Jahre 1180, seit dem Leptember- tage, an dem Kaiser Barbarossa das Herzogtum Bayern, das Erbe des ungetreuen Löwen, dem Pfalzgrafen Otto von Bayern aus dem Hause der Grafen von Lcheyern oder Mittelsbach übertrug, ist das Haus Mittelsbach unlöslich mit Bayerns und Deutschlands Zchicksalen verbunden. Die Wittelsbacher waren und sind ein ritterlich Geschlecht. Kraft und Genie paarten sich in seinen Reihen. Für Kunst und Wissenschaft schufen die Mittelsbacher weltberühmte Heimstätten. Gewaltige Feldherren stellten sie dem deutsches, Schwerte. Nur war neben Fapferkeit und Freue auch das Unglück ihr steter Begleiter. Es stand namentlich an der Miege des Hausvertrages zu Paoia, der 1329 die bayerischen Lande von der Pfalz bis Oberbayern in politisch einflußlosen Hälften an die Linien verteilte und damit die Expansions- kraft des bayerischen Volkes sähmte. Das Unglück führte auch Kaiser Ludwig den Bayern nach Brandenburg, Holland und Firol, ehe in der Quelle der Kraft, in der Heimat politische Garantien für die Zukunft und der Rückhalt für den Ziegeszug ins Große geschaffen waren. Es traf Bayern, als 1651 Maximilian I., der Bayern aus seinen Frümmern neuerstehen ließ, gestorben war und in seinem Nachfolger Ferdinand Maria der Glaube erstand, Bayern könne es mit Hilfe Frankreichs aus Kosten Oesterreichs zur Weltmacht bringen. Und so wechselten im Laufe der Jahrhunderte stolze Zeiten mit starken Zchicksalsschlägen; so stößt man in der Heldengeschichte Deutschlands fortgesetzt auf blutige Zpuren bayerischen Heldentums und auf ihm nur wenig entsprechende, vom Unglück zerstörte politische Erfolge; und so kam auch die Zeit. in der des Hauses regierender Zweig unheilbar erkrankte, kam das Zchreckensjahr 1886. Bayerns Zchicksal stand wieder einmal an einem oerhängnisschweren Wendepunkte. Die Regentschaft trat in Kraft. Luit- pold starb von der Welt wie ein König geehrt. 8ein edler Lohn Ludwig ist berufen, durch die Besteigung des verwaisten Fhrones der Mittelsbacher endlich einem unhaltbar gewordenen politischen Ohnmachtszustande in Bayern ein Ende zu machen. Wir wollen in diesem feierlichen Augenblicke nicht mehr rühren an die Frage, ob es ein Fehler war, überhaupt eine Regentschaft einzusehen, oder nahezu drei Zahr- zehnte beizubehalten. Ebenso wenig Zweck hat es auch, jetzt noch zu erörtern, ob nicht dieser, ob nicht jener Weg der bessere zum Fhrone war. hier sprachen nicht starre und unvollkommene Paragraphen, hier sprachen Ltaatsnotwendigkeiten. Es wäre vielleicht besser gewesen, wenn in dem Laufe der langen und ruhmreichen Geschichte Bayerns öfters die rasche und entschlossene politische Maxime der Zelbsterhaltungspflicht und weniger oft die ewj^ zwischen Zweifeln und Wahrheit schwankende doktrinäre Gelehrsamkeit der Räte und falsche Lenti- mentalitäten entscheidend für die Zchicksale des Landes gewesen wären. Bayern wird immer dankbar des Prinzregenten Luitpold und seiner Verdienste gedenken, wird ihm», nie vergessen dürfen, daß er in einer Zeit des Unheils und der politischen Verworrenheit als treues Loldat der Mittelsbacher Herrscherpflicht das Zteuer- ruder ergriff. Bayern wird auch stets pflegen die heiligen Erinnerungen an den, um den das Volk seit 1886 trauert, und es wird pietätvoll die Gründe ehren, die den Prinzregenten Luitpold veranlaßten, der Einrichtung des verwesertums bis zu seinem letzten Atemzüge, treu zu bleiben. Die Lebenden aber haben die Pflicht, das Erbe der väter zu halten und zu mehren. Da heißt es, sich mit den Fat fachen abfinden und die Notwendigkeiten im Auge behalten. Und wer da die großen staats- politischen Gesichtspunkte sprechen läßt, der wird finden, daß eine Verweserschaft den Lebensinteressen und dem Ansehen einer Monarchie niemals übermäßig förderlich, daß ein Königtum mit einem unheilbar geisteskranken Inhaber und einem in der Bewegungsfreiheit gehemmten Repräsentanten der Krone ein Unding ist. Das Interesse der Krone und Monarchie Bayern rief nach einer vollständigen Wiederherstellung der bayerischen Königsgewalt, nach der Beseitigung der letzten Zpuren eines Unglücks. das heldenmütig getragen ward und getragen werden mußte, das aber nicht zur Quelle einer dauernden staatspoiitischen Unsicherheit nach außen und nach innen werden durste. Fn einem Königreiche will man einen amtierenden König sehen Bayern braucht einen Monarchen, der es nach außen hin mit berechtigtem Zelbst- dewußtsein vertritt, der seinen starken Zchild hält über alle Bestrebungen, die in einem Zeitalter, das politischen Ländererwerb so ziemlich ausschließt, das heutige Bayern wirtschaftlich vorwärtsbringen wollen. Und wenn man in deutschen Landen auch wieder einmal den König von Bayern, den König des zweitgrößten Bundesstaates sprechen härt, so kann das vom Ztandpunkte dynastischer Grundsätze und monarchischer Gesinnung aus nur freudig begrüßt werden. Mir schätzen die Rechte des Volkes, sein Mitbestimmungsrecht und seine parlamentarische Vertretung sehr hoch. Die Einführung der Parlamente war eine notwendige Konzession an eine historisch gewordene neue Zeit. Aber wir werden es immer für falsch und unheilvoll erachten, wenn in einer Monarchie die Hauptlast der Verantwortung aus den Zchultern der Vertrauensmänner der Krone und des Parlamentes ruht, und wenn der verschwommene halbzustand eines verwesertums zuläßt, daß der Glanz der Krone im Zturme der politischen Wirren verbleichen kann. And je kühner und trotziger die Gegner der Monarchie und des gesunden Autoritätsgedankens sich in den Organismus der Monarchie hineinbohren, je unzweideutiger sie nach der Macht im Ztaate durch die Parlamente streben, um so notwendiger ist es, daß eine wirkliche und berufene Persönlichkeit die Krone trägt und bekleidet mit der autoritativen Herrscherwllrde auftreten kann. Fn diesem Zinne grüßt das monarchisch gesinnte bayerische Volk seinen König. Es bringt dem schlichten, ritterlichen und gottesfürchtigen Monarchen und der edlen Königin ein hohes Maß von Liebe und Verehrung entgegen, und was Prinz Ludwig dem Volke war, wird König Ludwig ihm doppelt sein. Das im Kern Königstreu bis auf die Knochen gebliebene Volk wird auch zornig abweisen jeden, der als Gegner der Monarchie irgendwie sich gegen die Unantastbarkeit des rechtmäßigen Bayernkönigs verfehlen will. Die Masse des Volkes erwartet daher, daß in Bayern weder die offene, noch die indirekte Anarchie geheiligte Interessen der Monarchie straflos schmähen und schädigen kann. Die Kreise, die im Laufe der Debatten den Weg der Proklamation aus eigener Kraft vorschlugen, stützten sich aus einen gewichtigen Rechtsboden. 8ie stimmten aber rückhaltlos den Ltaatsmännern zu, als diese den Weg durch die gesetzgebenden Körperschaften wählen zu müssen glaubten. Diese Körperschaften haben gesprochen. Das Volk wird ihnen danken dafür, daß sie in der schweren Zchicksals- stunde nicht versagten. Alle Zweifel sind gelöst. Die Lücken der Verfassung sind ausgefüllt. Lsuss kinita! Es lebe der König, nieder mit seinen Feinden! Unter der Zchar der deutschen Monarchen und Fürsten wird König Ludwig III. zu den angesehensten und markantesten Erscheinungen gehören. Nicht nur deshalb, weil er Herrscher in Bayern ist. Landern vor allem auch deshalb, weil er ein deutscher König im erhabensten Zinne des Wortes ist. Er fühlt sich natürlich als Bayer, als Erbe seiner Ahnen, als souveräner König eines stolzen Landes. Und diese seine Rechte betonte schon der Prinz mit dem denkwürdigen, in Rußland gefallenen Worte: „Nicht Vasallen, sondern verbündete des Deutschen Kaisers". Es war ein Wort zur rechten Zeit. Denn in den Kreisen des deutschen Volkes soll man nie Vasallen und Louveräne zum Zchaden des monarchischen Gedankens. zum Zchaden für die Kaiser-Idee und zur Beunruhigung der an ihren Fraditionen Hangenden Ztämme gegeneinander ausspielen können. König Ludwig wird immer zu den treüesten Hütern und Freunden der Kaiserkrone gehören. „Nicht Reichsmüdigkeit, sondern Reichsfreudigkeit" lautet fein von ihm in Berlin bekannt gegebener Wahlspruch. Und als es vor einigen Monaten galt, die Wehrkraft des Reiches zu erhöhen, da war es unter den deutschen Fürsten auch der damalige Prinzregent und jetzige König Ludwig, der weitausschauenden Herrschergeistes die Bedeutung des Augenblickes erkannte. König Ludwig ist bejahrten Alters. Aber wir hoffen zu Gott, daß er, dem markigen Ztamme der Wittelsbacher Eiche entsprossen, unter der Obhut des Allerhöchsten noch lange Zahre seines Amtes walten kann — zum Legen für Bayern, zum Ruhm des bayerischen Volkes. Die Ereignisse der letzten Honate und Fage haben sich schnell entwickeln müssen. Die Bedeutung des Augenblickes für die Geschichte und die Geschicke Bayerns wird daher erst voll und ganz im Lause der Zeiten erfaßt und gewürdigt werden. Daher sagen wir: Was hinter uns liegt, liege endgültig hinter uns. Möge der kleinliche Hader verstummen vor der Größe des Augenblicks, möge er verstummen, wo die Rede ist von der Würde und der Erhaltung des Fhrones, dessen Zchicksale des bayerischen Volkes Zchicksal, dessen Zorge des bayerischen Volkes 8orge, dessen Ruhm des bayerischen Volkes Ruhm ist. Und wenn der Königssalut und der Glocken feierliches Läuten im gantzen Lande dieser Fage einschneidende Bedeutung künden, dann wird in dem Herzen eines jeden aufrichtigen Patrioten die Freude emporwallen, die stolze Freude, die entsprungen dem Bewußtsein: Wir haben wieder einen König, wir haben wieder eine Königin! rjf: eil öer König ie6ten Vatertanöe! Augsburger Postzeltrmg. izhense ^L/. 4^ i MAM EÄ.K, NE-?E: «MMÄ'. MÄ7.Ä^ -A-Ä MW WM ?^k iAH WMMM MMMM: «s'D^Ä^/^'Ä^r' -c- SÄ^^/ ' ' EK^Er ^->eASM -MAP LWHL '7> ^r-.-?N>!^-^ K4L MWMWWM KWMMM M^LÄAE! ErM MW .WM! MFW MWM ^>ArÄr,i:-?SM!S vÄüI'-WD>§-8E"H tzWK^WW MM MK'ck W^srH'88«» -^-Lr WM MMM K--M «« »»2L2LÄMÄ2 "»> 7>^ » »>»» -. Uv->v klNit! » ». !> L5ZLS»ß/,/„„,«»»»»M»1«»' MMtMMWMW n.»». Maximilian I. !.uüwig I. Maximilian». l.uawig li. l1799l 1806-1825. 1825-1848. 1848-1864. 1864-1886. Seite 6 Augsburger Postzertung, Nro. L König Mäwig i». Am 20. Januar dieses Wahres richtete der Akademische Senat der Universität München an den Prinzregenten Ludwig anläßlich der Pollendung des fünfzigsten Jahres seit Beginn seiner Studien an dieser Universität eine Adresse, in der es u. a. hieß: . und nunmehr haben Euere Königliche Hoheit, vorbereitet wie wenige Fürsten der Vergangenheit, die Regierung des Landes übernommen." An dieses stolze, aber wahre Wort darf erinnert werden heute, wo der damalige Prinzregent als König Ludwig III. den Thron der Wittels- bacher bestiegen hat. Ein kurzer Blick auf Erziehung, Bildung und Werdegang des nunmehrigen Königs besagt schon jedem, wie richtig diese Charakterisierung sein muß, entschleiert auch das Geheimnis, wie es kam, daß dieser Mann schon als Prinz sich seit langem in den weitesten Kreisen großer Liebe, Verehrung und Popularität erfreute, daß er unbegrenzte Achtung auch bei denen genoß, die in dieser oder jener Hinsicht nicht mit ihm übereinstimmten. Die Erziehung des ältesten Enkels Ludwigs I., zunächst in den Händen einer frommen Mutter liegend, war beherrscht vom Geiste echter Religiosität, von den Prinzipien der Wahrheit und Offenheit und strengen Pflichtgefühls, Grundsätzen, die sich aus lebendiger Religion von selbst ergeben. An diese grundlegenden Anfänge der Erziehung schlössen sich später vielseitige fleißige Studien und eine tüchtige militärische Ausbildung, begleitet und gefördert von gründlicher körperlicher Abhärtung. Diese Erziehung und Ausbildung war ebenso weit entfernt von stubenhockerischer Nur- gelehrsamkeit wie von übertriebener Sportbegeiste- rung, die den Muskel über die Welt der Ideen herrschen lassen möchte. So wuchs der gediegene, in sich selbst gefestigte, bewußt auf eigenen Füßen stehende Plann heran, der unbefangenen Blickes die Dinge und die Menschen um sich her betrachtete und würdigte, der willens und imstande war, selbst zu prüfen und sich ein Urteil zu bilden und nicht darauf angewiesen war, sich an ein Schema zu halten und mit schillernden Phrasen über den Kern der Sachen hinwegzugehen. Der Mann, der überall beliebt, geachtet und im besten Sinne populär war, weil die Liebenswürdigkeit gegenüber den Menschen echt war, weil sie Herzenssache war. das Produkt von Selbstzucht und wirklicher Liebe zu den Menschen, wirklicher Achtung vor ihnen war, nicht ein Ausfluß nur berechnender Herablassung. Der Mann, der seine Vielseitigkeit nicht nur zum vielfachen Spezialisten oder Dilettanten machte, sondern durch den harmonischen Zusammenklang der Vielseitigkeit zum universell gerichteten Geist, der, weil er die Einzeldinge richtig und gründlich kennt, sie auch in der rechten Weise zusammenzufassen versteht zur wohltuenden Ordnung. So wenig seine gelehrten Studien ihn im Intellektualismus und in unfruchtbarem Theoretisiereu ausgehen ließen, so wenig ist er in der praktischen Arbeit, der er sich entschlossen und erfolgreich widmete, der Einseitigkeit verfallen. So sehr er sich beispielsweise der Interessen der Landwirtschaft annahm, in ihrer Förderung beispielgebend war und verdierite Anerkennung fand, so übersah er- dabei doch nicht die Bedeutsamkeit anderer Interessen für das Ganze. Das hat er mehrfach ausgesprochen und einmal hat er sogar ausdrücklich gegen die Auffassung protestiert, als sei er ein einseitiger Förderer der Landwirtschaft. Es war im Jahre 1891 bei der Feier des siebzigsten Geburtstages seines Vaters, als er, bezugnehmend auf eine Bemerkung des Bürger- tneisters v. Stromer von Nürnberg die bedeutsamen Worte sprach: „Ich glaube, Bürgermeister v. Stromer hat mich nicht ganz richtig verstanden, wenn er mich speziell als Landwirt bezeichnete — ich bin wohl ein großer Freund der Landwirtschaft und übe sie selbst aus, mein Blick geht aber weiter: Ich wünsche, daß die Landwirtschaft und ebenso die Gewerbe, die Industrie und der Handel gedeihen. Ich wünsche, daß das Volk überall vorwärts schreite. Und wenn diese verschiedenen Sparten in einander greifen, ohne sich gegenseitig zu schädigen, dann wird das Land gedeihen." Und in Friedenfels sagte er im Jahre 1897: „Die verschiedenen Stände sollen sich nicht als Gegner, sondern als Glieder eines Volkes betrachten." Das ist das Prinzip des Aus- tz l e i ch s, des harmonischen Zusammenwirkens der Vertreter der verschiedenen Interessen, Stände und Berufe zürn Gedeihen des Ganzen. Von diesem Grundsätze ausgehend, der selbstverständlich ist für dem, der das Wohl der Gesamtheit will und die unerläßlichen Vorbedingungen kennt, wirkte er ebenso ersrig für die Verwirklichung von Projekten, an denen in erster Linie Handel und Industrie ein Interesse haben, wie im Landwirtschaftlichen Verein für den Fortschritt in der Landwirtschaft. Dieselbe Unbefangenheit, die ihn in d e n mehr praktischen Dingen auszeichnet, ist ihm auch eigen in der Betrachtung der geistigen Fragen, in der Förderung der ideellen Kultur. Der Kunst brachte er stets volles Verständnis entgegen und mit Eifer trat er, wo sich Gelegenheit dazu bot, für die Erfüllung ihrer berechtigten Wünsche,' für die Befriedigung ihrer Bedürfnisse ein, wobei er sich gern auf seinen Großvater Ludwig I., den er als den Wiedererwecker der deutschen Kunst feierte, und seinen Vater, den Prinzregenten Luitpold, berief. Die Zeitungsleute erinnern sich noch gern der Rede, die er gelegentlich des Deutschen Journalisten,- und Schriftstellertages in München im Jahre 1893 hielt, in der er den Rittern von der Presse hohes Lob zollte, ihnen volle Gerechtigkeit widerfahren lieh, ihnen freilich auch aus ehrlichem Herzen einen beherzigenswerten Rat mit auf den Weg gab. Besonders bemerkenswert aber war das, was er bei dieser Gelegenheit über die Wichtigkeit der Kunst des Z e i t u n g s l e s e n s für hochstehende und höchststehende Personen sprach, über die Kunst, „sich von den Einflüssen ihrer Umgebung freizumachen und Dinge zu erfahren und zu hören, die ihnen sonst bei ihrer unvermeidlichen Isolierung mehr oder weniger verborgen bleiben". . Die R ede n. die König Ludwig als Prinz gehalten hat, sind überhaupt, neben dem Einblick in seinen Erziehungs- und Werdegang, ein wichtiger Schlüssel zu seinem Wesen und Charakter. Diese Reden sind ziemlich zahlreich. Sie wurden teils bei besonderen Gelegenheiten, bei Veranstaltungen von Vereinen und Korporationen, teils im Reichsrat gehalten, dem er fast volle fünfzig Jahre angehörte, wobei er reichlich Gelegenheit hatte, sich mit dein Gang der Politik und der Staatsgeschäfte vertraut zu machen und auf Grund seiner umfassenden Kenntnisse und seiner praktischeil Erfahrung den Interessen und Bedürfnissen von Land und Volk zu dienen. Pfn besonderes Charakteristikuin all dieser Reden, »<«e Eigenschaft, die man an so vielen Reden heutzutage immer mehr und immer schmerzlicher vermißt, ist ihre Kürze, und es bestätigt sich hier das Wort, daß in der Kürze die Würze liegt. Dieser beredte und wortgewandte Mann ergeht sich nicht in hohlen Phrasen und ewigen Wiederholungen, kurz und knapp, einfach und schlicht, sagt er klar und deutlich und treffend das, aus was es ihm ankommt. Er redet nicht, um zu reden, sondern uM etwas zu sagen, was ihm am Herzen liegt, was er im Interesse des Volkes beherzigt und befolgt sehen möchte. Oft und gern kommt er zu sprechen auf das Verhältnis zwischen den Wittelsbachern und den Bayern, zwischen Dynastie und Volk. Er weilt gern unter seinen Bayern, und mit Stolz hebt er immer wieder hervor, daß die Dynastie der Wittels- bacher aus dem Volk hervorgegangen ist, daß Wit- telsbach und Bayern seit vielen Jahrhunderten zusammengehören und sich stets, in guten wie in bösen Tagen, die Treue gehalten haben. König Ludwig ist ein echter WittelsbachA, selbstbewußt und stolz auf die Geschichte und die Traditionen seines Hauses, und ein echter Bayer. Aber auch ein guter Deutscher, und auch hier beruft er sich gern auf das Beispiel seines Großvaters, Ludwigs 1. Die „Vasalienrede' von Moskau im Jahre 1896 hätten kleine Geister, die für die Großzügigkeit des Wesens des Prinzen Ludwig kein Verständnis hatten, als Ausfluß eines gleichsam grundsätzlich oppositionellen Partikularis- mus hinstellen mögen. Das war sie aber nicht. Sie ^ wird er denken und handeln auch als König, als Wittelsbacher und Bayer und als Deutscher. ' In seinen Reden als Prinz hat König Ludwig nicht nur gern indirekt seine persönlichen Auffassungen und Ansichten, seine Absichten und Grundsätze kundgegeben, er hat bisweilen auch über sie gesprochen und dabei wertvolle Aufschlüsse über seine Persönlichkeit gegeben. So sagte er in einerRede zu Landau in der Pfalz im Mai 1894 u. a.: „Und ich darf in Wahrheit sagen, daß ich n ur d a s ö f s e n t - liche Wohl bei aller meiner Tätigkeit im Auge habe. Ich für meine Person habe nur sehr einfache Bedürfnisse und will nichts für mich." Sein Wahlspruch war eben: Luluk publieu snprenm lex v8to! Und er treibt nicht persönliche Liebhabereien, wie er in Landau damals ebenfalls betonte: „Ich ü b e r I e g e r e i f l i ch nach allen Seiten, bevor ich einen Entschluß fasse, dann aber suche ich denselben auch durchzu führe n." In derselben Rede sagte er noch: „Ich bin der Letzte, der das Alte abschaffen wollte, wöil es alt ist. Das gute Alte muß erhalten werden. Aber wo das Alte sich überlebt hat und nicht mehr gut ist, da muß es abgeschafft und geändert werden. Das Neue aber, soweit es gut ist, verdient die krmrrcgmt l.uiwoia l886-l9l2. war weiter nichts als eine notwendige Richtigstellung eines zwar wohl nicht bös gemeinten, aber unüberlegten Wortes bei einer Gelegenheit, wo freilich Unüberlegtheiten nicht vorkommen sollten. Lange vor dem Jähre 1896 hatte Prinz Ludwig genau so, wie er es auch später zu gegebener Zeit tat, immer, wieder die d e u t s ch e E i n i g k e i t, die Notwendigkeit treuen Zusammenhaltens zwischen den deutschen Fürsten und Stämmen laut betont und da^ zu aufgefordert. Dabei freilich auch mit berechtigtem Nachdruck gegenüber gedankenloser Schwärmerei für Gleichmacherei bisweilen bemerkt, daß deutsche Gesinnung und Freude am Reich Kein Anlaß zu sein brauche, dem engeren Heimat- und Vaterlande untreu zu werden. So ist er auch in dieser Hinsicht stets den gegebenen Verhältnissen gerecht geworden als gerecht denkender und weitblickender Mann, dem das Deutsche Reich ein hehres Ideal, der sich aber auch bewußt ist, daß des Reiches Festigkeit und Unerschütterlichkeit nicht zuletzt in der soliden gesunden Eigenart der deutschen Stamme und Staaten begründet ist. Neben dieser allgemeinen Tendenz hat er auch mehrfach bekundet, wie sehr es sein Wunsch ist, daß das deutsche und das bayerische Heer und die Marine auf der Höhe sei, damit Deutschland immer stark genug bleibe, um die Gegner nicht an einen Angriff denken zu lassen und so ein mächtiges Bollwerk des Friedens in Europa zu sein. Wie er als Prinz gesprochen, so sprach er auch als Prinzregent in Berlin und in Kelheim, und so Einführung." Das ist wahrhaft konservati v und zugleich wahrhaft fortschrittlich, das ist im guten Sinne modern. Darin spricht sich weder starre Reaktion noch blinde Neuerungssucht aus, sondern weise Zweckmäßigkeit, die nach Gründen handelt und nach Zielen strebt, eine gesunde Staatsweisheit, die nur das Gute will und es nimmt, wo es ihr sich bietet. Dem Bilde unseres Königs fehlte der wichtigste Zug, wenn darauf nicht auch seine Stellung zur R e - Iigion entsprechend zum Ausdruck gebracht wäre. Religiös und fromm, wie er erzogen wurde, ist er geblieben. Echte Religiosität und Frömmigkeit hat sein Leben und vor allem sein Leben in seiner Familie und das Leben seiner Familie beherrschend beeinflußt und harmonisch und vorbildlich für hoch und niedrig gestaltet. Sie hat ihm wohl auch ein strenges Pflichtgefühl zur zweiten Natur werden lassen, das ihm die Antriebe gab, sich für das Leben, für seinen hohen Beruf so vorzubilden, wie er es getan hat. AIs aufrechter Mann, der aus dem, was er ist, was ihn beseelt, auch der Welt gegenüber kein Hehl macht, hat er in seinen öffentlichen Reden gelegentlich auch sein Verhältnis zur katholischen Kirche, deren treuer Sohn er immer war, und zu den deutschen Katholiken berührt. Im Januar 1899 sprach er unter Hinweis auf die Ierusalemfahrt des deutschen Kaisers und die damalige Schenkung der üormitio K6krti88imge virgini8 von den Gefühlen der Freude und des Dankes der Katholiken über diese Tat des Kaisers und fuhr dann fort: „Die deutschen Katholiken verlangen ja nichts anderes als v o l l e G I e i ch b e r e ch t i g u n g mit den deutschen Protestanten, und zwar vom Reiche, im Reiche, in jedem einzelnen Staate des Reiches dieselbe Gleichberechtigung, deren sich in dem zweitgrößten Staate des Deutschen Reiches die Protestanten, obwohl eine Minderheit der katholischen Mehrheit gegenüber, erfreuen." Und vor ungefähr einem Jahre, am 13. Oktober 1912, hielt er in Altötting jene Rede, in der es u. a. hieß: „Es ist eine selbstverständliche Sache, daß ich katholisch bin, das bin ich durch die Taufe und ich bin es auch aus Ueberzeugung. Ich lasse mir das übrigens ebenso wenig nehmen, wie andere es sich nicht nehmen lassen." Er bezeichnete es weiter als wünschenswert, „wenn jede Äeligionsgesellschaft ihre eigenen Angelegenheiten selbständig regeln und sich möglichst wenig in die anderen einmischen würde . . . Aber darin besteht die wirkliche Toleranz, daß man sich an der Ausübung nicht stößt. Wir Katholiken stoßen uns nicht an der Ausübung anderer Religionsbekenntnisse.. Ich wünsche, daß der Friede der Konfessionen bleibe und daß keitie von ihnen Ursache zu berechtigter Klage habe." Darin spricht sich neben der katholischen Ueberzeugung die wahre Toleranz aus, die Toleranz, die sich an der Ausübung nicht stößt, nicht die „Toleranz. die sich zwar über katholische Prozessionen ärgert, die aber nichts dagegen einzuwenden hat, wenn im Fastnachtszug u. dgl. zum Höhne katholische Priester und andere kirchliche Personen nachgebildet werden". Es bekundet sich in diesen Worten auch ein feines Verständnis für den konfessionellen Frieden, der auf Gleichberechtigung und gerechter Behandlung, nicht aber aus gehässigen Ausnahmegesetzen und bewußter und gewallter Unterdrückung aufgebaut werden kann. , So steht die erhabene Gestalt unseres Königs vor uns als die eines wirklich modernen Herrschers, als die eines Mannes, der seine Zeit versteht und in die Zeit hineinpaßt: Treu und überzeugt am guten Alten festhaltend, das gute Neue freudig und dankbar hinnehmend. Zum guten Alten gehört für ihn die Religion, das Verhältnis der Menschheit zu ihrem Gott, das durch Jahrhunderte bewährte Zusammenhalten von König und Volk, von Wittelsbach und Bayern, das friedliche Nebeneinanderbestehen, aber auch das zum Wähle der Gesamtheit unerläßliche einträchtige Zusammenwirken der verschiedenen Stände und Berufe, kurz gesagt: Die christlich monarchische Staatsordnung in Bayern wie im Reiche. Auf dieser Basis sucht er dem Fortschritt der Menschheit zu dienen, einem Fortschritt, der die Menschen nicht im Irdischen aufgehen, nicht an der Erde kleben lassen, sondern sie durch Vervollkommnung der irdischen Verhältnisse vollkommen machen soll auch für das Streben nach dem höchsten und letzten Ziele und Ideal der Msn- schenbrust, das nur im Jenseits zu erreichen ist,'nur dort seiner Vollendung entgegengehen kann. Das ist und muß sein wie das Ziel jedes denkenden Menschen, jedes Menschen, der sich nicht für so überflüssig und erbärmlich hält. daß er seinen Zweck im Konsum von Eß- und Trinkwaren und derlei Genüssen erfüllt und erschöpft sieht, so auch des christlichen Monarchen. Indem er die Menschheit aus dem Wege wahren irdischen Fortschritts auch dem Himmel näher bringen hilft, verdient sich der christliche König stets von neuem den Ehrentitel eines Königs von Gottes Gnaden. Mag man den Inhalt dieses Begriffes so oder anders zu erklären suchen, mag man damit mehr das Verhältnis des Monarchen zu Gott oder mehr die Unabhängigkeit von irgendwelchen irdischen Instanzen und die alleinige'Verantwortung vor Gott betonen wollen: So lange der Titel überhaupt einen dem Wortlaut irgendwie entsprechenden Inhalt haben soll, so lange, bleibt ein Verhältnis des Monarchen zu Gott bestehen, bleiben bestehen Pflichten, die sich aus diesem Verhältnis zu Gott und aus deni Herrscheramt über die Menschen ergeben, Pflichten gegenüber Gott und Pflichten gegenüber den Menschen im Aufblick zu Gott. Das ist der tiefere Sinn des Gottesgnadentums, das nur der leugnen oder hinwegdisputieren wollen kann. dem Gott nichts mehr ist und der König nicht viel mehr. Ein erhabener Sinn fürwahr! Und ein erhabenes Amt ist auch das Amt des christlichen Herr-, schers, des Königs von Gottes Gnaden. König Ludwig ist ein christlicher Herrscher, ein überzeugter Katholik, der seine Ueberzeugung bekennt und im praktischen Leben daraus die Konsequenzen zieht. Ein konsequenter Katholik aber auch insofern, als er die wahre Nächstenliebe und Toleranz übt, die sich an der Ausübung eines anderen Bekenntnisses nicht stößt. Er ist stolz darauf, ein Katholik zu sein, aber auch stolz darauf, daß in Bayern die Protestanten gerecht und auf dem Fuße der Gleichberechtigung behandelt werden. Er meint es mit allen Landeskindern gut und bietet dadurch und mit seiner vielseitigen Bildung, seiner Klugheit und reichen praktischen Erfahrung, mit seinem Verständnis und Interesse für alle Bedürfnisse menschlicher Wohlfahrt die sichere Gewähr, daß er alles tun wird, um allen Landeskindern ein wirklicher Vater, Beschützer und Förderer in allem Guten und Schönen zu sein. So wird denn das Bayernvolk ihn, auf den es schon lange mit Wohlgefallen und Sympathie, mit Verehrung und Liebe geschaut, mit größtem Vertrauen, mit herzlicher Freude, mit Jubel und Begeisterung auf dein Thron der Wittelsbacher als den fünften Bayernkönig begrüßen. Es wird sich freuen, daß er, der einst für den griechischen Thron bestimmt schien, nunmehr die bayerische Krone trügt. Und wie es ihn als das Muster eines christlichen Monarchen, eines deutschen Fürsten begrüßt, so begrüßt es neben ihm aus den: Throne mit den gleichen herzlichen Gefühlen als das Vorbild einer echten christlichen K ö n i g i n die hohe Frau, die weithin als das Ideal einer christlichen deutschen Frau und Mutter schon lange erschien, die es wahrhaft verdient, eine Königin, eine Landesmutter zu sein, verehrt und geliebt von allen treuen Bayern, Prinz Ludwig und Prinzessin Marie Therese waren ein vorbildliches, ein ideales christliches Ehepaar und Fürstenpaar von jeher, und sie werden nunmehr sein ein ideales christliches Herrscherpaar, ein Vorbild christlicher und darum auch königlicher und bürgerlicher Tugenden. Und wenn heute Bayen glücklich ist, wieder einen wirklichen König zu haben, einen König, der regiert und repräsentiert, so ist es nicht minder glücklich, nach langer, langer Zeit auch wieder eine Königin zu baden. An diesem Glück Bayerns werden Millionen im ganzen Deutschen Reich und darüber hinaus, soweit die deutsche Zunge klingt, innigen Anteil nehmen. Weithin erbraust heute der Iubelruf: Es lebe der König! Es lebe die Königin! Und es hebt sich der Blick himmelan zum Lenker der Geschicke der Fürsten wie der einfachen Sterblichen, und im Gebete steigt zu ihm der heiße Wunsch empor: Gott segne und schütze unser Königspaar und sei mit ihm, mit Land und Volk für heut' und immerdar! D Vorabendblatt Boravendblan Seite 7 -rrv. 511 ÄUgsVNrger Postzeitung. 6. November 1913. Bei Zusammentritt des Landtags hat das Lciyerll sche Zentrum neuerdings verlangt, da? insbesondere Lieferungen für die Marine in h'yer-m Maße als bisher an die bayerischen Getvec. .-treibenden übertragen werden sollen. Inzwischen ist Admiralitätsrat Kalus von der Tanziger Werft VieserhalL mit der Handelskammer München in nähere Berbindung getreten. Es ist zu hoffen,, daß nunmehr ein regerer Geschäftsverkehr zugunsten der baycrisclstn Industrie und des Gewerbes sich entwickeln wird, und von den vielen Millionen, die nach Norden gehen, wieder eine größere Anzahl zurückfließt und die bayerische Volkswirtschaft befruchtet. Es sollte aber auch noch mehr darauf hingearbeitet werden, daß die Lieferungen für das bayerische Heer in der Hauptsache im eigenen Lande vergeben werden. In der Sitzung des Reichstages vorn 23. März 1909 verwies Abg. SchirMer auf ddn Rückgang der Arbeiterzahl in den bayerischen Militärbetrieben und auf die Zunahme der Arbeiter in den Betrieben der preußischen Heeresverwaltung und verlangte einen Ausgleich. In der Gewehrfabrik Amberg wurden damals hundert, zum Teil lange Jahre dort tätige Arbeiter ausgestellt, in den Spandauer technischen Instituten 700 Arbeiter neu eingestellt. Ein Jahr zuvor bereits waren die Betriebe der preußischen Heeresverwaltung um 1503 Personen verstärkt worden, während die Zahl der in den bayerischen Heeresbetrieben beschäftigten Arbeiter um 606 sich verringerten. Die Verschiebung des Geschäftsbetriebes zugunsten Preußens geschah also auf Kosten der Arbeiter in Bayern. Schirmer verlangte deshalb, daß sowohl die staatlichen wie die privaten Betriebe in Bayern mehr berücksichtigt würden, so daß wenigstens die für das bayerische Heer aufzubringenden Summen im Lande blieben. Damals hat der Vertreter Bayerns, der Militärbevollmächtigte Herr von Gebsattel, zugegeben, daß in den Jahren 1906 und 1907 der Bedarf der militärtechnischen Institute an Materialien, Waffen, Gesützen usw. zu einem Drittel aus Preußen bezogen worden ist. Als seinerzeit die Firma Sieger und Moradelli in München Ausrüstungsgegenstände für die Artillerie, Lästerten u. dergl., fertigte, hat die bayerische Heeresverwaltung die Firma einfach sitzen lassen. Daß diese wie die bayerische Industrie Werhaupt von der preußischen Heeresverwaltung mit Aufträgen bedacht worden wäre, davon ist nichts bekannt geworden. Aus Jndustriellenkreisen hörten wir kürzlich die Klage, daß die süddeutsche Papierindustrie, mit Ausnahme einer kleinen Lieferung, die der Württembergischen Papierfabrik in Mochenwangen seinerzeit übertragen worden sei, weder zu den Lieferungen für die Reichsdruckerei noch für solche dcr Reichspostverwaltung herangezogen werde. Und doch muß speziell Bayern Millionen jährlich an Ausgleichsbeiträgen an das Reich abliefern. Nach dem bayerischen Budgetentwurf für das Jahr 1914 und 1915 sind von den 15 Millionen Mark Ueberschuß nicht weniger als 14 Millionen an das Reich abzuliefern. , Also nochmals: Bessere Berücksichtigung der bayerischen Industrie und des Gewerbes bei Beschaffung des Kriegsmaterials und bessere Berücksichtigung auch der vorhandenen eigeneu Staatswerkstä t- ten. Die Statistik über die Entwickelung der militärischen Betriebe Bayerns zeigt, daß diese gegeii- über den preußischen Betrieben immer mehr ins Hintertreffen kommen. Nach den neuesten 1913 dem Reichstag vorgelegten Uebersicht über' die Ar beitsverhältnisse in den Betrieben der Marine- und der Heeresverwaltungen ergaben sich folgende Zahlen: Bei der Reichsmarineoetwaltung waren Ende Oktober 1908 auf den Werften, in der Torpedo - Werkstatt, bei den Bekleidungsämtern und Depots beschäftigt 23 908 Personen, davon 229 weiblich, Ende Oktober 1911 26 045, davon 247 weiblich. In den drei Berichtsjahren hat sich somit die Zahl der Arbeiter um 2137 vermehrt. Ueber die Zahl der Arbeiter bei den verschiedenen Kontingenten er-, gibt die Uebersicht folgendes: Kgl. preußische Heeresverwaltung: Proviantämter, Konservenfabriken, BekleidungsäMtet, Garnisonsverwaltungen 1908 9470 Köpfe, 1911 9514, sind mehr 44 Personen. Bei der Feldzengmeisterei, in den Munitions- und Waffenfabriken, ArtiUerie- und Traindepots waren beschäftigt 1908 zusammen 19 911 Personen; Ende Oktober 1911 waren es 21044 Personen, das sind 1133 Arbeiter mehr. Kgl. bayerische Heeresverwaltung: Bei den Proviantämtern, dem Bekleidungsamt, den Garnisonsverwaltungen waren 1908 beschäftigt 475 Arbeiter, Ende Oktober 1911 dagegen 752 Personen, das sind 277 mehr. 221 Personen, darunter 37 weibliche, entfallen auf das seit 1. April 1910 errichtete Bekleidungsamt. Vordem hatte Bayern ein derartiges Amt nicht, wie auch heute noch keine Konservenfabrik. Trotz der Zunahme der Zahl der Arbeiter irr den bayerischen Betrieben steht dieselbe, im Verhältnis der Bevölkerung, uM rund 200 Arbeiter hinter jener in den diesbezüglichen preußischen Betrieben zurück. Die Zahl der bei der bayerischen Feldzengmeisterei beschäftigten Arbeiter, also derjenigen in den Munitions- und Waffenfabriken, ist seit 1908 zurückgegangen. 1908 waren in diesen Betrieben 3700, Ende Oktober 1911 nur mehr 3572 Personell beschäftigt. In der Gewehrfabrik Amberg arbeiteten 1908 517 Mann, 1911 nur mehr 370. Anstatt Gew-Hrteile t'lst zu fertigen wtt'dm diese vielfach aus Preußen bezogen. Es dürfte zrveckmäßig sein, bei den Beratungen im bayerischen Landtag auf diese Zahlen zurückzukommen. Das Handwerk und die Parteien -- Einen recht deplazierten Vorstoß gegen die Zentrumspartei hat in der Freitagssitzung in der Abgeordnetenkammer der liberale Abgeordnete Hübsch unternommen, indem er deren Handwerkerfreundlichkeit zu verdächtigen suchte bei einem Anlaß, dcr hierzu nicht die geringste Handhabe bot. Im Interesse der objektiven Wahrhüt und um allen Legendenbildungen vorzubeugen, sehen wir uns veranlaßt, auf die fragliche Angelegenheit des näheren einzugehen. Bekanntlich hat das Justizministerium dem Landtag eine Denkschrift über die Gefan- genenarb eit vorgelegt, in der u. a. erklärt wurde, daß künftig die Gefangenen besonders beim Umbau und Neubau von Strafanstalten verwendet werden sollen. Bei den Baupostulaten für den Justizetat, die in der erwähnten Landtagssitzung behandelt wurden, wandte sich nun der Abg. Hübsch energisch gegen die Absicht der Regierung, wobei er mit Recht darauf hinwies, daß bei der derzeitigen schlechten wirtschaftlichen Konjunktur und der daraus resultierenden. großen Arbeitslosigkeit dem freien Unternehmer, Handwerker und Arbeiter keinerlei Konkurrenz durch Gesangenenarbeit gemacht werden dürfe. Er fühlte aber weiter das Bedürfnis, dem Zentrum und insbesondere dem Abgeordneten Dr. Pichler vorzuwerfen, daß es im Ausschuß nicht gleich von Anfang an in der entschiedenen Weise gegen diese Absicht der Regierung aufgetreten sei, sondern daß erst aus die Ausführungen der liberalen Abgeordneten hin ein Umschwung beim Zentrum eingetreten sei. Diese Darstellung des Herrn Hübsch ist bereits in der gleichen Sitzung durch die Abgeordneten Dr. Ein Häuser, Giehrl und den Referenten Speck richtiggestellt worden. Wie war der Hergang der Sache im Finanzausschuß? Dort stand zunächst ein Postulat von 110,000 Mark zur Erwerbung von Grundstücken für die Gcfangencnanstatz Lichtenau znr Beratung. Bei diesem Postulat schon die prinzipielle Frage der Gefangenenarbeit anzuschneiden, bestand für das Zentrum keine Veranlassung, weil ja hier nicht etwa Gelder gefordert wurden, um Löhne für die Bauarbeit an Gefangene zu bezahlen, sondern nur um einen Bauplatz zu erwerben. Seine endgültige Stellungnahme zu einem eventuellen Postulat für den Neubau selbst hat sich das Zentrum ausdrücklich vorbehalten. Es lag dann weiter ein Postulat von 310,000 Mark für die Errichtung einer Irren- abteilung und zweier Dienstwohngebäude beim Zuchthaus Straubing vor. Diese Arbeiten sollten nach den Intentionen der Justizverwaltung durch Gefangene ausgeführt werden. Dagegen hat nun das Zentrum von Anfang an entschieden Front gemacht, die Zentrumsredner haben nachdrücklichst betont, daß es sich für das Handwerk ,^und den Mittelstand darum handelt, daß bei derartigen Bauten viel Verdienst unter die Leute kommen kann. Und während der liberale Korreferent Abg. Hübsch die Etatsposrtiott irr der geforderten Höhe genehmigen wollte, stellte der Z entrunts- abgeordn ete Speck als Referent den Antrag, die Po sition um 50,000 Mark zu erhöhen, d amit d ie B a uausführung freie n Arbeitern übertragen werd e n könne. Dieser Antrag fand schließlich nicht nur die einstimmige Zustimmung des Ausschusses, sondern auch die Billigung der Staatsregierung. Was schließlich die Stellungnahme des Herrn Abg. Dr. Pichler in dieser Frage betrifft, so hat derselbe nicht, wie dcr Abg. Hübsch ausführte, ohne weiteres die Absicht der Regierung, Gefangene zu Bauarbeiten zu verwenden, gutgeheißen, sondern 'er hat sich lediglich auf den Standpunkt gestellt, daß in erster Linie eine Konkurrenz des Handwerks und Gewerbes durch Gefängnisarbeit Hintangehalten werden müsse. Wünschenswert ist lediglich die Heranziehung der Gefängnisinsasse» zu Kulturarbeiten, wie sie auch jetzt schon in Bayern in immer größerem Umfange erfolgt. Nach dieser objektiven Sächdarsteltnng wollen wir es der Beurteilung der Oeffentlichkeit überlassen, ob den Vorwürfen des Abg. Hübsch nue ein Schein der Berechtigung anhaftet. Diesel Angriff des Herrn Hübsch entsprang lediglich seinem Agitationsbedürfnis und sollte die liberale Mittelstandspolitik bei den Handwerkern und Gewerbetreibenden draußen in ein gutes Licht rücken. Tie Aufnahme der Königl. Familie S. 3 stammt aus dem Atelier des Hofphotographen Bernhard Tittmar- München. V-. .... A)er wählt rot? /tX Leicht ist diese Frage nicht zu beantworten, denn bei der durchweg geheimen Stimmabgabe bei den Wahlen läßt sich ein klares Bild über die Art der Wähler, die mit einem roten Stimmzettel zur Urne schreiten, schwer gewinnen. Es war darum eine recht schwierige, gerade deshalb aber um so dankenswertere Aufgabe, die sich Dr. Mais K lö cker gesetzt hatte, als er eine Untersuchung über „die Konfession der sozialdemokratischen Wählerschaft" (Bolksvereinsverlag) anstellte. Der scharfsinnigen, gründlichen und geduldigen Arbeit des Verfassers ist aber der kühne Wurf vortrefflich gelungen. Mit peinlicher Genauigkeit und aus Grund einer besonders konstruierten Methode hat Dr. Klöcker die Reichstagswahlen von 1907, die wegen der Eigenart der damaligen politischen Konstellation das geeignetste Material boten, seinen Betrachtungen über die Konfessionalität der sozialdemokratischen Wählerschaft zugrunde gelegt. Es kann nicht unsere Ausgabe sein, den ganzen Ge- dankcngang des Verfassers, dessen Ergebnisse unanfechtbar sind, hier wiederzugeben; es liegt uns nur daran, das wichtige Endergebnis der wissenschaftlichen Untersuchung zu unserer eigenen Genugtung und als ernste Warnung festzulegen. Auf Grund unumstößlichen statistischen Materials ist jetzt der wissenschaftliche Nachweis erbracht worden, daß mit dem Steigen der Prozentanteile der evangelischen Konfession an der Wahlkreisbevölkerung organisch und in ununterbrochener Linie die Zahl der Sozialdemokraten in stimmen und Mandaten steigt, um mit den höchsten evangelischen Beoölkernngsprozenten ihren Höhepunkt zu erreichen, während mit dem Steigen der Prozent- anteile der katholischen Konfession an der Wahlkreisbevölkerung das gerade Gegenteil der Fall ist. Von der Gesamtheit der sozialdcmokratischen Stimmen lieferten 1907 die 146 vorwiegend katholisch bevölkerten Wahlkreise 15,17 Prozent, die 251 vorwiegend evangelisch bevölkerten Wahlkreise 84,83 Prozent; von allen 43 sozialdemokratischen Mandaten stellten die vorwiegend katholischen Wahlkreise 6, die vorwiegend evangelischen 37. Die sozial- demokratischen Stinnnensummen verteilten sich mit 368 223 auf die 3 958 522 katholischen Wähler und wit 2 890 806 aus die 7 304 307 nichtkatholischen Wähler. Für den katholischen Teil der Bevölkerung ist diese wissenschaftliche Feststellung äußerst erfreulich, liefert sie doch eine treffliche Illustration zu den so oft gehörten Vorwürfen, die Katholiken seien national minderwertig und eine Gefahr für das nw- derne Staatswesen. Wie die Dinge heute liegen, läßt sich für nationale Zuverlässigkeit aber wohl kaum ein besseres Kriterium ausfindig machen als die Stellung zur Sozialdemokratie. Und gerade wenn dieser Maßstab angelegt wird, dürfen die deutschen Katholiken mit Stolz in die erste Reihe treten und, ohne begründeten Widerspruch befürchten zu müssen, sich als stärkste Schutzwehr gegen die sozialdemokratische Sturmflut hinstellen. Wie ivahr dies ist, beweist am besten die erbitterte Feindschaft der Sozialdemokratie gegen die katholische Religion und all ihre Einrichtungen, gegen das Priestertum und die katholischen Vereine, vor allem gegen den katholischen Volksverein, mit dem sich ini ganzen Reich keine Organisation in der erfolgreichen Bekämpfung der Sozialdemokratie messen kann. Es ist erfreulich, daß jetzt auch eüuit»>. der statistische Nachweis geführt worden ist, dM Dr den Staat auf die Katholiken der beste Verlaß ist, und es wäre jetzt nur zu römischen, daß die Regierungsstellen, die es angeht, aus dieser Erkenntnis auch die selbstverständlichen Folgerungen ziehen, vor allem, daß das Verlangen der Katholiken nach voller Gleichberechtigung mit den übrigen Staatsbürgern nicht nur ein Ruf der Gerechtigkeit, sondern auch eine Forderung des Staatswohls ist; daß jedwede Knebelung der katholischeil Kirche und jede Beschneidung der Rechte deutscher Katholiken eine Unterbindung der besten Kräfte ist, die für den Staat wirksam sein wollen. Die Beschaffung des Kriegsmaterials. U. li. Die Beschaffung des Kriegsmaterials für Heer und Marine erfolgt durch reichs- und staats- eigene 'Betriebe, sowie durch die Privatindustrie. Darüber, daß hierbei die süddeutschen Staaten nicht einmal verhältnismäßig beteiligt sind, besteht berechtigte Klage. Tie Augsburger Postzeitung hat in mehreren früheren Artikeln wiederholt daraus hingewiesen und insbesondere die Wünsche der Gewerbetreibenden aus Zuweisung größerer Staats- anfträge unterstützt. Seit einer Reihe von Jahren haben im Reichstag die bayerischen Abgeordneten Jrt, Schirmer und Sir dieselbe Forderung erhoben. Feuilleton. Literaturbrief- Lieber Freund! Cutschuldige, wenn ich gleich mit einer Klage ins kaus falle. Ich habe einmal wieder, wie schon öfter ieit metner literarischen Mitarbeit, eine arge Enttäuschung im Punkt Schöngeistige Literatur erleben müssen; das Hit nur allerdings nur meine Tir langst bekannte Erfahrung aufs neue bestätigt: bluacius vull ckocipi, aus gut deutsch: Trotz atlem und allem, der Schwindel gedeiht und lleibt obenauf, die Reklamcbücher, die seichten Geschichten und Romane werden getauft und „ewig" weitergegeben, die wahrhaft schönen und herrlichen Sachen aber müssen lei Literaten und Kritikern ein still beschanlick-es Dasein führen oder sie kommen höchstens über kleinace Kreise hinaus, um hier geachtet und geehrt zu werden. Ta ich um ein Beispiel für viele zu neuneu, im vergangenen Frühling ein kleines, aber seines Büchlein herausgekommen: Listo v Fo-sto von Heinrich F-e derer Verlag von Eugen Salzer, Heilbrvnn, 1913, 115 Seiten, in Leinwand gebunden 1 Mk.l. Tu hast es Tir icdensalls auf die Besprechung Tr. Krapps in dieser Beilage Nr. 28 An oder aus die vortreffliche Analyse des Redatreurs Herz in der „Bücherwelt", Mai 1913, angeschassr und bist mit diesen Rezensenten und mir der gleichen Meinung: So was an v o I l en d e t be s e e l r e r und verlebendigter Charakteristik aus der Geschichte, hier des Papstes Sirius V., im Verein mir einem wundervollen Humor. der über diese glänzend geschrn-ch'ne Abruzzengeschichke sich ansgrestt, haben wir bis jetzt kaum besessen. Man hat in einzelnen Rezensionen auf E. F. Meyer und mehr noch auf Gottfried Keller hingewiesen: Federer sei. hieß es da sehr gnädig, „ein wackerer Schweizer Trchter, der srch bald neben dem alten Züricher Seldwyla-Poeten sehen lassen dürfe". Ja, ja „bald!" Und wir behaupten ruhig und fest: nein, Federer ist Federer, der die Landsmannschaft Und Nachbarschaft KellerS gar zu fürchten braucht, Und diejenige Meyers erst recht nickn: denn Meyer hörte nie mit solcher künstlerischen Ochettiostöt die Gestalten Sfttus' V. und seines Bruders Sesto, eines Banditen und Kirchenmesners zugleich, säumen können. Ein nicht katholischer Dichter hätte diesen Stoss gar nicht so anpacken und noch viel weniger mit solch überlegener Wahrheitsliebe, ore auw den kirchlichsten Katholiken nick» verletzt, behandeln können. Ta hatte ich nun geglaubt, man werde mir aus meinen diesjährigen kleinen Sommeraiisslügen oder 50 kilometrigcn Reisetouren überall begegnen mit der Entdeckung : „Wer gehst der Federer mit seinem lliwc» o riesto, so toas ist ja großartig, eine einzig sclKne historische Novelle: wie er den Papst in Konsjikt mit seinem Amt als Rächer der Untaten und seiner Stellung als Bruder eines Mörders und Wegelagerers, dcr bei ihm samt Sohn eingekerkert wird, bringt und diese Spannung herrlich löst usw. usw." Nichts von allcdem! Liste» o Ferste» V Kenne ich nicht? Ist das ein so dickes Buch wie „Berge und Menschen"? Lese ich nicht! Habe Besseres zu tun! Meinetwegen können Sie es mir aber leihen, tvenn ich es bald fertig bringen kann!" 2o, auch noch leihen! Nein, so waskauft man sich und liest es und erquickt sich wie sonst selten und stellt es hinauf, um es bei nächster Gelegenheit wieder zur Hand zu nehmen. Leihen? Diese .Knicker und Püchmctuwrrer! Werden sie nimmer aussterbeu? Ta soll die Literatur, vollends die katholische, noch gedeihen'? Ich denke da mit Schmerz an Heu tragischen Niedcr- slug des „A a r", denk die Schwingen erlahmten, weil ihm trotz dreijähriger bewunderungswürdiger Anstrengungen die Kräfte nicht gewährt wurden, die er zum Weiter- und Höhenflug notwendig gebraucht hätte. Und im „?1ar" standen auch die ausgezeichneten „Umbri- schen Rersegeschichten" Federers und seine brillant hingeworfenen, sprudelnden und oft sprühenden „Literarischen Rundschauen". Ich möchte verzeihen Sie es, lieber Freund — sgst sagen: wenn em Backstein wie „8isto e Lcwto", das von Leben und litcrarischcr Kunst ganz erfüllt isst nicht in 10000 Exemplaren oder noch mehr „weggehen" kann, so sind wir eine solch herrliche Literatur gar nicht wert. Das wäre ivahrhastig traurig, üder- tranrig. Natürlich wird man nun dieses feine Böndchtcn nicht in jeder Loltsbibliothek brauchen können: nur wer historisch speziell in der Papst- und Kirchengeschichte und auch ethnologisch einigermaßen versiert und interessiert ist, wird Fisto o Feste» würdigen und dann genießen können; junge Leute und alte Weiblein werden nicht viel daran haben, jedoch die Schicht der befähigten Leser bleibt noch stark genug. Eine schwere Schollt» drückt mich, teurer Freund, allerdings keine moralische, aber eine ernste literarische. Ta habe ich nun gerade seit einem halben Jahre ein anderes Büchlein vor mir liegen, das in seiner Art fast ebenso hervorragend ist, und ich habe Tir bis heute noch nichts davon geschrieben, ich meine „Franz von Assisi, Legende n" von F. A. Holland (Keuchten, Kösel >913, 156 S.> brosch. 2 Mk., schön geb. 3 Mk.). Tre Fioretti, Blniirlcin des hl. Franzisius sind ja bekannt; Pater Tr. Holzapfel hat diese „Franzis- kusiegenden", die aus der gleichzeitigen rchec nach- herigen franziskanischen Literatur stammen, hübsch zusammengestellt und verdeutscht in der Sammlung Kö- s e l. Holland bietet etwas ganz Neues und Hoch- originelles, neu, indem er aus der innersten Psyche des seraphischen Heiligen heraus allerhand Erlebnisse, Reden, Verhältnisse gestaltet, wie sie mit und um F-ranzis- kus sich ergeben haben können: legendäre reizvolle Wunder an Kranken oder Toten, Verkehr mit höchst merkwürdigen Menschen oder personifizierten Symbolen: originell, er führt uns inhaltlich ziemlich weit über die Franziskus- legcnden hinaus, modernisiert sie sozusagen, ohne aber den echten Geist Franzisci zu verfälschen. Es ist mir ganz unmöglich, noch genauer die Eigenart dieser sprachlich und poetisch gleich hoch stehenden Legendengeschichten zu prüzi- sieren; ich kann Tir nur raten: Nimm und lies! Freilich, wie oft sagt man so! Tiefe Redensart wird viel mißbraucht; daß ich es auch täte, wirst Tu sicherlich nicht behaupten, wenn Tu das in prachtvollen großen Lettern gedruckte Buch innerlich gekostet hast. Tenn bloß „lesen" kann man solche Bücher nicht. Wenn nicht schon ein anderer Referent die „Klostergeschichten" unserer M. Herbert in Nr. 28 der Literarischen Beilage eingehend und warm besprochen hätte (Regensburg, Habbel 1913, 256 S-, geb. nur 2 Mk.), so hätte ich es Mt Tir gegenüber tun müssen. Denn das ist keine literarische Tutzendware, sondern ein durckzaus poetischer Charakter beschwingt und beseelt diese aus dein Leben und lebendigster Phantasie heraus gestalteten Personen. Ihren Michelangelo und ihre einzige Viktoria Cvlonna dürfen wir wiederum in einer überaus schönen Skizze grüßen. Tauchen begegnen wir ihren lieben allen Weiblein, ihren opferbereiten Ordenssck-western — herrlich ist da „Tie letzte Nachtwache der Schivester Katharina von Siena" —- und gutmütigen Männern. Obgleich Herbert nicht so dichterisch schöpfen karrn wie Federer urrd -Holland, so weiß sie doch ihre Persönlichkeiten mit ihrem eigenen dichterischen Geist so reich auszustatten, daß man bei ihr nie bloß unterhalten wird; es sind edel ausgefüllte Feststunden, die man in ihrer literarischen Gesellschaft zuzubringen Gelegenheit bekommt. 'Muß ich mick- auch entschuldigen, wenn ich Dich bisan noch nicht Paul Kellers „Stille Straßen" geführt habe München, Mlq. Lerlagögesellschasi 1913/13, Aber alle Redetüttstslücke können nicht über die Tatsache hinweghelfen, daß die Zentrumspartei im Landtag schon zu einer Zeit gegen die Ausnützung der billigen Gefängnisarbeit zum Schaden des seßhaften Handwerks aufgetreten ist, als die Liberalen ihr mittelstandsfreundliches Herz noch lange nicht entdeckt hatten. In mehreren Landtagssessionen hat das Zentrum förmliche Anträge aus Beschränkung der Gcfängnisarbeitcn eingebrach!. Die erste größere Debatte über die Frage der Gefängnisarbeit fand unseres Wissens im Jahre 1884 statt, als in einer Reihe von Petitionen die Handwerker und Handwerkerkorporationen ihren Klagen über die Konkurrenz der Gesängnisarbeit Ausdruck gaben. Der Referent über die Materie war der damalige Zentrumsabgeordnete Biehl, welcher sich wärmstens der Wünsche und Beschwerden der Petcnten annahm. Und der Zentrnmsabg^ordnete Frhr. von Papius wandte sich speziell dagegen, daß durch die Konkurrenz der Gefängnisarbeiten die Arbeitslöhne der Fabrikarbeiter geschmälert werden. Dagegen nahm der liberale Abgeordnete Seiler eine sehr zweideutige Haltung zu den Petitionen ein, und als schließlich ein Regierungskommissär die in den Petitionen vorgebrachten Klagen als un- begründe 1 hinzustellen versuchte, fand er bei den Liberalen Zustimmung. Das veranlaßte den Zentrumsabgeordneten Baumann, aus die Notlage des Handwerks hinzuweisen und die Regierung um Berücksichtigung der Handwerks- wünsche zu Litten. Möge Herr .Hübsch aus dieser kleinen Reminis- zenz ersehen, wie geringe Veranlassung die Liberalen haben, gegen andere Parteien in Mittelstandsfragen Vorwürfe zu erheben. Der neue Krupp-Prozeß;. X Berlin, 4. dkov. 13. Gegen halb 10 Uhr vormittags eröffnete Landgerichtsdirektor Tr. Karsten die Verhandlung. Der Oberstaatsanwalt teilt mit, daß Generalleutnant von Bücking noch nicht habe geladen werden können, weil dieser von Tarmstadt nach Meran abgereist sei; seine Ladung wird, ihm frühestens morgen zugestellt werden können. Infolgedessen wird auch Maior Anders einstweilen entlassen, da es empschlenÄvert erscheint, diesen Zeugen gemeinsck-aftlich mit Generalleutnant von Bücking zu vernehmen. Beide Zeugen werden für Freitag vormittags 9 Uhr geladen. Klügelt. Eccins stellt guf Grund selner früheren Aussage fest, daß er von Pcrbandt hinsichtlich der lleber- mittelnng der Kormralzer an den Reichstagsapgeordneten Tr. Liebknecht keine Rolle gespielt hat. Um mißverständlichen Tentungen vorzubeugen, konstatiere er, daß er das Gegenteil des Verdachtes gegen Herrn von Perbandt ausgesprochen habe. Untersuchungsrichter Landgerichtsrat Metzner teilt mit, daß, ihm vom Reichsmarmeantt die Mitteilung zugegangen sei, daß das Ermittclnngsverfahren gegen mittlere Beanite noch nicht abgeschlossen sei; keineswegs stehe aber Verrat militärischer Geheimnisse in Frage. Tie ganze Angelegenheit könne auf disziplinarischem Wege erledigt werden; überdies sei die Angelegenheit bereits seit März ds. Js. Gegenstand der Untersuchung. Der Gerichtshof beschließt sodann — da die gestern begonnene Besprechung der Kornwalzerangelegenheit noch nicht beendet Iverden konnte — die Oeffentlichkeit der Verhandlung auszuschließen. In ferner heutigen Aussage im Brandtprozcß wies der Zeuge von Mctzen daraus hin, daß Brandt wiederholt sich in seinem, Metzens, Privatkonto! aufgei-atten habe, auch einmal sogar den Schrank, in welchem sich die Kornwalzer befanden, offen gelassen habe. Es war dies ein Mangel an Vorsicht, der ihm, denr Zeugen, nicht passiert sei. Oberstaatsanwalt: Tann muß es eben ein Tlebst« hl gewesen sein. Dagegen spricht aber eine Bemerkung in dem Brief an den Abgeordneten Liebknecht, daß! die Kvrnivalzer in Ellen in einem Schrank des Herrn von Te- Witz aufbeioahrt seien. Tas habe natürlich der Dieb nicht wissen können. — Zeuge von Tewitz erklärt, von Metzen wußte, daß wich wo die Kornwalzer in Essen tvaren, denn er habe ihm gesagt, iiwem er aus den schränk hinwies: Tort liegen sie! — Rechtsanwalt Lüwenstein weist daraus hin, daß in dem Bries an Liebknecht fast dieselben Worte stünden, ivie in dem Briese von Wetzen an Krupp. Der Vorsitzende stellt durch Verlesung fest, daß eine wörtliche Uebereinstimmung absolut nicht vorhanden ist.' Schließlich erklärt von Metzen, er müsse ein geradezu kopfloses Rachebcdürsnis gehabt haben, wenn er die Sache,- deren Geheimhaltung ftir ihn von großem Interesse war.- der Oeffentlichkeit übergeben hätte. Energisches Handeln. Von Austriacus.- Der österreichische Zeitnngsleser horcht verdutzt, fast erschrocken nnsi: es ist etwas geschehen, was man, inr pessimistischen Fatalismus versunken, fast für unmöglich im alten Oesterreich gehalten hak: Die äußere Politik der Monarchie wird in letzter Zeit so geführt, daß man einen starken Hauch einer höchst erfrischenden Energie in ihr plötzlich zu verspüren meint. Einen solchen aber hat män lange, sehr lange Zeit hindurch nicht mehr in ihr zu entdecken vermocht. Graf Berchtold scheint des geduldigen Zuwartens endlich einmal müde geworden zu sein,, und sein neuer erster Gehilfe, Graf Forgach, wird ihn ganz gewiß in der Auffassung bestärken, daß im nahen Orient nur die gebietende Geste noch einigermaßen Eindruck aus 6.-10. Anfl., 230 S., brosch. 2,50 Mk., geb. 3 Mk.)? Ich glaube, daß Tu sie auch jetzt noch gerne gehen kannst Tenn es sind eigentlich alte Straßen Paul Kellers; wir sino sie schon mit ihm gegangen, erquickt und beglückt, da er uns doppelt „Gold und Myrrhe", ,Jn deiner Kammer" und im „Nillasschisf" als „Letztes Märchen" aus den „Fünf Maldstätten" geboten hat. Tie „Süllen Straßen" nehmen ihren Ausgang nickst aus der „Heimat" noch aus dem „Maldwinter", noch viel weniger vom „Sohn der Hagar" oder aus dcr „Alten Krone"; das war im Grund dcr „Paul Keller" nicht. Aber der ist's, der „weiß pom Lacken oder Meinen einsamer Leute, deren Glück und Schmerz aus den nrewigen Bronnen der Menschheit fließen, die von keiner glitzernden oder schmutzigen Welle der neuesten Zeit berührt sind. Kleine simple Menschen sind es, die ich aus diesen Wegen finde, aber was um sie und was über ihnen ist, das find große Tinge, der Himmel und die lebendige Natur: Geschichten von Kindern, Träumern, schnurrigen Käuzen mrd armen Beladcnen, sowie von Flüssen und Wiesen und anderen Leuten, wie ich sie eben antraf aus stillen Straßen." Einige Sachen sind ausgezeichnet, zum Beispiel die fünf „Torsjungengeschichten" und die schnurrigen Käuze; anderes ist doch mehr nur hübsche poetische Schreibübung, um nicht aus dcr Gewohnheit zu kommen: stimmungsvoll und sprachlich sauber, aber man hat Achnliches schon bei anderen Autoren ganz gleich,, nur mit anderen Worten und Wendungen gelesen; mehrere Beiträge hat er noch im „Guckkasten" zuerst veröffentlicht, so lange er ihn herausgab —, nebenbei, lieber Freund, weißt Tu schon daß dcr „Guckkasten" jetzt mit den „M e g g e n d v r f e r n" verschmolzen ist? So kann man bedächtig und behaglich auf den ^.Stillen Straßen" sich ergehen; wir begrüßen daraus liebe Menschen und gute Seelen, und unsere Augen ivei-ten sich zur „vertieften Mine" hin. Zum Schluß möchte ich Tir ein Buch in die Hand geben, von dem bis setzt fast nirgends die Rede war, das aber kulturgeschichtliche und ethnographische Novellen von einer'literarischen Art bietet, wie sie uns selten begegnet: „Aus dem Lan-d der Knechtschaft. Albanische Novellen von Maria Amelie Freiin von Godin (Wien, Verlag von Joseph Roller und Comp., 1913, 467 S., brlosch. 6 Mk.). Aus diesem zugleich sehr zeitgemäßen Buch lernt man den Charakter des albanischen Volkes, den Stolz und die Härte, die furchtbaren Rechtlosigkeiten und schmählichen Bedrückungen und Schikanierungen, die es sich oft ge- sallen lassen muß, und die energische Abwehr» zu der es Feite 8 Dorabendblan Mgsbirrger PostzeitUNA, 6. November 1913. Borabendblatt Mro. 511 --// "'> - die zügellos gewordenen Völkermassen zu machen vermag. Graf Forgach kommt von Dresden an den Ballhausplatz; in dem schönen Elbllorenz hat er freilich nicht den Orient so gründlich kennen gelernt. Aber der schneidige ungarische Herr war, ehe er nach Sachsen ging, k. u. k. Gesandter in Belgrad und hat sich dort unter sehr schwierigen Verhältnissen auf das Beste bcluährt. Er war zu jener Zeit in der serbischen Hauptstadt akkreditiert,^ als der damalige Kronprinz Georg fast täglich seine knabenhaften Anwürfe gegen Oesterreich- Ungarn richtete. Der Gras hat sie mit sicherer Ruhe abzuwehren gewußt, und eine Hofballszene, bei der Kronprinz Georg den Gesandten brüskieren wollte, was ihm aber. völlig mißlang, ist noch in aller Gedächtnis. Graf Forgach, der die Psyche der Serben sehr genau kennt, wird also ganz gewiß seinem Ehef nicht abgeraten haben, das bekannte Ultimatum in Belgrad einzureichen, das einen so schnellen, schönen und vollen Erfolg erzielte. I.'appotit viont on mumgeant! Man hat durch das serbische Intermezzo am Ballhausplatz es erfahren, n m wie viel schneller mau zum Ziel gelangt, wenn man einmal die rauhe Seite herauskehrt und sich, um mit Goethe zu reden, recht widerborstig zeigt. Das munterte mit der so glücklich begonnenen Methode nun aus, tveiter fortzm fahren. Die Gelegenheit hiezu bot sich, wie die Dinge im nahen Orient liegen, nur allzu schnell. Die gleichen begründeren Beschwerden wegen der Nichtrespekticrung der n o r d alb a nis ch e n Gre n- zen, die Oesterreich gegen Serbien erhob, konnten Italien und Oesterreich, die beiden Protektoren des neuen Staates, anstellen, wenn sie sich die merkwürdige Praxis betrachteten, die Griechenland befolgte, nm die internationale Grenzkommission, die Albaniens Südgrcnze bestimmen soll, über die Nationalität der Bevölkerung in den in Frage stehenden Landstrichen zu täusch eil. Diese Praxis beruhte nämlich darauf, alle Kutzowallachen und Albaner aus den betreffenden Gebieten mit rauher Gewalt fortzutreiben, so daß nur Griechen in ihnen vorzufinden sind. Hütte man dieses unwürdige Spiel noch länger durchgehen lassen, so würde Albanien in einer höchst ungerechten Weise verkürzt und geprellt worden sein. Die Sache aber auf die lange Bank schieben wollen, und sie, wie einige Tripleententepolitiker aus sehr durchsichtigen Gründen es anregten, abermals vor die Konferenz der Botschafter in London zu bringen, das war gänzlich unwö hch. denn dann hätten Oesterreich ivie Italien im nahen Orient ihr Prestige völlig eingebüßt, und die Asfäre würde kaum auch nur annähernd nach ihrem Willen ausgegangen sein. . ' So entschloß man sich denn in Rom und Wien abermals zu einem Akt der Energie. Man zeigte den anderen Mächten an, daß man in Athen eine gemeinsame Demarche vornehmen tverde, und zögerte auch nicht, diesen Entschluß sofort in die Tät umzusetzen. Und es steht wohl zu erwarten, daß dieser Schritt den gleichen heilsamen Erfolg auszuweisen haben wird, wie der gegen Serbien unternommene. In Kompischt, in Schönbrunn und auf dem Jagdschloß in der Göhrde, wo ja auch der deutsche Reichskanzler weilte, ist jedenfalls die griechischalbanische Grcuzfrage eines der Themen gewesen, die Stoss zum Gespräch boten, und es hat' sich in dieser Beurteilung zweifellos die völlige Uebereinstimmung der Anschauungen der deutschen leitenden Kreise mit denen der italienischen und österreichischen ergeben. Deutschland hat sich aus begreiflichen Gründen offiziell der Demarche in Athen nicht angeschlossen: aber es findet seine Aufgabe darin, der griechischen Regierung als einem ihrer nächsten Freunde den Rat zu erteilen, die gerechten Forderungen Oesterreichs und Italiens zn erfüllen. Die Dreibundmächte sind also in bezug auf die südalbanischc Grenze absolut cl'ueeorä. Es ist aber auch kaum anzunehmen, daß die Triplecntente als solche in Athen zum Widerstand anspornen wird. Rußland ist vrinzipiell gegen eine weitere Expansion Griechenlands eingenommen, es hat sich, schweren Herzens nur, aus Rücksicht auf Frankreich, in die Ueberlassung Kawnllas^ an die Hellenen gefügt, die ihm schon viel zu sehr am Balkan sich ausbreiten: es wirddaher durchaus nicht gesonnen sein, für sie die Kastanien aus dem heißen albanischen Feuer zu holen, sondern mit gelassener Ruhe dem Ausgang der Affäre zuschauen. In England wird man „bestenfalls" etwas Lärm schlagen nnd sich in hochtönenden Phrasen zugunsten der Griechen auslasten, solche aber machen das Kraut für die Nachfahren des Achilleus Nicht fett: sie haben daher den Faktor England aus ihrem Kalkül auszuschalten. Bleibt noch Griechenlands eigentlicher Manager, nämlich Frankreich. An per Seine tobt freilich bereits eine gewisse Presse und rasselt mit dem Säbel, — aber die französische Regierung, so gerne sie vielleicht auch eine neue Verwicklung sich in den letzten Zähren erhoben hat, kennen und verstehen. Es sind prachtvoll gestaltete Ausschnitte, die diese hochbegabte Dichterin hier bietet. So poetisch stark war sie in der „Sonne des Südens" und im Roman „Bene- dettctz' (beide bei Bachern, Kölns noch nicht. Leider kann ich von den vier Seiten, die ich mir als Inhaltsangabe und treffende Proben bei der überaus fesselnden Lektüre notiert habe, jetzt nichts mehr verwerten: sonst würde mein Lneraturbrief zn lang. Die Ausstattung ist im Vergleich zu den: prachtvollen Inhalt nicht ganz gediegen und schön ivie die der zwei Bachcmschen Godin-Bändc. Wer — es wird Dir da gehen wie mir — wenn ein Buch wirklich Geist nnd Gehalt, Leben nnd Seele besitzt, dann merkt man einzelne äußerliche Mangel weniger oder gar nicht. Nicht die Lettern nnd das Papier machen ein bedeutendes Buch, sondern die großeil Persönlichkeiten und die echt menschlichen Schicksale, die voll der Künstlerin meisterlich dargestellt nnd bewältigt sind. Und solch ein hervorragendes Wert sind diese neuen albanischen Novellen. Es war mir lieber Freund, eine wirlliciie Freude, heute Dir eine so wahrhaft schöngeistige Literatur empfehlen zu können. Mit herzlichem Gruß! Dein literaturfroher _ H. v. Hohcnbcrg. Altbaherns Umritte und Leonhardifahrteu. Ein gutes Zeichen unserer sonst recht Verschiiiipfiertcn Zeit ist es, daß man sich allgemein auf die gute alte Zelt wieder besinnt und sammelt, was man. geblendet von den zn mächtigen Strahlen des Glorienscheines der modernen Kultur Übersoll oder wegwarf. Viel haben wir Modernen erreicht, aber gar vieles, vieles werden Wir nie und nimmer erreichen, das weiß derjenige am allerbesten, der von den Naturgewalten am meisten abhängig ist; das ist unser Bauer. Alle Jahre erfährt crs dutzendmale, daß doch noch ein Anderer regiert als der gelehrteste Wetterprophet, von dem Lilie kommt. Der Landmaim weiß andere Propheten. Das sind leine lieben Heiligen, denen glaubt er und feiere ihre F sie, wo noch unverfälschtes Bolkstum herrscht nach alter Vater Sitte. Das ist insbesondere beim treuen Altbayernvolkc der Fall. Früher war das Festgeprängs an solchen Tagen überall. Das erzählt uns der Verfasser in seinem schönen Buche*), mit dem er einen ganz *) Von Georg Schieryhofer, Buchschmuck von Älemens Thomas. 8". München 1913. Bayerland- Leriag G. m. b. H. (XI u. 1?3 xaZ. Preis geheftet: W. 2.50 ; geb. 3.50.) heraufbeschwören möchte, wird sich, bei der Lage der Dinge, sehr wohl hüten, diesen Wunsch zu verwirklichen: denn eine empfindliche diplomatische Niederlage würde dann voraussichtlich kaum für sie zu vermeiden sein. So wird mau denn von Paris auS schwerlich den Hellenen allzu sehr den Rücken steifen wollen, und in Athen wird mau daher gut daran tun, sich mit mehr oder weniger Würde möglichst bald in das doch nun einmal Unvermeidliche zu fügen. Am Ballhausplatze ist man — spät, aber doch — zu der Einsicht gelaugt, daß auch Energie ein gutes diplomatisches Mittel zu Zeiten ist. Möge mau dieser Einsicht auch fernerhin trauen und sie zunächst in der zilizi scheu Angelegenheit abermals praktisch betütigen, man rann dann bald schon erfahren, wie gute und heilsame Folgen diese Betätigung auch in dem Fall nach sich ziehen wird! Oesterreich-Ungarn und Rußland. >- Wien, 3. Nou. 13. In den letzten Tagen ist ein langwieriger Meinungsaustausch zwischen den Kabinetten von Berlin, London und St. Petersburg zu Ende geführt worden. Sein Ergebnis führte zur Einigung über das Prinzip, daß der jetzige Besitzstand der Türkei aufrechtzuerhalten sei und daß daher in Kleinasien eine umfassende Reformation behufs Sicherung und Festigung der ottomanischen Herrschaft durchgeführt werden soll. Auch wird dem armenischen Reformprogramm der Tripelentente, eine Wiederauferstehung beschieden, und zwar in einer Form, welche die Gutheißung sämtlicher Kabinette finden dürste. Die Gegensätze in der Frage der Bagdadbahn gelten als gänzlich oder doch bis aus gewisse Details überwunden. Es ist sohin eine Aussicht auf die Schlichtung oder zumindest Vertagung von Streitfragen eröffnet, von denen man vor kurzem noch annahm, daß sie hier für die Ruhe Europas noch bedenklicher werden könnten als die Umwälzung im nahen Osten. Bezüglich Kleinasiens ist ein russis ch-d e u t- s cl: e s Einvernehmen erzielt worden. Bezüglich der cmclloliscken Bahnen gelangte man zu einem russisch-französischen Akkord. Die Klärung dieser kleinasiatischen Fragen konnte auf die Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland nicht ohne Rückwirkung bleiben. Wenn auch die Donaumonarchie nicht zu jenen Mächten zählt, deren Interessen durch eine künftige Entwicklung in Kleinasien unmittelbar berührt sind, so kann doch heute schon gesagt werden, daß Oesterreich-Ungarn sich, falls früher oder später das kleinasiatische Problem doch aktuell werden würde, keineswegs mit der Rolle des gänzlich unbeteiligten Zuschauers begnügen wird. Immerhin birgt die gegenwärtige Aufrechterhaltung des internationalen Kräftegleichgewichtes bezüglich Kleinasiens die Garantie in sich, daß. auch späterhin das kleinasiatische Problem zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland keinenge - fährlichenZankapfel geben wird. Bezüglich zweier anderer Momente aber war eine Gleichheit der Auffassung in den beiden benachbarten Kaiserreichen bisher nicht zu erzielen. Es ist dies die Frage der r u t h e n i s ch e n Irredenta und das Problem der zukünftigen Balkan- politik. Es ist charakteristisch, daß in beiden Punkten panslawistische Kreise ihre Hände im Spiele haben und daß es ihnen gelungen ist, einen auf diesen beiden Reibungsflächen sich etwa ergebenden Konflikt zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland stets für ihre Zwecke auszunützen. Allrussische Bewegungen unter den Ruthenen datieren schon seit ungefähr zehn Jahren her. Diese Bewegungen haben ihren Hauptsitz merkwürdigerweise nicht in Ostgali- zien als vielmehr in den ruthenischen Komitaten Ungarns. Sie finden hier sogar einen fruchtbaren Boden, da die ruthenische Nationalität in Ungarn unter den M a g y a r i s i e r u n g s b e st r e b u n- gen sehr schwer zu leiden hat und es den allrussischen Agitatoren daher nicht schwer fällt, dem urteilslosen Landvolke die Einverleibung in das allrussische große Reich als eine Art Erlösung hinzustellen. Die allrussischen Agitatoren organisieren in zahlreichen Ortschaften Wallfahrten nach russischen Gnadenorten, bei welchen die Teilnehmer auf den russischen Bahnen billige Fahrkarten, in Klöstern unentgeltlich Verpflegung erhielten. Der Zweck der Reise wird von den russischen Konsuln in Galizien bestätigt und auf Grund dieser Bestätigungen gewähren die russischen Behörden den Reisenden alle nur möglichen Erleichterungen. Es ist bezeichnend, daß diese Agitatoren den Krieg der Balkanstaaten gegen die Türkei als einen Angriff Rußlands gegen die Türkei hingestellt haben und die Nachricht verbreiteten, daß sich Rußland nach Beendigung dieses Krieges im Interesse der Befreiung der Ruthenen gegen Oestereich-Ungarn kehren werde. Es ist natürlich, daß unter solchen Umstünden die Versuche, zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland eine A nnäher u n g herbeizuführen, nicht allzu bedeutenden Beitrag zur bayerischen und deutschen Volkskunde geliefert hat. Die Geschichte der Umritte beginnt zuerst mit solchen bor Ostern. Man kannte sie bis vor kurzem noch in der Braunauer Gegend am hl. Dreikönigstag; auch an den Festen Sk. Antonins des Großen wie am St. Blaiins- tage waren Umritte im Gebrauch. Dann kommen die Osterritte, die noch an manchem Orte, ja selbst im protestantischen Sachsen, gebräuchlich sind, hier aber ohne kirchliches Gepränge; dock wird in Erinnerung an ihre kirchliche Entstehung noch die Kirche umritten. Der pompöseste Osterritt wird alljährlich am Ostermontag im Städtlcin Trau»stein abgehalten, wo der »St- Geor- giusvercin" sür sein« Abhaltung Sorge trägt. Die Feier ist ausführlichst beschrieben und durch Bilder erläutert. Auch die »Georgiritte" kennt mnn ,nock an manchen Orten; einen derartigen halt man .alljährlich zu St-Georgen an der Traun in hvchseierlicher Weiss ab. Auch »Mairitte" sind noch vielfach üblich z. B. in Ruh pol- dina, in Siegsdorf usw. Außerdem kennt man ein St. Urbausreiten, dann Kreuzritte rc. Die Psingstritte kennt man ebenfalls noch in verschiedenen Gegenden. Der zu Kötzting ist der bedeutendste; er ist seit vielen Jahren ein weitberühmtes Fest sür die ganze Gegend, zu dem sich Tausende einsinken. Weitere Mairitte gabs ehedem am St- Ulrichstage. des Mäusefraßes wegen; dann auch am St. Annatag zu Annabrunn, an St. Bartholomä rc. Die meisten der Umritte werden jedoch amSt. Leo n- harditage, den 6. November, gefeiert. Ueber hundert nnd davon in Bayern bekannt. Sie worden gefeiert in Hermating bei Wolfratshausen, in Fischhäuten am Schliersee. in Benediktbeuren, in St. Leonhard im Forst (bei Weilheim) usw. uiw. Nur bei der größten mittelalterlichen St. Leonhardskircke zu Jnchenhofcn bei Aicktach. gemeinhin »St. Leart" geheißen, seien die Umritte »ausWunsch der Geistlichkeit" abgeschafft worden (I?) Am großartigsten wird der Tag des Äauernhciligen St. Leonhard auf dem Höhenberg beiTölz gefeiert. Hier steht aus stolzer Höhe ein Küchlein, wo vordem in den heidnischen Zeiten, wie der Bolksmund spricht, eins Opferstätte, ant der nun nach dem Einzüge des Christentums ein Kapellcbe» zu Ehren der schmerzhaften Mutter Gottes erstand. An den besonderen Kult des hl. Leonhard erinnert neben dielen Votivbildern auch eine mächtige Eisen kette, die das ganze Kirchlein umspannt.. Bei einer Leonbardisabrt, beißt eS. sei einmal r,n vierspänniges Geiäort durchgegangen da gelobte der Eigenrasch vorwärts kommen und daß Rußland hier zuerst die panslawistischen Agitationen etwas eindämmen müßte, wie ja beispielsweise die zügelnde Einflußnahme des römischen Kabinetts auf die italienische Irredenta das gute Einvernehmen zwischen Oesterreich-Ungarn und Italien wesentlich gekräftigt hat. In der Frage der zukünftigen Balkanpolitik ist zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland eine Entspannung eingetreten, wie man sie noch vor einem Jahre nicht sür möglich gehalten hätte. Nach den kritischen Spannungen, wie sie insbesonders durch das intransigente Verhalten Serbiens und Montenegros zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland hervorgerufen wurden, ist zwischen den beiden Großmächten nicht die geringste Verbitterung zurückgeblieben, und heute mehr denn je die Möglichkeit eines besseren Verhältnisses der beiden Mächte vorhanden. Man hat sich seit jeher als eine unvermeidliche Konsequenz des Zusammenbruches der Türkei vorgestellt, daß es zu einem bewaffneten Zusammenstoß zwischen Oesterreich-Ungarn und Rußland kommen müsse. Jetzt nun na chder Beendigung der Balkankrise ist nicht nur keine Trübung der gegenseitigen Beziehungen, sondern eher eine Aufhellung derselben zu konstatieren. Die Pcmslawisten in Rußland haben an ihrem politischen Prestige sehr viel eingebüßt nnd die Stimmung der St. Petersburger Slawophilen hat sich aus rein psychischen Gründen im Sinne einer Abkühlung derrus- fischen Sympathie sür die Balkanvölker geändert. Man scheint sich in Rußland der Empfindung nicht los zu werden, daß die Russen den Balkanoöl- kern in weit größerem Maße nützliche, als verwandte, dem Herzen nahestehende Leute sind. Diese Gleichgültigkeit Rußlands gegenüber den Balkan- völkern, die seit dem Ende der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts bestanden hatte, schien in den letzten Jahren durch die slawophilen Gefühlsausbrüche der Petersburger Presse und der panslawistischen Kreise der Petersburger Intelligenz, welche eine aktive nicht nur gegen die Türkei, sondern auch gegen Oesterreich-Ungarn gerichtete Aktion Rußlands verlangten, übertüncht und überschrieen zu werden. Als aber der Krieg zwischen den Balkan- bündlern selbst ausbrach, da erfolgte jenes den realen Tatsachen entsprechende Abrücken vom Pansla- wismus und seinen politischen Schützlingen, womit zugleich eine Vorbedingung für eine österreichisch- russische Annäherung gegeben war. Man braucht deshalb noch nicht soweit zu gehen, um anzunehmen, daß in Berfolgung der durch die Potsdamer Entrevue vorgezeichneten Politik schon ein Bündnis zwischen Rußland und Oesterreich-Ungarn vor der Tür stünde, aber schon der Umstand, daß sich die Stimmen für eine österreichisch-russische Annäherung vermehren und verstärken, ist ein Beweis für die versöhnliche Haltung Oesterreich- Ungarns. Die Fäulnis in der österreichischen Zozialdemokratie. ck. Wien, 4. Nov. 13. Ueber die österreichische Sozialdemokratie bricht die Abenddämmerung herein. Gegenwärtig hält sie in Wien ihren Parteitag ab, der zunächst ein statistisches Material nns Tageslicht brachte, welches für die Partei geradezu niederschmetternd wirkt. Das Rückgrat der Partei, das sich . immer mächtiger entwickelt hatte, bilden die sogen. s-e7.fr e i en" Gewerkschaften. Die Mitglicderzunahme dieser Gewerkschaften ist in den deutschen nnd polnischen Provinzen völlig zum Stillstand gekommen; hier beträgt der Mitgliederstand zusammen etwa 330000. In den tschechischen Provinzen stehen die „zentral!stischen" Gewerkschaftsorganisationen auf dem Aussterbeetat, ivahrend die „Separatisten" um 20 000 Mitglieder mehr ausweisen und heute bereits auf 108 000 Mitglieder angewachsen sind. Die politischen Organisationen der Sozialdemokraten weisen einen Mitgliederrückgang von über 00 000 Mann auf. > Zu diesem Rückgang der Organisationen gesellt sich noch die offiziell eingestandene Hinfälligkeit der politischen Taktik der Svzialdemokra- tie. 83 Sozialdemokraten sitzen im österreichischen Parlament: die Wiener Arbeiterbezirke sind im Neichsrat ausnahmslos durch Sozialdenvikraten vertreten. Die roten „Genossen" sehen aber zn ihrer großen Verwunderung, das; die sozialpolitische Arbeit im jetzigen Hause im Vergleich zum früheren Hanse, in tvelchem die Christlichsozialen die stärkste Partei bildeten, nicht im geringsten vorwärts kommt, während der von den Sozialdemokraten als „Moloch" verschrieene „Militarismus" immer größere Op er konsumiert. Die sozialdemokratische Wählerschaft wird kopfscheu. In den Volksversammlungen wetterten ihre Führer gegen die Regierungen und deren Vorlagen, gegen das Protzentum der Bourgeois und Kapitalisten. Im Abgevrdnetenhause kann man.mit vollem Rechte von einer „k. k. Sozialdemokratie" sprechen. tümer, der mir den Seinen den Tod bor Augen sah, dem Heiligen, io er aus dieser Gefahr errettet würde, eine Kette schmieden zu lasten. Als Alle mit dem Leben davonkamen. hielt der Bauer selbstverständlich auch Wort- Heutzutage gehört diese Leonhardifahrt mit zu den besuchtesten ländlichen Festen des ganzen Vayerlandes. Es ist aber nicht etwa bloß ein hebendes Schauspiel, sondern auch eine echt religiöse F.ier, bei d?r es jedem Teilnehmer ernst um die Sacke ist. Und gerade das ist es, was dem Feste eine so urwüchsige und ticsün-üge Natürlichkeit verleiht. Das Fest ist ausführlich beschrieben. Daran schließen sich noch die »Martini-und Stesaus- ritte" an, woraus ein Verzeichnis von den Orten folgt, in denen derartige Umritte und Leonhardifahrteu gebräuchlich waren oder noch sind. Das schöne Bück, das eine wirklich echt künstlerische Ausstattung und reichen Bilderschmuck besitzt, ist nicht allein ein kulturgeschichtliches Denkmal, sondern auch ein Zeuge für das liefe religiöse Leben unseres Volkes, wie es war und wie es wieder mächtig zu erwachen beginnt, im Zeitalter der Technik und Maschine. V. Rettet das Buch! Von Heinrich Mohr. Wie ist es tot und öde geworden in den Stuben zur Winterszeit! Ter buntgefiederte Vogel mit dem seelen- vollen Gesänge singt nicht mehr, er ist verstummt — gestorben oder davongeflogen, ivcit fort in ein gastlicheres Land. Einst sang er in jeder Bürgerstube und Bauernstube; in unserer Jugend hörten wir alternde Menschen ihn am Winterabend, tvsnn weit nnd breit alles unter der Schneedecke verschlafen lag, Weg und Steg, Feld und Wald, U-cnn die roeitzen Bienlcin lautlos vor den Scheiben schwärmten und der kalte Sausewind pfeifend den Kamin herab gefahren kam. Wir saßen in der ;»armen Stube nnd beugten uns über ein Brich: da hörten wir ihn und lauschten traumverloren seinen süßen Tönen. Und im Herzen drinnen schien die Sonne, Veilchen nnd Schlüsselblumen dufteten, und der laue Wind wehte die weißen Blüten- blöttchen des .Mrschbaumes zum offenstehenden Fenster herein — es roar ei» Frühiingsfest mitten im kalten Winter. Ja, das war damals, als die Menschen noch Zeit und Ruhe hatten, um Bücher zu lesen. Aus den Büchern von Riesen und Tracks», von Kriegen und Schlachten, aus den Büchern von fernen Ländern und fernen Menschen, von frommen Heiligen und wackern Helden, aus den Büchern Regierungsvorlagen werden entweder direkt oder? durch Absentiernng von der Abstimmung unterstützt. In den Ministersalons fühlen sich die svzialdemokra- tischen Abgeordneten wie zu Hause. Aus der Parla- mentsfraktion ist eine sehr exklusive Gesellschaft zur Cxploitierung des politischen Kredites geworden. Die primitiv denkenden Genossen konnten es nicht begreifen, daß die Redakteure der Arbeiterzeitung, die so kunstfertigen Schilderer des Massenelends, in erstklassigen Automobilen aus ihre Landsitze fahren, während der müde Proletarier fein- armseliges Heim aufsucht. Alle diejenigen, die dies- nicht verstanden — und es waren ihrer nicht wenige —, stellten nun im Wege ihrer Organisationen an den sozialdemokratischen Parteitag den Antrag, die Parlamentssraktion solle Obstruktion treiben, um den Weg für eine sozialpolitische Gesetzgebung frei zu machen. Da kamen sie aber bei den sozialdemokratischen Führern schön an! Diese! sollten sich in ihrer Bequemlichkeit und in ihren zar-: ten Regierungsbeziehungen stören lassen? So be-- schloß denn der sozialdemokratische Parteitag, über derartige „naive" Anträge einfach znr Tagesordnung überzugehen. Die österreichisch- Sozialdemokratie ist und bleibt eine k. k. Regierungspartei/ Aber der Herbst 1913 ist zugleich ein Herbst der österreichischen Sozialdemokratie. Das Echo. Unter der Ueberschrift: Der Pyrrhussieg des badischen Großblocks lesen wir in Nr. 1228 der KöInis ch e n Zei», tung: Die Stichwahlen in Baden, deren Ergebnis wir mitgeteilt haben, zeigen dasselbe Bild, das von der Hauptwahl her noch im Gedächtnis ist: Die Sozialdemokraten haben ihre Niederlage vollständig gemacht. Aus eigener Kraft haben sie bei den Stichwahlen nichts mehr erreicht. In einigen Wahlkreisen, in denen ihnen die liberalen Parteien beigesprungen sind, haben sie zwar ihre Kandidaten durchgebracht, in Freiburg-Stadt II aber ist ihnen selbst das nicht einmal gelungen, dort ist der Zentrumsmann, wenn auch nur mit einer ganz geringen Mehrheit, gewählt worden. In den drei Wahlkreisen, in denen es zu keiner Einigung zwischen den drei Parteien des Großblocks gekommen ist und wo sie die Kräfte aneinander maßen, hat sich gezeigt, ivohin die Volksstimmung gegenwärtig geht. Karlsruhe-Land, Weinheim und auch Mannheim-Stadt III sind den Nationalliberalen zugefallen. Besonders kennzeichnend ist das Ergebnis in Alaun- heim. Obgleich die Sozialdemokraten zahlenmäßig --»ü Ausschlag zugunsten der Freisinnigen, die sich recht rädleal gebärdeten, hätten geben müssen, ist der nationalliberale- Kandidat, der als Reaktionär verschrien wurde, doch gewählt worden. Mit den Ergebnissen dieser Landtagswah- len, mit ihren 20 Abgeordneten, einem Gewinn von drei neuen Vertretern, könnten die Nationalliberalen - im allgemeinen zufrieden sein: aber sie werden sich wohl. nicht darüber täuschen, daß sie diese Erfolge nicht wegen, sondern trotz des Großblocks errungen haben, daß zu ihren Erfolgen auch die Taktik des Zentrums beigetragen hat, die nationalliberalen Kandidaten gegen weiter linksstehende Kandidaten tatkräftig zu unterstützen. Ini übrigen hat sich die Nationalliberale Partei allerdings auch den Kräften von rechts gegenüber behaupten können, wie natNent- lich die siegreichen Stichwahlen in Breiten, das bisher ein Bündter vertrat, und in Emmendingen, das dem Zentrum gehörte, beweisen. Die Strömung, die im Jahre 1909 den Sozialdemokraten so viele Erfolge gebracht hatte, hat eben. diesmal bei den Nationalliberalen als einer bewußt liberalen Mittelpartei halt gemacht und sie emporgetragen. Für die Nationalliberale Partei Badens gilt es jetzt, die Folgerungen aus dieser Erkenntnis zu ziehen und ernstlich zu prüfen, ob man mit der b i s h e r i g e n Bündnispo10 tik auf dem richtigen Wege ist und vor allem in der Zukunft noch sein wird. Solange das neue Wahlrecht für Baden gilt. bestand dort die Angst, daß das Land, das in der Geschichte des 19. Jahrhunderts sich als die festeste Stütze des Liberalismus bewährt hat, das sich seinen Liberalismus auch dann noch erhallen hatte, als sonst überall in den süddeutschen Landen und auch in Preußen das Zentrum in den Einzellandtagsn seine Fahne aufsteckte» eine klerikal-reaktionäre Landtagsmehrheit bekommen würde. In dem hohen Streben, diese verderbliche Entwicklung auszuhalten, fand man sich denn in Baden bereit, mit der Sozialdemokratie bei den Stichwahlen zusammenzugehen, da man als einzelne Partei dem Ansturm der vereinigten Reaktion nicht widerstehen zu können glaubte. Wenn man damit einerseits bestrebt war, die liberale Bo>.< Herrschaft im Lande zu wahren, so lud man doch anderseits mit dieser Verbindung eine schwere Verani« wortung auf sich und die Partei. Wir hab n diese Politik der Verbrüderung mit der Sozialdemokraiis von Ansang an verurteilt. Wir haben sie damals ni '>t verhindern können, sie aber auch weiterhin mit unsern Warnungen begleitet, und sind besonders auf der Hut gewesen, daß diese Politik, für die nur in Baden in den Parteioerhältnissen Entschuldigungen zu finden sind, im übrigen Reiche bei der Nationalliberalen Partei keine Schule mache. Wenn die Westfälischen Politischen Nachrichten. die nationalliberaie Korrespondenz für Westfalen, - in ihrer Nummer vom 21. Oktober die Befürchtung aus- spricht, die Kölnische Zeitung sei für die badische Eroßblock- politik eingefangen, so läßt sie merkwürdigerweise ganz außer acht, daß wir dieser badischen Politik, wie schon gesagt, von Anfang an uns entgegengesetzt haben und weiterhin entgegensetzen werden. Am 21. Oktober 1905 war es, bevor noch in Baden eine Stichwahlparole gegeben worden war, als wir z. B. folgendes schrieben: Wir stehen keinen Augenblick an, zu erklären, daß wir vom Standpunkt des allgemeinen Staatswohls aus wie mit Rücksicht auf das nationalliberale Parteiinteresse, das zwar mit dem. des, von all den Wundern der Gottesschöpfimg und der Men- scheuwerkc — aus den Blättern dieser guten und ernsten Büchern quoll das Lied des schönen Vogels hervor, das Geist u. Hers beglückte, das Gemüt beioegte und erhob, den rauhen Winterabend znm Feste machte. „Ich weiß, nichts schöneres als ein schönes Buch",, hat Maxime du Camp gesagt. Aber die Menschen unserer Tage haben vielfach das Lesen verlernt; zuerst verlernten sie die Kunst des behaglichen Erzählens im traulichen Kreise,^ dann die Kunst des behaglichen Lesens im Buche. Tos ist kein Wunder. Die Hast und Unruhe und Zerrissenheit des heutigen Lebens hat die Geselligkeit der Familie und Nachbarschaft zerstört, den Mund für das Erzählen stumm gemacht. Und die vielen Zeitungen nnd die öffentlichen Lesehallen in allen Städten, ja, die haben es mir auf dem Gewissen, daß der Sinn sür das Buch erstickt ist. Der Malm in einem der thüringischen Herzogtümer,' der elfhundert Bände Bücher sein eigen nennt, ist eine Seltenheit wie eine ausstcrbende edle Pflanze. Rettet das Buch, sacht die Freude am rechten Leser an, mit kräftigem Hauche, ehe sie vollends erlischt! Schasst schöne, gute, tiefe Bücher ins Haus, ins eigene und ins fremde, und lehrt es die Menschen, sich wieder in die Bü-. cher zu versenken! TaS ist edelste Kulturarbeit am. deutschen Volke. Es gilt, es vor innerer Verarmung und Vcr-- flachung zu betvahren, es gilt, es mit den Reichtümern wahren Wissens, wahrer Bildung, wahrer Freude zu segnen. Tie Welt wird wieder schöner, wenn jung und alt am füllen Abend aus den Blättern des Buches den Gesang des Wandervogels ersÜMllen hört. Künstlerischer Wandschmuck. Aus dem Münchener Kunstverlag von Joseph Müller liegen uns zwei große, farbige Reproduktionen vor, die Beachtung verdienen. Das eine Blatt zeigt die römö-, scho Engelsburg mit der Tiberbrücke nnd der im Hin--, tergrunde aufragenden St. Peterskirche nach einem Herr-- . lichen Gemälde des durch geistvolle Behandlung römischer Motive ausgezeichneten Malers C. Wuttke. Wie in einer Vision schaut man hier im Abendsonnengold die. gewaltigen Bauwerke Roms in majestätischer Wirkung, er- . kannt und zusammengezogen von Änem Künstlerange, das Begriff und Wesen einer „historischen Landschaft" voll - zu ersassen vermöchte. Muß solch künstlerische Gabe allseits erfreuen, so werden jene, die am Tiberuser selbst «ch mächtige Eindrücke und Erinnerungen geholt, diese! Bild besonders zu würdigen wissen und in Hm zunächst Aro. 511 Vorabendblatt Borabendblatt Gelte 9 Augsburger Postzeitung. 6. November 1913. Blocks nicht völlig gleichartig ist, jedes Wahlbündnis mit der Sozialdemokratie, und trüge es noch so sehr den Charakter eines reinen Geschäftsbündnisses, unbedingt verurteilen müssen. Die Sozialdemokratie ist eine antimonar- chische Partei mit republikanischen Zielen, sie benagt mit Maulwurfseiser und Maulivurfsfreude unablässig diesen Grundpfeiler unseres durch die monarchische Staatsform aufblühenden Vaterlandes. Es gibt wohl kaum eine Gelegenheit in den Wechselfällen der äußeren Politik der letzten Jahre, wo sie sich nicht offen und entschieden aus die Seite unserer nationalen Gegner gestellt hätte, oft in Augenblicken, die für Krieg oder Frieden geradezu von entscheidender Bedeutung waren. Sie ist ferner eine ausgesprochene Klassenpartei, die den Kamps einer einzigen Klasse gegen alle andern systematisch betreibt und dadurch den gemeinsamen nationalen und kulturellen Interessen, die ein liberaler Mann stets an die Spitze seiner Politik stellen mutz, spürbar Abbruch tut. Sieht sich deshalb ein nationalliberaler Wühler in die Zwangslage versetzt, entweder einem Ultramotanen, oder einem Sozialdemokra- lep die Stimme geben zu müssen, so gibt es unseres Erach- :ens für ihn und so auch für die badischen Nationalliberalen am kommenden Samstag nur die eine Parole: Unrec allen Umständen gegen die Sozialdemokratie! Und als trotzdem an diesem Tage zum ersten Male ein Wahlbündnis zwischen den liberalen Blockparteien und den Sozial- demokraten in den badischen Stichwahlen zustande . k im, nannten wir diesen Beschluß in Nr. 1111 vorn 25. Oktober 1905 bedauerlich und beharrten auch der vollzogenen Tatsache gegenüber bei der Erklärung, „daß uns jedes Bündnis mit der Sozialdemokratie für eine nationale und liberale Partei unbedingt verwerflich erscheint, mögen die augenblicklichen Vorteile eines solchen Bündnisses noch so leuchtend wirken". Als im Jahre 1909 das Thema des Grotzblocks für Baden zum zweiten Male auf der Tagesordnung stand, schrieben wir in Nr. 1125 vom 25. Oktober 1909: Und in der Tat, eine Partei, die nicht einsieht, daß die monarchische Regierungsform für Deutschland eine politische Notwendigkeit ist, die sich darauf steift, einzig und allein die Interessen des Lohnarbeiters zu vertreten, und allen andern Ständen je eher je lieber den Hals umdrehen möchte, ist nicht bündnissähig. Sollte es wenigstens nicht sein. Unsere Parteifreunde in Baden scheinen nickt ja zu denke I. Sie sollen beabsichtigen, den „Großblock" — Liberalismus und Sozialdemokratie gegen das Zentrum — zu erneuern, sie meinen, daß der Selbsterhaltungstrieb — sie hoffen damit 18 Mandate zu retten — ihnen diesen Schritt gebieten, und halten es für ein kleineres Uebel, sich von der roten Welle tragen, als sich von ihr begraben zu lassen. Eigenartige Landssverhältnisse, die umgänglichere Form ^-:r revisionistisch gefärbten badischen Sozialdemokratie, die Erwägung, daß der Liberalismus dauernd in den Rückstand komme, wenn er es dem Zentrum überlasse, die Vorteile aus einem Paktieren mit der Sozialdemokratie einzuheimsen, mögen den badischen Nationalliberalen den schweren Entschluß erleichtert haben. Sie mögen auch damit rechnen, daß man hier und da in nationalliberalen Reihen stillschweigend ihnen zustimmt. Das alles vorausgesetzt, wird man Milderungsgründe gelten lassen, aber billigen kann und darf man auch in Stichwahlnöten ein Bündnis mit der Sozialdemokratie so lange nicht, als diese Partei die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung grundsätzlich ablehnt. Auf diesem Standpunkt stehen wir auch heute noch. Wir wurzeln in unserem Wirtschaftsleben und können mit einer Partei, die unser ganzes wirtschaftliches System umstürzen möchte, keine gemeinsame politische Arbeit tun: wir freuen uns des unternehmenden Geistes, der uns in den letzten Jahrzehnten auf eine stolze Höhe in der Welt gebracht hat, und stehen deshalb in scharfer Gegnerschaft zü einer Partei, die mit der Unterdrückung der Persönlichkeit und mit der Verstaatlichung der Produktionsmittel den Unternehmergeist Knütteln will: wir leben der Hoffnung, daß sich manche Unebenheiten in unserem, sozialen Leben durch Maßregeln einer weisen, den Schwachen stützenden Staatspolitik beseitigen lassen, und verwerfen den Standpunkt, der die Klassen gegeneinander hetzt und es zu einer äußersten Entscheidung kommen lassen will: wir sind stolz auf unsere nationale Größe, auf unsere Staatsform, und weisen eine Partei von uns, die uns in der weltpolitischen Entwicklung rückwärts schrauben möchte, hie unsere nationalen Eigenarten verachtet und die Einrichtung der Monarchie verlästert. Das sind einige wenige Gegensätze zwischen der Sozialdemokratie und einem natibnal gesinnten Liberalismus, von denen jeder einzelne eine Arbeitsgemeinschaft verhindern sollte. Wen aber diese Gründe des politischen Gewissens nicht überzeugen Können, der sollte sich vom reinen Nützlichkeitsstandpunkt aus veranlaßt sehen, eine Großblockpolitik im Interesse der Nationalliberalen Partei zürückzu weisen. Wir haben in den letzten Jahren radikale Zeiten gehabt, wir haben gesehen, daß die Wähler in Massen in das sozialdemokratische Lager übergegangen sind; gegenwärtig beobachten wir aber, daß mit ruhigen Zeiten in diese Wählermassen auch die ruhige und gemäßigte Gesinnung zurückkehrt. Verkuppelt man sie aber gewalsam immer undimmerwiederzuwahlpolitischenZwek- kenmit d er Sozialdemokratie, so ersteht die Gefahr, daß auch die großen Gegensätze zwischen diesen Weltanschauungen verschwimmen, und daß die Sozialdemo-, Kratie schließlich liberale Wähler in sich aufsaugt. Anderseits haben wir gesehen, daß gerade in Baden streng nationalibe- rgle Männer, die diese Entwicklung fürchteten, sich von der Partei getrennt und sich Gruppen angeschlossen haben, mit deren Wesen sie innerlich nicht übereinstimmen. Die N a t i n a l I i b e r a l e Partei in Baden muß deshalb trotz des Erfolges, den sie als Partei diesmal davongetragen hat, zu der Einsicht kommen, daß die bisherige Politik des Grotzblocks eine gründliche Schlappe erlitten hat, und daß sich d i e F o I g e n, w e n n diese P o I i t i k k ü n st- lich konserviert würde, bei der nächsten eine herrsiche .üristalusation all des Großen und Schö>- nen schauen, das im Weichbilde der ewigen Stadt geernlü sich findet. Bei solcher Eigenart des erwähnten Kunstblattes ist dasselbe wohl geeignet, in erster Linie allen Rom-Freunden und -Kennern als hervorragender, stimmungsvoller Wandschmuck zu gelten. Das zweite vorliegende Bild zeigt die Gesicht des!hl. Erzengels Raphael nach einem Gemälde von Fr.. Aegi- diuS Red er, 8. l». 8., einem Künstler, dem die alten, strengen Slilsormen genau bekannt sind, der dieselben sogar mit Vorsiehe anwendet, ihnen jedoch einen Anhauch ueuzeitlicher Kunst zu geben weiß. Der Versuch, Altes mit Neuem zu amalganucren, ist schon häufig gemacht worden, nur selten mit glücklichen Resultaten. Zu günstigen Erfolgen ist jedoch Fr. Reder hierin gekommen. Als eine mit mäch-igen Fittichen umrahmte, ernste und denN- aoch freundliche Lickwgestalt steht Raphael vor uns: in ewei celiesarlig gehalrenen Bildern des Himergnmdes aus sein Schirmeramt der Familie des frommen Tobias ,innig hingewiesen- Man hal den Eindruck, daß dieser kraftvolle Engel auch anderen Menschenkindern, vor allem der Jugend Schutzgeist und Führer sein könne, daher tie Anbringung des wirinngsvvtsin Bildes besonders dort sich- empfehlen dürste, wo in Familienhänsern zuwächst die Kinder ihre Woh.w und Schlafe.',»nie haben. ck. Aus Kunst und Mssenschcrsl. Ke Qochschulnachrichten. Als Nachfolger des a. o- Professors G. Höh ist der Privaldozeut und Assistent an der chirurgischen Klinik zu Erlangen Dr. med. Wilhelm Lobend offer znni Oberarzt der chirurgischen Klinik in Würzbnrg berufen. — In der Bonner .alholisch-theologischen Fakultät habiliiiertc sich Dr. theol. Wilhelm Nenß mit einer Antrittsvorlesung über Den .Einfluß des orientalischen Mönchlnms auf das Abendland zur Karosinaerzsit". — Der außerordentliche Hochschulprofessor für Moral- und Pastoraltheologie am Kgl. bnner- Lyzcmn in Bamberg Dr. theol. Philipp Kühn ist, wie wir schon berichtet haben, rum etats- mäßigen ordentlichen Hochichuivrofessor daselbst ernannt worden. Geboren 1865 zu Bütihard (llntcrsranken), studierte er in Würzbnrg Philosopie und trat 1885 in das. Priest'erseminnr ein. um sich dem Studium der Theologie zu widmen. 1888 zum Priester geweiht, kam > als Kaplan nach Miltcnberg und erteilte zugleich Religionsunterricht an der Lateinschule daselbst. Nur Gelegenheit anihr rächen würden. Der Entschluß, zu einer neuen Politik überzugehen und die alte als einen Irrtum zu ver werfe n,wird ihr nicht leicht werd en ; aber sie möge dabei an Gutzkows Weisheit denken: Bon einem Irrtun, erlöst, aber auch so recht von ihm erlöst sein, gewährt größere Freude, als eine neue Wahrheit gesunden zu haben. Deutsches Reich Zum Kartell der schaffenden Arbeit. Gegenüber den fortlaufenden Berichten über den an-, geblich erfolgten Zusammenschluß öer drei schaffenden Stände — Industrie, Landwirtschaft und Handwerk — zur .Gemeinschaftsarbeit" stellt der geschäftsführende Ausschuß des Deutschen Handwerks- und.Gewerbekammertages fest, daß bisher die gesetzlichen Interessenvertretungen dieser drei Stände, der Deutsche Handelstag, der Deutsche Landwirtschaftsrat und der Deutsche Handwerks- und Gewerbekammertag, zu dieser Frage offiziell überhaupt noch nicht Stellung genommen haben. Zur Sache selbst würde der geschäftsführende Ausschuß des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages eine Arbeit der berufenen Interessenvertretungen der drei schaffenden Stände, die je unter vollster Wahrung der eigenen Selbständigkeit von dem Streben nach gemeinsamer Verständigung und gegenseitiger Rücksichtnahme auf die Interessen der einzelnen Gruppen getragen ist, in der Erwartung begrüßen, daß die berechtigten Interessen des deutschen Handwerks und seiner Arbeit auch bei den anderen Berussgruppen ein gleiches Verständnis und gleiche Rücksicht finden. Insbesondere erklärt der geschäftsführende Ausschuß des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages, daß er es als seine Aufgabe betrachtet, bei. der Vorbereitung der neuen Handelsverträge in vollem Umfange gemäß der den Handwerks- und Gewerbekammern gesetzlich übertragenen Pflicht der Vertretung sämtlicher Interessen des Handwerks alle einschlägigen Fragen zu behandeln, um möglichst aus eine Ausgleichung entgegengesetzter Interessen hinzuwirken und die vorhandenen -berechtigten Wünsche in jeder Weise, insbesondere auch durch persönliche Verhandlungen, zu fördern. Eine Abänderung der Reichsdersicherungs- orönung durch ein Notgesetz wird mit einer Petition beim Reichstag und Bundesrat nachgesucht. Der Verband der Büroangestellten (Sitz Berlin) will namens der ihm angeschlossenen 4000 Kravkenkassen- angestellten in letzter Stunde aus diesem Wege erreichen, daß die Schädigung weiter Schichten dieser. Angestellten durch-die organisatorischen Aenderungen der Krankenversicherung abgewendet wird. Am 31, Dezember 1913 werden infolge der Reichsversiche- rungsordnung zahlreiche Ortskrankenkassen geschlossen. Dadurch werden allein nach einer Feststellung dieses Verbandes bei 227 zu schließenden Ortskrcm- kenkassen 883 Angestellte stellenlos. Weil nach Ansicht des Verbandes der Büroangcstellten eine sachliche Notwendigkeit für die Anwendung dieser Bestimmungen auf die jetzigen Vorgänge nicht besteht, schlägt er in der Petition ein Notgesotz vor, das die WeiterbeschästiguNg der jetzt durch die Kassenschlie- ßungen gekündigten Angestellten bei den neuen Kassen und die Weiterzahlung der Renten an Invaliden, Witwen und Waisen von Kaffennngestellten sichert. Zur Arbeitslosenversicherung. Ueber die Frage der Arbeitslosenversicherung steht nach der „Tägl. Rundschau" alsbald nach den, Zusammentritt des Reichstages eine große Debatte zu erwarten. Die Neichsregierung wolle sich allem äußeren Anschein nach völlig ablehnend verhalten.- Bassermanngroßblockmüde? Die Rastatter Nationalliöeralen haben den schleunigen Zusammentritt einer badischen Landesoersammluug der nationalliberalen Partei verlangt. Davon will der .Mannheimer Generalanzeiger", der dem Abg. Wassermann nahesteht, nichts wissen: „Wir brauchen heute etwas ganz anderes als eine Abrechnung innerhalb der Partei über die Großblvcktaktik, eine große Aktion in diesem Augenblick, die uns nur zwecklos innere.Unruhen schaffen müßte. Tritt später im Laufe des Winters die gewohnte Landesversammlung zusammen, so wird und soll sie eine etwas weniger sensationelle Tagesordnung für die Neuorientierung der Politik der nativnallibcralen Partei erhalten. Die Tagesordnung wird sein: Wie richtet sich die nationalliberale Fraktion im neuen Landtag ein und was .sind die nächsten Ausgaben.der nationalliberalen Partei im Land? Zum ersten Punkte wird man sich dahin entscheiden, daß man die Richtlinien der Jahre 1909 bis 1913 innehalten kann, nach denen man praktisch liberale Politik in vollster Freiheit nach links wie nach rechts gemacht hat. Zu letzterem Punkt wird man erklären, daß es nur wenig Sinn haben würde, die Talt-k der Wahl von 1917 jetzt schon festlegen zu wollen. Aber ebenso klar ist es, daß die Grvßblocktatik für uns kein Dogma ist und daß wir uns der unleugbaren Fesseln, die sie der Partei auferlegt, gern entledigen kurze Zeit hatte er diese Stelle inne. Schon im Januar 1890 kericf ihn der damalige Bischof von Würzburg Dr. Franz Joseph v. Stein als Assistent in das Würzburger Priesterseminnr- 1892 promovierte er zum Dr. theol. mit einer Dissertation: .Leos I. des Groben Christologie. in systematischer Darstellung" und wurde 1898 als Nachfolger des Domkapitulars Dr. Emmerich zum Regens des bischöfl. Knabenseminars Chiliancum in Würzburg berufen. Am 29 Oktober 1903 erfolgte seine Ernennung znm a- o- Professor aur Lyzeurn zu Bamberg als Nachfolger von Pros. Dr. Heinrich Reuter. !! München, 3. Nov- 13. Die Anmeldungen um Neuaufnahme in die Akademie der bildenden Künste für das Wintersemester 1913/14 waren auch diesmal wieder sehr zahlreich. Für Aufnahme in. die Malklassen hatten sich 167 Schüler angemeldet, von denen auf Grund des Prüfungsergelmisses jedoch nur 62 aufgenommen werden konnten: in die Bildhauerklnssen konnten von 23 geprüften Schülern 12 Aufnahme finden. Mit Rücklicht auf den Dochschnlcharakter der Akademie hat die Prüfungskommission die Anforderungen an das Können und an die Vorstudien der Neunnszunchmenden beträchtlich gesteigert und auch eine strengere Prüfung der eingereichten Arbeiten vorgenommen. Das Bestreben der Direktion der Akademie der bildenden Künste geht dahin, die Frequenz der Anstalt nach Möglichkeit zu vermindern, dagegen die künstlerische Qualität der Schüler mehr und mehr zu erhöhen. Nö Zum Gedächtnis Anton von Verfalls. Den Dichter nnv Jugendschriftsteller Anton Freiherrn von Porfall im Schlierseer Gebiet, in dem er gelebt, gewirkt und geschrieben, durch Errichtung eines Denksteins dauernd zu ehren, das war die dankbare Aufgabe, die sich der Bayerische Jägervercin mit Unterstützung anderer Kreise wie des Milchner Journalisten- und Schriftsteller- vereins gestellt hatte. Ein herrlicher Spätherbsttag, der >ie Berge in ganzer Pracht zeigte, begünstigte den 2 November, den Tag der Enthüllungsseier- Die Mehrzahl der Gäste wanderte von Neuhaus zu Fuß zu der Stätte, andere folgten zu Wagen. Wenn man die Höhe des Spitzingsattels erreicht, so grüßt zur Rechten ein Erinnerungszeichen an den frohen Wanderer Tr ant- wein. der durch seine Alpenführer^ unsere Bergwelt so vielen erschlossen. Da wo die Straße sich senkt und eine Waldzunge dicht an den lieblichen See herantritt, ist ein großer Fi nd l ings b lo ck aufgerichtet, der ein Medaillon des Verewigten von Adolf von Hildebrand trägtz. Nicht, in Gehrock und Zylinder war man zu dieser intimen werden, je früher um so besser/" Das sieht doch so aus, als hätte auch der Abg. Wassermann nachgerade den Geschmack am Großblock verloren. Ausiand. Oesterreich. -Q- Oesterreich und Mexiko. Der bisherige Chef des literarischen Bureaus im Ministerium des Aeu- ßern, Freiherr von Kania, eine wegen ihrer Energie bekannte Persönlichkeit, ist bekanntlich kürzlich zum österreichischen Gesandten in Mexiko ernannt worden. Man bringt diese Ernennung mit der bevorstehenden Wahl des Parteiführers Blanquet, eines Anhängers Huertas, zum Präsidenten oder Vizepräsidenten der mexikanischen Republik in Zusammenhang. Blanquet, der jetzt bereits Kriegsminister ist, war einer der sechs Soldaten, welche seinerzeit Kaiser Maximilian, Erzherzog von Oesterreich, erschossen haben. Oesterreich will gegen die beabsichtigte Wahl Blanquets Protest erheben lassen. Ungarn. X Neuerliche Parlamentskrawalle. Im Abgeordnetenhause verlas Graf Ap-ponyi eine Erklärung sämtlicher Fraktionen der Opposition, in welcher gesagt wird, daß die' Opposition in diesem Parlament, in welchem die mit militärischer Gewalt ' ausgerüstete Parlamentswache die Redefreiheit verletze, an den Verhandlungen grundsätzlich i picht teilnehmen könne. Mit Rücksicht jedoch, daß, hier - ein. förmlicher Feldzug gegen sämtliche Versassungsgarcui-- tien und die auf der Tagesordnung stehende Vorlage über eine Resorm des Schwurgerichts, welche die Geschworcnen- iustitution iu verhüllter Form aufhebe, eine hervorragende Verfassung-garantie vernichten wolle, wolle die Opposition unter Wahrung des grundsätzlichen Standpunktes ihre Stimme bei der Beratiing der Vorlage erheben. — Der Präsident erklärte, daß der Protest gegen die durch die .Hausordnung eingeführte Parlameniswache keine Bedeutung und Wirksamkeit besitze. — Hierauf hielt der Oppositionelle Bendet eine Rede, in der er gegen die Vorlage über die Reform des Schwurgerichtsversahrens eingehend polemisierte. Gegen Schluß der Sitzung erhob sich ein großer Tumult, weil bei' der Festsetzung der Tagesordnung der oppositionelle Abgeordnete Loväszy die Beste- chnngsasfäre zur Sprache brachte. Trotz der wiederholten Mahnungen des Präsidenten verzichtete Redner nicht aus die Abschweifung von dem Gegenstand und erging sich in Schmähungen gegen die Majorität. Nach wiederholten Mahnungen des Präsidenten wurde die Sitzung aufgehoben. Die Parlameniswache erschien im Saal, um die hauptsächlichsten Ruhestörer, die Abgg. Lovaezy und Abraham und Jöhaun Justh zu entfernen. Jedoch verließen sämtliche Mitglieder der Opposition den Beratungs- - -saal, woran? die Sitzung geschlossen wurde. Frankreich. X Das französische Budget für 1914. Die Gesamtsumme der im Budget sür 1914 geforderten Kredite' beträgt rund 5,373,300,000 Ircs. Die Vermehrung der Ausgaben beträgt ungefähr 681 Millionen. Die durch die Einnahmen nicht gedeckte Summe wird aus 794 Millionen geschätzt. Die hauptsächlichen Vermehrungen werden hervorgerufen durch die Mehrkosten sür Marokko mit 202, durch die Anwendung des Gesetzes über die 3jährige Dienstzeit mit 170 und durch andere Kapitel für die nationale Verteidigung mit 157 Millionen. Der Finanzminister schlägt vpr- läufig vor, 404 Millionen für Marokko anzusetzen, i für deren Aufbringung ein Anleiheentwurf vorgelegt Wird. Der Ueberschuß von 100 Millionen aus den ° Einnahmen für 1912 wird auf das Budget 1914 übertragen. Der noch aufzubringende Rest von ungefähr 288 Millionen soll Lurch Taxberichtigung und neue Steuern beschafft werden. Darunter sind hervorzuheben cine.Zusatzsteiier für den Verkauf von Steinkohlen, eins Verdoppelung der Steuer auf Börscnoperationen, eine einprozentige Herabsetzung des Paffiergewichts in den Zollerklärungen, die Ausdehnung der Stempelsteuer auf fremde, an der Börse nicht gebündelte Wertpapiere. X Die Wiederaufnahme der Parlaments- verhaudluugen. Das Parlament hat seine Sitzungen wieder anfgenvmmen. In der Kammer legte der Finanzminister den Etatsentwurf für 1914 vor. Trotzdem Barthou erklärte, es sei unmöglich, die Wahlreform der beiden Kammern vor Ende der Legislaturperiode znm Abschluß zu bringen, beschloß , die Kammer mit 291 gegen 273 Stimmen, an erster Stelle die Wahlresorm zu erörtern. Barthou trat für die Erörterung der Entwürfe zur Verteidigung der Laienschule ein. Im Senat hat der Kriegsminister einen Ergünzungscntwurf zum DAijahres- gesetz eingebracht. ' England. -s- Die Ulsterrebellen. In einer Versammlung von über 6000 Geschäftsleuten, die ein Kapital van fast 100 Millionen Pfund Sterling vertraten, wurde einstimmig eine Resolution angenommen, nach der die Zahlung sämtlicher Steuern verweigert wird, sobald irgend ein Versuch zur Anwendung der Ho- merule-Bill gemacht werden sollte, und in der die Sympathien mit der Organisation von Freiwilligen sür Ulster ausgedrückt wird. Feier gekommen, nein, im Jagdanzug oder in der kurzen Wich-, in der auch der Gcbirgssckützenberein von Schlier- see ausgerückt war, der mit seiner Fahne neben dem Denkmal Aufstellung nahm. Nachdem der Sängerchor des Bayerischen Jägerbererns Mendelssohns prächtiges Lied „O Täler weit, o Höhen" vorgetragen- hielt Schrist- steller Karl Graf S capiuelli die Festrede, in derer dem feinsinnigen Künstler gerecht wurde, dein Dichter mit dem warmen Herzen, aus dem die Liebe zur Natur quoll, dem ausgezeichneten Beobachter und Schilderet', der auch im Kleinen das Große sah, dem auch in Schmerzen lächelnden Dichterphilosophen. dem der Tod frühe. Büchse und Feder aus derHnnd nahm- DerRedner weihte einen Kranz namens des MüuchnerJournalisten- und Schriftstellervereins. Der Vorsitzende des bayerischen Jägerd.ereiAs. Recht-anwalt Schäfer, der auch persönlich an der Errichtung des Denkmals sich große Verdienste erwarb, feierte den weidgerechten Jäger als leuchtendes Beispiel für alle Hubertnsjiinger- und Widmete ihm seinen Kranz. Rührend war, wie Verfalls Jäger, der den Siebziger schon überschritten hat. der alteJackl — in vielen Romanen Versalls erscheint seine Figur — an den Stein trat, um seinem Jagdkavalier einen Strauß zu widmen. Weiter wurden an dem Denkmal noch Kränze niedergelegt im Auftrag des Fürsten von Thurn und Taxis, der „Frnukonia" des Verschönerungsbereins Schliersee. Zu der Feier, die mit einem Jägerchor ans- klang, waren auch die Angehörigen Versalls erschienen, seine Witwe, ehemals die große Tragödin Magda Jrschick, und seine Schwiegersöhne. Em intimerer Kreis der Festgäste war bei der Witwe des Freiherrn v. Verfall zum Tee geladen. Die übrigen Teilnehmer stärkten sich in der nahen Wnrzhütte, wo man im Gespräch noch manche Erinnerungen an den lieben Menschen und den bedeutenden Schriftsteller tauschte, dessen letzte Ueberreste in dem von ihm so geliebten Schlierseer Gebiet ruhen. Ü..5V. In der Galerie Baum (Maximilianstr. 32) in München findet man zurzeitzweiKollektib-Ausstellnngen. Die eine ist von Paul Bürck, die andere von Hans Licht. Ich hätte gewünscht, daß dieser in seinem Raum mehr natürliches Licht hätte- Dieser schönheits- und freudevolle Landschafter mit seinen leicht zugänglichen Stimmungswerten verdiente es- Paul Bürck aber, der uns sc..on von der Modernen Kunsthandlung her bekannt ist, zählt unter die problematischen Naturen. Bilder wie der Verkaufte „Abend im Tal" mit seiner klaren, reinen Höhenluft und.gut entwickelten Naturformen lassen den Künstler vonffeiner- besten Seite erkennen. In anderen Parlameniarische Notizen — München, 4. Növ. 13. Zum außerordentlichen Budget sür die Jahre 1914 und 1915, hier Ausgaben Ziffer 4 „Auf Rechnung desStaatseiseilbahnan- letzeus" sind nachträglich folgende Petitionen eingelaufen: 1. der Magistrate und Gemeindeverwaltungen von Garmisch, Kohlgrub, Mittenwald, Murnan, Oberammergau, Partenkirchen, Starnberg, Tutzing und Weil- heim, der Verschönerungs-, Verkehrs- und Wintersportvereine dieser Orte, sowie von Feldafing und Pöcking,- der Alpenvereins-Sektionen Garmisch-Partenkirchen, Mittenwald, Tntzing, WeilheimMurnan, des Rodel- und Ski- klubs Partenkirchen, des Bobklubs Garmisch, der Ge- werbevereine Garmisch-aPrtenkirchen, Mittenwald und Weilheim und der Bade- und Kurverwaltung Kohlgrub mit der Bitte, beim Umbau des Starnbcrger Bahnhofes Vorsorge für die Herstellung einer oberirdischen größerem Verlehr dienlichen bequemet:, gedeckten Verbindung zwischen dein Hauptbahnhof und dem neuen Starnüerger BahUhof zu treffen: 2. des' Magistrats der Kreishauptstadt Augsburg um Erbauung eines neuen Haupt- bahnhofs, Verbesserung des Güterbahnhofs .daselbst, sowie der Bahnhöfe in Angsburg-Oberhausen und Augsburg-Hochzoll. Der Au trag des Ausschusses lautet: Die Kammer wolle beschließen, die erste der beiden Petitionen sei der K. Staatsregierung zur Würdigung hinüberzugebeil, die zweite auf nachträglichen Antrag des Abgeordneten Dir. Dirr (lib.) zur Berücksichtigung. Aus der katholischen A)eit. Der 25. Internationale Eucharistische Kongreß in Lourdes. kw. Zum 25. Eucharistischen Welt-Kongreß, der 1914 in dem berühmten Gnadenort Lourdes abgehalten wird, liegen bereits Anmeldungen aus allen Ländern der Welt vor. Auch Bayern wird dabei vertreten sein. Vlon Bayern aus fährt ein offizieller S-onderzug zum Eucharistischen Kongreß^ Voraussichtlich wird sich auch ein hoher, kirchlicher Würdenträger daran beteiligen, auch der bayerische Adel ist vertreten. In den katholischen Kreisen wird dem Unternehmen großx Sympathie entgegengebracht. Was für diesen Kongreß, der wohl der größte wird, den die Welt- je gesehen, die Hmrptsache ist, ist schon gelungen: ein sicheres, gutes und billiges Quartier zu erhalten. Schon sind die ersten Vorkehrungen sür den geplanten Nationälsonder- zug gemacht. Unter anderen bedeutenden Orten wird auch Paray-le-Monial, Ars, Lyon, Marseille, Annecy besucht. Voraussichtlich keine Nachtfahrt. Alles Nähere wird zur rechten Zeit in der Presse und iu speziellen Programmen bekanntgegeben. Dieser Jubelkongreß verspricht einen herrlichen, großartigen Verlaus zu nehmen. !! M ü nchen, 4. Näov. 13. Die neuerbäute Pfarr- kirche zu St. Margareth in Sendling, deren Grundsteinlegung am 6. Juli 1902 in Gegenwart des Prinzregenten Lnitpold erfolgte, wird am Sonntag den 16. ds. Mts. durch Erzbischos Dr. von Bettinger feierlich eingeweiht werden. Se. Kgl. Hoheit der Prmzregent halt sein Erscheinen zu dieser Feier zugesagt. Amtliche Nachrichten. Der Adelsmatrikcl wurde einverleibt: am 17. Okt. 1913 der Kaiserliche u. Königliche Oesterreich.-Ungarische Kämmerer Friedr. Graf v. Stadion-Rzyszczcwski in Thannhausen als bayerischer Staatsangehöriger in erblicher Weise bei der Grafenklasse. Armee und Marine. Der Schutz des „Kaiser-W i l helm-Ka nals" im Kriege. U. Zugleich mit dem endgültigen Ausbau ist auch, wie uns aus Mariuekreiseu geschrieben wird, eine Vermehrung des Schutzes des „Kaiser-Wilhelm-Kauals" zur Durchführung gelaugt. Zumal im Kriege ist ein vermehrter Schutz des Kanals und der Durchfahrt von größter Bedeutung. Aus diesem Grunde sind in letzter Zeit mehrfach Verstärkungen der Befestigungsanlagen durchgeführt worden,^ die zum Schutz des Kanals dienen. In erster Reihe ist bemerkenswert, daß; die Befestigung von Bruns- büttclloog bedeutend verstärkt worden ist. Besonders die Kanaleinsahrt von der Elbe aus hat mehrfache neue Sicherungen erfahren. So wurde bei Brunsbüttel ein neues Fort erbaut, und andere Befestigungen sirrd in der Gegntd geplant. Die Molen der Kanaleinsahrt haben auch einen weiteren Schutz durch neue Geschütze erhalten, deren Ait- zahl nicht mitgeteilt werden kann. Die Fortisilationl Helgolands und Cuxhavens ist im allgemeinen der einzige Schutz der Elbmündung und des Kanals. Es werden darum Maßnahmen getroffen werden müssen, durch die der Schutz der Elbmündung noch weiter als bisher verstärkt werden wird. Besonders Brunsbüttelroog steht da an erster Stelle, wo die Verstärkung einsetzen muß und man darf erwarten, daß in der nächsten Zeit Brnnsbütiel- kvog zu einen: wichtigen Stützpunkt der artilleristischen Verteidigung der Elbmündung und des Kanals werden wird. ^ Besonders im Hinblick auf die Vermehrung der Unterste- und Torpedoboote in der englischen und französischen Marine erscheint die Verstärkung dieses Stützpunktes als durchaus notwendig im Interesse unserer Küstcnvertcidigung. Die letzten Ereignisse haben gezeigt, daß auf diesem Gebiete umfassende Maßnahmen durchaus notwendig sind. Die Ausbildung der Mannschaften in der Sperrung des Kanals gehört iu zweiter Linie zu den Schutzmaßnahmen, die sür den Kriegsfall vorgesehen werden müssen. Llltch wahrend der aiwereu Arbeiten sind mamiistsache Maßnahmen getroffen worden, die für die Verwendung des „Kcsistr-Wilhelm-Kanals" im Kriegsfalle von Bedeutung werden können. So sind alle Vorbereitungen getroffen, um dieses wichtige Kriegsinstrw ment im Falle der Gefahr brauchbar zu erhalten. Landschaften überwiegt eine gewisse Kälte der Form über das Malerische. Aber diesem Weltmystiker, der nicht zufällig in der Graphik seine Phantasien niedergelegt hat, genügt die Kunstform der Landschaft nicht- Er greift zum Figurenbild, zeigt da im Porträt mitunter eine frische, scharfe Beobachtung, die seinem an die Natur gewöhnten Äuge liegt, aber dann stürmt er zu seinen mystischen Gebilden, wie der Nacht, die zwei zagende Menschen einander in die Arme führt, oder rhythmischen Figuren, die sicherlich auch mehr bedeuten sollen als sie darstellen. Aber dabei gerät Bürck in eine Art der Darstellung, die sich beinahe in- die Regionen des Trivial- Minderwertigen verliert. Auch mehr solides, handwerksmäßiges Können wäre dem Künstler im Figuralen noch zu wünschen. Es ist immer vom Uebel, wenn man ohne volle Beherrschung der Natur zum Besonderen und Außerordentlichen eilt. Dasür wäre noch zu helsen. Aber eine andere Seele wird sich der Künstler schwerlich schaffen können, und es will uns scheinen, als ob darin sein Problem liege. A)eli und Mssen. * Walburgisbtätter. Soeben, zu Beginn des November, ist das zweite Heft dieser neuen ansprechenden Mädchenzeitsckrift zur Ausgabe gelangt. Es enthält Aufsätze und illustrierte Geschichten, wie sie sich ein Mädchen nur wünschen kann; auch nützliche Winke sürHaus und Küche sind nicht vergessen und eine reizendeBrief- vlauderei, ein richtiger Heimgarten, fehlt erst recht nicht. Jeder wahreFreund und Förderer der weiblichen Jugend muß das Unternehmen des Stiftes St. Walburg begrüßen, das mit dem neuen Müdchenblatt ein vortreffliches Mittel der freien katholischen Jugendpflege geschaffen hat- Nebtzn denOrganen der katholischen Jugendvereine haben die „Walburgisblätter" ein gutes Recht zu existieren, weil sie ja in allererster Linie an diejenigen Mädchenkreisesich wenden, die nochwerktagschul- p Nichtig sind und deshalb noch keiner eigentlichen Organisation angehören können, und an diejenigen der Schulentwachsenen, die tatsü chli ch nicht organisier! sind. Solcher gibt es in Stadt und Land noch viele und wird immer diele geben- Sie zu erfreuen, sie zu fördern, haben sich die „Walburgisblätter" als Aufgabe gesetzt. Dlögen sie die wohlverdiente Beachtung aller Berufenen, der Eltern, Lehrer und namentlich der Seelsorger finden l Bestellungen beim Stift St- Walburg in Eichstätt i. B. Der Jahrgang mit 12 Heften Tostet U30 W- Wie 10 Borabendblatt Artgsburger Püstzeirung. «. Nooemver 1913. Die Erledigung der Die Königs-Proklamation in der Kammer der Abgeordneten. 1 7 0, o fse n rli ch e Sitzung. eil. M ü n ch e n, 5- 'Nov. 13. Kammer der Abgeordneten. Tie Abgeordneten lind nahezu vollzählig im Sitzungssaale anwesend; nur die Sozialdemokraten sehlen. Tie Tribünen sind aber nur ip-'iriich beseht. Am M inist-erris ch: Ministerpräsident Frhr. v o n verkling, die sämtlichen übrigen Zivilstaatsminister und der Kriegsminister sonie ein großer Stab von Regierungstommissären. 2er Beginn der Sitzung, der aus halb 10 Uhr sest- gesetzr war, verzögerte sich bedeutend; es war schon »,»10 Uhr, als Präsident Tr. v. Orterer die Sitzung eröffnete und zunächst Mitteilung über Urlaubsgesuche m allste. Tann Dkri er fort: Tas Wort nehmen Seine Exzellenz Verr -staatsminister Freiherr von vertling. Ministerpräsideni Dr. I^rhr von Herging: Ich übergebe hiermit dem Herrn Präsidenten ein Schriftstück mit den: Ersuchen, dasselbe sowrl zur Kenntnis des hohen Hauses zu bringen. Tas Vaus hur s^.-i erhoben. Im Saale herrscht lautlose Stillet Prüsideni Dr. von Orterer. erhebt sich und verliest das Allerhöchste Schreiben das die Beendigung der Regentschaft ausspricht. (Siehe auf Seite 2.) Präsident Dr. von Orterer führte dann weiter aus: Es ist mir auch noch eine iv eitere Kundgabe zugegangen, welche den, Lande sofort mitgeteilt werden soll. Der Präsident verliest hieraus den Wortlaut der bereits mitgeteilten Proklamation König Ludwigs III., die auf einer Extra-Ausgabe der „Bayerischen Staatszeitung" in blauem Letterdruck hergestellt, im Saale an die Abgeordneten verteilt wird. Weiter teilte Präsident Dr. von Orterer mit, daß an ras Kammerpräsidium unterm 3. November folgende Borlage des lSesamtministeriums gerichtet wurde: „Seine Majestät der König haben geruht, das Gesamt- ministerium zu beauftragen, dem Landtag die Zründe,aus der sich die dauerndeRegie- cun g s u n f ä h i g k e i t Seiner Majestät des Königs e r g i bt,zur Zustimmunganzuzei- z e n. Wir beehren uns daher, dem Landtag und zwar zunächst der Kammer der Abgeordneten drei ärztliche Gutachten vom 85. Oktober 1886 und vom 25. Oktober und 1. November 1913 und zwar in Urschrift mitzuteilen und den Antrag zu stellen, der Landtag wolle anerkennen, daß am 1. November die verfassungsmäßigen Voraussetzungen für die Beendigung der Regentschaft bestanden haben. Präsident Tr. v- Orrerer wandte sich dann mit folgenden p e r s önli ch e n Worten an die Abgeordneten: , . Meine Herren! Sie haben die außerordentlich bedeutsamen Mitteilungen der K- Slawsreaftruiig midi die Pro--' klamsliön Seiner Majestät unseres Allergnädigsten Königs, Ludwig tll. vernommen. tkakoinus ivtzwinl Es trifft sich gut und glücklich, daß der Versammlung! der Abgeordneten des bäuerischen Volkes zuerst die Gelegenheit zur .ffmi l d i- gung gegenüber dem Landeshcrrn geboten wird. Sie sei! kurz in treu-bayerischer Art dargebracht, indem ich Sie' bitte, meine Herren, zum 'Ausdruck unserer unwandelbaren Treue und der ehrerbietigsten Ergebenheit und unserer innigen Liebe und Anhänglichkeit an unsern Allere gnädigsten Herrn und König, mit mir aus vollem Herzen, daß es in allen Lauen unseres geliebten bayerischem Landes laut und allseitig ividerhalle, einzustimmen in den Ruf: Seine Majestät, unser vielgeliebter König Ludwig l 11-, er lebe hoch! Laut und getragen von freudiger Begeisterung erscholl das brausende Hoch durch den Saal. Präsident Tr. v. Orterer sägte dann noch hinzu: Es entstrich! dem denkwürdigen Moment, in dem wir stehen, daß wir die Sitzung aufheben. Ich bitte aber die Herrku, noch einen Augenblick zu verweilen, um die ärzklichm Gutachten und die Unterlagen entgegenzunehmen. Tie Beratungen darüber schlage ich Ihnen vor, am morgigen Donnerstag nachmittags 4 Uhr vorzunehmen. Tas Hans ist damit einverstanden. Es folgte darauf eine kurze geheime Sitzung. Kurz du c aus'wu rden am S tändehaus die bayerischen Flaggen ausgezogen und überall in den Straßen wurde die Proklamation -des Königs Ludwig lll. angeschlagen, um die sich zahlreiche Gruppen- drängten. Tie Landeslmldigung im Thronsaal der Residenz, findet am Mittwoch, den 12. November statt. Die Erklärung über die Beendigung der Regentschaft. Das Gesetz und Verordnungsblatt vom 5. November (57) veröffentlicht die Bekanntmachung über die Regentschaft, die wir hiermit im Wortlaut veröffentlichen: Allerhöchste Erklärung über die Regentschaft. Ludwig, von Gottes Gnaden Königlicher Prinz von Bayern, Regent. Seine Majestät König Otto waren schon bei Anfall ser Krone durch schweres Leiden gehindert, die Regierung des Landes zu übernehmen. Während der nun 27jährigen Regentschaft ist eine Besserung des Leidens nicht eingetreten; es besteht auch Keinerlei Aussicht, daß Seine Majestät jemals regierungsfähig werde. Gemäß Titel II 8 21 der Verfassungsurkunde des Königreichs Baysrn vom 26. Mai 1818 in der Fassung des Gesetzes vom 4. November 1913 erklären Wir hiemit die Regentschaft für beendigt und den Thron als erledigt. Wir beauftragen Unser Gesamtstaatsministerium, dem gegenwärtig versammelten Landtage die Gründe, aps denen sich die dauernde Regierungsunsähigkeit Seiner Majestät des Königs ergibt, zur Zustimmung anzuzeigen. Gegeben München, den 5. f'November 1913. Ludwig, Prinz von Bayern, des Königreichs Bayern Verweser. Dr. Freiherr von Hertling. Dr. Freiherr von Soden- Fraunhofen. v. Thelemann. v. Breunig. v. Seidlein. Tr. v. Knilliug. Freiherr v. Kreß. Ein Amnestieerlcch des neuen Königs. Die Korrespondenz Hossmann veröffentlicht nachstehenden Gnadenerlaß: König Ludwig lll. von Gottes Gnaden König von Bayern, Pfalzgraf bei Rhein Herzog von Bayern. Franken und in Schwaben usw. usw. W i r haben Uns entschlossen, Unseren Regierungsantritt durch einen umfassenden Gnadenerweis zu bezeichnen, und verfügen deshalb, was folgt: .4. I. Erlassen sind alle noch nicht vollstreckten Strasen, die von einem bayerischen bürgerlichen Gericht oder Militärgericht ausgesprochen sind 1. wegen Beleidigung Seiner Majestät des Königs Otlo. Unserer Person oder eines Mitgliedes Unseres Königlichen Hauses nach den M 95, 97 des Strafgesetzbuches; 2. wegen Verbrechen und Vergehen in Beziehung auf die Ausübung staatsbürgerlicher Rechte nach dem fünften Abschnitte des zweiten Teiles des Strafgesetzbuches; 3. wegen Vergehen und Uebertretungen nach den §Z 18. 19 des Gesetzes über die Presse: 4. wegen Beleidigung einer Behörde, eines Beamten, eines Religionsdieners oder eines Mitgliedes der bewaffneten Macht während der Ausübung des Berufs und in Beziehung auf den Beruf mach den 88 135, 186, 196 des Strafgesetzbuches; 5. wegen Ungebühr po,r .Gericht nach den. 88!.17.9, 180 des Gerichtsverfässnngsgesetzes und des K 290 Abs. 3 und' 4; der Militärstrafgerichtsordnung. Ist die Strafe mit einer wegen einer anderen strafbaren Handlung ausgesprochenen Strafe zu einer Gesamtstrafe zusammengefaßt,-sö ist von der Gesamtstrafe der volle Betrag bet Einzelstrafe erlassen. II. Erlassen sind alle noch:nscht vollstreckten Geldstrafen von rächt mehr als 100 Mark und. alte noch nicht vollstreckten Freiheitsstrafen von nicht mehr als einem Monat, ,die von einem .bayerisäM bürgerlichen Gericht oder Militärgerichte.wegen Vergehen und Uebertretungen,-die nicht unter Ziffer I genannt sind, und wegen Forstfrevel und Forstp-clizeiübcrttetungcn erkannt sind. Sind in einer oder in mehreren Entscheidungen daye>. rischer Gerichte mehrere- Strasen ausgesprochen, so sind diese in jenen Fällen, in denen ausschließlich aü-f Geldstrafen oder ausschließlich auf Freiheitsstrafen erkannt ist, Nur dann erlassen, wenn sie insgesamt Las itn ersten Absätze bezeichnete Maß nicht übersteigen, und in fernst Fällen, in denen auf Freiheitsstrafen und auf Geldstrafen erkannt ist, nur dann, wenn die Summe der an erster Stelle erkannten Freiheitsstrafen und der für den Fall der Uneinbringlichkeit der Geldstrafen festgesetzten Freiheitsstrafen nicht mehr als. einen Monat beträgt. Tabei bleiben die Strasen per Ziffer l außer Betracht. III. Ist auch aus Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte oder aus Zulässigkeit von Polizeiaufsicht oder auf Ueber- weisung an die Landbspolizeibehörde oder aus eine militärische Ehrenstrafe erkannt, so ist der Verurteilte von dem Gnadenerweis ausgeschlossen IV. Der Gnadenerlaß erstreckt sich nicht auf Nebenstra- ftn- , Die Ehrenrechte 8r. Majestät des, Königs Otto. ek. Das mittags ausgegebene Gesetz- und Verordnungsblatt für das Königreich Bayern bringt nachstehende königliche Entschließung über die Ehrenrechte Seiner Majestät desKönigsOtto: Wir tun kund und zu wissen, daß durch Unsere Erklärung von heute, wodurch Wir die Regentschaft beendigt und die Regierung als König angetreten haben, der Titel und die Ehrenrechte Seiner Majestät des Königs Otto nicht berührt worden sind. Gegeben in Unserer Haupt- und Residenzstadt München am 5. November 1913. Gez. Ludwig. Die erste katholische Königin von Bayern. ek. Die--Gemahlin des Königs Ludwig lll. 'Maria Theresia ist die erste bayerische katholische Königin. Die Beglückwünschung des Königspaares. st. München, 5. Nov. 13. Ihre Majestäten , der Ast n i g und die Köni- g i n empfingen heute nachmittag 2 Uhr 30 M,>. im Wittelsbacher Palais Seine Königl. Hoheit den Kronprinzen und sämtliche! Prinzen und Prinzessinnen des Königl: Hauses, welche dem Königspaar ihre Glückwünsche zur Thronbesteigung z.um Ausdruck brachten. Um 3 Uhr wurden sämtliche Kgl. Stäatsminister, um halb 4 Uhr die sämtlichen Hofchargen, der Chef des Zivilkabiuens, die General-- und Aügeladjiitanten, die Ordonanzossiziere,, Ler Generalkäpitän und. die.Lberoffiziere der Leibgarde der Hartschiere und die -Herren des K'amnrerdienstts vom Königspaartz.das von den Prinzessinnen-Töch- tern umgeben war, empfangen. Se. Kgl. Hoheit der Kronprinz empfing um 4 Uhr das-Staatsministerium und um halb ö Uhr den Kgl. großen Dienst im Lnitpold-Palais zur Gratuläti-ou. ' Die Bekanntmachung der Ihronbesteigung in der Hauptstadt. ek. München, 6 . Nov.. 13. Nach der Verlesung der Prok lamatiou des Königs Ludwigs in der Kammer der Abgeordneten wurde sie in den S t.r a - tzen der Stadt angeschlagen. Auch Extrablätter der Zeitungen verkündeten der Bevölkerung die Thronbesteigung des Königs Ludwig. Auf dem Wittelsbacher Palais wurde alsbald die große baye- rische Küni-gsflagge gehißt. Bald zeigten auch die Straßen der Stadt, nachdem staatliche und städtischeGebäudedie Konsulate und privaten Gebäude beflaggt, hatten, reichen Flaggen- schmuck. Heute abend L Uhr findet aus Anlaß der Thronbesteigung eine -öffentliche Festsitzung de r beiden: st ü d t-i s chp n Kollegien statt.. Die ,Bay e-r i sch e Sta ats zs itung bringt in ihrer heutigen Nummer einen „Unserm König" überschrft-benen, herzlichen- Huldig ungsar t'i ,7 ksl, der mit dem'Wünsche für ein langes und glückt- liches Wirken 'des- Königs, und der Königin zum Wähle des geliebten Vaterlandes.schließt. Die Mitteilung der Thronbesteigung an die au-ft . Mrtigeii Regierungen. eb. Kö n ig'L.udw i g' hüt kurz nach 9! Uhr den sämtlichen Bundesji'irsten telegraphisch die. Annahme dec neuen Würde bekanntgegeben, ebenso hat die bayerische Stüalsregicrung sämtlichen auswärtigen Regierungen die Thronbesteigung des Klft nigs notifiziert.- - Besuch des Königs von Lachsen bei 8r. Majestät dem König. Seine Majestät der König von Sa ch-se n trifft am 14. abends 5 Uhr 52 Min. zu Besuch des bayerischen Königspaares in.München ein. Es findet am Hauptbahnhof großer Empfang durch Seine Majestät König Ludwig III.. die Kgl. Prinzen, die Staatsminister und den großen.'Dienst statt. Eine Ehrenkömpagnie des : Infanterie-Leib-Regiments nimmt mit Fahne und Musik auf dem Perron Aufstellung. In Begleitung des Königs von Sachsen befindet sich der sächsische Minister der Auswärtigen Angelegenheiten Graf.Bitzthum von Eckstädt. der Kämmerer Generalleutnant von Erlegern, General a Is suite Generalmajor von TetteNborn, Leibarzt Dr. Seile, die Flügeladjütanten Major Freiherr ohn Koenneritz und Hauptmann von Schweinitz. Zstm Ehrendienst bei dem König von Sachsen sind kommandiert der kommendierende General des 1. Armeekorps General der Infanterie von Xylander, der .Kommandeur des 15. Inf.-Regts., dessen Inhaber der König ist, Oberst Tutschek, und Oberleutnant von Wachter, Regimentsadjutant im.1. Feld-Art.-Regt. Der König von Sachsen wird in der Residenz von Ihrer Majestät der Königin und den Prinzessinnen empfangen. Er bewohnt'die sog. Trierzimm'er. Am 14. abends findet zu Ehren des. Königs bei dem Königspaar eine Familientafel statt, woraus ditz Fest-, vorstellttug im Residenztheater besucht wird. Am 15. beabsichtigt der König, das Alpine Museum und das Deutsche Museum zu besichtigen: Nachmittags ist große Galatafel in der K. Residenz. Abends erfolgt die Abreise des Königs. tz Telegramme und letzte Posten. Die Union und Mexiko. X Washington, 4. Rov. 13. Von wohlunterrichteten'Kreisen wird zugegeben, daß im.Einklang mit WiIs 0 ns Entschlossenheit den Ausschluß Hüertas herbeizuführen, in der mexikanischen Hauptstadt ein Schriftstück übergeben 'wurde.. Es wird jedoch erklärt, daß diese Mitteilung nicht den Charük- ter eines Ultimatums hätte. Eine greuliche Mordtat, x Wien, 5. Nov. 13. Das . Neue Wiener Tagblatt meldet aus Krakaue In..der Ortschaft Jämischki bei Wilna ermordeten Banhitey die aus 12 Personen bestehende Familie'.des jüdischen Kaufmanns Monczewski. Zwanzig Verdächtige wurden verhaften . Ein Eisenbahnzusammenstoß bei Melun. X M clun ,,4. Nov. 13. Tickt vor dew Bahnhöfe klon Melun stieße in Eilzug mit einem Postzuge zusamm e 11 . Die Trümmer gerieten in Brand, mehrere Personen wurden getöteftund verletzt. Tie Rettungsarüeiten sind im. Gange. X Melun, 5. Nov, isi, .Bei.'dem- Eisenbahnzu- sammeniloß, wurden drei Wagen des Eflznges,' davon zwei der zweiten Wagenklasse, vollständig zertrümmert. Ter Postzng setzte sich zusammen kus sieben Wägest, die ebenfalls zertrümmert würden. Tiefer'Aug führte zwei Packwagen mit, in denen-sich etwa fünfzig . Postbeamte befanden. Ter Postzug, der nach Marseille ging, fuhr dem von Marseille kommenden Eilzug schräg in die Seite. 11 m Mitternacht brannten die Magen -nochi .Etwa 15 Opfer, wurden, aus den Trümmern hervorgezogen. Zehn Personen sollen getötet sein- Der.Lokowtvtivsührer des Eilznges, - der die Haltesignale' überfahren haben soll, wurde -verkästet. Nach ftiuer weiteren. Meldung aus Paris wick ..-noch -'Mitgeteilt, .daß, die Mehrzahl der Verunglückten Postbeamte sind,- die insgesamt verschwunden sind. Alan hält es für möglich, daß einzelne von ihnen von Panik und Schrecken ergriffen, verschwunden sind, befürchtet jedoch, daß. die meisten von ihnen den Verbrennungstod erlittSntzhabenl. Bis 2 Uhr wurden unter den Trümmern neun fast-gänzlich-verkohlte Leichen und 17 meist schwer Verletzte hervorgezogen. Von den Leichen konnte bisher nur die eines Lyoner Kaufmannes erkannt werden. - >< SchiiSw-ig, 4. Nov. 13. -In Sachen des geplant gewesenen Vp.rtrags ch.es Polarforsch e rsA in un d se n wird bestätigt, daß mit Rücksicht auf bestehende nationalpolitische Gegensätze,, die für Fltznsbu.rg apf-Grund des-. 8 12 des--Reichsoer- einsgesetzes für eine öffentliche Versammlung beantragte Genehmigung zum Gebrauch der der dänischen verwandten norwegischen^ Sprache- abgelehnt wurde. Ein Bortrag des Forschers in deutscher Sprache- würde nicht beanstandest Die deutsche Myschinenindustrle auf dem Weltmarkts im September 1913. Irst September'1913 bekies .sich die Einsicht an cigenckschen Mfschünen nach Deutschland, wie eine noritz Verein öeütschrr, M-äs-chmenbau-Anstalten bearbeitete Ausstellung zeigst auf 4738 Tonwen im-Werte von Mark 4 734 009 und--hälr damit annähernd denStand der.An- sangsmonaie des Jahres; die in den Sommermonaten sehr hohe Einsuhrzissest der landwirtschaftlichen Maschinen, ist weiterhin ganz erheblich zuxückgcgangen. Tie Ausfuhr der-eigentlichen Maschinen-ist gestiegen um eine Gefamt-- zisier von 47 616 Tonnen im Werte von 54911000 Mark.. Tie Monate Januar--bis September 1913 zusammengenommen brachten es in den eigentlichen.Maschinen auf eine Einfuhr von insgesamt 72519 Tonnen im Werte, von 65912000 Mark und- auf eine Ausfuhr von 418235 Tonnen iin Werie von 486461 009'Mark. Täs Gesamt-, ergebnis des ganzen Jahres 1912 stellte sich-demgegenüber in der Einfuhr aus 77 937 Tonnen niit 73278000 Mark an Wert, gegen 536 676'Tonnen mit einem Wert- beträge von 628071000 M. in der Ausfuhr. Lhariiaiwe Neugründungen in Palästina Vorsicht! Gelegentlich eines. kurzen Aufenthaltes in Baalbek im Juni 1911 hörte ich zum ersten Male'.bou einem Gerüchte über eine „wunderbare", in ihren .Einzelheiten; sehr lächerlich und läppisch dargestellte' Erscheinung der Madonna in der Nähe von Schon, diesem griechisch- katholischer Priester gehabt haben -soll. Nichtkatholischen Kreisen gab dieses,. auch än einer Beiruter Zeitung gemeldete Gerücht hinlänglich Anlaß, zu - hämischen Kommentaren. Ich. hielt die beschämende Geschichte -längst- auch .an ihrem llrsprnngsort der verdienten Vergessenheit anheimgefallen, da wurde ich vor kurzem unverhofft eines! andern belehrt durch d ie noch beschämendere Tatsache, daß die Geschichte nun auch uns deutschen K ath oliken u rill n g e n e h m zu werden droht, . ; Es kam mir ein „Aufruf" in -die Hände, datiert aus dem Hotel Bristol in Wi-'en, ausgegeben von einer Baronin U exku e l l, geschiedenen Rftpenhansen, worin zunächst die W,irllichkcit jener „Erscheinung" zu beweisen versucht, dann ein Grüuöuugsprojekt dargelegt und zur Unterstützung desselben eingeladen wird.. DieErscheinungs- ' geschichte, die sich gelegentlich eines Ausfluges- einer grö--> ßeren Gesellschaft von Herren und T-amen aus Sidou oSaida) in einer Mantara genannten Höhle auf einem. . nahest Berge zugetragen. haben soll, wird mit den Worten jenes Priestersj namens tzälabi, der dort die hl. Messe las, breit und umständlich, erzählt. Auch die Namen dxr beteiligten Personen werden genannt, übrigens.eine- nach Nationen, und Konfessionen sehr gemischte -Gesellschaft.; ein Freimaurer,'der vor'allere übrigen der Erscheinung der Mutter.Gottes mit dem. Kinde gewürdigt wurde, wird besonders hervorgehoben. Ter Berichterstatter bezw. auch die nacherzähfttwe Berrchterstatterin glauben beifügen zu müssen, daß „an jenem unvergeßlichen Tage" alle beteiligten Zeugen „normal"- gewesen seien. Tep „Fürsterzbischof".iso!> pon Schon — die Erzählerin scheint die hierarchischen Verhältnisse ihrer österreichischen Heimat einfach aus'den Orient zu.übertragen — soll die Sache untersucht und approbiert haben. Eine authentische Aeußerung irgendeiner offiziellen kirchlichen Behörde wird nicht beigebracht. Aus Grund des vorgefallenen „Wunders" „muß" ' nun laut Aufrufs folgendes' geschehen: -„1.-Tie Grotte muß, dem Privatbesitz entzogen werden. 2., Ta sie alsi dreiteiliger Raum, als Schlaft und Speiseraum und- Stall, allen Vorbeiziehenden rechtlich offensteht, so muß für diese ein Ersatz geschaffen werden. 3. Tie umgebenden Grundstücke müssen angekauft -werden. 4. Ein Hahrweg muß in Zickzacklinien hinaufgeführt-werdech 5. Eine Kirche muß über der Grotte gebaut werden. 6 . Ein Pilgerhaus muß für Fremde errichtet werden." Und schließlich heißt es! noch, daß aus den eventuellen Neb^rschüssen „auf den angekauften Terrains und später auch in änderen Teilen! Syriens die Errichtung von Waisenhäusern, Schulen, Krankenhäusern in Aussicht genommen sei" (von wem?) — Umfang und Tringlichkeit dieser „Bedürfnisse" lassen also nichts zu wünschen übrig. Zur Finanzierung der Gründung ist bereits an orientalischen Banken ein Konto eröffnet unter dem Titel „Oeuvres divines da Notre T-ame de Mantara". Verwünderlicherweise glänzt im Ausruf bereits eine ganze Reihe von klingenden- Namen österreichischer und bayerisch sr-"Höcharisto- kratie, die mit „allergnädigsten Beiträgen" Las Vorabendvlatr Mö.511 „Wert" zu beginnen ermöglicht haben. Tiefe illustre Zahl bisheriger „Wohltäter" wäre wohl beträchtlich, verringert, hätte inan sich etwa an- die deutschen Konsulate in Jerusalem und Beirut gewendet, welche wohl gerne, mit Auskünften auch persönlicher Art zur Verfügung gestanden wären. Leider bietet, nebenbei gesagt, die Urheberin durch ihre bisherige Tätigkeit im -Orient auch keinre Bürgschaft für die erfolgreiche Durchführung eines auch .nur ähnlichen und weniger seltsamen Unternehmens. Also Vorsicht! Durchaus nicht auf die gleiche Stufe mit dem eben, gekennzeichneten Gründungsobjekte möchte Einsender dieses die folgenden beiden gestellt wissen, die bereits durch Aufrufe in der deutschen katholischen Presse einer größeren -Oeffentlichkeit zur . Kenntnis gelangten. Immerhin benötigen auch diese eine sachliche Prüfung auf ihre Notwendigkeit und Durchführbarkeit. ^Zunächst handelt es sich um ein Auss ä tzi g e n heim in Jerusalem. Mit dieser Anregung konnte man sich noch eher befreunden, nicht nur aus sachlichen Gründen, sondern weil einerseits der Name der Unternehmerin,, di« sich in der Münchener Fnrs 0 rgebewegung unbestrittene Verdienste erworben hat, und andrerseits die Befürwortung durch die Benediktiner vom Berge Sion eine gewisse Garantie zu bieten imstande waren, wie denn auch tatsächlich der Aufruf offene Ohren und Hetzen gesunden haben soll- Einem Kenner der palästinensischen Verhältnisse muffen aber doch bezüglich der Dringlichkeit Kragen gestattet sein wie diese: Wieviele Pfleglinge denkt man für das zu schaffende und gewiß sehr beträchtliche Mittel erheischende Anssätzigenheim zu gewinnen, nachdem bereits von der türkischen Regierung ein Aussätzigenhaus geschaffen ist und erhalten wird, das orientalischen Ansprüchen vollauf genügt und regelmäßig den Besuch französischer B i st- zenz-S chwestern zur Waschung, Verbindung und Pflege der Inwohner erhält, nachdem auch die Protestanten ein wohlgeleitetes Anssätzigenheim unterhalten, und da bekanntlich eine oft unüberwindliche Scheu vor Kasernierung und Abschließung auf feiten dieser'„Aerm- sten der Armen" eine freiwillige Aufnahme, erschwert öder gar nicht ermöglicht (eine zwangsweise ist selbstverständlich ausgeschlossen), und da endlich in den genannten Häusern auch für die seelsortzlichen Bedürfnisse etwa dort vorhandener katholischer Pfleglinge hinreichend gesorgt ist. Wäre die Organisierung einer ambulanten Pflege der nicht! in einem Heim schon Untergebrachten, je nach Lage dess Ortes von verschiedenen karitativen Anstalten aus, eher am Platze? Sonderlich groß dürfte die Zahl der letzterem ohnehin nicht sein. Eine der wichtigsten ist aber die Platzfrage, die noch nicht gelöst ist. Sollte der, wie ich höre, in Aussicht, genommene Platz endgültig gewühlt werden, so wäre dasj Mißlingen des Unternehmens von vorneherein besiegelt. Es handelt sich um eine Stelle vor dem Torfe Kubebe, das seit den Kreuzzügen als das biblische Emmaus gilt, drei Stunden nördlich von Jerusalem — ein Hans als künftige Wohnung der Tirectrice im Orts selbst ist bereits angekauft. Denke man sich: dreiStun- den von der Stadt entfernt, nur 'zu Fuß oder reitend- auf einem denkbar schlechtesten Wege erreichbar! Wie beschwerlich und kostspielig müßte sich die Beschaffung aller Lebens- und Unterhaltsmittel und dazu die Jnanspcucch- nähme der ärztlichen Hilfe stellen! Tie einsame, allem Verkehr ferne Lage müßte übrigens auch auf die noch» zu gewinnenden Aussätzigen, die durchaus nicht vom Leben gänzlich abgeschnitten sein wollen, eher abschreckend als einladend wirken. Eine bessere Lösung der Platzsrage müßte also vor allem gesucht werden, sollte dein geplanten Unternehmen'ein einigermaßen günstiges Horoskop gestellt werden können. Auch im Interesse der Almosenspender wäre es zu wünschen, daß überhaupt die AussichS auf die Durchführbarkeit und die Lebensfähigkeit des an sich guten Werkes mehr gesichert wäre. . Aller guten Tinge sind drei, mochte sich ein Herr P. Nitsche denken, und so lanzierte er in die katholische deutsche Presse fliehe Augsb. Postzeitung Nr. 458> einen Aufruf zur Gründung eines Blindenheims in Irrn s a l e m, zu -dessen Errichtung er 100000 Mark benötigt und verlangt, die Unterhaltungskosten nicht gerechnet. Aber mit Erlaubnis: Wer ist denn der „Bauherr" P. Nn- sche? Heißt er Peter oder Paulus, oder will das P. besagen, daß er als Pater einem Orden angehört? und dann welchem -Orden? Und welckfe kirchliche Behörde hat Ihn zu einer f olchcn Gründung autorisiert?. Herr P. Nitsche hat sich bisher dem katholischen deutschen Publikum in keiner Weise vorgestellt, und fo ist man zu der Frage berechtigt: Ist Herr P. Nitsche der Mann, der durch seine Persönlichkeit allein der Oeffentlichkeit irgendwelche Garantien zu bieten imstande ist? Ist er wenigstens in Jerusalem ejne Persönlichkeit, die in einer für ein solches Unternehmen unbedingt erforderlichen Achtung stehftä überhaupt eine dort bekannte und mit » den dortigen Verhältnissen vertraute Persönlichkeit? Sein guter Wille und seine guten Absichten in allen Ehren! Aber das Publikum, dessen Wohltätigkeit in Aksponch genommen werden will, hat doch auch ein Recht aus Garantien über die sichere Zuführung feiner Almosen zu dem bestimmten Ztoeck, über die Ausführbarkeit des Pro- fettes und die Lebensfähigkeit des einmal geschaffenen Werkes. Mit welchen Garantien kann der „Bauherr" aufwarten, die ihn berechtigen, sich mit einem solchen Ausruf an das katholische Deutschland zu wenden? Zur Sache selbst ist zu sagen: Es entspricht nicht in allweg den Tatsachen, wenn es in dem Ausruf ohne. Einschränkung heißt, daß die meisten Minden Palästina? in unsäglich traurigem, menlchenunwkrdigem Zustande leben, und niemand für die Blinden etwas tue. Und doch wird in gleichem Atemzüge ein protestantisches und ein jüdisches Blindenheim naüihaft gemacht, während die mit Erfolg der Mindensürsorge sich widmenden Häuser der katholischen Vinzenzschwestern gar nicht genannt werden. Mit der Schaffung immer neuer Blindenheime allein wird übrigens dem B-lindenclend im-Orient nicht abgeholfen. Es müssen Vorkehrsmaßregeln getroffen werden, welche der so häufigen Erblindung vorbeugen. Im besagten Aufruf selbst heißt es, daß die hauptsächlichste Ui> fache des,Elends die G-leichgültialeit und Unsauberkeit des Volkes ist. Aber gerade ^ur Bekämpfung dieses Uebels wird in den vielen und mcht zuletzt katholischen Schulen und Anstalten mit Erfolg gearbeitet und damit in wirksamster Weise >der Erblindung gesteuert, also eine wahrhaft rationelle Blindenfürsorge, unvergleichlich besser als die nachträgliche Pflege in kostspieligen Anstalten. Aber selbst angenommen, daß die alarmierende „brennende Notlage" bestände, so kann es immerhin noch nicht „beschämend" für die deutschen Katholiken sein, kein eigef nes Blindenheim zu besitzen. Es ist schlechterdings ebenso unmöglich wie unnötig, im Orient jede Seite der c a r i r-a t i v e n B e tä ti g un g zu na ti 0 nalisieren und namentlich in Anbetracht des geringen Prozentsatzes der katholischen Bevölkerung zu ko n fes sio n a l isi e^- reu. Tas hieße nur eine ohnehin schon beklagte schäü- liche Hypertrophie des palästinensischen Wohltätigkeitsw--- sens fördern. Mir deutsche Katholiken tonnen wohl berechtigt darauf stolz sein, im Heiligen Lande in ganz bedeutendem Grade in materieller wie geistiger Richtung an carftativen Merken beteiligt zu sein. Es mag zugegeben werden, daß die Wohltätigkeit für Las Heilige Land noch gesteigert werden könnte und sollte. Mußte doch in den letzten Jahren eine Reihe von katholischen deutschen Instituten die ihnen sonst regelmäßig zufließenden Unterhalts- bezw. Untec- stntzungsbeiträge erheblich gekürzt und damit das Feld ihrer Wirksamkeit be-chränkt, f'a sogar ihre Lebensfähigkeit beeinträchtigt sehen. Tas Ansehen des katholischen Deutschlands erheischt es aber, mehr die bestehenden Institute lebenskräftig zu erhalten und zu stärken, als durch neue, und dazu so ungesicherte Unternehmen wie die genannten, die Kräfte der Mildtätigkeit zu zersplittern und so den bisherigen Bestand noch zu gefährden. Es kann für unseren deutschen katholischen Namen im Orient wohl keine Ehre sein, wenn ein schon seit Jahrzehnten bestehendes Haus nun vor der Alternative steht, entweder sein Hospital oder seine blühende Schule auszugeben oder einzuschränken oder ein in guter Entwicklung befindliches Sanatorium wieder zu verkaufen. Auch das bflchämend mißlungene Unternehmen eines deutschen latholftchen Kolonisationswerkes am See Ge- nesgreth - jetzt im jüdischen Besitz! — vor wenigen Jahren wäre Ursache genug, mit mehr Vorsicht neuen Projekten gegenüberzutreten. Merkwürdigerweise — auch. das darf betont - werden — gehen alle drei im Vorausgehenden besprochenen, projektierten Unternehmungen von allein stehenden Laien aus. Vorabendblatt Äugsburger Postzeitmrg. 6. Novemver 191'6. Vorabendblatt Seite 11 Uro. 511 Bayerische Nachrichten. all. München, 4. Nov. 43. Heute vormittag wurde in der Görresstrasze die 50jährige Zimmcr- tnannsfrau .Fuchs von einem Straßenbahnwagen überfahren,' sie erlitt einen Schädel- bruch und verstarb auf dein Platze. mc. Dillingen, 4. Nov. 13. Wie der „Tonaubote" aus Fa im in gen meldet, begab sich gestern die 11jährige Tochter des Oekonomen Heinle von Faimingen zum Besuche der Gräber ihrer Verwandten auf den Friedhof. Als sie einen Kranz an dem Grabsteinkreuz befestigen wollte, fiel plöst- lich der schon stark auf die Seite neigende Grabstein um und bedeckte das Mädchen. Mit gequetschten Beinen wurde das Mädchen von Friedhvfbe- suchern hervorgezogen und nach Hause verbracht. * Ballhausen, 2. Nov. 13. Am vergangenen Freitag begab sich die 27 Jahre alte Ocko- nomenfrau Anna Kling von Ballhausen mih ihrem Dienstmädchen auf den Dachboden ihres Hauses, Öffnete dort ein Fenster und berührte unoorsich- äigerweise einen elektrischen Lcitungsdraht, »vorauf sie die Hand von der Leitung nicht mehr wegbrachte. Als sie mit der andern Hand nachhelfen wollte, blieb sie auch mit dieser hängen und wurde durch den elektrischen Strom bewußtlos. Aus die Hilferufe des Dienstmädchens eilte der Mann der Verletzten herbei und befreite dieselbe aus ihrer gefährlichen Lage. Glücklicherweise erholte sie sich bald wieder von ihrer Bewußtlosigkeit, aber in beiden Arme»» und Händen hat sie bis jetzt noch keine Empfindung, so daß derselben vielleicht schtvere nachteilige Folgen von diesem Unfall bleiben. 8s. M i n d el alt heim, 4. Nov. 13. Bei einer der letzten Treibjagden im unteren Mindeltal ereignete sich ein amüsantes Vorkom'mnis, das die Veröffentlichung wohl verdient. Während ein Treiber im vorn Fabrikrauch durchzogenen unteren Mindeltal hinter Büschen stand und seinen Gedanken freien Laus gewährte, wurde er von einem verscheuchten Rehbock.in die Magengegend derart gestoßen, daß er rücklings zu Boden siel und mit den beiden Beinen zappelte. In dieser ungeahnten und keineswegs bewillkommten Lage hatte der durch diesen Stoß vom Traum erwachte Treiber doch noch Gelegenheit, seinen Gegner, der wohl durch das rege Treiben und die dröhnenden Büchsenschüsse aus seiner Ruhe gestört wurde, mit den beiden Beinen, die er wie eine Schere zusammenztwickre, festzuhalten. Nun entspann sich zwischen den beiden ein heißer Kampf, in welchem der Bock auch wieder Sieger blieb, da es ihm gelang, den Treiber eine Strecke fortzuschleppen. Schon wollten die Kräfte des Treibers in den Beinen nachlassen und war der Hosenboden heißgelaufen und durchlöchert, als andere Treiber kamen und ihren Kameraden aus seiner Qual befreiten und den Bock noch einige Zeit würgten, bis Ihm ein Jäger den Todesstoß versetzte. Bemerkt sei, daß dies kein Jägerlatein, sondern Wahrheit ist. * Bronnen, 4. Nov. 13. Der bei Herrn Gutsbesitzer Schmid dahier in Dienst stehende Dienstknecht Xaver Klöck von Rieden äußerte am Sonntagabend AU den übrigen Dienstboten, daß er sich „etwas antue". Nach dieser Aeußerung, der man keinerlei Glauben beimaß, entfernte er sich. Als Klöck nach längerer Zeit nicht mehr zurückkehrte, schickte Herr Schmid mehrere Dienstboten aus die Suche. Klöck wurde dann auch im Garten unter einem Baume liegend, mit einen» Seegrasstrick um den Hals wie leblos aufgefunden. Der schnellstens herbeigerufene Arzt, Herr Dr. Schnatterer von Waal stellte Wieder- delebungsversuche an, die erst nach längerer Zeit von Erfolg waren. Klöck wurde sodann ins Krankenhaus nach Waal geschafft. (B. A.) * Maierhöfen, 4. Nov. 13. Vor kurzem wurde der Seiler'Greiter in Anderhalbs bewußtlos in seinem Bette aufgefunden. Greiter, der 66 Jahre alt ist, hat sich selbst mit einer A x t a u s d e n K o p s aesch lagen. Sein Zustand ist sehr bedenklich. Greiter hat die Tat offenbar im Zustand geistiger Umnachtung getan. * Nördlingen, 3. Nov. 13. In der vergangenen Stacks wurden dem Gastwirt Friedrich Bretzger zu den „Drei Lilien" dahier aus dem Schlafzimmer seiner Wohnung 520 Mark aus einer offenen Geldkassette gestohlen. Unter dem entwendeten Geld war ein Vundertmarkscknein, drei Zehnmarkscheine, etwa 130 Mark in Gold, der übrige Betrag bestand aus Silbermünzen. * Friedberg, 1. Nov. 13. Einem hiesigen Restaurateur wurden am Donnerstag aus dem nicht versperrten Schlafzimmer im zweiten Stock eine Geldkassette mit 1600 Papiergeld entwendet. Die hiesige Gendarmerie nahm sich böx reits der Sache an und fahndet eifrig nach dem bis setzt noch unbekannten Diebe. Die leere Kassette soll in einem abgelegenen Stadtteile Augsburgs gesunden worden sein. * Rinnenthnl, 4. Nov, 13. Gestern nachts 10 Uhr hat die Gendarmerie von Eurasburg in der Gastwirtschaft des Benedikt Habersetzer einen g e - fährlichen Einbrecher, den sog. „Butter- mannsepp" von Ottmaring verhaftet. Man fand bei ihm eine Menge Dietriche, Schlüssel, Laubsägchen usw., also eine ganze Einbrecherausrüstung vor. Ob der Verhaftete im Sinne hatte, während der genannten Nacht in Ninnenthal sein Handwerk auszuüben, bleibt dahingestellt. Jedenfalls darf man froh sein. daß nun der gefährliche Bursche hinter Schloß und Riegel sitzt. (Fr. Gemeindebl.) " Nederzhausen. 2. Nov. 13. In der Nacht vom 31. Oktober auf 1. November trieben abermals sich Diebe herum und zwar wurde diesmal versucht, bei dem Güster Matthias Sturm einzubrechen. Der Dieb wurde jedoch durch ein Geräusch vertrieben und kannte leider infolge herrschender Dunkelheit nicht erwischt werden. " P e i t i n g. 4. Nov. 13. Sonntag abends gegen 6 Uhr wurde aus der Staatsstraße Peitiug—Steiu- gaden. außerhalb der Ortschaft Kurzeuried, der in Obereugen, Gemeinde Lauterbach. bedieustete 39jähr. Knecht AudreasStädele von einem von Stein- aaden herkommenden Automobil überfahren und sofort getötet. Der Verunglückte war stark betrunken und lief direkt in das Fahrzeug hinein, so daß dem Chauffeur keine Schuld beizu- inessen ist. Die Leiche des Verunglückten wurde in das hiesige Leichenhäus verbracht. " Zwei brücken, 4. Nov. 13. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft beim K. Landgericht in Frankenthal wurde der Berliner Nechtsanwalt-Wilhelm Reich, der Syndikus des bayerischen Laudtags- abgeordneteu Eugen Abresch (Neustadt a. H.), unter dem Verdachte des Meineids verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis Zweibrücken eingeliefert. vermischtes. X Berlin, 5. Nov. 13. Ein Banknotenfälscher, auf dessen Ergreifung das Reichsban kdirek- toriniil 3000 M. ausgesetzt hatte, ist gestern m der Person des 40jährigcu Stubeumalers Paul Prcuß ki Tempelhof ermittelt und verhaftet worden. Das Werkzeug und das Material zur Herstellung der falschen Scheine wurden in Luftschächten und m dem Küchenrohr gesundem >< Frei bürg i. Br., 5. Nvv. 13. Der Student Wang aus Karlsruhe fiel bei einen» Spazierritt so unglücklich vom Pferde, daß er eineii Schä- delbruch erlitt und starb. x Melun, 4. Nov. 13. D-icht vor dem Bahnhöfe von Melui» stieß ein Eilzug mit einem Postzuge zusammen. Die Trümmer gerieten in Brand, mehrere Personen wurden getötet und verletzt. Die Rettungsarbeiten sind in» Gange. * Paris, 2. Nov. 13. Ein phantastischer Mordansch lag, der zum Glück vereitelt wurde, erregt hier großes Aufsehen. Zwei junge Leute wurde»» vor einigen Tagen in der Rue Gatte von einem vornehmeii Herrn angesprochen, der ihnen sagte, sie könnten viel Geld verdienen. Die jungen Leute gingen darauf ein, und der .Herr gab ihnen abends auf dem nahegelegenen Kirchhof ein Rendezvous. Er versprach ihnen 200 Franes, wem» sie seine Schwiegermutter und deren Freundin, die beide in der Rue Eouibevohe wohnte»», ermorden Cwollten. Er hatte den Plan der Wohnung mitgebracht und sagte ihnen, sie könntest stehlen, was sie »rollten. Sie sollten aber die Möbel der Wohnung nicht beschädigen. ^ Die jungen Leute gingen scheinbar auf den Vorschlag ein, benachrichtigten aber die Polizei, die nachts das Rendezvous belauschte. Man ging dein Verdächtigen nach und stellte fest, daß es sich um einen gewissen Rou- quette handelte, der Professor an» College Sta- nislas ist. Rouquette wurde verhaftet und hat bereits ein Gestüildnis abgelegt. Da kein Anfang zur Ausübung des Verbrechens gemacht wurde, kann gegen ihn nach dem französischen Gesetz gerichtlich nicht vorgegangen werden. Aus den Kommunen. st. München, 4. Nov. 1. Für die Einhüllung des schönen neuen Rich.-Wag- n er-T en kma I S, das dem Münchener Winter nicht ausgesetzt »»erden kann, werden 800 Mark genehmigt. In Neuyork findet im Dezember eine Städtebau- ansst ellung statt. Die Stadt München ist in liebenswürdiger Weise eingeladen »norden, sich hieran zu beteiligen. Es »»erden infolgedessen 100 M. genehmigt, damit Pläne, Tenischriften, Gartenstadtproje.'t usw. ausgestellt werden lönnen. Die Ausgestaltung des T ül z e r pl a tz es, die für 1014 unter bestimmten Bedingungen vorgesehen »var, kann vorläufig nicht erkvlgen, da die anliegenden Grundbesitzer die Bedingungen nicht erfüllt huben. Die W e l h na chts d u l t an» Sendlingertorplatz wird in der Zelt voip 17. mit 24. Dezember abgehalten. Einem lürzlich geäußerten Wunsche zufolge »verden nun auch in den äußeren Stadtteilen Fischtochknrse abgehalten. So in der Zeit vom 3. mit 10. November (Sonntags ausgenommen) am Hosbräu- und Salvator- keller vormittags halb 10 Uhr und nachmittags 3 Uhr. Weitere Kurse im Süden und Westen, sowie in Neuhausen und SchwÄoing werden später abgehalten. , Die Flußschiffahrt aus der Jsär wird ain 15. November für dieses Jahr geschlossen. Se. Kgl. Hoheit der P r i n z r e g e n t hat bekanntlich aus Anlast des 100jährigen Bestehens des Krankenhauses l. h. I. den Betrag von' 10000 Mark für arme Kranke gestiftet. Der Magistrat, der erst heute Kenntnis von dieser Stiftung erhielt, sprach durch Oberbürgermeister Dr. von Borscht den wärmsten Tank sür diese hochherzige Schenkung aus. Von feiten einer ganzen Anzahl ott-rbauerifckx»' Ge- birgsorte wurde eine Petition an den Landtag gerichtet mit der Bitte: Es möge beim Umbau des Starn- berger Bahnhofes Sorge getragen werden für die Herstellung einer oberirdischen, größerem Verkehr dienlichen, bequemen, gedeckten Verbindung zwischen dem Hauplbabu- ^>f und dem neuen Starnberger Bahnhof. Die Petenten sind der Ansicht, hast mit einem Trennet nichts genutzt sei. Man brauche sowohl wegen des »Verkehrs nach Scarn- berg als auch »vegen der Miiienwaldcr-Dahn direkte oberirdische Verbindung znm Holzkirchener Bahnhof. Der Umstcigcvcrkchr würde unter dem Mangel einer solchen Verbindung leiden. Der Magistrat München schließt sich der Petitim» an. Das S t ra ste n L a u d c Po t an der Schlcißheimer- straste soll, wie längst beschlossen ,verlegt werden. Der Magistrat stimmte heute dem Beschlusse des Gemeindekolle- giiims bet und dewilligte 27 5M M. mit dem Bemerken, daß hiezü altes Material benützt werden darf und eine Nachiorderung nicht ausgeschlossen ist. Die Unterführn n g der Schöttl st raste unterbleibt vorläufig, weil keine Mittel vorhanden sind und auch von feiten des Staates der Ausbau des Scndlinger Bahnhofes usw. »licht in Aussicht genommen ist. Prüfungen !! München, 4. Nvv. 13. Die Prüfungen s»1 r das Lehra m t an den human»sti s che u ü nd realistischen Mittelschulen, welche Ende Se»t- tember dahier begonnen haben, »vurtzen Ende Oktober beendet. Das Ergebnis derselben ist folgendes: Zur Prüfung aus den philokogisch-hislorilche»' Fächer» 1. Abschnitt waren 87 Kandidaten gemeldet, von denen 18 zurückgetreten smd; von den geprüften 30 Kandidaten habe» 3 mit Note 1, 33 mir Note 2und 21 mit 'Note 3 bestaube», 0 haben nicht bestanden. Zinn 2. Abschnitt in den vbilolo- gisch-histori'chen Fächern Kouiursprüsiing» bitten sich 84 gemeldet, 1 Kandidat ist zurückgetreten und l8 wurden mit der Abhandlung zurückgewiesen: bestanden haben 10 mit Note 1, 43 mit' Net? 2 und 3 mit Noie 3; 3 habe» nicht bestanden. Zur Prüfung in der französischen Sprache 1. Abschnitt hatten sich 38 .üaudidaten gemeldet, 7 sind zurückgetreten: von den geprüften 31 Hase» 53 bestanden, und zwar 4 mit Note 1, 30 mit Note 2 und 40 mit Note 3, 8 haben nicht bestanden. Der Prüfung in der englischen Sprache 1. Abschnitt unterzogen sich 30 Kandidaten, von denen 4 die Prüfung mit 'Note t, 40 mit Note 2, 21 mit Note 3 bestanden haben: 4 Kandidaten fielen durch. Zum 2. Abschnitt der Prüfung für neuere Sprachen (Konkurs- prüfung) »raren 69 Kandidat?» angemeldet, 2 sind zurückgetreten und 11 wurden mir der Abhandlung zurückgewiesen: bestanden haben 8 mir Note 1, 31 mit Note 2, 15 mit Note 3, nicht bestanden haben 2 Kandidaten. Zur Prüfung aus Mathematik und Physik 1. Abschnitt waren 51 Kandidaten angemetdct, von denen 24 zurückgetreten find; von den geprüften 27 haben 2 mir' Note 1, 12 mit Note 2, 3 mit Note 3 bestanden, 7 nicht bestanden. Znm 2. Abschnitt dieser Prüfung waren 51 Kandidaten zugelassen, 3 sind znrückgetreten und 3 »mirden mit der Abhandlung zurückgewiesen: von den geprüften 42 haben 12 mit Note 1, 22 mit Note 2, 5 mit Note 3 bestanden, 3 nicht bestanden. Zur Hauvtprüsung aus den Realien hatten sich 107 Kandidaten gemeldet, von denen 16 zurückgetreten sind: bestanden haben 3 mit Note 1, 43 mit Note 2, 38 mit Note 3, nicht bestanden 7 Kandidaten. Zur besonderen (2.) Prüfung aus den Realien waren 15 Kandidaten zugelassen, von denen 5 mit Nute 1, 9 mit Note 2 und 1 mit Note 3 bestanden haben. Die Prüfung aus den Olatnrwissenschaften legten 35 Kandidaten ab, von denen 3 mit Note l, 27 mit Note 2, 4 mit Note 3 bestanden, 1 Kandidat nickst bestand. Zur Prüfung für den llnterrickst »n der Chemie »raren 18 Kandidaten zugelassen, von denen 1 znrückgetreten ist: sämtliche geprüften Kandidaten haben die Prüfung bestanden, und zwar 1 mit der Note 1, 16 mit der Note 2. Das Ergebnis der diesjährigen Lehramtsprüfungen ist ein sehr gutes, indem von insgesamt 574 Kandidaten nur 44 die Prüfung nickst bestanden haben, das ist^L Prozent der Gesamtzahl, »rührend in den Jahren 1912*und 1911 der Prozentsatz 13,8 und 15 Prozent betragen hatt Auch hinsichtlich der mit Note 1 qualifizierten Kändidaten ist das heurige Ergebnis besser als in den vorangegangenen Jahren. Volksvere'rn. — St. Ottilien, 4. Nvv. 13. Am Martinifest, Dienstag den 11. November, nachmittags 3 Uhr, findet im Seminarsaale in S r. Ottilien eine große Vv l ks v e r ei n s-Ve rs a mm tun g statt. Zu derselben »verden die katholischen Männer, ganz besonders auch die Jungmannschast, aus der Umgdbuug freundlichst eingeladen. Als Redner sind gewonnen: die Herren Landtagsabgeordneten Bäckermeister Scharnagl-München und Arbeitcrsekretär Adlhoch-Weilheim, welche über das Thema» sprechen »verden: „W^aö haben Landwirtschaft und Mittelstand am Vvlksverein'? Ein zahlreicher Besuch wäre dringend zu wünscksen. Lokales. * Nugsburg. 5. November 1913. Oi (Augsburg- L u f t fl o t t e n st ü tzvu u k t!) Augsburg würd in Kürze eine m »litä ris che Flieqerst a t i v n. erhalten, die zunächst, abgesehen von Techmkern und einem ausgebildeten Piloten, von Mannschaften des 3. Infanterieregiments bedient werden wird und auch Zivilftiegern zur Verfügung steht. Geplant ist zunächst die Erbauung eines Flugzeug s ch uppe n s, einer anstoßenden Reparaturwerkstatt»' und in die Erde eingelassener Benzintanks. Die Reparaturwerkstätte erhält Telephonvcrbindnng. In der Nähe des Flugzengschup- Pens wird ein Signalmast errichtet »verden, sowie, vermutlich auf dem Schuppen, eine Vorrichtung für Blinkfeuer, um bei nächtlichen Flügen die Orientierung zu ermöglichen. Die Station selbst wird aus dem Großen Exerzierplätze errichtet werden. Ein Ausbau der Station und die Errickstung eines Wohngebäudes für den Jonrdicnst würd mit der Vergrößerung der militärischen Luftflotte Hand in Hand gehen. Die Errichtung des Flugstützpunktes ist aus eine Verfügung des Kriegs- ministcriums zurückzuführen, die mich in anderen bayerischen Städten die Erstellung solcher Megcrstationen anordnet. * (Katholisches Kasino.) Nächsten Donnerstag ist V ereinsah end im kleinen Saale des Bereins- hauses mit einem Referat des Herrn Gcmeindebevoll- müchtigten Joseph Maye r über Streifzüge durch den städtischen Gemeindehaushalt. Anfang 8 Uhr. 2X („Sherlok" kommt nicht.) Wie wir soeben erfahren ist der vom St a d t in a g i st r a t e erworbene Polizeihund bis zum Eintreffen der Bestellung inzwischen anderweitig und zwar um 800 M. verkauft »vor den. Die städtisch?» Kollegien haben sich scheinbar zu lange Zeit gelassen, bis sie sich zum Anlauf des Tieres entschlossen haben. Es ist fraglich, ob ein anderes, gleichwertiges Tier wieder würd auszwtreibew sein. * (Für die Fremdenlegion angeworben) war offensichtlich ein Truvv Polen. 9 Personen, der gestern mittag auf der Durchreise von Rußland nach Frankreich den Hauptbahiiho» passierte und von der hiesigen Polizei angehalten wurde, da die Leute den Zweck ihre agfeise nickt anzugeben bermochteu. Offenbar aus Wunsch des Münchner russischen Konsulates dursten die Polen ihre Reise nicht fortsetzen, sondern wurden nach München weiterbefördcrtz trotz Einspruchs der mitreisende,, Agenten. Kürzlich panierte eine ähnliche.Reisegesellschaft"' den Äugsburger Hauptbahnhof, um dann in Ulm festgehalten zu »verden. * (Warnungvor einen» B a n lr s ch w i w d l e r.) Ain 3. November ds. Is, vorm. 11 Uhr versuchte ein Unbekannter bei der Bayerischen Diskontobank dahier »nittels gefälschter, auf eine hiesige, eine Mannheimer- rc. Firma lautende Wechsel den Betrag von 30 000 -K sich zu erschwindeln. Der Betrug mißlang, weil seitens der Bank die Wechsel als Falsifikate sofort erkannt wurden. Der Schwindler verfuhr Hiebes folgendermaßen: Durch ein Inserat suchte er einen Einkassierer. Diesen benützte er im ersten Augenblick, angeblich um ihn aus seine Veriässigkeit und Treue prüfen zu können, dazu» ihn zur Diskontobank zur Einholung des genannten Betrages zu schicken. Dem Betrüger gelang es, zu entkommen. Er wird beschrieben: ca. 35—40 Jahre alt, mittelgroß, mittlere Gestalt, volles Gesicht, englisch geschnittenen Schnurrbart, trug schwarzen Ueberzieher, Zylinder, Augengläser — ob Brille oder Zwicker, ist nicht bekannt. Um sachdienliche Mitteilungen zur Kriminalschntzwache wird gebeten. Verkehr. '! München, 4. Nov. 13. Am 26. und 27. November findet in Neapel die Europäische Fahr- Plan-Konferenz zur Feststellung des Svminer-Fahr- plans 1914 start. Die Bayerische Staatsbahnverwattnug würd hiebe» durch mehrere Herreu des Verkehrsmiinsteriums und des Verkehrsamtes vertreten sei». Dle bayeris chen M o t o r p o st l i n»e n. cb. Nach dem soeben ausgegebenen Rechnungsabschluß über die baycrisckzen Motorpostliine»! im Jahre 1912 betrug die Gesamteinnahme dieser Linien 1,884,551.59 M., die HKsamtausgabe 1,632,778.94 M., so daß sich eine Mehreinnahme von 251,772.35 M. ergab. Die Mehreinnahme beträgt 5,4 Proz. des bis zum Schlüsse des Jahres 1912 verausgabten Anlagekapitals zu 4,351,911 M. Im Jahre 1912 »wurden (2 ständige Linien als Sommerlinie neu errichtet, so daß am Schluß» des Jahres 35 ständige und 20 Sommerliniei» vorhanden waren mit einer Kcsamtbetriebslänge von 007 Kilvmeter. Befördert wurden aus den ständigen Linien 2,075,756 Personen und 23,449 Tonnen Güter aus den Sommerlichen 407,020 Personen. Die Zahl der Fahrzeuge ist auf 307 gestiegen. Der Betriebsstoffverbrauch an Benzin, Gummi, Ocl usw. erforderte die Summe von 503,558.53 Mark, gegen 383,985.33 M. im Vorjahre und ist von 14.4 Pf. auf 14 Pf. für das Kilometer gefallen. Die Gesamtausgaben sind von 46.3 Ps. aus 45.4 Pf. für das Kilometer gesunken, »ras insbesondere auf die iuteusioerc Ausnutzung des FaHrmaterials zurückgusühren ist. In den Jabren 1908 bis 1912 wurde eiue Gcsamt- erübrignng von 2,212,383 M. — 47.3 Proz. des Anlagekapitals' erzielt. Zivlsck)«?»! Ansbach und Winds dach wurde am 1. November ds. Is. eine M o t o rPo stl»ni e in Betrieb genommen. Es werden täglich 3 Fahrtenpaare ausgeführt. .Haltestellen: Ansbach (Postamt). Eyb, Volkersdorf, Lichtenan (Mf.), Jmmelsvorf, Windsbach. Handel und Verkehr. * Emaillier- und Tiauztuerkc vorm. Gebrüder Ullrich, Maikammer (Nheinvfalz). Einem Auszuge aus dem Rkcheusckaftsberickt für das Geschäftsjahr 19l243 entnehmen wir, daß sich der Versand der Fabrikare auf derselben Höhe gehalten habe wie im Vorjahre. Nach Abschreibungen in Höhe von 86,166 M. verbleibt einschließlich Vortrag aus dem Vorjahre ein Neberschuß von 159.409 M.; die Dividende wird wieder mit 6"/o vorgeschlagen, während sich der Vortrag aus 31,587 M. ermäßigt. Das Warenkouto ist in der Bilanz mit 1.526,917 M. ausgewiesen; gegenüber 577,095 M. Debitoren haben Kreditoren 604.817 M zu fordern. Bezüglich der Aussichten für das laufende Jahr bemerkt der Bericht, daß die Beschäftigung zurzeit zufriedenstellend »ei. Oll. Errichtung neuer Ortstelephounetze. Am 1. November wurden in Ensd ors (Obps.), Höh en- fels und Schwarzenfeld staatliche Ortstelevhon- uetze dem Betriebe übergeben. Das Ortstelephoiinetz Ensdorf (Obpf.) wurde durch die Leitung Amberg (Obpf.)-Ensdors—Schmidmüblen in das allgemeine Telephonnetz einbezogen und dem Bezirksrelephonnetz zugeteilt. Die staatlichen öffentlichen TelephonsteUcn Ensdorf (Obpf.). Rieden (Obpst), Vilshoien (Obpf.) und Wolssbach sind an das Ortstelephannetz Ensdorf (Obpf.) nngeschloffcn rvorden und gehören zu dessen Ortsbereich. Hinsichtlich der Gebührenberechnung im Fernverkehr gehört Bilshofen (Obpf.), das auch zum Ortsbereich des Ortstelephonnetzcs Sckmidmühlen gehört, zum Orts- lelephonnetze Schmidmühlen- — Das Ortstelephonnetz Hohen scls wurde durch die Leitung Kallmünz-Hohen- fels-Parsberg in das allgemeine Telephonnetz einbezogen und dem Bezirksnetz Regensburg zugeteilt. Die staatliche öffentliche Telephonstelle Hohensels. sowie die gemeindlichen öffentlichen Tclephonstellen Großbißendorf und Raitenbuch sind an das Ortstelephonnetz Hohensels angeschlossen worden und gehören zu dessen Ortsbereich.— Das Ortstelephonnetz Schwarze nfeld wurde durch die Leitung Schwarzenreld-Schwandors in das allgemeine Telephonnetz einbezogen und dem Bezirkstelephonnetz Regensburg zugeteilt. Die staatliche öffentliche Tcle- phonstelle Schwarzenfeld 1. sowie die gemeindliche öffentlich» Telephonsrelle Sckmidgaden, sind an das Ortstelephonnetz Sckwarzcnfeld angeschlossen worden und gehören zu dessen Ortsbereich. el» Die Bayerische Handelsbank teilt mit: Soweit sich das Ergebnis des laufenden Geschäftsjahres jetzt schon überblicken läßt, hoffen wir; sür das Jahr 1913 di» gleiche Dividende wie in den letzten 18 Jahren, d. i, 8,05'/«, in Vorschlag bringen zu können. ' Terrain-A.-G. Neu-Westend. Die abgehalten« Generalversammlung über das 13. Geschäftsjahr, in der 464 Aktien mit 4064 Stimmen vertreten waren, stimmt« sämtlichen Anträgen der Verwaltung nach längeren Aus« einandersetzungen über die verspätete Abhaltung der Versammlung und über die Unklarheiten in der Bilanz einstimmig zu. Die Aussichten für das laufende Jahr wurden als etwas günstiger bezeichnet. Die ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates wurden ohne Wider« spruch wiedergewählt. * Liverpool, 30. Okt. 13. (Banmwoll Marktbericht.) Nach zahlreichen Schwankungen weist unser Markt einen geringen Abschlag auf. Der Süden offeriert« fortgesetzt freimütig, und in Abwesenheit jeglicher Jndu- strienachfrage wurden die Hedgesverkäufe schwer absorbiert. Während Preise auf die ungünstigen Witternngs-- verhältnisse hin schnell anzogen, setzte der Süden semö Angebote bei jedem Aufschlage fort, und das Resultat! dieses Umstandes bildete ein Mschlag beinahe auf das niedrigste Preisniveau dieser Woche. Das hauptsächliche Merkmal der Woche bildeten verschiedene Ernteschätzungen, von denen die Mehrzahl sich in der Mhe von Ilttü Millionen Ballen bewegten. Von diesen Schätzungen verdient diejenige der Herren Neill. Bros angesichts der» korrekten Schätzung des Vorjahres besondere Beachtung, und diese Firma schätzt den Ertrag änf 13 800000 Balle»« mit einem Konsume von 14V« Millionen'Ballen. Da voH der Veröffentlichung der Schätzung bereits Gerüchte inr Uinlause waren, die beträchtliche Käufe init sich brachten, hatte die definitive Veröffentlichung wenig Einfluß aus die Preise, und die Verkäufe seitens des Südens hielten,' einen größeren Aufschlag in Schach. Die SäKtzung der» Herren Neill Bros. entspricht den allgemeinen Annahmen! betreffs des Ernteertrages, betreffs der Schätzung des vermutlichen Konsums besteht jedoch starke Zurückhaltung, und angesichts der gegenwärtigen Untätigkeit der Industrie und der Schwierigkeit, neue Kontrakte zu buchen, und bei der Wahrscheinlichkeit beträchtlicher Betriebsein- schränkungcn, sowohl in Lancashire wie auch auf deml Kontineut, betrachten die mit Jndustrieverhältuissei» wohl vertrauten Leute die Schätzung um 300000 bis 400 0 Ballen zu hoch. — Aegypter: Preise erlitten in deo letzten Woche einen Abschlag von 14 bis 17 Punkte»»^ Die Erntebewegung geht sehr schnell vor sich und die. Empfänge sind dEzufolge groß,, die Jndustrienachfrage war jedoch gut. Die Farmer sind mit den angebotene»« Preisen zufrieden und verkaufen ihre Ernte schnell, mit dem Resultate, daß jetzt in Alexandria eine gute BersorgunÄ aller Grade vorhanden ist. Die Meinungen hinsichtlich der Größe der Ernte sind immer Noch sehr verschieden« Der Handel i»^ ägyptischen Garnen verbleibt gut unt>i es verlautet, daß einige Oldham Spinnereien angefangen» haben, ägyptische Baumwolle anstatt amerikanischer zu verspinnen. * Livervool» 4. Nov. Baumwolle. Amerikanische middling Lieferungen: per Nov. 7.28. per Nov.-Dez. 7.17, vecDez.-Jan. 7.14. per Jan.-Febr. 7.14, perFebr.-März 7.13 ver März-April 7.13. per April-Mai 7.13, per Mai-Jnni 7.13, per Juni-Juli 7.11, per Jnli-Aug. 7.08, ver Aug.« Sept. 6.90, per Sevt.-Okr. 6,63. Umsatz: 12000 Ballen. Aus der Metallindustrie * London» 4. Nov. Metalle. Kupfer per Kassa 71,50. Kupfer per drei Monate 70,25, Zinn per Kassa 182,62. Zinn per drei Monate 183,62, Blei spanisch 20,62. englisch 2l—. Zink gewöhnliche Marks 20,37, spezielle Marke 21.75. Drodutten. <ü» Nürnberger Hopfenbericht voin 4. November. Jin Verkaufsgeschäfte ain Markte machte sich infolge der großen Zurückhaltnng der Brauerwelt noch immer eine gewisse Trägheit fühlbar. Der Geschäftsgang bleibt dabei ein langsame»' urid wem» auch in Anbetracht der mäßigen Lagerbcstände und kleinen Zufuhren die Umsätze ausreichend sind, so ist doch auf der ganzen Linie nirgends von einer Preisbesserung etwas zu spüren. Zweitägige Zufuhren 800 Ballen, darunter 100 vom Lande, zweitägiger Umsatz 790 Ballcrr. Stimmung ruhig. Preise unverändert. Berlin. 4. Nov. Produktenbörse. Weizen per Dez. 487.—. per Mai 195.25, ver Juli —.—. Roggen per Dez. 156.50, per Mai 162.50. per Juli —. Haber per Dez. 157.75, per Mai 161.75. Mais per Dez. —. per Mai —.—. Rüböl per Nov. —. ver Dez. 63.4(h per Mai —. * Hamburg, 4. Nov. Kasfee. Zufuhren in Mo 25000 Ballen, in Santos 69000 Ballen. Dez. 65.25, März 50 75, Mai 57.—, Juli 57.25. * Haulburg, 4. Nov. Zucker. Dez. 9.57. März 9.77, Mai 9.92, Juli 9.95. Die Wetterlage. Stuttgarter Wetterprognose. Wir stehen nunmehr vollständig unter der Herrschaft eines flachen, von Westen hereingedrungenen Tiefdrucks, Auch für Douncrstag uud Freitag ist noch meist beuwIkteS/ zeitweise reguerisches uud kühleres Wetter zu erivarteu. Münchener Wetterbericht vom 4. November 1813. Die seit mehreren Tagen zwischen »Island und Schott- land gelegene Depression ist nach Skandlnavlei» und der Ostsee vorgedrungen und hat das kontinentale Barometer- maximum, dein das heitere tzcrbstwcttcr der vergangenen Woche zu verdanken war, fast vollständig aufgezehrt. Auf der Rückseite der Depression sind leichte Niederschlüge erfolgt. Die »veitere Witterungsgestaltung wird sehr bald durch ein nenes, vor Island erschienenes Tiefdruckgebiet bestimmt »verden. Voraussichtlich: Pfalz und Nordloest- bahern weiterhin unbeständig, Ost- und Südbayern vorübergehende Besserung. Zozilüe Konferenz in Lamlierg. Montag den 10. Nov. nackm. 3 '.Ihr. vr. Sebastian, Regensburg : „(Organisation der Dienstboten". Wenn ich die Kochvorschriften auf dem Paket genau beachte, schmeckt mir Kathreiners Malzkaffee ganz vorzüglich. Machen Sie einen Versuch! 2SI5lv Seite 12 Borabendbkatt rutgsburger Postzeittmg. 6. November 191S. Borabendblatt Nro. 511 ist cies I»eclers beste Nahrung, schönste Meinung. » L ri kst Wegen Einberufung niein-S Kutschers in behördliche Dienste suche znm sofortigen Eintritt einen tüchtigen, ehrlichen, steinigen, ganz nüchternen Mann, gedienten Militär, welcher sich willig jeder vorkommenden Arbeit unterzieht und kräftig gebaut ist. Nur solche Bewerber wollen umgehend Offerte einreichen, welche auf dauernden Posten reflektieren und in der Behandlung von Rassepferden gut bewandert sind. Wochenlvhn Mk. 14.- bei sreier Kost und Wohnung, ll. 274 M Faver sehellhsrn Eisen- und Kohlenhandlung, Kempten i. Alg. in nüelt8ler Xnlio des nltolun. Doiuo«. MIM Lusseküiili von vürriiglicliein bi-slineiii, so«ie dellem 8lofs. i'Nts Küllbs, pikant« llrdbstüoks, ausrvablreialis ktlittag- und ^bsnil-Spoisakarto. OutkinZoriontsts llreuidon-, Oiuoc- und Spoissriminsr. 1'. 2452/0 Svböus Ksrlsudslls. — lurniersasl. — Lsvaratrimmer. Ülvktrisobs Seleuclttullg. kreundllods Lsdisnung. v„m Labnbok wit dor Ltrasssnbabn dirskd srreiobbar. ------- Pslepkou-kul Ikr. 124 . ------ Das hierüber: Die Erazer Pfingsischandtaten 1913. Borarlberger Volksblatt" schreibt dieser Broschüre werden aktenmäßig all die Schändlichkeiten ausgezählt, die vom 11, bis 18. Juni 1913 anläßlich oer Jubelfeier der katholischen Studentenverbindung „Carolina"von einem, akademischen und »»akademischen Mob gegen die katholische Studentenschaft verübt wurden. Der Eindruck ist überwältigend, so daß der Leser am Schlüsse beschämt dasteht, «in Deutscher zu sein und iin Lichte dsS 20. Jahrhunderts zu wandeln. Die ganze Niedertracht verkommener und verrohter Korpsstudenten, die Parteilichkeit eines liberalen Magistrates, die Saumseligkeit der Stadtpolizei und endlich im Hintergrund die schreiendste Resorm- bedürftigkeit unserer Universitäten, all das ist in Flammenschrkft dem Büchlein anvertraut. Es sei allen Gebildeten aufs wärmste empfohlen!" Zu beziehen durch das katholische AktionS- Kemitee tu Graz, Schönaugage Nr. 64 . 1 Exemplar 20 ü, 10 Exemplare L 170, 50 Exemplare L 7 50 (einschließlich Porto). Für Massenverbreitung bestens geeignet. I'. 1000:3 die eine c,i. txtt gm groß. mit 6 m laugen« gemalte» Hiuter- griind, einer Menge von Figuren und Gebäuden, darstellbar Weihnachten, hl. 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Oktober 1913. 0 ^ Xi-bst oini-rsn Lusärron, ll. 2743jl > t> I'roik >1K. 0.25, «nit llnrto K1K. 0,30. ^ 8 c:a^ou leiasondnng: V. 51k. 0,30 inIZi'iekmarksn orkolgt der W M Vei'^Lnä diiroli «11s OesekL^tsstolle äsr > « „DeSerrilLMbcke Voikneilimg", ÄreMS. - vZgllerK Lukki-eisn si-sien kilinsilen-klspSLiiäkvn. 8onn» u> k-eisi-iso 2 Vok'stsIIiLnnvn, 5 3310 Teuittiier Ikeater Dncken, 8et>Wii!!!sIki'iiss?sgs ilM 8 t 8 tie!(k?e! K. Xskslein, 1 NUNMSKl» iÄ öaMztk.tlr.lM lelopk. 11S64. Lingan^ ^vsigstrssse Snüno vssuls U«M plu»isl«. vnvn« I»l< llimmvl, kluvlitls, 0«8ll1«, Velvm U. 8tv1» in allen kirollliollou kardsu und in allen ki eiolaxov Llrcdelltspploks, Sxltren und Lirobsnvüsehs. ^u»v>»st,I«en«Iung«n kin unri t? 5 26SS/V Empfehle selbstgekelterte und direkt ouS katholischen Missionen importierte Mestwkine, msbeiondere meinen anerkannt vorzüglichen 5. 2659/20 Äiiseilt ä»ux Mul'-kerle hochw. Hrn. Bilchoss v. Chio-SoutvZ ist der Meßwein (idluevat, sso. dem« donx und doux Natur Perle) d. einzige Wrin d. Insel Samos, der mit Sicherheit zum hl. Meßopfer cinpfoblcn werden kaun. «V — — versid. Meßweiniief.. München, Landsbergernraße 7. W A'«»» Großes Lager in Tisch-, Medizinal- und Dessert- Weine», Schaumweinen und Spiritusse«. aber nicht durch sogen. Lrnnkfnchts-Heilinittel, n»i« fie in schrvindelhafter weise angepriesen n»erben, sondern durch Angewöhnung an «ine abstinente Lebensweise. Nebev Mittel nnd Wege dazu gibt kostenlos und dtskret Auskunft -er I». 1000/8 e. Verband gegen den Alksholisnrus für das katholische Deutschland. A-resse: Geistl. Dr Vektor I. Saw, Leuterdorf a. Ah. Ja - üsiiM-Ssioii llei' üenreit. Lk-n Aaabrtei« Oaiusir smpkisbit slab in und ausssr dein ttauss in allen II6I2/6* liSil', kjkNl-, !i8^II8l!Wl8- Ullll lküllki'llkl! WRIMU naoll den neuesten klodslleu 5 rüu Kertrulle lcielilenstern Ain pksnnennti«! 13 psrt. ebsmal. Lebülsrin von Lm. 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NSSiKSWSiASSSÄiSKlSSSiSÄ s, 2278jo Le!«lvi». auch chronischr, resp veraltete Fälle, behandelt seit SO Jahren gewissenhaft mit nachweisbaren Erfolge» . 8lr>rir,1vl8 vormaliger Apothekeubesitzer, München, Npmphenburger- straße36.2. Stock. Briesl. u. t'ägl. zu sprechen 9—3 Uhr. S.856äj0 kvr-rvven nach. eigellcn Äxxti'dn in palolllslo ücjVplepempIiM Leb. OLter-rlscler' c«kf)tlcssiciuer . d1ürick,en.6eordenrtr.l 13 ttsbe )o/tzf/Dche /, 7l3MdSk1N!M!^ 7 ' i-ielon ölyll,/oD pkicnhsitigesi ksqW' sdÄllicjst:Prel^L Dh tiöcs'/lr /Xnehbenriänseo, 5. 3566c4 In einen Pfarrhof wird eine tüchtige Person als oesucht. Gest. Osserien unter 2747 an die Expedition. ÜSIMNiM !z»t kaufen aesucht.I Offerten unter"!?. 2742 an die Expeü. d. Bl. 2 KAM LMgSl dieSjähr.Frühbrut.sedorv., schnell mästend: I0Hiü,i>e35M., lORtesen- gänse 40 M., 12 Enten 22 M. unter Garantie lebender Zlnkunit. 4, kilailsl, Sk-e»Isu lI/S8» 4. S858>0 Direttion: Eavl HäuSler. Tclephon-Rni Nr. 280. Donnerstag, den 6. Nov. 1013 24, Älbonn.-Vorstellung Serie 11 Nomanliiche Oper in 4 Akten. Text von Fr. Kind Musik von E. Vc. v. Weber. Freitag, den 7. Aov. 1913 22. Abonn.-Vorstellung Serie II »Der fliegende Holländer." Oper in 3 Akten v. 8k. Wagner. Samstag, den 8. Nov. 1913 23. Abonn.-Vorstellung Serie II — „Ke'osvtsiitlukr."— Schwank in 4 Akten v. Blumen- thal und Kadelburg. Sonntag, den 9. Nov. 1913: 3. Nachmittags-Vorstellung Außer Abonnement. «V Kleine Operupreise. Anfang 2'/, Uhr. Auf vielseitigen Wunsch: - ,,TsnnkÄus«i' — und äsr Sängerlllisg ank VartburhJ Große romantische Oper in 3 Auszügen von Richard Wagner, Idtzäorlnlol. Aoikta« üen 10 . Ziovembsr 1913 nde»«!« 8 UHrir in» 8 elr»« 88 kr»d«i» 8 n»tv Attvirkauds: HokopsrvsäQgsr Volk, Kgl. Lawwsrsängsr, LIktuvllsv; das Lollnsrivorslusorcdostsr lllünollsn; lllLuvsr- und ll'rausnollor der L.UAsburgsr I-isdsttaksl. Programm: Sesidovsn, V. L^mpllovis; llisrt, Dass»; llegsr, LküserLlarl indsrdollanuisnaelltzliisrt.OsrXIÜ.I'sLlm. LlnirMeXarion ru 3.70, 2.65, ^ 2.10, 1.60, 1.05, Lvllülsr: ^ 1.05 und 0L5 bei Osrl Osdrstll, Lvua- strasss, und au der ä.llsvdkasss. 40.6>3* Ow8868 I^AZer' pelrxvAren - MÄNukaktur vsuu viollt aur I-axer, küuvsu sokort gssalluit- teu vsrdeu. MM AlNALiLrr«r«ss HZ ZzZ. D- 4' ein kieirmsteriul, velckes lbnsn 8LGZNTG durch Rauch, Ruk und üblsn Osruch dsrritst, bei Ihrem Ikohlsnkündlsr ausdrücklich l-ÄSsen Sie sich nicht mindcnvsrtlgs Marken als 70611/? gleichwertig aufdrängen. Nadelstmnnchotz-Verkanf. Am Mittwoch, de» 19. November ds. Js., vormittags 19 Uhr, kommen hier aus den herrschaftlichen Waldungen M KM skaU sllcr Ziiirkkklchkli im schriftlichen Submissionswege zum Verkauf. Losvcrzeichnisse und Verkaufsstedingmrgen stehen zur Verfügung. Schlofl-Zeil, den 22. Oktober 1913. Fürst!. DomMrealLSanzle!. 4. 3023j2_Weiger. Herbst- und Frühjahrskur I lblutreiliigsnd), schützt vor Magen- u. Vcrdauungsbcschwer- den, Stnhlverftopfung, Häinorrhviden. I» allen Avoibeken. in Augsburg: Stern-, Kreuz-, Georgs-, Marien-, Jakobs-, St. Asra-Avothekc. 5. 2373,6 s!our 8 bkiiedt vv» (itzOpg 6 y 6 tr, 63 Nl(g 68 etlL!i in ^nxbilnrss, W»! 5 . Mvinim IS 13 " (Wo nicht ausdrücklich p angegeben ist, sind 8-Kürst notiett.) 4°/. Fttft. Dliv.-Kred.-B. 1922 95.60 80, Dresdener Bank 146.— 6 Brauerei Loren» Std'tter 110.—ll De Beets ll Staalspapiere. /, Bah. Staatsani. 1920er /,*Va , , /, Bapei. Grundr. (gr. St.) /,»/« Deutsche ReichSanl. /°°/o Ocsrerr. Sllberrenle /„ . Goldrente /o Ungar. Goldrente /, » Kronenrenre v. I91U ioPortug. StaatS-Anleidelll /-0/o . » /, Rumän. tziente von 1890 /»Rnss.Slaats-Nte. v. 190- .. -Anl.v.1S05 /. Serb. ainon. Rente /, Türk. Bagdadbh.-Odl.U ^ Jrrnere Niexlkaner 7o Silber- » /o Argem. Anl. äuß.i.Gold /,0/o . . , . » ks ^ . v. 97 , . /,°/>> Ehinefen Anl. ,°/o Japaner Aitl. 99- 33. k» /470 96 SOll 34 30 76.—b. 83.80 88 30 82 75b. 80.80 61.49 98 20 92.20 8940 SS.60 78.80 77.30 7!Söb. 99.75b. 4°/, Frist. Hhp.-Kred.-B. 1922 ' 95.50 4°/, deögl. . unv.b.wlb 94.— 4"/» desgl. . „ „1917 94.50 4°/„ desgl. . a. vrrlosb- 93.50 3>/,»lo desgl- . 85 50 4'/,"/» Eiscnd.-Bank-Obl. 99.50 -ll/o Eisenbohn-Bank-Obl. 93 50 4°/z „ Renten-Bank-Obl 93 SO 4°/o Augsbrrger StadtariH 95 SOll 3-st°/, , . ' . SS SOll 8. landiv. Ma:chi. 93 -ll d. Anqsb. MaW. 91.— _ „ ä I02°/orück; . 99.50 d. Ülledinger Mäsch! 92. —ll d. Gef. s. Gasind. 87.SO d. Verein. Gasw. —.— d. Augsb.Lokalbahix 81.50? 81.25b. 8S80 ^ ^ . SS.SOb. sarrdbriefe u- Höligationeu. B.H.-u.W.-B. lOJ.unvcrl. 97.70 Bah.Hhp.-u.Wechielbk.verl. 97 50 ffo M - » » „ 86.80 . , 10J uilvcrl. 85.90 Bah. BodenkreSir-Anstalr SO. '/° desgl. Bah. vandelSb. 10 I. unp deSgl verlosb °/o desgl. 10 I. unverl. ffo desgl. verlpsb. Bahr. Landw. Kom^Obl. °/o deSgl. Psdbs. Bah. Vercinsb. 10 I. uuv. desgl. verloSb. desgl. . , Pfalz.vhp.'B.Pfd.lOJ.unv. , desgl. verloöb. , Psälz. HyP^B-Komm.-Obl. ,°/, desgl. , Südd.BvdenkredU 1922er deSgl. verlb. 80. 37.70 97.50 85.70 85.70 97.40 86 - 97.70 97.50 86.25 97.50 96.60 97.80 84.80 97.70 35.90 4>/-°/°O. 4°/, . 4V. 4°/« 4'/. 4°/° 4°/° 4«/° 4°/« 4°/° 4°/, 4°/« 4'/,°/- 8'/, Dresdener Bank 146.— 7 Nationalb. s. Deulschl. 11620b. 6,95 Deutsche Reichsbank 433.— 0 Oesterr. Kredit-Ansr. 187 V» 37'/,Münchener Rückvrrf.-Gei. 2825.— Indukrie-Aktie». Liste Dw. a) hier notiert «a »/- ll'/> Augsd. Kamingarmv. - 0 Nähfadeni. vor,». Schurer —.— 9 Bauiniv-Feinsp. —-— 5 Baumw-Spinn. Ssnkelb. .70.— d. Umon, Ziindblzf nbr.Augsk p. u. Web Augsb. —. 88 -- 90 50? . d. Kronen. . d.Haunst.Sp_ . d. AuaSb. Kattuns: - , d. A.-Lv. Senkelbach 37 — ll . d. L-c!i-EIcktr..W. 97.25? HeKerr. Prioritäten. 4°/, Elisabe.h steuerfrei 390 4°/„ Rudolfk.(Salzkaminerg.: 88.30 ll 3°/, Öestcrr.Staalsb. 1-VI1I 74 50 4°/» „ „ 89 70b. 4°/, Ungar. Lokalb. 11 86 50 Hisenöahn-Aktien. - Lombarden 21.88 7 Oesterr. Staatsbahn 150'/,b. 6 Baltimore v.-Sv.Stadtbach 9 Baunuvoll-SV.Kolbcrmoo: 0 Spinnerei Wertach 25 iiw.u.Mhsadens.Gögging. 0 Zwirn. u. Mhfad.-For.Agb. 14.58 M.Bw.-Sv.Web.Agsb. 230. 10 Mch. Bw.»Sp. Bamdcrg 11'/. . . . Bayceuth 4ff', „ , . Kaufoeuren 10 . „ „ Kempten S»/t Hannsterter Sp.'U.Wed. 0 Kunstiaühle Bobingen 17'/, Weberei Fischen 16 Mcch. Web. am MMbach 10'/, WebereiLöschlingSweller 8 Buntweberei äkiedmger 4 Neue Augsb. Kattunsabi. 142.- eb. 163.—eb. 155.-? 65.— 288.— 273. -ll 140—ll 69.—cd, 117—ll 8 A.-G. s. Bleich..F.u.A.Pnnz 0 Seilerwarensabr. Füssen 0 desgl. PriorirätS-Akt. -20 Masch.-Fabr.AugS.-Nb S Mcrsch.-Fabr.Rieoingei 13 Ldw.Masch.EvpleLBuxb. 0 Joh. Haag Masch. n. R 17'/, Zahnräderf. v.J.Renk 7 Ziegelei Augsburg — 10 Union,Zünüh.-Wichsc-Fb. 173.-eb. 5 Papierfabrik Segge 90.—? 8 LerSnacher Paprersabn! 7 Gest s. GaSind. Augsb. 6 Markt- und Kühlhallen 9 Vereinigte Gaswerke 9 Boglherrbrauerei 7 Kronenbräu Augsbg. 7'/, Äitienbrauerei z. Hasen 4 Mienbr. z. 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