Nro. iZr. Dienstag, den 29. Juli 1828. AugsburgerOrdinari Postzeitung, Von Staats, gelehrten, historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten. ^höchsten Redakteur: Friedrich Loe. Gedruckt und verlegt von Joseph Anton Moy. München, den 27. Jlin. Sc. Hoheit der Herzog Mar werden zn Ende Augusts von Ihrer Reise nach Frankreich und England zurück erwartet, und im September wird sodann, dem Vernehmen nach, die Vermahlung mit der Prinzessin Louise k. Hoheit Statt finden.— Wer innländischen Wein nach München auf die Dult führt, und sich als Produzenten desselben gehörig ausweisen kann, darf denselben «nrer dem Reife bis zu 1/8 Eimer verkaufen. Der Minuto-Verschleiß wird ihm aber nicht gestattet. Den 17. Jul. hatte die 97ste öffentliche Sitzung der Kammer der Abgeordneten Statt. Von Seite der Regierung waren zugegen: Der königh. Staatsrath v. Knopp, die kdnigl. Ministerialrathe v. Thoma, v. Mayr, v. Knorr und Greiuei>-., Tagesordnung. I. Bekanntmachung der Eingaben. (Dem Abgeordneten v. Stachelhausen wuHe ^ein Lragiger Urlaub bewilligt.) II. Schlich der Debatte über die RechcnschaftS - Berichte rc. Es sprachen heute noch 5 Abgeordnete vom Platz aus. Hierauf nahmen noch der Referent von Dangel und der Korreferent von Utzschneidcr das Wort und die anwesenden königl. Kommissare theilten in den einschlägigen resp. RcäztiungS-Gegenständen und in Bezug auf die hierüber Statt gefundene Debatte mehrfache Aufschlüsse und Bemerkungen mit; worauf das Präsidium die Diskugion für geschlossen erklärte, und die Vorlegung der Abstimmungsfragen für die nächste öffentliche Sitzung anküudcte. III. Vertrag des 2 ten Ausschusses über die Verwendung der Staats - Einnahmen im Jahr 1825/26. IV. Vertrag des Heu Ausschusses über den Antrag des Abgeordneten v. Hagen, die Bayreuther Kontributions- «W)uld betr. V. Vertrag des 4ten Aus- schusses über den Antrag des Abgeordn. (und 2 ten Sc^tärs) v. Reindl die Passauer Staats- Schuld betreffend. Vl. Verlesung des Protokolls der Izsten öffentlichen Sitzung. Den 21 . Jul. hatte die 98 stc dffcntl. Sitzung der Kammer der Abgeordn. Start. Von Seite der Regierung waren zugegen: Der königl. L-taatsrath v. Knopp, die königl. Ministerialräthe v. Thoma, v. Knorr und Grciner. Tagesordnung. I. Bekanntmachung der Eingaben. II. Vorlegung der Fragen zur Abstimmung über die Verwendung der Staats - Einnahmen in den Jahren 1825/24 und 1824/25, dann während der isten Finanzperiode überhaupt. III. Vortrug des 2 ten Ausschusses über den Beschluß der Kammer der Reichsräthe, den Entwurf des Gewerbsteuer- Gcfctzes bctressend. Die Berathung und Schlußfassnng hierüber wurde nach dem Antrag des Freph. von Closcn, welchem sich zahlreich angeschlossen wurde, als mit dem Erwcrbsteucr-Gesetz-Entwurf konner, bis zu dem Zeitpunkt suspendirt, wo auch über dieses Gesetz die Beschlüsse der Kammer der Reichsräthe an jene der Abgeordneten gelangen werden. IV. Vortrag des 2 ten Ausschusses hinsichtlich des weiteren Schreibens der Kammer der Reichsräthe über den Malz - Aufschlaggesetz - Entwurf. Die Kammer beschloß, in die Modifikation der Kammer der Reichsräthe hinsichtlich der den standesherrlichen Gerichten zustehen follenden Judikatur in Malz-Aufschlags-Sachen nicht einzuwilligen, und auf ihrer eigenen deßfallsigen Modifikation zu bestehen. V. Verlesung des Protokolles der 96. und 97. öffentlichen Sitzung. Augsburg, den 28. Jul. Schon gestern stiegen die heißesten Gebete wegen der glücklichen Entbindung Ihrer königl. Majestät, unserer allerguädigsten Königin, aus den treuesien Herzen der hiesigen Bewohner in sämmtlichen Kirchen zum Höchsten empor. In der hiesigen Domkirche wurde ein feyerliches Hochamt mit Te Deum gehalten, welchem das königl Ncgierungspersonale, so wie der Magistrat und eine Menge der hiesigen Bürger beywohnte. Heute war große Kirchenparade von der hiesigen Garnison und der bürgerlichen Landwehre, und brünstige Gebete erfüllten die Hallen der heil. Kreuzkirche zum Wohlc Ihrer Majestät und des ueugebornen Sprößling, Prinzen Ädalbert. Wien, den 25. Jul. Der österreichische Beobachter enthält Folgendes: Den neuesten Berichten aus Bucharest vom 7. und 11, dießHufolge greift daselbst, trotz allen Bemühungen und strengen Maßregeln schmückt waren. — Aus Madrid wird gemeldet, daß die spanische Regierung rücksi'chtli'ch der auf dem Dampfschiffe Belfast in Coruuna angekommenen portugiesischen Generale und Mitglieder der Regentschaft zwar noch keinen Entschluß gefaßt habe, daß man jedoch die Ueberzeugung hege, sie werde ihrer Rückkehr nach England kein Hinderniß in den Weg legen. — Wie aus Gibraltar vom 3. dieß gemeldet wird, so kommen fast alle Fahrzeuge, die in die dortige Bay einlaufen, von den portugiesischen Küsten und haben portugiesische Flüchtlinge am Bord; die Zahl derselben in Gibraltar war schon sehr beträchtlich. — Der Konstitutionell will in Erfahrung gebracht haben, daß die mit der Anklageakte gegen das vorige Ministerium beauftragte Kommission der Meynung ist, daß die Anklage gegen die Herren v. Damaö, Chabrol und Frayssinous nicht stattnehmig sey, wohl aber gegen die Herren von Villele, Pcy- ronnet, Corbiere und Clermont-Tonnere, und daß sie von derKammer Vollmachten zu einer ausgedehnteren Untersuchung verlangen werde. — Eine Dame M — t, von der Insel Martinique wurde am 22. May in die Gefängnisse von Fort - Royal gesetzt. Sie hat eine Negerin ihrer Werkstätre lebendig begraben lassen. Man ist begierig auf das Urtheil, und ob die beleidigte Menschheit wird gerochen, oder die Straflosigkeit durch die Ausnahmgesctze fürdie Weißen begünstigt werden. — Der Courier francais sprichtwiedcr von der Absendung einer französischen Expedition nach Morea, welche aus den bey Toulon versammelten 9 bis 10,000 Mann, und aus den 3000 Mann, die man von Kadir erwarte, bestehen, und Ibrahim PaschazurRäumung von Morea zwingen solle. Der Oberbefehlshaber sey noch nicht bestimmt, man nenne unter den Kompetenten die Generale Maison, Clauzcl und selbst Loverdo. — Die Gazette de France halt-die nahe Abfahrt dieser Expedition, deren Stärke sie auf 17,000 Mann angicbt, für ganz gewiß. Vom Rhein, den 24. Iul. Portugal mag sein jetziges und künftiges Schicksal wohl verdienen, weil es dasselbe selbst geschaffen. Nur jene unglückliche Opfer müssen davon ausgenommen werden, welche ihrem angebornen Fürsten treu und gehorsam blieben, eine ungehcucheltc Anhänglichkeit für die gerechte Sache und für die Konstitution zeigten, und nun, mit gctäuschem Vertrauen auf Englands Schutz, theils in den Kerkern schmachten, theils dem Henker und seinem Beile schon übergeben wurden, und es stündlich noch werden. Wenn man diese Unglücklichen, sagen wir, allein ausnimmt, dann haben die Andern, groß oder klein, ihr jetziges und künftiges Looö verdient. Daß für sie nur RoseN blühen werden, glauben wir durchaus nicht. Gewiß, es muß eine Zeit kommen, die Zeit der Rache, die nach allen Muthmassuugen fürchrcrlich seyn wird; und wer jetzt hoch oben steht, kann leicht unter den Ersten seyn, die da fallen. Unser Auge sieht dort nur Thränen und Blut! Das Spiel, welches jetzt die Usurpation spielt, ist allzu verwegen und grausam; es kann daher nicht glücklich für sie enden. Don Miguel, der unbeschränkte König, zeigt sich ganz als Alleinherrscher; was wird Europa dazu sagen, was der rechtmäßige König Pedro? Wir glauben nicht, daß die großen Mächte diesen Akt der Ungerechtigkeit ruhig ansehen, und ihn genehmigen werden; eben so wenig sind wir der Meynung, daß Don Miguel, im Gefühle seiner Ungerechtigkeit, freywillig vom Throne wieder sserabsteigen, und den Scepter niederlegen, sondern daß er ihn im Gegentheil mit beyde» Händen festhalten wird. Ob aber Don Pedro nun so ohne Schwierigkeit eine Thronentsagung für sich und die Seimgen zu Gunsten des jetzigen gewaltsamen Besitzers unterzeichnen dürfte, daran müssen wir allerdings zweifeln. Freylich wäre dann die ganze wichtige Sache mit einem Federzuge abgemacht. Die Geschichte lehrt uns jedoch sattsam, daß ein kdnigl. Thron keineswegs unter die Gaben gerechnet werden kann, die man gern, und ohne entschiedenen Unwillen verschenkt. — Nur die Waffen scheinen uns daher das Mittel zu seyn, hier den AuS- schlag zu geben. Ein fürchterlicher Krieg! wo der Bürger den Bürger, der Landsmann den Landsmann, der Eingeborne den Eiugeborncn mordet, wo hier der Sohn gegen den Vater ficht, und dort der Vater den Sohn durch eine Kugel dahinstrcckt! Aber nicht allein ein äußerst grausames, nein, auch ein sehr gewagtes Spiel würde es von Don Pedro sey», wenn er in seiner jetzigen, in jeder Hinsicht mißlichen Lage, allein das Schwert ziehen müßte, um dieses Recht geltend zu machen. Schwerlich dürfte er dann Sieger werden. Das bisherige Benehmen der Konstitutionellen hat uns schon so manche unerwartete Blöße gezeigt, daß wir ihnen nicht viel Großes mehr zutrauen; dagegen wird sich Don Miguel, die Zeit bcnützend, durch jedes, wir sagen nicht erlaubtes, Mittel so festzusetzen, daß die Möglichkeit, ihn zu stürzen, immer unwahrscheinlicher werden wird. Es ist unendlich schwerer, dem Feinde das Schwert aus der Hand zu reißen, wenn er es einmal ergriffen hat, als zu verhindern, daß er es aus der Scheide ziehe. — In der Gegend von Antwerpen sind durch den Orkan vom K, Iul. gegen 500 Häuser und Scheunen theils umgeworfen, theils beschädigt worden. Berlin, den 22. Inl. Tilsit herrscht unter den Kindern, die voriges Jahr die Masern gehabt, dabev aber ^,'uacklämcü worden sind, der trockene Krebs, wobey den Erkrankten das Fleisch von Nase, Mund Oinen nnd Augen stückweise vom Körper sich ablöst,und abfallt, wobey sie aber bis rüm Tode anten Appetit behalten. Die ersten Anzeichen die,er Krankheit sind blaue Flecken; 3 Kinder sind bereits daran gestorben, und bey den übrigen Kranken sollen homoopathijche Hei- lnngs-Versuche angestellt werven.^^^^^ 2g. Inl. -A,re könial. Koheit die Frau Herzogin Paul von Würtemberg kamen auf der Reise von Altenburg nach Schloß Taris, und Se. Durch! der Prinz Gustav von Hetzen-Homburg mit ^ -ckl Familie auf der Reise von Dessau nach Homburg hier an und nahmen sämmtlich Ihr Nacktäuartier im Gasthof zum rothen Roß._,_ -tNTkmsiltmachunq.s' Künftigen Samstag den 2. August l. I. Vormittags 9 Uhr werden in dem Lause Lit G. Nro. 9. verschiedene Effekten, bestehend in Sesseln, Tischen und Kästen, dann Kleide n, Wäsche und Kupferstichen, gegen gleich baare Bezahlung an den Meistbieten- ' de versteigert werden. Kaufsliebhaber mögen sich an dem bezeichneten Orte zur festgesetzten 4et erfinden. Augsburg, den 26. Jul. 1828. Komgl. Kreis.und Stadtgericht. ^ Dir., der Rath Dr. Weber. — Lermer. -sUITsm erbring.) Mittwoch den iS.Aug.d. I. wirddcrThurmnebstAnbauLit.A.Nro.450. am sogenannten Eichstadel vom kommenden Ziele Michaeli an bis zum Ziele Georg, 1835 an den MeMietenden durch öffentliche Versteigerung in Pacht gegeben. Ste,gerungsl„st,ge wollen an besaatem Tage im Arbeitslokale des kbnigl. Platz- Ingenieurs mr ehemaligen evangcl,,chen Pfanl ause am rothen Thore erscheinen, woselbst die Pachtbed.ngn.sie 8 Tage vorher auch e.n- ,r sehen sind. Bemerkt wird noch, daß eder Ste.gerer sich über seine Zahlungsfahigke, und gn- h-k. Aug-bu,g, den Jul IWS D^dmg^ Militär - Lvkalbaukommission..^^ ! Pl.atzmawr. Bekanntmachung. sWeinverkauf.) Am Samstage den 16. Aug. d. Nachmittags 2 Uhr rverdn, in der Rcntamtskanzley zu Lindau ungefähr 200 bayer, Eymer l827ger L,udauer Wem an den Mcistbiethcnden in Parthien zu 10 bayer. Evmern versteigert, zu welcher Verkaufsver- Rentamt Lindau._._—' mory, mcnroeamrcr.,, -7ViK,v7rsiecherunq.) Montag den 18. künftigen Monats August, Vormittags 10 Uhr- werden da ster 8 bis 9 Stuck Mastvieh, dann Nachmittags 1 Uhr 40 bis 50 Stück fette Schafe und Hammel, gegen gleich baare Bezahlung an den Mcsilbietcnden versteigert. Schwaigangcr, den 23 Jul 1828. Die kdnigl. Militär - Fohlenhofö - Juipcttion Schwaiganger. den 20. ^ur. ^ » Seltner, Oberlieut. — Fle„chmann, Verwalter. -D^sÄnwcscu der Wittwe Maria Häuf vonKonzenberg, bestehend aus einem halbgcinauer- .... Molmbause mit Stall und Stadel unter einem Dache, dann den hiezu gehörigen GemeindS- LKWL iL d-m g.n-l>-llch,- -.Sg-sch- «««. H,-zu wird ,n n Termin auf Donnerstag den 14. Aug. l. I. angesetzt, wobey sich Kaufölielchaber einftuden, und ihre Angebothe zu Protokoll gelangen lassen mögen. D.e Eröffnung der Kauföbedingn.sie übrigens vor der zu beginnenden Kaufhandlung, nur hinsichtlich der auswärtigen, ß K lch, L°k«»>. Känft- wl,° °>-s. ml, und V.» 2/.,^missen ibrcr betreffenden O>tsobrigke,ten versehen ,eyn müssen, wenn sie der Zu- sMK'SLftsLüg °.n ^^^^ssfm'laduna ) In dem Schuldenwe,en des Krämers Gottlicb Jlz von Lechhauscn werd n nachd m des Konkurses erlassene landgerichtliche Erkenntniß vom l7 nd E v. I. in höherer Instanz bestätiget worden -st, folgende Ed ktö- tääe a b raumt: 1) zur Anmeldung und Liquidirung der Forderungen der o0. Aug., bey welcher T acf^t Misteich ci,, Vergleichsvcrsuch Zwischen dem Gant.rer und .euren Gläubigern gemacht wefcnwud -2) zur Vorbringung der Einreden der oO.Lcpt.; Z) zur Schlußvcrhandsi.ng, und werden wuo, - z ^ Dupplik der 17. Nvv. Sämmtliche Kreditoren ?7e?den auf o?i/e EdcktStägeftdeSmal bis 9 Uhr Vormittags nsit dem Rechtsnachtheile vorgeladen daß das Michrerscheinen am ersten Ediktttagc die Ausschließung von der gegenwärtigen Konkursmasse jenes an den übrigen Ediktötägen aber die Ausschließung mit den an solchen vor- 'Zunehmenden Handlungen zur Folge habe. Diejenigen, welche vom Gantirer Vermögensthelle in Handen haben, werden hiemit aufgcfoderr, solche, bey Vermeidung des Ersatzes, und mit Vorbehalt ihrer Rechte dem tdnigl. Landgerichte zu übergeben. Zugleich wird säum,erichen Gläubigern eröffnet, daß das Anwesen auf5718fl. geschätzt und auf solchen, nach demHypvrhekenbuchs 10,954fl. versicherte Schulden haften, von welchen jedoch der Gantirer 1505 st. bezahlt haben will, bisher aber hierüber keine legale Beweise beygebracht hat. Am ersten Edikisragc wird, wenn ein Vergleich nicht zu Stande kömmt, das Anwesen des GantirerS nebst der vorhandenen wenigen Mobiliarschaft versteigert. Solches besteht in einem ganz gemauerten, 2 Stockwerk hohen Hause mit Stadel und Skaluiiig, und 1 Tagw. 10 Dezim. Garten, welche Realitäten zum bdnigl. Rentancke freystifrsweise grundbar sind, dann in 7 Tagw. 57 Dezim. ludeigenen zwey- rnadigen Wiesen, und 23 Tagw. 75 Dezim. zum k. Remamre bvdenzinsiges Ackerfeld. Auswärtige Käufer haben sich mir gerichtlichen Vermögens-Zeugnissen auszuweisen, .^ctunr den 15. Iul. 1828. Köuigl. bayer. LandgerichtF> iedberg.v. Gimmi, Landrichter. (Ediktalladung.) Auf Antrag der sich legitimieren nächsten Anverwandten werden nachstehende theils schon früher, theils erst im Feldzug der vereinigten, dortmals kaiserlichen, französischen und bayerischen Armee nach Rußland im Jahr 1812^15 ausgebliebene und vermißte Unterthans-Söhne. als: Anton Baier, geboren zu Mckenhauscn 1777 den 14. Juni, Wirthssohn, gierig am 16. Juli 1798 bey dem kvn. 5ten Chev. leg. Regiment Graf von Fugger gegen 25 fi. Hand - und Anbringgeld auf 10 Jahre z», desertiere aber am 7. August aus der Garnison Neumarkt, und hat man seitdem keine Spur von ihm mehr erhalten. Johann Konrad Haußner, geboren zu Uttenhofen am 6. Nvvember 1791 Tagldhnerssohn, Gemeiner des kdn. 7ten Linien- Jnfantcrie - Regiments. Joseph Mandercr, Banerssvhn von Mdrsdvrf, Gemeiner beym kdn. Artillerie und Fuhrwesens-Bataillon, beyde seit dem Feldzug »ach Rußland vermißt, und Deren allenfalsige Erben hiermit öffentlich aufgefordert, sich binnen 9 Monaten und längstens his zum 1. May 1829 beydem unterfertigtem kdn. Landgericht einzusinden, oder genügend zu melden, und ihr Vermögen in Empfang zu nehmen, oder zu gewärtigen, daß nach fruchtlosem Ablauf des Termins ihr Vermögen an ihre benannten nächsten Anverwandte gegen gesetzliche Kaution hinausgegeben werde. Hipoltstein den 15. Juli 1828. Konigl. Landgericht. Förg, Landrichter. — roll. Wagner. (Ediktalvorladung.) Da das gegen den Johann Schwaiger zu Srammham am 10. Ja», erlassene, und am 6. Febr. pirblizirre Gantdckrer bereits die Rechtskraft beschulten hat, werden nachstehende Ediktstage ausgeschrieben: 1) zur Anmeldung derFordermige» und deren gehörigen Nachweisling auf Mittwoch den 15. Aug.; 8) zur Vorbringnng der Einreden gegen die angemeldeten Forderungen auf Mittwoch den 17. SLpl.; 5) zur Schlußverhandlung, und zwar r>. für die Replik auf Freytag den 17. Okt., b. für die Lupplik Montag den 5. Nov., jedesmal Vormittags 9 Uhr, und es werden hiezu sämmtliche unbekannte Gläubiger des Gemeinschuld- riers hiemit öffentlich und unter dem Rechtsuachtheil vorgeladen, daß das Nichterscheinen am «rften Ediktstageden Ausschluß der Forderung von gegenwärtigen Konkursmasse, das Nichterscheinen an den übrigen Edikstagen aber den Ausschluß mit den an denselben vorzunehmenden Handlungen zur Folge hat. Zugleich werden alle diejenigen, welche etwas von dem Vermögen des Gantleiders in Händen haben, aufgefodert, solches bey Vermeidung des nochmaligen Ersatzes, unter Vorbehalt ihrer Rechte, bey Gericht zu übergeben. Schließlich wird in Gemäßheck der Prioritatsordnung vom 1. Jun. 1822 §. 52. ausdrücklich erwähnt, daß der bereits zu den Akten angemeldete Passivstand 20l5fl. 29 l^4kr. betragt, daß darunter 1133 fl. L9l/4kr. Hypothekschulden begriffen sind, das Aktivvermögen des Schuldners aber nur auf 1756 st. 51 kr. gerichtlich tarckt wurde. Auch wird das Anwesen des Schuldners, bestehend aus der ludeigenen Nadelbauernhofsbchausung sammt Stadel, Hosraum, Backofen und 2 Haus- gärten, dergleichen aus dem aus l/8 Tagw. Krautbceten, 41 Leckern zu 15 3/4 Tagw., und L W-csen per 5 Tagw. bestehenden zum Pfarrgotteshaus Stainmham erbrechtsweise grundbaren Komplexe des Paulimichelhofs öffentlich zum Verkauf ausgebvtcn. Jngolstadt, den 19. Iul. 1828. Konigl. baycr. Landgericht Jngolstadt. 1. u. 1. O., v. Heydenaber, 1. Assessor. sBekaimrmachung.) Nach dem Antrag der Gläubiger der Andreas Schimppschen Relikten »011 Franenftetten wird nochmalige Derkausstagsfahrt für den Gciamnubcsitzstaud, als: bestehend in Haus, Stadel, Waschhaus, einer Mahlmühle mit 3 Mahl und einem Gerbgang, einer Lclmühle, 3/4 Tagw. Wiesen und 22 Ich« Holz, dann an walzenden Gründen 2 3/8 Jchrt. Ackers und 6 Tagw. Wiesen nebst Vieh und Pferd, Schift und Geschirr und Baumaunsfahr- rrissen auf den si. Aug. 1828 festgesetzt, und Kausvlicbhaber, mit Vermögens - und Leumunds- Zeugnissen versehen, eingeladen. Die sämmtliche Gläubiger werden aber unter dem Prajudkz vorgeladen, am obigen Tag zu erscheinen, widrigenfalls sie entweder dem Beschlusse der Mehrzahl hinsichtlich eines allenfallsigen Arrangement, oder hinsichtlich der Ratifikation des Kaufsau- Lothes angeschlossen werden. Werti'ngeu, den 22. Jul. 1828. Kdnigl. bayer. Landgericht. Gebhard, Landrichter. (Kuudinachung der Lizitativ» des ob der ennsischen ständischen Weinaufscylagsgefälls.) In Folge eines eingelangten hohen Hofkanzleydekrets vom 26. Jun. d. Jl Rro. 14,591., und Regierungs-Jntimation vom 5. d. M. Z. 18,669. wird das ständische Weinaufschlagsgefäll von allen in dem Patcnle vom 25. Aug. 793 benannten Getränken, jedoch mit Ausnahme des Biers, Obstmostes und Obstessigs, nach dem dem Patente angehängten Tariffe den 20. Aug. d. I. durch öffentliche Versteigerung im Landhause auf 6 Jahre, nämlich vom 1. Nov. 1828 bis Ende Oktober 1834 verpachtet, und bey dieser Verpachtung der nach einem sechsjährigen reinen Durchschnitts-Ertrag ausgefallene jährliche Pachtschilling pr. 29,485fl. 52 kr. Kouv. Münze zum Ausrufspreise angenommen. Ferners wird das Gefall den Meistbietenden, mit Vorbehalt der Ratifikation der hohen Hofstclle überlassen. Jeder Pachtlustige aber hat vor Anfang der Versteigerung den loprozcmigen Betrag deS Auörufspreises mit 2950 fl. Konv. Müuz als Reugeld zu Handen der Lizitations-Kommission gegen Rückstellung an die nicht meistbictendgebliebenen Liziranten nach Vollendung des Lizitariousaktcö, und der Pächter vor Anfang der Pachtung gleich nach der ihm bekannt gemachten Ratifikation zur Sicherstellung der Erfüllung der Pachtverbindlichkeittn eine Kaution im Betrage des halbjährigen Pachtschillings entweder irr Baarem oder in öffeurlicheu Fondspapieren nachdem börsemäßigenKurs oder mit einer annehmbaren Rsalbedeckung bey dem ständischen Lbereinnehmetamte zu erlegen. Die übrigen Pacht- bedingnisse und Pateute können bey dem ständischen Erpedite eingesehen oder davon Abschriften genommen werden. Linz, den 9. Jul. 1828. Vom ständisch verordneten Kollegio in Oesterreich ob der Cnus. Heinrich Edler von Schmelzing, ständischer Syndikus. Die beyden Bruder Georg Kaspar und Alexander Vogelg'sang von Kloster-Zimmern, wovon Ersterer, wenn er noch lebt, 76 Jahre alt. Letzterer aber 72 Jahr alt ist, sind schon seit etlichen 30 Jahren, unwissend wo, landabwesend, ohne daß man von ihrem Aufenthalt und Leben Nachricht erhalten hat. Da die Verwandte dieser beyde» Vogelg'sang gebeten, daß selbe für rodr erklärt, und das Vermögen derselben ihnen mit Eigenthumörccht zuerkannt werden möchte, so werden selbe, oder ihre rechtmäßige eheliche Deszendenten, unter Anberaumung einer perem- torischen Frist von 6 Monaten aufgelodert, sich dahier einzufinden, und das Vermöge» in Empfang zu nehmen, im Nichterscheinungsfalle aber werden Beyde, in Folge des vorliegenden Edikts vorn Jahr 1756, für todt erklärt, und denen sich hierum gemeldeten Verwandten das Vermögen mit Eigenthumsrecht zuerkannt werden. Wallerstein, den 14. Jul. 1828. Fürstl. Oettingen - Wallcrsteinisches HcrrschaftSgericht Wallerstein.v. Langen. — Müller. Bekanntmachung. zGutsverkauf betr.) Das unterzeichneter Verwaltungsbehörde für die hiesige Spitalstiftung an Iahlungsstatt heimgcfallene Hofgut des Landcigenthümers Simon Back zu Ummendorf, (eine Stunde von Landsberg,) wird vorbehaltlich der Ratifikation entwo, der zu ganz, oder, so ferne sich Liebhaber hiezu finden sollten, in zweyen, hinsichtlich der Grundfläche ganz gleichen Theilen auf vollkommen freyes Eigenthum an den Meistbietenden verkauft; für den Fall der Gutstheilung ist jedoch zu bemerken, daß eine Hälfte des Hofes aller Wirthschaftsgebäude entbehren würde, daß also deren Käufer solche, (wozu übrigens die passende Lokalität schon vorhanden wäre,) erst noch errichten mußte. Im eingetheilten Bestände besteht dieses Anwesen: a) aus dem Wohngebäude mit Stallungen und dem Backofen, K) aus 1 Tagw. 22 Dezinr. Gartenland, c) auS 79 Tagw. 61 Dezim. Aecker in allen 5 Feldern, ä) aus 26 Tagw. S8 Dezim. Wiesen, »nd 0) aus 23 Tagw. 48 Dezim. Holzgründen, und leistet jährlich: l)zum kdnigl. Rentamte Landöberg: a) Rustikal-Stenersimplum 5st. 51 kr. 4hl., b) Lcharwerkgeld Kfl. 27 kr. 1hl., o) Grundzins 26 kr. von dem Forstentschädigungs-Antheile; 2) zum Gotteshause Gabach, im kdnigl. Landgerichte Weilheim: cl)Crift4fl. 50kr. von dem dahin freystiftig bleibenden, kcinzigen Laichacker all 2 Tagw. 46 Dezim., (Kataster-Nro. 851. des Sreuerdi- firikles Landeberg); 3) zur Etadtpfarrey Landsberg: e) den Großzehenten. Kaufslicbhaber, welche sich, im Falle sie die Kaufsvbjekte inzwischen besichtigen wellen, deßhalb an den Spi- talhausmeister Bernhard März dahier zu wenden haben, werden nunmehr eingeladen, künftigen Freytag den 29. Aug. 1828 Vormittags 9 Uhr hierorts zu erscheinen und ihre Kaufsanbothe zu Protokoll zu gebe». Von fremden Steigeruugc-lnstigen werden die, zur Ansäßigmachung gesetz» ljch erforderlichen Nachweisungen verlangt; als erste Kaufsbedingniß aber wird die baare Erläge des Kanfschillinges mindest zum Betrage von s Drittheilen, da nur ein Drittheil desselben auf dem verkauften Anwesen zu Kapital liegen bleiben kann, hiemit schon vorläufig festgesetzt. Den SZ. Jul. 1828. Magistrat der kbnigl. bayer. Stadt Laudsberg. Thoma, Bürgermeister. (Bekanntmachung.) In dem hiesigen Domprobstey-Gebäude Lit. D. Nro. 109. hinter der Domkirche nächst dem Fraucnthor werden am Montag den 4. Aug. d. I. Vormittags aus dem Nachlasse des Herrn Domprobst, Freyherr» von Sturmfeder, mehrere Chaisen desselben, und ein Vatard mir Schwanenhals, eisernen Achsen und messingenen Büchsen, 2 Trotschken oder Würstlen, ein Leiterwagen, vorrathiges Holz, verschiedene Weine in Fässern und Bouteil- len, und ein bedeutender Vorratb von Branntwein, an den Meistbietenden gegen sogleich baare Bezahlung öffentlich versteigert werden, wozu Kaufslustige eingeladen werden? Augsburg, den 22. Jul. 1828- I. Macceri, k. Advokat, als Freyherrlich von Sturmfederscher Testamentserekutor. In I. A. Schlossers Buch - und Kunsthandlung ,'n Augsburg ist so eben erschienen und in allen Buchhandlungen zu haben: I. Seidenbau-Katechismus, oder gründliche und erschöpfende Anweisung, wie die Seide auf die möglichst einfache Weise in Deutschland gewonnen, und zum Gebrauch vorbereitet werden kaun. Mit Rücksichtnahme auf die verschiedenen Futter- gattungen der Seidenraupen, die Krankheiten, welchen dieselben unterworfen sind, und auf das Abhaspeln der Seide, so wie einige Worte über die Pflanzung und Pflcgung des Maulbeer- baums, von I. B. Niedergesees, mit einer illuminirten Kupfcrrafel und in Umschlag droch. 8. Preis 15 kr. Dieser gemeinnützige Katechismus ist bey der jährlich mehr in Aufnahme kommenden Kultur dieses wichtigen Geschafftes um so mehr empfehlenswert!), als in demselben genügend dargethan ist, daß der Seidenbau, tausendfache Zinse tragend, auch in Deutschland, in Städten wie auf dem Lande, mit geringer Mühe und Auslagen eingeführt, und ganz leicht einheimisch gemacht werden kann.— II. Der 2te Band des wohlfeilsten Tascheukonversations- Lerikon aufPränumeration 12 kr., und auf Subskription 15 kr. Unterzeichneter hat in Erfahrung gebracht, daß die Rede geht, als würden die jetzt so beliebten Seidenhüte von schwarzer Farbe roth, und nähmen überhaupt ein schlechtes Ende. Um Nachtheile und Schaden für meine.Fabrikatio» in diesem Artikel zu verhüte», fühle ich mich verpflichtet, hiermit anzuzeigen, daß dergleichen Hüte, an welchen man obige Erfahrungen gemachthat, nicht aus meiner Fabrik sind, und meine bisherigen verehelichen Abnehmer werden tlnparteyiich erklären, daß die bey mir im Preise von 4 fl. 48 kr. bis 5fl. gekauften wasserdichten Seidenhüte ihren schönen Glanz und Schwarze behalten haben. Zugleich mache ich bekannt, daß die Hüte aus meiner Fabrik, »ach jeder Mode zu den billigsten Preisen umgeändert, repa- rirt, und die Verlornen Haare wieder ersetzt werden. Endlich haben meine Hüte noch den Vortheil, daß ich selbige nach langem Tragen wieder zurücknehme, und jeder vereheliche Abnehmer kann, so oft es ihm beliebt, gegen Erlag von 5fl. 26kr. und Zurückgabe des alten Hutes sich einen neuen auswählen. Zu fernerer zahlreichen Abnahme empfiehlt sich Anton Schuster, kdnigl. privilegirter Seidenhut- und Haubenfabrikänt in Augsburg. Bey Jos. Quante ist neuer Honig - und Raygras-Saamen, Esparcette, weißer holländi- fcher Wiesenkleesaamen, nebst andern Saamereyen zur Aussaat für den Herbst zu haben. Man wünscht ein Oekonomiegut mit circa 2 ä 200 Jchrt. Waldung anzukaufen. Anträge beliebe man portofrei) an das Kommissionsbureau in Augsburg einzusenken. Unterzeichneter ist gesonnen, seiue zweyte Parthie ausländischer Thicrpflanzeu, und zwar S Stück zu ist. täglich zu verkaufen. Fried. Ehrenfried, Botaniker in Augsburg Lir. D. Nro. 164. (Bekantmachung.) Am künftigen Donnerstag den 21. Juli werden Vormittags 9 bis 12 Uhr in dem Hause Lit. V. Nro 55. hinter St. Ulrich mehrere Kleidungsstücke, Weißzeug, goldene und silberne Hauben, Leinwand, Komod-und andere Kasten, Kanapee, Sessel, Tische und Küchengeschirre rc. an den Meistbietenden gegen sogleich baare Bezahlung versteigert, wozu Kaufslustige höflichst eingeladen werden. Augskurzer Börsenkurs vom 28 . Juli 1828 . ->) Oesterreichische Staatspapiere zproz. Metalliques . . Bankaktien .... Rothschild'sches Anlehen 1820 . . . detto LL-i; 4 Proz. von Papier. Geld. j Papier. 93 Is 2 93 3 s 8 s Oblig. m. Coup. 4 Proz. . 98 ts 2 t°73 ro 7 l i detto - - L Proz. . (Landanlehen Z Proz. . 104 isz tZl izo isr k Lorr. Lvose L — iu 4 Proz. in 1 detto unverz. » io fi. . loö 7 s 8 IN 3s8 — Geld. 98 ls4 104 lc-6 Ist HS Nro. 225. Donnerstag, den 13. SepL. 1323.' AugsburgerOrdinari-Postzettung, Von Staats, gelehrten, historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten Mit allerhöchsten Redakteur: Friedrich Loe. Gedruckt und verlegt von Joseph Anton Moy. München, deni6. Sept. Das königl. Gesetzblatt St. VIII. vorn 25. Aug. theilt folgendes Gesetz, die allgemeine Grundsteuer betreffend mit: Ludwig, von Gottes Gnaden, Kdnig von Bayern rc. rc. Durch die Nachtheile, welche eine Stenerbelegung nach verschiedenartigen Normen an und für sich im Gefolge hat, dann durch die häufigen Beschwerden über ungleichd Besteuerung veranlaßt, haben Wir das gesammte Steuer - System einer Revision unterziehen lassen, und verordnen demnach bezüglich der Grundsteuer nach Vernehmung Unseres Staatsrathes und auf Beyrath und Zustimmung Unserer Lieben und Getreuen, der Stande des Reiches, was nachfolgt: I. Kapitel. Allgemeine Normen für die Grnndbestenerung. §. 1. Das durch allerhöchstes königl. Rescript vom 15. März 1811 angeordnete Grundsteuer-Definitivum soll nach und nach in allen Theilen Unseres Königreiches nach den besonderen Bestimmungen des gegenwärtigen Gesetzes in gleichfönnige Anwendung kommen. H. 2. Die definitive Grundsteuer ist eine direkte Staatsaustage von G)'«nd und Boden. H. 5. Für die Grundsteuer wird nur eine einfache Beytragsgrdße ausgemittelt, und es bleibt-dieselbe unverändert, so lange der Besteue? rungs-Gegenstand dauert. §. 4. Da, wo der Grund und Boden mit Dominikal-und andern Reallasten, insbesondere'mit derZehentlast beschwert ist, steuert der Besitzer der Dominikal-und Zehentrenten nach dem Antheile, den er an dem Ertrage des Grund und Bodens nimmt, dem Grundeigenthümer, Nutznießer und Grundbesitzer zum Stenersimplnm bey. Der Beytrag des Grund-Eigenthümers, Nutznießers und Grundbesitzers nach Abzug aller Dominikal-und Neal- lasten ist alsdann die eigentliche Rustikalsteuer; der Beytrag der Zehentberechtigten die Ze- hentsteuer. Im Rheinkreise Hai der Besitzer deS mit einer Grundrente beschwerten Grund und Bodens die Grundsteuer allein zu tragen; dagegen darf er dem Besitzer der Grundrente nach den Bestimmungen der dort bestehenden Gesetze, und in den von denselben vorgesehenen Fallen, ein Fünftel der Rente in Abzug bringen, g. 5. Der Maaßstab der Besteuerung ist bey allen Grundstücken der, aus deren Flächen - Jnnhalt und der nach ihrer natürlichen Ertragsfähigkeit erhobene mitteljährige Ertrag desselben. Er besteht bey allen Kulturarten nur in dem Hauptprodnkte und zwar: a) bey Aeckern in dem mitreljährigen Kdrnerertrage nach Abzug der Aussaat und unter Freybelassung des Strohes, der Früchte der Brache, der Weyde und aller sonstigen ökonomischen Nebennutzungen; 1>) bey Wiesen in dem mitteljährigen Ertrage an Heu und Grumet; o) bey Waldungen in dem nachhaltigen Holzertrage nach der der Holzart entsprechenden Wirthschaft^ - Methode und unter Freybelassung der Forst-Ncbennu- tzungen; und ä) bey allen übrigen Gründen in dem den vorstehenden Hauptkultnr-Arten assimilieren Ertrage. Der Maaßsiab für die Besteuerung der Dominikal - und andern Renten ist ihr jährlicher wirklicher oder eingeschätzter Ertrag, für die Besteuerung der Zehnten, mit Ausschluß der nach H. 9. besonders zu behandelnden Klein-und Blutzehenren, der steuerbare Kdr- nerertrag der Grundstücke. Die Dominikallisten und Zehentbesitzer werden von dem Tage der Einführung des gegenwärtigen Gesetzes an, in Beziehung auf Steuernachlässe den Rnstikali- sten bey jedem Anlasse durchaus gleichgestellt. H. 7. Der Flächen - Jnnhalt der Grundstücke wird durch eine allgemeine, genaue Parzellar-Messung und Berechnung, die natürliche Ertragsfähigkeit aber durch wirkliche Ertragsausmittelnng (Bonitirung) bey gewissen Grundstücken als Anhaltspunktcn (Mustergründen) gefunden, mit welchen alle übrigen Grundstücke verglichen und hiernach in Klassen gebracht werden, tz. 8. Der Ertrag der Renken aus dem Dominikal-Verbände und anderen nutzbaren Rechten, so wie der Zehentrechte, wird durch Liquidation, Fatirnng und kontrolirende Schätzung erhoben. H. 9. Nach denselben Grundsätzen, wie tz. 6. und 8. wird erhoben, jedoch ausgeschieden, und nach abgesonderten Katastern besteuert der Ertrag; ») aus Klein-, Brach-, oder Grün-Zehenten, in so ferne die der Aus- zehentnng unterliegenden Früchte als eine bloße Nebenuutzüng, nicht aber als eine bereits in London, den y. Sept. Von Petersburg ist die Nachricht eingegangen, daß die russische Regierung über die Usur/ pätion des Don Miguel förmlich ihre Mißbilligung ausgesprochen, und sich bestimmtest entschlossen hat, auf der Anerkennung der Rechte Don Pedros an die Krone von Portugal zu beharren. — Der päpstliche Nuntius soll Lissabon verlassen. — Man glaub: allgemein zu Madeira, daß, wenn die anwesenden Truppen gesonnen seyen, die Insel zu vertheidigen, es eine Unmöglichkeit sey, daß sie eingenommen werde. Die Hilfe, welche von England geschickt werden soll, war am 10. August noch nicht angekommen. Am 28. Julius erschienen 2 portugiesische Briggs auf der Höhe von Funchal. Das englische Schiff Medina, das den englischen Konsul än Bord hatte, gicng ihnen entgegen, und nachdem es von dem portugiesischen Kommandanten erfahren harre, daß er die Insel blockire» wolle, so erklärte der Kapitän der Medina, daß er die Vertheidigung der englischen Flagge zu übernehmen die Verpflichtung habe. Die Portugiesen kündigten hierauf an, daß sie kci» englisches Schiff anhalten werden, bis ödn Großbrittannien die Blockade anerkannt sey. — Die portugiesischen Konstitutionellen. welche sich zu Portsmonth befinden, werden binnen Kurzem auf den, für sie ausgerüsteten, Schiffen Minerva. Susan, Lyra und Delphine nach Brasilien abgehen. — Es heißt nun allgemein, daß eine Uebereinkunfr zwischen den Grafen von Ofalia und Aberdeen über die Forderungen brittischer Unterthanen zu Stande gekommen sey, die die spanische Regierung mit 900,000 St. in Terminen, innerhalb 6 Monaten, vom 1. Okt. d. I. an, abtragen soll. — In dem bekannten Amphitheater von Astley in London debütirte neulich ein Elephant; es ward bey gedrängt vollem Hause ,,Blaubart", als Melodrama gegeben. Nach dem Stück sollte der Elephant in dem vor der Bühne befindlichen Circus seine Gcschicklichkeit zeigen , doch kaum hatte man ihn hineingeführt, so gebehrdeteer sich, wahrscheinlich erschreckt durch die große Menschenmasse, so äußerst widerspenstig, daß seine Führer momentan alle Gewalt über ihn verloren. Auf die ihn umringenden Zuschauer zustürzend, war es ihm bereits gelungen, beyde Vorderfüße über die den Circus umschließende Barriere zu bringen. Das Geschrey der Frauen war schrecklich; Alles drängte sich den Ausgangen zu, und es entstand eine unbeschreibliche allgemeine Verwirrung. Mehrere Dame» wurden durch des Elephanten Rüsicl leicht verletzt, eine aber so schwer, daß sie gleich zu einem benachbarten WMndarzt gebracht und zur Ader gelassen werden mußte. Mit großerSchwierigkeirgelang esendlich, des großen Ruhestörers Herr zu werden, und ihnaus dem Circus zu führen. Das gleich darauf gemachte Anerbieten der Eigner, ihn wieder heraus;» führen, damit er seine Kunststücke mache, ward, aller Versicherung ungeachtet, daß nichts mehr zu befürchte» wäre, mit dem allgemeinen Geschrey : Nein! Nein ! zurückgewiesen, worauf er dann auf der Bühne erschien, und dort, mit der allergrößten Ruhe mehrere Beweise seiner Geschicklich- keit ablegte. Lissabon, den 27. Aug. Der Konstitutionell meldet: „Man behauptet, Don Miguel habe an alle Kabinete eine eigenhändige Zuschrift, folgenden wesentlichen Inhalts, erlaßen: Er sey in Portugal mitder Absicht angekommen, den Institutionen seines Bruders Don Pedro gemäß zu regieren, aber durch die Wünsche des portugiesischen Volks, das ihn von allen Seiten zum König ausgerufen, hingerissen worden. Da er diesen Titel nicht hätte usurpiren wollen, so habe er die drey Stande des Königreichs zusammen gerufen , damit sie den Grundgesetzen des Staats gemäß entscheiden , ob diese Rechte gegründet seyen. Nach ihrer einstimmigen bejahenden Entscheidung sey er gezwungen gewesen, die ihm angebotene Krone gegen seinen Willen anzunehmen. Der Aufstand von Oporto habe nur dazu gedient, durch den auffallendsten Sieg die ihm von den Korkes ertheilten Rechte zu unterstützen. Er hoffe daher auch, daß die Souveraine sein Betragen billigen würden, da es nicht von ihm abgehangen hatte, den Wünschen der Nation zu widerstehen. Man glaubt, dieser Brief sey dem Wesen nach in Spanien entworfen , und mit einigen Modifikationen dann hier geschrieben worden. Don Miguel und seine Mutter solle», „och einige Stellen haben beyfügen »vollen, aber auf den Rath einiger ihrer Freunde davon abgestanden seyn." - Madrid, den 5. Sept. Dem König sind Vorstellungen über die Gefahr der Neuerung, eine höchste Junta zu erdichten, wobey nach früheren Nachrichten Hervas, Marquis d'Almenara und Burgos sich au der Spitze befunden haben würden, gemacht worden, »vorauf der König das in dieser Beziehung früher erlassene Dekret zurück genommen habe. Toulon, den 2. Sept. Die zweyte Ausrüstung unter dein Befehle des Generals Schneider, und bestehend aus Z Linienrcgimeutern, ist heute Früh um Z Uhr unter Segel gegangen. Eine unbeschreibliche Menge Volks von hier und der Uingegend haue sich auf die Höhen begeben, von welchen die Khede überschaut werden kam, um das imposante Schauspiel zu genießen. Unsere jungen Truppen waren im höchsten Grade enthusiasmiert. Der Zuruf der versammelten Menge wurde von den Musikchören der eingeschifften Regimenter beantwortet. Paris, den 11. Sept. Das Journal du Commerce meynt, wenn das Gerücht gegründet sey, daßdiePforte neue Truppen nach Morea senden wolle, so dürfte sie die französische Erpeditio» als einen hinlmg- lichen Grund, um Feindseligkeiten gegen Frankreich zu beginnen, betrachten. Es werde daher nothwendig seuu, daß die franz. Regierung über diese Expedition sich gegen daß Publikum und namentlich gegen das handeltreibende, kathegorisch ausspreche. Denn offenbar könnten, die in der Levante residirenden Franzosen in die größte Gefahr gerathen. — Wie groß mir allgemein die Neigung der jungen Leute zum Militärdienste in Frankreich ist, davon giebt einen neuen Beweis das Memorial Bearnais. In Bear» sind nämlich den Militärbehörden mehrere junge Konscribirte zur Bestrafung übergeben worden , weil sie sich am Körper verstümmelt haben, um dem Militärdienst zu entgehen. — Folgender Auszug eines Privatschreibens, das am Bord des Admiralschiffes der ersten Expedition nach Morea, die Stadt Marseille, und zwar auf offener See am 26. August abgefaßt wurde, ist uns, heißt es in der Gazette de France, so eben mitgetheilt worden: „Ich benütze die Gelegenheit der Abfahrt der kön. Ga- barre, die Emulation, welche nach Toulon zurückkehrt, um Ihnen einige Nachrichten von unö mitzutheilen, sein Sapienza. fern Bord, und benachrichtigten uns, daß Ibrahim seine Vorbereitungen reas betreibe, und die festen Plätze den Türken übergeben werde. Wir sind Alle mehr oder minder von der Seekrankheit ergriffen rc." Dieses Schreiben ist nämlich am ü. September, nach der Bemerkung unseres Korrespondenten, in-dem Haven von Toulon von der Gabarre überbracbr worden , auf welcher ohne Zweifel der Oberst Fabvier angekommen ist, wenn er nicht am Bord d.es Admiralschiffs geblieben seyn sollte. Nach dem Datum dieses Schreibens läßt sich annehme», daß die Expedition am 28. August im Angeflehte von Moreas Küsten erschiene» seyn konnte. Paris, den 12. Sept. Man schreibt uns aus Toulon unterm 6. September die Nachricht, daß die 2 ersten Divisionen von der französischen Erpeditio» nach Morea sich den 26. August in der Höhe von Malra, »i»d den 2g. in der Nahe von Morea befanden. Anöden Niederlanden, den d. Sept. Die Zeitung von Curacao vorn 14. Jun. meldet, daß der General Verveer mit einem der südamenkanischen Freystaaten einen Vertrag über das Durchgraben des Isthmus von Panama abgeschlossen habe. In Privatbriefen aus Curacao wird dieser Unternehmung eine große Wichtigkeit beygelegt, und die Ausführung derselben als vom größten Interesse für unsere westindischen BesiNnngcn betrachtet. Curacao, meynt inan in diesen Briefen, würde dann der Mittelpunkt der Erdkugel werden. Karlsruhe, den 12. Sept. Se. k. Hoheit der Großherzog, Hdchstwelcher in Begleitung der Herren Markgrafen Leopold, Wilhelm und Max Hoheiten, Sr. Majestät dem Könige von Frankreich und Sr. k. Hoheit dem Dauphin, aus Anlaß höchstderen erfreulichen Anwesenheit im Elsaß, einen Besuch abgestattet, und den erhabenen Reifenden die nachbarlichen Begrüßungen dargebracht hatten, sind vorgestern von Straßburg wieder hicher zurück gekommen. — Sr. Hoheit dem Herrn Markgra- fen Wilhelm verliehen Se. Majestät der König, in Erinnerung früherer Beziehungen, den Stern der Ehrenlegion, und beehrten Ihn ferner mir einer Einladung ins Lager nach Lüneville, wohin der Prinz bereits gegangen ist. Dem während der Dauer des Aufenthaltes dem Großherzog beygegebenen Offizier von der kdnigl. französischen Garde du Korps, Oberlieutenant v. Angustin, vergehen Se. königl. Hoheit das Ritterkreuz des Zähringer Löwenordens und eine reich mit brillantenem Chiffre geschmückte Tabatiere. Tegerusee, den 14. Sept. Die Jahre 1822, 24 und 25 bleiben in unserer Ortsgeschichte unauslöschlich, indem sie die Monarchen von Oesterreich und Rußland, Franz und Alexander, nebst des Erster» Gemahlin- Charlotte , den Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen mit der königl. Braut Elise von Bayern, den Erzherzog Franz Karl von Oesterreich und Herzog Johann von Sachsen mit ihren Zukünftigen, den Prinzessinnen Sophie und Amalie Auguste von Bayern, endlich die Königin Friederike von Schweden mit ihrem Prinzen Gustav in dieses einsame Thal führten, um an der Seite des unvergeßlichen Königs Maximilian Joseph, der Königin Karoline, mit den übrigen Prinzen nnd Prinzessinnen angenehme Tage zu genießen, Ersteres ist durch einen Denk stein k, der Schloß- und Pfarrkirche verewiget; das kön. Landgericht bewahrst das Verzeichniß des damals anwesenden Gefolges der allerhöchsten Höfe, in 257 Personen bestehend. — Das Jahr 1828 ist aber um so denkwürdiger, als es hier nicht nur zwey hoffnungsvolle Blühten WitkekßbachS vereinigte, sondern auch den seltenen Zirkel aller Sprosse« aus dem Hause Bayern um ihre kdn. Mutter bildete. Kurzgefaßte Nachrichten, Am 14. Sept. sind der k. k. 'österreichische Kabinetskurier Hegele vor, London nach Wien, und der k. englische Kabinetskurier Haulam von Wien nach London durch Würzburg passirt. — In Leu Umgebungen von Falaise, in der Gemeinde Villers-Cauiver, in Frankreich, hak man eine merkwürdige Entdeckung gemacht. Nahe bey diesem Dorfe zeigt sich eine unterirdische Deffnung am Fuße eines Felsens. Das Volk, das immer das Wunderbare liebt, erzählte sich darüber die sonoerbarsten Geschichten. Endlich wagte es der Eigenthümer dieser Höhle, nähere Nachforschungen anzustellen. Am ersten Tage waren seine Arbeiten umsonst. Aber am zweyten fand er einen vermauerten Gang, 'offnere denselben, und gelangte in einen viereckigen, in den Felsen eiugchaueuen Saal. Mitten in diesem unterirdischen Gemache lag ein Menschcngerippe von ungewöhnlicher Große, das mit starken Eisenkctten an den Felsen festgeschmiedet war. Neben ihm stand ein irdenes Triukgeschirr, und eine gegossene Lampe, an welcher man eine halb verwischte Ruinen -Jnnschrift bemerkte. Man hat bis jetzt noch nicht erklären können, aus wclcherZeit dieses Gerippe und diese Geräthe herstammcn mögen. So viel nur scheint gewiß zu seyn, daß dieses Gemach ein sehr altes Gefängniß ist. Die Ketten und die übrigen Gegenstände sind aus der Bibliothek zu Falaise öffentlich ausgestellt worden. (Bekanntmachung. > Am 28. dieses Monats September Früh 9 Uhr werden in Fürstcnfeld mehrere Pferde gegen gleich baare Bezahlung versteigert. Fürstenfeld, den 6. Sept. 1828. Kdnigl. Militär-Fohlenhofs -Inspektion.Hauck, Oberlieut. — Schick, Verwalrer, (Bekanntmachung.) Auf Amrag der Gläubiger des Anton Haas, Lippbauer zu Wiedenz- hausen, wird das Anwesen desselben zum Drittcumale dem öffentlichen Verkaufe untergestellt, und hiezu auf Dienstag den 7. Okt. Vormittags 9 Uhr Tagsfahrt in der diesseitigen Landgerichrs- kanzley anberaumt, wozu Kaufsliebhaber unter Bezug auf die Ausschreibung vom 29. April I. I. hienilt eingeladen werden. Dachau, den 2. Sept. 1328. Kbnigk. bayer. Landgericht Dachau. Eder, Landrichter«^ (Bekanntmachung.) Da sich bey der zum Verkaufe des Gottlieb Jlgischen Gantgutes in der dießgerichtlichen Ausschreibung vom 15. Jul. auf den 30. v. M. anberaumten Tagsfahrt kein Kamslicbhaber gemeldet hat, so wird zum Verkaufe dieses Anwesens auf den il. künftigen MonatS Vormittags 9 Uhr angesetzt, und sich wegen des Gutsbestandes auf die frühere Ausschreibung berufen. Friedberg, den 10. Sept. 1828. 'Kdnigl. bayer. Landgericht. von Gimmi, Landrichter. (Ediktalladung.) Die schon in den Jahren 1790 bis 1795 auf Wanderung gegangenen r Bruder, als Michael Salier, von Profession ein Schneider, und ^kaver Sailer, ein Bäcker, gebürtig von Unterglanheim dieß Gerichts, haben seit jener Zeit von sich nichts mehr hören lassen. Dieselben werden nun auf Andringen ihrer Geschwisterten hiedurch aufgefoderk, daß sie oder ihre allenfallsigen Deszendenten binnen 6 Monaten, von heute an, wegen Ansfolglassung des elterlichen Vermögens sä 100 st. für jeden ohne Zins schriftlich oder persönlich, und zwar um so gewisser sich hiehcr zu wenden haben, als außerdem dieses ihr Vermögen ihren noch lebenden Geschwisterten nnd iesg. Bruderskindern verabfolgt werden würde. Höchstädt an der Donau, den 9. Sept. 1828. Kdnigl. bayer. Landgericht Höchstädt. Hack, Landrichter. (Ediktalladung.) Auf Antrag der sich legitimirten nächsten Anverwandten werden nachstehende theils schon früher, theils erst im Feldzug der vereinigten, dortmals kaiserlichen, französischen und bayerischen Armee nach Rußland im Jahr 1812/13 ausgebliebene und vermißte Unterthans-Söhne, als : Anron Baier, geboren zu Mekcnhausen 1777 den 14.Juni, Wirthssohn, gieng am 16. Juli 1798 bey dem kdn. 5ten Chev. leg. Regiment Graf von Fugger gegen 25 fl. Hand - und Anbriuggeld auf 10 Jahre zu, desertiere aber am 7. August aus der Garnison Neu- niarkt, und hat man seitdem keine Spur von ihm mehr erhalten. Johann Kourad Haußner, geboren zu Uttenhofen am 6. November 1791 Taglöhnerssohn, Gemeiner des kdn. TlenLinien- Jnfanterie - Regiments. Joseph Mauderer, Bauerssohn von Mdrsdorf, Gemeiner beym kdn. Artillerie und Fuhrwesens-Bataillon, beyde seit dem Feldzug nach Rußland vermißt, und tz ercn allenfalsige Erben hiermit öffentlich aufgefordert, sich binnen 9 Monaten und längstens W zum 1. May I82y bey dem unterfertigtem kbn. Landgericht emzufinden, oder genügend';« Melden, und ihr Vermögen in Empfang zu nehmen, oder zu gewärtigen, daß nach fruchtlosem - Ablauf des Termins ihr Vermögen an ihre benannten nächsten Anverwandte gegen gesetzliche Kaution hinansgcgeben werde. Hippltstein den 15. Juli 1828. Kbnigl. Landgericht. __Fd rg, Landrichter. — coll. Wagner. (Edlktalziration.) Von dem kbnigl. bayer. Landgericht Heideu.)eim im Rezatkreise werden guf Ansuchen ihrer Verwandten, Kuratoren, und des kbnigl. Fiskus nachgenannte Verschollene: 1) Georg Wilhelm Hbrmann aus Treuchtlingen, geb. s. May 1774. Schuhmachergcselle, und seit seinem I4te» Lebensjahre abwesend; 2) Soldat Johann Paulus Lutz aus Berolzheim, geboren 19. Aug. 1777, vermißt im Feldzug nach Rußland; 0) Soldat Johann Thomas Eppellein aus Berolzheim, geboren 16. Okt. 1795, vermißt in^ Feldzug gegen Frankreich 1813; 4) Soldat Johann Georg Friedrich Westphal aus Kurzenaltheim, geboren 8. Okt. 1795, vermißt im Feldzug gegen Frankreich 1813; 5) Soldat Georg Michael Meyer aus Heidenheim, geboren 15. Jun. 1789, vermißt im Feldzug nach Rußland 1812; 6) Johann Georg Kaufmann aus Hech- lingen, dessen Geburtstag nicht ausgemkttelt werden kann, schon seit 1808 abwesend, und dessen Erben und sonstigen Verhältnisse unbekannt blieben, nebst ihren etwa zurückgelassenen Erben und Erbuehmern hiermit öffentlich vorgeladen, dergestalt, daß sie sich binnen d Monaten, und zwar längstens in dem auf den 12. Dez. d. I, Vormittags 9 Uhr bey dem hiesigen kbnigl. Landgericht anberaumten Termin persönlich oder schriftlich zu melden und daselbst weitere Anweisung, im Fall ihres Ausbleibens aber zu gewärtigen haben, daß sie werden für todt erklärt, und ihr sämmtliches zurückgelassenes Vermögen ihren bekannten nächsten Erben, die sich als solche gesetzmäßig legicimiren kdnnen, und hinsichtlich des Johann Georg Kaufmann von Hech- lingen und dessen unbekannten Erben, dem kbnigl. Frsko ohne Kaution werde zugeeignet werden. jHeidenheim, den 5. Febr. 1828. Kbnigl. bayer. Landgericht.Seiz, Landrichter. (Bekanntmachung.) Im Zwangswegs wird das zum kbnigl. Renramre dahier erbrechtsbare und handlbhnige Anwesen des Einbdbauers Johann Brunner am Riedhofe bey Raudeck, bestehend in den nöthigen Wohn- und Oekonomie- Gebäuden, 1 1/4 Tagw. Garten, 17 1/2 Tagw. Aeckern, 5 5/4 Tagw. Wiesen, 1/4 Tagw. Weydeplatz und 21 Tagw. Holzgrund im sogenannten Einwalde, nebst jährlichen Bezug 10 Klafter Rechrholzcs aus dem Randecker Forste, am Freytpg den 10. Okt. l. I. dahier in der Gerichtskanzley Morgens 9 Uhr zur öffentlichen Versteigerung gebracht, wozu Besitz - und Kaufs fähige hiemit einladet. Kehlheim, den 10. Sept.1828. Kbnigl. bayer. Landgericht.Lict. Griesl, Verweser. (Vorladung/ Michael Doll, Tagldhner vonKempfenhausen, ist schon seit dem 28. Febr. porigen Jahres vermißt, und soll am Wurmsee verunglückt seyn, worüber aber keine hinreis- chenden Beweise vorliegen, um der Wittwe die Erlaubniß zur zweyten Ehe schreiten zu dürfen ertheilen zu kbnncn. Es wird daher auf Requisition des erzbischbflichen Konsistoriums München, Freysing, Michael Doll von Kempfenhauscn cdiktaliter vorgeladen, sich in einer Ieicfrist von ß Monaten, vvm Tage der gegenwärtigen Ausschreibung an gerechnet, so gewisser bey der genannten geistlichen Behörde zu stellen, und das Weitere zu vernehmen, als außerdessen nach bereits geschehenem Anrufen seines WcibeS vorgekehrt würde, wie Rechtens ist. «Ltarnberg, pen 11. Jnl. 1828. Kbnigl. bayer. Landgericht Starnberg im Jsarkreise. Leiendecker, Landrichter. (Bekanntmachung.) Ein Vorrath von ciics 50 Zentnern Wollengarn aus innländischer guter Landwylle, vorzüglich geeignet für Lodercr und jene Tuchmacher, welche Lieferungen für das Militär machen, und für deren Aechthcit und gute Erhaltung gehaftet wird, wird am L6. Sept. l. I. Morgens 9 Uhr in dem Materiallokale im hiesigen kbnigl. Zwangsarbeitshause in großem und kleinern Parthien an die Meistbietenden gegen gleich baare Bezahlung versteigert werden. Zugleich werden auch circa 50 Ztr. sowohl gesottenes als nngesottenes Leinengarn ebenfalls in großem und kleinern Parthien gegen sogleich baare Bezahlung dem öffentlichen Striche ausgesetzt werden, wobey bemerkt wird, daß der Strang des Leinengarns 1400 bayer. Ellen enthält. Zu dieser Versteigerung werden hiemit Kaufsliebhaber zur bestimmten Zeit und am bestimmten Orte eingeladen. Wasserburg, den 8. Sept. 1828. Kbnigl. Polizeykommissa« riat des Zwangsarbeitshauses Wasserburg. _Planer. (Bekanntmachung.) Da sich die in Verlassenschaftssachen des Juden Jakob Hirsch von Fischach auf den 10. d. M. festgesetzte Liquidations-Tagsfahrt vereitelte, so wird hiezu Termin «uf den 25. d. M. mit dem Bedeuten reassumirt, daß hiemit auch ein Vergleichsversuch verbun- den wird, rind demnach Nichterscheinende den Beschlüssen der Mehrzahl der Erschienenen bey- gezählt würden. LiZ. Zusmarshausen, den 12. Sept. 1828. Kdnigl. bayer. Lanogerichr. Hefner, Landgerichts-Assessor. (Bücher,Anktions-Anzeige.) Am 13. Okt. d. I. und den folgenden Tagen werden die aus dein Nachlasse des Till. Herrn I. P. v. Cobreö noch vorhandenen micistcns nalurwisscrr- schaftlichen Bücher an den Meistbietenden versteigert. Das Verzeichniß der verkauft werdenden Bücher ist in der außerordentlichen Beylage zur Allg. Zeitung von, 17. Aug. Nro. 75. enthalten. Der Ausrufspreis ist die Halste der in dem vorigen Jahr im Julius von mir versendeten Kataloge ausgesetzten Preise. Alle mir gütigst zu ertheilenden Aufträge werde ich mir aller Pünktlichkeit besorgen, auch übernehmen Herr Jos. Seebacher dahier, so wie alle löblichen hiesigen und auswärtigen Buch- und Antiquariats-Handlungen (durch die noch Kataloge bezogen werden können) portvfrey eingesandte, mit hinlänglicher Sicherheit versehene Bestellungen» Nach beendigter Bücherauktivn werden aus dem berühmt gewesenen Cobres'schen Naturalien- kabinette mehrere Suiten der Mineralien und Konchylien partienweise versteigert. Augsburg, im September 1828. W. Birett, Antiquar Lir. D. Nro. 253. (Bekanntmachung.) Der Unterzeichnete ist Willens, aus freyer Hand nachstehende Realitäten im Wege öffentlicher Versteigerung zu verkaufen: 1) Das ganz gemauerte, 2 Stock hohe Wohnhaus, zum Wilhelm Teil genannt, nebst Dreschtennen, Stadel und gut gedeckter Kegelbahn; 2) den kleinern Stadel an der südwestlichen Seite des Hauses mit Gemäß- und Grasgarten.dabcy; 5) das Schützenhaus, -Schieß- und 2 Zielerhäuechen sammt Schießstätte von circa L Tagw., worinn sich mehrere gute Obstbäume befinden; 4) 17 Tagw. 38 Dezim. Ackerfeld an einem Stücke, in der besten Feldlage, und etwa 500 Schritte vom Wohnhaus entfernt; 5) circa 4 Tagw. zweymädige Wiesen zunächst am Hause gelegen. Sämmtliche Realitäten sind grundeigen. Die Gebäude sind nur wenige Schritte von einander entfernt, befinden sich im besten Stande, in einer schönen gesunden Lage vor der Wertachbrücke, unweit der sehr frequenten Landstraße nach Augsburg, Schongau rc., und biethen sowohl zur Ausübung der vorhandenen Schenkgerechligkeit als zum Betriebe einer Oekonomie alle erforderliche Bequemlichkeit dar. Am Kaufschilliiige wird die Hälfte baar bezahlt, während für den Nest das ganze Anwesen als erste Hypothek unterstellt, und die Verzinsung nach 5 vom Hundert entrichtet werden muß; auch siehet dem Käufer es frey, nur ein Viertheil der Kaufsnmme baar, und ein Vicrtheil in jährlichen Fristen zu 100 st. nebst 5 Prozent Zinsen zu bezahlen. Die Realitäten können täglich in Augenschein genommen werden. Der Versteigcrungstermin wird auf Donnerstag den 9. Okt. d. I. festgesetzt, an welchem Tage sich Kaufsliebhaber in der Wohnung des Unterzeichneten dahier einfindcn, die weitern Kaufsbedingnngen vernehmen, und hieraus ihre Anböte bekannt geben mögen. Kaufbeuren, den 5. Sept. 1828. -___ Karl Jakob Stecher, Maurermeiste r. (Vermißte Uhr betreffend.) Es ist eine goldene Repetieruhr mit goldener Erbsenkette und 3 goldenen Pettschaften in München abhanden gekommen. Die Uhr ist flach, hat 2 Zoll im Durchmesser, arabische Ziffer auf weiß emalirtcm Blatt, oben ein Glas, und unter dem goldenen Deckel auch ein Glas, repetirt durch Federn, aber unrichtig. Die Erbsenkette ist 10 Zoll lang, die 2 Pettschaften haben 5 blaffe rothe Karm'ole, das mittlere Pettlchaft hat einen drehbaren Schlüssel in der Mitte von blau stählerner Spitze. Wer solche in Hände bekommt oder entdeckt, wolle es im Komtoir dieser Zeitung gegen Belohnung von einer Louisdor anzeigen. Unterzeichneter hat die Ehre anzuzeigen, daß künftigen Sonntag und-Montag, als am Kirchweihfeste, bey ihm Tanzmusik gehalten wird; wozu sich höflichst empfiehlt ._,_Bernhard Sreer, Sonnenwirth in Haunstetten. Dienstag den 23. Sept. nnd folgende Tage wird in der Wirthschaft, zum Bettelhäusle genannt, Lit. A. Nro. 372. eine Versteigerung eröffnet, worinn Ringe und Ohrcnringe mit Rossten, Eß- und Kaffeelöffel, Ketten und Pfeifen und andere Gold- und Silberstücke, Leib-, Lisch - und Bettwäsche, bestehend in ganz neuen Tischtüchern, Servieten, Leintüchern, Bettdecken und Ueberzugen, Hemder und Tüchlein-, Herren- und Frauenkleider, goldene und silberne Bockeihauben, Zinn, Kupfer, Porzellan, Gläser und Küchengeräth, Tische, Sessel, Kana, pee, Komod- und hohe Kasten, Bettstätten von Kirschbaum- und anderem Holz, Spiegel, Stockuhren, Better, Eisenwerk, Pferdgeschirr, 5 neue Bunzen, 1 Chaise, 1 Würstlein und E, ein großer Vorrath von circa 500 Brettern, eine Waschmang, nebst noch mehr , ge"standen gegen 14tagige Bezahlung an den Meistbietenden erlassen werden; wozu höflichst emladet Philipp Minger.