Nro. 225. Donnerstag, den 13. SepL. 1323.' AugsburgerOrdinari-Postzettung, Von Staats, gelehrten, historisch- u. ökonomischen Neuigkeiten Mit allerhöchsten Redakteur: Friedrich Loe. Gedruckt und verlegt von Joseph Anton Moy. München, deni6. Sept. Das königl. Gesetzblatt St. VIII. vorn 25. Aug. theilt folgendes Gesetz, die allgemeine Grundsteuer betreffend mit: Ludwig, von Gottes Gnaden, Kdnig von Bayern rc. rc. Durch die Nachtheile, welche eine Stenerbelegung nach verschiedenartigen Normen an und für sich im Gefolge hat, dann durch die häufigen Beschwerden über ungleichd Besteuerung veranlaßt, haben Wir das gesammte Steuer - System einer Revision unterziehen lassen, und verordnen demnach bezüglich der Grundsteuer nach Vernehmung Unseres Staatsrathes und auf Beyrath und Zustimmung Unserer Lieben und Getreuen, der Stande des Reiches, was nachfolgt: I. Kapitel. Allgemeine Normen für die Grnndbestenerung. §. 1. Das durch allerhöchstes königl. Rescript vom 15. März 1811 angeordnete Grundsteuer-Definitivum soll nach und nach in allen Theilen Unseres Königreiches nach den besonderen Bestimmungen des gegenwärtigen Gesetzes in gleichfönnige Anwendung kommen. H. 2. Die definitive Grundsteuer ist eine direkte Staatsaustage von G)'«nd und Boden. H. 5. Für die Grundsteuer wird nur eine einfache Beytragsgrdße ausgemittelt, und es bleibt-dieselbe unverändert, so lange der Besteue? rungs-Gegenstand dauert. §. 4. Da, wo der Grund und Boden mit Dominikal-und andern Reallasten, insbesondere'mit derZehentlast beschwert ist, steuert der Besitzer der Dominikal-und Zehentrenten nach dem Antheile, den er an dem Ertrage des Grund und Bodens nimmt, dem Grundeigenthümer, Nutznießer und Grundbesitzer zum Stenersimplnm bey. Der Beytrag des Grund-Eigenthümers, Nutznießers und Grundbesitzers nach Abzug aller Dominikal-und Neal- lasten ist alsdann die eigentliche Rustikalsteuer; der Beytrag der Zehentberechtigten die Ze- hentsteuer. Im Rheinkreise Hai der Besitzer deS mit einer Grundrente beschwerten Grund und Bodens die Grundsteuer allein zu tragen; dagegen darf er dem Besitzer der Grundrente nach den Bestimmungen der dort bestehenden Gesetze, und in den von denselben vorgesehenen Fallen, ein Fünftel der Rente in Abzug bringen, g. 5. Der Maaßstab der Besteuerung ist bey allen Grundstücken der, aus deren Flächen - Jnnhalt und der nach ihrer natürlichen Ertragsfähigkeit erhobene mitteljährige Ertrag desselben. Er besteht bey allen Kulturarten nur in dem Hauptprodnkte und zwar: a) bey Aeckern in dem mitreljährigen Kdrnerertrage nach Abzug der Aussaat und unter Freybelassung des Strohes, der Früchte der Brache, der Weyde und aller sonstigen ökonomischen Nebennutzungen; 1>) bey Wiesen in dem mitteljährigen Ertrage an Heu und Grumet; o) bey Waldungen in dem nachhaltigen Holzertrage nach der der Holzart entsprechenden Wirthschaft^ - Methode und unter Freybelassung der Forst-Ncbennu- tzungen; und ä) bey allen übrigen Gründen in dem den vorstehenden Hauptkultnr-Arten assimilieren Ertrage. Der Maaßsiab für die Besteuerung der Dominikal - und andern Renten ist ihr jährlicher wirklicher oder eingeschätzter Ertrag, für die Besteuerung der Zehnten, mit Ausschluß der nach H. 9. besonders zu behandelnden Klein-und Blutzehenren, der steuerbare Kdr- nerertrag der Grundstücke. Die Dominikallisten und Zehentbesitzer werden von dem Tage der Einführung des gegenwärtigen Gesetzes an, in Beziehung auf Steuernachlässe den Rnstikali- sten bey jedem Anlasse durchaus gleichgestellt. H. 7. Der Flächen - Jnnhalt der Grundstücke wird durch eine allgemeine, genaue Parzellar-Messung und Berechnung, die natürliche Ertragsfähigkeit aber durch wirkliche Ertragsausmittelnng (Bonitirung) bey gewissen Grundstücken als Anhaltspunktcn (Mustergründen) gefunden, mit welchen alle übrigen Grundstücke verglichen und hiernach in Klassen gebracht werden, tz. 8. Der Ertrag der Renken aus dem Dominikal-Verbände und anderen nutzbaren Rechten, so wie der Zehentrechte, wird durch Liquidation, Fatirnng und kontrolirende Schätzung erhoben. H. 9. Nach denselben Grundsätzen, wie tz. 6. und 8. wird erhoben, jedoch ausgeschieden, und nach abgesonderten Katastern besteuert der Ertrag; ») aus Klein-, Brach-, oder Grün-Zehenten, in so ferne die der Aus- zehentnng unterliegenden Früchte als eine bloße Nebenuutzüng, nicht aber als eine bereits in London, den y. Sept. Von Petersburg ist die Nachricht eingegangen, daß die russische Regierung über die Usur/ pätion des Don Miguel förmlich ihre Mißbilligung ausgesprochen, und sich bestimmtest entschlossen hat, auf der Anerkennung der Rechte Don Pedros an die Krone von Portugal zu beharren. — Der päpstliche Nuntius soll Lissabon verlassen. — Man glaub: allgemein zu Madeira, daß, wenn die anwesenden Truppen gesonnen seyen, die Insel zu vertheidigen, es eine Unmöglichkeit sey, daß sie eingenommen werde. Die Hilfe, welche von England geschickt werden soll, war am 10. August noch nicht angekommen. Am 28. Julius erschienen 2 portugiesische Briggs auf der Höhe von Funchal. Das englische Schiff Medina, das den englischen Konsul än Bord hatte, gicng ihnen entgegen, und nachdem es von dem portugiesischen Kommandanten erfahren harre, daß er die Insel blockire» wolle, so erklärte der Kapitän der Medina, daß er die Vertheidigung der englischen Flagge zu übernehmen die Verpflichtung habe. Die Portugiesen kündigten hierauf an, daß sie kci» englisches Schiff anhalten werden, bis ödn Großbrittannien die Blockade anerkannt sey. — Die portugiesischen Konstitutionellen. welche sich zu Portsmonth befinden, werden binnen Kurzem auf den, für sie ausgerüsteten, Schiffen Minerva. Susan, Lyra und Delphine nach Brasilien abgehen. — Es heißt nun allgemein, daß eine Uebereinkunfr zwischen den Grafen von Ofalia und Aberdeen über die Forderungen brittischer Unterthanen zu Stande gekommen sey, die die spanische Regierung mit 900,000 St. in Terminen, innerhalb 6 Monaten, vom 1. Okt. d. I. an, abtragen soll. — In dem bekannten Amphitheater von Astley in London debütirte neulich ein Elephant; es ward bey gedrängt vollem Hause ,,Blaubart", als Melodrama gegeben. Nach dem Stück sollte der Elephant in dem vor der Bühne befindlichen Circus seine Gcschicklichkeit zeigen , doch kaum hatte man ihn hineingeführt, so gebehrdeteer sich, wahrscheinlich erschreckt durch die große Menschenmasse, so äußerst widerspenstig, daß seine Führer momentan alle Gewalt über ihn verloren. Auf die ihn umringenden Zuschauer zustürzend, war es ihm bereits gelungen, beyde Vorderfüße über die den Circus umschließende Barriere zu bringen. Das Geschrey der Frauen war schrecklich; Alles drängte sich den Ausgangen zu, und es entstand eine unbeschreibliche allgemeine Verwirrung. Mehrere Dame» wurden durch des Elephanten Rüsicl leicht verletzt, eine aber so schwer, daß sie gleich zu einem benachbarten WMndarzt gebracht und zur Ader gelassen werden mußte. Mit großerSchwierigkeirgelang esendlich, des großen Ruhestörers Herr zu werden, und ihnaus dem Circus zu führen. Das gleich darauf gemachte Anerbieten der Eigner, ihn wieder heraus;» führen, damit er seine Kunststücke mache, ward, aller Versicherung ungeachtet, daß nichts mehr zu befürchte» wäre, mit dem allgemeinen Geschrey : Nein! Nein ! zurückgewiesen, worauf er dann auf der Bühne erschien, und dort, mit der allergrößten Ruhe mehrere Beweise seiner Geschicklich- keit ablegte. Lissabon, den 27. Aug. Der Konstitutionell meldet: „Man behauptet, Don Miguel habe an alle Kabinete eine eigenhändige Zuschrift, folgenden wesentlichen Inhalts, erlaßen: Er sey in Portugal mitder Absicht angekommen, den Institutionen seines Bruders Don Pedro gemäß zu regieren, aber durch die Wünsche des portugiesischen Volks, das ihn von allen Seiten zum König ausgerufen, hingerissen worden. Da er diesen Titel nicht hätte usurpiren wollen, so habe er die drey Stande des Königreichs zusammen gerufen , damit sie den Grundgesetzen des Staats gemäß entscheiden , ob diese Rechte gegründet seyen. Nach ihrer einstimmigen bejahenden Entscheidung sey er gezwungen gewesen, die ihm angebotene Krone gegen seinen Willen anzunehmen. Der Aufstand von Oporto habe nur dazu gedient, durch den auffallendsten Sieg die ihm von den Korkes ertheilten Rechte zu unterstützen. Er hoffe daher auch, daß die Souveraine sein Betragen billigen würden, da es nicht von ihm abgehangen hatte, den Wünschen der Nation zu widerstehen. Man glaubt, dieser Brief sey dem Wesen nach in Spanien entworfen , und mit einigen Modifikationen dann hier geschrieben worden. Don Miguel und seine Mutter solle», „och einige Stellen haben beyfügen »vollen, aber auf den Rath einiger ihrer Freunde davon abgestanden seyn." - Madrid, den 5. Sept. Dem König sind Vorstellungen über die Gefahr der Neuerung, eine höchste Junta zu erdichten, wobey nach früheren Nachrichten Hervas, Marquis d'Almenara und Burgos sich au der Spitze befunden haben würden, gemacht worden, »vorauf der König das in dieser Beziehung früher erlassene Dekret zurück genommen habe. Toulon, den 2. Sept. Die zweyte Ausrüstung unter dein Befehle des Generals Schneider, und bestehend aus Z Linienrcgimeutern, ist heute Früh um Z Uhr unter Segel gegangen. Eine unbeschreibliche Menge Volks von hier und der Uingegend haue sich auf die Höhen begeben, von welchen die Khede überschaut werden kam, um das imposante Schauspiel zu genießen. Unsere jungen Truppen waren im höchsten Grade enthusiasmiert. Der Zuruf der versammelten Menge wurde von den Musikchören der eingeschifften Regimenter beantwortet. Paris, den 11. Sept. Das Journal du Commerce meynt, wenn das Gerücht gegründet sey, daßdiePforte neue Truppen nach Morea senden wolle, so dürfte sie die französische Erpeditio» als einen hinlmg- lichen Grund, um Feindseligkeiten gegen Frankreich zu beginnen, betrachten. Es werde daher nothwendig seuu, daß die franz. Regierung über diese Expedition sich gegen daß Publikum und namentlich gegen das handeltreibende, kathegorisch ausspreche. Denn offenbar könnten, die in der Levante residirenden Franzosen in die größte Gefahr gerathen. — Wie groß mir allgemein die Neigung der jungen Leute zum Militärdienste in Frankreich ist, davon giebt einen neuen Beweis das Memorial Bearnais. In Bear» sind nämlich den Militärbehörden mehrere junge Konscribirte zur Bestrafung übergeben worden , weil sie sich am Körper verstümmelt haben, um dem Militärdienst zu entgehen. — Folgender Auszug eines Privatschreibens, das am Bord des Admiralschiffes der ersten Expedition nach Morea, die Stadt Marseille, und zwar auf offener See am 26. August abgefaßt wurde, ist uns, heißt es in der Gazette de France, so eben mitgetheilt worden: „Ich benütze die Gelegenheit der Abfahrt der kön. Ga- barre, die Emulation, welche nach Toulon zurückkehrt, um Ihnen einige Nachrichten von unö mitzutheilen, sein Sapienza. fern Bord, und benachrichtigten uns, daß Ibrahim seine Vorbereitungen reas betreibe, und die festen Plätze den Türken übergeben werde. Wir sind Alle mehr oder minder von der Seekrankheit ergriffen rc." Dieses Schreiben ist nämlich am ü. September, nach der Bemerkung unseres Korrespondenten, in-dem Haven von Toulon von der Gabarre überbracbr worden , auf welcher ohne Zweifel der Oberst Fabvier angekommen ist, wenn er nicht am Bord d.es Admiralschiffs geblieben seyn sollte. Nach dem Datum dieses Schreibens läßt sich annehme», daß die Expedition am 28. August im Angeflehte von Moreas Küsten erschiene» seyn konnte. Paris, den 12. Sept. Man schreibt uns aus Toulon unterm 6. September die Nachricht, daß die 2 ersten Divisionen von der französischen Erpeditio» nach Morea sich den 26. August in der Höhe von Malra, »i»d den 2g. in der Nahe von Morea befanden. Anöden Niederlanden, den d. Sept. Die Zeitung von Curacao vorn 14. Jun. meldet, daß der General Verveer mit einem der südamenkanischen Freystaaten einen Vertrag über das Durchgraben des Isthmus von Panama abgeschlossen habe. In Privatbriefen aus Curacao wird dieser Unternehmung eine große Wichtigkeit beygelegt, und die Ausführung derselben als vom größten Interesse für unsere westindischen BesiNnngcn betrachtet. Curacao, meynt inan in diesen Briefen, würde dann der Mittelpunkt der Erdkugel werden. Karlsruhe, den 12. Sept. Se. k. Hoheit der Großherzog, Hdchstwelcher in Begleitung der Herren Markgrafen Leopold, Wilhelm und Max Hoheiten, Sr. Majestät dem Könige von Frankreich und Sr. k. Hoheit dem Dauphin, aus Anlaß höchstderen erfreulichen Anwesenheit im Elsaß, einen Besuch abgestattet, und den erhabenen Reifenden die nachbarlichen Begrüßungen dargebracht hatten, sind vorgestern von Straßburg wieder hicher zurück gekommen. — Sr. Hoheit dem Herrn Markgra- fen Wilhelm verliehen Se. Majestät der König, in Erinnerung früherer Beziehungen, den Stern der Ehrenlegion, und beehrten Ihn ferner mir einer Einladung ins Lager nach Lüneville, wohin der Prinz bereits gegangen ist. Dem während der Dauer des Aufenthaltes dem Großherzog beygegebenen Offizier von der kdnigl. französischen Garde du Korps, Oberlieutenant v. Angustin, vergehen Se. königl. Hoheit das Ritterkreuz des Zähringer Löwenordens und eine reich mit brillantenem Chiffre geschmückte Tabatiere. Tegerusee, den 14. Sept. Die Jahre 1822, 24 und 25 bleiben in unserer Ortsgeschichte unauslöschlich, indem sie die Monarchen von Oesterreich und Rußland, Franz und Alexander, nebst des Erster» Gemahlin- Charlotte , den Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen mit der königl. Braut Elise von Bayern, den Erzherzog Franz Karl von Oesterreich und Herzog Johann von Sachsen mit ihren Zukünftigen, den Prinzessinnen Sophie und Amalie Auguste von Bayern, endlich die Königin Friederike von Schweden mit ihrem Prinzen Gustav in dieses einsame Thal führten, um an der Seite des unvergeßlichen Königs Maximilian Joseph, der Königin Karoline, mit den übrigen Prinzen nnd Prinzessinnen angenehme Tage zu genießen, Ersteres ist durch einen Denk stein k, der Schloß- und Pfarrkirche verewiget; das kön. Landgericht bewahrst das Verzeichniß des damals anwesenden Gefolges der allerhöchsten Höfe, in 257 Personen bestehend. — Das Jahr 1828 ist aber um so denkwürdiger, als es hier nicht nur zwey hoffnungsvolle Blühten WitkekßbachS vereinigte, sondern auch den seltenen Zirkel aller Sprosse« aus dem Hause Bayern um ihre kdn. Mutter bildete. Kurzgefaßte Nachrichten, Am 14. Sept. sind der k. k. 'österreichische Kabinetskurier Hegele vor, London nach Wien, und der k. englische Kabinetskurier Haulam von Wien nach London durch Würzburg passirt. — In Leu Umgebungen von Falaise, in der Gemeinde Villers-Cauiver, in Frankreich, hak man eine merkwürdige Entdeckung gemacht. Nahe bey diesem Dorfe zeigt sich eine unterirdische Deffnung am Fuße eines Felsens. Das Volk, das immer das Wunderbare liebt, erzählte sich darüber die sonoerbarsten Geschichten. Endlich wagte es der Eigenthümer dieser Höhle, nähere Nachforschungen anzustellen. Am ersten Tage waren seine Arbeiten umsonst. Aber am zweyten fand er einen vermauerten Gang, 'offnere denselben, und gelangte in einen viereckigen, in den Felsen eiugchaueuen Saal. Mitten in diesem unterirdischen Gemache lag ein Menschcngerippe von ungewöhnlicher Große, das mit starken Eisenkctten an den Felsen festgeschmiedet war. Neben ihm stand ein irdenes Triukgeschirr, und eine gegossene Lampe, an welcher man eine halb verwischte Ruinen -Jnnschrift bemerkte. Man hat bis jetzt noch nicht erklären können, aus wclcherZeit dieses Gerippe und diese Geräthe herstammcn mögen. So viel nur scheint gewiß zu seyn, daß dieses Gemach ein sehr altes Gefängniß ist. Die Ketten und die übrigen Gegenstände sind aus der Bibliothek zu Falaise öffentlich ausgestellt worden. (Bekanntmachung. > Am 28. dieses Monats September Früh 9 Uhr werden in Fürstcnfeld mehrere Pferde gegen gleich baare Bezahlung versteigert. Fürstenfeld, den 6. Sept. 1828. Kdnigl. Militär-Fohlenhofs -Inspektion.Hauck, Oberlieut. — Schick, Verwalrer, (Bekanntmachung.) Auf Amrag der Gläubiger des Anton Haas, Lippbauer zu Wiedenz- hausen, wird das Anwesen desselben zum Drittcumale dem öffentlichen Verkaufe untergestellt, und hiezu auf Dienstag den 7. Okt. Vormittags 9 Uhr Tagsfahrt in der diesseitigen Landgerichrs- kanzley anberaumt, wozu Kaufsliebhaber unter Bezug auf die Ausschreibung vom 29. April I. I. hienilt eingeladen werden. Dachau, den 2. Sept. 1328. Kbnigk. bayer. Landgericht Dachau. Eder, Landrichter«^ (Bekanntmachung.) Da sich bey der zum Verkaufe des Gottlieb Jlgischen Gantgutes in der dießgerichtlichen Ausschreibung vom 15. Jul. auf den 30. v. M. anberaumten Tagsfahrt kein Kamslicbhaber gemeldet hat, so wird zum Verkaufe dieses Anwesens auf den il. künftigen MonatS Vormittags 9 Uhr angesetzt, und sich wegen des Gutsbestandes auf die frühere Ausschreibung berufen. Friedberg, den 10. Sept. 1828. 'Kdnigl. bayer. Landgericht. von Gimmi, Landrichter. (Ediktalladung.) Die schon in den Jahren 1790 bis 1795 auf Wanderung gegangenen r Bruder, als Michael Salier, von Profession ein Schneider, und ^kaver Sailer, ein Bäcker, gebürtig von Unterglanheim dieß Gerichts, haben seit jener Zeit von sich nichts mehr hören lassen. Dieselben werden nun auf Andringen ihrer Geschwisterten hiedurch aufgefoderk, daß sie oder ihre allenfallsigen Deszendenten binnen 6 Monaten, von heute an, wegen Ansfolglassung des elterlichen Vermögens sä 100 st. für jeden ohne Zins schriftlich oder persönlich, und zwar um so gewisser sich hiehcr zu wenden haben, als außerdem dieses ihr Vermögen ihren noch lebenden Geschwisterten nnd iesg. Bruderskindern verabfolgt werden würde. Höchstädt an der Donau, den 9. Sept. 1828. Kdnigl. bayer. Landgericht Höchstädt. Hack, Landrichter. (Ediktalladung.) Auf Antrag der sich legitimirten nächsten Anverwandten werden nachstehende theils schon früher, theils erst im Feldzug der vereinigten, dortmals kaiserlichen, französischen und bayerischen Armee nach Rußland im Jahr 1812/13 ausgebliebene und vermißte Unterthans-Söhne, als : Anron Baier, geboren zu Mekcnhausen 1777 den 14.Juni, Wirthssohn, gieng am 16. Juli 1798 bey dem kdn. 5ten Chev. leg. Regiment Graf von Fugger gegen 25 fl. Hand - und Anbriuggeld auf 10 Jahre zu, desertiere aber am 7. August aus der Garnison Neu- niarkt, und hat man seitdem keine Spur von ihm mehr erhalten. Johann Kourad Haußner, geboren zu Uttenhofen am 6. November 1791 Taglöhnerssohn, Gemeiner des kdn. TlenLinien- Jnfanterie - Regiments. Joseph Mauderer, Bauerssohn von Mdrsdorf, Gemeiner beym kdn. Artillerie und Fuhrwesens-Bataillon, beyde seit dem Feldzug nach Rußland vermißt, und tz ercn allenfalsige Erben hiermit öffentlich aufgefordert, sich binnen 9 Monaten und längstens W zum 1. May I82y bey dem unterfertigtem kbn. Landgericht emzufinden, oder genügend';« Melden, und ihr Vermögen in Empfang zu nehmen, oder zu gewärtigen, daß nach fruchtlosem - Ablauf des Termins ihr Vermögen an ihre benannten nächsten Anverwandte gegen gesetzliche Kaution hinansgcgeben werde. Hippltstein den 15. Juli 1828. Kbnigl. Landgericht. __Fd rg, Landrichter. — coll. Wagner. (Edlktalziration.) Von dem kbnigl. bayer. Landgericht Heideu.)eim im Rezatkreise werden guf Ansuchen ihrer Verwandten, Kuratoren, und des kbnigl. Fiskus nachgenannte Verschollene: 1) Georg Wilhelm Hbrmann aus Treuchtlingen, geb. s. May 1774. Schuhmachergcselle, und seit seinem I4te» Lebensjahre abwesend; 2) Soldat Johann Paulus Lutz aus Berolzheim, geboren 19. Aug. 1777, vermißt im Feldzug nach Rußland; 0) Soldat Johann Thomas Eppellein aus Berolzheim, geboren 16. Okt. 1795, vermißt in^ Feldzug gegen Frankreich 1813; 4) Soldat Johann Georg Friedrich Westphal aus Kurzenaltheim, geboren 8. Okt. 1795, vermißt im Feldzug gegen Frankreich 1813; 5) Soldat Georg Michael Meyer aus Heidenheim, geboren 15. Jun. 1789, vermißt im Feldzug nach Rußland 1812; 6) Johann Georg Kaufmann aus Hech- lingen, dessen Geburtstag nicht ausgemkttelt werden kann, schon seit 1808 abwesend, und dessen Erben und sonstigen Verhältnisse unbekannt blieben, nebst ihren etwa zurückgelassenen Erben und Erbuehmern hiermit öffentlich vorgeladen, dergestalt, daß sie sich binnen d Monaten, und zwar längstens in dem auf den 12. Dez. d. I, Vormittags 9 Uhr bey dem hiesigen kbnigl. Landgericht anberaumten Termin persönlich oder schriftlich zu melden und daselbst weitere Anweisung, im Fall ihres Ausbleibens aber zu gewärtigen haben, daß sie werden für todt erklärt, und ihr sämmtliches zurückgelassenes Vermögen ihren bekannten nächsten Erben, die sich als solche gesetzmäßig legicimiren kdnnen, und hinsichtlich des Johann Georg Kaufmann von Hech- lingen und dessen unbekannten Erben, dem kbnigl. Frsko ohne Kaution werde zugeeignet werden. jHeidenheim, den 5. Febr. 1828. Kbnigl. bayer. Landgericht.Seiz, Landrichter. (Bekanntmachung.) Im Zwangswegs wird das zum kbnigl. Renramre dahier erbrechtsbare und handlbhnige Anwesen des Einbdbauers Johann Brunner am Riedhofe bey Raudeck, bestehend in den nöthigen Wohn- und Oekonomie- Gebäuden, 1 1/4 Tagw. Garten, 17 1/2 Tagw. Aeckern, 5 5/4 Tagw. Wiesen, 1/4 Tagw. Weydeplatz und 21 Tagw. Holzgrund im sogenannten Einwalde, nebst jährlichen Bezug 10 Klafter Rechrholzcs aus dem Randecker Forste, am Freytpg den 10. Okt. l. I. dahier in der Gerichtskanzley Morgens 9 Uhr zur öffentlichen Versteigerung gebracht, wozu Besitz - und Kaufs fähige hiemit einladet. Kehlheim, den 10. Sept.1828. Kbnigl. bayer. Landgericht.Lict. Griesl, Verweser. (Vorladung/ Michael Doll, Tagldhner vonKempfenhausen, ist schon seit dem 28. Febr. porigen Jahres vermißt, und soll am Wurmsee verunglückt seyn, worüber aber keine hinreis- chenden Beweise vorliegen, um der Wittwe die Erlaubniß zur zweyten Ehe schreiten zu dürfen ertheilen zu kbnncn. Es wird daher auf Requisition des erzbischbflichen Konsistoriums München, Freysing, Michael Doll von Kempfenhauscn cdiktaliter vorgeladen, sich in einer Ieicfrist von ß Monaten, vvm Tage der gegenwärtigen Ausschreibung an gerechnet, so gewisser bey der genannten geistlichen Behörde zu stellen, und das Weitere zu vernehmen, als außerdessen nach bereits geschehenem Anrufen seines WcibeS vorgekehrt würde, wie Rechtens ist. «Ltarnberg, pen 11. Jnl. 1828. Kbnigl. bayer. Landgericht Starnberg im Jsarkreise. Leiendecker, Landrichter. (Bekanntmachung.) Ein Vorrath von ciics 50 Zentnern Wollengarn aus innländischer guter Landwylle, vorzüglich geeignet für Lodercr und jene Tuchmacher, welche Lieferungen für das Militär machen, und für deren Aechthcit und gute Erhaltung gehaftet wird, wird am L6. Sept. l. I. Morgens 9 Uhr in dem Materiallokale im hiesigen kbnigl. Zwangsarbeitshause in großem und kleinern Parthien an die Meistbietenden gegen gleich baare Bezahlung versteigert werden. Zugleich werden auch circa 50 Ztr. sowohl gesottenes als nngesottenes Leinengarn ebenfalls in großem und kleinern Parthien gegen sogleich baare Bezahlung dem öffentlichen Striche ausgesetzt werden, wobey bemerkt wird, daß der Strang des Leinengarns 1400 bayer. Ellen enthält. Zu dieser Versteigerung werden hiemit Kaufsliebhaber zur bestimmten Zeit und am bestimmten Orte eingeladen. Wasserburg, den 8. Sept. 1828. Kbnigl. Polizeykommissa« riat des Zwangsarbeitshauses Wasserburg. _Planer. (Bekanntmachung.) Da sich die in Verlassenschaftssachen des Juden Jakob Hirsch von Fischach auf den 10. d. M. festgesetzte Liquidations-Tagsfahrt vereitelte, so wird hiezu Termin «uf den 25. d. M. mit dem Bedeuten reassumirt, daß hiemit auch ein Vergleichsversuch verbun- den wird, rind demnach Nichterscheinende den Beschlüssen der Mehrzahl der Erschienenen bey- gezählt würden. LiZ. Zusmarshausen, den 12. Sept. 1828. Kdnigl. bayer. Lanogerichr. Hefner, Landgerichts-Assessor. (Bücher,Anktions-Anzeige.) Am 13. Okt. d. I. und den folgenden Tagen werden die aus dein Nachlasse des Till. Herrn I. P. v. Cobreö noch vorhandenen micistcns nalurwisscrr- schaftlichen Bücher an den Meistbietenden versteigert. Das Verzeichniß der verkauft werdenden Bücher ist in der außerordentlichen Beylage zur Allg. Zeitung von, 17. Aug. Nro. 75. enthalten. Der Ausrufspreis ist die Halste der in dem vorigen Jahr im Julius von mir versendeten Kataloge ausgesetzten Preise. Alle mir gütigst zu ertheilenden Aufträge werde ich mir aller Pünktlichkeit besorgen, auch übernehmen Herr Jos. Seebacher dahier, so wie alle löblichen hiesigen und auswärtigen Buch- und Antiquariats-Handlungen (durch die noch Kataloge bezogen werden können) portvfrey eingesandte, mit hinlänglicher Sicherheit versehene Bestellungen» Nach beendigter Bücherauktivn werden aus dem berühmt gewesenen Cobres'schen Naturalien- kabinette mehrere Suiten der Mineralien und Konchylien partienweise versteigert. Augsburg, im September 1828. W. Birett, Antiquar Lir. D. Nro. 253. (Bekanntmachung.) Der Unterzeichnete ist Willens, aus freyer Hand nachstehende Realitäten im Wege öffentlicher Versteigerung zu verkaufen: 1) Das ganz gemauerte, 2 Stock hohe Wohnhaus, zum Wilhelm Teil genannt, nebst Dreschtennen, Stadel und gut gedeckter Kegelbahn; 2) den kleinern Stadel an der südwestlichen Seite des Hauses mit Gemäß- und Grasgarten.dabcy; 5) das Schützenhaus, -Schieß- und 2 Zielerhäuechen sammt Schießstätte von circa L Tagw., worinn sich mehrere gute Obstbäume befinden; 4) 17 Tagw. 38 Dezim. Ackerfeld an einem Stücke, in der besten Feldlage, und etwa 500 Schritte vom Wohnhaus entfernt; 5) circa 4 Tagw. zweymädige Wiesen zunächst am Hause gelegen. Sämmtliche Realitäten sind grundeigen. Die Gebäude sind nur wenige Schritte von einander entfernt, befinden sich im besten Stande, in einer schönen gesunden Lage vor der Wertachbrücke, unweit der sehr frequenten Landstraße nach Augsburg, Schongau rc., und biethen sowohl zur Ausübung der vorhandenen Schenkgerechligkeit als zum Betriebe einer Oekonomie alle erforderliche Bequemlichkeit dar. Am Kaufschilliiige wird die Hälfte baar bezahlt, während für den Nest das ganze Anwesen als erste Hypothek unterstellt, und die Verzinsung nach 5 vom Hundert entrichtet werden muß; auch siehet dem Käufer es frey, nur ein Viertheil der Kaufsnmme baar, und ein Vicrtheil in jährlichen Fristen zu 100 st. nebst 5 Prozent Zinsen zu bezahlen. Die Realitäten können täglich in Augenschein genommen werden. Der Versteigcrungstermin wird auf Donnerstag den 9. Okt. d. I. festgesetzt, an welchem Tage sich Kaufsliebhaber in der Wohnung des Unterzeichneten dahier einfindcn, die weitern Kaufsbedingnngen vernehmen, und hieraus ihre Anböte bekannt geben mögen. Kaufbeuren, den 5. Sept. 1828. -___ Karl Jakob Stecher, Maurermeiste r. (Vermißte Uhr betreffend.) Es ist eine goldene Repetieruhr mit goldener Erbsenkette und 3 goldenen Pettschaften in München abhanden gekommen. Die Uhr ist flach, hat 2 Zoll im Durchmesser, arabische Ziffer auf weiß emalirtcm Blatt, oben ein Glas, und unter dem goldenen Deckel auch ein Glas, repetirt durch Federn, aber unrichtig. Die Erbsenkette ist 10 Zoll lang, die 2 Pettschaften haben 5 blaffe rothe Karm'ole, das mittlere Pettlchaft hat einen drehbaren Schlüssel in der Mitte von blau stählerner Spitze. Wer solche in Hände bekommt oder entdeckt, wolle es im Komtoir dieser Zeitung gegen Belohnung von einer Louisdor anzeigen. Unterzeichneter hat die Ehre anzuzeigen, daß künftigen Sonntag und-Montag, als am Kirchweihfeste, bey ihm Tanzmusik gehalten wird; wozu sich höflichst empfiehlt ._,_Bernhard Sreer, Sonnenwirth in Haunstetten. Dienstag den 23. Sept. nnd folgende Tage wird in der Wirthschaft, zum Bettelhäusle genannt, Lit. A. Nro. 372. eine Versteigerung eröffnet, worinn Ringe und Ohrcnringe mit Rossten, Eß- und Kaffeelöffel, Ketten und Pfeifen und andere Gold- und Silberstücke, Leib-, Lisch - und Bettwäsche, bestehend in ganz neuen Tischtüchern, Servieten, Leintüchern, Bettdecken und Ueberzugen, Hemder und Tüchlein-, Herren- und Frauenkleider, goldene und silberne Bockeihauben, Zinn, Kupfer, Porzellan, Gläser und Küchengeräth, Tische, Sessel, Kana, pee, Komod- und hohe Kasten, Bettstätten von Kirschbaum- und anderem Holz, Spiegel, Stockuhren, Better, Eisenwerk, Pferdgeschirr, 5 neue Bunzen, 1 Chaise, 1 Würstlein und E, ein großer Vorrath von circa 500 Brettern, eine Waschmang, nebst noch mehr , ge"standen gegen 14tagige Bezahlung an den Meistbietenden erlassen werden; wozu höflichst emladet Philipp Minger.