GchuldknechtschastlH ^55 Milliarden IlII!IIUIIilIIIIIIIIlIIIIIII>IllIIIlllIIIIIi>IIlIIIIIIIIII!I!!IIIIIIIIIIIIlIIIU>IIIIIIIIIIII>III,I!lIlIIlIIIIlIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII,IIIII,IlM jährtiche Reichsausgabe Reichstagsrede am 6. Luli 5925 von Dr. Helfferich M. d. Verlag von Georg Stille, Berlin ><^<>^<>^'><><'»><>^>s^>^>>''><>-'^<>'^^ Schriftenreihe der preußischen Jahrbücher Nr. l und seine Probleme Rückschau und Ausblick Der Weltkrieg von Wilhelm Groener Generalleutnant z. D. Inhalt: 1. Der politische Gedanke vor dem Kriege. 2. Graf Schliessen und der operative Gedanke. 3. Die staatsmännische Führung im Kriege. 4. Der politische Gedanke und die Kriegführung, b. Volkswirtschaft und Kriegführung. 6. Die englischen Waffen. 7. Tie Kriegskonjmiktur. 8. Der wirtschaftliche Durchbruch, ö. Millionen- Heere und Technik. 10. Die feindliche Führung. 11. Der Schlußakt. 12. Nemesis. Ladenpreis broschiert Mk. 14.-, gebunden Mk. 20.- Nr. 2 Ostasiatische Pilgerfahrt Aus dem Tagebuch einer Reise nach China und Japan ^908/09 von Gerhard von Mutius Inhalt: Vorwort — Reise nach China - Reise nach Zapan — Gedanken über die Japaner — Gedanken über japanische Kunst. Ladenpreis broschiert 40,- Mk., geb. 47,50 Mk. Berlin NW. 7. Georg Gtilke Verlag. S>^<>-^>>-<>^<>-x5^>^>--<>—< Bei der dritten Beratung des Nachtrages zum Reichshaushaltplan für 1921 am 6. Juli wurde die allgemeine Aussprache durch den Reichskanzler eröffnet, dessen Ausführungen hier im Auszuge wiedergegeben werden. Die Entgegnung des Abgeordneten Dr. Helfferich (D.-Nat.) folgt dahinter im Wortlaut. Auszug aus der Rede des Reichskanzlers und Reichsfinanzminisiers Or. Wirth. Reichskanzler Dr. Wirth: Der ordentliche Haushalt weist 48,5 Milliarden Ausgaben auf, darunter 35,8 für eigentliche Reichszwecke, der außerordentliche Haushalt 59 Milliarden, darunter 26,6 für Aus» führung des Friedensvertrages. Das andere geht an Zuschüsse für die Betriebsverwaltungen, Lebensmittelzuschüsse usw. Dieser außerordentliche Etat muß so rasch wie möglich abgebaut werden. Was die 26,6 Milliarden zur Ausführung des Friedensvertrages anlangt, so muß diese Summe zum größten Teil in den Etat der Kontributionen übergehen, der in Zukunft einen jausenden Posten ausmachen wird. Nur soweit wir Entschädigungen zu leisten haben, sind diese als außerordentliche einmalige Ausgaben zu behandeln. Der dritte Teil des Haushalts, der der Kontributionen, interessiert besonders. Das ist leider keine bestimmte Größe. Wir haben da zwei Unsicherheitsfaktoren, die 26prozentige Abgabe von der deutschen Ausfuhr und dann die Schwankungen der deutschen Valuta. Es ist heute nicht meine Aufgabe, das Reparationsproblem in allen seinen Einzelheiten besonders zu erörtern, ich lasse auch die politisch bedeutsame Frage beiseite, wie wir uns die Goldmark beschaffen werden, die wir als Verpflichtung aus dem Ultimatum abliefern. Aber darüber wird sich doch die ganze Welt klar sein, daß jede Finanzpolitik und Steuerpolitik in dem Augenblick sct sbsuräum geführt wird, wo die deutsche Reichsmark dauernd dem Abgrund zustürzt (Zustimmung). Da braucht man keinen inanzminister mehr, sondern einfach einen Referenten aus irgendeiner ommission, der die Druckerpresse in Bewegung setzt. Mit Rücksicht auf das Schwanken der deutschen Valuta sind gerade unsere Leistungen mit großem Vorbehalt zu beurteilen. Die Reparationsleistungen sind gegenwärtig gleich 3,3 Milliarden Goldmark zu bewerten. Die Kosten der Besatzung sind auch unsicher. Als Belastung für die deutsche Finanzwirtschaft sind für das laufende Jahr rund 15 Papiermilliarden in den Etat eingestellt. Wie hoch sich die Kosten tatsächlich belaufen werden — es kommen dazu auch noch die Requisitionen in den besetzten Gebieten — wird erst die Entwicklung zeigen. Eine Festsetzung der Besatzungskosteu auf eine erträgliche Höhe muß "ein Ziel sein, das nicht nur wir anzustreben haben, sondern das die ganze Welt anstreben müßte (Zustimmung). Auch auf der Gegenseite ist ja anerkannt worden, daß die Besatzungskosten einzuschränken sind. Nun kommt die Umrechnung des Kontrtbmionsetats in Papiermark. Sie kann nur mit größtem Vorbehalt gemacht werden. Zurzeit dürfen wir wohl mit einem Verhältnis von 1:10 rechnen. Unter der Voraussetzung, daß der Geldwert im Innern auf der gegenwärtigen Basis eine gewisse Stabilisierung erfahren wird, daß im Laufe der Zeit der Außenwert des Geldes an den Innenwert heranwachsen wird, wird sich vielleicht alles zusammen jährlich auf 3,3 Milliarden Goldmark, d. h. auf 40 bis 45 Milliarden Papiermark stellen, wobei die Besatzungskosten eingeschlossen sind. Im außerordentlichen Etat bleiben zur Erfüllung des Friedensvertrages 5 Milliarden. 21 Milliarden von 26 sind auf den ordentlichen Haushalt der Kontributionen übernommen. I — 2 — Nun ist die Frage: Wie soll Deckung gefunden werden? Das grundsätzliche Ziel ist, daß die laufenden Kontributionen aus den laufenden Einnahmen zu deckeu sind. Das ist das Ziel, dem wir zustreben müssen, und um dessentwegen wir auch vor einer neuen Besteuerung nicht zurückschrecken dürfen. Wir stehen jetzt vor der zweiten Phase der deutschen Fiuanzreform. In der ersten galt es der Durchführung des Gleichgewichts im inneren ordentlichen Etat. Diese Phase ist gekennzeichnet durch eine Reform der direkten Besteuerung. Nun kommt die Sorge für den Reparationsetat, und hier müssen auch die indirekten Steuern systematisch durchgebaut werden. Trotz der hohen Belastung für das ganze Volk wird man doch mit allem Nachdruck versuchen müssen, auch die indirekten Steuern zu vervollkommnen und auszubaueu an den Punkten, wo sie noch ausbaufähig sind. Es muh auf diese Weise möglichstes Gleichgewicht zwischen direkter und indirekter Besteuerung herbeigeführt werden, damit die Gesamtheit der Steuern für das deutsche Volk tragbar erscheint. Was die direkten Steuern, die sogenannten Vcsitzsteuern anlangt, so handelt es sich um folgendes: Wir müssen zunächst sehen, aus der neuen Einkommensteuer möglichst hohe Erträge herauszuwirtschaften durch Verbesserung der Technik, der Hebung und der Kontrolle. Weiter ist gedacht an eine „Veredelung" des Reichsnotopfers. Dazu tritt der Ausbau anderer Steuerarten, so eine starke Erhöhung der Kapitalertragssteucr, eine Aenderung der Besteuerung der Versicherungen und ein Ausbau der Kraftfahrzeugsteuer, auch eine Wcttrennsteuer ist vorgesehen. Unter den indirekten Steuern steht vornan die Erhöhung von Zöllen und der Ausbau bestehender indirekten Steuern, so der Kohlen-. Zucker-, Tabak- und Biersteuer, weiter der Ausbau des Branntweinmonopols, der Mineralwassersteuer, der Zündholzsteuer und die Schaffung eines Schießstoffmonopols. Die Veredelung des Reichsnotopfers ist unbedingt erforderlich. Auf diese Weise wird am einfachsten nnd sachge- mäßesten die Besteuerung der Realwerte gestaltet werden. Nun kommt die Frage des Ertrages eines solchen Umbaues des Reichs- uotopfers. Die Schätzungen sind außerordentlich schwer. Jedenfalls dürfe» wir, wenn wir vorsichtig schätzen, mit mindestens 7 bks 8 Milliarden jährlich rechnen. Vor einigen Monaten ist das Problem aufgetaucht — das darf ich in diesem Zusammenhang erwähnen — von der Beteiligung der öffentlichen Körperschaften, insbesondere des Reiches, an der Industrie. Dieser Gedanke unterliegt zurzeit in der Reichsregieruug der Durcharbeit und Erörterung. Zunächst ist der Teil in Angriff genommen worden, der die Beteiligung an größeren Unternehmungen vorsieht. Diese Beteiligung soll durch Anfall eines Teils der Dividende gesichert werden. Weiter kommt in Frage in diesem Zusammenhang die Besteuerung des Vermögens- zuwachses. der allerdings schon durch die frühere Kriegsabgabe und durch das Reichsnotopfer und die Einkommensteuer erfaßt ist. Aber es erscheint doch geboten, den nach dem 31. Juli 1919 oder weuigsteus nach dem 31. Dezember 1919 entstandenen Vermögenszuwachs noch durch eine einmalige große Abgabe zu erfassen. Eine sehr bedeutende Vermehrung der Einkommen- und Bcsitzsteuer erwartet die Finanzverwaltung von einer erheblichen Verbesserung der Steuertechnik. Von der Verbesserung der Veranlagungstechnik erwarten wir ein Mehr von 8 Milliarden gegen das Vorjahr, was zur Voraussetzung hat, daß das Wirtschaftsleben nicht weiteren Störunge« ausgesetzt wird und keine weiteren großen Schwankungen im Geldwert eintreten. Eine vorläufige Uebersicht des Reichsfinanzministeriums ergibt, daß nach Durchführung der Steuergesetze wir nach vorsichtiger Schätzung mit etwa 8V Milliarden Gesamtsteuereinnahme rechnen können. Zwischen den Steuereinnahmen und dem dauernden Bedarf der nächsten Jahre ergibt sich eine nicht unwesentliche Spannung. Diese muß ausgefüllt werden, indem die Kohle nutzbar gemacht wird und andererseits die Frage der steuerlichen Spannung zwischen den Inlandswerten > - 3 - und Anslandswerten praktisch aufgerollt wird. Man wird um die entsprechende Lösung dieser Frage schwer herumkommen. Der Grundsat; ist: es soll ein Höchstmaß des Ertrages herausgeholt we»den, das ohne Störung der Wirtschaft möglich ist (Lachen rechts). Nach meiner vorsichtigen und vorläufigen Schätzung werden sich die laufenden direkten Steuern insgesamt für die nächsten Jahre auf HOV.z Milliarden stellen. Dazu kommen die einmaligen Einnahmen vom Ver- mögenszuwachs und von den Nachkriegsgewinnen, für welch letztere vorsichtig eine Milliarde angenommen sind. Die indirekten Steuern sollen Zg'/i Milliarden ergeben. Nach diesem Programm werden sich RVs°/o der Einnahmen aus den direkten Steuern ergeben Zu beachten ist aber auch die Belastung des Besitzes in Ländern und Gemeinden, die vier Milliarden oder noch erheblich höher sein würde. Wir wollen die sozialen Gesichtspunkte und die volkswirtschaftliche Tragfähigkeit berücksichtigen. Gelingt es, die große Mehreinnahme zu schaffen, so ist die Voraussetzung für die dritte Etappe der Finanzreform gegeben, die aber erst in späteren Iahren kommt mit dem Problem der geldlichen Stabilisierung und der Währungsreform. Das Programm steht erst in großen Umrissen fest. Einzelberatungen werden erst die nächsten Wochen bringen. Dem Reichstag wird die Entscheidung zufallen. Das Ziel ist gegeben, nämlich, daß wir auch den Reparationsetat soweit in unseren Kräften steht, in geordnete Bahnen lenken. Denn die Inflation ist für die Volkswirtschaft schädlicher, als selbst die schwersten indirekten Steuern. Gerade die schwachen Schultern leiden am schärfsten unter der Entwertung des Geldes. Wir haben den Willen — und ich nehme an, alle Kreise des deutschen Volkes, die eine Rettung unseres Volkes und unseres Staates ernsthaft ins Auge fassen, sind bereitwillig an die Arbeit gegangen — dnrch Ausbau unseres Steuersystems in Reich, Ländern und Gemeinden Grundlagen zu schaffen für unser eigenes Dasein und für die Verpflichtungen, die uns aufgelegt sind. Aber diese Arbeit muß getragen werden von gewissen Voraussetzungen. Diese liegen in einer pfleglichen Behandlung des deutschen Volkes als Staatswescn und der deutschen Wirtschaft (Beifall). Die Garantiekommission hat in einer Note uus geschrieben: „Das Garantiekomitee erkennt die volle Bedeutung an, die eine Festigung der Valuta für die Ausführung der Verpflichtungen gegen die Alliierten hat. Es gibt einen doppelten Faktor zur Befestigung der Mark: Das Gleichgewicht des Budgets und die Einstellungen der Ausgaben von ungedeckten Banknoten (Heiterkeit). Das Garantiekomitee verkennt nicht die Schwierigkeiten, in denen sich die deutsche Regierung befindet; aber es ist der Ansicht, daß die Lage des Budgets eine noch durchgreifendere Reform erfordert, als die mitgeteilten Pläne vorsehen. Die deutsche Regierung muß diese Mittel finden; wenn nicht noch durchgreifendere Reformen vorgenommen werden, so müßten die gegenwärtigen Maßnahmen der Alliierten geändert werden." Das ist eine klare Warnung. Wir wollen sie beachten, aber wir dürfen fragen, ob nun auch von der andern Seite jene „Sanktionen" oder besser Pressionen ,j»m Abbau kommen, die so große Wunden in unsere Volkswirtschaft seit Monaten hineingetragen haben. Ist es nicht geradezu etwas geschichtlich Merkwürdiges, daß man uns große Reformen zuschiebt, während diese Pressionen am Rhein den deutschen Volkskörper schwächen nnd das Loch im Westen wieder geöffnet wird für Schieberwaren aller Art? Wäre es nicht notwendig, in dem Augenblick, in dem man an uns mit einer solchen Note herantritt, daß man die Wnnden verschließt, die man nnserm Volkskörper geschlagen hat? Die Politik der „Sanktionen" der vorigen Monate war geeignet über jede freudige Arbeit einen Mehltau der Erschlaffung und Lähmung zu legen. Soll das deutsche Volk sich am Wiederaufbau der europäischen Wirtschaft beteiligen, gebe man ihm freien Raum zu ehrlichen! Spiel und zur Be- tätigung seiner Kräfte. Wir haben den ehrlichen Willen; wir erwarten die Antwort von der Gegenseite (Beifall und Händeklatschen). 1* 4 - Rede des Abgeordneten Or. Helfferich. Or. Helfferich: Meine Damen und Herren! Ich glaube, daß es in dem hohen Hause niemand gibt, der nicht den letzten Worten des Herrn Reichskanzlers voll zugestimmt hat. Die Zustimmung wäre vielleicht noch größer gewesen, wenn der Ton noch um einige Grade stärker und schärfer gewesen wäre. (Widerspruch links und bei den Deutschen Demokraten.) Es ist nicht nur, wie der Herr Reichskanzler gesagt hat, eine „geschichtlich merkwürdige Situation", daß man uns gleichzeitig . mit den sogenannten „Sanktionen", ich sage: mit den unerhörtesten Erpressungen, die die Weltgeschichte je gesehen hat, geißelt und peitscht, und daß man gleichzeitig das Höchstmaß von Leistungen von uns verlangt. (Lebhafte Zurufe links: die Folgen Ihrer Politik! Unruhe und Gegenrufe rechts.) Das ist nicht nur „geschichtlich merkwürdig", sondern das ist in der ganzen Weltgeschichte seit der Vernichtung Karthagos unerhört. (Stürmische Zwischenrufe links.) Ich wiederhole: Das Bild ist nicht nur „merkwürdig",--(Andauernde stürmische Unterbrechungen. — Glocke des Präsidenten.) Vizepräsident Or. Bell: Meine Herren! Ich bitte um Ruhe. Sie können ja ihre Gegenäußerungen nachher bei der Aussprache vorbringen. (Stürmische Zurufe links.) Or. Helfferich: Das Bild ist nicht nur „merkwürdig", sondern was dem deutschen Volke geschieht, ist unerhört uud unerträglich: und daß wir diese Lage als unerhört und unerträglich empfinden — — (Andauernder großer Lärm und Zurufe links. — Glocke des Präsidenten.) Daß wir nnsere Lage als unerhört und unerträglich empfinden, das rufe ich hier laut in die ganze Welt hinaus! (Andauernde erregte Zurufe links. ^ Gegenruse rechts. — Glocke des Präsidenten.) Vizepräsident Or. Bell: Meine Herren, ich muß bitten, doch Ihre Plätze einzunehmen. Es muß hier jede Partei das Recht haben, zu sprechen. (Erregte Zurufe liuks.) — Nachher kommen Sie ja ebenfalls zum Wort. (Abgeordneter Vogtherr: Der gehört ins Zuchthaus und nicht in den Reichstag!) - Herr Abgeordneter Vogtherr, wegen dieser Aeußerung rufe ich Sie zur Ordnung. Or. H elffe ri ch: Meine Damen und Herren! Sie werden diesen unerhörten Zustand nicht ändern durch Ihre Zurufe, im Gegenteil! (Erneute Zurufe und große Unruhe links. — Glocke des Präsidenten.) Vizepräsident Or. Bell: Meine Herren, so können wir unmöglich fortfahren und die Geschäfte weiterführen. Das widerspricht jedem parlamentarischen System, einen Redner nicht zu Worte kommen zu lassen. (Andauernde Unterbrechungen links.) - Sie müsse« den Herrn Abgeordneten Helfferich genau so reden lassen wie jeden andren Redner. (Erregte Rufe MN" Nein! Abtreten! ^ Gegenrufe rechts: Das ist die Freiheit? - Zuruf links: Vor den Staatsgerichtshof! — Große Unruhe und Gegenrufe rechts. ^ Glocke des Präsidenten.) Jeder Abgeordnete steht hier unter dem Schutze des Präsidenten, sonst ist die Geschäftsführung unmöglich. Ich muß deshalb dringend ersuchen, den Herrn Abgeordneten reden zn lassen. (Andauernde erregte Zurufe links: Kriegsverbrecher! Er muß unter Ihrem Schutze hängen!) ^ Ich bitte dringend, die unparlamentarischen Zwischenrufe zu unterlassen. Sie kommen nachher ebenfalls zum Wort und haben das Recht, sich gegenüber dem Herrn Abgeordneten Helfferich auszulassen, aber nicht jetzt in der Form von Zwischenrufen. (Zurufe links: Der hat nichts zu sagen!) l)r. Helfferich: Meine Damen und Herren! Der Zustand, den der Herr Reichskanzler beklagt hat und deu jeder Deutsche mitbeklagen muß, (Zurufe links: Heuchler! - Unruhe.) wird sich erst ändern, wenn das Ausland sieht, daß das gesamte deutsche Volk, daß auch Sie (nach links) diesen Zustaud für unerträglich halten. (Große Uuruhe und andauernde Zurufe liuks: Runter mit ihm! Gegenrufe rechts. — Glocke des Präsidenten.) Vizepräsident l)r. Bell: Meine Damen und Herren! Ich bitte doch dringend nm Ruhe. (Rufe links: Nein!) Es ist unmöglich, so die parlameutarischeu Arbeiten weiterzuführen. Bedenken Sie doch: die Augen des gesamten Auslandes sind jetzt ans uns gerichtet. So können wir doch nicht weiter arbeiten! Dr. Helfferich: Meine Damen und Herreu! (Andauernde Zurufe links.) Ich komme zn einem Thema, (erneute Unterbrechungen liuks; — Rufe rechts: Ruhe!) das die Herren wohl weniger aufregen wird. Ich wende mich zu den Zahlen, die der Herr Reichsfinanzminister — der Reichskanzler hat ja als Reichsfinanzminister gesprochen hier vorgetragen hat. Die Zahlen geben in der Tat ein erschütterndes Bild. (Zurufe liuks: Darau sind Sie schuld!) Aber so erschütternd dieses Bild auch seiu mag, so geben diese Zahlen noch nicht einmal den vollen Umfang der Finanzmisere, in der wir sind und in die wir weiter und weiter kommeu werden durch das Ultimatum. (Andauernde stürmische Zurufe liuks: Ihre Schuld! Unruhe rechts. — Glocke des Präsidenten.) Vizepräsident l)r. Bell: Meine Herren, das können Sie ja alles nachher bei der Aussprache sageu. (Stürmischer Widerspruch liuks.) ^- Dasselbe Recht, das Sie für sich 'in Auspruch nehmen, müssen Sie auch jeder andern Partei unter dem parlamentarischen System zubilligen. Herr Abgeordneter Dr. Helfferich, ich bitte, fortznfahren. Dr. Helfferich: Der Herr Reichskanzler hat die Ausgaben des Reichsetats, wie er sich auf Grund des jetzt zur dritten Lesung stehenden NachtragsetatÄ stellt, auf t08 Mit- - 6 - liarden rund ^ die Zahl wird wohl 'stimmen ^- beziffert. Von diesen 108 Milliarden Mark entfallen nach den Zahlen, die der Herr Reichskanzler genannt hat, 26 Milliarden auf die Durchführung des Friedensvertrages. Ich habe mir 23 Milliarden herausgerechnet. Aber es kommt bei der Lage, in der wir sind, leider Gottes auf eiue Hand voll Milliarden kaum mehr an: Sagen wir also 26 Milliarden! Es bleibt dann für den sogenannten „inneren Etat", von dein in der letzten Zeit soviel die Rede ist, also für die 'Befriedigung der inneren Bedürfnisse ohne. Ausführung des Friedensvertrages, eine Ausgabesumme von 82 Milliarden Mark übrig. (Zuruf links: Durch Ihre Schuld! — Lachen und Gegenrufe rechts.) Diesen Ausgaben stehen gegenüber Einnahmen im ordentlichen Etat von etwas mehr als 44 Milliarden Mark nnd im außerordentlichen Etat etwas über 10 Milliarden; — Hauptposten: das Reichsnotopfer! Das sind zusammeu nahezu 33 Milliarden Mark. Wenn Sie diese 53 Milliarden von den 108 Milliarden Mark hernnterrechuen, so kommen Sie auf ein Defizit von 33 Milliarden Mark. So stellt sich heute ans Grund des Nachtragsetats, der Ihueu vorliegt, mit wenigen Zahlen die Bilanz des Deutschen Reiches. Und uuu bitte ich Sie, zu beachten, welche Steigernug diese Ausgaben durch das Ultimatum erfahren. Da kann ich dem Herrn Reichskanzler nnd Reichsfinanzminister nicht ganz folgen. Herr Reichskanzler, ich bitte mich zn kontrollieren und mich eventuell richtig zn stellen, wenn ich irre. (Zurufe links.) Das Ultimatum legt uus als Dauerleistungen auf: 2 Milliarden in Goldmark an fester Annnität, dazu die bekannten 26 Prozent der Ausfuhr, die bei dem jetzigen Stande der Ausfuhr etwa 1,3 Milliarden ausmachen, zusammeu 3,3 Milliarden Goldmark; uud das uicht für einmal, nicht für eine beschränkte Zahl von Iahren, sondern für eine Zeit, die kaum abzumessen ist. Wenn nicht durch eine Steigerung der Ausfuhr diese au sich schou gewaltige Last !oou 3,3 Milliarden Goldmark automatisch uoch eine Steigernng erfährt, so werden wir. um die 132 Milliarden Goldmark Kapitalschuld abzutragen, ruud 100 Jahre au diesen Abzahlnugeu zu tragen haben. (Hört! Hört! rechts. — Zurnfc links.) Der Herr Reichsfinanzminister hat also vollkommen recht, wenn er sagt: das sind Ausgaben, die wir für die Znknnft in den ordentlichen Etat einstellen müssen, für die wir sofort für Deckung sorgen müssen. Zu den 3,3 Milliarden Goldmark kommen hinzu die Besatzungskosten. Diese stellen sich nach dem Voranschlag auf, ich glaube, etwas mehr als 8 Milliarden Papiermark für dieses Jahr. Ich habe mich gewundert darüber, daß sie so niedrig beziffert worden sind. Im vorigen Jahr waren 15 Milliarden eingesetzt. Wir haben ja noch nicht den Rechnungsabschluß; aber nach allem, was wir gehört haben, sind diese 15> Milliarden erheblich überschritten worden. Ich fürchte — und ich glaube, der Herr Reichsfinanzminister wird nicht widersprechen die 8 Milliarden in diesem Jahre werden erst recht erheblich überschritten werden, insbesondere dann, wenn die Entente das verwirklicht, was sie angekündigt hat, nämlich uns nicht nur für die Kosten der Okkupation von Düsseldorf, Ruhrort Usw. haftbar zu machen, sondern auch für die Kosten des Aufstandes in Oberschlesien. Gört! Hört! rechts.) Dann werden die 8 Milliarden auch nicht zur Hälfte ausreichen, ja nicht einmal zu einem Drittel, um diesen Posten zu decken. Es sind seinerzeit bei den Vorverhandlungen zwischen den Alliierten in Versailles nach dem Buche, das Herr Tardieu vor einiger eiZt über den Frieden veröffentlicht hat, zwischen Engländern, Amerikanern, Italienern und Franzosen bindende Abmachungen getroffen worden, daß, wenn Deutschland den Friedensvertrag unterzeichnet hat und die Friedensbedingungen ausführt, die Besatzungskosten auf 12 Millionen Pfund jährlich reduziert werden sollen. (Hört Hört! rechts.) Das sind 240 Millionen Goldmark pro Jahr, beim Kurse vou 15 Papiermark für eine Goldmark 3,6 Milliardän Papiermark. (Hört! Hört! bei den Deutschnationalen.) Statt dessen haben wir Leistungen für die Besetzung zu bewirken, die vielleicht an das Zehnfache, jedenfalls an das Sieben- bis Achtfache dieser Summen herankommen. (Hört! Hört! rechts.) Ich möchte die Reichsregierung bitten, mit allen Mitteln, die ihr znr Verfügung stehen, wenigstens in diesem Punkt den Standpunkt, den ihr das Ultimatum gegenüber den Alliierten gegeben hat, auszunützen. Ich möchte sie bitten, von den Alliierten zu verlangen, daß die Besatzungskosten mindestens auf dieses Maß, das immer noch eine horrende Summe für das ausgeplünderte und ausgesogene deutsche Volk bedeutet, auf diese Zahl, die schon vor mehr als zwei Iahren unter deu Alliierten vereinbart worden ist, endlich herabgesetzt werden. (Sehr richtig! rechts.) Solange das aber nicht geschehen ist, werden wir für Besatzungskosten in nnsere Bilanz eine Milliarde Goldmark, wie ich fürchte, einstellen müssen. Dazu kommt ein weiterer Posten: die Zahlungen des Reiches aus dem Ausgleichsoerkehr. Ich habe mir erlaubt, im Hauptausschuß au die Vertreter des Wiederaufbauministe- riums die Frage zu richten, wie hoch diese Ausgleichszahlungen sind? Sie sind gegenwärtig pauschaliert auf Grund einer Abmachung mit den Alliierten. Sie betragen jetzt Monat für Monat und wohl noch für lange Zeit 2 Millionen Pfnnd Sterling. Das sind im Jahre 24 Millionen Pfund Sterling, also rund eine halbe Milliarde Goldmark. Aus den drei Posten: 3,3 Milliarden Annuitäten aus dem Ultimatum, eine — 8 — . Milliarde Besatzungstosten, eine halbe Milliarde für Ausgleichszahlungen komme ich ailf 4,8 Milliarden Goldmart Iahresbelastuug. Wenn ich mit 15 multipliziere — nnd der Kurs von 15 Papiermark gleich einer Goldmark ist noch zu gering; nach dein heutigen Dollarkurs wären 17—18 Papiermark gleich einer Goldmark —, so ergibt sich für die Diirchführuug des ^riedeusvertrags nnd des Ultimatums eine jährliche Belastung von nicht weniger als 72 Milliarden Papiermark. (Hört! Hört! rechts.) Diese stelle ich den 40 bis 45 Milliarden Papiermark gegenüber, von denen der Herr Reichskanzler gesprochen hat. Wenn wir vor uns selbst ehrlich sein wollen, wenn wir uns selbst ein klares Bild machen wollen, müssen wir nicht 40 bis 45Milliarden, sondern nach meinerRnsicht rund 70 Milliarden, 72 Milliarden Papiermart einsetzen. (Zuruf vom Regierungstisch.) — Die Ausgleichszahlungen gehen noch einige Jahre weiter, und wir wollen uns znnächjt an das nächste halten. Dieser Posten wird später in Wegfall kommen; das wird dann eine gewisse Erleichterung bedeuten; aber zunächst müssen wir damit rechneu, daß die Ausführung des Fricdensvertrages, das Budget der Reparationen, wie es der Herr Reichskanzler genannt hat, unserm inneren Etat, den ich vorhin ans 32 Milliarden beziffert habe, noch mindestens 72 Milliarden Ausgaben hinzufügt. Damit kommen wir zu einer Gesamtlast der Iahres- ausgaben des Reichs vou ruud 155 Milliarden Papiermark (hört! hört! rechts) — immer unter der unwahrscheinlichen Voraussetzung, daß der Kurs unserer Papiermark nicht uoch weiter zurückgeht. Unsere gesamten Einnahmen, einschließlich der außerordentlichen, einschließlich des Notopfers, von dem sehr erhebliche Beträge setzt infolge der Beschleuuiguug der Einzahlungen eingegangen sind, beziffern sich heute — ich erwähnte die Zahl vorhin — auf 55 Milliardeu Papiermark. Das ist nicht viel mehr als ein Drittel dessen, was in Zuknnft zn beschaffen sein wird, was für die nächsten Jahre zu beschaffen sein wird. Das ist eine Seite der Frage! Das ist Papierbilanz, wie ich sie mal nennen will, nnd schon die Durchführung dieser Papierbilanz erachte ich für eine Unmöglichkeit. (Sehr richtig! rechts.) Der Herr Reichskanzler hat dann von den nenen Steuern gesprochen, die er schaffen will. Ich weiß nicht, ob er neue und alte Steuern znsammengerechnet hat; es war nicht so schnell mitzukommen, er hat hente anch etwas schneller gesprochen als sonst. Ich weiß also nicht, ob die 80 Milliarden, die er genannt hat, das sein soll, was neu hinzukommt oder das Gesamtaufkommen. (Zuruf vom Mimstertisch.) — Das künftige Gesamtanfkommcn einschließlich der bestehenden Steuern? (Zustimmung vom Ministertisch.) Dieses Gesamt- aufkommen von 8V Milliarden einschließlich der bestehenden - 9 ^ Steuern winde also in Zukunft einem Ausgabebedarf von rnnd 153 Milliarden gegenüberstehen, also ein Defizit von ungefähr 75 Milliarden hinterlassen. Und, meine Damen nnd Herren, das ist kein Wunder. Keine direkten und keine indirekten Steuern — weuu nicht eine noch weitere Entwertung der Mark eintritt, der wir dauu uachlaufeu müssen, die die Sache nicht bessert, sondern verschlimmert — kein Anziehen der Stener- schranbe kann ans dem deutscheil Volke den Betrag von 155 Milliarden oder auch uur einen annähernden Betrag Heranspressen. Das ist einfach nicht möglich. Nehmen Sie zunächst die direkte» Steuern! Ich will gar nicht ans die Einzelheiteil eingehe», von denen der Herr Reichskanzler sprach. Der Herr Abgeordnete Trimborn bat durchaus das Nichtige getroffen: über so weitgehende Stenervorlagen kann »ran erst urteilen, wenn man sie genau vor sich sieht, wenn man genau weiß, was vorgeschlagen wird. Trotzdem ist es wichtig, daß wir nns heute über diese Dinge nnterhalten. Denn wenn wir jetzt in die Ferien gehen, so nehme ich an, daß wir alle — darin werde» auch Sie (nach links) mir zustimmen ^ bedrückt hinansgehe», bedrückt über die ungeheure Last, die auf unserm Volke liegt. (Zurnfe nnd Unruhe links.) Auch Sie werden Ihren Kopf anstrengen müssen. (Lebhafte Zurnfe links: Sie haben es verschuldet! Die Kriegsschuldeu muß der Verlierer nach sich tragen! Bleigewicht!) Ich für meine Person mache mir folgenden Gedankengang znrecht und ich glanbe nicht, das; diesem Gedankengang widersprochen werden kann. Die 55 Milliarden, die wir hente einschließlich der außerordentlichen Einnahmen im Reiche anfbringcn, bestehen zn einein ganz großen Teil bereits Heute ans direkten Steuern. In: letzten Jahre sind, wenn ich die, Zahlen recht im Gedächtnis habe, rnnd 33 Milliarden aus direkten Steuern nnd Verkehrsstencrn aufgekommen.; aus direkten Steilern einschließlich der Reichsstempelabgabc, aber ohne Umsatzsteuern nnd ähnliches, rnnd 25 Milliarden, gegeil ruud 13 Milliarden ans Verbrailchssteileril nnd Zöllen, einschließlich der Ausfnhrabgaben. Also heute schon eine Anspannung der direkten Stenern, die ja auch den Herrn Reichskanzler vor einem halben Jahre zu dem Ausspruch veranlaßt hat, daß hier ein weiteres Anziehen der Steuerschraube nicht möglich sei, daß in gewisser Beziehung eine Revision, ein Abbau stattfinden müsse. Er hat auch eingesetzt. Wir haben uus genötigt geseheil, für die kleineren und mittleren Einkommen — für das^ was man heute uoch kleine uud mittlere Eiukommen nennt! - - Entlastungen eintreten zu lassen. Also hente schon 25 Milliarden direkter Steuern? Und wie zustandegekommen? Dnrch Steuersätze, die auf eine irgendwie längere Dauer für - 10 - kein Volk erträglich sind. Jede Steuer ist schließlich tragbar, solange sie aus dem Einkommen, das Jahr für Jahr erzielt wird, bezahlt werden kann und solange dann noch soviel übrig bleibt, daß eine Neubildung von Kapital möglich ist, die dem natürlichen Zuwachs eines Volks entspricht. (Sehr wahr! rechts.) Diese Grenze ist bei uns heute schon überschritten. (Sehr richtig! rechts.) Das Notopfer ist durchgestaffelt bis zu 63 Prozent der Vermögen. Die Einkommensteuer ist durchgestaffelt bis 60 Prozent der Einkommen. Die Erbschaftssteuer ist schon für Kinder und Ehegatten durchgestafselt anscheinend nur bis 35 Prozent, in Wirklichkeit ist sie durchgestaffelt bis 70 Prozent. Denn wenn der Erbe bereits Vermögen besitzt, dann kommen Zuschläge hinzu, die'sehr bald den vollen Betrag der eigent> lichen Steuer erreichen, also einer Verdoppelung gleichkommen. (Zuruf von den Sozialdemokraten: In diesem Falle ist sie volkswirtschaftlich nützlich!) - Das ist Ihre Ansicht. Herr Abgeordneter Keil! Ueber diese Ansicht werde ich später gern mit Ihnen diskutieren. Heute handelt es sich nur um ein objektives Bild über die ganze Sachlage; und da stelle ich fest, daß heute schon die Erbanfallsteuer, die uach einer Andeutung des Herrn Reichskanzlers noch weiter ausgebaut werden soll, sogar bei Kindern und Ehegatten bis auf 70 Prozent der Erbschaften durchgestaffelt ist. Meine Damen und Herren, Sie können gewiß das Notopfer noch weiter schrauben, können die Einkommensteuer noch weiter erhöhen, auch die Erbschaftssteuer noch weiter .hinaussetzen. Was Sie damit für ein volkswirtschaftliches Unglück anrichten, darüber wollen wir, wie gesagt, heute nicht diskutieren. Aber eins ist sicher: Sie können das Notopfer nicht verdoppeln, denn 136 Prozent von seinem Vermögen kann anch der reichste Mann nicht bezahlen. (Sehr richtig! und Heiterkeit rechts.) Sie können die Erbschaftssteuer nicht verdoppeln, denn IM Prozent von der Erbschaft kann der reichste Mann nicht bezahlen. (Erneute Zustimmung uud .Heiterkeit rechts. — Zuruf rechts: Ein sozialdemokratischer Antrag lag vor!) — Ja, dann nehmen die Herren das aus dem Blau des Himmels heraus, wenn es ihnen auf der Erde fehlt. ^ Sie können die Einkommensteuer, wenn Sie nicht über eine Konfiskation der Einkommen noch Hinausgeheu wollen, gleichfalls nicht verdoppeln. Wenn Sie 120 Prozent vom Einkommen erheben, hat der Mann nichts zum Leben, und zweitens wird seine Vermögenssubstanz angegriffen und sehr bald aufgezehrt. Ich überlasse es dem Urteil der Herren hier (zur Linken), ob Sie glauben, daß unsere indirekten Steuern ohne die schwersten Schädigungen von 12 bis 13 Milliarden, die sie heilte erbringen, auf den Betrag von nahezu W Milliarden hinaufgebracht werdeu können, von dem heute der Herr Reichsfinanz- - 11 - minister sprach. Machen Sie die Division mit 6V Millionen, deutschen Einwohnern, sehen Sie, was auf den Kopf kommt! (Znrnf von der äußersten Linken: Sie kritisieren Ihre eigene Politik! Sie sind an allein schnld!) — (sie sageil immer dasselbe! Ich dachte hier im Deutschen Reichstag, nicht in einem Papageihans zu sein. (Zurufe links und Gegenrufe rechts.) Meine Damen uud Herren, uehmen Sie eine andere Relation, aus der Sie die Unmöglichkeit ersehen werden, hier zu Räude zu kommen. Nicht ein deutscher Sachverständiger, sondern, soviel ich weiß, die alliierten Sachverständigen haben das durchschnittliche Einkommen iu Deutschland pro Kopf der Bevölkerung bei der Brüsseler Konferenz auf 3900 Mark geschätzt. Machen Sie die Multiplikation mit 60, dann kommen Sie auf eiu Volkseinkommen von ungefähr 230 Milliarden. Von diesen 230 Milliarden sollen 155 Milliarden Steuern, also zwei Drittel! erhoben und zum großen Teil an die Entente abgeführt werden. Ist das eine Möglichkeit? (Lebhafte Rufe rechts: Nein!) Das ist für das deutsche Volk unmöglich! Das wäre für jedes andere Volk uumöglich! Deuu das, was übrig bliebe, wenn nach den richtigen und vernünftigen Grundsätzen, die der Herr Reichsfinanzminister aufgestellt hat, die dauernden Lasten durch laufende Steuern erhoben werden, ^ was dann dem deutschen Volke übrig bliebe, das ist nicht genug zum leben, ist aber gerade genug zum sterben. (Lebhafte Zustimmung rechts. ^ Zurufe liuks.) Ich sage also: schon die Papierbilanz beweist, daß au die Durchführnng dieser Steuern, an die Decknng des Ultimatums aus 'Einnahmen des deutscheu Volkes überhaupt uicht zu deukeu ist. lZuruf liuks: Bitte, geben. Sie andere Mittel an!) Lassen Sie mich rnhig zn Ende reden. (Zurus rechts: Es gibt eben keine anderen Mittel!) — Sie (nach liuks) hätten vielleicht schon gehört, was ich zn diesem Punkte zu sagen habe, wenn Sie mich vorhin nicht fortgesetzt unterbrochen hätten. Also zügeln Sie, bitte, Ihre Ungeduld. — Ich fahre im Text dessen, was ich auszuführeu habe, weiter fort. (Zuruf links : Milchmädchenrechnung!) —Wir wären alle sehr glücklich, weuu es sich nnr um eiue Milchmädchenrechnung handeln würde. — Meine Damen und Herreu! Wie sieht uuu aber die Goldbilauz aus, in der die wahren Ziffern des „Budgets der Reparationen" stehen? — Einmal die Goldbilanz des Deutscheu Reiches, unserer staatlichen Organisation. Da muß ich auf die Zahlen zurückgreifen, die ich vorhin nannte: zunächst '3,3 Milliarden Iahrcszahlnng für das Ultimatum; dann die Besatzungskosten, die ich augenblicklich nicht niedriger als eiue Milliarde im Jahr veranschlagen kann. Ich 12 will annehmen, daß davon für Sold nnd ähnliches, was an die Alliierten in bar zn zahlen ist, 300 Millionen Goldinark gezahlt werden müssen; das ist niedrig veranschlagt; es ist in Wirklichkeit wahrscheinlich erheblich mehr. Dann kommen wir auf 3,6 Milliarden. Dazu kommen die rnnd 500 Millionen Goldmark für die Ausgleichszahlungen. So gelangen wir auf mehr als Ä Milliarden Goldmark, die das Deutsche Reich in Ausführung des Friedensvertrages heute nnd wenigstens noch für einige Zeit an die Alliierten zn zahlen hat. Das ist die Goldbilanz des Reiches. Aber zu dieser Goldbilanz des Reiches kommt für das deutsche Volk uud seine Wirtschaft noch ein anderer Posten hinzu. Zn dieser Goldbilanz des Reiches kommt noch der Passivsaldo der Zahlungsbilanz der deutschen Volkswirtschaft. Wie sieht dieser Passivsaldo ans? Unsere Ausfuhr stellt sich nach der letzten Zahl, die bekannt ist, ans rnnd 5 Milliarden Goldinark; nnsere Einfuhr kommt auf 7,3 Milliarden Goldmark. Unsere Handelsbilanz ergibt olso ein Defizit von 2V- Milliarden Goldmark. Aber damit nicht genng. Wir waren vor dem Kriege ein Glänbigerland. Wir bezogen ans den, Auslande Zinsen aus fremden Wertpapieren, Erträgnisse ans Kapitalanlagen im Auslande und ähnlichen Dingen mehr. Wir bezogen sehr erhebliche Einkünfte, mehrere Hnndert Millionen Mark, ans unserer Schiffahrt, die verschwunden ist. Alle diese Aktivposten unserer Zahlungsbilanz sind durch deu Frieden von Versailles weggelöscht. Dazu kommt ein weiteres. Schon im Kriege hat sich die deutsche Volkswirtschaft an die ausländischen Volkswirtschaften verschulden müssen. Das hat nach dem Kriege, in der Revolution und bis zum henligen Tage Fortschritte gemacht nnd macht jede» Tag weitere Fortschritte. Womit bezahlen wir heute den Fehlbetrag unserer Handelsbilanz? Wir bezahlen ihn durch Schulden. (Zuruf links: Wie Sie im Kriege!) Das ist, wenn »ran sich auf eine» Dauerzustand von 100 Iahren einrichtet, eine Unmöglichkeit. (Sehr richtig! rechts!) Wir müssen damit rechnen, daß heute bereits unsere Verschuldung nach dem Auslande — und ich glaube auch hier uicht, daß der Herr Reichsfiuanzminister mir widerspricht — beträchtlich mehr als 20 Milliarden Goldmark beträgt. (Reichsfinanz- minister Dr. Wirth: Das ist schwer zn schätzen!) — Gewiß, es ist schwer zu schätzen; aber ich weise darauf hin: es handelt sich nicht nur um die gewaltigen Kredite, die wir im Auslande aufgenommen haben, sondern es sind auch uugeheure Beträge, die in Form von ausländischen Krediten in den verschiedensten Formen heute schon im Inlande bestehen nnd für deren Verzinsung nnd eventuelle Rückzahlung die Gegenwerte in ausländischen Devisen, d. h. in Gold, nach dem Auslande remittiert werden müssen. Ich mache aufmerksam auf den Bericht einer > 13 unserer Großbanken, aus den Bericht der Dresdner Bank, in dem ausgeführt wird, daß von den Kreditoren dieses Instituts, die mehr als 11 Milliarden Papiermark betragen, mehr als ein Viertel auf ausländische Gläubiger entfällt. Ich glaube nicht, daß die Dresdner Bank das hervorgehoben hätte, wenn sie der Ueberzeugung wäre, daß diese Zahl aus dem Rahmen herausfällt. Diese Dinge bezeichnen den Zustand unserer ganzen Wirtschaft. Deswegen glaube ich : der Betrag von 20 Milliarden Goldmark Verschuldung an das Ausland ist nicht zn hoch, sondern eher zu niedrig gegriffen. Wenn Sie nnn davon nur 5 Prozent Zinsen rechnen, so ist das eine Belastung unseren- Zahlungsbilanz um eine weitere Milliarde Goldmark. Wenn Sie sich aber erkundigen, wieviel Zinsen heute an das Ausland tatsächlich gezahlt werden müssen, so kommen wir leicht auf den doppelten Betrag. Ich will nur eine Milliarde zuschlagen. Rechnen Sie das hinzu, schlagen Sie das zu den 2''s Milliarden Defizit unserer Handelsbilanz, das heute besteht, so kommen Sie auf 3Vü Milliarden! nnd diese Summe hinzngerechnet zu den Ä Milliarden, die vom Reiche an die Ententestaaten zn bewirkender Goldleistungen, ergibt einen Gesamtfehlbetrag der deutschen Goldbilanz von jährlich 7^> Milliarden Goldmark. Da frage ich: Wo ist der Zauberstab, mit dem das Papier, das Sie allein auch mit der schärfsten Anziehung der Steuerschraube aus Deutschland nicht herausholen können, - wo i^st der Zanber- stab, der dieses Papier in Gold umwandelt? Ich kenne diesen Zanberstab nicht. Meine Damen und Herren! Wir wollen doch auch in diesem Punkte absolut klar sehen? nnd weil wir das wollen, deshalb bedaure ich gewisse Veröffentlichungen, die in letzter Zeit hinausgegangen sind und die über diese wichtige Frage eine starke Unklarheit verbreitet haben; natürlich nicht absichtlich, das nehme ich nicht an. Ich komme damit auf die augenblickliche Situation und die Frage, wie es überhaupt in der nächsten Zeit mit unseren Zahlungen an das Ausland werden soll. Den Damen und Herren ist bekannt, daß wir bei Unterzeichn nung des Ultimatums innerhalb einer ganz kurzen Frist einen Wechsel auf eine Milliarde Goldmark an die Ententestaaten gegeben haben, der am 31. August dieses Jahres fällig ist und eingelöst werden muß. Dann kommen vom Ende dieses Jahres ab die regelmäßigen Zahlungen, die wir in acht von den zwölf Monaten des Jahres zu erfüllen haben. Sie betragen am 13. November zum erstenmal ein Viertel der 26- prozentigen Exportabgabe, also nngefähr 330 Millionen Mark. Es kommt dann am 15. Iauuar 1922 znm erstenmal eine Zahlung von 300 Millionen Goldmark, ein Viertel der festen Annuität von 2 Milliarden Goldmark; dann am II. Februar - Itz - wieder ein Viertel der Exportabgabe mit AIs) Millionen Gold, Dann kommen am 15. April wieder die 500 Millionen Gold. Und so wickelt sich das Monat für Monat weiter ab. In jedem Jahre werden wir in acht Monaten diese gewaltigen, Goldzahlungen an das Ausland aufzubriugeu haben, — soweit nicht Sachleistungen eintreten, soweit nicht Sachleistungen einen Teil der Goldleistnngen ablösen. Und da Wolleu wir uns uun einmal ein ungeschminktes Bild macheu, wie die Dinge aussehen. In der Öffentlichkeit begegne ich immer dem Eindruck, die erste Milliarde, die wir uach dem Ultimatum für deu 31. August dieses Jahres schulden, sei bereits bezahlt. Das steht sogar in dem Commnuique der Garantiekommisswn. Ja, bezahlt ist sie durch die Hingabe von Wechsel», die am 31. August d. I. fällig werden. (Zuruf von den Deutschen Demokraten: So sagt jeder Kaufmauu!) Ja, so sagt jeder Kaufmann, und der Kaufmauu versteht es richtig. Aber Sie werden mir zugeben, Herr Kollege Petersen: für das große Publikum ist es ein Mißverständnis! und das; dieses Mißverständnis auch bei vielen Leuten besteht, die kaufmännisch denken können, davon habe ich in den letzten Wochen oft Gelegenheit gehabt, mich zn überzeugen. In Wirklichkeit ist bisher dieser Betrag, der am 31. August fällig ist, uur mit Millionen Gold bezahlt. Also von dieser einen Milliarde, die in der Borstellung unseres Publikums bezahlt ist, müssen bis zum Verfalltage, dem 31. August, noch 736 Millionen Goldmark beschafft werden. (Hört! Hört! rechts.) Es ist heute von der Unterzeichnung des Ultimatums au bis zum 31. August uugefähr die Hälfte der Zeit verflossen, und trotzdem siud erst Millionen auf die Milliarde abgedeckt, also uur eiu Viertel. Die übrigeu drei Viertel haben wir in der zweiten Hälfte der Zeit noch aufzubringen. Nun stand bereits in den Zeitungen zn lesen: wenn diese Milliarde bezahlt sei, würden wir bis znm 1. Mai nächsten Iahers nur noch 390 Millionen Goldmark weiter aufzubriugeu haben, das übrige werde dnrch Sachleistungen abgedeckt werden. Die ersten Nachrichten lauteten sehr bestimmt, die folgenden brachten dann schon die Einschränkung, das verstehe sich uuter der Voraussetzung, daß der Rest durch Sachleistungen gedeckt werde. Nun werden Sie zugeben, daß es für eiue Regierung nichts Gefährlicheres gibt, als draußen solche Vorstellungen zu erweckeu, die sehr bald iu die Brüche geheu müssen. (Sehr richtig! rechts.) Deswegen möchte ich gerade in diesem Punkte den Herrn Reichsfinanzminister nm eiue ergänzende Aufklärung bitten. Meine Rechnung ist folgende: Wir haben insgesamt bis zum 1. Mai uäckisten Jahres, „dem ersten Reparalionsjahre'', wie die Garantietommission - 15 - sagt, auszubringen: 2660 Millionen Goldmark. Davon sind bisher in bar gezahlt 2^ Millionen, aber ich will einmal annehmen, die erste Milliarde sei bereits voll gezahlt oder ihre Zahlung sei sichergestellt; dann würden sich die 2660 Millionen Goldmark auf 1660 Millionen verringern. Wenn auf diese 1660 Millionen nur noch eine Goldzahlung von 300 Millionen erforderlich sein soll, dann müßten also durch Sachleistnngen abgedeckt werden 1360 Millionen Mark. Nun frage ich: Wo sind die Sachleistungen, die diesen Betrag abdecken könnten? Der weitaus wichtigste Posten ist die Kohle. ZweiMill. Tonnen pro Monat sollen geliefert werden, das macht 2^1 Millionen Tonnen im Jahre; und wenn ich einen Preis von 20 Goldmark sür die Tonne, der wohl eher zn hoch als zn niedrig gegriffen ist, zugrunde lege, so würde das ans W0 Millionen oder rnnd 500 Millionen Goldmark Hinanslaufen. Diese 300 Millionen will ich abrechnen von den 1360 Millionen. Dann bleibt iimner noch ein ungedeckter Fehlbetrag von 860 Millionen. Ich sehe nicht, woher die Deckung für diesen Fehlbetrag kouuueu soll. „Die Exportabgabe von England'' winde mir vorhin zngernfen. Das sind die 26 Prozent, die England von unserer Ansfnhr nach England erhebt. Wir haben nun alle in der Presse gelesen ^ auch in der englischen Presse steht es —, daß seit Einführung dieser Importabgabe der Wert der deutschen Einfuhr nach England ganz außerordentlich zurückgegangen ist. Wenn nuu aber diese Einfuhrabgabe in England tatsächlich nahezu eine Milliarde Goldmark ergeben sollte, dann würde das ja heißen, daß nnser ErPort allein nach England dem Betrag von 't Milliarden Goldmark nahekommen müßte bei einem Gesamterport von 3 Milliarden im letzten Jahre! Das ist natürlich nicht möglich. Also hier kann die Abdeckung auch nicht gefunden werden. Es fragt sich uun, weche andereil Sachleistnngen möglich sind. Damit komme ich auf das sehr traurige Kapitel der Sachleistungen. Ich schicke voraus: — Man mag zn der Frage der Annahme des Ultimatums stehen, wie man will. Aber nachdem es angenommen ist — das bekenne ich ausdrücklich —, habeu wir alle die Pflicht, und Schuldigkeit zu tun, was wir können, nm zu zeigen, daß 'wir guteu Willen haben. Ich bin von der Unmöglichkeit, das Ultimatum auch nur für irgendwelche längere Zeit zu erfüllen, überzeugt. Aber in bezng anf die Notwendigkeit, den guten Willen zu zeigen, besteht im Hause, glaube ich, keine Meinungsverschiedenheit. Guten Willen können wir nicht zeigen mit Gold, das wir nicht haben. Die Alchemie ist noch nicht soweit vorgeschritten, daß wir unser Papier in Gold ver- - 16 wandeln können. Guten Willen können wir nu. zeigen in Sach- lcistunge». Was ist nun da erreicht worden? Die Sachleistungen sind nicht nur von unserem guten Willeil abhängig, sondern auch vou dem guten Willen dec anderen. (Sehr richtig!) Und was ist das Produkt des zweifellosen gnten Willens bei uns nnd des Willens ans der anderen Seite, den ich dnrch kein Prädikat näher bezeichnen will? Was ist die Resultante aus diesem Kräfteparallelogramm? Der Friedeusvertrag sieht vor, daß die Euteute ihre Warenscndcrnngcn bei lins in Form von Listen anmelden soll. Diese Liften sind auch eingereicht worden. Der Ge>- samtwert der Objekte, die da von der Entente gefordert werden, betrug mehr als 10 Milliarden Goldmark. Aber als die Liste hier in Bearbeitung genommen wnrde, stellte, sich heraus, daß die verlangten Sachen zum großen Teil nicht lieferbar wareu. Mir ist gesagt wordeu, daß Dinge verlaugt worden sind wie etwa „7000 Meter Transmissionen". (Heiterkeit.) Ich bitte die Herren, die einigermaßen in der Technik Bescheid wissen, zu sagen, was sie sich darunter vorstellen sollen. Weiter wurden Dinge verlangt, wie große Mengen von Baumwolle, Kupfer und ähnlichen Sachen, die wir gar nicht liefern können. Als die Sichtung vollendet war, konnte uuser Wieder- aufbauministcrium nnr Vorschläge im Werte von 10 Milliarden Papicrmark, uicht Goldmark, machen. Gört! Hört! rechts.) Was ist nun aus den Verhandlungen, die darüber geführt wordeu sind, herausgekommen? ^ Bis jetzt im ganzen Bestellungen in Höhe von nnr 300 Millionen Papiermark! (Hört! Hört! rechts.) Und was ist bisher davon ausgeführt wordeu? Nur für 100 Millionen Papiermark; und wenn Sie hier die Umrechnung in Goldmark zum heutigen Kurse vornehmen, so sind danach bisher knapp 6 Millionen Goldmark im Wege dieser Sachleistungen erfüllt wordeu, — außer Kohle, wie. ich schon gesagt habe, und vielleicht Holz. Das ist eine Summe, die nur einen ganz verschwindenden Teil, noch uicht einmal ein Fünftel Prozent dessen ausmacht, was wir jährlich zn leisten habeu! Ich spreche die Hoffnung aus, daß es in den Verhandlungen, die jetzt eingeleitet sind, endlich gelingen möchte, diese Frage der Sachlieferungen in Fluß zu briugen. Aber wenu auch mit Herrn l)>. Rathenan ein Engel vom Himmel heruntergestiegen wäre, das wird er nicht zn Wege bringen nach allein, was wir bisher erlebt haben, daß in der kurzen Zeit, die bis zum 1. Mai zur Verfügung steht, nicht mir Verträge abgeschlossen, sondern auch Licfeniugeu bewirkt werden in dem Werte, wie er uus in den von mir bezeichneten Veröffentlichungen als wahrscheinlich bereits gedeckt präsentiert worden ist. Das halte ich für gänzlich ausgeschlossen. Darum wäre ich — 17 - dankbar, wenn uns über diesen Punkt, der von außerordentlicher Wichtigkeit ist, Mitteilungen gemacht werden würden. Alle diese Fragen stehen in engstem Zusammenhang mit der Entwicklung unseres Devisenmarktes. Der Herr Reichskanzler hat mit Recht hervorgehoben, daß alles davon abhängt, daß es endlich gelingt, die Mark zu stabilisieren. Er hat darauf hingewiesen, daß die Garantiekommission selbst unerkannt hat, das; dasjenige, was mau vou Deutschland verlangt, gar nicht erfüllbar ist. wenn die Mark ihren Rückgang fortsetzt. Er hat darauf hingewiesen, daß daraus die Reparationskommission gewisse Anfordernngen sehr weitgehender Art an Dentschland herleitet. Das ist begreiflich, aber es ist nicht verwunderlich. Als über das Ultimatum beraten wnrde, haben wir die schwere Besorgnis gehabt, das; sehr bald ans die Annahme des Ultimatums der Kurs der deutschen Mark, der vorher in einen gewissen Gleichgewichtsznstand gekommen war, wieder ins Rutschen kommen würde. Damals ist uns vou Regiernngsseite erklärt worden, das sei eine Täuschung; die Annahme des Ultimatnms werde eine solche Entlastung der ganzen Welt bedenken, anch in wirtschaftlicher Beziehung, daß dann eine Hebung des Markkurses die uotweudige Folge sein werde. Unserer Besorgnis gegenüber ist damals das mir unbegreifliche Wort vou dem „Fettpolster an Devisen" gesprochen worden, das wir uns anschaffen könnten, (hört! hört! rechts) das uus iu den. Stand setzen würde, nns gegen diese Gefahren zn panzern. Meine .Samen nnd Zerren! Wie ist die tatsächliche Entwicklung? Der Kurs der Mark in amerikanischem Dollar stellte sich am 26. April ans 6Ä.7 Mark pro Dollar. Es ist dann allerdings eine vorübergehende Bessernng eingetreten, wie das natürlich war. Als das Ultimatum unterzeichnet war, fanden sich natürlich Leute, die vorher a Iu biU88e spekuliert hatteu und jetzt rasch zur Deckung griffen. Es trat eiue Besserung ein bis auf 58 Wark pro Dollar. Aber wie ist heute der Kurs? Heute ist er 7^>.» bis 7W,, (hört! hört! rechts) schlimmer als er seit langer Zeit gestanden hat. Man hat das dadurch zu erklären gesucht, daß man sagte, dieAlliierten hätten die Torheit begangen, daß sie die Zahlung ausschließlich in Dollars verlangt hätten. Es würde eine Erleichterung eintreten, wenn auch die Zahlung in französischen Franken und englischen Pfund Sterling Angelassen würde. Gewiß liegt darin etwas; aber es trifft nicht den Kern der Sache. Wie wenig das der Fall ist, mögen die Herren ans der Kursentwicklnng des Pfnnd Sterling nnd des französischen Franken um Berliner Markte ersehen. Am 26. April stand das Pfnnd Sterling in Berlin auf 235 Mark, nach dein Kurse vou gestern abend ans 277 Mark. (Hört! Hört! rechts.) Der Kurs auf Paris stand - 16 - am 26. April auf 'l81,50. heute steht er auf 3S^t0 Mark. (Hört? Hört! rechts.) Die Steigerung des französische!: Franken ist stärker als die Steigerung des amerikanischen Dollars. Deswegen wird die Hoffnung, hier mit devisentechnischen Mitteln eine Entlastung zu bewirken, indem man statt Dollars Pfnnd Sterling und Franken kauft, täuschen. In dein Knrse unserer Mark drückt sich die Möglichkeit aus, das Ultimatum zu erfüllen. Das Herabgehen des Kurses deutet das Herauuaheu einer Krisis an, die ich als die Krisis der Erfüllnng bezeichnen möchte. Diese Krisis kommt erheblich schneller heran, als die meisten im deutschen Volke glaube». (Sehr wahr! rechts.) Meine Damen und Herren! Es ist mir vorhin zugerufen worden, ich solle zeigen, ans welchem Wege das Ultimatum erfüllt werden kann. (Sehr richtig! links.) Ich gebe Ihnen jetzt die Antwort. Ich sage Ihnen dasselbe, was wir Ihnen nicht aus Uebermut, nicht aus nationalistischem Geiste heraus, sondern ans schwerer, peinlicher, sorgfältiger, gewissenhafter Ueberleguug vor der Annahme des Ultimatnms gesagt haben: Das Ultimatum ist nicht erfüllbar. (Sehr wahr! rechts.) Es wird niemand die Möglichkeit finden, dieses Ultimatum zu erfüllen, weder Sie, uoch ich, noch irgendjemand! (Sehr richtig! rechts.) Der Weg, den jetzt der Herr Reichskanzler vorschlägt — das haben wir vorhin an den Zahlen gesehen, die Sie (zum Reichskanzler gewendet) uus gegebeu haben — anch dieses gigantische Stenerprogramm, das über die Kraft des deutschen Volkes weit hinausgeht, auch dieses Programm erfüllt das Ultimatum nicht. Von den 133 Milliarden Papiermark Ausgaben bleibt immer noch ein Defizit von 75 Milliarden. So stehen die Dinge! Lassen Sie mich über dieses Steuerprogramm, Herr Reichskanzler, ohne daß ich mich auf Einzelheiten einlasse, kurz ein Wort absagen. Auch Sie werden nicht bestreiten wollen, daß dieses Steuerprogramm nicht nur den Iahresertrag der deutschen Volkswirtschaft erfaßt, sondern weit darüber hinaus iu die Substanz des deutscheu Volksvermögens eingreift. (Sehr richtig! rechts.) Das geht schon aus Ihrem — ich will nicht kritisieren, sondern nur Tatsachen feststellen — Gedanken hervor, daß jetzt nach der Kriegsbesteuerung des Vermögeuszuwachses — ich weiß nicht, ob ich sagen soll, in der Form einer Friedens- oder Nach- kriegssteuer — der Vermögenszuwachs seit dem Rotopfer erneut besteuert werden soll. Dieser Verinögeuszuwachs ist bei der deutschen Volkswirtschaft in ihrer Gesamtheit einfach nicht da. Er konnte im Krieg nicht da sein. Der Krieg zehrt. Er konnte im Krieg nicht da sein, da konnten wir eine Finanzpolitik des Reichs machen, wie wir sie wollten. Ein Ver- mögeuszuwachs der deutschen Volksgesamtheit ist auch jetzt im sogenannten Friedeil nicht da; kann anch nicht da sein, weil wir keinen wirklichen Frieden haben. Der Vermögeusschwund, die Schwindsucht des deutschen Volksvermögens Zeht weiter. Was heute als Vermögeuszuwachs erscheint — abgesehen von seltenen Ansuahmefällen —. ist ein Zuwachs, gesehen durch das Vexierglas der Geldentwertung. (Sehr richtig! rechts.) Herr Reichskanzler, ich will einmal radikaler sein, als Sie sein wollen, in der Theorie selbstverständlich — in der Praxis sind Sie ja radikaler als ich, darüber sind wir nns einig, — ich will nur clemonstrllncli csuss radikaler sein, als Sie selbst. Ich will einmal annehmen, Herr Reichskanzler, Sie wollten jetzt den gesamten Scheinzuwachs hinwegsteuern, namentlich auch den Zuwachs, deu Sie auf die Realwerte berechne». Was heißt das anders, als es darf in Deutschland zukünftig, in.Papier ausgedrückt, niemand ein größeres Permögen besitzen, als er am 1. Januar 1914 Vermögen besessen hat, in Hold ausgedrückt. Es darf also niemand ein Vermögen besitzen, das dein Realwert nach mehr als der fünfzehnte Teil seines früheren Vermögens ist. (Sehr richtig! rechts.) Da sich das Volksvermögen aus den Vermögen der Einzelnen zusammensetzt, heißt das, daß das Gesamt- vermögen der deutschen Volkswirtschaft heruntergedrückt wird auf den fünfzehnten Teil seines früheren Vermögens. Damit kauu das deutsche Volk uicht nnr nicht arbeiten, sondern damit kann es anch nicht leben. (Sehr richtig! rechts.) Sie holen die Steuern ans der Substanz heraus; sie essen die Snb- stanz auf; nicht wie ein Butterbrot, gewiß nicht, obwohl auch im Innern, manches von dieser Substanz verzehrt wird, was erhalten bleiben müßte. Was geschieht mit der Substanz, die Sie erfassen? Der ganze Zweck ist: Zahlen an die Entente! Herr Reichskanzler, Sie habeil ja selbst in Essen ein Wort gesagt, von dem ich Ihnen wünschte, daß Sie es im Interesse des deutschen Volkes wahrmacheu könnten. Sie haben gesagt: „für mich ist der Gedanke geradezu nnfaßbar, daß wir deutsche Substanz, deutsches Vermögeil nach dem Auslande verlieren sollten, um nns über ein paar Jahre hinüber- zuretten." Aber Herr Reichskanzler, wenn Sie im Amt bleiben, und wenn Sie der Meinnng bleiben, Sie könnten das Ultimatum durchführen, weun Sie es wirklich durchführen wollen, dann werden Sie, ob Sie wolleil oder nicht, die Substanz des deutschen Volkes Schritt für Schritt, Mouat für Monat, Jahr für Jahr in die Hände der Entente überführen. (Lebhafte Zuslimmnng rechts.) Das ist unvermeidlich! Wie sollen die Leute einen Teil der Realwerte abgeben? Mit dein Grund und Boden, mit den Maschinen, mit den Gebänden ist nicht gedickt. Sie sollen sie veränßei'n, vielleicht an das - 20 - Reich. Ich weih nicht, ob das Reich wieder aus den Gedanken der Reichsvermögensbank zurückkommen will, 'Auch das würd? nichts nützen. Wenn das Reich keine solchen Veranstaltungen trifft, würde der Zustand eintreten, das; die Besitzer der Realwerte, daß diejenigen, die in Dentschland nicht nnr produktives Vermögen besitzen, sondern mit diesem produktiven V«N'mögeii arbeiten, und Güter erzeugen--(Zurufe von den Sozialdemokraten: die andern arbeiten lassen!) —Jawohl, arbeiten und arbeiten lassen! — Ich weiß nicht, Herr Bernstein, ob Sie den Zwischenruf gemacht haben. Ich hätte Sie für ernsthafter gehalten. (Zurufe von den Sozialdemokraten: Rein, nicht Bernstein.) Ich denke, die Stunde ist wirklich so ernst, daß Sie mich — ich weiß nicht, wer der Herr war — mit solchen wirklich abgegriffenen Zurnfen verschonen können. — Ich komme ans den Faden zurück und sage: Herr Reichskanzler, in diesem Augenblick, wo eine Besteuerung Platz greift, wie Sie sie angekündigt haben, wird es in Deutschland, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, die es verstehen werden, durch irgendwelche Maschen Ihres ^tenernetzes hiudnrchschlüpfen, nur uoch Verkäufer unserer Realwerte nnd keine Käufer mehr geben. Die Käufer werden die Ausländer sein. Das Ausland wird kommen nnd wird die Realwerte — ich möchte nicht einmal sagen fnr ein Butterbrot, sondern für eiu Stück trocken Brot uns abkaufen, die Realwerte, die wir auf den Markt werfen müsse», nur die Steuern zu bezahleu, die Sie verlange». Auf diesem Umwege werden Sie durch Ihre Besteuerung die Vermögenssnbstanz, die Realwerte, die Pro- dnktivmittel des deutschen Volkes in die Hände der Entente überführen. (Sehr wahr! rechts.) Daraus werdeu alle die Konsequeuzeu entstehen, die bei den Beratungen über die Annahme des Ultimatums auch auf der Linken anerkannt worden sind, und, wie ich annehme, heute uoch anerkannt werden. Meine Damen und Herren! Ich habe manchmal den Eindruck ich will nicht verallgemeinern aber aus einzelnen Aeußerungen der Linken habe ich doch manchmal deu Eindruck, daß es dort Leute gäbe, die mit einer gewissen Schadenfreude diesem nngehenren Schicksal zusehen würden, (Zurufe und Widerspruch bei den Sozialdemokraten) die sagen würden: jetzt haben wir die Leute, die Besitzer von Realwerten in der Zange, und jetzt kommt auf diesem Wege die große soziale, Enteignung. (Lebhafte Zurufe von den Sozialdemokraten.) Meine Damen und Herren! Das erinnert mich an diejenigen, die über den Niederbruch des deutschen Militarismus triumphiert und dafür jetzt den Ententemilitarismus bekommen haben! (Lebhafte Zustimmung rechts.) Sie werden mit dieser Steuergesetzgebung den sogenannten Kapitalismus, d. h. das deutsche produktive Volksvermöaeu, zerstören. Sie wenden es - 21 - in die Hände der Entente überführen, und sie werden mit dieser sogenannten Sozialisiern».«,, mit dieser Expropriation — — (lebhafte Zurufe von den Sozialdemokraten: Phantasie!) Sehen Sie doch in Ihrem eigenen Blätterwalde nach, Herr Abgeordneter Müller, dann werden Sie mit Ihren Zurufen vorsichtiger sein! — Mit dieser Expropriation — denn eine Expropriation ist es — werden Sie den Kapitalismus nicht beseitigen, sondern Sie werden alle die Fehler, die der Kapitalismus wie alle menschlichen Einrichtungen an sich hat, kumulieren, steigern durch die Fremdherrschaft. (Sehr richtig! rechts.) Das ist das Schicksal, das Sie dem deutschen Volke bereiten werden! (Zurufe links.) Nun komme ich zum Schluß. (Wiederholte Zurufe von den Sozialdemokraten: Was tun?! — Darauf habe ich die Antwort vorhin schon gegeben! — (Widerspruch.) Ich habe vorhin bereits erklärt: Das Ultimatum ist nicht durchführbar, und weder ich ^ ^ (erneute Zurufe von links) ^ lassen Sie mich doch weiterreden, ich bin ja gleich am Ende! — weder ich, noch ein anderer kann irgendein Mittel angeben, wie das Ultimatum durchgeführt werden kann. Es gibt kein Mittel der Erfüllung! (Erneute Zurufe links.) Aber ich sage folgendes: Ich stimme gewissen Ideen, wie sie von der Regierungsbank, von den Persönlichkeiten der Regierung in letzter Zeit ausgesprochen worden sind, durchaus bei: das Schicksal Deutschlands ist nicht nur das Schicksal Deutschlands, sondern das Schicksal Europas und darüber hinaus das Schicksal der zivilisierten Welt! (Lebhafte Zustimmung.) Wir haben alles Interesse daran, daß das begriffen wird, alles Interesse daran, daß die Unausführbarkeit des Ultimatums in Deutschland, aber auch draußen in der Welt begriffen wird. (Lebhafte Zustimmung.) Der Weg der Rettung des deutscheu Volkes ist nicht das Programm der Erfüllung, sondern dieser Weg ist die Revision des Ultimatums, die Befreiung vom Ultimatum. (Erneute lebhafte Zustimmung rechts. Erregte Zurufe links.) Sie können sich beruhigen! Sie brauchen nicht zu fürchteu, ich würde gleich ein Maschinengewehr aus meiner Westentasche ziehen! (Heiterkeit rechts.) Ich habe keines) So töricht, wie Sie denken, bin ich denn doch, nicht! Aber, meine Damen und Herren (nach links), helfen Sie an detm mit, was wir tun müssen, um zur Revision des Ultimatums zu kommen, um das deutsche Volk zu retten! Aber nicht mit solchen Szenen, wie Sie sie vorhin anfgeführt haben und wie Sie sie stets gerne aufführen, wenn jemand hier vor Sie hintritt nnd die Wahrheit sagt. (Erueute Zurufe links. Zuruf von den Deutschen Demokraten: Da haben Sie schuld gehabt!) Meine Damen und Herren, helfen Sie bei dem, was wir tun müssen, l'illc mit, indem auch Sie überall, wo Sie können, jeder in ^. _ seinem Kreise, jeder zu denen, zn welchen er Beziehungeir hat, die auf ihn hören, darauf hinweist, wie undurchführbar das Ultimatum ist, und in wie naher Zeit wir in die Erfüllungs> krisis hineinkommen! Und damit wende ich mich noch einmal an die Regierung. Meine Damen Und Herren! Diesem Bestreben, dahin zu wirken, das; die Welt einsieht, das Ultimatum ist eine Unmöglichkeit, kann nur dann draußeu in der Welt die Bahn gebrochen werden, wenn zu allererst das deutsche Volk das einsieht und sich dazu bekennt. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Aber dagegen richten Sie einen Damm auf, wenu es vorkommen kann, daß hier von Regierungsseite erklärt wird: das Ultimatum ist erfüllbar, wir köuuen erfüllen, wenn wir nur wolleu! — Das ist das Gegenteil der Politik, die richtig ist. (Lebhafte Zustimmung rechts.) Und es ist anch das Gegenteil der Wahrheit! Herr Reichskanzler! Ich richte au Sie den Appell: Unterlassen Sie solche Aenßernnge» nnd sorgen Sie dafür, daß von jedem Mitglied der Regierung iu Zukunft solche Aeußerungen unterlassen werden. Ich bin fest überzeugt, es gibt niemand ans der Regiernngsbank, les kann niemand auf der Regiernngsbank geben, der im Ernst glaubt, daß das Ultimatum auf irgendwelche längere Dauer erfüllbar sei. Aber Sie glauben in Taktik machen zn müssen, zugunsten des dentscheu Volkes, indem Sie das Ultimatum als erfüllbar hinstellen. Diese Taktik ist grundfalsch, ist grnndver- kehrt! Meine Herreu von der Regierung, sagen Sie die Wahrheit! Das ist die beste Taktik! Das ist die einzige Rettung! (Stürmischer Beifall nnd Händeklatschen rechts. Erregter Widerspruch und vereinzeltes Zischen links. Wiederholte lebhafte Bravorufe rechts. Andauernde Znrnfe von den Sozial- demakratcu und ans der äußersten Liukeu: Wo bleiben die Steuerpläne?! Erneuter Beifall und Händeklatschen rechts. Andauernde große Unrnhc links nnd Znrnfe: Urteutone.) Im unterzeichneten VerlsAe erscnien: NeMorick 1i <^enr>jens Dokurnents dieses an Lrööe wie sn I^eid unerreicnten /Xoscnnitts der deutscnen Leseniente, Deutscklanimneris in ^reul^en 7. /^uklsAS ?rei8 2.— I^arlc /Xus dern Vorwort: k>1ur cis» eine läüt s!cr> ssgen, dsL im KrieZsverlsut die vvirtscnsstlicne und kinsn^ielle Rüstung Deutschlands slle I^rvvsrtunZen, die sus der Darstellung cles Verksssers ge^oAen weiden konnten, in knxland und >vir l^ecje ülzer ^VirtscnaktsIcrisAe unci ^Virtscnsitscnsitsirieclen Aenslten von ZtsLttgmimster Dr. I^elkkerilüi am 16. III. 1913 ?reis 6l) k'kenniA Die Lntstekunx des Weltkrieges im I^icnte cler VeröikentlicnunAen cler Dreiverlzsnclgmscnte von Dl?. Karl rislrkenick t?. /Xuklsgs k'reis 3l) pkerinix kerlin (Zeorx 8tilke Verlag Her kulbsu lief k8?II'Ic8«il't8l!ksft8lII'glllli8St>0lI rVlsterisl8srnrn1unA Ziussrnrnenxesteilt irn Iieicl»swirts<^iartsrninistsriuin. Innslt: Vorosinerliung: I. Die t>sstsnsno!sn unci geplanten oe?irlc»mäüig eingeteilten ^Viitscnaktsorgsnisstionen; ll. Die k'roolsins tür 5 c!er k^eicn»verka«sung> preis 4,50 IVIsrk. /^dsc^l^ I^SI d 1^ 1^! s Lmil Z<^»ikk tecrln.-^virtscrlsktl. LscriverständiKer. lonalt^ I. ^Virtscnsktlictie öslieutung clsr ^osenreinungskrage, ^o«el>rvi- oung vegen L-slclentvvertung: 2> Lntvvertungsursacnen, /Xoscnreioungs- gruncilagen^ Z> ^oscnreit-ungsverksnren! 4. ^uLerorclentliene /^oscnrei- oungen, kreivvillige ^oscnreioungen; 5 /^encjerung cier ge«>?t^IiLN<>n preis 3,— Ulsrk. r und »ein vorsu»si<^tlicne» Lr^eonis nel»»t ^usoliclcen suk die kortrunrunx unserer Lteusrßseset^xeounx Dr. jur. O. Lüklsr o. ?rolessor cles ökksntlicnen kiecnts an cier Universität lvlüncnen, Die Lenritt v^eclit groüe Denier in clsr Oesst^geounx uncl scnvere Un?u- länglicnlceiten in clsr ^ätiglceit cles l^eiLns-I^inan^ininistsiiurn» suk. 3ie v,si»t nacn, wie gelincls r'ianclel uncl L-evveros »oworil als I^anclvviriscnakt vsi cisn neuen Lteuern vveglcornrnsn uncl wie unsrnittlicn clsgegsn ciie k^esttze^snlten von innen erksüt werclsn, preis 8,— t^Isrlr. kerlin I^VV. 7 (Zeorx 8ti!ke Verlax rz>^<>^<^>^>^>^>^^^ Schriftenreihe der preußischen Jahrbücher Nr. Z Die Zukunft der oberschlesischen Wirtschaft eine Kritik der polnischen Propaganda Von Dr. Walther Schotte Herausgeber der Preußischen Jahrbücher Mit 2 farbigen Karten I- Die polnische Propaganda. II. Mißbrauch deutscher Denkschriften durch die polnische Propaganda. III. Oberschlesiens geographtsch-wirtschafts- politische Lage. IV. Das oberschlestsche Kohlenproblem. V. Di« ober- schlesische ErzVersorgung, noch eine polnische Polemik gegen Kehnes. VI. Die oberschlestsche Roheisenproduktton in ihrem Verhältnis zu Deutschland und Polen. VII. „Wer ernährt Oberschlesien." VIII. Oberschlestens Import und Export. IX. Der Organisationszusammenhaug der oberschlesischen und deutschen Wirtschaft. X. Deutschlands Anspruch auf ein ungeteiltes Oberschlesien. preis 52,— Mk. Soeben gelangt zur Ausgabe Die VirtWastsWgrMUen Grundlagen der oöerWejWen Frage von Professor Or. Wilhelm Bolz Geheimer Reglerungsrat Direktor des Geographischen Instituts der llniversitcki Breslau Mit zahlreichen Abbildungen im Text und 5 Karten Inhalt: Einleitung. I. Die geographische Lage Oberschlesiens. II. Die wirtschaftlche Struktur Oberschlestens. Itl. Die völkische Struktur Ober- schlestens. IV. Der polnische Imperialismus von Prof. Dr. M. Lambert. 8° 91 Seiten Preis 50,- M. Berlin NW. 7. Georg Gtilke Vertag. A>>^<>^<>>^<>>^<5^<>^>^<>^-<>^<)^<>> b/. t/> -t -I !^ 1.1-U ^' W>,>?>>'W>lK>'Ä«'Ä>^ In zweiter Auflage erschien Die oberschlesische Frage und das deutsche Kohlenproblem von Gidney Osborne Äerechtigte Übersehung von F. v. Holhendorff. Das Werk eines gerechten Amerikaners. Osborne weist schlagend nach, daß Obsrschlesien eine unteilbare Einheit und unlösbar verwachsen ist mit dem schlesischen und deutschen Wirtschaftskörper. Zwei Teile in einem Sande geb. M. 22,50 preußische Jahrbücher Begründet von ?i. Haym, fortgeführt von Heinrich v. Treitschke und Hans Delbrück Herausgeber: Dr. Watther Schotte Band 5S5, Heft ^l Juli ^92il Aus dem Inhalt: Georg von Äelow, Die Hemmnisse der politischen Befähigung der Deutschen und ihre Beseitigung Siegfried Kahler, Das preußisch-deutsche Problem seit der Reichsgründung / Hermann Äahr, Goethebild / Heinz Heimsoeth, Gott und Welt,- Die Einheit der Gegensähe / Albert Hellwig, Frauen als Strafrichter / Durch jede Buchhandlung sowie die Post zu beziehen preis pro Vierteljahr M. 22,50 * Einzelheft M. 8,3V Berlin NW. 7 Borotheenstraße VSM. Georg Gtilke, Verlag Ä">L>>>?,^>m,^'>.m,>!^ Werlstättcn für Buch, und Kunstdruck I. S, Preuß, Berlin S,