Uerein zum Schutz der deutschen Goldwährung. W ä y r u n g s - M i ö t i o t h e K. I. Serie — 5. Heft. Die Währungs-Debatte im englischen Unterhaus vom 17. März 18W. Preis 50 Pfennig. Stuttgart. Kommissionsverlag von Adolf Bonz & Comp. l8W. ^06llH Uerein zum Schutz der deutschen Goldwährung. Wcifirungs-AiötiotfieK. I. Serie — 5. Heft. Die Wätzrungs-Debatte im englischen Unterhaus vom 17. März 1896. Preis 50 Pfennig. — Stuttgart. Komm^ssionsvrrlsg von Rdolf Bon; & .Comp. 189L. Vorwort. Dic Verhandlungen des englischen Unterhauses vom 17. März 1896 bedeuten die Lösuug des ^cardiualpuuktes des Währungsprobleins, nämlich der ^rage der praktischen Ausführbarkeit des internationalen Bimetallis- mus. Zugleich stellen sie den Abschluß eines von lcmger Hand vorbereiteten und namentlich auch im 'Ausland betriebene» Ansturms gegen die deutsche Goldwährung dar, Vorbereitet war er von der „Silbernen Internationale" schon 1892 worden, als sich voraussehen liest, daß die nordamerikanische Regierung die widersiuuige Aufspeicherung von Silber, zn der sie durch die ^hermcmbill gezwungen war, nicht mehr länger fortsetzen könne, Dicse Eventualität, von der ein starker Silbersturz zn gewärtigen war, erschien nach dem ergebnislosen Verlauf der Juteruationalcn Brüsseler Konferenz vom Dezember 1.892 als unvermeidlich - ihr kam die indische Regierung durch die Schließung ihrer Münzstätten am 26. Juni 1893 zuvor. Einige Monate daraus, am 1. Nov. 1893, erfolgte die Aufhebung der Sherman-Atte, (derznfolge der amerikanische Fiuauzmiuistcr alljährlich ein Dritteil der Z Überproduktion — 4'/z Mill. Unzen im Monat — aufkaufen mnstte). Infolgedessen sank auch der Preis des Silbers, wie erwartet, in der Heit vom Inni 1893 bis März 1894 von 38'/, auf 27 Peine per Unze. Durch das Fiasko der Brüsseler Münzkonferenz nnd dnrch den rapiden Preissall des Silbers sahen sich die amerikanischen Miuenbcsiyer veranlaßt, dic Bearbeitung der öffentlichen Meinung mit den in Amerika geläufige» Mitteln wieder anfznuehmeu; dic freie Silberprägnng sollte das Feldgcschrci für die nächste Präsidciitenwahl werde». Zu gleicher Zeit, im Frühjahr 1894, hatte in Deutschland der Abschluß des Handels Vertrages mit Nußland bei den Agrariern die Hoffnung erweckt, daß der damalige Reichskanzler Eaprivi als Gegenleistung einem Doppelwährungsbund Vorschub leisten werde. In Lonenshirc sodann wurde die bedräugte Lage der Baumwollindustrie und der allgemeine Preisrückgang lediglich dem Silber - stnrz nnd dem ungünstigen Wechselkurs auf Indien zur Last geschrieben. All diese Interessenten nun vereinigten sich zu einem neuen Vorstoß gegen die Goldwährung; im Mai 1894 besprachen sie ans der internationalen Konferenz in London, welchc Aussichtcu auf praktische Durchführung der internationale Bimetallismus in den einzelnen Staaten habe. Schon vor dem Abschluß des russischen Handelsvertrags (am 2V. März 1894) war von dem Reichskanzlcr Eaprivi die Silbcr-Enanste- Kommissiou einberufen worden. Das Ergebnis dicscr.^ommissiousbcratungen, wie es von dem Vorsitzeudeu Posadowsky am 6. Juni 1894 zusammeugesaßt wurde, war alles eher als dem Bimetallismus güustig. Im Hinblick hieraus beschloß der „Deutsche Bimetallisteubuud", der sich im Februar 1895 neu konstituierte, die industriellen Bezirke krästig zu bearbeiten, nnd zugleich die Einführung der Doppelwährung als das den Antrag Kanitz begleitende zweite „große Mittel" zur Beseitigung der Notlage der Landwirtschaft wiederum in der seit Jahren gewohnten Weise in Massenversammlungen anzupreisen. 4 — Der weitere Verlans des Währnngsslreites ist noch frisch in der Erinnerung. Es begann ein internationales -Kesseltreiben zu dein Zweck, je im Parlament des Nachbarlandes am Tage der Debatte eine günstigere Stimiunng für die Doppelwährung hervorzurufen und die ausländische Verhandlung als Waffe gegeu die einheimische Regierung zu beuützeu. Die englischen Bimetallisten suchten in de» Augen Deutschlands und die deutscheu Bimetallisten in den Augen Englands den Schein zu erwecken, als hätten sie ihre Regierung uud ihr Poll hinter sich. Im Februar 1895 benützten die Agrarier eine Erklärung des damaligen sran- zösischen Ministers Ribot dazu, um im Reichstag einen Antrag nnf Einberufung einer Münztonfercnz „behnfs internationaler Regelung der Währungsfrage" durchzudringen. Für die Preisgabe der bestehenden Goldwährung und Einführung der Silbcrsreiprngnng hätte sich der Reichstag nicht gennnnen lassen; aber von einer internationalen Vereinbarung über eine erhöhte Silber-AnSmünznng glaubte die Mehrheit, daß sie uoch auf dem Boden der Reichswährung versucht werden könne, ohne ihr, wie der Reichskanzler beisetzte, zn vrnjudizieren. Nachher allerdings suchte» die Agrarier dem Antrag des Reichstags vom 16. Fcbrnar 1695, wonach der Reichskanzler „behufs internationaler Regelung der Wnh- rnngsfrage" die Einladung zu eiuer iuteruationalen Währnngskoufercnz ergehen lasse» sollte, durch die Beschlüsse des Herreuhauses vom 16. Mar 1895 nnd des prenßischen Abgeordnetenhauses vom 21. Mai 1895 den Sinn unterzulegen, als habe damit die Mehrheit des Reichstags als das Endziel der internationalen Verhandlungen die Einführung der Doppelwährung erklärt; eine Regelung der Währnngsfrage ohne einen iuteruatio- ualeu Toppelwährnngsbuud sei nicht möglich! wer daS Ziel wolle, müsse auch das Mittel wollen. Das Hauptinteresse jedoch konzentrierte sich um die Haltung Englands. Das? England einen kontinentalen Doppcl- ivährungsbund gerne sehen würde, war selbstverständlich, da es damit zwei Fliegen ans einen Schlag trcsseu würde- die englische Geschäftswelt würde damit wieder ein Univcrsalwechsclbnrenn erlangen, wie es ein solches bis zum Jahr 1873 in Paris gehabt, und je nach der Konjunktur bald Gold, bald Silber an sich ziehen; durch die Mttnz-Union würde ferner die lästige Konkurrenz der deutschen Goldmark beseitigt, sowie die indische Regierung in der Tilgung ihrer (Zins- u. a.) Verpflichtungen und die Banmwollindnstrie von Lancashire in ihrem Export nach Indien gefördert. Es handelte sich nur darum, welche 5?pfer England selbst hiefür dringen wolle. Daß es selbst alles zur Einführung der Doppelwährung thnn wolle, behaupteten die Bimctallisteu schon seit Jahren; schon im Jahre 1878 erklärte Eernnschi den Augenblick zu einem entscheidenden Vorstoß für gekommen. Als min vollends, Mitte 1895 ein konservatives Kabinet gebildet wurde uud mehrere Bimetallisten wichtige Posten darin erhielten, stand es bei den Anhängern der Doppelwährung, wie Arendt in seinem Leitfaden der Währnngsfrage verkündete, „fest, daß das englische Unterhaus sich für Einführung der Doppelwährung entscheiden werde; die Tage der' Goldwährung sind auch in England gezählt." Die Bimetallisten hatten ihre ganze Hoffnung auf ihrcu Gesinnungsgenossen Bnlfonr, das neue Mitglied des englischen Kabiucts, gesetzt. At>er schon am 22. August 1895 gab er im Uutcrhause die Erklärung nb, daß die Aussichten sür die internationale Konferenz nicht günstig seien, und zwar, wie er zu Anfang September 1895 uud am 8. Febrnar 1896 an- deutete, deshalb, ivcil auch das konservative Ministcrinm dem entschiedenen Festl>alten der Handels- und Finanzkrcise an der Goldwährung Rechnung tragen müsse. Zu ähnlichem Sinne legte im November 1895 einer der Bimetallisten (Moreton Frcwen) dar, daß sie die Aufgabe der Rehabilitierung des Silbers den andern Ländern ansgebürdet sehen möchten, für England selbst aber jeden Gedanke an eine Gefährdung der Goldwährung zurückwiesen. Es ist das der fast schon zwei Jahrzehnte alte Goschcn'sche Gedanke, die Borteile von der Hebung des Silberwertes einzuheimsen, die hiesür notwendigen Kosten aber die andern Nationen d, h, in erster Linie Deutschland zahlen zn lassen. Um zu zeigen, daß es diesmal den Engländern mit dem Bimetallismus aufrichtiger Ernst sei, wurde am 10, Dezember 1895 in Paris eine sogenannte internationale Konferenz abgehalten, deren Beratung, uach dem Zeugnis der Herren Kardorff, Mirbach, Mölme und Genossen, bei allen Teilnehmern den begeisternden Eindruck schönster Einigkeit, namentlich zwischen ihnen nnd ihren englischen Gesinnungsgenossen hervorrief, „Tie internationale Besprechung der drei Ligucn", hieß eS, „hat die Ziele und die zur Erreichung erforderlichen Mittel klargelegt, das Problem richtig gestellt nud spruchreif gemacht," Was cS aber mit dieser angeblichen Klarlegnng der Ziele nnd Mittel in der That für eine Bewandtnis hatte, ging schon daraus hervor, daß, Zeitungsberichten zufolge, die englische Regierung ans eine von dem deutschen Reichskanzler ergangene Anfrage hin nicht einmal die Wiedereröffnung der indischen Münze in Aussicht gestellt hatte, — Daneben handelte cS sich noch um die offenstehende Frage: wie wird der deutsche Bundesrat dem Antrage deS deutschen Reichstags vom 16, Februar 1895 auf Einberufung einer internationalen Währnngs- konfcrenz Rechnung tragen? worin wird die auf der Pariser Bimetallisten- Konferenz angekündigte „Aktion" bestehen? Am 8. Februar 1896 gab der Reichskanzler die Erklärung ab, daß die verbündeten Regierungen einstimmig den NeichStagScmtrag abgelehnt hätten. Nachdem kurz zuvor, am 17, Januar, im "Reichstag daS andere der „großen Mittel", nämlich der Autrag Kcmitz, betr, Monopolisierung deS GetrcidehandelS mit großer Mehrheit abgelehnt worden war, fand eS allerdings der Reichskanzler für geraten, die Haltung des Bundesrats mit der Reserve zu begründen, welche sich die englische Regierung auferlege, er fügte hinzu, daß, „wenn von Seiten eines anderen Staates annehmbare, erfolgversprechende, programmatische Vorschläge gemacht werden sollten, er seinerseits gern bereit sein würde, die Beteiligung Deutschlands an einer internationalen Beratung solcher Vorschläge iu Aussicht zu nehmen," lieber die Art, wie daS englische Kabinet vom Reichskanzler wegen der Wiedereröffnung der indischen Münzstätten befragt worden war, fand am 7. und 15, Februar 1896 im preußischen Abgeordnetenhaus und im Reichstag am 1l, dess, Mts, eine Debatte statt, die aber mehr nnr als ein Borgefecht für die angekündigte große Währungsdebatte behandelt wurde. Daß für den März die Ausführung der Pariser Konferenzbeschlttsse bevorstand, wurde fast täglich von den bimetallistischcn Organen versichert, wohin aber diese Beschlüsse zielten, als Geheimnis gehütet. Die große internationale Aktion nun bestand in dem gemeinschaftlichen Einbringen einer fast gleichlautenden, ganz unverfänglich anf Festlegung des Silberwertes lautenden Resolution, durch deren Annahme der Schein erweckt werden sollte, als seien sämtliche Parlamente der Großmächte mit - 6 fliegenden ^ahueu in das bimetallistische Vager übergegangen. Schon der Reichstags-Antrag Venn 16, Februar 1895 zeigte, wie alte folgenden, so der im englischen Unterhaus venu 27, Februar 1895 und die späteren im März 1896 in den Parlamenten van Wien, Paris, Brüssel, Perlin und Vondou eingebrachten, eine merkwürdige Bcrschleieruugdie Resolution >var bimetallistisch nnr unter einein gewissen Borbehalt, nicht dem Wortlaut, sondern nur dem Sinne nach, der aber erst nach Annahme deS Antrags hiuciugebracht werden sollte, Tie Bimetallisten legten es auf ein Blnnto-Accept au; den derart gewonnenen Schein mit einem aufs weiteste verpflichtenden Inhalt auszufüllen, dafür wollten sie später schon Sorge tragen. Das gleiche Manöver, das im Vorjahr, am 16, Februar l895 im deutscheu Reichstag und am 27, Februar 1895 im euglischeu Unterhaus so gut gelungen war, sollte in der Märzwoche in allen Parlamenten wiederholt werden, mit einer ähnlich lautenden Resolution, die „nicht Bimctallismus, sondern nnr Milch und Wasser ist", so daß sie nicht einmal von den Gegnern bekämpft wird. Und das erste Parlament, das dieser Resolution beitrat, sollte das englische Unterhaus sein. Der Erfolg schien ganz sicher, Zst doch jedem Staatsmann die Gewohnheit eigen, keiner Gruppe von Wählern, und sei sie auch uoch so unbedeutend, vor den Kopf zu 'stoßen oder sie sich gar ganz zu entfremden, Diefe Regel erscheint einer so rücksichtslosen Masscndemagogie gegenüber, wie der Bimetalliömus ist, erst recht angezeigt. Gemäß dieser diplomatischen Gepflogenheit haben bisher die Anhänger der Doppelwährung allerorts, so in Paris am 11, Dezember 1895, so in Vondon am 27. Februar 1895 uud am 17, März 1896, so in Berlin am 16, Februar 1895 und 8, Februar 1896 platonische Sympathiebezeugnngen erhalten. Jede der Regicruugeu macht deu Bimetallisten über ihre sublimen Ideen die schönsten Elogen, erklärt aber mit bedauerndem Achselzucken, in der Verwirklichung dieser Zdeen könne sie unmöglich ihren Nachbarn den Bortritt nehmen. Uud dieser höflichen Erklärung zollen beide streitenden Teile ihren Beifall, Nach allseitigem Anötansch der Höflichteitsverbeuguugeu fällt der Borhang, die Sache selbst aber kommt dabei auch nicht um eiueu Schritt voran. Was dem bimetallistischen Borstoß sofort deu Charakter eiucr internationalen Komödie ausdrückte, war die Wiederholung des Dnpierungs- versuchs vom Februar 1895. Wem es mit einer Aktion ernst ist, der sucht seiucr Sache nicht mit derartigen Wiukelzügen znin Siege zn verhelfen. War wirtlich die Situation für die internationale Einführung der freien Silberprägnng so günstig, wie ihre Freunde die Welt glauben machen wollten, dann mußten ihre Anträge auch direkt auf diese Neuernng der freien Silberprägnng lauten, dann konnte die entscheidende Aktion nnr darauf hinauslaufen, daß für die angeblich so freundlich gesinnten Regierungen ganz bestimmte Bertragsbcstiinmungen, ein Mindestmaß der notweudigcu wechselseitigen Zugeständnisse ausgestellt nud die Ministerien der Großmächte zu einer wirklichen Aktion d, h, zu biudcudeu Erklärungen wegen Uebernahme bestimmter 5?vfer, Risiken und Berpflichtnngen gedrängt würden. Noch kein Vand uud keine Regierung hatte in den letzten Jahren irgend einen Schritt gethan, um an dem gegenwärtigen Währnngssustem zu äudcru. Die hausierenden Bimetallisten aber zeigten sich, wenigstens bisher, ungemein erfreut, weuu sie mit derartigen Viebenswürdigleiten, die nichts kosten, abgespeist uud — 7 — von einei» Kabinet zum ander» geschickt wurden, von teiueiu aber mehr als tröstliche Warte erhielten. Mau könnte ineinen, diesem diplomatischen kavieren solle die „große Aktion" uuu ein Ende bereiten — statt dessen bezweckt sie nur eiue'Wiedcrlwluug früherer Erklärungen, linser Reichskanzler z. B. erklärte schon am Ki. Februar 1895, daß „der zunehmende Wertuutcrschied zwischen den beiden Münzmetallen eine nachteilige Wirkung auf unser Erwerbsleben ausübe" : am 8. Februar >89(! wiederholte er, daß „die Hebung und Befestigung des Silberpreises als eiu erstrebenswertes Ziel erscheine": was soll nnn der nahezu gleichlautende Reichstags-Antrag an diesen beiden Erklärungen ändern? Wie in dm andern Parlamenten, enthält auch der dem Reichstag vorliegende Antrag nur das nebelhafte, akademische verlangen einer Festlegung des Wertverbiiltuisses des Silbers zu Gold. Worauf es aber iu der Sache ankommt, ist die Frage, ob damit daS Verhältnis von 1 : 15'/^ oder von 1 : 30 gemeint ist; über diese Frage verlautet nichts-, ebensowenig darüber, ans welchem Wege diese Festlegung erreicht werden soll: die bimetallistischeu Blätter erklären es nur als zweifelhaft, ob ein solches Ziel auf einem andern Wege als durch Bimetallismus zu erreichen sei. demnach möchte es fast scheinen, als ob es den Regisseuren sogar unangenehm wäre, würden sie von der Reichsregiernng, von deren Uueut- schiedeuheit sie leben, m e b r bewilligt erhalten, als ob sie znsrieden wären, wenn sie nur mit einer leeren Demonstration vor die Masse der Wähler treten können. Die Sache liegt hier ähnlich, wie bei dem Autrag Kanitz, der nur so lange, als die Regierung den neutralen Znschancr spielte, im Reichstag immer mehr Anhänger zu gewinnen schien. n. Die Verhandlungen des englischen Unterhauses vom 17. Mär; 1896 nahmen ganz den gleichen Verlauf, wie am 27. Februar 1895 unter dem liberalem Ministerium. Auch im Vorjahr nämlich hatten die Bimetallisten ansänglich beabsichtigt, dem Unterhaus eine Resolution vorzuschlagen, nach der es die internationale Wiederherstellung der Freiprngnng nnd der Bollgcldeigenschaft des Silbers verlangen follte. v)m letzten Augenblick wnrde diese Resolution dahin abgeändert, daß das Hans, unter dem Ausdruck des Bedauerns über die durch den Eilbersall verursachten Schädigungen eine nochmalige Beratung der etwa möglichen Heilmittel ans einer internationalen Konferenz befürworten solle. Die Bimetallistcu fügten sich sogar der von der damaligen Regierung gestellten Bedingung, daß ans der Kvnscrenz vom internationalen BimetalliSmuS überhaupt uicht die Rede sein dürfe. HickS-Beachs liberaler Borgänger, Sir William Harcvnrt führte damals ans, daß ans den internationalen Konferenzen der Kern der Sache, nämlich die Frage, was für ein WertverhültniS zwischen Gold nnd Silber nen ansznstellen sei, immer umgangen werde. „Wer aber," fnhr er sort, „diese Frage studiert hat und sie für ein nebensächliches Detail erklärt, der versteht entweder nichts oder geht nicht ehrlich vor. Sobald mau zur Verhandlung der Relation kommt, wird man mahrnehmen, wie verschieden die Interessen der Beteiligten sind. Silbererzengende Länder, (wie Nord-Amerika, Merito), haben das natürliche Interesse, den Preis ihres Produkts, also die Relation hoch zu halten. Andere Länder iwic Frankreich) besitzen große ^Überbestände, — n — beteiligt, als Deutschland! aber auch davon abgesehen ist vor allein das Wohl und Wehe des Kronlands Indien, des Rückgrates des englischen Kolonialbesitzes, des Grundpfeilers der Weltstellung Großbritanniens, nnfs engste mit dem Schicksal des Silbers verbunden. In den „Iwarils^ der Ein geborenen, in den Schmuckgegenstäudeu, wie sie anch der letzte Hindu l>at, besitzt das Land ein Kapital von einigen Milliarden, das durch deu Preisfall des Silbers um en. entwertet worden ist, Lebbaft klagt nian ferner in Zudien über die Schwierigkeit, die K ap ital- Auleiheu, die zur Entwickeluug des Landes uötig siud, von Europa zu erhalte»: denu N'er will seiu (^eld iu einem Lande anlegen, dessen Währung vou Jahr zu Jahr weniger ivert wird uud dauiit sür Zius und Hauptsumme eine ständige Eutivcrtuugsgesahr enthält? 'Auch der indischen Regierung sällt es sehr schwer, Anleihen aufzunehmen, die sie zum Ausbau des Eiseubahuuetzes uubediugt brauchte Goldauleiheu ersorderu zu große Opfer für die Zinsleistnng, und Silberanlechen tonnen in London mir zu ungünstigem ,^nrse untergebracht werden. So macht die Entwicklung des Landes viel geringere Fortschritte, als es sonst der Fall wäre. Schwer leiden weiter die indischen Finanzen nuter der Silberbaisse, Die Kolonie hat allein in England jährlich »ngesähr 16 Millionen Psnnd Sterling in Gold aufzubringen. Dies erfordert mit jedem Sinken des Wechselkurses größere Opfer, Demi während bei dem der Relation 1 : 15"/> entsprechenden Kurs von 1 «Ii 10^/s ct für die Rupie etwa 10'^ Rupien ein Pfnnd Sterling gelten, sind beim jetzigen Kurs vou 1 sli 2"/z ä deren 16'/s erforderlich, nm einen Sovereign aufzubringen. Ein Rückgang des Wechselkurses um 1 f earr^inK out currency i-stoi'ms äoes not comk troiu toi-siZ'ii eountriks. ?Iik obstncls is u,t, Iioms^.) Die gleiche Bemerkung wiederholte Balsour im englischen Unterhaus am 17, März 1896; uuu konstatierte er selbst, daß sich dieser Umschwung noch nicht vollzogen habe, und stellte zudem sein praktisches Verhalten in Widerspruch zn seinen volltönenden Worten, Daß Balfonr dabei das Verharren der englischen Nation bei der traditionellen Währung bedauert, ist nur der akademische Ausdruck einer privaten, persönlichen Empfindung, während von ihm als gcschäftsführendem Minister ein praktischer Borschlag erwartet wurde; es war dies der Augenblick, da sich zeigen sollte, ob die Einführung der Dovpelwährnng wirklich ciueu Programm- pnukt des konservativen ^abinets bilde. Aber auch in diesem cntscheiden- Augenblick hatte er mir wieder die gleichen theoretischen Darlegungen zur Hand, die er schon früher reproduziert hatte. Deutlicher als durch diese nichtssagende Ertlärnng läßt sich der wahre Eharakter des englischen Bi- mctallismus, wie der biinetailistischcn Treibereien überhaupt wohl nicht offenlegen. Der von Balfour vielberufeue Umschwung der öffentlichen Meinung ist iu der That eingetreten, aber in dem Sinue der Ernüchterung — 13 — mancher sachverständigen Kreise von der ^ilberschwärmerei: Rußlands Uebergaug ziir (Goldwährung ist nur ein beachtensivertes Zeichen von dieser allgemeinen Eutivickeluug. Angesichts dessen entbehrt es nicht eines klinischen Beigeschmacks, wenn man sich daran erinnert, welche Mühe es sich die Bimetallisteu tosten ließen, um aus den früheren Erklärungen Balsours vom Anglist und September 1895, sowie vom Februar 1896 einen ihnen genehmen Sinn herauszubekommeu, und wie die deutsche Presse, die solchen DeutuugS- Kunststückeu nicht zu folgen vermochte, mit einer Flut von Bvrwürfeu über „seutenziöfe Entstellung von Thatsachcn" oder geradezu über ihre „Verlogenheit" überschüttet wnrdc. Auch verdient festgehalten zu werden, wie vor dem 17. März 1896 die Lage der Dinge von den deutschen Doppelwährungsmäuncrn aufgefaßt wurde. Beispielsweise brachte am 12. März 1896 die „Berliner Börscn- zeitnng" folgende Proklamation auS der Feder eines der bimetallistischen Wortführer: „Wenn das englische Unterhans diesen Antrag zum Beschlust erhebt, so sind die Diskussionen über die thcoreusche Wiihrnngsfrage abgeschlossen und die praktischen Lösuugsversuche werden zu einer Aufgabe, welche die Kabinete ersüllen müssen . . . Andererseits leugnen wir nicht, das; die Ablehnung dieses Antrages im Uuterhcmsc die Hoffnungen auf Erledigung der Währuugswirreu anf Jahr nud Dag hinausschieben müßte. Ohne Eni, tands Beteiligung ist nichts mehr für den Bimetallismus durchzusetzen. Die Abstimmung am 17, März hat deshalb entscheidende Wichtigkeit," Schon in der Titzuug des preußischen Abgeordnetenhauses vom 21. Mai 1895 hatte Arendt geäußert: „Jetzt ist England so weit, daß wir auf den Sieg der Bimetallisten dort rechnen können. Sollten wir uns irren, so ist das ja unser Unglück." Am 6. Februar 1896 zeichnete das „Deutsche Wochenblatt" die Sachlage folgendermaßen: „Die deutsche Goldpartei hat selbst die Währungsfrage von der Entscheidung Englands abhängig gemacht, sie that dies in der sicheren Ucberzcngnng, daß England niemals für den Bimetnllismus gewonnen wird: irrt sie hierin, so ist ihre Sache verloren." Tatsächlich verhielt es sich zwar umgekehrt: die Bimetallisten hatten dem Einwand, daß das Projekt eines Dcppelwährungsbnudes überhaupt indiskutabel sei, solange England an der Goldwährung festhalte, den Sinn unterlegt, als ob jede weitere Diskussion abgeschnitten sei, sobald England ein Zugeständnis mache. Diese tendenziöse Unterstellung follte zugleich iu England den Anschein erwecken, als ob der Bimctnllis- mns, sobald es mir mitthuc, überall „aufs freudigste begrüßt" würde. Mit diesem Hiutergcdaukeu gaben die Silberfrennde, nm diesseits wie jenseits des Kanals einen Druck auf die große Zahl der Schwankenden auszuüben, die Parole aus: „Tie Wnhrungsfrage wird mir mit England oder gar nicht gelöst." Die Anhänger der Doppelwährung iz. B, der „Deutsche Bimetallifteu- buud" iu seinem Beschluß vom Mai vorigen Jahres) waren es, die in allen ihren Anträgen „iu Anbetracht, daß die bimetalliftische Bewegung iu England dem Siege nahe sei", jede Aktion von der Mitwirkung Englands abhängig gemacht hatten. Indem aber nunmehr England seine Mitwirkung versagt, hat der Bimetallismus das gegen ihn ergangene abweisende Urteil selbst unterzeichnet. — Bor vier Jahren, 1892, bot die indische Regierung alles auf, um die Regierung des Mutterlandes für die Förderung einer internationalen Währnngskonserenz zu gewinnen. Die damaligen Perhand- 14 lnngen legten aber klar, das? die englische Regierung nach wie vor nur andere ^Icatioiieu zum Eintritt in einen Doppelwähruugsbund veranlassen, für sich selbst aber die Goldwährung behalten möchte. Und da es schon damals, auch snr die Bimetallisten, seslstand, daß ein Doppelwähruugsbund ohne den Eintritt Englands nicht durchführbar sei, so erklärte die indische Regierung die Brüsseler Müuz-Konferenz schon vor ihrem Znsammentritt in einem Schreiben vom 21. Juni 1892 cilS aussichtslos. Der spätere Erfolg gab ihr nachhcrNecht. Genauso, Wiedamals, liegt auch heute die Sache; sie hat sich aber indischen sür das Silber noch mehr verschlechtert, da die indische Münzstätte geschlossen und die Sheriuaubill ausgehoben worden ist. Hente bietet das englische Kabiuet als Grundlage für ein 5!oufcreuzprogramm die Wiedereröffnung der indischen Münze d. h. also die Wiederherstellung des Standes von 1892 an. Aber noch mehr als damals gilt heute das, was die meistiuteressierte Silbersreundin, die indische Regierung, iu ihrem Schreiben vom 21. Jnni 1892 aussprach, daß uämlich ein derartiges Auerbieten unmöglich eine brnnchbare Unterlage fnr eine internationale Berständignng abgeben tonne. Da hienach für das Endziel des internationalen Bimctallismus ein ausführbarer Borschlag nicht gemacht werden kann, so ist er heute, noch mehr als je, uichts anderes als eine aussichtslose, aber auch sehr entbehrliche Utopie. — Durch die Haltung deS englischen Äabinets ist unserer Reichsrcgic- ruug zum zweiteumal eine diplomatische Bloßstellung erspart worden: sollte sie daraus nicht die Lehre ziehen, daß gegenüber aller Demagogie, sei sie nun zünftlerisch oder agrarisch, gegen all die Kardorsserei und Kauitzerei klare Entschiedenheit, nicht mir diplomatische Höflichkeit am Platze ist, vor allem im Juteresse derjenigen, denen staatliche Allheilmittel versprochen werden? „Wir »vollen," sagte unser Reichkanzler in seiner Programmredc vom 11. Dezember 1894 über die Fordcrungsmittel der Landwirtschast, „unsere Kräfte nicht in der Lösung nnerfüllbarer Probleme verbrauchen." Hente gilt es, dieses Programm in dem Sinne, wie eS damals genieint war, vollends dnrchznführen. — Ende März 1896. Dr. H. Die Verhandlungen im englischen Unterhaus vom 17. März !89v. (Z!ach der „Times" vom Itt. März 18!»0, S. V ff.) Mr. H, Whitcleü stellt in Betreff der Währnngsfrage folgenden Antrag ^ „Tas Hone möge sich dalstn nnosprechen, dost die Unbeständigkeit des Wertverhältnisses von Gold und Silber, seit dem vorgehen der loteinischen Union im Jahre 1873, den wichtigsten Interessen Englands geschadet habe. Demgemäß möge es der Regierung dringend empfelsten, alles ivas in ihrer Macht liegt, zn thnn, nm dnrch ein internationales Ueber- einkommen ein stabiles Wertverhältnis zwischen Gold und Silber (» stnl)!«' inonbwrv Mr ot' sxcluvn^ö Iiet^vvsn ^olä ^nä silver) herzustellen." Ter Antragsteller beschränkt sich in seiner Motivierung nnf die praktische Seite der Frage und ihre Tragweite sür die Handelsinteressen des Landes. Er vertrete ein grosses Industrie-Zentrum im Norden und sei, wenn das Parlament nicht tage, in jenem Teil des Landes stets ans den großen Industrie- und Börsenplätzen anwesend, so das? er deren Gedanken dem Hanse darlegen tonne. Die Frage einer Wäbruugsresorui uuu erscheine dort nicht nur wichtig, sondern fast als Lebensfrage, und dies sei nicht nur die Anschauung der Arbeitgeber, sondern die arbeitende» Älasse» nähmen daran fast noch mehr Anteil. Die Empfindung sei dort eine fast allgemeine, daß eine Lösnug der Frage gefunden werden müsse, und zwar aus dem Grnude, weil das Rückgrat alles Handels Stetigkeit und vertrauen sei. Mehr vielleicht als irgend etwas sonst haben nns in den letzten Jahren die heftigen Schwankungen zwischen den beiden Metallen geschadet, welche das Bertra»e» zerstörten und uuseru Handel beengten. Für Ackerbau, Handel nud Industrie würde, nach seiner Ansicht, ein ungemeiner Vorteil gewönne» sein, wenn durch eine Aeuderuug Stetigkeit uud Pertraueu in die Ha»delsbeziehu»ge» gebracht werde» würde. Ma» könne vielleicht den Einwurf erheben, daß eine solche Aendernng die Preise der Güter nnd des Lebensunterhalts lstuaufschraube. Aber der Preis eines Gutes oder dessen Bil ligtcit, hänge zumeist davon ab, was ein Mensch ausgeben könne; selbst billige Preise hätten keinen Wert sür die ^ehntausende,die,ivie im letzten Winter, ohne Arbeit nnd Geld waren. Selbst wen» die Lebeiismittel etwas im Preise steige» sollte», so glaube er, daß dies mehr als genügend dadurch ausgeglichen werde, daß der bessere Geschäftsgang in der Industrie eine größere Regelmäßigkeit i» Arbeit und Bezahlung herbeiführen werde. — Es bleibe die Frage übrig, ob die befürwortete Aeuderuug m ögli ch sei. I» dieser Beziehung spreche der Bericht der Gold- uud Silberkommission vom Jahr 1888 die übereiustimmeiide Meiuuug, a»ch der moiwmetallistisch gesiuuteu Mitglieder dieser Kommission 'mit Inbegriff des Mitglieds der Universität London, Sir I. Lubbock, dahin aus, daß sür die Zukunft eine angemessene Relation aufrecht erhalten werden tonnte, wenn die beteiligten Nationen ein bimetallistisches Sustem mit dieser Relativ» annehme» »»d dorn» sesthalte» würde». Redner — 16 — nbcMstt es anderen mit größeren Kenntnissen, die Details c>er jvrage zu erörtern nnd schließt mit Empfehlung seiner Resolution. Sir W. H. HouldSworth (Abgeordneter für Manchester) hält es für nützlich, dem Hanse klar darzulegen, was mit der Resolution gemeint sei. (Hört!) Es bestünde» Zweifel, ob die Resolution bim et all istisch sei oder nicht! Das Amendement des ehrenwerten Mitglieds für Cnrdiff (Mr. Maclecm) lasse vermuten, daß er sie nicht sür bimetallistisch halte, da er, ein Vertreter des Monometallismus, geneigt scheine, dieselbe mit einer beantragten Verbesserung anzunehmen. Was ihn selbst (Redner) betreffe, so erachte er, daß alle Grundsätze, für die die Bimetallisten seit Iahren kämpften, in der Resolution enthalten seien: die Veränderlichkeit des relativen Werts von Gold und Silber sei den Interessen des Landes schädlich; diese Unbeständigkeit sei ans dem Vorgehen der lateinischen Union im Jahre 1873 erwachsen; es sei für England ratfani, das möglichste zu thun, um ein festes Verhältnis der beiden Metalle im gemüuzteu Zustande herzustellen; der einzige Weg, dazu zu gelangen, sei ein internationales Abkommen. Der Führer der Opposition habe voriges Jahr eine ähnlich gefaßte Resolution ans dem Grnnde gutgeheißen, weil sie bimetallistisch sei ohne ausgesprochenen Bimetall ismns. (Heiterkeit!) Man habe das Wort in der jetzigen Resolution vermieden, weil es viele gäbe, die die Sache billigten, denen aber der Ausdruck widerwärtig sei (Heiterkeit). Einige ehrenwerte Glieder des Hauses meinten wohl, es bestehe ein Unterschied zwischen der früheren nnd der jetzigen Form der Resolution, aber es sei doch dieselbe Resolution, nur mit nudcru Worten (Heiterkeit), er könne keinen Unterschied iu dem Inhalt wahrnehmen. Mau wisse, das^ das ehrenwerte Mitglied sür Cardisf ein Mann von festen Ansichten sei, die er nicht leicht ausgebe: vor einigen Iahreu nun habe derselbe iu der Looist^ ot' arts ein geschickt verfaßtes Schriftstück zur Verteidigung des biuietalliftischen Systems verlesen. (Mr. Maelean: Bitte, zu welcher Zeit?) Es geschah dies im Jahre 1882. In diesem Schriftstück sagt er, man müsse zugeben, daß die Versuche der westlichen Nationen, die ausschließliche Goldwährung ausrecht zu erhalten, eine unheilvolle Wirkung auf den Handel gehabt hätten. Trotz der Schwierigkeiten, die die Boreingenommenheit des Publikums, die Gegnerschaft der Presse und die komplizierte Natur der Sache bereiteten, zähle heute die bimetallistische Liga mehr als 7000 Mitglieder in allen Ständen, von den Taglöhnern hinauf, darunter 60 Bamniiers; sie habe einen Garantiefonds von 60 000 aufgebracht. Um sie zu bekämpfen, habe man die Golddefenee-Association gebildet. Sie habe einen Präsidenten uud 50 Vizepräsidenten; es seien dies aber Offiziere ohne Soldaten. Im Jahr 1890 bekämpfte der Führer der Opposition die Bimetallisteu mit der Behauptung, daß der Handel auflebe nnd der Preisfall aufgehört habe. Seither haben wir vier Jahre der Depression für Handel nnd Ackerbau gehabt. Bor uns liegen zwei große Gefahren, wenn die Währuugsfrage ungelöst bleibt. Die erste ist, daß die fremden Länder ihre uns prohibierenden Zolltarife noch weiter erhöhen; die Lage auf dem Kontinent ist so, daß die Regierungen etwas anfangen müssen, um die Depression in Handel nnd Ackerbau, welche dort wie bei nns herrscht, zu erleichtern. Wer die Verhandlungen fremder Volksvertretungen verfolgt, der muß erkennen, daß die herrschenden Ansichten sich einem erhöhten Schutzzoll und dem internationalen Bimetallismns — 17 — zuneigen. Es wäre eine ernste Sache, wenn diese Väuder ihre Tarife erhöhend, unsere Waren ausschlössen. Aver eine noch weit größere (Gefahr liegt in der Konkurrenz der ^ilbcrläuder gegen die Goldwährungsläuder, des gelben Mannes mit dein weißen Metall gegen den weissen Mann mit dem gelben Metall, Japan und teilweise Ehinci machen inner dem künstlichen Anreiz des entwerteten Silbers sprungweise Fortschritte und nehmen in allerhand Artikeln den Wettbewerb mit nns ans neutralem (Gebiet, in den ^ilberländcrn nuo teilweise iu unserem eigenen Vand aus, Eine große Gefahr droht nns, wenn wir uicht zivischeu Gold und Silber eine seste Basis für den Verkehr Herstelleu, sie liegt in der Konkurrenz der ^itberländer, wodurch uusre Zudustrie iu eine Vage herabgedrückt werden würde, aus der es sehr schwer fem wird, sie wieder zu erheben. Er (Redner) möchte hervorheben, daß im Antrag nichts enthalten sei, wodurch uotweudigerweise dieses Vaud ein Doppelwährnug stand werden müßte. Die Antragsteller wünschten nur einen internationalen Bimetallismus. Sie wünschten ein bi- mctallistisches wüstem, wobei die Frage, ob dieses Vand selbst bime- talliftisch sein solle, der zutüustigen .Konferenz der verschiedenen 'A'ationen vorbehalten bliebe, — Die Schwierigkeit, die er voraussehe, liege dabei höchstens iu dem Empsinden einiger sremdeu Nationen, »venu Verschiedeue Völker in verschiedener Form und iu verschiedeuem Maß zu ciuem Slstem beitragen sollen, da es doch die notwendige Vorbedingung sür die Aufrechthaltung eiucr Relation sei, daß eine genügende Zahl großer Staaten ihre Zustimmung dazu geben, daß sie rein und ganz bimetallistisch werden, Was die Vereinigten Staaten betrifft, so ist dort fast jedermann für internationalen Bimetallismus, die Vente der gesunden Währung wie die Silberleute, Eine Resolution, ahnlich der, die diesem Hause vorliegt, wurde iu der srauzösischen Cammer eingebracht uud wird mit großer Majorität angenommen werden. Weitere Resolutionen im deutscheu Reichstag uud der preußischen Kammer sind ebenfalls sicher, angenommen zu werden, Holland uud Belgien sind bereit, einer internationalen biuietallistischcu Vign beizutreten, Oesterreich uud Rußland haben ihre Bereitwilligkeit zn Verhandlungen ausgesprochen, Er bittet dringend, diese günstige Vage auszunutzen, mag mau nun wünschen, daß England bimetallistisch werde oder nicht, ^ür Präliminarverhandlungen waren die Verhältnisse noch nie so günstig, wie jetzt und zu solchen werde wohl Ihrer Majestät Regierung eingeladen werden. Er glaubt, daß das sehr ehrenwerte Mitglied sür West-Monmvnth erklärte, er habe nichts gegen Bimetallismus, weun die andern Völker zustimmten. — Sir W. Hnrcvnrt. O ueiu! Wcuu England ausgeschlossen bleibt! (Heiterkeit,) ^ir W, Houldsworth schließt mit der Versicherung, daß selbst mit diesem Vorbehalt, die Annahme der Resolution von höch- stem Wert für Industrie und Verkehr sein würde. (Llikei-«!)'-'' Der Schatzkauzler, Zir Michael Hicks-Bcnch erinnert au dcu vorjttbrigcu Beschluß des Hauses, der dahin ging' „das Haus nehme mit wachsender Besorgnis die beständigen Schwanluugeu uud die zunehmende Differenz zwischen dem Wert von Silber und Gold wahr uud stimme den jüngsten Aeußeruugeu der frauzösischeu Regierung sowie der Regierung und Volksvertretung Deutschlands über die sich hieraus ergebenden ernsten llebelstände warm zu: mit Rücksicht hieraus erachte es das Haus als 5 Aum, „(.'IiMi-sgleich uuscrcm „Vravo!"' D iihr»ngS-?el'l>Uc im englische» »nterlmuse, 2 — 18 — wünschenswert, daß die Regierung Ihrer Majestät mit andern Mächten in einer internationalen Äonsercnz zn dem ^ivccke znsammcutrete, um zu beraten, durch Ivelche Mastregeln jene Ucbelstände zn beseitigen oder zn mildern ivären." (5r denke nicht, daß dao Hans von dieser cinstimmig an- genominenen Resolution in irgend einer Weise zurückzutreten ivüusche, anelj sei er sicher, das; Ihrer Majestät Regierung diese Absicht nicht hat. (Milsers!) Die jetzt eingebrachte Resolution, — obgleich vielleicht einzelne Worte die Kritik herausfordern — scheint niir iu ihrer Absicht ganz identisch mit der vorjährigen. Ich würde nicht so früh in die Debatte ein greisen, wenn nicht mein ehrenwerter freund, der der Resolution sekundierte, gesagt hatte, es sei eine bimetallistische Resolution, obgleich sie nicht notwendigerweise die Annahme des Bimetallismus für dieses Vand in sich begreise, - In Anbetracht der enormen Wichtigkeit dieser Frage, scheint es mir geboten, ungesäumt dem Hause mein.' eigene Meinung nnd, was wichtiger ist, die Politik darzulegen, die Ihrer Majestät Regierung in dieser Sache zn befolgen für richtig erachtet. ^ (Kompliziertheit der Währnngsfrage nnd Bernnt- wortung der Regierung.) Ich darf meinen ehrenwerten Freund, der diese Resolution einbrachte, zn der Bescheidenheit beglückwünschen, mit der er an diese Frage herantrat. Ich werde versuchen, ihn nachzuahmen, denn ich smnvathisiere nicht mit dem Selbstvertranen, womit einzelne 5 Die Rede behandelt nun folgende Punkte: 1) S. 18. Festlegung des Wertverhältnisses und deren Ausführbarkeit: neven der Ansmünzung wirken nnf den Silberwert die anderweitigen Lcrwcndnngsarten, sowie die unbegrenzte Steigernngsfähigtcit der Produktion so ein, das; dessen dancrnde Festlegung unmöglich ist. Setzt man trotzdem den Fall, das; je eine solche durchgeführt werden könnte, so kommt sofort als Hauplfrage, zn welchem Salze dieses Wcrwerhältnis angenommen werden soll. In Amerika möchte man dieses Verhältnis ans den Satz von 1 : 16 festgelegt sehen: aber diese enorme Abweichung von dem heutigen Preisstand würde eine Unehrlichkeit gegen die Gläubiger in sich schließen. Andere wollen den heutigen Marktpreis zn Gruudc gelegt wissen: dann aber tonnten die übertriebenen bimctallistischcn Hoffnungen nicht in Erfüllung gehe». 2) S. 19. Garantie für die Dauer der internationalen Abmachung: falls man nicht absolut sicher sei, das; zwingende Umstände solche thatsächtich verlangen, so stehe immer zn befürchten, das; sie im Falle eines Krieges oder einer Krise aevrochcn werde; diese Unsicherheit aber bezüglich der Lebensfähigkeit des TovpclwälmingSbunoes müsse seine» Erfolg gefährden. 3) S. 20. Bcdurfnisfragc: Die allgemeine Geschäftslage giebt einen Gnind zn einer Währnngsändcrnng nicht ab. 4) S. 20. Notlage der Landwirtschaft und der Bau «iwoll industrie, ihr Zusammenhang mit der angeblichen Go ld kn n pp h ei t: Das prakliscke ^ieschäftslebeu weist von einem angeblichen Goldmaugel nichts; er kann also auch nicht die Ursache des Preisrückgangs sei». Ebensowenig aber kann sie in der Silbcrcntwertnug gcsncht werden: bezieht doch England von seinem ganzen Weizcnbednrf ans Ländern mit Silbcnvährnng tanm zwei vom Hunden. 5) S. 23. Die Bcziclinttgcn zn Indien: Bei den Untersnchnngen über die Abhilfe gegen die Uebclstände, welchen die indische Regierung infolge der Silbercntmcrtnng ausgesetzt war, sei das englische Kiabinet nie gewillt gewesen, die Interessen dcS Mutterlandes nnd der Kolonien, in denen die Goldwährung besteht, zn gefährden. — 1v Personen — und nicht immer die bestnnterrichtetcn — für die eine oder die andere Seite dieser Frage das (besetz diktieren wollen ihört! hört! Heiterkeit. Man kannMonomerallisten sprechen hören, als wären die Bimetallisten notivendigerweise verrückt oder Idioten (Heiterkeit), als wäre deren ganze Theorie so falsch nnd unmöglich, das; mau ganz vergebens auch mir dariiber spreche, lind man kann Bimetallisteu hören, die glauben, niemand könne ihrer Vieblingstheorie außer anS irgend einem selbstischen Interesse opponieren Hört! hört!> Ich gestehe, das? diese Grazie, je mehr ich sie studierte, mir nm so verwickelter und schwieriger erschien (elnzsrs! >. Ich null einige Worte anführen, welche in Beziehung hierauf in dem Bericht der königlichen >io»»uifssou vorkommen. Diese Kommission, bestehend ans sehr begabten Männern, von denen viele in der deiche wohl erfahren waren, sagt am 'Anfang ihres Berichtes: „Es giebt kaum eine Thatsache, die mit dem (Gegenstand vertnüpst ist, über welche nicht wesentliche Meinungsverschiedenheiten herrschten. — Wäre man aber selbst über die Thatsachen einig, so bliebe immer uoch ein Zweisel, ob man alle Faktoren berücksichtigt hat, nin zu einem richtigen Schluß zn gelangen: und überdies ist alles, was die Preise und den relativen Wert der Edelmetalle veeinslnßt, so subtil und verschiedenartig, daß es schwer ist, weuu nicht unmöglich, jeden Umstand ans seiu wahres (Gewicht zn taxieren." Nach meiner Ansicht sind diese Worte absolut richtig leusers!). Es müßte ein sehr weiser Maun sein, welcher gcnan beurteilen könnte, nielchen Einfluß unsere Währung auf das Wohlergehen dieses Landes, und auf die Welt überhaupt gehabt bat. Es liegt aber außer der Möglichkeit, daß irgend jemand von uus bestimmt vorher sagt und garantiert, welchen Erfolg ciuc Acndcrnng in diesem Allstem haben würde (hört! hört!). (Relation nnd Marktpreis soweit ich imstande bin, die Zache zn ergründen, scheint es mir ganz unmöglich, eine von den Schwankungen des Marktes unabhängige Relation zwischen zwei Gegen- ttäudeu, wie Gold uud Silber, zu bestimmen, welche beide außer für die Ansinünzuug auch anderweitigen Zwecken dienen, uud vou denen der eine in fast unbeschränkte» Mengen erzengt werden kann (eliksrs!'. Anderseits gebe ich nnch zn, daß ein tlebereiutommeu zwischen einer genügenden Anzahl von Nationen die Schwankungen beider Metalle verringern dürfte. (Internationale Festlegung der Relation.) Aber nnn fragt sich, was für ein Wertverhältnis in solch einem internationalen Ueberein- kommen bestimmt werden sollte. Die Ver. Staaten z. B. möchten wohl das alte Verhältnis von 15',2 oder 16 zn 1 beibehalten sehen. Aber in 'Anbetracht des gegenwärtigen Marktpreises des Silbers, scheint es mir absolut uncbrlich gegenüber den Gläubigern, ein solches Verhältnis zn bestimmen (olieei's!) Dessen Annahme müßte gerade jene Art finanzieller Panik mit allen ihren Folgen für den Kredit des Landes herbeiführen, anf welche iu frühereu Debatten hänfig, nnd von den besten Autoritäten hingewiesen wnrde. Andere haben vorgeschlagen, daß mau bei Festsetzung der Relation den nngesähren Marktpreis der beiden Metalle zn Grunde lege. Da muß ich gestehen, daß ich, bei einem solchen Verfahren, bei dem es wohl nötig sein wird, entsprechend den Veränderungen der Marktpreise von Zeit zn Zeit die Relation zn ändern, nicht einzusehen vermag, wie <'s die vagen uud übertriebenen Hoffnungen erfüllen soll, welche die Vertreter des Bimetallisiuus hegen (elleers!). — 20 ^ (Opfer und Risiko für die Bertragsstaaten.) Ein anderer Punlt betrifft das >>cisiko, mit dein ein solches Uebereinkonnnen fiir die beteiligten Staaten verknüpft ist, ^m ,valt politischer Eonvnlsionen oder im >iriegssall liegt die <^'esahr nahe, das? es von einer 5eite nicht eingehalten iverde. Welchen Erfolg würde dies dann ans das Währnngsshstem der andern kontrahierenden Staaten haben? Die bloße Thatsachc eines Ziveisels an der beständigen Daner des Abkommens würde dessen Ersolg ivesentlich beeinträchtigen. Ausdrücklich muß ich die unendliche Schwierigkeit nud Kompliziertheit einer solchen Vereinbarung, ihre gewaltige Wichtigkeit für das Vand und die große (Rscchr einer Aenderung der Währnng betonen, ivenn wir nicht absolut sicher sind, daß die Umstände sie rechtfertigen st 'Inzei's!) (Allgemeine Depression.) Nun hat mein ehrenwerter freund ein sehr düsteres Bild von der Vage des Vandes entworsen, Wohl macht es immer Vergnügen zn sagen: „Wir sind ruiniert," >Heiterkeit!- Aber ich erlaube mir doch, einige Zweifel dem gegenüber zn hegen, Nach den Informationen, die ich mir verschaffen konnte, halte ich im ganzen die Vage nnseres Landes gerade sür besonders günstig. Ans diesen O.nellen kann ich nicht zn der Ueberzengnng gelangen, daß die letzten vier Jahre die unglücklichsten waren, die England je gekannt hat, ^ch glaube, daß es niemals in irgend einem Vand der Welt eine Zeit gegeben hat, da man leichter eine ungeheure Steuerlast mit so geringer Belästigung sür den Steuer- Ilster getragen hat ((.'Iisei-s!). Ich bin deshalb verpflichtet, zu sagen, daß wenn ich die allgemeine Vage des Vcmdes erwäge, ich darin keinen Gruud erblicke, der eine Aendernng nnserer Währnng rechtfertigen würde, iGnzsrs der Opposition,) ('lAisröl'oi'ö, I nm liouncl, w «nv> U I Iool< nr tl^s eunäitivn ut' tlic? cannti'v xenöi'^II^, I «es nv relvsvn ^vliatev^i' tlint ^voulck ^nstik^ -r izlinn»s in cinr cnri^niv s^^tsm.) (9cotlnge der Va ndwirtschast und Banmwollindnstrie: Goldknappheit,) Weiter fragt sich : >vas sind die Ursachen der Notlage in der Landwirtschaft nnd der Banmwollindnstrie von Vaneashire? könnten sie vielleicl>t durch die Annahme des Bimetallismns geheilt werden? 5ind sie, mit anderen Worten, die ^olge der Verteuerung des (Woldes oder des Preisfalles des Silbers? Man hat die Hypothese aufgestellt, daß die hohe Bewertung des Goldes am Rückgang der landwirtschaftlichen Produkte Schuld trage, daß serner die Nachfrage nach Gold größer sei, als das Angebot, daß infolge der Einführung der Goldwährung durch die hanpt- sächlichsteu Nationen dessen Erzeugung mit der Nachfrage nicht gleichen Schritt halten könne und daß das Sinken der Preise gewisser Artikel ans die zu hohe Schätzung des Goldes zurückzuführen sei, Zch denke, die svrage ist noch eine ofsene, Ist die Rachsrage nach Gold für Müuzzwccke wirklich größer, als das Angebot? Sicher ist, daß die Goldgewinnung iu deu letzten Zahreu sehr gewachseu ist, Sie war 1895 doppelt so groß, als 1885 uud ist dermalen größer, als in der glänzendsten Zeit Kaliforniens und Australiens, Möglicherweise handelt es sich mehr um den gesamten Goldvorrat, als um die jährliche Erzeugung. Wie steht es damit? Seit 1844 hat es uie eine Heit ^'.P'ven, wo der Goldvorrat in den Banken so groß war, als jetzt. Die Bank von England muß natürlich mit Rücksicht ans ihre Roten eine bestimmte Goldreserve haben; diese Reserve aber ist hentc doppelt so groß als >8!>3, Und wenn man die Vage der verschiedenen europäischen Bauten untersuchte, käme man zum gleichen Resultat, ^oll das eine Knappheit des Goldes sein? Es existiert keine 2! solche Knavpheit, sUise^s!) Oder soll das bedeuieu, daß das Gold von den Bauken ziirückgehalten wird, statt im Lande zn zirtnliren nnd den Handel zn beleben? Run die Tiskontorate war nie so nieder! Und doch ist es sehr bemerkenswert, daß dasselbe Jahr, welches einen enormen, früher nie dagewesenen Goldvvrrat in den Vellern der Pank von England ausweist, auch die niedersten bisher bekannten Preise zeigt. Laut dein Inder des „Eeonomist" ist die Snmmc der Preise, die am 1, Iannar 1890 2235 ergab, am 1. Januar 1,^96 aus 1!>99 d, l>, um gesunken. Ich zweisle — obwohl ich darüber mir mit Borbehalt spreche, da der Gegenstand noch nicht sestgestellt ist, — ob überhaupt in einem Heinde wie England die Preise irgend wesentlich durch den Vorrat au gemünztem Metall beeinslnßl ivcrden, /Hört!) Ich denke, daß die Wirkung des Goldvorrats ans die Preise mit den durch das Bantwesen gebotenen Erleichterungen ab nimmt uud ich stimme den Worten bei, die der sehr ehrenwerte Gentleman der Gegenseite im vorigen Jahre gebrauchte, als er sagte, das? bei uns „Metall nur daS Maß sür den Wert sei." „Es ist nicht ein Mittel sür den H ande l. Wir führen nnsern Handel — den größten der Welt ans der geringsten metallischen Basis von allen Ländern, eben weil nur den größten Handel haben." (Der P r e i s r üetgc> n g der l a n d >virtschastlicheu Erzeug - nisse uud die Goldtuappheit,! Kann man beweisen, daß das Fallen der Preise genusser Bodenerzengnisse durch die Verteuerung des Goldes eingetreten sei? Da müßteu alte Artikel gleichmäßig uud überall im Preise gesunken sein! Dies widerstreitet aber den Tatsachen il'nsei's!). Einige Bodenerzengnisse sind sehr stark gefallen, Weisen um 30",>, wenn wir die Periode 1865—1875 mit den Preisen zwischen 1891—95 vergleichen, Andre Produkte sind weniger gesallcu, Gerste um 32 >, Hafer nm 25 °o, Wolle nm 26"/«. Die besten Sorten Ochsen- uud Hammelsleisch sind viel weniger im Preise gewichen, letzteres nur um 5»«, .Käse ist um 15"/°, Butter um 10°/«, 'Hm um 16°/«, Stroh nnd Geflügel sind gar nicht gefallen: letzteres ist sogar gestiegen, ,^auu es angesichts dieser Thatsache nicht einen Grnnd für diesen Prcissnll geben, der mit der Goldsrage gar nichts zu thuu hat? Der Preissturz hat, wie Mr, W. H, Smith in diesem Hanse vor neun Jahren aussprach, nur in solchen Artikeln stattgefunden, deren Erzeugung in der Praxis eine unbegrenzte ist, nicht in solchen mit begrenzter Erzeugung, Es ergiebt sich hieraus, daß das fallen jeuer Artikel mit der ausländischen Kou- Inrrcuz zusammeuhäugt. Und diese Konkurrenz entstand in erster Linie dnrch den frieden, welcher der Erzcngnng vermehrte Arbeit znsnhrte, zweitens durch die größere Auswendnng von Kapital, drittens bis zu einem gewissen Grade dnrch den Telegrasen, viericus durch Erweiterung des Bahnnetzes in neuen Ländern — Amerika, Argentinien, Rnßland, Indien - wodurch deren Erzengnisse an die Meeresküste gelangten, endlich uud vielleicht zumeist durch die nmnderbaren Verbesserungen in unserer Handelsmarine, in der N'röße der Schisse, iu der Billigkeit der Arbeit durch die Schifssmaschiueu, so daß nunmehr die Ernten der Welt an die Thore jedes Landes, das derselben bedars, sast so billig gebracht werden können, als wären sie an Ort nnd stelle gewachsen. Ich bitte zn be merken, daß dies ans gewisse Artikel in erster Linie zntrisst. Es gilt dies sür Getreide, weil dieser Artikel dnrch einsache Arbeit in neuen Landern leicht gewonnen wird. Es gilt dies für Wolle wegen der enormen Zunahme — 22 — der Schafherden in Australien und auderwärts. Aber es gilt dies nicht in gleichem Meist für Waren, deren Erzeugung eine geschicktere Arbeit fordert, oder die leichter dein Verderben unterliegen. Und wenn man andere Sachen, z. V. Stroh ins Auge fastt, bei dem die Transportkosten, wegen seines grasten Volumens anster Verhältnis nun Wert stehen, so sehen wir, dast es nicht ini Preise gesnnten ist. x^ch meine damit gezeigt zu haben, dast es groste und gewichtige Ursachen giebt, die das Sinken der Preise der Boden- Produkte, unter dem »iisre Vandbevolternng leidet, eher verschuldet haben,, als die Höherbewertnng des (Woldes, Wende ich micli nun zn de>n möglicl>en Einslnst, den das fallen des Silbers haben konnte, so hat man oft behauptet, dast infolgedessen der indische Weizen in ernste jionkurreuz mit dem hier gebauten treten konnte. Dies mag in gewissem (^'radc wahr sein- aber es bleibt doch die Dhatsaehe bestehen, dnst der Import landwirtschastlicher Produkte aus den Ländern mit Zilberwähruug mir 2 ",->i der gesainten Eiusuhr solcher Produkte beträgt und dast die indische Ernte, sowohl wegen der Ungleichheit der znm Erport gelangenden Menge, als auch wegen der gesamten Summe dieses ErPortes, nie anch nur annähernd ein so wichtiger Faktor für den Preis des Weizens auf dein Weltmarkt sein kann, als etwa die Produkte Rnstlands und der Argentinischen Reviiblif, Ich sehe, dost im Jahre 1894 ans Indien mir halb so viel Weizen ausgeführt wurde als im Vorjahr nnd dast der Export im Jahre >894 nur nnbedentend größer war, als im Jahre 1877, wo Silber noch fast doppelt so teuer war als heute. (Mssi-s!) (Klagen der Baumwollindustric.) Mein ehrenwerter freund, der den Antrag miterstützte, hat vieles über die Rückwirkung des niedrigen Silberpreises iu den Sitberläuderu des Ostens auf deren Konkurrenz mir ^ancashire ausgeführt. Ich denke, es handelt sich zumeist um die Vanm- woll-Indnslrie von Vaneashire. Ich zweifle, ob auch andere ,vnbrikations- zweige über die Konkurrenz klagen, nnd wenn sie eS nicht thun, so wäre ich begierig den <^rnnd zu erfahren! Warum mm soll die VaniMvoll-Indnstrie gerade der Zweig sein, der unter dieser Konkurrenz allein leidet: denn wenn man der Prämie, die der Prcisfnll des Silbers jenen Ländern gewährt, >o grostes <^ewicht beilegt, so müstte sich dies doch anch bei andern Industrien geltend machen! Aber ich glaube, es ist eine Dhatsache, dast die Banmwoll- Indnstric in r!nnecishirc nicht gerade im Sterben liegt. Ich crsohre, dast die Zahl der Spindeln nnd Webstühle wächst. — Mr. (H. Wl>itclc>> ! Stockporti: sie hat abgenommen! Der Schalikanzler'. ich spreche nach der mir gewordene» In sormation. Diese geht auch dahin, dast die Vöhue in dieser Industrie höher sind als früher. Mr. G. Whitclcy: Sie sind 10"/» unter dem Durchschnitt! Der Schnhlnu,zler: Ich denke, es ist eine Thatsache, dast jetzt ein gröstercr Teil des (Gewinnes in dieser Industrie iu die Taschen der Arbeiter sliestt, als srüher, und weniger in die Taschen der Fabrikanten. Dies wäre zu betlageu, weuu dadurch die letzteren veraulastt ivürden, diese Industrie anszngeben. Aber ivarniii sollten sie dies thuu? Erleidet der Vamu- ivollhandel Verluste durch den Erport nach den Silberläudern? Wenn dies der Mll ivöre, so müstte es mich wnndern, wie es kommt, dast nnser Erport nach diesen Silberländer» im Verhältnis dreimal so stark gewachsen ist, als nach andern (legenden (hört!). Ich will durchaus nicht die Wich- tigteit uuterschätzcu, die der !>)uickgaug deS Silbers auf die Konkurrenz zwischen Vaneashirc und dem !^7sten in diesem Artikel gehabt haben mag, aber ich glaube die Gefahr dieser Konkurrenz — eine sehr reelle (R'sahr — hat andere Ursachen. Erstens hat man den Rohstoff, die Baumwolle, zweitens den Markt sür die Fabrikate in der Realie, drittens — und das ist die Hauptsache — ist der Arbeitslohn sehr billig. Diese Arbeit wird allerdings durch den PrciSfall des Silbers nach billiger und deshalb der Wettbewerb sclnvierigcr. Insofern — ich gebe es zn — war das Winten des Silbers ein Rachteil, Tie Zchwaulungen zivischen dem Wert der beiden Edelmetalle brachten wegen der Schwierigkeit, die die beiderseitigen Wechselkurse ergaben, einen weiteren Nachteil, Wir alle dürfen wähl den Wunsch hegen, daß sür die gauze zivilisierte Welt nur ein Maßslab der Wcrthe gelten möge, aber ich fürchte, das ist eiu schwer reali- sierbarer Traum, Diesen Nachteil haben zudem unsere Bauten m ögli ch st v e r in inde r t. Was bei alledem die ,N'age sür uns zu einer so scli>vicrigcn macht, ist die Einwirkung des SilberstnrzeS aus die Geschicke unserer grasten Dependeuz Indien, Es ist wähl jederzeit uud van allen Parteien dieses Hauses zugegeben worden, daß das große Sinken des Silbers ein großes Nebel uud eine Schwierigkeit für die iudische Regierung gewesen ist, Bor einigen fahren schloß diese Regieruug die Münzen gegen die sreie Prägung des Silbers, Zie bat dadurch seither, wie beabsichtigt, den Fall der Rupie aufgehalten, aber es ergab sich das inertwürdige Resultat, daß der Preis des Silbers bedeutend gefallen nnd jedes Jahr die Differenz zwischen dem Marktpreis der geprägten Rupie und deren inneren Wert gewachsen ist, der That hat heute Indien eine nicht tonvertible Kreditwährung «hört! hört!) Wohl hat die iudische Regierung einige Erleichteruug gewonnen, aber ihre Vage ist doch nicht derart, daß man sie als befriedigend ansehen oder sür eine desiuitivc Vösnng dieser großen Frage halten kann (elreers). Ich glaube daher, daß iu den berührten Punkten, wie auch die eingebrachte Resolution ansührt, in dem gegenwärtigen niederen Preis deS Silbers Uebelstände liegen, welche unser Vand nnd unser indisches Reich berühren. Deshalb zeigen wir uns dazu ganz bereit, wie wir dieS immer waren, mit sremdeu Väuderu darüber zu lonserieren, wie diese Uebelstände am besten gehoben Vierden können, (Englische Kolonien,) Jedoch möchte ich beisügen, daß neben dem vereinigten Königreiche nnd Indien ein Teil nnsercS Reiches besteht, welcher neben den unseren eigene große Interessen hat; ich meine unsere Kolonien, (Hört!) England hat ?8 Millionen Einwohner, unsere Kolonien Millionen, Bon diesen stehen nicht weniger als 15' > Millionen auf der Basis der Goldwährnng mit einem Import und Export, der 1893 227 Millionen ^ betrug — das ist des ganzen Kolonialhandels, Andererseits haben nur Kolonien mit Zilbcrwähruug mit eiuer Bevölkerung von l'/s Millionen und einem Handel von 48 Millionen ^, Endlich haben wir Kolonien mit der indischen Rupieinvähruug, welche eine Bevölkerung von 3°/- Millionen Einwohner und eiueu Handel von 12 Millionen ^ haben. Es liegt aus der Haud, -daß wir in dieser Vage die Interessen nnscrer t^oldivähruugSlolonien nicht übersehen töuueu uud dürfeu (eliesi/s!) Zudem möge das HanS sich daran erinnern, daß es jeder dieser Kolonien vollkommen frei steht, fich ihre eigene Währung zn wählen, Tcshalb muß ich behaupten, daß, so zahlreich auch die Bevölkerung Indiens ist, — 24 — und so grost auch die Intercfsen an unserem indischen Reiche sind, doch mich ungeheure Interessen aus der ander» Seite in die Wagschale fallen, ut wo uro not prsp^i'öä to udiinilon tlcs Llolä Ltirncliri'ä in tbs lluitocl Xingdom/') (^ante euklzv«!) Ich habe sehr offen meine eigene Meinung über diesen wichtigen Gegenstand dem Hause mitgeteilt; es ist mir wohl bekannt, dost einige meiner .Kollegen diese Ansichten nicht teilen und wie z, B, mein sehr ehrenwerter Freund, der erste lord des Schatzes, sestc nnd erklärte Bimetal- listcn sind, lHört!) Aber ivir alle stimmen darin übereiu, dast es nicht gerechtfertigt wäre, eine Abweichung von der Goldwährung des vereinigten Königreichs vorzuschlagen oder anzunehmen. Und warum? lassen Sie mich die Worte vortragen, die meiu lehr ehrenwerter Freund, der Führer des Hauses !Balfour> im ,uri>re 189V gebraucht hat, Er sagt: „Mau darf nichts nnterueInnen, ivas den Ansichten und Wünschen der g r o st e n p r attis cl> e u Fi u a n z in ä n n e r n n d B a n k iers di e s c s V a n d e s zuwider ist, Es iväre Thorhcit, ja Wahnsinn voii irgend einer Regierung, in diesem Gegenstand der geschulten kans- m änniscljen Meinnng des Vandes voraneilen zu ivollen. Wir können daher die old w ä hrn n g d e s v er einigten K ö n i g r e i ch cS n i cl> t änd e r n, a b e r in i t d i e s e in ^ o r b e halt sind w i r b ereit, w i e es di e R e solnti o n an s s pricht, n a ch n n s e r e n 5c räst e n s ü r e i n inte r nati o n a l e s U e b c r e i n k o m m e n z n w i r t c» , n in e ine f e st e Grnndlage für den Austausch zwischen Silber und Gold zu gewinnen. („XotKinx ooulä d« äoiie, niul notlünx «IwrM de Att«»lj»te>I, ^-Ilü'Il >VN8 ÄANinst tlls viovvs ok llcs Krest iinnnoisl'8 Ällck bnnkev8 ok tili» eonntr^, It wnulü l>o lollv nnä mccäness in an^ (rovsi'nmöut. to in nilv^nos nt' tbe, eclueutsä eommei'vicrl opinion ol tbs eonntrv in tiii^ inAttsi', ^Ve c^rnnot, tlisrekors, alter tbe golä «tniulavil ol tlie llnitvcl Xinxclinn, dut witlc tiurt Reservation ws nrs preparsä, in tbe ^vorcls ot tlie Kssnlution, to clo all in onr power to seeui^s l»v Inter- national »Arvkmvnt n kiMbls uionetnrv power ok exoliniixs dstween golä nncl silver,--) — Welches sind nnn die Anssichteil fiir ein solches llebereintommen? Ich besorge, sie sind nicht glänzend! seliesrs!). Man wird sich erinnern, daß in der Konferenz von die Bereinigten Staaten einen bimetallistischeii Antrag gesteilt haben, Er sand Widersprncl> von Deutschland, von den Skandinavischen Nationen, von der Schweiz und von Oesterreich, welche sich für die ansschliestliche ^wldwährnug aussprachen; Frankreich und die lateinische Union waren nur dann zum Beitritt bereit, wenn auch England, Deutschland, Oesterreich und Nnstiand der Bereinigung beitreten würden, so dast der Antrag siel, und die lebenssrage nicht einmal berübrt wurde, welche Relation im Fall eines Abkommens bestehen sollte. «Hört! hört!) Wir machten Andeutungen betreffs vermehrten Ge- — 25 — brauchs des Silbersdiese scmdcu keine Ermutiguiig >uid iviirden zurückgezogen, Sollten andere ^catioiien es in vgl ich finden, sich zn einer bimetallistischen ^iga zu vereinigen, e>der zu einem n n d e r n i h n e n z n trägli cl? e r s cl> e i n e n den lieb e r e i n k o ni m e n g e - langen, so zweifle ich kaum, dast die indische Regierung sich gemeinsam mit uns bereit sinden lassen ivürde, die indische Münze der sreien S i l b c r p r ä g n n g ivieder zu ösflien-, und das; '.vir auch versuchen dürsten, durch andere kleine Mittel eine vermehrte Ausmünznng von Silber herbeizuführen, um ein internationales Abkommen in dieser grosteufrage z u nute r st n v e u, A b e r wir k ö u u e u u i ch t w e' te r g e h e n (elissi's!). („Ikit de possibis toi' otliei' nations t.v de ^'oinsck in u iiiniötallii' limine vi' in an ag'1'SLmsnt. on tlii« inaitsr vvliielr 8ssnrsc1 ß'ooil to tliömselve,^ I lui-ve littls äoudt dut tlurt tliö Inckian Koveinnrvut >vonlä nrs- Mi'eä ta iiz>'l'k>e ^villi U8 in reo^ön!»!;' tli» Inäian miut8 w tlre ti'kp eviim»s ok silver uiul tlurt ^ve mixlit onckouvour ntliev minor' inöuii8 to promoto tlie inei'sa8s ot' ÄIvsi' in eoinags to aicl in an iutsrimtio- nal aK'roomsnt on tili» xroat c>ns^tion. Lnt >vs ean gc> no turtliei','- Diese grostc Hauptstadt ist der finanzielle Mittelvuutt der Welt (elissi'»!), unser Handel und Berkehr siud ivohl grösser, als cr je in irgend einem anderen Vcmd geiveseu, Unser Reichtum ist ungeheuer, er entstammt den Anlagen und Unternehmungen in jedem Teile der Welt, Die groste Mehrzahl der geschickten und erfahrenen f i »ci u z l e u t e, welche das Arbeiten dieser gigantischen Maschine überwachen, sind der Ansicht, dast sie aus der Grundlage der Goldwährung errichtet wurde, und dast ihr fortbestand von der A »frech t- erliaituug unseres Währung ssvstems abhängt (eliLsrs!), Mit Rücksicht daraus taim keine verantwortliche Regierung dieses V and es eine andere Haltung einnehmen, als jene, die ich andeutete, (Vante ensers!) — Mr, Maclean iEardiff- erklärt: die Absicht, die er bei seinem Amendement gehabt, sei dnrch die eben gehörte Erklärung des Schatzkanzlers völlig gerechtfertigt, Diese Erklärung sei so besriedigeud, dast er es nicht für notivendig erachte, sein Amendement aufrecht zu erhalten, (Hört!) Der Schavkanzler habe nach seiner Meinung klargestellt, dast England über h ci uvt i u e i u e B e r h audl u n g o d e r 5i o u f e r e u z n i cl> t eiutret e u sollte. Er sagte, dast die Wäbruug dieses Vand es nicht berührt werden dürse, aber dast die Bimetallisten sonst überall sreie Bah» haben sollte». Die Welt stünde ihnen offen, nnd sie könnten sich irgend Ivo eine B e r sn ch s st a t i o n fnche», aber es sei nicht nötig, dast dieses Vand sich a» solchen versuchen beteilige, (Hört!) Der ^chai,- tanzler schien anzudeuten, dast das arme Indien ivieder auf die Holter gespannt nnd zum Wohl der übrigen Menschheit der Bivisettion unterzöge» werde» tonnteer sprach die Meinung ans, dast die Entwertung des Silbers ein grostes Unglück sür Indien gewesen wäre, l^nn summten wohl alle darin übereiu, dast dieses fallen sür die indische Regierung sehr uubeguem war: aber er leugne, dast es für das Boll nnd den Handel Indiens ein Unglück gewesen sei, Redner bedauert die ^chliestuug der Münze, denn dadurch sei die Spekulation in Silber nur ermutigt worden-, wenn man jetzt eine Aeudernng eintreten lasse, so würde das Sviel mir noch weiter gesördert, Indien l>abe sich von den folgen der Einstellung W der Münzprägung erholt. Die Zirkulation von Papiergeld, welches die Stelle der Rupien ersehe, habe ausfallend zugenommen, und aus den im Vanfe von Jahrhunderten angehäuften Schätzen feie» viele Rupien n? den Verkehr gelangt. So sei der Bedarf des Landes nach Zirkulationsmitteln gedeckt uud Indien hätte kaum ctnias zn gennnnen, weun es uutcr der Bedingung, daß die lateinische Union die Prägung von Silber wieder aufnimmt, auch seiue Münzstätten wieder eröffnen würde, Der Abgeordnete von Manchester habe für gut befunden, einen persönlichen Angriff aus ihn (Redner) wegen einer vor 1? Jahren in der Looiet^ vk »rts gehaltenen Vorlesung zn machen, in der der Redner, wie er glaubt, znerst in England aussührte, daß es ei» Irrtum sei, dost wegen der Verluste der Regierung Indien als ^and unter dem Bimetallismus gelitten habe, Er habe diese ^rage durch einige Jahre in Indien stndiert und möchte die allgemeine Ansicht äußeru, das? das Studium des Bimetallismns eine fesfelude geistige llebnng sür scharfe Denker sei, die eine Vorliebe sür Paradoxen hätten (Heiterkeit), Er selbst neige zwar nicht zur Mctaphusil, aber die ^rage habe ihn angezogen, so daß er bei seiner Rückkehr ans Indien, Ivo er geschäftliche Erfahrungen gemacht habe, iu jeuer Schrift die ^rage vom indischen Standpunkt behandelt uud seiue Meinung augedeutet habe, daß Indien vielleicht ans Kosten Englands gewonnen habe. Es würde wohl wenige Mitglieder des Hauses geben, welche noch jetzt in allen Blinkten gleicher Ansicht wären, wie vor 15 Iahren, und es sei sür Jedermann vorteilhaft, einen (Gegenstand von verschiedenen Gesichts- vuukteu aus prüfen zu können. Mit größerer Erfahrung sei er zn der Ansicht gekommen, daß der Bimetallismns möglich wäre, wenn alle Vnndcr die gleiche Relation annehmen und zugleich die Regierungen die Silbcrprodnktion nntcr ihre >>tontrole nehmen, d, h, ein Monopol daraus machen würden. Diese zwei Bedingungen seien vraltisch unausführbar, uud es sei nicht billig, zu zweifeln, ob er, Redner) ein Bimetallist sei oder nicht, — Der ehrenwerte Baronet, der sich der Zchrist vor 15 Iahren erinnerte, hätte sich auch seiner Rede vor acht Iahren erinnern dürfen, wo er nach dem Bericht der ^ilinigl, Kommission, welche die Unmöglichkeit einer Relation aussprach, deu Bimetallismus für praktisch uuaussührbar erklärte. Das habe er auch als Abgeordneter für ^ldham seiueu Wählern öfters dargelegt, so daß man wohl nicht sagen könne, ganz Vaueashirc sei einig sür Bimetallismns, Run habe mau behauptet, daß ein Ucbereinkommen der Bereinigten Staaten, Deutschlands, Frankreichs nnd der ^ilberländer zn einer festen Relation sichren könne. Er aber glaube, daß dies ohue Mitwirkung Englands, die man deshalb beständig anstrebe, unmöglich sei, England habe nun stets eiue autonome uinabhängige) Stellung iu dieser ^rage eiugeuommeu, so daß man ihm sogar Selbstsucht vorwars. Die Annahme des Bimetallismus sei aus dein kontinent mißlungen, denn die Schließung der Münzen war die ^olgr, nicht die Ursache der Entwertung des Silbers, Bimetallismns heiße, das Spiel in Silber befördern nnd nnsere Währung im Interesse der Silber erzeugenden oder befugenden Länder verschlechtern. Wenn England sich der Bewegung anschließe, würde es gegeu die Prinzipien des Verkehrs handeln, Verwirrung in sein Handelssystem bringen nnd die (Grundlagen jenes großartigen tausuiänuisclieu (Gebäudes unterwühlen, das aus gesuudeu Finanzen, inakellvsem Kredit uud össeutlichem Vertrauen in einer viele (Heucrativnen umfasseudeu Arbeit errichtet worden ist, — 27 - Mr. S, Tmith bittet um Erlaubnis, einigt.' Bemerknngen zu einen» e>'ege»sta»de zn »lachen, de» er seit mebr als zwanzig Jahre sorgfältig studiere. 'Allerdings yaben sich iu zivanzig Iahren die Verbältnisse sehr geä»dert', die Zerstörung des bi»ietallistische» ^vste»is ist jetzt weit vorgeschritten. Die meisten sichrenden Staaten sind zur Gold>vähr»»g übergegangen und die dadurch bedingte Preisrevolntion ist nahezu beendet. Die Preise sind durchschnittlich seit 1873 um 50" ,, gesalleu, d, h, 1 ^' tau» heute doppelt so viel Kufen als damals, derzeit deuten manche Anzeichen auf eiueu llnifclnvuug, so das? die Preise eher eine Tendenz nach oben babeu, ferner hat auch die 'Ausbeute von <^'old uugemeiu zugenommen und beträgt fast 40 Millionen ^ gegen 2« Millionen im Jahre >873. Von einem Goldmangel kann angesichts der enormen Reserven iu den Nationalbanken nicht gesprochen werden, 'Aber grast war die Not und das Elend infolge des Ballens der Preise in den letzten 2.-! Iahreu, breite Atlassen der Erzenger sind ruiniert worden, Zeitmeise schien unser kommerzielles (Gebäude zn ivaukeu! Iu letzter .^cit scheint iu gewissem Mast eine Rnckströmnng eingetreten zu sein, so das; nicht mehr dieselbe zwingende Notwendigkeit, wie vor einigen Jahren vorliegt, diese svrage anszngreisen. Er dürfe dies zugeben, denn er spreche nicht als Parteimauu, sondern als freund der Wahrheit, Die Herstellung eines sesteu Verhältnisses zwischen Gold und ?ilber werde für das Land gewiuubriugeud sciu uud er glaube, dast das, ivas früher war, mit Hilfe eines internationalen Abkommens auch wieder hergestellt Vierden könnte, Wenn mau ihn nach einer Relation srage, so würde er jene aeceptieren, die bei Zchliestuug der indischen Münze bestand, nämlich 1 8>i 4 varnm die Bannnvollindnstrie nnter den verschiedenen Fabrikationen allein so sehr nnter der Erhöhung des Goldwerts gelitten haben sollte? Die Antwort lautet dahin, das? der Erport der Banmwollwarcn anS Van eashire 62°/o des gesamten Exportes mach Indien) betrage. Angesichts der indischen .Konkurrenz erschallten daher aus Vaucafhire die ersten '.Icotrnfe. Was die Wirkung der allzngroßen Silbcrprodnktion betreffe, so müsse die Irage gestellt werden, warum Silber, olnvohl die Snmme der Erzengnng jährliclj nur uni 9"/o stieg, dennoch gegen O'old nm 100"/» gesallen sei. Dies erkläre sich nnr ans der Ueberschäl.mng des Woldes und der Schließnng der Minsen, Der .Kanzler sagte, das; es unmöglich sei, entgegen der herrschenden Meinnng der «vinanzlente eine Aendernng der Währung vorzunehmen. Er -Redner) hege gegen die Meinnng der Bankiers ein gewisses Misttranen. Sie seien im Handel, Ackerbau, im Handelsverkehr nach austcu nicht beteiligt, sie arbeiten nicht, sie svinnen auch nicht i sie kassieren nur ein. Wer von der Znuahme der Produktion spreche, müsse doch zugeben, daß dieselbe seit 1873 uicht in gleichem Maße ge wachsen sei wie früher nnd dnst, während die Erzeugung mn 35"/» znnahm, die Preise um 40°>i gesunken sind. In den 22 Jahren seit dem Ausgeben der Doppelwährung betrug die (Gewinnung von (">wld 505 Millionen , die von Silber 549 Acillionen, oder levtere nnr 9" „mehr, und doch ein Preissall nm 100"». Man habe gesagt, nnter der Herrschaft eines Dopvelivährnngsbnndes werde England der Vagerplav sür das Silber der ganzen Welt werden. '.'Iber es mnst doch auch eine Reziprozität geben, so dast nur znrückgeben können, was man nns liefert. Die vereinigten Staaten besäßen 131 Millionen ^' 5ilber gegenüber 130 Millionen ^ (^'old nnd Indien hat in den letzten 400 Jahren mehr als ° ° der ganzen Silbcrprodnktion ansgenommen. England mag ivohl eine goldansleihende '.>cation sein, aber kann man das Interesse unserer ^'oldansstände in Betracht ziehen neben unserem Handel nnd dem Wohlergehen der ganzen Nation? Man glaube iu Vanenshire uud iu deu Arbeiterkreisen, dast die Rückkehr zum Bimetallismns den Wohlstand, der srüher vorhanden ivar, wiederbringen werde. — Mr. 5tcni>oii hebt hervor, das Streben der Amerikaner gehe dahin, sür ihr Silber und ihre Produkte so viel als möglich zn erhalten, ohne Rücksicht ans die Abnehmer. Einen wesentlichen Pnnkt sür die vorliegende ^rage bilde die Verbillignng der Lebenshaltung. Die arbeitenden .^lassen, oder eigentlich die ganze Bevölkerung von 38 Millionen können heute um 40" „ billiger ihren Unterhalt beschassen als vor 25 Iahren. Dies ist gewist sür jedes Vand ein groster Borteil. (Hört!) Der Vohnstw sei höher, die Möglichkeit, Beschäftigung zn finden, viel geregelter! Der niedrige Preis der Produkte sei uicht so sehr die ^olgc einer Erhöhnng des Oöoldwertes, als der nencn wissenschastlichen Entdeckungen, welche es den Produzenten ermöglichen, viele Rebenprodnkte zn verwerten, die man noch vor Menschcnalter als nnblos wegwarst Richtig sei, dast während es den Arbeitern gnt gehe, die Arbeitgeber ans dem Anlage- >!aviral nnr noch eine kleine Rente ziehen: aber dies rühre zumeist aus dem Mißbrauch her, der mit dem (besetz über Beschränkung der Hastnng der Aktiengesellschaften <.,I.imiteä I>mbililv .^vt") getrieben wurde. — 29 Rührend der letzten sieben ^ahre sind in Vaueashire 7n Fabriken von Attiengesellschasten errichtet worden, wovon 40 überflüssig waren. Es wnroen Unmassen von Garn eins den Bcarit gebracht, die den Preis tief herabdrückten. Ein teilweiser versuch mit dein Bimetallismus wurde 18!>Z in Ealeutta gemacht. Man setzte den Wert der Rnvie mit 1 sb, 4 ck. fest: aber der 5atz brach nach zehn Tagen mit traurigen Galgen sür den Handel des Jahres zusammen. Würde man ein sestes Verhältnis z>viscl>en (^'old und Silber in England einsühren, so iväre die Folge, das? in zwei bis drei Jahren unsere amerikanischen vettern unser ganzes Gold hätten und uns das Silber allein bliebe. (Beisall!) — Mr. Hlirwood erklärt, dast er zivar ein l^'eguer des Bimetaliis mus, aber doch überzeugt sei, dast die dasür eintretenden Mitglieder aus Vaueashire es ohne selbstsüchtige l^edaukeu thuu. iHort!) Er wolle nur bestätigen, das; die Vöhue daselbst höher seien, als je vorher. Als Arbeitgeber müsse er der Anschauung entgegentreten, als ob das vorgehen der Trade Unious dem Handel geschadet habe. Dieselbe» hätten viel zu den Erfolgen der Industrie beigetragen, nnd die früher häusigeu Uuruheu kämen nur mehr selten vor. Die Steigerung der Vvhue habe sich befahlt gemacht: :)ceduer ist gegen schlecht bezahlte Arbeit nnd eine Vohnreduttiou wäre der allerlevte Vorschlag, dem er zustimmen würde, um die Vage der Fabrikanten zu bessern. In dem Baumwollgeschäst in Vaneashire stecke viel zn viel Vavital. Eines der gröstten Hindernisse aber sür einen Ausschivung der Geschäfte ivürde eine Unsicherheit bezüglich der Währung bilden. Er halte die alten Prinzipien für gesund, und die neuen Ideen, welche den Bimetallismus unterstützen, für nngefund nnd thöricht. Es sei keine Handlung der Regierung denkbar, die imstande wäre, den Wert des Slbers zu stabilisieren-, für den Wert des Metalls seien einzig die Produktionskosten massgebend. Mau solle die Preisbestimmung dem Weltmarkt überlassen. Redner ist überzeugt, dast Vaneashire in nicht zn langer Zeit seine Ansichten billigen wird Heiterkeit!). — Mr. Wylic unterstützt die Resolution und spricht die Hoisuuug aus, daß das Vand Helsen werde, eiu Smem zu beseitigen, das schlimmer sei, als ein barbarischer Tanschvertchr. — Sir I. Lublwck (Mitglied der londoner Universität): Die bisherigen Ersahrnngen gewähren leine Hoffnung für einen praktischen Ersolg einer neuerlichen Konferenz. Die Vertreter bei der letzten Brüsseler.Konferenz haben in einem von dem ehrenwerten Mitglied für Manchester (Sir William Honldsworth! untersertigten Bericht ihre Ueberzeuguug dahiu ausgesprochen, dast „wenn nicht ein vollständiger Umschwnng in der Münzpolitil von Teutschland, Oesterreich und Rustlaud eintritt, ein internationales Abkommen znr Festlegung des Wertverhältunses austerhalb des Bereichs einer praktischen Politik liege." Weiter heistt es: „Trotz des Wunsches, zn einem annehmbaren Vomprvmist zn gelangen, erwies es sich als unmöglich, die Grundlagen eines Abkommens zn finden--Deutschland nnd Oesterreich geben mir allgemeine nnd unbestimmte ^usichernngcn." Mr. Tirard, der französische Bevollmächtigte, versicherte, dast Frankreich mit dem dermaligeu Stande seines Münzwescus ganz zufrieden sei. Italien mW Belgien teilten die Anschannng nnd die Politik Frankreichs. Und znm ^chlust sprach die .Kommission bei ihrer Bertaguug die Hossuung aus, „das: sorgfältiges Studium vielleicht zur Auffindung eines billigen Ucbereintommens führen iverde, welches in keiner Weife die (Grundlagen des Münzwesens der vcr- — 30 scl>iedenen Staaten beeinträchtigen würde," — Bei dieser Sachlage war es nicht zn verivunderu, dast unsere delegierten erklärten, diese Hofsnung iiicl>t zu teilen, iveil bei der in der diskussiou zu Tage getretenen grostcu Per- scl>iede»heit der 'Ansichten an eine Uebcreinstimmnng nicht zn denken sei. — Man hört immer, das Silber sei der Bennvnng als t^'eld entzogen. Weit entsernt! Allerdings ist dentschland vom Silber zum 0>'old übergegangen, aber die vermehrte 'Ausmüuzuug van Silber in den Bereinigten Staaten bat den 'Ausfall in Deutschland reichlich ansgeivogen, '.>iach dem jüngsten Bericht de? ainerikanischen ?.>iiinzdirektors ist in den lebten zwei Iahren sast genau so viel Silber, als i^old ausgemünzt tvordcu, Mr, Probpn schätzt in einen« interessanten 'Aussatz, im .Statistical Journal" das »mlausende Silbergeld aus 3 Millionen Unzen gegenüber LOOOOO Unzen Goldmünzen, Hat man irgend einen Grnnd zn glauben, dast von beiden Metallen zusammen der Borrat nicht ausreiche? Nach den Angaben des amerikanischen Müuzdircktors belies sich das Geld in der ganzen Welt, das 1860: 3400 Millionen 8 betrug, im Jahre 1893 ans nicht weniger als i^OLI Millionen 8, ^ehlt es etwa irgendwie an Gold? die Porräte in den englischen, französischen und deutscheu Bauten und in denen von A'ew-^jork betrugen nicht weniger als 186 Millionen was in >0 fahren eine Zunahme um 65 Millionen ^ bedeutet, Die (^oldgeiviunnng des legten Lahres mit 40 Millionen ^ ist die gröstre je bekannte und beträgt mel>r als vor L5 Jahren die (Gewinnung von C>'old und Silber zusammen, (Ls ist doch komisch, von einer (Geldknappheit zu reden, wo doch jeder Ooeschästsmann weist, dast es so reichlich vorhanden ist, dast der Bankier es mit ' ausleiht, Weiter sragt sich, ob etwa der Bimetallismus praktisch durchsührbar ist, ob es ein Gesetz giebt, das Schwaukuugeu iin Wert von Owld und Silber verhindern kann? — Diese Metatle dienen ja nicht nur zu Münzzwecken: von C>'old allein wird snr industrielle Bedürsnisfe für IL Mill, ^ im Jahr benötigt. In de» Iahren 1870—90 hat die Goldgewiunnng nachgelassen, während jene des Silbers sich von 53 Mill, auf 166 Mill, Unzeu erhöhte: würde irgend ei» (Geschäftsmann unter solchen Umständen der Ansicht sein, dast mn» Silber verhindern könne, im Berhältnis zum Golde im Preise zu sinken? Man hat oft gesagt, dast die Gold- und Silberkommission der Ansicht war, es werde möglich seiu, eine Relation ausrecht zu halten! In erster ^'inie hat Mr, Birch in einem Separat-Memoraudnm ausdrücklich seine Ansicht dabin ausgesprochen: „dast es in Anbetracht der Unge wistheit der Miueuausbeute, der Berweuduug der Metalle sür Indnstrie- zweeke, und der Anzahl von Ländern, die austerhalb der Abmachung blieben, zweifelhaft sei, ob man eine festgesetzte Relation ansrecht erhalten könne," Und seine Kollegen sprachen sich dahin ans, „dast es selbst beim ausgedehntesten internationalen Abkommen von .^eit zn Zeit wahrscheinlich dahin kommen werde, dast in einigen Vändern ein Agio ans (>wld oder Silber-Münzen zum Vorschein komme und dast dies ein arger Uebelstand wäre," Was sodauu die Anschaunng der besitzenden blasse, der Kapitalisten ist, darüber erteilt das Anlehen der Bereinigten Staaten vom Jahre 1895 eine überzeugende Belehrnng, Die Regiernng der Bereinigten Staaten wollte die Rückzahlung in der Vandeswähruug sich vorbehalten und ninstle deshalb statt 3"» eine Berzinsuug vou .'^ 4°/» bewilligen, ivorans ihr ein Berlust von 13',. Millionen Psuud erwuchs, Bor U> 31 — Iahren waren Illl^i Arten anierilanischer Bonds mit Bcrzinsnng in Vandes^ münze und 40 Arten Bonds der amerikanischen Eifeubahugesellscl>afteu in Gold verzinslich mi der londoner Börse notiert. ^e»t giebt es von crsteren nur niehr 28 Sorten, dagegen 200 Arten mit Goldverzinsnng, ein Beweis, wie der Kapitalist über die Berzinsnng in gewöhnlicher Vaudesmünze denkt. Die Vage der V n nd w i r t s ch a s t ist allerdings ohne >>>veisel sehr ernst nnd da sagt man wohl, die verzweifelte Vage erheische verzweifelte Äcittel. Wenn man die Bimetalliften höre, so müsse man glauben, oaü die englischen Farmer dadurch ruiniert würden, das? das Vauo mit Produkten aus den Vn'uderu mit ^ilberwährnug übersclpven!»it ivürde. Wie liegen oder die Thatsacheu? Es werden sür mehr als 150 Äcil- lionen -L' Produkte eiugesührt, ivelche mit deueu uuserer Farmen — fleisch. Wolle, Butter, ,Mse und vor allem Weizen ^ kouturriereu. Wie viel davon kommt ans Silberläuderu? Acan ivird überrascht sein zn hören, daß aus sie au Produkten nur ein Wert von 3'/a Millionen ^ eut fallt, ivährend der groste geest von 147 Millionen ^ Wert ans Ländern mit Goldwährung oder mit Papiergeldzirknlatiou eiugesührt wird. Nicht der ^eückgaug des Silbers, sondern der Rückgang Verbrachten uud die grosie Entwicklung der Eisenbahnen ermöglicht diese itontnrrenz. Durch den Zuwachs neuer Vinieu ist ein ungeheures (Gebiet iu allen diesen Väuderu erschlossen >vordeu, darin liegt der Gruud der »>äcl)tigeu Konkurrenz, und nicht im Preissall des Silbers. — Es ist nicht zn leugnen, daß der Stand der Währung in brank re i ch nnd iu den B ereinigten St a a t e n nicht befriedigend ist. Aber warnm sollen wir nnsere Währung ändern? Unser Beitritt zu einem bime^ tallistischeu Abtonnueu würde dasselbe uur dauu stärker machen, wen» wir nicht blost unser Gesev, sondern auch unsere Gewohnheiten änderten. Silber kann nicht in erhöhtem Maße zirkulieren, anster wenn es au die Stelle des Goldes tritt. Jetzt haben wir so viel Gold- und Silbermünzen, als das Publikum passend sindet. Es würde störend sei», wollte» wir die Halste des umlaufenden Goldes durch Silber ersetzen, nnd doch würde dadurch auf die Dauer kaum der Wert des Silbers erhöht. (HortN Was der bimetallistischen Bewegung in England wirtliche Stärke gab, war der Glaube, daß sich die Preise heben würden. Glaubt mm das ehrenwerte Mitglied für Ashton wirklich, daß der Biinetallismns den Preis z. B. von Weizen erhöhen würde? Dann märe es doch eine ernste Sache, mit der Währung zu experimentieren, nm den Preis zu erhöhe». Redner sieht gar leine» Grmid, der für eine Aendernng der Währung, aher über wiegende Gründe, die dagegen sprechen. Veidet das Vaud im allgemeinen? Nimmt Handel nnd Industrie ab? Nein! Was Indien angeht, so be trug dessen Export uud Import im Jahr 1873: 53, heute Uli Millionen Und bei uns zn Hause? Im Jahr 1873 gab es auf IWt> Bewohner 38 Arme, jetzt nur 23. Der durchschnittliche Arbeitslohn ist von 43 8 sli. ans 53 ^' 16 slt. im Jahr gestiegen. Der Elearinghvnse-Berlehr betrug 1808: 3,4, 1895: 7 Milliarden Die durchschnittliche Ein fnhr uud Ausfuhr betrug in dem Jahrzehnt, das l873 eudete, 5(X>, im letzten Jahr K80 Millionen wobei noch der Rückgang der Preise in Rechnnng gestellt werden muß. Mau behauptet, unser Berkehr mit den Silberläuderu habe gelitten. Dies ist so wenig der Fall, daß unser Export, der nach diesen Vänderu im Zahr l873: 14^»"» des — 32 — ganzen Exports betrug, im Jahr 1894 2VVi->°/» miomachte. In einigen Zweigen herrscht wohl ein Rückgang, aber dies macht den allgemeinen Fortschritt nur nach anfallender, Der Eiukoiiimeusteuer uuterlageu 1873: 5l1, 1894: 7t)6 Acillioueu ^': das bedeutet für ^1 Jahre einen Eiu- kommensznwachs van >!>^ Acillionen Anläßlich der Brüssler ,^onsercnz erklärte Mr, Alfred v, Rothschild: „England dankt einen großen Teil feines Reichtums dem B er tränen, daS daheiui und im 'Ausland seine Währung genießt, sowie dem Umstände, daß unsere Banknote Sovereigns vorstellt, und daß jede Anweisung ans England bei Bersall in Gold gezahlt wird," Ebenso sichrte der Delegierte Rußlands, Herr Rassalovich, aus: „Eine der Ursache» der Stärke Englands liegt darin, daß es das finanzielle Zentrum der Welt ist, Ivo man immer sicher ist, Zahlungen iu Gold zu empfangen. Rehint diese Sicherheit und ihr nehmt eine der Bedingungen der Größe Englands," 'Hört!) In gleicher Weise legte Mr, Earlisle, Schatzsekretär der Bereinigten Staaten, dar: „Das Psnnd Sterling hat England nicht nur zum ersten Handelsplatz, sondern znin Elearinghonse für die ganze Welt gemacht. Welche Währung immer ciu Vaud hat, aller Ausgleich der Rationen erfolgt schließlich in ^. England zieht nicht nur Rntzen von seinem eigenen Handel, sondern es erhebt einen Zoll von dein internationalen Handel aller andern Vänder, einsach deshalb, weil aller Ausgleich iu dessen Währung vor sich geht, (Hört! Hört!) Wird das HnuS eine Währung ausgeben, die Vondou zum finanziellen Mittelpunkt der Welt gemacht hat uud eine der Hauptbedingungeu vou Englands Reichtum und Wohlergehen ist? «Hört! Hört!) Mr, Wyndhnm (Dover): Man hat Argentinien erwähnt; dort hat ein Herr, Ramens Brett, eine Mrm von ^VW(> Acker, Er verkauft Hiorn zu l .F' iu Vondon und als Gegenwert bringt er Papier im Werte von 3' 2 °!' nach Argentinien zurück. Wer gewinnt bei dieser Kursdifferenz? ^ie bildet den Ansporn dazn, Weizen in Argentinien zn bauen, und darunter leidet direkt der englische Farmer, indirekt auch der Industrielle, Wie groß ist die Versuchung, Papier »nd keine andern Oüter nach Argentinien zn bringen! Der SclMkanzler erklärt, er »volle unsere Resolution annehmen, nicht aber die Relation von 1: 15'/-, die er sür unehrlich halte! Aber war es vou Seite des früheren Schatzkanzlers ehrlich, die indische Münze zn schließen und dadurch einen Sturz des Silber- vreiseS herbeizuführen? lHört!) Redner meint, der britische tR'werbsmauu srage viel weniger nach dem relativen Wert von l^old und Silber, als danach, daß die gegenwärtigen Währnngsverhältnisse eine Prämie sür die Arbeit der gelben Rasse gegenüber der weißen Rasse schaffen! (Hört!) >m Bomba» bestehe ein Goldagio vou 1<><>"> und so sei es überall im steu! Mau sage, daß der Ertrag der Einkommensteuer zunehme, aber die Zahlung dieser Steuer sei ein Privilegium der Reichen: der Mann, der keine Steuer zahle, werde jetzt ruiniert! (Hört!) Der ganze Wohlstand, von dein man spreche, sei begleitet von einer Abnahme des Exports und einer Zunahme der Bevölkerung, Wohl meine man, daß sich unr in einfachen Waren die Konkurrenz des Ostens fühlbar mache: aber ein Regenschirm z, B, sei doch schon ein komplizierteres Fabrikat, ^onst kanste der Ehinese, nicht um den Regen abzuhalte», sondern der äußeren Revräsentatiou halber einen Regenschirm nm 15 »Ii: jetzt verkaufen die ^avanesen 30«>,«)00 Regenfchirine jährlich in Shanghai und ruinieren damit — 33 die englischen Erzeuger, Aber noch mehr! Bald iverden sie in unser Rind kommen und uns unsere eigenen Mannfakte liesern. Begünstigt durch eine besondere Holzart iverdeu die ^abritautcu vou ^baughai bald in der ^'age sein, ein Piauiuo in England schon um den Preis vou 2? zu liefern. - !ühnc iveiter iu die ivrage der >)cela- tion eindringen zu wollen, spriclft ^Icedner seine Ueberzengnug aus, daß England, wenn keine Relativ» bestimmt wird, bald ein mouoiuctal- liftisches Paradies seiu werde (Heiterkeit). Wir müssen »us dnuu dazu verstehen, die Bergiverke, die Fabriken und den Vaudbau auszugeben, und dann erblicken wir den britischen (Riverbsmann den glücklichen Kerl! — der nichts zu thnn hat, dessen Hausgeräte aus Ziuu iu den Straits Settlements erzengt ist, der japanesische Kahle brennt und sich seines Pianinas aus Shanghai ersreut! ^'ante Heiterkeit. Wenn man nns eine ^caticw van Gläubigern nenut, sa darf man auch nicht vergessen, wer die Schuldner sind! Unsre eignen Kinder! (Hart!) ,vür jeden Ballen Walle, den die Kolonien srüher erpedierten, müssen sie jetzt zwei Palleu ausführen, um die Schuld zu zahle», die wir angehäuft habeu, Diese Finanzpolitik, die besagt, das; ein Pia»», der sich z»r Zahlung der Interessen einer Schuld in (^vld verpflichtete, fortfahren muß, in t^old zn zahlen, abgleich er dafür ziveimal sa viel Schnse scheren und doppelt so viel arbeiten mnß, ist die Politik eines ^hplock, (dieei-s! und Heiterkeit!) — 5ir W Hareourt, vnl> beglückivünsche meinen ehrenwerten freund, das Äcitglied für Dover, dazu, daß er etwas zn Wege gebrachr hat, ivas ich bisher nicht erlebte; er hat den Binietallismus unterhaltend gemacht «Heiterkeit!). Es ist dies ein erfrischender Zivischenfall in dieser Debatte, an den man lange denken wird nnd durch den die Diskussion, die bisher, wie ich sagen muß, unerträglich matt war, immer denkwürdig bleiben wird, (Hart!) Die Rede meines ehrenwerten freundes ist nicht der einzige unterhaltende Zug iu den Verhandlungen dieser Rächt, Ich mnß iu dieser Richtung anch meinen ehrenwerten Freund, das Mitglied für Manchester, ehrend erwähnen, welcher der Resolution sekundierte; zunächst versicherte er mit Eifer, daß der Antrag wirklich ein bi- metallistischer Autrag sei. Dies erinnert mich inst au eine» ungeschickten Zeichner, welcher irgend ein Tier entwarf und in der Besorgnis, das; nicht jedermann es erkennen könnte, darnnter schrieb: „Dies ist ein Vöwe," (Heiterkeit!, Daß der Antrag wirklich ursprünglich ein bimetallistischer war, kann niemand bezweiseln, denn es kam darin der Ausdruck Bimetallismus vor. Aber aus irgend einem l^rnnde wurde dieses Wort beseitigt, und dasür andere Warte eingeschaltet, welche, wie ich in Uebereinstimmung mit dein ehrenwerten Mitglied für Eardiff erklären muß, etwas schwer verständlich sind. Aus der eiueu S'ite empsiehlt mau uus eiu Abkommen, nm ein stabiles Paritätsverhältnis zn erreichen, ober man sagt uns weder, in welchem Bcrhältnis die Parität stehen, nach wie die Stabilität erreicht werde» soll. Weiter ist bei de» A»seina»dersetz»»ge» des ehrenwerte» Mitglieds ein Pimtt noch unterhaltender. Er nennt den Antrag einen bimetallistischen, aber dann fügt er bei, daß dieser interuatiauale Binietallismus keineswegs s ii r all e Rationen sei, sondern nur für einige nnd daß eS durchaus nicht notwendig sei, daß eine derselben die britische Ration sei, dachen, > Das ist eine Modifikation des Binietallismus, welche wahrscheinlich den deutschen Möhruiigs-Delicwe >"> engNicken Unterhause, Z — Reichstag und andere Voltsvertretuugeu, die ähnliche Resolutionen ',11 beschließen bernsen sind, in Erstaunen setzen wird. Wenn jede solche Körperschast etwa beschließt, das? das internationale Ilebereiutomiueu alle anderen ^Icatioiieu, nnr nicht die eigene, verbinden soll, dann werden die Beratungen kaum zu ciuem praktischen Zchluß sichreu, Daun hat dasselbe ehrenwerte Mitglied etwas gesagt, welches zeigt, wie diese Resolutionen inuner besser werden. Sie werden jedes Jahr weniger bimetallistisch, Voriges Jahr bemerkte ich, das; mau das Wort „Bimetallismns" ausgelassen habe. Der vorjährige Antrag trug der damaligen Regierung ans, eine Konferenz einzuberufen, aber die jetzige Regierung wird rücksichtsvoller behandelt. Das ehrenwerte Mitglied hat mit der „Konferenz" Erfahrungen gemacht, die er, wie es scheint, nicht wiederholen möchte. Er meint, daß es im ganzen vielleicht besser sei, die ,vrage im Wege von „Verhandlungen" zn behandeln, 'Aber das mich ich bemerken, das? der größte Vorwurf gegen die letzte Regierung folgender war. Man hatte mich im Verdacht, in irgend einer geheimen Weise einen der zur Konserenz Delegierten instruiert zu habeu, damit er erkläre, Eug laud deute nicht daran, die (Goldwährung zu verlassen, und darau hauptsächlich sei die Brüsseler .Konferenz gescheitert, Aber was wird man jetzt von dem ^chatzkauzler sagen? 'Als Einleitung für die zn pflegenden Verhandlungen, hat dieser eine Eröffnung gemacht, die, wie ich sagen muß, der Stellung würdig ist, die er als verantwortlicher Minister der Finanzen dieses großen Landes innc hat. Er hielt eine Rede, die, ich gestehe, nn Geschicklichkeit, au logischem (Gedankengang und au osseuer rückhaltloser Darlegung der (Gründe von keiner Rede, die ich je gehört habe, Übertrossen worden ist (obesi's N, Der sehr ehrenwerte Herr hält sich nicht an Nebendinge, Er hat seine bestimmte Meinung nud äußert sie auch, er teilt die 'Ansichten und Beschlüsse der englischen Regierung über diese ,vrage mit und diese ihre Auschauuug wird morgen über Europa uud über Amerika verbreitet, uud wird die Verkündigung sein, daß die verantwortliche Regierung Englands nicht die Absicht hat, eine Aenderuug seiner Währnng eintreten zn lassen, oder die (Goldwährung preis zu geben, welche seit fast 100 Iahren herrscht, uud auf die die uuvergteichliche Wohlfahrt des Landes gegründet ist (hört! hört!). Das ist eine Sprache, die man im „Reichstag" und überall sonst verstehen wird, nnd es ist gnt, wenn dies geschieht. Es gereichte England bisher nicht znm Nnhm, daß man über die Ansichten der Regierung in einer solchen Hauptfrage Zweifel haben konnte, in einer ^rage, von der iu gewißem Maße die finanzielle, kommerzielle und soziale Existenz des Landes abhängt, Jetzt sind die Ansichten der Regierung klar, welcher Meiuuug mau auch über einige streitige Zpezialfrageu sein mag. Das Problein, ich gebe es zn, läßt viel Raum für philosophische Spekulation, uud spitzsiudige Leute werden vielleicht zn ganz anderen Schlüssen dabei kommen, als gewöhnliche (Deister, zu denen ich mich rechne. Aber ich glaube mich in Uebcreinstiiumuug mir der großen Mehrzahl der praktischen ^inanzlente und iianslente dieses VandcS zn befinden, — Das ehrenwerte Mitglied für Manchester verlangt nicht einmal, daß wir zn einer Konferenz oder zu Verhaudluugeu die Initiative ergreifein wir solle» ivarteu, bis andere au nus herantreten, Natürlich können wir eiuc solche Initiative nicht ergreifen, wenn wir nicht bereit sind, zu sagen, was die r u ud la g e u der beabsichtigten Parität 35 - » u d Stabilität sein solle». Aber wenn eine andere Macht hervortritt und erklärt, sie habe sich für diese Parität und Stabilität entschieden, dann sollen wir vorbereitet sein, ihr ;n antworten- „Ohne Zweifel ist ener Vorschlag snr euch ausgezeichnet, aber wir nehmen ihn nicht an," Die gegenwärtige Regierung hat eben einen grossen Erfolg bei Erreichung eines geineinsamen Beschlusses des europäischen Konzerts gehabt Heiterkeit!), aber weuu sie das europäische Konzert über die ^rage eines stetigen Wertverhältnisses der Metalle befragen wird n»d wenn sie dabei erklärt, daß sie wünsche, das; die übrigen Mächte den Bimetallismns annehmen, den England selbst zurückweist, dcmu ist es doch zweifelhaft, ob sie mit all ihrer diplomatischen (^eschicklichteit einen praktischen Erfolg erzielen wird. Wie kann mau eiu bestimmtes Vorgehen andern dadurch empfelsten wollen, daß man sagt- „obwohl das für euresgleichen ganz gut gehen mag, ich selbst will nichts damit zu thnu haben!" (Hört! hört!) lind doch ist dies der Vorgang, den das ehrenwerte Mitglied sür Manchester empfiehlt. Kann mau da die Resolution nicht sehr wohl die Euthanasia >das selige Ende) des Bimetallis- mns nennen? (Hört! hört!) Ich meine, er ist jetzt zum letztenmal ans der ^zene erschienen. Wir werden ja sehen, was die Meinung der übri gen Welt über einen Plan ist, de» man andern empfiehlt, für sich aber ablehnt. ^,ch glaube kaum, das; die Herren auf diese Weise ihren >Zwett erreichen werde». Was die N'ründe für und »»der betrifft, fo hat der Schatzkanzler alles, was ich fagen wollte, schon in viel besserer Weise vorgebracht- eine Wiederholinig will ich vermeide». Rur ei» Punkt bleibt übrig, bezüglich dessen ich vielfach angegriffen wurde, und über den ich mir einige Bemerkungen erlaube» möchte. Es ist der Rückgang der Preise. Es ist sehr bemerkenswert, daß man, wenn man irgend eine Industrie ins Ange faßt, findet, das; die Beteiligten entweder durch Ersparnng an Arbeit, oder durch ueue Erfindungen, oder irgend einen anderen Vorgang bestrebt sind, die Erzcugnngskosten herabzndrücken. Die gesamte Industrie sieht mau iu verschiedener Weise bestrebt, ihre Waren billiger zu erzeugen. Wenn es nnn gelungen ist, die Preise niedriger zu stellen, so nennen Sie dies ein so furchtbares Unglück, das; man ihm auf künstlichem Wege entgegen arbeiten mus;. (Hört! Hört!> Dies scheint mir eine merkwürdige Iukouscgueuz. Mau nimmt ohne weiteres an, das; das fallen der Preise ein grosies Unglück sei, und doch kauu das Steigen der Preise ein Oilück oder ein Unglück sein. Ist es die e Uuiou sie ausgegeben habe. Er erividerte, das; Deutschland im Jahre 1873 schwere tasten auf das bimetallistische wüstem gehaust habe. iHört! Hört!) Ich habe au den bimetallistischen (Gründen immer auszusetzen gehabt, daß sie den Thatsachen widerstreiten (Heiterkeit!). Jene Ursache war unrichtig', der ^Zusammenbruch hing nicht mit dem dentsch- sranzösischeu >!rieg oder mit dem Vorgehen Teutschlands zusanunen. '.Via» hat m Frankreich in deu Iahren 1808 nnd 1869 zwei Kommissionen über diese ^rage eingesetzt, eine dieser Kommissionen erstattete noch vor dem "Ausbruch des .Kriegs einen Bericht, welcher sagt: „Ans dem allgemeineu Markt zeigt Silber die Tendenz zu fallen, während (^old im Preise steigt. Mehr als 500 Millionen in ,^ uns frankst nckeu lagern bereits bei der Bank von Frankreich aufgespeichert, nnd das Publikum scheint nicht länger geneigt, diese g e w ichtigen St ü ck e a n s z u n e h m ? u. Silb e r s ch eint n n - beliebt zu werden, nnd wir müssen eilen, es ansier 5inrs zn setzen. Wenn wir dies nicht thnn, so wird das nnbequeme Metall uns sehr beschweren." Wie kann Frankreich wegen des .Krieges den Bimctallisnins aufgegeben haben, wenn schon zwei Ialire vorher jene .Kommission erklärte, dnst das ^aud des Silbers überdriissig sei? Tas ganze ^'iachiverk, aus dem die bimetallistische Beivcissiiiirnng beruht, fällt damit zusammen. — Ich null nichts über die behauptete G o ld tn a p p h e i t sagen; <°>'old >var nie so reichlich als jetzt, und nie wurden solche Meugeu, als iu deu letzten 25 Jahren erzengt. Ich mochte nur uoch ein Wort über eiueu anderen Irrtum sagen, nämlich nber den Irrtum mit dem Ausdruck „Höl?er- bewertnng lnppreeiution) des Goldes", es ist dies genau dasselbe, wie „das- fallen der Preise", mir anders ausgedrückt. Ich sah neulich eiue Abbildung, die mir gut schien; es stand darunter: „Ebbe". Mau sieht die London-Brücke und sagt dazu: „Nicht das Wasser ist gesalleu, die Brücke hat sich gehoben." '^Heiterkeit!, Ebenso steht es mit der Ueberschätznng des Woldes. Bei schlechten Ernten ist Getreide teurer, bei guten billiger. Nach einer guten Ernte erhält man für einen Sovereign mehr Weizen, da sagt Ihr: „Der Sovereign ist gestiegen," während Ihr nach einer schlechten Ernte weniger Weizen bekommt nnd dann sagt: „Der Sovereign ist gesallen." Kanu mau eiueu größereu Trugschluß machen? lind doch ist die ganze bimetallistische Theorie ans derartige Trugschlüsse gegründet ! Milsers! und Nein!). — Man hat viel über das Unheil gesprochen, welches die Schwankungen der Wechselkurse verursachen. Dieselben sind allerdings unangenehm, aber sie finden sich fast in allen Ländern, mit denen wir Handel, treiben, am meisten in den Ländern mit entwertetem Papiergeld. Was soll da der Bimetallismus sür eine» Heilerfolg haben? Wie soll er die Schwierigkeiten mit Argentinien oder anderen Ländern beheben? Das ehrenwerte Mitglied sür Dover hat gesagt: „Seht den nngeheuren Borteil, den das entwertete Geld jenen Böllern bringt. Sie können ihre Regenschirme nnd ihre Pianinos mit großem Borteil verkaufen." , Heiterkeit!) Wird mein ehrenwerter freund mir gestatten, die letzte Konklusion hieraus zu ziehen? Sic geht dahin: Je schlechter Ener Geld ist, desto wohlhabender seid Ihr! ^Heiterkeit!) Dann laßt uns nicht den BimetallismuS einführen, schaffen wir uns eiu ganz wertloses Geld, uud das ehrenwerte Mitglied für Dover soll unser Schatzkanzler sein! (Odesi's!) Je wertloseres — 37 — Geld wir haben, nmsomehr Regenschirme und Pianinos iverden ivir haben, — das ist das Raisonnement meines ehrenwerten Freundes. Heiterkeit!! Es ist sehr merkwürdig, welche Aufregung die Einfuhr und die Wechselkurse errege». Wenn das ehrenwerte Mitglied für Tover über Japan spricht, so dars ich ihn srngen, warnni uuterbietet uns ^apan? Ist es wegen des tiefen Silberpreises oder ivegeu des hohen (Goldpreises? Allein, sondern iveil in Japan die Leute elf stunden im Tag, sieben Tage in der Woche und für fast nominelle Löhne arbeiten. Da wird der Bime- tallismns kaum helfen; denn seinethalben werden die Japaner sich niclsi ans 6 Arbeitstage in der Woche zu je 8 Stunden beschränken. Der Wettbewerb, unter dem Nur leiden, entstammt Ländern, wo die Lölpie niedrig sind und die Arbeitszeit laug ist. Uud weun heute England sür seine Aussuhr weniger als früher erhält, so liegt der I^rnud dasür nicht darin, das? die Menge der Fabrikate soudern darin, daß der Wert derselben nb^ genommen hat. ferner wird behauptet, daß die Silberläuder einen Porspruug in ihren Geschäften mit anderen Silbcrländeru habcu. Aber es bleibt doch auffallend, das? die Ausfuhr Indiens nach Ländern mit Goldwährung weit größer ist, als nach solchen mit Silberwährnng. Ebenso ist es eine merkwürdige Thatsnche, die alle bimetallistischen Theorien widerlegt, daß der Proportionelle Znwachs unseres Handels nach den Silberläuder» -weit größer war, als nach Ländern mit Goldwährung (hört! hört!). Ich entnehme dein Eeonomist vom 31. August 1895, daß von der (Gesamt- Annahme unseres Handels im Jahre 1873 14dagegen im Jahre 1895 22 "/» ans die Länder mit Silberwähruug entfielen. Was Indien betrifft, so muß ich eine Waruuug aussprechen, die das Haus beachten sollte. Unsere Gegner behaupten, daß der gegenwärtige Wäl,ruugszustaud, obgleich er vielleicht für die indische Regierung ungünstig ist, Doch für die dortige Industrie güustig sei, aus die er wie ein Reizmittel wirke. Welche Wirkung wird es uuu in Indien ausüben, wenn dieses Hans in Bezug ans die Währung Gesetze mit der Motivierung macht, dadurch sollen jene Industrien Iudieus niedergedrückt werden. Man würde, wie es ein Bericht der Königlichen Kommission ausdrücklich sagt, die Iudicr zu dem Glauben veranlassen, daß die Aendernng der Währung ein Angriff auf ihre Industrie sei, uud dies müßte dort sehr großes Mißvergnügen erzeugen (hört! hört!). Roch will ich ein Wort über eine der wichtigsten Seiten dieser «N'age, über die Frage der Lohngestaltnug beifügen. Die Bimetallisten sagen, höhere Preise würden auch höhere Löhne im Gesolge haben. Das ist nicht wahr. Zn der Zeit, da nur die höchsten Preise hatten, waren die Löhne viel niedriger als jetzt. Die Löhne sind jetzt höher r>ls vor 25 Jahren, nnd ihre Kanstrast ist mindestens 5V"/» größer. Diejenigen, die vor allen von den niederen Preisen Nutzen zogen, sind die arbeitenden Klassen dieses Landes, nnd sie wissen es auch. tLbssi's!) Man spricht von der großen wachsenden Einsnhr: nnd diese Einsnhr trägt zur Berbillignng der Lebenshaltung der arbeitende» -Vossen bei. Thee, Zucker, Tabak werden von Jahr zn Jahr niehr eingeführt! Und da spricht man vom Elcud im Lande! Betrachten Sie doch die Steigerung der Zolteiuuahmen, betrachten Sie die Lage der Arbeiter, ihre Rayrung, ihre Kleidnng; vergleiche» Sie dies mit dcu Erinnernngen aus den Tagen Der hohen Preise. (Hört!) — 38 — Ich möchte hierfür noch ein Beispiel anfuhren, Im amerikanischen Bürgerkrieg, als man dort ein entwertetes Geld hatte -'da? dem ehrenwerten Mitglied sür Dover als ein se> ungeheurer Borteil für ein Land erscheint), und als man die Barzahlungen einstellte, welche Folge hatte dieS? Die Preise der Lebensmittel sind weit rascher gestiegen, als die Löhne, Ich habe hier eine Schrift über die damaligen Ereignisse, wetche von einer allgemein anerkannten Autorität (Lord Plaufair) herrührt, Sie enthält eine Tabelle der Preise nnd Löhne in den Pereinigten Staaten und fügt bei: „Die Entwertung unseres Geldes hat sowohl iu Preisen wie in Löhnen eine Steigerung herbeigeführt, aber die Preise sind umso viel schneller gestiegen, das? der Lohnarbeiter Jahr für Jahr weniger verdiente und im Jahr 1865 mir ^ dessen erhielt, was er l860 verdient hatte," Man hat England ein Glänbiger-Lnnd genannt, Wohl niemand, der anniesend war, wird die denkwürdige Rede vergessen haben, die Mr, Glad- stone zuletzt iu diesem Hause über vorliegende Frage hielt, und worin er den Borschlag dem Gelächter der Welt preisgab, daß dieses Land der Glänbiger mit dem Hut iu der Hand in der Welt betteln gehen solle, damit man ihm doch Iv sd, statt eines ^ bezahle, (Heiterkeit!) Dies ist praktisch der Erfolg, zu dem uns der Bimetallismns führen müßte, (Hört! Hört!)- Natürlich sagt man: „Wir werden mehr Geld erhalten," Die Wahrheit ist, daß man uns nicht in Gold, sondern in Waren bezahlt, — Diese Wareu sind es, von denen unser Bolk lebt nud nun mutet mau uus zu,, iu der Welt Herumzugeheu nnd zu bitten, daß man uns für nnscr Gold doch weniger Waren liefere: Kann es etwas Thörichteres geben? «Heiterkeit! Hört! Hört!) Wir, die wir hundert oder vielleicht tausend Millionen an fremde Bölker verliehen haben, sollen sie bitten, daß sie- uns für dieses Geld weniger liefern als gegenwärtig! (Hört!) Ich iveiß^ daß man sagt, mit dem BimetallismuS wird Silber ebenso wertvoll als Gold, Wer das glaubt, kann seine Aufrichtigkeit dadurch beweisen, das? er dem Gläubiger ebcuso gut als dem Schuldner die Wahl läßt, Sie wissen sehr wohl, daß dies nicht dasselbe ist, sonst würde man den Borschlag annehmen. Hiermit stimmt ein aus früheren Debatten stammendes Argument eines früheren Führers dieses Hauses, Mr, W H, Smith. Mr, Smith, ein iu Geschäftssncheu sehr erfahrener Mann, meinte, das? ein Gesetz, das das bimctallistische Svstem einführte, zuerst ciue allgemeine Panik hervorrufen würde, weil jedermann, der Gold zn fordern hätte, es sofort einfordern würde, nm nicht später Silber statt Gold zu erhalten. Hört!) Das ist ganz klar. Warum soll ich uicht heute mein Gold einfordern, wenn ich morgen besorgen muß, Silber dafür zn erhalten. Vor Mr, Smith sprach dies schon Sir Robert Peel und Mr, Glad- stoue aus, (Hört!) Ich besorge, die Zeit des Hauses zu lauge iu Auspruch zu nehmen^ sonst hätte ich gerne noch weitere Ziffern vorgeführt, nm schritt für- Schritt zu zeigen, welche Fortschritte jede Klasse unseres Gemeinwesens, von der niedersten bis zur höchsten in deu Jahren gemacht hat, seit der- Bimetallismns in Frankreich sein Ende fand. Wir sehen, daß mit den höheren Löhnen der Berbranch der Arbeiterklasse nngehener zugenommen hat; man blicke aus die Einkommensteuer, welche nach Ansicht des ehrenwerten Mitglieds von Dover nur vom Kapitalisten gezahlt wird! Was hält er von der Stenerrubrit v? Was findet sich auch da für eine Zunahme! Halten Sie die ^umme der Erbschaftssteuer und die darin sich W — kundgebende Ansaiumluug von Reichtum ans dem Jahre 187Z gegen die jenige von 1895. Erwäge» Sic, was der Schatzkanzler über die Lage unserer Finanzen gesagt hat! Sieht alles das so aus, als >väre nnser Währnngsspstem seit 23 Jahren ein falsches geivesen, und als hätten Handel und Industrie abgenommc»? Blicken Sie aus den Tonneugehalt unserer Schisse, der sich iu kaum glaublicher Weise vervielfältigt hat! Blicken Sie aus die Zunahme unserer Baugesellschaften, ans das Anwachsen der sür Lebensversicherungen gezahlten Prämien (Hört!). Der steigende Fortschritt des Wohlstands widerlegt alle Ihre Behauptungen! Was verlangt man nun von uns in dieser Resolution: Durch ein internationales Uebercinkommen soll eine stabile Parität zwischen Gold- nud Silbermüiize» hergestellt werden. Im Jahr 1892 schlug die amerikanische Regierung eine Relation sür die Ansprägnng von Silber vor. Der frühere Schatzkauzier lehnte cs ab, auf einer solchen Basis an einer >tousereuz teilzunehmen. Dann kam die Brüsseler Konferenz, wo die über- iviegende Stimmeuzahl so sehr gegen den internationalen Bimetallismus war, daß es die Bereinigten Staaten, welche die Konserenz einbernseu hatten, aus eiue Abstimmung nicht ankommen besten. Die Bertagnng, welche beschlossen wurde, erfolgte, nm „nach einem Uebereintommen zu suche», welches iu keiner Weise die Grundlagen des Müuzwesens der verschiedenen Staaten berühre» solle." Tie Konferenz sollte erst wieder zusammentrete», wenn ei» geeigneter Borschlag gemacht werde» könne. Woher soll nn» ei» solcher komme»? Es wird allgemein angenommen, daß wir ihn nicht stelle» »verde», »»d wir siud auch nicht dazn bereit. Aber wenn dies geschähe, haben Sie überlegt, was cs etwa bedeuten würde, wcuu mau dic Währung Großbritaniens der Beurteilung einer Kommission von auswärtigen Mitgliedern überließe? sie gewissermaßen cmcm fremde» Snn- dikate »»vertraute? Sollen wir sür dic Währung eine Art Zollverein mit den großen militärische» Monarchien Europas ciugchcu? Das würdc wollt keine „glänzende Isolierung" sein! (Heiterkeit!) Unsere Kreuzer und Sce- lcutc dicucu dazu, den englischen Handel zn schützen. Dort aber würden wir in der Minorität sein, und wenn man in jenem internationalen Smi- dikat, welches über unsere Währung entscheiden soll, einen Schlag gegen unseren Handel führen will, so wird dies viel wirksamer sein, als irgend ein Angriff anf hoher See. Ich bitte, diese Sache sehr ernst zu erwägen. Der erwähnte Bericht der königlichen Gold- "»d Silberkommission sagt, daß wir gegenwärtig volle Handlnngssreiheit haben und in nichts von den Maßregeln anderer Mächte abhängendieser Zustand vou Freiheit würde aufhören, sobald wir einem internationalen Uebereinkommen beitreten; die daraus entstehenden Gefahren würden noch schwerere werden, wenn i»a» iu dem Uebereintommeu, wie es sich wohl als nötig Heransstellen dürfte, detaillierte Bestimmungen über das Münzwesen nnd die inneren finanziellen Einrichtungen der verschiedenen Staate» aiisiielnnen würde. Mr. Bnlfour. War jener Bericht ein einstimmiger? Sir W. Hlircourt. Wir können nicht innner einstimmig sein, selbst nicht bezüglich des Bimetallismns. ; Heiterkeit!) — Und wer wären denn die Mitglieder des Syndikats der Rationen, das über die Währung Englands entscheiden nnd die Bedingungen für den Londoner Geldmarkt feststellen soll? Länder, die mit Silber überladen sind, mit dem sie nichts anzusaugen wissen, ^dcr Länder, welche eine unbeschränkte Menge - 40 - von Silber erzengen lönnen und die bei erhöhtem Preis ihn wieder durch ihre Acasfeuproduttiou herabdrückeu iverdeu. Und alles dies will mcm uus aufziviugeu angesichts der Forderungen, die wir au das 'Ausland haben! Endlich noch eine ^rage: ivenu nian das Uebereinkommeu abfchlöße, >vie lauge nnrd es halten? Ter ^chavkauzler sagt, der erste Ärieg ivird es über den Haufen iverseu; also nachdem ninn die ganze Revolution iui (Geldwesen unseres Landes durchgeführt hat, wird der erste europäische itrieg das neue System umstürzen und uusereu gauzeu Handel und nnsere /viuanzeu in Berivirrung dringen. Man will den großen (Geldmarkt der Welt der (^uade jeder seindlichen Kombination preisgeben. Wo bleibt da der gesunde Menschenverstand? Als vor einem oder zwei fahren aus diesen Pnnkt nusmerksam gemacht ivurde, sagte der damalige ^chavtauzler: „Wenn ein Krieg erklärt wird, oder noch bevor er erklärt wird, kann ein Land Maßregeln ergreisen, nmGold heranzuziehen ! das würde andere Länder beuinnhigen, und es >vi>rde ein Herren ^Lvmulilsi um Gold entstehen, welches sede Vereinbarung über de» Haufeu werfen und allgemeine Bcrwirrnng herbeiführen müßte. Dann schiene es mir aber mich Unrecht, eine Kon- sereuz einzuberufen, in der Meinung, daß wir etwas anssühren könnten, was doch ohne die Zustimmung nnd Mitwirkung der fremden Länder nicht iu Wirksamkeit gesetzt iverdeu kann." Und was verlaugeu Sic uuu, daß nur thuu sollen? Gerade das, was er uns geraten hat, nicht zn thnn! — Der Schatzkanzler hat die Worte des ersten Lords des Schatzes zitiert, der es fast sür Wahnsinn erklärt, dem vereinigte» Königreich nnd der Eitp von London eine /form der Währung ausuötigeu zu »vollen, die sie nicht gründlich entschlossen sind anznnchmen, und in die sie nicht volles vertrauen haben. Denkt er nun, daß die Eith von London den Binietal- lismnS ernstlich annimuit uud daraus vertraut? Iu derselben Debatte hat das sehr ehrenwerte Mitglied für St. Georges Hannover Sgnare einen bemerkenswerten Satz ausgesprocheii; er sagte beziiglich des Berichts der königlichen .Kommission: „'Ans einen nicht einstimmigen Bericht hin, kanndieRegierung niemals die ungeheure Bercmtwortung aus sich laden, ander Währung zn ändern." Das war eine sehr weise Bemerkung. Es sei mir gestattet beizufügen, das? ebensowenig von einem in seinen Ansichten geteilten Kabinet die Ber- cmtwortnng sür eine Aendernng der Währung Englands übernommen iverdeu kauu. ü>r erste Lord des Schatzes, Mr. Balfour: Ich weiß nicht, ob der sehr ehrenwerte Borredner die Debatte ans dem unterhaltenden Niveau erhalten hat, ans welche sie das ehrenwerte Mitglied für Dover erhob, aber ich gebe zu, das? er eine lauge interessante nnd wichtige Rede gehalten hat. In der Zeit, die mir noch bleibt, kann ich nicht alles, sondern nur die Hauptpunkte berühren, vorher aber möchte ich mir leise andeuten, daß der sehr ehrenwerte Herr bezüglich einiger nebensächlicher Punkte verschiedene recht merkwürdige Ansichten vorgebracht hat. Unter anderem gab er nns zu verstehen, daß die Lage eines Industriestaates von niedrigen Löhnen nnd der Zahl der Arbeitsstunden abhänge. Er hat uus gesagt, daß wir uns vor Japan deshalb zn fürchten haben, weil der englische Arbeiter weniger Stunden, nur ti Tage in der Woche nnd um hohen Lohn arbeite, während der Japaner längere Zeit nnd nm weniger Lohn arbeitet', nnd darans prophezeit er die künftige Herrschaft Japans in Handel nnd Industrie (ueiu! nein! hört! hört!). Er hat ausdrücklich gesagt, daß dies die Ursachen iväreu, wenn mau uus auf neutralen Märkten und auf unfern eigenen 11 — unterbietet, Ich hoffe, die Vertreter der Arbeiter aus der andern Seite des Hauses werden sich diese Ansicht merken (hört! hört!). Dann hat er uns über das Aufgeben des BimetalliSmuS in ,vranl- reich erzählt, das; dies nach vor dein Krieg geschehen sei, da eine Kommission ini Jahre 1869 erklärte, das; das System nicht langer ansrecht zn erhalten sei, Icl> iveis; nicht, woher der sehr ehrenwerte Herr seine Insormation geschövst hat, Aber mir wnrde mitgeteilt, das; der erwähnte Bericht in einer der französischen Kannnern wohl beraten, das; aber im Januar 187l> beschlossen wnrde, nn der Doppelwährung festzuhaken, so das; also Frankreich vor dem Krieg, nach reifer lLrwägnng, ans biinetalliftiscl>en! Stand- vnntt verharrt ist,^ Weiter hat der Vorredner eingeivandt: Wenn man glaube, es bilde der dermalige -Ztnud der Wechselkurse zwischen England nnd Indien einen 'Anreiz sür die dortigen industriellen, so sei es nicht tlng, eine Währnngs änderung mit der erklärten Absicht einznsühren, die Inder dieses Ansporns zu berauben, '^on einem gewissen Standpunkte ans mag diese AnSsührnng richtig sein, aber nicht von senem des sehr ehrenwerten Herrn, Demi er war ein Mitglied der Regierung, welche Indien eine künstliche Währnng ausnötigte, welche mit der Währung von 200 Millionen tlnterthanen Ihrer Majestät ihr Spiel trieb, in der wohlüberlegte!! und ossen ertarten Absicht, den Wert der Rnpie über den Marktpreis hinanszntreiben nnd mit dem unvermeidlichen Ersolg, dadurch deu Rei^ sür indischen Erport zn vermindern, Ich glaube, ich habe über diesen Punkt nichts weiter zu sagen gegenüber einem Herrn, der mehr als irgend jemand sonst gethan hat, um die Hinsälligkeit seiner Beweisführung zu zeigen. Der sehr ehrenwerte Herr hat dann ferner einen Punkt vorgebracht, welcher bisher kaum iu die Debatte gezogen worden ist, nämlich den betreffs des <^läubiger-VandeS, ES giebt nnn kaum irgend ein Argument, welches nns in größeren Perruf in Amerika wie ans dem Kontinent und bei unfern Kolonien gebracht hat. und mit allem Recht, als gerade dieses. Sir, W. Hurcourt: Warum? Mr, Balsour: Warnm? Ich will hieraus antworten. Der sehr ehrenwerte Herr sagte nns mit Recht, das; die Schulden an nnser Vand mit Waren bezahlt werden, die in Gold berechnet werden, und das? die seit 20 Iahren eingetretene Preissteigerung deS Goldes die Wirkung gehabt hat, das; das (Gläubiger-Vand eine viel grössere Menge von Waren erhält, als es ursprünglich zn fordern hatte, wenn man diese Waren nach ihrem damaligen Wert in Geld berechnet hätte, Glaubt der sehr ehrenwerte Herr, das; diese Begründung sich in den Angen jener empfiehlt, die an nnS zn zahlen haben? DaS, was diese wünschen nnd auch wir verlangen, ist, das; sür die Schuldverhältnisse ein festes, für eine lange Reihe von Jahren gültiges Mas;, nicht nur für de» privaten, sondern auch siir den internationalen Perkehr giltig, geschassen werde. Wir erachten mit den tüchtigsten Polkswirtcu der ganzen Welt, das; dieser seste Masistab bei einem bimctallistischen S»stein wirksamer ins Veüeu gerufen werden könne, als vei einem monometallistischen, (Nein! Nein!) Ich sage nicht, das; meine Anschannng die richtige ist, aber das; dies die Ansicht * Amnertuug des Herausgebers: In der .^onnuifsiou, die am 29, Juli 1870 ihre letzte Sitzung abhielt, erklärten sich von W Mitgliedern dc-> Lonseil «upöi'iviir 1? — „u,vso csrwinss rsssi'vs,^ — für die Goldwährung, nur 6 für Beibehaltung der Silberfreipräguug, 42 aller wissenfchaftlich gebildeten Pollswirte ist, Nein! Nein!, Wenn fremde Völker meinen, daß jetzt ihre Schuldenlast ans künstliche Weise vermehrt wird, so werden sie weiter schließen, daß es dem sehr ehrenwerten Herrn nicht so sehr darin» ;» th»» ist, eine ehrliche Währung, wie man ernennt, aufrecht z» halten, als aus diese Weise mehr, als gerecht ist, aus den Schuldnern herauszudrücken, iNein! Nein!) Ich gehe uuu von den Außemverle» z» der Ha»ptstell»ng über, die der sehr ehrenwerte Herr in seiner Rede eingeiwmmeu hat, Die Politik der Regierung ist schon durch meinen sehr ehrenwerten Freund, den Schatzkanzler, dargelegt worden, Er hat dem Haas mitgeteilt, daß das Kabinet der Ansicht ist, (wie ich selbst es auch immer war), daß es unmöglich ist, unserem Handelsstande und »uferen Finanz lente» eine Form der Währung ausznnötigen, gegen die sie protestieren, uud die sie nicht annehmen wollen. Hört! Hört!) Ich gebe zn, daß, während mein sehr ehrenwerter Freund, der Schatzkanzler vollkommen genau die Politische Anschaiumg der Regierung wiedergegeben hat („I -rclmit, tbat m^ i-i^Kt Iwn. trisuel Iws pei't'ketklv neeni'ntklv i^prsssniecl tick poliez' of tluz (Government"), die Darstellung, wenn mir die Erfüllung der gleichen Pflicht obgelegen hätte, vielleicht eine etwas andere Färbung erhalten haben würde (Heiterkeit!), Die Zeichnung des Gemäldes war eine vollständig korrekte, aber die Abtönung nnd Schattierung ließen, von meinem Standpunkt betrachtet, vielleicht einiges zu wünscheu übrig (Heiterkeit!) Meiu sehr ehrenwerter Frennd hatte das Recht zu sprechen, wie er sprach, Er hält nur ein Metall sttr den richtigen Maßstab, ich glanbe an die Doppelwährung: was die Politik, die einzuhalten ist, betrifft, so sind wir einer Meinung, Der linterschied zwischen uns liegt nur darin, daß, während mein sehr ehrenwerter Frennd seine ungeteilte Freude über die Ansichten zur Schan trägt, die über die Wtthrnngsfrnge in so großein Maße nnter der Finanzwelt der Eitu von London herrschen, ich das Vorherrschen dieser Anschauuug bedanrc, Fch meine, daß nnsere Bankiers hier, wie in andern Tingen, hinter den gesunden Ansichten etwas zurückgeblieben sind, und daß die Zeit nicht ausbleiben wird, wo sie sich der Anschauung der großen Mehrzahl der Männer der Wissenschast anschließen werden, daß das bimetallislische System nicht nur von anderen Rationen, sondern auch von der nnsrigen angenommen werden sollte, In dieser Hoffnung bestärkt mich der schon jetzt wahrnehmbare Umschwung der öffentlichen Mcinnug (hört! hört!), Ich erinnere mich genau der Zeit, da bei jeder Debatte über diese Frage ein Mitglied nach dem andern ausstand, um zu erklären, daß die Pinietallisten die Gesetze von Angebot nnd Nachfrage, die Rückwirkung der Produktionskosten ans den Wert u, s, w, leugneten.^ Auf diesem Staudvuukt -5 Anmerkung d, H.: Balfour kommt alljährlich auf diesen Punkt zn sprechen. Aber mau könnte ihm darin zustimmen, ohne daß dadurch für die internationale Doppelwährnug viel gewonnen wäre, da »och ein Tuyeud anderer Gründe gegen sie vorliegt (s, oben S, 11), Der Redner sucht serncr immer den Anschein zn erwecken, als sei die Frage, ob gegenüber der enormen Steigerung der Silberprodnktio» ei» staatlich fixiertes Wcrtverhältins im Widerspruch mit dem Marktpreis aufrecht erhalten werden könne, gelöst »»d zwar z» G»»stc» deZ Bimetallismus, Von all dem ist das gerade Gegenteil richtig. Seit Jahren sviicht Balfour jedem, — 43 kämpft um» heute nicht mehr (Oho!) und Ivenn es geschielt, so uiunnt ihn doch mir eine kleine Minorität ein, die noch nicht dazu gekommen ist, sich mit der Litteratnr über diese Frage bekannt zu uuichcn (Heiterkeit!). Mau wird mir doch zugebe» müssen, daß es für einen gebildeten Mann heute »icht mehr möglich ist, in der früheren Weise das zu kritisieren, was die Ansicht der großen Majorität des französischen Bolls, des italienischen Volks, des belgischen Polls, des deutschen Polls ist und tatsächlich aller Amerikaner ist. Und ebenso gievt es heute keinen unterrichteten Rntiona lölouom en, der es uoch wogen würde, in irgend einer Gesellschaft, so unwissend sie auch sein möge, die Gründe gegen den Bimetallismus vorzubringen, die man einst beklatschte und mii allgemeinem Beifall ausnahm (LIissi'8!), Die ganze Tendenz der geklärten öffentlichen Meinung ist zn Gunsten der Doppelwährung (Nein! Nein!)/'' der ihm hierin widerspricht, jede wissenschaftliche Befähigung ab. Aber möchte er nur einmal einen Blick z, B, in die Verhandlniigen der Berliner Silbcr- enquete von 1894 werfen, dann würde er wohl diese Redewendung nicht mehr gebrauchen. Wer in früheren Jahren an der Ausführbarkeit und Dauer eiuer internationalen Festlegung des Silverwertes starke Zwcisel hatte, in doch durch die Erfahrungen der letzten Zeit voll gerechtfertigt worden. In den letzten Jahren ist ans dem Währungsgebiete keine Thatsache eingetreten, die nicht den Versuch einer internationalen Vereinbarung als noch aussichtsloser erwiesen hätte; wir haben in dieser Beziehung schon oben S, 12 an die allgemeine Erschütterung des Vertrauens auf das Silber, an die im Weltverkehr zunehmende Einbürgerung der Vorliebe für den Goldgebranch n»d an den Ilebergciug der Hauvthandclsstaatcn zur Goldwcihrnng erinnert. Im übrigen dient Balfour diese akademische Erörterung nnr zur Bcc- decknng seines Rückzngs: im Unterhaus handelte es sich uicht um die Doktorfrage, ob ein Hausse-Konsortium verschiedener Staaten im Staude sei, durch dcu Aufkauf von Silber dessen Marktpreis zu heben, sondern um die ganz bestimmte, aktuell-praktische Frage, ob er als verantwortlicher Minister seinem Lande das Erperimcut der Einführung der freien Silberprägnug nud zwar iu dem Verhältnis von 1 : 15'/z vorschlagen könne. Zugleich stellt er hier, wie seit Jahren, iu jeder seiner Währnngsreden, die Frage, welche Steigerung durch einen solchen Doppelwährnngsbund die Silberprodnktion erfahren und wie lange dann ein solch staatliches Haussekonsortium zusammenhalten werde, als wissenschaftlich gelöst hin, während die Abwägung der verschiedenen Möglichkeiten weniger Sache der Logik oder wissenschaftlichen Forschung nnd zudem die Anschauung der Fachgelehrte» allem eher, als dem Bimctnl- lismus günstig ist (ein deutlicher Wink hiefür liegt in der Umkehr früherer Bimetallisten, wie Lexis, O. Hanpt, Pierson). ^ Anm. d. H.: All diese n. ci. Uebertreibnugen belicbi Balsour lseit Iahreu zu wiederholen. Wenn er andeutet, daß die wissenschaftliche Forschung sich für die Doppelwährung entschieden habe, so kann er wohl nnr die englischen Nationalökonomcu im Angen haben. Von den Nationalökonomeu Deutschlands, von seinen Handels- und Gewerbetreibenden nnd von den öffentlichen Blättern neigt sich auch nicht der fünfte Teil der Doppelwährung zu. Die französischen Nationalökonomen sind, von Eerunschi abgesehen, durchgehende Anhänger der Goldwährung. Die Mitglieder der Lateinischen Münznnion Frankreich, Italien, Belgien haben ihre Not mit der Ucberznhl und der Entwertung der iu den Bankkcllern sich anhäufenden Fünffrankenstückc; aber trotzdem wnrcu ihre Delegierten auf der Brüsseler Konferenz von 1892 die reserviertesten, nnd diese Reserve beobachteten die Regierungen bis heilte man denke nur au die Darlegungen der französischen Minister Nibot vom — 44 — und ich gestehe, das; ich die >,eit voraussehe, wo nicht nur die von mir erivähuteu großen Nationen, nicht nnr die arbeitenden .^lassen von Van- cashire und die Ncehrzahl der Vertreter unserer Vnndbevölkerung, sondern auch die Mehrzahl in diesen« Zentrum unseres kommerziellen Vebens die gleiclie 'Auschonnng in dieser Artige Hoden werden (Lliesi-s!), Ich denke nicht, dast es vorteilhaft und ziveckdienlich ist, im Detail die Porteile auszuwählen, die ich mir von der Erledigung dieser Frage verspreche: aber einen Pnnkt must ich betonen. Die Sprecher ans inonometallistischer ^eite selben iuinier voraus, dast es in unserer Macht liegt, die Hahltrast unserer Münzen zu bestiininen und daß wir berechtigt sind, zn sagen: „Wir halten an unserer <^old>vährnng sest: niemand kann uns darin stören: ivir verharren, was die Währung betrifft, in uuserer herrlichen Isolierung!" ?as liegt aber nicht in der Macht dieser oder irgend einer Regierung i^Iiesi'«!) oder irgend einer Nation! !i7b wir »vollen, oder nicht, die 'Naturgesetze hoben doch Macht über uns (Hört!) 5)b wir wollen oder nicht, es hängt doch die Währung einer Nation auch vou dem vorgehen ab, das die andern Bölker bezüglich ihrer Währung beobachten. Eine Mastregel, die Frankreich und Deutschland treffe», kau» die Zahlungskraft nnsrer ^andcsmünze (vnlns ot' tlis clsdt pkivinA o^x^eitv vom' swnclai'ä) ändern nnd wenn morgen die grostcn Haudelsnntioueu bcr Welt thäten, ivas sicdicÄcacht haben zu thnn, uud sagten: „England weigert sich, mit uns zn gehen: wir wollen es bei Seite stehen lassen: wir nehmen die Doppelwährung an: England mag sehen, wie es mit seinem inonoiuetallistischeu Sustcm vorwärts kommt", so würde der Erfolg - wie ich zugebe — für uns sehr wrchltlsiitig sei», aber es würde doch auch die Zahlnngskraft unseres Geldes gänzlich verändert werden, die Sic mcineu, anS eigener Macht, Autorität und nach eigenen Gesetzen bestimmt zu hoben. 'old oder nach Silber, sondern nach deiu gau^ anonwlen i>iegenstand, deu der sehr ehrenwerte Herr von der Gegenseite ersnnden uud den 200 Millionen Bewohnern Indiens anserlegt hat und der etwas anderes ist als Gold nnd Silber, ^Iiesrs!) Nichts kann mich nber',engen, daß es unserer Zivilisation uud dem gesunden Menscheuverstaud augeinesie» ist, dast der Verkehr noch längere Zeit ein so unbrauchbares, so grausames (oi'nelj uud so absurdes System ertrage itülissi-s!). Ich eile von diesen allgemeinen Betrachtungen >m der doch uoch wichtigeren Frage, welche Politik dieses ^'and künftig zn befolgen hat, — Wir sollen diese Resolution wohl einstimmig annehmen Mein!)', »um sagte nur so! Was soll dann damit geschehen lt^I^si-L!)? Der sehr ehrenwerte Herr (Sir W, Hareonrti hat nach seinen schwachen >!riisten das Seine gethan, dast sie zn nichts weiter sührt. Meine Meinung ist, dast recht viel damit erreicht werden wird, nnd ich betrachte diese Resolution uud die gegeuwiirtige Debatte als eine Einladung dieses Landes an die andern beteiligten Staaten, ans einer vernnnstigen Grundlage ei» gemeiusamcs Zahlnngsnüttelsvstem 'm errichten. Um dies zu vereiteln, hat der sehr ehrenwerte Herr das Schlagwort ausgegeben, daß mit dieser Resolution nach seiner Meinung Großbritannien nichts ',nr Förderung deö Bimetallismns thue, Er verweilte dabei, daß das Vereinigte Königreich seine bisherige Währung beibehalten soll, nnd wars die Frage auf,wie mau von ander» Völker» eine Aendernng verlangen könne, die mau selbst nicht eiu- fiihruug der internationalen Doppelwährung nicht machen kann. Noch im November 1»Sv verkündeten die binietallisrischcu Blätter auf Grund eines Briefes Balfours, „er werde sich mehr uud mehr als der zielbewußte und erfolgreiche Bahnbrecher der vimctallistischeu Wäbrnugsreform erweisen," Und nnn, da es zu handeln gilt, hat er nichts als Worte, Der in ihnen zur Schein getragene Idealismus besteht darin, daß ans allgemein mcuschlicher Bruderliebe Deutschland und die anderen Nationen dazu beitrage» sollen, die englisch-indischen Schwierigkeiten ans der Welt zu schaffen; für England dagegen hat Balfour nur die allgemeine Hoffnung, dast die Zeit nicht ausbleiben wird, wo anch der englischen HemdclSwclt eine Ahuuug von der Herrlichkeit der Doppelwährung aufdämmern wird, Balfour predigt hier, wie in der Fabel der Fuchs den Gäuscu, — In Bezng auf eine Neuordnung der Währung liegt in Wahrheit nicht eine Solidarität der Interessen, sondern ein unvereinbarer Widerspruch zwischen den sonderinteressen der Gläubiger- und der Schulducrstaateu, der Silber produzierenden Länder uud ihrer Abnehmer vor «s- vbeu S, v und Ii,. Das drückt Balfour selbst durch sein Verhalten gegen Indien ans: hier mit dem gnten Beispiel der Bruderliebe voranzugehen, dazn liegen für das Mutterland zwingende Gründe vor, zwischen ihm nnd dem Kronland Indien besteht in der Thcit eine politische und wirtschaftliche Interessen-Solidarität, Aber Balfour selbst erklärt: England hat auch für sich nnd nicht bloß für Indien zn sorgen, und zwar zuerst sür sich, denn das Hemd ist näher als der Nock, :^.,,^.'' — 46 — führen zu ivolleu erklärt, — Das wäre »in richtiger Einwurf, iveu» das bereinigte Königreich und das britische Reich identisch wären «Meers!). Aber nnr scheint es eine Thatsache, das? wir verpflichtet sind, und daß nach der Rede des Schatzkanzlers das Hans verpflichtet ist, für das bimetallistifche System nnd für die Rehabilitierung des Silbers ebensoviel und mehr zn thmi, als irgend ein anderes Vand dasiir zn thnn verniag, — ^)iit dieser Resolution treten wir an die fremden Nationen heran und erklären: obgleich ihr nicht wvhl vvn uns eine solche Acndcrnng in gcwvhntcn Einrichtungen verlangen könnt, so wollen wir doch ebensoviel leisten, als ihr selbst; (nach der Times: .,>Vitll tlüs Resolution >vs xo to toi'kixn imtions irncl toll tlmm tlmt, tliovAli z^ou eg.ii Ii^räl^ ask us tu muiie tliis xroat elmnxs in our Ic-rdits, ws vill clo toi' ?/ou Ä8 mueli ->s z^ou eau clo tor vvursslves^. nach dem Standard: „>Vö dz^ trsclitiou »Il de contribntinA our sirirrs to>v»rcls timt xre^t odjeot wirieii, it toreig'» imtions srrs ovvn Willing-, okm, I lislisvs, ds oa.i'i'isä iuto «tt'set.^) Welches immer die Ansichten der Mitglieder dieses Hauses sein möge», ob fie nun Mono- oder Bimetallistcn sind, ich kann nicht glauben, daß irgend jemand so kurzsichtig ist, nicht zn wünschen, daß, wenn diese große ^ragc jetzt endlich nnd endgültig gelöst werden könnte, wir nicht alles, was >vir vermögen, zu dem großen Zwecke beitragen sollten, immer innerhalb der Grenzen, die ich angedeutet und die mein sehr ehrenwerter Freund detaillierter bezeichnet hat. Mit froher Zuversicht erwarte ich, daß das Hans der Gemeinen hente diese Resolution einstimmig annehmen wird (Nein! i Wenn uicht, so nehme ich an, daß sie wenigstens mit großer Mehrheit au- geuommeu werden wird (Lbosrs!), Und ich hoffe, man wird auswärts verstellen — in Deutschland, in Frankreich nnd in Amerika — daß dieses Land bereit ist, seinen vollen Anteil zn einer Reform beizutragen, die endgültig die Währung der ganzen Welt ans einer Grundlage ordnen würde, die gerecht für deu Schuldner wie für deu Gläubiger wäre, und Schwankungen weniger unterliegen würde, als man dies im Falle einer monometallistischcn Grundlage — sei nun solche Silber oder Gold — erwarten lauu -^bssrs!). —- — 47 Tic Resolution wird hierauf unter BeifottÄ'nfen — und (laut Reutero ^iuou',chrouit in London) mit ironischem <>'elöchter— ohne desondere Adttiminung^ nngenonnnen. ^Aiiin. Von der Abstimmung wnroe wegen der Jnholtlosigteit des Antrags Umgang genommen. Tnick uon Bon;' Erbe» i» Ttutlz>>rt^ Won der Währungs-WibtiotlM sind ^bereits erschienen als Heft 1, Dr. Karl Helfferich (Neustadt c>. d. H): „Dir Müh- rungsfrage. 2. Aufl. Heft 2. F. Thorwart (Frankfurt a. M.): „Soll Deutschland seine Goldwährung aufgellen?" s. Aufl. Heft 3. Dr. Karl Helfferich: „Wahrung und Landwirtschaft.« Heft 4. Bergrat I>r. Klüpfcl (Stuttgart): „Die Gold-und Silber- Produktion und ihr Giltfluß auf den Geldwert." Heft s. Die Währungs-Drvatte im englischen Unterhanse vom 17. März 1896. — Im Anschluß an obige Broschüren ist eine Reihe weiterer Abhandlungen über die Hauptpunkte der vielseitigen Währungsfrage in Vorbereitung, und zwar: Heft K, Dr. I. M. K0NN (Freiburg i. B.): „Währung und Preisrückgang." Heft 7. Prof. Dr. O. Gerlach (Königsberg): „Mas Kann der Simetallismns den Landwirten helfe«?' Heft 8. Dr. Mermcrt (Halle): „Währung, internationale Geld- bewegungen und Wechselkurse. Heft 9. Dr. R' Wolter (Ludwigshafen): „Währung und Gr- portindustrie." Heft 10. Dr. Alexander Meyer, Reichstagsabgcordneter (Berlin): „Leitfaden der Währuugsfrage." Heft ii. Dr. M. Kandt (Bielefeld): „Lexikon der Stichworte der Wührungsfragc." — Ferner sollen beispielsweise herausgegeben werden: eine Anleitung zu einem Vortrag über die Währung (Disposition, statistische Thatsachen, Litteratur, endlich als Muster ein Vortrag selbst); ausgewählte Schriften (z. B. der Autoritäten in der Währungsfrage, Schilderungen der Folgen früherer Geldwertschwankungen u. f. w.). -o--»- Beitrittserklärungen zu dem Verein zum Schutz der deutschen Goldwährung, dessen Mitglieder obige Publikationen gratis erhalten, sind an Herrn Prof. Dr. Huber, Stuttgart, zu richten. (Mitgliedsbeitrag jährlich ^ 2—S).