Nachdem der Eigenthümer der Mainzer Zeitung das Manuskript zu der folgenden Erwiderung 28 Stunden lang hatte berathen lassen, empfing ich es mit der Bemerkung zurück, die Redaction habe die Aufnahme abgelehnt; daher die Veröffentlichung auf diesem Wege. , Mein Zeugniß in dem Processe Staatsregierung gegen Vamb'erger und Genossen. W/s WWztz -i's siT n?lo6 oj . n?6r>kl jM^ ti^Z ttt>j»?^ültz j'^iwsl'/'/H si^' «»Uav» Veranlassung zu dem beregten Processe gab bekanntlich ein Placard der Fortschrittspartei, welches am Tage vor der Wahl in meiner Offizin gedruckt wurde. Ich bemerke vor Allem, daß ich, bekanntlich selbst entschiedener Anhänger der national-liberalen Partei, die Wahl des Herrn Bcunbcrger aufrichtig wünschte und gern dazu thätig war. Herr Bamberger legte, als er mir das Manuscript einhändigte, und wie er es auch im Verlauf seines Betrags wiederholte, großen Werth auf dessen ungesäumten Abdruck, der ja gewissermaßen kurz vor Thoresschluß erfolgte. Der Erfolg seiner Kandidatur wurde als davou abhängig geschildert, und so hatte ich, an diesem Tage, wie immer, vielfach in Anspruch genommen, im Vertrauen zu der Bildung des Herrn Dr. Bamberger und zu seiner Stellung in der Gesellschaft, leider die Vorsicht verabsäumt, das Manuscript einer Durchsicht zu unterziehen und mußte, nach geschehener Ausgabe des größten Theils der Auflage, mit Beschämung den Ton wahrnehmen, in welchem der Ausruf, uameutlich in Bezug auf die Gegenpartei, abgefaßt war. Bereits am Tage der Ausgabe hatte ich Gelegenheit, Herrn Dr. Bamberger darüber meine Meinung zu sagen. Er erwiderte mir: die Veröffentlichungen der Gegenpartei seien noch viel stärker; übrigens nehme er alle Verantwortlichkeit auf sich und werde Rede uud Antwort zu geben wissen. Sollten Ihnen, fügte er bei, Unannehmlichkeiten aus der Veröffentlichung erwachsen, so sagen.Sie nur immer: Bamberger, Bamberger, Bamberger, und wenn Sie es zwanzigmal hintereinander sagen müßten, so sagen Sie es zwanzigmal. Die Staatsregiernng, welche auch eine Verletzung ihrer Würde in dem Aufrufe zu finden glaubte, strengte gegen die Fortschrittspartei einen Proceß au und stellte vier Milglicder derselben und zwei Redacteure hiesiger Blätter vor Gericht. Ich wurde, ich gestehe eS offen, zu meiner Ueberraschung als Zeuge und nicht als Beklagter, worauf ich gefaßt war, vorgeladen. Warum? Ich weiß es nicht. Herr Bamberger aber benutzte diesen Umstand, besonders nachdem ich die Sitzung verlassen, also nicht mehr in der Lage war, seinen Angriffen entgegentreten zu können, um mich mit der ihm eigenen oratorischcn Gewandtheit in einem jener witzelnden Phantasie-Erzeugnisse, womit er zum Schaden der guten Sache jede seiner Reden glaubt würzen zu müssen, mit den verschiedensten Ausfällen, höhnenden Bemcrknngcn und Verdächtigungen meiner Ehre zu überschütten. Warum diese Animosität gegen mich? Ohne Zweifel, weil ich vor dem Untersuchungsrichter zu Protokoll gab, Herr Dr. Bamberger habe mein Vertrauen schmählich mißbraucht; eiue Angabc, welcher ich auch heute noch nicht das Mindeste von ihrer Schärfe benehmen kann. Der Inhalt des Placards hatte Freund wie Feind in die größte Aufregung versetzt und die Verurthcilung desselben war eine allgemeine. Die Ausfälle gegen die Partei Du-Mont waren so gemeiner Natnr, daß ich es, als ich ein Exemplar in die Hand bekam, als anständiger Mann sür meine Pflicht hielt, mich sofort bei Herrn Dr. Du-Mont zu entschuldigen und ihm zu sagen, ich hätte leider das Manuscript ungelescn in die Druckerei gelangen lassen. Herr vr.> Bamberger beschuldigt mich ferner, in meinen Aussagen gegen ihn vor dem Untersuchungsrichter so weit gegangen zu sein, wie man nur gehen könne, und sogar noch weiter. Wozu diese Verdächtigung, dn Herrn Dr. Bamberger ja zu einer klar formulirten Anklage Zeit und Gelegenheit in Hülle und Fülle gelben war und er keinerlei Ursache hatte, mich irgendwie zu schonen. Abgesehn ' davon, daß ich beim, besten Willen nicht anders aussagen konnte, als ich ausgesagt habe, indem ich in der ganzen Angelegenheit von Anfang bis zu Ende mit niemand Anderem zu thun hatte, als mit Herrn Dr. Bamberger, so scheint derselbe den mir bei der Ausgabe des Placards gegebenen Rath heute vollständig vergessen zn' haben. Sollte ich ihm zu Liebe vielleicht gegen den geleisteten Eid verstoßen? Welcher Fehltritt in meinem Leben berechtigt Herrn Dr. Bamberger anch nur zu dem Versuche eines solchen Verlangens? Welche Verpflichtungen habe ich überhaupt gegen ihn, welchen Dank bin ich ihm schuldig? Nein, mein sehr geehrter Herr Hr., ein gebranntes Kind scheut's Feuer; wollen Sie überhaupt glühende Kohlen aus dem Ofen geholt haben, so holen Sie sie gefälligst selbst heraus, meine Hände bedanken sich dafür. Meinem Gefühle nach mußte Herr Bamberger, in dessen Interesse die Publieation stattgefunden, mag er nun der Versasser sein öder nicht, die Verantwortlichkeit nnd die ganze Verantwortlichkeit auf sich nehmen und jedes Wort vermeiden, welches geeignet war, irgend wen seiner Partei zu compromittiren. Das wäre anständig und der Stellung, welche er erstrebte, würdig gewesen. Und nun', Herr Dr., zum Schluß: Sie haben sich in öffentlicher Sitzung in meinem Beisein nicht gescheut zu behaupten, ich habe meine Stellung meinem Factor gegenüber mißbraucht, um denselben zu gewissen Aussagen gegen Sie zu bestimmen. Sie glauben damit mich zu schmähen, und das Gift Ihres Stachels trifft nur einen Mann, welchem seine Ehre über Alles geht. Muß ich Sie daran erinnern, welche Achtung einem solchen Manne gebührt? Seien Sie fest überzeugt, Herr Dr., böten Sie diesem Faetor Ihre Millionen an, so würden Sie ihn noch nicht eine Linie breit vom Wege der Ehre und Pflicht abwendig machen können; ich aber glaube das Urtheil über diese Ihre ehrenrührige Bemerkung ruhig der Beurtheilung aller meiner Mitbürger überlassen zu können. Dieses mein erstes und letztes Wort in dieser Angelegenheit. Mainz, den 15. November 1868. Victor v. Zabern. ^, - ^ ^ > , , Druck von Victor v. Zabern in Mainz. /' ! Mbe.< lcn> ^ davon, daß ich bei»-, ^der ganzen Angelegen Dr. Bcnnvcrger, sc jllständig vergessen zn Welcher Fehltritt in nu (chcn Verlangens? ? ^xj,^ mxj^ -