Paläograpliischer Nachweis der Unäclitheit (1 e r Kölner Freimaurer-Urkunde vom J. 1535. Von Dr. Gustav Schwetschke. Mit 3 Facsimile's. Besonderer, mit der Abhandlung Papillon's über die Consonantcn J und V vermehrter, Abdruck aus den Neuen Mittheilungen des Thüringisch-Sächsischen Alterthums- Vereines. Halle, Grebaucrsch6 Bachhandlu n g. 1843. Vorwort. Ein im Jahre 1816 dem Prinzen Friedrich der Niederlande, Grossmeistcr des dortigen Logenverbandes, anonym zugesendetes Convolut enthielt auch ein lateinisch verfasstes und in der sogenannten Quadrat-Chiffre niedergeschriebenes Dokument, welches unter dem Namen der Kölner Freimaurer - Urkunde bekannt geworden ist. Dieselbe Ist angeblich zu Köln am 24. Juni 1535 von 19 Bundesmitgliedcrn ausgestellt worden, unter welchen sich berühmte Namen aus verschiedenen Ländern Europa's befinden. Als Zweck der Zusammenkunft wird vorzugsweise die schriftliche Nie- derleo'un"' von Nachrichten über Geschichte und Ten- o o denz der Verbrüderung, zur Abwehr gegen grundlose Anschuldigungen und für den Fall des Dahinsinkens der Brüderschaft angegeben. Da jene Nachrichten jedoch mit den bisher über die Freimaurer-Gesellschaft bekannt gewordenen in offenbarem Widerspruch sich befinden und die Namen der dort genannten Theilnehiner, wie der eines Me- 1 2 lauthon, ein nicht geringes Aufsehen erregten, so konnte es nicht fehlen, dass über jene Urkunde und besonders über die Frage hinsichtlich ihrer Aechthcit eine nicht geringe Anzahl mehr oder weniger umfassender Untersuchungen erschien, unter welchen die von Bobrik 1 ), für diejenigen Leser der vorliegenden Abhandlung, welche mit dem Gegenstande derselben noch nicht vertraut sind, zur Gewinnung eines Ucber- blickes über das Sachverhältniss vollkommen ausreichend ist. Indem wir uns daher hier jeder weiteren Mittheilung über das letztere enthalten, bemerken wir nur, dass die Mehrzahl der Beurtheiler die Unächtheit der Urkunde aus inneren Gründen fast bis zur Evidenz dargethan hat, wogegen die aus der äusseren Beschaffenheit herzunehmenden Momente bis dahin zum Theil völlig ausser Acht gelassen oder keinesweges beweiskräftig ausgeführt worden sind. Einen solchen Nachweis aber zu liefern, ist der Zweck der vorliegenden Blätter, welche, wie zu hoffen steht, die Streitfrage auch durch die Reihen der holländischen Vertheidiger hindurch jusque dans Ja mer hinausführen werden. Ehe aber der Verfasser zu diesem Angriffe, welcher vom paläographischen Gebiete aus erfolgen soll, 1) Text, UebersetzuDg und Beleuchtung der Colner Urkunde von Dr. Eduard Bobrik. Mit einem lithogr. Facsimile der Unterschriften. Zürich 1840. > 8 schreitet, kann er sich nicht versagen, durch die Beseitigung einiger Missverständnisse, und durch die Ilinzufügung einer bisher unbekannten Thatsache das Ansehen, welches das fragliche Dokument auch hin- sichts zwei anderer, unter demselben belindlicher Unterschriften genoss, in dieser Beziehung zuvörderst zu entkräften. Diese Unterschriften sind die des bekannten Rcformationsgcnossen Jacobus Praepositus und die an der Spitze befindliche Unterschrift „ Harm an- nus" (oder „Hurmannüs"), welche bisher auf den / Erzbischof Hermann von Köln bezogen wurde. Eine Vergleichung der Unterschrift des Jacobus Praepositus unter der Kölner Urkunde mit einem Facsimile der ächten Handschrift 2 ) zeigt nämlich, dass von einer „Verfälschung" und „Nachma- chung" 3 ), was von einem Vertheidiger der Aechtheit missverständlich als eine Nachkünstelung genommen war, im letztern Sinne nicht die Rede sevn könne, / * 7 sondern dass eine wirklich vollständige Verschiedenheit der Handschriften sich darlege. 2} Dieses Facsimile ist gegeben von F o r s t em ann , welchem auch die Mittheilung der Originale der unten gedachten Urkunden des Erzbischofs Hermann zu verdanken ist, in den Neuen Mittheilungen des Thiiring. Sächsischen Alterthums- vereins. Halle 1839. IV. Bd. 4s Hft. *j, _< S(k Vi-1fciid Cin- Dct. XDittcmbecg, IVHDXXV," hat nachstehende Folge: aJbcöcfgfiilllutttoiJgrfof v u vo x 1) |, nennt als „ Lautbuchstaben" « c t o a y und als 20) Dieses Büölilein (vielleicht ein Unicüm und von Panzer nicht gekannt) ist verzeichnet unter Nr. 514 der „Ausstellung meist originaler Druckschriften zur Erläuterung der Retorniationsgeschichte u. s. w. Veranstaltet zur 300jähri- gen evangelischen Jubelfeier der Stadt Halle in dem Exa- minalions-Saale der Francis eschen Stiftungen'; Halle 1841." 29 „ stumme Buchstaben" bcSfgH'wnpqtft »n. Selbst ein Schriftmusterbuch in italiänischer Sprache - l ), welche vorzugsweise die Form u hei den kleinen -Buchstaben anwendete, stellt bei mehreren Alphabeten das v (welches dort übrigens häufig gar nicht vorkommt} dem u voran. Nirgends aber wird in dem Werkchcn (28 Blatter in 4to.) das v als Zeichen des Consonans und das u als Vocal - Zeichen uiii- terschieden. Dürfte noch ein Umstand zur Verdächtigung der Aechtheit der Urkunde beilragen, so wäre dies das Fehlen des k in der Kölner Quadrat - Chiffre, da dieser Buchstabe in den Alphabeten des Mittelalters (wie denn auch selbst das vorgedachte italienische Schrift- . 21) Dieses mir zugehörigeWerkchen, welches Panzcr(in- nal. typ. Vol. VIII. p. 514) mir in einem früheren Abdrucke, Venedig 1529, Jccilnt, führt folgenden Titel: „ Lo prefente libro Infegna la vera arte de lo Excellete scriuere de di- uerfe varie forti de litere lequali Je fano per geometrica Ragione 8» Con la prefente opera ognuno le potra hnpa- rare impochi giorni 7? lo amaiftramento , ragioni, £> Ef- fempli, come qui sequente vederai. Opera del tagliente nouamente composta cum gratia nel anno di nfa salute MBXXXl" Die Schlussschrift lautet: fyStämpato in Vine- gia per Giouanniantonio St i Fratelli da SaObio, del mefe di Noüebrio. M V xxxi. " / m mustcrbuch denselben stets mit aufführt) wohl durchgängig vorkommt und, wollte man auch diesem UmStande ein Gewicht nicht beilegen:, dann wenigstens angenommen werden müssle, es sei die Kölner Quadrat-Chiffre nur zur Abfassung lateinischer Dokumente bestimmt gewesen. Den damit verknüpften Ucbelstand, dass dann eine Korrespondenz in mehren wirklichen Landessprachen, vermittels der maurerischen Geheimschrift nicht wohl habe statt finden können, glauben wir nur andeuten zu dürfen. Indem wir uns aber an dem oben ausgeführten Nachweise völlig genügen lassen, sei zum Schlüsse noch eine, aus dieser Untersuchung sich darbietende Erklärung einer sprichwörtlichen deutschen Redensart erwähnt, welche selbst in dem leichtern Conver- sationstone der gebildeten Klassen nicht selten vorkommt, der Redensart: „ein x für ein u machen." Neben der von Körte 22 ) versuchten Erklärung könnte nemlich aufzustellen sein, dass durch das Setzen des x statt des u, welches letztere dem x früher unmit- 22> Vgl. Die Sprichwörter und sprichwörtlichen Redensarten der Deutschen von Körte. Lei»z. 1837. „Nr. 7043. Ein X für ein U machen. Das X bedeutet 10, das V dagegen nur 5; ist also leicht aus 5 noch einmal so viel gemacht, und der Andere ühervortheilt." m lelbar voranging, die Unterbrechung einer geordneten Reihenfolge, und zwar in der Absicht einer her- I beizuführenden Täuschung, bezeichnet würde. Nachwort. Der erste Bogen der vorliegenden Untersuchung, deren Gegenstand in der letztjährigen General-Versammlung des Thüringisch-Sächsischen Alterthums- O D Vereines von dem Vf. in kurzen Andeutungen mündlich besprochen wurde, war bereits gedruckt, als, auf Anlass einer öffentlichen Berichterstattung über die gedachte Zusammenkunft, an den Vereins-Secretair, Dr. Förstemann, eine willkommene Zuschrift des in dem Grossherzoglichen Geheimen Staats - und Haus- Archive zu Darmstadt angestellten Secretairs Baur einging, welche von dem Facsimile einer in dem dortigen Archive aufgefundenen Handschrift des Erz- bischofs Hermann von Köln begleitet war. 32 Diese Unterzeichnung (^cjman9 manu befindet sich unter einem, die Kölner Kirchenkapitcl betreffenden Dokumente, welches ausgestellt ist „50 poppclfiorff am lebtfienn tage 3iüü anno xv c rrrij.", und kommt genau mit den übrigen ächten Handschriften Herrn ann's überein. Dass das Dokument den dreissiger Jahren angehört, ist besonders interessant, da so die bisherige Lücke zwischen den Jahren 1524 und 1547 ausgefüllt worden. Anhang, Differtation fiir le tems auquel les Imprimeurs oni introduit l'J 8f l'V confonncs. (Par Papillon.) Aus der „ Continuation des Memoires de Litterature et d'Hiftoh'e. Parle P. De smolets. Tome sept, Partie premiere. Ä Paris M. DCC. XLIX. " p, 217 — 229. Zu bemerken ist, dass die, am Schlüsse beider Abtheilungen des 7. Bandes hinzugefügte, „Approbation" bereits das Datum Paris, le 3. Avril 1728" trägt, was bei mehren Zeitbestimmungen in der Papillon'schen Abhandlung, welche übrigens bei der Verbreitungsgeschichte der Consonanten J und V durchaus nicht vollständig und nicht immer zuverlässig ist, berücksichtigt werden muss. 3 1/ EDITION des Epitres d'Horacc pur Mighaut, me prefente wie occctfion de difcider un point de d'ifcl- pline literuire. II s'agit de fcuvoir en quel tems les Im~ primeurs mit introduit lä diftinciioii de l'J & de l'Vcon- funnes d'avec VI & l'U voyelles: U eft vrai que les Allemunds n'approuvent pas cet ufage. Cellarhts dans fon Orthographe hutine 1 ') fe declare fierement contre, auffi - bien que Je fcavant & luborieux Fubrichts. -) L'on peut uffurer funs bleffer les bienfeunces, que ces Meffteurs mnrquent en cette affuire un entetement auffi mal fände, que cehd des' Anglois contre In reformution du Calendr/er Grc'gorien. Pourquoi refufer de profiter de nos Voifins & de leurs decouvertes? Nous ne fommes pas fl fcrupuleux u leur egard. Tros, liuluhifuc fuat. nullo difcrimine liabcbo. 1) Orlhographia Laiina ex vetuflis monumcnlis. Jenae 1710. in-b°. voy. //. 12. 2) Jo. Alb. Fabric. Ej/iß. ad fin. lib. octav. Ferrarii de Pan- tornimis & rnirnis i'/z-S°. 1714. Vayez VExlrail de Celle Lettre p. 500. Journal des Sgavans May 1716. Edit. in 12. 3* 36 Car aprbs tout, la difference des caracteres rieft inven- tee que pour montrer la difference des fons: c'eft affez dire. Quoiqriil en foit , depuis vingt annees ou environ quelques habiles gens ont ölen vöulu exercer leur littera- ture für cette mutiere ; leurs Differtations ont etc pla- cees dans les Journaux d'Ilollande, & on les a Ines avec plaißr. 1 ") M. des Maizeaux pretend que la diftinction de ces confonnes J & V rietoit prefque pas connu'e il y a quarante annees, & que les Imprimeurs de Hollande l'ont fait rccevoir en France. Nous tücherons de prouver que cette invention eft düe aux Francois, & que nos Imprimeurs en ont donne le premier effay il y a pres de 150 ans. M. Ruchat-^) veut reculer cette datte, & il lui donne 60 annees d'antiquite. En 1704, M. de la Faye^ envoya für le meme fujet une Lettre ä M. Bernard, qui Va communiquee au Public. M. de la Faye cite plufieurs Livres imprimez 1) Sa Lettre eft pag.151. & fuiv. d'Jout 1701. de la Republi- que des Lettres par Bernard. 2) Pag. 518. Republique des Lettres May 1704 par üernard. L' Auteur des Obfervations für les terrnes nouveau.x & für Vorthographe de la Langue Francoife, inferces p. 222. des Mcrnoires de Trevouoc i'evrier 172 1. ado/ite la meine dallc p. 229, 6c je plüint de nolre ncgligence ii diflinguer ces lettres dans nos Alphabets. 3) Republique des lettres May 1704. pag. 86. 37 dans le XVI. Siech , ou les V consonnes paroiffent dif- ferenis des U voyelles. Les plus ancien eft L'Ariih- metique hat ine de Humus in-8°- imprimee ä Leyde en 1581. E/ifin il prctend que l'invention de cette con- fonne doit etre rapportee a Humus; il en fixe Vepoque au tniJieu du XVI. Steele en 1560, que ce Profeffeur donnu au Publicfa Grammaire Francaife. (Jeltarius, dans fon Ouvrage que j'ai cite, avänce que le Livre le plus ancien qui obferve la cohfonne V, eft le Minutius Felix imprime en 1603, il ne dit pas en quelle Ville. Les J confonnes ne paroiffent prefque pas encore für la Scene. Le Scaligerana au mot Humus, ne faxt auffi mention que de la confonne V. Par tout *) ce que je viens de deiailler, on feni bien que Vepoque de ces nouvelles confonnes eft encore ubfcure 1) Je vnis quelque trace de ces confonnes nouvelles dans le Catholicon de Jean de Janua Jacobin , imprime en 1460. A la fin on Iii ces mols: A ltiffimi pre/idio cujus (2V. B.) nutu infantium lingue fiunt diferte qui que- mio [sie!] fepe parvulis r ev elat , &c. Voila un J SC an [sogar zwei] V confonnes bien marquez, & de la /kremiere Edition. Au refte je copie ces mols für le Catulo- gue de la Bibliotheque de ßl. du Faj png. 191. -f) •}•) Die Bemerkung Papillou's, dass er die fraglichen Worte einer Abschrift entlehnt, zeugt von einer Vorsicht, welche Iiier ganz au ihrer ."Stelle war. Denn hätte er das 88 &. incertuine , & qu'eUe demanderoit d'autres recherches chroiiologh/ues. Je Irouve aufß des F pointus des 1475 dans le Diogcne Laiirce de Janffon. ■}•) Catliolicon von 14C0 (angebl. durch Gutenberg zu Mainz ge- druckt) im Originale oder wenigstens die angeführte Schluss- stelle im Facsimile zu vergleichen Gelegenheit gehallt, so würde er gefunden haben, dass diese Stelle buchstäblich folgendermassen gedruckt ist: „AUiffimi pvefidio ciiins mitn iiifantium linyue fiunt dijerte. Qvi q; ritt o Cd >'• que numero) fepe j)uulis (d. i. parmilis~) reuelat" etc. Wie wenig auch in neuester Zeit auf eine buchstabengetreue Abschrift eben dieser Stelle gehalten worden, zeigt u. a. der Druck derselben in Schaab's Erfindungsgeschichte der Uuchdrucherliuiist, wo ebenfalls cujus, parvulis und re- velat steht. Udingens wird in der mir vorliegenden , den 1470ger Jahren angehörendenvAusgabe des Catliolicon (bekanntlich eines lateinischen Wörterbuches des Mittelalters) ausdrücklich gesagt, dass i und u sowohl zur Bezeichnung des Vocal-, als des Consonans-Buchstabens gebraucht würden. Schwetschke. ■f) Die Bemerkung Papillon's, dass das spitze v in der Ausgabe des Diogenes Laertius aus der Officin des bekannten Buchdruckers Nicolaus Jenson zu Venedig 1475 (vgl. Hain i-epertor. bibliograph.TSr. * 6199} vorkomme, ist zu unbestimmt gefasst, als dass sich daraus für die Behauptung, dieses spitze v habe dort als solches das u consonans bezeichnen sollen, etwas hernehmen Messe. Aus anderen und zwar späteren Drucken des Jenson, welche mir vorliegen. 39 M. dela Faye eft celui qui a le plus approche de la veriie, ce me femble, foit en reinontant ä Ramm qu'il regarde avec jußice comme l'inventeur de cette dißin- ct'ton , foit en möttant en 1584 le premier monument de ees confonnes nouvelics. Mais j'ai deja remarque qüe M. de la Faye n'avoit trouve que la conjhnne V dans ce Livre imprime en 1584, & lorfqu'il rappeile a la Grammaire Francoife de Ramm l'origine des ces confonnes, it je trompe; rious examixerons pourquoi. La premiere Edition de ceite Grammaire efi de 1562, « Paris chez Andre Vechcl in-8o- eile parte feu- lement entetecemot, Gr am mer e. La feconde Edition fut imprimee en 1572 m-8o. par le meme Vechel, le nom de la Ramie eft a la iete. Celle Grammaire con- ergiebt sich geradezu gegen eine allenfallsige Annahme im letzteren Sinne, dass Jenson jene Unterscheidung weder gekannt, noch angenommen hat. Er gebrauche aber , wie viele seiner Zeitgenossen, das kleine v in einem Tlieile seiner Drucke consequent am Anfange der Wörter (wie im I. Thle der Summa Anthonini Florentini 1479), wogegen er im II. Tlieile dieses Werkes (1480) denselben Gebrauch im Texte des Buches zwar furtbehält, in der Vorrede des Frau- cisens Moneliensis aber durchgehends, auch im Anfange der Wörter, das kleine runde u setzt. Aus der bei Hain bc- (indlicben, nach dem Original genommenen JSchlussschrift des Diogenes Laertius erhellt übrigens, dass in dieser wenigstens auch das runde n am Anlange der Wörter zur Bezeichnung des Consonanten steht. SchivetsChke. 40^ tient tant de nouveautez pour Vorthographe, que J'on ne peut pur ce livre autorifer nos confonnes nouvelles. Par exempJe, il vent qu'on ecrive jujes pour juges, & J ) becokap pour beaucoup. Ces deux mots fufßfent pour donner J'ide'e du reße de cette orthograplie. C'eft donc u la Grammaire Lcdine de Ramus qiCü faut avoir recoitrs, pour trouver Ja premiere epreuve de ces confonnes.-') Je n'ai que Ja troifieme Edition de ce Livre imprimee en 1560 in-80. c/iez VecheJ. Comme Je Privilege eft du 11 Juin 1557 l^Ouvrage a du paroi- tre dans Je cours de cette annee, & par confequent on peut y attacker Ja veritabJe datte de nos confonnes nou- velJes; ce Livre Jes prefente par tout en Jeur pJace. Les J StJes V confonnes y font exactement diftingues des I & des U voyeJIes. L'A r itlimetique Lat i n e du möme Auteur imprimee en 1555 in-4f>- c/iez Vec/ieJ, ne mar- que point encore cette nouveaute. Le fjfieme de Ramus n'etoit pas encore forme , Je fiyJc antique des Impr'nneurs y regne par tont. Ramus tfa pas fonde cette difiinction für une Imagination vague & depourvüe de raifon: il rentonte bien haut pour iui chercJier de Ja nobJeffe; il Ja fait remon- 1) Ce fecund exemple e/e pris de la . 395. de fes Notes Ji/r le I. Volume des Jugernens des Scauans de Bail/et , attribuä ä Zetzner Imprimeur de Strafbourg la loüange d'avoir le premier pralique vers 1C09. ce que Ramus 6c Joubcrt avoient pro- pofe, feavoir la diftinetion des confonnes J. & V. &c. f) Dies bezieht sich auf die frühere Form I I, an ilcren Stelle bei dem grossen Buchstaben die Form U getreten ist. Schwetschhe. 45 tomber d'uceord qu'il y a des momens heureux dans la vie, & des recompenfes precieufes dont Ott ne peut rendre wie banne raifon: c'ejt pour lors qu'on peut s'e'crier, in tenui In bor, at tenuis non gloria. Les Anglois & les Allemans ont troitve ä propos de relenir jufqu'a prefent ce trait quarre dans VU voyelle. On ne fcauroit les en blumer, celu n'a point de fuite dans lu prononcia- tion, ni dans l'lmprimerie. Je ne dois pas oublier eneore que Jacques Pelletier du Mans dans fa Gramm dir e Francoife hnprimee en 1550 u Puris chez les Murnefs, avoit donne des uvunt - goüis de la conjonne J. Cur il m'a paru que l'Au- teur l'avoii placee dans tous les mots qui commencent r ) par cette confonne. J'ui pris gar de auffi que dans les Vers Latins qu'Adalf üteckerck a mis au devant du Theütre G e ograp hiq ue Latin d'Ortelius en 1579, l'V confonne tient fa place dans toute la Piece. II eft auffi diftingue de l'U voyelle dans les 0 bferv ations Latin es de Drufhis imprimees en 1584 apud Ra- daeum Antuerp. Sc dans VHiftoire Laiines des PIantes rares par Clufius, hnprimee en 1601th-/u/. Anvers: & meme VJ parolt ici prefque par-tout en confonne. Je ne fcais pourquoi perfonne n'a fait attention ä ce que je viens d'obferver für ces Livres. 1) La Poetu/ue du mime Pelletier en 1555 imprirnee ä Lyon !/i-8°. diftingue par lout l'J confonne de la voyelle. 46 Je crois encore que l'j a (/neue a ete d'abord inis en oeuvre par les Jmprimeurs, pour donner plus de variete & d'agrerneut a deux i,