Gumpel Verlag von fr, 6, Fehsenfeil Freibarg l Br, ■ ^ ■ : x,. mmm töi ■ * am * V'-.-B r . f ’ /t x., i *■ fä®® ms X-i+pj Itäd XM mm HMS wzs •jawätfrt« iW s®a iwjÄi UPI WmSM mm aY&C? SMi Hl-. PMHPMnKi tBKßMafcs* ..«b**ä SE BUS # ..w’ X* Uli »o* '«Ss x®?« ►»'•■fei T+>’£äg-A um '.tää'Tfi Kr*;' \/JM mmm tjgtep (gäMS ii-52p! iSSii WM& wm wst« tfTlV i«K3£4' M säß* &S@£5ä£ S.vv §?5t-K' :-■?& ....•43.v. ri -vt>7> V ::X ®ie Spekulation ii) (^oldtpit) enteistet) prahtifcbe Ratschläge und Belehrungen von 8. Gurnpel Jliit Karten und Plänen i.—10. Causend „(denn Jbrs nicht fühlt, Jhr werdet's nicht erjagen.“ Qoetbe. freiburg i. Br. fricdrtcb 6rnat febacnfeld 1903 Alle Rechte, insbesondere das der Uebersctzung, Vorbehalten. Druck der Hofifmannschen Buchdruckerei in Stuttgart. Dem spekulierenden Publikum zu Nutz und Frommen gewidmet vom Verfasser. »yfgr^iVtrjS^Sg^agggr * •4**- ; 7 -^' jtxvt“ ii-vs-t Vorwort. Eine Unmenge von Büchern, Broschüren u. dgl. sind schon über die Börse und alles, was damit zu tun hat, geschrieben worden. Aber entweder hatten alle diese »Schriften den Zweck, dem Publikum die Börse als einen wahren Giftbaum erscheinen zu lassen, von dem man sich unter allen Umständen fernhalten soll, oder es war ihr Ziel, dieselbe als ein Dorado hinzustellen, als den einzigen und sicheren Weg, um in unglaublich kurzer Zeit unermessene Schätze mit kleinem Einsätze zu erwerben, d. b. also leichtgläubige Leute zum Spekulieren zu veranlassen. Wenn wir also nachstehende Auslassungen dem Drucke übergeben, so tun wir dies mit um so grösserer Hoffnung auf Erfolg, als unseres Wissens noch kein Buch geschrieben worden ist, dessen einziger Zweck es ist, das Publikum zum vorsichtigen Spekulieren zu veranlassen, ohne dabei zu unterlassen, alle Schliche und Fallstricke aufzudecken, welche den Unerfahrenen erwarten. Ohne den Anspruch machen zu wollen, dass derjenige, welcher nachstehende Zeilen mit Aufmerksamkeit gelesen hat, nun auch sicher durch Spekulation zu Reichtum gelangen wird, glauben wir doch, ohne unbescheiden zu sein, sagen zu dürfen, dass wir manchen davor retten werden, sein sauer verdientes Geld in das grosse Loch zu werfen, welches schon so viel Kapital verschlungen hat, ohne auch nur ein einziges Goldkörnchen zurückzugehen. Es erscheint geradezu unglaublich, wie in unserer aufgeklärten Zeit immer noch seihst bei hochgebildeten und erfahrenen Leuten der Gedanke vorherrschen kann, dass es eine Quelle giebt, durch welche jeder, der den Mut hat, einen Versuch zu machen, zu grossen Reichtümern gelangen kann. Zum Teile mag das wohl daher kommen, dass vielfach Zeitungen, Unterhaltungsblätter und Bücher wohl von den grossen Gewinnen sprechen, die einige wenige häulig und durch blinden Zufall an der Londoner Börse gemacht haben, der Tausenden aber, die alles bis auf den letzten Pfennig verloren haben, nicht mit einer Silbe Erwähnung tun. Wie gesagt, nur einige wenige Glückspilze haben ein Vermögen an der Börse gewonnen, im Durchschnitt verlieren von hundert Spekulanten immer wohl neunzig ihr Geld. Wenn Du Dir, lieber Leser, also dieses Büchlein gekauft hast, um an der Hand der von uns gegebenen Ratschläge Dein Vermögen oder Deinen Einsatz wie durch ein Zauberrezept zu vermehren zu suchen, so lege es schnell wieder weg und warte, bis in Dein Haus die gratis versandten Drucksachen von Londoner „Minenbanken“ und anderen Bauernfängerinstituten geflogen kommen, die Dich mit honigsüssen Worten einladen: „Eaites votre jeu, sende uns Deinen Einsatz, und wir senden Dir in zwei bis drei Wochen das Dreifache zurück, ohne die geringste Provision für uns selbst.“ • Ueber alle Erwerbszweige in Handel, Industrie und Verkehr stehen dem Publikum statistisches Material und Tabellen zur Verfügung, an deren Hand es möglich ist, sich ein ungefähres Bild zu machen, VII inwiefern das öffentliche Interesse mit. Kapital und Energie hei dem einen oder anderen Erwerbszweige beteiligt ist. Bei Londoner Börsengeschäften ist dies aber ganz und gar unmöglich festzustellen, denn man könnte wohl berechnen, wie hoch der Umsatz in den gehandelten Aktien pro Jahr ist, aber man würde nie dahinter kommen, wie viel Kapital, besonders deutsches Kapital, auf das reine Börsenspiel verschwendet worden ist. Es wird daher genügen, hier festzustellen, dass nach Aussage der ersten und ältesten hiesigen Maklerfirmen heute über doppelt so viel Leute in Minenwerten, trotz aller Enttäuschungen des Publikums, spekulieren als vor sieben Jahren. Der berühmte Arzt Zimmermann sagte einst, dass, wenn einmal eine Statistik darüber veröffentlicht würde, wie viele Leute durch den Besuch von Bädern nicht geheilt würden, wohl überhaupt kein Mensch mehr ins Bad reisen würde. Es ist mit den Kurlisten wie mit den Kurslisten: die Namen der Gestorbenen und der Hereingefallcnen werden darin nicht erwähnt. Wenn also nur einige wenige unter vielen durch die Winke und llatschläge, welche wir nachstehend geben, Vorteil ziehen werden, dann ist die moralische Mission des Buches schon erfüllt. Der Spekulant ist verloren ohne einen treu beratenden Freund, denn aus seinen eigenen Erfahrungen lernt er meistens nur Verzweiflung und den Abscheu für alles, was von London kommt, und auch diejenigen, welche sich wegen Mangels an Mut oder Bat noch nicht an Londoner Börsenspekulationen herangetraut haben, werden durch die Lektüre dieses Buches vielleicht » Vorteil ziehen können. Wir sagen ja gar nicht, dass man nicht auch durch Spekulation Geld machen kann, wir betonen nur immer wieder, man muss vorsichtig sein und auch etwas verstehen, ehe man den grossen Wurf wagt. Wir beabsichtigen keineswegs, an das Vertrauen unserer Leser zu grosse Anforderungen zu stellen, wir wollen aber an dieser Stelle noch bemerken, dass soweit rein technische Fragen in Betracht kommen, uns von Fachleuten geholfen worden ist, welchen, was Erfahrung und Ruf anbetrifft, nur wenige an die Seite gestellt werden können. Wir machen keinen Anspruch auf Unfehlbarkeit oder auf erschöpfende Ausführlichkeit. Das Feld ist ein zu grosses, als dass man selbst dem genauesten und erfahrensten Beobachter, dem gewissenhaftesten Schreiber nicht kleine Irrtümer in der Bearbeitung verzeihen könnte. Durch zu grosse Vorsicht ist noch kein Spekulant zu Schaden gekommen, und wenn sich durch dieses Buch wie ein roter Faden eine gewisse pessimistische Stimmung zieht, so werden diejenigen Leser, die schon etwas Erfahrung in Börsensachen haben, unseren Standpunkt Avohl verstehen können, Es ist immer besser, auf der sicheren Seite zu bleiben, besonders Avenn grosse Summen im Spiel stehen, und manch unzufriedener Leser Avird sich mit dem Heineschen Wort zu trösten Avissen: „Wer uns A r or Unrechten Wegen Avarnt, leistet uns einen ebeirsolchen Dienst, als derjenige, welcher uns den rechten AYeg Aveist.“ London, im März 1903. Der Verfasser. Von der Theorie der Spekulation. „Calamitosus est animus futuri anxius“. Sen. Spekulation, das heisst „Wägen und Wagen mit Klugheit lind Schnelligkeit“, das ist der Schlüssel zum Erfolg in jeder Abteilung des Handels und AVandels. Niedrig einzukaufen und mit grossem Profit wieder zu verkaufen, ist das Evangelium Rothschilds sowohl, wie des kleinsten Hausierers. Der Getreidehändler, welcher in Erwartung einer schlechten Ernte seine Magazine mit Getreide füllt, oder der Kaufmann, welcher prosperierenden Zeiten entgegensieht, kauft eben soviel ihm nur möglich ist vom Bauern, resp. vom Fabrikanten auf, welch letzterer wiederum sich alle notwendigen Rohmaterialien sichert, soweit es seine Mittel und sein Kredit erlauben. Warum sollte der Käufer von Börsenwerten anders handeln als der Kaufmann oder der Fabrikant? Derselbe gesunde Menschenverstand, nur höchstens noch mehr geschärft, steht ihm doch zur Verfügung. Warum soll gerade er bei einem irreführenden Gerücht den Kopf verlieren und sich der über Nacht entstandenen Panik an- schliessen? Warum muss er es „wie die anderen machen“ und seine Papiere zum niedrigsten Panikpreise verkaufen, anstatt seine Papiere beiseite zu S. Gumpel, Goldminen. 1 legen und noch mehr hinzuzukaufen zum billigsten Preise? Zum Spekulieren gehört eben ein klarer Kopf und jene heissbliitigen Spekulanten, die stets im entscheidenden Momente versagen, sind es gerade, die den Spekulanten in den üblen Geruch eines Spielers bringen. Und doch giebt es keinen grösseren Unterschied, als den zwischen einem Spieler und einem weisen Spekulanten. Wenn wir uns die täglichen Kurslisten ansehen, so werden wir finden, dass unter 100 Valeurs in der normalen Zeit ungefähr 75 täglich gewissen Schwankungen ausgesetzt sind, durch die ein weiser Spekulant eben profitieren kann. Doch muss man sich die Mühe nehmen, ein Papier, das man sich zulegen will, auch vorher zu studieren. Es ist unglaublich, aber wahr, der Durchschnittsspekulant weiss in den seltensten Fällen von seinem Papier mehr, als dass er es an dem und dem Tage zu dem und dem Kurse von dem ihm als vertrauenswürdig geschilderten Broker Z. gekauft hat und dass es „gute Chancen haben soll“. Solche Leute sind eben „Spieler“ und sie sind es wiederum, welche den Huf des Spekulanten in den Augen ihrer deutschen Zeitgenossen so schlecht machen. Doch freuen wir uns, sagen zu können, dass das auch langsam anders wird. Das Publikum folgt nicht mehr so ganz blindlings seinen unbekannten Londoner Ratgebern, wie vor Jahren und die goldenen Tage jener, oben einmal erwähnten „Minenbanken“ etc. werden immer trüber. Stimmungszirkulare und Berichte, welche früher so gläubig und, weil von London kommend, beinahe mit Ehrfurcht aufgenommen wurden, verlieren mehr und mehr ihre Zugkraft und ernste Spekulanten haben längst aufgehört, solche philantropischeWasch- 3 zettel, von denen wöchentlich mindestens eine Million Deutschland überschwemmen, überhaupt zu lesen. Ganze Broschüren voll der wunderbarsten Geschichten, wie z. B. „die westafrikanischen Goldwunder“ ; „AVie verdient man Geld in südafrikanischen Gold- Minenwerten?“ und andere mit ähnlichen Locktiteln versehene bekommt man gratis und frei ins llaus gesandt, und mancher Empfänger, eingedenk des Sprichwortes: „einem geschenkten Gaul sieht man nicht ins Maul“, lässt sich teils aus Unerfahrenheit, teils aus Neugierde mit derartigen Bauernfänger-Instituten ein, und wird dann natürlich bald um eine Erfahrung reicher und an Geld ärmer. Nur dem Zufall ist es zuzuschreiben, wenn solche Zirkularritter mit ihren Prophezeiungen einmal recht behalten. Denn unsere Leser werden sehr wohl verstehen lernen, dass jene Outsiderfirmen, Minen- und andere „Banken“ mit liockklingcnden Namen, long firms etc., eben nur dann verdienen können, wenn gerade das Gegenteil von dem eintritt, was das Publikum erwartete und was es den erhaltenen Drucksachen nach erwarten musste. Oben genannte „Firmen“ haben nichts mit der Börse zu tun, sondern sind reine Spielbanken. Das Publikum zahlt seinen Einsatz und setzt auf „Bot“, weil ihm „Bot“ als chancenreich geschildert wurde. Gewinnt nun „Bot“, so verliert die Spielbank. Also ist es doch ganz klar, dass man immer am besten tut, wenn man sich gerade für das engagiert, was die Spielbank nicht empfiehlt. Meistens gewinnt man dann, doch wird, wenn man einen grossen Einsatz gewagt hat, es schwer werden, den Gewinn herausgezahlt zu be- 4 kommen. Bann verklagt man die Besitzer der „Bank“ und kriegt erst recht nichts, denn der englische Richter sagt: „Aber Sic haben ja gar nicht in Minenaktien spekuliert, »Sie haben nur den Anspruch auf eine ,Spielschuld 1 und eine solche können Sie nicht einklagen.“ — Die deutsche Presse und an deren Spitze die „Frankfurter Zeitung“ und „Norddeutsche Allgemeine Zeitung“ hat in letzter Zeit auch mehrfach ihre warnende Stimme betreffs dieser, von London aus gratis ins Haus gesandten Ratschläge erhoben. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkte allein würde es von grossem Interesse sein, einmal zu erfahren, wie viel deutsches Kapital jährlich in die Taschen solcher gewissenloser Gründer und Finanzschwindler auf Nimmerwiedersehen wandert oder schon gewandert ist. Bei einer Unterredung mit einem Broker, welcher auf eine 20jährige Erfahrung mit deutschen Spekulanten zurückblickt, erfuhren wir, dass das Geheimnis des Misserfolges so vieler Spekulanten einerseits in dem Umstande liege, dass sich selbe nie mit kleinen Kursgewinnen begnügen wollen, andererseits auch darin, dass sie sich immer noch nicht dazu verstehen können, sich a la Baisse zu engagieren, das heisst nach unten, oder wie man es auch zu bezeichnen pflegt, zu fixen. Derjenige Spekulant, welcher sich bei verhältnismässig hohen Kursen nach unten engagiert, würde unter 10 Fällen neunmal davon profitieren; um uns recht zu geben, braucht man nur einmal den Kurszettel der letzten zwei Jahre in die Hand zu nehmen. Betrachten wir von diesem Standpunkte eines der grossen amerikanischen Bahnunternehmen. Nehmen wir an, der Kurs 5 der Aktien stände auf einer Durchschnittswochc. Nun, um den Kurs zum Steigen zu bringen, ist doch ein ausserordentlich günstiges Ereignis erforderlich. Wir haben angenommen, dass alles sich in guten Durchschnittsverhältnissen befindet. Der Präsident befindet sich in guter Gesundheit, das Wetter ist gut, die Reiselust rege, kurz, die Aktien der Gesellschaft stehen so, dass sich die Aktionäre die Hände reiben. Um nun eine Aenderung der Kursverhältnisse herbeizuführen, ist vor allen Dingen eine sensationelle Zeitungsnachricht erforderlich. Um den Kurs nach oben zu treiben, ist eine gute Nachricht erforderlich. Mehr wie gesund kann aber doch selbst der beliebteste Präsident nicht sein, mehr wie rege kann die Reiselust auch nicht sein, in mehr wie gutem Zustande kann das grosse Netz der Schienen doch auch nicht sein. Dagegen lasst eine Ueberschwemmung kommen, welche den Damm zerstört, einen grossen Strike, ein Eisenbahnunglück (das grosse Unglück am 27. Dez. 1902 in Canada hat die Aktionäre eine Million Mark gekostet), sofort geht der Kurs herunter und der Baissier würde recht behalten haben. Ja man kann soweit gehen, zu sagen, dass jede gesperrt gedruckte Zeitungsnachricht zu Gunsten des Baissiers, zu Ungunsten des Haussiers ist. Ganz abgesehen von rein börsentechnischen Gründen, kann der Baissier niemals so viel verlieren als der Haussier, wie wir noch weiter unten auseinandersetzen werden. — Es hat nun den Anschein, als wenn die lange Periode der Passivität und Stagnation der Börse ihrem Ende entgegen ginge, und das grosse Publikum wieder einmal besonders in [Minenspekulationen In- r> teresse zu nehmen beginne. Dass dieses so kommen würde, darüber herrscht ja in allen Kreisen auch nicht der geringste Zweifel, es war eben nur eine Frage der Zeit. Die Lust zum »Spekulieren wird nie aussterben, denn das Wagen und Wetten ist eben in der Frust eines jeden Mannes mehr oder weniger eingepflanzt und London ist besonders der Platz für den Kühnen und doch Vorsichtigen. Dass es nicht immer „fette“ Tage an der Börse giebt, das ist ja gerade eine Grundbedingung des Verdienens durch »Spekulation. Die Hausse und Baisse der Börse wird dadurch hervorgerufen, dass das Publikum immer nur in einer Dichtung vorherrschend tätig ist. Im Kaufen oder im Verkaufen: Irgend eine Mine kommt in Mode, sofort stürzt alles auf die Shares und kauft sie auf, unter fortwährendem »Steigen, dann kommt eine andere dran, so gelit’s fort, bis alle Werte gekauft sind und die Reaktion, so sehr gefürchtet von dein Unkundigen, eintritt. Diejenigen nun, welche noch keinen Gewinn erzielt, versuchen nun mit bewunderungswürdiger Ausdauer, ihre in stetem Fallen begriffenen Aktien zu halten. Ja, aber die Preise fallen immer mehr und mehr und schliesslich bricht die Energie des unglückseligen Spekulanten zusammen, er schimpft, dass er hereingelegt worden ist, und verkauft zu einem wahren Spottpreise. Mut zum Hinzukaufen, um sich seine Ware zu verbilligen, findet in der Regel niemand. Also das ganze Geheimnis des Verlustes liegt darin, dass das Publikum nie kauft, wenn die Tendenz nach unten liegt. Es giebt eben nur eine Hauptregel für die Spekulation, das ist die Gewissheit, dass schliesslich einmal der wirkliche Wert der Aktien in den Kursen zum Ausdruck kommen muss, und aus der Vorausberechnung dieses Eintreffens ist der Gewinn zu schlagen. Um dies nun herbeizuführen, wird oft genug eine Manipulation gegen die Werte in Scene gesetzt. So muss der Grossspekulant, welcher die Absicht hat, sich einen grossen Posten von Shares, welche er für sehr chancenreich hält, hinzuzulegen, erst den Kurs herunterdrücken, um billig einzukaufen. Es ist deshalb für den draussen stehenden sehr schwierig, sich ein Urteil zu bilden, in welcher Richtung die Bewegung vor sich gehen wird, doch bald wird er das mit einiger Erfahrung auch herausfinden und hierzu Stellung nehmen. Es giebt, kurz gesprochen, zwei Arten zu handeln: man ist entweder von der Güte der Aktie durchdrungen und konserviert sie oder aber man agiert auf Nachrichten, Tendenzen etc. mit einer zweipointigen Kaufs- oder Verkaufsordre als Limit. Allerdings dürfen diejenigen, welche Blankoverkäufe gemacht haben, das heisst also, sich 2i la Baisse engagiert haben, nicht vergessen, sich bei einer Hausse schnell cinzudecken; jedoch ist die Gefahr eines bedeutenden Verlustes nicht so gross, wie bei einem ä la Hausse engagierten Spekulanten, welcher bei einem etwaigen bedeutenden Kurssturze seinen ganzen Einsatz verlieren kann. Wir wollen Gesagtes an einem Beispiele illustrieren und zwar an den Westaustralischen „Lake Views“: Als vor einigen Jahren Lake Views auf 28 Pfd. St. standen, konnte sich doch jeder logisch denkende Mann, welcher nicht ganz unter dem Banne eines finanziellen Hintertreppenromans stand, denken, dass die Chancen mehr nach unten, wie nach oben lagen. Nun wer sich damals nach unten engagiert, also Lake Views zu 20 Pfd. St., sagen wir auf 3 Monate hinaus, blanko verkauft hätte, würde im ungünstigen Falle, falls eine weitere Kursavance vor sich gegangen wäre, die Differenz zahlen müssen. Aber wenn Wahrscheinlichkeitsrechnung und Logik noch etwas gilt, musste sich jeder an seinen fünf Fingern abzählen können, dass die Situation sich sehr bald verändern und die Reak- tion einsetzen würde. Derjenige also, der damals nach unserem Rezepte gehandelt hätte, würde seinen durch die Steigerung hervorgerufenen Verlust wieder eingeholt haben. Allerdings ist durch eine Rückprämie eine derartige Transaktion viel leichter durchzuführen und wir werden bei Besprechung des Prämiengeschäfts später noch darauf zurückkommen. Für eine derartige gewinnbringende Transaktion haben wir gerade auf dem Westaustralischen Markte einige Valeurs in Aussicht, bei denen über kurz oder lang, nach den bisher gemachten Erfahrungen durch Leerverkäufe viel Geld verdient werden kann. Warum, fragen wir, hat das Publikum in den letzten Jahren so viel Geld bei den westaustralischen Goldminen verloren? Wer obige Auslassungen mit Interesse gelesen hat, wird sich die Frage selbst beantworten können. Die Baissiers (Bears) hatten unter zehn Fällen neunmal recht und das Publikum, anstatt mit dem Strome zu schwimmen, schlug eigensinniger Weise und schlecht beraten die falsche Richtung ein. Wer sich jener Zeit erinnert, wird wohl einselien, dass damals alle finanziellen Zeitungen und sonstigen „unparteiischen“ Berater, das Publikum, mehr oder weniger mit Absicht eher verwirrt als aufgeklärt haben. Gewöhnlich befindet sich jeder Spekulant in dem Glauben, dass er allein den schlauen Gedanken gehabt hat zu verkaufen, und wundert sich dann, wenn auch all die anderen versucht haben, ihre Shares noch vor Thores- schluss los zu werden. Es giebt viele Leute, welche der Ansicht sind, dass das spekulierende Publikum durch die letztjährigen Skandale, wie Lake Yiews, Le Rois, Strattons Independance etc. derartig verekelt wurde, dass es schwer halten würde, dasselbe noch einmal für neue Börsengeschäfte zu begeistern. Wir teilen nicht diese Ansicht; Spekulanten glauben meistens an eine homöopathische Heilmethode, d. h. sie werden immer versuchen, ein Uebel durch ein anderes zu heilen, und wenn jemand z. B. bei Lake Yiews hereingefallen ist, wird er gewiss und mit liecht versuchen, das noch übrig gebliebene Geld in einem andern Spekulationsobjekt anzulegen und den Yerlust wieder einzuholen. Die Spekulationsmanie ist auch gewissen Moden unterworfen. Zu einer Zeit waren es Kaffirs, dann wieder Westaustralier, dann einmal Westafrikaner, während die Zwischenpause mit einem Kloiulyke- booin ausgefüllt wurde. Wie viele aber von den einst so glänzenden und beliebten Gesellschaften sind übrig geblieben, um die Geschichte ganz zu erzählen? Eine richtige Kapitalanlage war’s eben nie, sondern nur Spekulation. Risiko giebt’s und gab es immer, und wer uns mit dem Einwurfe kommt, dass man ja nur in erstklassigen Minenwerten zu spekulieren braucht, um sicher zu gehen, dem können wir 10 nur erwidern, dass entweder seine Erfahrung noch sehr neu, oder sein Gedächtnis schon bereits schwach ist. Das, auch sprichwörtlich, als sicherstes bekannte Wertpapier sind doch unstreitig die englischen Consols. Jedoch sehen wir uns einmal die Kursschwankungen dieser Consols an: 1898 1899 1900 1901 1902 höchst: 113 7a in 7* 103 7, 98 7a 98 niedrigst: 10G 7, 97 7c 96 7, 91 92 7, Konnte also derjenige, welcher alles, was er besitzt, in Consols angelegt bat, auch wirklich immer ruhig schlafen? Kann man uns ein erstklassiges Randminenvaleur nennen, welches mehr im Kurse variiert hat, als Consols? Wer sich daher in Börsentransaktionen einlässt, soll die folgenden drei Punkte genau in Betracht ziehen. 1. Sicherstellung des Kapitals; 2. Gewinn aus Kursschwankungen; 3. Gewinne aus Zinsen oder Dividenden. Je günstiger die beiden letzteren Punkte, umso unsicherer wird die Anlage des Kapitals selbst. Es ist schwer, eine Grenze zu ziehen zwischen Anlage und Spekulation, wir werden jedoch versuchen, in nachstehendem Kapitel gelegentlich der Besprechung sämtlicher Minen werte auch das jeweilig mitsprechende Risiko unsern Lesern vor Augen zu führen. Also nochmals, folgende Winke werden für den Spekulanten von Nutzen sein: 1. Strecke Dich nach der Decke, d. h. engagiere Dich nach oben, wenn die Tendenz nach oben, und nach unten, wenn die Tendenz nach unten weist. 2. Lege nicht alle Eier in einen Korb, engagiere Dich in mehreren Spekulationsobjekten. 3. Warte nicht zu lange mit der Idealisierung. Sobald Du einen kleinen Nutzen siehst, verkaufe. Von der Praxis der Spekulation. „Es ist nicht alles Gold, was glänzt.“ (riebt es wohl etwas Verlockenderes, etwas, was der Phantasie mehr Spielraum giebt, als die Spekulation in Minenwerten ? Ein Blick auf einen Kurszettel der Londoner Börse zeigt sofort selbst dem Unkundigsten, dass die Londoner Börse ein Platz ist, wo noch in kurzer Zeit Geld verdient oder — verloren werden kann. Minenwerte, die vor kurzem mit Pfd. St. 1 quotiert waren, sind jetzt mit Pfd. St. 2 oder 2 1 / 2 zu verkaufen; kann man es da wohl einem Manne, der Geld genug zur Verfügung hat, verdenken; wenn er auch einmal versuchen will, ob ihm der grosse Wurf gelingen wird? Und doch würde der, welcher bei dem Vergleichen der Kurse von heute und gestern vom Spekulationsfieber gepackt wird, sein Geld ebenso leicht riskieren, wenn er einen Kurszettel zu sehen bekäme, auf dem auch alle jene Valeurs in besonderem Druck angegeben wären, deren kurzes Dasein auf der Liste so manche Illusion zu Grabe getragen, so manches Vermögen vernichtet hat? Dann würde ihm wohl der Gedanke kommen, dass vielleicht 12 gerade jenes V aleur, welches er sich beizulegen gedaclitc, in wenigen Monaten ebenso verschwunden, vergessen sein könnte, wie andere, die für kurze Zeit ein glänzendes Seifenblasendasein geführt hatten. Um nun auch etwas dazu beizutragen, dass das schöne deutsche Geld nicht mehr in Zukunft so vertrauensselig in englische Schwindel unternehmen gesteckt wird, gehen wir nachstehend ein Verzeichnis von etwa 40 Minenvaleurs, welche einen durchaus guten Ruf haben und unter vernünftiger Leitung stehen, deren innerer Wert also durchaus erwiesen ist. Name der Miue: Situation : monatl. ungef. Ausbeute Pfd. St. Simmer & .Tack Witwatersrand 78,000 Homestake South Dakota 75,000 Robinson Witwatersrand 62,600 Rose Deep 58,600 Portland Colorado 57,000 Mount Morgan Queensland 56,000 Golden Horseslioe Westaustralien 56,000 Geldenkuis Deep Witwatersrand 51,000 Mysore India 52,000 Boulder Perseverance West Australien 60,000 Crown Reef Witwatersrand 47,900 City Suburbau n 46,100 Village Main Reef n 46,100 Crown Deep » 46,100 Champion Reef India 46,000 Ferreira Witwatersrand 44,400 Ferreira Deep n 42,600 Geldenhuis Estate n 41,900 Ivanhoe West Australien 40,000 Great Fiugal 40,500 Angelo Witwatersrand 38,300 Great lloulder West Australien 43,000 Langlaagte Estate Witwatersrand 37,300 13 Name der Mine: Situation: monatl. ungef. Ausbeute Pfd. St. New Primrose Witwatersrand 37,300 Wailii New Zealand 36,000 Robinson Deep Witwatersrand 35,500 May Consolidated 33,300 Gien Deep Witwatersrand 31,900 Jumpers Deep n 30,200 Le Roi British Columbia 30,000 Bonanza Witwatersrand 29,100 Driefontein 29,100 Henry Nourse 29,100 Langlaagte Deep 28,400 Van Ryn n 28,400 Oregum Indien 27,000 Wemmer Witwatersrand 27,000 Nourse Deep n 27,000 Alaska Treadwell Alaska 26,000 Durban Roodeport Witwatersrand 24,500 Die Goldausbeute der ganzen Welt beträgt ungefähr 75 000 000 Pfd. St. per Jahr. Diese grossartige Industrie wird mit nur wenig Ausnahmen durch die Londoner Effektenbörse kontrolliert. Weiter unten werden wir uns bemühen, diese Industrie in ihre Teile zu zerlegen und werden dabei hauptsächlich in Betracht ziehen, dass unsere Leser einen praktischen Nutzen aus unseren Aufzeichnungen entnehmen können. Technische Fachwerke giebt es ja genug. Die Hauptfrage für jeden Spekulanten bleibt aber doch immer: Was und zu welchem Preise soll ich kaufen oder verkaufen? Um nun die Chancen einer Goldmineaktie beurteilen zu können, ist es nötig, kurz zu wissen, was die Mine schon geleistet hat, seit wie lange und in welcher Höhe Dividenden verteilt wor- den sind und wann und welches war der höchste oder niedrigste Kurs eines Valeurs? Von diesem Standpunkte aus betrachten wir zuerst Die Transvaal-Minen. Bis zuin Ausbruche des Krieges sind ca. 77 Millionen Pfd. aus denselben herausgeholt worden, über die Zukunftschancen derselben sind sich die Sachverständigen noch nicht recht einig. Ohne auf die Auslassungen des Herrn Bleloch und anderer Optimisten an dieser Stelle einzugehen, wollen wir uns an die mehr seriösen Ziffern des bekannten Mineningenieurs Hays Hammond halten *), welcher das noch mit Gewinn zu produzierende Gold auf 800 000 000 Pfd. innerhalb der nächsten 25 Jahre schätzt. Der Witwatersrand- Minendistrikt ist beinahe 40 engl. Meilen lang und gewinnbringende Goldlager sind auf der ganzen Strecke gefunden worden. Es giebt ca. 160 Minenunternehmen am Witwatersrande und im Jahre 1891 bezahlten 40 dieser Minengesellschaften Dividenden in Höhe von 4 834 000 Pfd. St. Interessant ist es, die Zunahme der Dividendenrationen zu konstatieren: Jm Jahre 1890 1891 1892 1893 ’/o der Totaldividenden. *) 11. Hammond studierte bis 1876 an der Universität Vale, nachher drei Jahre in Freiburg i. S. Im Jahre 1880 wurde er zum Spezialexperten der Abteilung fiir MineDwesen in den U. S. A. ernannt. Im Jahre 1893 ging er mit einer persönlichen Empfehlung von Cecil Rhodos nach Rhodesien für die Chartered Co. und ist seit dieser Zeit auch beratender Ingenieur der Goldtields und Beitgruppe. In Amerika und auch grossenteils in England hält man ihn für eine erste Autorität in Minenangelegcuheiten. Sein Prestige hat jedoch durch das Strattons Independance-Fiasko sehr gelitten. 15 Im Jahre % der Totaldividenden. 1804 22,1 1895 28,0 Boom Jahr 1896 20,6 Reaktion 1897 26,1 Normal 1898 32,0 Bis jetzt hat noch kein Goldminendistrikt der Welt im Verhältnis zum Kapital so viel Dividenden verteilt, also beinahe ein Drittel des angelegten Kapitals. Nebenbei bemerkt sind im Laufe des letzten Jahres, also unter erschwerenden Umständen, von im Betrieb befindlichen Bandminengesellschaften 2 148 715 Pfd. St., von südafrikanischen Kohlengruben 141 000 Pfd. St. und von südafrikanischen Finanzgesellschaften 2 195 852 Pfd. St. an Dividenden verteilt worden. Nachstehend geben wir noch eine Aufstellung der hauptsächlichsten Unternehmungen am Bande, in verschiedene Gruppen eingeteilt. Wern her Beit & Co. Gruppe. Bonanza, City Deep, Crown Beef, Crown Deep, Ferreira, Ferreira Deep, French Band, Geldenhuis Estate, Geldenhuis Deep, Glynn’s Lydenburg, Jumpers, Jumpers Deep, Langlaagte Deep, Modderfontein-Extension , Nourse Deep, Paarl Central, Band Mines, Bobinson Central Deep, Bobinson, Bose Deep, South Nourse Deep, South Wolhuter, Transvaal Consolidated Land and Exploration, Village Deep, West Boodeport Deep, Windsor, Witwatersrand Deep, Wolhuter Deep. The Consolidated Gold Fields of South Africa Gruppe. Central Nigel Deep, Chimes Exploration, Jupiter, Knight’s Deep, Nigel Deep, Band Victoria, Bobinson Iß Deep, Simmer and Jack, Simmer and Jack East, Simmer and Jack West, South Geldenliuis Deep, South Hose Deep, Sub-Nigel and Worcester Exploration. J. B. Rohinson Gruppe. Block „A“ Randfontein, Block „B“ Langlaagte Estate, Langlaagte Star, North Randfontein, Porges Randfontein, Randfontein Estates, Robinson Randfontein und Robinson South African Banking. Barnato Brothers Gruppe. Balmoral Main Reef, Barnato Consols, Buffels- doorn „A“, Buffelsdoorn Estate, Ginsberg, Glencairn Main Reef, Johannesburg Consolidated, Johannesburg Estate, New Primrose, Rietfontein Estate, New Spes Bona, New Unified Rietfontein „A“ und New Croesus. S. Neumann & Co. Gruppe. Bantjes, Consolidated Main Reef, Henry Nourse, Knight’s Central, Modderfontein, Modderfontein Extension, Treasury, Vogelstruis, Witwatersrand Deep und Wolhuter. George & Sydney S. Farrar Gruppe. Agnes Munroe, Angelo, Anglo-French Exploration, Apex, Chimes West, Cinderella, Driefontein, East Rand, Kleinfontein Central, New Blue Sky, New Comet und New Kleinfontein. A. Goerz & Co. Ltd. Gruppe. A. Goerz & Co., City and Surburban, Deep Consolidated, Deep Levels, Lancaster, Lancaster West, 17 Princess Estate, Roodeport Central Deep, Roodeport Main Reefand York, Geduld, Central und North Geduld. George & Leopold Albu (General Mining and Finance Corporation) Gruppe. Aurora West United, Cinderella Deep, Meyer & Charlton, New Goch, New Steyn Estate, Van Ryn, Viölet. Freeman Cohen’s Consolidated Ltd. Gruppe. Bantjes Deep, Geldenhuis Main Reef, South Randfontein Deep und Yillage Deep. Natal Gruppe. City & Surburban, Durban Roodeport, New Heriot, Nigel, Salisbury, Stanhope. Das im Transvaal angelegte Kapital in Gruben, Finanz- und Landgesellschaften belief sich Anfang November vergangenen Jahres auf ungefähr folgende Summen: Ungefähr Nominal-Kapital jetzige Marktbewertung Pfd. St. Pfd. St. Gruben- etc. Gesellschaften 92,088,000 220,000,000 Finanzgesellschaften 24,000,000 99,000,000 Landgesellschaften 7,710,000 18,000,000 Summa: 124,598,000 337,000,000 Nicht weniger als 50,500,000 Pfd. St. sind notwendig, um die in Vorschlag gebrachten Aufschliessungsarbeiten durchzuführen, wovon 35,000,000 Pfd. St. allein auf Deep-level - Unternehmungen kommen. S. Gumpel, Goldminen. 2 18 79 Gesellschaften haben bislang 94 Millionen Pfd. St. Gold produziert und hiervon sind ca. 18 Millionen Pfd. St. als Dividenden in die Taschen der Aktionäre geflossen. Man hofft nun im Jahre 1904 1780 neue Stampfen zu den bisherigen aufgestellt zu haben, also es würden dann, vorausgesetzt dass das notwendige Arbeitermaterial zu beschaffen sein wird, ungefähr 7700 Stampfen im Betriebe sein, welche, nach den bisherigen Ergebnissen zu schliessen, 1800 Tonnen per Stampfe das Jahr verpochen würden, zusammen 13,860,000 Tonnen zu 2 Pfd. St. durchschnittlich die Tonne, gleich 27,720,000 Pfd. St.; hievon würden wohl 1 Pfd. St. für Dividenden in die Taschen der Aktionäre fliessen, d. h. 1 Pf. St. für jede 3 Pfd. St., was eine Summe von 9 Millionen Ff. St. an Dividenden im Jahre 1904 ausmachen würde. So liest man, allerdings vorläufig nur in englischen optimistischen Organen. Eine Stampfe kostet am Eande durchschnittlich 4787 Pfd. St. inklusive Betriebskapital. Die durchschnittlich bislang bezahlte Dividende beläuft sich auf 10 sh. 7 pence für jede verpochte Tonne Erz. Vergleichende Ziffern über die Leistungen der ersten Goldfelder der Welt pro Tonne, Tag und Stampfen dürften interessieren: Tonnen pro Tag und Stampfe Witwatersrand 5 bis 6'/„ Vereinigte Staaten von N.-A. 4 „ 6 Westaustralien 3 1 /-j „ 5 Uebriges Australien 2’/, „ 2 s / 4 Im Verhältnis zu anderen Goldfeldern ist der Band nur ein geringgradiger Goldproduzent, durch- 19 — schnittlich nur * 1 j 2 Unze*) gegen 1 Unze Gold pro Tonne in Westaustralien. Trotz alledem kann ein Gewinn von 25 Schilling pro Unze erzielt werden, also zwei- oder dreimal mehr als in Westaustralien. Dies ist dem Umstande zuzuschreiben, dass am Rande Kohlen, Wasser und Arbeitsmaterial bedeutend billiger als in Westaustralien sind. Wir wollen unseren Lesern nun über die Wertberechnungen von Randminenshares einige Aufklärung geben: Die im Jahre 1898 verteilten Dividenden beliefen sich durchschnittlich auf 3:2 Pfd. St. pro verpochte Tonne der Gesamterzförderung. Wenn nun z. B. eine Besitzung über 10 Mutungen verfügt und jede Mutung 20000 Tonnen Erz enthält (wir nehmen an, dass zwei Mutungen bereits erschöpft sind), so sind demnach 160,000 Tonnen Erz übrig. Ein 20 Stampfenpochwerk verarbeitet ca. 2800 Tonnen monatlich, d. h. 33 600 Tonnen jährlich. Wenn man nun die Gesamttonnenzahl durch die jährliche Yerpochungs- tonnenzahl dividiert, so erhält man das voraussichtliche Leben einer Mine. Um nun den wirklichen inneren Wert einer Randmine zu kalkulieren, berechne man den Gewinn pro Tonne unter Abrechnung der letztjährigen Betriebskosten. Xatiirlich muss man dabei auch Wasser- und sonstige Rechte der Gesellschaft, eventuell auch den Anteil derselben an einer anderen Gesellschaft in Anrechnung bringen. Die Menge der in einer Mutung befindlichen Erzmassen zu berechnen ist nicht schwierig, wenn man *) 1 Unze (oz.) = 31,1 gr.GoId. — l Unze rohes Gold i6t ca. 72 Mark, 1 Unze Feingold ca. 85 Mark wert. — 1 pennyweight (dwt.) := 1,566 gr Gold. 1 Claim = 160 x 400 Cap-Fuss — 1 Acre = 40,476 Are. — 1 6tand = 50 X 100 Cap-Fuss. — l Cap-Fuss = 0,3148 m. 20 die durchschnittliche Senkung (Winkel) der Ader (Jteef) und deren durchschnittliche Mächtigkeit kennt. Der erste Minenleiter der East Rand Proprietary- Gesellscliaft Mr. Hellmann hat ausgerechnet, dass eine Ader von einem Russe Mächtigkeit laut der folgenden Tabelle, pro Mutung, Erz enthalten sollte: Grad der Senkung Tonnen pro Euss Mächtigkeit Grad der Senkung Tonnen pro Fuss Mächtigkeit eben . . 5,335 45 . . . 7,546 5 . . 5,356 60 . . . 8,300 10 . . 5,418 55 . . . 9,302 15 . . 5,524 60 . . . 10,671 20 . . 5,678 65 . . . 12,625 25 . . 5,887 70 . . . 15,600 30 . . 6,160 75 . . . 20,615 35 . . 6,513 80 . . . 30,725 40 . . 6,965 85 . . . 61,217 Diese Tabelle ist am Rande allgemein im Gebrauch. Wenn die Ader nur fi“ mächtig, so sind obige Zahlen zu halbieren, wenn die Ader drei Euss mächtig, so multipliziert man die Zahlen der Tabelle mit 3. Die Betriebskosten sind, da mehr individuell, weniger einfach auszurechnen, auch kommt es dabei auf die Art der Extrahierungsmethode an. In diesem Punkte ist die Technik übrigens noch lange nicht auf der Höhe. Noch ein anderes Beispiel auf ähnlicher Basis, den innern Wert der Randminen festzustellen, wollen wir anführen, denn in dieser Beziehung glauben wir nicht genug Material bringen zu können. Ein Unternehmen, dessen Erzvorräte innerhalb 12 Jahren erschöpft sind, erwartet während dieser 21 Periode 15 °/o Dividende per anmim, also 3-/ auf eine Pfund-Aktie verteilen zu können. Der Käufer solcher Aktien verlangt nun mindestens der Natur des Unternehmens gemäss 7 °/o Verzinsung eines hierin angelegten Kapitals. Wenn man sich nun die Tabelle Seite 22, unter Pubrik 7°/ 0 , horizontal unter Lebensdauer 12 Jahre, ansieht (7,94 abgekürzt zu 8), so dürfte der respektive Kaufpreis dieser Aktie, 3 (Shilling) mal 8 Jahre, nicht übersteigen, falls er wünscht, dass die Aktien ihm 7°/ 0 einbringen sollen, und nach Verlauf von 12 Jahren das für die Aktien bezahlte Kapital amortisiert werden soll, ferner siehe Tabelle am Schluss des Buches. Wie sehr die Kapitalisierung der Mutungen von liandminengesellschaften variiert, wollen wir durch folgende Beispiele demonstrieren: Robinson. . 60 000 Pfd. St. pro Mutung Gien Deep. 71 77 77 77 Knights Deep .... . 13 000 r 77 77 71 Nourse Deep .... . 12 000 7? 77 77 77 Rand Victoria . . . . 10 000 75 77 77 Simmer & Jack East . . 10 000 77 77 tt Simmer & Jack West . . 9 000 77 77 77 77 Jupiter. . 8 000 n 77 77 77 Witwatersrand Deep . 6 000 77 77 71 77 New Modderfontein . 3 000 77 77 77 77 Vor allen Dingen müssen die Käufer von guten hochbewerteten Shares sich einer Amortisierung ihres Kapitals versichern. Viele Spekulanten, oder sagen wir hier besser Kapitalisten, machen den Kehler, ihre Bestände als sichere Kapitalsanlage zu betrachten, ohne eine Amortisierung auch nur in Betracht zu ziehen. Wenn auch heutzutage kein Zweifel mehr 22 (Anzahl der Jahre (Dividenden) um B—10 °/ 0 Einkommen und > Amortisierung des Kapitals inkl. 5°/ 0 akkumul. Zinsen). Lehens- dauer zu 5 per Cent. zu 6 per Cent. zu 7 per Cent. zu 8 per Cent. zu 9 per Cent. zu lOper Cent. 1 95 . 94 93 93 92 91 2 1,86 1,83 1,81 1,78 1,76 1,74 B 2,72 2,67 2,62 2,58 2,53 2,49 4 3,54 3,46 8,39 3,31 3,24 3,17 5 4,33 4,21 4,10 3,99 3,89 3,79 6 5,01 4,92 4,76 4,62 4,49 4,36 7 5,78 5,82 5,40 5,21 5,03 4,87 8 6,46 6,21 5,97 5,75 5,53 5,34 9 7,11 6,80 6,51 6,25 6,00 . 5,76 10 7,72 7,36 7,02 6,71 6,42 6,14 11 8,30 7,89 7,50 7,14 6,81 6,50 12 8,86 8,38 7,94 7,54 7,16 6,81 13 9,39 8,85 8,36 7,90 7,49 7,10 14 9,90 9,30 8,74 8,24 7,79 7,39 15 10,38 9,71 9,11 8,56 7,06 7,61 16 10,84 10,10 9,45 8,85 8,31 7,82 17 11,27 10,48 9,76 9,12 8,54 8,02 18 11,69 10,83 10,06 9,37 8,76 8,20 19 12,08 11,16 10,33 9,60 8,95 8,37 20 12,46 11,47 10,59 9,82 9,13 8,51 21 12,82 11,76 10,83 10,02 9,29 8,65 22 13,16 12,04 11,06 10,20 9,44 8,77 23 13,49 12,30 11,27 10,37 9,58 8,88 24 13,80 12,55 11,47 10,53 9,71 8,99 25 14,09 12,78 11,65 10,67 9,82 9,08 26 14,37 13,00 11,82 10,81 9,93 9,16 27 14.64 13,21 11,98 10,94 10,03 9,24 28 14,90 13,41 12,14 11,05 10,12 9,31 29 15,14 13,59 12,28 11,16 10,20 9,37 30 15,37 13,76 12,41 11,26 10,27 9,43 31 15,59 13,93 12,53 11,35 10,34 9,48 32 15,80 14,08 12,65 11,43 10,41 9,53 33 16,00 14,23 12,75 11,51 10,46 9,57 34 16,19 14,37 12,85 11,59 10,52 9,61 3B 16,37 14,50 12,95 11,65 10,57 9,64 36 16,54 14,92 13,03 11,72 10,61 9,68 37 16,71 14,74 13,12 11,78 10,65 9,71 38 16,87 14,85 13,19 11,83 10,69 9.73 39 17,02 14,95 13,26 11,88 10,73 9,76 40 17,16 15,04 13,33 11,93 10,76 6,78 45 17,77 15,46 13,60 12,11 10,88 9,86 50 18,25 15,76 13,80 12,23 10,93 9,92 23 bestehen kann, dass erstklassige Randminenshares ebensogut als Industriepapiere bezeichnet werden können, wie irgend ein anderes gutes Handelspapier, so ist es doch immer besser, auch eine eventuelle Amortisierung durch Zurücklegung einer bestimmten jährlichen Summe in Betracht zu ziehen, sonst könnte der unvorsichtige Kapitalist eines Tages zu der Einsicht gelangen, dass er mit den schönen Dividenden auch gleichzeitig sein Kapital aufgegessen hat. Die Betriebskosten vor Ausbruch des Krieges beliefen sich auf durchschnittlich 28 sh — pro Tonne; wenn man nun eine durch das britische Regime entstehende Ersparnis von 5/— bis 6/— anrechnet, so würden Sich 19/— bis 20/— Gewinn pro Tonne erzielen lassen. Nachstehende Tabelle, welche die Betriebsunkosten und die Ergebnisse der tonangebenden Unternehmungen vergleicht, dürfte für den Leser ein interessantes Studium bilden. Zuerst die Outcrop-Minen (Abschürf-Minen) von Westen nach Osten: Durchschnitts- Gesellschaft: ergebnis pro Tonne Betriebsuukosten pro Tonne 1899 1894 -99 sh. d. sh. d. Aurora West. 29. 10 28. 10 New Unified. 20. 1 12. 2 Consolidated Main Reef . 37. 9 30. 7 Langlaagte Star .... 28. 9 26. 9 New Croesus. 26. 4 23. 1 Block B. 24. 9 17. 5 Paarl Central. 30. 5 28. 5 Langlaagte Royal . . . 27. 5 24. 6 Langlaagte Estates . . . 31. 4 20. 7 24 DurchschnittsGesellschaft ergebnis Betriebsunkosten pro Tonne 1894—99 pro Tonne 1899 ah. d. sll. d. Crown Reef . . . . . 47. 7 24. 9 Pioneer . 6 22. 10 Robinson .... . . 76. 4 22. 6 Worcester .... . . 49. 10 20. 11 Ferreira. . . 87. 5 27. 6 Wemmer. . . 63. 11 25. 11 Salisbury. . . 35. 4 21. 9 J ubilee. 4 21. 6 City & Suburban . . . . 43. 4 25. 8 Meyer & Charlton . . . 35. 6 18. 7 Wolhuter .... 2 24. 4 Spes Bona .... . . 27. 6 25. 9 New Goch . . . . . . . 28. 8 22. 11 Henry Nourse . . . , 3 28. 2 Heriot. . . 49. 8 25. 6 Jumpers. . . 36. 2 23. 8 Treasury . . . 38. 5 19. 10 Geldenhuis Estate . , , . 37. 10 17. 7 Simmer & Jack . . . . 35. 9 20. 9 New Primrose . . . , . . 32. 8 20. — May ConBol. . . . . . . 35. 9 20. 11 Glencairn. , . 31. 11 20. 1 Knights. 1 23. 1 Dann kommen die Deep Levels (Tiefbauminen) Langlaagte Deep . . . . . 33. 7 26. 9 Crown Deep . . . . 1 23. 4 Bonanza. 1 28. 3 Robinson Deep . . . 52. 3 32. 6 Ferreira Deep . . . , 1 32. 1 Village Main . . . , 62. 8 26. 10 Nourse Deep . . . . , . 43. 11 30. 2 Jumpers Deep. . . . 48. 2 28. 10 25 Gesellschaft Geldnhuis Deep . . Rose Deep . . . . Gien Deep . . . . Gross Durchschnittsergebnis pro Tonne 1894-99 3G. 11 42. 11 44. 4 Betriebsunkosten pro Tonne 1899 20. 9 22 . 8 26. 8 und, damit sich der Leser auch darüber eine Vorstellung machen kann, wie sich die Betriebskosten zu dem verpochten Erze in der Vergangenheit gestellt haben, wollen wir hier die Resultate der Robinson Mine, eine der ersten Minen am Rande, folgen lassen. Jahr Betriebskosten pro Tonne: Wert des Erzes pro Tonne: 1891 . , , 2. 7. 5 Pfd. St. 6. 9, 3 Pfd. St. 1892 . 1. 15. 8 „ „ 4. 14. 8 „ „ 1893 . 1. 16. 6 „ „ 4. 19. 5 „ „ 1894 . . • 1. 17. 9 „ „ 4. 15. 1 „ „ 1899 . 1. 3. 7 „ „ 3. 8. 11 „ „ Die Ziffern für 1899 sind natürlich nicht vollständig. Man ersieht hieraus, dass der Gewinn aus Erzen im Werte von 3 Pfd. St. 8 sh. 11 d. sich auf über 2 Pfd. St. die Tonne belief. Es wird nun wohl interessieren, wie sich diese Verhältnisse nach dem Kriege gestalteten. Eür den Monat Februar 1902 war das Ergebnis folgendes: Pfd. St. Ergebnis pro Tonne . . . ... 3. 10. 9 Kosten „ „ . . . . . . 1 . 6. 6‘/, Gewinn „ „ ... 4. 37, Die folgenden Zahlen geben die Reingewinne einiger, weniger bekannter Minen kurz vor Ausbruch des Krieges an: — 26 - Gesellschaft: Stampfen: Gewinn pro sli d. Aurora West .... 40 3. 2 Halmoral M. R. . . . 65 1. 2'/4 Block B. Langlaagte 80 5. 1 Consol-Main Reef . . 40 9. 11 French Rand .... 45—60 7. 6 Geldenhuis M. R. . . 30 2. 1 New Croesus .... 80 2. 27s New Kleinfontein. . . 80—140 7. 10 New Modderfontein . . 60 9. 11 Nigel Deep. 10—20 9. 2 Paarl Central .... 60 10 Borges Randfontein . . 60 5. 5 Brincess Estate . . . 40—50 7. 10 Robinson Randfontei 30-55 1. 8 Roodeport Central Deep 50 —. 107s Roodeport Kimberley . 40 —. 3 Salisbury. 50 8. 10 South Randfontein . . 60 9. 8 Y r an Ryn. 80-120 8. — Windsor. 50 5. 7 Witwatersrand Knights . 120 8. 6 York. 40 8. 2 Aus obigem wird der Leser ersehen, dass oft Besitzungen, welche nur einen sehr geringen Gewinn pro Tonne aufweisen, doch sehr hoch quotiert sein können, wie z. B. Knights, wo der Umfang der Besitzung eine enorme und das Kapital verhältnismässig kein zu hohes. So war z. B. bei New Goch der Reingewinn*) kaum f> sh — pro Tonne, während sich derselbe bei Meyer und Charlton Wolhuter auf 12/6, bei Simmer & Jack - x *) Diese Gewinne beziehen sich jedoch nur auf das Betriebsjahr vor dem Kriege und nicht wie auf Seite 24 auf 6 Jahre verteilt. auf 12/— belief, während andererseits wieder bei der City & Suburban 24/—, bei Crown Reef 27/—, bei Robinson 50/, bei Ferreira 54/— und bei Bonanza gar 72/— erzielt wurden. Dass sich die Betriebsunkosten gegen früher vermindert haben, geschieht teilweise aus dem einfachen Grunde, weil reichere Erzmassen verpocht worden sind. Hiermit zwei Beispiele (die eine Gesellschaft wird von Goerz, die andere von Albu kontrolliert). — Bei Lancaster West stellten sich vor Ausbruch des Krieges die Unkosten auf 24/4 pro Tonne und es wurde ein Gewinn von 4/3 pro Tonne erzielt; im Dezember 1902 dagegen betrugen die Unkosten 23/4 mit einem Reingewinn von 9/10. Bei Meyer & Charlton beliefen sich die Unkosten kurz vor dem Kriege auf 23/8; Reingewinn 14/9 die Tonne; dagegen im Monat Dezember auf nur 18/6, was einen Reingewinn von 18/3 pro Tonne liess. Inwiefern die Herren Sachverständigen wegen der Verbilligung der Betriebsunkosten nach dem Kriege zu scharf durch die Optimistenbrille geschaut haben, kann man aus einer interessanten Broschüre des Herrn S. A. Denny von der Albu-Gruppe ersehen. Dessen Aeusserungen wurden damals von der l J resse als ein Evangelium von Erfahrung und Sachkenntnis ausgeschrieen, was leicht begreiflich war. Herr Denny, welcher mit Land und Leuten beinahe eine Generation lang in praktischer Berührung gewesen war, prophezeite in emphatischer Weise in seiner Schrift, dass geradezu ein „rush“, d. h. ein kolossaler Andrang von Arbeitern (Kaffirs) für den Minenbetrieb sein würde, und dass aus die- 28 sem Grunde sich die Löhne bedeutend vei'ringern würden. Ja, er behauptete sogar mit dem Brusttöne der Ueberzeugung, dass sich die Löhne von weissen Arbeitern um 30°/ 0 innerhalb von 5 Jahren nach dem Friedensschluss verringern würden. Seine Auslassungen schliesst er mit folgender Uebersicht, wie sich die Betriebsunkosten pro Tonne verbilligen würden: weisse Löhne .... um 2,3 sh. schwarze Löhne . . . „ 1-1,3 „ Materialien.. 0,5 „ Dynamit.„ 0,45 „ Kohlen.„ 0,61 „ Demnach also eine Gesamtersparnis von 4,86 bis 5,16 Shilling pro Tonne! Wenn sich nun schon Leute von der Autorität des Herrn Denny, der doch eigentlich berufen sein sollte, die Dinge mit einiger Gewissheit beurteilen zu können, derartig geirrt haben, was können wir dann von Zeitungsschreibern und sonstigen interessierten Kreisen wohl erwarten? Auch in dieser Beziehung scheint Südafrika das Grab manchen guten Bufes zu sein. An der Hand obiger Tabellen können unsere Leser ja jetzt selbst am besten beurteilen, inwieweit die erhofften Erwartungen bezüglich Verbilligung der Betriebsunkosten eingetroffen sind oder eintreffen werden. Auch sind sich die Gelehrten über die praktische Durchführung der Tiefgrubenbetriebe noch lange nicht einig. So liegen uns Gutachten von Sachverständigen dahin vor, dass ein Betrieb der viertreihig liegenden Tiefstollen, also in einer Tiefe von 6000 bis 8000 Fuss sehr wohl praktisch durchführbar und 29 rentabel sein werde, was wir für ganz unmöglich halten. Auf diesen für die fernere Entwickelung der Transvaal-Goldminen-Industrie so wichtigen Punkt werden wir später noch genauer zurückkoinmen. Ganz allgemein gesprochen, giebt es drei Arten von Minenunternehmungen am Bande, das sind 1. diejenigen Minen, welche ausserhalb des Ilaupt- reefs liegen, 2. Minen an der Oberfläche des Hauptreefs (Outcrop-Minen), 3. Tiefstollen-Minen, ebenfalls am Hauptreef gelegen. Ehe wir uns nun des Näheren mit diesen drei Gruppen beschäftigen, wollen wir uns noch kurz den bekannteren Land- und Einanzgesellschaften widmen. Die Shares dieser Gesellschaften sind weit spekulativerer Natur, als die besseren Goldminenwerte, da selbe eben fast nur von dem individuellen finanztechnischen Talente der die Gesellschaften leitenden Elemente abhängig sind. Wir betonen dies ausdrücklich , weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass ein grosser Teil des spekulierenden Publikums der Meinung ist, dass diese grossen Gesellschaften eine Art von Trust bilden, und die Geschäfte dieser auf derselben konservativen Basis geleitet werden, wie etwa die einer grossen Bank. Jedoch die finanziellen Berichte und „Schiebungen“ einiger dieser Gesellschaften gleichen geradezu einem wahren Hexentanz von Ziffern. Den technisch-finanziellen Stand einer solchen Gesellschaft zu beurteilen, ist schon deshalb sehr schwierig, weil man ja niemals in Wirklichkeit weiss, welches eigentlich die Politik der Leiter 30 ist, dann aber auch, weil das Durchlesen eines Jahresberichts dieser Gesellschaften den Durchschnittskapitalisten auch nicht viel nützen würde, ist ein Buch mit sieben Siegeln. Ausserdem, nehmen wir einmal an, eine solche Gesellschaft wäre gezwungen, schleunigst zu kapitulieren oder zu liquidieren, Avürden dann wohl auch nur die Hälfte der Aktiven realisiert werden können? Letztere Bemerkung mag vielen unserer Leser vielleicht sehr unlogisch Vorkommen, wir betonen aber nochmals, dass wir mit obigem nur die Absicht haben, unseren Lesern den spekulativen Charakter solcher Shares vor Augen zu führen. In allererster Linie ist in Deutschland wohl A. Görz & Co. bekannt. Während in der unmittelbaren Nähe der „goldenen Stadt“ kein Raum mehr vorhanden, und, so zu sagen, alle guten Plätze schon besetzt, haben die Deutschen den östlichen und westlichen Teilen des Bandes ein mehr Avie lebhaftes Interesse entgegengebracht. Auch die Deutsche Bank hat ein ganz besonderes Interesse in der Görzgrnppe. Die Leitung steht den bestverAvalteten englischen Unternehmen nicht nach und, Avenn auch die Besitzungen der Gesellschaft \ r orläufig noch sehr problematischer Natur sind, Averden doch stets Dividenden zu erwarten sein. Die Bohrversuche auf der Geduldbesitzung Avaren günstige, doch sollte man bedenken, dass vor 5 Jahren an keine Goldausbeute gedacht Averden kann. Die unmittelbare Zukunft hängt A r on der allgemeinen Börsentendenz ab. Die Shares sind populär und es Aväre Avunderbar, Avenn selbe im Laufe dieses Jahres nicht auf 4 '/ 2 Pfd. St. gehen Avürden. Innerer Wert ist heute Avohl 4'Ai Pfd. St. 31 General Mining <3 Finance (Albu Gruppe). Während sich vorgenannte Gesellschaft mehr im östlichen Hand engagiert hat, interessiert sich diese Gruppe für den westlichen Teil des Bandes. Die Dresdener Bank, steht finanziell mehr oder weniger dahinter. An Zukunftschancen bietet diese Gesellschaft, in Zahlen ausgedrückt, etwa ein Drittel der Görzchancen. Innerer Wert, soweit unsere Informationen uns leiten, etwa: 3 1 / 2 Pfd. St. Anglo French Exploration. Bietet, was vorübergehende Chancen anbetrifft, mehr, als oben genannte Gesellschaften. Werden wohl bald auf 5 1 /., Pfd. St. steigen, innerer Wert würde einen solchen Kursstand berechtigen. Barnato Consolidated. War früher durch schlechte Finanzpolitik verrufen. Jedoch sind die Shares infolge der ungeheuren Beklame recht populär. In Londoner konservativen Finanzkreisen hat man das alte Vorurteil noch nicht überwunden. Empfehlen diese Shares nicht sehr warm zum Ankäufe. Die Leitung ist eine schwache, hält jedenfalls mit den vorhergenannten keinen Vergleich aus. Ueber den inneren Wert gehen die Meinungen auch sehr auseinander. Glauben nicht zu weit zu gehen, wenn wir den inneren Wert auf 4Y 2 Kfd. St. taxieren. Bemerken jedoch ausdrücklich, dass sich die Shares in schwachen Händen befinden und bei der geringsten Aufwärtsbewegung in grossen Paketen auf den Markt geworfen werden. Johannesburg Consolidated Investments. Mit Bar- natos identisch. Ist mehr oder weniger nur ein Finanzschiebungsinstitut, hat allerdings erst kürzlich 10°/ u 32 Dividende verteilt. Bevor jedoch die Leitung nicht in konservativere Hände gelangt, ist es gewagt, den Shares einen höheren inneren Wert als 4 Pfd. St. beizulegen. Consolidated Goldfields. Das grossartigste Unternehmen seiner Art, lässt jedoch gegen früher, Avas energische, intelligente Leitung anbetrifft, zu wünschen übrig, spielt aber immer noch eine dominierende Holle im Kaffirmarkte. Ist auch in Westafrika interessiert; es ist scliAver, auch nur annähernd den inneren Wert der Shares zu bestimmen. Statistische Ziffern, welche vor uns liegen, variieren nicht weniger als 30 °/ 0 im Wert. Wir glauben, dass 9 Pfd. St. für dieselben wenig ltisiko bieten. South African Gold Trust: Eine bedeutende Finanzgesellschaft, mit der vorerwähnten liiert. Beständiger Dividendenzahler (1902 50 °/ 0 , 1903 50 °/ 0 ), im Vergleich zu deren ZAvillingsschwester, welche seit Dezember 1898 (dann nur 5 °/ 0 ) nichts verteilt hat, anscheinend besser verwaltet. Diese Gesellschaft ist nur mit einer Million Pfd. St. (gegen 3 : /.t Millionen Pfd. St. der Goldfields) kapitalisiert, und ihre Deben- turebelastung ist kaum mehr Avie a / B der vorerwähnten Gesellschaft. Innerer Wert dieser Aktien wohl mit 8 s /4 Pf. St. bezahlt. (Verzinsen sich hei 8 Pfd. St. Kurse zu 6 '/ 4 °/ 0 ). East Band Mining Estates. Sehr spekulatives Unternehmen, aber in energischen Händen. HatzAveifel- los eine Zukunft vor sich, ist aber vorsichtigen Spekulanten nicht zu empfehlen. Sind auch unter obwaltenden Umständen überwertet. Bei dem problematischen Werte der Besitzungen ist es ganz und gar unmöglich, einen inneren Wert anzugeben, auf alle Fälle — 33 — scheint uns in dem heutigen Kurs schon viel diskontiert zu sein. East Rand Proprietärij. Sehr populär, besonders in Frankreich und wohl das erste spekulative Medium im Kaffirmarktc. Die Zukunft hängt jedoch ganz von der leitenden Finanzpolitik ab. Nur sehr waghalsigen Spekulanten zu empfehlen. Innerer Wert wohl ca. 9 Pfd. St. Werden wohl auf Jahre hinaus SO °/ 0 Dividende verteilen. Henderson Transvaal. Ueberkapitalisiert, jedoch ungeheure Besitzungen, hat kürzlich 7 l / 2 0 / 0 Dividenden ausgeschüttet. Innerer Wert mit 2 1 / 2 Pfd. St. nicht zu hoch angenommen. Kaffirs Consolidated. Verteilt zwar Dividenden, wird aber in ernsthaften Londoner Bürsenkreisen nicht zu den coulanten Werten gezählt. Innerer Wert kaum 1 ’/ 2 Pfd. St., da die Aktiven der Gesellschaft als viel zu hoch zu Buche stehen. Oceana Consolidated. Ein Gründungsinstitut, dessen Interessen über ganz Afrika verteilt in recht geschickten Händen; glauben jedoch, dass in Anbetracht des sehr spekulativen Charakters der Shares dieselben mit 2 '/ 2 Pfd. St. für den Moment vollauf bezahlt sind, giebt soeben neue Aktien aus, im Verhältnis 10 : 1. Rand Mines Limited. Werden als Barometer für den gesamten Kaffirmarkt angesehen, die Beurteilung dieser berühmtesten aller Minenshares der Welt bängt mehr von „Sentiment und Stimmung“, als vom praktischen Geschäftssinn ab. Solange diese Shares die Führung haben, kann man eben beinahe jede Kursschätzung gut heissen. Sie ist bekanntlich die S. Onmpel, Goldminen. 3 34 Pioniergesellschaft für Tiefminenunternehmen und die Spekulation in diesen Shares ist eine der umfangreichsten der Londoner Börse. Denjenigen unserer Leser, welche von uns den inneren Wert der Shares wissen wollen, antworten wir mit den Worten des grossen Dichters: „Es ruhen in der Erden (Zeiten) Schosse, Die schwarzen und die heitern Lose.“ Um nun die Transvaalminen zu besprechen, so sind von den Atisserhalh der Hauptreefserien gelegenen Minen nur die folgenden in Deutschland bekannt: Lancaster. Hat eine gute Zukunft vor sich, doch sind die Shares zum heutigen Kurse genügend bewertet. Vorläufig keine riskante Spekulation. Lancaster West. Wird sich wahrscheinlich als ebenso günstig als vorerwähnte Mine ausweisen. Scheint schwer kapitalisiert zu sein, doch sind die Shares immer noch als eine gute Spekulation zu bezeichnen. Violet. Bislang schlecht bewirtschaftet worden, sind sehr riskanter Natur. Lindum. Noch absolut problematischer Natur, in London kaum gehandelt. Bietfontein. Ist mehr oder weniger ein Fiasko gewesen, der Kursstand ist nur dem Umstande zuzuschreiben, dass die Gesellschaft 169029 Shares in der Bietfontein A.-Gesellschaft hält. Ebenfalls recht spekulativer Natur, da das Reef sehr erratisch auf- tritt. Jedoch werden die Shares noch einige Points im Kurse anziehen. 3n Leute, welche nicht gut orientiert sind, sollten den eben genannten Outside-Shares kein aktives Interesse entgegenbringen. Das mitsprechende Risiko steht in keinem Verhältnis zu dem heutigen Kursstand. Wir wollen jetzt zu einer näheren Besprechung der leitenden Minen, welche an den Hauptreefs des Witwatersrandes gelegen sind, übergehen. Der Rand dehnt sich bekanntlich 40 Meilen lang von Osten nach Westen, zwischen Klipfontein und Randfontein aus. Ueber die weitere Ausdehnung des Hauptreefs wird der Leser in letzter Zeit ja viel gehört und gelesen haben, und wenn wir uns heute auch noch kein abschliessendes Urteil über die „neue“ Entdeckung erlauben wollen, besonders, was deren kaufmännischen Wert anbelangt, so wollen wir doch im Interesse unserer Leser schon heute bemerken, dass all diese Entdeckungen von vornherein nichts weniger wie neu sind, dann aber auch, wir sprechen von der Rathhoneschen AfFaire, sind all die Sensationsnachrichten nur auf Börsenmachenschaften zurückzuführen. Rathbone, auf den wir in einem späteren Kapitel noch genauer zurückkommen, ist unserer Ansicht nach zu sanguinischer Natur. Bewiesen ist überhaupt noch nicht, dass diese Fortsetzung des Randes sich als rentabel herausstellen wird. Ist das Publikum denn wirklich in dem kindischen Glauben, dass die grossen Unternehmer am Rande all die Jahre still gesessen haben, um nur zu warten, bis ihnen Herr Rathbone vor der Nase alles wegentdeckt? Dass sich mit der Zeit 36 ein grösserer Rand entwickeln wird, darüber können kaum zwei Meinungen herrschen. So sind beispielsweise auf der Western Rand Estates-Besitzung zwei Bohrlöcher gesenkt worden und man hofft, bei einer Tiefe von 2500 Fuss die Fortsetzung des Mainreefs anzutreffen. Auf der östlichen Seite des Rands haben wir ja die Geduldbohrungen, welche auch günstige Resultate ergeben haben. Bergrat Schmeisser spricht im Jahre 1895 von einer abbauwürdigen Tiefe von 1200—1500 Meter (also ca. 4000—-5000 Fuss) und schätzt die zu fördernden Goldmassen auf 3 104 880 kg (oder 99 821 892 Unzen) im Werte von Mk. 7 187 000 000 gleich ca. 349 376 000 Pfd. St. auf einen Zeitraum von nicht weniger wie 40 Jahre verteilt. Der von dem Hause Rothschild-London um ungefähr dieselbe Zeit nach dem Witwatersrande hinausgesandte amerikanische Sachverständige Hamilton Smith lässt sich in ungefähr derselben Weise wie Schmeisser aus. Im Jahre 1894 berechnete Theodor Reunert das zu fördernde Gold auf 450 000 000 Pfd. St. und im darauffolgenden Jahre gab die bekannte Mineningenieurfirma Ifcitch & Chalmers die Ziffer 700 000 000 Pfd. St. an. Mr. Bleloch in seinem Werke „Heu-Südafrika“ ver- steigt sich nun sogar auf 2 871000 000 Pfd. St., er lässt aber später mit sich handeln und hegnügt sich mit rund 2 Milliarden Pfund Sterling, vertieft sich dagegen auch bis zu 7000 Fuss, was wir ausdrück- lichst betonen wollen. Wer etwas Erfahrung in Minenangelegenheiten hat, wird wohl wissen, dass alle diese lanzierten ballons d’essai sehr schnell wieder zerplatzen. Der Wert des Bandes, innerhalb und ausserhalb, ist doch in seiner ganzen Länge und Breite längst bekannt und es bedarf eben einer „gerade heranwachsenden“ Generation, um all die wilden Gerüchte zu glauben, die immer und immer wieder auftauchen. „Die Bänke, auf denen die Spötter sitzen, werden, Gott sei Dank, täglich länger.“ „Caveat emptor.“ Die Zukunft wird sich aber wohl weit mehr mit dem Probleme der Tief-Minenunternehmen beschäftigen, als mit der Entdeckung eines neuen Randes. Diese erfolgreich und gewinnbringend zu bearbeiten, dürfte wohl eines der grössten und dankbarsten Probleme unserer Zeit sein. Das Kapital dieser Deep Level-Gesellschaften rangiert von 400000 Pfd. St. bis 900 000 Pfd. St. und, da diese Gesellschaften das gleiche Reef bearbeiten, so sind viele Leute der Ansicht, dass sie auch gleiche Dividenden verteilen müssen. Vorteilhafte Käufe können in den Shares mancher Deep Levels gemacht werden und, wenn eine besonders flaue Tendenz des Marktes günstig ausgenützt wird, kann man sogar viel Geld dabei verdienen. Ganz besonders hoffnungsvolle Position haben diejenigen Deep Levels, von denen man annimmt, dass sie die Fortsetzung jener reichen Slioots (Erzmassen), welche die Outcrop-Minen so erfolgreich gemacht haben, bilden. Besonders die Robinson Deep und Robinson Central Deep mögen von einer Verlängerung des reichen Erzstreifens profitieren, welcher die Johannisburger Pioneer-Gesellscliaft so berühmt gemacht hat. Bonanza, Robinson Deep und Ferreira Deep mögen die natürlichen Nachfolger des reichen Bankets, welches von der Eerreira-Mine 38 stammt, sein. Von dem westlichen Teile des Randes soll man im allgemeinen weniger Gewinn erwarten , als von den im besten Teile des Centralrandes gelegenen Unternehmen. Also hier, hei den Deep Levels, kann der moderne Techniker zeigen, was er gelernt hat. „Hic Rhodus, liic salta!“ Elektrizität, Chemie und Genie bieten all ihre Kräfte auf, das reiche Gold aus bisher noch nicht erreichter Tiefe dem Schosse der Erde zu entreissen. Ungeheure Rläne werden und sind fertig ausgearbeitet, und auf dem Rapier ist das Gold lange schon in den Händen der gierigen Sucher, doch die Erde singt immer noch das alte Spottlied von der Theorie und Praxis. In einem Interview mit einer Londoner Minenautorität erfuhren wir, dass sich diese Gesellschaften wohl unter 10 mal 8 mal als ein Fiasko ausweisen werden. Wir teilen die Meinung dieses Experten nun keineswegs, hoffen auch im allgemeinen Interesse, dass sich der sonst sehr gut unterrichtete Herr geirrt hat. Unternehmen wie South Randfontein Deep und Bantjcs Deep benötigen Schaftanlagen von mindestens 5000 Euss Tiefe, doch sind die Chancen solcher Aktien durchaus nicht problematischer Natur, ja, wir glauben, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis die Shares derselben auf derselben Liste stehen und gehandelt werden, in demselben bekannten Jargon ausgeboten werden, wie die Shares anderer Randminengesellschaften. Das Kapital einer solchen Gesellschaft dürfte kaum unter einer Million Pfund betragen, ja, man spricht sogar davon, dass mehrere Gesellschaften gegründet werden sollen, welche Schaft- anlagen bis zur Tiefe von 8000 Fuss bohren' wollen, um auf gewinnbringendes Gold zu stossen. Nun, das kann ja doch jedem klar sein, dass nahezu ein Jahrzehnt vergehen wird, bis dort die erste Unze Gold das Sonnenlicht erblickt. Für den Gründer und die interessierte Finanzgruppe bilden solche Tief-Mi nen- unternelnnen ein Eldorado aller nur denkbaren Manöver. Denn einmal versteht ja niemand etwas von der praktischen Durchführung all dieser Probleme und Projekte, dann aber auch ist der Gedanke all dieser Tiefgründungsunternehmen im Kapitalistenpublikum ausserordentlich populär, denn der Spekulant gefällt sich eben in dem Gedanken, dass erst so lange Zeit vergehen muss, ehe man von einem inneren Werte solcher Shares überhaupt sprechen kann. Geld ist dabei aber auch zu machen, man muss nur wissen, wie viele und ob die dahinterstehende Gruppe noch Shares los werden will. Heute haben die Finanzgruppen noch ein grosses Interesse daran, das Publikum interessiert, zu halten, denn sie haben eben noch Milliarden von Papieren im Portefeuille, welche vergoldet werden müssen. Ingenieure, durch eine langjährige Erfahrung berechtigt, behaupten, dass sich die Betriebskosten über eine Tiefe von 3 900 Fuss hinaus verhältnismässig bedeutend erhöhen werden und zwar schon aus dem einfachen Grunde, weil die Arbeiter dreimal im Jahre infolge Erkrankung gewechselt werden müssen. Es muss also in diesem Falle dreimal im Jahre eine kostspielige Prozedur vorgenommen werden, welche bisher infolge der geringeren Tiefe nur einmal vorgenommen wird. AVer sich mehr für diese Theorie 40 interessiert, dem empfehlen wir, sich die Statistik über die Erkrankung der Bergwerksarbeiter in den tiefen Silbergruben zu Ereiberg i. S. kommen zu lassen. Ueber diesen wichtigen Punkt haben sich bislang erste unparteiische Sachverständige ausgeschwiegen, trotzdem es doch der Mühe wert gewesen sein würde, dieses wichtigen wirtschaftlichen Umstandes Erwähnung zu tliun. Ob nun ein rentabler Minenbetrieb in einer Tiefe von weit über 5000 Euss möglich ist, möchten wir stark bezweifeln. Betrachten wir doch einmal die letzten Bohrlochergebnisse, sehr günstig steht es damit nicht, und wenn man auch ein Bohrlochergebnis für ein im grossen Betriebe aufzubauendes Unternehmen nicht als definitiv massgebend ansehen soll (denn es giebt Fälle, wo sich solche Bohrlochergebnisse für den späteren Betrieb als ganz illusorisch ausgewiesen haben), so muss man doch eben nach den Resultaten urteilen, die einem bis jetzt zur Verfügung stehen. Wie bekannt, hat man vom Turf Club Areal aus, in einer Tiefe von nahezu 5000 Fuss das Reef wirklich angetroffen, doch wies dasselbe nur 6 dwts. pro Tonne auf, ein mit Rücksicht auf die grosse Tiefe durchaus unbefriedigendes Resultat. Im grossen und ganzen bezweifeln wir nicht, dass sich die zweit- reihigen Minenunternehmen als rentabel ausweisen werden, bei den drittreihigen jedoch sind die Chancen unserer Ansicht nach nur sehr gering, und wo sich die Gelehrten noch streiten, darf doch der weniger Erfahrene auch zweifeln. Aber solange noch Ungewissheit betreffs des endgültigen Resultates herrscht, giebt es auch Raum für Optimismus; 41 deshalb wird sich das Publikum auch, wenn die Kurse höher und höher gehen, beeilen, in den Markt hinein zu kommen, doch nur wenige werden stark genug sein, sich zurückzuziehen, ehe die unausbleibliche Keaktion eintreten wird. Unser Rat hier ist, wie hei allen anderen Gelegenheiten: Auf der sicheren Seite zu bleiben, zu verkaufen, solange man noch Aussichten und Hoffnung hat, ein reiches Reef anzutreffen, und nicht zu warten, bis sich die Sache nach der einen oder anderen Richtung hin entschieden hat. Wir wollen noch bemerken, dass die Bohrungsresultate auf der Geduldmine gute waren, das Reef ist angetroffen worden. Zur Besprechung der einzelnen Minen, Avelche der Hauptserie des Randes angehören, übergehend, erwähnen wir zuerst: Geduld. Ist dem deutschen Publikum wohl in jeder Weise bekannt. Besitzt 2371 Mutungen. Die durchschnittliche Lage des Reefs befindet sich in einer Tiefe von 1600 Fuss, durchschnittliche Mächtigkeit desselben nur 10 Zoll, jedoch von einem durchschnittlichen Goldwerte von 48 dwts., ein ganz ausgezeichnetes Resultat. Man kann der Gesellschaft, sowie deren Tochtergesellschaften, der North und der Central Geduld grosse Chancen nicht absprechen, ob der heutige Kursstand berechtigt ist, ist eine schwierigere Frage. Optimisten sind der Ansicht, dass, wenn nur jede der oben erwähnten sechsTochter- gesellschaften 25 °/ 0 zahlen würde, dies genügen würde, um bei einem Kursniveau von 9 Pfd. St. ein Ergebnis von 10°/ o zu erzielen. Wenn die Tochtergesellschaften jedoch 50°/ 0 zahlen würden, dann wären Gedulds 42 sogar 15 Pfd. St. wert, wobei das grosse Areal ausserhalb der Mynpacht, sowie die Goldminenrechte bezüglich des Tyndale Kohlenareals gar nicht in Betracht gezogen worden sind. Verglichen mit East Band Mining Estates dürften folgende Daten von Interesse sein: Ausgegeb. Betr.- Kapital Kap. Pfd. St, Pfd. St. Geduld 379,11(1 140,000 East Band M. 400,000 170,000 Areal Acres Markt- Btr.-Kp. Kapitalis. pro Acre Pfd. St. Pfd. St. 8,470' 3,602,077 1(1 21,280 2,800,000 7 Auf alle Fälle bieten diese Shares immer noch eine gewisse Attraktion und sind, besonders in Frankreich ein äusserst beliebtes spekulatives Favorit. Geduld Shares werden noch auf lange Zeit hinaus ein interessantes Problem für alle diejenigen bilden, welche Geld und Verven besitzen. Wehjedacht. An Geduld angrenzend. 1250 Mutungen, nur gering kapitalisiert, sehr spekulativ, aber als ein ideales Spielvaleur zu betrachten. Bei 2500 Fuss hofft man das Main Beef anzutreffen. Stei/n Estates. Sehr spekulativ, jedoch in Anbetracht der Grösse der Besitzung — 608 Mutungen — ein interessantes Spielvaleur. Man hofft, das Beef in einer Tiefe von 3300 Fuss anzutreffen, doch bedarf cs dazu eines ausserordentlichen Kapitals von 750,000 Pfd, St. Chinws. 510 Mutungen. Das Hauptreef ist in einer Tiefe von 1750 Fuss angetroffen worden. Analysenwert 10 dwts. bei einer Mächtigkeit von 30 Zoll. Glauben aber, dass es sich herausstellen wird, dass die Adern „gebrochen“ (unterhrochen) sind, lullten deshalb die Shares für sehr riskant. Bantjes Deep. 448 Mutungen. Ader liegt wohl ea. 4000 Fuss tief, es wären wohl 800,000 Pfd. St. Kapital erforderlich, um Gold herauszuschaffen. Hei Gründung waren nur 100,000 l’fd. St. vorgesehen. Drastische Illustration, mit wie wenig Weisheit (sehr wahrscheinlich absichtlich) seiner Zeit gegründet worden ist. . Das Publikum sollte aus solchen Unternehmen viel lernen. Innerer Wert der Shares so gut wie Null. Klip Deep. 233 Mutungen. Das Reef wird wohl kaum bei einer geringeren Tiefe als 4000 Fuss zu erreichen sein, wird wahrscheinlich auch recht geringwertiger Natur sein. Empfehlen, diese Shares nicht anzurühren. Drirfontein Deeps. 250 Mutungen. Da die Ader in einer wahrscheinlichen Tiefe von 4000 Fuss liegt, ist der Wert der Shares naturgemäss ein sehr problematischer. South Nourse. 300 Mutungen. Ausnahmsweise mit genügend Kapital versehen. Sehr spekulativ, aber, da das Reef noch nicht festgestellt, ein gutes Spielmedium. Witwatersrand Deep. 270 Mutungen. Sehr spekulativ. Bonanza. Wohlbekanntes Unternehmen, eines der reichsten der Welt. Wenn man sieh mit 7 °/ 0 begnügen will, sind diese Shares jedoch nicht mehr (incl. Amor- tisierung des Kapitals) als OPfd. St. wert, zum heutigen Kurse wenig Chancen. Möglich jedoch, dass in den bisher noch nicht bearbeiteten Mutungen reiches Gold gefunden wird. Hat 415 000 tons Erz blossgelegt. 44 Village Deep. 136 Mutungen. Innererer Wert ca. fi 3 / 4 Pfd. St. Village Main Reef. 148 Blutungen. Bekanntes Unternehmen, aber die Shares sind bereits weit überwertet. Schätzen den inneren Wert derselben auf etwa 8 Pfd. St. Robinson Central Deep. 456 Mutungen. Unterhalb der berühmten Robinson Mine gelegen. Sachverständige sehen auch hier noch nicht klar. Innerer Wert darf wohl auf 5 Pfd. St. angenommen werden. Knights Deep. 180 Mutungen. Man geht damit um, ein 200-Stampfenpochwerk zu errichten. Gute Chancen. 5 Pfd. St. ist wohl keine zu hohe Ziffer für inneren Wert. Rand Victoria. Grosses Unternehmen mit 700 Mutungen und gut verwaltet, auch sind genügende Mittel vorhanden. Es wird jedoch noch mindestens 3 1 / 3 Jahre dauern, bis ein Betrieb im Gange. Inzwischen werden die Aktionäre aber wohl sehr oft das Vergnügen haben, dass mit ihren Shares mehr oder weniger, je nach den Umständen, herummanipuliert werden wird. Je näher der Zeitpunkt eines Minenbetriebes, desto riskanter wird der Besitz, deshalb empfehlen wir, bei gutem Eutzen abzustossen. Rand Victoria East. 273 Mutungen. Hat viel Attraktion für den Spekulanten, da zur Aufschliessung genügend Geld vorhanden. Innerer Wert wohl kaum mehr als 2 Pfd. St. Robinson Deep. 208 Mutungen. Genaue Daten über den inneren Wert noch nicht zur Hand, wenigstens dem Publikum noch nicht zur Verfügung. Glau- 45 ben, dass augenblicklieber Wert wohl berechtigt, da die Shares von sonst gut informierter Seite schon seit längerer Zeit aufgekauft wurden. Simmcr & Jack West. 226 Mutungen. Wenn sich die an das Reef geknüpften Erwartungen, welches man in einer Tiefe von 2800 Euss anzutreffen hofft, erfüllen sollten, können diese Shares 6 Pfd. St. wert sein. Viele Leute wollen aber wissen, dass der wirkliche Wert des Reefs schon den Eingeweihten bekannt ist, wir können uns dieser Ansicht nicht an- schliessen. Die Shares haben für jemand, welcher abwarten kann, immer noch gute spekulative Chancen. Simmer & Jack East. 297 Mutungen. Sehr spekulativer Natur, da man behauptet, dass man das Unrechte Reef aufgeschlossen hat. Können diese Ansicht nicht ganz teilen, empfehlen aber nur den Waghalsigen, die Shares anzurühren. Innerer Wert unter den obwaltenden Umständen ganz problematisch. Ferreira Deep. 142 Mutungen. Gehört zu den reichsten, dem Verhältnis nach aber auch am schwersten kapitalisierten Minen der Welt. Innerer Wert 7 Pfd. St. Durban Roodeport Deep. 225 Mutungen, populäres Valeur, innerer Wert ca. 3 V 4 Pfd. St. Nourse Deep. 196 Mutungen. Unterhalb der reichen Henry Nourse gelegen, hat aber bislang nicht den optimistischen Erwartungen, welche sogar erste Sachverständige an sie geknüpft hatten, entsprochen. Langlaagte Deep. 184 Mutungen. Die Shares sind mit 3 l / 2 Pfd. St. gut bezahlt. Jumpers Deep. 250 Mutungen. Ein grosses und auch gut verwaltetes Unternehmen. Vorausgesetzt, - 4ß — dass 200 Stampfen in Betrieb gesetzt werden, sollte der innere Wert der Shares 5 '/ 2 Pfd. St. sein. Heilte sind nur 80 Stampfen im Betrieb. Gien l)evp. 182 Mutungen. Unterhall) der Glen- cairn und May Consolidated gelegen. Innerer Wert der Shares schwierig zu bestimmen, da das Beel' unterbrochene Formationen aufweist, doch sollten bei einem 200-Stampfenbetrieb (jetzt nur 40 im Gange) 5 ’/ 2 Pfd. St. nicht zu hoch genommen sein. Central Roodeport Deep. Ein chancenreiches Unternehmen, 100 Mutungen, grosse Erzreserven, und auf regelmässige Dividenden zu rechnen. Innerer Wert wohl 3 Pfd. St.; aber unter heutigen Verhältnissen, bevor nicht mehr definitive Daten zur Hand, immer noch spekulativer Natur. Rose Deep. 180 Mutungen. Die bisherigen Ergebnisse haben selbst die kühnsten Erwartungen übertroffen, und bei einer 7°/ 0 Basis, inc-1. Amorti- sierung, halten wir diese Shares mindestens 11 1 / 4 Pfd. St. wert. Geldenhuis Deep. 211 Mutungen. Giebt dem vorstehenden Unternehmen an Grossartigkeit wenig nach. Dagegen sind die Shares schon überwertet, da wir einen höheren inneren Wert, als 11 Pfd. St., nicht angeben wollen. Crown Deep. 169 Mutungen. Unterhalb der berühmten Crown Beef und Bonanza gelegen. Bereits weit überwertet, denn die optimistischste Schätzung wird wohl kaum mehr wie 14 1 j 2 Pfd. St. pro Share ausniachen. West Rand Mines. Ist überkapitalisiert, verfügt aber allerdings auch über grosses Areal, 650 Mutungen. 47 Wird wohl über kurz oder lang in Rekonstruktion übergehen müssen. Innerer Wert der Shares wohl etwa 3 Pfd. St., betonen aber den äusserst spekulativen Charakter des Unternehmens. Luipaards V/ei. Mit diesen Shares wird viel manipuliert, sind zum heutigen Kurse voll bewertet. French Fand. 400 Mutungen. Man beabsichtigt, das Pochwerk auf 120 Stampfen zu erhöhen. Zu hoch kapitalisiert, innerer Wert kaum mehr als 2 J / 2 Pfd. St. Champ d’or. Sollten unserer Ansicht nach, vorausgesetzt, dass diese Mine noch 5 Jahre existieren und nicht weniger als 50°/ 0 Dividende zahlen wird, (incl. Amortisierung) 2 '/ 8 Pfd. St. wert sein. United Foodeport. Vorausgesetzt, dass die dieser Gesellschaft gehörenden Tief-Mutungen 350 000 Pfd. St. wert sind, glauben wir, dass diesen Shares ein innerer von 5 1 / 4 Pfd. St. beigemessen werden darf. Durban Foodeport. Gehört wohl zu den bestverwalteten Unternehmen, leider aber bereits überwertet, da alle günstigen Momente schon diskontiert. Innerer Wert etwa 5 V 2 —0 Pfd. St. Langlaagte Estates. Hierfür wird viel Reklame gemacht. Besitzt 55 unbearbeitete Mutungen. Sehr problematischer Natur, und bewegte sich der Kurs während der letzten 7 Jahre zwischen 7 1 ß Pfd. St. bis auf 2 8 /i Pfd. St. herunter, da die Gesellschaft grosse Sharesbestände in zweifelhaften Unternehmen, wie Langlaagte Exploration, Langlaagte Star und Block B. hält. Glauben jedoch, dass die Shares, da sehr populär, bis 6 Pfd. St. steigen werden. Langlaagte Foyal. 107 Mutungen. Empfehlen, — 4S - unter obwaltenden Verhältnissen die Shares nicht anzurühren. Main Reef Consolidated. 000 Mutungen. Gehört zu den ersten Favoriten. Wird demnächst zwei Tochtergesellschaften in die Welt setzen. Sehr spekulativer Natur, innerer Wert der Shares kaum über 3 Pfd. St. Crown Reef. 120 Mutungen. Den Luxus, hierin zu spekulieren, können sich nur wenige leisten, das Vergnügen wird aber auch nicht viel länger als sechs Jahre währen. Alle günstigen Umstände in Betracht gezogen, sind die Shares mit 16‘/ 2 voll bewertet. Randfontein Gruppe. Wohl unbedingt die undankbarste und schwierigste Aufgabe, hierüber etwas Bestimmtes zu schreiben. Eine geradezu unglaubliche Keklame wird für diese Gesellschaft auf dem Kontinente, besonders in Frankreich, gemacht. Es ist deshalb eine schwierige Aufgabe für einen seriösen Finanzjournalisten, unter dem Wust von Uebertreibungen und Verstellungen die Wahrheit herauszufinden, umsomehr, als die Verwaltung selbst mit der Veröffentlichung von Daten sehr spärlich umgeht. South Kandfontein, North Kandfontein, Myn- pacht Kandfontein und Block A. Kandfontein verfügen ja allerdings über ganz ausserordentlich grosse Besitzungen, aber selbst der begeistertste Anhänger ^ der Gruppe, kann die Thatsache nicht verkennen, dass die Gesellschaft weit überkapitalisiert ist. Man will in letzter Zeit eine Ader gefunden haben, die den Wert der Gesellschaft bedeutend erhöht haben soll, jedoch soll man sich prinzipiell gegen solche 49 Gerüchte skeptisch verhalten, bis nicht die volle Wahrheit klar in Ziffern vor einem liegt. Die hinter dieser Gruppe stehende Rohinsongruppe scheint ihr ganzes Pulver schon früher, in Frankreich, verschossen zu haben, ein Umstand, -welcher grosse Kursavancen nicht aufkommen lässt. Denn in Frankreich werden grosse Pakete hiervon gehalten und die Leute sind, des langen Wartens müde, willens, ihre Shares bei der kleinsten Kursavance auf den Markt zu werfen. Auf alle Fälle glauben wir, dass, abgesehen von Randfontein selbst, welche, nebenbei gesagt, auch schon überwertet, die Shares der Tochtergesellschaften kaum von irgend welchem pekuniären Vorteil für das Publikum sein können. Schliesslich, da der Kontinent besonders ein grösseres Interesse an dieser Gruppe zu nehmen scheint, wollen wir auch mit einigen statistischen Daten dienen. Kapital der Gruppe 3,000,000 Pfd. St. Die Mutungsbewertung stellt sich für die einzelnen Valeurs, wie folgt: per Mutung Pfd. St. Block A. mit 180 noch nicht in Angriff genom. Mutungen 4300 Mynpaekt n 240 „ „ „ „ „ „ 3900 North Randf. „ 183 „ „ „ 4200 Robinson „ 136 „ „ „ „ „ 7300 South Randf. „ 181 „ » „ „ „ „ 9900 Robinson. Wird als die „Premier“ Mine des Randes bezeichnet, und das mit Recht, denn keine Gesellschaft hat ihren Aktionären bislang derartige Dividendenfreuden bereitet (beinahe 3,000,000 Pfd. St.). Noch 99 unbearbeitete Mutungen vorhanden, innerer Wert der Shares etwa 11 Pfd. St. S. Gnmpel, Goldminen. 4 50 Worcestcr. Hat in 4 Jahren wohl ausgespielt. Die Shares sind immer noch 3 l / i Pfd. St. wert, in Anbetracht einer neu erworbenen Besitzung; aber trotzdem spekulativ. Ferreira. Bei keiner anderen Mine hat man wohl so mathematisch genau die Zukunft vorausberechnen können. Hat bisher 1 435 000 Pfd. St. Dividenden ausgeschüttet. Innerer Wert der Shares mit 20 1 / 2 Pfd. St. kaum zu optimistisch angegeben. Wemmer. Verhältnisse ähneln denen der vorgenannten Mine. Innerer Wert mindestens 15 V* Pfd. St. Salisbury. Hat eine unmittelbare gute Zukunft vor sich, wird anständig verwaltet. Innerer Wert etwa 1 */ 4 Pfd. St. Leben nur 7 Jahre. Jubilee. Unmittelbare Kurschancen sind vorhanden. Alle günstigen Umstände diskontierend, schätzen wir den inneren Wert dieser Shares auf 8 Pfd. St. City & Suburbau. Gehört mit zu den interessantesten Minenunternehmen, jedoch genügend bewertet, innerer Wert dürfte etwa 0 Pfd. St. sein. Meyer & Charlton. Ein typisches, gesundes Unternehmen. Rechnen den inneren Wert auf 6 :l / 4 Pfd. St. Wolhutcr. Hat bislang den optimistischen Erwartungen noch nicht entsprochen. Immer noch sehr spekulativer Natur, auch überwertet, da der innere Wert unter obwaltenden, problematischen Verhältnissen kaum höher als 5 Pfd. St. sein dürfte. New Goch. Hat eine gute Zukunft vor sich, ist jedoch sehr problematischer Natur. Die Ansichten der Sachverständigen bezüglich der Erzbeschaffenheit gehen weit auseinander, man hofft jedoch auf 40°/ 0 Dividende bei 17jähriger Existenz und einem Betrieb von 120 Stampfen. Wert der Shares ca. 5*/ 2 Pfund Sterling. Henry Nourse. Eine vorzügliche Mine, man kann die Shares beinahe als eine Kapitalanlage betrachten. Innerer Wert der Shares ca. 10 3 / 4 Pfund Sterling. New Tleriot. Eiir diese Mine gilt dasselbe, was wir von Henry Nourse sagten. Wir betrachten diese Shares mit 8 J / 4 Pfd. St. für nicht zu hoch bewertet. Jumpers. Sehr chancenreich. Halten 5 */ 2 Pfd. St. nicht für zu viel bezahlt für dieses Valeur. Treasury. Bereits überwertet. Selbst bei optimistischster Schätzung können wir für diese Shares nicht mehr wie 0y 2 Pfd. St. herausrechnen. Geldenhuis Estates. Ein grossartiges Unternehmen, allerdings ist die voraussichtliche Dauer nicht länger als 7 Jahre, aber, selbst Amortisierung in Betracht gezogen, schätzen^ wir den Wert dieser Shares auf mindestens 8 3 / 4 Pfd. St. Simmer 1 )() Pfd. St. jährlich. Weisse Arbeiter würden etwa 25,000,000 Pfd. St. jährlich verzehren, oder 00°/ 0 mehr, als der ganze Wert der 98 er Ausbeute. Von Interesse wird es sein, zu erwähnen, dass auf dem grössten Minenbetriebe der Welt, der Homestake Mine in Süd- Dakota, avo Erze A'erarbeitet Averden, av eiche an Arbeitskraft ebensoviel Energie benötigen, Avie die Handln ine.s , nur Aveisse Arbeiter zu sehr hohen Löhnen beschäftigt Averden und doch ein jährliches Verdienst von ca. 200,000 Pfund herausgeholt Avird. Ein durchschnittlicher GreAvinn von 10/— pro Tonne. Aehnlich verhält es sich mit der Alaska TreadAvell Mine. Ein Aveisser Arbeiter kostet ani Hände durchschnittlich 350 Pfd. St. per Jahr und bedarf für seinen Lebensunterhalt mit Weib und drei Kindern mindestens 24 Pfd. St. per Monat. Wenn Aveisse Arbeiter als Substitut für sclnvarze S. Gumpel, Goldmineu. 5 genommen werden sollen, würden die durchschnittlichen Betriebskosten pro Tonne sich um über zehn Schillinge höher stellen als früher und demnach würden wohl über die Hälfte der bestehenden oder zu errichtenden Minenunternehmungen ohne jeden Nutzen zu arbeiten haben und die Dividendenraten der erstklassigen Gesellschaften würden sich um 40 —f)ü°/ 0 vermindern. Augenblicklich sind von den 6000 am Rande aufgestellten Stampfen nur etwa 2600 im Betrieb. Um die ruhenden Stampfen auch wieder in Betrieb zu setzen, bedarf es mindestens 120,000 eingeborener Arbeiter. Das uns zu Gesicht gekommene Programm der Vergrösserung des Minenbetriebs spricht von 16,000 Stampfen, wofür verhältnisgemäss nicht weniger als 320,000 Neger erforderlich sein würden. Tn S.-A. giebt es ca. 4,000,000 Schwarze, in Mozambique weitere 2,000,000. Man ist im Irrt-ume, zu glauben, dass vor dem Kriege eine Arbeiternot nicht existierte. Die Frage war dieselbe wie heute, nur wurden diesbezügliche Nachrichten in der Presse mit Geld und guten Wollten immer wieder unterdrückt. Die Eingeborenen stehen in einem Verhältnisse von 12 : 1 zu den Weissen, und welche Lösung auch immer erreicht werden mag, sie wird nicht allein die Neger Südafrikas berühren, sondern auch von unberechenbarem Einfluss auf die Zukunft aller Eingeborenen Zentralafrikas sein, mit denen man binnen kurzem durch die Kairo-Kap-Eisenbahn in Berührung kommen wird. Dass die stolzen Söhne Albions den schwarzen Arbeitern gegenüber mit Bezug auf die Lohnfrage 67 kapitulieren mussten, ist ja auch eine Blamage, welche nur derjenige wegzureden versuchen wird, der von geschäftlichen Dingen nichts versteht oder nichts verstehen will. Die Löhne bleiben vorläufig dieselben wie vor dem Kriege, und alle diese für Marktmanöver angekündigten Verbilligungen der Betriebsunkosten sind wieder einmal ins Wasser gefallen. Die Ernennung einer lloyal-Kommission (königliche Kommission) zwecks Besprechung des gewaltigen Arbeiterproblems, heisst auf gut Deutsch eine Hinausziehung irgendwelcher endgültiger Entschlüsse auf mindestens ein Jahr. Die Neger haben bislang auf der ganzen Linie, vom rein sozial-ökonomischen Standpunkte aus, gesiegt, und alle Millionen der Magnaten werden die „Hammer und Ambos“-Politik derselben vor der Hand nicht unterbrechen können. Derjenige, welcher von Afrika und seiner farbigen Bevölkerung etwas versteht, wird wissen, welche tief einschneidende Wirkung eine solche Konzession seitens der AVeissen den Schwarzen gegenüber in ganz Afrika ausüben wird. Auch die in der Presse so oft ventilierte Präge der Löhne wird von der grossen Masse des Publikums falsch ausgelegt. Selbst wenn man den Käftern von Anfang an das Doppelte geboten hätte, Avürde er nicht eine Stunde früher zur Arbeit veranlasst worden sein. Alle die angegebenen Gründe, nämlich, dass die Schwarzen immer noch zu viel Geld vom Kriegsdienste übrig haben, dass selbe immer noch den Krieg und seine Folgen fürchten etc., können nicht für lange stichhaltig sein. AVir vermuten, dass die wirkliche Ursache in gewissen politischen Intri- 68 guen zu suchen ist, jedoch wird, wenn diese Zeilen im Drucke erscheinen, wohl schon etwas mehr Licht über die Angelegenheit geworfen sein. Unsere Meinung ist und bleibt, dass, was immer die Gründe auch sein mögen, noch für lange Zeit hinaus der Zufluss au Arbeitern der Nachfrage nicht genügen wird. Sehr optimistisch würde es jedenfalls sein, anzunehmen, dass in einem Jahre der Betrieb wieder derselbe sein würde, wie vor dem Kriege. Es ist doch gut, dass die zivilisierte Welt infolge der sich fortwährend überstürzenden Sensationsnachrichten ein sehr schlechtes Gedächtnis für Geschehenes besitzt, sonst würde den Prophezeiungen so mancher „Sachverständigen“ oft ein ganz unsterbliches Gelächter folgen, so oft sie nicht einträfen. So erklärte der derzeitige Präsident der Minenkammer, Bouliot, in Johannesburg im vergangenen Jahre, dass Ende des Jahres (1902), ja vielleicht schon im Oktober, alle Stampfen wieder in vollem Schwünge arbeiten würden. Die Arbeiterfrage bleibt aber immer noch, trotz Bouliot, die Hauptfrage des Bandes. Das Gold ist vorhanden, aber es wird nur dann der Mutter Erde entrissen werden können, wenn die Arbeiter, weiss oder schwarz, ebenfalls in genügender Menge vorhanden sind. Das Fiasko in der Koffyfontein mit indischen Arbeitern, welche sich als physisch nicht stark genug auswiesen, sollte doch selbst dem grössten Anhänger für „gelbe Arbeit“ Stoff zum Nachdenken geben. Man raunt sich in gewissen Kreisen schon zu, dass es mit Chinesen nicht weit, besser sein würde, denn man darf nicht vergessen, dass im Vergleiche zu den west- australischen .Minenarbeiten,, wo doch Chinesen das 69 Hauptkontingent der Arbeiter stellen, die am .Ramie von der menschlichen Maschine erforderliche physische Energie ca. 50°/ 0 mehr Ansprüche stellt. Wenn man in ernst zu nehmenden Organen liest, dass den Kaffern nolens volensnichts weiter übrig bleiben wird, als entweder zu arbeiten oder zu verhungern, so kann man dies wohl als nichts anderes wie blöde. Auslassungen seitens derjenigen Klasse von Journalisten bezeichnen, -welche sich vom collcgium logicum noch niemals etwas haben träumen lassen. Sind denn die Ivalfern nur zur Herrlichkeit der Minenindustrie geboren? Hat man vergessen, dass eine solche überhaupt erst seit 10 Jahren in grossem Stile existiert, und von den 6 Millionen Negern wohl kaum mehr als 2°/ 0 dort, beschäftigt waren? Haben die Engländer schon die Kaffernkriege vergessen? Man vergesse nur nicht die Goetho’schen Worte: „Gott giebt. zwar den Acker, aber nicht den Pflug!“ Es wird vielleicht viele Leser interessieren, dass gerade im Gegensatz zu den Zeitungsmeldungen die Verteilung der Arbeiter an die verschiedenen Minen- unternehmungen doch nicht so gleiebmilssig und unparteiisch von statten geht, sondern auch wie alle anderen Dinge Marktmanövern entsprechend eingerichtet wird. So liest man, dass es dem Coronation Syndicate gelungen sei, 250 Kaffern für ihre Arbeiten aufzutreiben, aber vielen Mineminternelmiungen ist es immer noch unmöglich, für Geld und gute Worte Arbeitsmaterial zu schaffen. So lang ein derartiger Zustand andauert, kann inan es dem Publikum wohl kaum verdenken, dass es noch kein grosses Vertrauen für die unmittelbare Zukunft der Minen an den Tag legen wird. 70 Wir hoffen, dass wir in einer zweiten Auflage dem Publikum schon bestimmtere Aufschlüsse geben können. Auch der „Steuerschraube“ müssen wir, so unsympathisch uns auch das Thema berührt, Erwähnung thun, Die Besteuerung der Transvaalminenindustrie, die mit 10 °/ 0 vom Beingewinn vorgesehen ist, können wir am besten durch ein Beispiel demonstrieren. Im Jahre 1898, dem letzten Jahre, in welchem die Minen unter normalen Verhältnissen arbeiteten, wurden 15,141,070 Pfd. St. Gold gefördert und hiervon 4,834,150 Pfd. St. an Dividenden verteilt. Nehmen wir nun einmal die 0 Gesellschaften, welche die grössten Dividenden verteilt haben: Pfd. St.-Divid. Steuer zu 10°/ ( Robinson .... 44,000 Geldenhuis Estates . . 295,000 29,500 Crown Reef . . . 28,800 Ferreira .... 27,000 Geldenhuis Deep . . . 225,000 22,500 Villag-e Main Reef . . 210,000 21,000 liier haben wir also schon 172 800 Pfd. St., welche von diesen 0 Minen an Steuern gezahlt worden wären, wenn damals schon eine direkte Steuer bestanden hätte. Die neue Besteuerung wird die erste Mine des Bandes, die Bobinson, verhältnismässig mehr als die anderen in Mitleidenschaft ziehen, denn sie würde im Jahre 1898 44 000 Pfd. Sterling dem Staate abgegeben haben. Aber was hat nun diese Mine in Wirklichkeit gezahlt? Die Antwort findet man im 1898er Jahresberichte, worin der Bein- 71 gewinn des Jahres mit 442 821 Pfd. St. angegeben wird. Hiervon wurden der Regierung 1084 Pfd. St. für Miete, Taxen ui;d Lizenzen bezahlt, also ungefähr 0,0003°/ o der Aktien oder 0,002°/ 0 des Kassagewinns. Wir sind der Ansicht, dass die 10 °/ 0 Einkommensteuer den Minen nicht sehr erschwerend sein würde, glauben aber, dass die technische Aufmachung dieser 10 °/ 0 Einkommensteuer vom Reingewinne zu gewissen Komplikationen führen wird. Es ist uns noch nicht vergönnt gewesen, den Gesetzentwurf zu sehen, wir hoffen aber, in einer späteren Auflage genauest unterrichtet zu sein. Das Publikum hat wohl viel über den Wert des sogen. Bewaarplaatsen-Bergrechts gehört, und wenn auch Land- und Sachkundigen diese Frage keineswegs als.eine komplizierte erscheint, wollen wir doch einige Bemerkungen zur Erklärung dieser hochwichtigen fiskalischen Angelegenheit — soweit selbe die Goldminenindustrie am Rande betrifft — hier wiedergeben. Als man im Jahre 1885 die Goldfelder entdeckte, beschränkte man sich nur auf Ausbiss (Outcrop)- Rechte (Mutungen), und kein Mensch, geblendet durch dasjenige, was er für den Moment nur begreifen und fassen konnte, dachte an Deep Level-Mutungen (Tief- Minenrechte), was ja an und für sich schon begreiflich erscheint. Nun wurden für Errichtung von Minenanlagen im grossen Stile, Bauplätze für Maschinenanlagen, Ablagerungsplätze, Wasserreservoirs und dergl. grosse Bauplätze abgesteckt, welche man „Bewaarplaatsen“ bezeichnete. Aber darunter sind 72 nur die Wechte auf der Oberfläche verstanden. Hätten nun die ersten Bewerber um Minenrechte statt Be- waarplaatsen-Rechte auch die ^Ybbaurechte mit erworben, so würde dieses Problem heute gar nicht existieren; aber, wie schon erwähnt, man ahnte nicht, dass die Adern — Goldlager — nach der Tiefe derartig im Werte zunähmen. Ueber den Wert dieser Bewaarplaatsen-Rechte ist viel Tinte und Druckerschwärze verschwendet worden. Die Zahlen variieren nicht weniger als zwischen 75 bis 40 Millionen Pfund Sterling, und von sachverständiger Seite erklärte man uns, dass 10 Millionen Pfd. St. vielleicht auch genügen würde. Man wird wohl demnächst daran gehen, den wirklichen Wert dieser Rechte abschätzen zu lassen; aber wir wollen nur noch darauf hinweisen, dass die Gesellschaften, die bereits die Oberflächenrechte inne haben, sich mehr oder weniger über diese zu erwerbenden Bewaarplaatsen-Rechte in sehr optimistischer Weise ausgelassen haben, trotzdem es doch mehr als wahrscheinlich ist, dass die Regierung als ein quid pro quo für Beilegung der Anleihen-Angelegenheit den grossen Häusern keineswegs diese Rechte „in den Schoss fallen lassen wird“, und wer eben auf alle diese sanguinischen, optimistischen Prophezeiungen hin rechnet, wird bald Gelegenheit haben, herauszu- tinden, dass er die „Rechnung ohne den Wirt gemacht hat“, d. h. in diesem Falle ohne die Regierung. Wir geben nur eine kleine Blutenlese sogen. Rubbish (Wild cat Shares) — künstlich gezüchtete südafrikanische Shares —, welche, teils weit überwertet, teils Ron valeurs, nur so lange ein Schein- 73 Dasein fristen werden, bis die Kunst oder Leistungsfähigkeit der Wirepullers erschöpft sein wird. Wer sicli bei Anpreisung dieser Shares eingehend nach der Familiengeschichte — soweit man überhaupt von einer solchen reden kann — erkundigt, wird dies zu bereuen wohl kaum Ursache haben. Africander Gold. African Consol. Land. African Trust Consol. African Mities Invest. Co. Alexandra Estates. Alpha Rand. Ansten Gwelo. Anglo Dutdi Explor. Anglo Transvaal Land and Explor. Alice Proprietary, Balkis Land. Bechuanaland and Trading. Beils Transvaal. British Transvaal Mines. Buffelsdoorn Consolidated, do. New. Buluwayo Est. and Trust. Boschock Proprietary. Central Nigel Deep. Charters Exploration. Charterland North. Clarks Consolidated. Colenhranders. Confidence Reef. Coetzestrooms. Consol. Bellingwe. Daggafontein Prospecting. Dunraven. Dr. Charles Peters Exploration. Elandsdrift Diamond Estates. East Rand Extension. Federated Mincs of Rhodesin. Filabusi and Insiza Developt. Geduld Deep. Gladys Proprietary. Golden Valley. Graskop. Great de Kaap. Harmony Proprietary. Heidelberg Estates. Horsham Monitor. Houtponrt. Hex River Exploration. Kaffir Consols. Klerksdorp Diamds. Lisbon Berlyn. Leydsdorp Gold. Lydenburg Estate. Lydenburg Gold. Mashonaland Consol. Matabele Proprietary. Matabele Shebn. Middlevlei. Monastery. Moodies. New Afrikander Gold. New Lydenburg. New Rand Southern. Nigel Main Reef. 74 Northern Transvaal Land. Spitzkop. Uceana Minerals. St. Augustines Diamonds. Ottos Kopjes. Sterkfontein Estates. Pardys Mozambique. Sub Nigel. Potchefstroom. Surprise Gold. Prospectors of Matabeleland. Southerland Reefs. Randfontein Extension. Tati Blue Jacket. Randt Reefs. Tati Monarch. Rand Roodepoorts. Taylors Matabele Goldfields. Rhodesia Concessions. Thistle Consolidated. Rhodesian Gold Trust. Transvaal Explor. Land and Rhodesian Mining Finance. Minerals. Roosderands. Transvaal Lands. Rosemont (Lyd.). United African Lands. Sabiwa Central. United Excelsior. Sabiwa Proprietary. United Exploration. Salisbury Building and Estates. United Joy. Salisbury and Dist. Merchants. United Rhodesia. Salisbury Reefs. Victory Lydenburg. Sheba North. Viking Syndicate. Sheba Queen. Vincents Rhodesia. Sheba Royal. AVanderer. Simmers Gold Mines. AVaterfall Estate. Somerset Matabele Develt. AVest Rand Proprietary. South African Finance Corpor. AVhites Consolidated. South Afric. Mining Syndicate. AATtkopye. South Rhodesia Goldfields. Zoutpansberg Mines Dev. Lynd. Dies ist ja „leider“ nur ein kleiner Teil der Kollektion. Eine regelmässige Veröffentlichung eines „index expurgatorius“ in einem verbreiteten Blatte von seriöser, unparteiischer und verantwortlicher Seite würde aber von nicht zu unterschätzendem Vorteile für alle diejenigen sein, Avelche von, mit oder durch Minenspekulation nicht allein Geld verdienen, sondern auch vor Verlust geschützt sein wollen, und wenn die leitenden deutschen Finanzkreise dieser An- 75 regung zum Schutze des deutschen Kapitals Aufmerksamkeit entgegenbrächten, so dürfte dies vielleicht von weit praktischerem Nutzen für das spekulierende Publikum sein, als die gesamten Ergebnisse des jüngst in Frankfurt a. M. stattgehabten Bankiertages. C. Westaustralische Minen. Sollen wir eine Jeremiade anstimmen oder sollen wir den in den westaustralischen Minenunternehmen so schwer heimgesuchten Spekulanten Trost spenden? — Eine sehr undankbare Aufgabe steht uns bevor: Wie mancher unserer Leser wird ausrufen: „Ja, nach den Ereignissen kann man leicht klug reden.“ Ist dem aber wirklich so, hat das Publikum denn wirklich aus den Geschehnissen gelernt? Seit dem Beginn der westaustralischen Minenskandale hat der Huf der Londoner Börse, der Börse aller Börsen, schwer gelitten. Das Wort Börsenschwindel ist aber auch mit dem Worte „Westaustralien“ so eng verknüpft, dass es einem geschickten Journalisten ein Leichtes sein würde, durch eine Beschreibung der westaustralischen Minen dem Leser auch zugleich alle Lust zu nehmen, jemals überhaupt wieder mit der Londoner Börse zu arbeiten. Es bedarf eben aller taktischen Zurückhaltung, um ohne Leidenschaft unseren Lesern an der Hand der That- sachen ein klares Bild in nicht zu grauen Farben aufzurollen. Jedoch bemerken wir von vornherein, dass wir in nachstehendem nicht die Geschichte der Entwickelung und der Skandale der westaustralischen Minen geben wollen, sondern die einzelnen Minen nur mit wenigen erklärenden Fingerzeigen zu versehen, 76 von (lenen der Leser auch wirklich praktischen Nutzen haben wird. Im allgemeinen wollen wir nur erst sagen, dass wir einem Ankäufe von Australiern überhaupt nicht das Wort reden, obgleich es ja auch ganz brilliante Minen in Australien gibt. Aber gerade in ihrer schönsten Blütezeit soll sich der Spekulant am meisten in acht nehmen, denn bei den westaustralischen Minen trifft immer gerade dann das Schlimmste ein, wenn man es am wenigsten erwartet. Demzufolge ist es auch eine ständige Erscheinung, dass, je besser die technische Entwickelung einer australischen Mine zu werden scheint, um so erratischer wird der betreffende Aktienmarkt in London. Das Publikum will eben mit Gewalt nicht mehr auf eine günstige Nachricht reagieren, es ist schon zu oft hereingefallen. Jeder Spekulant in westaustralischen Werten ist bestrebt, unter jeden Umständen aus der Misere herauszukommen. Der Markt ist wohl zu 80 % in den Händen der Insider, d. h. der professionellen Spekulanten, schon deshalb muss es jedem klar sein, dass das grosse Publikum den kürzeren ziehen muss. Wie gesagt, alle westaustralischen Minen sind nicht schlecht, aber „wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er selbst die Wahrheit spricht“. Dreiviertel des Fluches ist wohl auf die gewissenlosen Häupter der Londoner westaustralischen Gesellschaften auszuschütten, die Apathie der Aktionäre hat es den Herren recht leicht gemacht, ihr einträgliches Spiel derartig leicht und ungestraft zu treiben. Aber, ob es nun ein unbewachter Bäcker- oder Juwelenladen ist, oder ob es eine Minenverwaltung ist, sobald die Schätze un- bewacht und ohne Kontrolle liegen, wird nach Herzenslust gestohlen. An anderer Stelle werden wir uns über dieses Thema noch des näheren auslassen. Wie ein Alp drückt immer noch die Chroniquc scandaleuse der Whitaker Wrigth’schen Gründungen auf die Gemüter der professionellen Spekulanten in London. Alle bisherigen Petitionen, Agitationen und dergl. für eine strafrechtliche Verfolgung sind erfolglos geblieben. Man will wissen, dass der Grund hierfür in der event. Kompromittierung hoher Aristokraten, welche Whitaker Wright als Strolnnänner- Direktoren benutzte, liegt: ein anderes Gerücht, das in der City umging, ist kürzlich im Parlament als unwahr zurückgewiesen worden. Auf alle Fälle wird an eine wirkliche Wiederherstellung des spekulativen Vertrauens in Westaustralien nicht eher zu denken sein, bis das letzte Wort hierin nicht gesprochen ist. Die öffentliche Meinung in England ist ein Faktor, der entweder, wie ein Schneeball zu einer Lawine sich entwickelnd, jede Opposition erdrückt, oder aber durch eine künstliche Hinausziehung „tempus edax rerum“ den Schnee zum Schmelzen bringt! Der Felsen des Privilegiums ist aber, wie uns die Geschichte auch lehrt, gerade in England nicht uneinnehmbar, und kann durch einen geringen Anstoss seitens der öffentlichen Meinung gestürmt werden. Ein solcher Umstand würde auf mindestens ein Jahr hinaus die spekulative Thätigkeit auf diesem Gebiete recht lähmen. Der englische Spekulant, welcher einmal betrogen, vergisst wohl, aber vergiebt niemals, bis der Fall auf die eine oder andere Weise gesühnt ist. Whitaker Wright war geradezu ein Strousberg 78 in seinem Fache und seine Umsätze in einer so kurzen Zeit konnte bislang niemand erreichen. Vom 1. September 1894 bis 1. Dezember 1900 gründete derselbe nicht weniger als 40 Gesellschaften mit einem Kapitale von 20 068 250 Pfd. St. und nur eine hohe Säule zeugt von verschwundener Pracht, die Ivanhoe Gold Corporation, welche mit 1 000 000 Pfd. St. gegründet wurde und heute 1 700 000 Pfd. St. repräsentiert. Ferner noch Lake View Consols, die beiden Le Rois, die Nickel Corporation und Lodden Valley Gold Fields, zusammen 4 075 OOOPfd. St. Demnach sind also durch die Whitakcr Wright’schen Gründungen aus der Tasche des Publikums 14 300 000 Pfd. St. heraus gezogen worden, vom nationalökonomischen Standpunkte aus aber wohl fast das fünffache dieses Betrages, denn wir haben die Gründungen nur zum Nominalwerte der Aktien angenommen, während doch beinahe alle diese Shares weit über pari hinauf manövriert worden sind, z. B. Lake Views auf 28 1 / 2 Pfd. St. per Aktie, Ivanhoe auf 18y 2 und die beiden Le Rois auf über 9 Pfd. St. Man könnte sich also den Verlust einer Milliarde Mark herausrechnen. Dagegen sind doch die deutschen Bank- und Treberschwindeleien noch das reine Kinderspiel. Man kann sich aus den obigen Daten eine ungefähre Vorstellung machen, welche Wunden durch die Börsenjobbern dem englischen und kontinentalen Kapitalistenpublikum geschlagen worden sind, und deshalb wird es von unmittelbarer Bedeutung für die westaustralische Minenspekulation sein, ob eine strafrechtliche Verfolgung gegen Whitaker Wright eingeleitet wird oder nicht. „Es rast der See und will sein Opfer 79 haben“ und es würde mehr Avie Avunderbar sein, Avenn diese jetzigen Strömungen der öffentlichen Meinung im Sande verlaufen würden. Trotz all den Enttäuschungen hat aber die Avest- australische Goldminenindustrie noch nicht ausgespielt, im Gegenteil, die Ausbeuten werden sich Aveiterhin aufbessern und diese Generation Avird noch nicht den Tag erleben, wo die australische Goldproduktion aufhören Avird. Yon Jahr zu Jahr Avird man tiefer in das Land eindringen und neue Wunderentdeckungen machen. Jedoch die Avunderbarsten Entdeckungen, Avelche man in Westaustralien machte, glichen nur zu oft Meteoren, die für kurze Zeit mit ihrem Glanze die gesamte Erde mit magischem, blendendem Lichte übergossen, um dann nur zu bald zu zerplatzen und die Menschenkinder, die Audi Staunen und Vertrauen zu ihnen aufgeblickt hatten, in trostloser Dunkelheit zu lassen. Um nun dem Leser kurz die fundamentalen Unterschiede zwischen der westaustralischen und südafrikanischen Goldminenindustrie vor Augen zu führen, genüge nachstehendes Beispiel: Eine Unze Gold A r on Kalgoorlie entspricht etwa einer halben Unze am llande: Während des Monats August hat die Associated Gold Mines of W. A. aus 5020 Tonnen Erz 4538 Unzen Gold, ohne jeden Reingewinn erzielt, also beinahe eine Unze pro Tonne. Die Ferreira Mine dagegen gewann aus 6935 Tonnen Erz 4154 Unzen Gold, also ca. 11 dAvts. pro Tonne mit einem Keingewinn von nicht Aveniger als 9500 Bfd. St. Die folgende Aufstellung erzählt in weit deutlicher Form diese Geschichte: 80 Käme 11 Dividenden der Gesellschaft: 1902. 1901. Associated Gold . . . _ _ „ Northern Block 5'— 5,'— ('osmopolitans .... Golden Ilurseshoes . . /6 — 18/— 23/— Houldcr Perscveranee . 40/— 10/— „ Proprietarv . . 2/- 2/6 Gl. Fingall C'onsols . . 19/— 10/— Ilannans Brownhill ( 2/- 5/- „ Oroya t Ivanhoe . 13/— 9/6 Sons of Gwalia . . . - 2/- Kalgurli. 5/— 2/6 Kurse höchster * 7 /,„ 37, 36/3 11 “/, 137,0 *7„ *97,o 3 '/, 1*13/ / 10 37, *7,o 4 1 ' 37b 47b 38/3 137, 107,o 27/6 U ’A W.. *'7,0 W/b 47, 5 7b Kurse niedrigster 1 *7 4 15/6 17, 87,o 17/9 * 0 '/ J / 10 2 2 1 /,c 67, > 1 / '10 013/ ^ / IG 17, l 7 /, 19/6 87 , 57, 17/3 57, 3/4 6 2 3 /4 Gesellschaften 1898 1899 1900 1901 1902 Unzen Unzen Unzen Unzen Unzen Associated Gold Gold Gold Gold Gold Gold Alines. Bellevue Proprie- 44 877 118 892 34 300 31 524 56 99!) tary ....... Burbanks Birth- 7 344 3 696 8 601 11250 16 252 day Gift .... Cosmopolitan Pro- 16 931 17 874 19 357 19 434 29 694 prietary .... 187 9 003 14 267 22 711 50 237 Golden Horseshoe Gt. Boulder Alain 30 416 103 690 130 639 184 817 190 123 Reef. Gt. Boulder Per- 15 158 12 686 22 662 26 719 20 592 severance . . . Gt. Boulder Pro- 17 651 50 703 45 196 134 341 193 383 prietary .... Great Fingall (Jon- 87 388 83 927 116 205 152 174 166 915 sols. 6 045 3 596 8 110 67 017 124 294 Ida H. — — — 2 227 13 132 Ivanhoe GoldCorp 52 925 103 997 107 064 108 856 142 242 KalgurliGoklMine — — 15 602 18 723 36 187 Lady Sheuton . . 21 502 23 532 20 024 17 056 16 824 LakeView Consols 111 276 248 980 89 603 156 165 80 532 Orova Brownbill . 57 282 92 368 86 581 51 880 88 403 PeakHillGoldticld 15 558 31 478 20 977 20 638 33 623 Sons of Gwalia . 17 038 20 032 53 673 68 488 64 033 South Kalgurli. . AVestraliaAIt.AIor- — — 11 364 18 836 31 135 gfans. White Feather 2 077 15 443 24 409 37 327 56 121 Alain Rf. . . . * Geteilte Shares 9 805 , auf 10 sh 11 773 10 612 14429 14 429 — 81 — und die der verteilten Dividenden in den letzten drei Jahren wie folgt: 1000 1901 1902 Vert. Divid. Vert. Divid. Vert. Divid. Gesellschaften % Summe in 0 Summe in Summe °/o in 1 Pfd. St. Pfd. St. Pfd. St. Associated Northern % Blocks . — — 25 87 500 25 ' 87 500 Burhanks Birthday Gift. 5 9 000 127.i 22600 Cosmopolitan Prop. 27. 10 000 — — 27., 10 000 Golden Horseshoe . 15 225 000 23 345 000 18 1270 000 GreatBoulderPersev. — — 50 87 500 200 : 350 000 Great Boulder Prop. 100 175 000 125 218 750 100 175 000 Gt. Fingall Cons. Old. — — 50 62 500 25 31 250 Gt.FingallCons.New. — — — — 90 ‘ 112 500 Ida H. — — — — 25 1 13 500 Ivanhoe Gold Corp 15 150 000 97« 95 000 13 ' 130 000 Kalgurli Gold Mines _ — — 25 30 000 Lady Shenton.... 27 , 4 000 7 1 /, 12 000 5 8 000 Oroya Brownhill . . 75 107 250 25 37 000 10 45 000 Queensland Menzies 10 3 300 30 9 900 40 ■ 13 200 Westralia Nit. MOrgans Old. 30 31 500 40 44 000 30 ' 34 350 Westralia Mt. Mor- gans New. 25 . 28 624 White FeatherM.Rf. 7'/, 12 000 77» 12 000 5 8 000 Ferner wird es interessieren, die Entwickelung und Fortschritte der westaustralischen Cxoldminen- industrie vom Dividenden-Standpunkte zu verfolgen, und stellen sich die dieshezttgl. Daten wie folgt: Es wurden an Dividenden verteilt in den Jaliren: 1894 72 000 Pfd. St. Zunahme um — Pfd. St. 1895 72 666 „ n ft 11 666 ft u 1896 147 526 „ ft ft n 74 860 ft ft 1897 475 150 „ ft ft 327 624 ft ft 1898 770 829 „ « ft n 295 679 ft ft 1899 2 168 556 „ n ft ft 1 397 727 ft n S. Gnmpel, Goldminen. 6 82 Es wurden an Dividenden verteilt in den Jahren: 1!)00 10(14 810 l’fd. »St. Abnahme um 1 104 240 l’fd. »St. 1901 1 184 285 „ „ Zunahme „ 119 975 „ „ 1902 1 869 424 „ „ ,. „ 185 189 „ „ Warum erfreuen sich nun die südafrikanischen Minen eines so guten Rufes? — Weil sie volle und aufrichtige Berichte zur rechten Zeit herausgehen, die den Aktionär über die »eventuellen Gewinne, zu zahlende Dividenden und alle Details auf das Genaueste unterrichten. Den australischen Minenverwaltungen können wir nur auf das Angelegentlichste empfehlen, dieses Beispiel, zum Nutzen der Industrie sowohl, wie der Aktionäre nachzualunen. Dann werden sicherlich alle Skandale, die gewissenlosesten der Börsenmanöver und falsche Gerüchte vermieden werden. Aber, es liegt ja kaum im Interesse der Verwaltungen und ihrer Taschen, nach dieser Richtung hin zu reformieren. Wann werden nun die Westaustralier wieder endgültig auf leben? Wir erinnern daran, dass, als Bergrath Schmeisser im Jahre 18D2 nach Südafrika geschickt wurde, die Dinge am Rand etwa ebenso aussahen, wie heute in Westaustralien. Deshalb geht unser Vorschlag dahin: Die Aktionäre der grössten Gesellschaften sollten sich zu- zusammenthun, und einen Mann ernennen, der, ohne mit den einzelnen Verwaltungen auch nur das Geringste zu thun zu haben, für dieses Aktionärkomite nach Austra lien gehen sollte, und in Begleitung einiger unabhängiger Aktionäre, eine inspizierende Rundreise machen. 83 Ob die jezt wieder eingetretene Wiederbelebung auf diesem Gebiete nur als eine sporadische Erscheinung zu betrachten ist, oder von anhaltender Bedeutung sein wird, das ist eine Frage, worüber sich die Gelehrten erst dann einig sein werden, wenn die schwachen, schwer geprüften Kontinental-Aktio- närc ihre Bestände realisiert haben werden. So schreibt das bekannte englische Organ, der Statist, dass diese gesündere Gestaltung des Marktes auf lange Zeit hinaus das spekulierende Publikum erfreuen wird. Wir sind dagegen der Ansicht, dass in dem Moment, wo der südafrikanische Markt sich wirklich beleben wird, die grossen wie die kleinen Spekulanten den Westaustralischen Spielball wegwerfen und den weit glänzenderen südafrikanischen aufnehmen werden. Eine ähnliche Theorie hat sich mehrere Male schon als richtig ausgewiesen. Der Hannans Belt, die goldene Meile Kalgoorlie’s, enthält, wie unsere Leser wohl wissen, viele der wundervollsten und reichsten Minen der Welt. Die vier besten dürften wohl Great Boulder, Boulder Perseverance, Ivanhoc und Golden Horseshoe sein. Wenn wir nicht irren, begann man Ende 1899 oder Anfang 1900 damit, die schon vorhin erwähnten Marktmanipulationen zu inszenieren, und gerade diese so wunderbar reichen Minen waren ein reines Eldorado dafür. Der erratische Charakter der Adern war für einen „Rauhbau“ wie geschaffen. Zu jener Zeit musste es den Eingeweihten längst bekannt sein, dass die Adern von Minen, wie Lake Yiews, Associated und Kalgoorli sich in der Tiefe nicht so glänzend ausweisen würden, wie berichtet wurde. Die Shares 84 wurden aber damals in die Höhe manipuliert und dann, nachdem der Coup gelungen, wurde die Hiobspost von der getäuschten Erwartung den Aktionären in kurzer und geschäftsmässiger Art unterbreitet. Iran hat nun in jüngster Zeit ein sog. „Council of Westaustralien Mines“, d. i. eine Vereinigung der ersten Minenverwaltungen ins Leben gerufen. Ueber grosse Redensarten wird es aber auch hierbei kaum herauskommen, denn: Eine Krähe hackt der anderen die Augen nicht aus. Ja, wenn sich die Aktionäre der verschiedenen Gesellschaften untereinander zu einem Schutz- und Trutzbündnis zusammenschliessen würden, dann könnte wirklich etwas erreicht werden. Werden sich die hart geprüften Aktionäre denn nicht endlich aus dem Marasmus herauszureissen suchen? Sie sollten doch nachgerade einsehen gelernt haben, dass der Berg nicht zu ihnen kommt; gut, — dann müssen sie eben zum Berge gehen. Die Fertigstellung der neuen Wasserleitung nach dem Coolgardie wird natürlich bedeutende Betriebserleichterungen herbeiführen. Die leitenden Hannans Gold-Minengesellschaften haben bislang 25 sh. ja sogar 40 sh. pro 1000 Gallonen für ihre Dampfkesselspeisung zahlen müssen, während für Verpochung und metallurgische Zwecke Salzwasser zu nur ungefähr 5 sh. pro 1000 Gallonen genügte. Es ist unmöglich, mit ziemlicher Genauigkeit die unmittelbaren Vorteile auszurechnen, aber man kann sich doch einen Begriff von der ungeheuren Bedeutung dieser wirtschaftlichen Reform machen, wenn man in Betracht zieht, dass die KalgoorlieMinen allein täglich 770 OOOGallonen zu 6 sh. von jetzt ab konsumieren w r erden, also für un- 85 gefähr 85 000 Pfd. St.jährlich, wodurch eine Ersparnis von nicht weniger als ungefähr 250000 Pfd. St jährlich herbeigeführt wird. Damit nun die Aktionäre, welche in den in Präge kommenden Minengesellschaften interessiert sind, sich die hierdurch entstehenden Vorteile ausrechnen können, gehen wir hiermit eine Aufstellung des ungefähren täglichen Wasserkonsums in Gallonen: Gesellschaft Gallonen Associated Gold Mines . . . . 50 000 Associated Northern Blocks . . . 38 000 Golden Horseshoe Estates . . . 125 000 Great Boulder Main Reef . . . 23 000 Great Boulder Perseveranee . . . 70 000 Great Boulder Proprietary . . . 70 000 Hainault Gold Mine .... . 15 000 Hannan’s Proprietary . . . . . 15 000 Hannan’s Star. . 15 000 Ivankoe . . 80 000 Kalguli Gold Mine. . 38 000 Lake View Consols. . 85 000 Oroya Brownhill. . 58 000 South Kalgurli ...... . 30 000 Haunan’s North. . 15 000 Andere Minen. . 53 000 Ungefähr täglicher Verbrauch 774 000 Jedoch müssen wir hierzu bemerken, dass ohne weiteres die bestehenden grossartigen Kondensierungsanlagen der Kalgoorlie Minen nicht eingestellt werden, so dass es demnach noch zweifelhaft ist, oh obenerwähnte Ersparnisziffern in der Praxis auch wirklich durchgeführt werden. Wie es bei ähnlichen Fällen üblich ist, multipliziert man eben auch mit ver- 80 schiedenen Nullen, so teilt man uns mit, dass auf Pferdekraftbasis nur ca. 75 000 Pfd. St. jährlich herausgerechnet werden können. Wir hoffen in einer späteren Auflage uns über dieses wichtige Thema etwas bestimmter auslassen zu können. Dass nun diese unmittelbaren Vorteile für die Industrie selbst schon seit Monaten für die Haussiers im wahren Sinne des Wortes „Wasser auf die Mühle“ bedeuten und auch schon längst nach den Klauseln des Börsenkatechismus im Kurse ziim Ausdrucke gebracht wurden, versteht sich von selbst und erinnern wir nur noch an die Lutherschen Worte: „Wasser allein thuts freilich nicht.“ Girat Boidder ist wohl als das grossartigste Unternehmen zu bezeichnen. ' Verwaltung vorzüglich. Leser, welche sich für grosse Zahlen, auch auf dem Papier interessieren, empfehlen wir folgenden Rekord der Mine durchzulesen: Gewonnenes Gold in Unzen Wert Pfd. St. Dividenden p. A. 1895 26 663 90 654 40 "/ o 1896 55 949 223 705 100 „ u. 100 °/ 0 Aktien 1897 83 292 336 843 155% 1898 84 401 344123 100 „ 1899 76 114 333 540 100 „ 1900 116 495 430 881 100 „ 1901 152 174 563 045 75 „ 1902 166 915 580 000 100 „ Total 761 003 Pfd. St. 2 902 791 ca. 870 "I,, Die Aussichten der Great Boulder Propr. Mine in einer Tiefe von ca. 1000 Kuss scheinen übrigens 87 ebenso günstig zu liegen, wie weiter oben. Innerer Wert der Shares: gut 20/— sh. (Der Leser wird verstehen, dass die Wertberechnung der australischen Minen lange nicht so zuverlässig geschehen kann, als die der südafrikanischen Shares.) Ivanhoe. Es giebt Sachverständige, welche der M,ine auf Basis der jetzigen Ausbeute hin nur noch ein Leben von vier Jahren Voraussagen. Wir glauben, dass eine energischere Aufschliessungspolitik am Platze wäre. Schätzen den inneren Wert der Shares auf 9 Pfd. St. Golden Jlorseshoe. Heute wohl die reichste Mine Australiens, aber auch schwer kapitalisiert. Geben den Shares einen inneren Wert von 9 Pfund Sterling. Boulder Perseverance. Wenn mit diesen Shares nicht in letzter Zeit so viel herumjongliert worden wäre, könnten wir uns weit sympathischer darüber auslassen. Leider sitzen im Verwaltungsrat Elemente, welche uns kein grosses Vertrauen einflössen. Der innere Wert der Aktien sollte sich jedoch auf 10 */ 2 Pfd. St. bestimmen lassen. Lake View. Es giebt wohl kaum eine schwierigere Aufgabe als uns über dieses Unternehmen ohne Vorurteil auszulassen; wir wollen deshalb versuchen, die recht bewegte, ja mehr stürmische Vergangenheit, deren Geschichte ja aus den folgenden Daten genügend erklärt, ganz ausser Betracht zu lassen: 1896 1897 1898 1899 1900 1901 1902 höchster Kurs ll 1 /, 12 5 / 8 ll 7 / 8 28 7 / a 15 3 / 8 10 1 /, 6»/, niedrigster „ 1 6»/,. 7*/, 9»/,. '%e 5 3 /, l'V.c 88 Die Gewinne aus den Erzreserven stellen sich laut der letzten Schätzungen (Januar 1903) auf: 58 000 Tonnen zu 37 Sh. pro Tonne 107 300 Pfd. St. 33 000 „ „ 33 „ „ „ 54 450 „ „ Total 161 750 Pfd. St. was einem Bruttogewinne von circa 50 °/ 0 auf das Gesamtkapital von 350 000 Pfd. St. gleichkommen würde. Bis zur Stunde ist von neuen sensationellen Entdeckungen nichts bekannt; wir bezweifeln aber, dass diese unerschöpfliche Hoffnung der Aktionäre jemals belohnt werden wird. Sollten jedoch unsere Zweifel auf keiner festen Basis beruhen, so würden wir uns nur mit den vielgeprüften Aktionären freuen können; aber man muss schliesslich doch zugeben, dass heute dort noch alles dunkel, undurchdringlich und ungewiss ist. Die Natur hat den Menschen noch nicht mit der Gabe bedacht, durch mächtige Fels- massen sehen zu können, und er muss eben mit heroischer Energie die Folgen dieses physischen Mangels zu tragen suchen. Wo so viel geirrt und gesündigt worden ist, bedarf es doch mehr als Zuversicht, um den inneren Wert dieser Aktien heute für über Pari wert zu halten. Associated. Ob die reiche Oroya-Ader doch noch schliesslich in der Tiefe angefunden werden wird, das ist und bleibt die Existenzfrage dieser Mine. Die Verwaltung flösst uns nicht viel Vertrauen ein. Selbst zum Kurse von l'/ 4 Pfd. St. erscheinen uns die Shares noch spekulativ. 89 Kalyurli. Hat den Vorzug einer verhältnismässig geringen Kapitalisierung. Zukunft recht problematisch, doch sollten die Shares mit 3 '/ 2 Pfd. St. nicht zu hoch eingekauft sein. South Kalyurli. Ehe die Verwaltung dieser Gesellschaft nicht einer mehr befähigten Platz gemacht hat, können wir den Shares nicht mehr als den Parikurs zuerkennen. Associated Northern Blocks. Hierüber ist viel geschrieben worden und es hat für uns den Anschein, als wenn aus gewissen reichen Goldfunden Kapital für die dahinterstehende Gruppe geschlagen werden sollte. Würde diese Absicht vor zwei Jahren in Szene gesetzt worden sein, dann würde zweifellos eine reiche Ernte nicht ausgebliehen sein, heute jedoch scheint das Manöver nicht mehr zu „ziehen“. Ueber das Unternehmen fehlen jegliche unparteiische Berichte; ehe uns solche zur Verfügung stehen, können wir die Shares nicht höher als 37 2 Pfd. St, berechnen. Hannan's Brownhill & Oroya. Die Brown.hill scheint ausgespielt zu haben, dagegen hat die Oroya grössere Chancen. Auf alle Fälle können wir uns dem Gedanken nicht verschliessen, dass die Amalgamierung nur zum Zwecke einer Börsenmanipulation en gros vorgenommen worden ist. Denn nur dadurch wird es den ehemaligen Brownhill-Aktionären möglich werden, Käufer zu finden. Es ist schwer, den inneren Wert der Shares auszurechnen, denn es giebt wohl kaum zwei unparteiische Sachverständige, deren Ansichten sich in diesem Punkte decken. Wir — 90 — glauben, dass diese Shares mit 3 1 /* Pfd. St. vorläufig voll bezahlt sind. Golden Link. Ein vollkommenes Fiasko. Anstatt eine neue Mine mit besseren Aussichten zu erwerben, hat die Gesellschaft rekonstruiert. Innerer Wert der Shares keinesfalls mehr als 7/— Lotterieloschancen. Sons of Gwalia. Im Mount Margaret Distrikte, wird gut verwaltet, aber die Aufschliessungsarbeiten sollten energischer betrieben werden. Diesem Unternehmen kann man eine Zukunft nicht absprechen, jedoch schätzen wir den inneren Wert der Shares unter den heutigen Umständen auf nicht höher als Pari. Cosmopolitans. Scheint von allen möglichen Uebeln, technischer und finanzieller Natur, heimgesucht zu sein. Die Verwaltung betreibt eine recht sonderbare Finanzpolitik; man steckt angeblich die Gewinne wieder in die Mine herein und denkt nicht an Dividendenverteilung. Diese Politik wäre ja an und für sich sehr vernünftig, doch unter obwaltenden Umständen erregt dieselbe nur Verdacht. So lange die augenblickliche Verwaltung die Interessen der Aktionäre vertritt, geben wir den Shares keinen höheren Wert, als 15/, jedoch glauben wir, dass sich der Wert bei sachverständiger Leitung wohl verdoppeln würde. Bellevue Proprietäry. Die Verwaltung ist dieselbe, wie die vorerwähnte. Jedoch ist hier das Besitztum selbst auch sehr problematischer Natur. Man versucht jetzt, die Shares auf rein künstliche Weise in die Höhe zu treiben, einen wirklichen Wert — Dl — können wir ihnen aber nielit beimessen und empfehlen die Shares baldigst abzustossen. Girat Fmjall. Eine wundervolle Mine, deren Geschichte und Entwickelung ganz geeignet ist, einen abgeschworenen Goldmineninteressenten wieder zu seiner alten „Liebe“ zurückzubringen. Der Erfolg dieser Mine hat mehr Leuten Interesse für die Londoner Börse eingeflösst, als z. B. das Lake View-Eiasko im umgekehrten Sinne beeinflusst hat. Viele Leute scheinen schon, im Anbetracht des Erfolges dieser Mine, den Kopf zu verlieren und der Fingall-Mine die goldigsten Zukunftsträume zu widmen. Wir warnen aber und erinnern, wie viele ähnliche Hoffnungen schon zu Grabe getragen wurden. Der innere Wert der Shares ist wohl 8‘/ 2 Pfd. St., wir glauben jedoch, dass bei 8 Pfd. St. das mitsprechende Risiko gross genug ist. Eine gute Mine hat das mit einer verheirateten Frau gemeinsam, dass ihr lluf umso besser ist, je weniger man über sie spricht. Ganz abgesehen von den jüngst stattgehabten „unangenehmen“ Zwischenfällen, spricht man aber wirklich etwas sehr viel über die guten Eigenschaften der Mine: Memento mori. Es würde uns hier zu weit führen, noch alle anderen westaustralischen Minen zu besprechen, auch ist uns noch nicht alles Material von unserem australischen Korrespondenten zur Hand, deshalb behalten wir uns vor, ein genaueres Register der westaustralischen Minen in einer späteren Ausgabe zu veröffentlichen. Wie vorher für die »Südafrikaner, so geben wir auch für die Westaustralier ein Verzeichnis von Kubbishshares: 92 Abbotts l’roprietary London Valley Atlas Gold Mines London u. AVestaustralien Anglo Continental Gold Investment Bethanga Goldfields London u. AVestaustralien Ilurbanks Main Lode Mining u. Einanoo Charters Long Reef Continental Gold Trust Lournas Luek Credo Gold Estates Mount Malcolm Croesus South Mount Usher Cuo Gold Mining u. Exploration Mount Yagahong East Muhvarrie Millionaire Euro Gold Murchison Associatod East Muroliison Uniteds Nannino Goldfields Emperor Gold North Boulder Kingall Reefs Extendeed North Kalgurli Golden Arrow North Star Golden Rhino North AVhite Eeathcr Great Fingall Southern Blocks Nordherrn Territories Great Lucknow Paringas Elorence Perseverance Mines Hampton I’laims Star of the East Hannans Jfortli South Fingalls Hannans Star Talisman Consols Hannans Proprietary AVhite Feather Reward Jourdie Hills AVindsor Consolidated Kalgoorlie Mout u. lrou King Vospertons King of the Hills Zoroastrian. Lady Loch AVir können jedoch nicht umhin, bei dieser Gelegenheit auch der Mount Morgan-lslme, zu gedenken, welche in Queensland gelegen ist und wohl eine der grössten Minen der AVelt ist. Dieses Unternehmen rangiert an Grossartigkeit, mit ihren 900 Stampfen, mit der berühmten Hoinestake Mine in Dakota, oder mit der Simmer und Jack Mine am Rande, oder der AVaihi in Keu-Seeland. Hat beinahe 0 000 000 Pfd.St. an Dividenden verteilt und wird wohl noch für weitere 20 Jahre ihre Aktionäre auf derselben Basis glücklich machen. Innerer Wert der Shares etwa 5 '/ 2 Pfd. St. Bevor wir diesen Artikel schliessen, wollen wir noch kurz zweier Minen gedenken, die im Gedächtnis des. deutschen Publikums noch lange haften werden. Die erste ist die in New-Süd-Walcs gelegene Gibraltar Gold Mine. Es ist ein Unternehmen, welches, was Misswirtschaft und Unfähigkeit der Verwaltung anbetrifft, wohl vergeblich seines Gleichen suchen wird. Gerade das deutsche Publikum hat schwer bei diesen Shares verloren, und es unterliegt keinem Zweifel, dass sich die Sachverständigen bei der Gründung des Unternehmens über den Wert der Besitzung in ganz ungewöhnlicher Weise getäuscht haben. Auch bei der Rekonstruktion der Minengesellschaft ist vieles unerklärlich geblieben. Eine eingehende Untersuchung der Angelegenheit würde im Interesse der Minenindustrie und der Aktionäre am Platze und auch wohl von Erfolg begleitet sein. Zweitens, das Strattons Independance Fiasco. Es steht wohl in der Geschichte der Minenindustrie einzig da, dass sich ein Sachverständiger, wie Hays Ham- mond, derartig geirrt, denn dass sich der Herr mit Absicht irrte, können wir doch kaum zu behaupten wagen. Es ist ganz unglaublich, -welche Unmenge von künstlich hinaufmanipulierten Shares die dahinter stehende Gruppe bei dieser Gelegenheit losgeschlagen hat. Dem Publikum ist es ja leider so gleichgültig, ob es sein Geld auf die oder jene Art verloren hat. T — 94 — Es giebt Leute, welche Strattons zu 3 Pfd. St. und darüber auf die so günstigen Minenberichte hin gekauft haben. Aber, ob das Fiasko Gibraltar, Lake Views oder Strattor.s heisst, man soll die grosse Moral aus den Geschehnissen ziehen, dass es nur eine Goldminenindustrie giebt, und dass alles, was nicht am Witwatersrand liegt, grosses Risiko in sich schliesst. Wir reden nach wie vor dem Rande, und dem Witwatersrande allein, warm das Wort, wer sich in Minenshares einer anderen Kategorie engagiert, wird immer ein unverhältnismässig grosses Risiko eingehen. Wenn uns nun der Leser fragt, wie und unter welchen Bedingungen er mit Erfolg an der Börse spekulieren soll, so antworten wir ihm: Auf zweierlei Weise. Entweder durch blosses Börsenspiel, oder aber durch eine Allgemeinkenntnis der Anzeichen einer guten Mine und der hauptsächlichsten technischen Punkte. Am besten ist es natürlich, wenn man beide Taktiken miteinander verbindet. Wer also die Absicht hat, Shares billig einzukaufen und sie sich für eventuelle Dividendenfreuden zu konservieren, der wird nachstehende Zeilen mit Interesse lesen. Ehe man zum Ankauf von Minenshares schreitet, sollte man sich bestens versichern, ob die in Frage kommende Minengesellschaft nicht mit Debentures (Hypothekenlasten), Vorzugsaktien und dergl. heimgesucht ist. Diese Thatsachen werden nämlich mehr oder weniger von den Marktschreiern zu verschweigen gesucht. Dann ist es aber, wie schon erwähnt, ebenso 95 wichtig, sich Aufklärung zu verschaffen über die wichtigsten geologischen Verhältnisse der Mine. Gewöhnlich will man jeden neugierigen Aktionär oder solchen, der es werden will, mit alten abgedroschenen Redensarten vertrösten und befriedigen, man will ihm Sand in die Augen streuen, kurz, man will ihm immer Vorreden, dass alles in bester Ordnung sei und zu den schönsten Hoffnungen berechtige. Solch ein Minenaktienverkäufer muss im eigensten Interesse das Prinzip verfolgen: „Sucht nur die Menschen zu verwirren!“ Das einzige, statistische Material, das der Aktionär zu sehen bekommt, ist wohl meistens eine, mit allen Chikanen der Fachwissenschaft gezeichnete Karte des Unternehmens, welche der unerfahrene Käufer mit schauervollem Staunen für einige Zeit betrachtet, und sie nachher wieder weglegt, ohne auch nur um etwas klüger geworden zu sein. Das Wohl und Wehe einer Mine, darüber wird sich wohl jeder klar sein, hängt natürlich von dem Vorhandensein (oder Nichtvorhandensein) und der Beschaffenheit der Ader ab. Ein kleines Areal kann unter Umständen dabei dasselbe Quantum Gold enthalten, als ein grösseres. Es kommt ganz auf die Neigung der Ader zur Horizontalen an. Die Senkung und Richtung der Ader ist der Kardinalpunkt für denjenigen, welcher sich die Chancen seiner Mine ausrechnen will. Wenn nun eine solche Gesellschaft beabsichtigt, einen Schacht zu graben, welcher eine Ader in einer gewissen Tiefe antreffen soll, so sollte sich auch der Interessent ungefähr ausrechnen, wie hoch sich die Kosten hierfür ungefähr belaufen würden. Man kauft 96 also Zukunftschancen, in der Hoffnung, dass eine reiche Ader angetroffen wird. Der kluge Spekulant wird sich nun so viel als möglich auf dem Laufenden zu erhalten suchen, wie es mit den Aufschliessungsarbeiten vor sich geht, damit er, wenn er merkt, dass die Hoffnungen, die Ader zu treffen, schwächer wer- Skizze I. A 7 / E // ~D E D B ;:c t > ! ! / ' / 1 ! / B A Oberfläche, B Grenze, C Vertikale Ader, welche nach einer unbekannten Tiefe verläuft, D Benachbarte Besitzungen, E Felsiges Erdreich, F Winkel der Ader, welche sich bei nur geringer Tiefe (Entfernung von der Oberfläche) in die Nachbarmine verläuft. den, seinen eventuellen gekauften Aktienbestand rechtzeitig -wieder abstossen kann. Der wichtigste Faktor, das Alpha und Beta eines Minenunternehmens, bleibt schliesslich doch immer, in welcher Tiefe die Ader angetroffen wird, und nach welcher Richtung und Neigung zu der Horizontalen sich dieselbe ausdehnt. Doch sind die Zeiten längst vorüber, wo es als ein Risiko zu betrachten war, eine Minengesellschaft zu gründen, und wo man der Ansicht war, dass die Bodenbeschaffenheit einen halben Zoll über die Spitzhacke des Bergmannes hinaus, im Ungewissen liege. 97 Heute, wo man Diamantbohrer und Maschinen zur Verfügung hat und wo die Wissenschaft das Gestein auf hunderte von Metern hinaus im voraus bestimmen kann, hat doch das Risiko sich bedeutend vermindert. Man soll sich also, ehe man die Aktien eines Unternehmens kauft, über folgende Punkte Klarheit verschaffen : a) Mächtigkeit der Ader, h) Durchschnittlicher Goldgehalt derselben, c) Berechnung der Anlagekosten, d) Berechnung der Betriebskosten pro Tonne Erz, e) Leben und Kapitalisierung der Mine, f) Eventuelle Zeit bis zur Rentabilität der Mine. Aus folgender Skizze wird der Leser ersehen, dass die skizzierte Ader für nicht weniger als vier Minengesellschaften (in unserem Beispiele), massgebend ist: Skizze H. Afine Bei diesen vier Minen würde nun die Kapitalisierung resp. das Betriebskapital eine total verschie- S. Gurnpel, Goldminen. 7 98 dene sein müssen; denn es ist doch ganz klar, dass es bedeutend mehr Zeit und Geld kosten wird, aus der vierten Mine das Gold herauszuholen, als aus der ersten. Damit ist natürlich noch nicht gesagt, dass die vierte Mine nicht ebensoviel oder sogar mehr Gold produzieren kann als die erste, oder eine der anderen, welche weniger Betriebskosten und Zeit absorbieren würden. Die Ader kann sich ja nach der Tiefe hin verbreitern und reicher werden. Viele Spekulanten würden nun, wenn sie die Ergebnisse der ersten Mine erfahren, diese Kalkulation auch für die anderen drei verwerten, jedoch geht es aus obiger Skizze klar hervor, dass eben jede Mine, trotzdem dieselbe Ader durch sie läuft, ihre individuellen Ergebnisse haben muss. Die Ader kann sich in der vierten Mine als unrentabel für einen grossen Betrieb ausweisen und vice versa. Ueber die Aufschliessungsarbeiten (Developments) wird der Aktionär aus recht erklärlichen Gründen fast immer im unklaren gelassen. Die meisten Berichte werden ja mehr oder weniger den Wünschen der Drahtzieher entsprechend, wie es der Londoner Börsenjargon nennt, „gecooked“, d. h. gekocht, deshalb ist es für den Laien äusserst schwierig, wenn er nicht von Anfang an die Entwickelungsgeschichte seiner Mine verfolgt hat, etwas „faules“ zur rechten Zeit herauszufinden. So hört man z. B. oft, dass auf einer Besitzung eine Ader entdeckt worden ist, über deren Einzelheiten dann lange Berichte in delphischer Form verfasst, sich über die Mächtigkeit und den bedeutenden Goldgehalt derselben auslassen. Man kann jedoch keinen genauen Bericht über die Be- — 99 — schaffenheit herausgeben, bis man nicht gegraben hat. Je tiefer man gräbt, desto sicherer kann allerdings die Beschaffenheit und der Goldgehalt der Ader festgestellt werden. Der Vorgang der Aufschliessungsarbeiten ist ungefähr der folgende: Skizze III. A B D c :: i > 11 11 7 D ,' t Skizze III stellt dar, wie man einen Schacht gegraben hat, um eine vermutete Ader anzutreffen. Bei B hat man die Ader zuerst entdeckt, C bedeutet der zu senkende Schacht, welcher, sagen wir bei einer Tiefe von 350 Fuss, die Ader auch wirklich antrifft; selbe weist sich als reich genug aus und demzufolge entschliesst man sich, jetzt die sogen. Levels, d. h. Stollen anzulegen, in Zwischenräumen sagen wir von 50 oder 100 Fuss, wie aus Skizze IV, S. 100, hervorgeht. Man beginnt dann mit einem regelrechten Minenbetrieb, indem das Erz durch den errichteten Versuchsschacht an die Oberfläche gefördert wird. Wenn die Ader nun sehr reich ist, lohnt sich auch ein zweiter Schacht, welcher die Betriebskosten ganz bedeutend herabsetzen würde, und ausserdem auch die 100 Aufschliessung und Förderung doppelt schnell vor sich gehen lassen würde. Nehmen wir nun an, die Ader weist sich mehr und mehr als zum grossen Minenbetriehe geeignet Skizze IV. A B B B :i C =?; Hi 2) aus. Man errichtet also die sogen. Winzes, dies sind Schachte, welche nicht bis zur Oberfläche, sondern nur von Stollen zu Stollen führen, und nach einigen Monaten energischer Aufschliessungsarbeiten würde unsere Mine ungefähr, wie Skizze Y angiebt, aus- sehen. Skizze V. B B HP Wk A P y m 1 F D ll^s E B II /iBÜ 1 \e Die schattierten Felder bedeuten die Stellen, an denen man das Erz bereits herausgenommen hat, die unschattierten, wo sich die Adern (lodes) noch in- 101 takt befinden, also noch zu bearbeiten sind. Skizzen solcher Art sollten den Aktionären von Zeit zu Zeit zugehen, damit selbe einmal selbst sehen, wie weit die Aufschliessungen jeweilig gediehen sind, wie die betreffenden Analysen ausfallen; dann auch, damit sie sich selbst ein Bild davon machen können, welche Erzreserven noch vorhanden sind. Eine solche Form des Berichts würde den Laien auch wirklich Aufschluss über die eventuellen Aussichten seiner Aktien geben und ihm ermöglichen, sich ein so gut wie abschliessendes Urteil über die Zukunft des Unternehmens zu machen. Nun werden die Aktionäre oft genug von der angenehmen Nachricht überrascht, dass man auf eine sogen. Shoot (reiche Erzstelle) gestossen ist (besonders bei westaustralischen Unternehmungen sehr beliebt); jedoch wird sich fast immer heraussteilen, dass die Freude nicht lange anhält, und dass dem durch die Nachricht hervorgerufenen günstigen Kursstand der Aktien ein hässlicher Sturz folgt. Man kann eine solche „Shoot“ eben als eine Klippe bezeichnen, an welcher der gute Ruf so vieler Direktoren und Minenleiter gescheitert ist. Dabei fällt uns ein Vers aus Virgil ein, dass „man die Griechen fürchten solle, selbst wenn sie Geschenke bringen“. Ein Ereignis, wie das Auffinden eines Shoots, bildet einen geradezu idealen Tummelplatz für wilde Bürsen- manöver; deshalb sollte man die Nachricht von dem Auffinden eines solchen mehr als ein Warnungssignal, denn als ein Signal zum Feste feiern aufnehmen. Wer blindlings auf derartige Nachrichten hin Minenaktien kauft, wird unter zehn Fällen neunmal arg enttäuscht 102 y werden; denn „der Wahn ist kurz, die Keu ist lang“. In den meisten Fällen ist es technisch unmöglich, diese reichen Erzstellen genau zu fixieren, dazu bedarf es sehr oft Wochen und Monate, ja meistens wird die Ungewissheit noch absichtlich lange hinausgehalten, bis es der dahinter stehenden Gruppe gelungen ist, ihre Pakete an den Mann zu bringen. Manchmal werden nun auch parallel laufende Adern in einer Besitzung angetroffen. (Skizze VI.) Skizze VI. ' 1 .[Ja v // -7B E ,7 i r D i; J;C ' 1 // E /1 , i t i • • // E J ! A B und 0 bedeuten die parallel laufenden Adern, 1) sind zwei Schachte, welche, von einem horizontalen Schacht E durchschnitten werden, um die Adern in der Tiefe je nach den geologischen Verhältnissen prüfen zu können. Wir kommen nun zu der Ursache der grössten Enttäuschung eines Minenaktionärs, zu dem Umstande, dass sich die Ader, infolge vulkanischer oder anderer Störungen, nach einer anderen als der erwarteten Bichtung hin verläuft, oder sich vielleicht sogar ganz verliert, um an einer anderen Stelle, welche natürlich unter kolossalem Kapitalaufwande erst aufgefunden werden muss, wieder zu erscheinen. (Skizze VII, S. 103.) 108 A bedeutet wiederum den gesenkten Schacht, der, sagen wir bei 250 Fuss die Ader angetroffen hat, einige Fuss tiefer jedoch hört dieselbe plötzlich auf, und die Aktionäre, welche sich bereits in den schönsten Kurs- und Dividendenhoffnungen gewiegt, haben sich mit „les illusions perdues“ zu trösten. Nun wird Skizze VII. A ;!B man natürlich alles aufbieten, um die Ader wieder aufzufinden, zu welchem Zwecke man sog. Querschläge graben wird, doch unter Umständen kann es Monate oder sogar Jahre währen, bis die bisher so prosperierende Gesellschaft wieder die Quelle ihrer Dividenden entdeckt hat. Dabei kommt es selbstverständlich auch vor, dass die Kosten bis zur Wiederauffindung die schliesslichen Ergebnisse neutralisieren. Dann wird eine solche Gesellschaft nolens volens gezwungen sein, eine Rekonstruktion, jenes „piece de resistance“ aller Gründer und Drahtzieher durchzumachen, wobei natürlich diese wieder das beste Geschäft machen; denn „wo gehobelt wird, fallen Späne“. In sehr vielen Fällen, und ganz besonders in Westaustralien, hat man die Aufschliessungsarbeiten mit den Yerpochungen der Erze, also der wirklichen 104 Goldproduktion, nicht gleichen Schritt halten lassen, um hierdurch gewisse Börsenmanöver leichter, zum Nachteile der Aktionäre vor sich gehen zu lassen. Ein auf gesunder Basis aufgebautes Unternehmen sollte immer doppelt so viele Erze aufgeschlossen haben, als seine Leistungsfähigkeit des Pochwerkes dies zulässt. Schon deshalb sollten die Aktionäre auf einer regelmässigen Benachrichtigung bestehen; denn nur dann wird es denselben, wenn auch nur annähernd, möglich sein, — vorausgesetzt, dass der Minenleiter ehrlich ist, — sich selbst ein Urteil zu bilden, ob nicht auf die eine oder die andere Weise Raubbau betrieben wird, wie es ja so oft an der Tagesordnung in Westaustralien war; nämlich, dass die reichen Erzmassen zwecks Börsenmanöver schnellstens in Gold umgewandelt wurden, während qualitativ und quantitativ die Aufschliessungsarbeiten im Rückstände blieben. Wie oft ist es nicht der Pall gewesen, dass plötzlich die Nachricht von einer Ausserbetriebsetzung einer Anzahl von Stampfen kommt; also dass die bisherige Ausbeute sich vermindert hat, weil aus irgend einem Grunde die Aufschliessungsarbeiten nicht genügend vorwärts gingen, um Material für die Mühle heranzuschaffen. Ja, oft genug wird durch eine solche Misswirtschaft und Unehrlichkeit der verantwortlichen Personen der ganze Betrieb eingestellt werden müssen. Ein Minenunternehmen kann manchmal Jahre lang die Geduld seiner Aktionäre auf eine schwere Probe stellen; oft genug wird aber eine derartige Ausdauer reich belohnt. So hat z. B. die berühmte indische Mine, Mysore, Jahre lang als ein hoffnungsloses Unternehmen gegolten, deren Shares mit4Y a Pence 105 zu haben waren, heute sind dieselben Aktien mit 7Y 2 Pfd. St. zu verkaufen. Ein anderes drastisches Beispiel sind die Great Eingall Consolidated. Es sind also nicht immer die Minengesellschaften, die mit einem sensationellen Aplomb beginnen, welche dann später wirklich sich bezahlt machen. Jedoch glauben wir, dass Erfolge, wie die der Great Fingalls sich auch noch oft genug in der Zukunft wiederholen werden. Wenn wir nun in obigen Zeilen alle die Börsenmanipulationen und gewissenlosen Streiche der Direktoren und Minenleiter geschildert haben, so bezweckten wir damit nicht, dem Publikum die Minenspekulation zu verleiden, denn die Schäden einer Industrie sind noch lange nicht ein Grund, den „Stab über die Industrie selbst zu brechen“. Wer mit etwas Sachkenntnis und Vorsicht an die Minenspekulation herantritt, wird sehr bald merken, dass die elementaren Gesetze, auf welchen die Minenindustrie beruht, doch nicht derartig komplizierte sind, als selbe von den Insiders aus gewissen Gründen dargestellt werden. Es ist eben dasselbe, wie bei einem Kartenkunststück: der Künstler will seine Geschicklichkeit für sich selbst ausnützen und nicht anderen preisgeben. Bei der Gründung einer Minengesellschaft behält der Gründer selbst allemal mindestens zwei Drittel oder einhalb in Händen, welcher Umstand für den .Markt, d. h. für die Kursbeeinflussung von der grössten Wichtigkeit ist. Es hängt nun alles davon ab, was eigentlich der Gründer oder die gründende Gruppe mit ihrem Aktienbestande zu machen beabsichtigt. — 1 OG — Wenn eine Gesellschaft mit Hilfe der Presse in die AVelt gesetzt wird, so hat der Gründer wohl die Absicht, seine Shares so schnell als möglich dem Publikum aufzuhalsen; beabsichtigt er jedoch, einen Markt in den Shares zu machen, d. h. also, dem Publikum Appetit zu erregen, so muss er diese Shares künstlich in die Höhe manipulieren, wie es z. B. bei den Strattons Indepedance Shares der Fall war. Wie kann nun das Publikum ersehen, dass die fragliche Gründung eine reelle ist? Denn der Prospektes einer jeden Gesellschaft, reell oder unreell, ist voll der verlockendsten Details und hoffnungsvollsten Kalkulationen. — In allererster Linie sollte das Publikum darauf sehen, dass auch genügend Betriebskapital vorhanden ist, und zwar nicht allein auf dem Papier, und dass die Verkäufer der Mine und Gründer ihre Bestände nicht sofort auf den Markt werfen. Diese beiden Dinge waren bislang fast immer die Ursache, dass die eine oder die andere Gesellschaft bald wieder „krachen“ ging. Man muss eben verstehen, dass viele Gründungen nur insceniert werden, um die Taschen der Gründer resp. der sehr oft nahe am Bankerott stehenden Vorbesitzer zu füllen. Ferner sollten sich die Aktionäre, wie schon weiter oben erwähnt, zusammentun, und, falls der geringste Zweifel obwaltet, sofort einen unabhängigen, unbestechlichen Mineningenieur nach der Besitzung hinaussenden; denn nur dadurch könnten die Aktionäre oft genug den richtigen Stand der Dinge erfahren. Weil wir gerade von Gründungen reden, so wird es interessieren, wenn wir einige Daten über die 107 diesbezügliche Leistungsfähigkeit Londons bringen; es sind an Minen-Gesellschaften ins Leben gerufen worden: Jahr: Gesellschaften: Kapitalisierung: 1898 . 509 55 396 288 Pfd. St. 1899 . 559 71 687 366 „ „ 1900 . 525 64 025 292 „ „ 1901 . 519 46 376 237 „ „ 1902 . 417 43 144 460 „ „ Wie viele hiervon nun gleich als totgeboren oder als Missgeburten gerechnet werden können, darüber „schweigt des Sängers Höflichkeit“; aber es würde wohl kaum übertrieben sein, wenn man die Hälfte zu den ungeratenen Kindern, welche Niemandem Freude und Vielen Kummer bereiten, rechnet. Man sollte ein für allemal eingeführten Minenaktien, welche ohne jeden Prospektus, d. h. ohne „Lied und Beschreibung“ an der Börse eingeführt werden, weit aus dem Wege gehen. Hauptsächlich in bewegten Zeiten halten es viele Gründer mit Goethe, dass „je mehr Wissen, je mehr Unruhe“, und vermeiden dann grundsätzlich, über neu eingeführte Minenaktien irgendwelche gedruckte Einzelheiten zu geben, ziehen es eben vor, alles in einen gewissen mysteriösen Optimismus zu hüllen, um der Phantasie der Käufer oder solcher, welche es werden wollen, grossen Spielraum zu lassen. In vielen Fällen stellt es sich dann heraus, natürlich für den Käufer dieser Aktien zu spät, dass aus dem einen oder anderen Grunde diese, ohne Prospektus eingeführten Minenaktien, „was Gesundheitspass anbelangt“, triftigen Grund hatten, das Licht zu scheuen. Her Kurs 108 lallt selbstverständlich in einem recht unangenehmen Tempo, und — „der Rest ist Schweigen!“ Die geringste Summe für Betriebskapital eines Minenunternehmens sollte nicht unter 30000 Pfd. St. betragen und nicht unter 50000 Pfd. St., wenn ganz besondere Aufschliessungsarbeiten, wie tiefe Schachtgrabungen etc. bevorstehen. Auch der einfache Umstand, dass schon viel Gold aus einer Mine herausgeholt ist, blendet die meisten Spekulanten. Eine Goldmine ist doch keine Goldfabrik ; sondern ein Lager, welches früher oder später einmal erschöpft sein muss. Perner sollte man Projekten, wo die Verkäufer mehr als 60 oder gar 70°/ 0 des gesamten Aktienkapitals kontrollieren, kein Interesse zuwenden, ebenso sollte man in der ersten Zeit des Bestehens eines Unternehmens von Zeitungsnachrichten keine Notiz nehmen, da dergleichen in der Presse verbreitete Berichte doch nichts weiter als bezahlte Arbeit sind. Es nimmt eben Monate in Anspruch, den wirklichen innern Wert einer Mine zu erproben. Alle Nachrichten, besonders die Analysenberichte, welche, wie unsere Leser wohl wissen, in erster Linie zu Marktmanipulationen verwandt werden, sollten „cum grano salis“ aufgenommen werden. Wenn Analysenberichte veröffentlicht werden, dann sollte dies schon regelmässig geschehen, ob nun der Bericht schlecht oder gut ausfällt. So kennen wir z. B. Fälle, wo der Sekretär einer Minengesellschaft mit viel Eklat veröffentlichte, dass Erze von 1, 2 und sogar 3 Unzen auf die Tonne gefunden worden wären; die Thatsache aber, dass auch Erze von nur 10 dwts. pro Tonne und weniger, einige Tage 109 \ später angetroffen worden sind, gänzlich verschwieg. Auch sollten die Aktionäre ihr Vertrauen nur solchen Direktoren schenken, welche seihst in keiner Weise in Aktien ihrer Gesellschaft Börsenspiel treiben. Eine Kontrolle hierüber ist allerdings seihst mit Hilfe des Aktienregisters schwierig, und nur ein guter in. Börsenkreisen versierter Detektiv wird hierbei von irgend welchem Nutzen sein. Die meisten Leute verwechseln, wie schon früher betont, immer noch Kapitalanlage und Spekulation. Wenn eine Mine nicht mehr Reingewinn in sichtbaren Erzreserven als die Hälfte ihrer Kapitalisierung aufweist, dann sollte man sich mit keiner geringeren Verzinsung als mindestens 10 °/ 0 begnügen. Im grossen und ganzen sollte man aber doch aut 15 °/ 0 Verzinsung bestehen (inkl. der Amortisierung des Kapitals natürlich). Im Durchschnitt werden alle Minenshares überwertet, der Grund hierfür ist wohl in dem Umstande zu suchen, dass die Spekulation in Minenshares noch die einfachste und interessanteste ist. Für eine gute Verzinsung kann man heute wohl kaum mehr als 3°/ 0 verlangen; aber man sollte doch verstehen, dass gerade die besten Minen, welche die höchsten Dividenden zahlen, auch das kürzeste Dasein haben. Wer alt genug ist, wird sich vielleicht fragen, wo die berühmte El Callaos, die Richmonds, die Montanas Minen geblieben sind, deren Ruf doch seiner Zeit über allen Zweifel erhaben war ? Nun wie werden denn alle die in unserem Buche beschriebenen Minen in 6 oder 8 Jahren aussehen? Jedermann, interessierte Kreise natürlich ausgenommen, wird uns doch wohl 110 zugeben müssen, dass hauptsächlich südafrikanische Minenaktien bereits mehr oder weniger vollauf bewertet sind. Trotz der beinahe täglich erklärten bedeutenden Dividenden, ist es doch schwierig zu ersehen, wie z. B. Rand Mines GOO°/ 0 auf ihre n Schillinge (nominell) Shares an Dividenden verteilen können, um sich auch nur mit 7 °/ 0 zu verzinsen. Oder ein anderes Beispiel: Werden East Rands denn mindestens G5 °/ 0 verteilen, eine Summe, welche notwendig wäre, um dem glücklichen Besitzer dieser Aktien 8°/ 0 p. a. einzubringen? Wird denn die schon früher besprochene enorm kapitalisierte Randfontein Estate - Gesellschaft jemals 20 °/ 0 einehmen können, um auf ihre heutige Marktbewertung auch nur 6 °/ 0 zu zahlen ? Oder schliesslich Modderfonteins; selbe müssten doch mindestens 75 °/ 0 Dividende erklären, um sich mit 7 °/ 0 zu verzinsen? KursaA'ancen mögen schon kommen; aber die Prinzipien unter denen alle diejenigen, welche diese Shares zum Zwecke spekulativer Kapitalsanlage zu kaufen beabsichtigen oder schon besitzen, bleiben doch, in welcher Eorm man selbe auch auszulegen versucht, dieselben. Das spekulierende Publikum ist leider Hand und Fuss von den Londoner Verwaltungen, deren Beamten und Minenleitern abhängig. Um daher allen diesen vielen. Minen- und Verwaltungsskandalen vorzubeugen, sollte aus den Reihen der grösseren Aktionäre ein Komitee (Schutzkomitee) gebildet werden, um der Verwaltung, sei es in London oder an Ort und Stelle, eine gewisse, wenn auch nur moralische Kontrolle entgegenzustellen. Wenn sich nun unter 111 den Aktionären jemand befinden würde, der einerseits das vollste Vertrauen seiner Mitaktionäre genösse, anderseits auch etwas vom Minenwesen verstände, dann würde es doch von grossem Vorteile sein, wenn ein solcher Mann als Vertreter der Aktionäre nach der Mine als Inspicient gesandt würde. Wir können unsem Lesern wohl kaum etwas besseres zur weiteren Verständigung dieser unserer gemachten Ausführungen bieten, als eine der ersten und bekanntesten Autoritäten zu zitieren, und zwar den mehrfach erwähnten Oberbergrat Schmeisser, welcher auf Ersuchen des kgl. preussischen Ministeriums die Transvaal-Goldfelder an Ort und Stelle studierte, und sich in seinem Werke „Ueber Vorkommen und Gewinnung der nutzbaren Mineralien in der S.-.A Republik“ (1895) wie folgt ausliess: „Viele Bergwerke wurden zu Gesellschaftsgründungen mit übertrieben hohem Erwerbskapital, welches den Vorbesitzern zufloss, gegründet, aber mit zu geringem Betriebskapitale ausgestattet. Die Börsenspekulation bemächtigte sich der Bergwerkswerte . . . es wurde anfänglich viel Raubbau getrieben . . . derartige Verhältnisse führen naturgemäss in kürzerer oder längerer Frist zu furchtbarem Rückschläge . . . wer aber Kapitalien am Witwatersrande unterbringen will, wird grosse Vorsicht gebrauchen müssen. Die Beachtung des alten deutschen Sprichwortes „trau, schau, wem“ ist dort dringend am Platze . . . Zeitungsnachrichten sind, je grossartiger selbe lauten, mit um so grösserer Vorsicht aufzunehmen und auf ihre Zuverlässigkeit zu prüfen, weil sie oft von Börsenspekulanten zwecks schwindelhafter Kurstreibereien oder 112 von unlauteren Kreisen welche die Gründungen eines bedenklichen Unternehmens beabsichtigen, veranlasst wird ... oft genug haben zu vertrauensvolle Leute ihre Sorglosigkeit mit schweren finanziellen Verlusten büssen müssen.“ Und ebenfalls können wir in seinem bekannten Werke „Die Goldfelder Australiens“ (1897) u. A. lesen: „ . . . Im Interesse der Börsenspekulation verarmen angeblich zeitweilig die Erze der Bergwerke. Ausstände brechen aus, Wasser tritt in den Bau, oder aber es tritt gerade das Gegenteil ein. Es werden fälschliche Nachrichten von besonders reichen Erzfällen oder Gängen verbreitet, oder es werden zur Aufrechterhaltung eines hohen Standes der Kurse überhaupt nur die reicheren Lagerstätten in Abbau genommen. Arbeiter stehen im Solde von Spekulanten, um ihnen von allen besonderen Vorkommnissen in Gruben oder Bergwerksbetrieben Nachricht zu erstatten. An manchen Orten ist ein vollständiger Spionendienst eingerichtet. Die wirtschaftliche Führung des Bergbaus wird durch diese Treibereien in bedauerlicher Weise gehemmt; der wahre Zustand der Bergwerke oft verschleiert und nur dem Eingeweihten bekannt. Hiermit berichte ich allerdings nichts neues. Wer die Geschichte des Goldbergbaus verfolgt, in welchem Lande der Erde es auch sei, dem sind diese Thatsaclien bekannt. Trotzdem halte ich es aber für unerlässlich, immer wieder auf das unreelle Ge- schäftsgebahrcn aufmerksam zu machen, mit welchem die Gewinnung des edelsten der Metalle gerade 113 wegen seines hohen Wertes fast unauflöslich verkettet ist. Der europäische Kapitalist, welcher Beträge in australischem Bergbau anzulegen trachtet, sollte nicht zu vertrauensselig an Unternehmungen sich beteiligen, die von irgend welchen dunklen Ehrenmännern angepriesen werden, sondern er sollte zunächst auf das sorgfältigste prüfen, und sicli entweder der Vermittelung grösserer Gesellschaften oder Firmen von anerkannt einwandslosem Geschäfts- gebahren oder des Rates Sachverständiger durchaus fleckenloser Vergangenheit bedienen. Den europäischen Einanzgesellschaften aber, welche an der Hebung der australischen Bodenschätze beteiligt sind, ist häufigere zeitweilige Entsendung durchaus zuverlässiger sachkundiger Männer zur Prüfung des Geschäftsgebarens’ der örtlichen Betriebsleitung dringendst zu empfehlen, so weit nicht ständige Vertreter auf den Goldfeldern diese Obliegenheiten besorgen.“ Dies sind die Worte eines Gelehrten, dem, was Autorität und Erfahrung anbetrifft, w r olil kaum jemand zur Seite gestellt werden kann, und geben wir schon deshalb diese Auszüge wieder, weil in Anbetracht des fachmännischen Charakters seiner Werke, die Mehrzahl des deutschen spekulierenden Publikums wohl keine Gelegenheit hatte, von diesen hochwichtigen belehrenden und warnenden Ratschlägen gehörige Vormerkung zu nehmen. Dass nun der erwähnte Vorschlag sich als kein Universal- oder Radikalmittel gegen jene chronischen Uebelstände und Auswüchse ausweisen S. Gum pol, GolJminen. 8 114 wird, wollen wir nicht bezweifeln, aber trotz alledem wird er als ein Mittel zur Besserung gegen grosse skandalöse Misswirtschaft schützend helfen. — Die Aktionäre, und wir sprechen von den kontinentalen, sollten ebenfalls darauf dringen, dass einer der ihren, dessen Unparteilichkeit und Rechtschaffenheit ihnen über jeden Zweifel bekannt, Sitz und Stimme in der Verwaltung erhalte. Vertretungen in Generalversammlungen und dergl. haben recht wenig praktischen Wert, da doch in derartigen Vorstellungen programmmässig jeder Vorschlag seitens der Verwaltung schon als ein fait accompli den Aktionären unterbreitet wird, und denselben weiter nichts übrig bleibt als zu allen „ja“ zu sagen. Aktionäre haben doch auch wohl nur in den seltensten Fällen von den Ab- und Ansichten der dahinter stehenden Gruppe irgend welche Ahnung, und schon deshalb sollten sie darauf bedacht sein, dass der Beste, welcher in diesem Falle gerade gut genug ist, sich aktiv an den Geschäften des betr. Unternehmens beteilige, und gewiss wird sich doch wohl jemand hierzu bereit finden, um seine Leidens- oder Freudensgenossen über den wirklichen Stand der Dinge aufzuklären; ganz abgesehen davon, ob der betreffende Direktor nun in Basel oder in Danzig wohnt, so wird sich eine solche Einrichtung doch bezahlt machen. Wo ein Wille, ist auch ein Weg, und der Weg zur Besserung ist doch immer eines Opfers von Zeit und Geld würdig? Allerdings wird uns auch hier wiederum manch skeptischer Leser einwenden können, dass es Heilmittel giebt, welche 115 sich schlimmer als das Uebel ausweisen werden; aber lasst uns nicht „den Teufel an die Wand malen“, sondern mit allen, die es angeht, das beste hoffen! Ferner sollten die Aktionäre wirklich darauf bestehen, dass regelmässige Analysenberichte, mindestens wöchentlich, veröffentlicht werden, und zwar in systematischer Weise, und nicht wie schon vorher erwähnt, nur sporadisch, je nachdem es den Herren mit Bezug auf ihre Aktienbestände in den Kram passt. Wir glauben, dass eine solche regelmässige Veröffentlichung den ganzen Stand und lluf der Goldminenindustrie auf eine gesündere Basis bringen würde. Ohne Uebertreibung können wir wohl sagen, dass die vielen Intriguen und Skandale sich hierdurch wohl auf die Hälfte vermindern würden. Es gieht ja allerdings manche Minen, in welchen das Erz derartig erratischer Natur ist, dass ganz genaue Analysen praktisch kaum durchzuführen sind, jedoch bilden diese wohl die Ausnahme. Bei wohl mindestens dreiviertel aller Minen am Bande in Bhodesien und in Westaustralien könnte eine derartige Rückversicherung zum Vorteile der Aktionäre praktisch durchgeführt werden. Man sollte sich ferner über die bisherigen Erfahrungen eines Direktors vergewissern, ob derselbe zuverlässig ist oder nicht nur etwa seinen hochklingenden Namen als Staffage hergegeben hat. Viele Leute haben überhaupt noch eine viel zu hohe Meinung von einem derartigen Aufsichtsrate, der mit wenigen Ausnahmen nichts weniger ist, 110 als ein die Aufsicht führender Hat. Die Mehrzahl, wohl mindestens zweidrittel der sogen. Direktoren, haben auch nicht die geringste Ahnung von Minen und Minenleitungen, haben niemals in ihrem Leben ein derartiges Unternehmen gesehen, und ein Blick auf die Liste wird uns überzeugen, dass die meisten auch noch nicht einmal das Prädikat eines Geschäftsmannes gemessen. Statt fünf von solchen mehr oder weniger betitelten Leuten würde ein Grossaktionär w r eit bessere Dienste leisten; denn ein solcher, wenn er auch keinen Schimmer vom Minenwesen hat, würde doch keinen Stein unberührt lassen, um wirklich Gold graben zu lassen und sich Kenntnisse anzueignen. Auch haben ja die meisten dieser Direktoren absolut kein Interesse; denn die Aktien, welche sie besitzen, sind auch nur in wenigen Fällen von ihnen gekauft, geschweige denn bezahlt worden; sie erhalten honoris causa von dem Gründer ihr Scherflein von Aktien laut Statuten zugeteilt. Aktionäre sollten sich dafür interessieren, dass nicht derartige Summen an sog. Strohmänner verschwendet werden, welche ohne jede praktische Gegenleistung ihr Geld aufessen. Das Publikum kann sich aber für dieses Aufsichtsrat-Proletariat und Schmarotzerunwesen bei sich selbst bedanken; denn solange eben ein Titel dem Verstände vorgezogen wird, können und werden sich die Verhältnisse nicht bessern. Wenn man sich die Listen der Aufsichtsräte dieser Minengesellschaften ansieht, braucht man sich auch wirklich nicht über diese chronisch anhaltenden Skandale zu wundern, denn es ist ganz ausgeschlossen, dass in Anbetracht der Unfähigkeit dieser Herren den Gründern, welche doch alle diese Skandale für ihr eigenes Wohl und der Aktionäre Wehe inszenieren, das Handwerk gelegt werden kann. ,,Wie man in den Wald schreit, so hallt es wieder.“ Deshalb sollten die Aktionäre in. allererster Linie darauf hinwirken, dass dieser Augiasstall mitsamt dem Hornvieh von Direktoren einmal ausgemistet wird. Solange in dieser Richtung hin nichts geschieht, wird die chronique scandaleuse der Minenverwaltungen kaum abnehmen. Aber dieser Kategorie von Direktoren wird kein Mensch mit noch so weichem Herz nachzuweinen nötig haben. AYir machen hier auf ein sogenanntes „Black Book“, von der „Critic“ herausgegeben, aufmerksam, welches genau angiebt, bei welchen Gesellschaften dieser oder jener Herr Direktor Rate gestanden, d. h. seinen ohnehin wohl schon zweifelhaften Namen gegen gute Bezahlung den Gründern zur Irreführung des Publikums zur Verfügung gestellt hat. Wir geben hier einen typischen Fall: Wir finden in diesem Buche auch einen Herrn Richard Hoftinann von den Cosmopolitan und Bellevue Minen-Gesell- schaften, angekreidet: Dieser Herr war und ist Direktor von nicht weniger als 36 Gesellschaften, von denen 9 bereits den \\ r eg alles Fleisches gegangen, 11 sind rekonstruiert worden und von den übrigen 16 kann man überhaupt nichts erfahren. Nur drei haben ihren Aktionären vorübergehende Dividendenfreuden bereitet, wie lang aber diese Freude — 118 — noch währen wird, darüber schweigt des Sängers Höflichkeit. Kommentar unsererseits überflüssig. So lange die Aktionäre solchen Leuten die Verwaltung ihrer Interessen anvertrauen, braucht man sich doch über Minenskandale nicht zu wundern. Wie lange wird es denn dauern, bis das Publikum einsehen lernt, dass der hochklingende Name eines Lords oder Grafen keine unbedingte Garantie dafür ist, dass keine „faulen“ Sachen Vorkommen werden? Wie aber, fragen unsere Leser, verhält es sieb denn mit den unparteiischen sachverständigen Aussagen und Berichten sog. erster Autoritäten? Für die gesamte Minenindustrie resp. Minenspekulation ist diese Frage doch von wichtigster und einschnei- denster Bedeutung. In der City von London giebt es, um etwas aus der Schule zu schwatzen, bekanntlich drei Kategorien von Lügnern : „the ordinary liar, the d . . . d liar and the mining expert“ oder auf deutsch, der gewöhnliche Lügner, der verdammte Lügner und drittens der Minen-Experte. An einem solchen Minen-„Experten“ könnte ein Psychologe dankbare Studien machen, wo „humanum errare est“ aufhört, und der Trieb zum Schlechten anfängt. Ein jeder, welcher einen Minenbericht in die Hand nimmt, sollte sich erst über die bisherigen Leistungen eines solchen, meistens ja als eminent beschriebenen Sachverständigen erkundigen , sollte also ungefähr in gleicher Weise handeln, wie ein Kranker, welcher sich einem ihm empfohlenen Arzte anzuvertrauen gedenkt. Es giebt ja auch für die Profession der Minen- 119 Experten eine sog. „schwarze Liste“, woraus zu ersehen, was der oder jener Mineningenieur auf seinem Gewissen hat, d. h. wie oft und wie sehr er sich früher schon, absichtlich oder unabsichtlich, in seinen Berichten geirrt hat. Damals waren seine Auslassungen für Manchen wie der Weg zum Heil, heute erscheinen sie ihm aber mehr wie eine „Sackgasse“, in welche sich seine Leichtgläubigkeit verirrt hat. In Minenangelegenheiten ist „experto crede“ ein schon längst überwundener Standpunkt. Das Geheimnis des Erfolges in Minenspekulationen ist und bleibt eben die gute Information über das Geschehende, das Eisiko verringert sich in demselben Masse, als die prompte Benachrichtigung über den wahren Stand der Dinge sich vermehrt; aber es ist sehr schwierig auch wirklich zuverlässige Information zu erhalten. Lord Beaconsfield sagte: „Macht und Zukunft, ganz gleich auf welchem Gebiete, gehört dem Bestunterrichtesten! “ Um sich nun über den Stand und die Aussichten seiner Papiere zu informieren, greift wohl jeder zuerst nach den Tageszeitungen, und deshalb wollen wir uns erst einmal kurz mit diesem Informationsmedium beschäftigen. In Deutschland giebt es wohl, abgesehen von der „Frankfurter Zeitung“, kein seriöses Organ, welches man als unparteiischen Führer an- sehen könnte, und selbst die „Frankfurter Zeitung“ kommt mit ihren Warnungen und Auslassungen leider nur zu oft einige Tage zu spät; aber schliesslich ist es ja immer besser spät als niemals. Dass man durch die Lektüre der „Frankfurter 120 Zeitung“ viel profitieren kann, ist uns noch nicht zu Ohren gekommen. Trotzdem gehört ihr die Palme, diese oder jene Londoner Börsenschwindelei festgenagelt zu haben, worauf vielleicht noch mancher hereingefallen wäre. Auch wollen wir nicht unerwähnt lassen, dass deren Londoner Wochenberichte, was Unparteilichkeit und klare Ausdrucksweise anbetrifft, wohl kaum etwas zu wünschen übrig lassen. Die „Südafrikanische Wochenschrift“, welche in London zusammengebraut wird, hält mit obigem Organe gar keinen Vergleich aus. Es ist mehr oder weniger parteiisch, was man dieser Zeitung nicht so verübeln kann, denn einmal könnte sie ohne finanzielle Unterstützung seitens der Drahtzieher nicht leben und dann ist deren Lektüre auch zu harmlos, um schädlich zu wirken. Die Einanzpresse mit ganz wenigen Ausnahmen ist nächst den Deckungsgeschäfte betreibenden Outsidebrokern, mit denen wir uns später noch beschäftigen werden, der gefährlichste Feind des spekulierenden Publikums und zwar um so gefährlicher, wenn sich der Feind unter der Maske des ratenden Freundes verbirgt. Das Bismarcksche Wort: „er lügt wie gedruckt“ ist wie für den finanziellen Journalisten gemacht. Man sollte vor allen Dingen wissen, dass finanzielle Zeitungen, in Anbetracht ihrer geringen Verbreitung und grossen Kosten, überhaupt meistens nur durch Unterstützungen leben können. Eine rühmliche Ausnahme in der grossen Keihe der Finanzblätter und Minenorgane bilden der konservative „Economist“, die radikale „Investors Keview“ und der bekannte „Statist“. Wir he- merken jedoch, dass der gute Huf des Statist leider auch schon durch falsche Prophezeiungen mit Bezug auf einen ausgehliehenen Friedenshoom gelitten hat. Die Prophetenrolle zu spielen, ist ja immer mehr oder weniger eine recht undankbare und riskante Sache, und wenn auch seine zu erhoffenden Ehren in oder ausserhalb seines Landes recht geringe sind, vergeht doch auch im Falle eines Irrtums meistens eine zu lange Zeit, um solche Irrtümer herauszufinden. Wenn seine Prophezeiungen gewöhnlich fällig werden, dann interessiert sich kein Mensch mehr für ihn, respektive seine Prophezeiung. Es wäre jedoch auch ganz interessant, zu erfahren, wer denn von all den Pressstimmen seinerzeit mit Bezug auf einen zu kommenden Friedenshoom sich blamiert hat. Es scheint ziemlich klar , dass die gut unterrichteten Zeitungen Kenntnis davon hatten, wie es mit dem so sehr ausposaunten Boom stehen würde, dass also ihr Irrtum vielleicht ein von der Finanz inspirierter war. Wird das Publikum die hieraus zu ziehende Lektion so bald wieder vergessen, oder ist das Vertrauen zu der Finanzpresse durch diese falschen Prophezeiungen erschüttert worden? Wir fürchten, nein, denn das Publikum ist noch immer von einem ehrfurchtsvollen Schauer für die Druckerschwärze durchdrungen und das Wort: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht,“ hat für die Presse keine Macht. Wer sich also an die Finanzpresse hält, wird bald herausfinden, dass er nichts weniger als unparteiisch beraten wird. Von den bekannten und 122 berüchtigten sogenannten „Sliop“organen, welche direkt von Börsencliquen unterhalten werden, wollen wir, trotz ihres verderblichen Einflusses auf das Publikum, überhaupt nicht reden, sondern nur vor ihnen warnen. Ganz besonders geben sich Sonntagsorganc zu finanziellen Morgengaben her, denn die Leute haben am Sonntag eben mehr Zeit, uni alle diese aufgetischten Enten verzehren zu können. AVir wollen an dieser Stelle vor allem auf die Börsenberichte des „Sunday Special“ aufmerksam machen, der jede Woche erscheint und auch in Deutschland sehr gern gelesen wird. Wir haben gehört, dass auch ernsthafte Einanziniinner in Deutschland sich ihre Informationen aus diesem Blatte holen, und man muss cs den Berichten lassen, dass, was Phantasie und Originalität anlangt, ihnen die andern Londoner Blätter nicht das Wasser reichen können. Die Artikel sind aber so optimistisch gehalten, und so mancher „Ilubbish“, das heisst künstlich gezüchtete Minenaktie, wird darin empfehlend behandelt, dass cs für solche Spekulanten, die mit Londoner Börsenkreisen keine direkte Fühlung haben, gefährlich ist, dem väterlichen Rate des Blattes blindlings zu folgen. Irren ist eben menschlich und so ist es auch nicht zu verwundern, dass die südafrikanische Götterdämmerung, nämlich der nicht eingetroffene Boom, auch von dieser Zeitung nicht vorhergesehen wurde. Inzwischen macht sie Barnatoische Zukunftsmusik, der wir nicht das AVort reden können. Erwähnen wollen wir noch ein typisches Shop- 123 organ d. h. also eine Zeitung, welche auf die Gunst der Parteien angewiesen ist; es ist dies die auch in Deutschland viel gelesene „Colonial Mining News“. Die Outsidebrokerfirma Spiegel & Co., welche das Kapitalistenpublikum schwer geschädigt hat, durch den Vertrieb der Strattons Indcpendance zu 3 Pfd. St. und darüber, durch Briseis Tins und andere Minenaktien, veröffentlicht nun in obiger Zeitung regelmässig Berichte von ihren Kalgoorlic Spezialkorrespondenten. Wir hätten gegen eine derartige Belehrung an und für sich kaum etwas einzuwenden, wenn mit ihren bisherigen Prophezeiungen diese Pinna, soweit ihre eigenen Minenaktien in Betracht kommen, nicht ein solches Fiasko gemacht hätte. Aber was diesen Berichten ein zweifelhaftes Gepräge verleiht, ist der Umstand, dass niemals über diese Minenunternehmungen oder andere etwas Ungünstiges berichtet wird. So lässt sich z. B. in der am 24. Dczbr. ausgegebenen Nummer Herr Spiegel dahin aus, dass die Ivanhoe Goldmine eine eben- soleh sichere Anlage bietet als die besten südafrikanischen Goldminen. Wir geben dieses Beispiel nur deshalb an, um die Bedeutungslosigkeit derartiger Organe im Interesse des Publikums zu kennzeichnen. Viele Leute wundern sich darüber, dass in Deutschland keine Zeitung existiert, welche in unparteiischer Weise die vielen Interessenten durch das Labyrinth aller dieser vielen Theorien und Praktiken führt, aber wie schon vorher angedeutet, würde sich dies nicht bezahlt machen. Eine politische Zeitung, 124 eine illustrierte Zeitung, ein Unterhaltungsblatt hat ja für den einen oder anderen immer ein gewisses Interesse, aber, wenn es im Theater aufgehört hat zu spielen, will doch kein Mensch mehr etwas von dem Programm wissen, höchstens als dankbare Erinnerung hebt man selbes sorgfältig auf und legt’s zu den übrigen. Eine Minenzeitung muss von London aus redigiert -werden, was eine Publikation in Deutschland recht erschweren würde. Mancher wird vielleicht noch der in London herausgegebenen „Finanz-Chronik“ aus der wilden Trebertrocknungszeit mit gemischten Gefühlen gedenken. Dieses Platt ist seitdem, wie ja leicht erklärlich, etwas zahmer geworden. Der Redakteur und „Spiritus rector“ dieser Zeitung, Dr. Rosendorf, rühmt sich, auch eine grosse Anzahl einflussreicher deutscher Zeitungen mit Berichten zu versorgen. Es sind dies: Hamburger Korrespondenz, Hamburger Börsenhalle, Hamburger Handelsblatt, Kölnische Volkszeitung, Münchner Neueste Nachrichten, Rhein. Kurier, Bremer Nachrichten, Weserzeitung, Südamerikanische Rundschau, Deutsches Handelsmuseum, Deutsche Korrespondenz, Breslauer Zeitung, Allgemeine Zeitung, Echo de la Bourse, Hannoverscher Courier, Deutsche Exportzeitung, Deutsche Bergwerkzeiturig, Newyorker Handelszeitung, Neues Wiener Journal. Es entzieht sich unserer Kenntnis, ob und in wie weit diese Zeitungen wirklich Berichte von ihm annehmen. Es giebt auch sonst eine grosse Anzahl von deut- 125 sehen, finanzpolitischen Berichterstattern in London, deren Auslassungen skeptisch aufzunehmen wir unseren Lesern raten möchten, denn Unparteilichkeit scheint für diese eine unbekannte Qualität zu sein, alles geht auf „Liehen oder Hassen“ hinaus. Unkenntnis der Dinge und der Menschen wird einfach mit Wortschwall wieder ausgeglichen, die goldene Mittelstrasse der rein unparteiischen Kritik scheint keiner betreten zu wollen, jeder scheint dem Prinzipe zu huldigen, durch kritisierende Redensarten den ehrlichen Mann herauszuspielen, ein Mittel, welches auf den oberflächlichen Leser niemals seine Wirkung versagt. „Bellende Hunde heissen nicht.“ Aber das Publikum sollte wirklich verstehen lernen, dass nichts leichter ist, als gewisse Minenaktien zu loben oder zu tadeln. Die edle Seite des Journalismus besteht doch darin, durch absolute Thatsachen an der Hand von Daten und Vorgängen den Leser in den Stand zu setzen, ihm in seinen Argumenten derartig zu folgen, dass er sich ein eigenes Urteil bilden kann. Aber nur mit wenigen Ausnahmen wird dies möglich sein; denn durch allgemeine phrasenreiche, drastische Bemerkungen wird dem Leser nur der klare Blick verdunkelt. In den meisten Fällen aber kann man versichert sein, dass dem Schreiber eine sachliche Darstellung ganz unmöglich ist, weil er selbst von den beschriebenen Dingen nichts versteht und sich erst aus anderen Organen Material zusammensuchen muss, wenn er nicht gar schon vorher bevorurteilt worden ist. Es gibt nur zwei Klassen von Finanzjournalisten in der City of London, nämlich diejenigen, welche 126 inan fürchtet, und diejenigen, welche man verachtet. Aut nihil, aut Caesar. Auf die ersten weniger Ausgewählten passt der Ausdruck: „Es soll der Sänger mit dem König gehen“, und sie rangieren auch thatsächlich mit den Königen der Einanz und der Börse, die anderen rechnet man zu den „l’arias“ der City. Wie in der Litteratur, so gieht es auch in der Einanzjournalistik keine Mittelklasse. l)enn solange man geniale Erfindungs- und Nachahmungsgabe talentvoller unparteiischer Darstellung vorzieht, wird man von einem gediegenen Mittelstände kaum reden können. Mit der Presse und namentlich mit Bezug auf den finanziellen Teil ist es wie hei einem schönen Mädchen, welches einen Eehler begangen hat. Jeder schimpft, aber keiner hasst. Beim Wiedererscheinen derselben verstummen selbst die grössten Schreier und alles ist vergeben und vergessen, und es wird lustig weitergesündigt. Ebenso wollen wir unsere Leser auch vor sogen. Zeitungs-„Tips“ warnen. Wenn man von einem solchen Eingerzeige mit Bezug auf den Kauf einer Minenaktie Gebrauch macht, so merkt man bald, dass dieser Tip ein sehr gut bezahlter sein musste, denn das Empfohlene w r ar einfach „Schwindel“. Es giebt gewiss nur wenig Leute, welche sich von diesem Krebsschaden des Handels in Minenaktien einen rechten Begriff machen können, denn es ist geradezu als wunderbar zu bezeichnen, einen wie grossen Einfluss ein Zeitungsartikel auf die Einbildungskraft der Leser auszuüben vermag. Der finanzielle Teil einer Zeitung bleibt eben noch immer das Ideal eines ungestraften 127 Privilegiums für Schurken. Man ist immer noch der Ansicht, dass das, was gedruckt ist, doch mehr oder weniger wahr sein müsse, und es ist deshalb wohl kaum zu verwundern, dass beinahe täglich in der Pinanzpresse schlechte Minen als gute chancenreiche Unternehmungen in den superlativsten Phrasen bezeichnet werden. Der Herausgeber der Zeitung hat dann sehr wahrscheinlich gerade eine fette Annonce oder eine Option auf ein Paket solcher Aktien empfangen. Wirklich gute Minenaktien bedürfen keiner derartigen Reklame, selbe empfehlen sich schon von selbst, denn die Börse ist doch der Platz, wo Angebot und Nachfrage den Kurs regulieren. Nicht unerwähnt wollen wir bei dieser Gelegenheit lassen, dass sich seit den Pressenthüllungen des London- und Globe-Kraches die Verhältnisse in der Tagesfinanzpresse etwas gebessert haben, aber, alles in allem, ist dieser Teil der Presse keineswegs besser als sein Ruf, und wir glauben, dass niemand, soweit statistisches Material in Betracht kommt, von der Lektüre dieser Blätter profitieren kann oder wird. Wir wollen jetzt noch kurz die Prämien- oder Optionsgeschäfte besprechen; denn diese Kategorie von Geschäften sind doch noch mehr oder weniger eine unbekannte Quantität, ein Geschäft, welches kein Mensch, ausgenommen der professionelle Spekulant, versteht, und da für viele unserer Leser sehr wahrscheinlich eine derartige Transaktion und die mitsprechenden Chancen mehr oder weniger noch fremd sind, so wollen wir durch ein konkretes Beispiel dies hier demonstrieren. Es giebt Makler an der Börse, 128 welche geneigt sind, irgend jemanden, welcher darnach verlangt, das Recht auf eine Prämie „Call“ zu verkaufen, z. B. Rand Mines Shares zum heutigen Kurse per Ende eines, zweier oder dreier Monate für die Zahlung einer gewissen, sofort zu entrichtenden Summe (Prämie). Nehmen wir nun an, A kauft eine Prämie von 100 Rand Mines Shares per Ende Juni zu 12'/ a und hierfür zahlt er dem Verkäufer 7/6 pro Aktie. AVenn nun Rand Mines an irgend einem Tage bis vor Ende Juni ein Kursniveau von höher als 12 7 / 8 Pfd. St. erreichen, kann A diese Aktien mit einem Gewinne ahstossen; denn er ist berechtigt zu dem Optionsverkäufer zu gehen und selbe zu 12 '/ 2 Pfd. St. zu verlangen, und alles, was über einen Kurs von 12 7 / g Pfd. St. ist, kann er als Gewinn in seine Tasche stecken. Es ist üblich, wenn man eine solche Prämie gekauft hat, ein Jjimit zu geben, welches dem eventuellen Käufer einen gewissen Verdienst lässt. Nehmen wir an, A hat eine Prämie für 100 Rand Mines zu 127.2 J’l'l. St. gekauft und wünscht bei dieser Tran- aktion einen Gewinn von 1 Pfd. St. zu machen, so muss er im Momente, wo Rand Mines den loV 2 Pfd. St.- Kurs berühren, diese 100 Shares abstossen, und er wird abzüglich des Prämienpreises ca. 60 Pfd. St. einheimsen können. Das einzige Risiko, welches der Prämienkäufer hat, ist, dass die Shares nicht genügend im Kurse anziehen, um einen Gewinn zu lassen, und in diesem Falle wird er nur seine Prämie verlieren. Dies bezeichnet man mit einer Vorprämie und dasselbe bezieht sieh natürlich auch auf eine Rückprämie (put options). Der Käufer einer Vorprämie 129 hat das Recht, den Verkäufer derselben zu zwingen, die Shares Ende des festgesetzten Termines zu liefern, und wiederum hat der Käufer einer Rückprämie das korrespondierende Recht, den Verkäufer zu zwingen, die Lieferung der Shares am festgesetzten Termine anzunelnnen. Der Käufer einer Vorprämie ist eben ä la Hausse für die Shares; während der Käufer einer Rückprämie ä la Baisse gestimmt ist. Er hat also in diesem letzteren Falle die Chance, die Shares hei Kursrückgängen billiger einzukaufen und dadurch zu Gewinnen zu gelangen. Nun kann auch ein Spekulant, wenn es ihm passt, sich sowohl eine Vor- als auch Rückprämie derselben Shares kaufen; und belaufen sich die Kosten hiefür auf ungefähr das doppelte. Das Risiko, welches er dann mit in den Kauf zu nehmen hat, ist, dass die Schwankungen nach oben oder nach unten nicht derartig gross sind, um mit einem Gewinne absehneiden zu können. Z. B., wenn eine einfache Prämie in Rand Mines 7/6 pro Aktie bis Ende März kostet, würde die doppelte 15 sh betragen, und wenn nun während dieser Zeit der Kurs nicht 15 sh nach unten oder nach oben hin schwankt, verliert der Spekulant diesen Prämieneinsatz. Die meisten Leute aberkaufen sich Prämien je nachdem sie glauben, dass sich die Tendenz bewegen wird — mit anderen AVorten, der Spekulant hat den Vorteil, dass er genau weiss, wie viel er im ungünstigsten Falle bei einer solchen Transaktion verlieren kann. Wir machen aber noch darauf aufmerksam, dass man sich bei derartigen Geschäften nur an reelle aktive Valeurs halten sollte und dass es vor allen Dingen notwendig ist, derartige Geschäfte nur mit Inside Brokern einzugehen; S. Gumpel, Goldminen. 9 130 denn sonst wird es einem passieren, dass beim Fälligkeitstermine der Prämie das Prämiengeld verloren ist, denn eine solche Transaktion ist in London nicht einklagbar, und kann man einen Kegressanspruch nur hei einer Inside Broker Firma geltend machen. Im Prinzip ist aber das Prämiengeschäft doch nicht derartig lohnend, als es auf dem Papiere erscheint; denn wir wissen nur zu gut, dass die grossen Häuser, also diejenigen, welche den Brokers diese Optionen abgeben, schon alles mögliche versuchen werden, um am Verfalltage den Markt derartig zu manipulieren, dass jene die Prämie einstecken können, und auf alle Fälle nicht noch Kursgewinne darauf auszahlen müssen. Wer voriges Jahr derartige Prämien gekauft hat. wird ja hiervon ein Lied zu singen wissen. Niedrige Prämiensätze sind in den meisten Fällen ein Barometer dafür, dass die grossen Häuser nicht an grosse Kursavancen glauben, und klug gewordene Spekulanten, wir meinen nämlich diejenigen, welche schon Geld verloren, denn an der Börse, wie im Lehen, wird man nur durch Erfahrung klug, wissen recht wohl, dass das Prämiengeschäft auf einer Theorie beruht, welche mehr denn grau ist. Oh nun Shares an und für sich gut oder schlecht sind, kann schliesslich demjenigen, welcher nur vorübergehende Kursgewinne herausholen will, doch ganz gleichgültig- sein. Für schnelle Kursgewinne mögen sogar schlechte Shares unter Umständen viel besser geeignet sein, als gute, deren innerer Wert mehr bekannt ist und mit denen also infolgedessen nicht so viel herummanipuliert werden kann. Es ist nur manchmal schwer, zwischen guten und wertlosen 1 Bl Shares zu unterscheiden, weil eben den Wirepullers zu viele Mittel und AVege zur Verfügung stehen, ihre Waren wie warme Semmeln als vorzüglich auszuschreien. AVie die AVirepullers nun zu Werke gehen, möge folgendes typisches Beispiel illustrieren: Shares werden auf ein gewisses Agio hinaufmanipuliert, um vor allen Dingen durch eine solche Kursavance erst Käufer zu finden. Es ist ja hierbei gar nicht notwendig, dass eine solche Kursavance durch wirkliche Nachfrage entstanden ist; sondern nur, dass das Publikum es als eine wirkliche Nachfrage auffasst. Nachher liest man in der Presse oder in Rundschreiben noch, dass diese Shares auf die vorzüglichen Aufschliessungsergebnisse und die wunderbaren Analysen hin, mindestens innerlich, sagen wir 2'/ 2 Pfd. St. wert sind, der Kurs wird dann gleich am nächsten Tag um 1 / 8 hinaufgesetzt, und kein Mensch denkt dann ans Verkaufen. Inzwischen gelingt es der dahinter stehenden Gruppe, einen grossen Posten Shares dem Publikum aufzuhalsen, und dann natürlich, nachdem der „Coup“ gelungen, fällt der Kurs, sagen wir auf l 3 / 4 Pfd. St., was die Wirepullers natürlich auch nur auf Baisse-Attacken, In- triguen und dergl. zurückzuführen versuchen. Natürlich kann sich auch jetzt das Publikum noch nicht von diesen Shares trennen, trotzdem es doch durch einen Verkauf schon etwas verdienen würde. Jeder aufrichtige Rat fällt eben in taube Ohren; das Publikum glaubt immer nur das, woran es sich zu glauben gewöhnt hat. Alle die wunderbaren chancenreichen Aussichten können doch nicht erlogen sein? Das wäre doch Abspiegelung falscher Thatsachen? 132 Immer wieder jedoch werden Gerüchte über diese Shares in Umlauf gesetzt, welche allerdings, bevor sie noch kaum gedruckt sind, schon widerlegt werden ; aber die Shares fallen trotz alledem, nicht deshalb, weil das Publikum Angstverkäufe vorgenommen hat, sondern einfach deshalb, weil die dahinter stehende Gruppe grosse Posten auf den Markt geworfen, um das Heu einzuheimsen, bevor das schöne Wetter vorüber. Das Publikum verkauft niemals bei derartigen Rückfällen, aus dem Grunde, weil es einmal nicht glauben will, dass es hereingelegt; dann aber auch, weil es ihm unmöglich ist, ein künstlich gezüchtetes Valeur von einem reellen zu unterscheiden. Spekulation in Minen-Aktien ist eine Wissenschaft, deren Studium eine komplizierte, aber auch dankbare Aufgabe ist. 1 Das Risiko ist ja ein verhältnismässig grosses, wird sich aber in dem Masse verringern, als der Spekulierende sich bemüht, hinter die Kulissen zu schauen. Eine wichtige Frage, welche fast immer über die Solidität oder Unsolidität eines Minenshares den Ausschlag geben wird, und deren Beantwortung der Spekulant stets zu erhalten bestrebt sein soll, ist die, ob irgend eine Outside- Broker-Firma oder ein ähnliches Institut — wir sprechen von den sogen. „Minenbanken“ — eine Option über eine gewisse Menge dieser Aktien hält. Dies wäre, wie gesagt, das beste Warnungssignal, und wird oft grosse Enttäuschungen ersparen. Die einfache Thatsache, dass eine Mine in der Nähe einer als erfolgreich bekannten Mine gelegen ist, und dass angeblich nach Aussage irgend eines Sachverständigen, die reiche Ader jener Besitzung 133 aucli durch die neu gegründete Mine führen muss, sollte niemand in Versuchung führen, sein Geld hierin zu -wagen. Wir wollen ein typisches Beispiel, und zwar das des Boulder Distriktes in Westaustralien anführen. Auf den Lorbeeren der beiden als reich bekannten Boulders wurden ca. ein Dutzend anderer East, South, West etc. begründet; aber all diese Minen sind ebenso schnell von der Bildoberfläche mit dem Geld des Publikums verschwunden, als selbe aufgetaucht. Noch einen anderen typischen Fall: Vor ungefähr 18 Monaten wurde unter der Sonne des wunderbaren Erfolges der Great Fingall Mine die Cue Gold Mining Exploration Co. ins Leben gerufen. Es wurden 5 Bohrlöcher von zusammen 2500 Fuss Tiefe gegraben, natürlich ohne jedwedes Ergebnis. Dann wurde, um diesen Misserfolg schnellstens zu neutralisieren, eine andere Besitzung erworben, welche den Aktionären als Beruhigungspulver dienen sollte. Aber welch ein schwacher Trost für diejenigen, welche diese Shares zu 1 '/ 4 Pfd. St. begierig aufgekauft, denn heute können sie kaum 5 Shillinge dafür erhalten. Es ist überflüssig, zu sagen, dass eine Outside- Broker-Firma eine grosse Option auf diese Shares gehabt, und dass es derselben auch gelungen ist, durch ein in den optimistischsten Ausdrücken sich ergehendes Bundschreiben noch genügend „Dumme“ zu finden, um ihr den Best ihrer Option abzunehmen. Der Glaube macht eben auch in Börsengeschäften selig. In den meisten Fällen ist es immer das weiseste, vorausgesetzt, dass man die Aktien noch nicht ge- 134 kauft, die Bohrergebnisse abzuwarten, obgleich, wie mancher Leser wohl erfahren bat, die ersten Bohrergebnisse durchaus nicht für einen Minenbetrieb massgebend zu sein brauchen. Man kann ja z. B. auf eine reiche Ader stossen, der Goldgehalt derselben kann jedoch nach der Tiefe hin so sehr abnehmen, dass ein Minenbetrieb im grossen Stile sich als unrentabel ausweisen würde. Westaustralien ist ganz der Platz für derartige Enttäuschungen, und selbst dem eminenten Sachverständigen, Bergrat Schmeisser, ist hier mehrere Male sogar „sein Latein ausgegangen“. So oft wird man in Versuchung geführt, Minenaktien zu kaufen, welche raketenartig im Kurse an- ziehen, Shares, welche an der Börse neu eingeführt, aber noch nicht zum Abrechnungsgeschäft, d. h. Settlement, zugelassen worden sind. Diese Shares sind demnach noch nicht lieferbar, man hat jedoch Avegen Festsetzung eines Termins beim Börsenkomitee nacli- gesucht. Der nichts ahnende Käufer derartiger Aktien steht natürlich unter dem Eindrücke, dass er diese Shares zu dem jeweilig herrschenden Kurse ohne weiteres wieder loswerden wird. Der Kurs Aveist in sehr vielen Fällen sogar einen hübschen Verdienst auf, aber der Käufer hat „seine Rechnung ohne den Wirt gemacht“, d.h. in diesem Falle ohne das Stock Exchange Settlement. Je näher der Tag einer solchen offiziellen Kurserklärung von solchen Shares nun heranrückt, desto kritischer gestaltet sich der Markt in diesen Aktien, und erst einige Tage vor einem solchen Lieferungstage bricht der Markt in denselben zusammen. Wir verAveisen nur auf zwei drastische 135 Beispiele der jüngsten Zeit, wobei auch viele deutsche Spekulanten viel verloren haben müssen: der Geduld Deeps und Cuban Mining Exploration; in letzterem Falle fielen diese Aktien, welche in geschickter Weise bis über 5 Pfd. St. hinaufgetrieben wurden, auf ca. 1 Pfd. St. Der unkundige Spekulant, welcher „fern von Madrid“ diese Hiobspost empfing, hatte natürlich nicht die geringste Ahnung, dass der Kurs nur ein künstlich gezüchteter, ein „Strohfeuer“, war. Natürlich lässt sich eine derartige Manipulation auch nur in solchen Aktien durchführen, welche noch nicht, wie oben erwähnt, für die jeweilige, alle 14 Tage stattfindende Abrechnung in Frage kommen, und wir wollen auf diese Fälle hier nur noch warnend aufmerksam machen. Man erkundige sich jedesmal vor Ankauf solcher Aktien, ob erstens ein freier Markt in denselben an der Börse bestehe, zweitens, ob dieselben auch als lieferbar gelten; denn sehr oft ist es der Fall, dass ein gewisser Teil von Aktien noch nicht zugelassen ist, d. h. nur diejenigen Aktien, welche das Betriebskapital des Unternehmens repräsentieren, während die sogen. Yendorsliares, also diejenigen, welche der Vorbesitzer der Gesellschaft als Kaufsumme erhalten, erst später an der Börse als vollberechtigt gehandelt werden dürfen. — In vielen Fällen wird nun das nichts ahnende Publikum mit letzteren betrogen und merkt dies natürlich leider erst zu spät. Auch durch Dividendenzahlungen allein sollte man sich nicht zum Ankäufe von Minenaktien verleiten lassen, denn eine solche Transaktion wird oft 136 von der dahinter stehenden Gruppe nur zu dem Zwecke insceniert, um Käufer heran zu locken. Eine derartige Dividende stellt sich leider nur zu oft als Eintagsfliege heraus, und wir könnten viele Fälle nennen, wo diese Dividendenschwalbe nicht nur keinen Sommer, sondern einen trostlosen Winter gebracht hat. Beim Kaufe einer Dividenden zahlenden Aktie muss man sich auch sehr in acht nehmen, dass man auch um die Dividende nicht betrogen wird; denn nur zu oft werden durch eine technische Hinausziehung des Lieferungstermines die Dividenden dem Käufer vorenthalten. Ein anderer Punkt, über den man sich beim Ankäufe vollständige Klarheit verschaffen sollte, ist der, ob nicht noch Verbindlichkeiten in Form von Zuzahlungen auf dieselben vorhanden sind, ein Umstand, welchen der unreelle Verkäufer meist nur zu gern verschweigt. Wir kennen Fälle, dass der Käufer nicht allein seinen ganzen Einsatz verloren, sondern ausserdem noch nachzuzahlen hatte. Viele Minenshares, welche nominell auf 1 Pfd. St. lauten, sind beispielsweise mit nur 5 Shillingen angezahlt, sodass noch 15 Shillinge nachzuzahlen sein würden. Oft wird auch beim Ankäufe solcher Aktien in den superlativsten Ausdrücken versichert, dass Nachzahlungen in Anbetracht der vorzüglichen Chancen dieser Aktien auf lange Zeit hinaus vollständig ausgeschlossen seien, oder, dass dieselben inzwischen derartig im Kurse anziehen würden, dass die eventuellen Nachzahlungen durch Kursgewinne wieder neutralisiert wären; Ammenmärchen, welche leider nur zu oft ihre Wirkung nicht verfehlen. 137 Von Zeit zu Zeit wird von London und sogar von Frankfurt aus versucht, sog. amerikanische Minenaktien zu verkaufen, welche in London an der Börse überhaupt nicht gehandelt werden und infolgedessen so gut wie unverkäuflich sind. So hörten wir neulich, dass eine Frankfurter Firma gewisse El. Capitan Mining-Aktien durch Zirkulare keruin- hausiere, und es scheinen auch viele Leute „auf den Leim“ gegangen zu sein, die wohl ihr Geld auf Nimmerwiedersehen diesem Herrn in den Schoss geworfen haben. Für Minenaktien, für die in London kein offener Markt besteht, ist jedwede Hoffnung verloren, und man sollte sich doch logischer Weise sagen, dass die klugen Yankees den Europäern doch keine chancenreichen Minenaktien gönnen werden, und deshalb die Sache wohl „einen Haken haben müsse“! Wir warnen auch noch vor dem professionellen Londoner Agitator, welcher sich schwer heimgesuchten Minengesellschaftsaktionären in der philantropischsten Art und Weise als Retter in der Not anpreist. Er verlangt als Anfangsspesen nur die Kleinigkeit von 6 d. pro Aktie, um einen sog. Regressanspruch gegen die resp. Verwaltung oder Gründung anstrengen zu können. Umsonst ist doch der Tod; und der in der Kleinstadt wohnende schwergeprüfte Aktionär klammert sich schliesslich noch an den „letzten Strohhalm“; aber dass es über hübsch gedruckte vielversprechende Rundschreiben nur sehr selten hinauskommt, brauchen wir wohl kaum noch zu erwähnen, denn London ist gross, und solch ein kleiner Schreier von Agitator wird doch schnell mit Geld und guten Worten totgeschwiegen, 138 falls er zu gefährlich -werden sollte. Man versucht jetzt z. 13, die schon an anderer Stelle erwähnten, hart bedrängten Gibraltaraktionäre um Beisteuerung eines Scherfleins von 6 d. pro Aktie. Yiele haben ihr Geld geschickt; denn „es irrt der Mensch, solang er strebt!“ Das Sündenregister würde nicht vollständig sein, ohne der Umtauschratschläge zu gedenken, welche die um das Wohl ihrer Mitmenschen so sehr besorgten Outside Brokers den armen Aktionären so oft unterbreiten. Da empfängt ein Spekulant einen Brief, dass an seinen Aktien etwas faul ist (besonders werden hierfür in Bekonstruktion stehende Gesellschaften ausgesucht), und dass, natürlich nur nach Ansicht des llatgebers, es das Beste wäre, wenn Adressat seinen Bestand in weit chancenreicheres Material Umtauschen würde. Wir brauchen wohl hierbei nicht zu erwähnen, dass die empfohlenen Aktien zehnmal weniger Chancen haben, als die, welche ihm der Outsider Broker zu verleiden sucht; leider giebt es immer noch viele Leute, welche auf diesen Bauernfang hereinfallen; so kommen sie „vom Hegen in die Traufe“. Die Jahresberichte, ganz besonders von Einanz- Gesellscliaften, lassen, was Aufrichtigkeit und Deutlichkeit anbetrifft, recht viel zu wünschen übrig. AVas in einem solchen Berichte verschwiegen, und was nicht in demselben enthalten ist, ist meistens von weit einschneidenderer und massgebenderer Bedeutung für den wirklichen Status einer Gesellschaft, als dasjenige, was die A r erwaltung der Mühe wert erachtet, auf „schwarz und weiss“ den Aktionären 139 getrost ins Haus zu tragen; mit anderen Worten, es sind die Unterlassungssünden, nicht die Begehungssünden, welche uns das Lehen so oft erschweren. Diese Herren Direktoren scheinen eben der Ansicht Bulwers zu sein, dass „die kleinen Dingo des Lehens den Fluch des Lehens ausmachen“. Für viele Minen-Interessenten wird jedoch dieser Punkt von derartiger Wichtigkeit sein, dass es sicli wohl der Mühe verlohnt, wenn wir versuchen, durch einen konkreten Fall uns etwas verständlicher zu machen. Setzen wir uns also einmal die Brille der passiven nüchternen Logik auf und sehen uns den letzten Jahresbericht einer der grössten Finanz- Gesellschaften , denjenigen der Johannesburg Consolidated Investment Co. limited, etwas genauer an. Der Verwaltung, eingedenk des Sprichwortes, dass „kleine Geschenke die Freundschaft erhalten“, kam es in den kühnen Sinn, eine 10°/ 0 Dividende zu erklären. Daroh herrschte natürlich „Freude in Trojas Hallen“; d. h. in denjenigen der Outside Brokers, welche mit grossen Optionen in Hülle und Füllehedacht waren; aber trotz aller schöner lleden des \ orsitzenden, welcher die hoffnungsvollsten Visionen von ungeahnten Reichtiimern seinen Aktionären vorzureden versuchte, war die Freude von Kursavancen, um grosse Abladungen seitens der Drahtzieher zu ermöglichen, doch nicht von langer und intensiver Wirkung und Bedeutung. Die Leute, so sagte uns ein interessierter Broker, scheinen heute alle Scheuklappen zu tragen und den weitsichtigen Blick verloren zu haben. Gehen denn aber die Pferde, und namentlich die weniger trainierten, mit Scheuklappen 140 nicht weit sicherer als diejenigen, welche durch weitsichtige Blicke nur zu leicht zu halsbrecherischen Seitensprüngen geneigt sind? Also zur Sache: Bei einem derartig glänzenden Gewinne von 658 000 Pfd. St. eine nur derartig kleine Dividende zu zahlen, lässt doch, um mit Sabor zu reden, „tief blicken“. Aus Gold-Minenbetrieben seihst konnte die Verwaltung keine Gewinne erzielen, und da es also nicht möglich war, auf diese Weise „Geld zu verdienen“, blieb ihr nichts weiter übrig als andere Mittel und Wege zu ergreifen; man machte Lombardgeschäfte, d. h. gegen gute Zinsen half man derjenigen Kategorie von Spekulanten, für welche jeder Tag seine neuen Sorgen hat, über den Berg, mit anderen Worten über den Uebertragungstag an der Effektenbörse, und es kann den Aktionären schliesslich doch auch ganz gleichgültig sein, auf welche Weise ihre Dividen- den-Freuden errungen werden. Barbestand laut Bilanz war nur 154 476 Pfd. St. oder 126 000 Pfd. St. weniger als zur Verteilung der Dividenden notwendig; es war demnach erforderlich, von den vielen auf dem Papier stehenden Aktiven in Höhe von 1990184 Pfd. St. etwas zu verpfänden. Den Tochtergesellschaften hat man mit 798874 Pfd. St. unter die Arme greifen müssen; trotzdem deren Kapital durch Neuemissionen zu substantiellen Prämien bedeutend vermehrt worden ist, z. B. die New Primrose 25 000 neue 1 Pfd. St.-Aktien zu 3.15.— Pfd. St., Ginsberg 15000 zu 3.15 Pfd. St., Glencairn 50000 zu 2.5 Pfd. St., New Unified Main Reej 100000 zu 1.10 Pfd. St., u. s. w. Wenn nun die 141 Kaffem sich nicht bald eines besseren besinnen und zur Arbeit eilen, dann müssen doch nach Adam Riese diese bedeutenden Aktiven im Werte zurückgehen. Das Interessanteste im ganzen Eerichte ist aber der Umstand, dass gemachte Anleihen in Höhe von 400000 Pfd. St. zurückgezahlt worden sind. Wie hat man denn dieses schöne Sümmchen aufgebracht? Aus Goldminenbetrieben war es unmöglich. Nein, es wurde einfach hohe Finanzpolitik getrieben, d. h. in gut deutsch „Peter zu nehmen gesucht, um Paul zu bezahlen“! Trotz der oben erwähnten Kapitalsverwässerungen oder Neuemissionen versucht die Verwaltung „kühl bis ans Herz hinan“, die Aktionäre dahin aufzuklären, dass, obgleich die New Primose und Ginsberg substantielle Gewinne aufzuweisen haben, die Direktoren es doch für weise befunden, dass weiteres Betriebskapital nicht aus den laufenden Einnahmen geschaffen werde. Also die Dividendenverteilungen der erwähnten Gesellschaft sind nur deshalb vor sich gegangen, um die Abladung der neugebackenen Aktien zu erleichtern, und „last not least“ um selbst Geld in den Beutel zu bekommen; denn nach unserer Rechnung würde dies für die Johannesburg Consolidated Investment kaum weniger als 35000 Pfd. St. ausmachen. „Es werden also zwei Tauben mit einem Schlage gefangen.“ Ist denn diese Gesellschaft nicht ein reifes Kind derer von Barnatos Gnaden? „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm!“ Allerdings sind derartige Schiebungen im Vergleich zu denjenigen der bekannten Barnato- leistungen noch das reine Kinderspiel; aber was nicht ist, kann ja noch werden. Auf alle Fälle lässt dieser 142 Bericht die höchsten Erwartungen zu. Wenn er nun auch „prima facie“ einen recht offenherzigen Eindruck macht, so scheint man sich doch über einige nicht ganz unwesentliche Punkte ausschweigen zu wollen und sich mit Würde darüber hinwegzusetzen, so z. B. erzählt man uns nicht, wie und wo sich der Reservefond befinde; auch würde „etwas mehr Licht“ über den Effektenbesitz die Augen der Aktionäre wohl nicht gar zu sehr geblendet haben? Ist es denn wirklich genügend, dass Gewinne erzielt werden, Dividenden verteilt sind, und so der Markt in den Aktien mit „heissem Bemühen“ aufrecht erhalten wird? — Dass der Bericht der Barnato Consolidated Mines Limited, insofern Einanz-Kunststückchen und Börsenmache in Betracht kommen, dem seiner Tochter (der Johannesburg Consol Investment) weit überlegen, liegt wohl in der Natur der Sache. Viele Spekulanten ziehen trotz der schrecklichen Divi- dendenlosigkeit die Mutter vor; der eine liebt eben die Mutter, der andere die Tochter! Also bei einem Kapitale von nicht weniger als 1 352500 Pfd. St. ist die ungeheure Summe von 14 396 Pfd. St. 11 sh, und 4 d. nicht zu vergessen, zum Verdienen (gross geschrieben) gebracht worden, und deshalb das viele Geschrei!? Die Aktiven auf Effektenkonto stehen mit 1 290 073 Pfd. St. zu Buche; ob sie heute hierfür zu verkaufen (mit Ausnahme von Ferreira Deep und Jumpers Deep Shares ist heute wohl kaum etwas davon verkäuflich), wäre eine voreilige perfide Frage, welche wir zu beantworten denjenigen Aktionären überlassen müssen, welche von Natur aus mit einem 143 nörgelnden Temperament veranlagt sind. Den ehemaligen Kasseler Treher-Aufsichtsräten, in oder ausserhalb geschlossener Thüren, würde beim Anblick dieser Bilanz „das Wasser im Munde zusammenlaufen“; und nun erst ein Barbestand von 153 957 Pfund Sterling ist doch auch keine zu verachtende Leistung, wenn die Freude daran nur nicht wieder durch den unangenehmen Thatbestand vergällt würde, dass man sich 71 575 Pfund Sterling von der Band Gen trat- Gold-Mines als „Schaufensterausschmückung“ hierfür geborgt hak Einen Reservefond scheint die Verwaltung als ein überflüssiges Uebel aufzufassen und sie lässt sich auf die Errichtung eines solchen garnicht ein. Als Ersatz hierfür scheint sie die noch nicht ausgegebenen Aktien ihrer eigenen Gesellschaft zu nehmen und das Publikum soll bei günstiger Gelegenheit hiemit zu hohen Prämiensätzen beglückt werden. Die Barnatos gemessen aber schon seit Jahren den zweifelhaften Ruf eines „enfant terrible“ unter den Kaffirmagnaten und als geschickte Architekten in der Aufstellung finanzieller Kartenhäuser. Sie lassen eben keinen Stein unberührt, um ihren Ruf voll und ganz aufrecht zu erhalten, und dafür, das muss ihnen sogar der Neid lassen, gebührt ihnen der Lorbeer, ganz gleich, wie bedenklich schief derselbe auch hängen möge. Barnato’scher Finanz legt man heutzutage in Citykreisen schon das Prädikat machiavelli’scher Finanzpolitik bei. Um nun dieses Possenspiel, eigentlich wohl der Tragödie zweiten Teil, ganz zu beschreiben, muss man verstehen, dass sich in Johannesburg das Pagodentheater der Generalversammlungen abspielt, und 144 es lässt sich wohl denken, dass dort für ein dankbares Publikum, das der Verwaltung ni«ht mit neugierigen Fragen das Leben erschwert, gesorgt ist. In welcher Weise die Aktionäre mit Bezug auf Verwaltungskosten beraubt werden, das ist geradezu auf keine Kuhhaut zu schreiben. Sehen wir uns einmal den Jahresbericht einiger Gesellschaften an, die nur ein elendes Scheindasein fristen und dies auch nur durch Hilfe einer Outesidebroker- hrnna; denn diese unterhalten solche Gesellschaften, weil sie seihst ohne sie nicht leben können. Als Typen hierfür gelten z. B. Union Jack Consolidated, Londoner Verwaltungsspesen ca. 1670 Pfd. St. per annum (die Aktien selbst sind unverkäuflich), Tarkwa Main Reef: dto. 2560 Pfd. St. per annum, Matabele Sheba: dto. 1885 Pfd. St. etc. Die in Westaustralien ihren Sitz habenden Gesellschaften leisten übrigens in dieser Beziehung unglaubliches: denn in Anbetracht dessen, dass sich die Majorität der Aktionäre im fernen Europa befindet, wird natürlich aus „vollem Beutel“ gewirt- schaftet; so z. B. sind die Verwaltungskosten der Lady-Shenton-Mine derartige, dass bei einer vorjährigen Goldausbeute von beinahe 60000 Pfd. St. nur 8000 Pfd. St. in die Taschen der Aktionäre geflossen sind. Kommentar hierzu wohl überflüssig. Einige Aktionäre sind dadurch sogar aus ihrer Passivität gerüttelt worden, was heutzutage doch schon etwas sagen will. Wir könnten noch hunderte solcher Beispiele anführen. . Wir haben einmal versucht festzustellen, welche 145 Summen im Laufe der letzten drei Jahre seitens der Gesellschaften verwandt worden sind, um in den kritischen Tagen den Kursstand südafrikanischer Gesellschaften aufrecht zu erhalten, und wir wollen hiervon nur acht typische Beispiele geben: Cons. Cloldfields of S. A. . . 3 506 794 Pfd. St. Rand Victoria . . . . , 355 600 n » Henderson. 335 975 n n Johannesburg Cons, ]nvest. . 189 519 ii ii Barnato Cons. Mines . . . 149 266 ii n Oceanas. 87 119 » » Frank Smith. 34 100 ti n Luipaards Vlei. 30 110 n » Der Aktionär, das spekulierende Publikum, hat also diese Summen, ohne jedwede direkte Entschädigung bezahlen müssen; nur die Magnaten haben direkte Vorteile daraus gezogen, und bevor nicht normale Verhältnisse d. h. wie vor dem Kriege in den Minenbetrieben eingetreten sind, wird ein derartiges Sicherheitsventil für die Wirepuller wohl kaum ausser Thätigkeit gesetzt werden können. In Anbetracht der Vorkommnisse bei der Great Fingall Gons.-Verwaltung wäre es recht ratsam, wenn die Aktionäre darauf dringen würden, dass die Verwaltung zum Schutze des Eigentums der Aktionäre Versicherungen gegen Unterschlagungen, Fälschungen seitens ihrer Beamten eingeht, falls sie selbst nicht fähig ist, derartige Schwindeleien rechtzeitig zu entdecken, und es unterliegt keinem Zweifel, dass der Aufsichtsrat der Great Fingall zu derjenigen S. Gnmpel, Goldra'raen. IQ Kategorie von Menschen gehört, welche mehr Glück wie Verstand besitzen. Durch das verschärfte Gesellschaftsgesetz veranlasst, sind in den letzten Monaten viele Herren Gründer auf den kühnen Gedanken gekommen, ihre Gesellschaften auf der engl. Insel Guernsey das Licht der Welt erblicken zu lassen. Ohne weiter auf die technischen ökonomischen Vorteile einzugehen, soweit die Herren Gründer dabei in Betracht kommen, möchten wir nur warnend hervorheben, dass Gesellschaften,welche dort in Guernsey registriert sind, keineswegs unter dem Schutze des jetzt etwas schärferen englischen Gesellschaftsgesetzes stehen, und deshalb soll man sich hei neuen Unternehmungen vorher darüber unterrichten, ob die betreffende Gesellschaft in London oder in Guernsey ihren Sitz hat. Prima facie wird man einem derartigen Prospektus eine solche Umgehung des Gesetzes wohl kaum anmerken können. Man versucht jetzt das Börsenkomitee dahin zu beeinflussen, dass Shares von derartigen Gesellschaften das Privilegium eines Settlements (offizielle Einführung und Quotierung an der Stock Exchange) nicht zustehen soll; unbedingt ein Schritt von grossem Vorteile für das spekulierende Publikum. Es bedarf recht vieler Kenntnisse und Erfahrungen, um die Aufmachung von Jahresabrechnungen (Bilanzen) von Minengesell schäften eingehend verstehen zu können, geschweige denn deren Zuverlässigkeit prüfen zu können; da die Aufschliessungs- und Abschreibungs- könten nur von demjenigen beurteilt werden können, welcher im stände ist, die inneren Verhältnisse der 147 Mine zu kennen. So kann j z. B. hei einer Miiie Zwecks-Dividendenausschüttungen die Aufschliessungspolitik seitens der Verwaltung derartig manipuliert werden, dass sich im folgenden Jahre eine Unterhilanz hefaüsstellen wird'oder muss. Derartige Praktiken sind wiederholt zum Nachteile der Aktionäre vorgenommen worden; damit es eben der dahinter stehenden Gruppe ermöglicht werde, auf diese erklärte Dividende hin noch Aktien verkaufen zu können, d. h.. eine gewisse Nachfrage hervorzurufen. Man sollte daher Dividenden niclit immer als ein Zeichen irgend welcher Prosperität betrachten. Wir machen noch darauf aufmerksam, dass viele Gesellschaften gewisse Raten auf ausgegebene Aktien noch ausseh- stehend haben; nehmen wir an, dass auf einen grossen Posten Aktien nur 5 Shillinge angezahlt worden, also demnach noch 15 Shillinge pro Aktie darauf zu zahlen sind. Diese ausständige Summe findet man heirii Jahresschluss auf Kapitalkonto als Aktivum oder als Vermögen der Gesellschaft gebucht, ein Posten, der sicli nur zu oft als illusorisch erweist. Wenn z. B. ein Syndikat auf diese Shares subskribiert hat, in der Erwartung, dass es im stände sei, sie noch rechtzeitig abzustossen, dies ihm aber nicht gelingt, dann wird es lieber die ersten 5 Shillinge verlieren, als noch 15 Shillinge daraufzuzahlen. Und da ein solches Syndikat meist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht ist, so ist ihm schwer beizu- kbmmen; „denn wo nichts ist, hat selbst der Kaiser sein Recht verlören“. Dies ist sehr oft die Ursache, dass das ganze Unternehmen „in die Brüche geht“, und deshalb informiere man sich eingehend, ob 148 diese Verbindlichkeiten nicht als dubiose Aktiven anzusehen sind, da sehr oft die Gründer schon eine derartige Schiebung zur Täuschung des Publikums vornehmen. Es wäre ja eigentlich angebracht, nun auch einige gute Jahresberichte zu analysieren, und nicht nur immer unkenartig auszurufen, wie es nicht gemacht werden soll; aber ein aufrichtiger Bericht ist doch eigentlich selbstverständlich; die Verwaltung, die ihre Geschäfte auf ehrlichen Prinzipien leitet, tut doch nur ihre Pflicht und Schuldigkeit der menschlichen Gesellschaft gegenüber. Wenn wir auch die letzten Jahresberichte von Görz, Anglo Erench oder East Rand Mining Estates keineswegs als Muster hinstellen, so können sie doch passieren und einen Blick mit der Lupe vertragen. Wer sich die Mühe nehmen will, sie durchzulesen, wird wohl keine mysteriösen Posten darin figurieren sehen. Aber, werden unsere Leser fragen, ist es denn schon so weit mit der Zuversicht auf Treu und Glauben gekommen, dass man eine ehrliche Verwaltung, wie Diogenes mit der Laterne aufsuchen muss? Soll man diesen Leuten denn noch ein Ehrendiplom verleihen, weil sie ehrlich und verständnisvoll das Vermögen anderer, von denen sie gut dafür bezahlt worden sind, verwalten? „Wem Gott ein Amt giebt, dem giebt er auch V erstand! “ „Nomina sunt odiosa“ passt wohl in diesem Palle mehr auf die guten als auf die schlechten Verwaltungen. Schliesslich wird sich aber auf diesem wichtigen Gebiete der Finanzwirtschaft das Gute von selbst 149 Bahn brechen; denn unsere Leser können versichert sein, dass über kurz oder lang die Sünden einer jeden Yenvaltung durch die noch immer jeden Morgen aufgehende Sonne des Gerechtigkeitsgefühls der Menschheit an den Tag kommen werden! Das Attest eines vereidigten Bücherrevisors hat so gut wie gar keine praktische Bedeutung für den, der den wirklichen Stand seiner Gesellschaft kennen lernen will; denn solch ein vereidigter Bücherrevisor kann und wird doch niemals den wirklichen Wert der Aktiven festsetzen können. Nehmen wir nun einmal den ungünstigsten Fall an, dass aus dem einen oder anderen Grunde hei einer Gesellschaft, deren Aktiva hauptsächlich aus Zukunftssachen bestehen, morgen Ausverkauf wäre! Was dann? Jeder Aktionär sollte sich heim Durchlesen eines Jahresberichtes selbst sagen, dass es die Aktiven sind, welche den Ausschlag gehen und nicht die Passiven. Wo die Menschen schweigen, da sprechen die Steine um so lauter! In unserem Falle also die Steine, worin kein Gold gefunden worden ist noch werden wird. Das Publikum, die Aktionäre, sollten aber hieraus verstehen lernen, dass es erste Pflicht ist, dafür Sorge zu tragen, dass die Bilanzaufmachungen ihrer Gesellschaften auf konservativster und vollständigster Basis vor sich gehen. Hier sollte der Hebel zur Besserung angesetzt werden, und zwar in Form eines Aktionärausschusses von Geschäftsleuten makellosen ltufcs, der alle Aufstellungen eingehend prüft und der Verwaltung Decharge erteilt, und nicht, dass wie es jetzt der Fall, der Jahresbericht in der Generalversammlung einfach „durchgepeitscht“ wird. Ein 150 solcher Schritt würde zweifellos, so theoretisch derselbe an dieser Stelle auch aussehen mag, manchen Enttäuschungen zur rechten Zeit Vorbeugen. Die sogen. Tapekurse, d. h. also, die verschiedenen jeweiligen Kursschwankungen sind in keiner Weise der geringste Anhaltspunkt dafür, dass ein offener Markt in Minenaktien bestehe. Diese Tapekurse, um uns recht bildlich auszudrücken, bilden eine Art „Corps de Ballet“ für das nichts ahnende Publikum, und mancher Spekulant wird aus Erfahrung wissen, dass diese Kurstänze und die dazugehörige Musik, hier also die begleitenden Berichte, eben nur „aus Pappe“ — nur Theater waren. Gieht es denn etwas einfacheres, als eine künstlich gezüchtete Minenaktie auf der Tapekursliste ein „pas de seul“ zum Vergnügen des spekulierendenTublikums tanzen zu lassen? Die die Strippe ziehende Pinanzgruppe bringt ihre Marionetten eben selbst in graziöse schwungvolle Bewegung, ohne erst auf das Publikum zu warten, indem sie durch einen Makler für sich selbst kaufen und ver-. kaufen lässt; und der mit hoffnungsvollem Erstaunen die Schwankungen der Kurse beobachtende Spekulant steht natürlich unter dem Eindrücke, dass alle diese Kursschwankungen auf das natürliche Gesetz des Angebots und der Nachfrage zurückzuführen sind, und wird hierdurch zum Einsteigen, zum Kaufen veranlasst. Lässt denn nicht auch der Schaubudenbesitzer auf einem Jahrmärkte vor der Vorstellung ausserhalb 1 seiner Bude einige Marionetten gratis, das vergnügungssüchtige Publikum ergötzend, etwas vortanzen ? Dieses Kunstmittel wird niemals seine Kraft versagen, und deshalb nehme man Tape-Kursschwankungen, ganz gleich in welcher Form, nicht für bare Münze, sondern für falsch gedrucktes Papiergeld an, ein Gleichnis, welches mit nur wenig Ausnahmen auf die meisten an der Börse neu eingeführten Minen aktien passen wird. Auch wird es niemand bereuen, wenn er sich eingehend danach erkundigt, oh nicht diese oder jene in Frage kommende Gesellschaft eine Aufwärmung eines alten, nicht mehr Appetit erregenden Gerichtes bedeute. Dem schlecht erzogenen Kinde einen anderen Namen beizulegen, ist eine leichte Metamorphose. Viele Minengesellschaften, welche nicht, wie Casars Weib, „über allen Verdacht erhaben“, werden einfach umgetauft und in neuer verbesserter Auflage dem Publikum, das natürlich von einer derartigen Familienfeierlichkeit nichts gehört hat, in wunderhübschem Kleide unter neuem Namen dargebracht; aber nach dem neuen Gesellschaftsgesetze sollte es nicht zu schwierig sein, durch das Taufregister etwas näheres über die Eltern eines solchen Kindes zu erfahren. — Neugierde in Börsengeschäften wird sich in den meisten Fällen als eine verkappte Tugend erweisen, zu der wir jedem Interessenten nur raten können. Ueber Rekonstruktion von Minengesellschaften, deren Ursachen und Wirkungen könnte man allein schon eine Broschüre schreiben. Viele Gründer und Finanzjongleure huldigen sozusagen dem Prin- zipe, dass eine Gesellschaft, welche nicht rekonstruiert worden, ihren Beruf verfehlt hat. Ueber alle Rekonstruktionen ohne weiteres ein Verdani- 152 mungsurteil zu äussern, wäre wohl etwas zu radikal. Bei den meisten dieser sogen. Sanitätsquetschen wird dem betreffenden Aktionär ja die Pistole auf die Brust gesetzt. Der Kurs der betreffenden Shares wird auf 0,0 hinuntergesetzt, d. h. unverkäuflich, und es heisst dann einfach: entweder „Zahlen oder Gehen!“ Man erkundige sich aber immer eingehendst, oh eine solche Nachzahlung auch schliesslich von irgend einem Vorteile sei, d. h. oh man durch ein eventuelles späteres Börsenmanöver in den Stand gesetzt wird, mehr herauszuholen, als man einzusetzen hat. Die Theorie der Wahrscheinlichkeitsberechnung wird einen aber hierbei recht oft im Stiche lassen; denn häufig spielen die inneren Verhältnisse der Mine, d. li. das Antreffen von Gold, bei einem derartigen Bekon- struktionskonzert nur die zweite Geige; denn die erste Geige spielt hierbei die Virtuosität und Leistungsfähigkeit der Konzertmeister, d. h. der dahinterstehenden Finanzgruppe, nach deren Tönen die Aktionäre tanzen und sich drehen müssen. Man muss nun heim Crescendo rechtzeitig die Ohren spitzen und im richtigen Moment des Fortissimo, also, wenn der Kurs der neuen rekonstruierten Aktien am höchsten steht, das Aussteigen nicht versäumen, denn sonst wird man dabei hängen bleiben; aber leider nur zu oft geht den Musikanten die Luft aus und es kommt gar nicht bis zum Fortissimo. Man vergesse auch nicht, sich vor Zuzahlung — also vor Beitritt zu einer Rekonstruktion — danach zu erkundigen, wie hoch die Verbindlichkeiten der Gesellschaft sich belaufen, d, h. wie viel die Gesell- schaft der dahinter stehenden Gruppe bereits schuldet; denn es ereignet sich eben nur zu oft, dass derartige Rekonstruierungen nur deshalb eingefädelt werden, um vor allen Dingen den Drahtziehern Geld in den Schoss zu werfen; also liegt es doch im eigensten Interesse dieser „uneigennützigen“ Leute, mit Sirenengesang ihre „Aufforderung zum Tanze“ lieblich einschmeichelnd ertönen zu lassen, um genügend klingende Beteiligung zu finden, damit sie vor allen Dingen wieder zu ihrem eigenen Geld kommen. In sehr vielen Fällen endigt aber solch ein Rekonstruktionsprojekt in eine Begräbnisfeierlichkeit, und die vorerwähnten Töne gehen dann wohl früher oder später, nachdem der Aktionär, „der Mohr, seine Schuldigkeit getan“, in einen Trauermarsch (in Form einer Ankündigung, dass nach Aussagen von Sachverständigen es besser wäre, zu liquidieren) über, und unser mit solch schöner Musik begonnenes Konzert endigt mit einem schrillen Disakkord. Man sende niemals Vollmachten (proxies) für Generalversammlungen oder andere Zwecke an Leute, von derenAufrichtigkeit man nicht vollständigüberzeugt ist, denn ganz abgesehen davon, dass diese Vollmachten meist nur für einen gewissen Zweck ausgestellt werden, so hört man doch des öfteren, dass von einer derartigen Vertrauensseligkeit seitens eines Aktionärs unverschämterweise Vorteile gezogen worden sind. Es ist immer besser sich passiv zu verhalten, und die Dinge an einen herankommen zu lassen, als irgend jemand Vertrauen zu schenken, hei dem man eine gewisse Gefahr eingeht, dass er sich desselben nicht 154 würdig zeigen wird. Wir kennen Fälle, dass Leute auf diese leichtfertige Weise schwere Verluste zu erleiden gehabt haben, und irgend ein Kegressanspruch ist so gut wie ausgeschlossen. Sehr oft versucht man auch, wenn eben „alle Stränge reissen“, folgendes: Nachdem man in einem phrasenhaften Kundschreiben den Aktionären „Balsam auf die Wunde legend“ vorzureden versucht, dass man eine neue, weit bessere, chancenreichere Besitzung erworben habe, wodurch die alten Verluste mehr wie wieder ausgeglichen werden dürften, kommt dann als „hinkender Bote“ natürlich nach, dass zu diesem edlen Zwecke nur eine Kleinigkeit von 2 oder 5 Shil- lingen, je nach den mitzurechnenden Verhältnissen, pro Aktie, nachzuzahlen wäre und zwar nur in geringen Katen von, sagen wir, 6 Pence alle 3 Monate. Man kann immer mehr Blut abzapfen, wenn es langsam in Zwischenräumen vor sich geht. Und auch dieser alte Zauber versagt eben niemals seine Kraft, man nimmt das Geld tropfenweise ab, denn unsere Finanzjongleure kennen ihre Pappenheimer. Auch die Amalgamierungspolitik von Minengesellschaften ist sehr oft nichts weniger als eine gerechte Sache. Das Grundprinzip derselben — Ersparnis von Verwaltungs- und Betriebsspesen und dergleichen technische organische Vorteile in der Erz- lörderung durch geologische Umstände veranlasst — ist an und für sich eine lobenswerte Politik, für alle die es angeht; aber wie oft lässt sich auf eine solche Amalgamierung nicht das Gleichnis von „dem Blinden und dem Lahmen“ anwenden? Solche Amalga- 155 mierungen werden leider in den meisten Fällen, wo sie von grossem Vorteile hätten sein können, nur immer zu spät praktisch durchgeführt, nachdem der einen oder der anderen Gesellschaft der Atem ausgegangen. Gezwungene Heiraten endigen wold nur recht selten glücklich! Irgend jemand wird und muss nach Sachlage der Dinge hei derartigen Transaktionen übervorteilt werden, und dass dies die Aktionäre sind, bedarf wohl keiner weiteren Erklärung. Westaustralien bietet auch hier wieder ein abschreckendes Beispiel, wie auf die Passivität und Unkenntnis der Aktionäre gerechnet worden ist. Wir machen, um nur ein Beispiel zu nennen, auf die Hannans Brownhill und Hannans Oroya- Hochzeit aufmerksam, wo doch, wenn nicht alle Anzeichen trügen, die Besitzer der letzteren Ge Seilschaft recht schlecht wegkommen. Das ganze Geschäft ähnelt zu sehr einem Heringe, welcher eine Makrele verschluckt hat; aber, allen zu gefallen ist unmöglich. Es liegt ganz in der Natur der Sache, dass irgend jemand bei derartigen Schiebungen zu kurz kommen muss, und die Pflicht eines jeden sollte es sein, bei einer solchen Hochzeitseinladung sich vorher zu überlegen, ob er sich nicht auf derselben den Magen verderben und besser tun würde, dankend abzulehnen. Das Hochzeitsgeschenk, das in unserem Falle wohl je den Umständen gemäss kleinerer oder grösserer Kursverlust ist, wird er ja nicht vermeiden können; aber hierbei wird sich der erste Verlust auch wieder als der kleinste herausstellen, denn die dahinter stehende Gruppe muss den Kurs halten, da sonst die Sache nicht klappen würde. Bei der 156 erratischen, sehr oft enttäuschenden Natur der westaustralischen Goldfelder ist es aber mehr denn schwierig, die gute oder schlechte Wirkung derartiger Amalgamierungsprojekte auch nur mit einiger Gewissheit Voraussagen zu können. Eine Goldader, die nach allen Gesetzen der geologischen Theorie und Praxis in der benachbarten Besitzung in der Tiefe angefunden werden muss, verabschiedet sich plötzlich auf Nimmerwiedersehen, und mit ihr das Geld und die Hoffnungen der Aktionäre. Während ohne eine solche Verheiratung — Amalgamierung — der einen Gesellschaft ein ruhiges Lehen noch auf eine gewisse Zeit beschieden wäre, ist durch diese Mesalliance alles Glück zunichte geworden. Der Vorteil der einen Gesellschaft ist der Nachteil der anderen geworden. Anschliessend hieran wollen wir noch des aller- neuesten Amalgamierungsprojekts erwähnen (wenn auch nur wegen der akademischen Interesse unserer Leser), gegen das vom rein geologisch-ökonomischen Standpunkte aus kaum etwas einzuwenden ist, nämlich der drei Gesellschaften: Oroya Brownhill, Associated Gold Mines, Associated Northern Blocks. Das Kapital soll 2000000 Pfd. St. betragen und sich wie folgt, zusammensetzen: Associated Northern Blocks Oroya Brownhills . . . Associated Gold Mines Aktiven in Reserve . . . 550 000 Pfd. St. 500 000 „ 500 000 „ „ 450 000 „ ,, zusammen 2 000 000 Pfd. St. Das merkwürdige hierbei ist aber, dass der Präsident der Associated erst im Oktober vorigen Jahres ein ähnliches Projekt in Aussicht stellte, aber nur mit ungefähr der Hälfte des oben erwähnten Kapitals, wobei noch genügend Reserve-Shares für Betriebskapital vorgesehen war. Es scheint auch hier der Mensch mit seinen grösseren Zwecken zu wachsen, und es ist wohl überflüssig, zu bemerken, dass bei einer derartigen Verwässerung des Kapitals die Aktionäre dieser Gesellschaften früher oder später ihre goldenen Hoffnungen in die Tiefe dieses Amalgama- tionsmeeres versinken sehen werden. Die Associated Gold Mines of W.-A. kommt hiernach viel zu gut weg, denn deren Aussichten halten weder mit denen der Oroya Brownhill, noch mit denen der Associated Northern Blocks irgendwelchen Vergleich aus, aber dass der Präsident der beiden Associated ein und dieselbe Person ist, klärt manchen über diesen Umstand auf. Ohne auf geologische Vor- oder Nachteile der einzelnen hier in Betracht kommenden Unternehmungen einzugehen, wollen wir unsere Leser nur noch darauf hinweisen, dass die einzig richtige Basis für Amalgamierungspolitik der innere Wert der Unternehmungen und nicht der Marktwert der Aktien sein sollte, denn eine systematische Manipulation kann doch Minenaktien schon für derartige Zwecke in die Höhe treiben. Die Frage ist nun, was ist der innere Wert der Unternehmungen, d. h. wie gross sind die wirklichen Erzreserven und deren Wert? Danach würde eine Amalgamierung auf konservativer Basis das folgende finanzielle Gesicht haben müssen: 158 Oroya Brownfiill . . . 500 000 Pfd. St. Northern Blocks . . . 400 0Ö0 „ ., Associated. 190 000 ,, ,, zusammen 1090 000 Pfd. Str. ‘ f / . v * gegen vorgeschlagene 2000000 Pfd. St. ' ' Hiergegen würde sich kaum etwas einwenden lassen; und es ist geradezu ■ unglaublich, wie viel „Stroh gedroschen wird“, um die Interessenten herumzubekommen, aber die Strohhalme beweisen eben, woher der Wind weht. Wir haben uns eingehend mit diesem Palle beschäftigt, um zu versuchen, unsere Leser durch diesen konkreten Fall warnend aüfzuklären. Unser Minenaktionär-Leidens- und Freudenregister würde „ein Loch“ 'aufweisen, wenn wir nicht der Kapitalserhöhungspraktiken noch erwähnen würden. Man erkundige sich auch hier in jedem spezifischen Falle nach dem quid pro quo, und lasse niemals den einen nicht unwesentlichen Umstand aus dem Auge, dass, je mehr Aktien einer Kategorie vorhanden, desto schwieriger es sein wird, den Markt, d; h. den Kurs in denselben künstlich zu halten; ganz gleich, wie vorzüglich die Aussichten aucli sein mögen. Geben wir ein Beispiel: die Great de Kaap Co., welche bislang hoch nichts Frspriessliches geleistet und' an und für sich schon überkapitalisiert war, machte vor kurzem, um einem langgefühlten Bedürfnis abzuhelfen, eine Neuemission durch eine weitere Verwässerung ihres Kapitals um 100 °/ 0 , also das doppelte, durch. — Bislang hat man nun weiter nichts 159 gemacht, als Tunnel zur Goldauffindung zu kon-‘ struieren. Die Zeitungen schrieen sich nun —- wir meinen hei der Emission — geradezu heiser über die wunderbaren Aussichten dieser Gesellschaft. Wie liegt aber die Sache in Wirklichkeit? Man hat so gut wie gar kein Gold mit oder ohne Tunnel gegraben, und es ist in Fachkreisen wohl bekannt, dass gerade in dem De Kaap-Distrikte die Theorie sich durch die Praxis als richtig ausgewiesen, dass nämlich die Goldadern nach der Tiefe hin sehr schnell verarmen, und dies ist durch schweres Geld, d. h. fruchtloses Graben nach Gold in anderen benachbarten Minen bestätigt worden. Man will also, bevor es sich auch bei diesem Unternehmen praktisch herausstellt, dass kein Gold in genügenden Mengen vorhanden, neue Kapitalien schaffen, „das Eisen schmieden , solange es heiss ist“; denn später, nachdem durch weitere Tunnelbauten nichts erwiesen, würde doch eine solche Abzapfung nicht mehr so leicht sein. Kursschwankungen dieser chancenreichen Aktien 9/6 höchster, 3/— niedrigster voriges Jahr, heute: 4/3. Nachdem es also der dahinterstehenden Gruppe gelungen ist, ihre Pakete abzuwimmeln, wird man diese vielversprechenden Aktien wohl wieder mit 3 Shilling und billiger kaufen können, und die Ruhe der Aktionäre wird wohl kaum jemals,' nach menschlichem Ermessen, durch etwaige Dividendenfreuden gestört werden, höchstens, und im günstigsten Falle wohl einmal, wenn der Verwaltung wieder die Luft ausgehen sollte, um ein bischen rekonstruieren zu müssen. Nicht genug können wir darauf aufmerksam machen, dass 75°/ 0 aller der- 160 artiger Minenaktien nur gekauft werden, um sie bei der erst besten Gelegenheit wieder verkaufen zu können. Also man soll sich gehörig überlegen, ob man nicht besser dabei wegkommt, vor einer solchen Kapitalerhöhung seinen eventuellen Besitz zu verabschieden, bevor der Markt mit neuen Aktien überschwemmt wird; denn in den meisten Fällen steht der Besitzer alter Shares denjenigen der neuen nach, indem letztere sie weit billiger erworben oder auch nur einen kleinen Teil darauf angezahlt haben. Schon deshalb sind sie aus rein börsentechnischen Gründen den Besitzern alter Aktien dieser Kategorie um Nasenlänge voraus. Man erkundige sich deshalb rechtzeitig, wie denn durch zu viel Fragen noch niemand zu Schaden gekommen ist. Wie überall in der Welt, gilt auch hier der alte Spruch: „Vorsicht ist die Mutter der Weisheit“. Aber mit der Einführung neuer Minenaktien zu hohen 2—300 °/ 0 Prämien scheint es den Gründern jetzt nicht mehr so zu klappen, wie es früher zum Nachteile des Publikums leider nur zu oft der Fall war. Die Gründer, d. h. die dahinter stehenden Gruppen haben es sich selbst zuzuschreiben, wenn der alte Zauber nicht mehr recht ziehen will, und das Publikum nicht mehr so leicht in den Markt zu locken ist. Da wurden vor einigen Wochen ohne jeden Prospekt oder Beschreibung Aktien, auf denen noch eine Verbindlichkeit von 10 sh ruhte, zu 3 Pfd. St. eingeführt, d. h. 3y4 Pfd. St. wurden sofort geboten und es war demnach ganz unmöglich, unter 3 7 / 16 Pfd. St. anzukommen. Derartige Fälle ereignen sich beinahe wöchentlich und es ist des- 161 halb auch erklärlich, dass, so lange man den Outsidern keine Gelegenheit hietet, zu einem vernünftigen Kurse neu eingeführte Minenaktien zu kaufen, das Publikum sich reserviert verhalten wird; denn es beginnt einzusehen, dass hei 300 °/ 0 Agio die Sahne von den Wirepullers schon ahgeschöpft ist und die Milch ohne Sahne nur um so schneller sauer wird. Der Minenmarkt wird, wie jeder weiss, von allen nur möglichen und unmöglichen Umständen beeinflusst, und wenn auch ein Beobachter die Wirkungen derselben auf die Börse mehr oder weniger Voraussagen kann, so ist es doch unmöglich , hier irgend welche bestimmte Doktrinen festzulegen. Was die Börse beeinflusst, ist gar nicht niederzuschreiben: Die Jahreszeit, das Wetter, Tagesereignisse, die Stimmung der Kationen und der verschiedenen Weltbörsen. Wenn der Franzose kauflustig ist, will der Deutsche vielleicht gerade verkaufen und der Engländer verhält sich vielleicht passiv. Wir haben beispielweise oft den Fall erlebt, dass infolge grosser Kursrückgänge in amerikanischen Bahnen der Minenmarkt durch Realisierungen in Mitleidenschaft gezogen wurde und dergleichen. Der Katechismus der Börse ist derartig voll von schon so oft in Büchern mehr oder weniger verständlich behandelten Theorien, dass es Eulen nach Athen tragen hiesse, hier alle Schliche, Kniffe und Taktiken anzuführen und zu erörtern, die an der Börse angewandt werden, um einen momentanen S. Gumpel, Goldminen. 11 162 Vorteil über den Gegner zu erringen. Klavierspielen kann man auch nicht lernen, wenn man nur Vorträge über die Theorie des Spiel ens anhört und Bücher darüber liest, man muss vor allen Dingen selbst sich ans Klavier setzen und geschmeidige Finger bekommen. Um erfolgreich in Börsenspekulationen zu sein, muss man ruhig Blut behalten und sich nicht von der Leidenschaft des Augenblicks fortreissen lassen. Jedoch ist es verlorene Liebesmühe, einen, den das Börsenfieber ergriffen hat, zur Kühe zu mahnen. Es würde nicht mehr Erfolg haben, als die Katschläge des erfahrenen alten Herrn, der seinem abreisenden Sohne den wohlgemeinten Rat giebt, seine Studienjahre in Massigkeit zu verbringen. Wenn das Signal zum Aufbruche zur Jagd nach dem Glücke einmal durch das Land ertönt, dann geht selbst dem sonst als durchaus ruhig bekannten Kapitalisten der Beutel mit dem Verstände durch. Die Zahl der Spekulanten, welche sich für Minenaktien interessieren, ist, wie schon an anderer Stelle bemerkt, in stetem Wachsen begriffen, und obgleich wir für diese Erscheinung keinen stichhaltigen Grund finden können, so glauben wir doch, dass es gerade die Gefahr ist, welche so viele anzieht. Gerade das deutsche Gemüt erklärt die Zunahme der Spekulationslustigen, Avir finden eben in dieser Erscheinung nur die Wiederholung des alten Märchens, dass die Zahl der Kitter, welche kamen, um die Braut aus der mit reichen Schätzen gefüllten Drachenhöhle herauszuholen, täglich mit der Zahl der Opfer Avuchs. Spekulanten an der Börse gleichen Kämpfern; 16B des einen Schaden ist des andern Gewinn. In dein ewigen Kampfe der Baissiers und Haussiers giebt es keinen Waffenstillstand, keine Konzessionen: „Nichts von Verträgen, nichts von Uebergabe.“ Wenn nun ein Novize mit seinen schwachen Waffen und Armen die Arena betritt, wird er bald von den professionellen Kämpfern, den Insidern, entwaffnet. Heine bezeichnet« einmal die Börse als einen Tempel der Furcht; in dessen Hallen man immer um so ängstlicher zittert, je stürmischer der Hut ist, der draussen tobt. Je mehr Zeit jedoch die Magnaten damit vergehen lassen, eine intensive Aufwärtsbewegung hervorzurufen (von einem Boom wollen wir garniclit reden), desto schwieriger wird es sein, das Publikum heranzuziehen. Einerseits deshalb, weil das Publikum, des langen Wartens müde, überhaupt nicht mehr daran glauben wird, und anderseits, weil es mit jedem Tage hinzulernt und immer mehr über das pro und contra der Goldminenspekulation aufgeklärt ivird. Im Jahre 1895 war doch alles im Vergleiche zu heute noch ein „non ignorabimus“. Dieser Krieg, die vielen inzwischen entstandenen Verluste, die letztjährige Enttäuschung mit Bezug auf den Friedensboom und last not least dieser infame Londoner Minenaktienschwindel seitens der Outsidebroker-Cirkularritter machen es heute recht schwierig, die schlummernden Funken der Spekulationslust zu einem lodernden Feuer zu entflammen. Wenn aber erst das Feuer einmal brennt, d. h. die Kurse beständig in die Höhe gehen, dann wird jeder geblendet und alles läuft und kauft hinzu oder bildlich gesprochen, alles w’ill 164 sich an diesem Feuer erwärmen und möglichst viel davon zu profitieren suchen. Wie der Wunsch ja immer der Vater des Gedankens ist, so wird auch an der Londoner Börse die allgemeine Wiederbelebung kommen; aber das spekulierende Publikum wird erst zu kaufen anfangen, wenn die Kurse im Anziehen begriffen sind; es wird kaufen, ganz gleich, ob die Kurse bereits zu hoch sind oder nicht. Es wird Aktien von Minen begierig aufnehmen, welche wohl 100 °/ 0 an Dividende verteilen werden, aber nicht darüber nachdenken, wie lange diese Freude anhalten und wieviel von diesen zu erwartenden Dividendenfreuden bereits im Kurse zum Austrag gekommen sind. Es wird, wie in früheren Fällen, seinen Kopf verlieren; es ist in zu aufgeregter Stimmung, um sich noch mit langweiligen Kalkulationen aufzuhalten. Die grosse Masse wird von der Spekulationsmanie ergriffen, dieser mysteriösen Epidemie, welche noch kein Psychologe zu erklären im stände war. Jeder ist nur von dem Gedanken beseelt, schnell reich zu werden. In gewisser Beziehung ist es ja nicht abzuleugnen, dass in Zeiten, wo es hoch hergeht, die gerechten wie die ungerechten Minenaktien von der Sonne der Kursfreuden beschienen werden; die guten wie die schlechten werden gekauft und im Kurse anzielien; aber man soll nur nicht vergessen, dass die Reaktion bei den minderwertigen und künstlich bewerteten Aktien verhältnismässig eine weit ent- täuschendere sein wird, als bei den guten. In solchen Zeiten stellt es sich nur zu oft heraus, dass die teueren, also die inneren Wert darstellenden 165 Aktien auch die preiswertesten sind. Wenn sich der Schwarm der Käufer verlaufen hat, wenn die Nachfrage plötzlich zu Ende, dann wird derjenige, welcher wirklich gute Minenaktien gekauft hat, nicht so schnell den Kopf verlieren, als der, der sich gering bewertete, äusserst spekulative Minenaktien hingelegt hat. Ferner darf man auch nicht ausser acht lassen, dass je billiger eine Minenaktie ist, desto schwächer, vom kapitalistischen Standpunkte gesprochen, sind auch die Käufer derselben; ein sehr wichtiger Faktor, der unbedingt auf eine schnelle und intensive Kursreaktion wirken muss. Die grösste aller Schwierigkeiten, denen jedoch das vom Spekulationsfieber ergriffene Publikum in einer solchen Zeit begegnet, ist nicht die Frage, was zu kaufen und was zu verkaufen, sondern gerade das Gegenteil: Was „nicht“ zu kaufen und was „nicht“ zu verkaufen, wann etwas zu unternehmen, und wann etwas zu unterlassen. Das ist der Brennpunkt dieses Problems, an dem sich so viele die „Finger verbrannt haben und wiederum verbrennen werden“, und nur ein fester Charakter mit den solidesten Grundsätzen und durchaus praktischen Prinzipien wird sich mit fliegenden Fahnen aus diesem Kampfe um das goldene Vliess herausziehen können. Ihrer, denen dieser grosse Wurf gelungen, werden aber nur wenige sein; die anderen werden ihrem Schicksal nicht entgehen und Geld verlieren. Das ist es, was wir erleben werden, so sicher wie der Tag der Nacht folgen muss. Die Menschen sind ja im grossen und ganzen klüger und erfah- 166 rener geworden; aber die menschliche Natur hat sich mit der zunehmenden Kultur doch nicht verändert. „Den letzten heissen die Hunde“, und das immer hoffnungsvolle spekulierende Publikum wird im Wettlaufe mit den Insiders, den Börsenjobbern, von den Hunden, bildlich gesprochen, überholt werden. Kein Mensch wird daran denken, dass die so schön scheinende Sonne der Kursfreuden doch einmal wieder untergehen muss. Die Geschichte von 1895 wird sich wiederholen. Man sehe sich nur einmal die damals herrschenden Kurse gegen die von heilte an. Die meisten Leute befinden sich in dem Wahne, dass die Kurse wieder kommen werden, und es aus diesem Grunde allein doch wohl möglich sei, grosse Kursgewinne einheimsen zu können. Wer, fragen wir unsere Leser, hat denn alle diese Millionen, also die Differenz in den Kursen zwischen damals und heute verloren? Keineswegs die Magnaten und Börsenjobber, sondern doch nur einzig und allein das spekulierende Publikum. Dass man nun natürlich versucht, dem Publikum vorzureden, dass die alten 1895er wahnsinnigen Boomkurse wiederkommen müssen und werden, zumal sich doch die Verhältnisse gebessert haben, ist ja ganz erklärlich; einige werden dann ja auch von der zu kommenden Aufwärtsbewegung schon Vorteil ziehen; aber nicht die Majorität. Diese wird die Irrtümer der Vergangenheit wiederholen. Wenn jemand, der nur selten das Vergnügen hat, eine Festlichkeit mitzumachen , vergisst, dass ein Katzenjammer am nächsten Morgen kommen muss, und er ein derartig 167 kleines vorübergehendes Uebel gar nicht in Betracht zieht, so müssen es doch die Spekulanten thun, die in einer derartigen Periode sich zu bereichern wünschen. Eine teilweise neue Generation wird auch diesesmal in Betracht kommen, eine Generation, welche, was Unternehmungslust, Unerfahrenheit und Waghalsigkeit anbetrifft, diejenige der Vergangenheit noch bei weitem übertreffen wird. „Ein Narr macht viele“, und es liegt im Interesse eines jeden, seine Freunde und Bekannte mit in den Kampf hineinzuziehen. Alles was wir in diesem Artikel zum Ausdrucke bringen können, ist, zu warnen. Werden wir einem Prediger in der Wüste gleichen? Wer aber auf uns gehört, wird mit Virgil ausrufen können: „Häc olim meminisse, juvabit!“ (wer sich später dieser Dinge erinnert, wird sich nur freuen können!) Und nun zu unserer Weisheit letztem Schluss: wie alles in dieser Welt, so steht auch die Börse und deren Geschäfte unter dem ewig alten Naturgesetze der Schwere. Wir können dies nicht besser illustrieren, als dass wir eine Börsentendenz mit einem Pendel vergleichen, der je nach den Umständen sich nach der einen oder anderen Kichtung hin bewegt oder bewegt wird. Auf jede Aufwärtsbewegung muss eine Reaktion folgen. Wenn wir nun dieses Prinzip hier niederlegen, so versteht sich dies jedoch auf allgemeine Verhältnisse; nehmen wir z. B. den westaustralischen Markt im Minenwesen an, dessen Verödung seitens des Publikums doch eine natürliche Tochter des Skandals ist; aber ganz abgesehen davon, dass alle diese wid- 168 rigen Verhältnisse und Zwischenfälle das Publikum diesem Markt nicht entfremdet hätten, so wäre es doch wohl unlogisch, anzunehmen, dass „die Bäume in den Himmel gewachsen wären“. Eine Reaktion wäre schliesslich in westaustralischen Minenwerten doch gekommen, wenn auch nicht so intensiver Natur. Ferner sollte das Publikum verstehen lernen, dass der innere Wert einer Minenaktie schliesslich trotz aller Börsenmanöver doch zur Geltung kommen wird, das Gesetz der Schwere macht sich früher oder später, wenn auch noch so sehr versucht wird, den Lauf des Pendels aufzuhalten, geltend, und wer sich, wie schon so oft erwähnt, nur an gesunde Unternehmungen hält, dem- wird es nicht schwer fallen, die Spreu vom Hafer bald zu unterscheiden. Der psychologische Moment, um Geld an der Börse zu verdienen, ist, zu kaufen, wenn die grossen Häuser kaufen, und umgekehrt wieder zu verkaufen. Man wird dann immer gut dabei wegkommen, wenn man nur klug genug ist, diesen richtigen Moment wahrzunehmen. Wenn die Dinge schlecht aussehen, sollte man kühn in den Markt hineinsteigen, und für einige Wochen ganz vergessen, dass es überhaupt eine Börse giebt. Dann wird man finden, dass das Pendel sich wieder nach der andern Seite bewegt und die Kurse wieder hinaufsteigen. Es liest sich dies ja alles wunderhübsch, aber es ist auch praktisch nicht so schwierig durchzuführen. Wie in der Politik, werfen bevorstehende Ereignisse auch an der Börse ihre grossen oder kleinen Schatten voraus, d. h. alles w r as man nach menschlichem Wissen und Erfahrung erwarten kann, wird 169 von interessierten Kreisen den Kursen je nach den Umständen an- oder abgerechnet. Dies bezieht sich in erster Linie auf die Eventualitäten der Minengesellschaften selbst; Dividenden, Förderungsergeb- nisse, Strikes, Zwistigkeiten in der Verwaltung, Kapitalerhöhungen u. dergl. werden immer mehr oder weniger längst bevor sie wirklich eintreten oder allgemein bekannt werden, auf die Kursbewertung an- oder abgeschlagen, und nur der unerfahrene Spekulant wird sich später, wenn sie wirklich eintreten, darüber wundern, dass die Kurse weder hinauf noch hinunter gehen, während doch die Kurskorrektur schon vor Wochen vor sich gegangen ist. Wenn man nun irgendwo liest oder hört, dass dieses oder jenes Ereignis einen gewissen Einfluss auf die Bürsentendenz ausüben wird, dann kann man mit Ruhe versichert sein, dass gerade das Gegenteil der Fall sein wird, wenn ein solches Ereignis wirklich eintreten sollte. Wir erinnern nur an den Eriedensboom, welcher nicht gekommen. Nur aus dem Unerwarteten kann der Börsenspekulant Vorteil oder Nachteil für sich ziehen, und wie schon früher zum Ausdrucke gebracht, weisen sich unerwartete Ereignisse unter zehn Fällen achtmal wohl als ungünstige aus. Sehen wir uns z. B. einmal die Tendenz des Kaffirmarktes an. Der Laie, wir meinen der Spekulant, welcher nichts von Spekulationstheorie versteht, und heute selbstverständlich sich ä la Hausse engagiert, und seine Weisheit nur aus Finanzblättern und Zirkularen zu schöpfen Gelegenheit hat, verfolgt gewiss mit Hangen und Bangen, Hoffen und Harren, Chamberlains Thun und Treiben in Südafrika; er befindet sich noch immer 170 unter dem Eindrücke, dass Heden und Schweigen dieses Mannes, alles Günstige und Ungünstige in den Kursen zum Ausdrucke kommen wird. Ein solcher Spekulant befindet sich, bildlich gesprochen, „noch in der Wüste“ und erwartet sehnsüchtigst und zuver- sichtlichst in das „gelobte Land“ der Hausse eintreten zu können, während doch mehr oder weniger die Kurse alle günstigen Momente schon längst widergespiegelt haben; dagegen sollte doch der Pessimist weit mehr Chancen besitzen ? Eine plötzliche Krankheit, ein unvorhergesehener Unfall, eine feindliche Demonstration, vorübergehende politische Missverständnisse und dergleichen widrige, aber doch ganz natürliche Zufälle, werden doch temporär auf die Kurse eine Reaktion ausüben. Es wäre doch wirklich undiplomatisch, wenn eine wirklich eintretende Aufwärtshewegung wie eine von langer Hand vorbereitete Feierlichkeit mit aller nur denkbaren Reklame vorher angezeigt würde. Klappern gehört auch hier zum Handwerk. Aber sind denn heute nicht alle Haussemomente so gut wie ausgenutzt? Was wird denn heute noch ziehen? Die Lösung des Arbeiterproblems ist doch auf lange Zeit hinaus verschoben und vorläufige Beilegung der Fiskalfrage kann man doch nicht mehr ausnützen. Wir wollen noch einen Umstand erwähnen, welcher jetzt so oft von interessierten Kreisen als „markierter Feind“ ins Treffen geführt wird. Wiederholt liest man, dass eine allgemeine Aufwärtsbewegung schon aus dem einen logischen Grunde (?) kommen müsse, weil die Magnaten für ihre vielen bedeutenden 171 Neugründungen die aktive Beteiligung des kapitalkräftigen Publikums bedürfen, oder im Börsenjargon gutes Börsemvetter für alle diese Neuemissionen dringend haben müssen. In Wirklichkeit ist aber gerade das Gregenteil der Fall, denn erstens sind die Magnaten finanziell stark genug, um selbst Milliarden für derartige Geschäfte aufzutreiben, zweitens wollen diese den Privatkapitalisten vorläufig überhaupt nicht, weil sie doch später für alle diese Aktien, nachdem die Unternehmungen weiter aufgeschlossen, wohl mehr als das Fünffache erhalten können, und vor allen Dingen wollen sie die fette Garantiekommission (underwriting) selber verdienen. Last not least sind die grossen Häuser doch keine Philantropen und es ist denselben an der Gunst des Kapitalistenpublikums durchaus nichts gelegen. Die Randminenfinanz befindet sich heute auf einer ganz anderen Basis wie früher und alle bisherigen Umstände auf dem Gebiete der Minenfinanzierung im Vergleich zu dem des Randes sind heute nicht mehr massgebend. Ueber den Umgang mit Brokern, also mit denjenigen , welche mit der Ausführung der Geschäfte für das Publikum betraut sind, sind auch wohl einige Ratschläge angebracht. Wir sprechen natürlich nur von Insidebrokern, deren es ca. 3200 giebt. Sage mir, mit wem du umgehst, und ich will dir sagen, wer du bist. Also in diesem Falle, wer du sein wirst, d. h. wie du mit deinem Geschäfte abschneiden wirst. Vielen Leuten, die bereits mit Outsidebrokern nicht gar zu schief liegen, wird es immer möglich sein, durch Uebertragung ihrer Positionen an einen Insidebroker etwas davon retten zu können. 172 r Es ist dies eine mehr oder weniger schwere Operation, recht schmerzhaft für den Augenblick, aber dann allgemeine Erleichterung. Man gehe niemals einem Makler carte blanche Aufträge d. h. zum bestmöglichsten Kurse ein- oder zu verkaufen. Sei es infolge eines launenhaften Zufalls, sei es absichtlich, ein solches Vertrauensvotum einem Broker gegenüber macht sich nur in den seltensten Fällen bezahlt. Auch kaufe man niemals mehr, als man bezahlen kann, d. h. man vermeide Uebertragungen von einem Abrechnungstermine auf den anderen, und man verlasse sich niemals auf sein gutes Glück, dass es eben doch noch möglich wäre, event. vor dem Abrechnungstage glatt,- oder im günstigsten Falle sogar noch mit Nutzen, verkaufen zu können; denn nur recht selten ist eine derartige Gelegenheit geboten. Ferner lasse man sich von der Theorie des Naclikaufens gewisser Aktien bei Kursabbröckelungen (average), um sich seinen Bestand zu verbilligen, nicht zu sehr bethören, denn nur in recht wenigen Fällen erweist sich eine solche Theorie als praktisch zu Gunsten des Käufers, und dann auch nur bei erstklassigen Werten. Es hängt dies ganz von der jeweiligen Kursabbröckelung ab, welcher Umstand gebührend erwogen werden sollte. Niemals gebe man etwas auf den Bat eines Brokers, ohne selbst von der Unparteilichkeit und Erfahrung desselben vollen Beweis zu haben. Man höre seine Batschläge an und verfolge dieselben, ohne darauf einzugehen; man wird dann bald herausfinden, wie weit man ihm Vertrauen schenken darf. In Börsengeschäften halte man jeden für selbst interessiert, bis man nicht vom Gegenteile überzeugt wird. r — 173 — Wenn man Aktien fest angekauft hat, deponiere man solche hei einer der ersten deutschen Banken in London, vorausgesetzt, dass man durch Lombardierung dieser Aktien hei seinem Broker nicht neue Engagements einzugehen wünscht. Wenn man seinen Aktienbesitz auf den Namen seiner deutschen Bankverbindung in London eintragen lässt, wird man auch von der Landplage der Zirkularunwesen und ähnlichen Bauernfängereien verschont. Denn jeder Outsidebroker kann die Adressen der Sharesholder jeder Londoner Gesellschaft nach Bezahlung von einem Shilling Kopiergebühren erhalten. Die Brokerkommission (Maklerprovision) zum An- und Verkauf von Minenaktien dürfte laut Usancen der London Stock Exchange nicht mehr als die folgenden Sätze ausmachen: Aktien pro Aktie Unter 10 sh. Kurs. 1—3 d. Von 10 sh. bis zu 2. 10 Pfd. St. Kurs 3—6 d. „ 2.10 Pfd. St. bis zu 5 Pfd. St. Kurs 6—9 d. „ 5 Pfd. St. bis zu 10 Pfd. St. Kurs 9 d. bis 1 sh. „ 10 Pfd. St. bis zu 20 Pfd. St. Kurs 1—2 sh. Wenn man innerhalb desselben Accounts, d. h. in dem Zeiträume von ca. 14—20 Tagen, zu demselben Abrechnungstage (Settlement) ein- und verkauft, darf der Makler nur einmal Kommission anrechnen, vorausgesetzt jedoch, dass man das ganze Quantum der Aktien, die man in demselben Account gekauft hat, wieder verkauft und nicht nur einen Teil davon. 174 Die Stempelkosten für die Transferierung (Ueber- tragung) von Minenaktien von dem Namen des Verkäufers auf den Namen des Käufers oder umgekehrt belaufen sich auf: Pfd. St. sh. d. Unter 5 Pfd. St, 0 . 0 . 6. 51 10 >5 55 0 . 1. 0 . 55 15 55 55 0 . 1. 6. 55 20 55 55 0 . 2. 0 . 55 25 55 55 0 . 2. 6 . 55 50 55 55 0 . 5. 0 . » 75 55 55 0 . 7. 6. n 100 55 55 0 . 10. 0 . 55 125 55 55 0 . 12. 6 . 55 150 55 55 0 . 15. 0 . 55 175 55 55 0 . 17. 6. 55 200 55 55 1. 0 . 0 . 15 225 55 55 1. 2. 6. 55 250 55 55 1. 5. 0 . . 55 275 55 55 1. 7. 6. 55 300 55 55 1. 10. 0 . 55 350 55 55 1. 15. 0 . 55 400 55 55 2. 0 . 0 . 55 450 55 55 2. 5. 0 ,, O o 55 55 2. 10. 0 . und so fort, für jede weiteren 50 Pfd. St. = 5 sh. Die üblichen Gebühren für Registrierung eines solchen Transfer und Ausfertigung eines Aktiencerti- likates beträgt 2/(3. 175 Schliesslich lasse man sich niemals, soweit aktive Geschäftstätigkeit in Betracht kommt, mit Unterhändlern, Remissiers und dergl. in Korrespondenz ein, ganz gleich, ob derselbe in direkter oder indirekter Beziehung zu einer Brokerfirma steht. Man gebe seine Aufträge und dergl. direkt an die Firma, da man sonst — wir wissen von verschiedenen Fällen — von derartigen Zwischenhändlern schwer übervorteilt werden kann, ohne an die betreffende Firma einen Anspruch machen zu können. Es wird wohl auch vielen Interessenten noch unbekannt sein, dass die deutschen Aktionäre berechtigt sind, die von Dividendenzahlungen in Abzug gebrachte englische Einkommensteuer (1,3 sh. per 1 Pfd. St.) wieder zurückzuverlangen. Gerade in letzter Zeit haben Firmen zweifelhaften Rufes in deutschen Zeitungen ihre Vermittelungsdienste hierfür angeboten; wir möchten nur erwähnen, dass es weit lohnender sein würde, solche Einkommensteuer durch einen Rechtsanwalt oder Makler in London wieder zu erhalten zu suchen. Wenn man von jemandem hört, dass er viel Geld durch Minenspekulation erworben hat, dann erklärt man sich dies einfach damit, dass er Glück gehabt habe. Aber nur in wenigen Fällen giebt man sich die Mühe, zu erforschen, auf welche Weise denn gerade diesem Manne das Glück in den Schoss gefallen ist. Wir haben uns die Mühe gegeben, einmal im Kreise dieser Glücklichen Umschau zu halten, und jeder von ihnen wird alle in diesem Buche angenagelten Thesen voll und ganz unterschreiben können. 176 Denn diese Prinzipien entstammen nicht dem Gehirne eines Finanztheoretikers, der durch Phrasen und schöne Worte ein Buch zu füllen die Absicht hatte, sondern sind ganz aus der Praxis geschöpft. In Amerika, wo doch beinahe jeder, der Geld und Gehirn hat, spekuliert, sind doch ganz ungeheure Vermögen gemacht worden, und zwar gänzlich auf unsere vorerwähnte Theorie hin. Wie haben denn die grossen Matadore Südafrikas ihr Geld erworben? Thatsache ist, dass es in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Londoner Finanzkreisen wohl kaum einen reichen Mann gibt, dessen Reichtum man nicht kluger Spekulation zuschreiben könnte. Wer nun der Ansicht ist, dass heutzutage ohne weiteres an der Londoner Börse Geld zu verdienen ist nur durch Glück, und nicht nach unserer Devise durch Glück und Verstand, der befindet sich im Irrtume, und vielleicht werden diese unsere Bemerkungen dem einen oder anderen, der mit diesen beiden Gaben gesegnet ist, auf den richtigen Weg verhelfen. Nichts wird aber heute so wenig geglaubt, als die trockene Wahrheit der Dinge. Wenn man jemand, welcher sich in goldenen Träumen und grossen Kurshoffnungen wiegt, mit nackten Thatsachen kommt, dann nimmt man ihm die Illusion, die einzigste Hoffnung auf ein solch lang erwartetes Glück. Wir leben in einer materiellen Zeit, durch die der Geist des Pessimismus gewaltig zieht, in einer Zeit, in der nur derjenige aus dem harten Kampfe um irdische Güter siegreich hervorgellen wird, der die Dinge nimmt, wie sie sind, und nicht, wie er sie zu sehen wünscht und hofft. Nur wer auf dem harten Boden des Realismus steht, wird in diesem Strome des Lehens und bei der Jagd nach materiellen Gütern zu etwas kommen. Wir schliessen diesen Artikel, indem wir unseren Lesern die Worte Shakespeares zuversichtlich Zurufen: „We must take the current when it serves or loose our venture.“ S. Gumpel, Goldminen. 12 Londoner Börsenschwindel. „To describe guilt beyond all bounds, language ought to go beyond all bounds.“ Gladstone. In unserer nervösen Zeit, wo man Sensation einer gesunden Logik nur zu oft vorzieht, will man von „Kapuzinerpredigten“ nichts Avissen. Diejenigen, Avelche die Wahrheit gesagt, hat man \ r on jeher gekreuzigt und verbrannt. Wenn jemand heutzutage auf irgend eine Weise sein Geld an der Londoner Börse verloren hat, so ist er nur zu oft geneigt, gleich nach der Polizei und dem Staatsanwalt zu schreien. Genau so, als wenn bei einem Volksgedränge jemandem die Taschen bestohlen Avorden sind. „Vor Taschendieben Avird gewarnt“ kann man doch nicht überall ankleben und AVer Avtirde denn auch noch auf ein solches Warnungssignal achten, Avenn es dem Publikum überall \'on der fürsorglichen Polizei vor die Augen geführt Avürde? 179 Wenn wir gleich zu Anfang behaupten, dass mindestens ein Drittel des an der Londoner Börse verlorenen Geldes nur auf reine Bauernfänger-Coups zurückzuführen ist, so ist wohl dies schon allein ein berechtigter Grund, durch dieses Buch dein Publikum warnend Vorsicht anzuempfehlen. „Ein erfahrener Teufel ist besser als ein unerfahrener Engel“ sagt ein armenisches Sprichwort und mancher Leser wird bei der Lektüre dieses Buches zu der fragwürdigen Ueberzeugung kommen, dass es nicht ohne einen gewissen Heiz ist, selbst in die Hölle für kurze Zeit hineinzublicken. Wie und wo und durch wen verliert denn das Publikum sein Geld an der Londoner Börse ? Welches ist der Krebsschaden? Würden denn alle diese Millionen nicht ebenso gut verloren gegangen sein, wenn die Mittel zum unheiligen Zweck andere gewesen wären? Die Beantwortung dieser Frage überlassen wir derjenigen Kategorie von Spekulanten, welche sich sagt, dass das Wasser, in dem ihre Hoffnungen und ihr Geld ertrunken, für sie ein Ozean war. „Gelegenheit macht Diebe“ überall in der Welt, wie schon gesagt, sei es auf dem Jahrmärkte, sei es in Börsenspekulationen. Nichts in der Welt ist wohl leichter und einfacher, als in London ein sogenanntes Bankkommissionshaus oder Outsidebrokergeschäft aufzumachen, um von hier aus ungestraft das leichtgläubige Publikum heimzusuchen. Man kauft sich einfach Listen von Aktionären spekulativer Minengesellschaften, schreibt an diese schöne Briefe oder sendet eine Unmenge Zirkulare hinaus. Man erhält darauf 180 Aufträge und Geld. Die Geschäfte werden selbstverständlich nicht ausgeführt, da der Outsidebroker, um Geld zu verdienen, doch gegen seine Kunden spielen muss, ein Experiment, das unter zehn Fällen ja auch achtmal klappt. Oder man macht die Transaktion auf das 20 °/ 0 Einschuss- oder Deckungssystem oder ähnliche Bauernfänger-„Coups“. Angenommen nun, dass solch ein Outsidebroker, welchen Heine als einen „glücklichen Spitzhuben“ bezeichnen würde, einem Kunden gegenüber „schief“ liegt, er also verloren hat, dann würde dem Kunden „honoris causa“ eine Kleinigkeit ausgezahlt, der liest ihm aber schon bei einer anderen günstigen Gelegenheit oder durch Aufdrängung „fauler“ Shares wieder abgenommen werden. Der Leser wird nun fragen: Auf welche Weise können wir denn besser abschneiden? Werden uns die Insidebroker d. h. die konzessionierten Makler an der Londoner Börse dieselben guten Bedingungen bieten, wie unsere alten Verbindungen? Natürlich, nur ist der Insidebroker weit konservativer. Es ist ihm nicht gestattet, das Publikum durch Zirkulare und verlockende Bedingungen zum Spekulieren einzuladen. Dies ist wohl der Hauptgrund, warum das spekulierende Publikum verhältnismässig so wenig mit diesen Firmen arbeitet. Allerdings, die 20°/ 0 Deckungsgeschäfte sind ausgeschlossen; aber dies hat das Publikum doch weniger Ursache zu bereuen, als die Schliessung der Spielsäle in Homburg. Die Idee, oder sagen wir besser die Absicht, das Börsenspiel durch Gesetz zu verbieten, ist ebenso lächerlich und der menschlichen Natur zuwider, als 181 wenn man Trinken und Tanzen verbieten wolle; dagegen Einschränkungsgesetze gegen die Auswüchse sind immer willkommen zu heissen; denn was man nicht einschränkt, wird sich immer als schädlich ausweisen. Eine Grenze zwischen Börsenspiel oder Anlagengeschäften zu ziehen, ist aber recht schwierig, und alle diese darauf hinzielenden Versuche haben sich bislang, rein theoretisch gesprochen, nur als ein nutzloser Schlag ins trübe grundlose Wasser erwiesen. Wir wollen uns nun hauptsächlich mit einigen Instituten beschäftigen, welche unseres Wissens den weitgehendsten Schaden angerichtet haben und noch anrichten; denn durch eine Besprechung einiger Geschäftsprinzipien dieser Institute können wir derartige drastische Beispiele von Börsenschwindeleien angeben, die doch schliesslich als ein abschreckendes warnendes Beispiel ihre Wirkung nicht verfehlen und sehr wahrscheinlich nicht auf unfruchtbaren Boden fallen werden. Wir meinen vor allen Dingen, die „Financial & Commercial Bank Limit.“ alias Hugo Loewy, oder die „Berliner Finanz & Handels-Zeitung“. Es wird wohl schwierig sein, uns irgend eine Firma zu nennen, welche in gleich drastischer Weise beinahe alle Klassen des deutschen spekulierenden Publikums heimgesucht hat. Der erste Anfang Loewys mit Londoner Minenspekulationen war im Frühjahr 1900, mit der Emission der Canadian Mines Development Co., welche ja, was wir wohl kaum zu bemerken brauchen, längst zu Grunde gegangen ist. Damals, und das müssen wir an dieser Stelle bemerken, war Loewy noch in ge- 182 wisserBcziehung Novize des Londoner Platzes. Er hatte damals die Kühnheit, als Zahlstelle seine Firma zusammen mit keinem geringeren Institute als Paris Bank, London, welche natürlich von diesem Coup Loewys nicht die geringste Ahnung hatte, figurieren zu lassen. Loewy hatte einen Erfolg zu verzeichnen, und es wurden ungefähr 17000 Shares hiervon gezeichnet, ein kennzeichnendes Beispiel der Leichtgläubigkeit des Publikums. Loewy steckte die Hälfte d. h. 10 Shillinge pro Aktie als Kommission in seine Tasche; verschwieg aber wohlweislich in dem über ganz Deutschland verbreiteten Prospekte, dass er nicht als bona fide Emissionsstelle, sondern nur als Verkäufer von Vendorshares, d. h. Aktien, welche der Verkäufer dieses Unternehmens als Zahlung empfing, erscheinen durfte; hatte aber gar nicht gewusst, dass man ihm Vendorshares aufhänge. Als nun deswegen Klagen und Beschwerden einliefen, gefiel sich Loewy in der Rolle eines „betrogenen Betrügers“, was ja hei einem derartig erfahrenen Einanzschwindler immerhin schon etwas bedeuten will. Loewy wurde von seinem Freunde Dr. Rosendorf, dem bereits erwähnten Redakteur der „Finanz-Chronik“, hierbei mit Rat und Tat unterstützt. Der Prospekt dieser längst verkrachten Gesellschaft enthielt natürlich auch die optimistischsten Gutachten, und u. a. ein solches von keinem geringeren als dem sich jezt in der Rolle eines Rand-Kolumbus gefallenden und schon früher erwähnten Mr. Rathbone. Wir wollen diese Tatsache schon hier erwähnen, damit sich mancher Leser dieses Mannes erinnert. 183 „Mit Speck fängt man Mäuse“ und mit guten glänzenden Berichten ein leichtgläubiges Publikum. Herrn Loewy muss aber bei dem Gedanken, dass es so leicht sei, ein Gutachten auf so einfache Weise zu erhalten, bildlich gesprochen, „das Wasser im Munde zusammengelaufen sein“! Als sein Hauptgeschäft benutzt er wie alle anderen Outsidebroker und Sharespusher die sogen. Optionen. Durch eine Option auf einen gewissen Posten Minenshares hatte er das Recht, zu einem gewissen, meistens weit niedrigeren als dem zurzeit herrschenden Kurse ein gewisses Quantum an einem gewissen Termine abzuheben, resp. die Differenz zwischen dem Optionskurse und dem wirklichen Kurse beim Fälligkeitslage der Option einzustreichen. Man kann sich wohl denken, dass solche Geschäfte Loewy in seinen Kram passten und er bediente sich hierfür seines geradezu idealen Mediums, der „Berliner Finanz- und Handelszeitung“. Er begann seine Kunst mit Lang Iieefs , einem übergründeten westaustralischen Valeur, damals zu ca. 17—19 sh., heute nur noch zu 6 d. Nach ähnlichem Rezepte folgten dann: Great Mount Lyells, Tarkwa Main Reefs, Premiers, Abbots, Mount Malmcolm, Matabele Sheba, Union Jacks und Great Fingall Southern Blocks, mit dem letzteren werden wir uns noch später etwas näher beschäftigen. Bei allen diesen Transaktionen verdiente Loewy auf dreierlei Weise: erstens, indem die Leute meistenteils auf 20°/ 0 Deckung kauften, d. h. fünfmal soviel, als wenn sie feste Stücke aufgenommen hätten; dann kamen die festen Verkäufe, wo er allerdings nicht 184 solch gutes Geschäft machte als hei dem Deckungsverkauf und, last not least, strich er die meistens nichts weniger als magere Differenz auf seine Option ein, indem er also das Quantum der Stücke, die er seinen Kunden liefern musste, zu einem ungefähr halb so hohen Kurse als dem offiziell notierten von der dahinter stehenden Gruppe, von der er die Option hatte, aufnahm. Wir wollen nochmals auf das bereits erwähnte Medium Loewys, sein wirklich ungeheiligtes Mittel zum Zweck, zurückkommen. Die „Berliner Finanz- und Handelszeitung“ ist das' typischste Beispiel eines Organes, auf das die Worte des chinesischen Philosophen Mengtze passen: „Es würde besser sein, wenn es keine Zeitungen gebe, als alles zu glauben, was darin steht.“ Der Briefkastenteil dieser Zeitung repräsentiert das recht dehnbare Gewissen Loewys, dessen moralischer Horizont wohl kaum, bildlich gesprochen, über den Briefkasten seiner Zeitung hinausgeht und dieser ist wohl der einzige Platz, wo ihm der Staatsanwalt sein Handwerk noch nicht gelegt hat. Es wäre doch wirklich wunderbar, wenn ein vielgeprüfter Mann, wie Loewy, die graue Theorie: „Wo kein Kläger ist, ist auch kein Kichter“ nicht in klingende Praxis umzuwandeln wüsste. Der Briefkasten der „Berliner Finanz- und Handelszeitung“ würde einem geistreichen Beobachter einen vorzüglichen Stoff für eine Studie über Betrüger und Betrogene geben. Herr Loewy aber kennt sein deutsches Publikum, er weiss sehr genau, dass ein leerer „Briefkasten“ seinen Zweck verfehlt hätte, und dass es dem Leser doch schliesslich gleichgültig ist, ob die darin ge- 185 gebenen Antworten auch wirklich auf eingegangener Anfrage beruhen. Dem Leser ist es ja auch gleichgültig, ob Herr Bergrat Z. in B. wegen dieser oder jener Shares anfragt, oder oh der Bäckermeister Schultze in Treuenbrietzen auch wirklich unter den Lebenden weilt. Dass die „Berliner Finanz- und Handelszeitung“ ein Bauernfängerorgan ist, das pfeifen sich doch im lieben Vaterlande die Spatzen von allen Dächern. Dass der „Briefkasten“ zum Bauernfang benutzt wird, daran kann niemand zweifeln, und solange das Publikum eben betrogen sein will, wird Loewy „das Eisen schmieden, solange es warm ist“. Vor allem ein Mann mit einer derartigen bewegten Vergangenheit wie Loewy, der sein ganzes Lehen der Devise gehuldigt: „Lieber im Grossen zu Grunde gehen, als im Kleinen verdienen.“ Vielleicht reden wir doch nicht ganz ins Leere und mancher Leser der „Berliner Finanz- und Handelszeitung“ wird ihr weniger Vertrauen schenken, als er es bis jetzt zu seinem eigenen Nachteile gethan hat. Wenn wir noch hier der Great Fingall Southern Blocks Gründung Erwähnung thun, so wollen wir dadurch nur darauf hinweisen, auf welche unverantwortliche Weise derartige Gründungen zum Nachteile des Publikums vorgenommen werden. Zur Zeit der grossen, wunderbaren Great Fingall Goldfunde kam Herrn Loewy und einigen seiner Spiessgesellen der nicht ungeniale Gedanke, auf den grossartigen Erfolgen der Great Fingall Mine auszuruhen. Sie kauften zu diesem Zwecke ein Stück Land in der Nähe der Great Fingall-Besitzungen und verkauften 18G dann die Shares dieser neuen Great Fingall Southern Blocks Comp, unter dem Tantam des Great Fingall Consols Triumphes mit grossem Agio. Natürlich ist es überflüssig, zu bemerken, dass Loewy und Konsorten ebenst» wenig mit der Great Fingall direkt oder indirekt zu thun hatten, wie der Drucker dieses Buches. Erinnert dies nicht zu sehr an den armen Mann, Avelcher sich damit rühmte, dass sich ihm einstmals eine Gelegenheit geboten habe, silberne Löffel von der Tafel des Königs zu stehlen, da er durch einen Zufall das Glück gehabt, im königlichen Hause Handlangerdienste zu leisten? Diese' Gesellschaft mit nicht weniger als 125000 Pfund Sterling Kapital sollte die berühmte und reiche Great Fingall-Ader auffinden, die nach Angabe von Sachverständigen auch durch diese Besitzung hindurch führen müsse. Es wurde natürlich für dieses Valeur eine wüste Propaganda gemacht und es fanden sich auch wirklich genug Leute, welche voller Hoffnung his 3'/ 4 Pfd. St. für die Shares zahlten. Heute kann man im günstigsten Falle noch einige Shillinge für sie erhalten. Nehmen wir nun an, dass man mit der reellen Absicht umgegangen wäre, wirklich eine genaue Untersuchung anzustellen, so hätte man, wie üblich, erst ein sog. Explorationssyndikat mit geringem Kapital, sagen wir mit 10 000 Pfd. St. gegründet und dann erst später eine grosse Gesellschaft daraus gemacht, aber Loewy giebt sich prinzipiell nicht mit Kleinigkeiten ab. Nehmen wir ferner an, dass man wirklich eine sich rentierende Ader in der Tiefe angetroifen hätte, so hätte selbst diese Gesell- 187 schuft von 125 000 Pfd. St. rekonstruiert werden müssen, weil dazu nicht genügend Betriebskapital vorhanden gewesen wäre. Denn jeder geologische Amateur hätte es vorher sagen können, dass man, wenn man eine Ader angetroffen hätte, für eine Schaftanlage allein mindestens 40 000 Pfd. St. gebraucht hätte. Wir beschäftigen uns deshalb eingehender mit diesem Gegenstände, um den Lesern ein drastisches und warnendes Beispiel eines Minen - Gründungsschwindels anzuführen und ihnen zu zeigen, wie es nicht gemacht werden soll und muss. Jetzt hat nun Loewy die Atlas Gold Mines im Feuer und es wird sich wohl bald erweisen, dass die Leute, die auf diesen Leim gegangen sind, sich auch hieran die Finger verbrennen werden. Ein abschliessendes Urteil über diese von allen Seiten angefeindeten Atlas Shares kann man sich wohl kaum erlauben, aber wenn das Gesetz der Wahrscheinlichkeit in dieser Welt überhaupt noch etwas gelten soll, so werden wir auch diese Shares den vorhin erwähnten „nolens volens“ zufügen müssen. Loewy erwarb sich einen grossen Teil dieser Shares, die ihn wohl kaum mehr als 10 Shillinge gekostet haben, und der einfache Umstand, dass es Loewy vor kurzem nicht gelungen ist, sich auf seine Atlas Shares dringend benötigtes Geld zu leihen, lässt ja auch in den inneren Wert dieser Shares tief blicken. Die Gesellschaft ist mit 300 000 Pfd. St. kapitalisiert, trotz alledem ist es der Verwaltung nicht möglich gewesen, das Betriebskapital aufzutreiben und man hat deshalb eine Debenturesschuld d. h. Hypothekenlast von 20 000 Pfd. St. aufnehmen müssen: ein Umstand, der bislang 188 bei den von Loevvy ausposaunten Chancen dieser Shares wohlweislich verschwiegen worden ist. Denn Loewy ist ja auch der Ansicht, dass es besser ist, „im Hause des Gehenkten nicht vom Stricke zu sprechen“. Nun beabsichtigt man, auf der der Gesellschaft gehörenden Camelienmine in Westaustralien in Wirklichkeit Gold zu graben; denn dass sich in der Mine Gold befindet, kann man wohl nicht mehr anzweifeln, aber dass in dem heutigen Kurse und bei der enormen Kapitalisierung schon eine Menge von den zu findenden Goldklumpen diskontiert sind, kann wohl auch kaum einem Zweifel unterliegen. Man wird also sehr wahrscheinlich Kaubbau auf der Mine treiben, d. h. mit gewissen Goldausbeuten das Publikum zu blenden suchen. Der einfache Umstand, dass überhaupt Gold in der Atlas Mine gefunden wird, ist schon für Loewy Wasser auf der Mühle, kann er ja dadurch die Phantasie seiner leichtgläubigen und in Goldminen unerfahrenen Leser auf die unheimlichste Art und Weise erregen. Diese Shares kauft natürlich heute niemand anders, als nur Loewysche Opfer. Wir wollen noch die Kursschwankungen der letzten drei Jahre hier angeben, als Illustration, auf welche Weise man mit denselben herumjongliert hat: 1900 1901 1902 höchster Kurs 27 4 höchster niedrigster Kurs 30 /— 10 /— höchster niedrigster Kurs l*/is 5 sh- — Ein unparteiischer Bericht über die Erzreserven dieser Mine kommt natürlich keinem Aktionär zu 189 Gesicht. Der Kurs dieser Shares wird, je nachdem Loewy bei Atlas steht oder liegt, herauf- oder heruntergesetzt; noch vor einigen Monaten gab Loewy schriftlich Ordre an seinen Sekretär, den Atlaskurs */ 8 heraufzusetzen, da wahrscheinlich jemand angebissen hatte oder anbeissen wollte. Kommt jedoch jemand auf den kühnen Gedanken, Atlas trotz der väterlichen Ermahnungen Loewys wieder zu verabschieden , dann setzt Loewy den Kurs einfach wieder herunter, denn dies kann er ja recht leicht machen, da niemand weiter in London sich hierfür interessiert. Die Moral von der Geschichte: Man sollte niemals sich für Shares interessieren, für welche von Outsidebrokern Tamtam geschlagen wird, und auch nur, wenn wirklich unparteiische Berichte vorliegen. Ferner sollte man sich genau über den Kuf und die Kespektabilität einer Firma, sowie über die Entstehungsgeschichte und den Werdegang eines Minenunternehmens erkundigen. Aber ganz abgesehen davon, sollte es für jeden noch so waghalsigen Spieler einen „AVink mit dem Zaunpfahl“ bedeuten, dass Atlas erstens, weil es aus der Loewyschen Küche kommt, kein sehr appetitliches, reines Gebräu sein kann, avo- durcli man sich nur den Magen verderben würde, und zweitens sprechen doch schon die Kursschwankungen für sich selbst, und drittens kann sich doch jeder selbst an seinen fünf Fingern abzählen, dass durch eine solche wüste .Reklame, Avie sie Loewy mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln insceniert, bei jedem der Verdacht aufkommen muss, dass etwas faul daran ist. Warum bietet Loewy die Shares so 190 krampfhaft aus, wenn sie dem inneren Werte nach das doppelte im Kurse sein müssten? Ist denn ein derartiger gerissener Einanzjongleur unter die Philan- tropen gegangen? Ein weiteres Kommentar brauchen wir wohl kaum hinzuzufügen. Den Atlas-Aktionären bleibt nur noch ein Trost übrig, und das ist das Wort, das die unglückliche Maria Antoinette verzweifelnd ausrief: „Nur ein Zufall kann uns retten.“ Loewy war nach dem erbärmlichen Treberkrach gezwungen, eine Bankkulisse zu gründen, welche er ja, wie bekannt, Einancial and Commercial Bank Limited mit 300000 Pfd. St. Kapital betitelte. Natürlich sind diese 300000 Pfd. St. nur durch eine Schiebung ein oder zwei Tage in die Bank gelegt worden, d. h. natürlich: nicht in seine, sondern in eine andere. Diese Bankgründung beweist aber zur Genüge, dass London immer noch das Eldorado ist für diejenigen, welche ungestraft „Eischzüge“ im grossen Stile vornehmen wollen. Die ganze Gründungsgeschichte dieser sogen. Bank trägt aber leider wenig dazu bei, den vielen Leuten, die London als den Inbegriff alles Schlechten auf dem Gebiete von Handel und Finanz kennen, ihr Vorurteil zu schwächen. Bei der Gründung der Bank haben alle anständigen Organe vor derselben gewarnt, trotz alledem haben viele deutsche Blätter nicht umhin gekonnt, den gut bezahlten Kurstabellen der Loewy- sclien Bank einen Platz in ihren Spalten zu gewähren. Interessieren wird es noch, zu erfahren, dass der Aufsichtsrat, und besonders der Präsident der Bank, Lord l’ratt, Marionetten Loewys sind, 191 und genannter Lord Pratt ist durch einen Beamten Loewys gegen Bezahlung von 10 Pfd. fest, zugeführt worden. Ein anderer Direktor mit hochklingendem Namen, Admiral Montagu, sprang sofort wieder ab, nachdem er entdeckte, in welche Gesellschaft er geraten war. Mit gemischten Gefühlen wollen wir noch melden, dass es Herrn Loewy gelungen ist, einen Herrn Baron v. Maltzalin als Mitglied seines Aufsichtsrates zu erwerben. Dieser Herr, welcher früher in Transvaal ansässig Aval - , spielt jetzt die in diesem Falle geAviss recht undankbare Rolle eines sogenannten „Bankdirektörs“. Wir thun dieses Umstandes nur deshalb ErAvähnung, Aveil Loewy avoIiI über kurz oder lang aus dem Namen dieses aus einer der besten Adelsfamilien stammenden jungen Mannes irgendAvelches Kapital schlagen Avird, und der Herr Baron Avird Avohl bald das zweifelhafte Vergnügen der Erfahrung machen, dass niemand ungestraft unter Palmen Avandelt. Bevor Avir uns v r on dem unsauberen Thema „LoeAvy und seine Bank“ verabschieden, Avollen Avir noch einige der Mittel erwähnen, welcher sich dieser geschickte Einanzschwindler für seine Zwecke bediente. Unter anderem versuchte LoeAvy seit seiner Londoner Aktivität zAveimal die deutsche Presse zu düpieren, indem er ein sogen. Korrespondenzbureau errichtete und beinahe täglich an viele Zeitungen unseres Wissens nach gedruckte Intelligenz versandte, worin er natürlich unter der finanziellen Rubrik auch seiner „Kinder“ gebührend ErAvähnung that. ZAvei dieser Korrespondenz-Versuchskarnickel sind seitdem Avieder eingegangen, das Experiment 192 schien doch nicht eingeschlagen zu haben. Die Annon- cierungspolitik Loewys ist ja auch zu Genüge bekannt und mit Hilfe seiner beiden Reisenden mit je 1000 Mark Gehalt monatlich scheint er immer noch Leute zu finden. Sogar die Leser der „Meggendorfer Blätter“ sind vor Loewy nicht sicher (natürlich nicht im redaktionellen, sondern im Annoncenteil). Wenn wir durch diese Warnungsrufe auch nur wenige zurückgehalten haben, ihr Geld diesem Manne zu opfern, so sind wir doch überzeugt, das wir zur Aufklärung und Besserung eines systematisch betriebenen Schwindels beigetragen haben. Von der „Financial & Commercial Bank Limited“ sind es n.ur wenige Schritte nach der „London und Paris Exchange Limited“ alias „Londoner Börsenhalle“ früher „London Stock Market Report“ und dieser Spaziergang durch die zweifelhaften finanziellen Institute Londons wird sich für den einen oder anderen Leser wohl lohnen. In den Bureaux des Herrn Mande- ville, des Besitzers der obigen „Bank“, gebt es heute wie in einem Bienenkörbe zu, und im Vergleich zu der Loewyschen Bank ist hier anscheinend mehr los, denn dieses Geschäft ist der grösste „Bücket Shop“ (Bezeichnung eines Outsidebroker Geschäftes) Londons und ganz Europas. Die „London & Paris Exchange“ ist im wahren Sinne des Wortes eine Zirkularfabrik, und wenn sie auch nicht entfernt so gefährlich ist, wie Loewy, so müssen wir doch einige ihrer Unternehmungen näher beleuchten. Herr Mandeville verschaffte sich die Option auf einen grossen Posten Kadur Mysore Shares, einer exotischen indischen Mine, oder besser gesagt, sollte sie erst nach den Berichten des London Stock Market Reports eine solche -werden. Diese Shares, welche dem Institute wohl kaum mehr als 1 Schilling gekostet haben, wurden dann nach allen Regeln der Kunst unter Mitwirkung der denkbar hoffnungsvollsten Berichte bis auf 5/(1 also um ca 500 °/ 0 hinaufgetrieben, fielen aber dann nach einem ungünstigen Berichte auf 1/li. Von der Mine kamen im Anfänge die besten Berichte, um der London & Paris Exchange Gelegenheit zu geben, recht viele dieser Shares an den Mann zu bringen. Wenn der Aufsichtsrat einerseits etwas vom Minenwesen verstanden, und anderseits das Interesse der Aktionäre besser vertreten hätte, so würde ein derartiger Fal 1 nicht vorgekommen sein, denn dass der derzeitige Leiter an Ort und Stelle seinen Posten nicht richtig erfüllt, hat, darüber kann nach Sachlage der Dinge kein Zweifel herrschen. Es bat nun den Anschein, dass mit der Veröffentlichung der ungünstigen Berichte so lange gewartet wurde, bis der Fischzug der „London and Paris Exchange“ beendet war. Wie schon oben bemerkt, wäre eine derartige Irreführung des Publikums unmöglich gewesen, wenn die Aktionäre in Minengesellschaften ihre Interessen in London durch ein Aktionärkomitee vertreten lassen würden, um dafür zu sorgen, dass unparteiische, aufrichtige Leute ihr Eigentum verwalten. Abschliessend bemerken wir noch, dass das Organ der „London and Paris Exchange“, die „Londoner Börsenhalle“, mit der grössten Vorsicht aufgenommen werden sollte, denn dasselbe vertritt die denkbar ärgsten Sonderinteressen. Loewy S. (lumpel, Goldminen. 194 war übrigens früher der Vertreter der „London and Paris Exchange“ in Deutschland, und „wie er sich räuspert und wie er spuckt, das hat er ihm glücklich abgeguckt“. Der Lehrling ist aber dem Meister über, und die „London and Paris Exchange“ wird in dieser Beziehung dem deutschen Spelculanten- publikum nicht derartig gemeingefährlich werden, wie das erwähnte Loewy’sclie Institut, weil eben der „spiritus rector“ sein Publikum besser zu kennen scheint. Dieser Artikel würde aber keineswegs als vollständig gelten können, wenn wir nicht noch einiger kleinerer, aber unter Umständen ebenso gefährlicher Firmen, resp. Outsidebroker, Bankkommissionshäuser Erwähnung tun würden, von denen wir positiv wissen, dass ihre Geschäftsprinzipien keineswegs als reell betrachtet werden können. Aber, wird man uns fragen, kann denn eine Outsiderbrokerfirma (vulgo bücket — sliop) überhaupt reell sein? Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Solch eine Firma preist sich in den meisten Fällen in der denkbar philantropischsten Weise an, verlangt keine Brokerkommission, keine Uebertragungsgebühren! Von was leben also diese Leute? Wenn sie die in Auftrag gegebenen Shares wirklich kaufen würden oder zu kaufen beabsichtigten, so müssten sie doch zu einem Insidebroker gehen und diesem Manne Provision zahlen. Wer sich also mit einem Outsidebroker einlässt, der geht mit offenen Augen ein Risiko ein. Solche zweifelhaften Institute sind unter anderen: „Universal Stock Exchange“, „International Stock Exchange“, „London Securities Corporation“, „London Shares Investments“, „International London Bourse“, „General Stock and Shares Exchange“ nnd „Süddeutsche Bankagentur München-London“. Wenn man Waren in einem Laden zu billigeren Preisen als sonst üblich angepriesen bekommt, untersucht man dieselben unwillkürlich, bevor man solche kauft. Man muss sich doch sagen, vielleicht hat die Sache einen Haken. Wenn jemand verlockende Einladungen von Outsidebrokern erhält, so sollte er sie unbeachtet in den Papierkorb wandern lassen. Solche Institute sind nur für diejenigen ein notwendiges Uebel, welche eine solide und bessere Verbindung nicht kennen, was ja leider oft der Eall ist, da Insidebroker sich nicht durch Zirkulare bekannt machen dürfen. Im Intelligenzblatte wird von Zeit zu Zeit vom kgl. Polizeipräsidium gegen gewisse Patent-Medizin, Geheimmittel und andere Quacksalbereien gewarnt, um das Publikum zu schützen. Würde es daher unangebracht sein, wenn in Berlin ein sogen. Schutzkomitee sitzen würde, natürlich halboffiziell, welches das Publikum vor allen diesen Londoner Börsenschwindeleien warnen würde? Man wird uns einwenden, dass es schwierig sei, die Spreu vom Hafer zu unterscheiden. Aber wir denken in dieser Beziehung weit radikaler. Könnte die sonst so vorsorgliche Regierung, welche Deutschland mit derartig philantropischen (?) Börsengesetzen gesegnet hat, dass sich das Publikum eben nach London wendet, um hier ihr Geld los zu werden, könnte diese Regierung das Spiel mit Londoner Outsidebrokern nicht ebenso verbieten, als das Spiel mit fremden Lotterielosen? In gewissen nicht ganz uneinflussreichen Kreisen Englands macht sich in letzter Zeit eine starke Stirn- 190 mung gegen das deutsche Lotterieumvcsen bemerk- ltai - , welches namentlich von Hamburg und Bremen aus in grossem Stile, systematisch, mit und ohne Erfolg betrieben wird. Man wird wohl nun über kurz oder lang in England versuchen, die Maschine des Gesetzes gegen den Zirkularisierungseifer der deutschen Lotteriekollekteure in Bewegung zu setzen, indem man derartige Zirkulare durch das Medium der englischen Postbehörde mit Beschlag belegen lassen will. Wird es dann wohl nicht angebracht sein, wenn auch in deutschen Landen gegen das englische Outsidebrokerzirkularunwesen energisch Front gemacht werden würde, ganz abgesehen von der mittelalterlichen internationalökonomischen Maxime: „Haust du meinen Juden, hau ich deinen Juden“! Wer Londoner Börsengeschäfte machen will, dem stehen solide Mittel zur Verfügung, er gehe einfach zu seinem Bankier. Aber in den meisten Fällen wollen diese Leute aus dem einen oder anderen Grunde ihrer Bankverbindung nicht auf die Vase binden, dass sie in Londoner Börsengeschäften engagiert sind. Vun, dann wende man sich an ein gutes deutsches Insidebrokerhaus in London, deren es ja manche giebt. Wer mit Outsidebrokern sein Glück oder sagen wir besser sein Unglück versucht, für den ist jeder Tag eine Krise. Er kann weder seine Forderung einklagen, noch sein Geld auf andere AYeisc heraus- bekommen. Bei einem Insidebroker ist er aber sicher, dass er am Fälligkeitstage Geld oder Ware erhält. Er kann wegen der Auszahlung seiner ihm eventuell zukonunenden Differenz ruhig schlafen. 197 Auch der Unterschied zwischen einem künstlich gezüchteten und einem Minenshai’e, der einen reellen offenen Markt hat, ist nicht so schwierig herauszufinden. Jeder, der auch nur die geringste Börsenerfahrung hat, sollte wissen, dass eine Aktie, welche von einem Outsidebroker warm empfohlen wird, von diesem oder dessen Clique manipuliert wird. Von zehn derartig ausgebotenen Shares gehen neun gegen den Spekulanten, d. h. er verliert sein Geld. Dass man in London sofort herausfindet, ob und was hinter diesem oder jenem Share steckt, brauchen wir kaum noch zu bemerken. Wenn jemand solche anbietet, woran er direkt interressiert ist und dieses selbstverständlich verschweigt, so sollte ein derartiges Angebot von Gesetzes wegen als Vorspiegelung falscher That- sachen dargestellt und auch verurteilt werden. Wer sich als Broker ausgiebt und wissentlich gerade die umgekehrte Bolle eines ehrlichen Maklers spielt, ist doch nach allen Hegeln der Logik ein Betrüger. Wir wollen hier nur Anregungen geben, uns aber durchaus nicht als Sittenrichter aufspielen. Der Londoner Outsidebroker-Schwindel übt auf manche würdige Existenz eine einschneidende, nachhaltige Wirkung gus. Das radikale Verdammungsurteil so vieler Leute ist ja mehr oder weniger nur auf schlechte Erfahrungen mit der obengenannten fragwürdigen Gilde zurückzuführen. Diese Leute haben aber für ihren Zorn ebenso wenig Berechtigung, als wenn jemand Berlin eine elende Stadt bezeichnen wollte, nur weil er bei einem Besuche das Unglück hatte, dort einem Bauernfänger in die Hände zu fallen. Wo Licht ist, ist auch Schatten. Das erste in — 198 - Börsengeschäften bleibt aber immer: „Principia non homines“. Wir wollen nun keineswegs liier eine Lanze für die Insidebroker brechen, denn Vollkommenes giebt es nun einmal nicht in dieser Welt. In dieser Beziehung machen wir noch warnend auf die vielen sogen, Kemissiers aufmerksam, welche in Deutschland indirekt für Insidebroker Maulwurfsarbeiten machen. Solche versuchen nicht direkt, sondern im Namen eines Herrn, der mit der Firma arbeitet, Kunden heranzuangeln und gewisse Shares zu empfehlen, woran die Londoner Firma und der llemissier gut interessiert sind. Aber schliesslich wird man uns doch einwenden, dass demjenigen, welcher zu spekulieren wünscht, dem also nur an einem vorübergehenden Gewinn gelegen ist, die Schurken ebenso dienen können als die ehrlichen Leute. Man kann da an die Lessing’schen Worte denken: „Wenn Hinkende um die Wette laufen, so bleibt doch derjenige, der zuerst am Ziele ankommt, schliesslich auch nur ein Hinkender“. Es giebt Schurken und Diebe in jeder Abteilung von Handel und Wandel, nur bedarf es der Vernunft, uns vor solchen zu schützen. Wenn wir die Vorsicht vernachlässigen, haben wir uns die entstehenden Folgen selbst zuzuschreiben. Das beste Mittel gegen Krankheiten sind bekanntlich die Vorbeugungsmittel. Wir können mit Wachhunden an der Kette verglichen werden, welche zuschauen müssen, wie die Diebe ihre Beute fortschleppen, und doch schliesslich trotz vergeblicher Sprünge und ohnmächtigen Geheuls nur verspottet werden. Auf alle 199 Fälle wird unser Lärm doch manchen Spekulanten aus seiner Gleichgültigkeit herausreissen und in dieser Erwartung verabschieden wir uns von unsern Lesern. Wir wünschen allen von Herzen Glück zu ihren Spekulationen. Was uns anbetrifft, so wird man uns die Horaz’schen Worte nicht absprechen können: „Scribendi recte sapere est principium et fons“. Der Oestliche Rand. (Mit Bezugnahme auf unsere beigegebenen Skizzen.) „Audi alteram partem.“ Die im Osten des liandes gelegenen Minenunter- nehinungen und solche, die es erst werden wollen, werden noch auf lange Zeit hinaus das allgemeine Interesse des Kaffirmarktes beherrschen. Wenn es wirklich einmal zu dämmern anfängt, so wird die Sonne der Kursfreuden auf dem Osten des Randes, in Uebereinstimmung mit dem ewig alten Naturgesetze, zuerst scheinen. Est ist aber doch wohl angebracht, hier einige banale Thatsachen anzuführen, um alle diese vielen optimistischen Fabeleien über die ungeahnt grossartige Zukunft aller dieser Unternehmungen, für die jetzt mit Hochdruck Propaganda gemacht wird, von der rein praktischen Seite der Wahrscheinlichkeit zu betrachten. Die Cloverfield- und Welgedacht-Entdeckungen haben zweifellos viele Leute angenehm überrascht, trotzdem man in eingeweihten Kreisen kaum weniger erwartet hatte. Die beigegehene Skizze giebt die Lage der drei Bohrlöcher auf der Geduldfarm und die resp. Entfernung derselben zu den Cloverfield- und Welgedacht-Besitzungen an. Die beiden Clover- fteld-Bohj.-lochvepsuche haben bekanntlich die Yan 201 Byn-Ader bei I960 Euss mit einer Analyse von ea. 16'/ 4 dwts. Goldgehalt bei 3 Fuss Mächtigkeit angetroffen. Viele Leute scheinen aber noch nicht zu wissen, dass sich zwei verschiedene Serien von Goldadern durch diesen Teil des Randes ziehen. Wir wollen versuchen, soweit wir Informationen zur Hand haben, hierüber Aufschluss zu geben. Nehmen wir einmal die Geduld-Bohrlochergebnisse an, welche ja die ältesten und bekanntesten sind, so muss man verstehen, dass die zuerst angetroffenen Erzschichten, die Modder- Serien, sich nicht als rentabel genug erwiesen haben, und erst die tiefer angetroffenen Erzschichten, die Van Hyn-Serien, für einen Minenbetrieb in Betracht kommen können. Aus den folgenden Daten wird man das nähere ersehen können: st 3 g 0> ^ fl *5 r Ö QJ g Ryn- en an- ■offen: g S ö cP •£* oi »rs *S ^ 'S g a> ^ Cß bC Q ** 3 fc, 4J fl S <ü ^ zn sc fl *> Geduld-Bohrloch Nr. i 830- 870 F. 1390 F. ca. 520 F. n n n 2 1190—1225 „ 1724 „ „ 500 „ n n » 3 1550—1585 „ 2136 „ » 551 „ W elgedacht-Bohrlocli » 2 1912—1984 „ 2500 „*) „ 566 ,, Wir wollen hier nur ausdrücklichst bemerken, dass, soweit die Welgedacht-Besitzung in Betracht kommen wird, man erst bei einer Tiefe von mindestens 2500 Euss auf sich rentierende Erze treffen wird. Wenn wir nun berücksichtigen, dass das Geduld-Bohrlochergebnis Nr. 3 einen durchschnittlichen Analysenwert von 17 dwts. aufgewiesen hat, so liegt doch nach allen Regeln der geologischen Naturge- *) Wird voraussichtlich angetroffen, 202 setze kaum ein Grund vor, anzunehmen, dass das Welgedachtergebnis besser ausfallen wird, zumal hier die Ader doch 400—500 Euss tiefer streicht. Wir geben diese Einzelheiten hauptsächlich aus dem Grunde an, weil viele Leute durch den Wortlaut des jüngsten Kabeltelegramms mit Bezug auf das Welgedacht- Bohrlochergebnis nicht zu wissen scheinen, dass die angetroffenen Erzschichten (1912 Euss) gar nicht für praktischen Minenbetrieb in Betracht kommen können, noch werden. In einer späteren Auflage werden wir hierauf nochmals zurückkommen. Noch einige Worte für diejenigen, welche immer noch an eine stürmische Aufwärtsbewegung, an grosse Kursfreuden glauben. Wer ein alter Spekulant ist, um sich der 95er Sturm- und Drangperiode zu erinnern, wird wissen, dass damals über den wirklichen Wert des Bandes wenig bekannt war, wenigstens nicht dem spekulierenden Publikum. Diese ungewisse Position bildete das Arsenal, das Waffen lieferte zu diesem heftigen Wettkampfe und zu den leidenschaftlichsten Ausbrüchen des Börsenspiels Veranlassung gab, die die moderne Welt jemals erlebt hat. Man konnte diesen Minenaktien eben jeden Wert, je nach der Phantasie der Spieler, beilegen. Heute ist aber die Position gerade die umgekehrte. Deshalb wollen wir nochmals an dieser Stelle betonen, dass in den wohlbekannten Kandminenaktien kaum grosse Kursavancen vor oder nach Lösung der Arbeiterfrage zu erwarten sein dürften. Werden aber durch alle diese sogenannten Neuentdeckungen von Erzlagern die sich bereits im Betriebe befindlichen Bandminenunternehm- 203 ungen profitieren können? Wir sind der Ansicht, dass gerade das Gegenteil der Fall sein wird; denn diese neuen Unternehmungen bieten doch den Kaffern, soweit Lohnzahlung und Natur der Arbeit in Betracht kommen, weit mehr Attraktion als die schon bestehenden Minengesellschaften. Je näher aber der Zeitpunkt der wirklichen Goldproduktion herannaht, und je mehr die Aufschliessungsarbeiten vorangehen, desto riskanter wird die spekulative Position aller dieser Aktien werden. Qui vivra verra! War es bei den anderen Minengesellschaften denn anders? Bei Feierlichkeiten stellt der weise Mann das Essen ein, wenn es ihm am besten schmeckt, und verabschiedet sich; der jüngeren Generation überlässt er die natürlichen Folgen, den Katzenjammer. Wird es denn dem Spekulanten hei allen diesen neuen Aktien nicht ebenso ergehen, wenn er den Moment des Abschiednehmens auszunützen versäumt oder nicht versteht? „Je später der Abend, desto schöner die Gäste“, denken die Gründer. Die Wirepullers, die zu diesen Feierlichkeiten, zu diesen wilden Kursorgien, so verlockend einladen, werden sich vergnügt die Hände reiben und wie die Franzosen ausrufen: „Les Foux sont festins et les sages mangent.“ Schlussworte. „Zum Abschied nehmen just das rechte Wetter“ Scheffel. Wir meinen natürlich Bürsemvetter. Wenn diesen Büchlein unseren Lesern vor Augen kommt, wird sich das Biirsemvetter wohl kaum verändert haben. Denn wenn die Sonne scheint, wenn alles „couleur de rose“, will man doch gewiss nichts von langweiligen Doktrinen noch von grauer Theorie wissen. Giebt es doch für einen Arzt weit mehr zu schaffen hei schlechtem als bei schönem Wetter. Zu der Zeit, wo man sich nicht wohl fühlt, interessiert man sich viel mehr für seine Katschläge und leiht ihm gern Gehör. Wie ein solcher Arzt nun, der sich bemüht, seine Kranken zu heilen und zu trösten, doch auch gern erfahren möchte, inwiefern seine Mittel und Ratschläge von irgend einem praktischen Erfolge begleitet waren, so bitten auch wir unsere Leser, uns giitigst wissen zu lassen, oh und in welchem Masse wir unserem vor- gesteckten Ziele gerecht geworden sind. Wir bitten uns unumwunden Andeutungen mit Bezug auf Verbesserungen, Vervollkommnungen und dgl. zu geben. Wir werden nichts unterlassen, den Wünschen 20f> unserer Leser naclizukonimen und allen Anforderungen gerecht zu werden. Hinzufügen möchten wir nur noch, dass wir in der zweiten Auflage auch die leitenden westafrikanischen, indischen und britisch-kolumbischen Minen- unternclunungen besprechen werden. Ferner werden wir durch regelmässig erscheinende Nachträge den Versuch machen, dieses AVcrk zu einem wirklichen Standardwerk und praktischen Naohschlagebuche zu gestalten. Auch in dieser Beziehung werden wir Fingerzeige und AVinke aus dem Kreise unserer Leser stets dankend willkommen heissen. Unser ganzes Bestreben, welches wir unseren Lesern gegenüber nach bestem AVissen und Gewissen stets für unsere erste Pflicht halten, können wir am besten in den AA r ortcn Cervantes zum Ausdrucke bringen : „Erzählt uns, was Ihr gesät, und wir werden Euch sagen können, was Ihr ernten werdet.“ Berichtigung: Mit Bezug auf Seite 133: „So sind die Cue Gold- Aktien wieder auf 13/ - hinaufmanipuliert worden, um weitere Käufer zu finden. Dagegen hat man, um einem langgefühlten Bedürfnis abzuhelfen, das Kapital der Gesellschaft auf 100 000 Pf. St. erhöht, ein Umstand, der diese Kurserhöhung erklärt.“ Börsentechnische Fachausdrücke. Account: Die Zeit, in welcher Aktien von einem Ab- rechnungsgeschäft zum anderen gehandelt oder geliefert werden können. Arbitrage: Der Gewinn, welcher erzielt wird, indem man Effekten in dem einen Lande kauft (oder verkauft), um dieselben in einem anderen Lande sofort wieder abzusetzen. Articles of Association: Gesetzliche Bestimmungen, welche dazu dienen, die gesetzliche Stellung der Aktionäre und die Befugnisse der Direktoren festzusetzen. Averaging: Aktien zu einem niedrigeren Preise ankaufen, um sich seinen Bestand zu verbilligen. Backwardation: Reugeld der Verkäufer an die Käufer für nicht rechtzeitige Lieferung. Kommt nur bei vierzehntägiger Abrechnung in Betracht. Banging the Market: Wildes Verkaufen, um den Preis herunterzustürzen und billig wieder einkaufen zu können. Bear: A la Baisse spekulieren. In Amerika „Short“ genannt. Boom: Wilde Haussebewegung. Bonrses: Börse, (Stock Exchange). Broker: Börsenmakler. Bull: A la Hausse spekulieren. Amerikanisch: „Long“. Buying in: Sich eindecken. Contangos: Uebertragungssätze. Corner. Aktien befinden sich in einer Hand. Cover: Deckung. Cum-Dividend: Das Hecht des Käufers, mit einer gekauften Aktie auch die Dividende zu beanspruchen, welche wohl erklärt, aber noch nicht gezahlt worden ist. Debentures: Obligationen. Ex-Dividend : Der Verkäufer verkauft seine Aktie exklusive der erklärten Dividende. Limit: DemMakler angegebene Ein- od. Verkaufsgrenze. Making-up-Prices: Der am Abrechnungstage börsenamtlich festgesetzte Kurs. Nominal Value: Der Kennwert. Option: Prämie. Par: Kurs zum Nominalwert. Period of Settlement: Zeitraum zwischen zwei Abrechnungstagen. Pool: Arrangements einer Einanzgruppe, um Shares auf ein künstliches Niveau zu bringen, resp. auf einem Niveau zu halten. Premium: Agio. Proxy: Vollmacht eines Aktionärs zur Vertretung seiner Interessen. Big: Schwindelhafte Kurstreiberei. Scrip: Aktienzertifikat. Stock: Aktien. Times Bargams: Zeitkäufe. Transfeer: Uebertragungszertifikat. Minentechnische Fachausdrücke. Acre: Flächenmass (1 Acre43 560 Quadrat-(Cape)-Fuss, 3,28 Quadratfuss (Capefeet) = 1 Quadratmeter. Adit: Minengang, von der Seite eines Berges in eine Mine hineinfiihrend. Alluvium: Ablagerungen von Sand und Kies auf dem Grunde von Flüssen oder Gewässern. Amalt/am: Mischung von Quecksilber mit einem anderen Metall. Apex: Scheitelpunkt einer sich von einem der Oberfläche nächsten Funkte nach zwei Richtungen hin senkenden Ader. Amty: Die chemische l’rozedur zur Feststellung des Reingoldgehaltes in Erzen oder anderen Mineralien. Auriferous: Goldhaltig. Backs: Mineralmassen, von dem Rücken der Ader genommen. Banket: Gold enthaltende Steinmassen. Battery: Yerpochungsanlage mit (gewöhnlich) fünf Stampfen. Beu-aarplatsen: Grundstück mit Bebauungsrecht, aber ohne Bergrecht. Bonanza: Reiches Golderzlager. 209 Brauch: Kleinerer Zweig einer liauptacler. Bauch of Ore: Reiches Goldnest in der Ader. Champion Locle: Haupt- oder beste Ader in einem Goldminendistrikt. Chute, auch Slioot oder Shute: Reiche Goldstelle in dem Verlaufe der Ader. Claim: Grubenfeld von 400 X 150 Fuss Umfang. Clean Up: Aufarbeitung (Verpochung) der wertvollen Erzeugnisse aus der Pochmühle (von den Kupferplatten). Concentrates: Der reichste Erzteil, gewonnen aus der Konzentrierung. Concentratiou: Verfahren, durch welches die reichen Erzteile von den weniger wertvollen abgeschieden werden. Conylomerate: Erz, welches mit Mineralsubstanzen vermischt ist. Contact Vein: Ader, welche zwischen ungleichen Formationen liegt. Copper Plates: Platten in einem Pochwerke, über welche das Erz langsam läuft, wenn dasselbe die Mörser verlässt. Diese Platten sind mit Quecksilber bedeckt, an welchem die Goldteile hängen bleiben. (bunter.Lode: Kleinere, quer durch die Hauptader laufende Ader. Country Bock: Wertlose Felsmassen in der Nähe eines Erzdeposits. Croppinys: Sich bis zur Oberfläche erstreckende Erzfragmente. Cross Cut: Stollen, welcher im rechten Winkel durch S. G n m p e 1 , Goldminen. 14 210 eine Ader oder <|iier durch den Lauf einer Ader getrieben wird. Crusher: .Maschine, um Steinmassen zu zermalmen. Cut: Querschlag, um eine Ader anzutreffen. Deep Level: Grubenfeld, unterhalb des ausgehenden Elötzes, bei welchem die Goldadern in grösseren Tiefen liegen. Development: Aufschliessungsarbeiten einer Mine. Dip: Senkung einer Ader. Didocation: Unterbrechung und unvorhergesehene Verschiebung des Laufes einer Ader. Batate: Landbesitz. Fault: Unterbrechung im Laufe der Ader (schärferer Ausdruck). Fismre 1 'ein: Wertlose, sieb nach der Tiefe in bedeutender Länge ausdehnende Erzmasse. Footwall: Boden, untere Wand einer Ader. Free, Gold: Chemisch reines Gold. Free Milli ne/ Ore: Erze, welche auf leichte Weise durch Amalgamierungsverfahren ausgeschieden werden können. Fr ne Vanner: Maschine zur Konzentrierung von Erzmassen. Ifau(/int/ Wall: Wand an der Oberfläche einer Ader. Ilorse: Wertloses Gestein in einer Ader. lndination: Senkung einer Ader. Leader: Kleinere Ader, welche sich in einer grösseren verläuft. Levels: Durch eine Mine getriebene Stollen (Tunnels). Lode: Metallhaltige, wohlbegrenzte AVände aufweisende Ader. Mortjen: gleich 1,44 Mutungen (Flächenmass). Mother Lode: Haupt-(Mutter-)Ader. Ozs, Ounce (Unze) gleich 31,1 g Gold, 1 Unze Koli- gold gleich ca. 72 Mk., 1 Unze Feingold gleich 85 Mk., ein zwanzigstel (V20) Unze gleich 1 dwt. gleich 1 Pennyweight. Outcrop: Teile einer Goldader, welche nach der Oberfläche oder in unmittelbarer Nähe derselben sich ausdehnen. Ouiput: Erzeugnisse aus einer Mine. Laiming: Waschen von Gesteinsmassen in einer Pfanne zwecks Goldgewinnung. Flaut: Maschinenanlage einer Mine. Ucef: Mineralader. Heserves: Noch unbearbeitete Erzmassen in einem Bergwerk. Hock Breaker: Maschine zur Zermalmung von Fels. Hock Drill: Maschine zur Bohrung von Löchern ins Gestein, gewöhnlich durch komprimierte Luft getrieben. Shaft: Tiefer Schacht zur Aufschliessung einer Mine. Slimes: Fein vermahlene Erzmassen. Smelting: Goldgewinnung durch Schmelzverfahren. Stamps: Stampfen zur Pulverisierung des Gesteins. Stope: Arbeiten in einer Mine zwischen den Stollen. t-Ton-Tonne: gleich 2000 engl. Pfund, (Ibs), gleich 007,18 kg. Teilings: Die restlichen Bestände, welche, nachdem das Erz in einem Pochwerke bereits bearbeitet ist, noch wertvolle Goldteile enthalten. Telluride: Combination von mehreren Metallen, oft reich an Gold und Silber. Vanner: Concentrierungsmaschine. 212 Vein : Kleinere, dünnere Ader. Water Level : Das Niveau, bis zu welchem Wasser aus der Mine entfernt worden ist. Minze: Schacht, welcher die Verbindung zwischen den Stollen in der Mine herbeiführt, aber nicht bis zur Oberfläche führt (Blindschacht.) I Vorhings : Aufschliessungsarbeiten in einer Mine, wie Stollen, Tunnel, Abteufungen, Querschläge u. s. w. Aeusserete Westsuktion T3 C* k 5 p T3 S ” S cj es 5 CO 3 -*J 2 ® “■ # aS § J q. •e -ä 'S K*' S ® -s «T «MM «mJ bo-*» •*» o c co -u bß l ö >■* ca qj o C-i Q w c uu >»tu - r-> uu w oo0>,QJ52^c^a 0 cö o L- fc» -2 ö o oo O >,£ 3 s s orbTc; £> -C K r i rv. . - -S ^ >—I tH ~ •I— *• * * * H- ********* H Ol CO ^ iß CO fr- CO CD O »-< OJ ?C ffj 1 <3 a> a> cä aj o o fl Ph'S «* .£C rM CS CC * * CO Ci o (M cg ftagrasw» .y.tm Oeutralsektiou Westsektion. 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Öl 30 M O CO ^H rH © © Ol CD © CO M Ol © i-H i-H fH i-H © H C- CO © M »-H l> M M GO XX 00 © © © 2 y S> t£ 221 Beispiel: Angenommen der Kurs einer 4 'ji"j 0 zahlenden Aktie ist 108. Wie hoch wird sich dieselbe für den Käufer verzinsen? Siehe dann unter Spalte 4 1 A°/ 0 unter 108, in derselben Linie in der ersten Spalte findet man die Ziffer Pf. St. 4. 3. 4, das ist die in Wirklichkeit zu erwartende Verzinsung. Ferner: Welchen Preis oder Kurs sollte man für eine 7 n /o zahlende Aktie zahlen, damit sich diese mit mindestens 8 V 4 0 / 0 ]). a. verzinst ? Man siehe dann in der ersten Spalte unter „prozentuelles Ergebnis“, d. h. in diesem Falle unter 8’/ 4 (unter Pf. St. 6. 5. 0) und in derselben Linie unter Spalte 7 °/ 0 . Man findet dann die Ziffer 112, also, man darf dann für eine 7°/ 0 Dividende zahlende Aktie, die sich mit mindestens <>V 4 % p. a. verzinsen soll, keinen höheren Kurs als 112 anlegen ! iibelle zur Berechnung der Kurs-Bruchteile einer 1 r f. St--Aktie in sh mul d s. d. Pf. St. s. d. 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Gumpel, Goldminen. 15 Kapitalisierung, - der Randminengruppen. — 226 uapuapiAjd a^iqszsq SuB[s;g Ph in 03 03 Ol cn p 03 o i—H Ir- 00 C0 00 in 03 o o l'- 00 iö CD o l> tr- lO Ir- 00 iß 03 CM io o o CD on o CO t> Ir- 03 03 CO CM o o O CO CM CO I> rH CO i> 00 th rH tH r- r> C3 CO rH CT) o lO 03 C0 in lO 00 t- CD 00 m CO CO T—i 5061 •zog gs uaypw Jdp qj8A\^qaBJ\[ 5061 'zao o in o oo oo oi qo -ii >o o co -t< co o o o o o io •# ii oo -f 05 W (M iO h uaSargnj^ 03 o >o rH rH -f< © IO I- r- l'- 00 03 I- m Ol CO cn o -t-j CO o r> *o 00 03 CM o © CO CO O rH o 00 o CO 00 in Ph 2 ° O T3 p P r3 o cö ^3 o To p 9 »rj tg pR T2 H3 o o P q ° lg u Co, O 'S DQ .5 P3 bo 53 P P g p ^ NJ L- P ö q P ^oo q fl) c CO o> 1-3 p" Ö ^ S »M | ^ S s a t. a o es 2 c m Pa ü3 S S CÖ 03 S tsj q P 2 o .p S 3 q » ,0 S ® frt .£ o n 17 y P Stlg. pro Tonne, bei den 10 Monaten bis 30. Juni 1902 auf 2.9.5 Pfd. >St. pro Tonne und im Januar d. J. dagegen nur auf 1.11.3 Pfd. Stlg. pro Tonne. Wir halten es an dieser Stelle für angebracht, die von Dr. Diehl im November 1901 gemachten Voraussagen, dass durch sein Verfahren mindestens 1 Pfd. Stlg. pro Tonne Ersparnis herbeigeführt würde, als richtig zu bezeichnen. Die anderen Verfahren zwecks Behandlung der Sulphide-Erze z. B. Das Itieckensche auf der South Kalgurlie Mine (Unkosten nicht unter 2 Pfd. St. per t) und das Maysche Verfahren auf der Flagstaff Mine halten also mit dem obigen nach den bis jetzt vorliegenden praktischen Ergebnissen doch noch keinen Vergleich aus. 8) Seite 97. Nach 1. Absatz, nach „Eentabilitüt der Mine.“ In dem bekannten Goldmannschen Werke „South African G-oldmines“ (quantitativ wohl das erste dieser Kategorie von Büchern) wird dem Mineninteressenten empfohlen, nicht weniger als die folgenden 21 Fragen zu stellen. 234 1. Wie hoch ist das Kapital ? 2. Welcher Teil hiervon ist ansgegeben? 3. Wieviel Reserveaktien (noch nicht ausgegebene) sind vorhanden? 4. Wieviel vom Betriebskapital bereits ausgegeben ? 5. Sind irgend welche Schulden vorhanden, und wie beabsichtigt man solche zu tilgen? G. Wie hoch ist oder wird sich das Einkommen jährlich belaufen? 7. Welche Dividenden sind bislang verteilt worden ? 8. Wie beabsichtigt man, die jährlichen Gewinne zu verwenden? 9. Welches ist der Prozentsatz des zu extrahierenden Goldes? 10. Wieviel Erzmassen bislang gewonnen? 11. Welches ist der durchschnittliche Wert der Erzmassen ? 12. Wie hoch belaufen sich die Betriebskosten pro Monat? 13. Wieviel Ausgaben auf Kapitalkonto pro Monat ? 14. Welches ist die Natur der Betriebseinrichtung ? 15. Wie ist die Lage der Adern (Reefs) beschaffen, sind solche unterbrochen? IG. Wie hoch beläuft sich die monatliche Tonnen- Ausbeute (Erz)? Wieviel sind hiervon be- 235 reits vorhanden, d. h. der Verpochungs- leistungsfähigkeit voraus ? 17. Wie hoch belaufen sicli die Erzreserven? 18. Ist die Bearbeitung der Erze eine sehr schwierige? 19. Wie wird die Gesellschaft verwaltet? 20. Unter welcher Kontrolle (finanzielle) befindet sich das Unternehmen? 21. Welches ist das Leben (Existenz) der Mine? Der Verfasser dieser Fragen weiss eben recht wohl, dass alle Praxis von der Theorie ausgeht; wird aber eine gründliche Beantwortung aller dieser Fragen dem Spekulanten möglich sein? Geduld, wie der Spanier sagt, ist ein zweiter Mut, und wird ein solcher wohl manchen schon hierbei ausgehen! 9) Seite 98. Nach 1. Absatz, nach „vice versa“. Der wichtigste Punkt, der Kardinalpunkt der jeweiligen und zukünftigen Prosperität eines Minenunternehmens ist derjenige, dass die Erzreserven durchschnittlich ein Jahr der Verpochungs-Leistungs- fähigkeit voran sein sollten, denn wenn man auf ärmere Erzmassen treffen sollte, so hat man dann immer noch Zeit, sich durch diese hindurch zu arbeiten und nicht notwendig, wie es leider so oft der Fall ist, der Macht des Naturgesetzes weichend, einfach zu kapitulieren. 236 10) Seite 105. Nach 1. Absatz, nach „wiederholen werden.“ Zum weiteren Verständnis des inneren Wertes und der zukünftigen Chancen eines Minenunterneh- mens für das spekulierende Publikum würden beschreibende Karten und Skizzen der angrenzenden Minonunternehmungen bedeutend beitragen, und wenn man auf diese Weise in den Stand gesetzt wird, die Richtung, Neigung und den Wert der in Frage kommenden Goldadern zu vergleichen, so bietet dies nicht nur ein dankbares, sondern auch ein interessantes Studium für alle, welche sich bei irgend einem Gold- minenunternehmen beteiligen wollen. Man liest recht oft bei Anpreisungen von Aktien von diesen oder jenen in unmittelbarer Nähe liegenden grossartig reichen Goldminen, wenn man aber eine richtige Skizze über den Lauf der Goldader jener in Vergleich gezogenen Goldmine vor Augen bekäme, würde man recht oft entdecken, dass die Adern oder Shoots sich garniclit nach der Mine, deren Shares so wann zum Ankäufe angeboten werden, hinneigen oder hinlaufen. Die Karten stimmen dann eben nicht überein, und wer trotzalledem nach einer solchen Karte marschiert, findet bald zu seinem Nachteile heraus, dass er sich mit seinem Gelde und seinen Hoffnungen verlaufen hat. Wer dieser unserer Anregung vorkommenden Falles Aufmerksamkeit widmet, wird bald zu seinem Vorteile herausfinden, dass er, soweit ein Vergleich mit seiner eigenen Karte in Betracht kommt, nicht 237 auf „das falsche Pferd gesetzt hat“. Wohl die Hälfte aller Enttäuschungen könnte inan sich dadurch ersparen. 11) Seite 108. Nach 2. Absatz, nach „bevorstehen.“ Nehmen wir ein kleines Unternehmen an von 10—22 Acres, also wo nur ein Pochwerk von 10 Stampfen in Betracht kommen kann. Eine solche Mine sollte eine Ausbeute von 500 Tonnen monatlich aufweisen können, sagen wir zu l’/ 4 Unze Gold - 625 Unzen 625 Unzen Gold zu 3.10.— Pfd. St. pro Unze .... 2187.10.—. l’fd. St. Betriebskosten zu 2.12.6 Pfd. St. pro Tonne.1312.10.—. Pfd. St. lleingewinn pro Monat . . 875.—.—. Pfd. St. Jährlich also 10 500 Pfd. St., hei einer Kapitalisierung von 100 000 Pfd. St. immerhin ca. 10 °/ 0 , also incl. Amortisierung wohl ca. 8°/ 0 i was ja ein ganz gutes Ergebnis sein würde. Aber leider sind ja die meisten derartiger Gesellschaften nicht mit 100 000 Pfd. St., sondern mit doppelt soviel und mehr kapitalisiert, worauf wir ganz besonders hin- weisen wollen. 238 12) Seite 115. Nach 1. Absatz, nach „hoffen.“ Leider werden die Schätzungen der Ergebnisse einer Mine immer auf die guten Analysen hin absichtlich oder unabsichtlich gemacht, eine Ealle, welche Interessenten oder solchen, die es werden wollen, sehr oft gestellt wird. Man sollte deshalb bei derartigen Analysenberichten darauf achten, auf wieviel Euss und Mächtigkeit sich der betr. Analysengehalt pro Tonne beläuft und ob der untersuchende Ingenieur von einem nicht anzweifelbaren Charakter ist. Man kann mit Recht sagen, dass der Minenleiter das Herz einer Minengesellschaft ist und die Mine selbst nur die Hand dazu bietet. Viele unserer Leser werden wissen, dass man wohl beinahe in jeder Mine im Kalgoorlie Felde sogenannte Goldnester gefunden hat und noch finden wird, und ist es für einen geschickten Minenleiter keine schwierige Aufgabe, die wunderbarsten Analysen zusammen zu stellen und eine gute Miene zum bösen Spiel zu machen. 18) Seite 144. Nach letztem Absatz, nach „anführen.“ Viele Interessenten, welche sich über die hohen Unkosten in Australien beklagen, sehen „den Wald vor lauter Bäumen nicht“, wir meinen damit die Londoner Verwaltungsunkosten. Sehen wir uns einmal diejenigen der folgenden sechs Unternehmungen vom letzten Geschäftsjahre an: 239 Golden Horsehoe. 11 000 Pfd. St. Great Boulder. 9 200 „ „ Ivanhoe . 0 700 „ „ Lake Yiew. (5 500 „ „ Associated. 0 000 „ „ Associated Northern Blocks 5 900 „ „ Die Aktionäre sollten bedenken, dass inan doch zu Hause in dieser Beziehung mit einem guten Beispiele vorangehen müsste. „Charity begins at Imme“. 14) Seite 161. Nach 1. Absatz, nach „sauer wird“. Namentlich erkundige man sich eingehend bei Minenaktien, die mit hohen Prämien an der Börse eingeführt sind, ob ein solcher Prämienkurs nicht ein rein künstlicher ist. Denn, wie schon erwähnt, schrumpft eine solche Prämie sehr bald aus Angst vor dem Settlement-Tage zusammen, oder aber, was auch sehr oft der Fall, dieses Agio ist nur deshalb gemacht worden, um den Garanten dieser Neuemissionen die Abladung zu erleichtern. Die meisten Leute aber, welche immer hoffen, dass sie ihre Aktien noch vor Thoresschluss, also in unserem Falle vor dem Settlementstage (Abrechnungstag) mit Gewinn losschlagen können, vergessen ganz und gar, dass viele mit ihnen von demselben Wunsche beseelt sind, oder wie es im Talmud heisst: „Besinnt sich der Weise, besinnt sich der Narr.“ 240 lr>) Seite 171. Nach 1. Absatz, nach „mehr massgebend.“ Man liest auch sehr oft die alte abgedroschene Phrase, dass die grossen Iläuser oder die Magnaten nur deshalb die Kurse niedrig zu drücken beabsichtigen, um das Publikum aus ihrem Besitze heraus zu graulen und zu billigen Kursen deren Bestände aufzunehmen. Aber, fragen wir den Leser, ist denn denselben während der letzten Jahre nicht unzählige Male zu diesen Praktiken Gelegenheit geboten worden, um Milliarden Pakete von Minenaktien billig aufzunehmen? Heutzutage muss derjenige, welcher durch Spekulation Geld verdienen will, doch schon fest im Tone sein, um nicht in dieselbe Melodie zu verfallen, die andere ihm vorpfeifen? Unsere Leser mögen uns glauben, dass diejenigen, welche im Kaffirmarkte den Ton angeben, sich vollauf bewusst sind, dass es ihnen weniger Mühe kosten würde, eine Gelegenheit herbei zu führen, als eine gegebene zu benutzen. Man kann die Magnaten mit der wartenden Penelope vergleichen, welche täglich weht und ihre Arbeit wieder vernichtet, um Zeit zu gewinnen, bis der Gatte kommt. Oder wie es im Brantschen „Narrenschiff“ banal zum Ausdruck gebracht ist: „Hie Welt will betrogen sein.“ 241 16) Indische Minen. Das Interesse hierin seitens des deutschen Publikums ist wohl nur als ein akademisches zu bezeichnen und wollen wir uns deshalb auch recht kurz fassen, zumal nur vier Unternehmungen, die im südlichen Indien im Mysore-Distrikte (Colar Felde) liegen, hierbei in Betracht kommen, und weil von diesem Golddistrikte ungefähr 90 °/o der gesamten indischen Goldausbeute kommen. Die Ergebnisse dieser vier Gesellschaften während des letzten Jahres stellen sich wie folgt: Gesellschaft: Goldausbeute Dividende für in Unzen das Jahr 1902 1901 1902 1901 Mysore 168 504 164 581 130% 130% Champion Reef 159 883 159 383 105 °/o 125 % Ooregum 88 069 86 918 42'/-> °/o Nundydroog 58 031 56 997 40% 37 '/„ % Verzinsung zum gegenwärtigen Kurse 9% 7 %% H7*% 9 % Man wird daraus ersehen können, dass die augenblicklichen Kurse bereits mehr oder weniger hoch genug sind, und ist auf diesem Gebiete an Kursgewinnen wohl kaum viel zu holen. Die Geschichte der Mysore-Mine, deren Shares, wie schon an anderer Stelle erwähnt, zu einer Zeit mit 4 % d aus dem Markte zu nehmen waren, wird manchen an eine Erzählung aus „Tausend und eine Nacht“ erinnern und wohl noch auf lange Zeit hinaus auf Mineninteressenten einen gewissen romantischen Zauber .ausüben. Von den Optimisten wird wohl S. Gnmpel, Goldminen. 26 _ 242 _ dieses „Steckenpferd“ noch lange in der Arena von Minenaktien-Zirkularen herum geführt werden. In den letzten Jahren ist sozusagen ein ganzes Theater den Rainen Mysore führender Minenuntemehmungen ins Leben und zum Sterben gerufen worden. Wir aber erinnern nur daran, dass im Honig ebensoviel Fliegen zu Grunde gehen, als im Essig. Register. Agitatoren, professionelle 137. Albu-Gruppe 17. Amalgamierungen von Gesellschaften 154. Amortisierung von Minenaktien 22 . Angelo 53. Anglo French 31. Apex 53. Arbeiterfrage 64—66. Associated Goldmines of W. A. 88. 157. Associated Northern Blocks 89. 157. Atlas Gold Mines 187. Aufschliessungsarbeiten 98-100. Aufsichtsrat (Verwaltung) 115 bis 117. Ayrshire 64. Bantjes Deep 43. Barnato Brothers Gruppe 16. Barnato Consolidated 31. 141. Beit u. Co., Wernher, Gruppe 15. Bellevue Proprietary 90. Berechnung vonMinenaktienl9. Berliner Finanz- und Handelszeitung 181. Besteuerungsfragen 70. 71. Betriebskapital 21. Betriebsunkosten 23. Bewaarplaatzen-Reclite 72. Bleloch, W. 14. 36. Börsenschwindel 178. Bohrlochergebnisse amlland 55. Boksburg Mines 53. Bonanza 43. Bonsor 63. Boulderdistrikt 133. Broker, Umgang mit denselben 171. Brokerprovision 173. Bucketshops 194. 195. Bücherrevisoren, Attest derselben 149. Canadian Mines Development 182. Champ d’or 47. Chicago Gaika 63. Chimes 42. City u. Suburban 50. Cloverfields-Bohrergebnisse200. Colonial Mining News 122. Comet New 53. Consols, engl. 10. Consolidated Goldfields 32. Consolidated Goldfields of South Africa Gruppe 15. 244 Cosmopolitans 90. Critio’s Black Book 117. Crown. Reef 48. Crown Deep 46. Cubau Mining Expl. 136. Cue Gold Mining Expl. llenny’s Buch über Deep Levels 5. Deponierung von Aktien 173. Dividenden 14. 81. 136. Driefontein Deep 43. Durban Roodeport 47. Durban Roodeport Deep 45. East Rand Proprictary 33. Economist, engl. Organ 120. Einkonimensteuervergütung, engl. 175. Farrar Gruppe 16. Ferreira 50. Ferreira Deep 45. Finanz-Chronik 124. Finauz-J ournalisten, Londoner 120 . Finanz-Presse 119. 120. Financial- u. Commercial-Bank Ltd. 181. Frankfurter Zeitung 119. Freeman Colm’s Gruppe 17. Freneb Rand 47. Geduld 41. 42. Geduld Bolirlocbergebnisse 201. Geduld Deep 135. Geeloug 63> Geldenbuis Deep 46. Geldenhuis Estates 51. General Mining u. Finaucc 31. Gibraltar 93. Ginsberg 52. Gleneairn 52. Gleen Deep 46. Globe u. Phoenix 62. Goch New 52. Goerz u. Co., Gruppe 16. Goerz u. Co., A. 30. Golden Horsehoe 87. Golden Link 90. Goldausbeute der Welt 13. Goldminen, 40 reichste der Welt 12. 13. Goldminen Transvaal 14. Goldminen, Rhodesischc 61. Goldminen, Westaustralischc75. Goldminen, diverse 93. Great Boulder Perseverance 87. Great Boulder Proprietary 86. Great de Kaap 60. 159. Great Fingall consol. 9i. 145. Great Fingall Southern Blocks 186. Guernsey Registrierung 146. Hammond Hays, Minonsacli- verständiger 14. Hannans Gucrtel (Belt) 83. Hannaus Brownhill u. Oroya 89. 155. Hatch u. Chalmers 36. Hellmann 20. Hendersons Transvaal 33. Henry Nourse 51. Heriot New 51. Hoffman, Rieh. 117. 245 Iusidcbrokers London 173. 11)3, Ivauhoe 87. Jahresberichte 138. Jahresbilanzen 146. .lohannesburg Oonsol. Invest. 31. 137. Jubilee 50. Jumpers 51. Jumpers Deep 15. Kaffirs Consolidated 33. Kalgurli 88. Kapitalserhöhung 158. Kapitalisierung von Minen 22. 37. Kleinfontein New 53. Klerksdorf Gold u. Diamouds 59. Klerksdorf I’roprictary GO. Klip Deep 43. Knights Deep 44. Kurshaltung, künstliche 145. Kursmanipulationen 131. Lady Schenton 144. Lancaster 34. Lancaster West 34. Lake View Oonsol. 87. Land u. Finanz-Gesellschaften im Transvaal 29. 30. Langlaagte Deep 45. Langlaagte Estates 47. Langlaagte Royal 47. Lindum 34. Loewy, Hugo Berlin u. London 181. London u. Paris Exchange Ltd. 192. Londoner Börscnhalle 192.193. Londoner Stock Market Report 192. Long reefs 183. Luipaards Vlei 47. Main Reef Consol -18. Makler, Umgang mit denselben 171. Makler Provision 173. May Oonsol. 52. Meyer n. Charlton 50. Minenaktien, noch nicht eingeführte 143. Minenaktieu, nicht in London gehandelte (amerikanische) 137. Minenaktieu, noch nicht voll eingezahlte 137. Minenaktien, zu hohen Prämien neu eingeführte 160. Minenbetrieb 99. 100. Minengesellschaften, andere Namensnennung 151. Minengruppen Transvaals 15. Minenmarkt, Beeinflussung desselben 161. Modderfontein 54. Modderserien 201. Mount Morgan ((Queensland) 92. Nachkauf von Aktien (average) 172. Nachzahlungsverbindlichkeiten auf Minenaktien 136. 147. 154. Natal Gruppe 17. 246 Neugründungen 171. Neumanu u. Co., S. Gruppe 16. Nigel 59. Nigel Deep 59. Nourse Deep 45. Oceana Consol. 35. Oestlicher Rand 200. Optionen 127. Outsidebroker Firmen und Schwindel 194. 195. Prämiengeschäfte 127. 128. Primrose New 52. Proxeis 153. Randfontein Gruppe 48. Randfontein Tochtergesellschaften 48. Randminen am Haupt-Reef gelegen 35. Randmiuen Mutungen Kapita- lisirung 21. Rand Mines Ltd. 33. Rand Victoria 44. Rand Victoria East 44. Rathbone, Mineningenieur 182. Reingewinn von Randminen 26. Rekonstruktion von Gesellschaften 152. Remisiers 175. 198. Reunert Theodor 36. Rhodesische Minen 61. Rietfontein 34. Rietfontein, A. 34. Robinson, J. B. Gruppe 16. Robinson 49. Robinson Deep 44. Robinson Central Deep. 44. ( Roodeport Central Deep 46. Rose Deep 46. Rosendorf Dr., London 124. Rückprämien 128. Salisbury 50. Schaftanlagen für Ticfinineu 55. 56. Schmeisser, Oberbergrat 36. 111. 134. Schmidt, Herrn. 122. Schwindelshares (Rubbish) 73. 92. Selukwe 63. Sheba Mine 60. Simmer u. Jack 51. Simmer u. Jack East 45. Simmer u. Jack West 45. Smith Hamilton 36. Sons of Gwalia 90. South African Gold Trust 32. South Kalgurli 89. South Nourse 43. Spiegel u. Co. 123. Statist, engl. Organ 120. Stempelkosten 174. Steyn Estates 42. Strattons Independance 93. Südafrikanische Rubbish Shares 73. 74. Südafrikan. Wochenschrift 120. Sunday Special 122. Tapekurse 150. Tiefe der zu entrichtenden Schaftanlagen am Rand 55. 247 Tiefgruben, Theorie derselben 54. 58. Tiefminen des Randes 37. Tiefminen, Theorie derselben 39. Transferirung von Aktien 174. Transvaal Minen 14. Treasury 51. United Roodeport 47. Van Ryn 54. Van Ryn Serien 201. Verwaltungen 115. 117. Verwaltungs-Unkosten 144. Village Deep 44. Village Main Reef 44. Violet 34. Vollmachtserteilungen für Generalversammlungen 154. Vorschläge zum Schutze des Publikums gegen Börson- schwindel 154. Vorprämie 128. Wanderer 63. Wasserfrage in Westaustralien 84. 85. Welgedacht 42. Welgedacht Bohrloehergeb- nisse 201. Wemmer 50. Wertberechnung von Minenaktien 19. Westaustralische Minen 75. Westaustralische Rubbish Shares 92. West Nicholson 64. West Rand Mines 46. Whitaker Wright’scher Gründungsschwindel 77. 78. Witwatersrand 52. Witwatersrand Deep 43. Wolhuter 50. Worcester 50. Inhalt Seite Vorwort Kapitel 1. Von der Theorie der Spekulation .... 1 Kapitel 2. Von der Praxis der Spekulation.11 Kapitel 3. Londoner Börsenschwindel. Allgemeine Warnungen .178 Schlussworte.204 Anhang: Börsentechnische Fachausdrücke.206 Minentechnische Fachausdriicke.208 Tabelle der Lage der Randminen längs des Erzganges (Main keef).213 Tabelle zwecks Berechnung der Zins-Rentabilität der jeweiligen Kurse.218 Tabelle zur Berechnung der Kursbruchteile einer 1 Pfd. St.-Aktie in sh. und d.221 Zinsfusstabelle für 5°/ 0 auf 100 Pfd. St. von 1—365 Tagen.222 Kurs- und Dividenden-Einzelheiten von Transvaal- Goldminen .224 Kapitalisierung der Randmiuengruppen.226 Nachträge.227 Register.'• • . 243 r Hauptadern Eisenbahnen Farmen Witwatersrand ytakfon I fein i - C A/* New 99 W\ li Hauptadern Fisenbahnen Farmen Atass stab. 20000 10000 30000 2000 N o„. •C7 K Hft. -SS**" Cga’ 1 ^ '/ , °* / Vl ;i ein Lj^" endil jy Si '% 0 s* anrwdfcA/ fonfein (rfigel Ueep) * * . .. j. /Keet G.aiSt 1^Ss.r\d (OestlicherRand ...„„ o o o o o T^lusj ongefäKre LimederWas$er5cJ\eide Soo+K Reef CSüd!.T?eef),(Nigel Reef) aufgefunderie'i T?eef. Bohr löü\ e r ****•»• TIannans Goldfeld W. A. p r o«' Hanna Oroya Kalgurh \Associale w<- N A *- >0 y S Erklärungen. Shools (Erzgang) (Ironüuo, Malm ass liehe Fortsetzung der Shools f- Neigung der Shoots Greai Boulder • Lake View Coronation Syndikate. 1. Holgatefontein II. Xitkijk IIf. Rietpoort 183 ♦* 1 ' ■%• IV. Grroetfontein V. Blinkpoort 208 j * / * / * VI. Kuilfontein 2S9 <*$- -io «BI VII. Rietfontein 72 j V rv * VIII Rietbult 322 / \ K \ * IX. Vlakfontein 180 j T l W X. Brakfontein 85 I X I < XI. Rietfontein 110 \ ' XII. Grootvlei 142 V V Z. Nigel - minen- £ distrikt Auf VII. : Reef = 3 Unzen mit 20" : 3' ebenso reef = 3 / 4 Unze bei 18" Weite. VT vn XI vn ix Erklärung Neues Reef (Entdeckt 28.1.03) m ,South-oder Nigelreef (süd- oderNigel -Reef) Main Reef (Haupt-Reef) i Mutmasslich North Reef (Nord-Reef) ( ZmcrVrfoKd, 'CentruK^ akc Vc wEasl Hannans ''■ Vi JJrownhill I \ \ < ? b-i —QAssocialeh b- 4 \tfortherrt 1 pctringß Xßlooks \~JVorth \Kalgurh ft ake View South Golden Link I Associated Sou lh\Pe rs.dvvr ance] \BoulderMainqJl eef G. Boulder W' :: Golden \chaffers Horseshoe \ / ■■0Jvan, Ivanhoo s South Exlended] Hannan's Golden __ Irea su re Hannans Goldfeld W. A Die punktierten Stellen bedeuten: sieb rentierende Erzmassen. Die punktierten Stellen schraffiert bedeuten: sich rentierende Erzmassen, nach der Tiefe sich erstreckend. n^Ugfijjfft r^ . i y i .1 . >^ , rffl. n CTi i ^ i ^ ■ >»> > '0 i i if W ■ u » jyM te ülk^ffS^ irst®- 8B9 Kl? f mm MÜ äss ®S5 ■A‘}//>. 3®*; iMK IKL^Q mm iO\£ 2 & 4 : y>m J iä%ä 5*5«* mm IHSB ^iVf/'/>.; bSSQ wmm KT< SsfS mm ’&m i Hü PPBHWMBI HSä Gäsäfc lisje HÜ M 1 0%S «SS i Z*'fJbl2. : .W'' i mmmmmmmmmmmmmmm ,.± . MX' lÄifäf ST/sS [»äigSi mm mm wm mmi *hYi W0; Ql mm ifi %3 fsÄS 5 ^ \^r>7^ «'US iÄsäjj ®SgS^ PäÜgy Y&k. >mm Kiü «s Ayir^Si-2 «%£Ü«E iüü !äSS.v*ö: hüi ’V.’TiKJ-: S&^gSSE Wshc^ fitWSl Sss^g £»©5 SS^fs ? 02 £x?$j 8 $. l$^$j! 0 £ i: - \<2■'SWJeiSCSi sgsil ^£S5 •W&sm Mm •SE&Sf. sÜSM: 5 sss|*k> mm rtÄTJHS fjSggß wmmm Wm&m gg&slshm Äv;s££ö&= gppp&i FigSiV?.; »Sag r£*~v£3~i '05=£v: vS§^|!pXi ssöss^sas I« -fig&Wi WMMä K©i; &S#5£ s« Säfcggä ggSSj* Ig^l Spg=£ 380» m&MM mm