6? Absender: ReichSbank, Nachrichtenbüro für die KriegSanleihen, Berlin LV. 19, Unterwasserstraße 8, Zur VII. Kriegsanleike. Leitfaden unö Nachfthlageblätter zur Werbearbeit. Bearbeitet nsser Mttverwertung ber Erfahrungen zahlreicher Vertrauensmänner von einem Vertrauensmann. Teil I: Die Ariegsanleihe-Werbearbeit. Teil II: Einzelheiten zum Zeichnungsgeschäst u. Nhnl. ^.Jch war überrascht, wie wirksam die persönliche Werbearbeit von Mund zu Mund ist. Der Erfolg überstieg weit meins Erwartungen". G» schrieben Hunderte von Vertrauensmännern dem Versasser. Diese Mitarbeit und diesen Erfolg aber haben wir wieder unbedingt nötig. Druck von Ernü Litfaß' Erben, Berlin C. 19, Adlerstr. S. Teil I. Der Zwang zum Schaffe«! Gin Vorwort zur Tätigkeit der Vertrauensmänner. Zwar ist zuzugeben: Manche Kreise sind schon bei den früheren Kriegsanleihen, mu ihrer Beteiligung an die äußerste Grenze der Leistungsfähigkeit herangegangen; oft wurden auch künftige Geldeingänge bereits festgelegt. Die geldliche Kriegsentschädigung scheidet diesmal am besten aus der Erörterung aus. damit nutzlose Streitereien vermieden werden. Die anfeuernde Erwartung einer nahe bevorstehenden Entscheidung, die den Erfolg der VI. Kriegsanleihe beflügelte, müs>en wir diesesmal durch die Zuversicht in unsere Widerstandskraft, durch die vertrauende Geduld und einsichtsvolle Ergebung ersetzen. Der Feinde Kraft ist nicht unerschöpflich, aber das Ende des Ringens um unser Dasein liegt noch nicht greifbar vor uns. Die geldwirtschaftlichen Anforderungen erreichen nachgerade einen Umfang, der manchem auf der Seele lastet. Mee öennochl Es muß auch diesmal wieder gelingen, um? es kann sehr wohl gelingen: Es muß, denn: !. Die Bereitschaft des deutschen Volkes zu einem ehrenvollen Frieden soll nicht zu einem Zeichen der Not umgedeutet werden dürfen, wie die Feinde es so gern möchten. Diese Gefahr läge vor, wenn wir jetzt versagen wollten. 2. Mit dem Blut Tausender und Abertausender ist die deutsche Sache geheiligt, der unsere Kämpfe, unsere Entbehrungen, unsers Arbeiten gelten. Lassen wir nach, so ist der Preis für alle Opfer unweigerlich gefährdet. Man mutz sich vorstellen, wie die Feinde, gerade weil sie selbst von Schwierigkeiten arg bedrängt sind, aus Zeichen des Mürbewerdens hoffen und lauern, und man wir- erkennen, wie wichtig unsere Anstrengungen sind. X Es kann, denn: Geldmittel und Guthaben in greifbarer Form sind in reiche Fülle vorhanden teils von früher her, teils roeil mittlerweile regelmäßige und gute Einnahmen zugingen — in der Stadt auf dem Lande. Es braucht also nur der Wille geweckt zu werden sie dem Vaterland allesamt zu leihen. 3. Auch der kühlste Rechner und Geschäftsmann kann sich, wenn nur will, die Überzeugung verschaffen, datz die Sicherheit seinem Zins- und Kapitalansprüche fest begründet ist in all' dem, wa? die Gesamtheit des deutschen Volkes kann und besitzt. Öffentlich? Erklärungen hierüber aus berufenem Munde sind noch voi Auflegung der Anleihe zu erwarten. An die Mittelmeer-Division erging im August 1914 für die deutschen Kreuzer „Soeben" und „Breslau". deren Schicksal be« siegelt schien, folgender Funkspruch: S. M. oer Kaiser erwartet, Saß „Soeben" unö „Breslau'- sich mit Erfolg durchschlagen. Und sie taten'-1 Treten wir als Vertrauensmänner an unser Amt heran im Sinm. dieses kaiserlichen Rufs, im Abglanz jenes Geistes, der sich drauhe? weltgeschichtlich überragend in eisenharter Pflichterfüllung stündlich offenbart, mit jener Kraft, die jede trotzig-entschlossene Gefahr« lenntnis weckt und vertausendfacht, Kann wirö es auch siesmal gelingen! — 5 - - Aufruf. Die deutsche Geltzmmcht als mitentscheidende Streitmacht. Zeichnet die VII. Kriegsanleihe! vas fingen um öentschlsnas Suüunft. um unsere; Volkes Lestsnü. Freiheit una Aufstieg, muss nach Sem lllillen verbissenL? ?elnae weitergehen. 5s lange noch, bis auch vervlenaeten Auge« esenaiich offenbar wirS. aass allen Anstürmen. Rriegsdeschwerae« uns keiaerksraernissen unbeugsam stsna ?.u halten aas aemsche Volk bereit una fähig ist. Nie herausforaernSen Zweifel in unsere heimische llner- schütteklichlieit sina es. una sie sina es gan? allein. Sie ) Unsere wirtschaftliche und namentlich geldwirtschaftliche Stärke (vorzügliches Material enthalten die von der Reichsbank herausgegebenen Vorträge zur VI. Kriegsanleihe); aber knapp und möglichst ohne viele Zahlen! <) Vergleiche mit den Verhältnissen der Gegner! i) Warum ist der vii. Kriegsanleihe ein voller Erfolg nötig, und warum dürfen wir ihn erhoffen? !-) Einzelheiten zur vii. Kriegsanleihe. Am besten kündigt man den Vortrag nicht als Kriegsanleihe- Vortrag an. Etwa besser so: „Ins 4. Kriegsjahr" oder „Wie steht der Kriegoder „Vater- Zändische Kundgebung" oder „Hindenburgs Geburtstag". Punkte, die man besonders dem Gedächtnis der Hörer einprägen will, läszt man am besten von einem Fragesteller in der anschließenden Erörterung nochmals vorbringen. Beispiele: Jederzeitige Verkäuflich- ieit und Beleihbarkeit, keine Sondersteuer auf Kriegsanleihen, keine Beschlagnahme, hohe ungekürzte Verzinsung. Selbst für großen Verkaufsandrang Vorsorge getroffen. Was machen die kleinen Zeichnungen aus ? Schuldbuch, Aufbewahrung (auf dem Lande eine oft gehörte Frage), Sicherheit. Die Hauptsache ist, den Hörern das Gefühl zu übermitteln, daß sie mit aller Ruhe ihrer vaterländischenZeichmmgs- pflicht nachkommen können. Auf die Masse des vorgebrachten Stoffes kommt es keineswegs für die Wirkung an, sondern nur darauf, datz die Zuhörer gewahr werden: hier spricht ein Mann, dessen Mahnungen man Gefolgschaft leisten kann. (Weiterer Umritz für einen Vortrag s. S. 12). Wichtig sind gute Zeitungsberichte über die Versammlung, d. h. solche Berichte, aus denen der sachliche Hauptteil des Vortrags auch für den Leser, der an der Versammlung nicht teilnehmen wollte oder konnte, als Anregung und Belehrung sich ergibt. Die Versammlung mag noch so gut besucht sein, es wird doch immer nur ein Teil der Bevölkerung erscheinen. Der Wert der Versammlung er- schöpft sich aber nicht schon in der Wirkung auf diesen kleinen Teil der Bürgerschaft, wenn ein guter Zeitungsbericht (am besten vom Redner selbst) zusammengestellt wird. So mag sich unter Umständen ein Vortrag selbst dann noch rechtfertigen und also empfehlen, wenn man nicht auf eine große Besucherzahl hoffen darf. Befürchte; inan, daß ein allzubescheidener Besuch der Sache mehr schaden als nützen kann, so möchte zu erwägen sein, ob man nicht persönliche Einladungen zum Besuch des Vortrags verschicken und namentlich Vereine und andere Körperschaften bitten soll, in ihrem Kreis« durch einen Mahnruf an ihre Mitglieder für einen guten Besuch Sorge zu tragen. von größter Wichtigkeit ist Sie freudige Arbeit üer Banken, Sparkassen'unü Kreditgenossenschaften. Es ist deshalb sorgsam jed» Verstimmung zu vermeiden, die leicht dann entsteht, wenn einzeln« Vertrauensmänner Zeichnungen an eine bestimmte, dem Zeichne: vielleicht nicht einmal genehme Stelle hinleiten, was andere Vermittlungsstellen (Zeichnungsstellen) als ungerechte und kränkend« Zurücksetzung empfinden können. Was die städtische persönliche Werbearbeit von Haus zu Haus anlangt, so waren vielfach Stimmen zu hören, dah sie in den Städten nicht angebracht und nicht einmal nötig sei. (?) Wer grundsätzlich geneigt sei zu zeichnen, werde durch die üblichen, reichlich fließenden Werbemittel der Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften, durch die in rascher Folge erscheinenden Zeitungsaufsätze und durch die Flugblätter angeregt, seine Pflicht zu tun. Wer sich dadurch nicht erwärmen lasse, der wird auch mündlichen Belehrungen unzugänglich sein. Dennoch kam es vor, dasz städtische Vertrauensmänner, die sich zunächst nichts davon versprachen, jedes begüterte Haus zu besuchen, sich wenigstens versuchsweise auf den Weg machten unö Sann von überraschenden Erfolgen berichten konnten. - 9 — Die Werbeausschüsse werden ermessen können, ob etwa eins Auswahl der zu Besuchenden zu treffen sei. Die Verteilung von Werbeblättern (namentlich auch durch Vermittlung von Vereinen an ihre Mitglieder, durch die Schulen derart, daß die Schulkinder daheim je ein Werbeschreiben abgeben oder straßenweise austragen, Versendung an ausgewählte Adressen, nach dem Gottesdienst am Ausgang der Kirche usw., die Sorge für örtlich eingestellte Werbeartikel in den Zeitungen), das alles kann jedenfalls vielfach noch weiter ausgestaltet werden. Das muh namentlich dann geschehen, wenn man glaubt, von persönlichen lückenlosen Besuchen mit Rücksicht auf örtliche Verhältnisse ausnahmsweise absehen zu dürfen. Die Vertrauensmänner und Werbeausschüsse seien gebeten, diese Werbemöglichkeiten Punkt für Punkt durchzugehen, dami: nichts versäumt werde, was für den Enderfolg wichtig ist. Dabei kann nicht dringend genug empfohlen werden, ein bestimmtes Mitglied des Werbeausschusses mit der fortlaufenden Pressearbeit ausdrücklich und verantwortlich zu betrauen. Es muh unter allen Umständen vermieden werden, daß ein Mitglied sich hoffnungsvoll auf ein anderes verlasse und daß schließlich — nichts geschieht. Das mit der Pressearbeit betraute Mitglied wird sich zweckmäßig der Mitarbeit schriftstellerisch gewandter und angesehener Mitbürger und Mitbürgerinnen versichern. Von guter Wirkung war es mancherorts, wenn die Presse- Aufsätze mit Namen gezeichnet waren. — Es ist nicht nötig, daß man sich selbst fortgesetzt mit dem Abfassen neuer Artikel abmüht. Die Aufsätze der großen Blätter, die Aufrufe, Werbeblätter und auch der Leitfaden enthalten ausreichende Gedanken und Darstellungen, die sich in geänderter, gekürzter oder auszugsweiser Form zugkräftig für öffentliche Einsendungen eignen dürften. Tag für ?ag aber müßte eine knappe Notiz an einer nicht übersehbaren Stelle, am besten im örtlichen Redaktionsteil, die Zeichnungspflicht immer wieder den Lesern packend zu Gemüt führen — ehe es zu spät ist. Wer durch Krankheit, anderweitige Überlastung oder sonstige Gründe verhindert ist, das wichtige Amt eines Vertrauensmannes seiner vollen Bedeutung entsprechend auszuüben, wolle bei der zuständigen Amtsstelle für einen Ersatzmann Sorge tragen. Wer die Arbeit allein nicht bewältigen kann, wird sich der Mithilfe geeigneter Männer und Frauen zu versichern haben. — !« Es empfiehlt sich, die Nan;en der Vertrarlensinänner (orts- üblich) bekannt zu machen. Es genügt aber nicht, das; der Vertrauens, mann sich zur Verfügung hält; vielmehr ist unerläßlich, dasz er alle in Betracht kommenden Familien persönlich anspricht. Die Erfahrungen, die man mit den bestgemeinten Bemühungen macht, sind nicht immer gerade erfreulich, doch versinken dergleichen Erscheinungen sehr rasch im Gedächtnis, roenn nach Schlutz der Zeichnuugen eiu neuer Eeldsieg errungen ist und man sich sagen darf, daß man nach seinen Kräften zum Erfolg habe beitragen können. Im übrigen gibt es keinen Vertrauensmann, der nicht bestätigt, daß die freundlichen Ersahrungen immerhmDberwiegen. Auch eine Wiederholung von Besuchen soll man sich nicht verdrießen lassen, roenn man nur halbwegs glaubt, auf schlieszlichen Erfolg rechnen zu därfem Greift jeder Vertrauensmann seine Aufgabe uuter dem Gesichtspunkt an, daß es ganz allein an ihm hänge, ob die hell strahlende Milliardenzahl herauskommt, die wir erstreben, stellt er seine Tätigkeit so ein, Wie Wenn er am Schlüsse Rechenschaft ablegen muhte Über öas, Was er tat und hinterließ, weih er seinen Mitbürgern klar zu machen, daß das Bild unserer Wirtschaftskraft falsch wird, wenn Versager in der Gemeinde sind, kurzum, weis? er jeden auf den Standpunkt zu bringen, als komme es gerade auf ihu noch an, öann wieö üer Schlag Wieder ein wuchtiger sein, dann wird es uns erspart bleiben, daß die Feinde frohlocken und ihre teuflische Ernte glauben reisen zu sehen. II. Der Werbenusschntz. Er ist so wichtig wie eine Munitionsfabrik und sollte danach handeln! Wo noch keiner besteht, müssen die Vertrauensmänner ihn gründen, wenn nicht örtliche Gründe dagegen sprechen. Namentlich Vertreter von Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften gehören wohl ausnahmslos in die Werbeausschüsse. Manche Stadtvorstände haben vorbildlich gewirkt. Das könnte wohl überall sein; jedenfalls sind sie gleichfalls in den Werbeausschusz zu bitten. Die erste Beratung des Werbeausschusses wird der Frage zu gelten haben, wie die Wertarbeit nach den örtlichen Verhältnissen — lt — am zweckmäßigsten einzurichten ist, ob und wie für die personlichen Besuche die Städte in Bezirke eingeteilt werden sollen, oder ob man die persönlichen Besuche besser in anderer Weise, etwa nach Berufsständen, auf die Mitglieder des Werbeausschusses verteilt und weiter, ob eine öffentliche Werbeversammlung die Zwecke der Kriegsanleihe nach den örtlichen Verhältnissen zu fördern geeignet sein mag. Sodann käme die Wahl des Pressebearbeiters. — Vielfach wurde die gelegentlich früherer Kriegsanleihen gegebene Anregung befolgt, daß während der Kriegsanleihe in öffentlichen oder geschlossenen Versammlungen — gleichviel welchem Zwecke sie dienen — am Schlüsse von dem Versammlungsleiter oder einem Mitglied kurz, aber eindringlich auf die Kriegsanleihe hingewiesen worden ist. Der Werbeausschuß wird zu erwägen haben, ob er nicht einem Mitglied die Aufgabe übertragen soll, dafür zu sorgen, daß bei allen während der Zeichnungsfrist tagenden Versammlungen ein ernstes Mahnwort zugunsten der Kriegsanleihe gesprochen werde. Dieses Mitglied könnte auch weiter dafür sorgen, daß bei diesen Gelegenheiten die kurzgefaßten Werbeblätter verteilt werden. — Sodann verdient eine eingehende Beratung dieser Frage, ob der Werbeaus- schuß eine Beratungsstelle schaffen will. Von guter Wirkung waren mancherorts Aufrufe der örtlichen Werbeausschüsse, mit dem Namen der Mitglieder gezeichnet. Das wirkt eben auf manchen anders ein, als wenn er einen namenlosen Aufruf unbekannter Herkunft zu Gesicht bekommt. III. Beratungsstellen. Die Erfahrungen, die in dieser Hinsicht gesammelt wurden, sind nicht encheitlich. Ob eine geringere Inanspruchnahme darauf zurückzuführen ist, dasz die Bevölkerung zu wenig von dem Vorhandensein einer Beratungsstelle wußte, oder ob die Besetzung nicht dem Geschmack der Besucher entsprach oder was sonst einer stärkeren Benützung im Wege gestanden haben mag, steht dayin. Tatsächlich liegen Mitteilungen über sehr günstige Erfahrungen unü sehr starke Inanspruchnahmen von Beratungsstellen vor, sodaß die Werbe- - 12 ausschüsse jedenfalls überall gebeten sein mögen, eingehend zu erwägen, ob nicht auch für ihren Platz eine solche Beratungsstelle einigen Erfolg verspräche. Ausdrücklich hervorgehoben sei, daß es sich bei der Errichtung von Beratungsstellen selbstverständlich nicht um ein Verdrängen der beratenden Tätigkeit der Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften handeln kann. In Frage kommt nur eine ergänzende Tätigkeit, die sich dadurch rechtfertigt, dah es eben doch geschäftlich ungewandte Personen, nicht nur Frauen, gibt, die vielleicht eine zweifellos ganz unberechtigte Scheu abhält, bei den geschäftlichen Vermittlungsstellen vorzusprechen und sich unter offener Darlegung ihrer finanziellen Verhältnisse Rat zu holen. IV. Umriß für einen Vortrag. Hinüenburg: „Bleiben wir daheim standhaft; alles Weitere wird das Heer schon besorgen". Wir können es schaffen. Unsere gelöwirtschastliche Lage: Die Reichsbank als Reichskriegsbank. Handel und Industrie, Gemeindeverbände und Staaten erhalten ihre Kreditbefriedigung wie in der Friedenszeit. Das Reich erhält kurzfristige Vorschüsse gegen Hergabe von Reichsschatzscheinen, bis die Kriegsanleihen die Rückzahlung ermöglichen. Flüssige Verfassung der deutschen Sparkassen und anderer Geldanstalten. Die Sparkassen haben fast genau ebensoviel Neu-Zugänge an Einlagen als für Kriegsanleihen abgingen. Das sind rund 8 Milliarden, monatliche Zugänge fast 400 Millionen Mark! Ebenso günstig die landwirtschaftlichen Kreditgenossenschaften. Auch die Banken haben fast sämtlich steigende Einlagen. Verhältnisse bei üer Entente. Wichtig! Denn dieser Krieg ist auch ein Messen der wirtschaftlichen Kräfte. Schwere Eeldsorgen bei der Entente. Sie werden (wenn wir aufrecht bleiben, was wir sehr wohl können I) schließlich doch der Einsicht und Vernunft zum Durchbruch verhelfen, geraüe weil öie Keinöe selbst mit größten Schwierigkeiten zu kämpfen haben, oie sie nur ertragen, solange sie noch einen Kunken von Hoffnung haben können, üaß wir vorher locker lassen. Die täglichen Kriegskosten der Entente sind ungefähr doppelt so groß als die unsrigen. Im Gegensatz zu uns - 13 — nimmt sie erhebliche Kredite im Ausland in Anspruch, was eine üauernöe Beeinträchtigung der Weltgeltung ihres Geldes im Ausland zur Folge hat. Was vordem Englands Stärke war, der Besitz an ausländischen Wertpapieren, die regelmäßige Einnahme von Zinsen aus dem Ausland, ist unter dem Zwang der Not an die Ursprungsländer zurückgewandert. Der frühere Herausgeber des „Economist" schrieb, daß der Stand der Staatsfinanzen für England eine unerhörte Gefahr sei; ein führender Parlamentarier sagte, das Auftürmen so vieler (kurzfristiger )Schulden müsse zu einer Katastrophe führen, wie sie in der Finanzgeschichte noch niemals dagewesen sei. Die englischen Zeitungen beklagen, daß die Ausgäben ins Uferlose gehen. Bis zum Jahresschluß werden allein die englischen Kriegsschulden 100 Milliarden Mark übersteigen, durch langfristige Anleihen nur zum Teil gedeckt. Durch ein umfangreiches, die Einkommen hoch belastendes Steuersystem hat es beträchtliche laufende Mittel sicherstellen können; aber mit der Wirkung, daß die englische Presse von einer schon auf's Äußerste angespannten SeiastunZ sprechen muß. Und doch sind jährliche Lasten von mehreren Milliarden nach englischen Angaben noch ungedeckt! Man darf Amerikas Hilfe nicht unterschätzen, aber es schenkt nichts! Vor längerer Zeit wurde angegeben, daß Amerika bereits 9 Milliarden Kredite gewährt habe, aber zu drückenden und beschämenden Bedingungen. Rußlands Notenbank hat es bereits auf einen Umlauf von fast 3V Milliarden Mark gebracht. Rußlands Kriegsauswand wird mit 100 Millionen Mark Tag für Tag anzurechnen sein. In Frankreich stellen sich, bis zum 30. September 1917 gerechnet, die Schuldaufnahmen auf rund 80 Milliarden Mark, zu einem winzigen Teil mit langfristigen Anleihen belegt. Die Bank von Frankreich hat bereits einen Notenumlauf von über 16 Milliarden Mark. Das Notenausgabe-Recht wird jetzt schon wieder erweitert werden müssen, weil der Staat immer neue Anforderungen stellt und keine Aussicht vorhanden ist, eine feste Kriegsanleihe mit Erfolg herauszubringen. Wie lange noch wollen sie das so weitertreiben? Die unzweifelhafte Sicherheit öer Kriegsanleihe. (Vgl. die Vorträge der Reichsbank. Volksvermögen und Volkseinkommen. Bevölkerungszuwachs. Deutschland, das kohlenreichste Land Europas, steht auch in der Förderung mit an der Spitze aller europäischen Staaten. Seine jährliche Eisenerzgewinnung ist so groß wie diejenige von England und Frankreich zusammengenommen. Dielandwirtschaft- — 14 — liche Jahreserzeugung ist 10 Milliarden Mari» in der chemischen In- dustrie fast 2 Milliarden. Kaliförderung 200 Millionen Mark usw. Bei größter Sparsamkeit im verbrauch werden wir viel aus- führen, wenig einführen. Wir brauchen auch weniger vom Ausland, weil wir uns in vielen Dingen von der Einfuhr unabhängig gemacht haben (z. B. Chilesalpeter, ferner Lurussachen, Rohstoffe usw.) Den Umfang dieser sparenden Einschränkung des Einzelnen braucht man übrigens nicht zu überschätzen, denn die Mittel, die das Reich für die Bezahlung oer Zinsverpflichtungen sich verschaffen mutz, gibt es ja an die Kriegsanleihebesitzer wieder hinaus. Also geben ' diese Gelder nicht der deutschen Wirtschaft verloren. von üer Kriegsentschädigung sagt man am besten wohl nichts, wie es denn ganz allgemein sich empfehlen mag, alles fortzulassen, was politische Auseinandersetzuugeu hervorruft, die Aufmerksamkeit der Zuhörer ablenkt und schließlich doch nur mit Verstimmung endet. Glaubt man ohne Erwähnung der Kriegsentschädigung nicht durchzukommen, so läßt es sich vertreten zu sagen: Nach den Darlegungen über die Sicherheit werden wir auch ohne Kriegsentschädigung nicht wirtschaftsunfähig sein; das Reich wirb in der Lage bleiben seinen Verpflichtungen gerecht zu werden. Mer: ^e mehr wir UNS durchsetzen, und dazu können wir alle beitragen, desto günstiger wird der Frieden für uns sein, desto besser die Schadloshaltung, desto leichter das Heilen der wirtschaftlichen Wunden! Einzelheiten: Vorsorge gegen unberechtigten Kursoruä, jederzeitige Verkäuflichkeit (hierüber sind wieder amtliche Erklärungen zu erwarten), Beleihbarkeit, Schuldbuch, keine Sondersteuer, bequeme Zinsscheineinlösung an allen Orten. Auch die kleinen Zeichnungen von größter Wichtigkeit, einmal weil damit der Betrag und zum andern weil dadurch die Postenzahl steigt und die Anleihe in die breitesten Schichten der Bevölkerung kommt also fest sitzt. Nötig, daß alle sich anstrengen, in Stadt und Land, alle Berufsschichten. Alle sind gleich stark in Mitleidenschaft gezogen wenn ein Mißerfolg die Aussichten auf baldigen Friedensschluß verschlechtert, also die Opfer draußen und daheim verlängert und verschärft. Auch die Frauen müssen ihren Einfluß geltend machen, daß alles verfügbare Geld der Kriegsanleihe und damit den: Vaterland dienstbar wird. Freiwillige Zeichnung ohne Zwang! Kriegs- anleihe, feste lang^istige Anleihe als finanzpolitisch gesündeste Art der Geldbeschaffung, Übrigens auch Ausdruck unerschütterlichen Vertrauens. Erfüllung öer vaterländischen Pflicht wie der Kommandant von Tsingtau: „Stehe für Pflichterfüllung bis zum äußersten". Wir müssen auch gelüwirtschastlich unbezwingbar obenauf »leiben. Dann wird den Feinden, die ohnedies mit bedrückender! Schwierigkeiten aller Art zu kämpfen haben, endlich die Einsicht aufdämmern, dasz es für sie am besten ist, die Verständigung nicht weiter abzulehnen. Und wir daheim haben dann mitgeholfen zum ehrenvollen, unsere Zukunft sicherstellenden Frieden. Versagen wir aber bei der Kriegsanleihe, dann wird die Bereitschaft des deutschen Volkes zu einem ihm gerecht werdenden Frieden selbstverständlich als Druck der?iot, als Zeichen der Schwäche gedeutet werden. Die Folge wird sein, dah sich des Feindes erlahmende Kräfte von neuem beleben. Das aber darf nicht sein. So ist üie Kriegs- ankeihe ein richtiges Frieüenswerk. Es ist gut, den Mitbürgern Zuversicht zu empfehlen; besser ist, ihnen aus Überzeugung zu sagen, warum wir zuversichtlich sein tonnen. Nicht zum wenigsten liegen diese Gründe in unserer geldwirtschaftlichen Verfassung und Leistungsfähigkeit verglichen mit derjenigen der Feinde. Man sagt immer: „ja das reiche England", übersieht aber, wie viel unersättliche finanzielle Kostgänger es hat. Und Amerika? Gewiss ist dessen Gefolgschaft nicht zu unterschätzen, aber es schenkt ja der Entente nichts. Die Entente belastet sich also mit kurzfristigen und halbjährig drückenden (auch die Valuta bedr« denden) Verpflichtungen an Amerika. Wir haben es leichter, ourchzuhalten, als Sie Keinüe. ö bröckelt bei denen täglich alles ab von wirtschoftlichen Werten! Auch ihre Überlegenheit zur See, das einzige, woran sie sich noch klammern können, schwindet täglich mehr. So müssen ste öen Tag vor Mgen sehen, wo sie überhaupt keinen Unterbau mehr für öie WieSerauftichtung üer Virtschastsmaschine haben. Das festigt unsere Hoffnung, dasz wir nicht allzulange mehr standzuhalten brauchen und das; ihnen die Augen aufgehen müssen. Und unsere Lasten ? Vor allem müssen wir uns daran gewöhnen, nicht immer nur an die hohen Kapital- und Zinslasten zu denken, sondern sie immer zusammenzuhalten mit unserer Aktivseite, d. h. mit dem, was wir dagegen zu setzen haben: unser Volksvermögeu, unser Volkseinkommen, unsere;- Flettz, unsere — wenn es nun einmal - 16 — lein mutz — Genügsamkeit, die uns namentlich auf teuere Auslandssachen verzichten lassen wird. Bedenken mir alle, was auf dein Spiel steht, wenn wir vor den, Ziel locker lassen. Es wäre ein Verbrechen und eine Torheit dazu, wenn wir preisgeben, was wir bisher opfervoll erreicht haben, wenn wir den Mut der Feinde neu beleben! Auch wer nicht mit dem Rosenöl der Zivilcourage gesalbt ist, wer selbst dieEeldbeschaffung des Vaterlandes als allzukühler Rechenmensch betrachtet, darf aus den bisherigen schweren Kriegsjahren die sreudige Hoffnung ziehen: Sie bringen uns nicht um. Das müssen, das werden sie einsehen, wenn wir uns stark zeigen. Kein Mensch bestreitet, das; die Aufgaben, die der Krieg nns stellt, riesenhaft sind. Gleichwohl gilt auch hier die Zuversicht: Lieb Vaterland magst ruhig sein! Also: Gehet hin und zeichnet! Diejenige Rede ist die beste, die — bei allein gebotenen Ernst in der Auffassung — ob ihrer Zuversicht die Zuhörer in ihren Bann zieht. Auf Fülle und Auswahl des Stoffes kommt es nicht so sehr an, als darauf, dasz die Zuversicht des Redners auf die Zuhörer überspringt. Ein Diskussionsredner: Deutsche Frauen, deutsche Männer! Ihr habt gehört, wie ernst die Aufgabe ist, die uns bevorsteht, wic zuversichtlich wir aber an ihre Lösung herantreten dürfen. Und glückt uns auch dieser Schlag, dann bleibt uns erspart, dasz die Feinde falsche Schlüsse aus unserer Geldwirtschast ziehen. Wir haben gehört, der grosze Wurf kann wieder gelingen, wenn alle ihre Schuldigten tun. Und er wird um so wuchtiger wirken, als die Feinde allmählich dem Ende ihres geldwirtschaftiichen Könnens zutreiben, mögen sie es auch krampfhaft noch hinausziehen. Sie Zeiten sinü hart, ab^r sicher ist der Sieg, sagt Hindenburg. Senkt oaran, was öle üa öraußen leisten! Unö sie zeichnen auch, weil sie wissen, was ein Gelüsieg wert ist. Seid Mitkämpfer oaheim! Ihr opfert nichts,- Dr leiht nur Euer Geld her. Also zeichnen wir. Wenn erst einmal das Morgenrot des Friedens uns leuchtet, dann dürfen wir daheim sagen: Wir waren auch dabei, als der glückliche ehrenvoile Frieden heisz erstritten wurde. V. Kann in der Werbearbeit zuviel geschehen? Die Arbeit der Vertrauensmänner wird durch Werbeblätter^ Zeitungsaufsätze und Aufrufe, insbesondere auch von Berlin aus, nach Möglichkeit unterstützt, ergänzt und erleichtert werden. Amtsstellen,-Körperschaften und Verbände aller Art werden, dem Ernst der Lage Rechnung tragend, ihre Kräfte in den Dienst der Anleihe stellen. So mag die Frage entstehen, ob nicht ein Übermaß an Werbearbeit Schaden anrichten, etwa den Eindruck erwecken kann, als ob es um die Güte unserer Sache und die Güte der Kriegsanleihe etwas schwach bestellt sein müsse, wenn man ein Trommelfeuer von Werberufen für nötig hält. Mit der Güte unserer Sache und unserer Kriegs» cmleihen hat es aber nicht das Mindeste zu tun, wenn für die Werbearbeit diesmal bis in das Kleinste die größte Anstrengung und zäheste Ausdauer vom ersten bis zum letzten Tag gefordert wird. Alle verfügbaren Kapitalien der VII. Kriegsanleihe dienstbar zu machen, ist nun einmal eine eiserne Notwendigkeit, erstens, weiZ das Geld nötig ist und zum andern — fast noch wichtiger — der politischen Wirkung wegen. Im Leben des Einzelnen kann man Fehlschläge gemeinhin wieder gutmachen. Ein Mißerfolg der VII. Kriegsanleihe aber könnte uns unheilbare Wunden schlagen. Deshalb möchten sich die Vertrauensmänner immer wieder vor Augen halten, was von ihnen abhängt. Es handelt sich ausschließlich darum, den Gegnern nicht den Triumph zu verschaffen, daß wir etwa nachzulassen im Begriff seien. Ist die Zeichnungsfrist abgelaufen, gibt es keine Möglichkeit mehr nachzuhelfen, und die verspäteten Ausrufe bekümmerter Vaterlandssreunde: „Hätte ich das gewußt, hätte ich mehr zeichnen können" verhallen nutzlos. Es gilt, die Zeit zu nützen, alles Geld, Wenn auch mit Mühe und Angelegenheiten, flüssig zu machen. Ernste Arbeit ist um so nötiger, als manche Schichten unserer Bevölkerung ausfallen, weil sie sich schon früher verausgabt haben. Wer von den Geldbesitzern sich bisher zurückhielt, wird nur durch hingebende Arbeit zu gewinnen sein. Wir müssen aber die von frühe? gebliebenen Reserven heranholen. Sodann gilt es, alle diejenigen auf den Weg zum Altar des Vaterlandes zu bringen, die mittler- ssetle in Stadt und Land gute Einnahmen hatten. Die Kassen werden weitsichtig und selbst unter Zurückstellung sigener Interessen die Umwandlung von Anlagen in Kriegsanleib n — 8 ^- kräftig fördern, bedenkenv. datz letzten Endes das ehrenvolle Bestehe, der Kriegsanleihen doch noch am meisten auch ihrem Wohlergehen dient. Aber nicht alle oermögenbildenden Einnahmen haben schon den Weg zur Kasse gefunden, und doch müssen auch sie für die Kriegs anleihe nutzbar gemacht werden. Einige Milliarden aufzubringen hätte angesichts der vorhandenen Guthaben und Kassenbeständ< keinerlei Arbeit nötig. Aber ein solches Ergebnis zu runden, empor zubringen auf eine Höhe, die allein unfehlbaren Eindruck macht aus die. die es augeht, das macht die in Aussicht genommene rührig? Werbearbeit der Vertrauensmänner zu einer unerläßlichen Not roendigkeit. So lautet die Antwort : „Es kann garnicht genug geschehen l Freilich, die Kriegsanleihe-Reklame der Entente wollen wir uns nicht zu eigen machen. Wir haben weder Drohungen nötig, noch brauchen wir zu Unwahrheiten als zweckheiligenden Mitteln unsere Zuflucht zu nehmen, eben wegen der Güte unserer deutschen Sache und wegen der Güte unserer Kriegsanleihen. Sorgt man für Abwechslung in der Form der Aufmachung unserer Werbearbeit, benutzt man namentlich auch günstige selbstgegebene Gelegeicheiten, vermeidet man jeden noch so begreiflichen llbereifer, verarbeitet man als Vertrauensmann in sich die Unterlagen, auf denen die Sicherheit unserer Kriegsanleihen beruht, weitz man also mit Über zeugung zu reden und aufzuklären, so wird niemand sich abgestotzen fühlen, selbst nicht bei rührigster Werbearbeit. Ernste, nachdrückliche, eindringliche Belehrungen machen ein Klotzes Überreden unnötig Das Überzeugen ist von besserer Wirkung. Die leicht sich aufdrängende Taktik des Gruseligmachens. mutz vermieden werden. Die Zuhörer wissen eben, datz die todesmutigen Kämpfer drautzen nach wie vor unerschütterlich sein werden in der Abwehr noch so wild heranstürmende, Horden. Mer daß es Sie Kämpfer draußen schwere« haben, wenn wir öaheim nachlassen, das ist ein Grund, der schon manchen bewogen hat, mit seinem Geld dem Vaterland Bei stand zu leisten. Das kann man nicht eindringlich genug unterstreichen. Im übrigen: Nicht weil „die Feinde kommen, wenn wir mit unserm Geld zurückhalten", soll gezeichnet werden, sondern gerade weil dafür gesorgt U, daß Sie Ieinde nicht kommen, kann map ruhig zeichnen! VI. Die Beamtenschaft. ^ßökV Beamte mühte ohne weiteres ein Werber sein, wie das viele Angehörige dieses Standes seither schon gewesen sind. Bei den vielfachen Berührungen mit der Bevölkerung in u.rd außer Dienst hat er wie Wenige Gelegenheit, günstigen Einfluß zu üben und gute Erfolge zu erzielen. Mit den im Zeichnungsgeschäft auftauchen" oen Fragen und namentlich mit den die Sicherheit der Kriegsanleihe betreffenden volkswirtschaftlichen Unterlagen wird er sich leicht vertraut machen. Erfahrungsgemäß ist von erfreulicher Wirkung das Eingreifen in die Erörterung nach den Werbevorträgen. Einige wenige Worte, gesprochen von einem Beamten, hinter dem das Vertrauen seines Kreises steht, können oft mehr als lange Reden nützen, selbst dann, wenn er nur wiederholt, was vorher oder anderwärts auch schon ausgesprochen oder gar geschrieben und gedruckt wurde. Dem Verfasser dieser Blätter wurde in einer Versammlung von einem Vormundschaftsrichter in öffentlicher Aussprache erklärt, daß die Anlage von Mündelgeld in Kriegsanleihe sich leichter vollziehe, wenn man dein Vormund aufklärende Unterlagen für die Beurteilung der Sicherheit und anderer mit der Kriegsanleihe zusammenhängender Fragen mündlich oder gedruckt übermitteln könnte. Jetzt liegt gedrucktes Material hierüber vor, das sich alle Beamten aneignen möchten, nm überzeugenü wirken zu können. Das gilt selbsi verständlich für alle Werber, nicht nur für die Beamten. VII. Geistlichkeit. Mancherorts hat die Geistlichkeit den Wunsch geäußert, reichliche Unierlagen in die Hand zu bekommen, die in der Predigt zweckentsprechende Verwendung finden können. Soweit die Geistlichen nicht selbst Vertrauensmänner sind, möchten deshalb die Vertrauensmänner gebeten sein, die Geistlichkeit damit zu versehen. Dankenswert wäre es, wenn die Geistlichkeit es nicht bei der 20 - einen Predigt bewenden ließe, sondern angesichts der erforderlichen Aufbietung aller Kräfte möglichst bei jeder Predigt, wenn auch nur mit wenigen Worten, die vaterländische Pflicht der Kriegsanleihe-Zeichnung an geeigneter Stelle wiederholt erwähnen möchte. Empfohlen sei auf Grund günstiger Erfahrungen, nach dem Gottesdienst am Ausgang der Kirche das für die Bevölkerung bestimmte Werbeblatt verteilen zu lassen. Es hat mancher unter dem Eindruck der Predigt das Bedürfnis, das Gehörte noch einmal zu überdenken, was ihm an de-r Hand des Werbeblattes zu erleichtern sein möchte. Inwieweit der Geistliche sich an der persönlichen Werbearbeit von Haus zu Haus mit Erfolg glaubt beteiligen zu können, darüber mutz ihm die Entscheidung überlassen bleiben. Festzustellen ist jedenfalls, daß — mit nur sehr wenigen Ausnahmen — diejenigen Geistlichen, die sich an der persönlichen Werbearbeit oon Mund zu Mund beteiligt haben, sehe erfreut über lhre Erfolge sprechen und voller Begeisterung für die nächste Kriegsanleih« neben der Wirksamkeit in der Kirche auch die persönliche Werbearbeit von Familie zu Familie wieder in Aussicht gestellt haben. VIII. Lehrerschaft. Die Lehrerschaft hat zwei Möglichkeiten, sich auch diesmal Wieder verdienstlich um die Kriegsanleihe zu bemühen. Einmal dadurch, daß sie mehrfach im Unterricht die Schüler und Schülerinnen ous die Wichtigkeit der Kriegsanleihe hinweist mit dem Auftrag, das Gehörte zu Hause wiederzugeben, um auf diese Weise den Einfluß, den auch Kinder haben können, auszunützen, zum andern dadurch, das; sie sich an der persönlichen Werbearbeit von Haus zu Haus beteiligt, zweckmäßigerweise im Benehmen mit dem Vertrauensmann, wenn der Lehrer nicht selbst der Vertrauensmann ist. In der Stadt wie auf dem Lande wird die Lehrerschaft auch bereit sein, die kurzen Flugblätter an die Bevölkerung zur Verteilung zu bringen, sei es dadurch, daß Schulkinder in bestimmten Straßen die Flugblätter ins Haus bringen, sei es dadurch, daß die Kinder je ein Flugblatt erhalten, um es zu Hause zu überreichen. 2l — IX. . Die Mitgliedes der GoldankaufsftelleK als Wsrbss für die Kriegsanleihe. Der Bevölkerung bekannt als Männer, die sich ehrenamtlich bedeutsamen vaterländischen Aufgaben auf geldwirtschaftlichem Gebiete widmen, werden gerade auch die Mitglieder der Gold- ankaufstellen mit Erfolg für die Kriegsanleihe tütig werden können. Wer sein Gold dem Vaterlande darbringt, offenbart damit eine gewisse Einsicht in die Wichtigkeit dieser geldwirtschaftlichen Aufgaben und wird also geneigt sein, nicht nur selbst die Frage einer Zeichnung gewissenhaft zu erwägen, sondern auch in seinem Be-- kanntenkreise Werbeblätter zu verteilen, die wohl von den Goldankaufstellen während des Aufliegen? der Kriegsanleihe zur Verfügung gehalten werden könnten. Eine Verwässerung der Werbearbeit für die Goldablieserung wäre höchst bedenklich; aber sie braucht ja dadurch nicht im geringsten einzutreten. X. Werbearbeit der Kassen usw. Soweit der bei früheren Kriegsanleihsn hinausgegebenen Anregung, persönliche Werbebriefe an Einlage-Gläubiger zu versenden, entsprochen und über den Erfolg berichtet wurde, sind die Erfahrungen derart günstig, das? nicht üringenö genug bei samt« lich-M Kajsen auf dem Lande die Bitte vorgetragen werden kann, den unerläßlich notwendigen Erfolg der VII. Kriegsanleihe dadurch sicherstellen zu helfen, datz sie solche Werbebriefe an ihre Geschäftsfreunde und Einleger versenden. Es gibt Geldbesitzer, die den üblichen gedruckten Aufsätzen über volkswirtschaftliche Dinge nicht gern folgen; andere werden von den Presseaufklärungen nicht ausnahmslos erreicht. Es wird deshalb eine dankbare Aufgabe der Ausschüsse und Obmänner sein, ihr« örtliche Sparkasse und Spar- und Darlehnskasse, wenn diese nicht schon von sich aus das Nötige veranlaßt hat, anzugehen, alsbald di« Briefumschläge vorzubereiten für die Einleger und solche Mitbürger und Mitbürgerinnen, bei denen man nach vermuteten Bar- Umgängen Gciddesitz annehmen kann. Wer von den auf diese Weise Begrüßten innerhalb einiger Tage nicht mit einer Zeichnung ant wartet, sollte jedenfalls persönlich besucht, belehrt und für die große Aufgabe gewonnen werden, am besten im Benehmen mit den Vertrauensmännern. Die Zentralkassen werden sich bereitfinden lassen, bei rechtzeitiger Bestellung den für ihren ganzen Bereich notwendigen Bedarf an Werbebriefen auf einmal in Druck zu geben, um auf diese Weise die Herstellungskosten erheblich zu verbillige,?. Wie ein Werbebrief zweckmäßig zu lauten hat, wissen die Kassen für ihre Kundschaft am besten selbst zu ermessen. Die nachfolgenden Entwürfe sollen lediglich Anhaltspunkte geben. I. „An Herrn Fritz Müller Hlein-Hendach. Ein glänzendes Ergebnis der Kriegsanleihe herbeiführen zu helfen, erachten auch wir als unsere Pflicht. Auf dein ehernen Grunde des deutschen Volksoermögens, der deutschen Arbeitsamkeit und Widerstandskraft, auf dem Geist von Heer und Flotte ruht fest und sicher die Kriegsanleihe, wohl geeignet für die Anlage aller entbehrlichen Ersparnisse, die daheim oder auf der Kasse liegen. So sehen wir auch ihrer baldigen Zeichnung entgegen, damit unser Ort nicht hinter anderen seinen Platz haben wird. Bezirkssparkasse. Unterschriften." II. „Sehr geehrter Herr! Die Feinde wollen es nicht anders. Der Weltkrieg geht weiter. Die Erkenntnis der Feinde, daß wir auch geldwirtschaftlich unbe zwingbar sind, endlich herbeizuführen, liegt nun an uns durch Bereitstellung der erforderlichen Geldmittel in einem Maße, üas öen Keinöen Sie Hoffnung auf ein Nachlassen unü MiMe- weröen der deutschen Gelürvirtschast nehmen soll. Dazu ist nötig, daß sich Me beteiligen, die es können, die fiksa bare Mittel ode? Guthaben besitzen oder für absehbare Zeit zu erwarten haben. _ 23 _ Unsere Kriegsanleihen ruhen fest und sicher auf dem Vermögen und dem Können, der Tüchtigkeit und Verlässigkeit des gesamten deutschen Volkes. Hiernach ist die Kriegsanleihe ausnahmslos geeignet für die Anlage flüssiger oder flüssig zu machender Mittei Zeder Art. So dürfen wir auch Ihrer Zeichnung entgegensehen. Hochachtungsvoll! Spar- unü Keeüitverein......., eingetr. Gen. mit unbeschr. Haftpflicht. Unterschriften." -wer kürzer: I«. Herrn Frau Die Feinde hoffen noch auf unser Murbewerden. So müssen wir ihnen zeigen, daß sie sich irren. Wer Geld oder Guthaben be sitzt, tut ein vaterländisches Werk, und er wt also auch sich selbst den größten Gefallen, wenn er jenen Wahn der Feinde zerstören hilft, öamit endlich wieöer Krieöe tveröe. Das Vaterland dankt es allen Zeichnern und zahlt hohe Ztnie,? Unterschriften." Entwürfe, für Rundschreiben, Aufrufe. Zeitungseinsendunge«. Deutsche Krauen! Ihr seid in großer Zahl vertreten unter den Zeichnern früherer Kriegsanleihen, habt auch da mitgeholfen, daß das Reich in Ehre» diesen Kampf bestehe, den ihm neidische Feinde aufzwangen. Das Umgehen mit Wertpapieren, das vielen von Euch in der Frieden?' zeit nichts Gewohntes wav, es ist Euch rasch geläufig geworden, und Ihr habt gesehen, das; der Besitz von Kriegsanleihen auch durch Frauen sehr wohl zu verwalten ist, die das sonst den Männern übe,^ ließen. Ihr wollt, daß es ein Ende nehme mit allen Kriegsnöten mld Beschwerden, ras; die Leiden und Opfer der tämpfenden Söhne und Brüder nicht weiter verlängert werden. X — 24 — Auch an Euch wendet sich wieder das Vaterland mit dem Ruf: Helft mit zu einem neuen Erfolge, helft, daß endlich den Feinden die Augen aufgehen über Deutschlands unzerbrechliche Wirtschaftskraft I Deutsche Lanüwirtel Ihr seid mit ausgezogen, habt Eure Brüder, Eure Söhne, Eure Knechte an die Front gegeben, habt die Pferde ausgespannt, damit sie draußen Kriegsdienst tun. Eure Frauen und Töchter haben Euch daheim vertreten, geholfen und im ärgsten Sturm des Weltkrieges das Steuer der heimischen Wirtschaft selber in die Hand genommen. Die Felder sind bestellt, die Ernte wird geborgen, mögen auch ungezählte Männer und Hilfskräfte fehlen. Das ist eine Seite stolzer deutscher Wirtschaftskraft. Ihr könnt aber auch dem Vaterland, Eurem Vaterland, unter dessen Schutz Ihr wohnt, im Ringen um seine Zukunft weiter mit dem Gelde helfen, das für Eurer Hände Fleiß oder für die dem Vaterlande abgetretenen Pferde und Wagen Euch zufloß, bis Ihr wieder die Lücken schließen und ersetzen könnt, was dem Boden entzogen wurde. Und habt Ihr da oder dort bittre Kriegsnotwendigkeiten hart empfunden, so ist jetzt nicht die Zeit, Verstimmungen nachzuhängen und das Vaterland für etwas strafen zu wollen, wofür es nichts kann. Geht es dem Vaterland schlecht, so geht es uns Allen, so geht es Euch schlecht. Folgt dem Beispiel Eurer Berufs- und Stondesgenossen, zeichnet Kriegsanleihe! Deutsche Mbeiter! Ihr habt draußen Erlren Mann gestanden, habt daheim wichtige, unentbehrliche Kriegshilfe geleistet. Ihr werdet auch mit den,, was Ihr Euch durch aufopfernde, gesteigerte Arbeit errungen habt, dem Vaterland in seiner Verteidigung beistehen, eingedenk der Bedeutung, die ein starkes Geldwesen für die Beendigung des Krieges und nachher bei der Gestaltung der Friedensbedingungen für uns Alle und für die Sicherstellung aller Einkommensquellen hat, insbesondere auch für Industrie, Gewerbe und Arbeiterschaft. Ihr wißt, daß es jedem Deutschen Ernst war um die Erhaltung des Friedens, der allein die Wohlfahrt gedeihen läßt. Ihr wißt aber ebenso, daß man uns zur wirtschaftlichen Ohnmacht hat verurteilen wollen, in verblendeter Unterschätzung der deutschen — 25 — Widerstandskraft, die gestählt zu haben auch Euer dauerndes Verdienst ist. Und sind es selbst nur kleine Beträge, sie tun doch ihre Wirkung als Ausdruck entschlossener Zuversicht I I. ^us der Praxis. ,-,?ch kann mit Wertpapieren nicht umgehen" und deshalb keine Kriegsanleihe zeichnen. Millionen von Mitbürgern Haber, das gemeint; sie haben ober doch gezeichnet unü gefunden, öaß ihre Befürchtungen grundlos waren. Man kann sich die Papiere aufheben lassen, wenn man sie nicht selbst aufheben will. Mau kann 'auch das für die Kriegsanleihe bestimmte Geld in das Reichsschuldbuch eintragen lassen und ist dann ähnlich gestellt, wie wenn man eine Einlage bei der Sparkasse hat, d. h. man hat mit der Ver- wahrnng und Verwaltung von Wertpapieren überhaupt nichts zu tun. Die Ziusen werden halbjährlich ohne weiteres sogar ins Haus geschickt oder dahin, wohin man sie haben will. Man kann sie also auch an eine Sparkasse, eine Kreditgenossenschaft oder eine Bank zur Gutschrift senden lassen. Einen solchen Auftrag kaun man gleich bei der Zeichnuug erteilen, sodah man später nicht mehr zu schreiben hat, wenn man nicht die ursprüngliche Bestimmung wieder aufheben und durch eine andere ersetzen will, was jederzeit geschehen kann. Gerade auch in bäuerlichen Kreisen hat man die großen Annehmlichkeiten des Schuldbuches schätzen gelernt. Viele Millionen sind für sie ins Schuldbuch eingetragen worden. Braucht man geger Erwarten sein Geld wieder, so lätzt man sich von der Verwaltung des Reichsschuldbuchs in Berlin Wertpapiere senden, die man natürlich jederzeit — wie jede andere Kriegsanleihe auch — verkaufen kann. Will man nur ein Darlehen entnehmen, so braucht man keine Wertpapiere. Der Schuldbucheintrag kann ohne weiteres beliehen und auch als Kaution verwendet werden. Ein Antrag an das Neichs- schuldbuch-Büro in Berlin SVV, Oranienstatze 92—94 geuügt dazu. Das Schuldbuch ist im allgemeinen nur für solche Geldbeträge geeignet, die längere Zeit stehen bleiben können. Selbstverständlich üann man aber neue Gelder jederzeit dazuschreiben lassen. Alle Banken, Sparkassen und Kreditgenossenschaften erteilen nähere Auskunft. u. „vie Stäüter sollen es mache«". Die Städter werden wieder wie bei den früheren Kriegs»?» leihen ihre Schuldigkeit tun. Und das Land wird ebensowenig wie früher zurückstehen. Wer aber auf dem Land meinen sollte, di« Städter sollen es machen, dem darf gesagt werden, das; es die Städter aklein nicht schaffen können. Wir brauchen lückenlos auch die Mitbürger auf dem Land. Wer zurücksteht, gleichviel ob es ein Städtischer oder ein Ländlicher ist, muh sich klar darüber sein, das; er den Feinden vorarbeitet, die ja nur darauf warten, das; wir geldwirtschaftlich nachlassen. Diese Rechnung müssen wir ihnen aber verderben, wenn wir nicht wollen, das; sie immer noch weiter die Kriegsgrsuel treiben III. Sie Kriegsanleihe ist für leüen öa, auch wenn er nur bescheidene Mittel hat. Fast 1V Milliarden haben die kleinen Zeichner bisher zusammengebracht. Die kleinen Zeichnungen dürfen auch diesmal nicht fehlen; ja sie sind es möglicherweise, die das Ergebnis zu einem vollen hellstrahlenden Erfolg aufbessern. Und wichtig Ht die Zahl üer Posten, weil sich daraus ergibt, wie wett verzweigt die neue Anleihe in die zum Durchhalten entschlossenen Volksschichten eingedrungen ist. IV. „rSSe zugehen: !. Ein kurzer Aufsatz über „Die Feinde und ihre Geldsorgen". L. «in Werb?dlatt „Zur 7. Kriegsanleihe" für die Bevölkerung, das alle die Kriegsanleihe berührenden Fragen in knapper, gemein- verstä»dlicher Fassung behandelt. Teil II. Zeichnung der Anleihen und Schatzanweilungen Sie geschieht sehr einfach durch den Zeichnungsschein oder, wenn ein solcher nicht zur Hand ist, durch eine schriftliche Mitteilung an eine Zeichnungsstelle oder eine Vermittlungsstelle. Zeichnungsstellen sind die Reichsbankanstalten. Vermittlungsstellen sind die sämtlichen Banken, Bankiers und ihre Filialen, sämtliche öffentlichen Sparkassen und ihre Verbände, sämtliche Lebens» Versicherungsgesellschaften und sämtliche Kreditgenossenschaften. Für Kriegsanleihen auch die postanstalten. Wer sich der Hilfe eines befreundeten Nachbars oder Mitbürgers bedienen will, wird sie leicht finden. Eine Zeichnung braucht nur so zu lauten: „An die.................... Ich zeichne hierdurch bei Ihnen auf Grund der ver- öffentlichten Bedingungen Mark..............Kriegsanleihe. Ort. Zeit. Unterschrist." Soll die Bezahlung etwa aus einein laufenden Guthaben er> folgen, so fügt man das zweckmäszigerweise an; z. B.: „Der Betrag soll aus meinem bei Ihnen laufenden Guthaben entnommen werden." Hat man besondere Wünsche zur Stückeeinteilung, so schreibt man: „Ich wünsche 500 er oder 200 er oder 1 000 er." Sollen die Stücke zur eigenen Aufbewahrung bezogen oder der Vermittlungsstelle oder der Neichsbank in Verwaltung gegeben werden, so fügt man an: „Die Stücke werde ich bei Ihnen abholen", oder: „Die Stücke bitte ich mir zu senden", oder: Die Stücke bitte ich in Verwahrung zu behalten", oder: „Die Stücke sollen bei der Reichsbank für mich hinterlegt werden." Wünscht man Schuldbucheintrag, so schreibt man unter die Zeichnung: „Die Kriegsanleihe soll ins Schuldbuch eingetragen werden. Einen entsprechenden Vordruck bitte ich mir zu senden." Es sei übrigens bemerkt, daß Zeichnungsscheine überall bequem zu haben sein werden bei allen Vermittlungsstellen und allen Ver trauensmännern. - 30 Erbietet sich der Vertrauensmann, ^eichnungsscheme selbst auszufüllen, so soll er doch die Entscheidung darüber, an welche Ver7nittlungsstelle der Zeichnungsschein im Einzelfall wstterzn- geben sei, dem Zeichner überlassen. Niemand soll sagen können, daß der Vertrauensmann nach eignen Sonderwünschen »erfuhr VI!. Kriegsanleihe. Sie ist wieder 5 A ig, wieder seitens des Reichs unkündbar bis 1. 10. 1924. Ob aber zu diesem Zeitpunkt das Reich die Kündigung vornimmt, hängt davon ab, wie die Verhältnisse des Geld Marktes sein werden. Das Reich muh nämlich die baren Mittel zur Verfügung haben für den Fall, daß die Anleihe-Inhaber die bare Rückzahlung wünschen. Das können sie, wenn ihnen ein geringerer Zinsfuß nicht genügt und sie anderweitig bessere Anlage für ihr Geld haben. Es kann also sehr wohl sein, daß die Kündigung erst ungezählte Jahre nach 1924 erfolgt. Vor 1. Oktober 1924 ist eine Kündigung und damit eine Zinsfnßheravsetzung unter allen Umständen ausgeschlossen. Das Wort „unkündbar" bedeutet übrigens nicht, daß der Gläubiger (der Zeichner oder spätere Erwerber) sich nicht wieder flüssiges Geld verschaffen kann. Braucht er wieder Geld, so kann er jederzeit verkaufen oder Wertpapiere sich beleihen lassen. Schatzanweisungen. Von Juli 1918 ab finden Auslosungen der neuen 4^/oigen Schatzanweisungen statt und zwar alle halbe Jahre. Schatzanweisungen, die gezogen werden, sind damit zur Rückzahlung mit 110 °/ fällig Jahr danach). Vom 1. Juli 1927 ab, also frühestens zu diesem Zeitpunkt, können die bis dahin nicht verlosten Schatzanweisungen zur Rückzahlung zum Nennwert gekündigt werden. Wer sein bares Geld nicht haben will, kann statt dessen nach seiner freien Wahl eine 4 ^ ige Schatzanweisung beziehen, die gleichfalls verlosbar ist und zwar mit 115°^. Frühestens 10 Jahre nach der ersten Kündigung kann das Reich wieder kündigen. Wer dann sein bares Geld nicht wünscht, kann statt dessen eine 3^. A ige Schatzanweisung beziehen, die gleichfalls verlosbar ist, aber mit 120 ^. Spätestens in 50 - 3'! - ^hren wird alles, was dann noch im Umlauf isi, heimgezahlt und zwar mit 120, 115 oder 110 je nach dem Zinsfuß, den die dann noch umlaufenden Schatzanweisungen haben. Das kleinste Stück der Schatzanroeisungen ist 1000 Mark. (Bei der Kriegsanleihe-, die besonders auch für die kleineren Sparer in Betracht kommt, geht dagegen die Stückelung bis herunter zu 100 Mark). Was vorteilhafter ist, Kriegsanleihe oder Schatzanweisungen zu zeichnen, läßt sich von vornherein nicht berechnen, weil man nicht weiß, auf welchen Zeitpunkt die Verlosung der einzelnen Stücke trifft. Man hat eben die Aussicht, schon vom 1. 7. 1918 ab mit 110 ^ herauszukommen und ist natürlich bei so früher Verlosung im Vorteil. Kommt man erst nach vielen Jahren heraus, so kann es sein (es kann so sein), das; mitterweile mit einem obigen Kriegsanleihestück ein größerer Ertrag erzielt worden wäre. Irgendwann muß man mit 110 A soder nach einer Kündigung mit 115 oder 120) in der Verlosung herauskommen. Gleichviel ob man sich für Kriegsanleihe oder für Schatzanweisungen oder für beides entscheidet, in jedem Falle erwirbt man eine gut verzinsliche und sichere Geldanlage, daneben aber auch das Bewußtsein, sag man mithalf zum Durchhalten und damit WM Siege! Ast eine Kerabfetzung des Zinsfußes möglich? Es ist wohl denkbar, daß in späteren Jahren der deutsche Geldmarkt wieder Verhältnisse sieht, die weiterhin einen igen Zinsfuß als ungerechtfertigt, wenn nicht gar als ungerecht erscheinen lassen. Vorsorglich hat deshalb die Reichsleitung sich die Möglichkeit offengehalten, nach 1925 mit vorgängiger Aufkündigung den Zinsfuß herabzusetzen. Ävann das sein wird, weiß heute niemand; das kann sehr wohl viele Jahre nach l924 sein. Eine Herabsetzung des Zinsfußes ist nämlich nicht möglich, ohne daß die Reichsfinanzverwaltung die bare Rückzahlung des Kapitals zum Nennwert (zum Nennwert; mit dem Kursstand hat das also nichts zu tuu!) denjenigen anbietet, die mit der Zlnsfußherabsetzung etwa nicht zufrieden sind. Hat man nach der Aufkündigung — von der also niemand wissen kann, ob und wann sie kommen wird — eine besser verzinsliche und ebenso sichere Möglichkeit, das Geld anderweitig anzulegen, so läßt man sich selbstverständlich sein Kapital bar zum Nennwert zurück- - 32 - zahlen. Zulässig ist eine Kündigung seitens des Reichs überhaupt nicht vor 1. Oktober 1924! Ganz unsinnig sind natürlich die vereinzelt auftauchenden Redereien, datz es eine Sondersteuer auf Kriegsanle he geben könnte. Das wäre ja eine Strafe,für die, die dem Reich in schwerer Zeit vertrauensvoll ihre Ersparnisse liehen. Ebenso töricht ist die ander« Lesart, dah den Besitzern von Kriegsanleihen angesonnen werden könnte, einen Teil ihres Besitzes an das Reich zurückzugeben, um dessen Lasten zu mindern. NeinI Das Reich wird bis auf den letzten Pfennig zahlen, was es schuldet. Werkauf erworbener Kriegsantcihe, wenn man jetzt schon wieder verkaufen muß. Für Kriegsanleihezeichner ergibt sich gelegentlich die Notwendigkeit, mangels anderer Möglichkeiten kleine Beträge von Kriegsanleihe flüssig zu machen. Solchen Bedürfnissen ist dadurch Rechnung getragen, dasz die Reichsbankanstalten ermächtigt wurden, Beträge bis zu 1000 Mark unmittelbar vom Zeichner anzukaufen und zwar zunächst, vorbehältlich jederzeitiger Änderung, zu 98 A abzüglich der üblichen Gebühr von 0,15 A ohne weitere Spesen. Selbstverständliche Voraussetzung ist lediglich, daß sich der Zeichner als solcher ausweist und das vorliegende wirtschaftliche Bedürfnis erkennbar macht. / Wiederverkauf erworbener Kriegsanteihe nach dem Kriege. Über 60 Milliarden sind bereits in Umlauf. Dazu tritt jetzt die neue Kriegsanleihe. Deshalb ist die Frage verständlich, ob man, wenn ein Geldbedarf eintritt und auf Kriegsanleihe zurückgegriffen werden muh, ohne Übervorteilung sein Kapital wieder flüssig machen kann. Wir wissen aus amtlichen, also unbedingt zuverlässigen Ankündigungen, die demnächst noch aus berufenem Munde ergänzt werden dürften, daß auch hierfür mit deutscher Gewissenhaftigkeit und Gründlichkeit Pläne bereits ausgearbeitet sind, um die jeder- zeitige Umwandlung oder Rückverwandlung von Kriegsanleihe in flüssiges Geld zu angemessenen Bedingungen sicherzustellen. Wir wissen weiter, daß diese grundsätzlichen Pläne bereits von / - 33 - Vertretern sachverständiger Gruppen geprüft und als ansreichenb anerkannt worden sind. Die auf diese Weise an den Markt kommenden Stücke werden angesammelt, bis ihre Wiederunterbringung möglich ist, was aber den Verkäufer nicht berührt. Er erhält den Preis für seine Stücke und hat weiter nichts oamit zu tun. Dagegen gibt es selbstverständlich keine Möglichkeit, eine feste Zusage darüber abzugeben, zu welchem Kurse das späterhin möglich sein wird. (Er kann natürlich auch steigen). Aber wer in der praktischen Werbetätigkeit steht, weitz, daß es den Zeichnern nicht so sehr auf die Sicherung gegen einen etwaigen kleinen Kursausfall als vielmehr darauf ankommt, daß sie sich auf die jederzeitige Umsatzmöglichkeit der Kriegsanleihe unbedingt verlassen können, auch dann, wenn etwa einmal eine große Anzahl von Kriegsanleihe-Besitzern gleichzeitig wieder bares Geld wünscht. Falls nicht verkauft, sondern beliehen werden soll, gilt das fü-c die Darlehnskassen Gesagte. Me Darlehnskassen (Reichsdarlehnskassen). Sie gewähren bare Vorschüsse gegen Hinterlegung von Wertpapieren und Waren. Auch Schuldbuch-Eintragungen und Hinter- legungsscheine der Reichsbank und der öffentlichen Banken sind belsihbar! Der Zinsfuß beträgt für die weitere Dauer des Krieges 5-/, wenn das Darlehen nachweislich zur Bezahlung gezeichneter Kriegsanleihe verwendet wird (für andere Zwecke zur Zeit 5^ A). Das Darlehen wird in der Negel auf 3 Monate gegeben, doch läuft es auch nach dieser Zeit ohne Förmlichkeiten und Umständlichkeiten weiter. Man braucht also bei regelmäßiger Zinszahlung nicht zu befürchten, dah zur Unzeit das Darlehen zurückgefordert werden könnte. Amtlich ist e^lärt, dasz die Darlehnskassen noch mehrere Jahre nach Kriegsschlutz bestehen bleiben. Beliehen werden: die Kriegsanleihen und die Cchuldbuchforderungen der Kriegsanleihen bis zu 85 A des Beleihungswerts. Der Berechnung ihres Beleihungs- wertes werden folgende Kurse zugrundegelegt: für die 5 A Kriegsanleihen der letzte Ausgabekurs von 98 für die 5^ Reichsschatzanweisungen von 1914 und 1915 der Kurs von 99 ^, für die 4^ ?^ Neichsschatzanweisungen von 1916 der Ausgabekurs von 95 für g die 41/2 ^ Reichsschatzanweisungen von 19! 7 ebenfalls der Am-- ft«ck>ekurs von 98?^ —, unverzinsliche Schatzanweisungen des Reichs und der Bundes staaten mit höchstens 1 Jahr Laufzeit bis zu 85 A des Nennwertes, andere Reichs- und Staatspapiere einschließlich der Schuldbu forderungen, sowie die von öffentlich-rechtlichen Körperschaften oder Verbänden ausgegebenen festverzinslichen, auf den Inhaber lautenden, mündelsicheren Werte, sofern sie an einer deutschen Börse notiert werden, bis zu 75 A und die übrigen nach dem Bankgesetz in Klasse > beleihbaren Wertpapiere bis zu 70 A ihres Kurswertes. Matzgebend ist der Kurswert vom 25. Juli 1914 oder der zuletzt vorher notierte. Auch eine grotze Anzahl sonstiger Wertpapiere ist beleihba? ,»ach den näheren Festsetzungen. Teilrückzahlungen können jederzeit geleistet werden. Die näheren Bedingungen sind bei den Darlehnskassen »rjragen. Da die 5 ^ Kriegsanleihe ruud 5,10 A Zins erdringt — je 98 Mark Kapital tragen 5 Mark Zinsen — und die Verzinsung eines bei der Darlehnskasse entnommenen Darlehens im Betrage von 100 Mark für ein volles Jahr bei einem Zinsfuß von 5^/z^ nach den für die Darlehnskassen geltenden Darlehnsbedingungen rund 5,20 ^ erfordert (365 Tage), so ist der Aufwand für einen Zeichner, der keine Barmittel zur Verfügung hat und den Kredit der Darlehnskassen in Anspruch nimmt, nur rund 10 Pf. auf je 100 Mark Nennwert, für !000 Mark also nur 1 Mark, für ein ganzes Jahr. Das mögen auch Fonds-Verwaltungen bedenken. Wer den Verkehr mit den Banken, Sparkassen, Kreoitgenossen schasten bequemer hat, kann sich selbstverständlich auch an diek wenden. Weichsschuwbuch. Wer seine Beträge an Kriegsanleihe in das Reichsschuldbuch eintragen läßt, hat gar keine Sorge mit der Ausbewahrung der Stücke. (Sie können nicht verloren gehen. Auch Zinsscheine können nicht abhanden kommen, weil es solche dabei nicht gibt. Ein Unberufener kann über Kapital und Zinsen nicht verfügen.) Ein entsprechender Antrag auf Eintragung der Schuldbuch forderung kann gleich bei der Zeichnung gestellt werden. Der Zeichnungspreis ermäßigt sich dabei auf 97,30 A gegenüber sonst 98 A. Bedingung ist nur, daß vor dem 15. Oktober 1918 eine Empfangnahme von Stücken nicht verlangt wird. Man kann auch später den gezeichneten Betrag eintragen lassen, doch hat man dann natürlich keinen Anspruch mehr auf den ermäßigten Zeichnungspreis von 97.80 Die Zinsen für eingetragene Beträge werden 10 Tage vor Verfall portofrei ins Haus geschickt oder auf irgend ein Konto überwiesen oder gutgeschrieben oder bei einer öffentlichen Kasse zur Abholung bereit gehalten, ganz wie man es wünscht und vorschreibt. Der Zeichner tut gut daran und fördert den bargeldlosen Zahlungsverkehr, wenn er (am besten gleich bei der Zeichnung!) den Antrag stellt, daß ihm jeweils die Zinsen durch Überweisung auf das Konto bei seiner Bank> Sparkasse oder Kreditgenossenschaft oder dem Postscheckamt überwiesen werden. Je nachdem, ob und wo er ein Konto hat. Eintragung und Verwaltung der Schuldbuchforderung sind gebührenfrei. Nur bei Ausreichung von Stücken wird eine Gebühr erhoben und zwar 75 Pf. für je 1000 Mark, mindestens 2 Mark. Gerade auch in ländlichen Kreisen hat man sich überraschend schnell mit dieser Art von Geldanlage befreundet. Dies wohl deshalb, weil man ein ähnliches Verhältnis hat, als wenn man ein Sparkassen-Guthaben unterhielte. Verpfändung von Schuldbuch Ginlrügen: Sie ist, was nicht genügend bekannt ist, auch möglich und erfordert nur einen Antrag an die Reichsschuldenverwaltung in Berlin. Ebenso einfach ist späterhin die Löschung nach Erledigung des Pfandgeschäfts. — Löschung des Schuldbucheintrags: Wer sein Kapital, das im Neichsschuldbuch eingetragen ist, rsieder flüssig machen will, braucht nur einen Antrag auf Aushändigung von Stücken in wirklichen Wertpapieren zu stellen. Die Kosten hierfür betragen 7b Pfennig für 1000 Mark — mindestens 2 Mark. Man tue das aber natürlich nur im Falle des Wirklichen Bedarfs, weil das Schuldbuch in der Regel nur dann seinen Zweck erfüllt, wenn man das Kapital auf Jahre hinaus ruhig weiterlaufen lassen kann. Damit nicht Anberufene verfügen können, ist öffentliche Beglaubigung der Unterschrift bei Verfügungen über da» Kapital und die Zinsen vorgesehen. Das hat schon manchen verstimmt, der den Zweck einer solchen Vorschrift sich nicht klar machte. Die Vorschrift soll lediglich die Interessen des De» rechtigten schützen. Zahlung von Kriegssteuern: Wer Kriegssteuer (Kriegs-Gewinnsteuer) zu zahlen hat, kaun dieses in der Weise tun, daß er Kriegsanleihe und Schatzanweisungen mit den Zinsscheinen in Zahlung gibt. Sie wird ihm zum vottcu Nennwert gerechnet. Schatzanweisungen von 1916 zu 93,50 Es ist eine Verwechselung und ein glatter Irrtum, wenn ans dieser entgegenkommenden Matzregel der Neichsregierung geschlossen worden ist, die Kriegssteiler hänge mit der Kriegsanleihe zusammen uud auf Kriegsanleihe gäbe es eine Sondersieuer, nur weil es eben Kriegsanleihe sei. .^SKg I. Einige statistische Angaben» Deutsches Volksvermögen 375 Miiarden Mark, EinkomM-m 43 Milliarden Mark, jährlicher Vermögenszuwachs 10 Milliarden Mark. Einwohner (Viel Menschen — viel Volkskraft I): 1910: Deutschland 65 Millionen England 45 „ Frankreich 39 Landwirtschaftliche, unsere Ernährung sicherstellende Ausnutzung des Bovens: in Deutschland in England 48,8 ^ 25,3 L (fast die Hälfte) (ein Viertel) Viehbestand. Gesamtwert in Deutschland: 12.30 Milliarden Mi. in England: 5,6 Milliarden M. Landw. Erzeugung (Brotgetreide, Vieh, Milch) rund 10 Milliarden Mark im Jahr. Kohlenlager Deutschlands: (Schätzung) 423 Milliarden Tonnen, Englands: 189,5 Milliarden Tonnen, Frankreichs: 17,6 Milliarden Tonnen. Kohlenförderung 1912: 256 Millionen Tonnen Englands Förderung 265 Millionen Tonnen. Die deutsche Förderung hat sich in den letzten 25 Jahren nahezu verdreifacht. Die englische ist nur um die Hälfte gestiegen. Eisenerzlager Deutschlands: 3,9 Milliarden Tonnen, Englands: 1,3 Milliarden Tonnen. Stahlerzeugung Deutschlands: 17 Millwnen Tonnen, Englands: rund 6,6 Millionen Tonnen, Frankreichs: 4,4 Millionen Tonnen. Kaliförderung: 200 Millionen Mark im Jahr. Deutsche Chem. Jndustrie-Erzeugung: l'/a Milliarden Mark. Unsere Stickstoff-Erzeugung, im Inland erfolgend dank besonderer Erfindung, ist annähernd so hoch wie der Bezug vor den? >.ieg, als uns das Ausland noch offen stand. — 36 - Kndang. ii. Eine Riesensumme hat uns und unsere Verbündeten der Krieg in drei schweren Jahren gekostet. Und doch ist unser Aufwand noch gering gegenüber den Kriegskosten unserer Feinde. Nachstehende Tabelle gibt ein Bild, wie stark der Krieg bisher uns und die übrigen Staaten finanziell beansprucht hat. Soweit bekannt geworden, betragen: Täglicher Bisher Feste Noten- Kriegs- bewilligte Anleihen Umlauf auswand Kriegskredite rund jetzt (Kriegskosten) Millionen Milliarden Milliarden Milliarden Mark Mark Mark Mark Deutschland 100 84 60,3 8.853 (Reichsbank) Oesterreich-Ungarn SS,3 44,2 28,8 — —, England 161.1 108.1 41,4 0,827*) Frankreich 88.S 79.2 17,7 16.4 Rußland 101,3 ? 23.8 29,4 Italien 34,2 20.7 6.2 3.4 -) Indes nicht vergleichbar, da in England im Gegensatz zum Kontinent statt der Banknote der Scheck als Zahlungsmittel vorherrscht. Sonst wäre der Notenumlauf erheblich höher. Die derzeitige Verschuldung an Amerika (für Bezüge im Kriege) beträgt: seitens Englands: 9.2 Milliarden Mark seitens Frankreiche: 5.5 „ „ und sie wächst immerzu I Das muß von England und Frankreich verzinst und getilgz werden, drückt also dauernd auf deren Geldwert! Wir sind besser dran, weil wir eine solche Milliarden' Verschuldung an Amerika begreiflicherweise nicht haben. Die Sorge, wie wir dahin ohne Einbuße für unseren Geldwert regei mäßig Zahlungen leisten sollen, ist uns also erspart. — 9 — Ergebnis der früheren deutschen Kriegsanleihen. Summe Zahl der Zeichner Millionen Mark einschließlich der Feldzeichnungen und Zeichnungen aus dem über- seeischen Ausland. I. 1 177 235 4.460 4.430,8 II. 2 691 060 9.060 9.106.3 III. 3 966 418 12.101 12.162,6 IV. 5 279 645 10.712 10.767,6 V. 3 809 976 10.652 10.699 VI. 6 768 082*) 12.979 13.122 23 692 416 59.964 60.333,3 *) Bei Einschluß der nach- trägltch eingegangenen Feldzeichnungen 7 063 347 Sieben Millionen Zeichner! Da» berechtigt uns zu sagen: „Volksanleihe". Die Zeichnungen bis 200 Mark brachten für alle Krieg»- anleihen rund 878 Millionen Mark. Viele Wenig machen — sehr viel! Auf das Reichs-Schuldbuch entfallen von den bisherigen Zeichnungen in 2 616 906 Posten 11.822 Millionen Mark. Wer sein Geld lange stehen lassen kann, sollte sich die Eintragung tm Reichs-Schuldbuch überlegen.