Uerein zum Schutz der deutschen Goldwährung. Währungs-Aiöliothek I. Serie. — 2. Heft. Soll Deutschland seine Goldwährung aufgeben? Von F. Ttzorwart (Frankfurt). Zweite Auflage. Stuttgart. Kommissions-Vrrlag von Adolf Bon; & Tomv. 1»9S. Vorwort. Die nachstehenden Blätter enthalten den Wiederabdruck eines auf Veranlassung der Handelskammern des Großherzogtums Hessen und der Provinz Hessen-Nassau am 31. März d. I. zu Frankfurt a. M. erstatteten Referats, das dann am 4. April durch die Ausführungen des Herrn Generalkonsul Rüssel und anderer auf der Berliner Hauptversammlung des deutschen Handelstags mehrfach ergänzt und erweitert worden ist. Frankfurt a. M., 12. Juni 1895. F. Thorwark. Druck von A> Bonz' Erben in Stuttgart. 1. Beim Anbruch der Neuzeit gab man für 1 KZ Gold 10 bis G-schi-hMch-r 11 KZ Silber. Infolge der Entdeckung und Ausbeutung der Silber- "b-rbii--, minen in Peru und Mexiko sank allmählich der Wert des Silbers; um das Jahr 1600 stand er zu dem des Goldes wie 12: 1, weitere hundert Jahre später wie 15:1. Dieses Wertverhältnis dauerte im Großen und Ganzen das achtzehnte Jahrhundert hindurch. Die Regierung Ludwigs XVI. von Frankreich suchte 1785 beide Metalle in eine feste Preisabhängigkeit von einander zu bringen; 18 Jahre später (1803) entschloß sich die französische Republik zur Ordnung ihres Münzsystems, indem sie bestimmte, daß an ihren Münzstätten 1 Pfd. Gold für 15'/- Pfd. Silber angenommen und gegeben werde, daß ferner aus 5 A Silber Stücke von 1 Frank ausgeprägt werden sollten, indessen mit dem Vorbehalte, daß bei späterer Veränderung des Wertes der zwei Metalle auch deren Goldgewicht entsprechend neu geregelt werden solle. So gründete Frankreich sein Münzsystem auf dem festen Verhältnisse der zwei Metalle untereinander, dem Bimetallismus. Als aber England ein Jahrzehnt später — 1816 — zu der dort schon seit hundert Jahren bestehenden und nur durch die napoleonischen Kriege unterbrochenen reinen Goldwährung zurückkehrte, bildete sich auf dem Londoner Edelmetallmarkte von neuem ein Marktpreis für Silber aus, welcher natürlich seinen Einfluß auf die französische Münze ausüben mußte. 15^/s Unzen Silber gleich 1 Unze Gold repräsentierten einen Wert von 60^/is ä. für die Unze Silber; da nun der Silberpreis von 1803 bis 1850 in London niedriger als 60 ^/ie